Author Topic: Archive...  (Read 15508 times)

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« on: January 16, 2013, 12:04:38 PM »
The Internet Archive is a 501(c)(3) non-profit that was founded to build an Internet library. Its purposes include offering permanent access for researchers, historians, scholars, people with disabilities, and the general public to historical collections that exist in digital format. Founded in 1996 and located in San Francisco, the Archive has been receiving data donations from Alexa Internet and others. In late 1999, the organization started to grow to include more well-rounded collections. Now the Internet Archive includes texts, audio, moving images, and software as well as archived web pages in our collections, and provides specialized services for adaptive reading and information access for the blind and other persons with disabilities. ...
http://archive.org/ | https://blog.archive.org/

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The Wayback Machine
Browse through over billion web pages archived from 1996 to a few months ago. ...
http://archive.org/web/web.php


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Archivalia ist ein Weblog, das Einträge rund um das Archivwesen aufnehmen soll...
(ARCHIVALIA ist ein privates nichtgewerbliches Projekt von Dr. Klaus Graf)
http://archivalia.hypotheses.org/

« Last Edit: September 13, 2016, 11:59:24 AM by Link »

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« Reply #1 on: February 15, 2018, 08:53:43 AM »
Oliver Bünte (06.02.2018): Das italienische Ministerium für Kultur und Tourismus hat im Vorfeld des Sanremo-Musikfestivals die Webseite Canzone Italiana gestartet, auf der nach eigenen Angaben rund 200.000 italienische Musiktitel der Jahre 1900 bis 2000 zum freien Streaming gelistet sind. Die Titel werden vom staatlichen Instituto Centrale Per I Beni Sonori Ed Audiovisivi (ICBSA) zur Verfügung gestellt, das audiovisuelle Titel als kulturelles Erbe archiviert und verwaltet. Die Webseite ist in acht Sprachen, darunter Deutsch, verfügbar und entstand in Kooperation mit dem Streaming-Dienst Spotify. | https://www.heise.de/newsticker/meldung/Italien-streamt-200-000-italienische-Songs-gratis-3961146.html

Canzone Italiana
http://www.canzoneitaliana.it/

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« Reply #2 on: September 12, 2018, 12:45:06 PM »
Quote
[...] Ob Thomas Gottschalk in "Wetten, dass..?", Professor Brinkmann (Klausjürgen Wussow) in der "Schwarzwaldklinik" oder der "Monaco Franze": Viele Sendungen sind ein Stück Fernsehgeschichte – in diesem Fall zweimal vom ZDF und einmal von der ARD (Bayerischer Rundfunk). Damit sie nicht verlorengehen, archivieren die Sender das filmische Gedächtnis. Im ZDF werden seit 1983 alte Bänder Stück für Stück umgewandelt. Inzwischen ist das Material, das seit dem Sendestart 1963 zusammengekommen ist, schon auf digitalen Videobändern – doch auch die müssen umgewandelt werden: Sie kommen in eine Datenbank, die viel mehr Inhalt schlucken kann als bisher. Bis 2021 müssen rund 600.000 Bänder überspielt werden.

Das Bewahren alter Sendungen ist das eine – das Nutzen alten Materials für das aktuelle Programm das andere. Wenn sich der Mauerfall in wenigen Wochen zum 29. Mal jährt, geht es zum Beispiel nicht ohne die Bilder aus Berlin vom 9. November 1989 für die Fernseh-Berichterstattung. Beim ZDF werden insgesamt fast 100.000 Files aus dem digitalen Archiv pro Jahr abgerufen – von Schnipseln bis zu ganzen Sendungen. "An ganz vielen Stellen brauchen wir einen Fundus zur Bebilderung von aktuellen Beiträgen im Programm", sagt Beate Scherer, Leiterin von Archiv und Dokumentation beim ZDF. "Das Hauptziel ist, dies so einfach wie möglich bereitzustellen."

