Author Topic: Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)  (Read 10444 times)

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #160 on: July 14, 2020, 01:22:59 PM »
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[...] Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat wegen des Anstiegs von Covid-19-Fällen im US-Bundesstaat erneut strengere Maßnahmen angeordnet. In allen Landkreisen müssen Bars, Kinos, Zoos und Museen schließen sowie Gaststätten ihre Bewirtung in geschlossenen Räumen einstellen. In 30 besonders stark betroffenen Kreisen müssen zudem Kirchen, Einkaufszentren, Fitnessstudios und Friseurläden schließen.

"Wir kehren zurück zu einer abgewandelten Form unserer ursprünglichen Anordnung, zu Hause zu bleiben", sagte Newsom. Der Schulbezirk Los Angeles kündigte an, den Unterricht im ab dem 18. August beginnenden Schuljahr nur online stattfinden zu lassen. "Die Gesundheit und Sicherheit aller in der Schulgemeinschaft ist nichts, wo wir Kompromisse eingehen können", hieß es. Die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump hatte zuletzt darauf gedrängt, Schulen ab dem neuen Schuljahr wieder regulär zu öffnen. Betroffen sind insgesamt 706.000 Schülerinnen und Schüler.

Restaurants in Kalifornien hatten Ende Mai bereits wieder öffnen dürfen. Anfang Juli allerdings sind teilweise wieder Lockerungen zurückgenommen worden. So hatten Restaurants in 19 Verwaltungsbezirken einschließlich Los Angeles keine Gäste mehr in Innenräumen bewirten dürfen.

In Kalifornien und anderen Bundesstaaten wie Florida, Texas und Arizona sind die Infiziertenzahlen zuletzt erneut stark angestiegen. Der US-Seuchenexperte und Regierungsberater Anthony Fauci hat einen unvollständigen Shutdown für den neuen Anstieg der Fälle verantwortlich gemacht. "Wir haben nicht komplett heruntergefahren und das ist der Grund, warum wir hochgegangen sind", sagte der Leiter des National Institute of Allergy and Infectious Diseases.

Allein am Sonntag wurden mehr als 8.300 neue Infektionen gemeldet. Insgesamt sind in Kalifornien mehr als 325.000 Infizierte und mehr als 7.000 Tote bestätigt. Der Bundesstaat hat etwa 40 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.


Aus: "Kalifornien verschärft erneut Coronavirus-Maßnahmen" (14. Juli 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-07/usa-kaliforien-verschaerfung-coronavirus-massnahmen

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Schievel2 #7

“Es wird einfach verschwinden” - Donald Trump



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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #161 on: July 14, 2020, 01:56:37 PM »
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[...] Aus Sorge vor einer zweiten Infektionswelle wird für England ab dem 24. Juli eine Maskenpflicht in Geschäften eingeführt. Das teilte das Büro von Premierminister Boris Johnson mit. Wer dagegen verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 100 Pfund (umgerechnet gut 109 Euro) rechnen.

Die Regierung in dem Landesteil Großbritanniens hatte sich lange schwer getan mit dieser Entscheidung. Im Vereinigten Königreich entscheiden die einzelnen Landesteile selbst über ihre Schutzmaßnahmen zur Eindämmung in der Corona-Pandemie. Die britische Regierung ist nur für die Corona-Maßnahmen in England zuständig. In den übrigen Landesteilen Nordirland, Schottland und Wales werden die Maßnahmen von den dortigen Regionalregierungen getroffen. Bisher galt in England die Pflicht, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, nur für öffentliche Verkehrsmittel – aber auch diese wurde erst am 15. Juni eingeführt.

Über eine Ausweitung war lange diskutiert worden, die Regierung in London hatte sich länger gegen eine Ausweitung der Pflicht auf Läden und andere geschlossene Räume gesträubt. Nun hat sich die Meinung aber doch durchgesetzt, dass das Tragen einer Maske generell in geschlossenen Räumen dazu beiträgt, mehr Menschen vor dem neuartigen Coronavirus zu schützen.

Boris Johnson, der selbst zwischendurch an Covid-19 erkrankt war, hat bereits am Freitag eine Ausweitung der Maskenpflicht angedeutet. Befürchtet wurde zunächst, es könne zu einer hohen Nachfrage nach der in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen knappen Schutzausrüstung kommen. Außerdem wurde gewarnt, Masken könnten durch häufiges Berühren oder ein überhöhtes Gefühl der Sicherheit sogar kontraproduktiv sein. 

Großbritannien ist mit mehr als 45.000 Todesfällen bei nachweislich mit dem Virus Infizierten das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Das Land rangiert damit in der weltweiten Statistik der Todesfälle hinter den USA und Brasilien an dritter Stelle. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Auch diese Entscheidung hat England deutlich später als viele andere Ländern wie Deutschland oder Italien getroffen. In Schottland ist das Tragen von Masken in Läden bereits Pflicht.

Die britische Akademie der Medizinischen Wissenschaften warnte, dass sich die Lage noch deutlich verschlimmern könnte. Eine zweite Ausbreitungswelle des Virus könnte zwischen September und Juni zu 120.000 Todesfällen allein in den Krankenhäusern führen, erklären die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie fordern sofortige Maßnahmen zur Verhinderung einer solchen zweiten Welle.


Aus: "England: Regierung beschließt Maskenpflicht auch für Geschäfte" (14. Juli 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-07/england-maskenpflicht-schutzmassnahme-coronavirus-boris-johnson

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #162 on: July 20, 2020, 10:06:22 AM »
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[...] António Guterres, der Generalsekretär der Vereinigten Nationen, hatte seine Rede im New Yorker UN-Hauptquartier aufgezeichnet – was deren Wucht indessen keinen Abbruch tat. Der portugiesische Sozialist nahm den Termin zum Anlass, der aus den Fugen geratenen Welt den Spiegel vorzuhalten – oder, um in seinem Bild zu bleiben, deren "Röntgenbild".

Nach den Worten des Geschäftsführers der Staatenfamilie bietet die Corona-Pandemie einen unverdeckten Einblick in den Zustand der Menschheit: Die Seuche bringe "die Brüche im fragilen Skelett der von uns gebildeten Gemeinschaften" zum Vorschein. Verursacht würden diese Brüche von einer immer krasser werdenden Ungleichheit: Sie drohe jetzt "unsere Ökonomien und unsere Gesellschaften zu zerstören".

Das Missverhältnis wird nirgendwo deutlicher als in der Heimat Nelson Mandelas: Südafrika gilt als einer der ungleichsten Staaten der Welt. Auch deshalb wird das Kap der guten Hoffnung derzeit besonders gnadenlos vom Virus heimgesucht: Der 55 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählende Staat steht mit 350.000 Infizierten mittlerweile an fünfter Stelle der makabren Weltrangliste – gleich nach viel bevölkerungsreicheren Ländern wie den USA, Indien oder Russland. Südafrikas Gesundheitssystem steuert auf den Kollaps zu: In Armenregionen wie der Ostkap-Provinz ist es bereits zusammengebrochen. Für Guterres der Beweis, dass die Behauptung, "der freie Markt könne Gesundheitsvorsorge für alle bieten, eine Lüge ist"

Dabei ist der vom Virus selbst angerichtete Schaden noch nicht einmal die schlimmste Folge der Pandemie: Er wird – vor allem in Afrika – von der wirtschaftlichen Verheerung noch übertroffen. Wegen des Lockdowns haben weit über drei Millionen Südafrikaner ihren Job verloren, die Arbeitslosigkeit liegt inzwischen bei 50 Prozent. Die Hälfte aller Kapbewohner haben nicht mehr genug Geld, um sich aus eigener Tasche über Wasser zu halten: Eine oder einer von fünf Befragten gab einem Umfrageinstitut zufolge kürzlich an, mindestens einmal in der Woche hungrig zu Bett zu gehen.

Südafrika steht an einsamer Spitze der afrikanischen Corona-Charts: Mancher Politiker des Kontinents schlägt sich schon anerkennend auf die Schulter. Möglicherweise etwas voreilig: Denn die Ziffern steigen auch in anderen afrikanischen Staaten an, die wirkliche Welle kann noch kommen, auch ist den offiziellen Angaben wegen der wenigen Tests nicht unbedingt zu trauen. Auch Südafrika dachte zunächst, noch einmal mit dem Schrecken davon zu kommen. Aber das Virus, sagt Guterres, "entblößt jeden Irrtum.

Die ökonomischen Folgen der Pandemie wirken sich auch im Rest Afrikas wesentlich verheerender als das Virus selbst aus: Der Tourismus kam zum Erliegen, der Handel bricht ein, mehr als 100 Millionen Menschen könnten bald zusätzlich auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein, rechnete das Welternährungsprogramm aus. "Die Vorstellung, dass wir alle im selben Boot sitzen, ist ein Mythos", sagt Guterres: "Manche sitzen in Luxusyachten, während sich andere an im Wasser treibenden Trümmern festhalten.

Afrika wurde nach den Worten des Generalsekretärs in doppelter Weise zum Opfer: Einerseits durch den Kolonialismus, dessen Auswirkungen noch heute zu spüren seien. Andererseits sei der Kontinent in den nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen internationalen Institutionen unterrepräsentiert. "Die Ungleichheit beginnt ganz oben bei den globalen Institutionen: Um ihr zu begegnen, muss man der Reform dieser Institutionen beginnen." Guterres schlägt nichts Geringeres als die Umgestaltung der gesamten globalen Architektur vor: Ein "neuer Sozialvertrag" sei nötig sowie ein "neuer globaler Deal", der auf einer "fairen Globalisierung" basiere. Zumindest einen Vorteil habe die derzeitige "menschliche Tragödie": Dass sie eine Möglichkeit biete, die Welt auf "gleichere und nachhaltigere Weise" wieder aufzubauen.

In der ökologischen Klima- und der antirassistischen "Black Lives Matter"-Bewegung sieht Guterres immerhin zwei Lichtblicke: "Sie lehnen die Ungleichheit ab und vereinen junge Menschen, die Zivilgesellschaft, den privaten Sektor, Städte und Regionen hinter einer Politik für Frieden, unseren Planten, Gerechtigkeit und Menschenrechte für alle." Die Welt drohe zu zerbrechen, schloss der Chef des Staatenbunds: "Wir wissen jedoch, auf welcher Seite der Geschichte wir stehen." (Johannes Dieterich aus Johannesburg, 19.7.2020)


Aus: "Covid-19 - UN-Chef Guterres: Nicht alle sitzen im selben Boot, manche sitzen in der Yacht" (19.7.2020)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000118848475/un-chef-guterres-nicht-alle-sitzen-im-selben-boot-manche

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #163 on: July 25, 2020, 04:34:34 PM »
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[...] Texas gehört zu den neuen Coronavirus-Hotspots in den USA. In den vergangenen sieben Tagen sind nach Angaben der "New York Times" im "Lone Star State" mindestens 64.588 Infektionen nachgewiesen worden. Zu den besonders betroffenen Regionen gehört Starr County ganz im Süden des Bundesstaats an der mexikanischen Grenze. Dort liegt die Infektionszahl derzeit bei 92 je 100.000 Einwohner pro Tag. Das hat nach Angaben des "Forth Worth Star-Telegram" verheerende Konsequenzen für die Betroffenen: Die Lokalzeitung berichtet, dass das Starr County Memorial Hospital, das einzige Krankenhaus des Bezirks, Covid-19-Patienten, bei denen keine Hoffnung mehr auf Heilung besteht, ab sofort zum Sterben nach Hause schicken wird. Damit solle sichergestellt werden, dass das Krankenhaus seine begrenzten Behandlungsmöglichkeiten auf diejenigen Patienten konzentriert, die geheilt werden können. ...


Aus: "Coronavirus-Liveticker: 16:22 Texanisches Krankenhaus schickt Patienten zum Sterben nach Hause" (Samstag, 25. Juli 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/16-22-Texanisches-Krankenhaus-schickt-Patienten-zum-Sterben-nach-Hause--article21626512.html

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Anne Wild @annewild_muc
Wenn man denkt, man hat schon alles gesehen, gibt es in #München eine Partykundgebung gegen die #Corona Maßnahmen unter dem Motto „Lebe deinen Traum".
https://twitter.com/annewild_muc/status/1287103885883080704

Vierzigpluszwei @docamej 18h Replying to @annewild_muc
Sie tanzen in der Gewissheit, dass sie im Notfall ein Bett samt Beatmung haben. Mit Personal, das bis zur Erschöpfung arbeitet und als Anerkennung zu wenig verdient.
Easy Rider.
https://twitter.com/docamej/status/1287524730489241603
« Last Edit: July 27, 2020, 07:42:37 PM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #164 on: July 29, 2020, 10:13:32 AM »
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[...] Angesichts stark steigender Neuinfektionen mit dem Coronavirus schränkt Belgien nicht nur die bisherigen Lockerungen im Zuge der Pandemie wieder deutlich ein. Mit der Provinz Antwerpen geht eine Region von fast zwei Millionen Menschen jetzt erneut zumindest in einen kleinen Lockdown.

Wissenschaftler begrüßten die Maßnahmen als Möglichkeit "einen generellen Lockdown für das ganze Land zu vermeiden". "Jetzt haben wir noch die Chance, das zu tun", zitiert "Den Morgen" den Virologen Marc van Ranst.

Ab Mittwoch dürfen die Menschen im ganzen Land privat nur noch maximal fünf Menschen auf einmal treffen, mit denen sie nicht zusammen wohnen, wie Ministerpräsidentin Sophie Wilmès am Montag ankündigte. Bisher waren Treffen mit bis zu 15 Menschen erlaubt.

Für öffentliche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gilt eine Besuchergrenze von 100 Menschen statt wie zuvor 200. Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel sind maximal 200 Menschen erlaubt, zuvor waren es 400.

Wilmès zeigte sich "sehr besorgt" über den jüngsten Anstieg der Infektionsraten. Die neuen Regeln gelten nach ihren Angaben für zunächst vier Wochen und zielen darauf ab, landesweite Ausgangssperren möglichst zu verhindern. Die Regierungschefin appellierte an die "Geduld" und den "Mut" der Bürger.

Die Zeitung "De Tijd" kommentierte die Situation am Dienstagmorgen entsprechend: "Belgien steht kurz vor einem neuen Lockdown. Denn der ist unvermeidlich, wenn selbst eine drastische Verringerung der Zahl der gleichzeitig erlaubten Personenkontakte die Rückkehr der Corona-Epidemie nicht aufhält. Die Regierung hat nach der Beratung des Nationalen Sicherheitsrates am vorigen Donnerstag, die ein Schlag ins Wasser war, schließlich doch noch ihre Lektion gelernt."

Was die Regierung am Montag beschlossen habe, entspreche "der letzten Stufe vor einem neuen Lockdown, bei dem die Menschen aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben, Geschäfte und Restaurants geschlossen werden und nur essenziell wichtige Unternehmen weiterarbeiten dürfen".

Die Menschen in Belgien müssen zudem ihre Einkäufe allein erledigen. Außerdem müssen sie ihre Zeit für Einkäufe auf eine halbe Stunde beschränken. Außerdem rät die Regierung "stark" zu Homeoffice.

In Antwerpen sind die Maßnahmen noch drastischer. Zwischen 23 Uhr 30 Uhr und sechs Uhr dürfen die Bürger nicht mehr ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Alle Bars und Restaurants in der Hafenstadt müssen um 23 Uhr schließen. Kontaktsport ist verboten, ebenso jeglicher Teamsport für Erwachsene. Homoffice in Antwerpen ist Pflicht, sofern der Arbeitgeber dies erlaubt und ermöglicht.

"Bleiben Sie so viel zu Hause wie möglich!" appellierte die Gouverneurin der Provinz Antwerpen, Cathy Berx, an die Einwohner. Junge Menschen sollten keine Partys feiern, um nicht sich selbst und Andere zu gefährden, warnte sie.

Menschen von außerhalb ihrer Provinz forderte Berx auf, nicht absolut notwendige Reisen nach Antwerpen zu vermeiden. In der Provinz Antwerpen konzentrierten sich in der vergangenen Woche 47 Prozent der neuen belgischen Coronavirus-Infektionsfälle.

Die Corona-Maßnahmen waren in Belgien bereits seit einigen Wochen wieder verschärft worden. Unter anderem gilt bereits eine Maskenpflicht in Geschäften, Kinos, Museen, Bibliotheken und Gotteshäusern sowie in Bussen und Bahnen. Seit Samstag muss auch an stark frequentierten öffentlichen Orten wie Märkten, Einkaufsstraßen oder Hotels ein Atemschutz getragen werden.

In der vergangenen Woche hatten sich nach Behördenangaben durchschnittlich 279 Belgier pro Tag infiziert, im Vergleich zu 163 pro Tag in der Vorwoche. Der Tag mit den bisher meisten registrierten Coronafällen war der 22. Juli mit 542 Fällen. Das Land hat insgesamt knapp 11,5 Millionen Einwohner.

Bis Montag wurden mehr als 66.000 Corona-Fälle und 9821 Todesopfer verzeichnet. Auch in anderen europäischen Ländern sind die Zahl der Corona-Infektionen wieder am Ansteigen. (Tsp/AFP)


Aus: "Belgien steht kurz vor erneutem Lockdown" (28.07.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/ausgangssperre-in-antwerpen-belgien-steht-kurz-vor-erneutem-lockdown/26043056.html

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Denkerin 28.07.2020, 16:21 Uhr

Und bei uns jaulen die Verharmloser rum,weil sie beim Einkaufen ne simple Maske tragen sollen.


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jetbundle 28.07.2020, 19:15 Uhr

Antwort auf den Beitrag von Denkerin 28.07.2020, 16:21 Uhr

Weil man den ganzen Tag nur noch von Robotergesichtern umgeben ist und die Maskenpflicht ein massiver Eingriff in die individuelle Handlungsfreieheit ist - und sie zudem ziemlich unnötig ist.


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ralffrh 28.07.2020, 19:43 Uhr
Antwort auf den Beitrag von jetbundle 28.07.2020, 19:15 Uhr

    Weil man den ganzen Tag nur noch von Robotergesichtern umgeben ist

Sie sind den ganzen Tag am Einkaufen ?

    die Maskenpflicht ein massiver Eingriff in die individuelle Handlungsfreieheit ist

Die Maskenpflicht in Geschäften und dem ÖPNV hindert Sie an welcher genauen Handlungsfreiheit ?


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[...] Sie erwarten mindestens 500.000 Menschen. Angeblich stehen bis zu 3000 Busse bereit, um die Demonstranten am Sonnabend nach Berlin zu bringen. Es wäre der größte Protest seit Jahren.

Sollten am Ende doch weniger Teilnehmer erscheinen, ist die Ausrede schon parat: Unter den Anhängern kursiert das Gerücht, Angela Merkel werde sämtliche Bahngleise und Zufahrtsstraßen nach Berlin sperren lassen, um Demonstranten von der Anreise abzuhalten.

Es ist eine diffuse Mischung aus Verschwörungsideologen, Virusleugnern, rechtsoffenen Esoterikern und Rechtsextremen, die sich für diesen Sonnabend angekündigt hat. Sie wollen einen „Tag der Freiheit“ feiern und gleichzeitig das „Ende der Pandemie“ verkünden, auch wenn die Infektionszahlen wieder deutlich steigen.

Aufgerufen hat die Stuttgarter Initiative „Querdenken 711“. Deren Pressesprecher Stephan Bergmann stellte bereits klar, was er von den aktuellen Sicherheitsregeln hält: Corona sei ein „Fake-Virus“, erlogen von „Fake-Wissenschaftlern“. Die Regierung wolle keine Menschenleben schützen, sondern den Kommunismus einführen. Bergmann sagt: „Scheiß auf das Abstandsgebot!“

Offiziell heißt es, rechtes Gedankengut habe in dieser Bewegung keinen Platz. Doch schon die Besetzung des Bühnenprogramms widerspricht dem. Auftreten soll etwa der Autor Thorsten Schulte. Vergangenen Monat war Schulte noch Redner bei Pegida, warnte dort vor einem multikulturellen Europa und vor Masseneinwanderung unter jüdischem Einfluss.

Daneben sind Auftritte des Verschwörungsideologen Heiko Schrang und des Rappers Kevin Mohr vorgesehen. Letzterer behauptet, die Bevölkerung werde gezielt durch Chemtrails – so bezeichnen Verschwörungstheoretiker Kondensstreifen hinter Flugzeugen – vergiftet, um die Menschheit zu dezimieren.

Als Redner sind an diesem Sonnabend insgesamt elf Männer vorgesehen. Im musikalischen Teil sollen aber auch Frauen auftreten.

Neben den Initiatoren ruft unter anderem das rechtsextreme, vom Verfassungsschutz beobachtete Magazin „Compact“ zur Fahrt nach Berlin auf. Auch die rechtsextreme Gruppierung „Patriotic Opposition Europe“ und die NPD mobilisieren. Eine Anfrage des Tagesspiegels, ob deren Anhänger am Sonnabend willkommen sind, beantwortet der Initiator nicht.

In ihrer Heimat Stuttgart hat die Bewegung 5000 Menschen auf die Straße gebracht. Stephan Bergmann, der Pressesprecher, erklärt in seinen Reden, die Menschen müssten wieder mehr auf ihr Herz hören.

Nach eigener Aussage sind die Demos gegen die Coronamaßnahmen die ersten seines Lebens. Zuvor war er Trance-Coach, Trommelbauer, Sonnentänzer sowie Gründer eines „Vereins für indianische Lebensweisen“. Er arbeite „seit Jahren daran, die Spaltung der Menschen zu heilen“.

Auf Facebook klingt er weniger harmlos. Da hat Stephan Bergmann Texte verbreitet, in denen vor der „Vermischung der Rassen auch mit Zwangsmaßnahmen“ oder der Züchtung einer „hellbraunen Rasse in Europa“ gewarnt wird. Durch die Vermischung solle der Intelligenzquotient der weißen Bevölkerung gedrückt werden. Bergmann teilt Posts verschiedener rechtsextremer Plattformen und Bilder, auf denen sich über Asylbewerber oder verschleierte Muslime lustig gemacht wird.

Um die „großen Zusammenhänge der Weltereignisse“ zu verstehen, empfiehlt er ein Video, das beschreibt, wie das deutsche Volk angeblich durch den Import von „Stammeskriegern aus Afrika“ und „Massen von Muslimen“ systematisch ausgelöscht werden soll.

Eigentlich wollten die Initiatoren das gesamte Tempelhofer Feld füllen. Inzwischen haben sie die Kundgebung auf die Straße des 17. Juni verlegt. Vorher planen Corona-Leugner einen Demonstrationszug durch Mitte. Aber auch Gegenprotest wird es geben, unter anderem rufen das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ und die „Omas gegen Rechts“ zu Kundgebungen auf.

Vieles spricht dafür, dass die angepeilte Teilnehmerzahl von einer halben Million massiv übertrieben ist. Manche Anhänger des „Tags der Freiheit“ gehen allerdings vom Gegenteil aus – im Netz kursiert gar eine Schätzung von 4,5 Millionen.

Zaghafte Zweifel werden dabei konsequent niedergemacht. Auf der Chatplattform Telegram fragt etwa ein Aktivist: „Wenn es jetzt noch freie Hotelkapazitäten in Berlin gibt, wird die Demo wohl wesentlich kleiner als erwartet?“ Seine Mitstreiter werfen ihm vor, er habe halt keine Ahnung.


Aus: "Coronaleugner und Rechtsextreme rufen zu Demo in Berlin auf" Sebastian Leber (29.07.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/sie-wollen-das-ende-der-pandemie-feiern-coronaleugner-und-rechtsextreme-rufen-zu-demo-in-berlin-auf/26045322.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #165 on: August 01, 2020, 07:51:01 PM »
"Stiftung Gurutest: Die zehn tollsten Heilmethoden gegen das Coronavirus" Christian Kreil (30. Juli 2020)
Heilsymbole, Kuhurin oder ein Anti-Viren-Rap: Das sind die interessantesten Methoden mancher Ärzte und Heiler - Wenn die zweite Welle anrollt, wollen wir zumindest feinstofflich gewappnet sein. Die Stiftung Gurutest fasst die besten "alternativmedizinischen" Tipps und spirituellen Kniffe zur Heilung und Prävention rund um das Coronavirus zusammen. Zwischen Humbug ausgebildeter Ärzte und eingebildeter Scharlatane passt da oftmals kein Blatt Papier. Dafür darf sogar getanzt werden. ...
https://www.derstandard.at/story/2000118834337/die-zehn-tollsten-kniffe-gegen-das-coronavirus

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Tintifax der ... Druide!

30. Juli 2020, 13:24:52
Beim Video mit dem Kuh-Urin rollen sich einem die Zehennägel bis zu den Kniescheiben auf! Täuscht der Eindruck im Video eigentlich oder trinken das nur Männer?


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GWS

Also der Knoblauchtee funktioniert wohl schon. Allerdings nicht als Therapie, sondern zur Prävention.
Da werden dann Abstände von 5 Babyelefanten ganz freiwillig eingehalten.


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #166 on: August 01, 2020, 07:57:23 PM »
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[...] Paris – Wegen steigender Infektionszahlen hat Frankreichs Regierung den örtlichen Behörden mehr Spielraum bei der Maskenpflicht gegeben. Um die Ausbreitung von Covid-19 einzuschränken, könnten die Präfekturen nun die Maskenpflicht auf öffentliche Plätze ausdehnen, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Freitag. Diese Entscheidung könne je nach Gesundheitslage getroffen werden.

Die Präfektur von Lille reagierte sofort und kündigte für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone an. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend. Eigentlich sind in Frankreich Masken nur in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr Pflicht. Das sind zum Beispiel Geschäfte, Restaurants und Behörden. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Menschen eine Corona-Schutzmaske tragen.

