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[Medienjournalismus und Medienkritik... ]

Started by lemonhorse, August 04, 2008, 01:48:45 PM

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"Wie auf rechten Websites Nutzer abgezockt werden" Corinna Cerruti Bastian Obermayer (10. Juli 2023)
Die Betreiber vieler rechtsextremer Blogs arbeiten mit einem fragwürdigen Anzeigenvermarkter, der Leser auf Betrugswebsites lockt – auch im deutschsprachigen Raum. ... Der gemeinsame Nenner: eine undurchsichtige Werbeagentur namens Ad Style, die hinter all dem die Fäden zu ziehen scheint. ...
https://www.derstandard.at/story/3000000178116/wie-auf-rechten-websites-nutzer-abgezockt-werden

https://www.derstandard.at/story/2000106815540/betrugwenn-christoph-waltz-und-dieter-bohlen-das-schnelle-geld-versprechen

https://www.propublica.org/

Quotekeppel pepi

Just saying: Die Art von Werbung gibt es hier auf DerStandard auch immer wieder.


QuoteDerSchweiger

Jetzt verstehen wir endlich, was die Rechtsextremen mit "Lügenpresse" bisher gemeint haben.


Quotejazzerstrecht

Boris Becker als Anlageberater.

Der ist gut!


QuoteViellander

Nur zur Erinnerung. Das nennt sich "Clickbait".


QuoteBualein bualein

Profite am Marktplatz des Stumpfsinns.


Quoteich bin's nicht

"Schlaffe Haut reduzieren mithilfe von Moos: Jetzt 30 Tage testen Biovolen® Moosalbe"

"Österreich: Ein Schlupfloch 2023, über das nicht gesprochen wird"

"Das ist eine wahre Abnehm-Bombe!"

...

Bin ich beruhigt, dass es unter Standard-Artikel keine dubiosen Links gibt, die dann noch artikelähnlich getarnt sind. :)


...

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#161
Quote[...] Im Grunde muss man Julian Reichelt dankbar sein. Sein neues Medienportal ,,Nius" sorgt endlich für Ordnung. Solange Jan Fleischhauer noch Kolumnen für den Spiegel schrieb oder Judith Sevinç Basad als freie Journalistin arbeitete, fiel es vielen schwer, diese Stimmen einzuordnen: Liberale Vordenker:innen, die mit erfrischender Brillanz den linken Meinungskorridor durchbrechen und deren originelle Thesen, gewürzt mit einer Prise Provokation, uns alle aufrütteln sollten? Oder doch nur rechtspopulistische Stimmungsmacher:innen?

Dass es sich bei ,,Nius" um rechtspopulistische Stimmungsmache handelt, ist sicher. Und auch, dass Jan Fleischhauer und Judith Sevinc Basad für das Portal arbeiten. Genau wie die neurechte Influencerin Anabel Schunke oder der Journalist Jan Karon, mit dem der RBB im letzten Herbst eiligst die Zusammenarbeit beendete, nachdem Karon Somalia öffentlich als ,,Shithole-Country mit Steinzeitkultur" bezeichnet hatte.

Julian Reichelt hat sie alle bei seinem Unternehmen versammelt, unterstützt von seinem Förderer, dem CDU-nahen Milliardär Frank Gotthardt. Einige der ,,Nius"-Autor:innen waren ihrem ehemaligen Chef bereits von der Bild zu seinem Medienunternehmen Rome Medien gefolgt.

Auch Sevinç Basad wechselte von der Bild zu Reichelts Unternehmen, begleitet von ordentlich Tamtam, bei dem ihr gleich zwei Kunststücke gelangen: dem Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner mangelnde Resilienz gegen die ,,Tyrannei der woke Aktivisten" zu bescheinigen und von den Bild-Vorgesetzten für die Verletzung journalistischer Standards kritisiert zu werden.

,,Nius" wird wie News ausgesprochen [... ] Genau wie auf Reichelts Youtube-Kanal wird auch hier daran gearbeitet, rechtspopulistische Inhalte mehrheitsfähig zu machen. Die Topthemen der vergangenen Tage: die Wahl einer trans Frau zur Miss Niederlande, die Proteste beim Eritrea-Festival in Gießen, die Berliner Freibäder.

Das ist kein Zufall: Nach dem Vorbild weitaus reichweitenstärkerer Medien in den USA wie ,,Fox News" werden Nachrichten ausgewählt, bei denen das vermutete Empörungspotenzial möglichst große Teile der Bevölkerung umfasst.

...


Quotetomás zerolo
18. Jul, 20:23

Wenn die "BILD" nicht mehr hinreichend eklig ist.


QuoteStefan L.
    19. Jul, 16:27

    @tomás zerolo Pi-News z.B. ist deutlich ekliger als die BILD und diesen Rassisten-Blog gibt es immerhin schon seit 2004.


QuoteLieblich
18. Jul, 22:28

Der CDU-nahe Milliardär Frank Gotthardt unterstützt ,,Nius" finanziell

Reichelt und sein Liebhaber Gotthard... Deutsche Oligarchen und ihre willigen Helfer.


QuoteHerbert Eisenbeiß
18. Jul, 19:31

... Da haben sich ja wirklich Traumtypen gefunden! Da wächst zusammen, was zusammen gehört!



QuoteRottweiler
19. Jul, 12:20

Der typische "taz"-Leser muss nicht vor "Nius" gewarnt werden.


QuoteTripler Tobias
19. Jul, 06:56

Wie erklärt sich eigentlich der Zusammenhang zwischen neurechten Rasissten und der Leugnung des Klimawandels?
Ich komme da nicht mit.


