Author Topic: [Medienjournalismus und Medienkritik... ]  (Read 187141 times)

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Medienjournalismus und Medienkritik...
« Reply #140 on: December 14, 2021, 11:35:30 AM »
Die Aus­ein­an­der­set­zung mit den „alter­na­ti­ven“ Medien wird auf unserer Website gegneranalyse.de gebün­delt. In monat­li­chen Moni­to­rings aus­ge­wähl­ter Kanäle, exem­pla­ri­schen Fall­stu­dien zu ein­zel­nen Medien, Akteu­rin­nen und Akteu­ren und Debat­ten­bei­trä­gen zu Themen und Inhal­ten der Gegen­öf­fent­lich­keit wol­len wir Argu­men­ta­ti­ons­wei­sen und ideo­lo­gi­sche Muster ana­ly­sie­ren sowie Grenz­be­rei­che und Radi­ka­li­sie­rungs­mo­mente beschrei­ben. ... https://gegneranalyse.de/ueber-uns/ (2021)

"Feld­ana­lyse – Gegen­me­dien als Radikalisierungsmaschine" Redaktion (Debatte - November 2021)
In den letzten Jahren – ins­be­son­dere seit dem Kon­flikt um die Flücht­lings­po­li­tik 2015 und dem Aus­bruch der Coro­na­krise – hat sich in der Bun­des­re­pu­blik wie in anderen west­li­chen Ländern eine aggres­sive Gegen­öf­fent­lich­keit gebil­det. Ihre Domäne sind das Inter­net und ins­be­son­dere die „sozia­len Medien.“ Diese sys­te­m­op­po­si­tio­nelle Gegen­öf­fent­lich­keit – in ihrem eigenen Sprach­ge­brauch „alter­na­tive Medien“ – ist für einen rele­van­ten Teil der deut­schen Bevöl­ke­rung zu einer wich­ti­gen, wenn nicht sogar zur maß­geb­li­chen Infor­ma­ti­ons­quelle gewor­den. Das zeigen die großen Abo- und Auf­ruf­zah­len dieser Medien und Kanäle, aber auch ihre Mobi­li­sie­rungs­kraft für die Corona-Demons­tra­tio­nen im Jahr 2020. Poli­tisch haben diese Medien und Pro­pa­gan­da­ka­näle die Funk­tion einer Radikalisierungsmaschine. ... Trotz aller Dif­fe­ren­zen haben die Gegen­me­dien etwas gemein­sam: ihre Abgren­zung von eta­blier­ten öffent­lich-recht­li­chen und pri­va­ten Medien, denen das Aus­spa­ren unbe­que­mer Wahr­hei­ten, die Inter­es­sen­ver­tre­tung „der Herr­schen­den“ oder gar Zensur unter­stellt wird. So befeu­ern sie ein grund­le­gen­des Miss­trauen gegen­über der reprä­sen­ta­ti­ven Demo­kra­tie und ihren Insti­tu­tio­nen. Ihnen kommen dabei sowohl die Algo­rith­men der Sozia­len Medien zugute, die radi­kale und pola­ri­sie­rende Inhalte bevor­zu­gen, als auch eine zuneh­mende Distanz zur reprä­sen­ta­ti­ven Demo­kra­tie, das bis in die gesell­schaft­li­che Mitte reicht.
Die Gegen­me­dien sind damit ein Indi­ka­tor für ein Miss­ver­gnü­gen an der libe­ra­len Demo­kra­tie, das sie auf­grei­fen und sys­te­ma­tisch ver­stär­ken. Umfra­gen zeigen seit Jahren, dass das Ver­trauen in demo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen, Amts­trä­ge­rin­nen und ‑träger in vielen west­li­chen Gesell­schaf­ten erschüt­tert ist. ... Die vor­lie­gende Analyse ver­sucht, das Feld der sys­te­m­op­po­si­tio­nel­len Gegen­öf­fent­lich­keit mit ihrem breiten Spek­trum von Medien und inhalt­li­chen Posi­tio­nen zu beschrei­ben. Dabei begrei­fen wir die Gegen­öf­fent­lich­keit als ein hete­ro­ge­nes Feld, in dem radi­kale ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sche Posi­tio­nen genauso zu finden sind wie sich gemä­ßigt prä­sentie­rende Medien, die eine Schar­nier­funk­tion zwi­schen legi­ti­mer poli­ti­scher Kritik und radi­ka­li­sier­ter Gegen­öf­fent­lich­keit einnehmen. ...
https://gegneranalyse.de/feldanalyse-gegenmedien-als-radikalisierungsmaschine/
« Last Edit: December 14, 2021, 11:42:03 AM by Link »

