Author Topic: Nuklearkatastrophen...  (Read 8926 times)

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Nuklearkatastrophen...
« on: December 06, 2013, 10:34:50 AM »
Die Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Als erstes Ereignis wurde sie auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse als katastrophaler Unfall eingeordnet.
Bei einer unter der Leitung von Anatoli Stepanowitsch Djatlow durchgeführten Simulation eines vollständigen Stromausfalls kam es auf Grund schwerwiegender Verstöße gegen die geltenden Sicherheitsvorschriften sowie der bauartbedingten Eigenschaften des mit Graphit moderierten Kernreaktors vom Typ RBMK-1000 zu einem unkontrollierten Leistungsanstieg, der zur Explosion des Reaktors führte. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl


Als Nuklearkatastrophe von Fukushima werden eine Reihe katastrophaler Unfälle und schwerer Störfälle im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima I) und deren Auswirkungen bezeichnet.
Die Unfallserie begann am 11. März 2011 um 14:47 Uhr (Ortszeit) mit dem Tōhoku-Erdbeben und lief gleichzeitig in vier von sechs Reaktorblöcken ab. In Block 1 bis 3 kam es zu Kernschmelzen. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima


http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Nuklearunfall


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Nuklearkatastrophen...
« Reply #1 on: December 06, 2013, 10:37:31 AM »
Chernobyl's deadly Elephant's Foot
Maggie Koerth-Baker at 9:11 am Thu, Dec 5, 2013
http://boingboing.net/2013/12/05/chernobyls-deadly-elephant.html


Chernobyl’s Hot Mess, “the Elephant’s Foot,” Is Still Lethal
Posted By Kyle Hill on Dec 04, 2013
http://nautil.us/blog/chernobyls-hot-mess-the-elephants-foot-is-still-lethal


Inside Chernobyl's Sarcophagus
This video shows a 1991 expedition into the interior of the Chernobyl plant, concentrating in the area of reactor number 4, to check the status of solidified radioactive material that remains after the accident in 1986. The expedition was exposed to high doses of radiation. ...
https://www.youtube.com/watch?v=Vny6gVuCy4Q


Chernobyl Uncensored - Documentary
The Chernobyl disaster is widely considered to have been the worst nuclear power plant accident in history, and is one of only two classified as a level 7 event on the International Nuclear Event Scale (the other being the Fukushima Daiichi nuclear disaster in 2011). The battle to contain the contamination and avert a greater catastrophe ultimately involved over 500,000 workers and cost an estimated 18 billion rubles. The official Soviet casualty count of 31 deaths has been disputed, and long-term effects such as cancers and deformities are still being accounted for. ...
https://www.youtube.com/watch?v=dS3WvKKSpKI


« Last Edit: December 06, 2013, 10:40:58 AM by lemonhorse »

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Nuklearkatastrophen...
« Reply #2 on: October 05, 2015, 10:31:36 AM »
"Wie viel radioaktives Material liegt gerade wo in Deutschland?"  Valerie Höhne (24 August 2015)
Rund 8.200 Tonnen hochradioaktiver Atommüll und noch einmal in etwa die 20-fache Menge an schwach- und mittelradioaktivem Müll warten derzeit darauf, in ein Endlager gebracht zu werden, das noch immer nicht gefunden ist.  ...
http://motherboard.vice.com/de/read/wie-viel-radioaktives-material-liegt-gerade-wo-in-deutschland-herum

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"Explosion in nordfranzösischem AKW: Unfall in Flamanville unter Kontrolle" (9. 2. 2017)
CAEN afp/rtr/taz | Im nordfranzösischen Atomkraftwerk Flamanville hat sich eine Explosion ereignet. Ein Verstrahlungsrisiko bestehe aber nicht, weil sich die Explosion nicht im atomaren Bereichs des Akws ereignet habe, erklärte ein Vertreter der Präfektur des Departements Manche im Nordwesten Frankreichs am Donnerstag. Nach Informationen der Zeitung Ouest France kam es gegen zehn Uhr zur Explosion in einer Maschinenhalle in der Zentrale. Feuer sei ausgebrochen und später gelöscht worden. Verletzte gab es laut dem Stromkonzern und Akw-Betreiber EDF nicht. Die Regierung in der Region Manche erklärte, der Vorfall sei unter Kontrolle gebracht worden. Der Reaktor Nummer Eins sei vom Netz genommen worden, hieß es. ...
https://www.taz.de/Explosion-in-nordfranzoesischem-AKW/!5382987/

