Author Topic: Stadtteile Memos ("sensitive urban zones" etc. )...  (Read 5829 times)

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Stadtteile Memos ("sensitive urban zones" etc. )...
« on: November 17, 2014, 11:00:57 AM »
A sensitive urban zone (French: Zone urbaine sensible, ZUS) is an urban area in France defined by the authorities to be a high-priority target for city policy, taking into consideration local circumstances related to the problems of its residents. ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Sensitive_urban_zone


Ein Gebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf ist ein städtischer sozialer Brennpunkt in Deutschland.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebiet_mit_besonderem_Entwicklungsbedarf


Der französische Ausdruck Banlieue [bɑ̃ˈljø] (weiblich, französisch, von lateinisch bannum leucae, wörtlich: „Bannmeile“, siehe auch Leuge) bezeichnet die verstädterten Bereiche außerhalb eines Stadtzentrums bzw. die Randzone einer Großstadt, die sich im 19. Jahrhundert im Zuge von Industrialisierung wie Urbanisierung (Stadtrandwanderung von Industriebetrieben und industrieabhängiger Bevölkerung) herausbildeten bzw. herausbildete. Primär wird der Begriff in Frankreich bzw. das französische Städtesystem betreffend verwendet. Gleichermaßen wird „Banlieue“ als Synonym für die einzelne Vorstadt bzw. für die Vorstädte („banlieues“) innerhalb dieser Randzone gebraucht. ... Seit 1977 bemüht sich der französische Staat im Rahmen der „Politique de la ville“ um eine Förderung der Viertel, die stark unterdurchschnittliche sozio-ökonomische Werte aufweisen. Dass die Problemlagen in den cités jedoch weitaus komplexer sind, als dass sie durch städtebauliche Maßnahmen (etwa Verbesserung der Bausubstanz, Sanierung von Hochhäusern) wie die Zuweisung von Finanzmitteln für die soziale wie kulturelle Infrastruktur gelöst werden könnten, belegen die seit 1981 wiederkehrenden Unruhen in den cités, die 2005 (vgl. Unruhen in Frankreich 2005) einen Höhepunkt erreichten. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Banlieue


The Glasgow effect refers to the unexplained poor health and low life expectancy of residents of Glasgow, Scotland, compared to the rest of the United Kingdom and Europe ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Glasgow_effect

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Die Einrichtung der Gefahrengebiete in Hamburg 2014 war eine Maßnahme der Hamburger Polizei vom 4. bis 13. Januar 2014, bei der nach dem Polizeirecht mehrere Stadtteile zu Gefahrengebieten erklärt worden waren. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Gefahrengebiete_in_Hamburg_im_Januar_2014


"Mit dem Fingerspitzengefühl eines Polizeiknüppels" Ein Kommentar von Kersten Augustin (14. Januar 2014)
Die Operation Gefahrengebiet in Hamburg ist beendet. Die Eskalation zeigt: Die Taktik von Polizei und SPD-geführter Regierung wird den sozialen Konflikten nicht gerecht.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-01/gefahrengebiet-hamburg-kommentar


Ein Gefahrengebiet ist nach dem Hamburger Polizeirecht ein Gebiet im öffentlichen Raum, in dem „aufgrund von konkreten Lageerkenntnissen anzunehmen ist, dass in diesem Gebiet Straftaten von erheblicher Bedeutung begangen werden“. In diesem Gebiet kann die Polizei Hamburg bestimmte polizeiliche Standardmaßnahmen durchführen, ohne im Einzelfall prüfen zu müssen, ob eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorliegt. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Gefahrengebiet_%28Polizeirecht%29


"Olaf Scholz zum Gefahrengebiet "Man fragt sich, gegen wen hier demonstriert wird"" 13. Januar 2014
Die Gefahrengebiete in Hamburg sind Geschichte. In der Hansestadt brodelt es weiter. Im Interview mit stern.de verteidigt der Erste Bürgermeister Olaf Scholz die viel diskutierte Maßnahme.
http://www.stern.de/politik/deutschland/olaf-scholz-zum-gefahrengebiet-man-fragt-sich-gegen-wen-hier-demonstriert-wird-2082947.html

http://www.publikative.org/2014/01/10/hamburger-polizeispitze-born-to-be-wild/

http://www.publikative.org/2013/12/21/eskalation-in-der-schanze/

-.-

Quote
... Die Situation in den betroffenen Berliner Stadtbezirken wird wiederkehrend beschrieben in Bildern des Kontrastes zwischen „gutbürgerlichen“, „arbeitsamen“ und „anständigen“ BürgerInnen auf der einen Seite, die sich zunehmend wenig er dort zu Hause fühlten, und „verarmten“ und „gewaltbereiten“ BewohnerInnen auf der anderen Seite, die das Gefühl der Angst und Bedrohung verbreiteten. Die Zustände seien derart unhaltbar - so der Tenor dieses Typus der Berichterstattung -, dass es für die „guten BürgerInnen“ nicht länger erträglich sei, in ihrem angestammten Kiez zu verbleiben. Diejenigen, die es sich irgend erlauben könnten, würden die Bezirke verlassen, um sich selbst vor Gewalt und sozialem Abstieg sowie ihre Kinder vor Drogen und Kriminalität zu schützen. Die entsprechenden Bezirke werden als soziale Räume beschrieben, die Aufstiegsmöglichkeiten zumindest erheblich erschweren und damit stigmatisierend wirken. Sie drohten „wegzukippen“, im „Elend zu versinken“ oder vor der „Bedrohung durch Gewalt“ zu kapitulieren. ... Der im Mediendiskurs häufig verwendete Begriff des „Gettos“ evoziert den Eindruck eines relativ homogenen und negativ sanktionierten sozialen Raumes, der seine BewohnerInnen in einen Zustand fortgesetzter und gesellschaftlich nicht aufhebbarer Deprivation einschließt. Die hohe Dichte an Sozialhilfeempfängern, Arbeitslosen und relativ mittellosen Nicht-Deutschen sei ein Anzeichen dafür, dass die betroffenen Stadtbezirke sich in einem Prozess des sozialen Abstiegs befänden. Soziale Ungleichheit wird so lokalisiert und ethnisiert. ... Das Beispiel der Berliner Gettoisierungsdebatte kann als eine Illustration dafür gelesen werden, wie von symbolischen Prozessen der Degradierung und Stigmatisierung sozialer Lebensräume und der Festschreibungnegativ besetzter Formen kollektiver Identität eine strukturelle Macht ausgeht, über die der Status einer Gruppe und der Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen und Lebenschancen reguliert wird. Oder, um es in der Terminologie und auf der Grundlage des analytischen Rasters Bourdieus zu sagen: Der soziale Raum als mehrdimensional strukturiertes System objektiver Beziehungen ist durch die Macht von Gruppen charakterisiert, Klassifizierungsregeln bzw. Spiel regeln festzulegen und ihnen durch Delegation (Beziehungen), persönliche Autorität oder andere Ressourcen Durchsetzungskraft zu verleihen. Symbolische Macht ist der entscheidende Mechanismus, mit dessen Hilfe über die Legitimität dieser Spielregeln gesellschaftlich befunden wird. Die Codierung kultureller Differenz und die Etablierung symbolischer Grenzziehung im öffentlichen Diskurs können also als originäres Medium der Reproduktion von Macht und Ungleichheit beschrieben werden. Sie strukturieren das soziale Feld, in dem Individuen und Gruppen sich bewegen und um die Anerkennung ihrer „Kapitalausstattung“ kämpfen. Kulturelle Faktoren in Form von öffentlich verhandelten und in der sozialen Praxis etablierten Wahrnehmungs- und Deutungsmuster erscheinen als objektive Restriktionen individueller Handlungen. Sie etablieren einen gesellschaftlichen Kampf um die legitime Sicht auf die Welt. ...

Aus: "Symbolische Gewalt im öffentlichen Diskurs: Eine kommunikationstheoretische Deutung ethnischkultureller Ungleichheit"
Oliver Schmidtke (2001)
https://www.uni-due.de/imperia/md/content/soziologie/weiss/klasse_6.pdf

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"Die Konstruktion ‚gefährlicher Orte‘. Eine Problematisierung mit Beispielen aus Berlin und Leipzig"
Peter Ullrich, Marco Tullney (08.10.2014)
Die offizielle Ausweisung eines Ortes als Kriminalitätsschwerpunkt oder ‚gefährlicher Ort‘ ermöglicht in der Bundesrepublik Deutschland polizeiliche Maßnahmen gegen Personen ohne das Bestehen eines konkreten Tatverdachts. Bereits die Kennzeichnung des Ortes generiert einen personenübergreifenden Verdacht und rechtfertigt polizeiliche Eingriffe. Damit sind die Hürden für Eingriffe gegenüber anderen Orten deutlich herabgesenkt. ...
http://www.sozialraum.de/die-konstruktion-gefaehrlicher-orte.php

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"Zwischenbilanz: Aktionsplan Soziale Stadt auf gutem Weg" (09.04.2013)
"... In seinem spannenden Vortrag skizzierte [Dr. Claus Schäfer von der Hans-Böckler-Stiftung] die Ursachen einer zwischen Armut und Reichtum immer weiter auseinander driftenden Gesellschaft. Eine Spaltung, die, so der Wissenschaftler, die Gefährdung des sozialen Friedens bedeute. "Das ist keine moralische Kategorie, sondern eine gesellschaftliche und politische", unterstrich Schäfer. So habe sich die soziale Spaltung gemessen am Einkommen in den letzten acht Jahren deutlich vergrößert.
Schäfer analysierte die wirtschaftliche Ungleichheit, die er als "Gefährdung unserer Zukunft" sieht und gliederte die Problemlage dazu in drei Dimensionen, die alle miteinander in Zusammenhang zu sehen seien: Die wirtschaftliche Ungleichheit zwischen Personen und Familien sowohl in Deutschland als ain Europa, die Spaltung zwischen privatem Reichtum und öffentlicher Armut ("armer Staat") und die europäische Dimension zwischen reichen und armen Staaten, die in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen. ..."
http://www.dortmund.de/de/rathaus_und_buergerservice/lokalpolitik/aktionsplan_soziale_stadt/dokumentation_zwischenbilanz_aktionsplan/index.html

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"Brennpunkt Blumenthal" (28. November 2012)
" ... Für mehr Polizeipräsenz fehlen Bremen die Mittel. Eine Lösung des Problems wäre sie sowieso nicht. Ortsamtsleiter Peter Nowack nennt Blumenthal "einen vergessenen Stadtteil": Die Verelendung sei vielerorts deutlich sichtbar. ... "
http://www.radiobremen.de/gesellschaft/themen/gewalt-blumenthal100.html

"Die Stadtteilserie - St. Georg" Klaus Kundel (16.06.12)
" ... Längst werden zwischen Alster und Langer Reihe mit die höchsten Mieten in ganz Hamburg verlangt. "Wir kämpfen ein Rückzugsgefecht", sagt Joho. "In zehn Jahren wird die Gentrifizierung auch den Steindamm erreicht haben."
Aber noch ist es nicht so weit, noch besteht Hoffnung, dass St. Georg nach der Verelendung auch die Veredelung überstehen wird. ..."
http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/st-georg/article2309570/St-Georg.html
« Last Edit: April 01, 2015, 03:42:45 PM by Link »

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« Reply #1 on: November 17, 2014, 11:08:22 AM »
"Wachsende Verelendung in deutschen Stadtvierteln" Martin Kreickenbaum (1. Dezember 2005)
Als nach dem Tod zweier Jugendlicher, die in dem Pariser Vorort Clichy-sous-Bois vor der Polizei flüchteten, am 27. Oktober gewalttätige Jugendunruhen in 250 französischen Städten ausbrachen, beeilten sich Wissenschaftler, Medien und Politiker in Deutschland zu versichern, dass eine solche Revolte hierzulande undenkbar sei. Dabei hat auch in Wohnquartieren deutscher Großstädte in den letzten dreißig Jahren ein enormer sozialer Niedergang stattgefunden. Die Armut und Jugendarbeitslosigkeit ist in einigen deutschen Stadtbezirken kaum geringer als in den sozialen Brennpunkten französischer Banlieus. ...
https://www.wsws.org/de/articles/2005/12/juge-d01.html

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Gentrification Blog
Nachrichten zur Stärkung von Stadtteilmobilisierungen und Mieter/innenkämpfen
http://gentrificationblog.wordpress.com/

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Der Görlitzer Park zählt zu den großen Parks und Naherholungsgebieten im Berliner Ortsteil Kreuzberg. Im 14 Hektar großen Görlitzer Park gibt es unter anderem einen Kinderbauernhof, mehrere Sport-, Spiel- und Bolzplätze, zwei Aussichtsberge und einen kleinen See. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6rlitzer_Park


"Workshop diskutiert Coffeeshop-Pläne in Kreuzberg" Carmen Schucker (10/2014)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kreuzberg-blog/drogenproblematik-am-goerlitzer-park-workshop-diskutiert-coffeeshop-plaene-in-kreuzberg/10857222.html


"Kreuzberger Großexperiment in Sachen Verwahrlosung" (11/2014)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kreuzberg-blog/gewalt-im-goerlitzer-park-in-berlin-kreuzberger-grossexperiment-in-sachen-verwahrlosung/10986884.html


"Bandenkrieg und Selbstjustiz - in Kreuzberg kippt die Stimmung" Harald Martenstein (11/2014)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/drogenproblematik-im-goerlitzer-park-bandenkrieg-und-selbstjustiz-in-kreuzberg-kippt-die-stimmung/10992716.html

Quote
     von Pampelmusin
    18.11.2014 10:26 Uhr

Übertrieben
Als langjährige Bewohnerin des Kiezes am Görli kann ich nur sagen, dass die Berichterstattung der letzten Tage völlig übertrieben ist! Gestern rief mich sogar ein Bekannter aus Lankwitz an und fragte mich, wie ich diese bürgerkriegsähnlichen Zustände nur aushalten würde!

Natürlich ist diese Messerstecherei vom letzten Wochenende schlimm, aber ich würde das eher als eskalierenden Streit zwischen Jugendlichen bezeichnen, vielleicht auch noch als "Markierung" des eigenen Reviers von halbwüchsigen und hormonüberfluteten Burschen. Wir waren auch mal jung! Deshalb muss man nicht gleich von Bandenkriegen und Selbstjustiz fabulieren.

Viele Anwohner hier im Kiez vermuten, dass durch die andauernde und gezielt negative Berichterstattung "Tatsachen" geschafft werden sollen. Ein Großreinemachen steht bevor, dass die in den letzten Jahren zugezogenen Neureichen in ihren Lofts rund um das Schlesische Tor herbeisehnen, damit sie endlich in einem klinisch sauberen Kiez à la Berlin-Mitte leben können. Das muss verhindert werden.


Quote
     von Muskauer
    18.11.2014 09:53 Uhr

Private Maßnahmen
Ich kann dem Artikel nur zustimmen, und das als langjähriger Bewohner des 'Brennpunkts'. Schon seit Monaten müssen Eltern - so wie wir - unsere Kinder am U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof nach der Schule abholen, weil sie sich dort nachmittags durch ein Dealer-Spalier zwängen müssen - Dealer, die im Gegensatz zur Heroin-Szene am Kotti absolut aggressiv sind, handgreiflich werden. Allen Schulfreunden empfehlen wir, schon am Schlesischen Tor auszusteigen oder den Bus via Ostbahnhod zu nehmen. Nach Dämmerung ist der Spreewaldplatz eine No-Go-Zone, ein Besuch im Görlitzer Park fällt schon lange aus, selbst beim Joggen macht man einen Bogen. Der Abschnitt auf der Skalitzer zwischen Wiener und Lausitzer Straße ist ebenfalls vebotene Zone, wenn auch nur auf der einen Seite. Interessant ist, warum nur diese eine Seite in Dealer-Hand ist, die andere nicht. Der Grund dafür ist, dass Kreuzberg schon immer mehr Ordnungsfaktoren hatte als nur die staatlichen - auch wenn es bedauerlich ist, dass unser Kind einen Teil seines Schulweges 'in Frieden' nur auf Grund von privaten Schutzmaßnahmen zurücklegen kann. Man muss das wohl pragmatisch sehen. Ich bin jedenfalls dankbar für die selbstorganisierte soziale Supervision an den Orten, aus denen sich der Staat zurückgezogen hat.


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"Innensenator Henkel: Berliner Polizei verstärkt ihre Präsenz" Sigrid Kneist, Tilman Strasser (18.11.2014)
Nach der Eskalation der Situation am Görlitzer Park ist die Polizei jetzt dort verstärkt im Einsatz. Innensenator Frank Henkel will zudem verschiedene Behörden zu einer Taskforce vernetzen. ... Der Innensenator wies zudem den Vorwurf zurück, dass die Sicherheitsbehörden das Problem ignoriert hätten. "Die Berliner Polizei hat in den ersten zehn Monaten dieses Jahres dreimal soviel Einsätze geleistet wie 2013 und deutlich mehr Personen überprüft. Der Görlitzer Park ist ein Brennpunkt, den die Polizei intensiv bearbeitet", sagte Henkel. "Was ich aber hinnehmen muss, ist die Kritik, dass diese Präsenz nicht ausreicht, um das Problem zu lösen. Wenn man einen solchen Sumpf trockenlegen will, dann braucht es einen umfassenderen Ansatz." ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/drogenhandel-am-goerlitzer-park-innensenator-henkel-berliner-polizei-verstaerkt-ihre-praesenz/10995430.html


"Drogenhandel im Görlitzer Park „Razzien verdrängen nur das Problem“" (18.11.2014)
Der Drogenexperte Georg Wurth hat eine Lösung für Kreuzberg.  ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/drogenhandel-im-goerlitzer-park-razzien-verdraengen-nur-das-problem/10992642.html

« Last Edit: June 29, 2015, 10:04:00 PM by Link »

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« Reply #2 on: December 01, 2014, 12:31:56 PM »
"Der Stuttgarter Platz - Härter als der Görlitzer Park" Tiemo Rink (01.12.2014)
Dass der Stuttgarter Platz Berlins wichtigster Handelsplatz für harte Drogen ist, sieht man erst, wenn man sich genauer umschaut. ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kudamm-blog/berlin-charlottenburg-der-stuttgarter-platz-haerter-als-der-goerlitzer-park/11054606.html

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Quote
    HH4
    vor 1 Stunde 30 Minuten

13. In den 70er war

Eppendorf ein normales Leute Viertel mit vielen WGs in den viel zu großen Wohnungen, etwas verratzter war schon Eimsbüttel und Teile von Winterhude, die Quartiere haben sich völlig gewandelt, dann kamen Ottensen, Schanze und Karoviertel ran, auch hier ist die Umwandlung schon so gut wie abgeschlossen. Die ehemaligen Verdränger beklagen jetzt, das das Flair abhanden gekommen ist, ach was wirklich. Die letzten Innenstadtnahen Gebiete die sich Hartz IV Empfänger, arme Rentner, Studenten oder Migranten noch leisten können, stehen unter permanenter Aufsicht der Immobilienspekulanten, Altona-Nord, Hamm, südliches Barmbek sind als nächstes dran und auch Wilhelmsburg, wenn es denn nördlich der Elbe liegen würde. Was bleibt dann für diese Bevölkerungsgruppen übrig, Osdorf, Kirchdorf Süd und Mümmelmannsberg. Keine schöne Aussicht und so kann ich jeden verstehen der die Aufwertung seines Viertel kritisch sieht.