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Medienjournalismus und Medienkritik...
« Reply #141 on: January 26, 2022, 07:30:18 PM »
// Kontext:  "Der Tod ist ein Meister am Wannsee" Ein [ ] ZDF-Film rekonstruiert die Nazi-Konferenz zur „Endlösung der Judenfrage“. Nikolaus von Festenberg (25.01.2022)
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/zdf-film-die-wannsee-konferenz-der-tod-ist-ein-meister-am-wannsee/28000426.html

"Österreich:Journalistin nach Tweet zur Wannseekonferenz gefeuert" (26. Januar 2022)
Der Exxpress-Chef feuerte, quasi öffentlich, seine Stellvertreterin Anna Dobler. Als am Montag im ZDF und ORF ein Film zur Wannseekonferenz zeigte, wie hochrangige Nationalsozialisten den Holocaust planten, hatte Dobler getwittert: "Das waren nicht nur Mörder, sondern durch und durch Sozialisten." ...
https://www.sueddeutsche.de/medien/oesterreich-twitter-wannseekonferenz-1.5515639

"Wannseekonferenz: "Exxpress" trennt sich von Redakteurin nach Tweet über Holocaust-Planer als "Sozialisten"" (25. Jänner 2022)
Chefredakteur und Herausgeberin stellen sich gegen eine "mögliche Relativierung des Nationalsozialismus" ... Dobler twitterte, sie habe den Tweet auf Aufforderung Schmitts gelöscht. Sie erklärt dazu: "Grundsätzlich ist es eine ganz normale Fragestellung, ob die Ideen der Nazis sozialistische Tendenzen aufgewiesen haben. Ich habe nie eine Verbindung zur Sozialdemokratie hergestellt und würde das auch nie tun." (red, 25.1.2022)
https://www.derstandard.de/story/2000132819357/exxpress-trennt-sich-von-redakteurin-nach-tweet-ueber-holocaust-planer
« Last Edit: January 26, 2022, 07:35:46 PM by Link »

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« Reply #142 on: January 28, 2022, 08:42:39 PM »
"UN-Vertreter kritisiert Süddeutsche Zeitung: "Fragwürdige Methoden"" Harald Neuber (28. Januar 2022)
... Schweizer Jurist Nils Melzer macht sich für Julian Assange stark und wendet sich gegen Polizeigewalt auch in West-Europa. Zwei Zeitungen rücken ihn nun in die Nähe russischer Propaganda. ... [Nils Melzer ist Völkerrechtsprofessor in Glasgow und Genf, sowie UN-Sonderberichterstatter für Folter] ... Wie ein Vertreter der Vereinten Nationen bei seinem Einsatz für Opfer staatlicher Gewalt "zu weit gehen" kann und ob bei der Kritik an staatlicher Gewalt Grenzen geboten sind, beantwortet der hinter einer Bezahlschranke versteckte Artikel kaum.
Stattdessen raunt es in dem Text, Melzer habe "auf (dem Kurznachrichtendienst) Twitter viele zweifelhafte Kontakte", es "wimmele" von "Rechtsextremisten" und "Kreml-Apologeten" aus allen Ländern. ...
https://www.heise.de/tp/features/UN-Vertreter-kritisiert-Sueddeutsche-Zeitung-Fragwuerdige-Methoden-6341381.html?seite=all

Quote
     observer3, 28.01.2022 15:16

Einfach nur erbärmlich.