« Last Edit: February 09, 2017, 12:58:24 PM by Link »

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Nuklearkatastrophen...
« Reply #3 on: August 22, 2019, 04:16:17 PM »
"Unfall bei Raketentest: Angeblich nukleare Energiequelle explodiert" Lars Fischer (12.08.2019)
Die russischen Behörden haben eingeräumt, dass es im Polarmeer zu einem Atomunfall gekommen ist. Experten zufolge könnte ein nuklear angetriebener Marschflugkörper explodiert sein. ... Der Unfall verursachte – nach Angaben der russischen Behörden – einen kurzfristigen Anstieg der Strahlendosis in der nahe gelegenen Hafenstadt Sewerodwinsk um etwa zwei Mikrosievert über der Hintergrundstrahlung; das entspräche etwa der zusätzlichen Radioaktivität durch den Konsum von 20 Bananen [https://www.spektrum.de/video/radioaktivitaet-im-alltag/1513661]. Fachleute spekulieren, dass die Explosion beim Test eines neuartigen, nuklear angetriebenen Marschflugkörpers stattfand. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die in Russland als Burevestnik bekannte Rakete im März 2018 in einer Rede angekündigt. Der auf Radionuklidbatterien basierende Antrieb soll der Waffe eine extrem hohe Reichweite verleihen. ...
https://www.spektrum.de/news/angeblich-nukleare-energiequelle-explodiert/1667160

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"Bericht des Bundesrechnungshofs Atommülllager Asse könnte Bund fünf Milliarden Euro kosten" Matthias Jauch (14.08.2019)
 Das Atommülllager Asse macht weiter Probleme. Die Rechnungsprüfer sehen das „erhebliche Risiko“, dass die Kosten für das instabile Bergwerk drastisch steigen. ... Das Bundesumweltministerium (BMU) hat dem Rechnungshof die Schätzung der BGE für den weiteren Zeitraum übermittelt: 3,35 Milliarden Euro könnte die Asse zwischen 2019 und 2033 kosten. Diese Schätzung ist laut Bundesrechnungshof „mit erheblichen Unsicherheiten behaftet“, denn die Kosten könnten auch 30 Prozent höher ausfallen. Bis zum Jahr 2018 hatten die Offenhaltung des Bergwerks und die Planung der Rückholung des Atommülls den Bund bereits rund eine Milliarde Euro gekostet. ... Zwischen 1967 und 1978 wurden schwach- bis mittelradioaktive Abfälle in die Schachtanlage eingelagert, insgesamt rund 126.000 Fässer Metallschrott, Laborabfälle und Bauschutt, vor allem aus der Kernenergienutzung – ein Test für die Endlagerung von Atommüll. Doch schon seit Jahrzehnten bereitet die Lagerstätte Probleme. Seit 1988 dringt Wasser in das Bergwerk ein. An 350 Stellen wird Wasser aufgefangen, laut BGE waren es im Februar rund 12,5 Kubikmeter täglich. Ohne die Arbeit von Bergleuten würde das Wasser an die Abfälle gelangen, das Bergwerk volllaufen, die Bergung unmöglich werden.Ab 2033 soll der Atommüll zurückgeholt werden. Noch in diesem Jahr will die BGE einen Plan zur Rückholung vorlegen. ...
https://www.tagesspiegel.de/politik/bericht-des-bundesrechnungshofs-atommuelllager-asse-koennte-bund-fuenf-milliarden-euro-kosten/24902330.html

Quote
ford_perfect 14.08.2019, 12:44 Uhr
So viel zum Thema "Preisgünstige Kernenergie". Billig ist der Strom aus Atomkraftwerken nur für die Betreiber der Anlagen. Und das nur dann, wenn der Bau vom Staat subventioniert wird, die Allgemeinheit die Risiken bei eventuellen großen Störfällen trägt und der Staat dann wieder für die Kosten der Entsorgung des verstrahlten Material aufkommt.


