Author Topic: [Tierschutz (Notiz) ... ]  (Read 4751 times)

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[Tierschutz (Notiz) ... ]
« on: March 22, 2018, 04:05:46 PM »
Als Tierschutz werden alle Aktivitäten des Menschen bezeichnet, die darauf abzielen, Tieren ein artgerechtes Leben ohne Zufügung von Leiden, Schmerzen, Schäden und unnötigen Beeinträchtigungen zu ermöglichen. Der Tierschutz zielt auf das einzelne Tier und seine Unversehrtheit. Im Unterschied zu den Verfechtern von Tierrechten, die teilweise jegliche Nutzhaltung von Tieren durch den Menschen ablehnen, liegt im Tierschutzrecht und seinen zugehörigen Regelungen der Schwerpunkt auf der sach- und artgerechten Haltung, Umgang mit und Nutzung von Tieren durch den Menschen. Aufgrund der unterschiedlichen Nutzungsweise begrenzt sich die Tierschutzbewegung zumeist auf regional den Menschen vertraute und ihnen sympathische Wirbel- und Säugetiere.  ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Tierschutz



« Last Edit: October 23, 2019, 09:09:30 AM by Link »

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[Tierschutz ... ]
« Reply #1 on: March 22, 2018, 04:07:21 PM »
Quote
[...] Der Deutsche Tierschutzbund prangert Missstände in der deutschen Schweinezucht an: Etwa 13 Millionen Tiere landeten jedes Jahr in der Tierkörperbeseitigung, weil sie im landwirtschaftlichen Betrieb verenden oder notgetötet werden müssten. Das sei etwa ein Fünftel aller in Deutschland gehaltenen Schweine, teilt der Tierschutzverein mit und beruft sich dabei auf eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Demnach seien etwa 300 000 dieser sogenannten Falltiere vor ihrem Tod erheblichen Schmerzen ausgesetzt.

Auch ein erheblicher Teil der Tiere, die noch in Schlachthöfen angeliefert werden, sind nicht gesund. Das zeigen Daten vom großen Fleischkonzern Vion für das dritte Quartal 2017. Demnach zeigten 40 Prozent der angelieferten Schweine bei der Fleischbeschau sogenannte Organbefunde, das heißt, sie waren erkrankt oder verletzt.

Der Tierschutzbund fordert die Bundesregierung zum Eingreifen auf. Nötig sei ein bundesweites System, mit dem Tierschutzverstöße in den Tierkörperbeseitigungsanstalten erfasst würden, sagt Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder. Zudem müssten auch verendete oder notgetötete Schweine gekennzeichnet sein, damit der Tierhalter ermittelt werden könne. "Nur so können tierschutzrelevante Verstöße auch geahndet und somit zukünftig vermieden werden."




Aus: "Tierhaltung in Deutschland - 13 Millionen Schweine landen jährlich im Müll" (22. März 2018)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tierhaltung-millionen-schweine-landen-im-muell-1.3917126

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[Tierschutz ... ]
« Reply #2 on: March 29, 2018, 04:41:38 PM »
Quote
[...] Im vergangenen Jahr wurden mehr als 40 Millionen männliche Küken getötet – mehr als zuvor. Man arbeite an Alternativen, beteuern Geflügelwirtschaft und Bundesregierung.  ... Im vergangenen Jahr sind in Deutschland erneut mehr als 40 Millionen Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet worden. Zwar gibt es dazu keine amtlichen Angaben – die Zahl lässt sich jedoch aus der Zahl geschlüpfter weiblicher Küken ableiten. Die lag 2017 in größeren Brütereien bei etwa 45,7 Millionen wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht. Das waren rund 1,6 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Männliche Küken, die keine Eier legen und sich auch nicht zur Fleischproduktion eignen, werden in der Regel getötet. Dem Zentralverband der Geflügelwirtschaft (ZDG) zufolge werden männliche Küken in Deutschland nicht geschreddert, sondern mit CO2 erstickt. ...

... Während Union und SPD die industrielle Landwirtschaft jedes Jahr mit Milliarden förderten, habe die Forschung nach Alternativen "eher Alibifunktion", kritisierte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. Er habe den Eindruck, die große Koalition wolle an der Praxis gar nichts ändern.

Quote
Nein es ist das Fett das dich fett macht #6

Das richtig Perverse an der Sache ist auch noch, dass die geschredderten Küken es wenigstens schnell hinter sich haben.
Das sind auch noch die Glücklichen. Die Alternative - Leben kann man dazu nicht sagen - möchte sicher auch kein Huhn.

... Und auf Youtube dann süße Tiervideos gucken von Entenküken, die aus'm Gulli gezogen werden und das Ganze liken und teilen... während irgendwo grad wieder 'ne Tonne Flauschküken zerhackt wird. Menschen können so widerwärtig sein.


Quote
Taranis #6.2

... Suggerieren Sie, dass der Boykott von Tiervideos auf Youtube das schreddern von Hühnerküken verhindern wird?


Quote
  Gelassener Bürger #6.3

Er suggeriert, dass die (Möchtegern) Tierschützer scheinheilig sind.



Quote
Djentrix #6.4

Und damit hat er recht. Wir alle die nicht vegan leben sind das.


Quote
TransmissionSky #7

Das Karma von den Verantwortlichen möchte ich nicht haben.
Nach dem letzten Atemzug geht's direkt in die Hölle, wie auch immer diese beschaffen sein mag.


Quote
Hans Dampf in allen Gassen #7.1

Die Verantwortlichen sind nicht nur die Züchter oder Schredderer, sondern in erster Linie auch die Konsumenten. Wo keine Nachfrage, da keine "Produktion".