Assange hatte den journalistischen Job gemacht, den sich unsere "Qualitätsmedien" nicht getraut hatten: Die Aufklärung über schwere Menschenrechtsverbrechen der führenden westlichen Militärmacht USA. Währenddessen waren unsere "Qulitätsmedien" damit beschäftigt, die Kriege dieser Militärmacht für unsere Bevölkerung schön zu schreiben und ihre Verbrechen zu verschweigen oder zumindest klein zu schreiben.

Assange wurde für seine journalistische Arbeit verfolgt und eingekerkert. Das kratzt seine Kollegen in den "Qualitätsmedien" wenig. Nun gehen sie aber auch noch her und diffamieren den UN-Beauftragten für Folter, Nils Melzer, wegen seines Einsatzes für Assange.
Man gewinnt den Eindruck, in den Schreibstuben unserer deutschen "Qualitätsmedien" weht wieder der Ungeist der 1930/40er Jahren.


-

Kontext: "Vereinte Nationen: Die fragwürdigen Methoden des Nils Melzer" Thomas Kirchner und Ronen Steinke, Berlin (24. Januar 2022)
Der UN-Folterberichterstatter setzt sich für Opfer staatlicher Gewalt ein, und besonders für Julian Assange. Die Hinweise mehren sich, dass er dabei zu weit geht.
https://www.sueddeutsche.de/politik/vereinte-nationen-folter-melzer-assange-1.5513840
« Last Edit: March 19, 2022, 10:38:35 AM by Link »

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« Reply #143 on: March 19, 2022, 10:57:51 AM »
Quote
[....] Das Verwaltungsgericht Berlin hat am Donnerstag den Eilantrag der RT DE Productions GmbH gegen die Untersagung des Fernsehprogramms RT.DE abgelehnt. Damit wollte die Produktionsfirma das Verbot des deutschsprachigen Angebots von RT - ehemals Russia Today - aushebeln.

Die von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) ausgesprochene Beanstandungs- und Unterlassungsverfügung, der eine Entscheidung der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten zugrunde liegt, sei nach summarischer Prüfung rechtmäßig, teilte die MABB am Freitagmorgen mit.

Neben der EU haben nun auch die britischen Behörden dem russischen Staatssender RT die Sendelizenz entzogen. Der Sendestopp gelte "ab sofort", gab die britische Medienaufsicht Ofcom am Freitag bekannt. Großbritannien folgte damit einem ähnlichen Schritt der EU-Staaten, die den russischen Sender wegen seiner Berichterstattung über den Ukraine-Krieg bereits verboten haben. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete das Verbot als ein weiteres Beispiel für den westlichen "antirussischen Wahnsinn", der die Meinungsfreiheit aushöhle.

Die MABB hatte das Verbot für RT.DE mit der fehlenden Lizenz begründet. In Deutschland herrscht für den Rundfunk das Prinzip der Staatsferne. Da Russia Today und seine internationalen Ableger vom russischen Staat finanziert werden, gäbe es wenig Chancen für die Erteilung einer deutschen Lizenz. Russia Today beruft sich auf eine serbische Lizenz, die allerdings aus Sicht der deutschen Landesmedienanstalten für ein Programm wie RT.DE nicht ausreicht.

„Dieses medienrechtliche Verfahren ist Ausdruck eines funktionierenden Rechtsstaats“, so MABB-Direktorin Dr. Eva Flecken. „Rechtsstaatlichkeit ist die Voraussetzung für eine freiheitliche und demokratische Medienöffentlichkeit. Rundfunk in Deutschland braucht eine Lizenz. Darüber kann sich auch RT.DE nicht hinwegsetzen. Ich freue mich, dass das Gericht unser Vorgehen bestätigt.“ Das Gericht begründet seine Entscheidung nicht nur mit einer Interessenabwägung, sondern bestätigt vielmehr auch die Rechtmäßigkeit der Entscheidung.

