Author Topic: medienjournalismus und medienkritik...  (Read 18097 times)

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medienjournalismus und medienkritik...
« Reply #60 on: November 22, 2017, 11:05:11 AM »
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[...] Dehm - seit Jahren Enfant terrible der Linken - hat sich binnen weniger Tage zum zweiten Mal bei seinen Genossen in die Nesseln gesetzt. Gemeinsam mit dem früheren Vize-Fraktionschef Wolfgang Gehrcke hatte er sich vergangene Woche in den Streit um die Verleihung eines Kölner "Karlspreises" eingeschaltet - die Verwechslungsgefahr mit dem renommierten Aachener Karlspreis scheint durchaus beabsichtigt. Er soll in diesem Jahr für "aufklärerischen Journalismus" an Ken Jebsen verliehen werden, der seit Jahren im Milieu der Verschwörungstheoretiker beheimatet ist. ...


Aus: "Die Linke: Unter Putin-Verstehern und Aluhüten" (21.11.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/die-linke-unter-putin-verstehern-und-aluhueten/20610784.html

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[...] Im Berliner Kino Babylon sollte Ken Jebsen als mutiger Journalist geehrt werden. Kultursenator Lederer polterte, jetzt gab es eine Absage. BERLIN taz | Die Verleihung eines Medienpreises an den ehemaligen RBB-Radiomoderator Ken Jebsen, der seit Jahren in verschwörungstheoretischen Kreisen unterwegs ist, wird nicht wie geplant im Berliner Kino Babylon stattfinden. Das bestätigte die Senatsverwaltung für Kultur am Dienstag der taz.

Damit ist der Wunsch von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) in Erfüllung gegangen. Der hatte am Montag auf Facebook geschrieben: „Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“

Genau das hat Babylon-Chef Timothy Grossman nun getan, wohl aber ohne von der Richtigkeit dieses Schrittes überzeugt zu sein. Auf Nachfrage der taz reagierte das Kino barsch – für eine Auskunft stehe man nicht zur Verfügung. Aus der Senatsverwaltung hieß es dagegen, dass es noch am Montag zu einem Telefonat zwischen Kultur-Staatssekretär Torsten Wöhlert und Grossmann gekommen sei. Dabei sei dem Kino-Betreiber die „deutliche Irritation“ über die Veranstaltung mitgeteilt worden. Am Dienstagvormittag dann sagte Grossmann den Veranstaltern per Mail ab.

Das Kino Babylon erhält als „kommunales Kino“ institutionelle zweckgebundene Zuwendungen vom Land Berlin für den Kino-Spielbetrieb, 2017 in Höhe von knapp 400.000 Euro. Laut Senatsverwaltung für Kultur erhält der Vermietungsbetrieb der Neue Babylon Berlin GmbH „keine öffentliche Förderung und liegt in der ausschließlichen Verantwortung des Geschäftsführers“. Eine Handhabe, die Veranstaltung selbst abzusetzen, habe man demnach nicht gehabt, heißt es.

Die Ankündigung der für den 14. Dezember geplanten „Festveranstaltung“ hatte seit einigen Tagen für Aufregung gesorgt. Der Querfront-Blog Neue Rheinische Zeitung Online (NRhZ), der seinen Namen von der 1848 bis 1849 durch Karl Marx redigierten Zeitung übernommen hat, wollte seinen „Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik“ verleihen.

Laut Ankündigung sollte Jebsen „für seinen aufklärerischen, unabhängigen, facettenreichen, urdemokratischen Journalismus“ ausgezeichnet werden. Dass Jebsen seit seinem Rauswurf beim RBB unter Antisemitismusverdacht steht und auf seinem Youtube-Kanal KenFM vor allem Verschwörungstheorien bedient, ist den Veranstaltern wohl egal – bzw. ist der Grund für die geplante Auszeichnung.

Mit einer Rede im Babylon angekündigt war unter anderem die Israel-Kritikerin Evelyn Hecht-Galinski, die den Preis selbst 2014 erhielt – damals begleitet von einer Laudation von Jebsen. Im Rahmenprogramm sollte zudem die Band „Die Bandbreite“ auftreten. In seinem Post schrieb Lederer, die Band wirke „mit ihren vor Rechtsesoterik triefenden Texten bis tief in rechtsradikale Milieus“ und könne sich des „Beifalls von NPD bis Jürgen Elsässer versichern“.

Die beiden Herausgeber von NRhZ-Online Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann waren im Jahr 2012 Teilnehmer eines von Compact-Chefredakteur Elsässer organisierten „Staatsbesuches“ bei dem damaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Dies passt zur dezidiert anti-israelischen und anti-amerikanischen Orientierung des Blogs. Trotz linker Rhetorik bedient man damit vor allem ein rechtes bis antisemitisches Publikum.

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Seven
16. Nov, 17:25

Lieber Herr Peter !

Wir erkennen Ihre schäbige Feindbildgenese.
Das können wir, weil wir dessen Machart durchschauen -- aber natürlich auch, weil der Text so schlecht ist.
Geben Sie sich mehr Mühe beim Schreiben, dann klappts vielleicht auch mit der Meinungsmache. ...


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Paradigma
Freitag, 22:12

Ken Jepsen wird unterstellt dienlich zu sein für Rechte und Antisemiten.
Dies ist entspricht m.E. nicht der Wirklichkeit. Der sicherlich sehr kritische Journalismus von Ken Jepsen wird nach meinem Dafürhalten in der Mehrheit von kritischen und zumeist unabhängigen Bürgern der Zivilgesellschaft, insbesondere linken, liberalen und durchaus auch wertkonservativen Menschen wertgeschätzt. Dies ist auch an den Persönlichkeiten zu erkennen, die von Ken FM Jebsen interviewt werden und die ebenfalls aus diesem Spektrum kommen, wie der wertkonservative Willy Wimmer (CDU-Mitglied), Friedenforscher Daniele Ganser-parteiunabhängig, Rita Süssmuth, Sahra Wagenknecht, Peter Gauweiler(CSU Mitglied) u.v.a. m. Keiner dieser Interviewpartner ist ein dummer Antisemit und auch kein Rechter. Gemeinsam kennzeichnet die Interviewpartner und auch Ken FM aus. die kritische Einschätzung, wie sich die politische und gesellschaftliche Situation im Hinblick auf die Demokratie, Einhaltung der Rechts-, der Sozialstaatlichkeit drastisch verschlechtert hat und deshalb der innere und äußeren Friedens zunehmend gefährdet ist.
Welche tatsächlichen Gründe liegen vor die Ehrung von Ken Jepsen zu verhindern?


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Wagenbär
Samstag, 02:25

@Paradigma Welche Veröffentlichung von "Ken Jebsen" stellt in Ihren Augen denn "kritischen Journalismus" dar?
Ich finde da eine Mischung von krudem Geblubber mit banaltsen Gemeinplätzen, grotesk verzerrte Darstellungen von Ereignissen und ebenso groteske Selbstüberschätzung.
Beispiel ist die Bezeichnung des Selbstdarstellers Ganser als "Friedensforscher"
"Ken Jebsen" hat Ganser in sschönster Hausberichterstattung mehrfach fälschlich zum "Professor" befördert.
In keiner Veröffentlichung mit / über Ganser ist je eine Spur von kritischer Betrachtung zu finden.


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Paradigma
Freitag, 23:37

@Paradigma Die Ehrung von KenFM verhindert zu haben, stellt auch einen indirekten Affront gegenüber den durchaus seriösen Interviewpartner dar, wie z.B. Willy Wimmer, Staatssekretär im Verteidigungsministerium unter Kanzler Kohl u.v.a.m. Sämtliche Gesprächspartner von KenFM werden sicherlich eigenverantwortlich und eingehend geprüft haben, mit wem und ob sie sich mit Jepsen in brisante politische Diskussionen einlassen. Ken Jepsen stellt im übrigen als Journalist hauptsächlich Fragen, enthält sich weitgehend zu persönlichen Meinungsäußerungen. Insofern werden die politischen Auffassungen seiner Interviewpartner tangiert und versucht auch diese Meinungen zu verhindern, die ohnehin in den Mainstreammedien völlig ignoriert und verschwiegen werden. Hat jemals eine große Tageszeitung, das öffentlich-rechtliche Fernsehen von dem sehr erfahrenen Willi Wimmer und Verteidigungsexperten berichtet.?
Die Preisverleihung zu sabotieren und dies für positiv zu bewerten, lässt die Schlussfolgerung zu, dass auch die freie Meinungsäußerung der Gesprächspartner zu beschneiden , in dem diese Gesprächsplattform diskreditiert wird. Dies ist nicht zu akzeptieren und widerspricht zutiefst der demokratischen Grundordnung.


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Aus: "Querfront-Preisverleihung abgesagt: Kein Raum für Jebsen" Erik Peter (14. 11. 2017)
Quelle: https://www.taz.de/!5463066/

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[...] Dass die taz ihre friedenspolitischen Wurzeln gekappt hat und ähnlich wie die Partei der (Oliv-)Grünen seit dem Jugoslawienkrieg die illegalen Kriege des US-Imperiums akzeptabel findet, können Leute wie ich, die vor 38 Jahren diese antimilitaristisch verwurzelte “linke radikale tageszeitung” mitgründeten, nur als tragischen Niedergang empfinden. Die unter dem Fähnchen “Menschenrechte”, “humanitäre Intervention”  oder “war on terror” getarnten US-Kriege werden von der  taz-Redaktion mittlerweile nicht nur achselzuckend hingenommen, sondern gern auch noch publizistisch gefördert. Wie zuletzt die Bürgerkriege in der Ukraine und Syrien, mit der einst linksradikalen taz ganz auf Seiten von NATO, USA und ihren terroristischen Söldnern.
Einen ähnlichen Niedergang in die “Regierungsfähigkeit” wie die Grünen haben auch weite Teile der Partei “Die Linke” gewählt – Abschied von aktiver Friedenspolitik und Akzeptanz des us-amerikanischen Bellizismus sind das Ticket für Regierungspöstchen in Deutschland.

... Ganz im Sinne atlantischer Frontkämpfer-Mentalität hat Klaus Lederer jetzt das Babylon-Kino – eine von seinem Senat geförderte Spielstätte – aufgefordert, den Mietvertrag für eine Preisverleihung an Ken Jebsen zu kündigen. Der Blog  “Neue Rheinische Zeitung” aus Köln, der alle zwei Jahre den Karls- Preis für engagierten Journalismus vergibt, hatte den Saal für den 14. Dezember gebucht – und bei mir angefragt, ob ich eine Laudatio auf den Preisträger halten würde. Ich sagte sofort zu, weil es höchste Zeit wird, Ken Jebsen und KenFM in höchsten Tönen zu loben, denn dieses Programm und sein Macher – der Chef des Grimme-Instituts, Lutz Hachmeister, lobte ihn unlängst erst als Medienpionier   – sind für mich seit Jahren der Leuchtturm eines friedens-politisch, anti-militaristisch und anti-kapitalistisch engagierten Journalismus. Dass solcher Journalismus Figuren wie Lederer nicht ins Konzept passt, kann man verstehen, dass sie sich aber übler Verleumdungen bedienen, um ihn zu verhindern, ist absolut inakzeptabel:  “Der Preisträger und mehrere an dieser Veranstaltung Beteiligte sind in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten(..) Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung,” richtet der Herr Senator über Facebook aus und die taz entblödet sich nicht, dieses dumpfe Mobbing unter dem Titel “Querfront-Preisverleihung abgesagt” unreflektiert nachzubeten. ...


