Author Topic: Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)  (Read 10520 times)

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #260 on: November 19, 2020, 11:06:26 AM »
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[...] Wieder haben Zehntausende gegen die Coronamaßnahmen der Bundesregierung demonstriert, und nicht wenige vergleichen das am Mittwoch verabschiedete Infektionsschutzgesetz mit dem Ermächtigungsgesetz von 1933. Welch furchtbar dumme Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus.

Dahinter steht ein fundamentales Misstrauen gegen staatliches Handeln, eine politische Paranoia und Hysterisierung, die so schrill ist, dass den Beteiligten selbst nicht auffällt, wie menschenverachtend sie argumentieren. Sie demonstrieren für einen Staat, der die Schwächsten nicht schützen, sondern verrecken lassen soll. Für einen Staat, der menschliches Leben in lebenswertes und nicht lebenswertes unterteilen soll.

Natürlich kann man nicht alle in einen Topf werfen – Kritik an den Maßnahmen der Regierung ist das Lebenselixier der Demokratie. Vor allem wenn sie Grundrechte gerade massiv einschränkt. Doch selbst die Argumentation einiger, die sich verbitten, als spinnerte Aluhüte bezeichnet zu werden, geht in eine bedenkliche Richtung. Etwa die der Gruppe, die sich „Corona Ausschuss“ nennt oder die der „Anwälte für Aufklärung“.

Sie werfen „den Medien“ vor, entscheidende Fakten zu verschweigen – und tun es doch selbst. Beispielsweise gehen sie von einer sehr niedrigen Mortalität von 0,2 Prozent aus. Sprich: Von 1.000 Covid-19-Erkrankten sterben angeblich nur 2. Tatsache. Punkt. Nun, mit der Zahl kann man hantieren, sie stammt aus einer von der WHO in Auftrag gegebenen Metastudie. Das würde dann bedeuten, dass bis zum Erreichen der oft zitierten Herdenimmunität in Deutschland 116.000 Menschen an Covid-19 sterben würden. Wahrscheinlich ist es, dass die zahlreichen anderen Studien, die auf 0,7 bis 0,8 Prozent Mortalität kommen, näher an der Realität sind. Sollen wir die Frage, wer recht hat, denn wirklich in einem Liveexperiment klären? Einsatz hierzulande: bis zu 500.000 Menschenleben. Im Namen der Menschenwürde. Soll sich Angela Merkel hinstellen und sagen: „Zuerst dachten wir, 3 Prozent der Infizierten sterben, heute wissen wir, es sind eher 0,8 Prozent. Tragbar. Sämtliche Coronamaßnahmen werden sofort abgeschafft“?

Zweites Argument: Viele Menschen stürben ja nicht an Corona, sondern mit. Stimmt. Gehört zum Allgemeinwissen über Corona. Die meisten Verstorbenen hatten auch noch andere Krankheiten. Diabetes. Haben chronische Lungenkrankheiten. HIV. Hepatitis. Krebs. Deren Tod zählt offenbar in den Augen vieler Demonstrierender nicht. Weil sie ohnehin bald gestorben wären? Die selbsternannten Querdenker, die mit dem Grundgesetz rumfuchteln: Sie treten seinen Inhalt mit Füßen.


Aus: "Demonstrationen gegen Coronapolitik: Gefährliches Schutzverständnis" Kommentar von Ingo Arzt (18. 11. 2020)
Quelle: https://taz.de/Demonstrationen-gegen-Coronapolitik/!5725532/

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zmx52

Was die Mehrzahl der "Corona-Kritiker" treibt, ist ähnlich ordinär, dumm und unzivilisiert wie das, was die "Asyl-Kritiker" im Sommer 2015 forderten: Macht die Grenzen dicht - uns doch egal, was aus den Flüchtlingen wird. Möglicherweise gibt es da eine große Schnittmenge...

Aber davon mal abgesehen: Erstaunlich ist die Kurzsichtigkeit der "Corona-Kritiker". Was denn würde passieren, wenn sich die Regierung nicht um wirksamen Infektionsschutz bemühen würde? - Dann wären die Krankenhäuser bald hoffnungslos überlastet, was - nebenbei bemerkt - nicht nur Alte und chronisch Kranke zu spüren bekämen. Man muss sich die Tragweite mal richtig klarmachen: Ein Unfall im Haushalt oder im Straßenverkehr, eine Blinddarmentzündung, Gallenkoliken, ein Herzinfarkt oder Schlaganfall - und es wäre keineswegs sicher, dass man schnelle und professionelle Hilfe bekommt. Das würde unser zivilisatorisches Grundverständnis schwer und nachhaltig demolieren und eine Unsicherheit erzeugen, die unterm Strich noch schlimmere Folgen - gerade auch für die Wirtschaft - hätte, als noch so unbeholfene Versuche, die Pandemie irgendwie zu kontrollieren.

Was mich wieder auf die Flüchtlingkrise 2015 zurückbringt. Selbst wenn einem Menschenleben egal sind, kann man doch nicht allen Ernstes wollen, dass Bilder von mit Waffengewalt verteidigten Grenzen (anders wär's ja nicht möglich gewesen) zivilisatorische Selbstverständlichkeiten in Frage stellen. - Die Asylkritiker wollten im Kern ja bloß eines: ihr gewohntes Leben weiterleben, unbehelligt von fremder Kultur und "Sozialparasiten". Doch sie verkannten, dass ihr gewohntes Leben von einer Gesellschaft abhängt, die Schaden genommen und zu ihrem eigenen Nachteil eine andere geworden wäre, hätte man ihren Forderungen stattgegeben. Und so ist es auch mit Corona heute.

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emmicam

Was hier zu kritisieren ist, ist ja nicht die Tatsache, dass einige zum Schutz anderer zurückstecken müssen. Der Punkt ist zB., das Wirtschaft als wichtiger eingestuft wird als Kultur. Bzw. das Kulturwirtschaft komplett ausgeblendet wird. Es ist doch absurd, dass die Leute sich im Supermarkt tottrampeln & dort keine Ansteckung passieren soll - ein Konzert jedoch, wo ausreichend Platz usw. ist, verboten wird. Wir zahlen doch eh Milliarden an Subvention. Warum nicht ein Leben zulassen? Dieses voranstellen von wirtschaftlichen Aktivitäten macht mich wütend. Da unterstelle ich den Politikern Abhängigkeit von Lobbyisten.


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Ingo Bernable

@emmicam Dann sollte man aber zur Aufrechterhaltung des gleichen Schutzniveaus zum Ausgleich die Supermärkte schließen. Bei all den 'totgetrampelten' Leichenbergen vergeht einem ja eh der Appetit und geistige Nahrung ist schließlich auch Nahrung.

Aber ernsthaft, nach nunmehr zwei Wochen 'Lockdown Light' steigen die Zahlen nicht mehr ganz so stark bzw. stagnieren, aber sie sinken nicht, weiter verschärfte Maßnahmen sind absehbar und auch notwendig. Bei all den Maßnahmen geht es eben nicht darum die Wirtschaft zu pampern, sondern darum Gesundheit und Leben möglichst Vieler zu schützen. Dazu ist es aber unerlässlich jeden(!) auch nur irgendwie vermeidbaren Kontakt zu umgehen. Wir sind noch mitten in der zweiten Welle, die Todeszahlen sind wieder auf dem Stand vom April, der Winter hat noch nichtmal angefangen und der Blick ins Ausland sollte klar machen, dass die Lage sehr schnell auch noch schlimmer werden kann. Wer in diese Situation ernsthaft nach der Wiederaufnahme von Freizeitvergnügungen ruft hat entweder den Ernst der Lage nicht verstanden oder ist bereit für seinen Hedonismus über Leichen zu gehen.


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Wolkensprung

Das Traurige an all den Verblendeten ist, dass nicht mehr sachlich diskutiert werden kann, s. Gesetz von Brandolini: Es ist 10x einfacher, irgendwelchen Stuss in die Welt zu setzen, als diesen Stuss als Stuss zu entlarven. Und bis Du das schlüssig erledigt hat, ist die Aufmerksamkeitsspanne der Verschwörungsmythiker schon längst erschöpft.


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fvaderno

Haben die Leugner nicht die Bilder im Frühjahr gesehen, wie die Anzahl der TOTEN in Norditalien so hoch wurde, dass man die Särge mit den Toten nicht mehr ohne die Hilfe von Armeelastwagen abtransportieren konnte? Wie man Tote nicht mehr in der traditionellen Gräbern vergraben konnte?
Ja, das Virus entlässt einige Infizierte in die Genesung. Aber es ist so sehr ansteckend, dass schon eine geringere Anzahl als 0,5 % Tote eine Katastrophe ist.
Was sind das für Leute, die ihr Recht auf Partys oder auf eine unbedeckte Schnauze über das Leben von anderen stellen. Und man weiß ja, inzwischen ist der Altersdurchschnitt der Covid-Patienten im Krankenhaus etwa 50!!!!
Was für eine kriminelle Energie sollte irgendein reicher Mann in den USA haben, dieses Virus in der Welt zu verbreiten? Welches Interesse sollte eine Regierung in Europa an den entsprechenden Einschränkungen haben?
Wenn jemand in der Kindheit von seinen Eltern kein Mitgefühl mit anderen Menschen gelernt hat und jetzt aus niederen Beweggründen sich gefährlich verhalt, der verhält sich nicht sozial - ist also asozial!


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Descartes

Man kann ja relativ einfach in Ihren facebook-Gruppen lesen was die Leute umtreibt ... Zentral sind die Angst vor Impfungen, die Angst vor Masken, Misstrauen in die Regierung.
Den Schutz der Schwächsten lehnen sie nicht ab, es sind sogar viele ältere dabei. Aber sie glauben einfach nicht dass Corona schlimmer als eine normale Grippe ist. Es ist eher eine religiöse Bewegung, mit Gurus denen die "erwachten" blind folgen. Bhakdi ist der wichtigste Heilige der Bewegung, Drosten der Antichrist. Alles ist nur eine große Verschwörung der Regierungen, Gates steckt dahinter.

Doch Rettung naht: Anwalt Dr.Füllmich reicht demnächst seine Sammelklage in den USA ein, das Anwaltskollektiv des außerparlamentarischen Corona-Untersuchungsausschusses verklagen den Drosten und das RKI in Übersee auf Milliarden, mindestens. Es ist ganz ganz wichtig bei der Sammelklage mitzumachen, nur 800€ Unkostenbeitrag.

(Ist ja klar dass man so eine hochkonzentrierte Sammlung von "erwachten" Einfaltspinseln nicht ungemolken ziehen lässt, oder?)


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Wagenbär

Der Kommentator irrt sich meiner Meinung nach vollständig bei der Einschätzung der wiederlichen Vergleiche, wie dem aktuellen Gesetz mit dem Ermächtigungsgesetz von '33.
oder den "Judensternen"
Das ist keineswegs "unglaublich dumm".
Jedenfalls ist Dummheit dort nicht die Motivation für jene Vergleiche.
Sie folgen vielmehr einer klaren Sttrategie der neuen Rechten, die mit diesen Vergleichen sehr bewusst Holocaust-Relativierung und Geschichts-Klitterung und gleichzeitig antisemitisches "Dog Whisteling" betreiben .


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Ein Freund der Erde

was für selbstmitleidige, lieblose, ethikfreie, wohlstandsverwahrloste, egoistische primaten.
der entfesselte endverbraucher.


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nzuli sana

Wir sollten uns wirklich nur mit den Alarmstufe-Rot-Demonstrationen auseinandersetzen und nicht mit dem Desinformationskrieg aus dem Kreml und den entsprechenden Rohren von QuerdenkenTV (seit 2015) und all den Lügnern. Dafür gibt es Psiram.com zum nachschlagen.

Das Thema ist dann hier:
braucht die taz weiter Anthroposophie-Beilagen?
werden die Grünen mit Friedrich Merz koalieren und stimmt die taz darauf ein?
Oder ist es am besten wenn alle linken Demonstrationen für die Zerschlagung der Energiekonzerne und der Autoindustrie so viele Kinder wie möglich mitbringen, weil dann die Wasserwerfer nur ein bisschen regnen, damit niemand geschädigt wird?




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Running Man

Wenn ich die Forumsbeiträge hier lese, habe ich das Gefühl, nicht die Maßnahmen gegen die Corona-Krise (oder sonst ein kontroverses Thema) sei unser größtes Problem, sondern die Art und Weise unseres politischen Diskurses. Gut und Böse, Schwarz und Weiß, Wir und die Anderen. Und die Anderen sind selbstverständlich "ordinär, dumm und unzivilisiert" (vgl. O-Ton ZMX 52). Genau so stelle ich mir die "Diskussion" (genauer: das Schulterklopfen) auf einem rechten Blog vor, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Wie war das nochmal in der Bibel: Du siehst den Splitter im Augen deines Nächsten, aber erkennst den Balken in deinem eigenen Auge nicht?


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #261 on: November 19, 2020, 12:43:54 PM »
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[...] Seit Monaten machen Kritiker Trump für schwere Versäumnisse im Kampf gegen die Pandemie verantwortlich. Vorgeworfen wird ihm unter anderem, das Virus zu verharmlosen … Im Wahlkampf behauptete er immer wieder, die USA hätten die Pandemie fast hinter sich. … Seit Monaten habe der amtierende Präsident zudem nicht mehr an Sitzungen der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus teilgenommen, sagte der Immunologe Anthony Fauci kürzlich. … Patienten, die im Sterben liegen, wollten nicht wahrhaben, dass das Virus existiere, berichtete die Krankenschwester Jodi Doering, die im Bundesstaat South Dakota arbeitet, bei CNN. „Ihre letzten Worte sind: Das kann nicht sein, das ist nicht real.“ Einige Patienten wollten lieber glauben, sie hätten Lungenkrebs. Auf Twitter schrieb sie, andere würden sie anschreien, „magische Medizin“ fordern und sagen, dass Biden die USA ruinieren werde – all das, während sie nach Luft schnappten. ...


Aus: "Machtvakuum bei 250.000 Toten Im Kampf gegen Corona fehlt den USA ein Präsident" (Donnerstag, 19. November 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Im-Kampf-gegen-Corona-fehlt-den-USA-ein-Praesident-article22178584.html

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[...]  Die Corona-Infektionslage in den USA verschärft sich weiter. Am Freitag hat es mit rund 185.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Rekord gegeben. Auch die Zahl der Toten steigt weiter rasant. Besonders schlimm trifft es den US-Bundesstaat Texas . Hier starben inzwischen 20.000 an Covid-19 erkrankte Menschen.

Dramatisch ist die Situation vor allem in der texanischen Stadt El Paso. „Wir sind überlastet“, sagte Bezirksrichter Ricardo Samaniego dem US-Sender „CNN“ , „Ärzte und Pfleger sind total erschöpft.“ Der Corona-Hotspot El Paso meldet täglich Hunderte neue Fälle, zuletzt mehrmals mehr als Tausend.

Die Intensivstationen in El Pasos Krankenhäuser sind voll. Wie die „Deutsche Welle“ berichtet, werden Flure geräumt und mit Intensivbetten ausgestattet und Zelte auf Klinik-Parkplätzen eingerichtet. Nach Aussage des Sprechers des Universitätsklinikums gebe es 241 Corona-Patienten in dem Haus. Vor eineinhalb Monaten seien es noch 30 gewesen.

Mit der Zahl der Erkrankten steigt auch die der Toten. Aber auch die Bestattungshäuser sind überlastet, Leichenschauhäuser überfüllt. Die Behörden in El Paso greifen daher nun zu ungewöhnlichen Mitteln: Häftlinge helfen beim Transport von Leichen.

Auf Bildern ist zu sehen, wie Gefängnisinsassen (alles sogenannte „Low Level Straftäter“) – in gestreiften Gefängnisuniformen und Schutzkleidung – Leichen in Kühllastwagen verladen und aufeinanderstapeln. „CNN“ berichtet, die Häftlinge hätten sich freiwillig gemeldet, würden von zwei Beamten beaufsichtigt und erhielten zwei Dollar pro Stunde.

Ein Gericht verhinderte unterdessen striktere Corona-Maßnahmen rund um El Paso, weil sie den Anordnungen des Gouverneurs Greg Abbott widersprächen. Er hatte, nachdem die Zahlen im Sommer zurückgegangen waren, die Corona-Regeln gelockert. Im El Paso County hatte Richter Ricardo Samaniego angesichts schnell steigender Infektionszahlen die Verlängerung eines Lockdowns verfügt. Behörden des Bundesstaates und mehrere örtliche Restaurantbesitzer klagten dagegen.

Das Berufungsgericht urteilte zu ihren Gunsten: Es sei Sache des Gouverneurs, solche Entscheidungen zu treffen. Der texanische Justizminister Ken Paxton begrüßte das Urteil und nannte Richter Samaniego einen „Tyrannen“. (jb)


Aus: "Corona: Häftlinge in Texas stapeln Leichen in Kühllastern" (18.11.2020)
Quelle: https://www.braunschweiger-zeitung.de/panorama/article230940346/Corona-Haeftlinge-in-Texas-stapeln-Leichen-in-Kuehllastern.html

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[...] Die Bilder aus El Paso erinnern an New York zu Beginn der Corona-Pandemie. Nach Rekordzahlen bei Neuinfektionen und Todesfällen, die den Bezirk im Westen von Texas in den vergangenen Wochen zu einem Hotspot machten, werden nun Leichen in Kühlwagen gelagert und Patienten in Zelten versorgt. Das Messezentrum der Stadt El Paso wurde vorübergehend zu einem Lazarett umfunktioniert. Patienten ohne Sars-CoV-2 werden seit Montag per Flugzeug in das etwa 900 Kilometer entfernte Austin gebracht. Dessen Bürgermeister Steve Adler hatte angeboten, sie in der texanischen Hauptstadt zu behandeln, um in El Paso Betten für Corona-Infizierte frei zu machen.

Allein für Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden in El Paso County mehr als 900 Neuinfektionen. Mindestens 22 Menschen starben an einem Tag. Etwa 1000 Corona-Patienten wurden im Krankenhaus behandelt, fast 330 von ihnen auf der Intensivstation, 200 an Beatmungsgeräten.

Eine Hilfskrankenschwester, die in den vergangenen Wochen im University Medical Center in El Paso gearbeitet hatte, berichtete bei Facebook von einem Raum, genannt „Grube“. „An meinem ersten Tag wurde mir gesagt, dass alle Patienten, die dorthin verlegt würden, nur noch in einem Leichensack wieder herauskämen“, sagt Lawanne Rivers in dem Video. Die Zustände in Texas seien weit schlimmer als in New York, wo sie zu Beginn der Pandemie Infizierte versorgt habe.

Schon mehr als 77.000 der etwa 800.000 Bewohner des Bezirks wurden infiziert. Die Gesundheitsbehörden meldeten bis Mittwoch rund 800 Tote. Um Ärzte und Pfleger in dem Grenzgebiet zu Mexiko zu unterstützen, hatte das Verteidigungsministerium in Washington schon vor zwei Wochen medizinisches Personal nach Texas geschickt. Die Stadt El Paso setzt zudem Häftlinge ein, die Verstorbene aus der Gerichtsmedizin in mobile Leichenhallen bringen. Die Polizei teilte mit, es würden nur Straftäter beim Transport verstorbener Corona-Patienten beschäftigt, die freiwillig dazu bereit seien.

Auch über Methoden, die weitere Ausbreitung von Corona zu verhindern, wird in El Paso gestritten. Nach der Entscheidung eines Bezirksrichters, den Lockdown zu verlängern, widersprach ein Berufungsgericht am Freitag schärferen Corona-Auflagen. Die Anordnung, „nicht wesentliche“ Unternehmen wie Restaurants bis Dezember zu schließen, sei nicht mit den Regelungen von Anfang Oktober zur Wiedereröffnung durch Gouverneur Greg Abbott vereinbar. „Leute wie der texanische Justizminister Ken Paxton sollten sich darüber nicht freuen. Sie sollten nach El Paso kommen und sich die mobilen Leichenhallen ansehen“, mahnte der Bezirksrichter daraufhin.


Aus: "Häftlinge transportieren die Covid-Opfer" (19.11.2020)
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/corona-situation-in-el-paso-haeftlinge-transportieren-die-covid-opfer-17058806.html

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Manfred Wolfgang (manfred_wolfi), 19.11.2020 - 00:12

Besonnenheit und Umsicht bleiben gefragt

Eigentlich wissen wir alle, dass wir nicht der Macht einzelner Bilder und Schreckensmeldungen erliegen sollen. Aber wenn das, worüber berichtet wird, unsere ohnehin schon vorhandene Angst bestätigt, dann ist schnell jede Vorsicht und Vernunft weggeblasen. Die Bilder von Bergamo zum Beispiel aus dem Frühjahr. Eine kleine italienische Stadt, in der besondere Umstände und auch Fehler zusammenkamen. Schlimme und mächtige Bilder in den Medien. Aber das war zum Glück eine Ausnahme. Wie viel wissen wir aus El Paso tatsächlich über die Bevölkerungsstruktur und deren Gesundheitszustand? Es gibt diese Horrormeldungen. Sie sind real. Aber es sind zum Glück sehr wenige. Kein Grund, unachtsam zu sein, aber auch kein Grund, panisch zu werden und alle Freiheiten, alles Leben und aller Zukunft einem Hygienetotalitarismus unterzuordnen.


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  Harry PLEWA (Harryple), 18.11.2020 - 20:06

Mann sollte die Leichen ins Weisse Haus bringen

Dort wohnt der Hauptverantwortliche für die vielen toten, er sollte schon vor dem Frühstück mit den folgen seiner Politik konfrontiert werden. Die anderen sollten dann auf dem Golfplatz gleichmößig verteillt werden.
Twitter sollte auf dem Trump Acc eine Slideshow mit Bildern seiner Opfer laufen lassen.


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     Herbert Heber (Herheb), 18.11.2020 - 23:44

Informieren, statt geifern.

Die Entscheidungsbefugnisse für Gesundheits-, Katastrophen- und sonstige Sicherheitsmaßnahmen der (sehr autonomen) US- Bundesstaaten liegen in der Verantwortung der Gouverneure , vergleichbar mit den Ministerpräsidenten der Länder in Deutschland. Da ist Trump außen vor.