Quote
Mraz #7.2

Und wer ist verantwortlich dafür? ALLE, die die billigen Eier kaufen und das Schreddern der männlichen Küken billigend in Kauf nehmen. DAS ist das Problem, welches den Leuten vor Augen geführt werden muss.
Eine Diskussion hierzu ist sehr zu begrüßen. (Ähnlich sieht es bei der Massentierhaltung und Fleisch aus.)


Quote
Hans Dampf in allen Gassen #7.3

Es betrifft nicht nur die billigen Eier.
Die Diskussion ist schon lange im Gange, nur leider hört "oben" keiner zu, weil sie Angst um ihre Position haben, im Vorfeld bezahlt wurden oder sich um die deutsche Wirtschaft sorgen und nicht von A nach B denken.


Quote
TransmissionSky #7.4

Natürlich sind auch die Konsumenten verantwortlich.
Geiz ist da wohl an erster Stelle.
Doch direkt verantwortlich sind diejenigen, die über Tod und Leben eines Kükens entscheiden. Keine Tricks!
Ein Küken ist die offensichtliche Essenz von Unschuld, Wehrlosigkeit und Sweetness.
Man muss schon das Höchstmaß an Gefühllosigkeit mitbringen um ein Küken zu töten. Es geht hier schon definitiv in den pathologischen Bereich.
Menschen, die noch ein Minimum an Anstand und seelischer Gesundheit mitbringen, steigen vorher aus.


Quote
Taranis #7.8

Nach dem letzten Atemzug geht's direkt in die Hölle, wie auch immer diese beschaffen sein mag.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin generell gegen das Schredder von lebenden Tieren und allgemein gegen die super-billige, Massentierproduktion, doch wer als einziges Argument die Hölle anführen muss, scheint zum Thema selbst nicht wirklich etwas zu sagen zu haben.



Quote
Nibbla #9

Um den Kerl von Wiesenhof vor ein paar Jahren im SPIEGEL zu zitieren: "wir können auf das Schnabelbeschneiden der Puten nicht verzichten, weil sie sich sonst kaputthacken, aber die Züchter arbeiten daran"


Quote
Hans Dampf in allen Gassen #10

"Er habe den Eindruck, die große Koalition wolle an der Praxis gar nichts ändern. "

Was? Wie kann er das nur behaupten? Hat er etwa noch kein Geld von der Lobby bekommen? Kann den Mann bitte jemand seinen Lebensabend absichern und dann müssen wir nicht mehr immer diese fadenscheinigen Diskussionen führen. Danke.


Quote
ralf.mueller #13

Für die Bundesregierung wäre es sehr einfach, wenn Sie denn wollte. Sie könnten eine Frist setzen, nachdem das Töten von männlichen Küken verboten wird. Das Problem besteht ja nicht erst seit gestern, es gibt nur keine "Motivation" für die Betriebe, daran etwas zu ändern, das schadet dem Profit und freiwillig werden die nie was machen, wenn es um ein paar Cent geht ist Ihnen jedes Mittel recht. Wann begreift das endlich unsere Regierung? Ich glaube Sie verstehen das ganz genau, wollen aber trotzdem nichts tun, Grund? Kann sich jeder selbst beantworten.
Frohe Ostern, Ralf.


...



Aus: "Geflügelwirtschaft: Mehr männliche Küken geschlüpft und getötet" (29. März 2018)
Quelle: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-03/landwirtschaft-kueken-getoetet-gefluegel

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[Tierschutz ... ]
« Reply #3 on: June 13, 2018, 07:21:48 AM »
" Tierquälerei: Warum wird Tierquälerei so selten bestraft?"  Katharina Heckendorf (11. Juni 2018)
Die Arbeit von Tierärzten, die kontrollieren, ob Schlachtbetriebe und Bauernhöfe die Tierschutzgesetze einhalten, wird häufig blockiert. Wenn sie Missstände aufdecken, erhalten einige von ihnen sogar Morddrohungen. Das zeigen Recherchen der ZEIT. Jens Bülte, Professor für Wirtschaftsstrafrecht an der Universität Mannheim, hat in seinem Essay Zur faktischen Straflosigkeit institutionalisierter Agrarkriminalität die Tierschutzfälle aus den vergangenen Jahrzehnten untersucht. Laut Bülte sind Personalmangel und Arbeitsüberlastung von Staatsanwälten und Gerichten ein Grund dafür, dass Schlachtbetriebe und Bauernhöfe oft nicht bestraft werden, wenn sie mit Tieren nicht rechtmäßig umgehen. ...
https://www.zeit.de/arbeit/2018-06/tierquaelerei-betriebe-missstaende-wirtschaftsstrafrecht-interview/komplettansicht


Animal Equality ist eine internationale Organisation, die gemeinsam mit Gesellschaft, Politik und Unternehmen daran arbeitet, Grausamkeit in der Massentierhaltung zu beenden.
https://www.animalequality.de/

---


"Tierschutz: Geschlechtserkennung im Ei soll Kükenschreddern verhindern" (8. November 2018)
Millionen männliche Küken werden in Brütereien getötet, wo nur Legehennen gebraucht werden. Eine neue Technologie soll dafür sorgen, dass sie gar nicht erst schlüpfen.
https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-11/tierschutz-kueken-toetung-verbraucher-verhalten-eier-konsum

-

"Ferkelkastration: Der Schmerz zählt nicht" Elisabeth Raether (7. November 2018,)
Der Bundestag wird die betäubungslose Kastration von Ferkeln weiter zulassen. Was CDU und CSU davon haben – und was die SPD. ...
https://www.zeit.de/2018/46/ferkelkastration-betaeubung-tierrechte-union-spd-bundestag