Kommentar zu: "Wilhelmsburg will nicht hip werden"  Ludwig Greven (13. Januar 2015)
http://www.zeit.de/hamburg/stadtleben/2015-01/hamburg-wilhelmsburg-gentrifizierung-arm

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Frankfurt-Bonames [bonaˈmeːs] ist seit dem 1. April 1910 ein Stadtteil im Norden von Frankfurt am Main. Er zählt heute etwa 6.400 Einwohner auf einer Fläche von 3,3 Quadratkilometern. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt-Bonames

"Sozial-Politik: Verzicht ist Alltag in Bonames"  Philip Dingeldey (17. Februar 2015)
Bonames ist vom sozialen Wohnungsbau geprägt. Die Zahl der Sozialleistungsempfänger ist im Stadtteil im Frankfurter Norden entsprechend überdurchschnittlich hoch. Ein Lokalaugenschein. ...
http://www.fr-online.de/frankfurt/sozial-politik-verzicht-ist-alltag-in-bonames,1472798,29882264.html


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"Migrantenviertel in Paris: Bloß nicht hinsehen" Anna Frenyo (24. 02. 2015)
Das Pariser Einwandererquartier La Goutte d’Or ist von „Fox News“ zur „No-go-Area“ für Nichtmuslime erklärt worden. Was ist da dran? Ein Besuch. ... An der Straßenecke stehen zwei Soldaten mit Maschinenpistolen. Sie bewachen, was laut Fox-News eine „No-go-Area“ ist. ... Fakt ist: Diese Straßen stehen auf einer offiziellen Liste. Nur handelt es sich dabei nicht um „No-go-Zones“, sondern um soziale Brennpunkte in Paris, aber auch in Lyon, Lille oder Marseille. Sie heißen „zone urbaine sensible“, „zone d’éducation prioritaire“ oder „zone prioritaire de sécurité“ – Bezeichnungen, die einen höheren Finanzbedarf für Bildung und Sicherheit anzeigen sollen. Mit der Wirtschaftskrise sind die Budgets jedoch geschrumpft, viele Projekte wurden nie verwirklicht.  ...
http://www.taz.de/Migrantenviertel-in-Paris/!155210/


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"Speziallack gegen Wildpinkler: "St. Pauli kann sich verteidigen"" Ein Interview von Anna-Lena Roth (03.03.2015)
Es sind Horden, die am Samstagabend über die Reeperbahn in St. Pauli ziehen. Die S-Bahn bringt sie hin, die S-Bahn bringt sie weg. Was bleibt, sind die Anwohner. Sind Müll und Gestank.
"Wenn Sie hier auf die Straße gehen, haben Sie das Gefühl, in einer Kloake zu stehen", sagt Julia Staron, 44, von der Interessengemeinschaft St. Pauli. Sie will aufmerksam machen auf ein Problem, über das sich die Anwohner ärgern: Wildpinkler.
In Zusammenarbeit mit einer Hamburger Werbeagentur hat die Interessengemeinschaft nach eigenen Angaben zwei Hausfassaden mit einem wasserabweisenden Lack gestrichen. Wer gegen eine solche Wand pinkelt, bekommt den Abperleffekt zu spüren - und macht sich selbst Hose und Schuhe nass.
Zwei Wände reichen nicht, um das Problem in den Griff zu bekommen. Sie wissen das. Aber die Aufmerksamkeit ist jetzt da, das Problem wird öffentlich diskutiert. ...

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/st-pauli-pinkelt-zurueck-spezial-lack-gegen-wildpinkler-a-1021528.html

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"Bauprojekt City West: Investor Hines startet Abriss der Schmuddelecke am Zoo" Cay Dobberke (04.03.2015)
Seit Dienstag ist es unübersehbar: Neben dem Bahnhof Zoo hat der Abriss der als Schmuddelecke verrufenen Passage in der Joachimsthaler Straße begonnen, die vor allem durch das Beate-Uhse-Erotikmuseum bekannt war. Nun sind Bauwagen im Einsatz, je eine Fahrspur in der Kant- und der Joachimsthaler Straße wurde für den Verkehr gesperrt. Bis Ende 2017 baut der US-Investor Hines für etwa 130 Millionen Euro ein neues sechsstöckiges Geschäftshaus mit Läden, Lokalen und Büros. ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kudamm-blog/bauprojekt-city-west-investor-hines-startet-abriss-der-schmuddelecke-am-zoo/11453172.html

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Lohberg ist ein Stadtteil der niederrheinischen, kreisangehörigen Stadt Dinslaken, und im Kern eine Bergarbeitersiedlung, die für ihre mittlerweile stillgelegte Zeche bekannt ist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dinslaken-Lohberg


"Morgens halb zehn in Deutschland"  Moritz von Uslar (ZEITmagazin Nr. 9/2015 17. März 2015 )
Lohberg, ein Teil der Stadt Dinslaken im nordwestlichen Ruhrgebiet. Die ehemalige Bergarbeitersiedlung ist heute ein sozialer Brennpunkt: Rund ein Drittel der 6.000 Einwohner hat migrantische Wurzeln, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei dreißig Prozent. In die Schlagzeilen gekommen ist Lohberg vor gut einem Jahr als ein Zentrum des deutschen Salafismus: 2011 hatte sich in städtischen Räumen ein als Bildungsverein getarnter Rekrutierungsort gewaltbereiter Salafisten gebildet. 25 Mitglieder umfasste die Lohberger Brigade zu Hochzeiten, elf Salafisten sollen von Lohberg aus in den bewaffneten Kampf für den "Islamischen Staat" nach Syrien und in den Irak aufgebrochen sein, prominente Kämpfer sind der Konvertit Philipp B. (riss bei einem Selbstmordattentat sich und zwanzig Peschmerga-Kämpfer in den Tod) und der in Syrien gefallene Mustafa K. (ein Foto, auf dem er mit dem Kopf eines Enthaupteten posiert, ging Anfang letzten Jahres um die Welt). Um die fünf Dschihadisten sollen nach Lohberg zurückgekehrt sein. Seit der Verhaftung des IS-Rückkehrers Nils D. bei einem SEK-Einsatz im Januar soll sich die Szene in Auflösung befinden. Traumatisiert zurückgeblieben ist die Gemeinde Lohberg nicht nur durch ihre Salafisten, sondern durch Reporter, die am Marktplatz ihre Kamera aufbauen und Jugendlichen Geld bieten, damit sie mit Al-Kaida-T-Shirt posieren. ... Die Geschichte Lohbergs ist, natürlich, auch die Geschichte der gescheiterten Gastarbeiter-Politik der sechziger und siebziger Jahre in Deutschland. ...
http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/09/dinslaken-ruhrgebiet-islamischer-staat-salafismus

Quote
no-panic, 17.03.2015

Ein bisschen dünn, die Reportage. Kann es sein, dass man in Lohberg nicht gut auf Journalisten zu sprechen ist? Herr Uslar schreibt ja selber, dass Jugendliche bezahlt wurden, um mit einschlägigen Shirts zu posieren. Das erinnert an die RTL Reporter, die an einer Berliner Schule dafür bezahlten, dass junge Türken "Kartoffel" und "Deutsche Schweine" in die Mikrofone brüllten. Irgendwann wird man halt skeptisch gegenüber solchen "Journalisten".
Es wäre doch mal eine Idee, mit den Deutschen zu sprechen, die in Lohberg leben. Wie sehen die ihre Nachbarn?
Ich habe 5 Jahre in Lohberg gelebt und es gab nie Probleme mit den nichtdeutschen Nachbarn. Im Gegenteil, in diesem Stadtteil hat das Miteinander gut funktioniert. Natürlich gibt es Halbstarke, die den Max machen, aber die gibt es in jeder Nationalität oder Herkunft. Dass sich immer ein paar Leute finden, die sich radikalisieren, ist doch ganz normal. So, wie es junge Männer gibt, die sich dem islamischen Terror zuwenden, gibt es andere, die sich rechtsradikalen Gruppen zuwenden oder sich Gangs anschließen oder andere Extreme suchen. In einem Viertel mit hoher Arbeitslosigkeit und geringen Perspektiven wohl eher als im Viertel der Besserverdienenden, aber auch da knallt mal die eine oder andere Sicherung durch. Zuviel Perspektive verträgt eben auch nicht jeder. Nicht das Viertel oder der Stadtteil ist das Problem, sondern die Politik und die Gesellschaft, die diese Abgehängten vergessen hat, bzw froh ist, dass die in solchen Vierteln verschwinden.


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"Das Ruhrgebiet auf dem absteigenden Ast" In Politik, Wirtschaft | Am 17. März 2015
Dem Ruhrgebiet geht es jetzt schon nicht besonders gut. Hohe Arbeitslosigkeit, Strukturprobleme, Wachstumsschwäche haben wir bereits seit längerer Zeit. Und die Prognose des Bundesinstituts BBSR macht uns keine große Hoffnung. Das Ruhrgebiet koppelt sich noch weiter vom Bundestrend ab, die Zahl der Erwerbspersonen nimmt stärker als in Vergleichsregionen ab. Immer weniger Menschen erarbeiten den großen Kuchen, der verteilt werden will. Die Kosten für öffentliche Aufgaben der Infrastruktur und Daseinsvorsorge sowie für Sozialtransfers lasten auf immer weniger Schultern. Wie lange das wohl noch gut gehen wird? ...
http://www.ruhrbarone.de/das-ruhrgebiet-auf-dem-absteigenden-ast/103285

« Last Edit: March 18, 2015, 04:49:34 PM by Link »

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Rothenburgsort...
« Reply #3 on: April 01, 2015, 02:49:11 PM »
Rothenburgsort ist ein Stadtteil zwischen der Norderelbe und der Bille im Bezirk Hamburg-Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-Rothenburgsort

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"Gentrifizierung: Arm – und direkt an Elbe und Bille" Lena Frommeyer (31. März 2015)
Die Menschen im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort haben kaum Geld. Doch ihr Viertel liegt am Wasser und ist zentrumsnah. Das macht es attraktiv, trotz Brachen und Beton. ... Bisher habe der Ruf eines "Messerstecher-Viertels" viele davon abgehalten, hierherzuziehen. Das habe nie der Wirklichkeit entsprochen, sagt Ercan Celebi. ... In ihren Fenstern klaffen Löcher und hinter dem Graffiti erkennt man kaum noch die Rotklinkerfassaden. "Viele freuen sich auf mehr Leben im Stadtteil", sagt Ercan Celebi. Gleichzeitig hätten sie aber auch Angst. Davor, machtlos zusehen zu müssen, wie der Senat seine Pläne umsetze. Zwar gibt es bereits einige Initiativen, die dem entgegenwirken wollen, etwa Hamburgs Wilder Osten und Elbdeich Rothenburgsort. Aber: "Die alte Bevölkerung befürchtet, dass die Mieten steigen und sie rausgedrängt wird." ...
http://www.zeit.de/hamburg/2015-03/rothenburgsort-stadtteil-aufwertung-hafencity

Quote
    Berthell
    27. März 2015 14:20 Uhr

Aufwertung des Wohnviertels

bedeutet nie, dass es den Alt-Einwohner besser gehen wird, sondern dass sie durch Bessergestellte ausgetauscht werden - bestes Bsp Ottensen. Die Medien findet das meist so lange toll, wie Künstler, Journalisten und nette Angestellte die Kassierererin verdrängen. Erst wenn diese Gruppen von echten Gutverdienern bedrängt werden, entdeckt man die Ungerechtigkeit ...

http://www.zeit.de/hamburg/2015-03/rothenburgsort-stadtteil-aufwertung-hafencity?commentstart=1#cid-4625291

Quote
    oexli
    30. März 2015 2:09 Uhr

... Rothenburgsort ist langweilig und dreckig. Als notorischer Radfahrer, der die Vermüllung der Stadt aus der Nähe beobachtet, weiß ich, dass dieser Stadtteil von der Stadtreinigung seit Jahren aufgegeben wurde.
Der SPD-Stützpunkt der Abgeordneten Veit ist nur zeitweise besetzt. Gesehen hab ich die hier noch nie.

Ich wohne hier, weil der Krebs der Gentrifizierung diesen Stadtteil noch nicht wirklich erreicht hat. Die Häuser sind zu langweilig, es gibt keine funktionierende Kneipenkultur.
Rothenburgsort ist keine klassenbewusste Arbeiterhochburg. Wenn es sowas denn überhaupt je gab. Hier wohnt man, weil man froh ist, eine günstige Wohnung gefunden zu haben.
Einkaufen geht nur bei Penny/Lidl/Aldi/kik, es sei denn, man fährt bis zum Berliner Tor oder gleich in die Innenstadt. Budni und die HASPA sind hier auf Außenposten. Der "Wochenmarkt" ist im Vergleich zu anderen Hamburger Wochenmärkten ein Rudiment.

Dafür kann man hier 4 mal im Jahr Technomusik auf Entenwerder hören oder an einem der bedeutendsten Hotspots Deutschlands Zander angeln. Hunderte Radfahrer kommen hier beim Training in Richtung Vierlande täglich und vor allem an Wochenenden durch.

Von Olympia erhoffe ich mir, meine Wohnung für 3 Wochen zum Preis einer Jahresmiete vermieten zu können.
Für den Fall, dass die Makler kommen, sammel ich schon mal Material für die fälligen Molotowcocktails. Rothenburgsort ist neben Blankenese einer der verkackesten Stadtteile Hamburgs.
Moin!

http://www.zeit.de/hamburg/2015-03/rothenburgsort-stadtteil-aufwertung-hafencity?commentstart=9#cid-4632347

Quote
    Philip S.
    30. März 2015 9:48 Uhr

...weißer Fleck auf Hamburgs Karte

Ein Elbvorortler würde NIEMALS(!) auch nur einen Fuß in dieses Viertel setzten; Rothenburgsort war nach WK II eine einzige Fläche...
Ehe läßt sich ein Blankeneser in Südafrika bei dem Blick in einen Lauf sein Prepaidhandy 'abnehmen' als in Rothenburgsort auch nur einen Fuß aus seinem leasingschwarzen SUV zu setzen. Warum auch?
Aber, wenn dieser Stadtteil für Olympia robust 'umgestaltet' wird, dann kann sicherlich die Frau des Blankenesers mit einem Gewerbeschein als Gelegenheitsmaklerin dort das eine oder andere Geschäftchen machen... ;-)

http://www.zeit.de/hamburg/2015-03/rothenburgsort-stadtteil-aufwertung-hafencity?commentstart=9#cid-4632610

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"Hamburg-Rothenburgsort: 70 Jahre in Vergessenheit" (03/2015)
http://www.zeit.de/hamburg/2015-03/rothenburgsort-immobilien-wohnungen-gewerbe-fs

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"Entwürfe für Elbdeich" (Datum ?)
Architekturstudenten entwickeln Ideen für Rothenburgsorter „Südküste“...
http://www.hamburger-wochenblatt.de/billstedt/lokales/entwuerfe-fuer-elbdeich-d22935.html

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Hamburgs Wilder Osten
http://www.dierothenburg.de/hamburgs-wilder-osten.html | http://www.dierothenburg.de/

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Stadtteile Memos ("sensitive urban zones" etc. )...
« Reply #4 on: April 02, 2015, 03:52:17 PM »
"Görlitzer Park Berlin: Peace, Bulle" Robert Pausch (2. April 2015)
Im Berliner Görli-Park wird’s ernst: Jeder, der mit einem Krümel Hasch erwischt wird, muss mit Konsequenzen rechnen. Beim Kiff-in im Hagel stört das aber niemanden. ... Auf die Frage, warum sie hier sei, sagt eine junge Frau: "Im Prinzip wegen allem." Dem Kiffen, den Flüchtlingen, dem Innensenator und überhaupt müsse viel öfter gegen Restriktionen protestiert werden. "Wir wollen doch eine Demokratie und keinen autoritären Staat, oder?" ... Der Görlitzer Park wirkt bisweilen wie eine Berliner Metapher. Ende der achtziger Jahre auf dem Gleisbett des stillgelegten Bahnhofs angelegt, erstreckt sich das Rechteck auf etwa einem Kilometer in der Länge und einigen Hundert Metern in Breite. Für Liberale, Junge und Teile des anwohnenden linksalternativen Bürgertums ist der Park eine Reminiszenz an das gute alte Kreuzberg, ein libertärer Rückzugsort. ... Für andere ist der Görli in erster Linie ein rechtsfreier Raum. Anwohner beschweren sich, dass man nicht mehr durch den Park gehen könne, ohne ständig mit den üblichen Floskeln (You need somethin', bro?) angesprochen zu werden. Die Zahl der Dealer habe in den letzten Jahren drastisch zugenommen, die Verteilungskämpfe würden aggressiver geführt. Im vergangenen Jahr sorgten Messerstechereien bundesweit für Schlagzeilen. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-04/goerlitzer-park-henkel-protest