Quote
Dresden2 14.08.2019, 11:12 Uhr

Wieso ist Asse II instabil???

Dieser Lagerort wurde von Fachleuten (aus Westdeutschland!!!) geprüft und als absolut sicher eingestuft.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Experten sich geirrt haben könnten. ...


Quote
jonnyrotten 18.08.2019, 09:55 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Dresden2 14.08.2019, 11:12 Uhr

Ende der Siebziger Jahre warnten Geologen öffentlich vor einem Absaufen des Bergwerks, ohne Erfolg. Damals sickerten Tag für Tag schon 700 Liter
Wasser in die Stollen ein. Link: https://www.deutschlandfunk.de/marodes-atommuelllager-die-wachsende-gefahr-von-asse-ii.724.de.html?dram:article_id=440331
Reicht das als Antwort? ...


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Nuklearkatastrophen...
« Reply #4 on: August 22, 2019, 04:29:03 PM »
"Atommüll-EntsorgungStaatsfonds macht Verluste" Josephine Schulz (23.07.2019)
Deutschland steigt aus der Atomkraft aus – für die Kosten für Zwischen- und Endlagerung des Atommülls soll ein Fonds aufkommen, in den die Energieversorger 24 Milliarden Euro eingezahlt haben. Das Geld wird angelegt – doch der Fonds macht Verluste. ... Etwas mehr als 24 Milliarden Euro hatten die Energieversorger RWE, Eon, EnBW und Vattenfall 2017 auf einen Schlag an den Fonds überwiesen. Das waren ihre Rücklagen für die Entsorgung des Atommülls. Mit dem Geld haben sie auch die Verantwortung an den Staat abgegeben.
„Und da war ein wichtiger Punkt, dass wir das Geld gesichert haben, also in einen Topf gebracht haben, der ein sicherer war und auch nicht von verschiedener anderer Stelle angegriffen werden kann“, sagt Thorsten Herdan. Er ist Abteilungsleiter im Bundeswirtschaftsministerium und sitzt im Kuratorium, also dem Aufsichtsrat der Stiftung. Herdan macht auch noch einmal deutlich, was sich die Bundesregierung von dem Fonds erhofft.
„Ziel ist, dass wir aus 24,3 Milliarden Euro, die eingezahlt wurden, rund 169 Milliarden Euro bis zum Jahr 2100 machen.“
169 Milliarden Euro – so viel, rechnet das Wirtschaftsministerium, soll die Zwischen- und Endlagerung am Ende kosten. Trotz der optimistischen Worte von Anja Mikus: Bisher ist das Geld beim Fonds weniger geworden, anstatt mehr. Von den ursprünglich eingezahlten 24 Milliarden Euro waren Ende des vergangenen Jahres noch 23,6 Milliarden übrig.
Das liegt zum einen an den regelmäßigen Kosten – zum Beispiel für die Zwischenlagerung des radioaktiven Abfalls und für die Endlagersuche. Aber der Fonds selbst hat 2018 auch Verluste gemacht – 71 Millionen Euro. Grund ist die Niedrigzinspolitik, die viele Anleger belastet.
Sichere Investitionen – zum Beispiel in Staatsanleihen – bringen momentan kaum Rendite. Der sogenannte „Entsorgungsfonds“ parkt einen Großteil des Vermögens bisher bei der Bundesbank und zahlt dafür Negativzinsen von 0,4 Prozent. Man sei aber auf gutem Kurs, meint Mikus. ...
https://www.deutschlandfunk.de/atommuell-entsorgung-staatsfonds-macht-verluste.769.de.html?dram:article_id=454601

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Quote
[...] Berlin. Vom Atomausstieg bis zu einem Atomendlager ist es noch ein weiter Weg. Die Standortsuche ist schwierig, denn keiner will den Müll.  ...