Einige Städte – etwa in der Bretagne – hatten bereits eigenmächtig eine Maskenpflicht an der frischen Luft eingeführt. Andere Orte wie zum Beispiel die Hafenstadt Quiberon haben den Zugang zum Strand eingeschränkt. Abends und in der Nacht ist dieser nicht mehr zugänglich. Auf der Halbinsel in der Bretagne hatten Behörden zuletzt sehr viele Fälle identifiziert. Verantwortliche auch in anderen Badeorten wie Sables-d'Olonne oder Biarritz an der Atlantikküste hatten moniert, dass sich an den Stränden abends junge Menschen in großen Gruppen treffen würden.

In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit einigen Wochen wieder leicht. Die Gesundheitsbehörden rufen immer wieder zur Vorsicht auf. Am Pariser Seine-Vergnügen Paris Plages können sich Besucher zum Beispiel kostenlos mit einem Schnelltest auf Corona testen lassen. Mit mehr als 30.000 Toten ist Frankreich schwer von der Corona-Pandemie betroffen. (APA, dpa, 31.7.2020)


Aus: "Frankreich setzt vermehrt auf Maskenpflicht an frischer Luft" (31. Juli 2020)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000119087731/frankreich-setzt-vermehrt-auf-maskenpflicht-an-frischer-luft

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404 not found

In Gedrängesituationen draußen lass ich es mir einreden. Demos. Stark besuchte Märkte. Neulich am Flohmarkt eine Maske getragen (wie recht viele Leute), weil sinnvolle Abstände nicht gingen, da ist es sicherlich nicht verkehrt.
Aber bei einem Spaziergang auf z.B. der Meidlinger nicht.
Ich glaube (ich kann mich natürlich aber auch täuschen), dass der Abstand wichtiger ist als die Maske (z.B. bisher hervorragend gute Zahlen in Finnland), die Maske aber ein wichtiges Hilfsmittel dort ist, wo notwendiger Abstand nicht geht.


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HellMet1959 Österreicher 2

?? Ende August ??
?Lockdown in Deutschland angeblich schon beschlossen,3-6 Monate warum suchen die da OBEN immer neue Fälle? Damit sie den Lockdown rechtfertigen können. Liebe Menschen erhebt euch gegen diese Lügen. ...


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philhill

Und mit welchem Motiv?


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K. Fiedelbogen

Damit Merkel, die ganz klar eine Agentin der Reptiluiden ist, die Invasion ihrer Spezies vorbereiten kann natürlich.


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #167 on: August 01, 2020, 08:28:00 PM »
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Lexi Alexander @Lexialex
I just watched German news about their protest yesterday and if there ever was a perfect case study on how the far right recruits, it’s this moment in Germany. They’ve managed to get the Birkenstock Moms & tree people to walk right next to full blown Nazis. It is mind blowing...

...and unlike here in the US where you can often blame anti-science opinions on a lack of education, Fox News and a large Evangelist cult, this is not the case in Germany. There was a large number of Germans present who went to good schools and aren’t religious.

... I just went down the rabbit hole of one of those lunatics. Loud objections to being called a Nazi followed vile racist anti-refugees tweets, followed by RTs of Trump, followed by QAnon tweets, followed by many links to YouTube COVID deniers, followed by use of “Lügenpresse“

...

4:24 PM · Aug 2, 2020

https://twitter.com/Lexialex/status/1289930094668963843

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Zooz @TahiniBoy Replying to @Lexialex
You might find this interesting.

Gefährliche Allianz: Grüne Esoterik und braune Philosophie? | DokThema | Doku | BR, Autor: Susanne Roser (Aug 27, 2019)
Diese Dokumentation aus dem Jahr 2017 berichtet über die deutsche Esoterikszene, an deren Rändern sich antisemitisches und braunes Gedankengut vermischen.
Die Esoterikszene ist für manche vielleicht etwas verwunderlich: Sie glaubt an Übernatürliches, predigt Liebe und fordert die Rückbesinnung auf altes Wissen. Die meisten halten sie für unpolitisch. Aber ist sie das wirklich? Bei genauem Hinsehen findet man in dieser Szene auch politische Inhalte und immer öfter sogar extremes und antisemitisches Gedankengut.

https://youtu.be/k75BqMKAgyM


https://twitter.com/TahiniBoy/status/1289935650058383363

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Hanning Voigts@hanvoi

Kurz aus dem Urlaub: Warum die Verwunderung über die Zusammensetzung der Corona-Demo in Berlin „von Nazis über Normalos bis hin zu Alt-68ern“? So sahen die „Hygiene-Demos“ seit März aus. Und diese diffuse Verschwörer-Querfront besteht seit den „Montagsmahnwachen“. Die waren 2014.
8:17 PM · Aug 3, 2020

... Diese Szene gedeiht seit Jahren vor unser aller Augen. Mit dem „Friedenswinter“ und „Aufstehen“ hatte sie eine eher linke, mit den Reichsbürgern und den Völkischen eine rechte, mit den Impfgegnern eine bildungsbürgerliche Front. Das ist doch alles nicht neu.

Und das, was sie alle im Kern politisch vereint, ist neben dem generellen Irrationalismus das Denken in Verschwörungsmythen und der mal besser, mal schlechter versteckte Antisemitismus. ...

...

https://twitter.com/hanvoi/status/1290351120930439173

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dunjahayali Verified
#demo #berlin

machen sie sich ihr eigenes bild...#B0108 #covid19 #corona #impfgegner #verschwörungsideologien #rechtsradikale #yogisten #sonnenanbeter #linksaußen #freiheitsrechte #diktatur #grundgesetz #maskenpflicht #abstandhalten #reichsbürger #qanon #esoteriker und viele mehr. den „tag der freiheit“ - zu sehen donnerstag 22.15 uhr #dunjahayali

[Video]


https://www.instagram.com/tv/CDWiV-oqlDG/

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Annapurna

Ein Schrei nach Freiheit und Würde war es, der sich in diesem geschichtsträchtigen Moment der durch soziale Distanz geknechteten Seelen von 1,4 Millionen Menschen entrang. Was sollte denn ein solches Schnupfenkeimchen dem homöopathisch gestählten Volkskörper antun, was rechtfertigen würde, dass Milliarden weltweit unter der Knute der Gesichtswindel ächzen müssten?

Steckt die Ostküste hinter diesem weltweiten linksfaschistischen Staatstreich? Ist es Big Pharma? Kommt in Frau Merkel wieder der Stalinismus durch, in dem sie aufgewachsen ist? Was geht das ganze überhaupt Bill Gates an? Verseucht die Zwangsimpfung mit ihren Genen das bodenechte Blut?

Das sind die Fragen, die des Volckes Seele durchwabern, und die Lückenpresse stellt und beantwortet sie nicht!


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Dr. Chrilly Donninger

Dunya Halali wollte offensichtlich einen Zwischenfall provozieren
Ist ihr nicht gelungen. Die Szenen die ich gesehen haben waren ziemlich harmlos. Man hat ihr "Lügenpresse" zugerufen. Sollte man als Profi aushalten. Von körperlicher Bedrohung oder gar direkter Gewaltanwendung habe ich nichts gesehen.
Soweit ich das Gesehen habe war die Demo angesichts der großen Anzahl von Teilnehmern recht friedlich. Und so weit ich es gesehen habe waren die Teilnehmerprimär vom Typ "Joga-Lehrerin" und nicht pöhsze Nazis.


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moma123

Das mag schon sein, nur wenn ich die Reichskriegflagge bei der Demo wehen sehe, gehe ich nicht mit, egal Worum es bei der Demo geht.


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Green.L

Die meisten Telegramm-Gruppen dieser Darsteller sind ja öffentlich und ohne Anmeldung sichtbar.
Schaut mal rein. Und ihr werdet vermutlich ebenso schockiert sein wie ich. Das ist einfach nur Hirnbrei. Als hätten alle den Verstand verloren. Wie ein Affenkäfig.


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Putintroll

Echt schräg, dass man glaubt den Widerstand gegen die gesetzeswidrigen, destruktiven, möglicherweise unwirksamen Corona-Maßnahmen totschweigen zu können. Das autoritäre Regime ist wirklich gruselig.


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Des is so - und nicht anders..

.. naja .. jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung aber irgendwo sind Grenzen. Meiner Meinung nach sollten Schulen, Medien und die soziale Gruppe als Ganzes viel mehr Aufklärung betreiben ... Es darf nicht sein dass im Jahre 2020 irgendwer glaubt - die Erde sei flach, Echsenmenschen gibt es wirklich oder Covid 19 ist nur Phantasie ... und dergleichen!


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ganz toll

Vielleicht können wir uns zumindest darauf einigen, dass nicht nur Nazis demonstriert haben und wir nicht in einer Diktatur leben? :)


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bishierher

hört mal auf millionen von menschen in europa die unzufrieden sind mit den regierungen u der corona politik als idioten u rechtsradikale zu diskreditieren!


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max9835

Dann sollen die eigene Demos machen und sich nicht den Rechtsextremisten anschließen.


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Marquis de Sade

schon je den Fall erlebt, dass jemand, der solche Theorien selbst verbreitet seine Meinung hier im Forum, auf Twitter auf Facebook,... ändert? Selbst, wenn derjenige mit Fakten konfrontiert wird? Ich nicht. Die haben ihre eigenen "Fakten". Und wenn die Beweise fehlen, werden einfach die des anderen als "fake news" bezeichnet.


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Ted2Ted

Die Rechnung geht auf. Trump macht's vor. Das Konzept ist das gleiche. Lügen und destabilisieren. Alternative Wahrheiten prägen sich ein, wenn sie jemand nur oft genug wiederholt.


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avpr1a

Ein gewisser (eher kleiner) Teil der Bevölkerung ist simpel querulantisch und ist leicht paranoid. Das dieser Teil eher an den politischen Ränder beheimatet ist die für sich reklamieren "gegen das System" zu kämpfen ist auch nicht weiter verwunderlich. Und genau dieser Kampf gegen das System führt zu der skurrilen Situationen das links und rechts gemeinsam demonstrieren.


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Fonque

Mittlerweile glaub ich nicht, dass das ein geringer Teil ist. Wenn sogar im eigenen Familienkreis schwurblereien von servus TV + co verteilt werden...


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TheCheeseStandsAlone

Einfach furchtbar, dass es Menschen gibt die einfach nicht merken, das sie bei eine Thema keine Ahnung haben und sich in komplett abstrusen Hirngespinsten verheddern. Dann sind sie noch mit genug Egoismus ausgestattet um zu meinen, dass die Gesundheit der Allgemeinheit unter deren Luxusbedürfnissen steht. Bis halt vielleicht einer in der eigenen Familie daran stirbt.


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odomonetas

Verwirrende Zeiten. Sind gegen Nazis und Diktatur und trotzdem rechts.


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Willkommensklatscher

Die 153.000 Covid-Toten in den von Donald "Corona ist ein Hoax" Trump regierten USA sind alles genauso Statisten einer riesengroßen Weltverschwörung
wie die zigtausend Toten in der Lombardei, in Ost-Frankreich, in Spanien, in Großbritannien, in China, in Jair "Corona gibt´s gar nicht" Bolsonaros Brasilien?

Aber gut, wer Merkel als Diktatorin und Putin, Orban und Trump als Demokraten bezeichnet, dessen politisches Koordinatensystem ist im wahrsten Sinne des Wortes ver-rückt.


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Kärnten2020

Bin ich der Einzige der sich denkt, in welcher Zeitschleife bin ich da nur falsch abgebogen?
Ich dachte die Menschheit wird mit der Bildung, den Jahren des Friedens und der Technologie intelligenter, aber das grenzt nur noch an Idiocrazy ... die Teilnehmer an der Demo und der Moment wo Trump die nächste Pressekonferenz abhält,...
Ich geh der ÖVP was spenden, Gott braucht das Geld.


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iglaubsned

sehr sehr einfach ... nimmt jemand denn auch wahr, dass ein Ken Jebsen auch linke Ikonen wie Jean Ziegler oder den Popstar der Neurobiologie Gerald Hüther als Interviewpartner vorweisen kann? Sind das dann auch automatisch rechte verschwöhrungstheoretiker? überlegen sich die denn nicht, wem sie ein Interview geben? Oder setzen sich solche Menschen wirklich mit der Grundhaltung eines Gegenübers auseinander? Traurige Berichterstattung ist und bleibt es hier....




Kommentare zu: https://www.derstandard.at/story/2000119143558/wer-hinter-der-anti-covid-demo-in-deutschland-steht

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[...] Mehrere Tausend Menschen haben seit dem Vormittag in Berlin gegen die Corona-Politik der Bundesregierung demonstriert. Ein erster Aufzug von laut Polizei 17.000 Menschen bewegte sich über mehrere Stunden durch Straßen der Innenstadt Richtung Straße des 17. Juni. Trotz steigender Infektionszahlen in Deutschland wollten sich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ein Ende aller Auflagen einsetzen.

Am frühen Nachmittag teilte die Polizei mit, der Aufzug durch die Stadt sei durch den Veranstalter bereits auf der Straße Unter den Linden Richtung Brandenburger Tor vorzeitig beendet worden. Gegen den Versammlungsleiter sei Strafanzeige gestellt worden, teilte die Polizei mit, wegen Nichteinhalten der Hygieneregeln. Dennoch bewegten sich viele Menschen weiterhin Richtung Brandenburger Tor und Straße des 17. Juni, wie auch Video-Livestreams zeigten.

Dort an der Siegessäule begann am Nachmittag eine Abschlusskundgebung. Cheforganisator Michael Ballweg sprach nach Angaben von Reportern anfangs von 20.000 Teilnehmern, diese Zahl nannte auch die Polizei. Später war seitens der Redner auf der Kundgebungsbühne an der Siegessäule von 1,3 Millionen Menschen die Rede. "Wir wollen Freiheit", und "Wir bleiben hier", skandierten die Teilnehmenden und setzten sich als Zeichen des Protestes auf den Boden. Der Zugang zu dem Bereich vom Brandenburger Tor her war für Teilnehmende wegen des großen Andrangs erschwert, viele Menschen gelangten erst auf Umwegen durch den Tiergarten zum Kundgebungsort.

Redner forderten von der Bühne aus die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, sich im Tiergarten zu verteilen, um die Corona-Abstandsregel einzuhalten. Weil die Demonstranten weder Mundschutz trugen, noch die Abstandsregeln konsequent einhielten, verkündete die Polizei schließlich, die Kundgebung aufzulösen. Die Teilnehmenden quittierten das mit Buhrufen und pfiffen. Mehrere Vertreter der Veranstalter wurden durch die Polizei unter Protestrufen von der Bühne geholt. Als sich einer dagegen wehrte, setzten sich die Beamten mit Körpereinsatz durch.

Laut Polizei war es schon am Mittag Unter den Linden "ziemlich voll geworden". Die Teilnehmer seien auf ausreichende Abstände und das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung hingewiesen worden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte schon zuvor gemahnt, er erwarte, dass jeder Teilnehmer die Regeln beachte und sich verantwortungsvoll verhalte.

Für die Kundgebung unter dem Motto Das Ende der Pandemie – Tag der Freiheit waren laut Polizei 10.000 Teilnehmer angemeldet. Aufgerufen dazu hat die Initiative Querdenken 711 aus Stuttgart. Für Sonntag sind weitere Demonstrationen angekündigt, unter anderem am Brandenburger Tor und im Mauerpark.

Bundesweit wurde für die Demonstration mobilisiert, Teilnehmende sind mit Bussen angereist. Auch Neonaziorganisationen hätten zur Teilnahme aufgerufen, sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD). Auch rechte Symbole, etwa die Reichsflagge, waren an mehreren Stellen der Demonstration offen zur Schau getragen worden. Im Zentrum und anderen Bereichen versammelten sich auch zahlreiche Gegendemonstranten.

In Stuttgart hat die Initiative Querdenken 711 bereits wiederholt demonstriert. Kritiker dieser Proteste befürchten eine Vereinnahmung durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten. Die Gewerkschaft ver.di sprach von einem rechtsextremen Bündnis.

Geisel hatte von einer "besonderen Herausforderung" für die Polizei gesprochen. Bei Verstößen gegen die Abstandsregeln und die Maskenpflicht würden gegebenenfalls Bußgelder verhängt. 

Insgesamt sind nach Angaben Geisels an diesem Wochenende etwa 80 Veranstaltungen in Berlin angemeldet, zu denen etwa 22.000 Teilnehmende erwartet werden. 1.500 Polizeibeamte sollen im Einsatz sein. Zu einer Kundgebung auf dem Platz des 18. März am Brandenburger Tor am Nachmittag sind laut Polizei 3.000 Menschen angemeldet. Sie wollen sich für Frieden, Meinungsvielfalt und Demokratie stark machen. Auch mehrere kleinere Demonstrationen muss die Polizei am Wochenende in der Hauptstadt begleiten – und daneben Partys in Parks im Blick behalten.

Eine ebenfalls für Samstag angemeldete Veranstaltung des Verschwörungstheoretikers Attila Hildmann war im Vorfeld unter anderem wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung untersagt worden. Es war das zweite Verbot einer Hildmann-Kundgebung in Folge.


Aus: "Polizei löst Corona-Kundgebung in Berlin vorzeitig auf" (1. August 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-08/anti-corona-demonstration-berlin-coronaleugner-querdenken-711-rechtsextremismus-abstandsregel

https://www.tagesspiegel.de/berlin/500-000-menschen-sollen-kommen-coronaskeptiker-und-rechtsextreme-rufen-zu-grossdemo-in-berlin-auf/26045322.html

Demo Berlin live: "Querdenken 711" fordert "Das Ende der Pandemie - Tag der Freiheit" (Epoch Times Deutsch)
https://www.youtube.com/watch?v=6B7MoFME5zc

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Igor Stern #9

‪In einem demokratischen Rechtssystem haben auch Spinner und Irre das Recht ihrer Meinung kund zu tun, ohne dafür verhaftet zu werden. Wenn sie dabei für alle geltende Regeln einhalten. ‬
Ob man sich deren Hirngespinste antun will, muss jeder für sich entscheiden. ...


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Kriegsminister #7

Ich bin Verdi Mitglied, wähle seit 1990 Die Linke und unterstütze die anliegen dieser Demo.


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OverTheHills #7.29

Sie unterstützen Demos, bei denen Nazi-Parolen gegrölt werden?
https://www.tagesspiegel.de/berlin/coronaleugner-protestieren-in-berlin-demonstranten-ziehen-durch-mitte-ohne-masken-ohne-abstand/26054576.html
Als angeblicher Linker laufen Sie unter der Reichsflagge? Erzählen Sie doch nicht, dass Sie links sind!


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psychologic #7.4

Das mag ja sein, aber das kann ja nicht der Grund sein, biologische und medizinische Fakten zu leugnen (auch wenn Sie sich in Ihrem Leben vielleicht nur sehr wenig damit beschäftigt haben).


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Karl-Heinz Groenewald #7.54

Ist das bei Ihnen Ignoranz oder schlichtweg Dummheit?


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Gertrud. die Leiter #7.39

"Tja, auch Linke machen Fehler, ich weiß das, ich bin selber einer..."

Ja, ich auch, und zur Zeit machen viele Linke gerade eine Menge Fehler. Zum Beispiel jeden, der eine andere Meinung vertritt, als rechts zu bezeichnen.


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jstawl #7.55

Dann demonstrieren Sie halt mit Leuten, die sie bei einer Machtergreifung nicht mehr zu einer Demo lassen würden.



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regilot #8

Fraglich, ob der aufgeklärtere Teil der Bevölkerung diese Ignoranten noch überkompensieren kann.
Mit dabei natürlich die Crème de la Crème: Reichs(kriegs)flaggen schwenkende Supi-dupi-Patrioten, die an anderer Stelle gerne mal ganz schnell andere Grundrechte, z. B. das auf Asyl, ausgesetzt sehen wollen.
Alles in Allem: zum Fremdschämen. Und das in einem Land, das mit am wenigsten Beschränkungen zu ertragen hatte.


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Useldinger #20

Also in meinem recht bunten Feundes-, Familien- und Bekanntenkreis (von Teenagern bis Greisen, Linken bis Konservativen) kenne ich niemanden, der die noch bestehenden Einschränkungen nicht für ein notwendiges Übel hält und das Ganze pragmatisch regelt. Spaß hat natürlich keiner an der Maske. Ich selber hab schon mehrfach vergessen eine einzustecken und konnte erstmal wieder vom Supermarkt nach Hause latschen :-) Gibt schon seltsame Subkulturen, die heutzutage halt besser zueinander finden...


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Ichweißesdochauchnicht #24

Ich fürchte so langsam, da hilft nur eines: Selber krank werden. In meiner Heimatzeitung schildern Erkrankte und Genesene ihren Verlauf. Wobei das "genesen" mit Vorsicht zu genießen ist, die Leute haben immer noch schwere Probleme. Vielleicht sind die Demonstranten mutig und lassen sich freiwillig anstecken? So ein bisschen Atemnot und Lungenfehlfunktion ist doch ganz cool ...


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Buergerfreund #24.1

Was hatten die denn ? Hier wird alles unter dem Deckmäntelchen Cororna verkauft, jede Grippe oder andere Erkrankungen alles Corona.


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Dr. Econ #24.2

Sehen Sie: Das ist das Problem.

Ein Haufen dummer Menschen, die unzureichend informiert und/oder politischen Ideologien und verquasten Verschwörungserzählungen aufgesessen sind, stellen leider eine erhöhte Ansteckungsgefahr auch für die da, die genug Hirn und Verstand haben, sich nicht dem maximal egoistischen Hedonismus hinzugeben, sondern sich aus Rücksicht auf die Gemeinschaft an ein paar ernsthaft betrachtet kaum einschränkende Regeln halten. Vielleicht war es schon lange nicht mehr derart eine Frage des Überlebens, von wieviel dummen Menschen man umgeben ist...


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[...] Sie sind früh aufgestanden. Haben ihre Deutschlandfahnen eingepackt und bunt bemalte Transparente. „Jesus lebt!“, lernen Zuschauer. Und dass die „Corona-Rebellen Düsseldorf“ nach Berlin gekommen sind. Außerdem dass Angela Merkel und der Chef des Robert-Koch-Instituts hinter Gitter gehörten: „Sperrt Sie weg!“, steht auf einem Plakat.

Und Bill Gates, der habe das Virus entwickelt. Es sind laut Polizei bis zu 20.000 Protestierende, die am Sonnabend im Herzen Berlins gegen die wenigen verbliebenen Corona-Regeln und für verschwörungsideologische Weltbilder protestieren. Erst in Party-, später mit Umsturzstimmung.

Gegen elf Uhr schon sammeln sich hunderte Menschen Unter den Linden, Sonnenschein, warme Stadtluft. Maske trägt kaum jemand, Passanten und Journalisten werden aufgefordert, ihre abzunehmen. Gesicht zeigen, schreien sie. Dicht an dicht drängen sich die Protestler. Abstandsregeln sind nicht nur schwierig einzuhalten, sondern den meisten hörbar egal.

In den Bahnen Richtung Innenstadt ist es eng – kaum jemand trägt Maske, viele Berlin-Erinnerungsselfies werden gemacht. Klatschen, Pfeifen, Johlen und Singspiele mitten in der Hauptstadt. „Lasst euch nicht von der Regierung spalten!“, ruft eine Rednerin in der Nähe des Brandenburger Tors in ihr Megafon. Von einem anderen Wagen fragt ein Mann: „Wollt ihr alle Party machen?“

Jemand wirft Süßigkeiten vom Wagen wie beim Karneval. Die Menge johlt: „Berlin, Berlin! Wir ziehen durch Berlin!“ Und, prophetisch: „Wir, wir, wir sind die zweite Welle!“

Es sollte ihr „Tag der Freiheit“ werden. Sie wollten das Ende der Pandemie feiern – während die Covid-19-Infektionszahlen steigen, Wissenschaftler vor der zweiten Welle warnen. Ursprünglich hatten die Organisatoren 500.000 Menschen angekündigt, sie hatten in ganz Deutschland mobilisiert.
Die 20.000 Teilnehmer, die letztlich dabei sind, sind schwer unter einen Hut zu bringen: Viele ältere Menschen mit schwäbischem Zungenschlag, muskulöse Jungmänner in Partystimmung, Frauen mit esoterischen Schildchen, aber auch Familien mit Kindern und Rechtsextremisten aus der Reichsbürgerbewegung und Kader der NPD.

Vereinzelt sind Hakenkreuztattoos zu sehen, schwarz-weiß-rote Reichsfahnen wehen. Niemand stört sich daran. Die Protestler eint das Misstrauen gegen Medien, Politik, der Glaube an alternative Wahrheiten.

Torstraße, 13:45 Uhr. Auf einem Wagen steht ein Mann im Superman-Kostüm. „Warum ist alles verboten, was Spaß macht?”, ruft er. Die Corona-Verordnungen würden die Clubszene zerstören und jeder, der etwas dagegen habe, werde kriminalisiert. Neben ihm legt ein „Captain Future” Musik auf.

Der Mann mit Superhelden-Cape ist schon seit den ersten „Hygienedemos” im April dabei. Am Rand der Demonstrationsstrecke stehen Gegendemonstranten mit Mundschutz, sie halten meist Abstand. Wortgefechte. „Maske runter, Gesicht zeigen!“, rufen die einen. „Nazis raus!“, brüllen andere.

Die Polizei berichtet bis zum frühen Nachmittag von einem ruhigen Verlauf. Die beständigen Verstöße gegen die Hygieneauflagen werden mit Lautsprecheransagen beantwortet. Eine Teilnehmerin mit Hakenkreuztattoo und ihr Begleiter, der für ein antisemitisches Schriftstück wirbt, marschieren unbehelligt mit. Journalisten werden angespuckt und bedroht.