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"Asternweg in Kaiserslautern – Eine Straße ohne Ausweg?"
E. Sawyer - Am 14. Apr. 2015
Am 11.04.2015 zeigte der Privatsender VOX eine erschreckende Dokumentation über den Asternweg in Kaiserslautern, besser bekannt als „Kalkofen“ oder „Kalköfele“. ... Die gezeigten Schicksale erinnern stark an „Ghettos“ oder „Slums“, heruntergekommene Orte, denen eine hohe Armutsgefährdung zu Grunde liegt. Wäre man vor einigen Jahren noch davon ausgegangen, dass solche Problembezirke nur in unterentwickelten Ländern existieren würden, bekommt man als Zuschauer dieser Sendung ein ganz anderes Bild vermittelt. ... Obwohl die Sendung wirklich lobenswert ist, fehlt ein ganz entscheidender Punkt: Die Fehleranalyse! Es werden lediglich traurige Schicksale gezeigt, ohne die eigentlichen Wurzeln zu identifizieren. Man könnte der Sendung sogar unterstellen, dass hier absichtlich eine Atmosphäre kreiert wurde, die der restlichen Bevölkerung als Warnung aufleuchten soll. ...
http://www.neopresse.com/gesellschaft/anotherview/asternweg-kaiserslautern-eine-strasse-ohne-ausweg/

"Zur besten deutschen Sendezeit" Alexander Wallasch (13.04.2015)
„Asternweg – eine Straße ohne Ausweg“ nimmt gewissermaßen diese letzte Hürde, überwindet diese reflexartige Distanz des Politischen noch einmal, und setzt den Zuschauer direkt neben den Alkoholiker an den Sperrmülltisch im abgewrackten Gelsenkirchner Barock oder fährt mit der Kneipenwirtin des Viertels, Ilse, einkaufen. ... Man darf gespannt sein, was die Stadt Kaiserslautern nun aus diesem vorgehaltenen Spiegel lernt und wie die Kaiserslauterer selbst reagieren. ...
http://www.theeuropean.de/alexander-wallasch/10018-asternweg-eine-strasse-ohne-ausweg

   
Alltag & Anarchie: Spandau? Ick bin doch noch nich tot!
von Sabrina Markutzyk am 3. Juni 2015
Aus der Reihe “Szenen eines Problembezirks™: Lasst euch von der Currywurst-Verkäuferin vom Hermannplatz mal was über Neukölln erzählen, ihr Opfa!
http://www.neukoellner.net/alltag-anarchie/spandau-ick-bin-doch-noch-nich-tot/


   
Macht & Märchen - SPD bremst bei Milieuschutz
Gastbeitrag von Anne Helm, Bezirksverordnete und Vize-Fraktionsvorsitzende der Neuköllner Piratenfraktion in der BVV...
von neukoellner.net am 28. Mai 2015
http://www.neukoellner.net/macht-marchen/spd-bremst-bei-milieuschutz/

   
Macht & Märchen - Milieuschutz: Wir arbeiten dran!
von neukoellner.net am 30. Mai 2015
Neukölln durchläuft derzeit einen rasanten Wandel. Menschen aus ganz Europa finden hier ihr neues Zuhause. Veränderung abzulehnen, halten wir als Neuköllner SPD für rückwärtsgewandt. Eine Replik auf den Beitrag von Anne Helm. ... Gastbeitrag von Severin Fischer, Mitglied des Kreisvorstands der Neuköllner SPD, Bürgerdeputierter im Stadtentwicklungsausschuss der BVV und Neukölln-Migrant der 00er Jahre...
http://www.neukoellner.net/macht-marchen/milieuschutz-wir-arbeiten-dran/
« Last Edit: June 04, 2015, 02:31:26 PM by Link »

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« Reply #5 on: June 15, 2015, 12:28:17 PM »
Skid Row is an area of Downtown Los Angeles. As of the 2000 census, the population of the district was 17,740. Skid Row was defined in a decision in Jones v. City of Los Angeles as the area east of Main Street, south of Third Street, west of Alameda Street, and north of Seventh Street.[1] Skid Row contains one of the largest stable populations (between 3,000 and 6,000) of homeless people in the United States.[2] The sidewalks are lined with cardboard boxes, tents, and shopping carts. ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Skid_Row,_Los_Angeles

"Obdachlose in L.A.: Skid Row – viel menschliches Elend" George Szpiro, Los Angeles (08.01.2013)
Das Quartier Skid Row in Los Angeles weist die grösste Konzentration von Obdachlosen in den USA auf. Alle Versuche, Abhilfe zu schaffen, schlugen bisher fehl. ... Der Stadtteil, dessen offizielle Bezeichnung Central City East lautet, ist im Norden und Süden von der Third und der Seventh Street begrenzt, im Westen und Osten von Main Street und Alameda Street. 18 000 Einwohner wurden darin gezählt. Dreissig Prozent von ihnen haben kein Zuhause, sie leben buchstäblich auf der Strasse. Skid Row ist die grösste Ansammlung von Obdachlosen Nordamerikas. ... Wer Skid Row heutzutage sein Zuhause nennt, befindet sich auf dem absoluten Tiefpunkt menschlichen Daseins. Geistesgestörte, Vorbestrafte, Alkoholiker, Drogenabhängige, Kleinkriminelle und vor allem Besitzlose haben sich auf den Gehsteigen, in Parks und auf leerstehenden Grundstücken eingenistet. Zwischen 4000 und 5000 Menschen, vor allem afro- und lateinamerikanische Männer, aber auch viele Weisse und Frauen verbringen hier ihre Zeit Nacht für Nacht auf den Bürgersteigen. Wohltätige Organisationen verteilen Mahlzeiten, katholische Missionsstationen und nichtkonfessionelle Einrichtungen bieten einige Schlafplätze an. An den Eingängen hängen Suchanzeigen für vermisste Personen, Aufforderungen, sich als Wähler registrieren und gegen Grippe impfen zu lassen. ... Da und dort verrichtet ein Obdachloser, sich um nichts scherend, am Strassenrand seine Notdurft. Unverhältnismässig viele Invalide werden von Kollegen auf Rollstühlen herumgeschoben. Obwohl der Drogenhandel endemisch ist und Gewalttaten notorisch sind, fällt das fast totale Fehlen von Aggressivität auf. Bei mehreren Streifzügen durch Skid Row, sowohl tags als auch nachts, gab es bloss einen einzigen lauten Streit. Fast scheint es, als ob den am Boden Angekommenen jegliche Lust auf menschliches Tun vergangen ist. ...
http://www.nzz.ch/skid-row--ein-viertel-voll-menschlichen-elends-1.17926545

"Die Lebenskünstler von Skid Row" Sarah Pines (Jungle World Nr. 35, 28. August 2014)
Der Stadtteil Skid Row mitten in Los Angeles gilt als Elendsviertel. Nirgendwo sonst in den USA leben so viele Obdachlose auf so engem Raum. Armut, Drogenmissbrauch, Krankheit und Verwahrlosung sind hier überall sichtbar. Ein Kultur­projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Armen in Skid Row ihre Menschenwürde zurückzugeben, sie zu motivieren – und zu Künstlern zu machen. ...
http://jungle-world.com/artikel/2014/35/50472.html


"Paradies im Ghetto" (Colin Marshall,  10.06.2015)
„Der Kontrast ist erschreckend“, sagt Brigham Yen, Immobilienfachmann und Chronist des innerstädtischen Umbaus in L. A. „Nur einen Block entfernt können Sie die neue Downtown sehen, mit ihren schicken Bars und Läden. Dann kommen Sie in die Skid Row, und so etwas Schlimmes ist Ihnen noch nie widerfahren. Vor allem die Gerüche werden Sie nie mehr vergessen.“
Einen sehr persönlichen Blick auf die Luden, Huren und Drogendealer, die nachts das Viertel bevölkern, bietet der Dokumentarfilm Los Scandalous des australischen Regisseurs Shanks Rajendran. „Als ich zum ersten Mal durch diesen Bezirk fuhr, war ich starr vor Angst. Der Schock, in Amerika, dem großartigsten Land der Welt, auf einen solchen Ort zu treffen, trieb mich an, dies zu filmen und das Projekt „Das Spiel der Skid Row“ zu nennen. ...  „Einmal pro Woche baggert eine ganze Armee von Putzleuten die Straßen wieder frei von all dem Müll und fordert die Obdachlosen auf, ihre Sachen zu packen. Ich hatte davon gehört, wie teuer es für die Stadt sei, wenn Leute auf der Straße leben, und konnte nicht verstehen, woher die Kosten kamen. Nun sehe ich es vor mir.“ Es dauere aber nie lange, bis seine Straße „die Mischung aus Abfall, Pisse und Scheiße“ zurückhabe: „Ich habe gelernt, mich über ein Gewitter zu freuen. Danach kann ich atmen.“ ... Und doch, sagt wiederum Yen, hat gerade die Skid Row den in L. A. immerzu aufgeschobenen Traum von der lebendigen Straßenkultur in gewisser Weise verwirklicht: „Hier sind Mengen von Leuten unterwegs, es ist eine Szenerie, wie man sie in New York erwarten würde. Die Straßen leben, die Menschen gehen spazieren, versammeln sich, nutzen die Grünflächen aus. Aus stadtplanerischer Perspektive kann man das hochinteressant finden – bloß ist eben die himmelschreiende Armut nicht zu übersehen.“ ...

https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/paradies-im-ghetto


"Obdachlosigkeit in Los AngelesNotstand an der Westküste" Nicole Markwald (17.11.2015)
Obdachlos ist, wer kein permanentes Zuhause hat. Insgesamt waren im vergangenen Jahr allein in Kalifornien laut Kidsdata.org knapp 30.000 Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter von Obdachlosigkeit betroffen. Manche Kinder leben mit einem Elternteil oder beiden in Obdachloseneinrichtungen oder ziehen von Familienmitglied zu Familienmitglied. Andere wohnen zeitweise ihn billigen Motels oder in ihrem Auto. ... Drogensucht, psychische Krankheiten, Gewalt, Familienkonflikte – jeder auf Skid Row ist damit irgendwann in Berührung gekommen. Aber auch diese Menschen brauchen Kleidung, müssen sich duschen, etwas essen. Die LA Mission und rund 100 weitere Einrichtungen in dem Teil der Stadt helfen. Die Obdachlosen-Industrie - wenn man so will - brummt. ... Ein solches Leben – zwischen Einkaufswagen, Müll und Spritzenbesteck, ist für viele von uns undenkbar. Auch für Herb Smith, er leitet die LA Mission, eine Einrichtung, die sich seit 1936 um Bedürftige kümmert. Trotzdem, glaubt er, betrachten viele hier auf Skid Row die Straße als ihre Heimat: "Viele hier bilden mit denen um sich herum eine Gemeinschaft. Ein Zuhause hat man nicht automatisch, wenn man ein Dach über dem Kopf hat, sondern wenn man in Beziehung zu seiner Umgebung steht."
In Los Angeles hat die Zahl der Obdachlosen in den vergangenen Jahren sogar zugenommen, obwohl es Kalifornien wirtschaftlich gut geht. Die Situation hat sich so verschärft, dass Bürgermeister Eric Garcetti den Notstand ausgerufen hat. In den kommenden Jahren will er 100 Millionen Dollar für Wohnungen und Notunterkünfte bereitstellen. Für Herb Smith nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin - er will nicht undankbar wirken. Wirklich aus der Welt schaffen könne man das Problem ohnehin nicht, glaubt er. ...
http://www.deutschlandradiokultur.de/obdachlosigkeit-in-los-angeles-notstand-an-der-westkueste.979.de.html?dram:article_id=337070


"Sog der Straße: US-Städte bekommen Obdachlosigkeit nicht in den Griff" Christina Horsten und Johannes Schmitt-Tegge (21.12.2015)
Land des Wohlstands, Land der Not: Fast 15 Prozent der Amerikaner leben unterhalb der Armutsgrenze. In einigen Gassen von Skid Row in Los Angeles oder Manhattan grassieren Hunger und Obdachlosigkeit. Bilanz eines hoffnungslos überforderten Sozialsystems. ... Fast 60 000 Menschen schlafen nach Angaben von Hilfsorganisationen jede Nacht in einer Obdachlosenunterkunft in New York, mehr als ein Drittel von ihnen sind Kinder. Dazu kommen wohl viele Tausend weitere Obdachlose auf den Straßen, deren Zahl sich schwer schätzen lässt. Fast 60 Prozent der Obdachlosen halten sich in Manhattan auf. Knapp 90 Prozent haben afroamerikanische oder lateinamerikanische Wurzeln.
Grund für den starken Anstieg ist Experten zufolge vor allem der extreme Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Dabei war der demokratische Bürgermeister Bill de Blasio vor zwei Jahren mit dem Versprechen angetreten, das Problem zu lösen. «Eine immer weiter zunehmende Obdachlosigkeit ist nicht akzeptabel für die Zukunft von New York», hatte er gesagt. «Unter unserer Aufsicht wird das nicht passieren.»
Aber außer einigen Hundert zusätzlichen Betten in Notunterkünften kam von de Blasio bislang wenig und schon gar kein Masterplan zur Lösung des Problems. Hilfsorganisationen sind enttäuscht. «Das wird eine große, komplizierte Anstrengung», musste de Blasio jüngst zugeben.
http://www.rnz.de/panorama/gesellschaft_artikel,-Sog-der-Strasse-US-Staedte-bekommen-Obdachlosigkeit-nicht-in-den-Griff-_arid,150854.html


"Los Angeles : Home street home" (26. Januar 2016)
Wohnwagen, Zelte, ein Cadillac: In Los Angeles leben 44.000 Obdachlose. Die Fotografin Lucy Nicholson porträtiert sie vor ihrem improvisierten Zuhause. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-01/los-angeles-obdachlose-obdachlosigkeit-fs

Life on the streets of L.A.
http://blog.lucynicholson.com/2015/12/life-on-the-streets-of-l-a/

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"Gewalt und Drogen in Friedrichshain: Das RAW-Gelände hat ein gewaltiges Problem" Fatina Keilani, Martin Pfaffenzeller und Tatjana Kennedy (08/2015)
„Im Grunde zieht sich vom Görlitzer Park über die Skalitzer Straße und die Oberbaumbrücke bis zum RAW-Gelände eine durchgehende Partyszene“, sagt der Kreuzberger CDU-Abgeordnete Kurt Wansner. Die verstärkte Polizeipräsenz am Görlitzer Park habe zur Verlagerung des Drogenhandels zum RAW-Gelände geführt. „Ich erwarte, dass die Polizei dort offensiver auftritt“, fordert Wansner. Das Leben dürfe in Friedrichshain nicht gefährlicher sein als in Charlottenburg oder Steglitz. ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/gewalt-und-drogen-in-friedrichshain-das-raw-gelaende-hat-ein-gewaltiges-problem/12209500.html

"Gewalt in Berlin-Friedrichshain - RAW-Gelände: „Alle überfordert, Richter, Politik, alle einfach“" Tatjana Kennedy und Martin Pfaffenzeller (19.08.2015)
Das Gebiet rund um die Revaler Straße entwickelt sich vom Drogenumschlagplatz zu einer Zone der Gewalt. Am Wochenende fanden gleich zwei Angriffe statt, einer gegen einen Freund der "Jennifer-Rostock"-Sängerin Jennifer Weist. ... Die Stimme von Jennifer Weist, der Sängerin der Rockband „Jennifer Rostock“ zittert. Der Schock sitzt noch immer tief, auch zwei Tage, nachdem ein Freund auf dem Friedrichshainer RAW-Gelände mit einem Messer am Hals verletzt wurde, nach einem missglückten Taschendiebstahl.
„Ich finde es einfach krass, dass Leute für eine Scheißkette töten würden“, sagt die 28-Jährige am Montag. „Ich hab die offene Wunde und die pulsierende Schlagader gesehen, da ging es nur um Millimeter.“ Ihrem 26-jährigen Bekannten geht es den Umständen entsprechend gut, er konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen.  ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/gewalt-in-berlin-friedrichshain-raw-gelaende-alle-ueberfordert-richter-politik-alle-einfach/12204562.html

"Berlin-Friedrichshain: Touristen stellen Taschendieb - und werden von 15 Leuten zusammengeschlagen" Timo Kather (16.08.2015)
Es ging um ein Portemonnaie: Nachdem zwei Touristen am frühen Sonntagmorgen in der Revaler Straße zwei Taschendiebe ertappt hatten, rief einer der Kriminellen Verstärkung. 15 Personen prügelten plötzlich auf die Niederländer ein - und entkamen unerkannt. ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/berlin-friedrichshain-touristen-stellen-taschendieb-und-werden-von-15-leuten-zusammengeschlagen/12193744.html

Kriminologe zu Überfällen in Berlin-Friedrichshain: "Das RAW-Gelände braucht klare Zuständigkeiten"" Martin Pfaffenzeller (19.08.2015)
Die Gewalttaten rund um das RAW-Gelände sind untypisch für Taschendiebe. Claudius Ohder, Kriminologie-Professor von der HWR Berlin geht von Jugendgangs aus und sieht vor allem die Anrainer in der Pflicht. ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/kriminologe-zu-ueberfaellen-in-berlin-friedrichshain-das-raw-gelaende-braucht-klare-zustaendigkeiten/12207056.html