« Last Edit: November 08, 2018, 08:06:56 PM by Link »

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[Tierschutz ... ]
« Reply #4 on: November 20, 2018, 04:13:25 PM »
"Horror-Schlachthof Bad Iburg: „Der Boden lag voller zerstörter Tiere“"
Das Interview mit Friedrich Mülln führte Andrea Maestro (Redakteurin), (20. 11. 2018)
Friedrich Mülln hat mit dem Verein „Soko Tierschutz“ die Tierquälerei in einem Schlachthof bei Osnabrück aufgedeckt. Die Bilder belasten ihn – und treiben ihn an. ...  Sind Ihre Informanten Mitarbeiter?
Unsere Quellen sind fast ausschließlich Leute aus der Fleischindustrie. Sie können mit den Zuständen nicht mehr leben und wenden sich an die Todfeinde, uns Tierrechtler, weil sie wollen, dass sich etwas ändert. Das hat sich bei den letzten sechs Schlachthöfen, die wir mithilfe solcher Informanten aufgedeckt haben, bewährt. Fünf davon wurden geschlossen, zuletzt der in Bad Iburg. ...
https://www.taz.de/Horror-Schlachthof-Bad-Iburg/!5548990/

---

"Julia Klöckner wirft Ländern überstürztes Handeln vor" (6. März 2019)
Der Stopp umstrittener Viehtransporte in Nicht-EU-Staaten muss aus Sicht der Bundesagrarministerin rechtlich geklärt sein. Erst dann könnten die Behörden aktiv werden.  ... Hintergrund ist ein neues Gutachten. Es kommt zu dem Schluss, dass Veterinäre, die Tiertransporte in bestimmte Drittstaaten genehmigen, sich der Beihilfe zur Tierquälerei schuldig und damit strafbar machen. In ihrem Fachartikel schildern der Amtsrichter Christoph Maisack und der Tiermediziner Alexander Rabitsch unter Berufung auf Fernsehbilder und eigene Recherchen die teils grausamen Schlachtbedingungen in vielen Nicht-EU-Ländern, besonders in der Türkei, im Nahen Osten oder im Maghreb. Kontrollen seitens der EU in den Drittstaaten gibt es nicht. ...
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-03/verbot-tiertransporte-laender-julia-kloeckner-kritik

Quote
aadam #4

Also Tierquälerei zulassen, bis sie nicht nur vielleicht, sondern definitiv verboten ist. Ok. Agrarminister waren schon immer Lobbyisten.


Quote
linggy101 #6

Frau Klöckner scheint wirklich kein Problem mit Tierquälerei zu haben!
Bürokratie geht vor!


Quote
Freitag G. #6.1

Eine eiskalte Lobbyistin wie dieser Glyphosat Schmidt von der CSU, wo ist der jetzt eigentlich beschäftigt?
Dann wird wieder gejammert man glaubt der Politik nichts mehr und der Russe würde die Demokratie untergraben. ...


Quote
ZeitGeistGestörter #8

Frau Klöckner könnte ja mal so einen Transport begleiten... vielleicht kommen dann mal praxisgerechte Gesetze und Verordnungen zustande. Ihren Garten sollte man auch regelmäßig mit Glyphosat behandeln, ist doch unbedenklich, das Zeug. ...


Quote
Jockel Fuchs #11

Vielleicht sollte die Glöckner ja mal in einem solchen Transport mitfahren. Diese Büttel des Kapitals und der Großindustrie sind einfach so widerlich und unerträglich, dass man sich übergeben möchte.


Quote
Favete_linguis #20

Manche dieser verantwortlichen zweibeinigen Rindviecher sollten ohne Wasser und Ruhe einer längeren Transportstrecke ausgesetzt werden.


Quote
Hotdoc #20.1


"Manche dieser verantwortlichen zweibeinigen Rindviecher sollten ohne Wasser und Ruhe einer längeren Transportstrecke ausgesetzt werden."

Der Transport ist noch nicht das Ende des Martyriums! Wissen Sie was Schächten ist? ...


Quote
Fender Stratocaster #25

Der Tierschutz scheint unserer Ministerin nicht so wichtig zu sein.


Quote
andenhorn #25.1

Tatsächlich?


Quote
anotheraccount3 #27

Da spricht mal wieder die willige Marionette der Agrarindustrie.... Ich bin ja auch dafür, dass sich viel mehr Frauen in der Politik engagieren - aber bitte nicht SOLCHE!


...
« Last Edit: March 07, 2019, 09:46:56 AM by Link »

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[Tierschutz ... ]
« Reply #5 on: March 17, 2019, 11:02:29 AM »
Quote
[...] Wegen Tierquälerei in der Massentierhaltung ist am Freitag ein Schweinezüchter vom Amtsgericht Ulm zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Aufgrund der katastrophalen Zustände in seinen Ställen in Merklingen seien Hunderte Schweine verendet oder mussten wegen Verletzungen auf Weisung des Veterinäramtes getötet werden, hieß es zur Begründung des Urteils. Der Richter sprach von einer "Massentierhölle".

Insgesamt kamen in den Ställen mehr als 1.600 Schweine um. Zwei verletzte Tiere soll der 56-jährige Angeklagte mit einem Vorschlaghammer erschlagen haben.