QuoteFrank Ropen
20. Jul, 12:42

@Tripler Tobias: Ablehnung von Veränderung


QuoteNormalo
19. Jul, 12:14

@Tripler Tobias Wie so viele reaktionäre Strömungen bedienen auch die Neurechten die Sehnsucht nach einer verklärten "guten, alten Zeit" - in diesem Fall eine, wo man in Deutschland noch Braten oder Haxe oder Schnittzel oder Wurst aß und Schlagermusik hörte, ein Auto an seiner Höchstgeschwindigkeit und nicht an seinen Emissionen gemessen wurde und die Rente sicher war (beispielhaft ausgedrückt). Ihre Anhänger sind vielfach tendenziell von den Veränderungen überfordert, die Zeitgeist und Zeitgeschichte ihnen aufzwingen - geschweige denn, dass sie TEIL dieser Veränderungen sein wollten - , suchen Schuldige dafür, von denen sie sich möglichst leicht distanzieren können und suchen nach Anspruchgrundlagen oder Ausreden, vor diesen Veränderungen bewahrt zu werden.

Vergleicht man rechts- und linkspopulistische Narrative, merkt man DIESE eine Gemeinsamkeit, nämlich dass sie auf genau solche Bedürfnisse abzielen. Es werden nur die Schuldigen bzw. die Verantwortlichkeiten ausgetauscht, soweit nötig ("Die da oben" sind IMMER geeignete Zielscheiben).


QuoteSunnyday
20. Jul, 04:31

@Normalo: Der Wunsch nach einer Welt, in der die Rente sicher ist, ist nun auch schon rechts-reaktionär?


QuoteNormalo
20. Jul, 12:23

@Sunnyday: Nein (nicht mal Schnitzelessen ist per se rechtsreaktionär, würde ich sagen, auch wenn so mancher Erz-Veganer hier vielleicht widersprechen möchte), so ein Wunsch ist allenfalls rückgewandt. Rechtsreaktionär ist aber z. B., als einfache Lösung für das komplexe Problem der UNsicherheit der Rente pauschal "Ausländer raus!" zu propagieren.

    Nochmal: Die vom Rechtspopulismus bedienten Bedürfnisse sind nicht unbedingt selbst dezidiert rechts (deshalb kann man sie vielfach ja auch ähnlich gut LINKSpopulistisch addressieren), sondern die Schuldzuweisungen, Verantwortungsverschiebungen und entsprechend die Lösungsansätze.


QuoteAjuga
19. Jul, 12:11

@Tripler Tobias Habe ich mich auch jahrelang gefragt. Es war bei meinen Klimawandelleugner-Recherchen nahezu eine Konstante (als Drittes wäre noch Antifeminismus zu nennen).

Mittlerweile nehme ich an, dass es keinen klaren *konkreten* inhaltlichen Zusammenhang gibt, sondern primär der Hassreflex gegen alles "linksgrünversifft" Konnotierte dahintersteckt.

Allerdings prädestiniert der Glaube an ein weißes "Übermenschentum" sicherlich dazu, die anthropogene Erderhitzung - die ja a) primär das Werk von "weißen Übermenschen", und b) die größte Existenzbedrohung der Menschheit ist, un(ter)bewusst als akute Bedrohung der eigenen kognitiven Dissonanz wahrzunehmen - und dann sind wir wieder mal bei "American Beauty" ("Never underestimate the power of denial").


...

"Unwahre Angaben: NDR stellt Strafanzeige gegen Julian Reichelt" Tristan Fiedler (24.08.2023)
Der Norddeutsche Rundfunk hat Strafanzeige gegen den Ex-,,Bild"-Chefredakteur gestellt. Es geht um den Verdacht der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung in mehreren Punkten. ... Der NDR klagte Reichelt nun an und legte als Indiz den Chatverlauf zwischen der betroffenen Frau und ihm vor, den diese der Redaktion von ,,Reschke Fernsehen" überlassen hatte. Dieser soll ihre Schilderung der sexuellen Beziehung zwischen beiden bestätigen. Zudem habe die Frau ihrerseits eine eidesstattliche Versicherung abgeben, dass sich der Fall wie von ihr beschrieben abgespielt habe. Damit stünde Aussage gegen Aussage, so die Argumentation der Rundfunkanstalt. ...
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/falschaussage-unter-eid-ndr-erstattet-anzeige-gegen-julian-reichelt-10362712.html


Link

"Linke Medien in der Krise: Was verloren geht" Ein Kommentar von Caspar Shaller (8.9.2023)
Es ist ein grundlegendes Problem gesellschaftskritischer Medien: Wo die Vertreter des Kapitals oder konservativer Kräfte zahlungskräftige Förderer im Rücken haben oder von Werbeetats großer Konzerne profitieren, haben Linke meist nur ihre Arbeitskraft, die sie unter Wert in publizistische Projekte stecken.
Doch wenn fortschrittliche Medienalternativen verloren gehen, dann verschwinden wichtige Themen aus der Öffentlichkeit. Wer berichtet über Armut oder Arbeitskämpfe, wenn nicht linke Medien? Wer berichtet über Machtmissbrauch und Korruption, wenn nicht linke Medien? Wer recherchiert über illegale Pushbacks und rechte Gewalt, wenn nicht linke Medien? ...
https://taz.de/Linke-Medien-in-der-Krise/!5956344/

Quoteuvw
Samstag, 04:39

Viele nicht etablierte "linke" (was immer das heute ist) Medien werden absaufen. Das hat viele Gründe, nur ein Teil davon ist hausgemacht. Die Kleinen können nicht bestehen in diesem System, in dem nur die Großen überleben, und selbst die müssen ständig zusehen, nicht zu zerbröseln. Je härter die Bedingungen da draußen sind, desto weniger kann sich der Luxus einer Gegenöffentlichkeit erlaubt werden, obwohl er gleichzeitig notwendiger wird. Relativierung der Bedeutung von traditionellen Medien durch Social Media oder nicht-konzerndominierte Seiten im Netz machen es auch nicht einfacher.