"Kultursenator zieht Rufmord vom Leder – und schießt sich ins Knie" Mathias Broeckers (15/11/2017)
Quelle: https://www.broeckers.com/2017/11/15/kultursenator-zieht-rufmord-vom-leder-und-schiest-sich-ins-knie/


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medienjournalismus und medienkritik...
« Reply #61 on: November 22, 2017, 11:05:37 AM »
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[...] Einer der Zweifelnden, der Schweizer „Energie- und Friedensforscher“ Daniele Ganser, soll Ende November in Berlin zu der Frage „Feuer oder Sprengung?“ sprechen. Für 20 Euro Eintritt kann man im Kino Babylon seinem Vortrag lauschen – es sei denn, der Veranstaltung ergeht es noch wie einer für Mitte Dezember angesetzten Preisverleihung an den ehemaligen RBB-Moderator Ken Jebsen. Nach öffentlicher Kritik durch Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und einem Telefonat seines Staatssekretärs Torsten Wöhlert mit Babylon-Geschäftsführer Timothy Grossman sagte das Kino den Veranstaltern ab.

Für seinen „aufklärerischen“ und „urdemokratischen Journalismus“ sollte Jebsen der „Kölner Karlspreis“ vom Blog Neue Rheinische Zeitung Online (NRhZ) verliehen werden. Der 51-jährige Moderator Jebsen stellt sich mit seinem Kanal KenFM als Alternative zu den etablierten Medien dar. Die Laudatio sollte taz-Mitarbeiter Mathias Bröckers halten, ebenfalls bekannt für seine verschwörungstheoretischen Ansichten zum 11. September 2001. Als Rednerin war Evelyn Hecht-Galinski angekündigt, eine Unterstützerin der umstrittenen israelkritischen Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS).

Lederer kritisierte Jebsen sowie weitere an der Veranstaltung Beteiligte scharf: Sie seien „in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten“. Antisemitismusvorwürfe führten 2011 zu Jebsens Entlassung beim RBB.

Auf Nachfrage der taz, ob Lederers Beschreibung der Jebsen-Veranstaltung als „Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte“ auch für jene von KenFM organisierten Ganser-Vorträge gelte, hieß es aus der Senatsverwaltung: „Es reicht ein Mindestmaß an Ratio, um diese Veranstaltung ebenfalls unter genannter Jahrmarkt-Rubrik zu fassen.“ Im Telefonat habe man Grossman den „Unmut über die Häufung inhaltlich mindestens fragwürdiger Veranstaltungen“ mitgeteilt.

Während Lederer die Jebsen-Veranstaltung mit Antisemitismus und durch den geplanten Auftritt der Band „Die Bandbreite“ auch mit dem „rechtsradikalen Milieu“ in Verbindung brachte, bezieht sich die Kritik an den 9/11-Vorträgen von Ganser auf dessen Verschwörungstheorien. 2015 hatte Ganser aber auch eine Diskussion mit dem einstigen Gründer der verbotenen neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann, Karl-Heinz Hoffmann, über das Oktoberfestattentat geführt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jürgen Elsässer – Chefredakteur des rechtspopulistischen Magazins Compact.

Das Babylon, das für sein Kinoprogramm jährlich mit etwa 400.000 Euro vom Senat bezuschusst wird, äußerte sich auf Anfrage der taz nicht. Die Senatsverwaltung für Kultur widersprach dem Vorwurf der Zensur, den auch der Linke-MdB Diether Dehm und der Ex-Abgeordnete Wolfgang Gehrcke öffentlich erhoben haben. Lederer habe sich „öffentlich positioniert“ – dies sei „keine Anweisung“ für das Babylon.

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Zehni, 21.11.2017

Sehr schwacher Kommentar: Außer das übliche Querfront, Aluhut und VT-Geblubber nix gescheites. Wer soll das noch ernst nehmen? Lieber die offizielle 9/11 VT glauben, die natürlich zu 100% schlüssig und von so ehrenwerten Leuten wie Cheney und Bush in die Welt gesetzt wurde.
Wie war das mit den Massenvernichtungswaffen im Irak und der Brutkastenlüge? Selbst wenn man weiß, dass ständig gelogen wird, bleibt man lieber bei der offiziellen Version, ist eben die Komfortzone.
Deshalb liebe TAZ: dreht euch nochmal um und schlaft weiter....


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der Karpate, 22.11.2017

Ich verstehe nicht, wiso die Taz verhindert, daß es zu eine ernsthafte Diskussion kommen kann, die zu einer neuen Untersuchung der Anschlägen vom 11.09 führen könnte. Immerhin stellt sich die Taz damit auf die Seite von Busch jr. der uns in den Irak krieg gelogen hat. Allein das macht mich skeptisch. Habe mir auch ein paar Vorträge bei Kenfm angehört, dort kommen Professoren, UN Personal und Politiker zu wort, es scheint polemisch alle als Aluhutträger zu beschimpfen.


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El-ahrairah

Jetzt mal inhaltlich und nicht identitär gefragt: Fällt die Anerkennung eines transatlantischen nichtstaatlichen Machtgeflechts in der US-Politik bei Euch eigtl auch als V-Theorie? Das ist nämlich eine historische Tatsache. Selbst der Sohn von Neocon-Gründer Irving Kristol sprach ganz ungeniert vom "deep state" als Alternative zum "Trump state"


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Aus: "Verschwörer im Berliner Kino Babylon: Große Bühne für Aluhüte" Erik Peter (20. 11. 2017)
Quelle: https://www.taz.de/!5461114/

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... Die Demokratie lebt vom offenen Dialog seiner Bürger, die sich um die Erkenntnis des Richtigen zum gemeinsamen Wohl bemühen („Direkte Demokratie“). Dabei sind Streit und Kritik Wesensmerkmale einer demokratischen Gesellschaft. Wenn nur noch wenige Bürger der Überzeugung sind, auf das Handeln der Regierenden Einfluss zu haben, dann ist ein solcher Dialog unentbehrlich. In Deutschland sind nach einer neuen OECD-Studie zum politischen Mitspracherecht („Wohlbefindens-Studie“) nur 24 Prozent der Befragten davon überzeugt, mitbestimmen zu können, was die Regierung macht (Russland auf Platz 4, Deutschland abgeschlagen auf Platz 24!). Ist es jedoch nicht mehr möglich, seine (auch unbequeme) Meinung frei zu äußern und wird der Anders-Denkende nicht mit Argumenten „bekämpft“, sondern von einer quasi-linken Journaille (Karl Kraus) öffentlich verunglimpft, lächerlich gemacht und folglich von verwirrten oder gekauften Schlägertrupps auf offener Straße (auch vor den Augen seiner Kinder) mit abgebrochenen Bierflaschen und Baseball-Schlägern körperlich bedroht und attackiert, wie es Ken Jebsen bereits vor zwei Jahren aus eigener Erfahrung berichtete, ist das eine bedenkliche Entwicklung, die an die dunkle deutsche Vergangenheit erinnert.

Lion Feuchtwanger beschreibt in seinem zur Weltliteratur zählenden Roman „Erfolg“ die deutschen Ereignisse zwischen den Kriegen 1914 bis 1939 – die Erkenntnis des „Wiedereinbruchs der Barbarei in Deutschland und ihren zeitweiligen Sieg über die Vernunft“ – mit besonderem politischen Scharfblick. Und auch Oskar Maria Graf dokumentiert die widerwärtigen Geschehnisse in der Zeit des aufkommenden Faschismus sehr ergreifend im Roman „Unruhe um einen Friedfertigen“. Sollte sich diese Geschichte wiederholen? Welche Art von Faschismus es dann sein wird, ist noch die Frage. Der Teufel kommt nicht immer durch die gleiche Türe herein.

Wenn Kultursenator Lederer, Mitglied der Partei der Linken im rot-roten Berliner Senat, über die geplante Festveranstaltung für Ken Jebsen – in wessen Auftrag auch immer – auf Facebook von einem „Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte“ spricht und meint, dass das Kino Babylon für „diesen Wahnsinn“ nicht zur Verfügung stehen sollte, dann fördert er als Vertreter pseudo-linker Politik in Kooperation mit der pseudo-linken Journaille, die seit Jahren ein Kesseltreiben gegen den unbequemen Journalisten Ken Jebsen veranstaltet, das (Wieder-)Aufleben einer Pogrom-Stimmung in Deutschland, die zu den beschriebenen gewaltsamen Ausschreitungen gegen Andersdenkende führt. Und das muss verhindert werden.

"Aktuelles: Pseudo-linke Politik und Journaille – und der unabhängige Journalist Ken Jebsen" Rudolf Hänsel (Aktueller Online-Flyer vom 22. November 2017)
Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24360

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[...] Wir haben es schon seit Jahren immer mehr mit Politikern und Journalisten zu tun, die sich windschnittig im gesteuerten Mainstream etabliert haben, die Krieg als Mittel der Politik befürworten und für jede Gemeinheit und Aggression der USA Verständnis bekunden. Zu diesem Personenkreis der sogenannten Atlantiker gehört offenbar auch der Berliner Kultursenator Klaus Lederer, der kurioserweise der Partei DIE LINKE angehört. Da wird dann das Messer gewetzt, wenn etwas nicht in die vorgegebene Ideologie passt, deren Befolgung oder sogar Verinnerlichung man seine Karriere zu verdanken hat. Jetzt hat Lederer dafür Sorge getragen, dass die Verleihung des Kölner Karlspreises für engagierte Literatur und Publizistik (benannt nach Karl Marx) an den Journalisten und Verleger der Internetplattform KenFM, Ken Jebsen, im Kinopalast Babylon in Berlin-Mitte vertragswidrig abgesagt worden ist.

Lederer hat dazu auf Facebook geschrieben: „Wie ich heute erfahren habe, soll im Dezember im Kino Babylon die Verleihung eines Preises für ‚engagierte Literatur und Publizistik‘ an Ken Jebsen stattfinden. Der Preisträger und mehrere an dieser Veranstaltung Beteiligte sind in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten… Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“ (1)

Das Babylon erhält jährlich eine Zuwendung von 400.000 Euro aus dem Berliner Kulturetat. Insofern ist es nicht völlig unverständlich, dass die Geschäftsführung auf das nachdrückliche Ansinnen des Kultursenators einging und den Nutzungsvertrag mit der Neuen Rheinischen Onlinezeitung, die den Preis vergibt, kündigte, zumal die Kultursenatsverwaltung auch direkt interveniert hat. Wer Jebsen und sein Internetportal kennt, wird sich zwar über diesen Angriff auf die Kultur- und Pressefreiheit empören, aber wundern kann man sich nicht. Denn der investigativ arbeitende Journalist, der dezidiert Gegenpositionen zum Mainstream einnimmt, ist seit Längerem Persona non grata für die etablierte Politik- und Medienszene. ...