Die RT DE Productions GmbH kann gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen. Das Hauptsacheverfahren läuft weiterhin.

Die MABB hatte erst am Donnerstag das Zwangsgeld gegen die RT DE Productions GmbH von 25.000 auf 40.000 Euro erhöht. Das Zwangsgeld wurde angeordnet, weil RT.DE weiterhin über einige Webseiten zu erreichen sei, so die Medienanstalt.

So lange das Programm von RT.DE produziert und ins Internet eingespeist wird, können zudem die Geosperren umgangen werden, mit denen ein Abruf aus der EU sonst unterbunden wird.


Aus: "Verwaltungsgericht bestätigt Verbot von RT.DE" Kurt Sagatz (19.03.2022)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/schlappe-fuer-russia-today-verwaltungsgericht-bestaetigt-verbot-von-rt-de/28176686.html

-

Quote
[...] Ihr nun europaweites Verbot hatten EU-Vertreter damit begründet, es handele sich bei RT und Sputnik nicht um journalistische Medien, sondern um Waffen des Kremls in einem Informationskrieg. Redefreiheit dürfe nicht zur Verbreitung von Kriegspropaganda missbraucht werden, erklärte etwa EU-Kommissionsvize Vera Jourova.

Bereits im Vorfeld war auch Kritik an den EU-Plänen laut geworden. Zwar handle es sich um „Propagandakanäle“, dennoch sei ein Verbot „nicht zielführend“, hatte etwa Reporter ohne Grenzen erklärt. Die negativen Auswirkungen eines solchen Verbots auf die Berichterstattung aus Russland könnten schwerer wiegen als die kurzfristig beabsichtigten Effekte.
„Wer ‚Russia Today‘ und ‚Sputnik‘ verbietet, wird künftig ein Glaubwürdigkeitsproblem bekommen, die Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit in, zum Beispiel, Russland zu kritisieren“, kritisierte am Tag nach der EU-Entscheidung in der „Welt“ Deniz Yücel, Präsident des deutschen PEN-Zentrums. Selbst wenn manche Menchen auf Russlands Propaganda hereinfielen, fragt Yücel, „besteht die Stärke liberaler Gesellschaften nicht genau darin, auch – pardon my French – allerlei Scheißdreck aushalten zu können?“

...


Aus: "EU-Verbot von RT und Sputnik„Wir erleben einen Informationskrieg“" Michael Borgers | Stephan Weichert im Gespräch mit Sebastian Wellendorf (03.03.2022)
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/eu-verbot-rt-de-debatte-reaktionen-100.html

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Medienjournalismus und Medienkritik...
« Reply #144 on: April 19, 2022, 09:29:47 AM »
Quote
Bodo Ramelow
@bodoramelow

Zweierlei Maß.
Ein Nato Partner bombardiert Stellungen in einem Nachbarland und NTV nennt es: „Verstecke bombardiert“.
Am Schluss wird halt kurz erwähnt, wie es der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages nennt: „Verstoß gegen das Völkerrecht“.

4:57 nachm. · 18. Apr. 2022


https://twitter.com/bodoramelow/status/1516068356356509704

Quote
Luftwaffe: Verstecke bombardiert - Türkei startet Offensive gegen PKK im Irak - 18.04.2022,



Ankara geht erneut gegen die PKK vor, die unter anderem in Europa als Terrororganisation eingestuft wird. Im Nachbarland Irak bombardiert das türkische Militär mehrere Ziele. Die Regierung spricht von Selbstverteidigung.