Die taz ist kein linkes Medium mehr, bzw auch hier kommt es auf die Definition von "links" an. Es bedeutet jedenfalls nicht mehr uneingeschränkt "auf der Seite der Schwächeren" oder "dem Gemeinwohl verpflichtet". ...


QuoteH.L
Freitag, 18:21

... Obwohl mich die TAZ seit vielen Jahren begleitet, möchte ich manchmal angesichts mancher Beiträge aufgeben.


QuoteTom Farmer
Freitag, 18:00

Mal abgesehen von einem speziellen Fall Titanic sehe ich das Problem linker politischer Medien, wie aber auch der Linkspartei in einer thematischen Sprachlosigkeit. Dogmatisch mehr Geld von irgendwo und Umverteilung und die ganze Welt ist so ungerecht und wir haben es doch schon immer gewusst und gesagt und alle unsere Einschätzungen werden laufend bestätigt.... ist enervierend. Letztlich langweilig.

So lang man das nicht in eine positive Geschichte mit kreativen Ideen gedreht bekommt und den Pfad des Beledigtguckens nicht verlässt, sieht man eben kein anderes Ergebnis.


Quotegyakusou
Freitag, 17:26

Linke Medien sollten analysieren, warum sie so wenig Leute erreichen und ob das auch etwas mit den Inhalten, Schwerpunktsetzung usw. zu tun hat.


QuoteJochen Laun
Freitag, 17:13

Wenn der linken Partei die Wähler und der linken Presse die Leser weglaufen, wäre Selbstreflexion eher angebracht als Selbstmitleid. Eine Handvoll Aktivisten, Gewerkschafter und pensionierte Studienräte sind zu wenig, die 'kleinen Leute' werden augenscheinlich nicht mehr genügend erreicht. Vielleicht liegt es an den falschen Themen, vielleicht aber auch einfach am Zeitgeist, der es nicht gut mit der Linken meint.


QuoteHolzhirn
Freitag, 17:13

An sich würde ich sagen, hier regiert Angebot und Nachfrage.

Aber zum Einen sind die rechten Medien gerne durch finanziell starke Hintermänner gedeckt, zum Anderen kostet Populismus, Lügen und Nachplappern weniger als Recherche und Aufklärung. Da ist einfach unser Presserecht bzw. der Pressekodex zu lasch.

Dann gibt es allerdings auch Linke Medien, die sich einfach übernehmen( Gerade wenn ich die vielfältigen Beteiligungen von Katapult lese), oder ein derart schlechtes Image haben (Indymedia).

Wenn aber alle gleichzeitig kriseln, ist es wahrscheinlich systemisch. Vielleicht kommen diverse Strategien und themen einfach nicht bei genug Menschen an?


QuoteLee Ma
Freitag, 16:56

Eine Gegenöffentlichkeit, die kaum einer liest und wahrnimmt, bringt leider auch nichts. Es ist ewig her, dass ich mal eine Titanic in der Hand hatte, Oxi habe ich bis eben noch nie gehört, das ND hat seine ganz eigene, alles andere als von großen Widersprüchen freie Vergangenheit und auch ihr, liebe Taz, habt es ja in den letzten Jahre nicht versäumt, jede Menge schräge "Debattenbeiträge" zu veröfffentlich. Sich dann wundern, wenn das immer weniger lesen wollen, ist ja nun - nunja, auch wundersam. Hinzu kommt, dass Leute, die sich für linke Positionen interessieren, oft auch Leute sind, die selbst wirtschaftlich zu kämpfen haben - gerade in Zeiten einer galoppierenden Inflation. Oder anderes formuliert: Mein monatliches Mediennutzungsbudget ist _keins_, egal wie gut oder schlecht die Angebote sind. Im Zweifel ist mir Essen lieber als schräge Themensetzungen ... Ja, die rechten haben mehr Geld, aber das sich der Mainstream soweit nach rechts verschieben konnte, ist auch ein gewaltiges Versagen der linken Bewegungen. Von der Partei "Die Linke" will ich gar nicht erst sprechen. Die Rechten hatten auch 1968 mehr Geld, trotzdem konnte sich damals die TAZ etablieren. Könnte auch daran liegen, dass es damals Themensetzungen waren, für die die Zeit reif war gesellschaftlich. Linke Projekte können mit viel Engagement und Idealismus überleben, aber nur, wenn sie die Leute auch inhaltlich erreicht. Und im Übrigen: Print ist für Tageszeitungen vorbei, die Erkenntnis kann man noch ne Weile hinauszögern, aber verhindern kann mans nicht. Es gibt keine wirklich guten Argumente für Todholztageszeitungen in Zeiten des Klimawandels.


...

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Quote[...] Die einen werden enttäuscht, andere wieder erleichtert sein. Der Kolumnist Jan Fleischhauer wird auf dem Videokanal ,,Nius" nicht mit eigener Late-Night-Show auf Sendung gehen.

In seinem X-Account (früher Twitter) schreibt er, er habe heute, nach längeren Verhandlungen seinen Vertrag aufgelöst. ,,Es wird keine Sendung geben, nicht jetzt und nicht in Zukunft."

Als Gründe nannte er, dass ,,Nius" einen Journalismus verfolge, der sich mit seiner Vorstellung von Journalismus nicht vertrage. Was Fleischhauer damit meint, erklärt er genauer im Interview mit der ,,Süddeutschen Zeitung".