"Kriminalität in Kreuzberg-Friedrichshain: Der Scheinfrieden ist nicht mehr zu halten" Bernd Matthies (19.08.2015)
Nicht so schlimm, Einzelfall, kann ja mal passieren: Die Beispiele RAW-Gelände und Görlitzer Park zeigen, dass gerade in Friedrichshain-Kreuzberg die Probleme zu lange verdrängt wurden. ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/kriminalitaet-in-kreuzberg-friedrichshain-der-scheinfrieden-ist-nicht-mehr-zu-halten/12204568.html

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Marxloh ist ein Duisburger Stadtteil im Stadtbezirk Hamborn mit 18.985 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2014). Er gehörte früher zum Stadtkreis Hamborn, der 1929 mit dem Stadtkreis Duisburg vereinigt wurde. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Marxloh

"Duisburg-Marxloh: Tief im Westen" Stephanie Hajdamowicz (25.08.2015)
Marxloh gilt als Problemviertel Duisburgs, sozialer Brennpunkt und wird seit ein paar Tagen in Deutschland als Beispiel für die "No-go-Area" gehandelt. Einige Bürger trauen sich nicht mehr abends auf die Straße, es gibt Hetzkampagnen in sozialen Netzwerken gegen Zuwanderer, die Polizei hat Angst vor Respektlosigkeit und die Wohlfahrtsverbände sehen den sozialen Frieden gefährdet. Dienstag um 13 Uhr kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Duisburg-Marxloh zum Bürgerdialog. 60 ausgewählte Bürger dürfen rund zwei Stunden lang Fragen stellen. ... Der Begriff "No-go-Area" sei durch die Medien geprägt, sagt Pater Oliver von St. Peter. Er kümmert sich im Viertel um die Jugendlichen. "Es herrscht eine subjektive Angst", erklärt er. Aber die habe seine Großmutter auch gehabt, die in Mülheim lebte, einer Nachbarstadt von Duisburg. "Das Problem ist, dass sich die Menschen allein gelassen fühlen. Die Türken wie die Roma und die Flüchtlinge wie die Deutschen." Mehr Polizei bringe nichts. "Viele wissen hier nicht wohin, die Cafés sind geschlossen, Bänke werden abgebaut, damit die Jugendlichen abhauen. Aber wo sollen sie denn hin?"...
http://www.tagesspiegel.de/politik/duisburg-marxloh-tief-im-westen/12223464.html

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     von provinzler
    24.08.2015 19:32 Uhr

In Duisburg-Marxloh
bin ich immer gerne, wenn ich mal in Duisburg bin, was immerhin die Nachbarstadt von dem Ort ist, wo ich wohne. Klar sind hier Probleme eher sichtbar als anderswo, aber wo das schon offen sichtbar ist, ist man sich der Probleme ja bewusst und man geht die Probleme auch an.
Es gibt ja auch nicht nur Problematisches in Marxloh, die internationale Atmosphaere in diesem Stadtteil finde ich sehr anziehend, es ist ein Bezirk wie etwa Berlin-Kreuzberg mit all seinen Vor- und Nachteilen.
Und natuerlich hat Marxloh derzeit auch eine starke Anziehungskraft fuer die vielen Menschen aus Rumaenien und Bulgarien, die sich in so einem Viertel eben wohler fuehlen als in Nachbarbezirken, wo weniger Migranten leben.
Und wo immer wieder in Kommentaren Gewalt in Marxloh erwaehnt wird, das habe ich dort aber noch nicht erlebt, sondern immer eigentlich freundliche Menschen, die sich freuen, wenn man bei ihnen einen Doener isst und einen Tee trinkt.
Eine No-Go-Area finde ich Duisburg-Marxloh ueberhaupt nicht.


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    dinsdale
    25.08.2015 10:34 Uhr

Antwort auf provinzler vom 24.08.2015 19:32 Uhr
Die Polizei wird sich doch die Probleme mit den unkontrollierbaren Strassenzügen wohl kaum eingebildet haben. Auch nicht, dass es stellenweise zu Aufläufen kommt, die die Polizeiarbeit massiv behindern wie z.B. bei Verkehrskontrollen o.ä. Das konnte man auch schon öfters in Berlin-Neukölln beobachten. Also muss es ja wohl massive Probleme mit der öffentlichen Ordnung geben. Das man davon nichts merkt, wenn man nicht gerade ins Visier der jeweiligen Gruppen gerät mag ja sein. Aber in Deutschland liegt das alleinige Gewaltmonopol beim Staat und niemandem sonst! Wenn dies nicht mehr gewährleistet ist, dann gute Nacht!


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    duit, 24.08.2015 13:30 Uhr

Verharmlosung

Dieser Artikel verharmlost die Zustände in Marxloh. Es kamen wieder die Leute zu Wort, die alles nicht so schlimm finden.
Ich kenne Marxloh sehr gut. Ich weiß auch nicht, warum in allen Artikeln zu Marxloh immer die gleichen Verbände, Personen, Organisationen interviewt.

...


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    PaterOliver, 24.08.2015 14:59 Uhr

Verharmlosung?

Nein, niemand verharmlost irgendwas. Aber es übertreibt auch niemand.

Neben der Sorge um die Menschen im Stadtteil, übrigens nicht nur im Gesundheitsbereich, gehören zu meiner Gemeinde - wie Sie sich vielleicht vorstellen können - ziemlich viele Menschen, vielleicht sogar die größte einzelne gesellschaftliche Gruppe im Stadtteil. Mit diesen Menschen habe ich jeden Tag Kontakt. Ältere Damen, die nach der Abendmesse angstfrei durch Marxloh nach Hause gehen und am nächsten Tag wiederkommen ohne überfallen worden zu sein, erfinde ich nicht.
Das sind eben auch Realitäten, auch wenn sie möglicherweise nicht ins eigene kleine Weltbild passen.
Eine Polizeiliche Kriminalitätsstatistik, die seit Jahren sinkende Straftatzahlen für Marxloh benennt, erfinde ich auch nicht. Eine Häufigkeitszahl aus dieser Statistik, die doppelt soviele Straftaten in Duisburg-Mitte (Dellviertekl und Altstadt) beschreibt, habe ich auch nicht erfunden.
Daß die Polizeiwache im "schlimmen" Stadtteil Marxloh (20000 Einwohner) nur ein Dienstfahrrad besitzt, ein Auto immer von der Nachbarwache in Hamborn erfragt werden muß, erfinde ich auch nicht - so schlimm kann es ja dann wohl nicht sein ...

Es gibt Schwierigkeiten und Probleme in Marxloh. Das ist unbesehen. Aber Scharfmacherei, Halbwahrheiten und Verleumdungen helfen hier niemandem. Vor allem nicht den Menschen, um die es ja geht. Zumindest haben meine Eltern mir das so beigebracht - und wenn ich mir hier manchen Kommentar angucke, bin ich ihnen dafür sehr dankbar.


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    Diskutant999, 24.08.2015 10:35 Uhr

Erschreckend - manchmal sind es ja die nebenbei fallenden Sätze, die am tiefsten blicken lassen.

"Davon will er der Kanzlerin erzählen. Denn er ist einer der 60 eingeladenen Bürger."

Solche Sätze erinnern mich an andere politische Systeme auf deutschem Bodem. In der DDR wendete man sich an Honecker, wenn bei den lokalen Kadern mal wieder der Amts- und Parteischimmel wieherte. Im Dritten Reich stöhnten die Leute "wenn das der Führer wüsste...". Dem Kaiser kam man mit Gesuchen und Bittschriften.

Sind wir in Deutschland wieder an dem Punkt, an dem die Herrschaftsspitze als so weit von der Alltagsrealität der Menschen entfernt wahrgenommen wird, dass man ihnen von Missstände persönlich berichten muss? Ist unser System bereits so dysfunktional, dass der mittleren Ebene keine Problemlösungskompetenz mehr zuerkannt wird? Und sind wir wieder bei einem vordemokratischen Empfinden angekommen, dass Kaiser/Führer/Vorsitzenden/Kanzlerin so gar nicht mit der real exekutierten Politik in verbindung zu bringen weiß? Erschreckend all das...


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« Last Edit: January 27, 2016, 02:11:41 PM by Link »

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« Reply #6 on: September 03, 2015, 03:21:19 PM »
Quote
[...] Im Dach regnet’s rein, auf dem Hinterhof türmen sich Müllberge, und in den überbelegten Wohnungen herrscht drangvolle Enge. Um im erbitterten Kampf gegen Schrottimmobilien und skrupellose Vermieter besser gewappnet zu sein, hat das Land den Kommunen ein effizienteres Instrument an die Hand gegeben: das Wohnungsaufsichtsgesetz (WAG). Ein Werk, mit dessen Hilfe verwahrloster Wohnraum im äußersten Fall für unbewohnbar erklärt werden darf. Doch wie scharf ist dieses Schwert in der alltäglichen Praxis? Die Grünen-Fraktion wollte genau wissen, wie intensiv die Stadtverwaltung das WAG zwischen Karnap und Kettwig bisher angewendet hat.

„Dramatische Zustände wie in Duisburg-Marxloh oder in der Dortmunder Nordstadt haben wir in Essen erfreulicherweise nicht“, gibt Ahmad Omeirat, ordnungspolitischer Sprecher der Grünen, vorsichtig Entwarnung. Allerdings sei dieser Befund überhaupt kein Anlass, die Hände untätig in den Schoß zu legen. „Auch in Essen gibt es Schrottimmobilien und verantwortungslose Vermieter“, fügt der Ratsherr hinzu und dringt darauf, eine Art Radarwarnsystem anzulegen, das lückenlos alle gefährdeten Immobilien in Essen im Detail erfasst. „Diese Liste soll in erster Linie der Vorbeugung dienen“, fügt Omeirat hinzu.

...

Aus: "Wohnungsaufsichtsgesetz - Ratsherr fordert Radarwarnsystem für Problemhäuser in Essen" (02.09.2015)
Quelle: https://www.derwesten.de/staedte/essen/ratsherr-fordert-radarwarnsystem-fuer-problemhaeuser-in-essen-id11049542.html

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"Soziale Brennpunkte: Tod, Steine, Scherben" Götz Hamann  (10. Dezember 2015)
Von Paris bis Brüssel, von Duisburg bis Berlin: Kann man einen explosiven Stadtteil befrieden? - Der französische Philosoph Alain Finkielkraut nennt die Vorstädte von Paris seit Langem "die verlorenen Territorien der Republik". Als seien sie ein für alle Mal verloren, der Düsternis preisgegeben. Saint-Denis ist ein solches Territorium, in seinen Gassen tauchten mehrere Attentäter nach den Anschlägen von Paris unter, bis sie ihr Versteck, von der Polizei umstellt, in Schutt und Asche legten.
Aber muss das so bleiben? Oder kann eine Stadt solche Gegenden wieder zum Besseren wenden? Haus um Haus zurückgewinnen?
Stadtgesellschaften überall in Europa kennen solche hart umkämpften Gegenden, mal stehen dort Hochhaussiedlungen, mal sieht es aus wie in der übrigen Stadt, nur etwas abgewohnter, schlichter, schäbiger. Stets leben dort viele Einwanderer der ersten, zweiten, dritten Generation. In London ist es in Tower Hamlets so, in Brüssel sind es Villeforde und – mies, mieser, Molenbeek. Noch auf Jahre wird es als Brutstätte islamistischen Terrors gelten und es voraussichtlich auch sein.
Verglichen damit, geht es in deutschen Einwanderervierteln noch friedlich zu, und doch ist eine Eskalation erkennbar, zum Beispiel in Duisburg. Vor ein paar Tagen wurde im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtages darüber diskutiert, wie viel Verstärkung die Polizei in Marxloh brauche. Die Polizeigewerkschaft hatte den Stadtteil als "No-go-Area" bezeichnet – ein Begriff, der eigentlich für militärisches Sperrgebiet steht. ...
http://www.zeit.de/2015/48/soziale-brennpunkte-paris-bruessel-neukoelln-marxloh

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Prisen Colinen
#10  —  vor 2 Stunden 4
... Diejenigen Architekten, die diese fürchterlichen Betonwüsten, genannt Vorstädte gebaut haben, mit allerlei verschwurbelter "Philosophie" als Begründung, die müssten da zur Strafe bis zum Lebensende selber drin wohnen müssen. Das würde ich als Vorbedingung bei der Ausschreibung machen.

http://www.zeit.de/2015/48/soziale-brennpunkte-paris-bruessel-neukoelln-marxloh?cid=5702792#cid-5702792

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deniz_deniz
#12  —  vor 2 Stunden 2

Warum müssen Stadtteile, in denen überwiegend Ausländer wohnen, gleich ein explosives Geschoss sein ? So ein Dummzeug.
Leider ist es die gezielte und falsche Wohnungspolitik daran schuld.
Die Schuld immer auf die Ausländer zu schieben, ist die einfachste Lösung.


http://www.zeit.de/2015/48/soziale-brennpunkte-paris-bruessel-neukoelln-marxloh?cid=5702811#cid-5702811

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Prisen Colinen
#12.1  —  vor 1 Stunde 2

Genau das wird doch in dem Artikel anhand von München (30% Migrantenanteil) und Stuttgart (40%) Migrantenanteil demonstriert. Stuttgart müsste das größte Migrantenproblem Deutschlands haben. Stattdessen haben aber alle eine Job und es herrscht geschäftige Einvernehmlichkeit im Ländle. Dort sprechen Türken astreines Schwäbisch und Supporten den VfB als gäbs kein Morgen mehr.

http://www.zeit.de/2015/48/soziale-brennpunkte-paris-bruessel-neukoelln-marxloh?cid=5703051#cid-5703051

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Hermes8
#23  —  vor 1 Stunde 4

Die Broken-Window-Theorie gilt nach wie vor, muss aber erweitert werden. Nicht nur die Zerstörung öffentlicher oder privater Infrastruktur, sondern auch die Zerstörung der "Infrastruktur des Zusammenlebens" kommt in Betracht.

Die Nichtbeseitigung von Vandalismusschäden besitzt ein Äquivalent in der Nichtahndung von Rechtsbrüchen bzw. der Duldung von Bereichen, in denen geltendes Recht nicht angewandt bzw. durchgesetzt wird.

http://www.zeit.de/2015/48/soziale-brennpunkte-paris-bruessel-neukoelln-marxloh?cid=5702978#cid-5702978

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Murma
#53  —  vor 26 Minuten

Der Artikel ist - was Saint Denis betrifft - schlecht recherchiert und sehr reißerisch geschrieben:
Wir wohnen seit zwei Jahren in einer anderen gefürchteten Vorstadt neben Saint Denis und nun haben wir einen Kilometer weiter in Saint Denis sogar ein Haus gekauft: Weil es hier schön ist zu wohnen!
Hier meine Anmerkungen:
1. Dass die Attentäter sich in Saint Denis verstecken (wo sie vorher übrigens nicht gewohnt haben) ist nicht verwunderlich, weil sie da zumindest mit ihrem Aussehen nicht auffallen.
2. "bis sie ihr Versteck, von der Polizei umstellt, in Schutt und Asche legten" So ein Quatsch! Gestern bin ich dort vorbeigegangen. Das Haus ist direkt in der Fußgängerzone. Mal abgesehen davon, dass viele Wohnungen in dem Haus schon vorher als unbewohnbar eingestuft waren, steht das Haus immernoch, es ist nicht mal rundherum abgesperrt. Von außen sieht man minimale Brandspuren und nur bei genauerem Hinsehen Einschusslöcher. Aber das hört sich wohl nicht theatralisch genug an.
3. "In Paris wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Italiener- und Portugiesenviertel erfolgreich in die Stadtgesellschaft integriert. Für die in den vergangenen Jahrzehnten gewachsenen Viertel mit arabischen Einwanderern sieht es jetzt aber schlechter aus." Zum Großteil sind dasgenau die selben Viertel, nur dass jetzt noch andere Einwanderer dazugekommen sind. Saint Denis ist traditionell eine Stadt für immigrierte Arbeiter, die Straßennamen zeugen davon.
4. Die Broken-Window-Theorie hier trifft aber trotzdem oft zu. Gleich nebenan haben wir eine Straße, in der es vor zwei Jahren noch ziemlich (klein)kriminell zuging und die wir liebevoll "Todesstraße" genannt haben. Seitdem wurde viel renoviert, ein schöner Platz und ein Spielplatz wurden angelegt und mittlerweile kann man zu jeder Tageszeit problemlos unbehelligt da durchgehen.
Und so runtergewirtschaftet wie in Saint Denis viele Stellen sind, schaden die 1,4 Milliarden Euro sicher nicht. Man darf nicht vergessen, dass trotz wichtiger Sehenswürdigkeiten (Stade de France, Krönungskathedrale) die Stadt von Touristen weitgehend gemieden wird, weil sie ansonsten recht hässlich wird. Und das, obwohl dort noch viele architektonische Juwelen schlummern.
5."Die sozial schwachen Wohngebiete mit einem hohen Anteil von Muslimen liegen außerhalb und sind von dem inneren Stadtgebiet durch die Ringautobahn getrennt" Nicht nur! Barbesse liegt auch innerhalb der Autobahn. Neuilly sur Seine als schickes Gegenbesipiel dafür außerhalb. Mit dem Projekt "Grand Paris" wird sich das in den nächsten Jahren sowieso alles ändern.
6. "Es hilft also, wenn die Bewohner aus Problemvierteln leicht Arbeit finden und leicht dorthin kommen." Saint Denis ist super an Paris angebunden. Aber zum Einen fehlen in Paris auch Jobs und zum Anderen wollen viele keine Leute aus der Vorstadt einstellen.
7. "Der Ruf einer Vorstadt sage viel über deren Zukunft voraus." Stimmt. Dann hört doch bitte auf mit dem Quatsch. Ich arbeite hier ab und zu an einer Schule und es ist tatsächlich so, dass Grundschullehrerinnen (die natürlich nicht aus der Vorstadt sind) 8-jährigen Kindern einreden, sie werden sowieso mal "Racaille", also Abschaum der Bevölkerung.
Auf der anderen Seite gibt es hier auch super Institutionen, wie zum Beispiel einen wahnsinns Wochenmarkt, oder ein tolles Theater, von denen Pariser nicht profitieren, weil sie sich nicht in die Vorstadt trauen. Nicht weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben, sondern weil sie gehört haben, wie gefährlich es hier sein soll. Manche Freunde muss ich tatsächlich von der Metro abholen, weil sie sich nicht alleine zu mir kommen trauen.
Ein Angebot für Touristen: Kommt nach Seine-Saint-Denis und macht bei einer Einheimischenführung mit, die hier vom Office du Tourisme gratis organisiert werden. Dort seht ihr auch mal die andere Seite der Vorstadt.
Danke für's Lesen!


http://www.zeit.de/2015/48/soziale-brennpunkte-paris-bruessel-neukoelln-marxloh?cid=5703572#cid-5703572

Quote
bestrosi1975
#58  —  vor 12 Minuten

Ein positives Gegenbild, eine Zukunftsorientierung, Bauten und Anlagen nach menschlichem Maß, verkehrliche und informationelle Vernetzung, Gelegenheiten zum Mitmachen... klingt nicht unmöglich.