Tierschützer nannten das Urteil historisch. "Zum ersten Mal wurde in Deutschland ein industrieller Tierhalter wegen Tierquälerei zu einer Gefängnisstrafe verurteilt", sagte der Gründer und Vereinsvorsitzende von Soko Tierschutz, Friedrich Mülln. "Endlich hat es ein Richter gewagt, ein Tabu zu brechen und Missstände in der industriellen Tierhaltung hart zu bestrafen."

Die Zustände in dem Stall waren 2016 von dem Verein aufgedeckt worden. Aktivisten hatten in den Ställen gefilmt. Das gegen sie wegen unerlaubten Zutritts eröffnete Verfahren war nach Zahlung einer Strafe von 100 Euro eingestellt worden. Die Ställe wurden geschlossen. Die Produkte des Züchters waren zuvor EU-weit mit diversen Gütesiegeln im Handel, beispielsweise mit "Qualität aus Baden-Württemberg" oder von der Initiative Tierwohl.


Aus: "Ulm: Schweinezüchter muss wegen Tierquälerei ins Gefängnis" (16. März 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-03/ulm-tierquaelerei-schweinezuechter-merklingen-massentierhaltung-urteil

Quote

Inoagent #3

Erstaunlich, dass dieses Urteil zustande kam. Nun werden die Lobbyisten aber rotieren. Und das die richterlich beanstandete Tierhaltung als "Tierwohl" zertifiziert ist, wird die Landwirtschaftsministerin in Bedrängnis bringen. ...


Quote
contradore #3.1

"Und das die richterlich beanstandete Tierhaltung als Tierwohl zertifiziert ist, wird die Landwirtschaftsministerin in Bedrängnis bringen."

Nicht wirklich - frau klöckner wird für haftstrafen auf freiwilliger basis plädieren.



Quote
Allodien #7

ENDLICH! Endlich wird dem Leid mal eine Grenze gesetzt.
Ich hatte schon fast die Hoffnung verloren...


Quote
Gustav Mahler #8

"Die Zustände in dem Stall waren 2016 von dem Verein aufgedeckt worden. Aktivisten hatten in den Ställen gefilmt."

Und dem zuständigen Amtstierarzt sind die Zustände bei seinen Kontrollen nicht aufgefallen?


Quote
exxkoelner #10

"Die Produkte des Züchters waren zuvor EU-weit mit diversen Gütesiegeln im Handel, beispielsweise mit "Qualität aus Baden-Württemberg" oder von der Initiative Tierwohl."

Da fehlt wohl noch: ausgezeichnet worden.

Aber egal, DAS zum Thema "Gütesiegel" in der Nahrungsmittelbranche. ...


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[Tierschutz ... ]
« Reply #6 on: May 06, 2019, 08:51:24 PM »
Quote
[...] Etwa 30 Aktivistinnen und Aktivisten haben den Schlachthof von Düren bei Aachen besetzt und damit einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. "Zehn bis zwölf davon haben die Zufahrt blockiert", sagte Polizeisprecherin Carina Eickhoff. Ein Teil der Gruppe sei auf dem Dach gewesen und habe sich dort angekettet. Der Schlachthofbetrieb sei vorübergehend eingestellt worden. Die Besetzung begann laut Polizei in der Nacht zuvor.

Nach mehr als 14 Stunden beendete die Polizei die Besetzung. Die Einsatzkräfte hätten 32 Personen zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam genommen, teilte die Polizei mit. Einige wurden nach der Feststellung der Personalien wieder entlassen. Zwei Jugendliche wurden dem Jugendamt übergeben. Gegen die Besetzerinnen und Besetzer wird nach Polizeiangaben wegen Hausfriedensbruchs ermittelt.

In einem mutmaßlichen Bekennerschreiben hieß es, die "autonome Gruppe" wende sich mit der Aktion gegen das "massenhafte Töten von fühlenden Wesen". Die Fleischindustrie sei auch ökologisch nicht tragbar. Der Massenkonsum tierischer Produkte trage erheblich zur Klimakrise bei und verbrauche Unmengen an Wasser und Energie.


Aus: "Düren: Polizei beendet Schlachthofbesetzung von Tierrechtsaktivisten" (6. Mai 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-05/dueren-aktivisten-besetzung-schlachthof-polizei-gewahrsam

Quote
Sonja. #6

Meine Güte, Öko-Aktivisten müssen wieder ihr Lebenssinn-Vakuum füllen.

Wenn das Fleisch unter guten Bedingungen hergestellt wird, was gibts da zu beklagen?

Ja, der Mensch ist auch ein Fleischesser! Wer was dagegen hat, kann gerne mit dem Moos kuscheln, aber bitte mal ein Toleranz zeigen. Insbesondere deshalb, weil solche Menschen jene Toleranz immer gerne selbst einfordern.

Aktivisten sind doch die ersten, die rumheulen, wenn Fleisch nur sehr teuer zu bekommen ist und es sich nur noch Gutverdiener leisten können. Vorher würden sie es wegen „sozialer Gerechtigkeit“ wohl lieber ganz verbieten.

Es wird immer skurriler. Anscheinend überall nur noch militante Aktivisten mit einer Ersatzreligion.


Quote
raengtengteng #6.1

Ja manche füllen ihre Lebenssinn damit ihre Empathie gegenüber anderen Lebewesen zu trainieren. Andere indem sie all ihre Emotionen beim wöchentlichen Fußballschauen loswerden, SUV's kaufen und sich über andere Menschen aufregen.


Quote
raengtengteng #6.3

"Ja, der Mensch ist auch ein Fleischesser!"
Nö manche ja andere nein. Und wenn wir in die Vergangenheit schauen hat der Mensch noch nie in der Geschichte solche Mengen an Fleisch konsumiert wie heute. Des weiteren war das Töten der Tiere noch nie soweit weg von der Lebenwelt der Menschen.