Sawsan Chebli (SPD), Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement, schreibt unter dem Eindruck der Videos von tausenden Protestlern auf Twitter: „Viele blicken nach Deutschland, bewundern uns dafür, wie wir mit Corona umgegangen sind. Solche Bilder sind eine Katastrophe. Sie zerstören alles.“ Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bezeichnet die Corona-Proteste am Abend als „irre“ angesichts steigender Infektionszahlen weltweit.

Erst kurz vor Ende des großen Demonstrationszuges hatte die Polizei genug. Um kurz vor 15 Uhr muss der Veranstalter beenden, ein Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen den Infektionsschutz läuft. Die anschließende Großdemonstration der Corona-Protestler findet trotzdem auf der Straße des 17. Juni statt – zumindest kurzzeitig.

Tausende stehen dort ohne Mundschutz und präsentierten sich als jubelnde Fanschar falscher Fakten: Von einer Bühne verkünden die Veranstalter eine ausgedachte Teilnehmerzahl von 1,3 Millionen Menschen, die selbst diverse Falschmeldungen im Internet bei weitem übersteigt, „Mainstreammedien“ werden verdammt, Polizisten zur Befehlsverweigerung aufgerufen, sollte geräumt werden. Merkel werde abtreten müssen, ruft ein Redner, wenn die Veranstaltung beendet würde. Staatsstreichstimmung.

Die Laune kippt endgültig, als ein Polizist gegen 17 Uhr das Ende der Demonstration wegen dauerhafter Verstöße gegen die Hygieneregeln verkündet. Minutenlange Buhrufe, die Stimmung wird aggressiv, Demonstranten skandieren „Widerstand!“, einige brechen zur eigentlich gesperrten Reichstagswiese durch.

Nach und nach treten dann aber doch die Meisten den Heimweg an. Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagt am Abend: „Wer glaubt nach Berlin kommen zu können, um hier die geltenden Regeln zu brechen, hat sich geirrt.“ Die Polizei habe auf Verstöße gegen die Demonstrationsauflagen „angemessen und professionell“ reagiert. Deshalb sei darauf hingewirkt worden, den Demonstrationszug zu beenden.

Ein harter Kern aus Hunderten meist Männern feiert dagegen recht ungestört von der Polizei in den Abend hinein. Taucht die Polizei auf, setzen sich die Demonstranten auf den Boden, rufen „Haut ab“.

Durch Parks und Straßen von Berlin-Mitte laufen versprengte Gruppen. Gegen 19 Uhr ruft ein Mann einer Gruppe behelmter Polizisten zu: „Ihr denkt, ihr werdet verschont von den Tribunalen? Werdet ihr nicht!“ Er steht auf der Straße des 17. Juni.


Aus: "„Ihr denkt, ihr werdet verschont von den Tribunalen? Werdet ihr nicht!“"  Julius Betschka, Christoph Kluge, Julius Geiler (01.08.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/coronaleugner-demonstrieren-in-berlin-ihr-denkt-ihr-werdet-verschont-von-den-tribunalen-werdet-ihr-nicht/26058200.html

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[...] Bei der Auflösung der Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin sind am Samstag mindestens 18 Polizeibeamte verletzt worden. Drei Polizisten mussten im Krankenhaus behandelt werden, wie die Polizei am frühen Morgen über Twitter mitteilte. Auf Nachfrage von ntv.de sagte ein Sprecher, die Polizei sei noch dabei, eine abschließende Bilanz des Einsatzes zu ziehen. Intern sei aber bereits von einer höheren Anzahl an verletzten Beamten die Rede. Im Laufe des Tages will sich die Polizei nochmals zum Ablauf äußern. ...


Aus: "Mindestens 18 verletzte Polizisten nach Demo" (Sonntag, 02. August 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Mindestens-18-verletzte-Polizisten-nach-Demo-article21947426.html

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[...] Vielleicht waren es 17 000 Teilnehmer, vielleicht 20 000, vielleicht auch etliche mehr. Darauf kommt es im Grunde gar nicht an. Die Idee, die hinter jeder Demonstration steckt - egal, ob es um Klimaschutz, Hartz IV oder Corona geht -, wird stets von viel mehr Menschen geteilt als nur von jenen, die die Mühe des Plakatebastelns, des An- und Abreisens, des stundenlangen Mitlaufens, des Fahrschein- und Essenkaufens auf sich genommen haben. Wenn also eine wohl fünfstellige Anzahl von Menschen am Samstag die Straße des 17. Juni in Berlin bevölkert hat, muss man befürchten, dass zum Ausdruck gebracht wurde, was Hunderttausende umtreibt; mindestens.

"Befürchten" ist deshalb der passende Ausdruck, weil sich eine Frage ja aufdrängt nach dieser Demo: Was wird eigentlich los sein in diesem Land, falls das Virus die dort ausgesprochene Einladung dankend angenommen hat? Falls es auch deshalb demnächst zu einem zweiten Lockdown kommen sollte - an den sich dann aber eine nennenswerte Minderheit nicht halten mag?

Immer wieder ist ja erstaunlich, wie viele Menschen stolz darauf sind, nichts zu kapieren. Wenn ein solcher Stolz indes dazu führt, dass sie sich selbst sowie Polizisten, Passanten und überhaupt die Allgemeinheit in Gefahr bringen, werden die Behörden zu prüfen haben, ob sie eine solche Zusammenkunft künftig nicht vorher untersagen müssen. Das aber ist nur der sozusagen administrative Teil des Problems.

Der andere, viel größere ist: Die Demonstranten haben dem weitaus überwiegenden Teil der Gesellschaft eine Aufgabe gestellt, auf die diese keine Antwort hat. Man kann rational darum ringen, welche Freiheiten vorübergehend beschränkt werden sollen und welches Risiko gewagt werden muss. Doch wie nur geht man mit Menschen um, deren Demo-Aufruf ernsthaft den Titel "Das Ende der Pandemie" trägt?

Ein Teilnehmer sagte einer ZDF-Reporterin, die Infektions- und Todeszahlen stimmten nicht, "man" wisse das doch mittlerweile. Für diese Art des "Diskutierens" hat der Evolutionsbiologe Carl Bergstrom von der University of Washington im Guardian eine Metapher gewählt: "Statt dass alle Hände an Deck helfen, bestreitet das halbe Schiff, dass es überhaupt sinkt. Viele Leute stehen mit der Taille im Wasser und sagen, alles ist gut."

Wie man die Aufgabe ganz bestimmt nicht löst, hat am Wochenende Saskia Esken gezeigt. Die Twitter-Aktivistin, die auch SPD-Vorsitzende ist, belegte die Demonstranten mit dem zurzeit modischen Schimpfwort "Covidioten". Jeder hat das Recht, dies zu denken und zu sagen. Es möge sich aber jeder auch in die Lage der so Bezeichneten hineinversetzen: Würde man selbst noch auf ein Gespräch mit jemandem Wert legen, der einen öffentlich als "Idiot" bezeichnet hat?

Bei jeder Demo laufen nicht nur die Fanatiker mit, sondern immer auch die Zweifelnden, die nicht endgültig Entschiedenen. Schon der Augenschein offenbarte am Samstag eine neuartige, seltsame Querfront. Vor einem halben Jahr hätte man es wohl nicht für möglich gehalten, "Lügenpresse"-Schreier, Verschwörungsfantasten, Yoga-Lehrerinnen sowie Deutsches-Reich- und Regenbogenfahnen gemeinsam auf der Straße zu entdecken. Wer solchen Menschen die Suche nach einem gemeinsamen Gegner erleichtern und deren Band untereinander noch enger knüpfen will, der schreibt als Vorsitzende einer Regierungspartei einen solchen Tweet.

Beschimpfungen führen nur dazu, dass sich die Gesellschaft noch weiter spaltet - und dass die Skeptiker, die Labilen, die Frustrierten erst recht dazu neigen, sich bei Facebook, Google und Youtube ihre Gewissheiten zu suchen. Wer verhindern will, dass beim nächsten Mal statt 17 000 vielleicht 70 000 Menschen auf die Straße wollen, der schreibt sich Michelle Obamas Motto hinter die Ohren: "When they go low, we go high" - wenn die anderen das (Diskussions-)Niveau senken, heben wir es.

Wie geht das? Die eine großartige Idee dazu existiert nicht. Es gibt aber viele kleine Ideen, die zusammen etwas bewirken können: Journalisten, Politiker und Wissenschaftler könnten noch transparenter machen, wie sie arbeiten. Schulen und Volkshochschulen könnten den Leuten zeigen, wie man Quellen prüft, also die vertrauenswürdigen von den aufwiegelnden unterscheidet. Facebook, Twitter und Youtube könnten - zum eigenen Wohl - endlich all den Scharlatanen den Saft abdrehen, die sich bei ihnen breitmachen. Denn sollte es denen eines fernen Tages gelingen, die Demokratie zu schleifen, werden sie danach als Erstes der freien Rede bei den Netzwerken, also deren Geschäftsmodell, das Ende bereiten. Und in der Justiz sollten sich alle jene Ermittler zum Vorbild nehmen, die bereits jetzt intensiv gegen Verbreiter von Hass vorgehen. Ja, etliche von ihnen sind für die Demokratie vorerst verloren. Aber um die Hadernden lohnt es sich jeden Tag zu kämpfen.


Aus: "Um die Zweifler lohnt es sich zu kämpfen" Kommentar von Detlef Esslinger (2. August 2020)
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-demonstrationen-berlin-1.4986330

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[...] Das Foto zeichnet das beeindruckende Bild einer Massenbewegung. Dicht an dicht stehen tausende Menschen auf der Straße des 17. Juni. Vom Brandenburger Tor bis zur Siegessäule ist kaum ein Millimeter Asphalt zu erkennen. Triumphierend wird diese Aufnahme gerade auf Facebook, Twitter und in Messenger-Gruppen der Corona-Demonstranten vom Wochenende geteilt.

Nur ist dieses Bild nicht während des Corona-Protests entstanden, sondern bereits vor 19 Jahren: zur Loveparade 2001 – als angeblich insgesamt eine Million Menschen auf der völlig überfüllten Straße des 17. Juni tanzten. Das Foto ist fast zwei Dekaden nach seinem Entstehen zu einer Waffe in einem Zahlenkrieg geworden, der nicht neu ist, aber immer bizarrere Ausmaße annimmt.

In der Spitze sollen laut Polizei rund 20.000 Menschen bei der Abschlusskundgebung der Corona-Proteste am Samstag teilgenommen haben. Zuvor sollen bei einem Protestzug Unter den Linden rund 17.000 Menschen mitmarschiert sein. Diese Zahlen hatte auch der Tagesspiegel mit Bezug auf die Polizei übernommen.

Die Veranstalter von „Querdenken711“ dagegen sprechen von 800.000 oder mehr als 1,3 Millionen Menschen, die an der Demonstration teilgenommen haben sollen. Sie werfen Medien, die die Zahlen der Polizei übernehmen, und der Polizei selbst Falschberichterstattung vor. Wie sie ihre Zahlen errechnet haben wollen, geben die Veranstalter nicht an. Teils wird ein gefälschter Tweet der Polizei als Beleg angegeben.

Die Polizei teilt auf Tagesspiegel-Anfrage mit, es seien Übersichtsaufnahmen durch einen Hubschrauber gemacht worden. In der Einsatzleitstelle hätten erfahrene Beamte aufgrund der Aufnahmen die Zahl der Teilnehmer geschätzt. So passiert es mittlerweile bei fast allen größeren Demonstrationen.

Mutmaßungen nach weit höheren Teilnehmerzahlen, die noch am Samstagabend auf der Bühne verkündet wurden und etwa auch vom AfD-Bundesvorstand Stephan Protschka und mehreren Berliner AfD-Abgeordneten verbreitet wurden, wies die Behörde explizit zurück: „Eine exorbitant höhere Zahl, die laut verschiedener Tweets durch uns genannt worden sein soll, können wir nicht bestätigen“, twitterte die Pressestelle der Behörde.

Für die Polizei ist ein Überblick über das Demonstrationsgeschehen und die Zahl der Teilnehmer aus einsatztaktischen Gründen wichtig. „Wir richten danach die Steuerung unserer Kräfte aus“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Die Polizei versuche so, die Menschenmassen zu leiten, mögliche Engpässe schnell zu entlasten. Die Aufnahmen würden allerdings weder gespeichert noch veröffentlicht. Dies sei nicht ohne Weiteres erlaubt.

Für die Veranstalter haben die Zahlen eine ganz andere Relevanz: Je mehr Menschen auf eine Demonstration gehen, desto größer der Erfolg für die Organisatoren. Hohe Teilnehmerzahlen sollen Bedeutsamkeit vermitteln, politischen Forderungen Relevanz verleihen.

Dass diese Angaben zwischen Polizei und Veranstaltern variieren, passiert deshalb fast bei jeder größeren Demonstration. Meist schätzen die Veranstalter die Zahlen deutlich höher ein, als die Polizei. Wer letztlich recht hat, lässt sich oft nur schwer belegen. Es lassen sich allerdings Tendenzen erkennen.

So veröffentlichte etwa die in Teilen rechtsradikale Pegida-Bewegung Anfang März 2015 nach einer Kundgebung Teilnehmerzahlen von bis zu 15.000 Menschen, die Polizei sprach von rund 7000 Personen. Ein Forscherteam der Universität Leipzig untersuchte am gleichen Abend mit drei verschiedenen Methoden die Anzahl der Menschen und kam auf noch weniger Teilnehmer: je nach Zählmethode auf rund 5500 bis maximal 6000.

Bei den Protesten um „Stuttgart21“ wurde ebenfalls andauernd um die Zahl der Teilnehmer gestritten. Während die Organisatoren im Februar 2011 von fast 40.000 Menschen sprachen, schätzte die Polizei die Zahl auf etwa 13.000.

Der Bürgerreferent des Polizeipräsidiums Stuttgart ließ daraufhin Luftaufnahmen machen, sie von mehreren Beamten durchzählen und diese zum Beweis veröffentlichen.

Ein anderes, unpolitisches Beispiel: Dass etwa eine Million Menschen auf die Straße des 17. Juni passen, behaupteten lange Jahre auch die Veranstalter der Silvestermeile am Brandenburger Tor. Erst nach einer Recherche der „taz“ räumte die Pressesprecherin des Veranstalters im Jahr 2013 ein, die Zahl werde aus Marketinggründen genannt.

Laut dem Online-Tool „Mapchecking“, das das Ausrechnen von Teilnehmerzahlen in ausgewählten Gebieten ermöglicht, beträgt der Straßenraum zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule knapp 55.000 Quadratmeter. Bei bis zu drei Personen pro Quadratmeter gebe es laut Bewegungsforschern ausreichend Platz, bereits ab vier Personen gibt es hohe Risiken zur stolpern. Will man kein Sicherheitsrisiko eingehen, passen zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor also rund 165.000 Menschen. Diese Zahl läge tatsächlich deutlich über den Schätzungen der Polizei für das Wochenende, aber noch deutlicher unter denen der Veranstalter.

Wie sind die Schätzungen also zu beurteilen? Übersichtsfotos der Deutschen Presseagentur zeigen, dass die Straße des 17. Juni während der Demonstration gegen die Corona-Regeln nur zu einem kleinen Teil gefüllt war. Die Teilnehmer stehen auch nicht ansatzweise so dicht beieinander wie 2001 während der Loveparade.

Einen anderen fotografischen Vergleichswert bietet der Berlin-Marathon: Die Straße war durch die Corona-Protestler auch nicht so gut gefüllt wie bei dessen Start mit 40.000 Teilnehmern. Viele Demonstranten sitzen stattdessen weit verstreut auf den Straßen, nur für den Bühnen herrscht Gedränge.

Allerdings hatte die Polizei am Samstag auch schon früh Zugänge gesperrt, um das Einhalten der Abstandregeln zumindest theoretisch zu ermöglichen – womöglich sammelten sich also einige Demonstranten auf Zubringerwegen.

Insgesamt sind die Zahlen der Polizei dennoch deutlich realistischer einzuschätzen, als die unbelegten Behauptungen der Veranstalter – auch wenn letztlich niemand beweisen kann, wie viele Menschen ganz genau auf der Demonstration waren.

Diese Restunsicherheit hatten die Stuttgarter Veranstalter von „Querdenken711“ schon im Vorhinein ausnutzen wollen: In Internetaufrufen hatten sie von 500.000 Menschen gesprochen, die aus ganz Deutschland nach Berlin reisen würden. Erst kurz vor dem Wochenende hatten sie die Demonstration dann offiziell bei der Polizei angemeldet: mit 10.000 Teilnehmern.


Aus: "Warum die Veranstalter der Demonstration Falschmeldungen verbreiten" Julius Betschka (04.08.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/wie-viele-menschen-waren-beim-corona-protest-warum-die-veranstalter-der-demonstration-falschmeldungen-verbreiten/26061120.html
« Last Edit: August 04, 2020, 12:15:35 PM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #168 on: August 02, 2020, 08:06:14 PM »
Quote
[...] Zwei Maskenverweigerer haben auf einem KLM-Flug von Amsterdam nach Ibiza randaliert und sind nach der Landung von spanischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die beiden Männer hätten sich auf dem Flug am Freitag geweigert, Masken zu tragen, und andere Passagiere verbal und körperlich angegriffen, sagte ein KLM-Sprecher am Sonntag der niederländischen Nachrichtenagentur ANP.

Beide Männer seien betrunken gewesen und auf Anweisung des Piloten in Schach gehalten worden. Passagiere hätten mitgeholfen.

KLM bestätigte damit einen Bericht des Senders AT5, der eine Videosequenz mit einem wüsten Handgemenge an Bord des Flugzeugs zeigte, die auch auf Twitter verbreitet wird.

Einer der beiden Randalierer ist dabei mit bloßem Oberkörper in dem Flugzeug zu sehen, er erhält von einem anderen Passagier einen Faustschlag ins Gesicht und wird kurz darauf von den Mitreisenden im Mittelgang auf den Boden gedrückt.

Wie KLM dem Sender sagte, sei die Sicherheit an Bord nicht gefährdet gewesen. Niemand sei nennenswert verletzt worden. In der Coronavirus-Krise gibt es immer wieder Berichte über Auseinandersetzungen mit Maskenverweigerern. (dpa, Tsp)


Aus: "Maskenverweigerer randalieren auf Flug nach Ibiza" (02.08.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/passagier-knockt-anderen-aus-maskenverweigerer-randalieren-auf-flug-nach-ibiza/26058936.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #169 on: August 09, 2020, 12:38:32 PM »
"Hipster sind es wohl nicht" - Corona-Demo Aber was für ein Milieu hat sich da in Berlin gezeigt? Unser Autor ist samt Pierre Bourdieu mitgelaufen - Gerhard Hanloser | Ausgabe 32/2020
Später tanzten zwei splitternacke Hippies, die mich an Leute aus der „Fuck for Forest“-Szene erinnern, eine dunkel gekleidete Gruppe von mittelalterlichen Männern an, die eine gigantische schwarz-weiß-rote Reichsfahne tragen, eine von rund einem Dutzend Fahnen, die ich auf der Demo gesichtet habe. Die Reaktion: Lachen auf beiden Seiten ...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/hipster-sind-es-wohl-nicht

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[...] Du kannst erklären, was du willst, du kannst allen schon bei der Vorspeise erklären, dass du ein Selberdenker bist oder in Stuttgart vor dem Rathaus demonstrieren, aus dessen Fenster zu Tode erschrockene grüne Politiker heraus schauen, die nie vermutet hätten, dass jemand gegen sie demonstrieren würde. Jemand wie du. Schrei, so laut du kannst, Selber denken! Und like ein paar Twitter- Auftritte von Attila Hildmann. Dir geht es um die Sache, und um dich selbst. Ich bin wer ich bin, das ist, was du sagen willst. Es hat sich aus- globalisiert, auch wenn die Smartphones und E- Staubsauger von Xiaomi vielleicht nicht so schlecht sind. Hat nicht neulich die smarte E- Watch deines Nachbarn ihn vor einem Herzinfarkt bewahrt? Dabei ist er Anthroposoph und hat ansonsten immer noch ein iPhone 4. Auch ihm geht es, vor allem, um Identität. Er möchte die Überfremdung nicht, auch wenn man Kompromisse machen muss. Er möchte keine Horden von Schwarzafrikanern, hier, im Ländle. Oder von Rumänen, in der Fleischverarbeitung. Schließlich ist es früher auch ohne gegangen. Andererseits, die Kredite sind so günstig wie das Grill- Gut, die Tomaten werden von Mittelmeer- Flüchtlingen geerntet und die Smartphones vielleicht von gefangenen Uiguren gefertigt. Das ist die neue Zeit. Verdammt noch mal. Graue Hochhäuser, Stalingrad- Atmosphäre, eine Prise Orwell, aber günstiges Lummer- Schnitzel, da kommt man ins Grübeln. Mir sind mir, aber WhatsApp auf dem China- Handy. Es ist schwierig, verdammt, es ist schwierig.


Aus: "Der Selberdenker kommt ins Grübeln" Eingestellt von Michael Eggert (Juli 27, 2020)
Quelle: https://egoistenblog.blogspot.com/2020/07/der-selberdenker-kommt-ins-grubeln.html

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[...]  Im letzten Wochenende demonstrierten in Berlin rund 20.000 Menschen gegen die Einschränkungen, die die Corona-Krise mit sich bringt. Der hpd sprach mit Giulia Silberberger vom "Goldenen Aluhut" über die Querfront aus Esoterikern, Verschwörungsideologen, Reichsbürgern und Ultrarechten, die sich auf der Kundgebung tummelten.

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Weshalb sind Menschen so leicht zu beeinflussen und weshalb wollen sie an falsche Aussagen glauben?

    Eine Frage, über die schon die großen Philosophen vergangener Zeiten gerätselt haben, zu der geforscht wird und die auch ich natürlich nicht abschließend beantworten kann.

    Ich glaube, die wenigsten von denen, die am Wochenende die Demonstration besucht haben, sind eines Morgens aufgestanden und haben geglaubt, dass wir alle zwangsverchipt werden sollen oder dass ein "Deep State" hier die Strippen zieht. Das ist vielmehr das Ende eines Prozesses an dessen Anfang oft etwas ganz anderes stand: Eine Enttäuschung, ein Schicksalsschlag, eine geschickt platzierte Lüge, die die Antwort auf eine so lang gestellte Frage geliefert hat. Eine Fake-News im Netz, die ihren Leser oder ihre Leserin empört hat, die auf mangelndes Wissen oder ein subtiles Gefühl von "Das hab ich mir schon immer gedacht" traf, und dessen Saat schlicht aufgegangen ist.

Und Krisenzeiten sind immer ein Katalysator für krude Theorien, weil die Menschen verängstigt sind, ihres Sicherheitsempfindens beraubt sind und ihre Existenzen in Gefahr sehen. Dass die weltweite Wirtschaft unter der Krise leidet und viele Jobs verloren sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Jedoch steckt dahinter kein Plan einer geheimen Schattenregierung oder dunkler Strippenzieher, es ist eine Auswirkung der Krise selbst.

Aber für die Menschen ist es eine emotionale Erleichterung, die Schuld auf jemanden schieben zu können, der greifbar ist. Die berühmte Hexe, die man verbrannt hat, nachdem ein Unwetter die Ernte vernichtet hat. Und die Regierung und ein Mr. Gates sind nun mal greifbarer als ein Covid-19-Erreger.

Und wie schon gesagt einen sie sich hier in ihrem Widerstandsgedanken. "Wir da unten" versus "Die da oben", die Spaltung, die verbindet. Da ist es dann auch egal, dass man eigentlich auf völlig verschiedenen Positionen steht. Der Feind meines Feindes ist mein Freund und man radikalisiert sich gegenseitig in dieser fragwürdigen Freundschaft.

Ich finde es auch sehr schade, dass sich mit Sicherheit wieder viele Menschen unter den Demonstrierenden eingefunden haben, die eigentlich gar nicht zum verschwörungsideologischen Spektrum gehören, aber ihrem Unmut über die aktuelle Lage einfach gerne Luft machen möchten, gehört werden wollen. Aber nur, weil einem das Tafelwasser nicht schmeckt, muss man doch nicht gleich aus der Toilette trinken.

Was kann man entgegnen, wenn Verwandte, Freunde oder auch Fremde davon überzeugt sind, auf der "richtigen Seite" zu stehen? Als Beispiel: Ich traf Samstagabend in der S-Bahn Menschen, die offensichtlich von der Kundgebung kamen und ohne Mundschutz in der Bahn saßen (hier ist im Übrigen auch zu fragen, weshalb an dem Tag nicht kontrolliert und kassiert wurde). Als ich sie bat, einen Mundschutz aufzusetzen, nannten diese mich "Verschwörungstheoretiker" – eine vollständige Umkehrung der Tatsachen.

    Es wird immer grotesker und diese Verdrehung und Umkehr der Tatsachen lässt einen zugegeben oftmals sprachlos zurück. Ein wenig wie im Kindergarten. "Du bist der Schwurbler." – "Nein, du bist der Schwurbler." Ich glaube, ich würde mich in dem Moment einfach umdrehen und gehen. Es ist auch fraglich, ob man an so jemanden überhaupt noch herankommt. Als Außenstehende/r sicherlich nicht. Da hat sich bereits ein komplettes Weltbild gefestigt, das nun verteidigt wird wie ein Gott. Diese Diskussionen habe ich schon zu oft geführt, um sie noch führen zu wollen.