Natürlich ist es aber besser, solche Viertel gar nicht erst entstehen zu lassen. Hier in Hamburg wird da gerade ziemlich viel falsch gemacht, sollen doch die "Flüchtlinge" nicht breit verteilt, sondern in wenigen neuen Stadtquartieren konzentriert werden. Die Bürger vor Ort kritisieren es, die Opposition kritisiert es, die Fachleute kritisieren es - gemacht wird es wohl trotzdem. Sehenden Auges.

http://www.zeit.de/2015/48/soziale-brennpunkte-paris-bruessel-neukoelln-marxloh?cid=5703726#cid-5703726

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« Last Edit: December 10, 2015, 11:31:44 AM by Link »

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« Reply #7 on: December 11, 2015, 01:05:59 PM »
"Hintergrund unklar: Zwölf Verletzte bei Schlägerei an Neuköllner Schule"
In einer Sekundarschule in Berlin-Neukölln ist es laut Polizei zu einer „Auseinandersetzung“ gekommen. Mehrere Einsatzwagen mussten zur Schule ausrücken. Zehn Schüler wurden im Krankenhaus behandelt, vier Lehrer erlitten einen Schock. ...
http://www.berliner-zeitung.de/polizei/hintergrund-unklar-zwoelf-verletzte-bei-schlaegerei-an-neukoellner-schule,10809296,32900094.html

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Gefahrengebiet: "Verfahren vom Tisch - Der umstrittene Angriff" Kai von Appen (4. 1. 2016)
Ein vermeintlicher Angriff auf die Hamburger Davidwache führte zum größten Gefahrengebiet der Stadtgeschichte. Das Verfahren wurde eingestellt. ... HAMBURG taz | Für die Hardliner unter den Polizeibeamten lieferte der vermeintliche Angriff den perfekten Rückenwind zum Agieren nach den Ausschreitungen bei der Soli-Demo für die Rote Flora eine Woche zuvor: Angeblich hätten 40 Autonome am Abend des 28. Dezember 2013 an der Davidwache einen Polizisten schwer verletzt. Der umstrittene Vorfall war der maßgebliche Grund, weshalb die Polizei vor zwei Jahren die gesamte westliche Innenstadt zum „Gefahrengebiet“ erklärte. Doch ob es diese Attacke gegen die Davidwache überhaupt jemals gegeben hat, ist weiterhin ungeklärt. „Das Ermittlungsverfahren ist eingestellt worden“, sagt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach. ...
https://www.taz.de/!5266077/

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"Alarm im Freiraum" Tobias Prüwer (Ausgabe 0316 | 25.01.2016)
Connewitz Der Stadtteil war immer der Hort der linksalternativen Leipziger Szene. Wie geht es dort nach den Überfällen der Rechtsradikalen weiter? Ein Lagebericht ... Wenn man in diesen Tagen durch die Wolfgang-Heinze-Straße geht, sind auf 100 Metern kaum heile Fenster zu finden. Ob Juwelier oder Waschsalon, Ballettbedarf, Bäcker oder Gardinengeschäft – sie alle hat es neben alternativen Kneipen und dem Fantreff des linken Fußballclubs Roter Stern erwischt. Eine Wohnung wurde mit Pyrotechnik in Brand gesetzt, Autos wurden beschädigt, als etwa 250 Neonazis am Abend des 11. Januar ihre Gewalt gegen das gesamte Viertel richteten. ...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/alarm-im-freiraum

Mein Leben in Connewitz.
https://connewitz.wordpress.com/

http://www.connewitz-leipzig.de/

Dieser Blog wird von jungen Connewitzern geführt und wir laden hier regelmäßig Fotos aus unserem Kiez hoch um einen kleinen Einblick in unseren Stadtteil zu geben! Die hier gezeigten Fotos werden von uns geschossen das heißt nicht das wir etwas mit der Enstehung der gezeigten Objekte zu tun haben! ...
http://connewitz.tumblr.com/

"Leipzig: Auch Neonazis und Kampfsportler an Überfall auf Connewitz beteiligt" (1. September 2016)
Während des schweren Angriffs waren viele Connewitzer in der Leipziger Innenstadt, um gegen eine Legida-Demonstration zu protestieren. Bei dem Angriff in Connewitz wurden mehr als 20 Geschäfte und Kneipen beschädigt; eine Wohnung brannte aus. Fünf Polizisten wurden verletzt. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-09/leipzig-connewitz-angriff-npd-neonazis-randale

Quote
Forschender #1

Interessant wäre auch, wie viele der Randalierer V-Männer waren.

Quote
vbec #1.1

Zitat: "Interessant wäre auch, wie viele der Randalierer V-Männer waren."

Noch interessanter wäre, wie eine deutsche Justiz dies herausfinden könnte.



Quote
aquinaso #10

Also, da waren AUCH Neonazis dabei. Aber warum ist das der anscheinend wichtigste Teil der Nachricht?

Quote
troemi #10.1

Weil im Januar die Polizei sich nicht davon abbringen ließ, dass es NUR Hooligans gewesen wären und es keinen rechtsextremen Hintergrund
gäbe.



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"Leipzig: Schiefe Bahn" Andreas Raabe (4. Februar 2016)
Die Leipziger Eisenbahnstraße gilt als eine der kriminellsten Meilen Deutschlands: Hier kämpft die Polizei Tag für Tag gegen Drogenbanden, Diebstahl, Prostitution und Schlägereien. Was ist da bloß los? ... Turbulent war es allerdings schon immer. Gewissermaßen ballte sich hier die ostdeutsche Geschichte, die Geschichte dieser Stadt, auf besondere Weise. Mitte des 19. Jahrhunderts, als Leipzig auf dem Weg zur Millionenstadt war, hat man das Quartier als Arbeiterviertel am Reißbrett entworfen und in Windeseile erbaut: schnurgerade Straßen mit Mietskasernen. ...
http://www.zeit.de/2016/06/leipzig-eisenbahnstrasse-kriminalitaet

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"Brennpunkte im Ruhrgebiet: die gescheiterten Stadtteile im Revier" Matthias Korfmann und Andrea Böhnke (16.02.2016)
Das Ende der Industrie war der Untergang etlicher Arbeiterviertel im Ruhrgebiet. Heute sind Orte wie Marxloh und Schalke Zentren der Kriminalität. ... Was haben Duisburg-Marxloh , die Dortmunder Nordstadt , der Essener Norden und der Gelsenkirchener Süden gemeinsam? Sie waren mal klassische Arbeiterbezirke. Heute sind hier viele Menschen zu Hause, die zugewandert sind und von Wohlstand nur träumen können. Kaum jemand von ihnen geht wählen, gute Jobs sind rar. Stattdessen hat die Polizei dort immer mehr zu tun. Die WAZ stellt Ihnen die Brennpunkte des Reviers vor. Orte, denen es nicht gut geht, die aber einen Vorteil haben: Nirgendwo sonst in der Region ist die Bevölkerung jünger. ... Aus den "Integrationsschleusen" wurden Abstellgleise. In die alten Malocher-Quartiere ziehen seit Jahren viele gering qualifizierte Zuwanderer. Und für die, die kommen, gibt es entweder gar keine Arbeit oder nur Billigjobs. Skrupellose Geschäftemacher aus dem kriminellen Milieu kassieren Mieten für elende Absteigen in Schrottimmobilien. Oft sind es nur Matratzenlager.
Was hilft gegen dieses Elend? "Vielleicht ein Renovierungsgebot für Hauseigentümer in den Brennpunkten", erklärt Strohmeier. Eines würde sicher helfen: Eine Re-Industrialisierung der Region, das Schaffen vieler neuer Arbeitsplätze. Aber das, sagt Strohmeier, wird es so schnell nicht geben. ...
https://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/brennpunkte-im-ruhrgebiet-die-gescheiterten-stadtteile-im-revier-id11566786.html


Quote
16.02.2016
09:15
Brennpunkte im Ruhrgebiet: die gescheiterten Stadtteile im Revier
von Kalki | #14

Es ist ja toll dass man die Dortmunder Nordstadt immer wieder zum Thema macht, auch im Dortmunder Tatort kommt sie als Ghetto vor. Das hilft aber alles nichts wenn daraus nichts resultiert, außer dass man die kreative Kultur hier eingebracht hat. Die Initiativen, Vereine, Hilfsorganisationen wie Pilze aus dem Boden sprießen. Von Projekten will ich erst gar nicht reden. Alles ist irgendwie gut organisiert für sich. Aber ändert es wirklich etwas an den Lebensumständen der Menschen. Auch die Tafel, die Suppenküche, ja sie lindern Not, aber sollte das die Perspektive auch noch für die nächsten 20 Jahre sein? So sieht es aber aus. Der Stadtteil wird auf einem Level der Bedürftigkeit gehalten. Aus der Bedürftigkeit schlagen immer mehr Organisationen Kapital. Wenn man das so sieht, ist es natürlich profitabel solche Ghettos von außen zu beleben und von innen so zu gestalten das sich die Menschen in ihrer Bedürftigkeit auch noch wohl fühlen. Was das ist, das schreibe ich hier lieber nicht.


Quote
16.02.2016
09:35
Brennpunkte im Ruhrgebiet: die gescheiterten Stadtteile im Revier
von steinsiech | #18

Mann kann seine Stadt auch kaputt schreiben.
Wie so oft, jammern alle nur rum. nörgeln über "die Politik" und "die da oben", und legen dann wieder die Hände in den Schoß, oder machen sich die nächste Dose Bier auf.


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« Last Edit: September 02, 2016, 10:02:48 AM by Link »

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« Reply #8 on: February 20, 2016, 11:46:54 AM »
"Raub und Schläge am Kottbusser Tor in Berlin - Selbst für Kreuzberg zu krass" Hannes Heine (18.02.2016)
Seit 30 Jahren gehört das Kottbusser Tor zu den Berliner Problemplätzen. Nun ist es richtig gefährlich geworden. 50 Prozent mehr Überfälle, 100 Prozent mehr Diebstähle. Ex-Hausbesetzer und türkische Gastronomen haben genug.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kreuzberg/raub-und-schlaege-am-kottbusser-tor-in-berlin-selbst-fuer-kreuzberg-zu-krass/12907214.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-02/kottbusser-tor-berlin-gewalt-raub

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"Eine Schule, die es allen zeigt" Ronny Schilder (01.02.2016)
Die Rütli-Schule war die Bildungseinrichtung mit dem miesesten Ruf in ganz Deutschland. Inzwischen gilt sie als Modellfall, dem manches abzuschauen ist. Zumal ihre Probleme nicht mehr nur Berlin-Neukölln betreffen. ... Nicht nur die Schule, auch die "Neuköllner Verhältnisse" ändern sich. In den oberen Klassenstufen der Rütli-Schule liegt der Anteil der Einwandererkinder bei 80 Prozent. In den unteren drei Klassen spiegelt sich der Zuzug Bessergestellter wider, die Gentrifizierung des Bezirks: Es steigt der Anteil deutschstämmiger Kinder und von Kindern aus dem westlichen Ausland. Die Gegend um die Schule ist jetzt hip. ... Mehr als 30 Millionen Euro werden in das Areal und die Gebäude gesteckt - in Werkstätten, Sport- und Bildungsangebote. Die Bebauung haben die Architekten Schulz und Schulz aus Leipzig geplant, die Schöpfer der voriges Jahr in Leipzig eingeweihten neuen Propsteikirche. An der Rütli-Gemeinschaftsschule sind derzeit 850 Schüler der Klassenstufen 1 bis 13 eingeschrieben. ...
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/DEUTSCHLAND/Eine-Schule-die-es-allen-zeigt-artikel9423987.php

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"Datensammelei der Berliner Polizei im Gefahrengebiet: Anlasslos, unverhältnismäßig, diskriminierend"
von Anna Biselli am 08. April 2016, 14:28 in Überwachung
„Gefahrengebiete“, „verrufene“ oder „kriminalitätsbelastete“ Orte: Egal, wie man sie nennt – in ihnen darf die Polizei Maßnahmen wie Identitätsfeststellungen und Personenkontrollen durchzuführen, allein basierend auf deren Aufenthaltsort. Die genauen Voraussetzungen und Eingriffsbefugnisse werden in den jeweiligen Landespolizeigesetzen der Länder geregelt. Aber eines haben sie gemeinsam: Die Unschuldsvermutung und Grundrechte werden außer Kraft gesetzt, dazu gehört auch die informationelle Selbstbestimmung.
Als 2014 in Hamburg große Teile Altonas, St. Paulis und der Sternschanze zum Gefahrengebiet erklärt wurden und eine öffentliche Diskussion aufkam, verfasste der Hamburgische Datenschutzbeauftragte ein Gutachten. In diesem attestierte er deutliche Einschränkungen der informationellen Selbstbestimmung und äußerte „erhebliche Bedenken“, ob die Polizeipraxis verfassungsmäßig sei. ...

https://netzpolitik.org/2016/datensammelei-der-berliner-polizei-im-gefahrengebiet-anlasslos-unverhaeltnismaessig-diskriminierend/

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"Obdachlosigkeit in der Blase" Manuel Ebert (Ausgabe 1216 | 06.04.2016)
Tal der Träumer San Francisco ist viel kleiner als Berlin, aber fast genauso viele Menschen schlafen auf der Straße. Die Yuppies stört das ... Normal ist, dass ich auf dem Weg zur Arbeit an einem Dutzend Menschen vorbeilaufe, die auf der Straße schlafen. Normal ist, dass sich immer mal wieder privilegierte Yuppies bei ihrem Bürgermeister darüber beschweren, dass die Straßen nach Urin stinken und sie jeden Tag unnötig mit Obdachlosen konfrontiert werden. Normal ist, dass das jedesmal einen gerechtfertigten Shitstorm im Internet lostritt, aber trotzdem niemand so genau weiß, wie den 7.000 Obdachlosen in der Stadt am besten zu helfen ist. 7.000, das sind fast so viele wie in Berlin – auf einem Achtel des Raums allerdings.
Mehr als die Hälfte der Obdachlosen in der Stadt haben psychische Erkrankungen und wenig Aussicht auf eine adäquate Behandlung. Das ist an sich kein Geheimnis: Jeder, der einmal frühmorgens durch den Stadtteil -Tenderloin gelaufen ist und dort meinen alten Nachbarn Rob mit nichts als Schwimmflügeln und Klopapier bekleidet in der Mitte einer Straßenkreuzung tanzen gesehen hat, kann das bezeugen.
Das US-Gesundheitssystem – Pardon, der Mangel an einem funktionierenden Gesundheitssystem – ist mitverantwortlich für die Zustände. Und schuld ist zudem, klar, der aufgeheizte Wohnungsmarkt: Die meisten Obdachlosen kommen aus San Francisco selbst und konnten, nach einem Jobverlust etwa, schlicht ihre Wohnung nicht mehr bezahlen. Damit sind wir bei der Frage, wer die Mietpreise hier denn in die Höhe treibt. ...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/obdachlosigkeit-in-der-blase

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Lohberg100 porträtiert Bewohner des Dinslakener Stadtteils Lohberg, der als sozialer Brennpunkt und Sammelbecken für Salafisten in Verruf geraten ist. Auf 100 Bildern zeigt das Projekt 100 Menschen im Alter von 1 bis 100. Jedes Alter mit einem eigenen Porträt, vom Kleinkind bis zur Urgroßmutter. 100 Menschen zeigen ihr Gesicht, ihr Umfeld und erzählen von ihren Lebenswünschen. Lohberg100 taucht ein in einen Stadtteil und das Leben seiner Bewohner. Initiiert hat das Projekt der Verein Forum Lohberg e.V.
http://lohberg100.tumblr.com/
« Last Edit: May 12, 2016, 09:56:59 AM by Link »

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« Reply #9 on: May 16, 2016, 09:08:32 PM »
"Kriminalität: Der Kotti und ich" Ein Gastbeitrag von Bernd Schlömer (16. Mai 2016)
Meine Heimatstadt ist übrigens Berlin. Ich lebe in Kreuzberg. Vielleicht schaue ich als Kriminologe anders auf meine Stadt und auf meinen sozialen Nahbereich. Vielleicht betrachte ich manche Dinge aus einer besonderen Perspektive. Nicht so, dass ich Typologien für Menschen entwerfe, ähnlich einem Polizisten. Eher so, dass ich selbst Teil des Bezirks Kreuzberg-Friedrichshain bin, hier Brennpunkte wahrnehme, kriminogene Faktoren registriere und Unsicherheiten spüre. ... Einer der Bereiche, die ich häufiger passiere – mit mulmigem Gefühl –, ist das Kottbusser Tor: ein Verkehrsknotenpunkt im Zentrum von Kreuzberg. Das Kottbusser Tor ist nach Zeitungsberichten einer von sieben "kriminalitätsbelasteten Orten" im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Die dortige U-Bahn-Station ist Ausgangspunkt für zahlreiche Besucher in naheliegende Vergnügungsviertel, aber auch Bindeglied der beiden Szene-Stadtteile Kreuzberg und Neukölln. Der Platz ist eingefasst von wuchtigen Wohnbauten, die den wenig architektonischen Charme der siebziger Jahre versprühen. Belebte Straßen teilen den Raum. Zusätzliche Barrieren, zumeist in Form metallischer Geländer, zerteilen ihn. Alles wird in vorgegebene Räume und Wege hineingezwungen, geradezu hineingepresst. Hier scheint der Mensch vom Raum bestimmt zu sein, nicht umgekehrt. Unaufgeräumt wirkt das Kottbusser Tor, hektisch und laut. ... Zu den drängendsten Anforderungen zählt aber sicherlich die städtebauliche Entwicklung von kriminalitätsbelasteten Orten. Es braucht Übersichtlichkeit, ausreichende Beleuchtung oder verbesserte Wegeführung mit dem Ziel leichterer Orientierung. Bislang unzugängliche Bereiche sind zu öffnen, Aufenthalts- und Kommunikationsbereiche zu schaffen, neue Verkehrsführungen anzudenken. Mobilitäts- und Ruheräume haben Einfluss auf Sicherheitsempfinden. Es mag sich nach viel Arbeit anhören, doch ich denke, das ist es wert. ...
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/kottbusser-tor-kriminalitaet-kreuzberg-bernd-schloemer-fdp

Quote
robocop_marvin #33


Der betroffenheitspathetische Ton ist ziemlich schmierig und schleimig, um nicht zu sagen populistisch.