"Wenn das Fleisch unter guten Bedingungen hergestellt wird, was gibts da zu beklagen?"
Ja ok, Nur sind wir Lichtjahre von einer guten Bedingung für die Tiere entfernt. Also gibt es doch auch nach ihrer Meinung nach viele Gründe sich zu beklagen. Informieren sie sich ein wenig (da braucht es garnicht die schlimmsten Dokus dazu).


Quote
raengtengteng #7

Alles was gegen die aktuellen Zustand in der Massentierhaltung gerichtet ist finde ich gut. Echt verrückt was hinter den gesamtgesellschaftlich fest verschlossenen Augen vor sich geht. Wenn man bedenkt das Schweine ca. so intelligent und sozial wie Hunde sind...


Quote
trader_07 #7.1

Oftmals denke ich, dass manche Foristen deutlich hinter Schweinen und Hunden zurück bleiben....

Nein, damit sind jetzt nicht SIE gemeint.


Quote
mermaidrec #3

„Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.“ (Leo Tolstoi)


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[Tierschutz ... ]
« Reply #7 on: August 31, 2019, 04:42:59 PM »
Mahnwache: Abschied am Schlachthof: "Wir wollen die Tiere sichtbar machen"
Im Rahmen einer Vigil nehmen Aktivisten und vegane Influencer Abschied von Schlachttieren – eine STANDARD-Videoreportage
Isabella Scholda, Ayham Yossef (22. August 2019, 08:00)
"Noch nie habe ich mich in meinem Leben nutzloser und beschämter gefühlt. Ich zittere vor Angst und heule, als würde es um mein Leben gehen." Mit diesen Worten beschreibt die Bloggerin Sarah auf Instagram, was sie auf einem kleinen Schlachthof in Niederösterreich erlebt hat. Dort hat sie an einer sogenannten Vigil teilgenommen – einer mehrstündigen Mahnwache, bei der Aktivisten Abschied von Tieren nehmen, die kurz darauf geschlachtet werden.
Vigils werden auf der ganzen Welt abgehalten und von The Save Movement initiiert, einer internationale Bewegung, die ein Bewusstsein für das Leben und Sterben von Nutztieren schaffen will. In Niederösterreich organisiert die 21-jährige Studentin und Aktivistin Marlena von der Organisation Lower Austria Animal Save diese Vigils. Hier sind die Mahnwachen im Normalfall sehr klein, Marlena nimmt meist nur zwei oder drei vegane Aktivisten, Influencer oder Blogger mit. Sie sollen die Eindrücke und Erfahrungen während der Vigil auf ihren Social-Media-Kanälen teilen. Das Verbreiten von Fotos und Videos der Schlachttiere im Internet ist ein wesentlicher Teil der Mahnwachen. "Wir wollen die Tiere hinter den Produkten sichtbar machen", erklärt Marlena.
In der Regel beginnt die Vigil gegen 3 Uhr morgens. Die Aktivisten treffen sich eine Stunde davor, besprechen den genauen Ablauf und brechen gemeinsam zu dem Schlachthof in Niederösterreich auf. Es ist ein kleiner Betrieb, der Besitzer quasi der Fleischer von nebenan. Er schlachtet zweimal pro Woche zwischen 150 und 250 Schweine. ...
https://www.derstandard.at/story/2000107610586/abschied-am-schlachthof-wir-wollen-die-tiere-sichtbar-machen

Quote
Schaugn ma mal, dann segn ma schon

Mich stört, dass die Vegetarier immer glauben, die besseren Menschen zu sein. Da fällt mir immer der Wahnsinnige ein, der 1945 ......
Ich ess heute mal Fisch


Quote
Steingrab

Sie stört an Vegetariern, dass sie Ihnen einen Spiegel vorhalten. Wie dieser Artikel.
Und Hitler sollte auf Anraten seines Arztes kein Fleisch essen, woran er sich nicht immer hielt. Informieren Sie sich.


Quote
zur Diskussion: Hattie Caroll
22. August 2019, 09:12:39

Die Veganer sind die Speerspitze einer Bewegung, die grundsätzlich recht hat.
Und um die Massentierhaltung einzuschränken, müssen auch nicht gleich alle Menschen Vegetarier werden.
Ich habe meinen Fleischkonsum beispielsweise auf ein bis zweimal die Woche reduziert und das war überhaupt kein Problem.
Der Weg ist das Ziel.
Und daran, dass unser übermäßiger Fleischkonsum dem Klima schadet und unermessliches Tierleid verursacht, ändern die halbwitzigen bis sarkastischen Kommentare hier im Forum nichts.


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« Reply #8 on: October 23, 2019, 10:26:21 AM »
Quote
[...] Kiel - Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat nimmt immer weiter zu. Bundesweit wird der Grenzwert schon auf fast einem Drittel der Fläche Deutschlands überschritten. Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor. In Schleswig-Holstein ist die Lage besonders schlimm. Hier gelte die Qualität des Grundwassers hinsichtlich der Nitratbelastung schon in der Hälfte des Landes als schlecht, heißt es aus dem Kieler Umweltministerium.

Das Problem ist seit Jahren bekannt: In unserem Grundwasser schwimmt zuviel Nitrat. Das ist gefährlich für die Gesundheit, warnen die Experten.