Fleischhauer wollte demnach mit seinem wöchentlichen Format ,,Fleischauers Welt" ein ,,liberales, konservatives, eindeutig nicht rot-grünes" Programm machen. Ihn hätte die Idee von Nius überzeugt: ,,etwas aufzubauen jenseits des eher linksbestimmten Medienbetriebs in Deutschland". Die Antwort auf Böhmermann sei ,,Reschke-Fernsehen", und auf Reschke dann Sarah Bosetti. ,,Auf der anderen Seite gibt es praktisch nichts. Da ist eine Riesenlücke."

Aber diese Lücke will beim Videokanal eben der frühere ,,Bild"-Chef Julian Reichelt besetzen, den Fleischhauer als ,,spiritus rector" bezeichnet. Der habe sich mit dem ,,Nius"-Betreiber Frank Gotthardt gefunden.

Zu dessen und Reichelts Antrieb sagte Fleischhauer: ,,Wenn Sie ein Programm aufbauen wollen, das relevant ist, dann ist es eher ungünstig, wenn Sie den Menschen den ganzen Tag sagen: Morgen übrigens geht die Welt unter. Die meisten wollen auch nicht die ganze Zeit angeschrien oder wachgerüttelt werden." ,,Nius" sei letztlich zu wenig entertaining - und zu hysterisch, sagte Jan Fleischhauer der ,,SZ". Und vielleicht zu sehr Julian Reichelt, der weder links noch rechts neue Götter neben sich sehen will.


Aus: ",,Zu hysterisch": Jan Fleischhauer verlässt Reichelt-Portal, noch ehe er begonnen hat" Joachim Huber (08.11.2023)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/zu-hysterisch-jan-fleischhauer-verlasst-nius-noch-ehe-er-begonnen-hat-10752361.html

QuoteMachtsjutnachbarn
09.11.23 09:50

Schade um Fleischauer, dass er überhaupt auf die Idee kam, mit Reichelt zusammenzuarbeiten. Zu ,,Spiegel"-Zeiten habe ich ihn sehr geschätzt, aber so demontiert man sich selber.


Quoteherjeh
08.11.23 21:51

Fleischhauer soll nicht so tun als sei er besser als Reichelt. Beide sind schwer zu ertragen.


QuotePat7
09.11.23 10:07

Wer Fleischhauers Artikel liest der kennt dessen politische Einstellungen.
Wenn dem Reichelt zu "hysterisch" ist, muss man nichts mehr zu sagen....


QuoteMuedeJoe
09.11.23 10:02
"eher linksbestimmten Medienbetriebs" ???

Wo lebt der Mensch, oder wie weit rechts steht er, wenn der sowas glaubt? Oder doch in den 70/80 Jahren hängen geblieben?

Es gibt genau 2 linke Medien, TAZ und WOZ, alle andern sind nicht links.
Und Böhmermann, Reschke und Bosetti anzuführen ist auch nur Ausdruck mit dem aktuellen Zeitgeschehen/der aktuellen Entwicklung überfordert zu sein. Die Gesellschaft verändert sich, wird liberaler, tolernater und bunter. Das einem alten weißen Mann das nicht gefällt ist nun nichts neues! Deal with it!


QuoteGastGast
08.11.23 20:18

    Und vielleicht zu sehr Julian Reichelt, der weder links noch rechts neue Götter neben sich sehen will.

Das wird wohl der springende Punkt sein. Zwei Alphatiere geht selten gut.


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Quote[...] Das Boulevardblatt "Bild" stellt zum Ende dieses Jahres den linearen Sendebetrieb seines Fernsehablegers "Bild TV" ein. Ab dem kommenden Jahr sollen die sonst dort gezeigten Bewegtbilder auf den digitalen Plattformen des Blatts gezeigt werden, teilte der Axel-Springer-Verlag mit.

Vom selben Verlag wird auch "Welt TV" betrieben, wo künftig Spiele der Handball- und der Basketball-Liga live gezeigt werden, die bisher auf "Bild TV" laufen. Hier kooperiert "Bild" mit der Streaming-Plattform Dyn. Auch die Fußballgespräche der Sendung "Die Lage der Liga" landen im Schwestersender sowie zusätzlich in den digitalen "Bild"-Kanälen.

"Bild TV" gibt es frei empfangbar über Kabel und Satellit seit dem 22. August 2021, neben "Welt TV" und "N24Doku" als dritter Springer-Sender; die Pläne des Verlags dafür waren im April jenes Jahres bekannt geworden. Im Herbst 2019 hatte Axel Springer angekündigt, Millionenbeträge in Projekte seiner Marken "Bild" und "Welt" investieren zu wollen. In den drei Folgejahren sollen insgesamt mehr als 100 Millionen Euro vor allem in eine Live-Video-Strategie von "Bild" fließen.

Der damalige "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt kommentierte zum Sendestart: "Wir zeigen, was wirklich ist. Ich erhoffe mir, dass wir im Fernsehen das werden, was wir auf Papier und Digital schon seit Jahrzehnten sind, die Stimme des Landes und die Medienmarke, die dieses Land am besten versteht. Und das jetzt auch im Fernsehen."

Dort fielen aber die Einschaltquoten und Werbeeinnahmen für Axel Springer nicht befriedigend aus. Schon Ende 2022 wurde ein großer Teil des Live-Programms eingestellt, zum Beispiel die mehrstündige Sendestrecke "Bild Live" und das Live-Format "Bild am Abend". Rund 80 Mitarbeiter wurden entlassen, "Bild TV" übernahm Inhalte von "Welt TV".