Die Türkei hat einen neuen Militäreinsatz gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK im Nordirak gestartet. Die Luftwaffe habe unter anderem Verstecke, Tunnel und Munitionsdepots bombardiert, teilte das Verteidigungsministerium mit. Dabei seien Kampfjets, Hubschrauber und bewaffnete Drohnen eingesetzt worden. "Eine große Zahl an Terroristen" sei "neutralisiert" worden, sagte Verteidigungsminister Hulusi Akar. Der Einsatz werde in den "kommenden Stunden und Tagen" verstärkt. Die Türkei begründete den Einsatz mit dem Schutz vor Terrorangriffen und dem Recht auf Selbstverteidigung.

Die PKK steht in der Türkei, Europa und den USA auf der Terrorliste. Der jüngste Angriff konzentrierte sich nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums auf die Regionen Metina, Zap und Awaschin-Basjan im Nordirak.

Ein PKK-Sprecher im Irak sagte, es gebe "intensive Kämpfe" zwischen der türkischen Armee und dem militärischen Flügel der PKK. Die türkischen Streitkräfte hätten versucht, "Soldaten mit Hubschraubern abzusetzen und auch zu Land vorzudringen".

Der Start der türkischen Offensive erfolgte wenige Tage nach dem Besuch des Regierungschefs der autonomen Kurdenregion im Irak, Masrur Barsani, in der Türkei. Es wird vermutet, dass Barsani über den türkischen Armeeeinsatz informiert war. Nach seinem Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte Barsani sich positiv über die "Ausweitung der Zusammenarbeit" mit der Türkei "zur Förderung von Sicherheit und Stabilität" im Nordirak geäußert.

Das türkische Militär hat bereits mehrmals Einsätze gegen die PKK im Irak und gegen die Kurdenmiliz YPG in Syrien geführt. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hatte in der Vergangenheit bei ähnlichen Einsätzen bezweifelt, dass diese mit dem Völkerrecht vereinbar sind.

Das Hauptquartier der PKK liegt in den nordirakischen Kandil-Bergen. Ankara geht auch immer wieder militärisch gegen deren Stellungen in der Südosttürkei vor. Die PKK wiederum verübt Anschläge. Der seit 1984 andauernde Konflikt kostete bislang Zehntausenden Menschen das Leben. Ein Waffenstillstand war im Sommer 2015 gescheitert.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP


Aus: "Luftwaffe: Verstecke bombardiert Türkei startet Offensive gegen PKK im Irak" (18.04.2022)
Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Tuerkei-startet-Offensive-gegen-PKK-im-Irak-article23273840.html

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[Medienjournalismus und Medienkritik... ]
« Reply #145 on: May 11, 2022, 02:56:40 PM »
Quote
[...] Russland (155) hat nach dem Überfall auf die Ukraine die Pressefreiheit im eigenen Land de facto abgeschafft, in der Ukraine (106) starben durch die Kriegshandlungen innerhalb weniger Wochen sieben Medienschaffende.

Gleich viele waren es nur in Mexiko (127)

...


Aus: "Neue Rangliste der Pressefreiheit 2022" (28.04.2022)
Quelle: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/reporter-ohne-grenzen-veroeffentlicht-rangliste-2022

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[Medienjournalismus und Medienkritik... ]
« Reply #146 on: August 01, 2022, 04:15:03 PM »
""Konkret"-Magazin:Öffentliche Distanzierung von linkem Magazin "Konkret"" Johannes Korsche (30. Juni 2022)
Siebzehn Autorinnen und Autoren beenden mit einer Erklärung die Zusammenarbeit. Sie sehen das Magazin auf Pro-Putin-Kurs.
https://www.sueddeutsche.de/medien/magazin-konkret-autorinnen-und-autoren-distanzieren-sich-von-konkret-wegen-angeblichem-pro-putin-kurs-1.5612834

Im Internet kursiert eine Erklärung mit dem Titel »Warum wir nicht mehr für konkret schreiben«. Die 17 Unterzeichner/innen stellen sich darin als »Autorinnen und Autoren von konkret« vor, die wegen des vermeintlichen »Pro-Putin-Kurses« der Zeitschrift »die Zusammenarbeit« mit konkret »beenden« (»Süddeutsche Zeitung«).
Dazu stellt die konkret-Redaktion fest ...
https://www.konkret-magazin.de/720-richtigstellung (Die Redaktion, 1. Juli 2022)