Und über den Kiez, den ich fast täglich durchquere und in dem ich gerne verweile, erfahre ich auch nichts Neues. Im Gegenteil, ich habe eher das Gefühl, dass hier nur Klischees gepaart mit kriminologischem Altwissen an Klischees gespeist aus piratiger Semi-Prominenz gereiht wurden.

Und im Detail wie in der Summe entsteht dann ein Bild, das meinem Lebensgefühl in diesem Bezirk diametral entgegensteht.

Aber sei es drum, mittlerweile freue ich mich über ein Kotti-Bashing dieser Art, das ja nun schon seit Monaten von regionalen wie überregionalen Medien in Permanenz betrieben wird.

Vielleicht werden dadurch zukünftig mehr Alt- wie Neu-FDPler abgeschreckt, sich im "hippen" Kreuzberg eine Wohnung zu kaufen. Und vielleicht stoppen dann zukünftig auch nicht mehr so viele Touristen-Busse in dem Bezirk, der sowieso schon mit Menschen überfüllt ist.

In diesem Sinne also: Weiter so!


...

« Last Edit: June 14, 2016, 09:36:35 AM by Link »

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« Reply #10 on: June 14, 2016, 10:12:33 AM »
Quote
[...] Nach Kenntnis des Charlottenburg-Wilmersdorfer Sozialstadtrats Carsten Engelmann (CDU) haben in den vorigen Tagen 24 Rumänen das Zeltlager zwischen der Heilbronner Straße und dem Bahndamm verlassen und sind in ihre Heimat zurückgekehrt. Bereits im Mai hatten acht weitere Bewohner die Rückreise angetreten. Jetzt seien „nur noch sieben bis acht Menschen da“, sagt Engelmann, bis zur Räumung werde es wohl nicht mehr lange dauern.

Die Reisekosten in Höhe von 119 Euro pro Person übernehme zunächst das Bezirksamt, man wolle sich die Kosten aber von Berlins Ausländerbehörde erstatten lassen.

Die Rumänen kampierten seit einigen Monaten auf der Brache; wie viele es waren, wusste lange niemand. Kontakt zu den Bewohnern hielt der Verein „Amaro Foro“, der Roma in Berlin unterstützt.

Der private Grundstückseigentümer plant als „Zwischennutzung“ des Geländes ein Flüchtlingsheim für syrische Waisenkinder. Laut Baustadtrat Marc Schulte (SPD) handelt es sich jedoch um ein Gewerbegebiet, in dem „Wohnen nicht zulässig ist“. Darum geht es am kommenden Donnerstag auch in einer Einwohnerfrage in der BVV-Sitzung, die um 17 Uhr im Rathaus Charlottenburg beginnt.

Wegen der geplanten Räumung des wilden Camps hatten Linksextremisten im Mai die Fenster und die Tür des SPD-Büros an der Goethestraße 15 beschädigt. Ein Bekennerschreiben wurde auf der einschlägigen Internetseite „indymedia“ veröffentlicht.


Aus: "Berlin-Charlottenburg: Zeltlager am Bahndamm ist weitgehend geräumt" (14.06.2016)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kudamm/berlin-charlottenburg-zeltlager-am-bahndamm-ist-weitgehend-geraeumt/13728600.html

(B) Zur anstehenden Raeumung eines wilden Camps in Charlottenburg
Verfasst von: x. Verfasst am: 30.05.2016 - 22:08
In der Heilbronner Strasse in Charlottenburg in der Naehe vom Kudamm, zwischen Sbahnhof Westkreuz und Sbahnhof Halensee befindet sich an den Gleisen der Fernbahn gelegen seit einem Jahr auf einer umzaeunten Brache ein Camp von Migrant_innen aus Osteuropa. In den vergangenen Jahren hatte sich dort eine kleine verwilderte Oase im Grosstadtjungel gebildet. Dem Camp droht nun am 31. Mai die Raeumung durch Polizei.  ...
https://linksunten.indymedia.org/de/node/180675


Die Arbeit des Verbands soll insbesondere dazu beitragen, dass sich die Kinder und Jugendlichen zu kritikfähigen, verantwortungsbewussten, Verantwortung übernehmenden und bewusst handelnden Mitbürger(inne)n unserer Gesellschaft entwickeln können. ...
http://www.amaroforo.de/

---

"Bezirk geht gegen wildes Camp vor" Cay Dobberke (09.08.2016)
Das Roma-Zeltlager an der Heilbronner Straße ist noch nicht geräumt. Nun erhöht der Bezirk den Druck auf die Grundstückseigentümer, während der Unmut unter Anwohnern und Händlern wächst. ... Wie viele Menschen jetzt in dem seit mehr als zwei Jahren bestehenden Zeltlager wohnen, ist unklar. Im Kiez wächst der Unmut. Nicht nur eine Tagesspiegel-Leserin kritisierte in einem Brief an Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) die „mit der Verdreckung einhergehende hygienische Belastung“ der Gegend bis hin zum Henriettenplatz am Ku’damm, eine Rattenplage, Bettelei und Diebstähle. ... „Unsere Kunden werden massiv angebettelt“, sagen die Imbissbetreiber Brigitte und Erich Affelstaedt am Henriettenplatz. Sie selbst würden oft beschimpft, wenn sie es ablehnten, gratis Speisen herauszugeben. Erich Affelstaedt sagt: „Ich werde dann laut“, er könne sich Respekt verschaffen. Seine Ehefrau jedoch müsse sich Sprüche wie „Du bist verflucht!“ anhören – ein Zeichen für eine grundsätzliche „Nichtachtung der Frau“. ... Nebenan steht Hatice Bayrak mit ihrem Obst- und Gemüsestand. Sie beklagt zusätzlich Dreck und Lärm durch zehn- bis 15-köpfige Roma-Gruppen auf den Parkbänken. Insbesondere ältere Kunden hätten verängstigt reagiert. ... Andererseits stört das Camp keineswegs alle Nachbarn. Im Café „Piccolo“ an der Georg-Wilhelm-Straße zeigten sich die Wirtin und drei Gäste gelassen. Etwas gewöhnungsbedürftig sei nur der Anblick von Roma, die sich an einer Wasserpumpe an einem nahen Gehweg wüschen. Und im Sommer rieche es manchmal streng neben dem Zeltlager. ...
http://www.tagesspiegel.de/themen/charlottenburg-wilmersdorf/berlin-charlottenburg-bezirk-geht-gegen-wildes-camp-vor/13990954.html

« Last Edit: August 10, 2016, 09:43:54 AM by Link »

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« Reply #11 on: June 26, 2016, 09:02:16 PM »
"Neukölln: Unser neuer Kiez" Thomas Lindemann (23. Juni 2016)
Der Grund für den Umzug waren die Mieten. Für uns fünf war es in unserem gentrifizierten Bio-Stadtteil zu teuer – mein Frau und ich arbeiten freiberuflich. Als ich einmal eine Vermieterin fragte, warum sie fast doppelt so viel verlange, wie der Mietspiegel vorsieht, nannte sie mich einen "Korinthenkacker" und sagte, "an Leute wie Sie vermieten wir nicht". In Berlin-Neukölln fanden wir eine günstige Wohnung, nach zwei Jahren Suche. Zwar beginnt auch hier die sogenannte Aufwertung, die schicken Bars kommen und die Austauschstudenten aus Barcelona und New York. Aber im Kern bleibt es das, was viele einen "Problemkiez" nennen. Denn mehr als ein Drittel der Einwohner ist arm, der Migrantenanteil liegt bei gut der Hälfte, die Eckkneipen sind schon morgens mit (übrigens deutschen) Zechern gefüllt.
Die linksliberalen Familien, die früher unser Umgang waren, meiden solche Gegenden wie der Teufel das Weihwasser. ...

http://www.zeit.de/2016/25/neukoelln-berlin-schulen-kinder-konflikte/komplettansicht

Quote
Für Elise #39

Es ist was schon dran an dem Artikel, auch wenn der Gegensatz Prenzlauer Berg kontra Neukölln irgendwie überbetont wirkt. Aber es ist vielleicht der größte Gegensatz, den man an Berliner Lebenswirklichkeit und auch Klischee finden kann. Beide Ortsteile waren und sind ja immer irgendwie auch in den Medien.

Vor 20 Jahren war "Prenzlauer Berg" lebendig, rough und sehr hip. Er galt als authentisch, typisch Berlin, auch wenn dort bald mehrheitlich Zugezogene unter sich lebten. Jetzt ist es Neukölln, das als lebendig, rough und hip gilt. Nachdem es lang als Inbegriff des kleinbürgerlichen Westberlin und als völlig abgehängter multikultureller Problembezirk galt. Der Hype um Neukölln ist übertrieben und man muss im Norden des Bezirks (kein Viertel = ein Ortsteil mit rund 170 000 Einwohnern) lebend inzwischen hoffen, dass trotz aller auch positiven Entwicklungen kein total gentrifiziertes einförmiges "Prenzl-Kölln" draus werden wird.

Ja, das "richtige Leben" - Probleme und krasse Armut - sind immer noch sichtbar.

In meinem Nordneuköllner Quartier - einer eher dörflichen, fast idyllischen Ecke - sind seit 2008 etwa 30% der Bevölkerung ausgetauscht worden, Mieten bei Neuvermietungen um 89% (!) gestiegen. Viele können nicht ausweichen.

War es hier ziemlich verschlafen, halb türkisch, halb deutsch, viele Alteingesessene, sind die Studenten und deutschen Akademiker-Familien inzwischen gekommen. Dazu Bioladen. Biobäckerei. Bioeisdiele. (Vegane) Cafés. Yoga-Kurse...


Quote
Kaffeetasse #44

"Ausgerechnet die modernen Kreativen aus dem ganzen Land, die "digitale Boheme", haben einen gentrifizierten Stadtteil geformt"

Wie kommt der Auto darauf diese Gruppe als "moderne Kreative" zu bezeichnen? Die sind alles andere als das.

"Solche Anekdoten erzählt man sich abends wie ein Trapper, der in der Wildnis einen gefährlichen Weg bewältigt hat."

Da wird aber übertrieben. Neukölln ist nicht gerade Islamabad. Die Geschichte wirkt reisserisch... .

Überall das gleiche Muster der Gentrifizierung. Zuerst ziehen ein Paar Künstler und gebildetere Habenichtse ins arme Viertel, dann eröffnen erste Cafés, es kommen erste Investoren, die Infrastruktur wird verbessert, Wohnungen werden als "Investitionsobjekt" entdeckt, besser Verdienende ziehen hin, Mieten steigen, noch mehr wird investiert, tolle Geschäfte eröffnen, das Viertel wird schicker, Arme können sich die Mieten nicht mehr leisten und müssen wegziehen, das Viertel wird erneuert und wirkt öde und langweilig und generisch, Rewe, dicke SUVs an jeder Ecke, unbezahlbare Mieten. ...


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« Last Edit: June 26, 2016, 09:15:23 PM by Link »

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« Reply #12 on: June 30, 2016, 03:13:54 PM »
Die evangelische Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (auch: Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, umgangssprachlich kurz Gedächtniskirche oder KWG und im Berliner Volksmund „Hohler Zahn“ genannt) steht im Berliner Ortsteil Charlottenburg auf dem Breitscheidplatz zwischen dem Kurfürstendamm, der Tauentzienstraße und der Budapester Straße. ... Die Kirche wird von der Evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt. Die Gemeinde gehört zum Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf im Sprengel Berlin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).
https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser-Wilhelm-Ged%C3%A4chtniskirche

"Gedächtniskirche Konflikt um Essensausgabe für Obdachlose eskaliert" Aleksandar Zivanovic (29.06.16)
Seit den 80er-Jahren treffen sich zwischen Kudamm- und Bikinihaus-Trubel Obdachlose, nicht wenige davon sind psychisch krank und/oder schwer drogenabhängig. Das sorgte auch für Konflikte zwischen Kirche und Platznutzern. Ende der 90er-Jahre hat die Kirche sogar mal versucht, mit einem Wochenmarkt die Drogenabhängigen zu verdrängen, weil diese ihre Notdurft an den Kirchenmauern verrichteten. Dieser Konflikt scheint wieder zu eskalieren. ... zwischen der Arche und der Pfarrerin der Gedächtniskirche, Dorothea Strauß, schwelt ein Konflikt. Spricht man mit Arche-Mitarbeitern, sagen die: Dorothea Strauß habe in einem Gespräch zu erkennen gegeben, dass sie sich wünschte, die Essensvergabe solle woanders gemacht werden, sprich: Sie wolle Obdachlose vor ihrer Kirche einfach nicht mehr sehen. Ihr Vorschlag war es, die Essensausgabe in die Bahnhofsmission am Zoologischen Garten zu verlegen.Aus welchem Grund hat die Pfarrerin diesen Vorschlag gemacht? Strauß sagt: „Das ist ein sehr emotionales Thema.“ Es ist auch ein unangenehmes Thema, es geht um Fäkalien: Am Ort der Essensausgabe gibt es keine sanitären Anlagen, deswegen würden Gäste ihre Notdurft oftmals direkt am Kirchengebäude verrichten.
„Diese Lage ist unwürdig und unhaltbar“, sagt Strauß. Sie will aber den Vorwurf, sie wolle Gäste der Essensausgabe vom Breitscheidplatz vertreiben, nicht auf sich sitzen lassen. „Es entspricht nicht meinen und den Grundsätzen der Gedächtniskirche, Menschen abzulehnen. Unsere Kirche steht allen Menschen offen.
Wir müssen aber auch darauf achten, dass nicht durch das Verhalten Einzelner unzumutbare Zustände für alle Übrigen entstehen“, so heißt es in einer Pressemitteilung, die am Tag nach der Berichterstattung des RBB über diesen Konflikt verschickt wurde. Das ist knapp zwei Wochen her, Strauß sagt jetzt: „Wir werden erneut das Gespräch mit der Arche suchen.“ Viel mehr möchte sie nicht sagen.
Nur so viel: Zumindest der Vorschlag, die Essensvergabe zur Bahnhofsmission, die über sanitäre Anlagen verfügt, zu verlegen, ist vom Tisch. Der Leiter der Bahnhofsmission Zoologischer Garten, Dieter Puhl, hat die Idee bereits aus Gründen der begrenzten Kapazität abgelehnt. „Ich appelliere dafür, zusätzliche Angebote für Obdachlose aufzumachen, denn die Zahl steigt jedes Jahr um 1000“, sagt er. ...
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/gedaechtniskirche-konflikt-um-essensausgabe-fuer-obdachlose-eskaliert-24315798


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« Reply #13 on: August 05, 2016, 01:34:40 PM »
"Gelsenkirchen: Der Häuserkampf" Stefan Willeke (4. August 2016)
In das arme Gelsenkirchen sind 6200 Rumänen und Bulgaren gezogen. Manche wohnen in verfallenden Gebäuden, haben Scheinjobs und beziehen Hartz IV. Der Sozialbetrug wird von skrupellosen Geschäftemachern organisiert. ... "Ich werde hier noch verrückt. Wir stecken in einem Hexenkessel", klagte die Nachbarin Marina Ebert, eine Krankenschwester, der ein Haus unmittelbar neben dem der Rumänen gehört. ...
www.zeit.de/2016/31/gelsenkirchen-zuwanderer-rumaenien-bulgarien-sozialbetrug/komplettansicht