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Aus: "Interview: "Krisenzeiten sind immer ein Katalysator für krude Theorien"" Frank Nicolai (4. Aug 2020)
Quelle: https://hpd.de/artikel/krisenzeiten-sind-immer-katalysator-fuer-krude-theorien-18335

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Hans Trutnau am 4. August 2020

Waren das eigtl. nur (oder auch) Esoteriker, Verschwörungsideologen, Reichsbürger und Ultrarechte, "die sich auf der Kundgebung tummelten" und, wenn auch, wie viele? Weiß Giulia Silberberger da mehr?


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Manfred H. am 5. August 2020 - 10:52

"Regenbogenfahnen und Reichsflaggen, Plakate von Gandhi, gegen Impfungen und für Putin sowie Trump.
Dazu Menschen mit Dreadlocks, Trommelgruppen und gescheitelte Rechtsextreme: Das Szenario bei den Kundgebungen gegen die Corona-Pandemie am Wochenende in Berlin hat für viel Erstaunen gesorgt." https://www.tagesschau.de/faktenfinder/esoterik-impfgegner-corona-101.html


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Manfred H. am 6. August 2020 - 10:25

Interessantes Interview, das zumindest erahnen lässt, welche psychologischen Faktoren eine Rolle spielen und wie sich eine Denkspirale aufzubauen beginnt: https://www.engels-kultur.de/das-killer-argument-gibt-es-nicht-thema-0820


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Roland Fakler am 4. August 2020 - 14:00

Der wichtigste Grund, warum Menschen lieber glauben als die Wirklichkeit erkennen wollen, ist der, dass sich das Glauben behaglicher „anfühlt“… aus welchen Gründen auch immer.
In diesem Fall vielleicht, weil es eine Möglichkeit bietet, persönlichen Frust in einem Gemeinschaftserlebnis abzureagieren.


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David Z am 4. August 2020 - 15:23

So ist das nunmal in einer Demokratie. Auch "Verrückte" dürfen demonstrieren.
Menschen, die überall "strukturellen Rassismus" wittern oder täglich das Ende der Welt erkennen, dürfen das schliesslich auch.

Was sich als viel interessanter darstellt, ist der befremdliche Umstand, dass von seiten der Medien und Politik eine ziemlich einseitige Einstimmigkeit erkennbar wird. Bei bestimmten Demos und Versammlungen (BLM, Clanbeerdigungen) spielen Abstand und fehlender Mundschutz überhaupt keine Rolle während bei anderen das ganz furchtbar und unverantwortlich von diesen "Covidioten" ist und schnellstens unterbunden werden muss, ggf sogar rechtlich.


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Alexander Stier am 5. August 2020 - 3:52

Es sind nicht nur "Esoteriker", "Verschwörungsideologen", "Reichsbürger" und Ultrarechte", wie eingangs behauptet wird. Sondern auch Veganer und Christen.
Veganer und Christen sind auch erweislich deutlich überrepräsentiert in der Führung der ansonsten heterogenen Bewegung. Soviel Akkuratesse darf erwartet werden. Erschwerend kommt hinzu, dass ich von drei Fällen persönlich Kenntnis habe, die Veganer und Humanisten sind. Vegane Humanisten, also echte Extremisten, sind also auch noch dabei.

"Eine Demonstration gegen ein Virus" wird ferner behauptet. Das hört sich nur scheinbar besser als Corona-Leugner (klingt nach Framing analog Holocaust-Leugner). Denn es wird nicht gegen ein Virus demonstriert. Zentrales Thema ist die Verhältnismäßigkeit. Die Verhältnismäßigkeit ist der eigenen Meinung zugänglich. Und wir hatten bereits zahlreiche Fälle, in denen die Gerichte den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verletzt gesehen haben, und Verordnungen, Anordnungen und Auslegungen zumindest in Teilen, wenn nicht ganz, einkassiert haben. Also bevor vom Widerstandsrecht gem. Grundgesetz Gebrauch gemacht werden muss, kann man noch die Gerichte bemühen. Nach dem Ausscheiden von Voßkuhle aus dem BVG mit der Nachfolge Stephan Harbarth wird man sehen, was die Judikative noch leisten kann: Tut das gut, wenn man man von der Legislative direkt in die Judikative wechselt? Darf man das fragen?

Und dann "Als ich sie bat, einen Mundschutz aufzusetzen ..." - was meinen Sie, sollte ich Ihnen da erwidern, wenn Sie mich ohne Mundschutz antreffen? In Hessen - nur da kenne ich mich aus - nennt sich das Mund-Nase-Bedeckung und es gibt eine offizielle Auslegung des zuständigen Ministeriums. Demnach sind Schals, Tücher und Buffs völlig ausreichend. Aber davon abgesehen, im Sinne der Verordnung und im ausdrücklichen Sinne der Auslegung des Ministeriums bin ich vom Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung befreit. Das heißt auch, ich werde niemals ein Bußgeldverfahren oder gar ein Strafverfahren zu erwarten haben. Aber immer Ansprachen wie Ihre!

Wäre ich Ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig, wenn Sie mich bitten würden, "einen Mundschutz aufzusetzen ..."? Was wäre die höfliche und angemessene Antwort, mit der Sie zufrieden wären? Und meinen Sie, ich muss Zivilisten gegenüber ein Attest vorlegen? Auch das fordert die Verordnung in Hessen nicht, allenfalls die Glaubhaftmachung.

Die Demonstration hat nicht nur die Angemessenheit als Gegenstand. Sondern auch den Inhalt von Strategiepapieren wie "Wie wir COVID-19 in den Griff bekommen", denen die Politik bis hin zu Schulleitungen folgte und folgt. Es gab sogar Lehrer, die meinten, Sie dürften meiner Tochter mitgeben, wie sie sich außerhalb der Schulzeit und außerhalb des Schulgeländes zu verhalten habe. Das habe ich unverzüglich abgestellt. Alles, was im Sinne von "Wie wir COVID-19 in den Griff bekommen" Kindern angetan wird, lässt sich unter Nötigung, Körperverletzung und nach meinem Befinden Missbrauch einordnen. In zwei Wochen beginnt in Hessen die Schule, die Kinder gelten weiterhin als gefährliche symptomlose Zombies, vor denen die Lehrer Angst haben. Und die "Maskenpflicht" in Grundschulen wird kommen, man folgt ja in allem Söder. 20% der Lehrer werden nicht zur Arbeit kommen, sagte Kretschmann. Dort geht man ja auch nur noch freiwillig in die Schule. Der Rest darf dann wegen Schulschließung gar nicht kommen. Die Demonstration wendet sich auch dagegen. Gegen den Umgang mit Kindern. Wie er im Stategiepapier "Wie wir COVID-19 in den Griff bekommen" festgelegt worden ist. Und vor Ort bei Kindern umgesetzt wird. Das ist menschenverachtend. Man darf auch spekulieren: Werden die Kinder freiwillig gegen COVID-19 geimpft? Oder - welche Folgen hat es, wenn Eltern einer solchen RNA-Impfung nicht zustimmen? In einem Bundesland fliegen die Schüler bereits von der Schule, wenn sie keine Maske aufhaben. Die Lehrergewerkschaften sind Scharfmacher erster Güte, zur Zwangsimpfung sehe ich gar keine Alternative.

Grundsätzlich finde ich es in Ordnung, eine andere Meinung zu haben, als andere, und das auch kundzutun. Es erscheint mir aber doch unredlich, die andere Meinung verzerrt und verkürzt darzustellen. Rainer Mausfeld war 2019 im DAI in Heidelberg, da finden regelmäßig die Veranstaltungen der GBS Rhein-Neckar e.V. statt, deren Fördermitglied ich übrigens bin. Rainer Mausfeld hat zum Thema "Verschwörungsideologen" - das sind Ihre Worte - was zu sagen. Denn das sagt etwas über die aus, die so andere bezeichen. Covitioten ist ja auch ein in Regierungskreisen jetzt eingeführter Kampfbegriff (Esken, SPD). Was sagt das über Frau Esken aus? Bürger diese Landes als Idioten zu bezeichnen? In Sachsen waren für diese Idioten schon früh Betten in vier Psychiatrien freigemacht worden, bevor die Verordnung dann doch vom Ministerpräsidenen höchstpersönlich kassiert wurde. Auch hier nochmal der Hinweis, dass Verhältnismäßigkeit der eigenen Meinung zugänglich ist. Trotzig wie man war, fügte man aber hinzu, dass eine Zwangsbehandlung (mit Psychopharmaka) nicht vorgesehen war.

Ich will niemanden von irgendwas überzeugen. Wer das alles weiß und trägt, der trägt dafür die Verantwortung. Allenfalls gebe ich zu bedenken, wie man vielleicht respektvoll miteinander umgehen kann, und dazu gehört auch immer Sprache. Sprache schafft Realitäten. Ist es nicht gleichgültig, ob Veganer, Humanisten oder Christen die Demo anführten? Es waren sogar people of color dort - die unmittelbar darauf gekündigt wurden. Es waren einfach Menschen dort, die aus ganz unerschiedlichen Beweggründen da waren. Vieleicht ist das nur mir aufgefallen: Es waren sehr viele Eltern mit Kindern da. Ein Elternpaar waren vegane Humanisten.


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hj_allemann am 5. August 2020 - 10:03

Ihren Kommentar habe ich gerne gelesen. Sie bringen Argumente, mit denen man sich auseinandersetzen kann und muß. Den Beitrag von Frank Nicolai selbst habe ich nicht gelesen, ich hörte auf, als ich die Propagandalüge von 20.000 Teilnehmern sah und folglich nur noch weitere Diffamierungen erwartete. ...

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Petra Pausch am 5. August 2020 - 10:30

Sie hätten ihn lesen sollen...


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Karol Dittel am 5. August 2020 - 11:50

Da schließe ich mich Frau Petra Pausch an. Sie hätten den Artikel echt lesen sollen.

Ich war nämlich auch da. Also nicht bei der Demo direkt, sondern habe mir den Zirkus aus einem angenehmen Abstand angeschaut. Es waren niemals mehr als 20.000 Individuen vertreten. Womöglich eher weniger. Und ich habe die Teilnehmer garantiert nicht gezählt, dennoch habe ich Vergleiche aus eigenem Erfahrungsschatz. Beispielsweise die Loveparaden. Bei einigen davon nahmen in der Tat mehr als eine Million Menschen. Auch Festivals oder Konzerte mit 100.000 Menschen sind mir bekannt.

Ich würde mich noch überzeugen lassen, dass es vielleicht 25 bis 30K Teilnehmer waren. Aber annähernd oder gar über eine Million ? Niemals! Das wäre für mich eine Lüge.


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Andreas Lichte am 5. August 2020 - 11:56 Permanenter Link

Der Anthroposoph "Christoph Hueck" feiert die Demo vom 1.8.20 in Berlin, Zitat Hueck:
"WIR SIND VIELE - UND WIR WERDEN IMMER MEHR!!
EIN NEUER AUFBRUCH FÜR DEMOKRATIE, MENSCHLICHKEIT UND SOLIDARITÄT.
UND DIE WELT SCHAUT AUF DIESE DEMO, DENN ÜBERALL AUF DER ERDE LEIDEN MILLIONEN MENSCHEN UNTER DEN UNSINNIGEN LOCKDOWN-MASSNAHMEN." Quelle: https://www.akanthos-akademie.de/2020/08/02/bilder-von-der-demo-am-1-8-in-berlin/

Christoph Hueck ist in der Ausbildung von Waldorflehrern tätig, hat einen "Auftritt" in diesem Artikel von hpd: "Rudolf Steiners Rassismus und die »Stuttgarter Erklärung«"


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Peter Müller am 7. August 2020 - 12:15

Zum Glück wir die Seite hier bei archive.org gespeichert. Ihr werdet euch später noch in Grund und Boden schämen als vermeintliche "Humanisisten" aktiv an der Unterdrückung und Diffamierung der Protestbewegung beteiligt gewesen zu sein. Euren Kindern und Enkeln werdet ihr dann vielleicht nicht mehr in die Augen schauen können.


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02. August 2020
Bilder von der Demo am 1.8. in Berlin

[Christoph Hueck:]  Bilder von der Demo in Berlin - diese Aufnahmen sprechen für sich. Sind das nun die "Covidioten", die "Spinner, Aluhutträger und Esoteriker", die "Rechtsradikalen und Antisemiten", die "egoistischen Gefährder der Gesundheit und Demokratie"?!

WIR SIND VIELE - UND WIR WERDEN IMMER MEHR!!
EIN NEUER AUFBRUCH FÜR DEMOKRATIE, MENSCHLICHKEIT UND SOLIDARITÄT.
UND DIE WELT SCHAUT AUF DIESE DEMO, DENN ÜBERALL AUF DER ERDE LEIDEN MILLIONEN MENSCHEN UNTER DEN UNSINNIGEN LOCKDOWN-MASSNAHMEN.

https://youtu.be/pGMySCqEZy8

https://youtu.be/gKuGWFeQCN4

 Kommentare: 32

    #1

    hans wagenmann (Sonntag, 02 August 2020 18:49)

    Sehr geehrter Herr Hueck,

    anders als Sie in ihrer Überschrift vermuten lassen, sind auf diesem Ausschnitt mehrere
    Reichsflaggen zu erkennen, die von rechtsradikalen Gruppierungen als Symbole ihrer
    Ideologie verstanden werden. Ebenso ist ein Lastwagen der "Patriotic Opposition
    Europe" zu erkennen, - eine rechtsradikale Gruppierung. Damit sollte deutlich sein,
    dass sowohl rechtsradikale, wie antisemitische Gruppierungen Teil dieser Demonstration
    waren. Andererseits trug diese Demonstration, neben dem entlarvenden Überschrift "Ende
    der Pandemie", den Titel "Tag der Freiheit". "Tag der Freiheit" ist der Titel eines NS-Propaganda-Films von Leni Riefenstahl zum Reichsparteitag 1935. Ebenso sind auf
    diesem Video Rufe wie "Lügenpresse" zu hören, die mich an Demonstrationen der Pegida
    erinnern lassen. Ich wünsche mir eine breitere, als die bisher schon geschehende Diskussion
    um die Corona-Krise, die ich sehr anders als Sie beurteile. Wie ist diese aber, ohne die
    bisher fehlende Distanzierung, auch von Ihrer Seite, zu den hier beschriebenen Tendenzen
    möglich? Es braucht diese Distanzierung, denn viele rechtsradikale Narrative benützen
    und begründen sich aus Verschwörungstheorien, die in den meisten Fällen einer Untergrabung unserer demokratischen Ordnung zum Ziel haben, neben anderen rassistischen Motiven. Diese Argumentation heißt keineswegs, dass ein großer Teil
    der Demonstranten rechtsradikalen oder antisemitischen Positionen gut heißt, sie fordert aber zur deutlichen, öffentlichen Distanzierung von diesen auf, auch von Seiten der Veranstalter oder auch von Ihnen, die auf anderen dieser Demonstrationen der Veranstalter aufgetreten sind. Denn sonst schein mir ein Dialog, der demokratische Grundrechte akzeptiert kaum möglich, auch wenn Sie gerade diese einfordern. Die beiden Demonstrationsteile in Berlin wurden ja nicht willkürlich abgebrochen, sondern mit fehlendem Abstand und einem Nichttragen eines Mund-Nasen-Schutzes begründet, die aber ausdrücklicher Bestandteil ihrer Genehmigung war. Deutlich ist auch, dass eine Gefährdung anderer, Unbeteiligter besteht durch eine mögliche Weitergabe von Corona-Infektionen, die während dieser Demonstration zugetragen haben könnten. Aber wäre es nicht angebracht diese Gefahr nicht weiterzutragen; einer Gefahr, die sich andere nicht bewusst ausgesetzt haben, um einen Dialog und eine gegenseitige Akzeptanz möglich werden zu lassen? Denn so wird mir dieser Dialog, diese Akzeptanz, auch durch eine Einleitung wie Ihre zu dem Video deutlich erschwert. Ich wünschte es anders.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Wagenmann
    #2

    Christoph Hueck (Sonntag, 02 August 2020 19:28)

    Sehr geehrter Herr Wagenmann,
    1.) bitte geben Sie die genauen Videominuten an, wo Sie die Flaggen und den LKW gesehen haben. Ich kann das nicht erkennen.
    2.) Den Vorwurf der Verquickung mit dem Nazi Film halte ich - ehrlich gesagt - für nicht weiter diskussionwürdig.
    3.) Selbstverständlich distanziere ich mich von allen rechtsradikalen Tendenzen.
    4.) Ich war inzwischen auf 10 Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen. Immer wurde von den Veranstaltern explizit auf eine Abgrenzung sowohl von radikal-rechts als auch -links hingewiesen.
    5.) Ich halte die "Gefahr", dass man sich auf der Demo mit Corona infiziert, aus verschiedenen Gründen für äußerst unwahrscheinlich.
    Mit freundlichen Grüßen, C. Hueck

    P.S. Sollten tatsächlich ein paar Rechtsradikale auf der Demo mitgelaufen sein, dann stört mich auch das nicht, denn wir sind gegen die vollkommen unverhältnismäßigen Regierungsmaßnahmen auf die Straße gegangen. Schauen Sie sich doch die ganzen Transparente an. Es ist doch - Entschuldigung - lächerlich, den Leuten vorzuhalten, sie würden sich von rechts unterwandern lassen.
    #3

    Hans Wagenmann (Sonntag, 02 August 2020 19:54)


    Sehr geehrter Herr Hueck,

    Ich glaube nicht, dass so großer Lastwagen, ab Minute 20.06 ohne das Wissen der Veranstalter auf die Demonstration ist. Damit ist die Abgrenzung gegen Links
    oder Rechts nicht glaubwürdig. Mich erschüttert auch ihr "P.S".

    Die Fahnen sind in den Minuten 10.18; 10.53; 13.08, 17.00 und 21.13 zu sehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Wagenmann
    #4

    Rudolf Gross (Sonntag, 02 August 2020 20:06)

    Herr Wagenmann hat offensichtlich nicht kapiert um was es geht. Seit Monaten schürt Lothar Wieler vom RKI die Angst vor dem Virustod — Beweise für eine überdurchschnittliche Gefahr ist er bis heute schuldig geblieben. Oder: der deutsche Bundespräsident in Südtirol Seite an Seite ohne alle offiziellen Massnahmen usw usw. Es sollte nun klar werden, dass die Politiker nicht mehr aus ihrer Nummer kommen. Der Spuck ist schon lange vorbei.
    #5

    Marita Bonacic (Sonntag, 02 August 2020 21:03)

    Lieber Herr Hueck,
    lange Zeit war ich verwundert, dass von „übergeordneter“ Stelle keine Stellungnahme zu den Hintergründen von Corona an die Mitglieder kamen. Ich bin sehr glücklich, dass Sie Stellung beziehen. Solche Menschen brauchen wir. Danke, dass Sie das Video geteilt haben. Bitte machen Sie sich nichts aus dem Kommentar von Herrn Wagenmann. Ich kann nur sagen, wer suchet, der findet. Der Beitrag geht am guten und wichtigen Ziel der Demonstration vorbei. Wir sollten uns auf das Positive konzentrieren, dann kommen wir weiter. Im übrigen haben sich meines Wissens die Organisatoren von Rechtsradikalen, etc. distanziert. Das solche Gruppen mitlaufen, lässt sich, wie ich finde, bei so einer Veranstaltung gar nicht vermeiden. Die anthroposophische Gesellschaft kränkelt seit Steinern Tod nicht umsonst. Wünsche Ihnen Standhaftigkeit und das Verwenden Ihrer Energie an würdiger Stelle.
    Liebe Grüße
    Marita Bonacic
    #6

    Hans Wagenmann (Montag, 03 August 2020 08:03)

    Sehr geehrter Herr Hueck,

    um meinen Eindruck der teilweise fehlenden Distanzierung von rechtsextremen Gruppen
    zu verdeutlichen, möchte ich darauf hinweisen, dass in dem von Ihnen bereitgestellten
    Video auf dem Lastwagen der "Patriotic Opposition Europe" der Anwalt Markus
    Haintz mit einer Rede zu sehen ist. Markus Haintz (Anwälte für Aufklärung) verkündete später, auf Verlangen der Polizei das Ende der Kundgebung auf der Strasse des 17. Juni. Hiermit wird aus meiner Sicht deutlich, dass er sich, als einer der führende Vertreter dieser Demonstration, der Bewegung "Querdenken" nicht offen und klar von rechtsradikalen Bewegungen distanziert, bzw. entsteht damit der Eindruck, dass er diese zur Mobilisierung nutzt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Wagenmann
    #7

    Martin-Ingbert Heigl (Montag, 03 August 2020 09:41)

    Bei einer der ersten Querdenker-Demonstrationen vor dem Ulmer Münster schwenkte ein Teilnehmer seine große Deutschlandfahne. Eine Woche darauf sorgten die Organisatoren um Markus Haintz dafür, dass Flaggen aus aller Welt ein buntes Bild abgaben.
    Ich denke, das sagt mehr als viele Worte darüber aus, wie man mit Problemen kreativ umgehen kann, ohne sich andauernd politisch korrekt abgrenzen zu müssen...
    #8

    Hanns (Montag, 03 August 2020 10:31)

    Ich kenne einen anderen Freiheitsbegriff aus der Waldorfbewegung. Ich Halte von diesen Blogmitgliredern, die ich zum Teil persönlich kenne Zukünftig geistige Distanz.
    #9

    Gabriele (Montag, 03 August 2020 10:53)

    Dass das Freiheitsrecht zu demonstrieren in Zeiten der Pademie so missbraucht wird (keine Abstand und keine Masken ).Das sich hier Blogmitglieder mit Rechten einreihen, ist für mich als langjähriges Mitglied der Waldorfbewegung unfassbar. Das Verhalten deckt sich nicht mit dem Freiheitsbegriff den ich aus der Anthroposophie habe.
    #10

    Frans Veenstra (Montag, 03 August 2020 12:06)

    Als Niederländer könnte ich wahrnehmen was in Berlin los war am 1.August.
    Unglaublich was da stattgefunden hat. Wir als Familie waren völlig überrascht über die Vielfalt an Menschen die da friedlich demonstriert haben für die Grundrechte und gegen die Corona Maßnahmen. Bäcker, Landwirte, Künstler, Ärzte, Pflegepersonal, Lehrer, Juristen usw. Und wir dachten vorab das sind Covidioten.Wie würden wir durch die Mainstream Medien getauscht!!
    Auch nachher hört man bei der Tagesschau 20.000 Teilnehmer. Da kann ich mich sehr gut vorstellen das das Wort Lügenpresse fällt!! Ich war als 25 jährige bei dem Atomwaffenprotest in Den Haag(NL) in 1983. Teilnehmerzahl 550.000. Ich bin mir sicher das es mindestens das Doppelte hier in Berlin war. Es waren auch Rechte dabei aber wer sucht der findet. Bei ein Länder Spiel sind ja auch Rechte dabei. Dann wirft man Frau Merkel auch nicht vor das sie dabei ist.
    Frans Veenstra
    #11

    Eine besorgte Antroposophin (Montag, 03 August 2020 13:32)

    Guten Tag Herr Hueck,

    Ich sehe es wie Herr Wagenmann.

    Ausserdem würde mich wirklich interessieren, wieviele Anthroposophen es wie sie sehen?

    Und man hat doch die FREIHEIT, so zu demonstrieren, dass man sich nicht von bestimmten Kräften vor den Karren spannen lässt.

    In der Gesellschaft war die Wahrnehmung der Demos, so:
    Verschwörungstheoretiker.
    Dann :
    Verschwörungstheoretikern und Esoteriker.
    Es ging weiter mit:
    Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, Rechte, Reichsbürger.
    Und nun von:
    Verschwörungstheoretikern, Esoterikern, Rechten, Reichsbürgern, Anthroposophen.


    P.S. Mich stört es, mit diesen Kräften in einen Topf geworfen zu werden.
    #12

    Christoph Hueck (Montag, 03 August 2020 13:58)

    Sehr verehrte, liebe besorgte Anthroposophin: Dann lassen Sie sich doch einfach nicht "mit diesen Kräften" in einen Topf werfen! Ganz einfach. Das ist sowieso das, was Corona von uns fordert: Bestimme dich selbst.
    "Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnis eines fremden Wollens ist die Grundmaxime des freien Menschen." (Rudolf Steiner)
    #13

    Gabriele (Montag, 03 August 2020 15:14)


    Es macht mich fassungslos, dass hier ein Zitat von Steiner missbraucht wird.
    #14

    Freidenkender Mensch (Montag, 03 August 2020 16:18)

    Christoph Hueck:] Bilder von der Demo in Berlin - diese Aufnahmen sprechen für sich. Sind das nun die "Covidioten", die "Spinner, Aluhutträger und Esoteriker", die "Rechtsradikalen und Antisemiten", die "egoistischen Gefährder der Gesundheit und Demokratie"?!

    Antwort: Leider ja, zumindest erwecken diese Bilder den Eindruck.

