Author Topic: Stadtgeschichte - Venedig  (Read 6468 times)

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Stadtgeschichte - Venedig
« on: January 17, 2016, 10:59:58 AM »
Venedig war bis 1797 Hauptstadt der Republik Venedig und mit über 180.000 Einwohnern eine der größten europäischen Städte. Bis ins 16. Jahrhundert war sie eine der größten Handelsstädte, über die der Handel zwischen Westeuropa und dem östlichen Mittelmeer abgewickelt wurde. Venedig unterhielt die meisten Handels- und Kriegsschiffe. Ihr Adel profitierte vom Handel mit Luxuswaren, Gewürzen, Salz und Weizen. Venedig entwickelte sich zum größten Finanzzentrum und dominierte ein Kolonialreich, das von Oberitalien bis Kreta und zeitweise bis nach Zypern reichte. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Venedig

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http://vene-venezia.tumblr.com/

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"Venedig: Mittendrin ausgeschlossen" Birgit Schönau (7. April 2016)
Vor 500 Jahren wurde in Venedig das Judenviertel "Ghetto" eingerichtet. Der Begriff machte eine unrühmliche Karriere. Doch die Lagunenstadt diente damals Juden aus ganz Europa als Zufluchtsort.  ... Vor 500 Jahren, am 29. März 1516, wies der Senat der Republik Venedig den Juden diese damals abgelegene und unwirtliche Gegend zu. "Die Juden müssen alle gemeinsam in den Häusern [...] bei San Girolamo wohnen", hieß es in dem Beschluss, "und damit sie nicht die ganze Nacht umherstreunen, sollen zwei Tore errichtet werden. Diese müssen morgens beim Klang der Marangona-Glocke von San Marco geöffnet und um Mitternacht durch vier christliche Wächter zugesperrt werden, die dafür von den Juden bezahlt werden zu dem Preis, der Unserem Kollegium angemessen erscheint."  ... Im Dialekt der Venezianer bedeutete geto zunächst nichts anderes als "Gießerei", denn das Gelände des Judenviertels hatte zuvor der Kupfer- und Eisenherstellung gedient. Gleich nebenan befand sich das Massengrab für die Hingerichteten – die Gegend war also für die ehrbaren Venezianer so etwas wie das Tor zur Unterwelt. Mehr als 700 Familien wurden 1516 in das Ghetto Nuovo umgesiedelt, benannt nach der "neuen Gießerei", die indes schon lange geschlossen war. Weitere folgten 1541 im angrenzenden Ghetto Vecchio und 1633 im Ghetto Nuovissimo. ...
http://www.zeit.de/2016/14/venedig-viertel-ghetto-juedische-gemeinde-faschismus-italien
« Last Edit: April 12, 2016, 01:44:54 PM by Link »

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Stadtgeschichte - Venedig
« Reply #1 on: November 23, 2019, 03:35:36 PM »
"Venedig, vom Meer und von Touristen überschwemmt" Dominik Straub aus Rom (23. November 2019)
Auf den milliardenteuren Hochwasserschutz warten die Venezianer seit Jahrzehnten, und die Touristen werden sie nicht los
https://www.derstandard.de/story/2000111404736/venedig-vom-meer-und-von-touristen-ueberschwemmt


"Venedig: So schön ist der Hochmut" (2019)
Warum sich Venedig für unsinkbar hält - Ein Kommentar von Hanno Rauterberg
Bleibt zu hoffen, dass auch die Vernunft auf unvorhersehbare Weise eintritt und die Politik  beschließt, was unausweichlich ist: den Untergang aufzuhalten. Endlich die Kreuzfahrer verbannen, die tiefen Fahrrinnen schließen, das sollte selbst in Italien möglich sein. Jedenfalls wäre dann noch ein wenig Zeit, den schönen Hochmut zu bestaunen. Bis irgendwann die Klimakrise zuschlägt, die Pegel steigen und nur Erinnerung noch bleibt. ...
https://www.zeit.de/2019/48/venedig-hochwasser-untergang-klimawandel

Quote
FloMei #2

Venedig wird vielleicht länger stehen als mancher heute unkt und Phantasien über das morbide Gesicht Venedigs kann man schon bei Thomas Mann lesen. Der Mensch neigt zum raschen Wechsel zwischen Übermut und Melancholie.


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"Folgen des Hochwassers Venedig, zerstört und verstört" Von Franziska Horn, Venedig (2019)
Nach drei Hochwasserwellen hebt Venedig sich wieder aus den Fluten. Die Bürger sind wütend, verängstigt und verzweifelt: Die Lagunenstadt sei dabei, sich ihr eigenes nasses Grab zu schaufeln. ... Die Venezianer sind erschöpft nach dem Daueralarm, vom Wasserpumpen, vom Wischen, vom Saubermachen - und von der Sorge um die Existenz. "Im Erdgeschoss darf wegen der Gefahr niemand mehr wohnen, da sind nur noch Läden erlaubt", sagt die Besitzerin der winzigen voll gestopften Boutique Nadia in der Calle Lotto. Sie hat tiefe Augenringe, wirkt abgekämpft. Trotzdem leben viele ebenerdig, wo sollen sie auch hin in der dicht gedrängten Stadt? Manche Unterkünfte sind winzig, Keller gibt es nicht. Kein Raum zum Ausweichen also.
Die eigens angereisten Hochwassertouristen dagegen staksten während der Überflutung wie Vögel durch Pfützen, fotografierten sich gegenseitig, als sei alles ein Spaß. ...
https://www.spiegel.de/reise/aktuell/venedig-nach-dem-hochwasser-eine-verstoerte-stadt-a-1297371.html