Dessen Geschäftsführer Frank Hoffmann kommentierte nun die neueste Entwicklung laut Springer-Mitteilung als "eine großartige Erweiterung unseres Programms. Sport ist bei den Zuschauern ganz besonders am Sonntagnachmittag beliebt und passt deshalb hervorragend in unsere Strategie, bei der wir verstärkt auf Live-Formate setzen". Matthias Brügelmann, Chefredakteur SPORT der Bild- und Welt-Gruppe, meint, "dass wir die markenübergreifende Zusammenarbeit für Bild und Welt mit dem Sportkompetenzcenter jetzt auch im linearen TV ausweiten können, ist nur konsequent".

(anw)


Aus: ""Bild TV" gibt Sendelizenz zurück" Andreas Wilkens (24.11.2023)
Quelle: https://www.heise.de/news/Bild-TV-gibt-Sendelizenz-zurueck-9539521.html

Quote486DX4-160, 27.11.2023 00:59

Sauerei!

Axel Springer SE cancellt Bild-TV!

Die Einschaltquoten im kaum messbaren Bereich beweisen: Die deutsche Bevölkerung ist bei Weitem nicht so verblödet wie mancher Entscheider glaubt.


Quotelancs
27.11.2023 03:32

Wie ein TrashTV -Sender weniger.


Quotedasbertl, 26.11.2023 16:29

Die Kategorie bei heise sagt alles

Wenn eine Meldung zu einem angeblichen "Nachrichten"-Sender in der Kategorie "Entertainment" abgehandelt wird, sagt das alles über die Qualität der "Nachrichten" dieses Senders. ...


...

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""NachDenkSeiten": Wagenknechts Schreibbrigade" Markus Linden (8. Dezember 2023)
Das Nachrichtenportal "NachDenkSeiten" feiert sein 20-jähriges Bestehen. Was als kritische Website begann, ist mittlerweile zum postfaktischen Propagandamedium geworden. ... Die NachDenkSeiten waren von zwei SPD-Urgesteinen als keynesianische Reaktion auf die neoliberale Politik der Schröder-Ära gegründet worden. ... Der Qualitätsverfall hat viel mit der Abkehr vom Kerngeschäft zu tun. Aus der linken Kritik ökonomischer Verhältnisse und politisch-medialer Machtstrukturen wurde eine maßlos-enthemmte, ränderübergreifend anschlussfähige Erzählung über Fremdbestimmung, Öffentlichkeitskontrolle und diktaturähnliche "Fassadendemokratie" (Lafontaine am 27. August 2018 auf den NachDenkSeiten). Immer stärker geriet dabei die Außenpolitik in den Fokus, und damit, zuerst bei den NachDenkSeiten und dann auch bei Wagenknecht, die immer offensivere Propaganda für die Narrative des neuen russischen Totalitarismus. Analog zum Verhältnis des Compact-Magazins zur AfD übernahm das mediale Vorfeld also eine Vorreiterrolle. Im Gegensatz zu Höckes offenem Neofaschismus ist Wagenknecht aber weiterhin so gewieft, die harten Formulierungen aus diesem medialen Vorfeld oder aus ihrer personellen Umgebung nicht direkt zu übernehmen, sondern vor allem den dort verbreiteten Tenor anzutriggern. ... Nur selten kommt es zur direkten Parteiname für verschwörungstheoretische Inhalte, etwa wenn der Redakteur Jens Berger im Juni 2020 die Ansicht vertritt, die US-amerikanische Regierung habe die Anschläge vom 11. September durch bewusste Untätigkeit "indirekt herbeigeführt". Hier handelt es sich um die sogenannte Lihop-Theorie (let it happen on purpose). Es wird dabei kein fahrlässiges Versagen der US-Sicherheitsbehörden konstatiert, sondern ein absichtliches und zielgerichtetes Tun durch Unterlassen. Ansonsten lässt man lieber die bekannten Szenefachmänner und Pseudoexpertinnen der Kategorie Daniele Ganser oder Ulrike Guérot zu Epidemien, Terrorismus und ihren sonstigen Fachgebieten reden. Im Dienste der Meinungsfreiheit, versteht sich.  ... Die NachDenkSeiten sind keine kritische Website, sondern ein fundamentaloppositionelles, mitunter sogar direkt postfaktisches Propagandamedium, welches unter dem Deckmantel der Friedensorientierung die Narrative des Putin-Regimes verbreitet. Zum 20-jährigen Jubiläum hat das Portal für den 9. Dezember einen offiziell schnell ausgebuchten Festvortrag geplant. Reden soll laut Ankündigung: Sahra Wagenknecht. ...
https://www.zeit.de/kultur/2023-12/nachdenkseiten-nachrichtenportal-blog-sahra-wagenknecht-propaganda/komplettansicht

QuotePilotthedune

Die Nachdenkseiten waren wirklich mal gut. Jetzt 13 Jahre später biegen sich mir die Zehennägel bis zur Decke. Schon während COVID war die Berichterstattung gruselig bis surreal – dystopisch.
Bizarr, was alle ein Publikum findet ...


QuoteChristian W.

Der Artikel hat es mit ,,fundamentaloppositionell" schon gut auf den Punkt gebracht. Den Nachdenkseiten ist mittlerweile nichts zu blöd, um einfach aus Prinzip fundamental dagegen zu sein, egal was es auch ist. Wenn die Medien und die USA mehrheitlich für etwas sind, dann sind sie dagegen. Ist leider so eine Macke, die sich bei vielen ehemals vermeidlich linken Blogs beobachten lässt.