    WIR SIND VIELE - Antwort: Naja, sind sie von Anfang bis zum Ende die Demo abgelaufen?
    UND WIR WERDEN IMMER MEHR!!
    Antwort: Hoffentlich nicht
    EIN NEUER AUFBRUCH FÜR DEMOKRATIE, MENSCHLICHKEIT UND SOLIDARITÄT.
    Antwort: Eher ein Rückschritt.
    UND DIE WELT SCHAUT AUF DIESE DEMO,
    Antwort: Und die Welt wundert sich über so viel Freiheit.
    DENN ÜBERALL AUF DER ERDE LEIDEN MILLIONEN MENSCHEN UNTER DEN UNSINNIGEN LOCKDOWN-MASSNAHMEN.
    Antwort: Diese Menschen leiden unter schlechten Lebensbedingungen. Mit dieser Demo werden die verhöhnt, die echt leiden.
    #15

    Daniela Castelmonte (Montag, 03 August 2020 16:23)

    Vielen Dank für diese Dokumentation. Es ist sehr schön, dass sich zumindest in Europa, in Deutschland, jemand Gehör verschafft, während in Italien alles und jeder (oder fast) schweigt.
    #16

    Susanne (Montag, 03 August 2020 19:25)

    - ja , ich sehe auch Rechtsextreme ,incl . Propagandawagen der AFD ...
    , deren ausnutzende Teilnahme ist schwerlich zu verhindern.- Dazu s. Beitrag Frans
    Veenstra)
    - im Wesentlichen zeigt das 1. Video, dass es sehr unterschiedliche Menschen waren, die
    entsprechend unterschiedliche Gründe hatten, ihre Unzufriedenheit mit den
    Coronamaßnahmen zu demonstrieren.
    - das Video zeigt, dass fast alle TEilnehmer sich weigern, der Maskenverordnung bei
    Demos Folge zu leisten .(Damit bringt man leider all die vielen Menschen gegen sich, die
    -wie un/begründet auch immer - Angst haben. ich erfahre immer wieder, dass der
    Respekt vor deren Angst Gesprächsbrücken baut. Ich würde bei der "Maskenpflicht"
    noch nicht den Thoreau-schen oder Gandhis Aufruf zum Ungehorsam beanspruchen
    wollen . )
    - die Medien Berichterstattung heute gibt zu bedenken, ob bei diesem aufgeheizten Thema
    eine Demo der eigenen Sache mehr schadet, weil sie immer das Plakative hat ; in der
    Berichterstattung werden die Menschen dann schnell in Gruppen/Parteien aufgeteilt,
    ohne zu differenzieren (z.B. wird der Gegner eines Impfzwanges als Impfgegner
    diffamiert) .

    - Die Diskussion hier zeigt, dass "Anthroposophen" - zum Glück - nicht eine Partei sind und keine einheitliche Meinung haben. Anthroposophie kann uns ergänzende Aspekte bieten, kann uns Toleranz im Gespräch lehren, fordert uns zu reflektiertem - selbstbeobachtenden - Denken auf.... , und zu Beweglichkeit. Welche konkreten Schlüsse Jeder für sein Handeln zu einem konkreten Zeitpunkt, an einem konkreten Ort zieht, darf sehr verschieden sein.
    Schön, wenn man im Gespräch bleibt!

    #17

    Rudolf Gross (Dienstag, 04 August 2020 09:42)

    Wenn ich diesen Blog lese, so sieht man gut wo bremsendes Denken einer nicht aufzuhaltenden Entwicklung im Wege stehen: wer sich selbst Anthroposoph nennt sollte daran denken, dass viele andere Menschen die sich nicht so nennen aber instinktiv so handeln in ihrer Tat, statt nur zu zitieren. Wir sind nicht Anthroposophen sondern der Anthroposophie verbundene Individualitäten, gesegnet mit einem geistige Erbe das auch gerade in der jetzigen Zeit wach werden muss um zu verstehen was Corona uns zu sagen hat und welcher Missbrauch der Mächte jetzt gerade stattfindet. Dann interessieren solche Details vom 1.8. nicht mehr. Nicht analoges Denken steht an sondern Erkenntnis der Machtmanipulation der Protagonisten! In diesem Sinne - nebst nicht zu vermeidenden Störfelder - ist der 1.8. doch auch ein michaelischer Impuls die „Pharisäer aus dem Tempel zu werfen“
    #18

    Hans Wagenmann (Dienstag, 04 August 2020 12:55)


    Der letzte Beitrag von Rudolf Grosse, aber auch die Beiträge von Herrn Hueck und Herrn
    Heigl, lassen mir trotz ermutigender Kommentare, nur die Möglichkeit an dieser Stelle
    aus der Diskussion auszusteigen. Warum? Sie zeigen aus meiner Sicht eine fehlende Distanzierung von rechtsextremen Gruppen, die Teil dieser Demonstration
    und der Kundgebung in Berlin waren; sie nehmen die Anwesenheit dieser Gruppen
    in Kauf, verharmlosen die Verweise darauf als "lächerliche", "politisch korrekt" oder "Störfelder", anstatt zu sehen mit welches "Geistes Kind" sie sich damit auf einem Boot befinden, um ihre Ziele und Anliegen zu vertreten. Für mich ist diese Haltung erschreckend. Denn, ebenso wie das Virus uns als Wirt braucht, werden sie hier aus meiner Sicht in Teilen auch Wirt rechtsextremer Gruppierungen, deren Anwesenheit sie und andere in Kauf nehmen. Welches Menschenbild wird hier sichtbar, welche Fähigkeit zu einem demokratischen Diskurs, der gerade auch mit diesen Gruppen, durch die schonungslose Benennen ihrer Ziele notwendig ist und notwendig bleibt. Eine Abgrenzung, in der Art wie sie Michael Ballweg in seiner Eröffnungsrede der Kundgebung versuchte kann nur scheitern und schafft weder Vertrauen noch dialogischen Raum. Denn was könnte diese Corona-Krise sein, - ein Frage danach, wie wir uns begegnen, wem wir und wie wir anderen Raum geben. Dieser Frage, so dringlich sie scheint, wird aber in vielen Kommentaren, so mein Eindruck, aus dem Weg gegangen, um ein vermeintliches Ziel schneller zu erreichen. Damit wird aber der demokratischen und kulturellen Kultur geschadet, auch wenn es gerade das ist, was sie fordern und es aus meiner Sicht dabei immer mehr zu einer Fratze anderer Anliegen wird, die nicht offen benannt werden. Dies zeigt sich aus meiner Sicht auch durch die Manipulation der Teilnehmerzahl der Demonstration durch die Veranstalter und ihre Protagonisten. Sie sind viele, 20.ooo Menschen sind viele. Vor Monaten gab es eine Erklärung vieler Kultureinrichtungen mit dem Titel: "Wir sind Viele. Jede*r Einzelne von uns". Diese richtete sich gegen Rechts gerichtete Kräfte, die eine Vielfalt der Kunst in Frage stellen. Eine Vielfalt, die in einer Diskussion, wie ich sich zu eröffnen versuchte hier nicht gelingt. Dafür gibt es, so mein Sinnen, die erläuterten und diskussionswürdigen Gründe, die sicher einer Hinterfragung durch andere Sichtweisen bedürfen. Meine Kräfte gehen aber nun in andere Richtungen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Wagenmann
    #19

    Sabine (Dienstag, 04 August 2020 13:00)

    Ich kann den Eindruck eines „michaelischen Impulses“ nur bestätigen, denn ich war dabei, als die Polizei die Veranstaltung auflösen „ musste“:
    Die Beamten haben lange gezögert und hatten Tränen in den Augen, denn die Hunderttausende Menschen waren friedlich und gingen liebevoll mit den „ Vollstreckern“ um, obwohl ganze Familien aus allen Teilen Deutschlands extra für diesen Tag angereist waren und erleben mussten, dass die Grundrechte außer Kraft gesetzt werden.
    #20

    Dirk Eccard (Dienstag, 04 August 2020 18:45)

    Sehr geehrter HerrWangenmann,
    waren Sie auf dieser Demonstration ? Eine friedlichere Demonstration kann es nicht geben! Die Menschen, welche demonstriert haben wollen ihre Grundrechte, Freiheit und Selbstbestimmung zurück- egal von welcher Gesinnung sie sind.
    Ein demokratischer Dialog, wie Sie ihn wünschen wäre sicher sinnvoll, ist aber von der Bundesregierung nicht erwünscht. Im Übrigen gehören aktuell alle Parteien, welche im Bundestag sitzen der Bundesregierung an. Und die Presse macht Hofberichterstattung und schüchtert die Bevölkerung mit Panikberichten ein. Wo sind die Verhältnismäßigkeiten zu den Grundrechtsbrüchen erklärt? Warum wird die Presse zensiert? Warum nimmt die Politik in Kauf, dass die Kollateralschäden jetzt bereits um ein unbeschreiblich vielfacheres höher sind? Hat diese Regierung ein einziges Mal etwas zur Verhältnismäßigkeit der Grundgesetzbrüche kundgetan ? Warum gibt es in den meisten Krankenhäusern Kurzarbeit ? Warum wurden viele der Covid-Patienten mit falschen Maßnahmen zu Tode gepflegt ? Warum wird es nie einen Impfstoff geben ? Wieviele Panikwellen sollen noch über uns rollen ?
    Mit freundlichen Grüßen
    Dirk Eccard
    #21

    Beobachterin mit dem Herzen, Tübingen (Dienstag, 04 August 2020 21:25)

    Ich kann den Beitrag von Sabine bestätigen. Ich habe mir den gesamten von den Veranstaltern ins Netz gestellte Livestream des Aufzuges und der Kundgebung der Demo angesehen (leider ohne Ton, da mein Lautsprecher am PC versagte, was vielleicht auch Vorteile hatte, dass ich dadurch das Geschehen intensiver wahrnehmen und beobachten konnte? Der friedliche, mutige und michaelische Impuls des Großteils der Menschen ging sogar auf die Polizisten über. Mit einer schon fast liebevollen Geste berürte ein Polizist Markus Haintz auf der Bühne. Die Polizei wartete lange. Sie "stürmte" auch nicht die Bühne, wie es in einigen Medien geschrieben wurde. Sie wartete lange, um dann zu tun, was sie tun "musste". Mit einer ebenso fast liebevollen und sanften Geste nahm dann etwas später ein Polizist Markus Haintz das Megaphon ab. Da war Liebe . Äußerlich war ein "Polizeiaufgebot"zu sehen, das war da, Uniformen und "Ausrüstung"usw. Aber zwischen dem äußeren Geschehen war eben auch, für das äußere Auge unsichtbar, ein Sieg des Guten zu sehen. Es war keine Niederlage. Beeindruckend fand ich auch, dass die Polizisten, aufgrung ihrer Positionierung gar nicht anders konnten als über doch eine lange Zeit, "immerwieder und immernoch" vor dem großen Bild von Mahatma Ghandi stehen zu müssen" oder zu dürfen. Unsäglich vieler solcher und ähnlichen historischer Momente wären noch zu berichten...Ich danke Ihnen, Sabine, dass wir von Ihnen erfahren konnten, dass die Polizisten Tränen in den Augen hatten. Die Tränen habe ich nicht gesehen, aber die Gesichter der Polizisten wahrgenommen, als auch: berüht, betroffen, traurig und besonnen. Und ihre Handlungsgesten waren, was ich sehen konnte, auch in diesem Sinne gestaltet. Es lohnt sich seinen eigenen Wahrnehmungen im Denken, Fühlen und Wollen zu vertrauen.
    #22

    Gabriele (Mittwoch, 05 August 2020 01:23)

    Vorsicht vor der Banalität der Dummheit!

    Grundrechte, Freiheit und Selbstbestimmung sind bisher nicht eingeschränkt gewesen!!!

    Der friedliche, mutige Impuls war Ausdruck im Handeln der Berliner Polizei aber nicht bei den Demonstranten. Dies zeigte die Respektlosigkeit, ohne Abstand durch Berlin zu ziehen.
    #23

    Sabine (Mittwoch, 05 August 2020 09:36)

    Einen Gruß an die Beobachterin mit dem Herzen aus Tübingen: obwohl Sie nur die Bilder ohne Ton ! Sahen, haben Sie gespürt, worum es in der Veranstaltung ging. Liebe.
    Der friedliche, mutige Impuls geht von den Veranstaltern aus - und nicht ursprünglich von der Polizei, wie jemand hier vermutet.
    Die wenigen Worte, die gesprochen werden durften, bevor sie den Strom abgestellt haben - ja, mitten auf einer genehmigten Versammlung wird von den Behörden die Technik sabotiert - dieses und Ähnliches konnte man in den letzte Monaten in vielen Varianten erleben ( das zum Thema freie Meinungsäußerung,Freiheit, Grundrechte s.o.) die wenigen Worte der Redner hatten die Inhalte „ Wahrhaftigkeit, Versöhnung, Liebe“, man sprach von der „Menschheitsfamilie“, vom Herzdenken und zu Beginn gab es mit dem Organisator Michael Ballweg eine Schweigeminute - und alle Versammelten standen da mit der Hand auf dem Herz und meditierten eine Minute...Hunderttausende.
    Diese Bewegung ist eine spirituelle Bewegung und deshalb erreicht sie soviele Menschen, es geht um ein Aufwachen für die Menschlichkeit, für unsere ursprüngliche Würde - und nicht um politische Parolen. Deshalb sind auch alle Rechts/Links Vorwürfe und Etiketten lächerlich, vor allem weil sich das herkömmliche politische Spektrum gar nicht mehr als Solches abbildet, was links war ist jetzt rechts und umgekehrt..Immer mehr Menschen realisieren auch, dass diese Kategorien nicht mehr zählen, im Gegenteil, dass sie mit diesen Kategorien instrumentalisiert werden.
    Wie Christoph Hueck es beschrieben hat, es geht jetzt um selbstbestimmtes Denken, jede/r muss seinen/ ihren eigenen Umgang mit der Irritierenden Wirklichkeit finden.
    Und wir sollten uns dabei nicht spalten lassen. Einem eiskalten Menschenbild, was sich durchsetzen will, steht ein Aufwachen für die Liebe und Menschlichkeit gegenüber, dafür braucht es michaelischen Mut und Klarheit für die Umsetzung.
    Das Großartige an der Demo in Berlin war, dass die Botschaft der Liebe und Menschlichkeit ankam, ohne dass die eigentliche Kundgebung stattfand - das ist ein Beweis für die starke spirituelle Kraft - und ein mittlerweile in Bildern um die Welt gehendes Zeichen, was für die Politik unübersehbar wird.
    #24

    Rudolf Gross (Mittwoch, 05 August 2020 20:27)

    Es scheint, dass die Polarität in den Texten durchzuschlagen droht. Streitsucht der Glaubenssätze ohne einen gedanklichen Beitrag zu leisten. Eine alte unfähige Geschichte von Geistesschülern? Nährboden für schlechte Elementarwesen (Viren). Liebe Leute akzeptiert doch einmal diesen so wichtigen Impuls/Tat statt schöngeistig einzufrieren. Geht doch der Frage nach der spirituellen Ursache lang und erkennt das Suchende dieser Menschen und durchschaut die Missbräuche der Mächtigen und welche Kräfte durch sie wirken. Diskutiert lieber die sozialen Konsequenzen! Ein Beispiel: in meiner Praxis habe ich immer mehr Kinder mit Soor und Mundekzemen etc. durch die Masken. (eine Art Kindsmisshandlung) Reden wir über diese Konsequenzen und verstehen wir warum solche friedlichen Demos für die weitere Entwicklung von Bedeutung sind.
    #25

    Jana (Donnerstag, 06 August 2020 07:57)

    Ich bin in diesem Sommer auf zwei sehr interessante Bücher gestossen. "Corpus delicti" von Juli Zeh (ein Buch, das vor 10 ! Jahren erschienen ist, und sich liest, als wäre es in diesem Frühjahr entstanden... Schon das sagt meiner Meinung nach viel darüber, in was für einer Entwicklung wir uns gerade befinden.) und begleitend dazu "Fragen zu Corpus delicti" von der gleichen Autorin. In beiden finden sich ausserordentlich interessante Denkanstösse, u.a. zu der Frage, ob "Grundrechte, Freiheit und Selbstbestimmung bis jetzt nicht eingeschränkt gewesen sind", wie es jemand weiter oben schrieb.
    #26

    Jaschar (Donnerstag, 06 August 2020 17:24)

    Sehr geehrter Herr Hueck,

    Kritik an den Maßnahmen finde ich berechtigt und ein Blick auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel ist meiner Meinung nach Bürgerpflicht.
    Aber was sich da am 01.08 bei Tageslicht auf der Straße des 17. Juni offenbart hat, lässt mich schaudern.
    Sowohl die eigenmächtige Erklärung des Endes einer Pandemie, als auch die Tolerierung und aktive Zusammenarbeit der Veranstalter mit Menschen, die offenkundig nationalistische, antisemitische und faschistoide Haltungen vertreten, halte ich nicht nur für Verantwortungslos sondern für Gefährlich. Wozu das führen kann, lehrt uns die Geschichte.

    Ich bin mir nicht sicher Herr Hueck, ob ich Ihnen Fahrlässigkeit oder Mutwillen unterstellen will. Denn Sie scheinen mit Ihrer Verharmlosung nicht nur auf dem rechten Auge blind zu sein, sondern blasen auch noch in ein Horn, dessen Ton Musik in den Ohren totalitärer Geister ist.

    Was ich bei Ihnen raushöre ist: Wir sind die Guten und wir wollen doch nur Frieden und es gibt da irgendwo ein paar Menschen und die wollen Böses und wenn die erstmal weg sind, und wir übernehmen, dann wird alles gut.
    Dasselbe Narrativ finden Sie auch u. A. bei Ken Jebsen, dessen simple Lösungen für komplexe Sachverhalte teilweise auch in Waldorfkreisen fröhlich rumgereicht werden.

    Faschismus bleibt Faschismus, egal ob man Reichskriegsflaggen schwenkt, Mahatma Gandhi vor sich herträgt oder sich mit Edelsteinen behängt.

    Ich glaube Ihnen wenn Sie sich von rechtsradikalen Tendenzen distanzieren und gleichzeitig habe ich den Eindruck, Sie nähren ein Feuer, über dem ein Gebräu köchelt, welches weder Sie noch ich am Ende trinken wollen.

    Gruß aus Berlin

    #27

    Testung (Donnerstag, 06 August 2020 22:11)

    Liebe Filosemiten und Antropoidioten,
    FAZ von Julia Anton am 06.08.2020-11:18 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin:
    "Die Mehrheit der Infizierten habe sich zuletzt zwar in Deutschland angesteckt, aber die Relation der positiven Tests falle bei Reiserückkehrern höher aus als bei Testungen im Inland".
    www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/spahn-corona-testpflicht-fuer-rueckkehrer-aus-risikogebieten-von-samstag-an-16892591.html
    https://yandex.ru/collections/card/5f2c35e07a7e7bc4180f5f3f/
    Sollte ich Angst von Euch haben?
    https://yandex.ru/collections/card/5f2c35e07a7e7bc4180f5f3e/
    #28

    Die Eurythmistin (Freitag, 07 August 2020 11:29)

    Wer es verharmlost mit Rechten gemeinsam zu demonstrieren, dem kann ich nur mit Thomas Mann antworten: „Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“
    #29

    Sabine (Freitag, 07 August 2020 15:03)

    An Herrn Gross: Im Corona Untersuchungsausschuss (https://corona-ausschuss.de) wurde aktuell das Thema Masken behandelt, durch die Maskenpflicht in Schulen wird das jetzt immer dringender. Sie können sich dort beteiligen, Juristen und Ärzte arbeiten an der Aufklärung.
    #30

    Ökologe (Samstag, 08 August 2020 10:47)

    Liebe besorgte Mitbürger*innen,
    natürlich mischen sich unter eine Riesendemo immer einige wenige Rechte, Nerver und Störer. Ich war bei den Demos gegen die WAA in Wackersdorft und bei den Abrüstungsdemos/Friedensdemos dabei. Das Dauerproblem: einige gewalttätige Störer (schwarzer Block), einige DKP'ler (die AKWs in der Sowjetunion super fanden, nur nicht im Kapitalismus etc.). Wenn man sich da ABSOLUT distanziert hätte (wie soll das gehen - ausser zuhause bleiben?), HÄTTE ES KEINE DEMOS UND KEINEN WIDERSTAND GEGEBEN.
    Mein Fazit: Deutschlandfahnen etc. nerven, aber sie dominieren nicht das Gesamtbild. Die Presse und die politischen Gegner stürzen sich darauf, berichten nur noch darüber. Warum? Um den Widerstand zu spalten und klein zu kriegen.

    A propos aktuelles Thema (es wird Zeit, dass andere Professionen als Virologen mal die Stimme für ihre Mitmenscher erheben):
    https://corona-transition.org/der-maskenzwang-ist-verantwortlich-fur-schwere-psychische-schaden-und-die
    #31

    Ökologe (Samstag, 08 August 2020 10:52)

    PS:
    A propos TESTUNG, das Schaubild zeigt das Wesentliche (ganz ohne die üblichen Beleidigungen und Abwertungen des Diskussionspartners):

    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10219544600060304&set=a.2192929977469&type=3&theater
    #32

    Gärtnerin (Samstag, 08 August 2020 16:01)

    @ Ökologe - ich war schon auf vielen Demos und weder auf den linken Demos der 80er noch auf den Klimademos, die weiterhin stattfinden, möglicherweise waren diese Demos nicht riesig genug - mir sind dort jedenfalls keine Rechten, Nerver und Störer begegnet. Fridays for Future hat kein Problem, sich nach rechts zu distanzieren. Glaubwürdige Zweifler an den Corona-Einschränkungen sollten das auch hinkriegen. Die Thematik dieser "Freidenker"-Demos ist so verschwommen, damit möglichst viele mitlaufen. Ein bisschen was für jede/n.
    @ Herrn Hueck - was Die Eurythmistin gesagt hat!



Aus: "Bilder von der Demo am 1.8. in Berlin" (02. August 2020)
Quelle: https://www.akanthos-akademie.de/2020/08/02/bilder-von-der-demo-am-1-8-in-berlin/

https://www.akanthos-akademie.de/2020/08/09/zur-diskussion-um-eine-angeblich-fehlende-distanzierung-von-rechtsradikalen/

-

"Bewertung: unbelegt - Unbelegte Behauptungen über Zählweise der Corona-Todesfälle in den USA" Cristina Helberg (31. Juli 2020)
In einem Artikel wird spekuliert, die Aufregung um das Coronavirus sei „ein riesiger Fake“. Denn in den USA könnten zehntausende Menschen fälschlich als Covid-19-Todesfälle deklariert worden sein. Damit solle die Sterberate angeblich „künstlich nach oben getrieben werden“. Für diese Schlussfolgerung gibt es keine Belege. ...
https://correctiv.org/faktencheck/2020/07/31/unbelegte-behauptungen-ueber-zaehlweise-der-corona-todesfaelle-in-den-usa

-

"Covid-19 und Lockdown: Was war Regierungen die Rettung von Menschenleben wert?"  Florian Rötzer (08. August 2020)
... Die Corona-Pandemie-Skeptiker, die die Maßnahmen für überzogen und Covid-19 nur für eine gewöhnliche Grippewelle halten, würden aus dieser Betrachtung den Wert von Menschenleben sehr gering einordnen. Etwa so, wie Donald Trump sagt: "Sie liegen im Sterben, das ist wahr. Es ist, wie es ist.". Aus dem Lager heißt es auch, dass die Menschen sowieso gestorben wären. Also "Fehlalarm", wie Bhakdi ebenfalls mit Scheuklappenvisier konstatiert.
In Deutschland ist der Blick sehr eingeschränkt auf Deutschland, wo nach der Studie die Rettung eines Menschenleben relativ hoch angesetzt wurde, weswegen relativ wenig Menschen starben. Mit einem Blick auf Europa zeigt sich, dass die Übersterblichkeit schon jetzt höher ist als die auch bei einer schweren Grippewelle wie 2017/2018, die "tödlichste seit 30 Jahren" ...
https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-und-Lockdown-Was-war-Regierungen-die-Rettung-von-Menschenleben-wert-4865894.html

Quote
     Sobieskis Schild, 08.08.2020 00:20

Fantasiezahlenspiele
Mehr ist das nicht. Der wievielte Werbetrommel-Artikel ist das eigentlich, nur vom Herrn Chefredakteur allein?
Mich erinnert es an dunkle mittelalterliche Praktiken, "und hätten wir die Hexen nicht geopfert, wäre die Ernte noch karger ausgefallen".
Unseriös. Zumal auch jeder Versuch einer Gegenrechnung fehlt. Wieveil Depressiven hat es das Leben gekostet, wieviele Opfer gab es durch die ausgefallenen über 50.000 Operationen, was passiert eigentlich mit den Menschen, die in die Pleite getrieben wurden?


Quote
     Katzenbeisser, 08.08.2020 03:33

Menschenleben

Komisch: vor 2020 haben Menschenleben keine Sau interessiert: Es wurde nix gegen den Antibiotikamissbrauch getan, obwohl sehr viele Menschen durch multiresistente Keime sterben.


...

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Quote
K.HEID | Community, 07.08.2020


Epidemiologie ist keine Systemfrage, sondern eine wissenschaftliche Disziplin, deren Empfehlungen lauten: Mund-Nasen-Schutz, Abstand, Hygiene, Quarantäne und Testen. Eigentlich ganz einfach. Wenn die Linke anfängt, aus der Covid-Pandemie eine Systemfrage oder gar einen "Glaubensbürgerkrieg" zu machen, dann tappt sie in die Falle, die die Rechten aufgestellt haben. Tatsächlich spielt die Systemfrage bei der Leistungsfähigkeit eines Gesundheitssystems eine Rolle. Covid führt dazu, dass sich das jetzt weltweit überprüfen lässt. Nicht die Empfehlungen des "Staatsvirologen Drosten" (Was hätten Sie denn lieber, einen Privatvirologen?) sind das Problem, sondern die Arbeitsbedingungen, die Zugänglichkeit, die Kosten/Finanzierung des Gesundheitssystems sowie die allgemeine Krankenversicherung für Bürgerinnen und Bürger.