Bei der Digitalisierung kommen die ältesten Kassetten zuerst dran. "Da wird es höchste Zeit, dass man sie sichert", betont Archivleiterin Scherer. Denn manche Abspielgeräte gibt es bald nicht mehr. Für seinen Hausstandard hat das ZDF die letzten Geräte gekauft. Während frühere MAZ-Bänder Schäden aufweisen und sich allmählich auflösen, setzt den digitalen Bändern der Staub zu. "Daher werden alle entsprechenden Bänder vor der Kopierung im Projekt Massenumcodierung in speziellen Reinigungsmaschinen vorbehandelt und gereinigt", sagt Kerstin Eberhard, die das ZDF-Projekt leitet.

Im Wechsel sind sechs Teilzeitkräfte aus dem Archiv und vier Kollegen aus der Produktion mit der Mammut-Aktion in Mainz beschäftigt. Archiviert werden eine Fassung der fertigen Sendung und eine vorherige Fassung ohne die Beschriftung von Namen. Je zwei Kollegen füttern täglich in zwei Schichten von 8.30 Uhr bis 1.15 Uhr nachts die Geräte, auf denen die alten Videobänder umgewandelt werden. Es gibt 22 Einspielstraßen für die Digitalisierung – für bis zu 300 Video-Bänder am Tag mit jeweils 45 Minuten Länge.

Die Digitalisierung ist für alle Sender eine Herausforderung. Die einzelnen Sender der ARD sind hierbei unterschiedlich weit. Der Bayerische Rundfunk (BR) wandelt alte Video-Kassetten seit 2016 digital um. "Wir haben die Hälfte der um die 200.000 Kassetten digitalisiert", sagt der Hauptabteilungsleiter Archive, Dokumentation und Recherche, Rainer Tief. "Etwa im Jahr 2021 werden wir unser gesamtes Video- und Audioarchiv digitalisiert haben." Die Audiodateien seien schon alle digital. Im vergangenen Jahr begann der BR dann damit, alte Filmrollen zu digitalisieren.

Dem Archiv-Leiter geht es nicht nur um das audiovisuelle Erbe und die technisch notwendige Archivierung. "Es handelt sich um unser Programmvermögen", sagt Tief. "Unser Ziel ist, möglichst viele Archivinhalte ins Programm zu bringen." Die Archive werden beim BR nach seinen Worten gut genutzt: Die Abfragen gehen in die Tausende pro Tag. Dabei werden so manche Programmschätze gefunden, die sonst keiner nachfragen würde. "Man freut sich jedes Mal wieder neu darüber, wenn man zum Beispiel alte Serien in guter digitaler Qualität vorliegen hat." Zum Beispiel "Monaco Franze" mit Helmut Fischer, der "Pumuckl" oder "Irgendwie und Sowieso" mit Ottfried Fischer.

Der private Sender RTL hat die Digitalisierung der Bänder schon hinter sich. Als die Mediengruppe RTL Deutschland 2010/2011 in das damals neue und voll-digitalisierte Sendezentrum nach Köln-Deutz zog, wurde sukzessive auch das Material aller Sender der Gruppe (RTL, VOX, n-tv und andere) digitalisiert. "In Summe reden wir dabei inzwischen über rund 260.000 Programmstunden für alle Free- und Pay-TV-Sender sowie Plattformen der Mediengruppe RTL", sagt Sprecher Konstantin von Stechow. (Oliver von Riegen, dpa) / (olb)


Aus: "Archiv der Fernsehgeschichte: Wie Sender alte Videos digitalisieren"  Oliver von Riegen, dpa (12.09.2018)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Archiv-der-Fernsehgeschichte-Wie-Sender-alte-Videos-digitalisieren-4162080.html

Quote
     showdogg, 12.09.2018 09:38

Was wäre das herrlich dürfte jeder in den Archiven wühlen (am besten unter einheitlicher Oberfläche) und sich seine privaten Schätzchen, gerne auch gegen ein kleines Entgelt, herunterladen. (Sorry, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen...)

sd


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     Wumba, 12.09.2018 09:48

Re: Was wäre das herrlich...

Ich hatte mal eine Anfrage beim SWR wegen einem Filmbeitrag. Der ist von 2013 und dauert ca. 25 Minuten. Der SWR wollte mir das Ganze auf DVD zuschicken.
Der kleine Unkostenbeitrag, der wegen der "Digitalisierung" auftritt, wurde mit 80€ beziffert.


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     jsm36, 12.09.2018 10:47

Re: Was wäre das herrlich...