QuoteJanplau

Ich lese die Nachdenkseiten erst seit 4 oder 5 Jahren, insofern fehlt mir der Vergleich. Gerade während Corona hat mir die Berichterstattung gefallen (und gefällt mir noch). Dystopisch fand und finde ich eher die diesbezügliche Berichterstattung, jetzt eher Nicht-Berichterstattung, in den Leitmedien.


QuoteGenitiv

    Die NachDenkSeiten sind keine kritische Website, sondern ein fundamentaloppositionelles, mitunter sogar direkt postfaktisches Propagandamedium, welches unter dem Deckmantel der Friedensorientierung die Narrative des Putin-Regimes verbreitet.

Ein Blick auf die aktuellen Schlagseite von NachDenkSeiten genügt, um diesen Artikel hier mehr als merkwürdig zu bezeichnen.

1. Sofortige Freilassung von Julian Assange

2. Der lange Schatten der Pershings

3. Milde für Milliardäre, Härte beim Bürgergeld: Haushaltsdebatte völlig aus dem Lot

4. Deutschland will ,,die Energiewende in die Welt tragen"? Schuster, bleib bei deinen Leisten

Natürlich gibt es auch kritische Beitrage, wie z. B. zu Corona oder Putin, wo man auch anderer Meinung sein kann. Aber will hier der Autor wirklich Denkverbote verteilen, weil Ihm andere Meinungen nicht passen?
Wie soll man Ihren Artikel zusammen: "Wer ein tadelloses Mitglied einer Scharfs Herde sein will, muss vor allem ein Schaf sein". Albert Einstein.


Quotehalt.mal.kurz

Zitat:"Aber will hier der Autor wirklich Denkverbote verteilen, weil Ihm andere Meinungen nicht passen?"

Am welcher Stelle dieses von Ihnen kommentierten Artikels wird Ihnen denn ein "Denkverbot" erteilt? Sie können die NdS aufrufen, lesen, weiterverlinken, und..., oh Wunder, die Gedankenpolizei klopft trotzdem nicht an Ihrer Tür. Genau diese Unfähigkeit, Wiederspruch zu der eigenen Ansicht wenigstens zu akzeptieren, wird im Artikel zum Beispiel auch bemängelt.


QuoteHelfer1234

Wieder einmal das klassische Schema:

1. Als großer Verteidiger der Meinungsfreiheit auftreten, aber dann nicht mit Widerspruch und Kritik (hier: Betrachtung von NachDenkSeiten) umgehen können und als Zugabe gleich mal eines dieser lächerlichen, immergleichen Buzzwords (hier: "Denkverbote") blöken.

2. Irgendein lächerliches Zitat bringen, das angeblich von Albert Einstein stammt.

Was der alles angeblich gesagt hat ist wirklich phänomenal.


QuoteMermel
Antwort auf @Helfer1234

Das Zitat scheint korrekt zu sein. Und was Denkverbote angeht. Nein, die gibt es natürlich nicht. Aber einen sehr ähnlichen Effekt. Die "Schere im Kopf".
Man muss keine Denkverbote aussprechen, gesellschaftlicher Druck ist weitaus effektiver und wird als weitaus weniger übergriffig angesehen.


QuoteSt.S

Man darf aber noch Kritik an den NachdenkSeiten äußern ohne direkt in die Ecke von Meinungsunterdrückern geschoben zu werden. Die gleichen Vorwürfe hörte und hört man interessanterweise auch von Mitgliedern der Pegida oder von der AfD.


QuoteWJR69

Ich habe in den nuller Jahren noch regelmäßig die Nachdenkseiten gelesen und war 2010 in Pleisweiler-Oberhofen bei Heiner Flassbeck. Damals waren sie einer der wenigen, die gegen den neobliberalen Einheitsbrei von Henkel bis Sinn, verbreitet vor allen bei Sabine Christansen, angetreten sind. Der Mindestlohn, der damals bolschewistisches Teufelszeug und der Sargnagel der deutschen Wirtschaft war, ist heute weitgehend Konsens.

Aber mittlerweile sind die NDS für mich nicht mehr lesbar, vielleicht einmal in sechs Wochen zum Gruseln. Nur noch kremltreue Erzählungen und Verschwörungsgeraune, vor allen von Albrecht Müller. Man sehnt sich dort wohl nach einem russisch beherrschten Europa und lässt Putinpropagandisten ausführlichst zu Wort kommen, Hautsache gegen die Amis. Kaum noch ein Unterschied zum Compact-Magazin außer, dass man sich offenen Rassismus spart.


QuoteKlaus Lachshammer

"Was als kritische Website begann, ist mittlerweile zum postfaktischen Propagandamedium geworden."

"Mittlerweile" ist gut. Die Nachdenkseiten waren von Anfang an ein Treffpunkt antiimperialistischer Aluhüte und immer durchzogen von tiefgehenden Antiamerikanismus mit mehr oder weniger offenen antisemitischen Abstechern (gerne verklärt als "Hochfinanz"). Das dortige Weltbild war und ist unverrückbar: Der böse Ami will alle unterjochen und wer das nicht erkennen kann, der ist ein typisch deutsches Schlafschaf.


Quotezadong

Die Nachdenkseiten sind imnzwischen Querfront pur. Ein breites Sammelsuriem verschwörungstheoretischer Linker wie Rechter "Alternativmedien". Man kommt schnell von Rubikon" über "Tichy" bis zu den Nachdenkseiten oder Ken Jebsen. ...


QuoteSid Invicious

Leider haben sich die Nachdenkseiten mittlerweile zu einem deutschen Breitbart für Arme entwickelt. Kann man sich schon sehr lange nicht mehr geben, es sei dann man liest auch mit Freuden ernstgemeinte Artikel über chemtrails oder ähnliches.

