Author Topic: Ernst Cassirer  (Read 214 times)

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Ernst Cassirer
« on: November 23, 2017, 11:19:29 AM »
Ernst Alfred Cassirer (* 28. Juli 1874 in Breslau; † 13. April 1945 in New York) war ein deutscher Philosoph.
Er forschte und lehrte zunächst in Berlin, ab 1919 als Philosophieprofessor an der Universität Hamburg. 1933 wurde ihm als Juden dort der Lehrstuhl entzogen. Im selben Jahr verließ er das nationalsozialistische Deutschland und ging zunächst nach Großbritannien ins Exil, wenig später nach Schweden, wo er 1939 schwedischer Staatsbürger wurde, 1941 schließlich in die USA. In der Emigration war er Gastprofessor in Oxford, anschließend Inhaber eines philosophischen Lehrstuhls in Göteborg und später Professor an der Yale-Universität und an der Columbia-Universität in New York.
Bekannt wurde Cassirer durch sein kulturphilosophisches Hauptwerk, die Philosophie der symbolischen Formen. Daneben verfasste er eine Reihe von erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen und philosophiehistorischen Schriften.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Cassirer

Mythisches Denken bei Ernst Cassirer
Mythisches Denken bei Ernst Cassirer nach der "Philosophie der symbolischen Formen"
Magisterarbeit (im pdf-Format) von Patrick Conley (1993)
http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2005/1322/pdf/1993-12-00_magisterarbeit.pdf

Philosophie der symbolischen Formen ist der Titel des Hauptwerks des Philosophen Ernst Cassirer. Die Erstausgabe erschien in Berlin in den Jahren 1923–1929. Sie umfasst drei Bände:

    1. Band: Die Sprache, 1923
    2. Band: Das mythische Denken, 1925
    3. Band: Phänomenologie der Erkenntnis, 1929

https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_symbolischen_Formen


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Ernst Cassirer
« Reply #1 on: April 02, 2018, 08:32:38 PM »
Philosophie der symbolischen Formen ist der Titel des Hauptwerks des Philosophen Ernst Cassirer. Die Erstausgabe erschien in Berlin in den Jahren 1923–1929.
http://pubman.mpdl.mpg.de/pubman/item/escidoc:2309355/component/escidoc:2309354/Cassirer_1923_philosophie.pdf

https://archive.org/details/philosophieders00cass

Substanzbegriff und Funktionsbegriff (1910)
https://archive.org/stream/substanzbegriffu00cassuoft#page/n3/mode/2up


Dei Begriffsform im mythischen Denken
by Cassirer, Ernst, 1874-1945
https://archive.org/details/deibegriffsformi00cass


https://archive.org/search.php?query=Cassirer
« Last Edit: April 05, 2018, 01:24:09 PM by Link »

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Ernst Cassirer
« Reply #2 on: April 10, 2018, 01:09:17 PM »
Birgit Recki - Die aktualität des Geistes -- "Cassirers Begriff des Geistes" (Am 15.08.2017 veröffentlicht)
Ernst Cassirer verfolgt in seiner Philosophie der Kultur das systematische Ziel einer Grundlegung der Geisteswissenschaften. Er setzt an beim Symbolprozess, den er als das Element der Kultur begreift. „Unter einer `symbolischen Form´ soll jede Energie des Geistes verstanden werden, durch welche ein geistiger Bedeutungsgehalt an ein konkretes sinnliches Zeichen geknüpft und diesem Zeichen innerlich zugeeignet wird.“ Die Philosophie der symbolischen Formen untersucht die Sphären der Kultur (Sprache, Mythos, Religion, Kunst, Wissenschaft, Technik) als die exemplarischen Modi menschlicher Symbolleistungen, und damit als Energien des Geistes, der sich nicht anders zeigt als in stets neu und aufs Neue zu leistenden Funktionen der `Verkörperung´ von Bedeutung. In ihnen konstituiert sich – im Spannungsverhältnis von Innovation und Tradition – die dauerhafte Welt menschlicher Wirklichkeit. Die Nähe dieser Konzeption von Geist zu Hegels Theorie des objektiven Geistes liegt auf der Hand. Der Beitrag will zeigen, dass dieser Befund nur die halbe Wahrheit wäre.
https://www.youtube.com/watch?v=14vN6vy2XFE