Zum Beispiel der Granit im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald. Oder der Ton in jenem Zipfel der Schwäbischen Alb, der an der Donau nach Bayern reinreicht. Unabhängig von geologischer Expertise hat die Landesregierung in München schon vorgebaut: „Wir denken beim Schutz unserer Heimat über Generationen hinaus. Wir sind überzeugt, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager ist“, heißt es im Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern.

Ministerpräsident Markus Söder, der seit Wochen den obersten Grünen unter den Schwarzen gibt, hat noch einmal nachgelegt. „Geologisch gesehen passt Bayern nicht.“ Das Gestein im Freistaat sei deutlich weniger geeignet als etwa der Salzstock im niedersächsischen Gorleben. Daher: Kein Atommüllendlager in Bayern. Ähnlich argumentiert Sachsen. Auch dort: der Granit nicht geeignet. Das Problem soll möglichst weit weg.

Dabei hatten sich alle Beteiligten auf das Prinzip einer „weißen Landkarte“ geeinigt, als vor Jahren die Suche nach einem Atommüllendlager neu gestartet wurde. Keine Vorfestlegung – auch nicht auf Gorleben, nur weil dort schon für Milliarden Euro gebuddelt wurde. Die Suche sollte ergebnisoffen sein, was bedeutet, grundsätzlich kommt ein Standort an theoretisch jedem Ort der Republik in Frage, auch in Bayern, Sachsen oder Baden-Württemberg.

Denn das Verfahren sieht auch vor: Zunächst sollen Gebiete genannt werden, die für eine „Erkundung“ in Frage kommen. Danach sollen „Erkundungsbergwerke“ entstehen. Und schließlich soll bis 2031 der Standort für das deutsche Atommüllendlager gefunden sein, in das dann ab Mitte dieses Jahrhunderts der strahlende Abfall eingelagert werden soll – und zwar sicher für die Nachwelt. Bis es so weit ist, lagern die Stromkonzerne ihren Atommüll in Zwischenlagern, die oft in der Nähe ihrer Atomkraftwerke eigens errichtet wurden.

Die für mehrere Jahrhunderte strahlende Hinterlassenschaft sicher abzuschließen oder endzulagern wird viel Geld kosten. Dazu hatten die vier großen Stromkonzerne RWE, Eon, EnBW und Vattenfall vor zwei Jahren insgesamt 24 Milliarden Euro an einen Staatsfonds überwiesen. Doch dieses Geld wird nach gängiger Expertenmeinung deutlich nicht reichen, die Gesamtkosten einer sicheren Endlagerung abzufangen. Jetzt sollen die 24 Milliarden Euro so angelegt werden, dass sich die Summe wunderbar vermehrt. Ob das Geld dann am Ende reicht? Ungewiss.

Wenn nun mit dem Abriss des Kühlturms das ehemalige Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich weiter „zurückgebaut“ wird, wie es so schön heißt, ist dies ein nächster Schritt für den vollständigen Ausstieg aus der Kernkraft in Deutschland. Bis Ende 2022 soll das letzte Atomkraftwerk dann vom Netz genommen sein.

Die Herausforderung danach: Etwa zwölf Prozent der Stromerzeugung in Deutschland kommt aus der Kernkraft. Und dieser Anteil muss dann ersetzt werden – und zwar nach dem Dreiklang: verlässlich, sicher und bezahlbar. Dies alles auch unter der besonderen Berücksichtigung, dass Deutschland nach dem Ende der Atomkraft bis spätestens 2038 auch aus der Kohle aussteigt.

Doch für die alternativen Energien fehlen unter anderem die Stromautobahnen, die auf der Nordsee oder an den Küsten erzeugten Windstrom bis Süddeutschland transportieren. Gegen diese Stromleitungen wie auch gegen Windräder gibt es viel Widerstand, weswegen von interessierter Seite – auch mit Verweis auf Klimaschutz und Kohlendioxidverbrauch – immer wieder versucht wird, eine Verlängerung der Atomlaufzeiten ins Spiel zu bringen. Doch dieser Atomausstieg soll stehen. Daran will die Bundesregierung nicht rütteln. Denn noch ein Ausstieg vom Ausstieg wäre kaum mehr zu erklären.