Aus: "Aktuelles: Kultursenator Lederer boykottiert Preisverleihung - Der Berliner Babylon-Skandal" Ein Kommentar von Wolfgang Bittner" (22. November 2017)
Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24346 (Neue Rheinische Zeitung)

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Aktuelles: Auseinandersetzung um die Karlspreisverleihung in Berlin am 14.12.2017
Solidarität mit Ken Jebsen! Von Andreas Wehr
Warum? Zum einen, weil die vom Berliner Kultursenator Klaus Lederer verlangte Absage der Verleihung des Karlspreises an Ken Jebsen im Kino Babylon nur den Höhepunkt einer schon lange anhaltenden Kampagne gegen diesen Journalisten darstellt. Eine Kampagne, die durch nichts gerechtfertigt ist, und die leider – und auch das bereits seit Jahren - von der Tageszeitung junge Welt mitbetrieben wird. Deren Geschäftsführer Dietmar Koschmieder verfolgt Ken Jebsen in einer Art und Weise, die nur noch manisch genannt werden kann. Es stellt ein bespielloses Versagen dieser selbsterklärten „marxistischen Zeitung“ dar, dass ihr jetzt zu den Zensurmaßnahmen von Klaus Lederer nichts einfällt! ...
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24352

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"PR mit dem “Holocaust als PR”" Mathias Broeckers (22/11/2017)
Quelle: http://www.broeckers.com/2017/11/22/pr-mit-dem-holocaust-als-pr/

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« Last Edit: November 23, 2017, 05:24:53 PM by Link »

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« Reply #62 on: November 23, 2017, 12:31:57 PM »
"US-Medien: Trumps Stimme für die Provinz" Thorsten Schröder, New York (22. November 2017)
Die Mediengruppe Sinclair bestimmt mit ihrem Trump-freundlichen Programm das Lokalfernsehen der Amerikaner. Jetzt setzt sie zum nächsten Großangriff an. ...  Die FCC entschied auf Drängen des neuen Behördenchefs, den die Regierung Trump eingesetzt hatte, eine mehr als 30 Jahre alte Regelung aufzuheben. Diese hatte bis dahin eine zu große Konsolidierung regionaler Medien eingeschränkt. Die mehr als 15.000 Unterschriften und Proteste zahlreicher Organisationen gegen die Entscheidungen waren wirkungslos geblieben. Jetzt fürchten Beobachter, stehe dem unaufhaltsamen Aufstieg von Sinclair kaum noch etwas im Weg. Schon heute besitzt der Konzern mit 173 Fernsehstationen in den USA mehr Sender als jedes andere Unternehmen und hat einen Marktwert von 3,4 Milliarden Dollar. ... Sinclair plant die Übernahme von weiteren 42 Fernsehstationen des Konkurrenten Tribune Media für 3,9 Milliarden Dollar – ein Deal, der mit der Entscheidung der Behörde wahrscheinlicher geworden ist. Sollte der Plan aufgehen, würde Sinclair auf einen Schlag zwei Drittel aller amerikanischen Haushalte erreichen und in vielen Märkten ein Quasimonopol bilden. ... David Smith hat den rasanten Aufstieg des Konzerns vorangetrieben. Sein Vater, Julian Sinclair Smith, hatte die Gruppe 1971 während der Nixon-Präsidentschaft als Gegengewicht zu den liberalen Massenmedien gestartet. Nach dem Tod des Gründers kaufte Smith dessen Aktienanteile auf und baute das Unternehmen innerhalb von 28 Jahren vom Regionalangebot in Baltimore zu einem Milliardenkonzern aus. ...
http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/us-medien-donald-trump-regulierung-sinclair/komplettansicht

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[...] "Die Stille der westlichen Regierungen in Bezug auf die Untersuchung des Maidan-Massakers, das zu den schlimmsten Fällen von Menschenrechtsverletzungen und Massenmord im heutigen Europa gehörte, ist verwirrend", sagt Katchanovski.

... Spiegel TV behauptete beispielsweise in einem Beitrag aus dem März 2016: "Hier am Regierungsviertel ließ Präsident Janukowitsch auf sein Volk schießen". Der Bericht präsentierte zersägte Kalaschnikows, die aus dem Arsenal Berkuts stammten und in einem Fluss bei Kiew gefunden wurden, als Beweise.

Mittlerweile habe die GPU erklärt, dass der Anführer einer Maidantruppe die Waffen dort selbst platziert habe, sagt Katchanovski. Für Berkut hätte es auch keinen Sinn ergeben, die Waffen zu verstecken. Musterproben von Kugeln, die damit abgefeuert wurden, seien bereits in der polizeilichen Datenbank gespeichert gewesen und hätten den Ermittlern zur Verfügung gestanden.

Zudem stellte der Spiegel-TV-Bericht die Tötung des Maidankämpfers Volodymyr Chaplynsky falsch dar, kritisiert Katchanovski. Das TV-Team besuchte Chaplynskys trauernde Familie. Sowohl Katchanovskis Studie als auch ein Vor-Ort-Experiment der GPU hätten ergeben, dass Chaplynsky nicht von Berkut, sondern von einem Gebäude in Maidanhand aus getötet wurde.

Der Schusskanal der tödlichen Wunde ist eindeutig: "Laut Obduktion befand sich die Eintrittswunde auf der linken Seite des Halses und die Austrittswunde war viel niedriger auf der Rückseite seines rechten Schulterblattes", erklärt Katchanovski. "Von oben nach unten, von links nach rechts, und von vorne nach hinten." Die Berkut-Barrikade befand sich zum Zeitpunkt des Schusses in Chaplynskys Rücken. Der Todesschuss kam von woanders. ...


Aus: "Woher kamen die Todesschüsse?" Stefan Korinth (20. Februar 2017)
https://www.heise.de/tp/features/Woher-kamen-die-Todesschuesse-3630949.html?seite=all

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[...] Es wurde kritisiert, die amerikanischen und westeuropäischen Massenmedien hätten die Entwicklung des Konflikts in der Ukraine einseitig dargestellt, indem die Maidan-Opposition ausschließlich positiv, die Janukowytsch-Regierung und das Russlandbild hingegen negativ gezeichnet worden seien. Hanno Gundert vom Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung äußerte am 15. April 2014 in der Deutschen Welle: "Kaum ein Journalist verlässt den Maidan, um sich ein umfassenderes Bild von der Lage im Land zu machen. Viele westliche Pressevertreter logieren im Hotel Ukrajina direkt am Platz. Dort hätte sich eine Art „Pressezentrum der Opposition“ etabliert. „Die gesamte Berichterstattung ist von Schwarz-Weiß-Positionen geprägt – in der einen wie in der anderen Richtung.“ Simon Weiß, Politikwissenschaftler an der Universität Heidelberg meinte: „Man sah es als einen zivilgesellschaftlichen Protest gegen einen schlechten Herrscher. Hier der Westen, da der finstere Herrscher und das finstere Russland – Fortschritt gegen Korruption.“ Die deutschen Medien seien in ihrer Sichtweise anfangs wie die Bundesregierung einseitig und unausgewogen gewesen, so Weiß.[343] Das Medienmagazin Zapp des Norddeutschen Rundfunks kommt nach Analysen von ARD-Sendungen aus dem November 2013, Januar und Februar 2014 zu dem Schluss, dass „fast 80 Prozent der Interviewpartner Regierungsgegner [waren]. Ein beliebter Gesprächspartner: Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko, der zu einer Art Galionsfigur stilisiert wird. Dabei ist er einer von mehreren Oppositionsführern.“[344] Eine empirische Untersuchung, wer in deutschen Talkshows in den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD, ZDF und Phoenix zum Thema eingeladen wurde, ergab hingegen, dass mehr als doppelt so viele russische wie ukrainische Staatsbürger präsent waren und dass Ukrainer deutlich seltener eine Stimme bekommen als Russen. In einem Drittel der Sendungen hatte die Ukraine keinen Fürsprecher. 38 % der eingeladenen Gäste waren Journalisten, unter ihnen überproportional viele Russen von staatskontrollierten Medien. Unter den Gästen waren die Befürworter einer Entspannungspolitik gegenüber Russland im Vergleich zu den Befürwortern einer Eindämmungspolitik in der Überzahl. Von einer Russlandfeindlichkeit in den deutschen Medien könne nicht die Rede sein.[345] Laut der Linguistin Anja Lange fehlen deutsche Journalisten, die Ukrainisch sprechen und fundierte Kenntnis über die ukrainische Geschichte und Kultur haben. Die Osteuropazentralen vieler Fernsehsender und Zeitungen seien in Moskau, nicht in Kiew. In der deutschen Berichterstattung über die Maidan-Proteste habe es vor allem viele Russlandexperten gegeben, die den Konflikt aus russischer Sicht zu erklären versuchten.[346]

Ein von telepolis veröffentlichtes verkürztes Protokollresümee des Programmbeirats der ARD hielt einstimmig fest, die Berichterstattung der ARD über den Ukraine-Konflikt im Zeitraum Dezember 2013 bis Juni 2014 erweckten teilweise den „Eindruck der Voreingenommenheit“ und seien „tendenziell gegen Russland und die russischen Positionen“ gerichtet. Im Protokoll werden zehn Punkte genannt, darunter die Zentrierung auf die Person Putins, die mangelnde Erläuterung der Beteiligung rechtsnationalistischer Kräfte sowie der Strategien des Westens und die mangelnde Analyse des Assoziierungsabkommens, mithin generell ein Mangel an Hintergrundinformation. Der Beirat selber schrieb dazu, es sei „wichtig darauf hin zu weisen, dass das Resümee eine verkürzte Zusammenfassung darstelle“ und dass „seine Beobachtung der Ukraine-Berichterstattung differenzierter sei, als es in der Öffentlichkeit dargestellt worden sei, in der es teilweise auch sehr zugespitzt transportiert worden sei.“[347] Der Chefredakteur der ARD, Thomas Baumann, wies die Kritik des Programmbeirats „energisch“ zurück.[348]

Die Journalistin Franziska Davies wies in einem Artikel darauf hin: „Der deutsche Diskurs über die Ukraine hat aber noch eine andere Dimension, denn nicht immer geht es tatsächlich um die Ukraine. Vielmehr scheint es einigen Kommentatoren inzwischen wichtiger, sich als vermeintliche kritische Minderheit gegenüber dem medialen »Mainstream« zu positionieren“[349]

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[347] Protokoll der 81. Sitzung des rbb-Rundfunkrates RBB-Rundfunkrat, Oktober 2014
[348] Dietmar Neuerer: Berichtet die ARD zu russlandkritisch? – Handelsblatt, 18. September 2014
[349] Davies, Franziska "Zur Debatte über die Ukraine, Deutschland und der Euromajdan", in : MERKUR, 69. Jahrgang, Heft 790, März 2015, ISSN 0026-0096, S. 32–43

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Aus: "Euromaidan" (22. November 2017 um 13:46)
Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Euromaidan&oldid=171256470

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[...] Drei aus Georgien stammende Männer haben zugegeben, am 20. Februar 2014 zu den Schützen gehört zu haben, die auf dem Maidan in Kiew auf Polizisten und Demonstranten feuerten. Das Massaker auf dem zentralen Platz der ukrainischen Hauptstadt war bekanntlich der Auslöser,  der in der Folge zur Absetzung und Flucht des Präsidenten Janukowitsch, zur Abspaltung der Krim und zum Bürgerkrieg in der Ostukraine führte.
Mit diesen Geständnissen gerät die offizielle Version der westlichen Medien und der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, die Sicherheitskräfte des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch seien für das Massaker verantwortlich, weiter ins Wanken. 

... Stellen wir uns vor, statt der vom “Rechten Sektor” angeheuerten Scharfschützen hätten drei von Russland rekrutierte Söldner solche detaillierten Geständnisse abgelegt, in einer seriösen Dokumentation, von einem erfahrenen Korrespondenten des italienischen Fernsehens. Was wäre da los ? – vom “Brennpunkt” nach der Tagesschau bis zu Titelseiten in der “New York Times”, mit “Breaking News”  und Sondersendungen würden die Großmedien aus allen Rohren feuern, um die Botschaft rüberzubringen: der Russe war’s! Durchgeknallte Olivgrüne wie Rebecca Harms und Marie-Luise Beck würden gleich den atomaren Erstschlag fordern und Hillary Clinton schäumen, wenn die “Putin-Marionette” Trump nicht sofort auf den roten Knopf drückt. Kurz: die Hölle wär los.

So aber hören wir von diesen explosiven Geständnissen… Nichts! Und gäbe es nicht Organe wie Telepolis, Rubikon oder KenFM hätten Sie und ich wahrscheinlich bis heute davon nie  gehört und würden es vielleicht nie erfahren. Selbst wenn es sich bei diesen Geständnissen um einen Fake handeln würde – was ziemlich unwahrscheinlich ist – wäre das der  Berichterstattung und Recherchen wert, denn das Maidan-Massaker war und ist ein weltweit bedeutsames Ereignis, die Intialzündung eines immer noch andauernden Bürgerkriegs. Deshalb spricht das durchgängige Schweigen der Großmedien zu diesen Geständnissen Bände.  Sie sind noch immer Tag für Tag mit der  “Russiagate” -Luftnummer unterwegs, da wäre die Enthüllung einer echten “false flag”, ein  “Euromaidan-Nazi-Gate”-Skandal, jetzt einfach kontraproduktiv. Okay, wir haben verstanden…

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Ramatze
26/11/2017 at 13:12

Unsere etablierten Qualitätsmedien haben wichtigere Dinge zu tun als sich um solche “Fakes” zu kümmern, zumal diese auch noch in die falsche Richtung deuten. Berichte dieser Art würden den Leser nur iritieren!


