Author Topic: Frankfurter Schule (Kritische Theorie) ...  (Read 264 times)

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Frankfurter Schule (Kritische Theorie) ...
« on: December 15, 2019, 06:19:47 PM »
Als Frankfurter Schule wird eine Gruppe von Philosophen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen bezeichnet, die an die Theorien von Hegel, Marx und Freud anknüpfte und deren Zentrum das 1924 in Frankfurt am Main eröffnete Institut für Sozialforschung war. Sie werden auch als Vertreter der dort begründeten Kritischen Theorie begriffen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Schule

Max Horkheimer - "Porträt eines Aufklärers" (1969)
Besuch in Castagnola: Portrait & Gespräch (mit Hellmuth Karasek). Im Jahr 1930 wurde Max Horkheimer als Ordinarius für Sozialphilosophie an die Universität Frankfurt am Main und als Direktor an das Institut für Sozialforschung berufen. Bereits in seiner Antrittsvorlesung hatte er das Programm skizziert, aus dem dann, in den 1930er-Jahren im amerikanischen Exil, die Kritische Theorie, die später weltberühmt gewordene "Frankfurter Schule" entstand. Sein Verhältnis zur Studentenbewegung steht im Zentrum der Fragen, die Hellmuth Karasek und Kurt Zimmermann dem Philosophen in diesem Gespräch stellen (hr 1969).
https://youtu.be/npDU_Plntc4

Ingo Elbe: Einführung in die Kritische Theorie
Das Frankfurter Institut für Sozialforschung um Max Horkheimer, Erich Fromm, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse und andere entwickelte seit den 1930er Jahren das Programm einer interdisziplinären kritischen Gesellschaftstheorie und stellte sich den Erfahrungen des Scheiterns der sozialistischen Bewegungen, der Ausbreitung von Autoritarismus und Faschismus in Europa und schließlich der Shoah: Die gesellschaftlichen Bedingungen und psychologischen Mechanismen autoritärer und antisemitischer Ideologien wurden ebenso analysiert wie die Strukturen der Kulturindustrie. Diese sozialpsychologischen und kulturkritischen Untersuchungen sollten zunächst mittels eines unorthodox interpretierten Marxismus zu einer „Theorie des gegenwärtigen Zeitalters“ beitragen.
Der Vortrag soll eine Einführung in theoretische Quellen, Grundgedanken und Entwicklung dieser Theorieschule liefern.
Referent: Dr. Ingo Elbe ist Privatdozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg. 2010 erschien in zweiter Auflage sein Buch ›Marx im Westen. Die neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik‹. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Marx -/Marxismusforschung und zur politischen Philosophie. Aktuelles Buch: ›Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt‹. Würzburg 2015. Online-Texte unter www.rote-ruhr-uni.com sowie https://uol.de/philosophie/pd-dr-ingo-elbe/publikationen/
Der Vortrag wurde am 7. November 2018 im Rahmen der Reihe "Politische Psychologie heute: Die Rückkehr des autoritären Charakters" an der Universität Trier gehalten
https://youtu.be/ZGXgKmFg8YU

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'The Frankfurt School'-In Our Time BBC Radio 4
Thu 14 Jan 2010 - "Melvyn Bragg and guests Raymond Geuss, Esther Leslie and Jonathan Rée discuss the Frankfurt School.This group of influential left-wing German thinkers set out, in the wake of Germany's defeat in the First World War, to investigate why their country had not had a revolution, despite the apparently revolutionary conditions that spread through Germany in the wake of the 1918 Armistice. To find out why the German workers had not flocked to the Red Flag, Theodor Adorno, Max Horkheimer, Walter Benjamin and others came together around an Institute set up at Frankfurt University and began to focus their critical attention not on the economy, but on culture, asking how it affected people's political outlook and activities. But then, with the rise of the Nazis, they found themselves fleeing to 1940s California. There, their disenchantment with American popular culture combined with their experiences of the turmoil of the interwar years to produce their distinctive, pessimistic worldview. With the defeat of Nazism, they returned to Germany to try to make sense of the route their native country had taken into darkness. In the 1960s, the Frankfurt School's argument - that most of culture helps to keep its audience compliant with capitalism - had an explosive impact. Arguably, it remains influential today.Raymond Geuss is a professor in the Faculty of Philosophy at the University of Cambridge; Esther Leslie is Professor in Political Aesthetics at Birkbeck College, University of London; Jonathan Rée is a freelance historian and philosopher, currently Visiting Professor at Roehampton University and at the Royal College of Art."
https://youtu.be/3rwqqA3nHiI
« Last Edit: February 01, 2020, 12:35:20 PM by Link »

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Frankfurter Schule ...
« Reply #1 on: December 15, 2019, 07:06:21 PM »
The Frankfurt School of Critical Theory
Introduction to Theory of Literature (ENGL 300) - This course was recorded in Spring 2009. (Open Yale Course)