Als Hauptverursacher gilt die Landwirtschaft. Die Bauern bringen Nitrate im Dünger mit aus, mit der Gülle vor allem, um das Pflanzenwachstum anzutreiben und sicherzustellen. Überschüssiger Dünger wird vom Regen ins Grundwasser geschwemmt. Neben der intensiven Tierhaltung verschärfte ausgerechnet der Biogas-Boom des letzten Jahrzehnts das Problem. ...

In der Hälfte Schleswig-Holsteins, vor allem in der Geest, gilt die Trinkwasserqualität hinsichtlich der Nitratbelastung als schlecht. Nitrate, Salze der Salpetersäure werden von fast allen Pflanzen benötigt, um Eiweiße herzustellen. Der menschliche Körper benötigt sie nicht. Sie stehen stattdessen im Verdacht, Krebs zu erregen. Bei Säuglingen kann es durch die Aufnahme zu Sauerstoffmangel kommen.


Aus: "Nitrat im Grundwasser: Hohe Belastung in Schleswig-Holstein" (16.09.2016)
Quelle: https://www.ln-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Wirtschaft-im-Norden/Nitrat-im-Grundwasser-Hohe-Belastung-in-Schleswig-Holstein

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Quote
[...] Mit Kundgebungen in 17 Städten protestierten Zehntausende Landwirte gegen ihrer Meinung nach zu strenge Auflagen. Sie beschweren sich zudem über herablassende Äußerungen.  ... Bauernpräsident Joachim Rukwied. "Es ist einfach zu viel, was die Politik den Bauernfamilien zumutet", sagte er der Passauer Neuen Presse. Angesichts des Aktionsplans Insektenschutz, der Düngeverordnung, des EU-Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten sowie zunehmender Auflagen bei der Tierhaltung sei die Enttäuschung der Landwirte über die Politik "sehr groß". ... Für Rukwied haben die Insektenschutzpläne von Bundesministerinnen Svenja Schulze (SPD) und Julia Klöckner (CDU) – beide Ministerinnen hatten den Aktionsplan gemeinsam vorgestellt – "das Fass zum Überlaufen gebracht". Mehr als zwei Millionen Hektar Fläche wären von erheblichen Einschränkungen betroffen. Damit würde die Bundesregierung den "kooperativen Naturschutz" aufgeben.

Klöckner sagte dazu im ZDF-Morgenmagazin, sie mute den Landwirten Veränderungen zu, aber sie mache das nicht ohne, dass sie sie auch finanziell unterstütze. Landwirte würden in der gesellschaftlichen Debatte oft als Tierquäler oder Umweltverschmutzer abgetan, sagte Klöckner. Das sei falsch. Trotzdem gebe es Erwartungen an die Bauern, beispielsweise für die Sauberkeit des Grundwassers und die Einhaltung von EU-Regeln. 

Auch in Frankreich demonstrierten am Dienstag Landwirte mit Straßenblockaden und Protesten vor den Präfekturen gegen ihrer Ansicht nach zu strenge Auflagen sowie gegen die empfundene Missachtung des Berufsstands. Die Bauern fordern von Präsident Emmanuel Macron mehr Unterstützung, damit ihr Beruf überlebt. Es war bereits der zweite große Protest französischer Landwirte in diesem Monat.

Vor dem EU-Parlament in Straßburg versammelten sich nach Angaben der Organisatoren ebenfalls rund tausend Bäuerinnen und Bauern aus 15 Mitgliedsländern "im Schulterschluss mit der Zivilgesellschaft". Sie forderten eine nachhaltige EU-Agrarreform. Mit den Fördergeldern aus der EU-Agrarpolitik (GAP) müssten künftig kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe "fit für die Agrarwende" gemacht werden.

Pauschale Flächensubventionen seien nicht mehr zeitgemäß. Die 60 Milliarden Euro pro Jahr, über deren Neuverteilung die EU gerade verhandelt, müssten den Betrieben Anreize für mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz bieten, forderten die Demonstranten.


Aus: "Mit Traktoren gegen "Bauernbashing"" (22. Oktober 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-10/bauernproteste-demonstrationen-landwirte-agrarpaket

Quote
stolzaufnix #1

Auch die Bauern scheinen noch zu glauben, dass ihr Arbeitsplatz die Verwendung von Giften und umweltzerstörenden Einsatz von Maschinen und Monokultur wichtiger ist.
Selbst im Bauernblatt wird die heutige Anbaumethode bereits angezweifelt. Bei der extrem starken Lobby der Bauern und deren Verbände, sowie Produkthersteller, dürfte das eine interessante Probe für die Regierung werden.


Quote
KaneZ #1.1

Das ist die Crux der jetzt lebenden Generationen. Unser lokaler Mikrokosmos, unsere menschliche Parallelrealität neben der Natur, ihnen wird eine höhere Bedeutung zugemessen, als dem Erhalt des Lebensraum aller kommenden Generationen.

Maßnahmen dafür sind zwar willkommen, aber nur wenn sie uns in keiner Art und Weise einschränken. Das kann so natürlich nicht funktionieren.  ...


Quote
hairy #1.3

Und hätte man vor zwanzig und mehr Jahren mal etwas weiter über den Tellerrand geschaut, würde es jetzt nicht die kalte Dusche geben. Aber nö: sehr viele machten weiter mit dem Verschmutzen - und gewisse Parteien haben das obendrein subventioniert.


Quote
Jeronimo16 #1.5

Und der Verbraucher hats gekauft, weil billig. ...


Quote
inuendo #1.52

.... Wenn die Folgekosten durch Vergiftung, massenhaften Antibiotikaeinsatz, Verschmutzung von Böden, Luft und Wasser, sowie die ungeheuren Summen an Agrarsubventionen eingepreist würden, dann hätten wir den echten Preis für Agrarprodukte. Wir würden uns die Augen reiben angesichts dessen, was wir als Verbraucher wirklich dafür zahlen!