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tom
26/11/2017 at 13:45

So läuft Empörungsmanagement, so funktioniert “Lückenpresse”. Wir erinnern uns wie die youtube-“Recherchen” des Bloggers Bellingcat von den Weltmedien zu Nachrichten aufgeblasen wurden, oder die Null Nummer der deutschen fact checker “correctiv” zum MH17-Abschuss eine fette Spiegel-Story… wenn die ideologische Richtung stimmt wird jeder pseudo-journalistische Fliegenschiß zum Top-Thema…


...



Aus: "Maidan-Massaker: Mörder gestehen – Medien schweigen" Mathias Broeckers (26/11/2017)
Quelle: http://www.broeckers.com/2017/11/26/maidan-massaker-morder-gestehen-medien-schweigen/
« Last Edit: November 29, 2017, 05:52:44 PM by Link »

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medienjournalismus und medienkritik...
« Reply #63 on: November 30, 2017, 11:25:06 AM »
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[...] Seit Anfang 2014 sehen sich die etablierten Medien in Deutschland heftigen Anfeindungen aus Teilen der Bevölkerung ausgesetzt. Beginnend mit dem Unmut über eine als zu russlandkritisch empfundene Berichterstattung im Zuge der Ukraine-Krise und der Krim-Annexion wurde auch bei anderen Themen, vor allem der sogenannten Flüchtlingskrise sowie der Asyl- und Einwanderungspolitik, Wut und Misstrauen geäußert. Zum Ausdruck dieser Emotionen sind verschiedene Schlagworte im Umlauf. Das harmlosere – und analytisch durchaus fruchtbare – ist das der „Mainstream-Medien“ . Deutlich dramatischer sind der Vorwurf der „gleichgeschalteten Systemmedien“, der den Ruch des Totalitären hat und Vorzensur durch gleichschaltende Instanzen impliziert, und die Rede von der „Lügenpresse“, die – zudem NS-belastet – ein hohes Maß an Aggressivität gegen Medienschaffende transportiert und im Wortsinn meint, Journalisten würden absichtlich falsche Sachverhaltsaussagen treffen.

Eine [ ] Kluft zwischen Elite und Bevölkerung, die mehr Erklärungskraft für den Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte besitzt, besteht in der Verteilung liberaler Werte in Deutschland. Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung führte 2013 eine Befragung von deutschen Führungskräften aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Verbänden, Justiz, Militär, Wissenschaft, Medien, Gewerkschaften, Kirchen und der Zivilgesellschaft durch – also von jenen Eliten, die aufgrund ihrer hohen Positionen in wichtigen Organisationen maßgeblich und regelmäßig Einfluss auf gesamtgesellschaftliche Entscheidungsprozesse nehmen. Darin zeigte sich, dass es sektorenübergreifend einen hohen Konsens bei bestimmten Werten und Einstellungen gibt: 1. dass Einwanderung das Zusammenleben bereichert und gut für die deutsche Wirtschaft ist, 2. dass öffentliche Ausgaben reduziert und der Arbeitsmarkt flexibilisiert werden sollten, 3. dass ökonomische Liberalisierung generell sowie der Welthandel, Wettbewerb und Privatisierung staatlicher Unternehmen gut und umgekehrt Zölle, Importbeschränkungen oder Subventionen zum Vorteil der heimischen Wirtschaft schlecht sind, 4. dass Homosexualität und Scheidung in Ordnung sind. Man kann diese Aussagen als liberal (freiheitlich) im wirtschaftspolitischen wie kulturellen Sinn zusammenfassen. Doch dieser liberalen Elite steht in wichtigen Fragen eine gespaltene Bevölkerung gegenüber: Die Forscher Céline Teney und Marc Helbling wiesen darauf hin, dass zur selben Zeit etwa Einwanderung in allgemeinen Umfragen nur von der Hälfte der Befragten befürwortet wurde.

Das bedeutet Sprengstoff für die öffentliche Debatte und für etablierte Medien, die sich am Eliten-Diskurs orientieren. Mit Blick auf andere Befunde wie die vergleichsweise geringe Zustimmung der Bevölkerung zur europäischen Integration sehen Teney und Helbling eine „breitere ideologische Kluft zwischen dem gesellschaftlichen Führungspersonal und der allgemeinen Bevölkerung hinsichtlich der Durchlässigkeit nationaler Grenzen“, sowohl was übergeordnete politische Instanzen (Europäische Union) als auch Menschen (Migranten) angeht. De-Nationalisierung als Ausdruck liberaler Werte – so könnte man den Zankapfel nennen. Hinzu kommt, dass die Journalisten in Deutschland von ihrer Milieu-Zugehörigkeit kein repräsentatives Abbild der Bevölkerung darstellen, sondern das „liberal-intellektuelle Milieu“ stark überrepräsentiert ist und einige andere, vor allem konservative, kleinbürgerliche und prekäre Milieus unterrepräsentiert sind.

Was folgt aus diesen Überlegungen? Transparenz – zumindest medial hergestellte – kann keine Repräsentationskrise beenden, keine politischen Entfremdungsgefühle beseitigen und auch keine strukturell bedingte Glaubwürdigkeitslücke schließen, also die Distanz des Nutzers zur medialen Zeichenwand überbrücken. Denn, wie der Medienwissenschaftler John David Seidler schreibt, „auch diese Transparenzbemühungen sind dann ja Teil einer medialen Inszenierung, über deren Produktion wiederum Transparenz herzustellen wäre, was ebenso nur als mediale Vermittlung vonstattenginge, und so geht es weiter und weiter“.

Vielversprechender als medial hergestellte Transparenz erscheint es, journalistisches Handeln direkt erfahrbar und fühlbar zu machen, also auf Erfahrung statt auf Erklärung zu setzen.

Ohnehin sollten Journalistinnen und Journalisten nicht in erster Linie sich selbst bespiegeln (und sich in ihren Produktions- und Selektionsroutinen bestärken), sondern die Gesellschaft. Sie sollten, anstatt die Menschen in ihre Stahl- und Glasbauten hineinzuholen, aus diesen heraustreten und zu den Menschen gehen – auch zu denen, die Wut haben und Milieus angehören, die nicht liberal-intellektuell geprägt sind, sondern in denen es „brodelt und stinkt“, wie die liberal-intellektuelle Zeit einmal titelte. Die grundlegende Aufgabe bleibt diese: berichten, abbilden, repräsentieren. Das bedeutet nicht, dass Rassismus und Menschenverachtung normale Bestandteile der öffentlichen Debatte werden sollen. Es bedeutet aber, dass die dahinterstehenden Wahrnehmungen, Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche normaler Teil der Debatte werden. (Diese müssen häufig erst einmal recherchiert werden und sind teilweise den Betroffenen selbst nicht bewusst.) Wahrnehmungen, Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche: Das sind übrigens die vier Bestandteile der „Gewaltfreien Kommunikation“, eines Konzeptes zur aufrichtigen, nicht-entfremdeten Kommunikation in Konfliktfällen, das der US-Psychologe Marshall B. Rosenberg entwickelt hat.
Wenn Journalistinnen und Journalisten dazu beitragen, diese Wahrnehmungen, Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche von Menschen, die mit ihrem Frust heute von Rechtspopulisten abgeholt (und betrogen) werden, in den Mainstream-Diskurs zu bringen und ernsthaft und ideologiefrei zu verhandeln, dann gibt es nicht nur eine Chance auf die Transformation verfestigter Einstellungen und Ideologien, sondern auch auf gesellschaftliche Integration in Zeiten von Spaltungstendenzen.

...


Aus: "Mit Transparenz gegen die Vertrauenskrise der Medien? - Über politische Entfremdung und den Eliten-Diskurs" Uwe Krüger (23. November 2017)
Quelle: https://pw-portal.de/rechtspopulismus-und-medien/40562-mit-transparenz-gegen-die-vertrauenskrise-der-medien-ueber-politische-entfremdung-und-den-eliten-diskurs

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[...] Seit Donald Trump die Wahl gewonnen hat, fragen sich Journalisten hier und jenseits des Atlantiks, was sie falsch gemacht haben. Warum haben Sie Trump nicht triumphieren sehen, sondern ihn stattdessen monatelang als Clown gezeichnet, der so lächerlich sei, dass er eh keine Chance auf einen Sieg habe? Warum haben sie nicht einschätzen können, dass es genug Leute gibt, die einen Rassisten, Frauen-, Homohasser und Lügner zum Präsidenten machen? Die Lösung, so liest es sich derzeit auf vielen Debatten- und Medienseiten heißt: Weil wir genau diese Menschen aus dem Blick verloren haben.

Das schreibt in der aktuellen Zeit auch Stephan Lebert, Redakteur der Wochenzeitung. Lebert ist 1961 geboren, hat beim Tagesspiegel, dem Spiegel und der SZ gearbeitet. Schon seine Eltern waren Journalisten, als Kind hat er gern den Freunden und Kollegen seiner Eltern zugehört, wenn sie von ihrem Job gesprochen haben.

Aber seit den 90ern beobachte er, dass Journalisten lieber auf den Geburtstagspartys der Mächtigen tanzen, als sie zu kontrollieren. Dabei haben sie die unteren Milieus aus dem Blick verloren, haben „die sogenannten Sozialreportagen“ abgeschafft, „die Geschichten, die soziale Missstände anprangern“.

... seine Analyse, dass Journalisten oft zu nah an den Mächtigen sind, teile ich, genauso wie die Beobachtung, dass heute oft genauer auf jedes Zwinkern von Merkel als auf die Hartz IV-Familie aus Cottbus-Schmellwitz geschaut wird. Dass das gefährlich ist, wissen wir nicht erst seit dem Brexit und seit Trump, sondern schon seit dem Aufkommen der „Lügenpresse“-Debatte.

Und damit meine ich nicht nur jene irrlichternden Pegida-, Querfront- und Nazianhänger, die den Medien nicht mehr vertrauen. Ich meine dieses diffuse Misstrauen, was einem als Journalistin heute immer wieder entgegen schlägt, sei es auf Familienfeiern, im Bekanntenkreis oder von Wildfremden: Ihr steckt doch alle mit den Mächtigen unter einer Decke.

Lebert schreibt, Journalisten müssen sich daranmachen, „das große Bild zu zeichnen“. Das stimmt. Was aber nicht stimmt, ist, dass das mit recherchieren und schreiben getan wäre, wie Lebert behauptet. Das Problem ist nicht, dass Journalisten nicht das große Bild zeichnen. Das Problem sind die Zeichner selbst.

2012 hat Klarissa Lueg, Doktorandin der TH Darmstadt, für ihre Dissertation untersucht, woher der journalistische Nachwuchs stammt. “Habitus, Herkunft und Positionierung: Die Logik des journalistischen Feldes“, heißt ihre Arbeit, für die sie Schüler dreier Journalistenschulen und deren Schulleiter befragt hat. Ihr Ergebnis: Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) stammen aus einem „hohen“ Herkunftsmilieu. Deren Eltern sind in der Regel Akademiker, deren Väter überdurchschnittlich oft promoviert oder habilitiert.

An Unis und Fachhochschulen kamen 2012 etwa 60 Prozent der Studierenden aus einem Akademikerhaushalt. Die Journalistenausbildung in Deutschland, zumindest die schulische, ist also noch elitärer als die Hochschulausbildung. Woher sollen die guten Sozialreportagen denn kommen?

In meiner Journalistenschulklasse hatten alle meine 14 MitschülerInnen studiert oder sie studieren jetzt. Ich war die einzige Ostdeutsche, zwei Mitschülerinnen hatten Migrationshintergrund.