Vor ca. 15 Jahren sah das noch anders aus. Aber da war z.B. die Sahra auch noch nicht zusammen mit den Rechtsextremen unterwegs und Alice Schwarzer war noch Feministin etc.


QuoteHerber H. Hebert

Ist doch normal. Auch ZON verfolgt eine (politische und gesellschaftliche) Richtung.

Kein Problem.


QuoteHans75M

Ja eben! Fakten sind wie's Völkerrecht...manchmal nutzt es, manchmal ist es lästig.


QuoteTeia

Ich bin für Vielfalt


QuoteMagnus Nufer

Ich bin für mehr Lametta.


Quote
nicola.maus

Ich sehe da nur Einfalt.


Quote
Teia
Antwort auf @nicola.maus

Schauen Sie sich mal die Beiträge von Jens Berger an. Schätze ihn sehr.
Es werden eben viele Themen berücksichtig, über die anderswo nicht mehr berichtet wird.


Quotecontradore
Antwort auf @Teia

    Schauen Sie sich mal die Beiträge von Jens Berger an. Schätze ihn sehr.

ist das der selbsternannte journalist mit notorischer quellen-phobie, der bereits zu seinen 'spiegelfechter'-fechter-zeiten jede populistische sau durchs dorf getrieben hat, und mangels belegen für seine kruden thesen bevorzugt auf artikel von sich selbst verlinkt?


Quotekambyses

Und ich bin für Fakten. ...


Quote
kambyses

Amüsant an den NDS finde ich, dass sie bei überraschenden Wendungen regelmäßig erstmal verdattert schweigen, weil sie nicht wissen, was sie denken sollen. Es wirkt so, als warten sie ab, wie die allgemeine mediale Reaktion ausfällt, bevor sie dann die Gegenposition mit ihren fake news einnehmen, die dann aber mit umso größerer Verve.

Beispiel: Ukrainekrieg

Da fängt der Friedensengel Putin doch plötzlich einen Krieg an. Große Verunsicherung bei den NDS. In den ersten Tagen danach war recht wenig los auf der Website, sogar ein paar Putin-kritische Wortmeldungen waren dabei. Nach ein paar Wochen hatten sie ihr Narrativ jedoch gefunden: Die NATO ist Schuld und Putin immer noch ganz dufte.

Beispiel: Hamas-Angriff

Auch hier wieder erstmal Schweigen im Walde. Israel wurde ja sonst immer gern kritisiert, aber nach dem Terrorangriff der Hamas ging das schlecht. Es brauchte erst wieder ein paar Tage, bis man den Terror ignorierte und wieder wie gewohnt auf Israel eindrosch.


Quotediabolos

Habe mir nach diesem Artikel zwei Interviews, zu Covid und dem Gaza-Konflikt, durchgelesen. Zwei Themen, in denen ich aus diversen Gründen sehr belesen bin.
Extrem gut gemachte Propaganda, die genau genug Wahrheit hineinmischt, dass es für jemanden mit weniger Sachkenntnis extrem glaubwürdig erscheinen könnte, mit so viel Prise Schwurbelei, dass man richtig merkt, wie man in den "Club der Wahrheitskenner" hineingesogen werden könnte.
Gruselig.
Das genaue Gegenteil von Nachdenken.


QuoteMultiple Ansichten

Jeder Mensch hat seine eigene Denkweise, seine eigenen Bedürfnisse und auch seine eigene Weltanschauung, seine Blase. Jeder sucht sich Nachrichten, Medien, die das eigene Weltbild bestätigen, ob rechts, links oder mitte. Auch wird die Wahrheit nicht durch die Mehrheit abgebildet.

,,Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln." (Jean Cocteau)


QuoteAeppelwoi#1

War mal Leser der "nachdenseiten". Hab es aufgegeben nach einigen Wochen und bin wieder zum "mainstream" zurückgekehrt, Unerträglich manchmal, was dort nicht selten geschrieben und behauptet wurde. Übrigens ist "achgut" ähnlich getrickt, nur kommt dort der Unsinn mehr von rechter Seite. Seltsam, dass ein Mann wie Henryk M. Boder dort noch mitmischt.


QuoteAndi.M

Es ist nach wie vor ein kritisches Medium. Es hat sich verändert und der Fokus liegt nicht mehr in der Analyse und Kritik der "Leitmedien".

Auch die Zeit hat sich über die Jahre verändert und dieser Artikel ist ein Beispiel dafür.

Politik ist keine Naturwissenschaft, ein richtig oder falsch gibt es selten. Es ist oft eine Frage der Perspektive und der Argumente. Auch bei den Nachdenkseiten gibt es Meinung, aber diese Meinung ist immer mit guten Argumenten begründet.


QuoteDimebag

Die Nachdenkseiten waren für mich ab ca. 2005 ein wirklich interessantes Medium, mit klugen Gedanken und wertvollen Artikeln. Vor diversen Jahren ist die (mir jetzt etwas nachvollziehbarer) Seite aber schleichend komplett abgedriftet. Ich bin aber schon zu Beginn ausgestiegen und jetzt völlig faszinierend, wie weit der Unsinn noch getrieben wurde.


Quote
CatrinaB

Um 2003 herum, also vor 20 Jahren, hat mir mal jemand die NDS empfohlen. Bei näherer Betrachtung hatte ich schon damals Zweifel, was ich von der Seite halten sollte. Über die Jahre habe ich immer mal wieder hingeklickt ... doch meine Zweifel blieben. Im Gegenteil, spätestens seit Corona und noch mehr seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurde mir klar: Bei NDS sammeln sich vor allem Querschwurbler und Putin-Freunde. Inzwischen rufe ich die Seite nicht mehr auf. Dabei bin ich durchaus dafür, sich mit konträren Meinungen auseinander zu setzen! Aber einem rein auf Hasstiraden, garniert mit fake news, ausgerichteten Kanal will ich keine Klicks verschaffen. Aus dem selben Grund schaue ich auch nichts mehr von Fox News oder noch schlimmeren US-Kanälen an.