This first lecture on social theories of art and artistic production examines the Frankfurt School. The theoretical writings of Theodor Adorno and Walter Benjamin are explored in historical and political contexts, including Marxism, socialist realism, and late capitalism. The concept of mechanical reproduction, specifically the relationship between labor and art, is explained at some length. Adorno's opposition to this argument, and his own position, are explained. The lecture concludes with a discussion of Benjamin's perspective on the use of distraction and shock in the process of aesthetic revelation.
00:00 - Chapter 1. Marx, Engels, and Ideology
09:46 - Chapter 2. The Aesthetics of Marxist Criticism
19:58 - Chapter 3. Adorno, the Work of Art, and Collectivity
27:54 - Chapter 4. Bloch's Principle of Hope
31:09 - Chapter 5. Benjamin and Mechanical Reproduction
37:54 - Chapter 6. Adorno and Conformism
41:01 - Chapter 7. Benjamin, the Spectator, and Distraction
https://youtu.be/FFpGf7aPXNA

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Frankfurter Schule (Kritische Theorie) ...
« Reply #2 on: February 12, 2020, 03:57:16 PM »
"Er war die graue Eminenz der Frankfurter Schule" Hans-Christian Riechers (11.12.2019)
Die Historisierung der Kritischen Theorie ist in vollem Gange. Nach den Biografien der Granden und den Gesamtdarstellungen, die zuletzt Stuart Jeffries mit „Grand Hotel Abgrund“ vornahm, kommen auch halb verborgene Akteure ans Licht. Zu ihnen zählt neben dem „argentinischen Krösus“ Felix Weil, über den vor zwei Jahren eine Biografie erschien, auch Friedrich Pollock.  ...
https://www.tagesspiegel.de/kultur/friedrich-pollock-er-war-die-graue-eminenz-der-frankfurter-schule/25320234.html


"Ein Gründer der Frankfurter Schule: Der Undurchschaubare" Detlev Claussen (28. 1. 2020)
Der große Anteil Friedrich Pollocks an der Kritischen Theorie ist kaum bekannt. Philipp Lenhard hat nun die erste Biografie über ihn geschrieben. ... Als die Kritische Theorie Ende der 1960er Jahre in aller Munde war, wurde der Name Friedrich Pollock selten genannt. Studenten in Adornos Frankfurter philosophischem Oberseminar bekamen ihn manchmal zu Gesicht, wenn er seinen lebenslangen Freund Max Horkheimer auf seinen Reisen von Montagnola nach Frankfurt begleitete, um an alter Wirkungsstätte nach dem Rechten zu sehen.
An den durchaus lebhaften Diskussionen beteiligte er sich nie. Wenn es zum Disput zwischen Horkheimer und Adorno kam, setzte Pollock ein undurchschaubares Lächeln auf, das auf manchen Porträtfotos wiederzuerkennen ist. ...
https://taz.de/Ein-Gruender-der-Frankfurter-Schule/!5656747/


"Philosophische FlaschenpostMax Horkheimer und die Grenzen der Freiheit" Stefan Gosepath (09.02.2020)
Je mehr Freiheit, desto besser, könnte man meinen. Doch die Freiheit begünstigt die Stärkeren gegenüber den Schwächeren, fand der Sozialphilosoph Max Horkheimer. Der Philosoph Stefan Gosepath sieht aktuelle Beispiele dafür auf dem Wohnungsmarkt. „Je mehr Freiheit es gibt, desto mehr wird die Gerechtigkeit dadurch gefährdet, daß die Stärkeren, Gescheiteren, Geschickteren die anderen schädigen“, so Max Horkheimer 1970 in einem Gesprächsband. Zuviel individuelle Freiheit könne nach Horkheimers Einschätzung also zur Unterdrückung anderer führen, erklärt der Berliner Philosoph Stefan Gosepath. Als Mitbegründer der marxistisch geprägten Frankfurter Schule habe sich Horkheimer zeitlebens mit den gesellschaftlichen Ursachen von Unterdrückungsverhältnissen befasst und zugleich erforscht, wie man etwas daran ändern kann.
Horkheimers Zitat versteht Gosepath vor allem als Plädoyer für die Bedingtheit individueller Freiheit durch Gesellschaft – und für den Vorrang gesellschaftlicher Gerechtigkeitsforderungen gegenüber dem Freiheitsstreben Einzelner:
„Also nicht, die Leute haben erst Freiheit und dann wird ihre Freiheit beschnitten, sondern umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wir versuchen, eine gerechte Gesellschaft zu ermöglichen, und innerhalb dieser haben Leute Freiheitsansprüche, die gesellschaftlich gesichert sein müssen, sonst können sie überhaupt nicht bestehen. Und in diese Sicherung gehört zugleich auch ein Verteilungsschlüssel, nämlich der der Gleichheit.“...
Diese Beobachtung sei heute von ungebrochener Aktualität, meint Gosepath, weil gerade in einem „entfesselten Kapitalismus“ Freiheiten sehr ungleich verteilt seien. Ein Beispiel dafür sieht Gosepath in der Verdrängung auf dem Wohnungsmarkt ...
https://www.deutschlandfunkkultur.de/philosophische-flaschenpost-max-horkheimer-und-die-grenzen.2162.de.html?dram:article_id=469839