Und der soziale Ausschluss funktioniert nicht nur über die Schulen, er beginnt schon bei den vielen unbezahlten Praktika und den schlechtbezahlten Volontariaten. Die kann sich oft nur leisten, wer Geld von Mama und Papa bekommt.

Klar könnte man jetzt einwenden: Journalistisches Handwerk ist das Recherchieren. Wer sich in den unteren Milieus nicht auskennt, der muss dort eben eintauchen. Politikjournalisten sind ja auch keine Politiker, berichten aber über Politiker. Der Unterschied ist nur: Die Sozialreportagen, die Lebert zu recht fordert, müssen, damit sie gut sind, über die bloße Beobachtung hinausgehen.

Die unteren Milieus – Arbeitslose, Arme, Abgehängte – sind kein Zoo, in dem wir als Journalisten uns mal an einem Sonntagnachmittag umschauen und darüber berichten. Mir zumindest fallen nur wenige Texte ein über Menschen am Rande der Gesellschaft, die einfühlsam und so berichten, dass ich deren Lebenswelt verstehe. Die meisten Berichte über solche Leute waren, vor allem im Vorfeld der Trump-Wahl, eine Mischung aus Freak-Show und Abkanzeln unbekannter Lebensstile.

Dazu kommt: Wer nie in Cottbus-Schmellwitz von Hartz-IV gelebt hat, weiß nicht, wo er anfangen soll zu recherchieren. Wenn man die unteren Milieus nur aus der U-Bahn kennt, woher soll man wissen, was die Themen dieser Leute sind?

Vor knapp drei Jahren erschien in der Zeit der Text “Ich Arbeiterkind“ von Marco Maurer. Maurer, Sohn einer Friseurin und eines Kaminkehrers schreibt darin, wie schwer sein Aufstieg zum Journalisten war – gerade weil er Arbeiterkind ist. Der Text wurde viel diskutiert, Maurer hat für ihn Preise gewonnen, hat daraus ein Radiofeature gemacht und ein Buch geschrieben. Warum? Weil solche Geschichten fehlen.

Nein, Recherche reicht nicht, den Blickwinkel der Berichterstatter wieder zu weiten. Der Journalismus verändert sich erst, wenn sich seine MacherInnen verändern. Dazu braucht es heterogenere Journalistenschulklassen – nicht nur, was die soziale Herkunft betrifft. In den Redaktionen müssen mehr Leute mit Migrationshintergrund sitzen, schreiben und berichten, mehr Behinderte, mehr Menschen mit verzweigten Biographien.

Wie das klappen soll? Zum Beispiel mit Recherche – wo erreichen wir als Redaktion die Nichtakademiker-Kinder? – und positiver Diskriminierung. Genauso, wie es auf Stellenausschreibungen manchmal heißt, Frauen würden „bei gleicher Qualifikation bevorzugt“, ließe sich diese Formulierung weiter denken. Das wäre kein ungerechtes Identitäts-Klein-Klein, sondern die einzige Möglichkeit, den Journalismus zu dem zu machen, was er sein sollte: ein Abbild der Gesellschaft.

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Philippe Ressing
14.12.2016, 09:34

Ein wichtiger Aspekt sollte nicht vergessen werden: Angefangen mit der 'Basta Politik' von Rot Grün und der danach CDU dominierten FDP und GROKO Bundesregierung predigten die sogenannten 'Leitmedien' das neoliberale Karma: "Es gibt keine Alternative!" Gerade die ZEIT, in deren Redaktion jetzt nach dem Brexit und Trumps Sieg der Katzenjammer ausgebrochen ist, folgte man dieser Vorgabe. Nun entdecken die Journalisten die gesellschaftliche Realtität - da reicht das Abschreiben von dpa Meldungen (hallo Taz ;-) nicht mehr aus. Viele Journalisten, vor allem in der Hauptstadt, haben sich seit 2000 die neoliberale Poltik zu eigen gemacht. Und am Beispiel Italien oder Frankreich wird das immer noch betrieben, da werden endlich 'Reformen am Arbeitsmarkt' eingefordert - de facto: Niedriglohn und working poor - das Brot bleibt ihnen, die Wurst landet bei den Edelfedern und ihren LeserInnen. Journalisten sind sooo anfällig für Streicheleinheiten der Mächtigen. Was folgt: Jetzt wird ein bisschen rumgejammert - keiner liebt uns - und dann schön weitergemacht...


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Werner W.
14.12.2016, 01:25

Arme und Ungebildete (sog. "Abgehängte") lesen schon lange eh keine linke Presse mehr und wählen auch nicht mehr links.
Diese Unterschichtthemen sind für die Leser der taz (und ähnlicher Zeitungen) gänzlich uninteressant.


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Ivande Ramos
13.12.2016, 15:27

JournalistInnen müssen nicht das große Bild zeichnen, sondern dem Leser eine Informationsbasis zur Verfügung stellen, um selbstständig eine Haltung entwickeln zu können. Dafür müssen JournalisInnen, im Falle des Sozialjournalismus, nicht zu Milieuverstehern werden, sondern einfach mal den Schreibtisch verlassen und dorthin gehen, wo es wehtut. Vor die Jobcenter und Werkstore, zu den ALGII Beratungsstellen, Betriebsräten, Sozialstationen, Jobbörsen, Mieterschutzvereinen, Essensausageben etc. An Geschichten mangelt es der Realität wahrlich nicht.

Leider ist Sozialjournalismus nicht sonderlich sexy, was auch der Autorin aufgefallen zu sein scheint. Ihr Vorschlag, man müsse die Habenichtse in die Redaktionsstuben lotsen, damit diese dann über sich selbst schreiben können, ist nicht sonderlich genial. Die Grenze zwischen Unten und Oben wird auf diese Weise in den Journalismus überführt, möglicherweise gar etabliert. Die klangvollen Themen bleiben den Kindern mit den klangvollen Nachnamen vorbehalten, alles darunter bearbeiten dann jene von Unten, weil sie es ja eh besser verstehen. Das ist der falsche Weg.

Es sind die Medien selbst, die sich zu Sozialjournalismus (und bitte auch mehr Europajournalismus) verpflichten müssten, doch dies geschieht nicht, weil die Armen und Ungebildeten selten für Journalismus zahlen und viele derjenigen, die sich Abonnements leisten (können), andere Themen bevorzugen. Wer möchte schon täglich lesen, dass der eigene Wohlstand auf der Ausbeutung der Ärmsten und Schwächsten fußt. Dann doch lieber ein Portrait eines Faschisten auf der Titelseite der Wochenendausgabe, ein bisschen Gruseln hier, ein bisschen Fremdschämen dort, mehr braucht das linke Gewissen oft nicht, um ruhig schlafend im Recht zu sein.


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TazTi
13.12.2016, 13:41

Die gesellschaftliche Klasse und Herkunft spielen eine wichtige Rolle. Auch im politischen Spektrum ist links-grünes Denken der Wohlhabenden etwas anderes als Linkes Denken der Mittellosen. ...



Aus: "Zukunft des Journalismus: Wir sind doch nicht im Zoo" Anne Fromm (13. 12. 2016)
Quelle: https://www.taz.de/!5365350/
« Last Edit: November 30, 2017, 03:50:42 PM by Link »

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« Reply #64 on: November 30, 2017, 02:54:18 PM »
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[...] Noch bis zum 20. Dezember werden in der Urania Fotos von Hass-Schmierereien und -Aufkleber gezeigt. Die in Zehlendorf lebende Mensah-Schramm hat sie zusammengetragen, dokumentiert und entfernt - mehr als 70.000 sind es inzwischen. Ein "Vorbild für junge Leute" sei die 72-jährige Aktivistin geworden, meinte Pau. Mensah-Schramm sei "eine mutige Antifaschistin" und "das Rückgrat einer antirassistischen Zivilgesellschaft". Mensah-Schramm, die auch als "Polit-Putze" apostrophiert wird, selbst erklärte: "Ich beseitige Hass-Graffiti, weil ich den Hass vernichten möchte. Das ist mein Kampf gegen rechts."

Der ist weithin anerkannt. Und doch gibt es ein Problem: Denn die "Ikone des Kampfes gegen rechts" hat sich seit einiger Zeit mit Leuten eingelassen, zu denen unbequeme Fragen angebracht sind. Allen voran ist das Mathias Tretschog, nach eigenen Angaben Betriebswirt und Sachbuchautor. Er gehört zum Querfront-Milieu, das keine Berührungsängste zu Rechtspopulisten kennt.

Tretschog tritt auf quasi als Manager von Mensah-Schramm. Er organisiert Termine der Wanderausstellungen und Lesungen, nimmt Anfragen und Telefonate für sie entgegen. Zugleich hat er sich gut vernetzt auch in der Verschwörungstheoretiker-Szene. Zu seinem Umfeld gehört etwa Malte Klingauf, früher Moderator der "Montagsmahnwachen für den ersten Weltfrieden" am Brandenburger Tor, zu denen auch immer wieder Reichsbürger kamen. Gemeinsam initiierten Tretschog und Klingauf im Juni das Festival "Pax Terra Musica" auf dem stillgelegten Flughafen Niedergörsdorf im Süden Brandenburgs - dort unter den Teilnehmern: Israel-Hasser, esoterische Hetzer und Anhänger von Verschwörungstheorien.

Ahnungslose Künstler, die bei dem Festival auftreten sollten (und dachten: "Friedensfest klingt doch gut"), wurden damals über die Hintergründe gewarnt und sagten daraufhin ab. Irmela Mensah-Schramm hielt aber trotz der Warnungen zu Tretschog und kam nach Niedergörsdorf, wurde so zum "Feigenblatt" für die Aluhüte.

Der Blogger Matrochka hat dieser Tage auf 41 Seiten dokumentiert, wie diese Aktivitäten ablaufen - mit Kontakten etwa zu Linken-Politikern wie Petra Pau solle "die neurechte Querfront suggerierend seriös" ins linke Spektrum gebracht werden, schreibt er. Mensah-Schramm habe dabei eine "Alibi-Funktion". Matrochka sieht im Netzwerk insgesamt Verbindungen etwa zu Freunden und Sympathisanten von Jürgen Elsässer und dem neurechten "Compact-Magazin". Er dokumentiert, dass Tretschog den hoch umstrittenen Ex-RBB-Moderator Ken Jebsen ("Ken FM") auf Twitter für "Engagement" und "Zivilcourage" gelobt hat. Ein kundiger journalistischer Beobachter der Szene sagte dem Tagesspiegel, Mensah-Schramms Verhältnis zu Tretschog sei "dermaßen eng, dass es schon fast an ein Stockholm-Syndrom erinnert".

... Von Mensah-Schramm und Tretschog war am Donnerstag keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu erhalten. Wenig komfortabel ist die Querfront-Verstrickung auch für die Linke. Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer und Bundestagsvizepräsidentin Pau hatten sich erst vor kurzem in den Streit um eine zunächst im Berliner Babylon-Kino geplante Verleihung eines alternativen Kölner "Karlspreises" an Ken Jebsen eingeschaltet, auch er ist im Verschwörungstheoretiker-Milieu beheimatet. Lederer wetterte gegen einen "Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte". Pau zeigte sich nach Solidarität der Linken-Politiker Wolfgang Gehrcke und Diether Dehm mit Jebsen "entsetzt". Sie twitterte: "Querfront ist einfach übel." Auch Pau und Lederer äußerten sich zu der Kontroverse um Mensah-Schramm zunächst nicht.

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Sonnenblumenfeld 13:39 Uhr

Bald wird es zum gesellschaftlichen Tod reichen, wenn man jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden getroffen hat, der ein Buch über Chemtrails gelesen hat.