...
« Last Edit: November 19, 2020, 02:31:39 PM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #262 on: November 22, 2020, 03:30:37 PM »
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[...]  Jedediah Purdy ist Verfassungsrechtler von der Columbia University.

...

Elisabeth von Thadden: Worüber denken Sie gerade nach, Jedediah Purdy?

Jedediah Purdy: Ich denke darüber nach, wie eine Gesellschaft das Zusammenleben so gestalten kann, dass sie weniger anfällig für eine Krankheit wie Corona wird. Denn was einem von uns schadet, schadet ja allen. Ein Gesellschaftssystem wie das US-amerikanische, das von den Einzelnen fordert, zu individuellen Überlebenskünstlern zu werden und die Pandemie irgendwie allein durchzustehen, verteilt die Ansteckungsgefahr auf sehr ungleiche Weise. Es gefährdet so letztlich jeden. Wir sehen in den USA, was geschieht, wenn eine Gesellschaft, die ja an manche Grausamkeit gewöhnt ist, sich politisch nicht krisenfest macht: Dann ziehen sich die Reichen aus dem Zusammenleben auf ihre Landsitze zurück, die Mittelklasse isoliert sich nach Kräften im Homeoffice und auf dem Rücken der Arbeitenden, die sich den physischen Begegnungen nicht entziehen können, wird die Last abgeladen. Insofern gleicht die Pandemie der Klimakrise: Sie hebt unsere wechselseitige Abhängigkeit und ungleiche Vulnerabilität hervor und dabei sind jene im Vorteil, die ohnehin die Hebel der Macht in den Händen halten. Die Benachteiligten werden dem Virus sozusagen zum Fraß vorgeworfen. Je nachdem, wie die Pandemie politisch gestaltet wird, sind Menschen dann füreinander Feinde oder aber miteinander Problemlösende.

...


Elisabeth von Thadden: Auch für jene Wähler etwa unter den Latinos, die jetzt Trump gewählt haben?

Purdy: Sie wollten sich für nichts anderes als für ihre persönliche Sicherheit entscheiden. Eine Politik, die sich für solidarische Infrastrukturen etwa im Gesundheitswesen einsetzt, wird von der Trump-Wählerschaft für pure Fantasie gehalten: Hirngespinste. Diese Wählerschaft hat sich Trumps Haltung, dass dieses Virus letztlich Schicksal ist, zu eigen gemacht. Das ist eine Form des sozialen Sadismus. Das Leben ist in den Augen dieser Wählerschaft eben hart, und wer etwas anderes möchte als diese Härte, gilt als realitätsfremd. Als jemand, der sich immer nur beklagt, aber nichts hinkriegt.

... Der Nihilismus von Donald Trump verträgt sich auch nach seiner Abwahl offenbar noch gut mit den Institutionen des politischen Systems. Und dessen Eliten scheint es wenig auszumachen, wenn sie die letzte Generation auf einem lebenswerten Planeten sind. Bei allem gebotenen Respekt: Die Haltung des sozialen Sadismus braucht man nicht zu respektieren. Grausamkeit verdient keinen Respekt. Und hinter Trump steht eben nicht die Mehrheit aller Wählerinnen und Wähler. Deshalb bin ich dafür, das gesellschaftliche Gesprächsthema zu wechseln und in der politischen Praxis dafür zu sorgen, dass ein gutes Gesundheitssystem auf die Menschen so überzeugend wirkt wie ein Green New Deal, der den Arbeitsmarkt belebt und die Emissionen runterfährt. Auch die Bürgerrechtsrevolution der Sechzigerjahre hat durch veränderte politische Tatsachen ihre Wirkung entfaltet.

...


Aus: "Jedediah Purdy: "Die Benachteiligten werden dem Virus zum Fraß vorgeworfen"" (21. November 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2020-11/jedediah-purdy-corona-krise-gesellschaft-usa-demokratie-columbia-universitaet

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Luis Tränker #8

ZEIT ONLINE: Auch für jene Wähler etwa unter den Latinos, die jetzt Trump gewählt haben?

Im Grunde genommen zeigt dies doch nur, dass diese Menschen den sog. "American Dream" verinnerlicht haben, wobei man es alleine schaffen soll. Die Latinos, die Schwarzen etc. sind eben keine solidarische Masse, auch das sollte man sehen und anerkennen.


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Alex09 #7

Die Ideen des Professors sind sehr interessant und auch auf Europa übertragbar: Auch hier können sich die Privilegierten auf ihre Landsitze zurückziehen und Manager sich im Home Office abschotten. Die Arbeitnehmer aus der "Unterschicht" die als Kassierer, Helfer in der Krankenpflege, Lageristen, Apothekenhelfer usw. arbeiten müssen jeden Tag zur Arbeit pendeln. ...


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konne #16

ZEIT ONLINE: Auch für jene Wähler etwa unter den Latinos, die jetzt Trump gewählt haben?

Ich kenne eine Kubanerin, die nicht gerade sehr gut in florida lebt und Trump gewählt hat. Ihr Sohn lebt in Deutschland und sagte ihr dass sie es nicht machen solle und gab ihr reichlich ARgumente. Die Mutter wählte schliesslich Trump. ...


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ecatepec12 #16.3

Vielleicht ist sie ja nicht verblendet. Vielleicht hat sie nach der Flucht aus Kuba erkannt, dass das Überleben Privatsache ist. Dass das Modell Kuba auch nicht gerade toll ist und sie sich durchgeboxt hat. Ein Sohn großgezogen hat, der ihr jetzt erzählt, was man wählen soll...sitzt wahrscheinlich im Home Office, während Mutter an der Front ist.


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heined #18

In jedem Menschen existieren zwei Seiten der Persönlichkeit, eine Gute und eine Schlechte. Trump erlaubt seinen Anhängern ihr inneres Schwein raus zu lassen, so wie er das vorlebt. Für manche mag das befreiend wirken, aber im Grunde weiss die andere Hälfte ihrer Persönlichkeit, dass es falsch ist, Kinder in Käfige zu sperren und Nazis zu loben. Bidens Aufgabe wird es nun sein, das zivilisierte Ich möglichst vieler dieser Aufgehetzten zu erreichen.

Man erkennt Politiker eigentlich immer daran, welche Seite der Menschen sie ansprechen.


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W-S #19

Warum sollten Latinos oder Afroamerikaner alle die selbe politische Meinung haben? Auf die Idee kommen sie doch bei den Weißen auch nicht.


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r.schewietzek #20

Eine Politik, die sich für solidarische Infrastrukturen etwa im Gesundheitswesen einsetzt, wird von der Trump-Wählerschaft für pure Fantasie gehalten: Hirngespinste. Diese Wählerschaft hat sich Trumps Haltung, dass dieses Virus letztlich Schicksal ist, zu eigen gemacht. Das ist eine Form des sozialen Sadismus.

Ja, das ist es ...


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gruebler1836 #22

Man sollte sich langsam aber sicher von der ganzen Trump-Geschichte lösen.
Die USA haben 328 Millionen Bürger, von denen nicht mal die Hälfte gewählt haben.
Die Trumpisten haben mit 73 Millionen gegenüber 80 Millionen Biden-Wählern verloren und damit in den USA nicht mehr zu regieren, das ist halt nun mal so in einer Demokratie. Und wenn der Ober-Spinner endlich das Weiße Haus geräumt hat und wieder sowas wie Normalität ins Regieren eintritt, werden vielleicht auch einige Trump-Wähler aufwachen und merken, dass des Trump-Kaisers neue Kleider in Wirklichkeit nackter Wahnsinn waren, die nach Außen getragenen Ideen eines Irren, denen weiter nachzueifern sich nicht auszahlt. ...


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Molsheim #27

"Diese Wählerschaft hat sich Trumps Haltung, dass dieses Virus letztlich Schicksal ist, zu eigen gemacht. Das ist eine Form des sozialen Sadismus."

Ich würde das eher als sozialen Masochismus bezeichnen.


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Gerrit Haase #27.1

Sado-Maso ...


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delastro #30

Wer kann sich denn mit 859 Euro Rente in Deutschland echte ffp2 Masken kaufen? Wohl keiner. Nachgemachte ohne Prüfzeichen kosten in der Apotheke pro Stück ca. 4-5 Euro für drei mal tragen. Amerika ist überall.


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Gerrit Haase #37

Sich selbst dem "Schicksal" auszuliefern ist kurzsichtig und dumm, also fatalistisch, womit ich bei der Kernkompetenz dieser intellektuell unzureichend ausgestatteten Trump-Wählerschaft bin: Fatalismus. ...


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #263 on: November 23, 2020, 02:29:49 PM »
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[...] In einem neuen Video befasst sich einer der bekanntesten YouTuber Deutschlands mit der „Querdenken“-Bewegung. ...


Aus: "Video zu Corona-Protesten: Rezo geht mit Politik und Polizei wegen „Querdenker“-Demos ins Gericht" Julius Geiler (23.11.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/video-zu-corona-protesten-rezo-geht-mit-politik-und-polizei-wegen-querdenker-demos-ins-gericht/26648460.html

https://youtu.be/eoxxh2qNZj4

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Georg Badowski

BILD, Telegram und Facebook haben unseren Eltern das angetan, von dem sie sagten, dass Videospiele uns das antun würden.


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GopnikSquat HD


Artikel 1: Die Dummheit des Menschen ist unfassbar.


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Paddy's Inn

Dieses Video wurde in einer Facebook-Gruppe geteilt und viele sagten: "Oh nein, nicht der schon wieder! Der ist doch nur Merkels Sprachrohr, bla, blubb."
Genau, Frau Merkel hat ihn schon damals ganz sicher dazu angestiftet in einem Video die komplette CDU zu zerreißen. Logisch. 😂 Und jetzt wird sowohl Politik, als auch die Polizei bei ihrem Umgang mit Covidioten kritisiert. Genau das will die Regierung! Öffentlich fertig gemacht werden. Dafür zahlen die sicher richtig gut. 🙄
Manche Leute sollten einfach kein Internet haben. 🤦🏻‍♂️


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Markus M

Mein Gott was ist das denn für Quatsch hier. Die Querdenker wollten im August den Reichstag stürmen.... 🙄.... Ganz ehrlich... jeder der sich auch nur Ansatzweise mit der Demo beschäftigt hat, sollte mittlerweile wissen, dass zum selben Zeitpunkt eine rechten Demo vor dem Reichstag stattgefunden hat...von deiner Recherche bin ich echt enttäuscht


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Claudia Bajor

Danke für dieses hochinformative Video, du sprichst vielen aus dem Herzen.


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Dennis Ebert

Atilla Hildmann hetzt gerade in seinen Gruppen dein Video zu melden und zu disliken.


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Thomas Wagner

Ich find beim atti-chat auch schon, dass man in seinen Umfragen sehen kann, dass rund 1/3 nur dort sind, um sich über ihn lustig zu machen 😅


Quote
il o

Rezos Qualitätsjournalismus geht in die nächste Runde. Unzählige Beleidigungen gegen Regierungskritiker, keinerlei Informationen über die Gründe, weshalb Menschen auf die Straße gehen und noch eine Prise Nazi-Keule


Quote
Joe L.

Ich möchte ganz kurz auch mal darauf aufmerksam machen, wie zermürbend das alles für Angestellte im Einzelhandel und co ist. Wir haben das große Glück, wirtschaftlich nicht ganz so stark betroffen zu sein, da wir ein Lebensmittelgeschäft sind, aber trotzdem bin ich extrem abgenervt von der Situation. Diese Querdenker kommen häufig in den Laden und labern einen voll, schwenken gehässig ihre Atteste von Dr.Internet und versuchen einen zu Aussagen und Streits zu provozieren, beleidigen einen als ausführende Kraft der Maßnahmen schamlos, werden teilweise auch gewalttätig, bezichtigen einen verschiedener Straftaten wie Nötigung und Diskriminierung und vermiesen einem einfach gewaltig den Tag. Alles während wir dort 10h am Tag Maske tragen, dabei Kisten schleppen, durchgehend rumrennen und in unserer Freizeit wegen denen nichts machen können, ich habe meine Großeltern in einem Jahr nur 1 mal gesehen, weil ich weiß, dass ich bei so viel Menschenkontakt immer infiziert sein könnte etc. Und mit diesen Gedanken steht man dann jemandem gegenüber, der einen anmeckert, die Bild vor die Nase hält und von den 1-3Millionen Demonstranten in Berlin erzählt. Geh. Einfach. Weg.


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Hilde Germankaiser

Du bist der regime merkel goebbels ,
Wenn Idioten deine Freiheit und Gesundheit gefährden...


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Luns

Danke, für dieses Video. Ich arbeite in der Gastronomie und bin dieses Jahr schon das zweite mal in Kurzarbeit. Ich habe vor ein paar Tagen mit meiner Chefin gequatscht. Weder sie noch andere Arbeitskollegen glauben, dass wir dieses Jahr überhaupt wieder auf machen können. Wenn ich dann sowas sehe, werde ich richtig wütend.
Kurz bevor wir wieder geschlossen haben, mussten wir einem Gast Hausverbot geben, weil er absolut keine Maske anziehen wollte. Er hat meine Arbeitskollegen beleidigt und im Restaurant rum geschrien. Und das war nicht selten der Fall. Ich und auch meine Kollegen wurden permanent beleidigt und teilweise sogar bedroht.
Ich verstehe einfach nicht, wie man sich gegen Schutzmaßnahmen wehren kann, die einem vor einer Krankheit retten können. Und das die ganze situation mit dem Holocaust oder NS Zeiten verglichen wird.
Anfang November wurde ich selbst von 2 Männern bedrängt, als ich abends mir nur einen Döner kaufen wollte. Da wurde mir auch gesagt, dass ich die Maske abnehmen soll und ich mich dem ganzen doch nicht unterwerfen solle. Ich hab mich noch nie so unsicher und angreifbar gefühlt, weil ich von den beiden richtig bedrängt wurde.
Zum Glück, wurden die beiden von dem Inhaber wieder weg geschickt.

Und noch zu dem Thema, dass die Polizei nicht eingreifen wollten. Ich glaube, weil wieder hunderte Videos auf Facebook usw. hochgeladen werden, wo nur zusehen ist, wo die Polizei eingreift. Dann wird wieder von Polizeigewalt gesprochen, ohne zu wissen, was vorher passiert ist. Aber das führt dann wieder dazu, dass die Leute machen, was sie wollen.


Quote
xXJokeriXx X

Ich bin ja eig eine ruhige Zuschauerin und schreib sonst nie was, aber: manche Menschen sind so dumm.
Ich arbeite in der Altenpflege. Durch die Maßnahmen bzw. durch die hohen infektionszahlen ist im Moment Besucherstopp im Heim. Die Bewohner sehen kaum bis nie die Angehörigen, wir Pflegekräfte können den Bewohnern nicht mal ein aufmunterndes Lächeln schenken, weil mir von morgens bis abends die Maske tragen müssen (aus gutem Grund) . Jeder Bewohner oder Patient im ambulanten Dienst wünscht sich uns mal wieder mit Lächeln im Gesicht und mal wieder gutes Sprachverständnis (durch die Maske ist halt eine Unterhaltung etwas schwieriger) .
Nicht du die alten, auch die kleinen Menschen leiden drunter. Mein Sohn ist ein Jahr alt, und kennt die Mitmenschen nur mit Maske in der Öffentlichkeit. Er weiß garnicht, ob er jetzt angelächelt wird oder nicht. Für ihn ist das normal, wo es für uns es eben nicht ist. 

Und dann gibt es solche idioten , die keine Maske tragen, kein mindesabstand halten, und wie im Video erwähnt, Partys, Demos veranstalten. Mich macht sowas wütend und traurig zugleich. Das manche Menschen so rücksichtslos sind und andere damit gefährden. ...


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Satan65 Sith

Die Leute sterben an Einsamkeit, Überalterung und den katastrophalen Geldgeilen Zuständen in den Heimen! Solltest Du eigentlich wissen!


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Alexander Cpke

16.000 Querdenker gefällt das nicht


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Alexander Hollander

Wirklich gutes Video, aber um die Polizei Mal in Schutz zu nehmen: Diese Querdenker Typen rufen dazu auf Kinder in die erste Reihe zu stellen. Greift die Polizei da durch sind die Grünen und Linken die ersten, die die Polizei kritisieren werden.


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Whiteraven

Aktuell fast 17.000 Dislikes. Da weiß Rezo, dass er alles richtig gemacht hat 😅


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nuster

So! Butter bei de Fische!
Welches Haarfärbemittel benutzt Rezo?
Die Farben sind tatsächlich ziemlich gut


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Manuel Klein

Mal stellvertretend für alle Menschen an der Front, also in den Krankenhäusern, die das momentan tierisch abfuckt was da los ist: danke, Rezo!


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« Last Edit: November 23, 2020, 02:34:28 PM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #264 on: November 24, 2020, 10:06:04 AM »
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[...] Wie viele andere Menschen leugnen auch der US-Amerikaner Brian Lee Hitchens und seine Frau Erin lange die Existenz des Coronavirus. In etlichen Facebook-Gruppen hat das Ehepaar aus Florida gelesen, dass es eine Erfindung sei, mit 5G in Verbindung gebracht wird oder ähnlich harmlos wie eine Grippe sei. Sie hielten sich deswegen weder an Hygienevorschriften noch suchten sie einen Arzt auf, als beide Anfang Mai erkrankten. Während sich Brian erholte, wurde der Zustand seiner 46-jährigen Frau immer schlechter. Sie erkrankte schwer und starb diesen Monat an Herzproblemen in Verbindung mit dem Virus. Einer dieser Fälle, wie es sich schon mehrfach abgespielt hat. ...

... Inzwischen hat Facebook sogar ein veröffentlichtes Video von US-Präsident Donald Trump gelöscht, das Falschinformationen zum Coronavirus enthielt. In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus "fast immun", weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten. Facebook erklärte, die "falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist", verstosse gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen.


Aus: "Ein weiterer Witwer richtet Appell an Corona-Leugner" (27. August 2020)
Quelle: https://www.mittellaendische.ch/2020/08/27/ein-weiterer-witwer-richtet-appell-an-corona-leugner/#gsc.tab=0

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[...] Mein Vietnamesischlehrer in Ho Chi Minh City hat mich letztens ausgelacht: "Corona? Das gibt’s nur bei euch in Europa!" In Vietnam sei das längst kein Thema mehr, sagte er in unserer Zoom-Stunde. Und tatsächlich: Seit 83 Tagen hat sich niemand mehr im Land angesteckt, die wenigen Neuinfektionen gehen alle auf Personen zurück, die bei ihrer Einreise isoliert und getestet wurden. Für meine Verwandten und Freundinnen dort heißt das: Abendessen mit der Großfamilie, Karaoke-Nächte, volle Clubs. Wenn ich mir in sozialen Medien die Bilder ansehe, dann frage ich mich schon manchmal, wer von uns gerade in der freieren Gesellschaft lebt. Und warum wir, die in einem angeblich so weit entwickelten, hochtechnologisierten Land leben, das Virus nicht in den Griff bekommen.

In Vietnam leben etwas mehr Menschen als in Deutschland (96 Millionen vs. 83 Millionen) auf insgesamt etwas weniger Fläche (331.212 Quadratkilometer vs. 357.386 Quadratkilometer). Das Land hat außerdem drei Nachbarländer, eins davon ist China, wo das Virus ursprünglich herkommt. Trotzdem gab es seit Ausbruch der Pandemie in Vietnam insgesamt nur rund 1.300 nachgewiesene Infektionen. Deutschland dagegen meldete über 900.000 Fälle, täglich kommen derzeit rund 15.000 Neuinfektionen dazu.

[...] Meine Kollegin Xifan Yang hat Strategien ostasiatischer Demokratien wie Taiwan, Japan und Südkorea analysiert, die ebenfalls zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geführt haben. Demnach schafften es die Regierungen dort, mit schnellem Handeln und transparenter Kommunikation früh Vertrauen herzustellen und dadurch die Bevölkerung mitzuziehen. In Deutschland hingegen wirken Bund und Länder nach einem halben Jahr immer noch so zerstritten und zerstreut, dass es kurz vor dem nächsten Gipfel im besten Fall nur um Konsensfindung ging, im schlechtesten Fall um reine Selbstprofilierung – nicht aber um den effizientesten Schutz der eigenen Bevölkerung.

Außerdem haben viele asiatische Länder einen konsequenten Maßnahmenkatalog umgesetzt und nicht wie hier nur häppchenweise neue Regeln vorgetragen, die auf manche eher freiwillig wirken, weil kaum jemand ihre Einhaltung kontrolliert und Verstöße sanktioniert. Zum Beispiel wird in Deutschland zwar von Quarantäne geredet, irgendwo steht auch etwas von Bußgeldern und ab und zu werden sie sogar verhängt. De facto können sich aber die meisten potenziell wie tatsächlich infizierten Menschen in Deutschland unbemerkt frei bewegen und ihre Viren streuen.

Offiziell heißt es, die Behörden hätten nicht die Kapazitäten, um alle Infektionsketten nachzuverfolgen und allen Verstößen nachzugehen. Aber Kapazitäten sind auch eine Frage von Prioritäten, und Prioritäten können politisch gesetzt werden. Außerdem könnte man die Isolation deutlich effizienter gestalten. In den meisten asiatischen Ländern gibt es zum Beispiel besondere Einrichtungen für Einreisende. Solche Quarantänezentren sind zwar kostspielig – die Rettung von unzähligen Unternehmen, die nicht mehr wirtschaftlich planen können, ist es aber auch.

Letztlich nützen aber selbst transparent kommunizierte, gut begründete und für die Bevölkerung nachvollziehbare Maßnahmen wenig, wenn eine kritische Zahl an Menschen einfach keine Lust auf diese Maßnahmen hat.

In Frankreich zum Beispiel griff die Regierung erst spät, aber dafür hart durch, zugegebenermaßen mit teils kuriosen Maßnahmen. Zum Beispiel darf man im Supermarkt noch Lebensmittel, aber keine Spielsachen mehr kaufen, und Sport ist auch nur noch im Umkreis von einem Kilometer erlaubt. Das einsame Bad im Meer oder die ausgiebige Joggingtour fallen damit weg. Das Ergebnis: 60 Prozent der Französinnen und Franzosen halten sich nach eigenen Angaben nicht an die neuen Regeln.