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Quote
[...] In deutschen Schweinemastbetrieben werden kranke Tiere mitunter auf unsachgemäße und grausame Art getötet. Dies legen Videos nahe, die der Tierrechtsvereinigung Animal Rights Watch (Ariwa) zugespielt wurden und über die nun das ARD-Politikmagazin Report Mainz und das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichten.

Die Aufnahmen wurden mit versteckten Kameras in einem Schweinemastbetrieb bei Schwerin sowie in einem Großbetrieb in der Nähe von Cottbus gemacht. Zusätzlich hat ein Team mit mobiler Kamera gedreht. Die Bilder aus dem ersten Betrieb zeigen, wie ein Mitarbeiter ein Schwein aus einer Bucht mit anderen kranken Tieren holt und dann mit einem Holzprügel mehrfach auf es einschlägt. Weil das Schwein danach immer noch lebt, holt der Mann ein Bolzenschussgerät. Das Tier winde sich daraufhin in einem minutenlangen Todeskampf, während der Mitarbeiter zusehe, berichtet Report Mainz.

"In Krankenbuchten wie dieser werden Tiere offenbar nur 'abgestellt' und sich selbst überlassen", sagte Ariwa-Sprecherin Sandra Franz Report Mainz. Auch nach Ansicht des von dem Politikmagazin befragten Amtsveterinärs Olav Henschel handelt es sich bei dem auf dem Video zu sehenden Vorgang "auf jeden Fall um einen Verstoß gegen geltendes Recht". Der Fall werde an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

Normalerweise müsse nach einer Betäubung mit einem Bolzenschussgerät unverzüglich die Entblutung erfolgen, sagte Henschel dem Sender. Dies geschehe üblicherweise durch eine Öffnung der Halsschlagader. Ansonsten wache das Tier wieder aus der Betäubung auf und erleide grausame Schmerzen.

Nach Ansicht des Mannheimer Strafrechtler Professor Jens Bülte handelt es sich bei der unsachgemäßen Tötung sogar um eine Straftat. Es sei naheliegend, dass man hier nicht mehr über eine Geldstrafe spreche, sagte er Report Mainz.

Die Aufnahmen aus dem zweiten Betrieb zeigen kranke Schweine, die zwar mit einem Bolzenschussgerät betäubt werden. Danach lässt sie der Mitarbeiter jedoch minutenlang liegen, bevor er sie entblutet. Bei dieser Firma handelt es sich um einen deutschen Großbetrieb aus der Nähe von Cottbus, die Spreefa GmbH. Sie ist die Tochter eines der größten deutschen Schweinemastproduzenten. Rund 20.000 Schweine werden hier gehalten. Das Unternehmen antwortete laut Report Mainz schriftlich auf die Vorhaltungen: "Mit Nottötungen beauftragte Mitarbeiter verfügen über einen entsprechenden Sachkundeausweis und werden vor Eintritt in die Unternehmenspraxis umfänglich in ihre Aufgaben eingewiesen. Das, was auf den Aufnahmen zu sehen ist, entspricht nicht den Sorgfaltskriterien und Vorgaben des Unternehmens. Dem auf den Bildern zu sehenden Mitarbeiter wurde deshalb gekündigt; der Betriebsleiter wurde abgemahnt."

Wissenschaftliche Studien zeigen allerdings, dass es sich bei den Aufnahmen nicht um Einzelfälle handelt. So wurden in einer Untersuchung der Tiermedizinischen Hochschule Hannover von 2017 getötete Tiere in Tierkörperbeseitigungsanlagen untersucht. Bei 61,8 Prozent der Schweine wurde eine mangelhafte Durchführung der Betäubung und/oder Tötung festgestellt.

Nach Informationen des Spiegels erreicht jedes fünfte in Deutschland für die Fleischindustrie geborene Schwein das Schlachtalter nicht, weil es erkrankt oder verletzt wird. Demnach werden mehr als 13,5 Millionen sogenannter Falltiere vorzeitig getötet.

Auch die Tierrechtsorganisation Ariwa geht nicht davon aus, dass die Filmaufnahmen Ausnahmen zeigen. "Diese Zustände stellen die Normalität in deutschen Betrieben dar", sagte deren Sprecherin Sandra Franz dem Spiegel. "Die betroffenen Tiere sind von vornherein als 'Verluste' einkalkuliert. Da eine Behandlung der Tiere nicht rentabel wäre, werden sie einem langsamen und leidvollen Tod überlassen."

Laut dem Spiegel entspricht zudem die Ausstattung der Krankenbuchten in den Betrieben nicht den Vorgaben. Die Abteile seien verdreckt, der Futtertrog ist unter verkrusteten Ablagerungen kaum noch zu erkennen. Auch fehle die vorgeschriebene Einstreu mit Stroh. In einer Bucht gebe es eine – allerdings viel zu kleine – Gummimatte. Der Rest sei harter Beton und Spaltenboden.

Strafrechtler Bülte forderte deswegen bei Report Mainz, dass es zur Pflicht werden müsse, jede Nottötung in Bild und Ton zu dokumentieren und bei Zuwiderhandlungen Geldbußen zu verhängen. Die Tierrechtsvereinigung Ariwa will mit einer Onlinepetition an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) durchsetzen, dass Tierkörperbeseitigungsanlagen zur systematischen Dokumentation aller angelieferten Tiere verpflichtet werden.
 