Narration und Schwerkraft 44 - Konkret (Juli 2022) by Narration und Schwerkraft
https://www.mixcloud.com/TheRevolver/narration-und-schwerkraft-44-konkret-juli-2022/
« Last Edit: August 01, 2022, 04:16:49 PM by Link »

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« Reply #147 on: September 06, 2022, 09:49:34 AM »
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[...] Schon wieder ein Lied weniger! Jetzt verzichte sogar die Band „Die Ärzte“ darauf, ihren Song „Elke“ auf Konzerten zu spielen. Sänger Farin Urlaub habe „jetzt“ ein „Machtwort“ gesprochen - so berichtet es jedenfalls die „Bild“-Zeitung.

Schon wieder ein Skandal, der gar keiner ist. Eher handelt es sich um ein anschauliches Beispiel dafür, wie irreführend, unaufrichtig und interessengeleitet die Diskussion um vermeintliche „Zensur“ im Namen „politischer Korrektheit“ geführt wird.

In Wahrheit spielen die Ärzte das Lied seit Ewigkeiten nicht. Auf keiner Tour der vergangenen Jahre gehörte es zur Setlist. Dies ist natürlich auch der „Bild“ bekannt: Gegen Ende des Artikels wird in einem Nebensatz eingeräumt, die Band habe das Lied „schon länger aus dem Programm genommen“.

Die Bandmitglieder haben auch schon vor Jahren in Interviews erklärt, dass sie das Lied nicht mehr spielen. Dass es „obsolet“ und „einfach durch“ sei. Der letzte in Fanforen dokumentierte Auftritt, bei dem die Ärzte noch einmal „Elke“ spielten, fand im Dezember 2011 statt. 

Die Behauptung, Sänger Farin Urlaub habe „jetzt“ ein „Machtwort“ gesprochen, ist völliger Unsinn, befriedigt aber in Zeiten von „Layla“ und „Winnetou“ das Empörungsbedürfnis derer, die sich darüber aufregen möchten, dass man heute ja praktisch gar nichts mehr sagen dürfe.

Was tatsächlich passierte: Beim letzten ihrer Konzerte Ende August auf dem Tempelhofer Feld alberten die drei Musiker mehrere Stunden lang ausgelassen herum, machten Witze über sich, ihr fortgeschrittenes Alter und misslungene Frühwerke.

In einer Ansage zwischen zwei Liedern erklärte Farin Urlaub dann auch, weshalb die Ärzte „Elke“ nicht mehr spielen: Weil das Lied nämlich, ganz offensichtlich, frauen- und dickenfeindlich sei. „Elke“ gehöre genauso ins vergangene Jahrtausend wie die Band als Ganzes, scherzte Urlaub weiter.

Wie konnte aus dieser flapsigen Bemerkung ein Aufreger werden, den die „Bild“-Zeitung todernst unter der Überschrift „Lied wird nicht mehr gespielt: Ärzte distanzieren sich von Kult-Song“ als Top-Meldung  auf ihrer Homepage platzierte?

An jenem Abend fielen noch weitere launige Sätze. Zum Beispiel diese hier, ebenfalls aus dem Mund von Farin Urlaub, allerdings lauthals mitgesungen von zehntausenden Konzertbesuchern: „Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der BILD. Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht, aus: Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht!“ Darüber berichtete die „Bild“-Zeitung nicht.

Um den „Elke“-Artikel einordnen zu können, muss man wissen, dass die Ärzte der „Bild“ grundsätzlich keine Interviews geben. Die Musiker haben sich früh entschieden, nie mit dieser Zeitung im Aufzug fahren zu wollen, und haben sich darin auch seit Jahrzehnten nicht beirren lassen.