In Deutschland hat laut einer regelmäßigen Umfrage der Universität Erfurt zwar zuletzt die Akzeptanz von Eindämmungsmaßnahmen wieder zugenommen, 78 Prozent denken zum Beispiel, dass eine drastische Kontaktreduktion helfen kann. Zwischen Denken und Handeln klafft bei einigen allerdings eine große Lücke: In einer Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) räumte jede vierte befragte Person ein, nicht seltener Freunde oder Familie zu treffen. Fast ein Drittel verlässt das Zuhause nicht weniger als früher.

Bei allem Verständnis für Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten können oder nur außerhalb ihres Haushalts Bezugspersonen haben und brauchen: Es gibt darüber hinaus genug Menschen, die sich einfach nicht einschränken wollen, selbst wenn sie es könnten oder es ihnen erleichtert werden würde. Menschen, die ihren Bewegungsdrang und ihre private Meinung trotz besseren Wissens und trotz materieller Möglichkeiten über die öffentliche Gesundheit stellen. Die so augenzwinkernd (oder selbstgerecht) Regeln brechen, wie sie beim Brettspiel schummeln.

Deutschland, das kann man im Vergleich zu deutlich ärmeren Ländern sagen, hat sich einfach an den Wohlstand und eine damit einhergehende Bequemlichkeit gewöhnt. Die Nudelsuppen-Verkäuferin in Vietnam oder der Fabrikarbeiter in Taiwan haben es auch nicht leicht. Dennoch reißen sie sich zusammen und tragen ihren Teil dazu bei, die Gemeinschaft gesund und die Pandemie kurz zu halten. Und sie taten das auch schon vorher, ganz ohne Not. In vielen asiatischen Ländern trugen die Menschen schon lange vor der Pandemie Masken, sowohl aus Schutz vor Feinstaub als auch aus Rücksicht vor Mitmenschen, und sie husten und niesen grundsätzlich diskret. Wer jetzt, trotz dieser Pandemiesituation, keine Maske trägt, wird ganz selbstverständlich zurechtgewiesen und spurt, anstatt mit den Augen zu rollen. So erzählten es mir jedenfalls ausnahmslos alle Verwandten und Bekannten in Vietnam. Und sie können nicht glauben, wenn ich ihnen im Gegenzug von grassierenden Verschwörungstheorien und Massendemonstrationen ohne Maske berichte.

Die eigene Freiheit und die eigene Meinung stehen in vielen ostasiatischen Ländern nicht zwangsläufig und zu jeder Zeit über der aller anderen, sondern können für ein Gemeinwohl zurückgestellt werden. Der Konsens kann im normalen Alltag belastend sein, erdrückend sogar, in Ausnahmesituationen wie dieser aber über Leben und Tod entscheiden. Das nicht anzuerkennen und in einer Pandemie auf der individuellen Freiheit zu beharren, ist einfach nur verbohrt und unsolidarisch.

Für viele asiatische Länder kommt natürlich erleichternd hinzu, dass es vergleichsweise warm ist und die Menschen Epidemien bereits kennen. Sie können also auf Erfahrungen zurückgreifen, die wir noch nicht haben. In einer global vernetzten Welt sollte es aber möglich sein, dass Länder wie Deutschland aus Erfahrungen von entfernteren Ländern lernen können, auch von Ländern des globalen Südens. Das wollen viele aber offenbar nicht und verweisen lieber auf autoritäre Führungen und unterwürfige Bürger. Das ist an Arroganz kaum zu überbieten.

Es sollte beides möglich sein: Freiheit, wenn möglich, und Rücksicht, wenn nötig. Kritisieren, wenn es gute Gründe gibt – aber auch einfach mal eigene Schwächen eingestehen und von anderen Menschen dazulernen.


Aus: "Verbohrt und arrogant: Eine Kolumne von Vanessa Vu" (24. November 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-11/umgang-corona-arroganz-asien-vietnam-infektionsgeschehen-erfolg/komplettansicht

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selfish shellfish #5

Danke für diesen Einwurf, Frau Vu.

Es ist traurig, aber wahr: Eine Gesellschaftsform, die ihren Freiheitsbegriff daran festmacht, sich in einer Pandemiesituation frei und ungehindert infizieren zu dürfen, hat ihre besten Zeiten hinter sich. Wir amüsieren uns im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode.


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Peerchen #1

... Ja, es gibt einen Grund, warum in Statistiken jetzt oft nur Vergleiche mit Europa kommen - Vergleiche mit vielen asiatischen Ländern, aber auch mit etwa Neuseeland wären nicht sehr schmeichelhaft.


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Harald_A #1.2

Ich halte es für eine Art Wohlstandsverwahrlosung wo man nicht mehr realisiert das der Wohlstand Ergebnis kollektiver Anstrengungen ist sondern diesen nur noch als natürliche Selbstverständlichkeit wahrnimmt.
Das, beschleunigt durch professionelle Propaganda von politischen Strukturen die sowieso auf Zerstörung hinarbeiten, bringt uns dahin wo wir gerade sind.


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Ein Gespenst geht um ... #1.3

Der Neoliberalsimus hat uns die Ich-AG als Staatsdoktrin beschert.
Und nun wundern wir uns über die Auswirkungen.


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drouiz #1.9

Die Angst der Regierungen effektive Maßnahmen frühzeitig durchzuführen führt dazu, dass die Qualität der Maßnahmen eben nicht geeignet war und ist, um das Problem zu beseitigen. Vielleicht hätte man einige der heutigen Coronaleugner verhindern können, wenn man von Anfang an konsequent und transparent durchgegriffen hätte. Die hartverdrahteten Aluhutträger konnte man keinesfalls "einfangen". Dazu kommt, dass sofort die üblichen Profilierungsversuche von zB. FDPlern jeden Versuch das durchzusetzen, was wirksam wäre, torpedieren. Nicht, weil sie der Meinung sind die Maßnahmen seine nicht nötig, sondern weil die verbliebene Klientel die Kritik erwartet. (Originalton aus dem hiesigen FDP Ortsverein). ...


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vindaloo #1.25

Ersetzen Sie in Ihrem Text mal "der Staat" mit "die Gemeinschaft" oder "die Gesellschaft". Liest sich plötzlich ganz anders. Nur ist so ein Gemeinschaftsdenken hierzulande nicht so verbreitet.
Der Vergleich mit Vietnam trifft es wirklich ganz gut: dort das generelle Verständnis von Zusammenleben, hier lauter (vermeintlich völlig autark und "frei" lebende) Individuen. Diese Pandemie zeigt uns Individuen plötzlich, dass wir eben doch nicht so allein vor uns hinleben (können), sondern eben in einer Gemeinschaft, die auch gemeinsam an ein einem Strang ziehen müsste, wenn es notwendig wird.


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #265 on: November 24, 2020, 10:54:54 AM »
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[...] Für einiges Aufsehen sorgte am Donnerstagabend ein Polizeieinsatz im achten Wiener Gemeindebezirk. 60 bis 70 Personen hatten sich im Kellerlokal des Wiener Akademikerbundes zusammengefunden – mitten im Lockdown. Draußen wurden Straßenzüge abgesperrt, mehrere Mannschaftswägen und teils schwer bewaffnete Polizisten wurden in Stellung gebracht. Unten im Keller bekam man davon angeblich nichts mit.

Der Wiener Akademikerbund war einst eine Art Vorfeldorganisation der ÖVP, allerdings wurden der damalige Obmann Josef Müller und Christian Zeitz aus der ÖVP ausgeschlossen, nachdem Müller in einem Brief an Politiker die Abschaffung des NS-Verbotsgesetzes, die Streichung des Gleichbehandlungsgesetzes und die Zurücknahme der Fristenlösung bei Schwangerschaftsabbrüchen vorgeschlagen hatte.

Seither machte man mit guten Kontakten zu rechts außen, zu Burschenschaften und regelmäßigen Veranstaltungen mit Gastvorträgen ohne ÖVP weiter. Ein Gastvortrag war auch Teil der Zusammenkunft am Donnerstag, die Obmann Zeitz dem STANDARD als "außerordentliche Generalversammlung" beschreibt. Der Molekularbiologe Jaroslav Belsky war gekommen, um den Anwesenden etwas über Corona zu erzählen. Zudem habe man "dringliche juristische und politische Dinge zu beratschlagen gehabt", sagt Zeitz.

Bewohnern des Hauses war das Treiben nicht ganz geheuer, wie sie dem STANDARD erzählen, zumal niemand einen Mund-Nasen-Schutz trug. Die Polizei rückte zunächst mit drei Beamten an. Diese verließen aber nach einem Gespräch, das laut Zeitz höchstens 15 Minuten gedauert hatte, den Keller wieder. Er habe ihnen gesagt, dass die Versammlung laut Paragraf 12 in der am 15. November ausgegebenen Covid-19-Notmaßnahmenverordnung rechtens sei. Dort steht unter Paragraf 12, Absatz 5, dass "unaufschiebbare Zusammenkünfte von statutarisch notwendigen Organen juristischer Personen, sofern eine Abhaltung in digitaler Form nicht möglich ist", zu den Ausnahmen der Verordnung zählen.

Auf die STANDARD-Frage, ob man sich nicht, wie andere auch, digital versammeln könnte, sagt Zeitz: "Nein, das ist in unseren Statuten gar nicht vorgesehen." Die drei Beamten schickte Zeitz jedenfalls mit dieser Auskunft zu ihrem Vorgesetzten zurück. "Wir konnten unsere Veranstaltung planmäßig mit allen Nachfragen und Beratungen nach ungefähr eineinhalb Stunden beenden", sagt Zeitz zufrieden. Nachsatz: "Der Polizeijurist hat das wohl so gesehen wie wir."

Eine Frau, die auch zur Versammlung wollte und spät dran war, sah dann etwa eine Stunde später das Polizeiaufgebot, das freilich auch Anrainern aufgefallen war. Sie wurde nicht mehr durchgelassen. Im Keller blieb man davon unbehelligt.

Die Landespolizeidirektion Wien ließ den STANDARD auf genaue Nachfrage über den Ablauf des Einsatzes lediglich wissen, dass es einen Einsatz der "Wiener Polizei und der Magistratsdirektion der Stadt Wien" gab: "Im Zuge einer nicht angezeigten Versammlung in Wien 8 haben sich circa 60–70 Personen in einem geschlossenen Raum versammelt. Der Veranstalter (Privatperson) wurde nach dem Versammlungsgesetz und dem Epidemiegesetz angezeigt: Unterlassen der Versammlungsanzeige, Veranstaltung ohne zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze, Veranstaltung mit mehr als sechs Personen, Nichteinhalten des Mindestabstandes, fehlender Mund-Nasen-Schutz", heißt es in der schriftlichen Antwort.

Zeitz geht davon aus, dass er die angezeigte Person ist, da sonst von niemandem die Personalien aufgenommen wurden. Abgesehen von den ersten drei Beamten habe sich niemand in den Keller begeben.

"Ich sehe der Anzeige mit großer Gelassenheit entgegen, ich würde mich sogar freuen, sie bis zum Obersten Gerichtshof durchzukämpfen", meint Zeitz. Man werde sich auch weiter "intensiv mit dem Corona-Regime der Bundesregierung, das unsere Verfassung zerstört, beschäftigen". In welchem Rahmen man das mache, wisse er nicht: "Eine für 1. Dezember geplante Veranstaltung, die unter diesem Maßnahmenregime nicht möglich wäre, werden wir verschieben."

Ob Zeitz die Pandemie nicht ernst nehme? "Ich bin nicht der Meinung, dass das keine Krankheit ist und dass es nicht zu gefährlichen Verläufen kommen kann, aber es ist nicht weit von einer herkömmlichen Influenza entfernt. Was behauptet wird, ist eine Verzerrung der Wirklichkeit." Es gebe auch genug Betten in Spitälern. Gefragt, ob er selbst Mediziner sei, verneint Zeitz, er habe aber einst seinen schwer kranken Vater gepflegt und daher "Einblick in die Intensivmedizin".

Anrainer des Lokals des Akademikerbundes sehen das Kommen und Gehen, das auch im Lockdown dort herrscht, jedenfalls mit Besorgnis. "Für die müssen doch die Gesetze genauso gelten wie für alle anderen", so ein Nachbar zum STANDARD. (Colette M. Schmidt, 23.11.2020)


Aus: "Pandemiegesetz: Polizei löste Akademikerbund-Treffen in Wien-Josefstadt nicht auf" Colette M. Schmidt (23. November 2020)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000121930368/rechte-versammlung-mitten-im-lockdown

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Gerald Ruschka

Akademikerbund? ...


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L'eu El-Rühb

Die ÖVP, eine gefährliche Parallelgesellschaft.


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Suspicious Koala

Als jemand, der sich an die Maßnahmen hält, soziale Kontakte meidet und mit 2er Maske einkaufen geht, fühle ich mich ein bissl verarscht.


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EvangelikalerChrist

Selber schuld. Es teilen eben nicht alle Ihren kriecherischen Untertanengeist. Im Übrigen können auch Sie unaufschiebbare Vereinstreffen organisieren. Der Verein hat hier kein Privileg in Anspruch genommen, sondern ein Recht (Ausnahmetatbestand), das unter den entsprechenden Voraussetzungen jedermann zusteht...


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GRohnePunkte

Eine Generalversammlung ist keine Generalversammlung wenn sie nicht formal korrekt angezeigt wurde. Und alles Andere dürfen auch due rechtsrechten Recken nicht. Gut zu wissen, dass ab sofort auch Gastronomiebetriebe, Shisha Bars uvm ihre regelmässigen Generalversammlungen ihres Vereins mit 70 Leuten ohne MNS abhalten dürfen. Ob da die Polizei auch wieder unverrichteter Dinge weggeht?

Übrugens kann dann auch eine Hochzeitsfeier offenbar unter dem Titel "Generalversammlung" des dafür extra gegründeten Hochzeitsvereins mit 70 Personen ohne MNS problemlos abgehalten werden. "SIE FEIERN EINE ILLEGALE HOCHZEIT"

"Nein, wir haben nur das zufällig anwesende Brautpaar in den Vorstand gewählt".


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #266 on: November 24, 2020, 12:53:02 PM »
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[...] The rapid intensification of the coronavirus pandemic is hitting home in Ohio, where the number of people hospitalized due to COVID-19 is surging, hospital officials and Gov. Mike DeWine are warning. They say that's raising the possibility that elective procedures could be postponed.

"The high volume of these numbers is now overwhelming the system," DeWine said at a Monday briefing.

In southwestern Ohio, hospitals are nearing the point where the number of COVID-19 patients will outnumber non-coronavirus patients, said Dr. Richard Lofgren, president and CEO of the University of Cincinnati HC Health system.

"The growth in hospitalizations is exponential. We're not planning for the surge - the surge is here," Lofgren said.

More than 4,300 people were in the hospital with COVID-19 related symptoms as of Monday, a 59% increase from just two weeks ago. That figure includes more than 1,000 on intensive care units and more than 570 on ventilators, according to state Health Department data.

Cleveland Clinic Chief of Medical Operations Dr. Robert Wyllie pointed out that the number was 600 just 60 days earlier.

DeWine said, "We are responding to the surge, but as the surge increases, we'll need to make more decisions about how we triage and how we take care of patients appropriately."

Dr. Andrew Thomas, of the Ohio State University Wexner Medical Center echoed those thoughts, reports CBS Cleveland affiliate WOIO-TV. "We can't sound the alarm bell loud enough for people in Ohio to change their behavior," Thomas said. "With Thanksgiving coming up, keep within your bubble. If you have family coming over, hopefully they've been quarantining for 14 days."

At the Cleveland Clinic, the growing numbers of hospitalizations is complicated by a shortage of nearly 1,000 Clinic health care workers, either because they have the coronavirus or they're under quarantine, Wyllie said.

In Lima, in western Ohio, coronavirus patients are entering St. Rita's Medical Center faster than other patients can be safely discharged, said Mercy Health-Lima president Rhonda Lehman.

The 7-day rolling average of daily new cases in Ohio has risen over the past two weeks from 4,467 new cases per day on Nov. 8 to 7,618 new cases per day on Nov. 22, according to an Associated Press analysis of data provided by The COVID Tracking Project.


From: "Growth of COVID cases in Ohio "exponential"" (November 24, 2020)
Source: https://www.cbsnews.com/news/ohio-covid-case-growth-exponential/

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[...] As the holidays near — typically the busiest time of the year for U.S. retailers — supermarket employees say they're afraid to go to work as coronavirus cases skyrocket.

"COVID cases are exploding in California and across the country. Everyone who works in my store is afraid of getting infected," said Rachel Fournier, a cashier and bagger for 16 years at a Ralphs in Los Angeles, in a news conference held by the United Food and Commercial Workers (UFCW) on Monday. "Despite the growing danger, it sometimes takes up to two weeks for us to be told a coworker tested positive."

At least 350 UFCW members have died of COVID-19, including 109 grocery workers, according to the union, which represents 835,000 grocery store workers at major chains including Ahold Delhaize, Albertsons and Kroger. More than 17,400 grocery workers have been infected or exposed to the virus, the union added.

"The absolute number is undoubtedly much higher," Marc Perrone, the UFCW's international president, said. Major retailers refuse to disclose how many of their workers have become sick or who have died, he noted, with the union relying on local reports to piece together the figures.

"We've already had one worker die and two end up in the ICU," Janet Wainwright, who has worked for Kroger in Yorktown, Virginia, for five years, said in the call.

Store managers instruct workers not to bother customers who are not wearing face masks, and now keep masks behind the service counter instead of offering them at store entrances because they're "worried about customers taking too many masks," Wainwright said. "Kroger is prioritizing pennies over the lives of workers and customers."

Kroger no longer provides paid time off to employees who test positive for the coronavirus or who had been exposed to someone infected and need to quarantine, she said.

Another concern for people who work in retail as the virus surges — crowds. "Stores are getting more crowded as people stock up ahead of the holidays, or as customers prepare for a shutdown," said Fournier, the worker at Ralphs, a Kroger-owned supermarket chain in California. "Efforts to limit traffic are not working, and there is no effort to ensure customers properly wear masks."

"We had three cases in our store so far. It's scary. It motivates people to not want to come in — to not want to commit their time for such a low amount of money," Lisa Harris, a cashier at a Kroger outside Richmond, Virginia, said in a separate briefing by the Brookings Institute on Monday. "There was a time when the only things that would bring in the kind of numbers we're seeing now was if there was inclement weather coming, or if it was the holidays. And now it's every day," said Harris, who makes less than $15 an hour.

Kroger said in an email that its "most urgent priority throughout this pandemic has been to provide a safe environment for our associates and customers while meeting our societal obligation to provide open stores, ecommerce solutions and an efficiently operating supply chain so that our communities have access to fresh, affordable food and essentials."

Since March, the company has invested more than $1 billion in additional pay for its workers and implementing safety measures, the Kroger spokesperson said. Kroger's "total COVID-19 incident rate continues to track meaningfully below the rate in surrounding communities where we operate," the spokesperson said.


From: "Grocery store workers fear getting sick as coronavirus cases continue to climb" Kate Gibson, Irina Ivanova (First published on November 23, 2020)
Source: https://www.cbsnews.com/news/union-workers-decry-rising-covid-risk-in-nations-grocery-stores/
« Last Edit: November 24, 2020, 01:01:01 PM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #267 on: November 24, 2020, 03:22:27 PM »
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[...] A study released this week by the Century Foundation found that 7.3 million workers will lose their benefits as Pandemic Unemployment Assistance, the program that covers gig workers, winds down. An additional 4.6 million people will cease to receive payments via Pandemic Emergency Unemployment Compensation, the program that extends payments beyond state-level cutoffs. Put another way, by the end of the year, a total of 16 million people who received expanded unemployment benefits under the CARES Act will have lost that assistance. That number includes people who have already run through state benefits and added federal benefits.

The numbers are dramatic, and they stand out even more starkly against new data from a Census Household Pulse Survey conducted at the end of October which found that just 44 percent of U.S. households with kids are “very confident” they will be able to afford food over the next four weeks. More than 4 in 10 children who live in rental housing belong to households that are either behind on rent or low on food.

... So far, people who have lost their jobs due to Covid-19 have had access to a steady progression of safety net programs: First came then $1200 direct payment. Then came the $600 per week expansion of unemployment assistance. When that ended, people could still collect state unemployment checks, then an additional few months of federally funded unemployment. All that will wind to a close at the end of the year, and most people currently receiving expanded benefits will lose them. Absent another round of stimulus, what’s left is SNAP—money that can only be spent on groceries—and even that isn’t impervious to dysfunction in the Capitol.



From: "On the weekend after Christmas, unemployment benefits will run out for 12 million Americans" H. Claire Brown (20. November 2020)
Source: https://thecounter.org/christmas-unemployment-benefits-run-out-12-million-americans-snap/

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[...] We have so many numbers to describe how awful things are. Since February, the United States has conducted 170,315,721 Covid-19 tests, identified 11,603,800 cases, and tallied 250,300 deaths. In April, the unemployment rate hit a record 14.7 percent. Since the start of the pandemic, six million hungry Americans have enrolled in SNAP [Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP, formerly food stamps)].

These numbers are supposed to guide our decision-making. They usually fail. While statistical shock and awe is abundant, we are often unable to grasp the true meaning of such figures—stymied by basic innumeracy, the incomprehensible scale of our present crises, and the profound mismatch between hard data and human feeling. But what’s the alternative? An ingrained technocratic bias toward quantification and the “expertise” it breeds has left many Americans, especially on the left, with the conviction that data is more valuable than any other form of knowledge. The pandemic has only magnified this reductive impulse: Isolated in our homes and largely unable to make sense of this year’s successive traumas together, we have clung to figures “like a raft in a sea of gobbledygook,” Kareem Carr, a doctoral candidate in biostatistics at Harvard, told me. But still, we are drowning in a sea of decontextualized data.