"RuhrgebietArbeitslosigkeit, Armut und Tristesse" Wolfram Goetz (07.08.2016)
Deutschland ist ein reiches Land, mit einer boomenden Wirtschaft. Davon kommt allerdings im Ruhrgebiet - der ehemals wichtigen Stahl- und Kohleregion - nichts an. Hier gibt es viele bedürftige Menschen, vor allem so viele bedürftige Kinder, wie sonst nirgendwo in Deutschland. Und es geht seit Jahren immer mehr bergab. ... In keinem anderen Bundesland ist [ ] die Armut in den vergangenen zehn Jahren auch nur annähernd so stark gewachsen wie in Nordrhein-Westfalen. Im Ruhrgebiet gilt mittlerweile jeder Fünfte als arm, das sind eine Million Menschen. Viele von ihnen sammeln sich in bestimmten Stadtvierteln, die Ruhrgebietsstädte teilen sich meist in einen armen Norden und einen wohlhabenden Süden. Die Bessergestellten meiden die nördlichen Stadtteile, in denen viele Hartz-IV-Bezieher leben und viele arme Zuwanderer. Diese treffen im Grunde die gleichen Armutsrisiken wie Deutsche, nur in verschärfter Form. Besonders gefährdet sind Arbeitslose, Alleinerziehende oder kinderreiche Familien. Ein Sonderfall sind die Zuwanderer aus Südosteuropa. Nachdem Bulgarien und Rumänien 2007 in die Europäische Union aufgenommen wurden, sind sehr viele arme Menschen aus diesen Ländern ins Ruhrgebiet gekommen. ... In Dortmund beschloss der Stadtrat vor einigen Jahren den Kauf eines alten Brauereihochhauses, um es vor dem Abriss zu bewahren und zu einem Kunst- und Kulturzentrum auszubauen. Gesamtkosten für das "Dortmunder U": Rund 100 Millionen Euro, der Betrieb kostet rund zehn Millionen pro Jahr. Überflüssige Ausgaben? Für den Kämmerer der Stadt Oberhausen jedenfalls nicht der Kern des Problems: "Ich mag jetzt nicht ausschließen, dass jede Stadt an irgendeiner Stelle mal eine Fehlentscheidung getroffen hat. Aber das ist nicht unser Hauptproblem. Das sind nicht die großen Lasten, die wir tragen, sondern das sind die Soziallasten eindeutig. Wenn ich allein die Kosten der Unterkunft bei uns nehme, da kriege ich zwar auch ein bisschen was erstattet, aber das sind mittlerweile 65 Millionen Euro in einer 210.000-Einwohner-Stadt. Das ist Wahnsinn. Also das ist schon unsere größte Last. Wenn wir die nicht hätten, dann könnten wir auch investieren in die Zukunft der Stadt, könnten wir auch viel mehr Entwicklungsarbeit leisten. Das ist dann schlichtweg nicht möglich, weil das Geld fehlt."...
http://www.deutschlandfunk.de/ruhrgebiet-arbeitslosigkeit-armut-und-tristesse.724.de.html?dram:article_id=362393


Baltimore hatte im Jahre 2010 620.961 Einwohner (2005: 640.064) und ist einer der bedeutendsten Seehäfen in den Vereinigten Staaten. ... Die von der Kritik hochgelobte Fernsehserie The Wire (2002–2008) spielt in Baltimore und beschreibt die hohe Kriminalität und die sozialen Probleme der Stadt. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Baltimore


"Baltimore: 72 Blocks Hoffnungslosigkeit"  Paul Middelhoff, Baltimore (23. August 2016)
Die Kriminalität ist hoch, die Polizei brutal, die Armut groß: US-Großstädte stecken in der Krise. Baltimores Viertel Sandtown verfällt vor den Augen seiner Bewohner.  ... Die Ruinen, die Junkies, die Mütter ohne Männer – sie alle gehören zu Sandtown-Winchester, gelegen im Westen der Stadt Baltimore. Wer innerhalb der 72 Blocks von Sandtown aufwächst, hat kaum eine Chance, es jemals aus dem Viertel heraus zu schaffen. Zu stark ist der Einfluss der Gangs, die das Drogengeschäft auf den Straßen beherrschen, zu schlecht die Lehre an den öffentlichen Schulen. Baltimore ist ein Extremfall. Doch auch in den Ghettos von Chicago, Detroit und Los Angeles steigt seit Jahren die Zahl der Gewaltverbrechen. Amerikas Großstädte stecken in einer tiefen Krise. An kaum einem anderen Ort wird das so deutlich wie auf den Straßen von Sandtown. ...
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-08/baltimore-sandtown-usa-kriminalitaet-gewalt/komplettansicht

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-08/polizeigewalt-baltimore-usa-rassismus-studie

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"Dortmund: Im Norden wohnen die Horden"
In Dortmund, Politik | Am 18. Oktober 2016 | Von Stefan Laurin
Das Ruhrgebiet ist die ärmste Region Westdeutschlands, und in Ecken wie der Nordstadt kann man erleben, was das bedeutet. Wer hier auf der Straße rumlungert, würde in Städten wir Frankfurt die Büros in den Hochhäusern putzen. Aber Dortmund ist nicht Frankfurt, es gibt weder die Hochhäuser, noch die Büros und schon gar nicht die Jobs.“ ...
www.ruhrbarone.de/im-norden-wohnen-die-horden/134232

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"Neuköllner Straßen werden zur Müllhalde" Ronja Straub (25.01.2017)
Viele Ecken in Neukölln sind "Müll-Hotspots". Das Problem ist auch das fehlende Umweltbewusstsein der Leute, die zum Beispiel ganze Wohnungseinrichtungen auf der Straße abladen. ... Im Jahr beseitigt die Berliner Stadtreinigung (BSR) im Schnitt 800 Tonnen illegal abgelagerten Sperrmüll von Neuköllns Straßen. Andere sogenannte „Müll-Hotspots“ in Neukölln sind der Mittelbuschweg, die Saalestraße oder das Weigandufer. Grundsätzlich ist illegaler Müll in vielen Teilen Berlins ein Problem - Problemzonen sind auch der Görlitzer Park und der Mauerpark. ... Seit Anfang November 2015 gibt es das Anliegen-Management (AMS) beim „Ordnungsamt Online“ und seit Juli letzten Jahres die dazugehörige App. Über diese App können Bürger mit einem Foto und einer Beschreibung Müllhaufen beim Ordnungsamt melden. Dieses benachrichtigt die BSR. Nach drei bis fünf Tagen soll der Müll weggeschafft sein. Seit Start des Online-Portals sind in Neukölln 20 000 Beschwerden eingegangen. Alle wurden bearbeitet. Das Problem: Ein paar Tage später liegt an den gleichen Stellen ein neuer Haufen Müll. „Die Leute haben das Gefühl, dass sie damit durchkommen, schließlich wird ihr Müll abgeholt“, sagt Giffey. ... Der Schmutz in Neukölln stört auch die Anwohner. „Die Leute müssten einsehen, dass Müll ein Problem ist und mitmachen, ihn zu beseitigen“, sagt eine Frau im Kiosk in der Hermannstraße. Ein Mann, der gerade mit seinem Kind am Kinderhort der Peter-Petersen-Schule vorbeiläuft meint: „Irgendwie habe ich mich schon daran gewöhnt - für mich ist das einfach Berlin.“ ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/muell-in-berlin-neukoellner-strassen-werden-zur-muellhalde/19298494.html

Quote
jonnyrotten 07:12 Uhr
Das ist Kunst! Neuköllner Kunst.


Quote
TheDude 25.01.2017, 22:15 Uhr
Neukölln soll schöner werden.  Ganz normale Folklore und Riten der Eingeborenen, das geht doch seit Jahren so. Es gibt jeden Tag die Chance das zu ändern. Arm und Sexy?  Eher Arm und verwahrlost. Wer kann zieht weg. Meine Erfahrung


Quote
Bernie12 25.01.2017, 14:14 Uhr
Die schönsten Müllecken der Stadt auf Instagram: www.instagram.com/lovely_berlin/


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« Last Edit: January 26, 2017, 09:37:33 AM by Link »

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« Reply #14 on: February 08, 2017, 01:27:34 PM »
"Bremerhaven: Das kleine Wunder von Lehe" David Hugendick (8. Februar 2017)
Kriminalität, Schrottimmobilien, Arbeitslose: Bremerhaven-Lehe ist einer dieser verrufenen deutschen Stadtteile. ... Hätte es die Geschichte mit Bremerhaven besser gemeint, vielleicht wäre Lehe jetzt wie Eimsbüttel in Hamburg, wie Kreuzberg in Berlin. In diesem Leben aber stehen viele Wohnungen leer, ihre Fenster sind vor Staub erblindet, manche Türen zugenagelt. Regelmäßig reisen Journalisten und Kamerateams aus dem ganzen Land an, wenn sie zeigen wollen, was schiefläuft, wenn sie mal wieder beweisen wollen, dass es in Deutschland auch so zugeht wie in der Bronx oder in der Serie The Wire. ... Wo andere Statistiken sehen, die höchste Kinderarmut des Landes, die Überschuldungsquote von 37 Prozent, da sieht Schmeckies die Möglichkeiten, die Freiräume. Wo andere bloß Ein-Euro-Shops und staubige Auslagen sehen, Gestalten, die manchmal zu dicht an einem vorbeilaufen, da sieht er die Geschichten. Über uralte Obstbäume in Hinterhöfen, geheime Gartenpartys, das verlassene, glamouröse Kino. Anekdoten über die harten Jungs von Früher, drüben aus der Lessingstraße, wo die Prostituierten im Schaufenster auf Kunden warten, eine Kleenex-Schachtel zu ihren Füßen. Harte Jungs gehen, harte Jungs kommen. So wie in Bremerhaven immer alles gegangen, gekommen, gegangen, gekommen ist, die Schiffe, die Nordsee, die Arbeit, die Menschen.
... Eine leere Wohnung zu bewohnen, ohne Vertrag, ist leicht, wenn niemand es mitbekommt. Stromabzapfen ist leicht, wenn niemand danach fragt. Auch im Goethequartier ist es schon vorgekommen, dass Menschen einziehen, für ein paar Wochen, ein paar Monate. Drogensüchtige, Obdachlose. In letzter Zeit auch Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien. Kriminelle vermitteln ihnen Wohnungen, in denen die Decken sich dem Einsturz entgegenbiegen, feucht und verschimmelt, ohne fließendes Wasser. Kassiert wird in Bar. Ehe jemand etwas merken kann, sind viele wieder weg. ...
http://www.zeit.de/kultur/2017-02/bremerhaven-lehe-stadtviertel-armut-ehrenamt-kuenstlerhaus-heimatreporter/komplettansicht

Quote
Membran #3

Es ist immer wieder spannend Stadtteile vor ihrer Genrifizierung zu beobachten. Künstler, Drogensüchtige, Arbeitslose... aber irgendwie noch "echte" Menschen.


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Stadtbezirk Innenstadt-Nord (Dortmund)
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbezirk_Innenstadt-Nord_(Dortmund)

"Die Dortmunder Nordstadt: Drogen-Ghetto, Szeneviertel oder beides?" Felix Huesmann (2015)
Wer Google nach dem Viertel befragt, lernt als Erstes, dass es hier Prostitution und „Armutseinwanderung" gibt und die Bulgaren (lies: Roma) für Unmut im Rest der Bevölkerung sorgen. Auch von Drogenkriminalität und „Ekelhäusern" kann man bei einer fünfminütigen Onlinerecherche erfahren. Ist die Nordstadt also ein Ghetto, wie die FAZ vor ein paar Jahren behauptet hat? ... Als ich Freddy frage, ob die Nordstadt wirklich so schlimm ist, wie es sich oft liest, antwortet er zuerst mit einem lachenden „Viel schlimmer!". Freddy ist einer der Nordstadtbewohner, die den „Kunst- und Kulturort" Rekorder in der Nähe des Hafens betreiben. Er korrigiert sich aber schnell: „Ach, die medialen Beschreibungen sind ja immer sehr verkürzt. Das ist halt weder das Kreuzviertel [begehrtes Viertel im Süden der Stadt, Anm. d. Autors] noch Mexico City. Es gibt bestimmt ein paar Probleme—aber insgesamt ist das alles sehr hysterisch." In der Nordstadt, sagt Freddy, „findet ein Großteil des Lebens auf der Straße statt. Das ist ein sehr aktives Leben und es ist irgendwie ehrlich, auch wenn das ein bisschen klischeehaft klingt. Man bekommt mehr von den Leuten mit." Während wir uns unterhalten kommen ein paar Jungs vor dem Rekorder an, die höchstens 14 sind. Sie warten auf den HipHop-Workshop, den Freddy heute gibt. Auch das ist die Nordstadt. ...
https://www.vice.com/de/article/die-dortmunder-nordstadt-drogen-ghetto-szeneviertel-oder-beides-473


"Problembezirk in Dortmund: Nordstadt ist nicht gleich Nordstadt" Helene Pawlitzki, Dortmund (13. Februar 2017)
Nach dem Angriff auf zwei Zivilpolizisten am Samstag fragen sich viele: Was ist los in der Dortmunder Nordstadt? Antwort: Kunst, Kultur und viel Kriminalität. Ein aktueller Reiseführer durch einen Problembezirk. ... "Deine Mutter steht hinterm Hornbach", war ein geflügeltes Wort unter rustikaler erzogenen Dortmunder Schülern. Gemeint war die Ravensberger Straße hinter einem Baumarkt, die viele Jahre als Straßenstrich diente. ... "Dadurch hatten wir natürlich Hunderte von illegalen Prostituierten in der Gegend", erinnert sich Polizeisprecher Gunnar Wortmann, der seit 2009 in Dortmund Dienst tut. "Und solche Kriminalität entwickelt eine Sogwirkung, es gab Menschenhandel, Drogendelikte - das war schon heftig."
Mit der Öffnung der EU nach Osten im Jahr 2007 entdeckten zudem Rumänen und Bulgaren die Nordstadt für sich. Sie prägen bis heute das Straßenbild. Ein großes Problem sind weiterhin die "Problemhäuser" - Schrottimmobilien, die skrupellose Vermieter billig kaufen, dann aber nicht in die Instandhaltung investieren, sondern stattdessen kleine Zimmer an viel zu viele Personen zu überhöhten Preisen vermieten. Über 80 gibt es in der Nordstadt, berichtete "Nordstadtblogger" Alexander Völkel im Dezember 2016. ... Immerhin: Das sind etwa 30 weniger als drei Jahre zuvor. "Mittlerweile übernehmen immer wieder vernünftige Leute diese Häuser", sagt der Journalist Völkel, der seit mehreren Jahren über die Nordstadt berichtet. "Auch viele Migranten, die hier aufgewachsen sind, investieren."
Trotzdem: Die Gegenwart der Nordstadt ist nicht allzu rosig. Das zeigt ein Blick in die Bevölkerungsstatistik. Von allen Innenstadtbezirken (Nord, West und Ost) wohnen hier anteilig die meisten Hartz-IV Empfänger (338 Personen pro 1000 Einwohner) und die meisten Arbeitslosen - ein knappes Viertel der Bevölkerung. Die Nordstadt ist arm.
Und sie ist kriminell. "Die Nordstadt ist ein Stadtteil, der ganz klar höher belastet ist als andere", sagt Polizeisprecher Wortmann. "Man kann das nicht kleinreden." Im Dezember 2016 gaben Polizei und Staatsanwaltschaft deshalb bekannt, ihre Kräfte "für mehr Sicherheit im Dortmunder Norden" bündeln zu wollen.
Inzwischen gibt es drei Staatsanwälte, die speziell für "Nordstadt-Kriminalität" - so der Wortlaut in der Pressemitteilung - zuständig sind. Außerdem gründete die Polizei eine eigene Ermittlungskommission. "Wir machen sehr viele Schwerpunkteinsätze", betont Sprecher Wortmann. "Wir arbeiten da richtig, richtig hart."
Die Polizei findet: Das bringt was. Wie sie im Dezember bekannt gab, sank die Gesamtkriminalität im Bereich der Polizeiwache Nord um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders groß seien die Rückgänge bei Straßenraub (minus 40 Prozent) und Taschendiebstahl (minus 28 Prozent). Wie hoch die absoluten Zahlen sind, gab die Behörde nicht bekannt. ...
Zweimal jährlich laden sich Nordstadtbewohner gegenseitig zum "Nordstadtdinner" ein. In der Schüchtermannstraße gilt ein renovierter Jugendstil-Wohnblock sogar als Vorzeigeprojekt. Hier ziehen Menschen hin, weil sie es wollen - nicht weil sie es müssen. In der "Velo-Kitchen" im gleichen Block können sie sich treffen, um gemeinsam Fahrräder zu reparieren und zu kochen.
"Mich interessiert die Nordstadt, weil sie vielfältiger und spannender ist als viele andere Dortmunder Stadtteile", sagt Alexander Völkel. "Hier gibt es viele Probleme - aber auch viele Chancen." ...
http://www.rp-online.de/nrw/panorama/nordstadt-ist-nicht-gleich-nordstadt-aid-1.6604118

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Nordstadtblogger
Aus der Nordstadt – über die Nordstadt – Dortmund Pur!
http://nordstadtblogger.de/

« Last Edit: May 08, 2017, 12:21:25 PM by Link »

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« Reply #15 on: May 10, 2017, 02:53:03 PM »
"Von Nordstadtbewohnern und anderen Sensibelchen" Stefan Laurin - In Bochum, Dortmund, Politik (9. Mai 2017)
Nicht wenige meiner Freunde regen sich gerade auf Facebook sehr über Zeit-Dossier auf. Zwei Autoren haben ein paar Wochen in der Nordstadt gelebt und nun ihre Erfahrungen auf drei Seiten aufgeschrieben. Das ganze ist nicht nett geworden. Es geht um Junkies, Verfall und ehemalige Nazis, Crack und einen Polizeibeamten, der sich selbst als „Libanesenjäger“ bezeichnet. Letzteres kann als  deutliches Zeichen gewertet werden, dass der Mann vor seinem Eintritt in den Polizeidienst kein kulturwissenschaftliches Studium absolviert hat. Die Nordstadtsensibelchen, eine besonders empfindliche Unterart der berüchtigten Ruhrgebietssensibelchen, sind jedenfalls empört.
Das Zeit-Dossier, das leider nicht online ist, gilt jetzt, wie ein Text aus der FAZ aus dem Frühjahr 2016, als unfair und einseitig. Mag sein, aber ich möchte eine kleine Geschichte aus dem vergangenen Sommer erzählen. Da besuchte mich mein Freund Johannes aus Frankfurt und er hatte einen Wunsch: Ich möge ihm doch das Ruhrgebiet zeigen. Gesagt, getan: Wir saßen einen Sonntag im Auto: Bochum-Ehrenfeld, Zollverein in Essen, Zeche Prosper-Haniel in Bottrop, Duisburg Marxloh und Duisburg Hochfeld, die Nordstadt in Dortmund und der Westpark in Bochum standen auf dem Programm.
... Ob Hochfeld, Marxloh oder Nordstadt: Johannes war wirklich erschrocken, wie heruntergekommen diese Stadtteilen waren. Und wie dreckig. Natürlich habe ich das hohe Lied der Nordstadt gesungen, vom Sissikingkong, dem Subrosa und dem Gitarrenladen erzählt, aber was er sah, fand er wirklich übel. Und das, von dem ich ihm vorschwärmte, hat ihn nicht beeindruckt, weil es das in Frankfurt viel häufiger gab und er es eigentlich nicht erwähnenswert fand.
Wir machen uns hier im Ruhrgebiet nicht klar, wie arm die Region auf andere wirkt. Wie verwahrlost die Stadteile auf Menschen wirken, die von ausserhalb kommen. Und wir reden uns ein, dass es ganz ok ist, mit der kaputten Infrastruktur, den vergammelten Häusern und dem miesen Nahverkehr. Wir haben uns daran gewöhnt, in einer immer weiter herunter kommenden Region zu leben wie der berühmte Frosch im Topf, der angeblich nicht merkt, wie das Wasser immer heisser wird. ...
https://www.ruhrbarone.de/von-nordstadtbewohnern-und-anderen-sensibelchen/142204

Quote
DEWFan
9. Mai 2017 um 18:03

"Natürlich habe ich das hohe Lied der Nordstadt gesungen, vom Sissikingkong, dem Subrosa und dem Gitarrenladen erzählt, aber was er sah, fand er wirklich übel. Und das, von dem ich ihm vorschwärmte, hat ihn nicht beeindruckt, weil es das in Frankfurt viel häufiger gab und er es eigentlich nicht erwähnenswert fand."