Zu: https://www.freitag.de/autoren/mladen-gladic/angst-vor-ansteckung

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Quote
[...] Ein provokativer Auftritt des Kabarettisten Florian Schroeder auf der „Querdenken“-Demo in Stuttgart hat im Netz viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Schroeder kam nach eigenen Angaben am Samstag auf die Bühne, um „die Grenzen ihrer Meinungsfreiheit“ auszutesten. Für seine ersten Äußerungen bekam der Vierzigjährige noch Applaus, wie ein Video zeigt, das Schroeder in seinem eigenen Youtube-Kanal verbreitete: „Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream“ sagt er, und: „Man hat mir gesagt, hier in Stuttgart ist die Freiheit.“

Doch recht schnell nimmt die Begeisterung des Publikums ab. Zunächst überfordert der Kabarettist einige mit Verweisen auf Hegels Dialektik, dann fragt er, ob wir „in einer Corona-Diktatur“ leben. Nach einem vielstimmigen „Ja“ aus der Menge argumentiert der Kabarettist dagegen: „Wenn wir irgendeine Form von Diktatur hätten, dann dürftet Ihr euch hier gar nicht versammeln, dann dürftet Ihr hier gar nicht stehen.“

Auch auf die Frage: „Wollt Ihr die totale Meinungsfreiheit?“ ist von den Zuhörern ein lautes „Ja“ zu hören. Anschließend sagt Schroeder: „Ich bin der Auffassung, dass Corona eine hochgefährliche, ansteckende Krankheit ist, und ich bin der Überzeugung, dass Maskentragen und Abstand halten das Wichtigste und Beste ist, was wir in diesen Tagen tun können.“ Dafür erntet er Buhrufe und schiebt hinterher: „Wenn Ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst Ihr meine Meinung aushalten.“

...


Aus: "Kabarettist Florian Schroeder : Leben wir „in einer Corona-Diktatur“?"   (09.08.2020)
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kabarettist-florian-schroeder-konfrontiert-querdenken-demonstranten-16896826.html

-

Quote
[...] In Brasilien ist die Zahl der Corona-Toten auf mehr als 100.000 angestiegen. Wie die Tageszeitung „Folha de São Paulo“ mit Stand Samstagabend berichtete, starben allein in den vergangenen 24 Stunden 841 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Infektion und mehr als 46.000 neue Infektionen wurden gemeldet. Insgesamt sind mehr als drei Millionen Menschen in dem südamerikanischen Land mit dem Virus infiziert. Laut brasilianischen Medien gibt es keine Anzeichen, dass die Pandemie unter Kontrolle ist. Brasilien ist nach den Vereinigten Staaten am schwersten von der Pandemie betroffen.

Am 25. Februar meldete Brasilien seine erste Covid-19-Infektion. Ein Bewohner aus São Paulo hatte das Virus von einer Italien-Reise mitgebracht. Seitdem hat sich das Virus von den Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro über das ganze Land ausgebreitet. Ein Ende der Leidenszeit ist für die Brasilianer nicht abzusehen: Auf Brasilien entfallen 6,5 Prozent aller weltweiten Corona-Infektionen und 7,2 Prozent der Toten. Die brasilianische Bevölkerung macht aber nur 2,7 Prozent der Welt aus. Dabei ist laut Experten die Zahl der Corona-Infizierten noch mindestens sieben Mal höher, da Brasilien über sehr geringe Testkapazitäten verfügt.

Brasilien gilt inzwischen als Beispiel für das Versagen der Politik im Umgang mit der Pandemie. Präsident Jair Bolsonaro, der selbst infiziert war, verharmlost trotz der nationalen Tragödie weiter die Pandemie. Immer wieder setzte er sich demonstrativ über die von Bürgermeistern und Gouverneuren erlassenen Quarantänemaßnahmen hinweg, missachtete die Distanzregeln und trat öffentlich ohne Maske auf.

Innerhalb weniger Wochen hatten zwei Gesundheitsminister, beides Ärzte, im Streit mit Bolsonaro über das Krisenmanagement die Regierung verlassen. Seit mehr als zwei Monaten wird das Gesundheitsministerium übergangsweise von einem Militär ohne medizinische und administrative Vorkenntnisse, General Eduardo Pazuello, geführt.

Inzwischen liegen gegen Bolsonaro mehrere Anträge auf Amtsenthebung und eine Anzeige vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen seines unverantwortlichen Handelns vor. Ihm wird vorgeworfen, Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung in der Pandemie unterlassen zu haben und damit mitverantwortlich für den Tod von Zehntausenden Menschen zu sein.


Aus: "Mehr als 100.000 Corona-Tote in Brasilien" (09.08.2020)
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/brasilien-mehr-als-100-000-corona-tote-16896838.html

...

Quote
deep_franz #42

"Der Kabarettist Florian Schroeder hat in Stuttgart versucht, mit Anti-Corona-Demonstrierenden über Meinungsfreiheit zu diskutieren. Mit bescheidenem Erfolg"

Im Gegenteil, mit allergrößtem Erfolg - er hat das unglaublich gut gemacht!
Dazu kommt, daß er, obwohl er auf der Bühne stand, einen rudimentären Dialog mit diesen Menschen hatte. Das ist nach meinem Dafürhalten mehr Erfolg als man sich vorstellen konnte.
Buhrufe sind doch kein Misserfolg, wenn man vor Menschen auftritt, bei denen man weiß, daß sie gegenteiliger Meinung sind.


Quote
Franz1971 #5

... Ich hockte letzte Woche mit vier Teilnehmern der Demo in Berlin in einem völlig überfüllten Regionalzug. Als ich sie bat eine Maske zu tragen musste ich mir dann abhören ich sei eine von der Politik , den „ Mainstreammedien und der Pharmaindustrie gesteuerte Marionette und solle mich mal informieren und aufwachen . Als ich sagte, dass ich als Krankenpfleger zig COVID Kranke und Tote gesehen hätte wurde es immer kruder und ich , muss ich zugeben, immer lauter. Es ist einfach so : die denken sie haben recht und ich bin ein Spinner und ich denke ich hab recht und die sind Spinner . Einigung nicht ! möglich .


Zu: https://www.zeit.de/kultur/film/2020-08/florian-schroeder-auftritt-querdenken-demo-stuttgart

...
« Last Edit: August 10, 2020, 09:36:39 AM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #170 on: August 09, 2020, 10:36:41 PM »
Quote
[...] In den Vereinigten Staaten hat die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle die Marke fünf Millionen überschritten. Den traurigen Rekord verzeichnete die Johns Hopkins University am Sonntag. Nirgendwo sonst auf der Welt haben sich so viele Menschen mit dem neuen Coronavirus angesteckt.

Die Zahl der tatsächlichen Fälle in Amerika dürfte nach Ansicht vieler Gesundheitsexperten etwa zehnmal höher liegen. Als Grund dafür werden einerseits die beschränkten Testmöglichkeiten genannt. Andererseits verläuft der Großteil der Infektionen mild, daher werden viele Erkrankungen nicht gemeldet oder gar nicht erst erkannt.

In den Vereinigten Staaten infizieren sich pro Tag derzeit etwa 54.000 Menschen mit dem Virus. In der zweiten Julihälfte lag der Tageswert bei über 70.000. Zwar ist dieser nun wieder gesunken, aber in fast 20 amerikanischen Staaten steigt die Zahl der Neuinfektionen und in fast allen die Zahl der Todesopfer. Viele Amerikaner weigern sich, Mund- und Nasenschutz zu tragen und Abstand zu Sozialkontakten zu halten.


Aus: "Weltweit meiste Infizierte: Zahl der Corona-Fälle in Amerika überschreitet fünf Millionen" (09.08.2020)
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/zahl-der-corona-faelle-in-amerika-ueberschreitet-fuenf-millionen-16897264.html

-

Quote
[...] Martin Sprenger und Michael Fleischhacker diskutieren über Ethik und Scheinheiligkeit der Corona-Maßnahmen. ... Dieser Artikel gehört zum Projekt Coronavirus und ist Teil 75 einer 104-teiligen Recherche. ...

Über die Scheinheiligkeit in der ethischen Debatte, die Angst in den Köpfen der Menschen und was von der Krise bleiben wird: Der Briefwechsel Martin Sprenger – Michael Fleischhacker geht in die nächste Runde.

... Angesichts der Scheinheiligkeit, mit der aktuell von manchen Politikern, Journalisten und auch Wissenschaftlern argumentiert wird, erlauben Sie mir bitte noch einen abschließenden unwissenschaftlichen Wutausbruch:

„Es zipft mich schon dermaßen an, wie ihr plötzlich alle zu Moralaposteln werdet. Ja, jeder Todesfall ist tragisch, egal ob er in Österreich, Italien, Afrika oder den USA passiert. Aber tut doch bitte nicht so, als ob erst seit dem Jahr 2020 gestorben wird. 250.000 Todesfälle aufgrund dieser Pandemie sind tragisch, aber sind die 1,2 Millionen vorzeitigen Sterbefälle aufgrund von Tuberkulose und eine Million aufgrund von HIV/AIDS nicht auch tragisch? Was ist mit den 5,3 Millionen Kindern, die jedes Jahr vor dem 5. Lebensjahr versterben? Jedes Jahr! Immer und immer wieder! Auf dem Dashboard wären das 14.500 Sterbefälle jeden Tag! Doppelt so viel wie am Höhepunkt der Corona-Pandemie. Hat euch das bisher irgendwie gekümmert? Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen. Hat sich irgendeiner von euch Moralaposteln jemals dazu geäußert? Ich hätte auch gut und gerne auf diese Pandemie verzichtet. Aber euch, die ihr da jetzt so politisch korrekt und pseudoempathisch in diversen Medien herumheuchelt, möchte ich am liebsten laut ins Gesicht schreien: Wo ist eure Empathie, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken, wo ist sie, wenn Kinder in Flüchtlingslagern, eine Flugstunde von Österreich entfernt, jämmerlich krepieren? Eure Scheinheiligkeit kotzt mich an!“



Lieber Herr Fleischhacker, bitte streichen Sie diesen Abgesang aus dem Brief, bitte zensurieren Sie mich, ich habe so eine Wut, dass ich mir im Moment selbst keinen Maulkorb oder Mundschutz verpassen kann – sorry! Schützen Sie mich bitte vor mir selbst, ich bin gerade eine verbale Hochrisikoperson – danke!

Ihr Martin Sprenger



Aus: "Lebens­schutz als Totschlag­argument" (6. Mai 2020)
Quelle: https://www.addendum.org/coronavirus/lebensschutz-als-totschlagargument/

https://www.zeit.de/2020/25/martin-sprengler-corona-krise-kritiker

Im Zuge der COVID-19-Pandemie in Österreich wurde Sprenger Anfang März in den Beraterstab der „Coronavirus-Taskforce“ des Gesundheitsministeriums berufen, da eine seiner früheren Studentinnen inzwischen dort arbeitete.[3] Nach Sebastian Kurz’ Pressekonferenz am 30. März begann er, öffentlich Kritik an einzelnen Maßnahmen zu äußern; so nannte er etwa das Schließen von Parks und Wandergebieten „nicht nachvollziehbar“. Dies führte zum Bruch mit der Führungsebene und nach internen Attacken trat er am 8. April 2020 als Berater des Ministers Rudi Anschober zurück.[3][5] Dieser ersetzte ihn zwei Tage später durch Christiane Druml.[6][7]
Seine Erfahrungen in dieser Zeit, die er in einem Tagebuch festgehalten hatte, veröffentlichte er unter dem Titel Das Corona-Rätsel als Buch.[8]
https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Sprenger (15. Juli 2020)

...
« Last Edit: August 10, 2020, 10:33:15 AM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #171 on: August 10, 2020, 10:22:30 AM »
Quote
[...] Giovanni Ceresoli hat dem Horror in die Augen geblickt: Der 67-Jährige wohnt unweit des Friedhofs von Bergamo. Er hat im März die Kolonnen der Militärwagen, die die Särge der Toten abtransportierten, unter seinem Wohnzimmerfenster vorbeifahren gesehen. "Die Szene hatte etwas wahrhaft Unwirkliches. Ich fühlte mich wie in einer Luftblase, aus der ich nicht blicken wollte", erzählt Ceresoli heute. "Ich wollte nicht mehr sehen, was draußen passiert. Weil das, was man draußen sah, war einfach zu schrecklich."

Er litt zu dieser Zeit ebenfalls an Covid-19: Zehn Tage lang hatte er 38 Grad, Fieber und Husten. Einen Arzt hat Ceresoli während der ganzen Epidemie nie zu Gesicht bekommen: Sein Hausarzt sagte ihm am Telefon, er solle ruhig bleiben und sich, so gut es eben gehe, von seiner Frau fernhalten. Die Symptome der Krankheit verschwanden dann allmählich von selbst. Auch Bergamo ist inzwischen vom Virus genesen, zumindest fast: Die Zahl der täglichen Neuansteckungen lässt sich an einer Hand abzählen.

Im Spital Papst Johannes XXIII., dem drittgrößten der Lombardei, der am stärksten vom Coronavirus betroffenen italienischen Region, wurde bereits am 7. Juli der letzte Covid-19-Patient aus der Intensivstation entlassen. Das Krankenhaus von Bergamo war während Wochen Italiens "Schützengraben im Krieg gegen das Coronavirus": Dort wurden bis zu 500 Patienten gleichzeitig behandelt. Auf der Intensivstation lag der Verbrauch an Sauerstoff bei 8600 Litern pro Stunde.

Das Virus ist nun vorerst unter Kontrolle – aber die Angst ist geblieben. Das spürt und sieht man bei einem Rundgang durch die Città Alta, die auf einem Hügel thronende mittelalterliche Altstadt von Bergamo: Obwohl in der ersten Augustwoche eigentlich längst Hochsaison wäre, sind die Restaurants und Trattorien der zentralen Piazza Vecchia halbleer. Die unzähligen Läden an der Hauptgasse, der Via Bartolomeo Colleoni, haben zwar geöffnet, aber es herrscht kaum Betrieb.

Die meisten der Einheimischen tragen auch im Freien noch Atemmasken, obwohl dies nicht vorgeschrieben wäre. "Es fehlen die Touristen. Aber auch viele Einheimische gehen kaum aus dem Haus. Es ist eine psychologische Blockade, der Schock sitzt einfach noch zu tief", sagt die 42-jährige Lucy. Die Inhaberin einer Modeboutique ist selbst noch traumatisiert: "Ich hatte während des Lockdowns große Angst, ich saß zu Hause und weinte."

Wer das Drama nicht selbst erlebt habe, könne das vielleicht nicht verstehen. Die Stadt war leer, in den Straßen fuhren nur noch Leichenwagen und Ambulanzen. "Ununterbrochen heulten deren Sirenen." Die wurden aus Rücksicht auf die Anwohner irgendwann nicht mehr benützt. "Und dann hörte man nur noch die Totenglocken", sagt Lucy.

Keine andere Stadt der Welt wurde von Covid-19 so brutal heimgesucht wie Bergamo: Wochenlang galt die Stadt als das "Wuhan Europas". Allein zwischen dem Ausbruch der Epidemie Ende Februar bis zum 31. März sind in der dichtbesiedelten Provinz Bergamo mit ihren 1,1 Millionen Einwohnern 6238 Personen gestorben, davon 670 in der Stadt Bergamo. In normalen Jahren sterben in der Provinz im gleichen Zeitraum knapp 1200 Personen.

Auf dem Höhepunkt der Epidemie hatte sich die Sterblichkeit demnach versechsfacht. Selbst in anderen stark von der Epidemie betroffenen italienischen Städten wie Cremona, Lodi, Brescia und Piacenza lag die Sterblichkeit deutlich tiefer. Die hohe Zahl von Covid-19-Toten hat in Bergamo und den umliegenden Ortschaften nicht nur Angst und Trauer, sondern auch Wut ausgelöst. Warum, fragen sich die Bergamasker, haben die Behörden der Provinz nicht sofort reagiert, obwohl hier die Zahl der Neuinfektionen und der Todesopfer schon Ende Februar zum Teil höher lag als in anderen Regionen, die zum Sperrgebiet erklärt worden waren?

Diese Frage stellten sich auch Luca Fusco und sein Sohn Stefano, nachdem Lucas Vater Anfang März an Covid-19 gestorben war. Sie haben eine Vereinigung von Angehörigen gegründet, die sich "Noi denunciamo" nennt: Wir klagen an. "Wir wollen die Wahrheit wissen, denn sobald wir die haben, können wir das System ändern, das nicht funktioniert hat." Der Vorwurf von Luca und Stefano Fusco: Die Behörden hätten die Angelegenheit nicht ernst genug genommen, obwohl sich schon im Jänner und Februar in den Spitälern der Provinz die Fälle von "anormalen" Lungenentzündungen gehäuft hätten.

Und selbst nachdem das Virus in der Lombardei erstmals nachgewiesen wurde, seien insbesondere in den nahe liegenden Spitälern von Nembro und Alzano nicht einmal die elementarsten Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Diese Krankenhäuser seien in der Folge zu Brandbeschleunigern der Epidemie geworden, wo sich sowohl Patienten als auch das medizinische Personal mit dem Virus infiziert hätten.

Der Gruppe haben sich in ganz Italien schon 66.000 Personen angeschlossen. Ihre Anwältin Consuelo Locati hat bei der Staatsanwaltschaft von Bergamo 50 Klagen eingereicht, weitere 250 sollen noch folgen. Auch Anwältin Locati hat ihren Vater während der Epidemie verloren. Die Sammelklage erfolge nicht, um Geld zu erhalten oder um Vergeltung zu üben, sagt sie: "Wir wollen lediglich Gerechtigkeit. Die Regionalregierung der Lombardei hat nach unseren Erkenntnissen eine große Verantwortung an der Tragödie." So hätte sie etwa die Möglichkeit gehabt, die Provinz zum Sperrgebiet zu erklären.

Fest steht, dass sich das Virus in Norditalien und insbesondere in der Provinz Bergamo im Jänner und im Februar unbemerkt und rasend schnell ausbreiten konnte. "Und als das Virus endlich entdeckt wurde, war es zu spät", sagt Bergamos sozialdemokratischer Bürgermeister Giorgio Gori. Ein in ganz Italien durchgeführter, repräsentativer Antikörpertest, dessen Resultate in dieser Woche veröffentlicht wurden, belegt die weit überdurchschnittliche "Durchseuchung" der Provinz: In Bergamo wurden bei 24 Prozent der getesteten Personen Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen. In der Lombardei dagegen nur bei 7,5 Prozent der Bevölkerung und im nationalen Durchschnitt Italiens bei 2,5 Prozent.

Bürgermeister Gori räumt ein, dass auch er die Gefahr zu Beginn unterschätzt habe. "Wir waren alle davon überzeugt, dass die Epidemie innerhalb von wenigen Wochen vorübergehe, ohne unser Leben derart zu erschüttern." Er selbst habe ganz sicher auch Fehler gemacht, und das tue ihm leid, beteuert er: Bars und Restaurants seien zu lange geöffnet geblieben. In der Provinz Bergamo haben aber auch andere Fehler begangen: So hatte sich der lokale Unternehmerverein wochenlang gegen die Einrichtung einer roten Zone gewehrt. 376 Unternehmen mit Zehntausenden von Arbeitsplätzen und einem Jahresumsatz von 850 Millionen Euro wären betroffen gewesen.

Die Corona-Epidemie hat in Bergamo aber auch positive Energien geweckt. Pietro Bailo, Präsident eines lokalen Kulturvereins, hat gleich zu Beginn des Lockdowns 250 Freiwillige zusammengetrommelt, die für alte und vorerkrankte Mitbürger, die ihre Häuser nicht mehr verlassen konnten, die Einkäufe erledigten. Später begann die Gruppe, vor Spitälern, Altersheimen, unter den Fenstern der Alten und Kranken kleine Konzerte und Theateraufführungen zu organisieren.

"Wir gingen in die Viertel, von denen wir wussten, dass dort besonders viele einsame ältere Menschen wohnen", erzählt der 29-jährige Bailo. Das machen sie auch noch heute, zwei Monate nach dem Ende des Lockdowns: Sie probierten neue Formen des Zusammenlebens aus. Und all das, sagt Bailo, "wäre nicht möglich gewesen ohne die Covid-19-Tragödie". (Dominik Straub aus Bergamo, 9.8.2020)


Aus: "Bergamo nach der Apokalypse" Dominik Straub aus Bergamo (9. August 2020)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000119234494/bergamo-nach-der-apokalypse

Quote
3 Hamster zum Preis von 4

Betreffend: "die Kolonnen der Militärwagen, die die Särge der Toten abtransportierten"
In Bergamo mußte das Militär diese Funktion übernehmen, weil die Bestattungen streikten. Alte italienische Tradition: Wenn jemand merkt "Ohne mich geht nix", dann wird gerne gestreikt. Das bringt Lohnerhöhungen oder zumindest ordentliche Einmalzahlungen. Nachsatz: Wenn ich Texte in denen "Apokalypse" vorkommt lesen will, dann nehme ich das alte Testament - und nicht die Zeitung für Leser.


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hinweis4

Es war keine Apokalypse, es war eine Mischung aus politischem Versagen, falscher ärztliche Einschätzungen, Mangel an elementarsten Schutzmöglichkeiten für das medizinische Personal und falschen Entscheidungen in Bezug auf die Patienten.
Infizierte wurden in Pflegeheimen untergebracht (wie überall in Europa, wo es hohe Sterbeziffern gab), es wurde falsch beatmet usw. usw.

Zur selben Zeit waren in den Nachbarprovinzen ebenfalls hohe Infektionszahlen zu beobachten, aber es gab viel weniger Tote.


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Mariomed25

Die Italiener klagen wegen der hohen Todesraten die Behörden an und bei uns klagen die Coronaleugner und andere Volldeppen die Politik wegen offensichtlich „zu wenigen“ Todesopfern an.........das soll noch jemand verstehen.


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1000 Kopfläuse können nicht irren

"Auf dem Höhepunkt der Epidemie hatte sich die Sterblichkeit demnach versechsfacht"
6.200 dividiert durch 1200 ist nicht 6.
Eine journalistische Übertreibung ist angesichts der Materie sicherlich nicht nötig!


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Thyrion Lannister

[Bergamo hat übrigens mit 1.200 Todesfällen pro Jahr bei 1,1 Mio Einwohner eine sehr hohe Sterblichkeit, normal würde man knapp unter 1.000 erwarten. Wenn Qualitätsmedien sowas recherchieren würden, dann hätte man sich die ganze pandemische Panik erspart.]

Mich wundert seit Beginn der Coronahysterie, warum niemand Zahlen liefert, wie viele von den Toten in der Provinz Bergamo italienische Staatsbürger waren und wie viele unter 75.

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ned schimpfen: flashmobben

Weil es egal ist?


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Fleisch

Die kurze Antwort: Zufall. New York, Elsass, Madrid - an vielen anderen Orten war es ähnlich. Die lange Antwort: Nirgends war man gut vorbereitet, und dort kam das Virus zufällig recht früh zum Durchbruch. Viele sind ins Spital oder in Arztpraxen gegangen, dort wurde noch kein Social Distancing betrieben und zu wenig Masken getragen. Speziell war, dass die Lombardei bei Überlastung der Spitäler Betten in Altersheimen angemietet hat, was zur Verbreitung dort geführt hat. Ähnlich wie in Schweden, wo Coronafälle auch im Altersheim behandelt wurden. Ein paar Wochen später wurde zB in Österreich schon ganz anders reagiert, einfach weil man gesehen hat was passiert wenn man alle ins Spital oder in die Arztpraxen holt. ...


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Mutivers

Natürlich ist es schrecklich wenn Menschen sterben. Aber ich kann allen mit 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit sagen, auch sie werden sterben.


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Quiddity

Und du bist nach Lesen dieses Artikels zu dieser für dich neuen Erkenntnis gekommen da du uns das jetzt mitteilen musst?


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It ain't easy

In meinem Umfeld ist es zumindest eher so, dass jeder einen kennt, der deswegen seinen Job verloren hat.
Jedoch keinen einzigen Infizierten, oder gar Verstorbenen.


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Keijulaulu

Das ist schön für Sie... nicht so schön für die, die den Job verloren haben... Diese Einzefallbetrachtung bringt uns nicht weit, meinen Sie nicht auch?
Ich kenne aus dem näheren Bekanntenkreis einen Verstorbenen, mehrere Infizierte mit milden Symptomen (Tirol im März). Niemanden, der seinen Job verloren hat, zum Glück. Aber was bringt uns das jetzt?


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Tom Mingo

Ich kenne 4 die ihren Job verloren haben und einen der infiziert war, aber keinerlei Symptome hatte und nur davon erfahren hat, weil er sich aus beruflichen Gründen testen lassen musste.


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Kaktus Bachmann

Die einzigen Wohlstandsverwahrlosten sind die, die Corona hysterischerweise als du gefährlich einschätzen und mehr Schäden machen, als das Virus je könnte.
Alleine die Zahlen Bergamos sind der Beweis.


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Karl Zagman

Wenn man plötzlich nicht mehr sterben darf.....


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abcddcba

Das Beispiel Bergamo zeigt sehr deutlich, dass wir dank der modernen Medizin eine überalterte Gesellschaft geschaffen haben.
Unter normalen Umständen kommt unser Sozialsystem halbwegs damit zurecht.
Corona zeigt uns aber gnadenlos die Schwächen auf.
So zynisch das auch klingen mag, aber ohne medizinischer Unterstützung hätten die meisten der CoV-Toten auch ohne Covid-19 Infektion nicht mehr länger überlebt.
Man muss nur nach Afrika schauen, dort ist die Lebenserwartung generell niedriger, daher trifft Corona die meisten der dortigen Länder nicht so stark.


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Fehlfarbe

wie weit wollen sie denn punkto medizinscher versorgung zurückgegen?
vor semmelweiß? mittelalter (Lebenserwartung von 35 bis 40 Jahren)?


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Ein.Wanderer.

Stimmt! - Eine meisterhafte Analyse: die meisten Toten hätten auch ohne Infektion nicht überlebt.