Aus: "Die lange Suche nach einem Atomendlager" Holger Möhle (09.08.2019)
Quelle: http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/deutschland/Die-lange-Suche-nach-einem-Atomendlager-article4162716.html


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Suche nach Atommüll-Endlager ...
« Reply #5 on: August 22, 2019, 04:39:54 PM »
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[...] Das ehemalige Kalibergwerk Menteroda steht nicht auf der Liste möglicher Standorte für das deutsche Atommüll-Endlager. Zu dieser Einschätzung kommt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), unter deren Verantwortung die Verwahrung der Grubenfelder Volkenroda/Pöthen steht. Die planmäßige Flutung des Bergwerkes sei in naher Zukunft abgeschlossen, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung, schon deshalb komme es als Atommüll-Endlager nicht in Betracht.

Nach dem Atomausstieg soll bis zum Jahr 2031 innerhalb Deutschlands der Standort für ein Endlager für den hochradioaktiven Müll gefunden werden. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist mit der Suche beauftragt. Granit, Ton und Salz gelten nach Expertenansicht als geeignetes Gestein für die Endlagerung.

Ende 2015 hatte eine Studie dabei auch die Nordthüringer Kalireviere ins Gespräch gebracht. So bescheinigte Ulrich Schreiber von der Universität Duisburg-Essen dem Thüringer Becken grundsätzlich günstige Rahmenbedingungen und empfahl unter anderem die Gebiete zwischen Nordhausen und Duderstadt und nördlich und westlich von Mühlhausen zu prüfen. Kritik kam daraufhin vom Thüringer Umweltministerium. Die Standortsuche für Atom-Endlager werde in Deutschland seit Jahren geführt und das ergebnisoffen, hieß es.

Ein Atommüll-Endlager in Menteroda sei nie ein Thema gewesen, erklärte auch Bürgermeister Martin Wacker (parteilos). Auch er sieht die Voraussetzungen dafür nicht gegeben. Zum einen sei das ehemalige Abbaugebiet immer seismisch aktiv gewesen, zum anderen sei die Grube ohnehin bald vollständig geflutet. Erst vor einigen Wochen hatte es ein kleineres Erdbeben in Menteroda, wohl aufgrund der Flutung, gegeben.

Thüringen rüstet sich personell für die bundesweite Suche nach einem Atommüll-Endlager. „Wir werden den Prozess mit eigenen Fachleuten konstruktiv begleiten“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Bereits im 2020 wolle die BGE Gebiete benennen, die nach ihrer Einschätzung für die dauerhafte Entsorgung infrage kommen. Laut Siegesmund sei Thüringen geologisch nicht geeignet dafür. Auch will die BGE nach eigenen Angaben eine erste Auswertung von geologischen Daten vorstellen. Eingelagert werden sollen 1900 Castoren mit Atommüll. Das Endlager soll dauerhaft den Abschluss der radioaktiven Abfälle gewährleisten.

Auch der westthüringer Bundestagsabgeordnete Christian Hirte (CDU) sieht Thüringen „eher nicht“ als Endlagerstätte für Atommüll. Hirte ist Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und persönlich der Auffassung, man hätte statt der nationalen Suche auch eine europäische Lösung prüfen sollen. Als Beispiel nannte er Finnland. In der Gemeinde Eurajoki wird derzeit das erste Atommüll-Endlager Europas errichtet. Ab 2020 sollen dort verbrauchte Brennstäbe gelagert werden. Und das trägt die Gemeinde freiwillig mit, sind doch hohe finanzielle Entschädigungsleistungen damit verbunden. Allerdings habe man sich in Deutschland auf eine nationale Lösung festgelegt, so Hirte. Bis etwa in die 2040er Jahre werde die Datenerhebung und die Suche nach einem geeigneten Standort dauern.

Vor drei Jahren hatte Hirte den Freistaat aufgefordert, sich aktiv um ein mögliches Atom-Endlager zu bewerben. „Wir haben genügend Platz in Thüringen, ganze Landstriche suchen nach neuen Perspektiven. Die Entschädigungsleistungen des Bundes gleichen die Belastungen mehr als aus“, sagte Hirte seinerzeit.