Tja, und dabei ist die westliche Nordstadt noch vergleichsweise gut aufgestellt. Woanders (Ruhrgebiet und Rest der Nordstadt) besteht die "Gastronomie" in den migrantisch geprägten Vierteln fast nur noch aus Dönerläden, Telefon/Internetcafes, Shisha-Bars und Wettbuden. ...


Quote
Robin Patzwaldt
9. Mai 2017 um 22:42

Ich habe mal 2 Jahre lang im Frankfurter Bahnhofsviertel gelebt. Sooo übel fand ich das gar nicht. Obwohl ich dann schon froh war wieder in das Ruhrgebiet zurück ziehen zu können ;-)


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Delmenhorst ist eine kreisfreie Stadt im Oldenburger Land (Niedersachsen) und gehört zur Metropolregion Bremen/Oldenburg.
https://de.wikipedia.org/wiki/Delmenhorst

"Stadtwerke sperren 350 Mieter von Wasserzufuhr ab" (15.05.2017)
Im niedersächsischen Delmenhorst haben die Stadtwerke rund 350 Mietern von zwei Wohnblocks die Zufuhr zum Wasser abgeklemmt. Das Unternehmen verwies zur Begründung auf nicht bezahlte Rechnungen der Eigentümer von rund 200.000 Euro für Wasser und Gas. ... Der Sprecher des Diakonischen Werks in Oldenburg, Frerk Hinrichs, verwies darauf, dass Wohnungen ohne Heizung und Wasser unbewohnbar sind. "Kurzfristig bekommt man das hin, auf Dauer nicht", sagte er nach einem Besuch in Delmenhorst. Ihm zufolge sind viele Bewohner verärgert. "Sie fühlen sich bestraft, weil man ihnen Wasser und Gas abgedreht hat, obwohl sie ihre Miete bezahlt haben." ... Die betroffenen Häuser gehören zu einem rund 23 Hektar großen Gebiet mit vielen veralteten Gebäuden und teils verwahrlosten Wohnungen. Die Stadt will das Viertel sanieren und hat jüngst mit dem Abriss leerstehender Wohnblocks begonnen. Warum die Eigentümergesellschaft die offenen Rechnungen nicht beglichen hat, ist unklar. Anfragen nach einer Stellungnahme blieben unbeantwortet. ...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/delmenhorst-350-mieter-ohne-wasser-und-gas-a-1147834.html

"Wollepark: Verhaltene Proteste gegen Wasserstopp" (15.05.2017)
Wie lange die Wassersperre anhält, hänge von der Wohnungseigentümer-Gemeinschaft ab, sagte eine Sprecherin der Stadtwerkegruppe. Forderungen in Höhe von rund 130.000 Euro seien noch nicht beglichen worden. Seitens der Immobilienverwaltung gebe es keine Anzeichen einer Zahlungswilligkeit. Die Stadtwerke haben jetzt Strafanzeige wegen Veruntreuung und Betrugs gegen die Verwaltung und gegen unbekannt erstattet. ... Rund die Hälfte der 350 Mieter traue sich trotz der misslichen Lage nicht, einen Anwalt einzuschalten, sagte der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Delmenhorst, Franz-Josef Franke. Die Bewohner hätten zu große Angst, dass der Vermieter sie vor die Tür setzen könnte. ...
http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Wollepark-Verhaltene-Proteste-gegen-Wasserstopp,delmenhorst636.html

Quote
Heinz schrieb am 15.05.2017 12:46 Uhr:

Das Absurde ist ja, dass einige Mieter bei den Stadtwerken vorstellig wurden, um direkt dort einzuzahlen.
Das wurde von den Stadtwerken allerdings abgelehnt, weil kein Vertragsverhältnis bestand.
Gas und Wasser wurden aber trotz Zahlungswilligkeit abgestellt.


-

Quote

Betrifft: „Gericht erlaubt Wassersperre“, Im Nordwesten, 5. Mai

Das ist ein menschenverachtender Skandal sondergleichen! Die Mieter zahlen brav ihre Nebenkosten an den Vermieter und dieser zahlt diese nicht an die Versorgungsunternehmen weiter. Was geschieht? Nicht der Verursacher wird zur Verantwortung gezogen und bestraft, sondern die, die ja bezahlt haben.

Was ist denn, wenn kein Wasser mehr fließt? Was passiert mit der Notdurft? Das Gericht verurteilt die Unschuldigen zu eventuell drastischen hygienischen Notständen bis hin zu schweren Krankheiten, anstatt die Verursacher zur Verantwortung zu ziehen.

Grenzt das nicht an unterlassene Hilfeleistung? Da fragt man sich, welche Sozialkompetenz manche Richter/innen haben. Die Stadt könnte zum Beispiel die Mieter auffordern, die Außenstände von der Miete abzuziehen und direkt an die Unternehmen zu zahlen. Wurden die Mieter darüber informiert, dass das geht? Oder spielen da noch andere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel, dass die Blöcke abgerissen und Eigentumswohnungen für die reichere Bevölkerung gebaut werden sollen? Ich weiß nur eines: Hier wird wieder ein Beispiel geliefert, wie die Würde des Menschen durch Profitgier in den Boden gestampft wird.

Manfred Laade
Oldenburg

Quote
Thomas (sherlok) 05/2017

Leider ist es wohl nicht so einfach das jeder einzelne Mieter in einem Wohnblock einen eigenen Vertrag mit dem Wasserversorger schließt. Hängt wohl damit zusammen das es keine eigenen Wasserzähler pro Wohnung gibt.



"Verursacher wird nicht zur Verantwortung gezogen" (2017)
https://www.nwzonline.de/leserbriefe/verursacher-wird-nicht-zur-verantwortung-gezogen_a_31,2,4195534322.html

« Last Edit: May 16, 2017, 07:28:39 AM by Link »

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« Reply #16 on: June 08, 2017, 09:15:13 AM »
"Kriminalität in Berlin: Polizei muss Liste krimineller Orte veröffentlichen" (07.06.2017)
Bisher hielt die Polizei die Liste der „kriminalitätsbelasteten Orte“ unter Verschluss, jetzt hat Polizeipräsident Klaus Kandt sie doch veröffentlicht – weil die Koalition es so wollte. Die meisten Orte sind ohnehin bekannt: Alexanderplatz, Leopoldplatz, Kleiner Tiergarten, Schöneberg-Nord, besonders um den Nollendorfplatz und Teile des sogenannten Regenbogenkiezes, Görlitzer Park, Warschauer Brücke, Kottbusser Tor, Teile der Hermannstraße, Hermannplatz, der Bereich um die Rigaer Straße. An kriminalitätsbelasteten Orten darf die Polizei anlassunabhängig Personen kontrollieren sowie Gebäude durchsuchen. Allerdings sind diese Gebiete nicht statisch, sondern verändern sich mit der Kriminalität. Das Verwaltungsgericht hatte 2012 entschieden, dass die Polizei die Liste jedenfalls gegenüber einem Journalisten nicht offenlegen muss. ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/kriminalitaet-in-berlin-polizei-muss-liste-krimineller-orte-veroeffentlichen/19905854.html

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"Unfassbare Zahlen aus Duisburg: AfD holt in Marxloh 30 Prozent" (25.09.2017) | https://de.wikipedia.org/wiki/Marxloh
Allein im Stimmbezirk 0709 Obermarxloh holte die AfD bei der Bundestagswahl satte 30,4 Prozent der Stimmen. Die CDU kam nur auf magere 13,8 Prozent. Auch die SPD konnte sich nur knapp gegen die Rechtspopulisten verteidigen. Sie kam bei den Zweitstimmen auf 35,77 Prozent. Die Grünen schafften mit 2,37 Prozent noch nicht mal die 5-Prozent-Hürde, die Linke liegt bei 6,58 Prozent, die FDP bei 5,53 Prozent. ... Auch in den weiteren Marxloher Stimmbezirken holte die AfD Rekordergebnisse von 26,32 Prozent (Stimmbezirk 0708) und 21,15 Prozent (Stimmbezirk 0710). Im Neumühl (Stimmbezirk 0904) wurde die AfD mit 29,69 Prozentpunkten sogar stärkste Kraft vor der SPD (29,04 Prozent). ...
https://www.derwesten.de/staedte/duisburg/unfassbare-zahlen-aus-duisburg-afd-holt-in-marxloh-30-prozent-id212037823.html

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"Aggressive Obdachlose: Hilferuf aus Mitte: Lage im Tiergarten außer Kontrolle"  Isabell Jürgens (07.10.2017)
Im Tiergarten campieren immer mehr Obdachlose aus Osteuropa. Viele reagieren aggressiv. Der Bezirksbürgermeister schlägt Alarm.
Die Mitarbeiter seines Grünflächenamtes seien damit überfordert, der zunehmenden Aggressivität überwiegend osteuropäischer Obdachloser, des Drogenmissbrauchs und der Prostitution sowie des wilden Lagerns in dem 210 Hektar großen Park rund um die Siegessäule Herr zu werden. "Wir müssen andere Maßnahmen ergreifen, mit der bisherigen Politik kommen wir nicht weiter", forderte von Dassel.
Der Mord an der Kunsthistorikerin Susanne F., die genau vor einem Monat am Schleusenweg nahe dem Bahnhof Zoo im Großen Tiergarten überfallen und getötet wurde, hatte ein Schlaglicht auf die Situation in Berlins berühmtester Parkanlage geworfen. Gegen den mutmaßlichen Täter, einen 18-jährigen Russen, wurde inzwischen Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein Raub das Motiv für die Tat war.
"Im Tiergarten hatten auch früher schon Obdachlose ihr Lager", schilderte von Dassel. Allerdings habe es sich dabei um eine Handvoll Wohnungslose gehandelt. "Inzwischen zählen wir aber 50 bis 60 Menschen, die hier übernachten", so der Bezirksbürgermeister weiter. Bei einem kleineren Teil dieser Obdachlosen handele es sich um Deutsche mit Anspruch auf Sozialhilfe. Diese Gruppe reagiere auf Ansprache sehr abweisend, "die brüllen unsere Mitarbeiter an, sie wollten mit dem ,Scheiß-Jobcenter-System' nichts zu tun haben", berichtete der Grünen-Politiker.
Am problematischsten sei aber die größte Gruppe der Obdachlosen, die sich aus Alkohol- und Drogenabhängigen zusammensetze und überwiegend aus Osteuropa stamme. "Diese Gruppe reagiert aggressiv auf alles, was in ihre Nähe kommt, hier gelten zudem nicht einmal hygienische Mindeststandards, die Lage ist für unsere Mitarbeiter nicht mehr zumutbar", so von Dassel. Das bisherige System der Polizeieinsätze, bei denen Platzverweise erteilt würden, sei wirkungslos: "Die sind nach zwei Stunden wieder da", beklagte der Rathauschef. Der Frust sei auch bei der Polizei groß. "Diese Menschen haben hier kein Bleiberecht. Berlin muss sich ehrlich machen und die Abschiebung ernsthaft prüfen", forderte von Dassel. Dies sage er im vollen Bewusstsein, dass viele so etwas in seiner Partei kritisch sähen. "Aber es ist mir relativ wurscht, was die Partei sagt, ich bin zuallererst meinen Mitarbeitern verpflichtet", sagte von Dassel.
https://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article212159041/Hilferuf-aus-Mitte-Lage-im-Tiergarten-ausser-Kontrolle.html


"Ein Spaziergang durch Berlins verwahrlosten Tiergarten" Frank Bachner (08.10.2017)
Dealer, Stricher, Obdachlose – die Probleme in Berlins großem Park nehmen zu. Die Menschen hier sind genervt und frustriert. Ein Ortstermin. ...  Die Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Kirche ist einer der Problem-Hotspots. Schon 2016 hatte sich eine Stricher-Szene um das Gotteshaus entwickelt, vor allem Flüchtlinge prostituieren sich hier. Rolf Stengel, 52 Jahre alt, hoch gewachsen, steht in seiner braunen Regenjacke beim Neuen See, am anderen Ende des Tiergartens. „Ich sehe doch die Männer, die vorfahren, aussteigen und mustern, wer von den jungen Männern in ihr Beuteschema passt.“ Er hat mal in der Nähe des Straßenstrichs in der Kurfürstenstraße gewohnt, er kann einiges vertragen, „aber das hier ist zu viel“.
Es hat ihn jetzt auch erreicht, dieses klassische Gefühl von Kontrollverlust. Dieses Gefühl, das immer mehr Leute empfinden. „Es nervt mich, dass hier ein rechtsfreier Raum entsteht“, sagt Stengel. „Und ich sehe die Ohnmacht der Behörden.“ Steckt hinter den minderjährigen männlichen Prostituierten vielleicht jemand Drittes? Der daran verdient? Noch so ein Gefühl, das ihn umtreibt.
 Aber am Neuen See hört das Problem ja nicht auf. Hier campieren üblicherweise Obdachlose, oft sind es Arbeitsmigranten aus Osteuropa, mitunter aus EU-Ländern wie Polen. Viele von ihnen melden sich nicht bei den Behörden, weil sie schwarz arbeiten. Und diese Osteuropäer reagierten oft sehr aggressiv, wenn Behördenmitarbeiter auftauchen, heißt es. Aus der Obdachlosenszene kommen wohl auch die Leute, die junge Schwäne im Tiergarten erst getötet, dann gegrillt und anschließend wohl verspeist haben sollen.
Michael Tasler spaziert mit seiner Hündin Sally im Tiergarten, er registriert auch das wilde Campen, auch er hat den Eindruck, dass die Problem-Szene größer geworden ist. „Ich sehe das Ganze ungern“, sagt er. Tasler traf auf Obdachlose verschiedener Nationalitäten, „abstoßend fand ich die Osteuropäer“. Weil ihm deren Alkoholgelage zuwider waren.
Einmal sah er auf einer Parkbank einen Exhibitionisten, der sich vor Kindern entblößte. Szenen, die im Tiergarten Teil des Gesamtproblems sind. „Die polnische Regierung kann ihr soziales Problem nicht in den Berliner Grünflächen lösen“, hat von Dassel gesagt.
Tasler machte im Tiergarten zudem noch unangenehme Erfahrungen mit Existenzen, mit denen Bürgermeister von Dassel ebenfalls so seine Probleme hat. Ein amerikanischer Flusskrebs zwickte seine Hündin in die Nase.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/prostitution-obdachlosigkeit-tote-schwaene-ein-spaziergang-durch-berlins-verwahrlosten-tiergarten/20428524.html

Quote
jambuzzo 08.10.2017, 22:44 Uhr

Kontrollverlust


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"Verwahrloste Grünanlagen in Berlin Giffey will "klare Linie" gegen Obdachlose in Parks" Sabine Beikler und Laura Hofmann (10.10.2017)
Berlin-Neuköllns Bürgermeisterin Giffey lässt Übernachtungsplätze in Grünanlagen räumen und schickt Osteuropäer in Bussen heim. Der Innensenator kündigt eine Task Force an.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/verwahrloste-gruenanlagen-in-berlin-giffey-will-klare-linie-gegen-obdachlose-in-parks/20439264.html
« Last Edit: October 12, 2017, 09:40:53 AM by Link »

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Stadtteile Memos ("sensitive urban zones" etc. )...
« Reply #17 on: October 17, 2017, 12:23:07 PM »
"Bezirksbürgermeister kämpft gegen Verwahrlosung: Der grüne Tabubrecher von Berlin-Mitte" Werner van Bebber (14.10.2017)
Ein Obdachlosencamp, ein Mord, Müll und Prostitution: Der Berliner Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel will aus der Gefahrenzone im Berliner Tiergarten wieder einen Park machen. ... Längst findet im Tiergarten Europa-Politik statt. „Seit vier, fünf Jahren haben alle Ordnungsämter zunehmend Probleme mit aggressiven Obdachlosen aus Mittel- und Osteuropa“, sagt Dassel. „Die sind in einer Verfassung und einer Stimmung, die das Handling unmöglich macht.“ Eine Mitarbeiterin sei mit Urin aus einer Bierflasche bespritzt worden. Andere lagerten am Hansaplatz nördlich des Tiergartens und pöbelten Passanten an, sagt Dassel. Er höre von Menschen, die dort seit 50 Jahren wohnten, dass sie den Platz nun nicht mehr betreten würden. ...
http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/bezirksbuergermeister-kaempft-gegen-verwahrlosung-der-gruene-tabubrecher-von-berlin-mitte/20454790.html