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Boo Radley in Buchara?

Wie immer man es dreht und wendet und welche Zahlen auch immer stimmen mögen und welche Versäumnisse statt fanden und aus welchen Gründen - ohne die Bilder aus Bergamo mit den nächtlichen Leichentransporten durch das Militär, den einsam sterbenden Alten und Dutzender toter Ärzte und Mitarbeiter aus dem Pflegebereich hätten noch einige Staaten (wenn nicht alle in Europa inkl. Österreich) noch weiter geschlafen und abgewiegelt und wirtschaftliche oder sonstige Gründe vorgeschoben um nicht reagieren zu müssen. Somit hat Bergamo mit seinen Menschen einen sehr hohen Preis für uns ALLE bezahlt. Das macht mich traurig und wütend, aber ich hoffe doch, dass wir alle etwas daraus gelernt haben. ...


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ischoss

Sehe ich auch so. Leider haben es so einige Menschen trotzdem nicht verstanden worum es die ganze Zeit ging und geht und schimpfen die von uns die es durch diese Ereignisse gelernt haben 'Hysteriker'.


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Kaktus Bachmann

Also von 1,1 Millionen Einwohnern starben 6238 Menschen.
Das entspricht 0,6% der Bevölkerung.

Apokalypse also.

Es zeigt sich wieder klar : Wäre das Virus so gefährlich, würde es keine Berichte über die Apokalypse brauchen. Es bräuchte auch keine Politiker, die ständig die Gefahren des Virus betonen. ...


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Roithamer

Ist es wahr oder Verschwörungstheorie, dass man Seniorenheime dafür bezahlt hat, dass sie Patienten aus den überforderten Krankenhäusern unterbringen?
Kann es sein, dass in Bergamo das Militär deshalb ausrücken mußte, weil die Bestatter gestreikt haben?


Quote
HASE, mein Name ist HASE! - Karottenbauern-Konsortium 39

Bestatter hatten Angst vor einer Infektion und wollten Infizierte nicht transportieren oder "verarbeiten". Darum rückte die Armee aus, und mussten andere Orte der Zwischenlagerung gefunden werden. ...


Quote
MixedSignals

... diE SiNd mIT coViD unD nIcHT AN CovId gEstoRBen


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Solo#

Eine schwache Gruppe will die Wahrheit wissen eine viel stärkere Gruppe versucht das mit allen Mitteln zu verhindern - und das europaweit.


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Grey

Gestern hat mir, mit Verweis auf Italien jemand zurückgeschrieben: "Aber ich lebe in Österreich". ...


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Cabriofahrer

Wenn man Kommentare zu Corona (auch) im Standard-Forum liest muss man denen Recht geben, die Covid-19 als Intelligenztest bezeichnen. ...


...

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #172 on: August 10, 2020, 11:12:40 AM »
Quote
[...]  Kolumne - Hans Rauscher 9. August 2020

32 Prozent der Österreicher sind offen für Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise. Sie halten es laut Market-Umfrage für möglich, dass "es bei den Maßnahmen gegen die Coronavirus-Krise um etwas ganz anderes geht als das, was Politik und Medien sagen". Willkommen im Land der politischen Paranoiker.

Nicht alle von denen sind durchgeknallte Verschwörungstheoretiker, und nicht immer ist der Eindruck falsch, offizielle Maßnahmen hätten irgendwie eine "Hidden Agenda". Wie schon Woody Allen sagte: "Die Tatsache, dass ich Paranoiker bin, bedeutet nicht, dass sie nicht trotzdem hinter mir her sind." Die anfänglichen Behauptungen sehr vieler Offizieller, die Masken würden eh nicht gegen Corona helfen, hatten sehr viel damit zu tun, dass es zunächst zu wenige davon gab und man die Vorhandenen für das medizinische Personal aufsparen wollte. Vor allem aber gibt es eine ganze riesige Beeinflussungsindustrie, die den Kampf gegen die Fakten, die Realität, auch "die Wahrheit" als politisches Mittel einsetzt. Das sind meist autoritäre, demagogische Politiker, für die die Realität gefährlich ist.

Der amerikanische Historiker Timothy Snyder, der viel zu autoritären Systemen geforscht hat, arbeitet (in seinem schon 2017 erschienenen Buch "Über Tyrannei") die Mechanismen heraus, wie man die Herrschaft der Lüge errichtet: "Fakten aufzugeben bedeutet, die Freiheit aufzugeben. Wenn nichts wahr ist, dann kann niemand die Macht kritisieren, denn dann gibt es keine Basis, auf der man das tun kann. Wenn nichts wahr ist, dann ist alles Spektakel."

Der Hauptpraktiker dieser Methode ist natürlich Donald Trump. Er reitet eine ununterbrochene Attacke auf die überprüfbare Realität. Seit seinem Amtsantritt hat er fast 20.000 glatte Lügen und Unwahrheiten ausgesprochen. Er behauptet mit voller Überzeugung und wider alle Evidenz, dass Schwarz Weiß ist. Dass zum Beispiel die USA die beste Anti-Covid-Politik haben und die niedrigste Todesrate. Das Gegenteil ist fast immer der Fall, aber Trump wiederholt die Lüge als "schamanistische Beschwörung", um das Fiktionale plausibel und das Kriminelle wünschenswert zu machen. Und selbstverständlich muss man investigativen Journalismus "Lügenpresse" nennen.

Eine weitere Technik ist "magisches Denken": Das Unmögliche wird zum Wünschenswerten erklärt, die politische Niederlage zum Sieg, die Wirtschaftsflaute zur guten Performance und das Virus zu etwas, das schon wieder weggehen wird. Schließlich nennt Snyder (der sich dabei auf die Erkenntnisse von Victor Klemperer über den Totalitarismus stützt) als vierte Methode, die Wahrheit – auch für sich selbst – auszuhebeln, den "fehlgeleiteten Glauben". Die vollkommen verrückte Überzeugung, dass trotz aller Gegenbeweise der "geliebte Führer" absolut auf dem richtigen Weg ist.

Man nennt einen Zustand, in dem nichts mehr wahr ist, "Post-Truth". Er hat bereits weite Kreise des Denkens auch in westlichen Demokratien erobert. In Österreich haben wir einen gewissen Level an Post-Truth erreicht. Ein Teil der Medien ist massiv engagiert, die Fakten zu verdrehen, Ressentiments zu schüren und blanken Blödsinn zu verbreiten. Die Politik, auch die Regierungspolitik, ist in sehr hohem Maß damit beschäftigt, den Problemen einen Spin zu geben, statt sie zu lösen. Wir Kleinkinder kriegen Babyelefanten zum Spielen statt klarer Verhaltensregeln.

"Post-Truth ist Präfaschismus", sagt Snyder. So weit sind wir noch nicht (bei den USA kann man sich nicht ganz sicher sein), aber spielen dürfen wir uns nicht. (Hans Rauscher, 7.8.2020)


Aus: "Hans Rauscher: "Wenn nichts wahr ist, dann ist alles Spektakel"" (7.8.2020)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000119235329/wenn-nichts-wahr-ist-dann-ist-alles-spektakel

Quote
easyliving

Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn ...
Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n
Und dann werden tausend Märchen wahr
Ich weiß, so schnell kann keine Liebe vergeh'n
Die so groß ist und so wunderbar
Wir haben beide denselben Stern
Und dein Schicksal ist auch meins
Du bist mir fern und doch nicht fern
Denn unsere Seelen sind eins
Und darum wird einmal ein Wunder gescheh'n
Und ich weiß, dass wir uns wiederseh'n.
(Zarah Leander, 1942)


Quote
Albert Neuner

Mir imponiert an Trump, dass er nach dem Kriegspräsident Obama ein Friedenspräsident ist. Das ist gut!


Quote
Schlafen mit Amöben

32 Prozent...diese Zahl wird sicher noch steigen. Dass es bei den Maßnahmen gegen die Coronavirus-Krise um etwas anderes geht als das, was Politik und Medien sagen, wird immer mehr mehr Menschen klar, je länger diese inszenierte und seit langem geplante Krise dauert.


Quote
Sebastian Kruger

Es ist halt leider das Problem, dass man in der Fülle von Informationen nicht mehr feststellen kann, was wahr und was unwahr ist. Dazu kommen gut gemachte Fake-Seiten, Deep-Fake Videos und gesamt gesehen hat niemand mehr den Durchblick, was stimmen kann und was nicht.

Der Preis einer Informationsgesellschaft ist die Desinformation.


Quote
Montgomery Scott

Auf der einen Seite die faktenbefreite Tweet-Schleuder Trump, das Ibiza-Video und Message Control als Realität gewordene Dystopie epischen Ausmaßes, auf der anderen Seite der Gegenentwurf der Cancel Culture und der gebildetsten Einwanderungswelle, die wir jemals hatten (habe ich dem Standard noch immer nicht verziehen). Wir leben in seltsamen Zeiten.


Quote
Der weise Uhu

Es gibt z.B. kein "exponentielles Wachstum" Weder hier noch in Schweden noch in den USA noch sonst wo. Sonst wäre nach 5 Monaten die Durchseuchung schon längst erreicht. Eine der größten Lügen in Zusammenhang mit Corona überhaupt.


Quote
Montgomery Scott

Unsinn. In den ersten Wochen bis zum Wirksamwerden der Maßnahmen war der Anstieg in Österreich exponentiell. Dazu reicht ein Blick auf eine Verlaufskurve mit logarithmischer Skala.


Quote
Denken, denken, denken.

4 Monate massivster Aufwand um eine exponentielle Ausbreitung von Covid zu verhindern:
'Es gibt keine exponentielle Ausbreitung der Krankheit'.
Das war auch Sinn der Übung.


Quote
Der weise Uhu

Der größte Spin in Sachen Corona
Ist und bleibt das offizielle Schüren der Angst davor. Zusammen mit wenig nachvollziehbaren Maßnahmen, die klar einer WKO-Agenda folgen (sekkieren dort, wo die Leut nicht auskönnen).

Weiters besteht der Verdacht, dass bestimmte zunächst mit Corona begründete Maßnahmen mit dünnen Begründungen dauerhaft weiter aufgezwungen werden (v.a. die Volksdemütigung "Masken"), der Standard hat bereits Jubelartilel in die Richtung gebracht.

Und der Spin "trag Maske für Andere" dient überhaupt nur dazu, Strafen zu rechtfertigen.

Der Verdacht, dass die Maskenpflicht bestehen bleiben wird, bis die angeblich 100 Millionen Masken gekauft sind und regierungsnahe Händler ihren Schnitt gemacht haben, liegt ebenfalls auf der Hsnd.


Quote
Lord Syphilus

Die "Volksdemütigung" Masken...

Jesus im Himmel, Sie haben vielleicht Probleme.

Klar, jede Krise wurde von den herrschenden verwendet um auch ihre eigenen Agenden zu pushen, aber da geht's um Milliarden die auf ganz anderen Wegen verteilt werden, während sich die Aluhütler über den Anschober-Fetzen im Gesicht aufregen als würde dieses Stück Stoff sie mehr blamieren als ihre eigene Erbärmlichkeit...


Quote
Der Gummibaumtroll

Besser ein Stück Stoff im Gesicht als ein Zettel am Zeh.
"Volksdemütigung".

So einen Schwachsinn muß man dann auch noch lesen. Und ausgerechnet unter einem Artikel, der die hauptberuflichen Menschenfeinde und Verbreiter von faktenfreiem Nonsens anprangert.


Quote
nur nomral

In meinem Freundes- und Bekantenkreis hab ich auch sehr viele sogenannte Verschwörungstheoretiker, also diejenigen, die die - auch vom Standard unangezweifelten und unwidersprochenen - politischen Vorgaben auf deren Sinnhaftigkeit hinterfragen.

Die größte Gruppe davon sind übrigends Mediziner.


Quote
Albert Neuner

Es ist politisch korrekt und opportun, Trump einfach so mal Lügen zu unterstellen und die linken Mitläufer klatschen begeistert. ...


Quote
nbergmann

Trumps Lügen werden in den USA penibel aufgezeichnet und nachgewiesen. ...


Quote
Romanowitsch III

Das Aufzählen von Fakten ergibt noch keine Wahrheit, keinen Sinn, keine Übereinsimmung mit der sinnlichen Wahrnehmung. 20.000 Lügen können mehr Sinn ergeben als 20.000 Fakten. Ich sag es ganz offen: Ich hab keine Ahnung, was die Wahrheit ist.


...


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #173 on: August 10, 2020, 12:17:29 PM »
Quote
[...] Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell zweifelt am Nutzen von Mund-Nasen-Bedeckungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Das Resultat, das man durch die Masken erzeugen konnte, ist erstaunlich schwach, obwohl so viele Menschen sie weltweit tragen." Er sei überrascht, "dass wir nicht mehr oder bessere Studien darüber haben, welchen Effekt die Masken tatsächlich herbeiführen".

Schweden verzichtet im Gegensatz zu Deutschland und anderen Ländern auf eine Maskenpflicht an öffentlichen Orten. Stattdessen vertraut die Regierung auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung. "Das hat in der Vergangenheit gut funktioniert", sagt Tegnell. In vielen Ländern wie Spanien oder Belgien, in denen die Bevölkerung Masken tragen musste, seien die Infektionszahlen hochgegangen. "Zu glauben, dass Masken unser Problem lösen können, ist jedenfalls sehr gefährlich."

Auch Schulen blieben in Schweden durchgehend geöffnet. Tegnell sei glücklich über diese Entscheidung: "Kinder in Schweden hatten dadurch die Möglichkeit, weiter zur Schule zu gehen". Anhand der Daten könne man sehen, dass diese Entscheidung im Vergleich zu Ländern wie Finnland, die sich wie Deutschland ebenfalls zu einer Schulschließung entschlossen hatten, keinen Unterschied gemacht habe.

Schweden war in der Corona-Krise einen Sonderweg gegangen und hatte das öffentliche Leben nicht so stark beschränkt wie etwa Deutschland oder der Rest Skandinaviens. Dafür wurde das Land in der Vergangenheit oft kritisiert. Die Infektionszahlen in Schweden sind seit Juli rapide gesunken, von 2500 auf 300 pro Tag. Trotzdem hat Schweden noch vergleichsweise hohe Corona-Werte zu verkraften. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität starben in Schweden 56 Menschen pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In den USA sind es 47,5 Menschen, in Deutschland 11.

Quelle: ntv.de, vmi


Aus: "Tegnell zweifelt Nutzen von Masken an" (Montag, 10. August 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Tegnell-zweifelt-Nutzen-von-Masken-an-article21962515.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #174 on: August 10, 2020, 12:27:19 PM »
Quote
[...] Bisher müssen nur Schüler in Nordrhein-Westfalen einen Mund-Nasen-Schutz im Unterricht tragen. Der Verzicht andernorts ist laut dem deutschen Lehrerverband ein "riskantes Experiment". Eine Maskenpflicht in Klassenzimmern sei unabdingbar, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern. Ein Verzicht dagegen sei "aberwitzig".

Der Deutsche Lehrerverband spricht sich für eine flächendeckende Maskenpflicht im Schulunterricht aus. "Wer vollen Unterrichtsbetrieb will, kommt an der Maskenpflicht nicht vorbei", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Passauer Neuen Presse". Weder Lehrer noch Schüler seien Fans einer solchen Vorschrift, "aber das ist wohl das Opfer, das wir zumindest vorübergehend bringen müssen, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern".

Meidinger wies darauf hin, dass in Supermärkten, Zügen, Bussen, Gaststätten und bei Veranstaltungen Masken und Abstandsregelungen vorgeschrieben seien - und "an Schulen verzichten wir auf beides". Dies sei "aberwitzig".

"Der Schulstart mit vollen Klassen wird nur in dem Fall kein riskantes Experiment sein, wenn wir bereit sind, statt der Abstandsregelung andere effektive Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen umzusetzen", betonte Meidinger. Er lobte in diesem Zusammenhang Nordrhein-Westfalen, das als bislang einziges Bundesland das Tragen von Mund-Nase-Masken in Klassenräumen ab Klassenstufe fünf vorschreibt.

In Mecklenburg-Vorpommern hatten die Gesundheitsämter am Freitag - vier Tage nach dem Start ins neue Schuljahr - zwei Schulen wegen Corona-Infektionen wieder geschlossen. In dieser Woche startet die Schule nach den Sommerferien in weiteren Bundesländern. "Was derzeit in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, also da, wo der Schulbetrieb gestartet ist, an Hygieneschutzmaßnahmen vor Ort umgesetzt wird, reicht mit Sicherheit nicht aus, um den Wegfall der Abstandsregel in Klassenzimmern zu kompensieren", sagte Meidinger der Zeitung.

Dass die ersten Fälle "sofort nach Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern aufgetreten sind, einem Bundesland, das beim Infektionsgeschehen bislang total unauffällig war", zeige die Wichtigkeit von Hygienemaßnahmen an den Schulen, sagte Meidinger.

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat die Maskenpflicht für ältere Kinder in den Klassenzimmern seines Bundeslandes verteidigt. "Überall da, wo der Abstand nicht einhaltbar ist, müssen wir jetzt gerade am Anfang vorsichtig sein", sagte der CDU-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin". Zu der Frage, ob die Verpflichtung auch mit Blick auf die aktuell hohen Temperaturen zumutbar sei, sagte Laschet: "Ja, das ist zumutbar. Es gibt bestimmte Regeln für Kinder, die erkrankt sind oder die besondere Dinge zu berücksichtigen haben."


Aus: "Lehrerverband fordert überall Maskenpflicht" (Montag, 10. August 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Lehrerverband-fordert-ueberall-Maskenpflicht-article21962770.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #175 on: August 10, 2020, 12:32:03 PM »
Quote
[...] Gareth Evans - BBC News, Europe desk

If you're just joining us, these are the main headlines from around Europe so far today:

    Concern over the growing number of infections in France prompted officials to make face masks compulsory outdoors in busy parts of Paris from today. The order applies to people aged 11 and over in "certain very crowded zones"

    In Germany, the economy minister warned of an "alarming" rise in infections. "We need to flatten the curve and turn this around," Peter Altmaier told local media. His comments come as children in Berlin return to school for the first time in months
    Greece recorded yet another daily record in cases - 203 - on Sunday. It brings the total number of infections there to 5,623, with many of those recorded in recent weeks

    Holidaymakers in several countries were warned that beaches may be closed if they become too crowded during the ongoing heatwave. In Belgium, police made arrests after a brawl broke out when people were asked to leave a beach

    And we've been tracking the latest lockdown restrictions around Europe. You can keep up to date with our country-by-country guide here:
    https://www.bbc.com/news/explainers-53640249

...


From: "New mask rules in Paris and an 'alarming' rise in infections in Germany" (10.08.2020)
Source: https://www.bbc.com/news/live/world-53719689

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #176 on: August 10, 2020, 08:40:12 PM »
Quote
[...] Brasilien hat am Wochenende die Marke von 100.000 Corona-Opfern überschritten. Die Kurve der täglichen Todesfälle ist in den vergangenen Wochen zwar abgeflacht, verharrt jedoch auf dem Niveau von rund tausend Opfern am Tag. Die offizielle Zahl der Infektionen liegt bei mehr als drei Millionen. Allerdings wird von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen. Laut mehreren Studien dürfte die tatsächliche Zahl bei rund 20 Millionen Infektionen liegen, was fast zehn Prozent der Bevölkerung entspricht.

Auffallend ist die Verteilung der Todesfälle in Brasilien. Ärmere Bevölkerungsschichten sind besonders betroffen, da diese häufiger unter Vorerkrankungen leiden und einen schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Hinzu kommt, dass sie die soziale Isolierung aus ökonomischen Gründen weniger strikt einhalten können und trotz der Pandemie zur Arbeit müssen. Personen, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind, haben sich weitaus häufiger angesteckt, wie Studien in São Paulo gezeigt haben. Obwohl in vielen Regionen keine Entspannung zu beobachten ist, sind die Isolationsmaßnahmen unter dem ökonomischen und politischen Druck gelockert worden.

Präsident Jair Bolsonaro, der das Virus seit dem Ausbruch der Pandemie verharmlost, zeigte sich am Wochenende unbeeindruckt von der überschrittenen Marke von 100.000 Toten. Er bedauere jeden Todesfall, unabhängig von der Ursache. Bolsonaro machte zudem den „Lockdown“ und die Berichterstattung des größten Fernsehsenders TV Globo für die hohe Opferzahl verantwortlich. Globo habe beispielsweise von der Anwendung des Malariamittels Hydroxychloroquin abgeraten, sagte Bolsonaro, dabei habe ihm das Medikament das Leben gerettet. Bolsonaro war vor einigen Wochen am Coronavirus erkrankt, zeigte jedoch nur leichte Symptome und ist inzwischen wieder genesen.


Aus: "Täglich 1000 Tote in Brasilien" Tjerk Brühwiller, SÃO PAULO (10.08.2020)
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/taeglich-1000-tote-in-brasilien-16898712.html

-

Quote
[...] Amazonas-Bewohner, die mit Booten zwischen Dörfern und Städten hin- und herfahren, um einzukaufen, Waren zu verkaufen oder sich medizinisch versorgen zu lassen, haben das Coronavirus am Fluss entlang verbreitet. Von der Regenwaldmetropole Manaus, die bereits seit Monaten ein Corona-Hotspot ist, ist die Pandemie so bis in abgeschottete Dörfer gelangt.

Auch Holzfäller und Goldgräber, die den Regenwald trotz Krise weiter plündern, und offenbar auch Gesundheitsmitarbeiter haben das Virus in Amazonas-Gemeinden getragen - und deren Bewohner sind dem Virus oft schutzlos ausgeliefert.

Lokale Anführer indigener Stämme und Organisationen warnen, dass das Immunsystem von Indigenen besonders anfällig sei. Auch die ärmlichen Lebensbedingungen und Vorerkrankungen könnten für eine hohe Todesrate sorgen.

Mehrere indigene Führungspersönlichkeiten sind bereits an den Folgen des Virus gestorben. Insgesamt hat die Organisation Apib mehr als 22.600 Corona-Infektionen bei indigenen Brasilianern registriert sowie fast 640 Corona-Todesfälle - und warnt vor der drohenden "Ausrottung" von indigenen Gemeinden.

Krankenhäuser sind für viele Bewohner im Amazonasgebiet nur mit dem Boot zu erreichen und oft Hunderte von Kilometern entfernt. Medizinische Teams kämpfen nun mit Booten und Flugzeugen gegen die Krise: Mobile Teams testen Bewohner abgelegener Siedlungen auf Corona oder evakuieren Patienten, die sonst in ihren Dörfern sterben müssten.

Doch selbst, wenn die Patienten es bis in die Amazonas-Hauptstadt Manaus schaffen, bleiben sie in Lebensgefahr. Manaus war bereits im April die erste brasilianische Stadt, in der das Gesundheitssystem kollabierte. Alle Intensivbetten waren belegt, die Friedhöfe überfüllt. Tote wurden in Massengräbern gestapelt oder mussten in Kühltransportern zwischenlagern.

Für die "New York Times" ist der Fotograf Tyler Hicks mehrere Wochen lang im Amazonas herumgereist, um die Ausbreitung des Virus zu dokumentieren - seine Aufnahmen sind hier https://www.nytimes.com/interactive/2020/07/25/world/americas/coronavirus-brazil-amazon.html zuerst erschienen.


Aus: "Ausnahmezustand am Amazonas" (09.08.2020)
Quelle: https://www.spiegel.de/politik/ausland/brasilien-in-der-corona-krise-ausnahmezustand-am-amazonas-a-3b25e2c4-e4a0-4f2a-9687-756b68755b66

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[...] Angela Spelsberg, Dr. med., hat von der Harvard-Universität einen Abschluss in Epidemiologie. Sie forscht auf den Gebieten Pharmako­vigilanz und Post-Marketing-Studien. Vor zehn Jahren hat sie sich intensiv mit der Schweinegrippe-Pandemie auseinandergesetzt. - Ulrich Keil, Dr. med. und Ph.D., ist emeritierter Professor am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin an der Universität Münster. Er war Berater der WHO und von 1994 bis 2012 Direktor des WHO-Kooperationszentrums für Herz-Kreislauf- und andere chronische Erkrankungen an der Universität Münster.

Große Teile der Bevölkerung in Deutschland stehen laut Umfragen hinter den Coronamaßnahmen der Regierung. Sie vertrauen den Aussagen, dass drastische Maßnahmen wie die Schließung von Kitas, Schulen und Universitäten oder das zeitweilige Schließen von Geschäften und Gastronomie die Coronapandemie eindämmen und eine sogenannte zweite Welle verhindern können.

Von der Mehrheit der Medien und großen Teilen der Bevölkerung wird die Tatsache, dass in Deutschland „nur“ knapp über 9.200 Covid-19-Todesfälle zu beklagen sind, den Lockdownmaßnahmen der Regierung zugutegehalten. Andere Erklärungen, etwa dass nicht allein ein Virus, sondern auch Faktoren wie die Kapazität und Qualität von Gesundheitssystemen und die sozioökonomischen Bedingungen einer Gesellschaft den Verlauf einer Pandemie bestimmen, werden hingegen kaum diskutiert.

Aus unserer Sicht haben sich Politik und öffentliche Meinung selten so sehr auf den Rat von nur wenigen Fachleuten gestützt wie jetzt in der Coronakrise. Und es stellt sich die Frage, ob die Expertengremien genügend interdisziplinär und ausgewogen zusammengesetzt sind, um die Politik in dieser Krise mit Gelassenheit und Augenmaß und ohne Interessenkonflikte beraten zu können.