Pff, warum sollten wie noch mal dafür bezahlen? Der ganze Kram wurde bereits von uns finanziert, auch ohne eine weitere Zahlung sollten wir ein Recht auf Zugriff haben.


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     patapuff, 12.09.2018 10:35

welche formate?

mich würde interessieren wie sie am anfang digitalisiert haben, ich habe bzw. hatte den eindruck, dass in der anfangszeit eine digitalisierung verwendet wurde die massenhaft artefakte produziert hat, zumindest teilweise bei alten fernsehfilmen merkt man das, sieht ein bischen aus wie eine mischung aus mpeg2 artefakten und moskito-noise. weiss da wer mehr?


Quote
     Casandro, 12.09.2018 12:30

Das sind PAL Artefakte

Wenn man PAL naiv dekodiert, bekommst Du genau diese Artefakte. Aus irgendwelchen Gründen werden DVDs häufig mit den schlimmsten verfügbaren PAL-Dekodern gemastert.

Die öffentlich rechtlichen Sender haben diese Problem aber vorzeitig erkannt und auf D2 digitalisiert. D2 dekodiert das PAL-Signal nicht, sondern zeichnet es 1:1 auf. Die (begründete) Hoffnung war, dass PAL-Dekoder in Zukunft eher besser werden, und man somit die Umrechnung in Komponentensignale möglichst weit in die Zukunft verschiebt.

So ein D2-Band würde auf einem modernen Farbfernseher keine Artefakte zeigen und gute PAL-Dekoder (zum Beispiel der von der BBC) haben das Problem auch nicht mehr.


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« Reply #3 on: August 07, 2019, 01:05:21 PM »
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[...] Holger Meins war tot, die RAF mordete weiter, und Rudi Dutschke rief, während er mit erhobener Faust an Meins offenem Grab stand: "Holger, der Kampf geht weiter!" Ein Moment, der viel aussagt über die gesellschaftlichen Umbrüche in der von der terroristischen Rote Armee Fraktion erschütterten Bundesrepublik der Siebzigerjahre. Ein Moment für die Ewigkeit. Festgehalten hat ihn der Stern-Fotograf Jürgen Gebhardt.

45 Jahre später kommt dieses Stück Zeitgeschichte nun von Hamburg nach München. Denn der Stern, der einst neben dem Spiegel das wichtigste Nachrichtenmagazin Deutschlands war, hat sein analoges Fotoarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) geschenkt. 15 Millionen Negative, Dias und Papierabzüge aus der Zeit zwischen 1948 und 2001. Sie füllen 2200 Leitzordner auf 181 Regalmetern Länge. In der BSB werden die Bilder nach und nach digitalisiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Bei der Übergabe freuten sich einige der früheren Stern-Fotografen, die angereist waren, dass dieses Stück Zeitgeschichte nun nicht "irgendwo in einem Lagerhaus im Hamburger Hafen verschwindet", wie der Fotograf Peter Thomann sagte. Und Bayerns Kunstminister Bernd Sibler betonte: Dass der Stern sein analoges Bildarchiv an die Bayerische Staatsbibliothek gegeben habe, sei "ein großes Zeichen des Vertrauens". Aber man wisse, dass die Sachen hier "gut kuratiert, gut bewahrt und gut zugänglich gemacht" würden. "Das ist ein Rockzipfel der Geschichte, den wir zu greifen bekommen", freute sich Sibler.

Alles fing an mit einer Tagung zu Bildarchiven. Dabei erfuhr Cornelia Jahn, die Leiterin der Abteilung für Karten und Bilder bei der BSB, dass der Stern sein analoges Fotoarchiv aufgeben wollte. Mit ihrer Begeisterung für diesen "ungehobenen Schatz bundesrepublikanischer Zeitgeschichte", steckte sie Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, an. So kam die Sache ins Rollen. Und bald schon rollte die Ladung auf acht Lkws quer durch die Republik.