---

"Das mythische Denken bei Ernst Cassirer nach der "Philosophie der symbolischen Formen"" von Patrick Conley - Frankfurt, 1993
Abschlußarbeit zur Erlangung des Magister Artium im Fachbereich Philosophie Universität Frankfurt
http://www.forschungsnetzwerk.at/downloadpub/Das_mythische_Denken_bei_Ernst_Cassirer_Cassirer.pdf

« Last Edit: May 14, 2018, 03:43:03 PM by Link »

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Ernst Cassirer
« Reply #3 on: July 28, 2018, 07:54:13 PM »
Quote
[...] "Sein und Zeit" wiedergelesen: Eine Heidegger-Tagung in Siegen. --- Vier Jahre nach dem Erscheinen der ersten Serie von Martin Heideggers Denktagebüchern, den sogenannten Schwarzen Heften, geht es nicht mehr darum, ob der Freiburger Philosoph ein Nazi und Antisemit war, sondern darum, wie tief völkisches Denken und NS-Ideologie Heideggers gedankliche Konstrukte beeinflussten – und wie früh. Deshalb haben nun die Philosophinnen Marion Heinz von der Universität Siegen – der von ihr vor zwei Jahren organisierte Kongress zu den Schwarzen Heften ist mittlerweile bei Suhrkamp dokumentiert – und Sidonie Kellerer von der Universität Köln auf einer Tagung in Siegen Heideggers Hauptwerk, den 1927 erschienenen Jahrhundertklassiker "Sein und Zeit", in den Fokus der Kritik gerückt.

"Um zu beurteilen, was Heidegger meint, kann man sich nicht weit genug von ihm entfernen": Diese kritische Maxime hatte Günter Anders, Ehemann von Hannah Arendt und Heidegger-Student, in den 1950er Jahren formuliert, und sie galt auch für die Tagung in Siegen. Der französische Descartes-Spezialist Emmanuel Faye, der Heideggers Werk als politische Ideologie statt Philosophie bezeichnet, vertrat dabei die radikalste Position. Er liest "Sein und Zeit" als heimliche Kampfschrift gegen die Weimarer Demokratie und besonders gegen den jüdischen Philosophen Ernst Cassirer. Dessen berühmtes Werk "Philosophie der symbolischen Formen" basiert, ebenso wie "Sein und Zeit", auf der Beziehung und der Differenz zwischen Seiendem und Sein.

Cassirers Werk erschien 1923, vier Jahre vor "Sein und Zeit" – und Heidegger, so Fayes Vorwurf, habe Cassirers Grundgedanken "gewaltsam vereinnahmt" und umgedreht, ohne ihn zu zitieren. Auf diese Weise vermeide er eine ehrliche Auseinandersetzung, greife aber Cassirer verdeckt an, indem er dessen Kulturphilosophie als "bodenlos" und "entwurzelt" bezeichnet – Begriffe, die Heidegger später eindeutig antisemitisch meint. In "Sein und Zeit" habe Heidegger sich noch hinter einer "indirekten Sprache" versteckt, um seine Berufung auf einen Lehrstuhl in Marburg und später als Nachfolger Husserls in Freiburg nicht zu gefährden, so Fays These, die auch Sidonie Kellerer unterstützt. Cassirer, der 1933 als Rektor der Hamburger Universität abtreten und emigrieren musste, wird 1945 Heideggers Werk als Teil einer "geistigen Aufrüstung" für Faschismus und Weltkrieg beschreiben.

... Die Neubewertung von "Sein und Zeit" hat gerade erst begonnen.


Aus: " Eine Vorschule zur Verachtung des Menschen?" Eggert Blum (30. März 2017)
Quelle: http://www.badische-zeitung.de/literatur-und-vortraege/eine-vorschule-zur-verachtung-des-menschen--135084067.html