Da die Ärzte nicht mit der „Bild“ reden, musste die Zeitung im Laufe der Jahre andere Weg finden, über die Band zu berichten. Einerseits veröffentlicht sie beiläufig die Namen von Lebensgefährtinnen der Bandmitglieder und bringt vergiftete Albumbesprechungen („Die neue Ärzte-Platte kann leider wenig!“). Andererseits muss sie damit Vorlieb nehmen, dpa-Meldungen über die Ärzte zu veröffentlichen oder Artikel aus Interviews zu generieren, die andere Zeitungen oder Internetplattformen mit der Band führten.

Das liest sich dann zum Beispiel so: „Bei den Dreharbeiten war Bela, so verriet er 'laut.de', acht Stunden nackt.“ Im Fall des „Elke“-Artikels reichte der Tweet einer Konzertgängerin aus, die Farin Urlaubs Ansage wiedergab, um daraus einen Aufreger zu konstruieren.

Dieser passt allerdings prima zur sonstigen Berichterstattung der „Bild“ über vermeintliche Cancel Culture. In der aktuellen Debatte um Winnetou titelte sie etwa: „Sender zieht Schlussstrich: ARD zeigt keine Winnetou-Filme mehr“. In Wahrheit darf die ARD gar keine Winnetou-Filme zeigen, da ihre Lizenzen bereits vor zwei Jahren ausgelaufen sind. Die Rechte hat sich derzeit das ZDF gesichert, das die Filme auch weiterhin zeigen wird.

Tragisch ist, dass die konstruierte Geschichte der „Bild“ bei anderen Medien Anklang findet und weitergetragen wird, ja teilweise gar – ob aus Unwissenheit oder bewusster Lesertäuschung – noch zugespitzt wird. Herausragend war hierbei die  Leistung der „NZZ“, deren Autor den Song zu einem der am häufigsten live gespielten Ärzte-Stücke erklärte und dann ernsthaft behauptete: „Doch damit ist jetzt Schluss. Auf der neuen Setlist der Band fehlt das Lied – offenbar eine bewusste Entscheidung.“ Die Freiheitskämpfer der „Welt“ veranstalteten sogar ein Pro & Contra zur Frage: „Sollen die Ärzte auf ihren Song 'Elke' verzichten?“

„Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der BILD. Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht, aus: Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht!“ – seit mittlerweile 14 Jahren verschweigt die „Bild“-Zeitung ihren Lesern, dass diese Liedzeilen existieren, dass diese auf Ärzte-Konzerten zu den beliebtesten überhaupt gehören und von Fans stets euphorisch mitgesungen werden. Noch viel länger verschweigt die Zeitung ihren Lesern, dass die Ärzte nichts mit ihrem Journalismus zu tun haben wollen und partout keine Interviews geben. Könnte es sein, dass Redakteure im Haus so etwas nicht schreiben dürfen – und falls ja: Was sagt das dann über die Freiheit des Wortes?

Der Radiosender Antenne Bayern, an dem die „Bild“-Mutter Springer beteiligt ist, hat von dem Lied „Lasse redn“, das diese Zeilen enthält, damals eine gekürzte Version erstellt, in dem ausgerechnet die Kritik an der „Bild“ herausgeschnitten wurde. Mit Zensur habe dies aber auf keinen Fall etwas zu tun, erklärte der Sender damals dem „Bildblog“. Auch der Manager der Ärzte reagierte: „Die Entfernung dieser Kernzeilen des Textes sieht die Band als eine sinnentstellende Verstümmelung des Songs an.“


Aus: "Wie die „Bild“ Cancel-Culture-Debatten herbeifantasiert" Sebastian Leber (05.09.2022)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/geheuchelte-aufregung-ueber-aerzte-song-elke-wie-die-bild-cancel-culture-debatten-herbeifantasiert/28657248.html