Bis es so weit war, hatte die Bayerische Staatsbibliothek einige Konkurrenz abzuwehren, wie Cornelia Jahn verrät. Der Stern selbst hatte anfangs zudem Gespräche mit dem Hamburger Kultursenator geführt. "Wir wissen um den kulturellen Wert dieses Archivs", betont Frank Thomsen, Mitglied der Stern-Chefredaktion. Und natürlich sei es nahegelegen, das Bildarchiv der Hansestadt zu übergeben. Aber in Hamburg hätte keine Institution mit den Möglichkeiten der BSB in Sachen Digitalisierung mithalten können. So entschied der Stern sich für München - und hier geht nun ein ganz neuer Stern auf.

Mit der Übergabe steigt der Bildbestand der Staatsbibliothek, der bisher 2,3 Millionen Bilder umfasste, um das siebenfache. Aber es ist nicht nur die Quantität. Alle Beteiligten rühmen das Stern-Bildarchiv. Hier sei "die Geschichte der Bundesrepublik und der Lauf der Welt abgebildet". Bedenkt man, dass viele große Fotografen der Bundesrepublik für das Hamburger Magazin gearbeitet haben, scheint das nicht zu hoch gegriffen. "Das ist ein Kulturschatz, der bisher ungehoben ist", so Thomsen. Bilder seien einerseits "emotionale Erinnerung". Aber in der heutigen Zeit sei es auch um so wichtiger, "dass die abgebildete Wahrheit sichtbar bleibt".

Der Fotograf Peter Thomann erzählte anlässlich der Übergabe von den goldenen Zeiten des Fotojournalismus. "Wir gehörten zu den letzten festangestellten Fotografen, und wir hatten einen Traumjob", schwärmte er. 22 festangestellte Fotografen hatte der Stern damals - ein heute geradezu astronomisch wirkende Zahl. "Man konnte selbst Themen vorschlagen, Zeit und Geld spielten keine Rolle", so Thomann. Er selbst reiste beispielsweise für eine Reportage zum Jahrestag der Deutschen Einheit rund um die Welt den versteigerten Mauerstücken hinterher.

Auch andere Fotografen, die nach München gekommen waren, wussten Geschichten rund um die Geschichte der Bilder zu erzählen. Der frühere Kanzler Willy Brandt beispielsweise war immer für einen guten Witz zu haben. Dieser Vorliebe verdankte der Stern-Fotograf Jay Ullal eine ungewöhnliche Bildstrecke. Während einer Reise in die USA fragte ihn Brandt, ob er nicht einige indische Witze in petto hätte. Der in Indien geborene Ullal hatte. Mit den Worten "dann müssen Sie aber früh aufstehen", sagte Brandt zu, Ullal am nächsten Morgen zur Verfügung zu stehen. So konnte Ullal den Kanzler dabei fotografieren, wie der sich - ganz altmodisch - vor dem Spiegel nass rasierte und zurechtmachte. Und Jürgen Gebhardt erinnert sich, wie er 1988 mit der Kamera den Trauerzug von Franz Josef Strauß in München begleitete und - weil es immer später und immer dunkler wurde - bangte, ob er noch ein gutes Foto in den Kasten bekommen würde.

Viele gute Fotos sind im Laufe der Jahrzehnte für den Stern entstanden und sind nun nach München gekommen. Noch sind zwar nicht alle Rechte geklärt, aber mit mehr als der Hälfte der Fotografen sind Vereinbarungen getroffen. So kann die BSB das Archiv auch im Internet anzeigen, was ein riesen Gewinn ist, wenn man das vergleicht mit den Online-Sammlungen der Museen, wo anstelle der zeitgenössischen Kunst oft nur Platzhalter zu sehen sind.

Bei der Digitalisierung des Stern-Bildarchivs wird die BSB ihre bisherigen wissenschaftlichen Standards aufgeben und neue Wege gehen müssen. Aber das Archiv ist mit allen wichtigen Schlagworten versehen und gut katalogisiert. Diese Metadaten können übernommen werden. Trotzdem werden für diese Mammutaufgabe Jahre nötig sein. Und für die Bayerische Staatsbibliothek ist es in jedem Fall ein Paradigmenwechsel: vom Text zum Bild. Das passt zu der heutigen Zeit.


Aus: "15 Millionen Momente für die Ewigkeit" Evelyn Vogel (6. August 2019)
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bayern/stern-fotoarchiv-bayerische-staatsbibliothek-15-millionen-1.4554381