Statistics can tell us something about the world no other method can, but there is value in other forms of intelligence: in storytelling and wisdom traditions in intuition and moral reasoning. When “believers” in science position themselves on the side of the rational and promote mathematical reasoning above all else, they alienate themselves from important questions—and fresh answers—about the world around them and the people in it. The pandemic has shown that to face our many, interlocking catastrophes, we need other ways of thinking about the world and acting on it.

The human brain gravitates toward numbers but struggles to understand them. For example, a common mental shortcut called anchoring means we “tend to kind of seize on the first bit of information that we get, and then that becomes a reference point against which we judge all other information,” Bradley Adame, an associate professor of communication at Arizona State University, recently told The Verge. Numbers are especially powerful anchors—ironically because they perplex us, even as we’re certain we know what they mean.

Early in the pandemic, public health officials predicted Covid-19 would have a 1 percent mortality rate. That figure seems very small: There are better odds of getting into Harvard or dying in a car crash over 50 years of driving. But it was a dire prediction that one in 100 infected people would die. Even when people latched onto big, round numbers, like the possibility of a million American deaths, few understood that they could become a part of that statistic. Numbers are important, but they happen to other people. 

At a governmental level, our inability to grasp the size of the Covid-19 crisis led to a mismanaged response that contributed to thousands of unnecessary deaths and an insufficient, onetime relief package. On a personal level, a failure to comprehend risk has led people to engage in potentially deadly activities, from grocery shopping maskless to going through with wedding plans. Online, where misinformation is rampant, numbers do little to combat the deluge of lies that often incorporate quantitative claims of their own. Now it’s increasingly apparent that data does little to help us grieve.

Honoring the dead has never been harder, and not just because the pandemic has closed hospitals to visitors and limited the size of funerals. For the last 20 years, the government has been quietly dismantling our capacity for collective mourning, argues Colin Dickey in Gen. Grief is politically volatile, so the GOP has made a mockery of it. “Death, to these ghouls, has ceased to mean anything beyond numbers, statistics, and polling results,” Dickey writes. Without an appreciation for the source of these numbers—the human pain and suffering, the crumbling institutions, the rapacious greed—they become emotionally inert and politically dangerous. Just look to Texas Lieutenant Governor Dan Patrick, who announced in April that he would die for the economy. “Let’s face reality of where we are: In Texas, we have 29 million people,” Patrick told Tucker Carlson. “We’ve lost 495, and every life is valuable, but 500 people out of 29 million, and we’re locked down.” Evidently, in the lieutenant governor’s Excel sheet, lost profits and lost lives are indistinguishable.

We see a similar pattern play out in other calamities, including the climate crisis. For decades, manufactured disputes over the “science” have delayed action. Even as we moved toward something like consensus on this issue, the scope of the problem, and the radical nature of the necessary response, can make the whole enterprise seem doomed. Perhaps the biggest impediment to change has been the misguided belief that it is a future problem—that one billion people may be displaced by climate change but not until 2050, or that New York City could disappear beneath the waves but not until the turn of the twenty-second century. Numbers are still important, but they happen to future people.

Death—from a virus, from climate change, from old age—is typically something people aim to “realize” in the most literal meaning of that word: to make real. The living cut their hair and tear their clothes in grief; they don’t typically turn to national vital statistics to see how many other people died the same way as their loved one. Unless, of course, they want to distance themselves from their pain. This year, that numbing by numbers has become a chronic condition. “Such is the perverse mathematics of tragedy: the staggering specificity of any one life lost; the overwhelming obscurity of lives lost,” Casey Cep wrote in The New Yorker in May.

The solution is not the end of statistics. Despite the Trump administration’s efforts to make an enemy of numbers themselves, public health officials, climate scientists, and policymakers should craft policies based on reliable data. But “statistics does a violence to human experience,” Carr said. “It crushes it down and throws out a lot of relevant information.” These limitations must be augmented with other kinds of insight, or at least acknowledged. We need to see the forest, but we must remember that we are the trees.

In the pandemic, obituary writers have taken on a new importance, Cep wrote in The New Yorker. When the coronavirus first made headlines, outlets began weaving death tolls into their reporting and spinning numbers into elaborate infographics. They also started publishing thousands of stories commemorating the people Covid-19 killed. Staring down the landmark of 100,000 coronavirus deaths, The New York Times published a front page full of mini-obituaries in May with the name, age, location, and a single fact about each of the deceased. Alternative proposals, like printing 100,000 dots, wouldn’t “really tell you very much about who these people were, the lives that they lived, [or] what it means for us as a country,” Simone Landon, assistant editor on the Times graphics desk, said at the time. These and numerous other memorialization efforts across the country reflect the earnest belief that an obituary, in Cep’s words, is “as close as we come in times like these to squaring the demands of statistic and story.”

Health communications experts increasingly agree. “There is growing evidence that traditional communication of vaccines—e.g., messages focusing on statistics—has not worked well,” Xiaoli Nan, director of the University of Maryland’s Center for Health and Risk Communication, told Undark. Rather than shaming people for their misunderstanding—or even their willful indifference to the facts—Nan and her team are looking for alternatives. “More successful strategies rely on trustworthy messengers, telling stories rather than using statistics, and appeals to moral values.”

Seeing outside of our single cell on this vast spreadsheet can feel impossible. I’m also just a number on the census, a Facebook algorithm, a product of our technocracy. But Carr told me something that helps to lay the foundation of the paradigm shift we need: Statistics are more like quantum physics than basic math. We want everything to add up as in middle-school algebra. But the real world is more complex, and more uncertain, than that. Embracing the chaos behind the cold, hard data could help us realize what we’ve lost—and what we can still save.


From: "Why We Can’t Comprehend 250,000 Covid Deaths" Eleanor Cummins (November 19, 2020)
Source: https://newrepublic.com/article/160276/250000-covid-pandemic-deaths


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #268 on: November 24, 2020, 06:05:56 PM »
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[...] Für viele Schweden ist das Stockholmer Freilichtmuseum Skansen eine Art Nationalheiligtum. Von dort wird jedes Jahr die Silvesterfeier live im Fernsehen übertragen. Auf dem Skansen begeht das Königshaus mit der Regierung regelmäßig den Nationalfeiertag. Und im Sommer wird auf der Freilichtbühne immer dienstags gesungen – übrigens auch live übertragen im Fernsehen. Durch alle Krisen- und Kriegszeiten war der Skansen immer geöffnet. Seit mehr als 139 Jahren. Doch in dieser Woche muss der Park zum ersten Mal in seiner langen Geschichte schließen. Der Grund sind die verschärften Corona-Maßnahmen im Land.

Denn ab heute dürfen sich nur noch maximal acht Personen in der Öffentlichkeit versammeln. Das bedeutet das vorläufige Aus für den Park. Viele Kinos und Schwimmbäder schließen. Restaurants dürfen nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenken. Auch wenn in Schweden niemand von einem Lockdown sprechen will – das öffentliche Leben wird deutlich und sichtbar heruntergefahren. Viel stärker als noch im Frühjahr.

Vorgestern hat sich Regierungschef Stefan Löfven direkt ans Volk gewandt – in einer Rede an die Nation. Eine solche Form der direkten Ansprache ist in Schweden extrem selten. Erst viermal hat es sie in der Geschichte des Landes gegeben. Und der Sozialdemokrat gibt sich als Krisenmanager, der es an Deutlichkeit nicht fehlen lässt: "Das, was wir jetzt tun, wird darüber entscheiden, wie viele von uns an Weihnachten noch am Leben sein werden. Das klingt brutal. Aber so hart und brutal ist die Wirklichkeit", sagt Löfven. Rund 6.500 Menschen sind in Schweden bisher mit oder an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Gemessen an der Gesamtzahl der Bevölkerung von rund 10 Millionen Einwohnern sind das deutlich mehr als in den meisten anderen Ländern Europas. Besonders bedrohlich: seit ein paar Tagen steigt die Zahl der Todesfälle wieder. Am vergangenen Mittwoch wurden fast 100 neue Tote gemeldet, am Freitag waren es mehr als 60. Das Virus hat auch die Alten- und Pflegeheime erreicht. In den Krankenhäusern füllen sich die Intensivstationen.

Mit einer 14-Tages-Inzidenz von fast 580 steht Schweden nach Berechnungen der Europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC inzwischen schlechter da als Frankreich, Spanien oder Großbritannien. Viele Menschen im Land befürchten die Rückkehr der Zustände vom Frühjahr. Vor allem an den Krankenhäusern wächst die Sorge. Björn Persson, Leiter der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Karolinska in Stockholm, sagte der Zeitung Dagens Nyheter: "Das, was wir im Frühjahr erlebt haben, war wie im Krieg". Und fügt hinzu: "Wir sind nicht bereit für einen neuen Krieg." Trotzdem hat seine Abteilung als erste Maßnahme die erneute Einführung der 12,5-Stunden-Schicht angeordnet.

Auch in den Schulen wächst die Unruhe. Dabei ist Schweden bekannt für seinen Weg der offenen Schulen. Aber jetzt steuert Schweden angesichts der zweiten Welle auch hier entgegen. Denn mittlerweile werden selbst in der Provinz Corona-Fälle an Gymnasien, Grundschulen und Kitas gemeldet. Schwedens Bildungsministerin Anna Ekström hat in der vergangenen Woche die Gymnasien des Landes mehr oder weniger dazu aufgefordert, teilweise oder komplett auf Distanzunterricht umzustellen. Viele Schulen folgen dem Rat. Das sorgt auch für Entlastung beim öffentlichen Nahverkehr. Doch ob das reichen wird? Ekström fügt warnend hinzu: "Wenn notwendig, werden wir auch weitere Maßnahmen ergreifen." Die komplette Schließung der Gymnasien könnte eine solche Maßnahme sein.

Wie schnell sich die Dinge ändern, muss auch Anders Tegnell erfahren, Schwedens oberster Epidemiologe. Noch Anfang Oktober war er ziemlich entspannt bei den Pressekonferenzen, meist mit einem Pappbecher Kaffee in der Hand. Das Besuchsverbot in den Altenheimen konnte aufgehoben, die Zahl der Besucher bei Konzerten- oder Sportveranstaltungen von maximal 50 auf 300 erhöht werden. Tegnell war optimistisch, dass sein Land – im Gegensatz zu vielen anderen – keine größere zweite Welle erleben werde. "Die Lage ist mit dem Frühjahr nicht zu vergleichen", sagte er noch am 13. Oktober. Die steigende Zahl der Fälle sei vor allem auf die deutlich gestiegene Zahl von Tests zurückzuführen. Aber es kam anders. Und die Kritik an Tegnell nimmt zu. Man hätte auch einfach würfeln können, so unzuverlässig seien seine Voraussagen gewesen, heißt es beispielsweise in einem Kommentar der Zeitung Expressen. Tegnell und seine Behörde treten seit vergangener Woche nur noch digital auf. Auch das eine kleine, aber deutliche Änderung.

Innerhalb eines Monats hat sich die Zahl der bestätigen Corona-Fälle verdreifacht. Zuletzt waren es mehr als 30.000 pro Woche. Im Gegensatz zum Frühjahr tritt nun aber auch die schwedische Regierung stärker auf den Plan und überlässt das Handeln nicht mehr allein ihren Behörden. Dazu zählt zum Beispiel das neue Versammlungsverbot. Das hatte Tegnell, wie er selbst in einem Radio-Interview einräumen musste, gar nicht vorgeschlagen. Es war die Regierung, die diese Maßnahme beschlossen hat. Fast täglich tritt nun Löfven oder einer seiner Minister bzw. Ministerinnen vor die Presse. Lange – vielleicht zu lange – hat man in Schweden auf Freiwilligkeit, Einsicht und menschliche Vernunft gesetzt. Doch die Bilder von gut gefüllten Tanzflächen und feiernden Partygästen haben die Regierung umdenken lassen.

Damit die neue 8-Personen-Regelung überhaupt in Kraft treten konnte, musste erst eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht werden. Denn insgesamt sind die Möglichkeiten der schwedischen Regierung äußerst begrenzt, in Friedenszeiten das öffentliche Leben einschränken zu können. Ein neues Pandemie-Gesetz ist deshalb auf dem Weg. Damit soll es in Zukunft möglich sein, das Schließen von Einkaufszentren, Bahnhöfen oder Konzerthäusern landesweit anordnen zu können. Aber das neue Gesetz wird frühestens Anfang des kommenden Jahres den Reichstag erreichen. Vermutlich wird es deshalb für die aktuelle Krise gar keine Anwendung mehr finden. Dass Schweden bisher keinen Lockdown erlebt hat, liegt also nicht nur daran, dass die Gesundheitsbehörde diesen nie für notwendig erachtet hat. Er ist nach derzeitiger Rechtslage auch gar nicht möglich.

Die Verschärfung der Maßnahmen bringt auch wieder neuen Schwung in die Diskussion um die "Mund-Nasen-Bedeckung". Denn nach wie vor gibt es in Schweden weder eine Pflicht noch eine Empfehlung für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes außerhalb von Krankenhäusern. Viele fragen sich inzwischen, wie lange die schwedische Behörde noch warten will. Erst letzte Woche machten Bilder die Runde, auf denen Hunderte von Menschen nach einem Zugausfall dicht gedrängt auf den Bahnsteigen der Stockholmer U-Bahn zu sehen waren. Kaum einer der Fahrgäste hatte eine Maske auf.

Und dann meldete sich auch noch die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften zu Wort – jene Institution, die alljährlich die Nobelpreise für Chemie und Physik verleiht. Ihre Empfehlung ist eindeutig: Es gäbe inzwischen genug experimentelle und epidemiologische Beweise, dass "ein Mundschutz die luftgebundene Übertragung des Virus minimiert", sagte Staffan Normark, Professor für Mikrobiologie und Vorsitzender des Gremiums. Der Druck auf Tegnell nimmt also zu. Er deutet inzwischen einen Kurswechsel an. "Wenn es Situationen gibt, in denen ein Mundschutz helfen kann, dann werden wir das Tragen natürlich empfehlen," erklärte er in der vergangenen Woche. Aber noch sei die Zeit für diese Maßnahme nicht gekommen.

Viele Hoffnungen richten sich nun auch im Norden Europas auf einen neuen Impfstoff. Schweden ist traditionell ein Land mit hoher Impfrate. Man vertraut dem Staat und den medizinischen Ratschlägen seiner Behörden. Aber bei Corona ist das anders. Nach einer aktuellen Umfrage des schwedischen Fernsehens will sich derzeit nur rund die Hälfte der Bevölkerung gegen Covid-19 impfen lassen. Die andere Hälfte ist entweder unentschlossen oder dagegen. Viele befürchten unbekannte Nebenwirkungen eines Impfstoffs. Denn Schweden hat bittere Erfahrungen mit der bisher größten Impfaktion des Landes gemacht.

Das war vor ziemlich genau zehn Jahren. Damals ging es um die Schweinegrippe. Die Menschen standen landesweit Schlange, um sich gegen die vermeintlich gefährliche Krankheit impfen zu lassen. Aber nach Berechnungen des schwedischen Instituts für Infektionsschutz hat man mit der Massenimpfung nur 44 Menschenleben gerettet. Viel schwerer wiegt: Zehnmal so viele Menschen – vor allem Kinder – erkrankten später als Folge der Impfung an Narkolepsie, einer unheilbaren Schlafkrankheit.

Viele Betroffene und Angehörige kämpfen bis heute um eine Entschädigung. Wenn man die Bilder der Pressekonferenzen von damals sieht, kommt einem vieles bekannt vor. Auf dem Podium ist Johan Carlson zu sehen, Chef der heutigen Behörde für öffentliche Gesundheit. Und auch der Mann neben ihm ist kein Unbekannter. Es ist Anders Tegnell, damals Leiter der Abteilung für Infektionsschutz der schwedischen Sozialbehörde. Sie hatten damals zur Massenimpfung aufgerufen.



Aus: "Corona-Maßnahmen in Schweden: Das schwedische Modell ist am Ende"  Christian Stichler, Stockholm (24. November 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-11/corona-massnahmen-schweden-neuinfektionen-zweite-welle-kontaktbeschraenkungen/komplettansicht

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müsste Musik sein #1.2

Veranschaulichung


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Stephan Doo Doo Dixon #27

„Mit einer 14-Tages-Inzidenz von fast 580 steht Schweden nach Berechnungen der Europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC inzwischen schlechter da als Frankreich, Spanien oder Großbritannien.“

Unglaublich wie massiv, durchsichtig und dabei schlecht hier geframed wird. Wir vergleichen jetzt Länder, die auf massivste Lockdowns gesetzt haben – Spanien / Frankreich – und weiter setzen, mit den Zahlen eines Landes OHNE Lockdown und werten den Vergleich dann zum Nachteil DIESES Landes? Grotesk.

Selbstverständlich wird umgekehrt ein Schuh draus: Schweden steht nicht schlechter da als diese Länder ohne dass es seine Grundrechte vergaß, seine Wirtschaft gefährdet und das Vertrauen eines signifikanten Teils seiner Bevölkerung verspielt. Die neue Regelung ist überhaupt keine radikale Abkehr dieses Wegs, es wird dann justiert, wenn es nicht anders geht und dann in Maßen.

Ich enthalte mich einer Bewertung dieses Artikels, der spricht für sich selbst. Lese ihn richtig, wer lesen kann.


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vincentvision #2

Der schwedische Sonderweg war von Anfang an ein Fiasko und verantwortete mehr Tote.

Punkt.

Und es ist gut und wichtig, dass sich das jetzt auch deutlich in den Zahlen zeigt, denn Schweden ist viel zu oft auch hierzulande das herangezogene Beispiel aller Lockerungsdrängler, denen die Maßnahmen weltweit als zu strikt erscheinen.

Und - das ist besonders erbärmlich, denen es ja meistens nicht ums Gemeinwohl oder gar die Gesundheit aller geht. Sondern um ihre eigene Agenda, ihre eigene Freiheit und ihren eigenen Egoismus, den sie jetzt in der Krise nicht wie gewohnt einfach so ausleben durften.

Also heulten sie laut: „Aber Schweden...!“ wenn ihre Gewohnheiten ein klein wenig eingeschränkt wurden. ...


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Edelfeder #9

Schweden hat immer noch eine Todesrate, die mit der der letzten Jahre vergleichbar ist, oder? Also keine signifikante Übersterblichkeit. Rechnet man jetzt mal die immensen Kosten weg, die Schweden im Vergleich zu anderen Ländern NICHT auf sich genommen hat, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Die Anzahl der Coronatoten ist nicht die einzige Zahl die bei der Bewältigung dieser Krise eine Rolle spielt.


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Gefüllte Frikadelle #9.1

Die Anzahl der Coronatoten ist nicht die einzige Zahl die bei der Bewältigung dieser Krise eine Rolle spielt.

Richtig - und deswegen können Sie sich mal die Passage mit dem Übergang zur 12,5-Stunden-Schicht in der Intensivmedizin im Artikel zu Gemüte führen.


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House MD #9.2

"Die Anzahl der Coronatoten ist nicht die einzige Zahl die bei der Bewältigung dieser Krise eine Rolle spielt."

Für die Toten und ihre Hinterbliebenen schon. Wenn Sie schon den Vergleich mit uns nicht mögen, Schweden hat die zehnfache Zahl an Toten wie Norwegen und Finnland zusammengenommen.


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Tordenskjold #9.3

Würden Sie auf eine intensivmedizinische Beandlung verzichten?

Wo Sie doch der Meinung sind, Dass " - Die Anzahl der Coronatoten ist nicht die einzige Zahl die bei der Bewältigung dieser Krise eine Rolle spielt."


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Edelfeder #9.4

Jeder Tote ist tragisch, aber irgendwann kommt der Punkt an dem ein paar tausend verhinderte Tote aufgerechnet werden mit einem Zusammenbruch der Volkwirtschaft. Und genau auf diesen bewegen sich Länder wie z.B. Spanien gerade zu. Was volkswirtschaftlich zählt ist, ob es eine signifikante Übersterblichkeit gibt. Und dies ist (soweit ich weiß) immer noch nicht der Fall. Weder in Schweden, noch in Deutschland.


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Frl.Clarissa #9.5

... "Die Anzahl der Coronatoten ist nicht die einzige Zahl die bei der Bewältigung dieser Krise eine Rolle spielt."

Das stimmt, es kommt auf das eigene Weltbild und die persönlichen Werte an. Zyniker und Libertäre z. B. wie Trump haben nur den eigenen Profit als Maßstab.


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olih #9.6

Das letzte Wort ist ohnehin noch nicht gesprochen. Es sind alles Momentaufnahmen bis die Pandemie vorbei ist.


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Kay-Ner #9.8

Die Volkswirtschaft bricht ebenso zusammen, wenn man keine staatlichen Maßnahmen ergreift, halt mit dem Umweg über den Zusammenbruch des Gesundheitssystem, das ist also schwerlich ein funktionierendes Argument.


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norbertZ #9.9

Schweden hatte sogar eine ziemlich hohe Übersterblichkeit!

Insgesamt sind in Schweden laut den offiziellen Zahlen der schwedischen Regierung bisher mehr als 5.900 Menschen an Covid-19 gestorben – der Großteil davon zwischen März und Juli. Laut der schwedischen Statistikbehörde Statistics Sweden gab es eine hohe Übersterblichkeit von April bis Juni – das bedeutet, es starben viel mehr Menschen als durchschnittlich im selben Zeitraum der Vorjahre 2015 bis 2019.
https://correctiv.org/faktencheck/2020/10/29/corona-irrefuehrende-behauptungen-ueber-todesfall-statistik-in-schweden/

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind rund zehn Prozent der Sterbe­fälle in Schweden auf COVID-19 zurückzuführen gewesen. Damit war die durch SARS-CoV-2 ausgelöste Krankheit die dritthäufigste Todesursache, hieß es heute in einer Mitteilung der Obersten Sozialbehörde des Landes. [...] Die Krankheit habe dazu beigetragen, dass die Sterblichkeit im Vergleich zum Vorjahres­zeitraum bei Frauen um zehn Prozent und bei Männern um 14 Prozent gestiegen sei, hieß es weiter. Im April sei COVID-19 sogar die häufigste Todesursache gewesen.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/118447/Corona-dritthaeufigste-Todesursache-in-Schweden

Eine neue Zahl aus Schweden gibt weiteren Aufschluss über den dortigen Verlauf der Corona-Pandemie. Die Statistikbehörde des Landes meldete, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres so viele Menschen gestorben seien wie seit 150 Jahren nicht mehr. So habe es insgesamt 51.405 Todesfälle gegeben, nur 1869 waren es mit 55.431 noch mehr. Damals war eine schwere Hungersnot der entscheidende Faktor, diesmal war es die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19.
https://www.n-tv.de/panorama/Schweden-zaehlt-meiste-Tote-seit-150-Jahren-article21985877.html



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Artyom #9.10

Ja das ging vor ein paar Wochen durch die Medien, hat allerdings das Bevölkerungswachstum unterschlagen. Siehe statista, auf die letzen 10 Jahre bezogen, sticht 2020 nicht hervor.