Auseinandersetzung mit gut begründeten anderen Haltungen und Meinungen: Sehr gern, sehr gut und sehr wichtig!

Reaktion auf dumpfes Geballere wie bei NDS: Kontraproduktives Verschenken von Aufmerksamkeit.


QuoteNeinDoch

Das schlimmste an den Nachdenkseiten ist die offensichtliche Unlogik.

1. Es werden häufig "Mainstream Medien" als Quelle herran gezogen , das man Recht hatte oder zur untermauerung von Kritik. Dabei werden diese "System Medien" schon im nächsten Absatz als verlogen / blind / einseitig oder gesteuert beschrieben und alle über einen Kamm geschert.

2. Sobald die NdS selber kritisiert wird sprechen sie von "Denkverbot" "defamierung" oder "Kampagne" gegen einen selbst. Als wenn man nur in eine Richtung kritisch sein dürfte...

Das stört mich allerdings an fast allen "alternativen" Seiten.


QuoteWALTJOH

Postfaktisches Propaganda Medium.....

Das mag "man" so sehen. Und wenn es so wäre, dann scheint mir dieses Propaganda Medium allerdings wenig zu bewirken, jedenfalls in Relation zu BILD, WELT, FOCUS und anderen "Rechtsaußen".


QuoteTraveller1

Ohne das Internet würden solche dann als Print herausgegebene Medien ein einsames Dasein in einer schattigen Nische führen. Heute poopt jeder denkbare Unsinn irgendwo auf einer Website auf und wirkt so professionell wie jede andere Site, auch wenn es nur gerührter Quark ist. Und den meisten fehlt die Bildung, Unsinn als solchen zu erkennen.


QuoteMottenburger_Jung

Deutschland ein ,,Vasall der USA"; hat Tino Chrupalla gerade bei Lanz genauso gesagt. Querfront lebt.


QuoteCalatayud

So sind die Spinner.


...

Link

Quote[...] Wer noch einen letzten Beweis dafür braucht, dass man im Geld-Ressort offenbar wenig Ahnung von der Lebensrealität in diesem Land hat, findet ihn im Artikel ,,31-Tage-Detox für ihr Geld". Darin wird die 50-30-20-Regel empfohlen, die folgende Aufteilung vorschlägt: 50 Prozent des Nettoeinkommens für Miete und Lebensmittel, 30 Prozent für Freizeit, 20 Prozent für Sparkonten oder Investments. In wie vielen Haushalten soll das bei explodierenden Lebenshaltungskosten noch möglich sein?
Warum macht ,,Zeit Online" das also? Die Redaktion selbst begründet ihre Entscheidung damit, dass Texte über private Finanzen bei ,,Zeit Online" auf ,,großes Interesse" stoßen.
Bleibt die Frage, ob hier nicht hohe Klickzahlen, Interaktionen und Abo-Abschlüsse mit Zustimmung und journalistischem Wert verwechselt werden. Denn gerade die schon vor der Ressortgründung erschienene Serie ,,Kontoauszug" sorgte zwar regelmäßig für Wirbel in den Kommentarspalten der sozialen Netzwerke. Allerdings kritisierten dabei eben viele Nutzer*innen deutlich, dass die vorgestellten Vermögenssituationen völlig an der Realität vorbeigingen. Wenig überraschend klingen die meisten Kommentare unter dem Text zur Ressortgründung auch eher sarkastisch als begeistert.
Dabei könnte sich so ein Ressort ja an alle Menschen richten, schließlich brauchen wir alle Geld zum Leben. Dass es sich nur an reiche Leute richtet, die noch reicher werden wollen, hat womöglich auch wieder mit – genau! – Geld zu tun. Denn so ziemlich jeder Text aus dem Ressort ist ein Z+Plus-Text, also ein Text, den man nur mit Abo komplett lesen kann. Wer kann sich so ein Abo leisten? Na klar, Menschen mit Geld.
[...] Armut kommt bei ,,Zeit Online" eher wenig vor – und wenn, dann vor allem Armut in anderen Ländern: Westjordanland, USA, Großbritannien, Italien. Wenn es dann doch Artikel zum Thema in Deutschland gibt, handelt es sich meist um Beiträge von wissenschaftlichen Expert*innen, die über Armut sprechen, aber nicht selbst betroffen sind.
[...] So findet hier Journalismus zu einem Thema, das alle existenziell angeht, für wenige statt. Davon fühlen sich viele Menschen nicht angesprochen, oder gar: ausgeschlossen. Was gefährlich ist, wenn wir Journalismus als einen Teil von Demokratie verstehen, der für alle von allen sein sollte.
Zur Grundlage einer demokratischen Gesellschaft gehört ein Journalismus, der verschiedene Lebensrealitäten zeigt – und nicht nur jene von Menschen, die denen in elitären Akademiker-Redaktionen ähnlich sind. (Auch das muss sich natürlich ändern.) Ein Journalismus, der von allen für alle gemacht wird, auf Augenhöhe. Was es dafür aber nicht braucht, ist ein Rich-Kids-Ressort.

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Aus einem Kommentar von Mareice Kaiser: Spartipps für Reiche - "Warum das Geld-Ressort von ,,Zeit Online" abgehobenen Klienteljournalismus betreibt" (23. Januar 2024)
Quelle: https://uebermedien.de/91475/geld-ressort-von-zeit-online/