"Die Ärzte im Axel-Springer-Remix" (13.6.2008)
Die Ärzte haben ein fröhliches Lied geschrieben. Es heißt “Lasse redn” und empfiehlt, all die Deppen, Spießer, Lügner und Heuchler, die sich das Maul über einen zerreißen, gepflegt zu ignorieren.
Bei Antenne Bayern spielen sie das auch gerne. Sie haben sich sogar einen eigenen Remix gebastelt. ... Was also mag Antenne Bayern, einen Sender, an dem die Axel Springer AG mit 16 Prozent direkt beteiligt ist, veranlasst haben, aus einem gut gelaunten Stück der besten Band der Welt einen ganzen Refrain mit kritischen Worten über die “Bild”-Zeitung herauszuschneiden?
Der Pressestelle des Senders ist bislang auch noch keine Antwort eingefallen. ...
https://bildblog.de/3021/die-aerzte-im-axel-springer-remix/


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« Reply #148 on: November 22, 2022, 07:34:46 PM »
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Matthias Meisner

@MatthiasMeisner Journalist & Autor • Unterwegs u.a. für @tazgezwitscher
 @herder_verlag
 @SEENOTRETTUNG
 @JuedischeOnline
 @gegneranalyse
 @blaetter
 @Volksverpetzer

Die #NachDenkSeiten fragen mich, warum ich schreibe, der einst linke Blog sei „nach rechts“ und „verschwörungsideologisch“ unterwegs. Ernsthaft? Aber selbstverständlich komme ich dieser Bitte komme ich sehr gern nach. #Thread

https://twitter.com/FWarweg/status/1594728808648769536

7:10 nachm. · 21. Nov. 2022

...


https://twitter.com/MatthiasMeisner/status/1594755221984526358

-

Medien: Die Nachdenkseiten, ein Scharnier für Verschwörungsideologie"  Wolfgang Storz (23. Mai 2022)
Die Nachdenkseiten (NDS) sind ein bei Gewerkschafts-Linken und in klassisch linken Kreisen einflussreiches und weit verbreitetes Internetportal. Gegründet unter anderem von Albrecht Müller kommt das Projekt von links, hat sich jedoch nach und nach bis heute zu einem Querfront-Medium gewandelt, „das die Bezüge zur radikalen Rechten zwar indirekt aber ganz bewusst herstellt“. Zudem dienten die NDS als „Scharnier für Verschwörungstheorien“. So lauten einige der Befunde, die der Trier Politikwissenschaftler Markus Linden in einem Gutachten präsentiert, das er vor kurzem für das Zentrum Liberale Moderne erstellt hat. Wolfgang Storz führte mit ihm das Interview per Email. ...
https://bruchstuecke.info/2022/05/23/die-nachdenkseiten-ein-scharnier-fuer-verschwoerungsideologie/

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« Reply #149 on: November 24, 2022, 09:12:13 AM »
"Raketeneinschlag in Polen: Schob Russen die Schuld zu – US-Nachrichtenagentur entlässt Journalisten" (22.11.2022)
Der Raketeneinschlag in Polen hätte zu einer weiteren Eskalation führen können. Fehlerhafte Berichterstattung in den ersten Stunden nach dem Vorfall verstärkte die Sorge. ... Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hat einen Journalisten entlassen, nachdem dieser mutmaßlich unsauber gearbeitet hatte. Im Speziellen geht es um die Berichterstattung rund um den Raketeneinschlag in Polen, berichten die US-amerikanische Nachrichtenseite „The Daily Beast“. und die Zeitung „The Washington Post“. Ein interner Chatverlauf soll den chaotischen Prozess um die Berichterstattung zeigen. ... Nun meldete die AP unter Berufung auf US-Vertreter, dass es sich nach ersten Erkenntnissen um eine Flugabwehrrakete handle, die ukrainische Soldaten offenbar abgefeuert hätten, um eine russische Rakete abzuwehren. Ähnliche Mutmaßungen hatten Experten bereits am Dienstagabend angestellt. ...
https://www.tagesspiegel.de/politik/raketeneinschlag-in-polen-nachrichtenagentur-entlasst-journalisten-hinter-falscher-nachricht-zum-ukrainekrieg-8905246.html