> Schweden hatte sogar eine ziemlich hohe Übersterblichkeit!

Ich kann nicht beurteilen ob die Daten von statista.com falsch sind, allerdings beziehen die sich aufs gesamte bisherige Jahr und nicht nur auf den Zeitraum der ersten Welle. Und da liegt Schweden laut Statista abschließend mit hoher Wahrscheinlichkeit genau im Durchschnitt. Was nun? Eventuell stimmt beides je nach Zeitraum. Wir werdens erst im laufe des nächsten Jahres endgültig wissen.


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Edelfeder #9.13

Das mit dem Flächenstaat ist in diesem Fall kein Argument, da sich die Infektionen in den Metropolregionen bündeln. Auf dem Land ist das kaum ein Thema in Schweden.

Richtig, ich vergaß zu ergänzen "seit April". Denn auch in DE gab es seit dem keine Übersterblichkeit mehr (bis November).


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House MD #11

Apropos Schweinegrippe und Pandemrix: man sollte fairerweise erwähnen, dass das H1N1 Virus selber auch diese Narkolepsie auslöst.
Die Erkrankung beruht auf der immunologischen Ähnlichkeit zwischen einem Virusprotein und einer Variante eines Rezeptors im menschlichen Gehirn. Das heisst, wenn die Impfung keine kreuzreagierenden Antikörper hervorgebracht hätte, hätte es die Krankheit selber getan.

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-07/schweinegrippe-impfstoff-narkolepsie-pandemrix

Rückblickend hätte man natürlich dieses Protein aus dem Impfstoff entfernen müssen, aber das wusste man damals noch nicht.

Pandemrix besteht aus dem richtigen, angezüchteten (wenn auch "geschredderten") Virus und damit aus allen seinen Bestandteilen. Das Risiko für derartige Komplikationen sollte also für mRNA Impfstoffe geringer sein, denn die kodieren nur für ein einziges Virusprotein, und da sollten sich Wechselwirkungen besser kontrollieren lassen.


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LMUstatistiker #13

Betrachtet man die Todeszahlen (Und Infektionszahlen) über den Verlauf der Pandemie über steht Schweden besser da als viele andere Länder.
https://ourworldindata.org/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&time=2020-02-01..latest&country=GBR~ESP~ITA~DEU~SWE~BEL~FRA&region=World&deathsMetric=true&interval=smoothed&perCapita=true&smoothing=7&pickerMetric=location&pickerSort=asc


Quote
PinkyandBrain #14.6

...

https://ourworldindata.org/grapher/rate-of-daily-new-confirmed-cases-of-covid-19-positive-rate?yScale=linear&time=2020-09-09..latest&country=BEL~FRA~DEU~ITA~LUX~SWE

und das hier:
https://www.statista.com/statistics/525353/sweden-number-of-deaths/


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Schlophia #15

"Lange hat Schweden auf Freiwilligkeit, Einsicht und Vernunft gesetzt"

Und dann haben sie festgestellt, dass 50% der Bevölkerung einen IQ von unter 100 haben und nicht allesamt 100.
Dann kommen noch 4% Soziopathen dazu dann ist die Misere da.


Quote
Egoldr #20

Die Naivität, die Realitätsverweigerung, die in der Überschätzung der Mündigkeit von Menschen in freiheitlichen Staaten durch Politik und gesellschaftlichen Multiplikatoren besteht, ist genauso gefährlich für freiheitliche Gesellschaften, wie die Unmündigkeit selbst.

Sie stellen aber NICHT das Scheitern freiheitlicher Gesellschaften dar, wenn auch Diktaturen wirksamer die Pandemie bekämpfen als die meisten freiheitlichen Gesellschaften, einschl. D., sondern zeigen mehr als deutlich die Fehlentwicklung, die Mängel, die Unzulänglichkeiten in diesen Gesellschaften auf.
Die sowohl im Erziehungs- und Bildungswesen zu verorten sind als auch in der praktischen Politik mit ihren gesellschaftlichen Entwürfen und Ideen.
Das beste Beispiel ist hier das, im besonderen von der FDP gepflegte dissoziale Freiheitsverständnis, was den Menschen suggeriert, Freiheit, einschl. Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, wäre ohne jegliche Verantwortung, ohne Haftung, Pflichten gesellschaftlich zulässig, erträglich, gar wünschenswert.

Ich sehe bisher nicht, wie die Schweden, die Deutschen usw. diese Defizite, Mängel künftighin beheben wollen, da doch massive künftige Aufgaben Probleme zu bewältigen sind, wie z. B. den Klimawandel, die erforderliche Umstrukturierung der Gesellschaften.
Werden sie nicht behoben, werden Diktaturen wie China diese Aufgaben besser lösen als wir in Europa, was weiteres Wasser auf die Mühlen der Feinde unserer Gesellschaft und in ihr sein wird.


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Konfekt #23

Man muss aber auch ganz klar sagen: Schweden kann sich jetzt einen längeren Lockdown finanziell leisten - wir dagegen müssen schön darauf achten, dass die Wirtschaft weiter läuft und hoffen, dass die Kultur-Industrie und die Gastronomie irgendwie aus eigener Kraft über die Runden kommen.


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Pierre_H #25

Herr Tegnell hatte von Anfang an unglaubliche falsche Vorhersagen getätigt.
Die letzte war am 29. Oktober als er meinte es gäbe in Schweden keine zweite Welle.
Und da war die schon längst im Land.
Und den bissigsten Artikel gab es im Expressen, "Man könnte ja den Octupus Paul entscheiden lassen"
https://www.expressen.se/kronikorer/alex-schulman/lat-blackfisken-paul-ta-over-tegnells-jobb/
Nein, es ist traurig dass es so kommen musste, aber die Manschaft um Herrn Tegnell war einfach grottenschlecht. Und leider haben die Schweden ein viel zu grosses Vertrauen in ihre Ämter. Das rächt sich gerade.

Und es kann noch bitterböse kommen, auch politisch.

Grüsse aus Schweden.


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In die Hutze integrierter Holm #30

Vor Kurzem gab es auf Arte eine Covid19 Doku die den "schwedischen Weg" als vernünftigere Alternative gepriesen hat und die Maßnahmen in anderen Ländern als eeher überzogen hinstellte.

Spätestens jetzt ist die Doku wohl nurmehr ein skurriles Dokument der Zeitgeschichte und Lehrstück über den Umgang der Menschen mit Medien einerseits, und die Frage "Was können wir wissen?" im Zusammenhang mit komplexen Sachverhalten andererseits.
Und vor allem auch darin, was selektive Wahrnehmung und confirmation bias bedeuten. Denn die Doku wurde als offizielle Bestätigung in der Covidgegnerszene eifrig geteilt und gefeiert.


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Hesekiel1985 #35

Man kann die Hähme vieler Foristen und wohl auch des Kommentators kaum übersehen. In meinen Augen macht es dennoch weiterhin Sinn, das Fazit nach Feststellung der "excess mortality rate" für 2020 zu ziehen und nicht voreilig zu urteilen.

Auch ist eine Feststellung im Text zumindest Grund, gedanklich nachzujustieren:

„Mit einer 14-Tages-Inzidenz von fast 580 steht Schweden nach Berechnungen der Europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC inzwischen schlechter da als Frankreich, Spanien oder Großbritannien.“

Die Vergleichsländer haben alle mehr oder weniger harte Lockdowns gefahren, im Ergebnis stehen sie allerdings nicht nennenswert anders dar als es Schweden tut. Man muss sich also fragen, welche Maßnahmen das Endergebnis wirklich beeinflussen können, und welche anscheinend eher nicht.


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wombat24 #35.1

Was die Häme einiger Foristen angeht, haben Sie wohl recht. Diese Häme geht allerdings nicht gegen Schweden, sondern gegen die Covidioten in unserem Land, die Schweden aus egoistischen Gründen immer als leuchtendes Vorbild gepriesen haben und mit Schwedenflaggen auf den rechtsradikalen Covidioten-Demos herumlaufen.

Den Artikel empfinde ich als sehr sachlich, der einfach die aktuelle Situation in Schweden schildert.


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Palanumi #35.2

"Man kann die Hähme vieler Foristen und wohl auch des Kommentators kaum übersehen."

Häme ist nicht angebracht - eher Trauer und Entsetzen über möglicherweise fatale Fehlentscheidungen in Schweden.
Schmerz und Leid vertragen sich nicht mit Schadenfreude. Überall.


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Mordonice #37

Neben den geltenden Regeln basiert unsere aktuelle Situation bzw. die Entwicklung der Zahlen auf Freiwilligkeit, Einsicht und Vernunft. Das habe ich aktuell selbst festgestellt, mag auch nicht für jeden Landkreis gelten. Letzte Woche hatte meine Frau Grippesymptome, ging zum Arzt und wurde direkt zum Covid- Test geschickt. Der kam dann Samstag positiv zurück. Natürlich hat sie dann umgehend alle, die laut der im Internet verfügbaren Informationen Kontaktpersonen 1. Grades sind, informiert. Am Montag hat sie sich dann auch beim Gesundheitsamt gemeldet, weil das Gesundheitsamt am Wochenende nicht erreichbar war, das taten auch alle informierten Kontaktpersonen.

Das lässt für mich den Schluss zu, dass es auch bei uns nur mit Vernunft funktioniert. Es geht sicher nicht Jeder wegen Erkältungssymptomen zum Arzt. Wer nur die Informationen des Testergebnisses in der Covid- App nimmt, wartet vielleicht auch einfach nur auf einen Anruf des Gesundheitsamtes, der ein paar Tage dauern kann. Entsprechend wird die Nachverfolgung auch bei uns nur noch bedingt funktionieren.

Nach diesen Erfahrungen halte ich die Idee der "Querdenker" den Bürgern mehr zu vertrauen für umso alberner. Kollegen, die sich noch halb krank zur Arbeit schleppen, kennt wohl Jeder, das würde auch mit Covid nicht anders laufen und ohne die aktuellen Regeln eher mehr Menschen treffen.


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Puc #41

Die "Argumente" der Pandemieleugner fallen wie ein Kartenhaus in sich zusammen, die folgenden Behauptungen sind von Pandemieleugnern nicht mehr so oft zu hören:

- It's the flu -> widerlegt, die Übersterblichkeit in den meisten Ländern der Erde ist dramatisch gestiegen in 2020
- die PCR-Tests sind nicht verläßlich, zeigen falsch an -> der Bhakdi-Quatsch ist widerlegt, Neuseeland hatte im Sommer keine COVID19 Fälle, das spiegelte sich auch in den PCR-Tests in Neuseeland zu 100% wieder. Die PCR-Tests stimmen bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma
- die Schweden schaffen es auch ohne starke Einschränkungen -> widerlegt, s. dieser ZON Beitrag, kein Land auf dieser Erde hat es ohne starke Einschränkungen geschafft, gerade nicht die Asiaten, allerdings ist dort die Disziplin besser entwickelt...
- Herdenimmunität ist die einzige Lösung -> widerlegt, in den ganz, ganz wenigen Orten mit einer ansatzweisen Herdenimmunität (Manaus, Brasilien) hat das Virus so brutal gewütet, das will niemand... in Bergamo, das so gnadenlos vom Virus betroffen war, herrschte übrigens nie Herdenimmunität und ausserdem: die Immunität bei COVID19 ist unterdurchschnittlich nach überstandener Infektion
- wir rutschen in eine Pandemiediktatur -> widerlegt, es ist nach wie vor erlaubt gegen die Maßnahmen zu protestieren, auch wenn dabei Nazifahnen wehen und der gröbste, menschenverachtende Unsinn verbreitet wird ("ich fühle mich wie Sophie Scholl", Ermächtigungsgesetz usw.).

Dumme vergessen schnell!


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Kriegsminister #41.1

1. Welches sind denn "die meisten Länder"? In Schweden gibt es keine Übersterblichkeit
2. Die Frage ist was der PCR anzeigt. So wie es Drosten mal formuliert hat, dass "ein Virus an jemand vorbeihuscht" und damit keine Infektion oder eine schwere Krankheit. Ich halte Drosten in dem Punkt für kompetent.
3. In Weissrussland gibt es noch weniger Einschränkungen, von dort gibt es keine Katastrophenmeldungen. Da bisher viele Länder diesen "Containment" Unsinn mitgenacht haben, läßt sich natürlich schlecht das gegenteil sagen. D.h. wir Wissen, ausser aus Weissrussland, nicht was passiert wenn nichts gemacht wird.
4. Herdenmimmunität bei einer Viruswelle beträgt ca. 20%. Das Problem der schwer erkrankten könnte eigentlich schon erfroscht sein, denn der Mechanismus wie das virus eindringt ist bekannt, es gibt sogar Mittel dagegen (Das Stichwort ist TMPRSS2)
5. Das Stigamitisieren und ausgrenzen Andersdenkender sind ein grundsätzliches politisches Merkmal aus der Zeit, in der Sophie Scholl aktiv war. Ich erkenne dieses Muster sehr häufig.
Interesssant ist, dass auf diesen Demos viele Plakate hochgehalten wird auf denen explizit vor Faschismus gewarnt und die Demokratie als Ideal genannt wird. Mich wundert sein wann Nazis diese Forderungen in ihr Programm aufgenommen haben.
Aber viele wollen nur das sehen, was sie glauben.


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Kriegsminister #44

Auf der schwedischen Statistikseite sieht das ganze gar nicht so dramatisch aus.
https://experience.arcgis.com/experience/09f821667ce64bf7be6f9f87457ed9aa

Es gab zwar einen Peak von 27 an positiv getesteten die Verstorben sind, aber solange nicht deutlich mehr sterben als sonst ist diese Aufregung nicht begründet. Dieses starren auf einen Test dessen Aussagekraft nicht belegt ist hilft niemand.



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Potz 1000 #41.3

Genau. Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.
Die paar Toten, meine Güte, gestorben wird schließlich immer, sollen sich nicht so anstellen usw usf ...


Also mal zusammen gefasst:
Es ist nichts passiert, es passiert nichts und es wird auch weiterhin nichts passieren.
Es stirbt niemand an Covid-19.
Wir leben in einer Diktatur.
Ansonsten alles gut.

Ist das eine treffende Zusammenfassung Ihrer, äh, Thesen?


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Davy Jones #42

Was für ein Geräusch macht eigentlich ein zerstörtes Weltbild?


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Nihi Liana #42.1

Beatmungsgerät?


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firestarter559 #48

Verrückt, mit welcher Schärfe hier alles und jeder in Grund und Boden beleidigt wird.
Lass es die Schweden doch so machen, wie sie es für richtig halten. Sollen es die Franzosen doch noch anders machen. Alle Wege haben Vor- und Nachteile.

Und bei allem gesammelten Intellekt hier im Forum kann ich mir nicht vorstellen, dass es auch nur eine Person gibt, die über alle Faktoren dieser Corona-Zeit ein Fazit ziehen kann und dann das einzig richtige Konzept zum Sieger kürt.

Es ist doch jedem Land selbst vorbehalten die für sie tauglichen Maßnahmen zu treffen.
Ich weiß immer nicht, warum es für alles auf dieser Welt immer nur noch einen einzigen richtigen Weg geben soll.


Quote
RFC2460 #48.1

Deutsche machen das. Die wissen das immer besser.
Dafür sind wir weltberühmt, daß wir ungefragt Meinungen abgeben ...


Quote
pomerius #51

Ich sehe schon die Plakate: "Schweden - Verräter im Freiheitskampf!" "Nordische Diktatur - Nein!" "Sophie Scholl wäre Schwedin gewesen!" "Schwedische Regierung von Gates und Soros gekauft!"

Schon lustig.


Quote
intellektuellminderbemittelter #53

Der Artikel bohrt förmlich in der Wunde, an der unsere Gesellschaft auseinanderklafft. Schweden, der Leuchtturm der Verharmloser auf dem Fels in der Corona-Brandung, in der die Hysteriker fürchten unterzugehen. Wenn ich mir die mit mal mehr, mal weniger mit Argumenten untermauerte Schlammschlacht hier im Kommentarbereich so anschaue, weiß ich nicht, was mir mehr Sorgen macht, das Virus oder meine Mitmenschen.


Quote
Maneki Neko #55

Für die Lockdown-Fans in den deutschen Medien und in den Foren ist Schweden natürlich eine Provokation. Daher muß jetzt auf Biegen und Brechen belegt werden, daß sie einem Irrweg folgen.
Für Regelungen im Stile von "kein Alkoholausschank nach 22:00 Uhr" würden sich doch deutsche Restaurants bedanken.


Quote
Ein Gespenst geht um ... #55.1

Fakten? Wozu denn Fakten?

Leugnen bis der Arzt kommt!


Quote
Comrade #55.2

Als gäb es von dir irgendwelche Fakten.
Die Linke hat sich Corona verschrieben und jetzt habt ihr mühe mit dem Absprung. Die gleiche Scheisse wie bei eurem Refugees welcome, agendahörig, sonnst nichts.
Natürlich liefert der Mainstream, ihre nützlichen Idioten wollen gepflegt werden und sie selber werden schließlich auch nicht durch die paar Klicks die wir hier hinterlassen finanziert.


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Don Alberto #57

Ich sehe den schwedischen Weg auch noch nicht als gescheitert an, dass ist vielmehr Interpretation von Journalisten die nicht ertragen konnten, dass sich da jemand nicht bedingungslos ihren Dogma unterwirft.
In dem wichtigsten Punkt bleibt sich Schweden treu. Die Regierung versucht nicht die Bevölkerung auf immer höhere Bäume zu jagen, deshalb werden auch nicht im Stundentackt Coronazahlen kolportiert sondern nur einmal die Woche.
Und schaut bitte mal auf den Verlauf der Todesfälle in Schweden. Der bleibt im Herbst auch auf die Bevölkerungsgröße runter gerechnet unter dem von Deutschland. Aber das Wahrheit die gefallen den Lockdownfetischisten einfach nicht.


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RGFG #57.1

Keine Ahnung, welche Daten Sie nehmen - diese hier...

https://ourworldindata.org/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&country=DEU~SWE&region=World&deathsMetric=true&interval=smoothed&perCapita=true&smoothing=7&pickerMetric=location&pickerSort=asc

...zeigen, dass Schweden bei den auf die Bevölkerungsgröße bezogenen immer - teilweise massiv - über den Zahlen von Deutschland gelegen hat.

Bis auf die letzten Tage eben - aber da steht dann eben auch "Sweden, recent days might undercount deaths."


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Erstmal -zurücklehnen #57.2

Don Alberto, Sie schlafen immer noch. Wir, ein dicht besiedeltes Land mit ca. 5..6% verantwortungslosen Covidioten, hätten ca. 50,000 Tote unter den schwedischen Verhältnissen. Sorry, dass Ihr Traum zerplatzt.


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Nihi Liana #63

Können wir mal bitte vom Corona-Elchtest und he-said-she-said Niveau runterkommen und Lösungen/Ideen diskutieren die man austauschen kann weil sie funktionieren?


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Mainzerin2015 #63.1

Kein Problem. Kann folgenden Artikel empfehlen:
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-11/umgang-corona-arroganz-asien-vietnam-infektionsgeschehen-erfolg/komplettansicht


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Fiefe Lampenröhr #68

Immerhin - acht Monate fast normales Leben gewonnen.


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Pflichtfeld-2 #68.2

Abgesehen von den 6500 Toten.


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Warum auch immer #68.4

Soweit mir bekannt, gehört das Sterben auch in Schweden zu den alltäglichen Dingen. Jedes Jahr sterben in Schweden ca 100 000 Menschen.


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Willies Enkel #68.7

Diese empathielosen Nullaussagen und Banalitäten sagen über die, die sie anonym von sich geben, schon einiges aus.

Wenn man Schweden mit den anderen skandinavischen Ländern plus Finnland vergleicht, die eine ähnliche Bevölkerungsstruktur und Lage haben, schneidet Schweden nicht gut ab.


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MatteoP #80

Die Dramatisierung der Situation in der Schweiz und in Schweden findet doch in erster Linie in deutschen regierungstreuen Medien statt. ...


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DontPanik #80.1

„Dramatisierung der Situation in der Schweiz und in Schweden“

Richtig, der schwedische Premier hat seine Rede vermutlich nur als Beitrag zu deutschen Medien gedacht. ...

Björn Persson, Leiter der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Karolinska in Stockholm, sagte der Zeitung Dagens Nyheter: "Das, was wir im Frühjahr erlebt haben, war wie im Krieg"


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MatteoP #80.2

Ich habe von der Dramatisierung gesprochen, und die findet hier statt. Die Schweden haben jedenfalls bis jetzt mutig einen anderen Weg eingeschlagen, einige asiatische Länder auch, und bei uns ist die Situation längst nicht so dramatisch wie von vielen ihresgleichen suggeriert.  ...


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Sixto #84

Oh man, was für ne absurde Diskussion. Ich wette, da haben nur Männer diskutiert!


...

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #269 on: November 26, 2020, 11:28:30 AM »
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[...] [aktuell] befinden sich [] 3781 Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, das sind 11 mehr als gestern. 2214 Patienten müssen invasiv beatmet werden, 38 mehr als am Dienstag. Gleichzeitig nehmen die Intensivkapazitäten weiter kontinuierlich ab. Insgesamt sank die Zahl der freien Intensivbetten in Deutschland seit gestern um 182 auf 5775, wovon nur 4816 davon für Erwachsene geeignet sind. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. In Berlin sind beispielsweise von 1284 Intensivbetten bereits 1100 belegt. In Schleswig-Holstein gibt es zwar nur 856 Intensivbetten, davon sind aber noch 270 frei. Im Notfall werden Patienten verteilt.