Aus: "Die Antifa-Aktivistin und ihre neurechten Helfer" Matthias Meisner (30.11.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/polit-putze-mensah-schramm-die-antifa-aktivistin-und-ihre-neurechten-helfer/20651126.html

"Weblog zur Dokumentation & Recherche zur Querfront, alten Stasi-Seilschaften & zur pro-russischen Propaganda"
https://matrochka.wordpress.com/2017/11/28/mit-fremden-federn-schmuecken-vereinnahmung-von-irmela-mensah-schramm-durch-mathias-tretschog/

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Die Onlinezeitung NRhZ ist verschwörungsideologisch, antiimperialistisch, antiamerikanisch- und somit pro-russisch sowie antizionistisch geprägt. ... Noch Fragen zur Querfront? ... dieses gesamte Geflecht ist antidemokratisch, verschwörungsideologisch, neurechts, propagandistisch und überwiegend mit menschenverachtenden «Inhalten» bestückt! Sie wenden die «Strategie des Mimikry» der Neuen Rechten an oder wie der Kommentator auf Amazon es schon ganz richtig beschrieb: die «Doppeldenkweise – frei nach George Orwell»! ...
https://matrochka.wordpress.com/2017/11/20/jebsens-mahnwachen-juenger-sehen-babylon-rot-laufen-sturm/

« Last Edit: December 05, 2017, 10:54:00 AM by Link »

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« Reply #65 on: November 30, 2017, 03:34:39 PM »
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[...] Provokation sei ein legitimes Mittel des Journalismus, sagt Augstein. Aber Provokation dürfe kein Selbstzweck sein. „Es geht darum, die Menschen mit überraschenden Argumenten zum Nachdenken zu reizen, auch zum Widerspruch.“ Günter Gaus habe gesagt, keine Frage sei für immer beantwortet. Augstein erschüttere die Nachbereitung dieses Gipfels beinahe so wie sein Verlauf.  ... Er habe den Eindruck, dass eine große Zahl der Nutzer den Gipfel und die Gewalt viel differenzierter sieht als der Großteil unserer Medien. „Natürlich handelt es sich hier um eine besondere Form der Gewalt: um politische Gewalt.“

Mit dieser Deutung dürfte Augstein ähnlich viel Widerspruch hervorrufen wie mit der Wahl seines Herausgebers. Vor einem halben Jahr hat Augstein Jürgen Todenhöfer zum „Freitag“ geholt. Der Publizist wird in Medien öfters in die Nähe von Reichsbürgern, Verschwörungstheoretikern und gar Antisemiten gebracht. Nun wurde bekannt, dass offenbar eine erkleckliche Anzahl von Mitarbeitern mit der Personalie unzufrieden ist.

Die stellvertretende Chefredakteurin Katja Kullmann ließ ihren Vertrag auslaufen. Sie schreibt im Blog, sowohl als journalistisch wie auch als politisch denkender Mensch halte sie das (mit Todenhöfer) für eine schwerwiegende und bedauerliche Entscheidung: „Unter dieser Flagge möchte ich nicht segeln.“ Textchef Thomas Kaiser, Artdirector Max Sauerbier und eine Reihe von freien Autoren sollen auch den „Freitag“ verlassen, berichtete die „taz“.

...  „Todenhöfer ist kein Linker. Das muss er auch nicht“, sagt Augstein. „Wir arbeiten sehr gerne mit ihm zusammen und versuchen uns weiterhin am Experiment, seine Facebook-Follower mit unseren Print-Lesern in Kontakt zu bringen.“ Er halte Todenhöfer für einen Pazifisten. „Pazifismus war immer eine sehr unbequeme Haltung. Der Pazifist ist immer unter Verdacht.“ Das Gerede von der rechts-linken Querfront halte er ebenso wie den inflationären Antisemitismus-Vorwurf für den politisch motivierten Versuch, einen unbequemen Denker zu knebeln.

Katja Kullmann, seit dreieinhalb Jahren beim „Freitag, möchte weiter nichts zu alldem sagen. Vielleicht ist es auch gut so. Das linke Wochenmagazin, das linke Projekt soll nicht weiter beschädigt werden. Mit diesem hätte Augstein eigentlich allen Grund zur Freude. Der „Freitag“, gestartet 1990, hat sich seit 2008 mit einer 20 000er-Auflage etabliert. „Unsere Zukunft besteht darin, zu überleben“, sagt Augstein. „Das haben wir offensichtlich geschafft, wir sind aus der Verlustzone raus, ohne darum Gewinne zu machen. Für mich ist das ein großes Glück.“ Ein Glück, das wohl stets mit Widerspruch und Ärger verbunden ist.

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Hanebutt 15.07.2017, 08:03 Uhr
Der Augstein ist so eine richtig gelungene Figur, an der sich der Mainstream, also der rechte Mehrheitsteil der Gesellschaft, richtig abarbeiten kann. Da spürt man, was so richtiger Hass auf jemanden ist, der bewusst, vielleicht sogar aus Überzeugung, den Mainstream in seiner politischen Schlichtheit und oftmals Falschheit darstellt.
So weit, dass er publizistisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird, so wie einst ein Grass, geht er nicht, aber doch weit genug, um entlarvende Reaktionen auszulösen. Wie diesen Artikel, der von  Parteilichkeit geprägt ist.


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yohak 14.07.2017, 17:46 Uhr
Jakob Augstein ist kein kritischer Denker, auch wenn er gerne so gesehen werden würde, sondern einfach nur ein Lautsprecher für die dumpfesten Parolen vom linken Stammtisch.


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michaelm 14.07.2017, 22:33 Uhr
Antwort auf den Beitrag von yohak 14.07.2017, 17:46 Uhr
Woran

Und woran machen Sie diese - mit Verlaub dumpfeste Parole - fest ?
Irgendein Argument - oder einfach nur Stammtisch ?


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Violett 14.07.2017, 17:45 Uhr
Ich hatte den FREITAG längere Zeit abonniert, dann aber wieder abbestellt - er war mir einfach zu langweilig und uninteressant. Weder konnte ich linkes Denken, noch überhaupt gezielte Artikel gegen den Neoliberalismus finden.


...


Aus: "Jakob Augstein und sein Magazin "Der Freitag": Unter linker Flagge" (14.07.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/medien/jakob-augstein-und-sein-magazin-der-freitag-unter-linker-flagge/20063800.html


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« Reply #66 on: December 05, 2017, 10:41:36 AM »
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[...] Die geplante Verleihung eines alternativen "Karlspreises" an den im Verschwörungstheoretiker-Milieu beheimateten Ex-RBB-Moderator Ken Jebsen wird zu einer immer größeren Belastungsprobe für die Linkspartei. Der Parteivorstand solidarisierte sich mit dem Berliner Kultursenator Klaus Lederer, der gegen die Preisverleihung im Berliner Babylon-Kino protestiert hatte. Die Veranstalter der Preisverleihung dagegen rufen für den 14. Dezember vor der Preisverleihung zu einer Kundgebung vor der Parteizentrale der Linken auf, auch Linken-Politiker wie der frühere Vize-Fraktionschef Wolfgang Gehrcke sollen dort laut Ankündigung sprechen.

In einem am Sonntag gefassten Beschluss unter der Überschrift "Klare Kante gegen Querfront" distanzierte sich der Parteivorstand "unmissverständlich von Aktivitäten von Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten, die rechtspopulistische Welterklärungsmuster und ,Querfront'-Strategien salonfähig machen wollen". Die Linke werde mit diesen Kräften "ganz grundsätzlich nicht zusammenarbeiten", heißt es in dem von Vize-Parteichefin Caren Lay initiierten Beschluss, der nach Angaben aus der Partei allerdings nicht einmütig gefasst wurde: Es hat demnach 18 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen gegeben.

Der innerparteiliche Konflikt in der Linken war weiter eskaliert, nachdem die Veranstalter der Preisverleihung für "engagierte Literatur und Publizistik" an Jebsen am Freitag angekündigt hatten, beim Protest vor der Linken-Parteizentrale solle auch der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Diether Dehm, ein Vertrauter von Fraktionschefin Sahra Wagenknecht teilnehmen. Organisiert wird die Preisverleihung von dem Online-Portal "Neue Rheinische Zeitung".

Der Landesgeschäftsführer der Berliner Linken, Sebastian Koch, warf Dehm eine "widerliche Kampagne" gegen Lederer vor: "Mit links sein und unserer Partei hat das nichts mehr zu tun." Die thüringische Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss nannte den geplanten Protest vor der Linken-Parteizentrale "einfach nur widerwärtig". Die sachsen-anhaltische Landtagsabgeordnete Henriette Quade twitterte: "Klaus Lederer macht, was alle linken Politiker*innen tun sollten: Haltung zeigen und linke Politik machen. Wär schön wenn das die Bundesprominenz meiner Partei auch täte. Wär ihr Job und grad dringend nötig."

Die thüringische Bundestagsabgeordnete Martina Renner sagte dem Tagesspiegel mit Blick auf den für den 14. Dezember geplanten Protest vor der Linken-Parteizentrale: "Sollte diese Aktion tatsächlich stattfinden, wäre das ein Schlag ins Gesicht aller in dieser Partei und Fraktion, die sich entschieden gegen Antisemitismus, egal in welcher Spielart und unter welchem Deckmantel engagieren. Ein Schlag ins Gesicht des beliebtesten Linken-Politikers in Berlin. Ich würde mir wünschen, dass wie Petra Pau als Mitglied des Fraktionsvorstandes der gesamte Vorstand und auch die Fraktionsspitze klar Stellung bezieht." Eine Reaktion der Fraktionsführung blieb indes bis zum Montag aus.

Lederer hatte den Unmut auch eigener Genossen auf sich gezogen, indem er sich offen gegen die Preisverleihung an Jebsen im Babylon-Kino gestellt hatte. Auf Facebook schrieb er, "ein Kulturort in Berlin" dürfe "diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte" keine Bühne bieten. Der Kultursenator bescheinigte Jebsen einen "offen abgründigen Israelhass" und die "Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster". Seinen Staatssekretär ließ er im staatlich geförderten Kino anrufen, das daraufhin den Raum kündigte.

Dehm und Gehrcke wiederum veröffentlichten anschließend einen Aufruf, in dem sie auch mit Blick auf Lederer mehr gemeinsame Aktionen "gegen den zerstörerischen Ungeist von Stigmatisierungen und Zensur" verlangten, ausdrücklich auch innerhalb der Partei. Lederer warf seinen Parteifreunden Dehm und Gehrcke vor, einen Shitstorm gegen ihn angezettelt zu haben. Die beiden Genossen hätten "viel Kraft darin investiert, damit Leute mich per Mail und Posts als Noske, Arschloch, Faschisten, Zensor und Grundgesetzbrecher denunzieren", twitterte er am Wochenende.

Wie die Preisverleihung an Jebsen am 14. Dezember nun im Detail abläuft, ist offen. Dehm schrieb am Samstag auf Facebook mit Blick auf die Protestkundgebung vor der Linken-Parteizentrale, es sei "ziemlich unwahrscheinlich, dass ich da sein kann". Er werde "nicht gegen die Partei reden oder agieren". Dehm fügte jedoch hinzu: "Allerdings würde ich mir als Künstler von meiner Partei auch nie ein Lied untersagen lassen." Gegen Lederer holte er zu einer weiteren Attacke aus und warf ihm vor, er habe "flapsig und selbstherrlich Leute in die Nähe von Nazis" gerückt. Am Montag nahm die "Neue Rheinische Zeitung" Dehms Namen vom Ankündigungsflyer.

Unklar ist, ob die Preisverleihung an Jebsen nicht doch im Babylon-Kino stattfinden wird. Aus der Linkspartei verlautete, die "Neue Rheinische Zeitung" habe das Filmtheater auf Einhaltung des geschlossenen Vertrags für die Raummiete verklagt. Andreas Neumann, Mitherausgeber des Online-Portals, sagte dem Tagesspiegel am Montag, eine Absage wäre "vertragswidrig", mehr wolle er dazu nicht sagen. "Querfront" und "Verschwörungstheoretiker" nannte er "Kampfbegriffe, mit denen notwendige Bündnisse kaputtgemacht werden sollen".