Aus: "Massentierhaltung: Videos dokumentieren grausame Tötung von Schweinen" (22. Oktober 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-10/massentierhaltung-nottoetung-schweine-fleischproduktion-fleischindustrie

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hairy #2

Klöckner ist in dem Bereich, was der Scheuer im Verkehr ist. Was denken solche Leute eigentlich, wenn sie in einen Spiegel schauen?


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Bunsen #2.7

Ich denke jedenfalls: Ihr Schweine!

Auch wenn es im ersten Moment etwas unpassend erscheint.


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DrkdD #23.2

[Wir wollen eben nicht, dass die Urlaubsreise, die Mobilität oder das Schnitzel ein Luxus für nur Wenige wird.] (LINDNER-Rede: Dieses Land wächst mit seinen Menschen - Rede auf dem 70. Ord. Bundesparteitag der FDP 2019)

Jetzt verstehe ich wenn Lindner der Organisation Friday for Schnitzel beitritt.


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Der_Bolle #34

Es gibt zwei Sachen, die mich an diesem Artikel stören:
1. Die Pauschalisierung des Alltags der Tierquälerei
2. Noch mehr Dokumentationen

Unser Kleinbetrieb hat vor ca 2 - 3 Jahren eine Fachkraft im Büro auf 20h eingesetzt, die sich mit dem ganzen Kram auskennt, weil es da schon immer mehr wurd. Dh Tagesgeschäft und den speziellen Papierkram. Mittlerweile bleibt regelmäßig was liegen, obwohl sie schon seit ca 1.5 Jahren auf 40h hoch ist. Im Büro helfen deshalb schon wieder Chefin und Schwiegertochter und es reicht nicht.
Letztens hat sie für zwei Wochen Urlaub gehabt und Chefin hat das Büro mur mit Tagesgeschäft geführt; der Stapel Papier in der Ecke wurde immer größer...

Die Leute fordern und fordern und fordern und fordern. Dass das alles Zeit, Geld und Personal bedeutet, gerade für kleinere Betriebe teure Ausgaben, das ist dabei wieder egal. ZB für ca 25 Schweine Labor, Tierarzt, etc: Mal eben um die 2000€ pro Woche (!), danach der Papierkram im Büro, der für den Betrieb auch nicht umsonst ist.

Über diesen Wahn beklagen sich kleinere Betriebe, weil es kaum ein Lichtblick gibt.
Mich wunderts nicht, wenn Betriebe dadurch zu Schlachthöfen anszatt einer eigenen Schlachtung wechseln, weil der Aufwand nicht mehr zu decken ist. Dadurch sinkt wahrscheinlich die Qualität des Fleisches und entsprechend der Produkte. Eigentlich entgegen dem Sinne des Handwerkes...



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Cyber200 #34.1

Hören Sie einfach damit auf, wenn Sie unter solchen Bedingungen keine artgerechte Schweinezucht garantieren und durchsetzen können.


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cave felem #34.2

Wenn Ihr Betrieb die Kosten für Laboruntersuchungen und den Tierarzt (!) nicht stemmen kann, sollten Sie von der Tierhaltung absehen ...


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Ruediger Brandt #34.3

Ihr seid zwei arrogante Typen.
Nicht zu fassen.
Das wäre dasselbe, wenn Sie sagen die Pflegeheimbetreiber sollten ihre heime schließen, wenn der Papierkram zu viel wird.
Auch bei uns im Architekturbüro überwiegt bald der Papierkram die Planung von Gebäuden.
Die Reglementierung in Deutschland ist unerträglich.

Sarkastisch ausgedrückt würde ich meinen er soll von 25 Schweinen hoch gehen auf 500, dann lohnt es sich wieder.


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Cyber200 #35

Keine Überraschung mehr sind solche Berichte. Die zuständigen Behörden wissen das, führen aber angeblich aus Personalmangel keine Kontrollen durch. Richtiger dürfte sein, dass diesen widerlichen Massenzuchtanstalten die Behörden wegen der Arbeitsplätze und der Gewerbesteuer voll in der Zange haben und bestimmen wer hier das "Sagen" hat.

Die Presse scheut sich immer noch die Namen zu nennen, welche Discounter/Supermärkte das Fleisch dieser zu Tode gequälten Tiere verkaufen. Nur so kann der Verbraucher erkennen woher sein Fleisch stammt.

Wieder ein Armutszeugnis mehr für unsere sogenannte Ministerin!


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Gänsekiel #40

Menschen, die tagtäglich in solchen Betrieben arbeiten, scheinen aufgrund der Masse der zu tötenden Tiere zu verrohen, und die Tiere nicht mehr als fühlende, leidende Wesen anzusehen.
Wobei hier, wie meist, der “ Fisch vom Kopf her stinken“ wird, es sollten auch die Vorgesetzten entlassen werden, die solche Tötungen zulassen.


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Wir sind Borg #42

Vor geraumer Zeit schrieb ich in diesem Forum schon einmal, dass ein Exkursion von Abitur- und Berufsschulklassen in moderne Schlachthöfe enorme Eindrücke hinterlassen würden. Der Fleischkonsum der Jugendlichen ginge wahrscheinlich gegen NULL zurück. Die Konsequenzen wären jedoch traumatisierte Kids und eine am Boden liegende Fleischindustrie. Wobei zweiteres aus meiner Sicht durchaus akzeptabel wäre.


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Wählerin #48.1

Ich schlage vor, über jeder Billig-Fleisch-Auslage in den Geschäften einen Monitor anzubringen und darauf die Dokumentationen zu zeigen - ganztägig ...


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« Last Edit: October 23, 2019, 10:48:28 AM by Link »