... [zugleich] herrscht Personalmangel und nicht jedes Intensivbett ist für jeden Covid-19-Patienten geeignet. Etwa jeder dritte Corona-Intensivpatient brauche beispielsweise ein Dialysegerät zusätzlich zu den oft benötigten Beatmungsgeräten, berichtet der BR. Vor allem kleine Kliniken könnten das oft nicht leisten.

Quelle: ntv.de


Aus: "Warum gibt es jetzt so viele Corona-Tote?" Klaus Wedekind (Mittwoch, 25. November 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/wissen/Warum-gibt-es-jetzt-so-viele-Corona-Tote-article22191916.html

-

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[....] Allein in Deutschland gab es am Dienstag 410 Coronatote. Das ist die höchste Todeszahl seit Beginn der Coronakrise. Doch die Zahl ist alles andere als eine statistische Spitze. Am Vortag waren 259 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beklagen, davor waren es 90, 138 und 254 Tote. Es ist, als würde jeden Tag ein Flugzeug über Deutschland abstürzen und alle Passagiere kämen um. ...


Aus: "Steigende Zahl an Coronatoten: Gebt ihnen ein Gesicht" Aus einem Kommentar von Marina Mai (25. 11. 2020)
Quelle: https://taz.de/Steigende-Zahl-an-Coronatoten/!5727504/

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Naturwissenschaftler

... jeden Tag sterben in D ca. 2.700 Menschen. Einfach so. Normal. Der Tod gehört in der Regel zum Leben.


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Andreas J

@Naturwissenschaftler: Nah dann fallen 400 Tote mehr, nicht ins Gewicht. Sie sind ja ein richtiger Menschenfreund. Empathie ist nicht so ihr Ding wa?


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adagiobarber

@Naturwissenschaftler:
es ist eine frage des ...

wie jemand stirbt, der an covid-19 erkrankt ist.
wie ein ertrinkender.
nur eben nicht unter wasser.


...

-

"Corona-Proteste : Polizei setzt Pfefferspray in Hildburghausen ein" (26.11.2020)
Der Landkreis Hildburghausen gilt als Deutschlands schwierigster Corona-Hotspot. Dennoch protestierten dort Hunderte gegen die Infektionsschutzregeln. ... Der Kreis Hildburghausen registriert derzeit bundesweit die meisten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Seit Mittwoch gilt dort ein regionaler Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen sowie geschlossenen Schulen und Kindergärten. Die Proteste fanden während der Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) statt. ... Diese Menschen, so Ramelow, hätten damit das Signal gegeben, dass sie das Infektionsgeschehen in ihrem Kreis nicht interessiere. „Sie sind zwar in dem Landkreis, in dem die höchste Infektionsrate in ganz Deutschland ist, aber sie signalisieren, dass sie die Maßnahmen zur Unterbindung der Infektionen wohl eher ablehnen“, sagte Ramelow. ... In Hildburghausen gab es laut Zahlen des Robert Koch-Instituts von Mittwoch 526,9 Infektionsfälle auf 100.000 Einwohner pro Woche. Ab einem Wert von 50 gilt eine Region als Risikogebiet. ...
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/polizei-setzt-pfefferspray-in-hildburghausen-ein-17071421.html

Quote
[...] Dabei war Hildburghausen noch während der ersten Welle völlig unauffällig und der letzte Landkreis in Deutschland, der am 20. März seinen ersten Corona-Fall meldete. „Wir waren praktisch Corona-frei“, sagt Müller. Aber seit dem 24. Oktober läuft das Infektionsgeschehen allmählich aus dem Ruder. ... Nicht alle zeigen sich einsichtig. Lokale Medien berichten von einer offenbar nicht angemeldeten Demonstration am Mittwochabend. „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“ hätten die Teilnehmer skandiert. Auf Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, wie Menschen „Oh, wie ist das schön“ singen und sich gegen die Maßnahmen auflehnen.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article221075024/Hildburghausen-Risikostufe-rosa-Oh-wie-ist-das-schoen-singen-Demonstranten.html

Quote
Thomas M.

Sie singen: oh wie ist das schön. Tur mir leid, aber das ist an Dummheit und Ignoranz schwer zu überbieten. Diese Leute könnten ja mal ein paar Tage auf der Intensivstation mitarbeiten und den dort am Limit schuftenden etwas Arbeit abnehmen.


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Heiner M.

Hildburghausen ist ja nun ein relativ überschaubarer Kosmos. Woran liegt es denn dort, dass die Zahlen so durch die Decke gehen? Sind die Menschen dort allesamt komplett undiszipliniert? Gibt es Einzelereignisse, auf die das Infektionsgeschehen zurückzuführen ist? Gibt es große Hotspots, die à la Ischgl oder Berchtesgadener Land in die ganze Region ausstrahlen? Haben legale oder illegale Feste stattgefunden, die größere Spreads verursachen? Sind einzelne Communities für größere Zahlen verantwortlich (Beispiel Bautzen)? Wo leben die Infizierten, überalll verteilt oder in regional eingrenzbaren Bereichen (sollte das Gesundheitsamt eigentlich wissen)? Solange wir solche Fragen nicht klären, werden wir bis zum Frühsommer von einem undifferenzierten Lockdown zum nächsten torkeln. Daran wird die Maskenpflicht auf Parkplätzen genau so wenig ändern wie das Verbot sämtlicher Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.


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Ulrich W.

 Wie wäre es, wenn all diejenigen, die sich nicht an die gängigen AHA Regeln halten möchten gezwungen werden, einfach mal paar Tage in den Covid-19 Krankenhaus-Intensivstationen dabei zu sein. Auch dabei sein, wenn die verstorbenen aus den Intensivstationen "abtransportiert" werden müssen,  und auch dabei sein, wenn den Kindern und Enkelkindern der Tod mitgeteilt werden muss...


Quote
Aleksandar A.

 Diese Querdenker Bewegung ist an Ignoranz  und Realitätsverwigerung kaum zu toppen. ...


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Thankful for today

 Ja. Man glaubt es geht nicht mehr tiefer, aber es ist erstaunlich was noch alles möglich ist.


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Benjamin S.

 Diese Situationen werden weiter zunehmen und ich kann das total nachvollziehen. Wenn die ganze Bevölkerung bevormundet wird, wie Kleinkinder vorgeführt und teilweise gutgläubig hinters Licht geführt wird, braucht man sich über solche Auswüchse nicht wundern. Und damit meine ich keinesfalls, dass es das Virus nicht gibt, oder dass es gefährlich ist. Ich meine damit, dass der Umgang damit alternativlos geworden ist und eine differenzierte Betrachtung oder Evaluation einer anderen Herangehensweise immer noch dämonisiert wird. Wenn man Menschen wie unmündige Trottel behandelt, muss man sich nicht wundern, wenn sie irgendwann zu eben diesen werden.


Quote
Gustav G.

 Benjamin: Es jammern Leute über Bevormundung, die sich wie in diesem Fall schlimmer als unmündigen Kinder benehmen?  ...


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Aleksandar A.

 Das kann doch gar nicht sein. Höcke hat doch im August die Pandemie für beendet erklärt.


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Stoffel V.

 Ist ja wie im Karneval!


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A. W.

 Die Covidioten singen „Oh, wie ist das schön“ an dem Tag, an dem über 400 Menschen ihr Leben verloren. Das ist tatsächlich nicht mein Deutschland.


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Gustav G.

 Herr Höcke hatte die Pandemie im August öffentlich im Fernsehen für beendet erklärt. ...


Quote
Jan U.

 @A.W. In Deutschland sterben jeden Tag durchschnittlich 2.400 Menschen. ...


Quote
Leonard von Quirm

 Tja, so ist das. Thüringen und Sachsen haben das Problem immer nur bei den anderen gesehen. Jetzt holen sie auf. Während in Thüringen die Zahlen kräftig steigen, wird in Sachsen schon fleißig gestorben. Wo ist denn die AfD, die erst härtere Maßnahmen forderte, dann gegen Maßnahmen war und jetzt schweigt. Sie sitzt in vielen der jetzt stark betroffenen Kreise in den Kreistagen und den Landesparlamenten.


Quote
Mike H.

 10 Tote in Sachsen.


Quote
Thomas W.

 ...“ Frieden, Freiheit, keine Diktatur“ hätten mehr als 100 Teilnehmer skandiert. - und genau wegen solcher egoistischen, rücksichtslosen Vollpfosten stehen wir heute da wo wir sind, nicht wegen der Politik.

Corona ist ein Arschloch, und kein „wünsch dir was“!


...

-

https://www.focus.de/politik/deutschland/ohne-maske-und-abstand-in-deutschlands-schlimmstem-corona-hotspot-ziehen-hunderte-singend-durch-strassen_id_12704839.html

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26.11.20, 11:05 | Paul-Werner Sittich
Völlig Gaga

Das war kein Protest, das war eine Darbietung vollkommenen Schwachsinns. Ich frage gar nicht, was in deren Köpfen vorging, denn ich habe die Antwort schon gefunden: NICHTS.


Quote
26.11.20, 11:03 | Heinz Gruber
Denn sie wisden nicht was sie tun...

manchen Menschen wird erst bewusst, was sie da anrichten wenn die erste Person im nahen Umfeld an Corona stirbt. ...


...

Quote
[...] Der Landrat des Landkreises Hildburghausen, Thomas Müller, steht seit Donnerstag unter Polizeischutz. Er sei zuvor in den sozialen Medien beleidigt und bedroht worden und habe Anzeige erstattet, sagte ein Sprecher der Polizei in Erfurt.

Die Drohung stehe "mutmaßlich im Zusammenhang mit der Corona-Schutzverordnung", sagte der Sprecher. Die Kriminalpolizei Suhl bearbeite den Fall. Nach einem Bericht der Zeitung Freies Wort hieß es in einem mittlerweile gelöschten Facebook-Post: "Müller, du dummes Schwein. Nimm dir einen Strick und häng dich weg." Ein Kommentar dazu wird ebenfalls zitiert: "Ich glaube, es ist besser, wenn wir ihm dabei helfen."

Müller hatte die Proteste gegen den strengen Lockdown in Hildburghausen als unverantwortlich kritisiert. Hunderte Menschen, die am Mittwochabend durch die Südthüringer Stadt gezogen seien, hätten nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag.

... Derweil beginnt eine Debatte über die Verantwortung für die dramatische Pandemielage im Landkreis. So ist er bundesweit Spitzenreiter bei der Sieben-Tage-Inzidenz, die am Donnerstag bei fast 603 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte, die Zahl der Corona-Infektionen in dem Landkreis sei derart sprunghaft gestiegen, dass sie "nicht mehr feststellbar" sei. Das sei "so diffus, dass es in der ganzen Bevölkerung drin ist". 

Die Thüringer CDU sieht eine Mitschuld der Landesregierung: "Zur Verschärfung hat die zögerliche Reaktion des rot-rot-grünen Bildungsministeriums beigetragen, das nötige Schließungen trotz dringlicher Bitten aus dem Landkreis zu lange blockiert hat", sagte Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt der Düsseldorfer Rheinischen Post. Der Landkreis und seine Schulen seien bei der Anwendung des Stufenkonzepts "komplett alleingelassen" worden, kritisierte Voigt.

Für die rund 63.000 Einwohner im Kreisgebiet gelten bis vorerst 13. Dezember strengere Corona-Regeln. So ist der Aufenthalt außerhalb der Wohnung oder dem eigenen Grundstück nur noch aus "triftigem Grund" erlaubt. Dazu gehören unter anderem der Weg zur Arbeit, der Gang zum Arzt und notwendige Einkäufe. Seit Mittwoch sind daher bis auf Weiteres alle Kitas und Schulen in dem Landkreis geschlossen. 


Aus: "Hildburghausen: Landrat nach Morddrohungen unter Polizeischutz" (27. November 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-11/coronavirus-hildburghausen-cdu-landrat-thomas-mueller-polizeischutz

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Nobbi Stiles #1

So sind sie, die vermeintlichen Verteidiger von Freiheit und Grundgesetz. ...


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married to the game #4

So ist die Situation nun einmal in diesem unserem Land ....


Quote
namevergeben2 #4.1

"Drohungen und Beleidigungen gegen jemanden, der eine andere Meinung hat, sind doch heute schon Usus,vor allem im Netz."

Dem möchte ich widersprechen. Die allermeisten sind ganz normale Menschen, die auch im Netz freundlich und höflich sind.
Die Extremen sind wenige und laut, das Laute täuscht unsere Wahrnehmung.

Gehen Sie einfach mal auf die Straße und sprechen einen zufällig Vorbeikommenden freundlich an, egal welche Hautfarbe oder Sprache, Sie werden zu 90% freundliche Aufmerksamkeit erhalten.

Vielleicht fehlt uns das auch einfach, wir haben verlernt miteinander zu reden und zuzuhören, öffentliche Orte der Begegnung werden durch Chaträume und Facebookgruppen immer mehr zu Oasen in denen man nicht mehr im Dialog steht, sondern nur noch erzählt.

Und auch die Demos sind kein Dialog, sondern Monologe.


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Mastershark #5

Freiheitsrechte scheinen derzeit mit völliger Entgrenzung verwechselt zu werden. Die Freiheit des Einzelnen hört da auf, wo die Grundrechte anderer durch sein Handeln beschnitten werden. Das müssen auch Aluhutträger, Wutbürger und Volksvertreter mit fragwürdigem Demokratieverständnis akzeptieren.


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Dombaumeister #9

Ich habe gedacht, die kämpfen für Frieden, Liebe und die Grundrechte?


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Europäischer freier Demokrat #12

Diktatur grölen und anderen den Mund verbieten und mit dem Tod bedrohen. ...


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regilot #15

Im Mittelalter hätten diese Leute Frauen als Hexen verbrannt. Nix Neues also aus den Abgründen der menschlichen Psyche.


...
« Last Edit: November 27, 2020, 12:00:47 PM by Link »

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #270 on: November 26, 2020, 03:01:08 PM »
Quote
[...] Geahnt hatten es viele Türken schon lange, jetzt ist es offiziell: Die Corona-Pandemie wütet in ihrem Land viel schlimmer als von der Regierung bisher zugegeben. Mit 28.351 Neuinfektionen am Mittwoch breitet sich das Coronavirus in der Türkei schneller aus als in jedem Land Europas.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca musste bei einer Pressekonferenz am Mittwochabend auch einräumen, dass in einigen Krankenhäusern die Betten knapp werden – nachdem es lange hieß, es gebe keine Probleme. Koca hatte Ende Juli die Zählweise für sein tägliches Corona-Tableau plötzlich umgestellt.

Seitdem veröffentlichte er nur noch die Zahl von „Patienten“ mit Krankheitssymptomen und nicht mehr die Gesamtzahl der positiv Getesteten, die auch Covid-Fälle ohne Symptome beinhaltet. Dadurch blieben die offiziellen Zahlen in der Türkei im internationalen Vergleich niedrig – zuletzt wurden rund 7000 „Patienten“ pro Tag gemeldet, während Länder wie Deutschland mit 20.000 Neuinfektionen am Tag kämpften.

Mit dem Blick durch die rosa Brille schaffte es die Türkei, dass ihre Urlaubsregionen lange von internationalen Reisewarnungen ausgenommen blieben. Zudem lobte sich die Regierung selbst, sie habe besser auf die Pandemie reagiert als die Behörden in anderen Ländern.

Opposition und Ärzteverbände hielten der Regierung dagegen eine gefährliche Schönfärberei vor – und behielten recht. Am 28. Juli, dem letzten Tag vor Kocas umgestellter Zählweise, lag die Zahl der positiven Corona-Tests bei 963. Den neuen Angaben des Ministers vom Mittwoch zufolge ist die Zahl seitdem um fast das 30-fache gestiegen.

Dass die Regierung jetzt ihren Kurs ändert, liegt zum Teil an der Jahreszeit: Die Feriensaison ist vorbei, der potenzielle Nutzen manipulierter Zahlen für den Fremdenverkehr hat sich erledigt. Ohnehin sind Länder wie Deutschland der Türkei auf die Schliche gekommen und haben ihre Reisewarnungen auf die Urlaubsregionen des Landes ausgedehnt.

Die künstlich niedrig gehaltenen Fall-Zahlen hatten auch den ungewollten Nebeneffekt, dass die Sterberate in der Türkei höher aussah als in anderen Ländern. Vor allem aber wurde die Schere zwischen dem geschönten offiziellen Lagebild und dem Alltag des Landes immer größer.

Ärzte berichteten von überfüllten Kliniken, Patienten erzählten Freunden und Verwandten, wie sie von Krankenhaus zu Krankenhaus oder sofort nach Hause geschickt wurden. Die Türken bemerkten immer mehr Corona-Fälle im Betrieb oder im Büro, bei ihren Nachbarn oder in ihrer Familie.

Die oppositionsgeführte Stadtverwaltung von Istanbul veröffentlicht seit einiger Zeit die täglichen Totenzahlen in der Stadt und offenbart damit die Manipulation der Regierung. So verzeichnete das Friedhofsamt am 23. November 201 Todesopfer von Infektionskrankheiten allein in der Stadt am Bosporus – Minister Koca gab die landesweite Gesamtzahl der Toten durch Covid-19 für diesen Tag mit 153 an.

Die Regierung weist die Angaben mit dem Argument zurück, zu den Infektionskrankheiten gehöre nicht nur Covid. Allerdings spricht die Übersterblichkeit in Istanbul eine deutliche Sprache. In der 16-Millionen-Metropole sterben derzeit mehr als 400 Menschen pro Tag – doppelt so viele wie in den Vorjahren zu dieser Jahreszeit.

Indirekt räumte die Regierung vor kurzem die wachsende Gefahr ein, indem sie einen landesweiten Teil-Lockdown an den Wochenenden anordnete. „Man hat uns betrogen“, sagte der prominente Journalist Ismail Yilmaz nach Bekanntgabe der neuen Infektionszahlen durch Minister Koca.

Mit den neuen Zahlen „sind wir die Nummer Fünf der Welt“. Nach anderen Berechnungen liegt das Land nach den USA und Indien, die wesentlich mehr Einwohner haben als die Türkei, sogar auf Rang Drei der Nationen mit den meisten Infektionen pro Tag. Die Regierung habe die Bürger angelogen, um den Fremdenverkehr zu retten und strenge Ausgangssperren zum Schaden der Wirtschaft zu vermeiden, sagte Yilmaz im Fernsehsender Habertürk.

Das Land leidet unter einer zweistelligen Inflationsrate, einem starken Wertverlust der Lira und unter einem drastischen Rückgang der Devisenreserven. Yilmaz schimpfte, die Regierung scheue strenge Corona-Maßnahmen - „nicht weil das Virus weg ist, sondern weil kein Geld mehr da ist“.

Ab jetzt werde die Zahl der täglichen Neuinfektionen immer genannt, versprach Minister Koca. Doch die Glaubwürdigkeit der Regierung ist inzwischen so beschädigt, dass sich die Frage stellt, ob die Öffentlichkeit den neuen Statistiken vertrauen wird. Die Opposition verlangt einen mehrwöchigen Lockdown, um die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen.

Bisher verzeichnet die Türkei offiziell knapp 13.000 Corona-Tote. Bis zum Beginn des Frühjahrs im März könnten weitere 100.000 Menschen sterben, wenn nichts geschehe, warnte der Parlamentsabgeordnete und Arzt Mustafa Adigüzel. Die Regierung setzt dagegen auf den Beginn von Impfungen mit dem Präparat CoronaVac des chinesischen Herstellers Sinovac im Dezember.


Aus: "Mehr als 28.000 Neuinfektionen pro Tag – Krankenhäuser teils überfüllt" Susanne Güsten (26.11.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/tuerkei-enthuellt-katastrophale-corona-lage-mehr-als-28-000-neuinfektionen-pro-tag-krankenhaeuser-teils-ueberfuellt/26661252.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #271 on: November 29, 2020, 12:22:13 PM »
Quote
[...] Beim Blick in die offiziellen Corona-Statistiken interessieren sich die Menschen in Australien seit Monaten nur noch für eine Zahl: die der örtlich übertragenen Infektionen. Sie liegt inzwischen fast überall im Land bei null. Es gibt also praktisch keine neuen einheimischen Fälle.

Die Null beruhigt. Radiosender und Liveblogs melden sie, Abgeordnete schreiben sie in Mitteilungen an ihre Wahlkreise. Die Zahl gibt den knapp 25 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern auf dem riesigen Kontinent ein Gefühl von Sicherheit. Die Pandemie mag weltweit wüten. Hier aber kommt sie so schnell nicht mehr rein. Dafür sorgt eine rigorose Abschottungspolitik, die sowohl Australien wie auch Neuseeland und andere kleinere Inselstaaten verfolgen.

Seit März sind in Australien die Grenzen so dicht wie in keinem anderen Land. Wer als Einheimischer raus will, braucht eine Sondergenehmigung. Nur wenige Tausend Australier bekommen sie pro Monat – etwa, weil sie sterbenskranke Verwandte im Ausland haben oder triftige berufliche Gründe.

Auch die Zahl der Einreisen wird von der Regierung streng reguliert. Pro Woche lässt Australien knapp 6.300 Menschen ins Land, allerdings nur jene mit Langzeitvisum oder mit einem australischen oder neuseeländischen Pass. Ausnahmen gibt es für Spitzensportler und Investoren. Um mögliche Infizierte rasch zu isolieren, werden Ankommende gleich am Flughafen für mindestens 14 Tage in polizeilich überwachte Quarantäne-Hotels gebracht. Zwischen 2.500 und 3.000 australische Dollar (1.500 bis 1.800 Euro) kostet der Zwangsaufenthalt, je nach Bundesstaat. Einreisende sollen ihn grundsätzlich selbst bezahlen.