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2010ff 08:20 Uhr
Statt Jebsen mit der Macht des Berliner Regierungsapparates zu attackieren, sollte Lederer sich mit Jebsen zu einem Streitgespäch treffen. Wenn er starke Kritik so apodiktisch vorträgt, wie er es tut, dann wird er ja wohl auch genug Courage besitzen, Jebsen direkt zu konfrontieren. Wer so stark austeilt wie Lederer, sollte Mann genug sein, sich auch die Entgegnung anzuhören. Oder ist er zu sich schade dafür? Oder ist er inzwischen im Arroganzmodus gefangen?

Das Gespräch sollte moderiert und öffentlich ausgetragen werden.


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coroner 04.12.2017, 19:33 Uhr

     Dehm und Gehrcke wiederum veröffentlichten anschließend einen Aufruf, in dem sie auch mit Blick auf Lederer mehr
    gemeinsame Aktionen "gegen den zerstörerischen Ungeist von Stigmatisierungen und Zensur" verlangten, ausdrücklich auch innerhalb der Partei.


Dehm und Gehrcke haben vollkommen Recht. Es geht nicht darum, ob irgendjemand gleicher oder anderer Meinung ist als Herr Jebsen, sondern es geht um freie Meinungsäußerung und um Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Voltaire hätte das Recht auf Äußerung einer anderen Meinung verteidigt. Heute sieht es leider anders aus.

Ich staune, wie leicht es manchen Forenten fällt, Jebsen als "Antisemiten" und "Hetzer" zu bezeichnen. Antisemitische Hetze und Volksverhetzung sind hierzulande Straftatbestände. Wenn bei den zahlreichen Feinden die Herr Jebsen hat, er wegen dieser Dinge nicht verurteilt ist, dann bedeutet dies wohl, dass er eben im juristischen Sinne kein Antisemit und kein Hetzer ist. Wer dies dennoch behauptet, der sollte den Beweis antreten, sonst ist es üble Nachrede.

Wenn Kultursenator Lederer das Babylon anruft und den Betreiber (der ja von Senatszuschüssen abhängt) auffordert, eine Veranstaltung mit Jebsen abzusetzen, so ist dies nichts anderes als Zensur. "Aluhut" und "Verschwörungstheoretiker" sind Ausdrücke, die diffamieren sollen, ohne dass man sich inhaltlich auseinandersetzen müsste und sollen die Zensur rechtfertigen.

Dass „Die Linke“ sich an derlei Ausgrenzungen beteiligt entbehrt nicht einer gewissen Tragik. Vor dem 2. Weltkrieg waren Linke und Kommunisten selbst Opfer von Diffamierung und Verfolgung. In der DDR wandten die dortigen "Sozialisten" bald selbst Methoden der Diffamierung an.  Derzeit betreibt „Die Linke“ lieber selbst Ausgrenzung einer "Querfront" als dass sie sich für ein breites Bündnis gegen Krieg einsetzt. Vermutlich aus Angst, selbst Opfer von Ausgrenzung zu werden ...


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peeka 04.12.2017, 19:17 Uhr

Mit Ken Jebsen und der "Querfront" ist es nicht so ganz einfach: Jebsen ist kein typischer Querfrontler. Die Querfront hat als gemeinsamen Anknüpfungspunkt normalerweise die Nation. Daher sind auch Linksliberale kaum als Mitglieder einer Querfront zu finden. Querfrontler auf linker Seite sind typischerweise diejenigen, die einen ausschließenden Wohlfahrtsstaat propagieren (es gab im "Neues Deutschland" dazu gerade einen interessanten Artikel), die von "Fremdarbeitern" reden oder von "Gastrecht", welches "missbraucht" werden würde.
Ken Jebsen dagegen vertritt zwar obsessiv-negative Ansichten zur USA und zu Israel und äußert sich gern positiv zu Russland. In der Flüchtlingskrise zum Beispiel hat er aber eine sehr klare Haltung gezeigt.
Jebsen ist weder den kulturdiktatorischen noch den nationalkollektivistischen Vertretern zuzuordnen. Daher rührt vermutlich auch sein Zerwürfnis mit Jürgen Elsässer, einem "typischen" Querfrontler.
Es ist sicherlich nicht einfach, immer den Überblick zu behalten, zumal die Protagonisten schneller die Seiten wechseln als ein Horst Mahler. So galt Elsässer eine Weile lang als typischer "Antideutscher".
Ken Jebsen halte ich für einen sehr guten Journalisten wenn es um Interviews geht. Er gewinnt immer noch sehr kompetente Gesprächspartner und lässt sie ausreden. Dass seine Verschwörungsobsessionen manchmal nerven und er ziemlich arrogant sein soll (hab ihn allerdings nicht persönlich kennen gelernt), steht auf einem anderen Blatt. Man sollte aber auch im Auge behalten, dass Verschwörungstheorien wie zum Beispiel im Falle der Gladio sich später als wahr heraus gestellt haben ...


...


Aus: "Die Linke im Kampf gegen die Querfront" Matthias Meisner (04.12.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/streit-um-preis-fuer-ken-jebsen-die-linke-im-kampf-gegen-die-querfront/20666844.html


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medienjournalismus und medienkritik...
« Reply #67 on: December 05, 2017, 10:53:13 AM »
"KenFM: "Rassistischer Zionismus""
Hasbara andersrum Ein KenFM-Video zusammengefasst und daraus °wörtlich zitiert°, Judenhass in fett und in Klammern (meine Bemerkungen).
dame.von.welt | Community (Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community ), 15:55 21.04.2014 - Kommentarfunktion deaktiviert
https://www.freitag.de/autoren/dame-von-welt/kenfm-rassistischer-zionismus

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[...] Leander Sukov begrüßt Klaus Lederers Haltung zur Preisverleihung an Ken Jebsen

Im »neuen deutschland« vom 16. November schreibt Tobias Riegel unter dem Titel »Angst vor den Worten« zur Kritik von Klaus Lederer an der (nunmehr abgesagten) Preisverleihung an Ken Jebsen im Babylon-Kino unter anderem: »Der Fall hat das Zeug, eine Zensur-Debatte loszutreten.«. Tobias Riegel hat damit fast recht. Allerdings ist diese Debatte nicht nur eine Zensurdebatte, sondern auch eine um die Art, wie LINKE in Regierungsverantwortung Politik gestalten sollen. Es geht um die Frage, ob Politik die Administration von Ministerien ist oder aktive Gestaltung, und es geht um eine Zensurdebatte. Allerdings um eine umgekehrte. Denn de facto fordert Riegel von Kultursenator Lederer die Selbstzensur. Das ist ein Missverständnis über den Charakter des freien Wortes, welches sonst eher nicht in linken Milieus vorkommt. Dem muss man entschieden entgegentreten.

Wer sich im öffentlichen Raum bewegt, wie die Veranstalter der Preisverleihung und der Preisträger Ken Jebsen selbst auch, muss damit rechnen, im öffentlichen Raum auch Widerstand vorzufinden. Es wäre völlig verfehlt, würde man das Recht auf diese Widersetzlichkeit von den Personen und Gruppen ableiten, die hier im Konkreten agieren. Es ist eine abstrakte Sicht gefordert. Und für mich bedeutet die Abstraktion vom konkreten Ereignis auf die Bewertung der Kritik Lederers: Diese Kritik ist zulässig. Mehr noch, sie ist wünschenswert. Wir haben, in Übernahme neoliberaler Staatssichten und Politikdefinitionen, zwar nicht die Inhalte dieser neoliberalen Politik übernommen, wohl aber ihre Betrachtungsweisen. Für uns, die wir doch zugeben müssen, dass die Basis aller materialistischen Weltanschauung der Idealismus ist, muss Regierungstätigkeit auch heißen, inhaltlich zum Geschehen Stellung zu nehmen.

Die Grenze ist dort, wo zugleich administriert wird. Hätte also der Berliner Kultursenator mit dem Entzug der Fördergelder gedroht, wäre das in der Tat kritikwürdig gewesen. Seine inhaltlich begründete Ablehnung der Veranstaltung und deren Absage nach Anruf von Lederers Staatssekretär aber war nicht nur akzeptabel, sondern ein nötiger Schritt, kulturellen Meinungsstreit auf robuste Weise und auf bravouröse Art zu führen. Das muss die Regel werden, um die neoliberale Hegemonialmacht in der politischen Kultur ebenso zu bekämpfen wie die sich auf Nation und Volk beziehenden Kreise. Eine gesellschaftliche Wende zurück auf eine linke politisch-moralische Erneuerung ist dringend nötig.

Leander Sukov ist Schriftsteller und Verleger des Kulturmaschinen-Verlages. Er ist Mitglied im PEN und im Verband deutscher Schriftsteller*innen. Er lebt und arbeitet in Bayern.


Aus: "Keine (Selbst-)Zensur" Leander Sukov (18.11.2017)
Quelle: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1070513.klaus-lederer-und-ken-jebsen-keine-selbst-zensur.html

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[...] Berlin. Der LINKE-Bundesvorstand hat seine Distanzierung von Rechtspopulisten, Antisemiten und »Querfront«-Strategien sowie von dem umstrittenen Journalisten Ken Jebsen erneuert. In einem am Sonntag gefällten Beschluss zeigte sich der Vorstand solidarisch mit der Entscheidung des LINKE-Kultursenator von Berlin, Klaus Lederer, gegen eine Preisverleihung an Jebsen im Kino Babylon zu intervenieren. Weiter heißt es, der Parteivorstand erwarte, dass Mitglieder der Linkspartei eine geplante Kundgebung gegen Lederers Entscheidung nicht unterstützen.

Das Kino Babylon in Berlin-Mitte hatte nach der Intervention des Kultursenators im November eine Veranstaltung abgesagt, in der der umstrittene Blog »Neue Rheinische Zeitung Online« dem ehemaligen RBB-Moderator Jebsen den »Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik« verleihen wollte. »Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet«, hatte Lederer zur Begründung auf Facebook gepostet. Jebsen wird unter anderem Antisemitismus und die Beteiligung an einer Querfront zwischen Linken und Rechten vorgeworfen.

Gegen Lederers Entscheidung planen Jebsen-Unterstützer am 14. Dezember vor der LINKE-Parteizentrale am Rosa-Luxemburg-Platz eine Kundgebung unter dem Motto »Demokratie und Meinungsfreiheit verteidigen«. Auf dem Plakat stehen als Teilnehmer auch die LINKE-Politiker Diether Dehm, Wolfgang Gehrcke, Christiane Reymann und Andreas Maurer.

Die stellvertretende Parteivorsitzende Caren Lay nahm diese Kundgebung nun zum Anlass, um im Parteivorstand einen Antrag auf Distanzierung von Ken Jebsen zu stellen. Dieser wurde am Sonntag angenommen. »Keine Unterstützung von #Querfront, Solidarität mit @klauslederer u.a., keine Unterstützung durch #LINKE-Mitglieder. Gut so!«, kommentierte Lay den Beschluss auf Twitter. Ralf Krämer, ebenfalls im Bundesvorstand, berichtet auf Facebook von einem umstrittenen Ergebnis: Es habe 18 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen gegeben.

Ob sich die angesprochenen Parteimitglieder an den Beschluss halten, bleibt unklar. Diether Dehm schrieb am Samstag auf Facebook, er würde sich »als Künstler« von seiner Partei »nie ein Lied untersagen lassen«. Darum habe er sich für Berufsverbotsopfer wie Franz Josef Degenhardt oder die türkischen Musiker von groupyorum sowie darüber hinaus für Christian Wulff während seiner Auseinandersetzung mit der »Bild«-Zeitung oder auch für Ken Jebsens Meinungsfreiheit engagiert.