Für eine Million Jahre sollen die ausgedienten, hoch radiaktive Brennstäbe verwahrt werden. Diesen Zeitraum hält Hirte für zu lang. Sichere Verwahrung ja, aber möglicherweise gäbe es in ein paar hundert Jahren ja Technologien, die den Umgang mit diesen radiaktiven Stoffen möglich und sicherer machen.


Aus: "Suche nach Atommüll-Endlager: Menteroda bleibt wohl außen vor" Alexander Volkmann (24.07.2019)
Quelle: https://www.thueringer-allgemeine.de/regionen/bad-langensalza/suche-nach-atommuell-endlager-menteroda-bleibt-wohl-aussen-vor-id226570771.html

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Nuklearkatastrophen...
« Reply #6 on: June 29, 2020, 09:49:38 PM »
Quote
[...] STOCKHOLM taz | „Cäsium-134, Cäsium-137, Cobalt-60 und Ruthenium-103: Das ist eine Kombination, die wir normalerweise nicht messen“, sagt Pernilla Sopher von der schwedischen Strahlenschutzbehörde „Strålsäkerhetsmyndigheten“ (SSM). Sie deute auf einen „kerntechnischen Betrieb als Quelle“ hin, also vermutlich ein Atomkraftwerk.

Gleich mehrere Messstationen in den nordischen Ländern haben in den vergangenen Tagen diese radioaktiven Substanzen registriert. Erst war es nur Jod-131, das am 7. und 8. Juni von Stationen in Nordnorwegen und auf Spitzbergen gemessen worden war, zehn Tage später die „unübliche Kombination“ in Stockholm und Helsinki. Laut SSM stellten diese erhöhten Werte aber „weder für die menschliche Gesundheit noch für die Natur eine Gefahr dar“. Sopher: „Wir wissen nicht, aus welchem Land das kommt.“

Die in Wien ansässige „Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization“ spricht von einer „zivilen Quelle“ und veröffentlichte am Freitag in ihrem Twitter-Account eine Karte, in welchem Bereich sie die vermutet: das südliche Skandinavien und Nordwestrussland. Da weder schwedische noch finnische AKWs in den letzten Wochen einen Zwischenfall gemeldet hatten, bei dem mehr als die im Normalbetrieb übliche Strahlenmenge freigesetzt worden war, richtet sich die Aufmerksamkeit auf Russland.

Das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) legte sich nach einer Analyse der Messdaten mittlerweile auf Westrussland als vermutliche Quelle fest, wobei allerdings „ein bestimmter Quellort nicht identifiziert werden konnte“. Die Wissenschaftler meinen, die Zusammensetzung der Nuklide deuten auf eine Beschädigung eines Brennelements in einem Atomkraftwerk.

Sie verwiesen auf vergleichbare Messdaten im Herbst 2017. Seinerzeit war ebenfalls in mehreren europäischen Ländern eine erhöhte radioaktive Belastung der Luft gemessen worden. Wie sich später herausstellte, hatte es einen Zwischenfall in der im Südural gelegenen Atomfabrik Majak gegeben.

Der russische Atomkonzern Rosenergoatom bestreitet laut russischer Nachrichtenagentur Interfax dieses Mal einen ähnlichen Vorfall: In keinen seiner nordwestrussischen AKWs, weder in Kola noch in Leningrad, sei es zu einem Unfall gekommen.


Aus: " Radioaktivität in Skandinavien: Man schaut nach Russland" Reinhard Wolff (28.6.2020)
Quelle: https://taz.de/Radioaktivitaet-in-Skandinavien/!5693148/

"Wo ist die Quelle?" Tanja Banner (28.06.20)
Leicht erhöhte Radioaktivität in Nordeuropa gemessen
https://www.fr.de/panorama/erhoehte-radioaktivitaet-nordeuropa-gemessen-quelle-unklar-russland-zr-13813909.html

Quote
Patricia Winter

Seit Anfang Juni? Dass man das auch mal erfährt.


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