Dieses Inselmodell hat das Coronavirus für den Moment bezwungen. In Neuseeland gilt Covid-19 – trotz einer mysteriösen Neuansteckung vor einigen Wochen – als durchweg "eliminiert". Im australischen Victoria, wo die Pandemie noch im Juli mit mehr als 6.000 aktiven Fällen außer Kontrolle zu geraten drohte und die Stadt Melbourne in einen fast viermonatigen harten Lockdown ging, haben die Gesundheitsbehörden seit mehr als 28 Tagen keinen neuen Fall mehr registriert. Der letzte Covid-Patient in dem Bundesstaat, ein über-90-jähriger Mann, wurde am vergangenen Montag aus dem Krankenhaus entlassen.

Eine beispiellose Leistung im Kampf gegen die Pandemie sei das, lobte der australische Premierminister Scott Morrison Ende der Woche. "Australien gehört zu einer Handvoll an Ländern, die hervorstechen", sagte er.

Doch der Erfolg hat einen Preis. Viele fragen sich, wie lange das wohl gut geht, wie lange sich die Wirtschaft noch derart abriegeln lässt. Australien exportiert vor allem Eisenerz, Kohle – und Bildung. Ausländische Studierende aber kommen, ebenso wie Touristinnen und Touristen, momentan nicht ins Land.

In den vielen Hotels, die zu Quarantänestationen umdeklariert wurden, ist die Lage prekär. Sie gelten als "last line of defense", als letzter Schutzwall gegen die globale Seuche. Eingeschleppte Fälle sollen dort kontrolliert auskuriert werden.

Doch es mehren sich Berichte über Pannen, ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss arbeitet sie gerade auf. So sollen Wachleute, oft ungeschulte, unterbezahlte Aushilfskräfte privater Subunternehmer, sich bei Hotelgästen angesteckt haben und anschließend Dutzende in ihrem Wohnort infiziert haben. Im südaustralischen Adelaide soll das Virus Mitte November von einem Sicherheitsmann, einer Putzfrau und einem Koch eines der Quarantäne-Hotels auf die restliche Bevölkerung übergesprungen sein. Südaustralien verhängte daraufhin abermals einen mehrtägigen harten Lockdown. Nach Angaben eines Regierungsepidemiologen ließen sich rund 99 Prozent aller Infektionen in der zweiten Welle in Victoria auf zwei Quarantäne-Hotels in Melbourne zurückverfolgen. 

Vielen ist bewusst, wie trügerisch die Sicherheit ist. Trotzdem herrscht in Down Under längst wieder Alltag. In der Fünf-Millionen-Einwohner-Metropole Sydney trägt kaum jemand Maske. Es wird öffentlich umarmt und geküsst. Hauspartys mit 30 Leuten sind erlaubt. Nur in den Bussen erinnern noch grüne Aufkleber auf jedem zweiten Sitz daran, dass man weiterhin Abstand halten sollte. Und dass das moderne Australien, das 1788 als britische Sträflingskolonie begann, zu einem goldenen Käfig für seine Bewohnerinnen und Bewohner geworden ist, fällt erst auf, wenn mal wieder ein Flugzeug einen Kondensstreifen in den Himmel malt – ein seltener Moment.

Politiker und ihre Beraterstäbe rätseln nun, wie es weitergehen könnte. Sollte man, um Infektionsketten zu brechen, die Quarantäne-Hotels in den Innenstädten schließen und stattdessen spezielle Seuchenstationen in der Steppe zwischen grasenden Kängurus errichten? Könnte man elektronische Fußfesseln einführen und Einreisende zu Hause isolieren? Im Norden Australiens dient bereits ein ehemaliges Minenarbeiter-Camp als Quarantäne-Herberge. Es klingt wie in Die Pest von Camus. Und Qantas-Chef Alan Joyce kündigte in einem Fernsehinterview an, die australische Fluggesellschaft würde – wenn die Grenzen irgendwann wieder öffnen – nur solche Passagiere befördern, die gegen das Coronavirus geimpft sind.

Vorher aber, so fordert es ein Expertengremium unter Leitung der Gesundheitsexpertin Jane Halton, müsse das System der Quarantäne-Hotels reformiert werden. Das bisherige sei teuer, pannenanfällig und kaum geeignet, sollten die Grenzen wieder offen sein, es aber noch keinen verlässlichen Impfstoff geben. Man sollte bessere, zweckdienlichere Quarantänestationen errichten und spezialisierte Fachkräfte anstellen, die Gäste auch psychisch betreuen können. "Hotelquarantäne ist schwer zu ertragen", sagt Halton.

Reno Rieger, ein Kameramann mit österreichischem und australischem Pass, weiß, wovon die ehemalige Spitzenbeamtin spricht. Er musste dieses Jahr zweimal für Filmproduktionen von Sydney nach Wien fliegen und nach der Rückkehr beide Male in ein Quarantäne-Hotel. Im ersten konnte er die Fenster nicht öffnen, im zweiten bekam er täglich gefrorenes Flugzeugessen und eingeschweißtes Plastikbesteck vor die Tür gestellt. "Ich war 24 Stunden auf meinem Zimmer und habe nie jemanden gesehen", sagt er. "Es war grauslich."

Jeff Funnell, ein 34-jähriger Neuseeländer, der wegen der Krebserkrankung seiner Mutter kurzfristig aus Australien ausreisen durfte, sagt: "Es ist ein Glücksspiel, wo man landet." In seinem Quarantäne-Hotel im neuseeländischen Rotorua kann er in einem von Soldaten bewachten Hinterhof frische Luft schnappen. Aber die Balkontür ist verriegelt, seitdem sich im September ein verzweifelter Quarantäne-Gast auf der Nordinsel mit zusammengeknoteten Bettlaken aus dem vierten Stock ins Freie abgeseilt hatte.

Bislang halten Australien und Neuseeland erstaunlich konsequent an ihrer Grenzpolitik fest. Dies überrascht vor allem bei der australischen Regierung, die die Belange der Wirtschaft sonst über alles stellt und die sich sonst ihrer historischen, auch ideologischen Nähe zu Großbritannien und vor allem den USA rühmt. Das war bei den verheerenden Waldbränden Anfang des Jahres so oder auch beim Streit der USA mit der WHO über Chinas Rolle in der Pandemie. In australischen Medien, die mehrheitlich zum Imperium von Fox-Eigentümer Rupert Murdoch gehören, dominiert ein konservativer Ton.

Trotzdem könnte die Corona-Politik Australiens und der USA derzeit nicht unterschiedlicher sein. Der Premier lasse sich momentan – wenn auch zähneknirschend – vom Willen des Volkes leiten, sagt der ehemalige Regierungsberater Bill Bowtell, ein außerordentlicher Professor für Infektionskrankheiten an der Universität New South Wales. Bowtell hält das Inselmodell der Pandemiebekämpfung – alle Grenzen dicht – für richtig und glaubt, es sei auch in Europa machbar.

"Der einzige Weg mit dem Virus zu leben, ist ohne das Virus zu leben", sagt er. Und fügt hinzu, was vielen im Land aus der Seele spricht: "Das australische Volk will die Null."


Aus: "Australien und Neuseeland: Alles für die Null" Eine Reportage von Vera Sprothen, Sydney (28. November 2020)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-11/australien-neuseeland-corona-pandemie-reisebeschraenkungen-abschottung/komplettansicht

Quote
casparbar #3

Die Regierungen in Australien und Neuseeland sind erfolgreich und deshalb ist dort die Akzeptanz in der Bevölkerung hoch.


Quote
r.schewietzek #12

Australien und Neuseeland und die anderen erwähnten kleineren Staaten sind alle Inselstaaten - da ist es natürlich einfacher, zu kontrollieren. Die Leute haben nur zwei Möglichkeiten, ins Land zu kommen, per Flugzeug oder Schiff. Da kann niemand mit dem Auto oder dem Zug über die Grenze fahren.


Quote
Gitana #15

Die im Artikel beschriebenen Maßnahmen sind nicht auf Deutschland übertragbar.


Quote
dasMartin #19

Australien hat 26Mio Einwohner...


Quote
NoSto #20

Jetzt kommen sie wieder die Vergleiche !!! Äpfel mit Birnen.
Wir sind keine Insel, die man Abschotten könnte.
Also gönnt den Insulanern Ihren Erfolg, aber wir sind hier mitten in Europa in einer völlig anderen Situation !


Quote
Kvckkvjcvkkcvkvlvkvlvvlhh #24

Das Virus ist ja für die wenigsten tödlich und auch nicht besonders ansteckend. Meine Mann hatte Corona, ich nicht, obwohl wir frischverliebt sind. Da brauch ich keinen Lauterbach, um das zu verstehen.
Letztendlich ist es ein großer Medienhype und eine Goldgrube für die Pharmaindustrie, und den Preis, ja den kennt man erst in ein paar Jahren, denn wenn Europa bald halbwegs immun ist, muss Australien da noch durch.
Es ist wie bei jeder Grippe, man wird in Zukunft immer wieder leicht oder schwer an Corona erkranken, die Schwachen sterben, der Großteil der Bevölkerung wird von Jahr zu Jahr besser mit Corona leben können.
Oder glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass die Impfung dauerhaft wirken wird. Hat man bei der Grippe auch nicht geschafft, und bei HIV schon gar nicht. Ist für die Pharmaindustrie auch deutlich lukrativer, wenn das Virus jedes Jahr mutiert.
Waffen brauchen Krieg und Pharma braucht Pandemien.


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Paul Freiburger #24.2

"die Schwachen sterben"

Ich nehme mal an, Sie halten sich für stark, wie praktisch für Ihre zynische Sicht der Dinge.


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Pho King Bon #24.5

Wenn die Schwachen sterben sollen, wieso heilen wir dann noch Krebs ? Lassen wir einfach alle sterben. Survival of the fittest. Hat mit 25 Krebs dann hat man eben Pech gehabt. Stirbt man.


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Wolle0815 #26

Zu dem Preis, dass die Menschen auf unabsehbare Zeit bis auf wenige Ausnahmen in ihrem Land eingesperrt werden...DDR lässt grüßen. Ich verzichte dankend.


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BarryM #26.2

Es geht ums Prinzip. Wegen Corona scheinen die Menschen vergessen zu haben was "Freiheit" bedeutet.


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cheyenna #26.3

Mein Eindruck ist eher, dass viele Freiheit auf eine sehr merkwürdige Art definieren.


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whatever243 #26.4

Ich lebe in Australien und hier hat man jetzt viel mehr Freiheit als in Europa. ...


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kreli2000 #59

Es wird immer mit dem Vorteil der Insellage argumentiert .Bleibt halt die Frage offen warum es in Grossbritannien nicht auch so toll wie in Australien und Neuseeland funktioniert hat.


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ebx1701 #59.1

Vielleicht liegts ja am Eurotunnel ? (kleiner Scherz am Rande)

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Jawaba #60

Der Erfolg der Eindämmung einer Pandemie unterliegt den englischen Begriffen „Rapid“ & „Rigorous“. Während ANZ sich davon leiten lässt, und zu einem temporären Erfolg kam, hängen wir in Deutschland schon wieder mit Inkonsequenz in den Seile. In der ersten Welle tat sich die Politik sehr schwer schnell zu reagieren. In der 2. Welle laboriert die Politik mit ihrem Soft Lockdown, der wohl uns bis zum Sommer wichtiger sozialer Bedürfnisse über Monate berauben wird - mit langfristigen sozialen, psychischen und gesundheitlichen Folgen.


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RIP #64

Das in Deutschland die Strategie geschlossener Grenzen ungleich schwerer umzusetzen ist als in Neuseeland oder Australien liegt auf der Hand. ...


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Allelui #71

China und andere asiatischen Länder machen genau das gleiche, strenge Quarantäne nach Einreise, so hat man den Virus in den Griff bekommen.


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #272 on: December 02, 2020, 01:59:49 PM »
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[...] Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA holte Präsident Trump mehr Stimmen als 2016 - und doch verlor er. Sein einstiger Wahlkampfmanager meint, wenn er eine Sache anders gemacht hätte, wäre sogar ein Erdrutschsieg möglich gewesen.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hätte nach Ansicht seines ehemaligen Wahlkampfmanagers mit einem "Erdrutschsieg" gegen Joe Biden gewinnen können, hätte er in der Corona-Pandemie Einfühlungsvermögen gezeigt. "Ich denke, die Menschen hatten Angst", sagte Brad Parscale am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview des Senders Fox News. Es sei ein Fehler gewesen, auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft zu dringen, während die Menschen Angst gehabt hätten.

 Parscale äußerte die Vermutung, dass viele potenzielle Wähler einen einfühlsamen Präsidenten erleben wollten, was er Trump auch gesagt habe. "Er wählte einen anderen Weg." Trump hat die Gefahr des Coronavirus oft heruntergespielt und entgegen dem Rat von Gesundheitsexperten sowohl im Weißen Haus als auch im Wahlkampf Versammlungen mit einer Vielzahl an Leuten abgehalten. Er tat dies auch, nachdem er Anfang Oktober selbst an Covid-19 erkrankte und deswegen im Krankenhaus behandelt wurde.

Parscale leitete bis Mitte Juli Trumps letztlich gescheiterte Bemühungen um die Wiederwahl und wurde durch Bill Stepien ersetzt. Seine Absetzung sei für ihn überraschend gekommen, sagte Parsacale. "Niemand hatte mir gesagt, dass ich etwas an meiner Arbeit ändern sollte." Die Entscheidung habe ihn verletzt.

Die USA sind so hart von der Corona-Pandemie getroffen worden wie kein anderes Land der Welt. Fast 14 Millionen Infektionen wurden registriert, etwa 270.000 Menschen starben. Das Thema beherrschte den Wahlkampf. Der Wahlsieger Biden griff Trump für sein Management der Pandemie scharf an und warf ihm vor, nicht auf den Rat von Wissenschaftlern und Experten zu hören.

Zudem stellte er Empathie und Einfühlungsvermögen in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs. Er präsentierte sich als Zuhörer, der den Schmerz der Menschen versteht. So erwähnte er beispielsweise oftmals "die leer bleibenden Plätze am Küchentisch", mit denen die Angehörigen von verstorbenen Covid-19-Erkrankten klarkommen müssten. Seine von persönlichen Schicksalsschlägen geprägte Biografie verlieh ihm dabei Glaubwürdigkeit. In jungen Jahren waren seine Frau und eine Tochter tödlich verunglückt, 2015 starb einer seiner erwachsenen Söhne an einem Hirntumor.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa


Aus: "Ex-Wahlkampfmanager hat Theorie: War Trumps Empathie-Mangel das Problem?" (Mittwoch, 02. Dezember 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/politik/War-Trumps-Empathie-Mangel-das-Problem-article22208636.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #273 on: December 07, 2020, 12:46:27 PM »
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[...] Montag, 07. Dezember 2020

+++ 12:12 Überlastete Krankenhäuser: Südkalifornien verhängt Ausgangsperre +++

Wegen überlasteter Krankenhäuser ist im Süden Kaliforniens ein strikter Corona-Lockdown in Kraft getreten. Für mehr als 20 Millionen Menschen gilt damit seit Mitternacht und für mindestens drei Wochen eine Ausgangssperre, wie die Behörden mitteilten. Treffen von Menschen aus verschiedenen Haushalten sind verboten. Dienstleister wie Friseure müssen ebenso schließen wie Bars, Restaurants dürfen nur Speisen außer Haus anbieten, Hotels dürfen keine Touristen aufnehmen. "Wir sind an einem entscheidenden Punkt in unserem Kampf gegen das Virus und wir müssen jetzt entschiedene Maßnahmen ergreifen, damit Kaliforniens Krankenhaussystem in den kommenden Wochen nicht überlastet wird", sagte Gouverneur Gavin Newsom.

+++ 09:38 Russland meldet mehr als 28.000 Neuinfektionen und 456 Todesfälle +++

Die russischen Behörden melden 28.142 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, darunter alleine 7279 in Moskau. Weitere 456 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Insgesamt sind nunmehr 2.488.912 Infektionen in Russland bestätigt sowie 43.597 Todesfälle.

...


Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/12-12-Uberlastete-Krankenhaeuser-Suedkalifornien-verhaengt-Ausgangsperre--article21626512.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #274 on: December 09, 2020, 12:47:02 PM »
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[...] Drei Viertel der jungen Menschen in Deutschland sehen sich regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap gaben 76 Prozent der 14- bis 24-Jährigen an, dass sie mindestens einmal pro Woche im Internet oder in sozialen Medien auf Nachrichten oder Beiträge stoßen, bei denen sie das Gefühl haben, es handele sich um Falschinformationen. Jeder fünfte Befragte gab sogar an, dass dies mehrmals täglich vorkomme.

Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich demnach der Anteil derjenigen, die es regelmäßig mit Fake News zu tun bekommen, deutlich erhöht. 73 Prozent der Befragten sehen zudem seit Beginn der Corona-Pandemie eine Zunahme an Falschnachrichten. Und zwei Drittel gaben an, dass es bei Corona schwerer als bei anderen Themen sei, glaubwürdige von unglaubwürdigen Nachrichten zu unterscheiden.

Mit 85 Prozent der Befragten wünscht sich eine große Mehrheit der jungen Deutschen das Thema Desinformation als verpflichtenden Bestandteil des Lehrplans an Schulen. Bisher würden Falschnachrichten nur bei 30 Prozent der Befragten im Unterricht thematisiert. "Dabei ist unter jungen Menschen in Deutschland längst Konsens, dass Medieninformationskompetenz genauso auf die Lehrpläne gehört wie Deutsch oder Mathematik", erklärte die Stiftungsvorsitzende Inger Paus.

Insgesamt fühlt sich zwar eine deutliche Mehrheit von 66 Prozent der Befragten sicher im Umgang mit Falschnachrichten und ist der Ansicht, diese "sehr" oder "eher sicher" als solche zu erkennen. Dennoch zeigt sich insgesamt auch Verunsicherung. Der Aussage "Weil es so viele Falschnachrichten gibt, weiß ich nicht mehr, welchen Informationen ich noch vertrauen soll" stimmten immerhin 53 Prozent der jungen Leute zu, 47 Prozent nicht.

Die meisten Befragten sind der Ansicht, dass die Verbreitung von Falschnachrichten eine Gefahr für die Demokratie ist. Für die Erhebung im Auftrag der Vodafone-Stiftung befragte das Institut Infratest dimap mehr als 2000 junge Menschen in Privathaushalten, die das Internet nutzen. Die Umfrage fand vom 11. bis zum 28. September statt.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP


Aus: "Fake-News-Boom verunsichert die Jugend" (Mittwoch, 09. Dezember 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Fake-News-Boom-verunsichert-die-Jugend-article22223820.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #275 on: December 10, 2020, 09:03:19 AM »
Quote
[...] Das Klinikum Niederlausitz hat Schwierigkeiten, seine Covid-Patienten zu versorgen. ... „Wieder zwei Aufnahmen, junge Leute, eine Mitarbeiterin, die Einschläge kommen näher... Corona-Leugner sagen gern, sie kennen keinen der Corona hat, ich ja. Heute sind es insgesamt sechs Corona-Patienten. Nicht alle werden es schaffen, wir wissen es, auch wenn wir unser Bestes geben.“

So beschreibt die Fachkrankenschwester Petra Quittel den Beginn eines „normalen“ inzwischen alltäglichen Dienstes auf der Intensivstation im Klinikum Niederlausitz. Das Krankenhaus hat sich entschlossen, den gleichwohl bewegenden wie beklemmenden Text, in dem die Krankenschwester sowohl ihre eigenen Erlebnisse und Empfindungen, als auch die ihrer Kollegen auf der Station schildert, öffentlich zu machen. „Wir wollten damit zum einen all jene nicht unwidersprochen lassen, die behaupten, dass diese Krankheit nicht real ist“, sagt die Sprecherin des Klinikums, Kristin Dolk: „Vor allem aber zeigt der Bericht, wie brisant die Situation wirklich ist.“

So brisant, dass das Klinikum Niederlausitz mit Standorten in Senftenberg und Lauchhammer am vergangenen Sonnabend einen fast schon verzweifelten Hilferuf veröffentlichte: „Die Gesundheitsversorgung von akut kranken Patienten im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist gefährdet bis kritisch“, teilte Geschäftsführer Tobias Vaasen mit: „Wir brauchen jetzt jede Unterstützung, die wir bekommen können. Wer helfen will, medizinische Vorerfahrungen oder Vorerfahrungen im Servicebereich hat, gesundheitlich in der Lage ist und sich unter allen zur Verfügung stehenden Schutzmaßnahmen und unter Anleitung von qualifiziertem Fachpersonal einen Einsatz in unserem Krankenhaus vorstellen kann, kann sich ... bei uns melden.“

Am Tag zuvor hatte das Klinikum bereits zehn Covid-19-Patienten in andere Krankenhäuser verlegen müssen, 36 konnten in Senftenberg bleiben, inzwischen sind es schon wieder knapp 50. Das klinge erst einmal nicht so viel, sagt Kristin Dolk, da jedoch die meisten auch altenpflegerisch betreut werden müssen, reiche das Personal bei weitem nicht aus.

Zumal immer mehr Ärzte, Schwestern und Pfleger selbst erkranken oder aus anderen Gründen wie etwa die Betreuung von Kindern, wenn Schulen oder Kitas geschlossen werden müssen, fehlen. Manche sind nach der Wochen langen Schwerstarbeit völlig erschöpft, manche ertragen das alltägliche Leid nicht mehr, benötigen selbst Unterstützung.

Trotzdem sei dem Klinikum der Aufruf an die Bevölkerung nicht leicht gefallen, sagt Kristin Dolk: „Sonst sind wir ja immer diejenigen, die helfen. Und jetzt brauchen wir selbst Hilfe.“ Ein wenig habe man sich auch an der Berliner Charité orientiert, die sich schon vor mehr als vier Wochen mit einem ähnlichen Aufruf an die Öffentlichkeit gewandt hatte.

Wie die Bevölkerung in der Niederlausitz reagieren würde, sei für niemanden vorhersehbar gewesen, sagt die Krankenhaussprecherin. Doch das Echo sei unwahrscheinlich gewesen: „Mehr als hundert Menschen haben sich bislang gemeldet - wir sind überwältigt von so viel Solidarität.“

Unter den Freiwilligen sind sowohl Mediziner wie Ärzte, Schwestern und Rettungssanitäter als auch Handwerker, Tierärzte, Yoga-Lehrer und viele andere. Die meisten haben schon ein Arbeitsverhältnis, können sich aber vorstellen, an freien Tagen oder im Urlaub im Klinikum auszuhelfen. „Eine junge Mutter in Elternzeit würde beispielsweise am Wochenende arbeiten, wenn ihr Mann das Baby betreut“, erzählt Kristin Dolk.