Aus: "LINKE beschließt »klare Kante« gegen Querfront und Jebsen" ek (04.12.2017)
Quelle: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1072112.linke-gegen-ken-jebsen-linke-beschliesst-klare-kante-gegen-querfront-und-jebsen.html


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« Reply #68 on: December 05, 2017, 11:04:20 AM »
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[...] Russland hat neun US-Medien zu "ausländischen Agenten" erklärt. Unter den betroffenen Medien sind auch die beiden US-Sender Voice of America und Radio Free Europe/Radio Liberty, wie das Justizministerium in Moskau am Dienstag auf seiner Internetseite bekanntgab. Allen neun betroffenen Medien wird demnach vorgeworfen, "die Funktionen eines ausländischen Agenten auszuüben".

Präsident Wladimir Putin hatte das umstrittene neue Mediengesetz im November unterzeichnet. Neben der Registrierung als "ausländische Agenten" müssen die betroffenen Medien in Russland, die Geld aus dem Ausland erhalten, ihre Finanzierung offenlegen und den Behörden vollständigen Einblick in ihre Aktivitäten gewähren.

Auslöser für die Änderung des Mediengesetzes war ein entsprechender Schritt der USA, die den russischen Fernsehsender RT (früher Russia Today) Anfang November wegen seiner Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl im Vorjahr gezwungen hatten, sich als "ausländischer Agent" registrieren zu lassen.

Ein ähnliches Gesetz in Russland klassifiziert bereits Nichtregierungsorganisationen (NGOs) als "ausländische Agenten" und zwingt sie zur Offenlegung ihrer Finanzen. Viele NGOs in Russland haben ihre Aktivitäten wegen der intensiven Überwachung inzwischen eingestellt. (AFP)


Aus: "Russland erklärt neun US-Medien zu "ausländischen Agenten"" (05.12.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/neues-mediengesetz-russland-erklaert-neun-us-medien-zu-auslaendischen-agenten/20670728.html


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« Reply #69 on: December 06, 2017, 05:54:43 PM »
"Die Linke: Schluss mit der Querfront!" Ein Gastbeitrag von Halina Wawzyniak (6. Dezember 2017)
Linkenpolitiker ätzen gegen einen Linken, der sich gegen Verschwörungstheoretiker aussprach. Warum sich die Partei so schwertut mit Sektierern und wie sie handeln sollte.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-12/linke-querfront-demokratie-positionierung

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Nils74 #9

"Die Beschlusslage ist doch eindeutig. Im Mai 2014 hielt der Parteivorstand fest: "Die Linke distanziert sich unmissverständlich von Aktivitäten von Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten."

Das ist eben das Problem mit dem wildem Etiketten-Kleben. Sobald diese wirklich inhaltlich diskutiert werden müssen, zerfallen sie zu Staub. Klar haben wir in diesem Land "Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten", aber wer da inzwischen alles in diese Schubladen gesteckt wird, ist atemberaubend.


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Arne P. #11

Ich hab ja vor Jahren schon Ken Jebsens Zeug auf Facebook verfolgt. Zugegeben, ich habe Anfangs auch gedacht: Hey, da klärt uns mal jemand auf, was in der Politik so finsteres vor sich geht. Es klingt immer alles so plausibel. Genau das aber machte mich irgendwann misstrauisch und ich erkannte sehr bald, dass dieser Typ nur fürchterlichen Unsinn von sich gibt. Diese Erkenntnis bleibt bei vielen leider aus. Er wirft ihnen "Futter" hin und sie fressen es. Arme, verwirrte und besorgte Bürger... können ja nichts dafür...


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leudoc #16

Was soll mir der Artikel jetzt sagen? Dass Ken Jebsen rassistisch und rechtsradikal ist? Kann ich aus seinen Programmen und den dort anwesenden Gästen so nicht nachvollziehen. Und bitte keine aus dem Kontext gerissene Einzeläußerung. Dass sogenannte Verschwörungstheorien, die z.B. false flag-Aktionen zum Gegenstand haben sich in der Vergangenheit allesamt als haltlos herausgestellt haben? ...


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BCO #16.1

... Es geht um den Umgang der Linke mit Querfront, VT u.ä. Klientel.


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Stahlheini #18.1

Bin ich Querfront, wenn ich für die Gewissensentscheidung von Abgeordneten bin, anstatt für Fraktionszwang?

Bin ich als Kriegs- und NATO Gegner automatisch Querfront?

Bin ich Querfront, wenn ich allen Menschen das gleiche Recht auf ein friedliches, aelbstbestimmtes Leben einräume, also auch Palästinensern, Syrern, Irakern, Libyern Afganen, Bürgern von Mali und Jemeniten, auch wenn sie über Rohstoffe oder Transportwege verfügen, die unsere Industrie benötigt?

Bin ich Querfront, wenn ich endlich fundierte, sachliche Aufklärung über die eingestürzten Türme erwarte, mit dieser Geschichte fing schließlich das ganze Elend dieses neuen Jahrtausends an?

Bin ich Querfront, wenn ich gegen Staatsterrorismus bin?

Aber sicher bin ich Querfront, wenn ich gegen das gesetzlose Töten durch Drohnen mittels Einrichtungen wie Ramstein bin. Oder gegen Folter, wo auch immer.
Oder wenn ich gegen den menschenverachtenden Einsatz von Glyphosat, oder gegen die Einkreisung Russlands, die schamlose Aufrüstungsplanung auf 2% des BIP, die Enteignung von sämtlichen hart erkämpften Grundpfeilern des menschlichen Daseins, wie saubere Luft, ausreichendes, sauberes Wasser, eigenes Denken, eine nicht vergewaltigte Sprache und ausreichend Privatsphäre bin.

Wer sich Ken Jebsens Site ansieht (ich mache das ziemlich regelmäßig), wird primär alternative und oppositionelle Inhalte erkennen. Mir ist kein antisemitischer Artikel untergekommen. Allerdings viele Artikel, die sich kritisch mit Israel befassen.


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Schlagdraufundschlus #20

Wie üblich sehr oberflächlich und pauschalierend. Es reicht wie immer das altbewährte Muster Begriffe wie " Verschwörungstheoretiker, " Antisemititsmus, " , " Sektierer" in den Raum zu werfen- damit hat man jede ernsthafte argumentative Auseinandersetzung von vorneherein vermieden und die Gegenseite als Spinner diskreditiert. Jebsen mag man, oder man mag ihn nicht. Aber seinen Aufklärungsanspruch sollte man ihm nicht absprechen. Und wer sich die Mühe macht mal Diskussionen und Interviewas auf KenFM zu sehen, ( Mausfeld, Kleinschmidt, Ganser etc. ) der wird Erstaunliches feststellen: da sind Leute die wirklich was zu sagen haben. ...


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Der Huettenzaubermann #21

Den einzigen Preis den dieser Ken Jebsen verdient hat ist der Goldenen Aluhut


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Marktradikale Nachtigall #26

Ein weiterer Artikel aus der Serie: Ich sage Dir mal, wer Du bist und wie Du denkst, und dann verurteile ich Dich für das, was ich gesagt habe. ...


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Stahlheini #29

Zu Ken Jebsen.
Es geht ja nicht darum, ob man diese oder jene Positionen teilt. Wer aus dem pubertären Idolalter raus ist, wird niemand finden, dessen Positionen er total toll findet und total teilt. Es geht um Grundpositionen. Und da ist Ken Jebsen zweifelsfrei Demokrat und Antikriegsaktivist.

Querfrontstratege und Verschwörungstheoretiker sind bösartige Verunglimpfungen mit Hilfe von Totschlagsargumenten aus dem Mainstream-Repertoire. Wer sich als Links bezeichnet, sollte sich schämen, solche Begriffe der spätbürgerlichen Demagogen-Propaganda auf andere Personen anzuwenden! Und auch die Bezeichnung Antisemit ist zur inflationär verwendeten Ideologiekeule verkommen und bei Jebsen völlig fehl am Platze.


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Stahlheini #30

Ich verspüre bei Schubladenbeschriftungen wie Querfront, Verschwörungstheorie, Links, Rechts, Fake, AntiFa, Antideutsch, und so weiter-blablabla einen riesigen Bedarf nach Inhalt.
Frage und Vorschlag: Hatten nicht die alten Griechen in der Schule das Fach "Diskussion"? Wollen wir das wieder einführen?
Wir haben ja auch Inklusion, Kompetenzorientierung und Medienpädagogik - alles zusammen ein Gebräu, das uns bei der Zukunftsfindung wahrscheinlich weniger nützt als die Fähigkeit, sich wertschätzend über eine Sache zu streiten und letztlich einen Konsens zu erringen. ...


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BCO #33

Es ist der "Kölner Karlspreis - für engagierte Literatur und Publizistik", vergeben von "NRhZ-Online". Was man so liest - typisches Querfront-Medium.


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Stahlheini #33.1

Brillante Argumentation, Respekt!


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Mit Speck #34

Das Hauptproblem der Linken sind ihre Menschen. Nur ein ganz geringer Teil der Aktiven scheint tatsächlich Gestaltungs- und Wirkungswillen zu haben. Der Löwenanteil besteht aus weltfremden Selbstdarstellern; Jugendlichen, welche sich in Dialektik üben wollen und emotional völlig entgrenzten Sozialaussteigern.

Und in diesem Irrenhaus kommen halt mal solche Konstellationen wie im Artikel gezeigt zu Stande.


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Mehrfach-rausgeworfene-Kommentatorin #36

Viele Worte um zu sagen, dass man Ken Jebsen für einen sarkastischen, querfrontlerischen und geschichtsklitternden Verschwörungstheoretiker hält, der nicht mit einem Preis ausgezeichnet werden solle, und dass man das Eintreten von Gehrcke, Dehm und Reymann für Jebsen bei den nächsten Vorstandwahlen der Partei Die Linke abstrafen solle.

Verschwörungen gab und gibt es tatsächlich, deshalb hat der Gesetzgeber dafür Regelungen geschaffen, von der Anklage wegen übler Nachrede bis zum Hochverrat. Indes werden nicht alle Verschwörungen aufgedeckt, sondern eher wohl in Einzelfällen wie bspw. beim Watergate-Skandal oder in Deutschland beim Spiegel-Skandal um den Verteidigungsminister Strauß und bei dem CDU-Spendenskandal um Bundeskanzler Kohl.

Ansonsten gab und gibt es wohl viele Gerüchte und Erfundenes, was auch über die Medien verbreitet wurde und wird [Stern Hitler-Tagebücher] und seit dem Internet eben auch in Eigenregie privater Leute. Günter Wallraff durft einst gerichtlich erlaubt sagen, dass aus seiner Sicht die Bildzeitung ein Machwerk professioneller Lügner und Fälscher sei.

Die Meinungsfreiheit geht in Deutschland sehr weit, trotz Parteibeschlüssen der Partei Die Linke. Das ist die gute Nachricht.


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Hamlet54 #46

Da wird aber viel in Jebsens Aktivitäten hinein interpretiert. Wenn man die Israelpolitik im Gazastreifen kritisiert hat das sowas von nichts mit Antisemitismus zu tun. Das wäre wie wenn man jedem, der Erdogan kritisiert Türkenhass vorwirft. Also kommt mal bisschen runter.

Ja, und natürlich sind die Medien gesteuert. Nicht unbedingt von der CIA aber zumindest vom Gewinninteresse für Anzeigen, dem Markt, den Ausbildungen und Wertevorstellungen der einzelnen Autoren, die für genau spezielle Verlage arbeiten. Eine EMMA wird sich nie für Männerrechte einsetzen. Eine Bildzeitung wird nie Fakten nur nüchtern präsentieren. Ja und wer weiß, vielleicht haben Geheimdienste viele Steuerungssysteme in die Medien eingebaut. Information ist schließlich deren Geschäft. Das sind keine großen Verschwörungstheorien.

Ist die Tatsache, dass rund 300 mächtige Familien die hälfte des gesamten Weltvermögens besitzen und entsprechend Macht haben eine Verschwörungstheorie?

Die Linke hat ganz andere Probleme. ...