Es geht ja nicht nur um die Beurteilung der Gefährlichkeit der Pandemie, sondern auch um die Abschätzung des tatsächlichen Nutzens der Maßnahmen für die Eindämmung der Pandemie; und nicht zuletzt geht es auch um die Beurteilung der durch die Maßnahmen möglicherweise verursachten Kollateralschäden – nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für Gesellschaft, Demokratie, Kultur, Bildung und Wirtschaft.

Bis heute sind im Wesentlichen nur zwei Fachrichtungen, Virologen und mathematische Modellierer, in den Medien und von der Politik gehört worden. Die anfänglichen Modellrechnungen insbesondere der Wissenschaftler des Imperial College in London waren maßgeblich für die politischen Entscheidungen zum Lockdown verantwortlich. Sie ergaben, dass es weltweit 40 Millionen Covid-19-Tote geben würde; für Deutschland wurden 1,1 Millionen Intensivpatienten prognostiziert.

Viele nun vorliegende Studien zeigen aber, dass die Infection Fatality Rate (IFR), der Anteil der Todesfälle an allen Corona-Infektionen, in einem Bereich von 0,1 bis 0,3 Prozent liegt, also dem einer normalen Grippe. In diesen Studien wurden repräsentative Zufallsstichproben von Bevölkerungsgruppen untersucht und die Infizierten durch serologische Antikörpertests identifiziert. Dabei stellte sich heraus, dass die Zahl der mit Sars-CoV-2 Infizierten viel größer ist als die der positiv getesteten Menschen mit Symptomen. Wenn die Covid-19-Todesfälle auf diesen größeren Nenner bezogen werden, errechnen sich deutlich geringere IFR-Zahlen als vom Robert-Koch-Institut (RKI) und der WHO angegeben. Mittlerweile haben wir verlässlichere Daten darüber, dass die Coronapandemie nicht so gefährlich ist wie ursprünglich angenommen.

Die von der Politik als Entscheidungsgrundlage übernommenen Hochrechnungen gingen von der Grundannahme einiger Virologen aus, dass das Virus vollkommen neu sei und sich jeder, ungeachtet anderer Faktoren, infizieren könne, dass es also weltweit keine Immunität gegen das neue Virus gebe. Dem ist aber nicht so. Das Immunsystem vieler Menschen ist offenbar durch frühere Kontakte mit Viren aus der Coronagruppe mit deren und ähnlichen Antigenen vertraut – so bei der saisonalen Grippe, die ja durch einen Virencocktail, dem häufig auch Coronaviren angehören, hervorgerufen wird –, weshalb viele Menschen offenbar eine Immunität oder Teilimmunität gegen Sars-CoV-2 aufweisen. Eine Teilimmunität gegen Sars-CoV-2 erklärt auch die langen Inkubationszeiten – und warum sich nur vergleichsweise wenige Menschen infizieren, viele nicht sehr schwer erkranken oder ganz symptomlos bleiben.

Es ist dringend notwendig, dass die politischen Entscheidungen zur Pandemiebekämpfung unter Einbeziehung eines unabhängigen interdisziplinären Expertengremiums getroffen werden, das nicht nur mit Vertretern der Biomedizin, sondern weiterer relevanter Fachrichtungen wie Public Health, Sozial-, Kultur- und Bildungswissenschaften besetzt ist. Ein interdisziplinärer Austausch zwischen Modellierern, Virologen, Immunologen und bevölkerungsbezogen arbeitenden Epidemiologen hätte aus unserer Sicht Politik und Gesellschaft astronomische Fehlrechnungen – mit ihren noch nicht absehbaren Folgen – ersparen können.

Für die Einschätzung einer Pandemie ist es grundsätzlich wichtig, genügend große repräsentative Zufallsstichproben der gesamten Bevölkerung mit validierten serologischen Antikörpertests in regelmäßigen zeitlichen Abständen zu untersuchen, um die Dynamik des viralen Geschehens und den Immunstatus der Bevölkerung richtig beurteilen zu können. Nur so kann die Gefährlichkeit der Infektion für die Menschen, je nach deren Alter und sozialer Gruppe, genauer berechnet werden.

Diese Arbeitsweise der bevölkerungsbezogenen Epidemiologie ist in der Lage, mit empirisch gewonnenen Daten Hochrechnungen, Prognosen und Modellannahmen zu überprüfen. Gleich zu Beginn der Pandemie wurde von Epidemiologen wie John Ioannidis, Professor an der Stanford-Universität in Kalifornien, gefordert, repräsentative Bevölkerungsstichproben zu untersuchen, um zu realistischen Todesraten und einer realistischen Einschätzung der Gefährlichkeit der Pandemie zu kommen. Inzwischen hat er eine Übersichtsarbeit über 36 solcher weltweit durchgeführten Zufallsstichprobenuntersuchungen mit serologischen Antikörpertests vorgelegt: Die darin erhaltenen IFR-Zahlen liegen viel niedriger als die zu Beginn der Pandemie gemachten Schätzungen einiger Virologen.

Die vom RKI für Anfang Mai angekündigte repräsentative Zufallsstichprobenuntersuchung der deutschen Bevölkerung steht bis heute aus.


Aus: " Streit um Corona-Politik: Astronomische Fehlrechnungen" Gastkommentar von Angela Spelsberg, Ulrich Keil (10.8.2020)
Quelle: https://taz.de/Streit-um-Corona-Politik/!5701892/?goMobile2=1596672000000

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Thunderdan
Dienstag, 14:46

Vielen Dank für diesen Artikel!

Endlich eine differenzierter Sichtweise auf die letzten Monate. Darauf habe ich lange gewartet...


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Rider Dienstag, 16:04

"so tödlich wie eine normale Grippe?" Was habe die Autoren getan während im Fernsehen die Bilder aus Italien, Spanien und New York zu sehen waren? Prozentzahlen hinter dem Komma analisiert? Deutschland hat ca 10.000 Tote bei 80 Mio Einwohneren, Chile hat die gleiche Zahl Tote bei 17.Mio Einwohneren. Es hätte also auch in Deutschland weit schlimmer ausgehen können.


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stadtlandmensch
Mittwoch, 00:23

Die Pandemie liefert traurige Fakten, die die TAZ ignoriert: Italien, Spanien, Frankreich, UK, USA, Schweden und Brasilien je ca 500 Tote /1 Mio Einwohner. Deutschland ca 100. Ohne den gerade noch rechtzeitigen Lockdown hätten wir hier statt 10.000 wohl auch an die 50.000 Tote:

https://www.worldometers.info/coronavirus/#countries

Der Vergleich mit einer Grippe ist auch sonst abwegig. Corona macht, wenn man es überlebt, oft schwere körperliche (Lunge usw.) und kognitive Langzeitschäden. Im Sommer gibt es keine weltweiten Grippewellen. Und man kann gegen Grippe impfen.

Aber die Aluhüte klatschen Euch jetzt Beifall. Bravo TAZ :-(


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Silke Altmann
Dienstag, 14:06

Liebe Tanz

Ein sehr guter Bericht über das Geschehen.
Neutral und nicht so reißerisch wie bei allen anderen Medien.
Ein Grund sich anzumelden und vlt. sogar zu unterstützen.
Vielen Dank, behaltet Rückgrad und weiter so


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Automatix Dienstag, 11:05

...der Anteil der Todesfälle an allen Corona-Infektionen, in einem Bereich von 0,1 bis 0,3 Prozent liegt, also dem einer normalen Grippe.
Aussage falsch, einfach zu wiederlegen. Anzahl Tote Belgien um das 7,7fache höher. Würde für uns Stand heute 70.000 Tote bedeuten, bei täglich steigender Tendenz.
Die Letatlität ist eine Konstante beeinflußt nur durch die Altersstruktur und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesen. Belgien und Deutschland sind da sicher vergleichbar.
Tote in 2017/18 eine vom RKI geschätze Zahl aus der Übersterblichkeit soll bei 25Tsd Grippetote liegen. Gemeldete Zahl liegt allerdings bei 1.674 also um das 5,5 fache niedriger wie bei SarsCov2 heute und das trotz Massnahmen.
Gegenüber Belgien sind das sogar da 42,8 fache.


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Opossum
Dienstag, 10:45

Ich hofffe die Autoren schreiben aus einer seriösen Motivation. Frau Spelsbergs private Vergangenheit geht keinen was an aber ich hoffe ihre Trennung von Herrn Lauterbach hatte keinen Einfluss auf diesen Artikel. Mich stört zudem dass die Äusserungen vom berenteten Prof Keil offensichtlich Niederschlag in Coronaverharmlosenden Medien finden.

Zu den Zahlen des Imperial College, dies bezogen sich auf eine ungebremste Ausbreitung des SARS Cov 2 Virus zu Beginn der Pandemie, als noch nicht so viel über das Virus bekannt war.
Wuhan, Bergamo waren damals noch sehr nahe. Und ich behaupte dass sehr wohl die Schutzmassnahmen uns vor schlimmerem bewahrt haben.
Natürlich sind die Folgeschäden der notwendigen Viruseindämmung fatal für Wirtschaft und Bildung. Aber wer sagt uns was passiert wäre wenn wir diese Massnahmen nicht ergriffen hätten ?
Im vielgelobten Schweden sind die wirtschaftlichen Schäden die gleichen.
Aber für all diese Verwerfungen ist das Virus verantwortlich und nicht die Politik, die hat sich von den primär kompetenten Wissenschaftlern beraten lassen und vernünftige Massnahmen eingleitet.
Hinterher schlauer zu sein ist immer einfach.
Coronaviren gibt es schon länger das stimmt, aber SARS CoV2 ist, als Virus das Menschen befällt neu.
Eine T Zell basierte Immunität auf Coronaviren lässt sich nun mal nicht so einfach ermitteln, wie die Autoren es fordern. Schon die Antikörperstudien sind aus vielen Gründen schwer zu beurteilen.
All die Studien und Untersuchungen die die Autoren fordern, sind am meines Wissens nach am laufen und es dauert halt einfach bis seriöse Wissenschaft gemacht wird.


...

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Bruno Moderator

Mittwoch, 11:35

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel wurde geschlossen. ...

« Last Edit: August 15, 2020, 03:04:19 PM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #177 on: August 13, 2020, 11:30:21 AM »
"Wie schlimm ist Covid wirklich?" Sebastian Rushworth (13. August 2020)
Die Sicht eines schwedischen Arztes auf Covid-19
https://www.heise.de/tp/features/Wie-schlimm-ist-Covid-wirklich-4868723.html

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Update vom Donnerstag, 13.08.2020, 6.00 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland verschlimmert sich wieder. So ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der infizierten Menschen am Donnerstag mit 219.964 angegeben - ein Plus von 1445* seit dem Vortag. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit damals 1639 registrierten Neuinfektionen. Das RKI sprach von einem beunruhigenden Trend: „Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden.“ Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle. Das RKI registrierte zudem insgesamt 9211 Todesfälle und damit vier mehr als am Vortag. ...
https://www.fr.de/welt/corona-in-deutschland-coronavirus-schule-schuloeffnung-erntet-scharfe-kritik-zr-90020455.html

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[...] Gainesville/Florida – Trotz regelmäßiger Lüftung mit Senkung der Luftfeuchtigkeit und einem UV-Strahler zur Keimabtötung konnten US-Forscher SARS-CoV-2 in einem Doppel­zimmer in 2 und 4,8 Metern Entfernung zu den beiden COVID-19-Patienten nachweisen.

Die in medRXiv (2020; DOI: 10.1101/2020.08.03.20167395) vorgestellten Studienergeb­nisse liefern die bisher sichersten experimentellen Belege für die Übertragung von SARS-CoV-2 über Aerosole.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und andere Fachgremien haben lange an der Auffassung festgehalten, dass Coronaviren wie Grippeviren nur über Tröpfchen übertra­gen werden, obwohl es epidemiologische Hinweise auf eine Übertragung durch Aerosole gibt.

Dazu gehören beispielsweise die Ausbrüche in Chören, in denen sich auch Sänger infi­zier­ten, die mehrere Meter von dem „Superspreader“ entfernt waren. Auch die hohe Zahl von Infizierten unter dem Personal des Gesundheitswesens spricht dafür, dass Hygiene und Distanz nicht immer eine Ansteckung verhindern können.

Der experimentelle Beweis stand jedoch noch aus. In früheren Untersuchungen war zwar die Virus-RNA in einiger Entfernung von Infizierten gefunden worden. Dies beweist je­doch streng genommen nicht, dass die RNA von kompletten Viren stammt, die noch in der Lage wären, Zellen zu infizieren.

John Lednicky vom Emerging Pathogens Institute an der Universität von Florida in Gai­nesville und Mitarbeiter haben jetzt in einem Krankenzimmer gezielt nach Viren gesucht, die in Zellkulturen einen zytopathischen Effekt erzielen.

Die Forscher wählten für ihre Untersuchungen ein 2-Bett-Zimmer einer 1.000-Betten­kli­nik („UF Health Shands Hospital“) aus, in der bereits mehr als 200 Patienten mit COVID­-19 behandelt worden waren. In dem Zimmer befanden sich zwei COVID-19-Patienten, von denen einer eine aktive Atemwegsinfektion mit einem positiven Nasopharyngealab­strich auf SARS-CoV-2 hatte.

Das Zimmer hatte eine Klimaanlage, die die Luft sechsmal pro Stunde austauschte. Das Gerät war mit einem Dreifachfilter versehen. Es gab einen Kondensator, der der Luft die Feuchtigkeit entzog, und einen UV-C-Strahler, der vor dem Rückstrom der Luft in das Zimmer die Keime abtöten sollte.

In 2 und 4,8 Metern Entfernung von dem infektiösen Patienten wurden zwei Geräte zum Auffangen von Luftproben aufgestellt. Es wurden jeweils drei Proben genommen, davon eine mit einem HEPA-Filter, der Viren zurückhält.

Wie Lednicky berichtet, wurden in den Proben ohne HEPA-Filter jeweils Gene von SARS-CoV-2 gefunden, die die identische Sequenz hatten wie die Viren des Patienten mit der aktiven Infektion. In den Zellkulturen kam es jeweils zu einem zytopathischen Effekt. Die Forscher schätzen, dass in der Luft pro Liter 6 bis 74 Viren enthalten waren.

Die Studie zeigt, dass sich in einem Krankenzimmer trotz regelmäßiger Reinigung der Luft, Virusinaktivierung mit UV-C-Licht und Trockenheit Viren in der Luft befinden könn­en, die eine Infektion auslösen können.

Die Distanz von bis zu 4,8 Metern deutet darauf hin, dass die Viren nicht allein durch Tröpfchen übertragen werden. In den Kliniken kann deshalb eine Infektion durch soziale Distanzierung allein nicht vermieden werden.

rme/aerzteblatt.de


Aus: "Medizin: SARS-CoV-2: Viren in der Luft der Krankenzimmer fern der Patienten nachgewiesen" (Donnerstag, 13. August 2020)
Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/115568/SARS-CoV-2-Viren-in-der-Luft-der-Krankenzimmer-fern-der-Patienten-nachgewiesen
« Last Edit: August 14, 2020, 02:28:58 PM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #178 on: August 15, 2020, 02:40:09 PM »
Emmerich: Stadtarchiv dokumentiert Corona-Pandemie (15.08.2020)
Emmerichs Stadtarchivar Mike Mura will die Folgen der Corona-Pandemie für die Nachwelt festhalten. Und hat eine Bitte an die Bürger.
Wie werden wir uns in 25, 50 oder 100 Jahren an die Corona-Pandemie erinnern? Diese Frage stellen sich aktuell Historiker auf der ganzen Welt. Mittlerweile ist sicher, dass die Corona-Pandemie, als ein wichtiges historisches Ereignis, einen Einschnitt in der Geschichte des 21. Jahrhunderts darstellt. Auch die Stadt Emmerich am Rhein und ihre Einwohner schreiben jeden Tag neue Geschichten.
Diese Geschichten möchte das Stadtarchiv Emmerich für zukünftige Generationen sammeln und dokumentieren. „Unser Auftrag endet schließlich nicht bei der bloßen Überlieferung von Verwaltungsvorgängen, wir dokumentieren Emmericher Lebenswelten“, so Stadtarchivar Mike Mura. Noch ist sich die Forschung uneinig, welche zeitgeschichtlichen Dokumente für zukünftige Generationen relevant werden könnten.
https://www.nrz.de/staedte/emmerich-rees-isselburg/emmerich-stadtarchiv-dokumentiert-corona-pandemie-id230168900.html

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"Corona-Pandemie So unterschiedlich meisterte Europa die erste Welle" Holger Dambeck (15.08.2020)
Vor sechs Monaten breitete sich das Coronavirus rasant in Europa aus. Die Länder reagierten ganz unterschiedlich darauf - mit entsprechenden Konsequenzen. Eine Bilanz der ersten Pandemiewelle in Zahlen.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/corona-pandemie-so-unterschiedlich-meisterte-europa-die-erste-welle-a-dca7cabf-8a3b-4bbc-a776-50384285969a

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"Auswirkungen der Coronapandemie: Reinere Luft, mehr Ungleichheit" Barbara Dribbusch (13.8.2020)
„So dürfte die Ungleichheit der Einkommen zugenommen haben, weil Geringverdiener infolge des Lockdowns häufiger Einkommenseinbußen erlitten. Ein Grund: Sie arbeiten oft in Berufen, in denen eine Verlagerung ins Homeoffice gar nicht oder sehr viel schwerer möglich ist“, heißt es in einer Mitteilung zur Studie. Der private Konsum werde coronabedingt um 5 Prozent im Jahr 2020 zurückgehen. Kapitaleinkünfte sind den ForscherInnen zufolge dagegen weniger von der Krise betroffen, weil sich die Börsenkurse wieder erholten. ...
https://taz.de/Auswirkungen-der-Coronapandemie/!5702382/

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[...] Stuttgart - Die Corona-Krise hat in Baden-Württemberg für einen weiteren Rückgang bei der Zeitarbeit gesorgt. Im Mai waren in der Leiharbeitsbranche nur noch 75.400 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt - so wenig wie seit exakt zehn Jahren nicht, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag mitteilte. Im Mai 2010 waren seinerzeit 74.100 Menschen mit Leiharbeitsverträgen ausgestattet gewesen.
Leiharbeit nimmt in Baden-Württemberg allerdings nicht erst seit der Corona-Pandemie spürbar ab. Seit dem Höchststand im November 2017 sei die Zahl der Zeitarbeiter von damals 115.700 kontinuierlich gesunken, hieß es. Der Anteil der Zeitarbeitsjobber an allen Arbeitnehmern im Südwesten betrug den Statistikern zufolge vor rund zweieinhalb Jahren noch 2,5 Prozent, im Mai dieses Jahres waren es nur noch 1,6 Prozent.


Aus: "Corona-Pandemie: Deutlich weniger Leiharbeit in Baden-Württemberg" red/dpa (13. August 2020)
Quelle: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.corona-pandemie-deutlich-weniger-leiharbeit-in-baden-wuerttemberg.4eea7b2a-841f-4e36-bb05-492f74006f68.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #179 on: August 18, 2020, 11:57:41 AM »
Quote
[...] Noch ist unklar, wie viele Erkrankte an den Folgen des Coronavirus sterben. Nicht alle Menschen können getestet werden – und Todesfälle werden stets mit einiger Verzögerung registriert. Insgesamt verzeichneten einige Länder in den letzten Monaten jedoch deutlich mehr Tote als in anderen Jahren. Das spricht dafür, dass Covid-19 deutlich gefährlicher ist als eine gewöhnliche Atemwegsinfektion.

Die offiziellen Covid-19-Sterberaten verschiedener Länder unterscheiden sich zum Teil stark: Während in Italien, Frankreich und Belgien laut Statistiken etwa 15 Prozent der nachweislich Infizierten verstorben sind, waren es in Deutschland laut dem RKI bislang etwa vier Prozent. Woran dies liegt, ist noch weitgehend unklar.

Die Sterberaten für China haben Wissenschaftler inzwischen genauer untersucht. Sie schätzen, dass die Fallsterblichkeit für ganz China etwa 0,7 Prozent beträgt. Der Vergleich mit internationalen Daten zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu sterben, nicht nur in China mit dem Alter zunimmt: Während die Sterberate bei unter 60-Jährigen meist unter einem Prozent liegt, steigt sie ab diesem Alter auf vier bis sechs Prozent. Bei überachtzigjährigen Covid-19-Patienten sterben laut den Berechnungen sogar etwa 13 Prozent.

Etwa ein Fünftel der Infizierten, zeigen die chinesischen Daten, müssen ins Krankenhaus, einige von ihnen mit erheblichem Aufwand künstlich beatmet werden. Fallberichte legen nahe, dass Covid-19 für Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einem höheren Sterblichkeits- und Komplikationsrisiko verbunden ist. Auch eine groß angelegte Untersuchung aus England zeigte, dass Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, wie Adipositas, Diabetes, schwerem Asthma sowie Atemwegs-, chronischen Herz-, Leber-, neurologischen und Autoimmunerkrankungen offenbar ein höheres Risiko haben, an Covid-19 zu sterben. Die Studie ergab auch, dass Männer bei der Krankheit ein um rund 1,6-fach höheres Sterberisiko haben als Frauen. Und: Trotz Berücksichtigung etwaiger Vorerkrankungen starben den Daten zu Folge Südasiaten sowie Menschen dunkler Hautfarbe oder mit gemischtem ethnischem Hintergrund rund 1,6- bis 1,9-mal häufiger an Covid-19 als Weiße.

Menschen, deren Immunsytem etwa in Folge einer Organtransplantation geschwächt ist, sollen laut einer Studie mit 200 Patienten am Transplantationszentrum in Bergamo jedoch nicht besonders gefährdet sein. Bislang gibt es außerdem keine Hinweise darauf, dass eine Schwangerschaft das Risiko für eine schwere Erkrankung erhöht.

Autopsie-Untersuchungen und Berichte von Covid-19-Patienten haben außerdem gezeigt, dass die Infektion nicht nur die Lunge, sondern auch das Gefäßsystem und verschiedene andere Organe wie Herz, Leber, Darm oder Nieren schädigen kann. So litt von 416 Sars-Cov-2-Infizierten, die im Rahmen einer Studie in Wuhan untersucht wurden, jede fünfte Person an Herzproblemen. Das liegt vermutlich daran, dass auch Zellen in diesen Geweben den Rezeptor an ihrer Oberflächen tragen, der Sars-CoV-2 die Türen öffnet. Mit Hilfe von menschlichen Mini-Organen untersuchen Forscher, welche Schäden das Virus in unserem Körper anrichtet.

[...] Die größte Gefahr durch Covid-19 ist nicht etwa, dass das neue Virus so tödlich wäre. Das ist es nicht, es tötet weit weniger Menschen als es das Robert-Koch-Institut zum Beispiel im Szenario für den Risikobericht Bevölkerungsschutz 2012 angenommen hatte. Allerdings breitet sich das Virus ohne Gegenmaßnahmen sehr schnell aus.

Die Erfahrungen in Italien haben gezeigt, dass dann vor allem Beatmungsgeräte knapp werden. Wenn nicht mehr alle behandelt werden können, nutzt man ein als Triage bezeichnetes Auswahlverfahren, um zu entscheiden, wer die lebensrettenden Maßnahmen erhält. Damit sollen die knappen Ressourcen effektiver eingesetzt werden, um möglichst viele Leben zu retten.

Triage-Verfahren kennt man sonst aus dem militärischen Bereich und aus der Katastrophenhilfe, wenn sehr viele Verletzte gleichzeitig versorgt werden müssen. Auf einem weniger dramatischen Niveau ist Triage Alltag. In den Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser werden Patientinnen und Patienten jeden Tag durch geschultes Pflegepersonal nach Dringlichkeit ihrer Behandlung eingestuft.

Doch wenn Covid-19 die Kapazitäten eines Krankenhauses erschöpft, werden solche Entscheidungen schwieriger. Zwar müssen Fachleute nach medizinischen Kriterien entscheiden – aber nach welchen? Zählt, wie dringend die Behandlung ist, oder bekommt den Vorzug, wer die stärkste Verbesserung erwarten lässt?

In einer echten Krisensituation kann es auch passieren, dass Angehörige dringend benötigter Berufe, insbesondere medizinisches Personal, bevorzugt behandelt werden. Die Triage führen im Normalfall eigens abgestellte Personen durch.

Man geht in mehreren Schritten vor. Zuerst wird festgestellt, wer überhaupt noch für eine Beatmung in Frage kommt. Dann müssen Fachleute bewerten, bei wem die Überlebenschancen am höchsten sind. Dazu nutzt man bestehende Kriterien wie den Sequential Organ Failure Assessment (SOFA) Score, der laut Studien gute Indizien für die Sterblichkeit bei Covid-19 gibt. Doch auch wenn ein Patient nach einer solchen Bewertung beatmet wird, geht die Triage weiter – unter verschärften Bedingungen.

Denn verschlechtert sich die Prognose deutlich, ist es womöglich sinnvoller, jemanden anderes zu beatmen. Doch die Beatmung eines Patienten einzustellen ist eine dramatische Entscheidung. Unter normalen Umständen trifft man sie nur auf Wunsch eines Patienten – oder wenn es keine Hoffnung auf Heilung mehr gibt.

Doch während einer akuten Corona-Krise trifft weder das eine noch das andere zu. Die Triage potenzieller Beatmungspatienten stellt medizinisches Personal vor neue, bisher kaum vorstellbare fachliche, ethische und menschliche Dilemmas. Bisher ist unklar, wer diese Entscheidungen trifft und wie.

...


Aus: "Wie entwickelt sich die Coronavirus-Pandemie?" Lars Fischer, Alina Schadwinkel, Annika Röcker und Daniela Mocker (23.01.2020, Aktualisiert am 26.06.2020)
Quelle: https://www.spektrum.de/wissen/wie-entwickelt-sich-die-coronavirus-pandemie/1700384