Sie erklärt, dass auch Freiwillige ohne medizinische Vorkenntnisse das Fachpersonal durch scheinbar banale Tätigkeiten wie Zimmer lüften, Teller mit Essen herrichten oder auch nur menschlicher Zuwendung entlasten können: „Manche Patienten sind so schwach, das sie nicht mal mehr den Telefonhörer halten können. Das ist aber ihre einzige Möglichkeit, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, denn wir haben natürlich strenges Besuchsverbot. Wenn da jemand für sie anruft und ihnen den Hörer ans Ohr hält, damit sie die Stimme eines geliebten Menschen hören können - ist das unendlich viel.“

Die Freiwilligen werden derzeit im Klinikum registriert, sorgfältig eingewiesen und können dann hoffentlich dazu beitragen, dass es keinen Aufnahmestopp geben muss. Denn die Situation ist seit vergangenem Sonnabend nicht besser geworden. Im Gegenteil: Die 7-Tage-Inzidenz hatte sich bereits vom Beginn bis zum Ende der vergangenen Woche verdoppelt und stieg seither noch einmal von 331 auf 374. Der Landkreis hat deshalb an diesem Mittwochnachmittag weitere Verschärfungen der Corona-Regeln, unter anderem die Schließung von Schulen und Kitas sowie nächtliche Ausgangssperren, angekündigt. Im Klinikum Niederlausitz hofft man sehr, dass das Wirkung zeigt.

„Meinen Patienten geht es schlechter, der Arzt kommt kaum noch raus aus meinem Isozimmer. Wir brauchen dringend eine Ablösung, ich habe Durst und muss endlich etwas essen“, beschreibt Fachkrankenschwester Petra Quittel ihren Alltag: „Am Wochenende fehlt noch eine Spätschicht... Wir sind schon fast an unserer Grenze, die Belastung ist hoch. Schaffen wir es, so lange noch durchzuhalten?“


Aus: "Klinikum Niederlausitz bittet um Unterstützung im Kampf gegen Corona" Sandra Dassler (09.12.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/jetzt-brauchen-wir-selbst-hilfe-klinikum-niederlausitz-bittet-um-unterstuetzung-im-kampf-gegen-corona/26702568.html

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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #276 on: December 12, 2020, 01:14:17 PM »
Quote
[...] Leipzig - Einer der Organisatoren der Leipziger „Querdenken“-Demonstration im November ist acht Tage später wegen einer Covid-Erkrankung auf der Intensivstation einer Leipziger Klinik intubiert worden. Das sagte der Direktor der Leipziger Uniklinik, Christoph Josten, Die Zeitung zitiert den Mediziner mit den Worten: „Einer der bekannten „Querdenker“, der in Leipzig demonstriert hat, wurde acht Tage später intubiert.“ Er hatte sich offenbar mit dem Coronavirus infiziert. Die Demo am 7. November hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die erlaubte Teilnehmerzahl von 16.000 wurde überschritten. Die Demonstranten, die auch über den bekannten Innenstadtring in Leipzig zogen, hielten sich größtenteils nicht an die Maskenpflicht und beachteten keine Abstände. Auch das defensive Vorgehen der sächsischen Polizei wurde scharf kritisiert. ...


Aus: "Proteste in Leipzig: Querdenken-Organisator landet mit Covid-19 auf Intensivstation" (12.12.2020)
Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/news/querdenken-demonstrant-mit-covid-19-auf-intensivstation-beatmet-li.125522

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Quote
[...] An diesem Wochenende wollte „Querdenken“ eigentlich in Dresden demonstrieren. Angemeldet war eine Kundgebung für 4000 Menschen, für die bundesweit und im Ausland – auch in der rechten Szene – geworben wurde. Die Stadt verhängte allerdings wegen Gefährdung der Sicherheit ein Verbot. Das Oberverwaltungsgericht Sachsen in Bautzen bestätigte die Entscheidung in der Nacht zu Samstag. Die Gefahrenprognose der Landeshauptstadt sei nicht zu beanstanden. Nach Meinung der Richter überwiegt das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit. ...

Trotzdem wird damit gerechnet, dass Anhänger der Szene zum Protest in Dresden anreisen, darunter Hooligans und Rechtsextremisten. Bei geplanten Gegenveranstaltungen erwartet die Polizei, die sich auf einen Großeinsatz vorbereitet, auch gewaltbereite Linksextremisten.

...


Aus: "„Querdenker“ in Leipzig intubiert – Demo-Verbot in Dresden" (12.12.2020)
Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article222351598/Protest-gegen-Corona-Politik-Querdenker-in-Leipzig-intubiert-Demo-Verbot-in-Dresden.html

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Thankful for today

 Das wird den Querdenker auch nicht zur Vernunft bringen. Weil es ja 5G-Strahlen waren, die in intubationspflichtig gemacht haben.


Quote
Thorsten A.

 Es ist ein Zeichen und Schicksal wenn man Geister ruft die einen holen.

Liebe Kollegen der Intensivstationen in Leipzig und im Bundesgebiet,ich wünsche euch vom Herzen das Ihr die Kraft und die Souveränität habt dieses Desaster durchzustehen!
Ich hoffe dieser Patient wird sich an das erinnern was ihm gutes widerfahren ist wenn er genesen ist.


Quote
Elvis L.

 Eine brennende Frage gibt es dennoch: Wurde er mit oder an covid-19 intubiert? ...


Quote
Super C.

 Er hat lediglich einen alternativen Gesundheitszustand angenommen.


...

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Quote
[...] Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 28.438 neue Corona-Infektionen übermittelt. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor. Der Höchststand war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 23.318 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 496 neue Todesfälle.

Der bisherige Höchstwert von 598 Toten war ebenfalls am Freitag erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21.466.

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1.300.516 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 12.12., 0 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 957.500 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,11 (Vortag: 1,03). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Angesichts der Zahlen werden die Rufe nach einem schnellen Lockdown lauter. Die Länderchefs wollen an diesem Sonntag mit Kanzlerin Angela Merkel über schärfere Corona-Regeln beraten. Einige Länder haben bereits weitreichende Beschränkungen erlassen. Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis forderte einen harten Lockdown bereits ab Montag: Ein vollständiger Lockdown ab dem 14. Dezember könnte zu einer baldigen Trendumkehr bei den Intensivkapazitäten führen, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Neue Modellrechnungen der DIVI zeigten, "dass ein strenger Lockdown am Montag dazu führt, dass die Intensivbelegung bis kurz vor Weihnachten noch ansteigt, und dann kurz vor Heiligabend bereits erheblich abfällt", so Karagiannidis.

...


Aus: "28.438 Corona-Neuinfektionen RKI: 5000 Fälle mehr als vor einer Woche" (Samstag, 12. Dezember 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/RKI-5000-Faelle-mehr-als-vor-einer-Woche-article22230927.html

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[...] Am Montag beginnt in Sachsen der harte Lockdown - und Ministerpräsident Michael Kretschmer kündigt eine strenge Umsetzung an. "Wir gehen jetzt unseren harten, sächsischen Weg", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel" laut Vorabbericht. "Wir haben ab Montag eine klare Regelung, die in aller Konsequenz durchgesetzt und kontrolliert werden wird", so Kretschmer.

Ab Montag sind im Freistaat Kitas, Schulen und weite Teile des Einzelhandels geschlossen. Es gilt außerdem eine Ausgangssperre, Bürger dürfen sich nur noch im eigenen Landkreis und in einem Radius von 15 Kilometern bewegen.

"Wer will, kann immer noch eine andere Meinung haben und unsere Maßnahmen in Zweifel ziehen, so ist das in einem freien Land", sagte er. "Aber das ist jetzt nicht mehr entscheidend, diese Leute müssen jetzt zur Seite treten." Weiter sagte der 45-Jährige: "Meinungen sind eben keine Fakten, da ist jetzt Schluss."

Auch in Aue hatte er am gestrigen Freitag erklärt, er halte eine "Umkehr der Haltung in großen Teilen der Bevölkerung" für unabdingbar. Noch immer erreichten ihn E-Mails mit Forderungen nach Lockerungen der geltenden Corona-Maßnahmen. "Das ist eine völlige Verkennung der Situation, in der Deutschland zurzeit ist." Ihm sei klar geworden, dass nun "ganz andere, ganz klare, autoritäre Maßnahmen des Staats" nötig seien.

"Es ist nicht mehr damit getan, dass wir mahnen", sagte Kretschmer. Das gesellschaftliche Leben müsse zur Ruhe kommen. Nur so sei es möglich, die Kontaktzahlen zu reduzieren und somit letztlich die Krankenhäuser zu entlasten.

Diese Maßnahmen seien "ganz klar erforderlich, damit Mediziner und Pfleger ihre Arbeit wieder in einer guten Qualität und nicht mehr in einem Zustand absoluter Überforderung nachkommen können", sagte Kretschmer. Das Ziel, die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten, sei "nicht verhandelbar".


Aus: "Neuer Ton in Sachsen Kretschmer: "Da ist jetzt Schluss"" (Samstag, 12. Dezember 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Kretschmer-Da-ist-jetzt-Schluss-article22230854.html


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #277 on: December 14, 2020, 09:23:39 AM »
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[...] Weniger Essens- und Beratungsangebote, weniger Spenden, schlechtere Bedingungen für Flaschensammeln und Betteln: Durch die Coronakrise hat sich die Situation von Obdachlosen in Deutschland noch verschärft. Allein bei der Kältehilfe in Berlin wurden die Betten um die Hälfte reduziert. Betroffene haben den Eindruck, dass in den vergangenen Monaten verstärkt Obdachlose aus den osteuropäischen Ländern nach Berlin gekommen sind. Verifizieren lässt sich das jedoch noch nicht.

Die Bundesregierung ist über die Lage obdachloser Menschen nicht so auf dem Laufenden, wie sie sein sollte– meint jedenfalls die FDP-Fraktion im Bundestag, die eine kleine Anfrage dazu gestellt hat: Darauf antwortete die Bundesregierung, dass es keine statistischen Erhebungen gebe über die Anzahl obdachloser Menschen, die Dauer und die Ursachen von Obdachlosigkeit, häufige Erkrankungen, Todesursachen und die Anzahl von Erfrierungstoden.

 „Hätte die Bundesregierung die Absicht, obdachlose Menschen zielgerichtet zu unterstützen, dann wüsste sie mehr über Obdachlosigkeit“, meint Pascal Kober, sozialpolitischer Sprecher der FDP. Obdachlose seien eine vulnerable Personengruppe in der Pandemie, mit der Herausforderung diese ausreichend zu schützen, lasse die Bundesregierung Länder und Kommunen allein. „Die Verwirklichung sozialer Rechte scheitert für obdachlose Menschen in Deutschland bereits daran, dass Sozialminister Hubertus Heil nicht richtig hinschaut.“

Im Rahmen einer Zuwendung sei das Vorhaben „Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Wohnungsnotfallhilfen“ gefördert worden, das bald veröffentlicht werde, heißt es dazu auf Anfrage vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Darüber hinaus habe die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode erstmalig mit dem Gesetz zur Einführung einer Wohnungslosenstatistik sowie einer Statistik untergebrachter wohnungsloser Personen die Voraussetzung geschaffen, dass zukünftig eine bundesweite Datenbasis aufgebaut wird.

 Worüber es eine Statistik gibt, sind die Fälle von Gewaltkriminalität, die gegen obdachlose Menschen seit 2015 immens angestiegen sind. Während in der polizeilichen Kriminalstatistik 2015 deutschlandweit 462 Fälle vermerkt waren, sind es im Jahr 2 019 654 Fälle. Das bedeutet einen Anstieg von rund 42 Prozent.

Rund 150 Menschen kommen regelmäßig, wenn die Obdachlosenhilfe Berlin an drei Tagen in der Woche um 19.30 Uhr mit ihrem kleinen Bus am Alexanderplatz anrollt und warme Mahlzeiten an Bedürftige verteilt. Weitere Stationen sind der Leopoldplatz, das Kottbusser Tor und der Hansaplatz.

 Der 79-jährige Giovanni lebt seit 20 Jahren auf den Straßen Berlins. Ob er gestern auch hier gewesen ist? Daran erinnert er sich nicht, er ist dement. Sorge, sich mit Corona zu infizieren, hat er nicht, aber die Kälte macht ihm zu schaffen, je älter er wird, desto mehr. Giovanni kommt nicht nur wegen des Essens regelmäßig zum Alex. „Ich fühle mich einsam und allein“, sagt er in gebrochenem Deutsch. „Hier hört man mir zu.“

Auch ein Pärchen um die 50 ist regelmäßig hier. Seit etwa einem Jahr leben sie in einem Zelt in Pankow. Er verlor seinen Job als Vorarbeiter in einem Sanitärbetrieb, damit auch die Wohnung, die sein Chef ihm gestellt hatte, es floss immer mehr Alkohol. Eine typische Spirale. Inzwischen trinkt er weniger als früher, hofft, eines Tages wieder eine Wohnung zu bekommen.

„Aber gerade geht wegen Corona alles drunter und drüber, hat meine Sozialarbeiterin gesagt.“

Sie würden mindestens zweimal die Woche bei der Caritas in der Hamburger Straße duschen und desinfizieren sich so oft wie möglich die Hände, übersetzt er für seine polnische Freundin. „Ich habe keine Angst vor Corona, ich habe schon ganz andere Sachen durch“, sagt der Mann zwar, in einer Notunterkunft würde er dieser Tage aber dennoch nicht übernachten. „Das sind zu viele Menschen auf einem Haufen. Da haben wir schon Sorge, uns anzustecken. Außerdem wird da geklaut wie verrückt, die Leute sind aggressiv.“ Er versteht nicht, warum der Bund die geschlossenen Hotels nicht für die Obdachlosen zur Verfügung stellt. „Es wird ja immer wieder darüber geredet, aber ich glaube nicht mehr daran.“

Jörg Richert, der Gründer der Berliner Sozialgenossenschaft Karuna, plädiert für ein Bundesprogramm für die Kommunen, dass die Unterbringung in Hotels gewährleistet. „Die Kommunen sind rechtlich verpflichtet, unfreiwillig obdachlosen Menschen eine Unterbringung zu gewähren“, heißt es dazu vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Es gebe eine eindeutige Zuständigkeit. Jedoch stärke der Bund aufgrund der Covid-19-Pandemie die Finanzlage der Kommunen nachhaltig durch Maßnahmen des „Gesetzes zur finanziellen Entlastung der Kommunen und der neuen Länder“, das der Bundestag und der Bundesrat im September beschlossen haben.

 Werena Rosenke, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungshilfe, reicht das nicht. „Die Bundesregierung hat die durch die Corona-Pandemie immer prekärer werdende Lebenslage wohnungsloser Menschen nicht genug auf dem Schirm“, sagt sie. „Wir benötigen sofort zusätzliche Räumlichkeiten für Beratungen, Tagesaufenthalte, Essensausgaben, medizinische Versorgungsangebote, ebenso wie Schnelltests.“

Mit Tests allein sei es nicht getan, sagt Susanne Gerull, Armutsforscherin und Professorin für soziale Arbeit. „Ich weiß von Einrichtungen, die sich zweimal überlegen, ob sie die Tests abends durchführen. Denn bei einem positiven Testergebnis müssen sie die Menschen krank in die Kälte schicken.“ Ihres Erachtens hätte längst eine nationale Strategie erarbeitet werden müssen. „Wir fordern das seit Jahrzehnten. Jetzt in der Krise manifestiert sich, was schiefläuft.“

21.30 Uhr. Am Kotti geht die Essensausgabe weiter, einige bekannte Gesichter vom Alex sind wieder mit dabei. Auch wenn die Menschen jetzt satt sind, ihr Hunger nach Begegnungen und Gesprächen ist noch nicht gestillt. Wie bei Matze. Er isst Suppe, weil er noch keine feste Nahrung zu sich nehmen darf. Vier Wochen war er im Krankenhaus, weil ihn unter der Brücke am Alex nachts drei Jugendliche im Schlaf zusammengeschlagen haben. Gebrochener Unterkiefer, vier Operationen, eine fünfte wird folgen. „Es gab schon vorher viel Gewalt, aber durch Corona ist es noch schlimmer geworden“, ist sich der 44-jährige gebürtige Neuköllner sicher. „Die Stimmung ist anders, da staut sich eine Menge auf und wird an uns ausgelassen.“

Platte macht er nicht mehr, seit er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, jetzt lebt er im Aufnahmewohnheim Lahnstraße, wegen seiner besonderen Situation sogar in einem Einzelzimmer. Seit sieben Wochen ist er trocken. „Im alkoholisierten Zustand war es mir immer peinlich, um Hilfe zu bitten. Aber jetzt will ich es schaffen, gesund werden und eine Wohnung bekommen.“ Sein Datenvolumen auf dem Smartphone spart er so gut es geht auf, um online an Selbsthilfegruppen teilzunehmen. „Ich hoffe sehr, dass Corona bald weg ist, damit es reale Treffen gibt.“


Aus: "Corona hat die Situation für Obdachlose verschärft „Es gab schon vorher viel Gewalt, aber durch Corona ist es schlimmer geworden“" Lea Schulze (11.12.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/corona-hat-die-situation-fuer-obdachlose-verschaerft-es-gab-schon-vorher-viel-gewalt-aber-durch-corona-ist-es-schlimmer-geworden/26711320.html


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #278 on: December 14, 2020, 09:44:09 AM »
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[...] Immer mehr Deutsche spüren die Corona-Krise im Portemonnaie. Im November gaben bereits 40 Prozent der Arbeitnehmer an, ihr Einkommen habe sich durch die Pandemie verringert, so eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), über die die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Das WSI befragte dafür zum dritten Mal seit Ausbruch der Pandemie mehr als 6000 Arbeitnehmer. Der Anteil jener, die durch die Corona-Pandemie Einkommen verloren oder noch verlieren, nahm seit Juni um acht Prozentpunkte zu.

Menschen mit geringem Einkommen sind dabei besonders häufig von Einbußen betroffen: So trifft es jeden Zweiten, der normalerweise über bis zu 1500 Euro Nettoeinkommen im Monat verfügte, aber nur jeden Dritten mit 2000 Euro und mehr. Auch sind die Einbußen bei denjenigen, die schon zuvor wenig verdienten, besonders groß. So erlebt jeder zweite Arbeitnehmer mit bis zu 1500 Euro netto im Monat in seinem Haushalt Einbußen von mehr als einem Viertel. Bei den Mehrverdienern sind es nur halb so viele. "Die Pandemie verstärkt soziale Schlagseiten", so WSI-Direktorin Bettina Kohlrausch.

Parallel zu den Einkommensverlusten sinkt die Zustimmung zum Krisenmanagement der Regierung. Zeigten sich vor einem halben Jahr noch zwei Drittel zufrieden, waren es im November nur noch 55 Prozent. Corona-Leugner und ihre Verschwörungsmythen profitieren davon aber nicht. So konnten sich beispielsweise im November nur noch 28 Prozent der Befragten vorstellen, dass Eliten die Pandemie benutzen, um Interessen der Reichen und Mächtigen durchzusetzen. Im Juni waren es noch 40 Prozent. Dieser Rückgang dürfte laut den WSI-Forschern damit zusammenhängen, dass mehr Bürger die Pandemie ernst nehmen, seit Infektionen und Todesfälle ab Herbst deutlich stiegen.

70 Prozent der Befragten machen sich aktuell Sorgen um ihre Gesundheit, zwölf Prozentpunkte mehr als im Sommer. 95 Prozent der im November Befragten gaben an, sich an die Hygieneregeln zu halten und Maske zu tragen. 86 Prozent reagieren wütend, wenn sich andere Menschen nicht an Corona-Sicherheitsvorkehrungen halten.

Quelle: ntv.de, mbo


Aus: "Einkommen sinkt durch Pandemie Geringverdiener haben die größten Einbußen" (Montag, 14. Dezember 2020)
Quelle: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Geringverdiener-haben-die-groessten-Einbussen-article22233367.html


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Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Reply #279 on: December 15, 2020, 03:08:39 PM »
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[...] Schweden hat vor dem Hintergrund der Corona-Krise im November die höchste Zahl an Todesfällen binnen eines Monats seit der Spanischen Grippe verzeichnet. Insgesamt starben im vergangenen Monat landesweit 8.088 Menschen, wie die staatliche Statistikbehörde (SCB) am Montag mitteilte. Die Zahl liegt etwa zehn Prozent über der durchschnittlichen Sterberate der Jahre 2015 bis 2019. "Das ist die höchste Zahl an Todesfällen, die im Monat November seit 1918, dem Jahr, in dem die Spanische Grippe ausbrach, verzeichnet wurde", sagte der SCB-Statistiker Tomas Johansson. Allerdings wurden damals mit 16.600 mehr als doppelt so viele Tote registriert. Zudem hatte Schweden vor rund hundert Jahren deutlich weniger Einwohner.

Die zweite Welle der Corona-Pandemie führte in Schweden zu einem sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am Montag 2.406 Menschen mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt – ein Höchststand seit April. Allerdings befanden sich nur rund zehn Prozent der Patienten auf der Intensivstation, im April waren es 22 Prozent.

Schweden geht seit Beginn der Corona-Pandemie einen weniger restriktiven Weg als die meisten anderen europäischen Länder. Die Regierung verzichtete lange darauf, Einschränkungen zu verhängen und sprach stattdessen Empfehlungen für die Bürger aus. Als Reaktion auf die steigenden Neuinfektionen verabschiedete die Regierung Mitte November dann doch verbindliche Maßnahmen, unter anderem für Treffen in der Öffentlichkeit und den Verkauf von Alkohol. Treffen in privaten Wohnungen werden durch die Regelung jedoch nicht eingeschränkt und auch eine Maskenpflicht gibt es nicht.

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Aus: "Newsblog zu Covid-19" (15.12.2020, 14:16 Uhr | AFP, dpa, rtr, t-online)
Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89109266/corona-news-soeder-corona-geraet-ausser-kontrolle-.html