Author Topic: Wissenschaft und Esoterik ( ... höhere Welten?!)  (Read 18088 times)

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Wissenschaft und Esoterik ( ... höhere Welten?!)
« Reply #20 on: August 17, 2016, 10:02:41 AM »
"Chemtrails: Hilfe, die Regierung will uns vergiften!" Saskia Gerhard (16. August 2016)
Viele mögen die Chemtrails-Analyse überflüssig finden. Jene, die fest an die Existenz von Slap glauben, wird sie nicht erschüttern können. Doch wer sich immer ein wenig unsicher war, dem sei gesagt: Es existiert mit sehr großer Wahrscheinlichkeit kein geheimes Programm, das vorsieht, die breite Bevölkerung mit giftigen Chemikalien zu besprühen. Tja.
http://www.zeit.de/wissen/2016-08/chemtrails-verschwoerungstheorie-flugzeuge-kondensstreifen-gegenbeweis

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SeppD #3

Natürlich gibt es Chemtrails.
Sie werden aber nicht von Düsenjets verteilt sondern von Reichsflugscheiben.


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FranL. #3.8

... Aber ich nehme an, beim echten Astro-TV (schwer Parodie und Original auseinanderzuhalten) gibt es bestimmt auch noch irgendwelche wirklich "preisgünstige" Kristalle, Edelsteine, Parfums oder so etwas mit dem man sich vor Chemtrails schützen kann.


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SnoopyCornflakes
#3.10  —  vor 8 Stunden 2

Also diese Pranakristalle sind wirklich sehr dekorativ, so als Deko-Teil auf dem Tisch:

Orgonit Schmuck mit besonderer Eigenschaft
Die Akasha Säule® vermag es, die schädlichen Auswirkungen von Umweltverschmutzungen der Atmosphäre, wie die von Chemtrails, und anderen unnatürlichen Phänomenen zu harmonisieren, und das Ätherfeld des Himmels wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Akasha Säule® ist ein Umweltharmoniserer der Sonderklasse und stellt sozusagen das Flagschiff von Oz-Orgonite dar. ...
https://www.oz-orgonite.de/akasha-saeule/

Mir fehlt jetzt nur noch ein Pyramiden-Förmchen, ...



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Zivilisationswächter #6

"Chemtrails" und "sich ernsthaft damit beschäftigen" in einem Satz?
Wenn ich das meinen NWO-Echsenkollegen erzähle, halten die das für Verschwörungstheorie.



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verwunderlich.66 #8

Mittlerweile dürfte sich manche Regierung wünschen, sie hätte so was wie ChemTrails zur Verfügung und müßte sich nicht Brot und Spielen und Öffentlichem Rundfunk behelfen


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Walter Paddick #11

Ich habe auch (entfernte) Bekannte, die daran glauben. Die haben auch ihre Feuermelder, auf Kameras untersucht, weil irgendwo im Internet stand, irgendwer würde einen damit beobachten.
Ich weiß immer nicht so recht, wie ich reagieren soll, wenn die mir solche Storys erzählen. Man will ja auch niemanden beleidigen und weh tun die ja damit auch niemanden.
Von daher lasse ich sie in dem Glauben, auch weil ich die nur sehr selten mal sehe.
Habe auch keinerlei Drang, diese Bekanntschaft zu vertiefen.


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Walter Paddick #14

Heftig sind auch die Leute, die Angst vor WLan und Mobilfunk haben. Über mir ist mal ein Pärchen eingezogen, die so drauf waren.
Bereist am ersten Tag stand die Frau bei mir vor der Tür und fragte, ob ich WLan habe. Zuerst habe ich angenommen, sie wollte es mal benutzen, oder dergleichen.
Aber dann hielt sie mir einen Vortrag, wie schädlich ist das ist und das ich es bitte abschalten soll, wenn ich es nicht benutze.
Zudem übergab sie mir auch eine Broschüre, mit angeblich sicheren Festnetz Telefonen, die wohl einen anderen Fun Standard nutzen, oder dergleichen.
Sie meinte dann, allen Ernstes, sie würden sich an den Kosten beteiligen. Zuerst war ich ein bisschen sprachlos, aber dann habe ich ihr erklärt, dass alle Geräte geprüft und zugelassen sind und ich sie an lasse, damit sie bereit sind, wenn ich sie brauche.
Die hatten auch, an ihrer Tür, irgendwelche Matten, die Funkwellen abhalten und solcher Quark. Und gestrichen haben sie mit irgendeiner "Anti Funk Farbe", wie mir der Mann erzählte.
Es dauerte nicht lange, dann haben sie das Ganze Haus gegen sich aufgebracht, mit ihren ständigen Forderungen. Zum Schluss waren die richtig hysterisch und sagten, wir würden absichtlich Körperverletzung begehen.
Na ja, der Vermieter hat die Sache dann beendet, als die Beschwerden sich häuften und die beiden vor die Türe gesetzt.
Gibt schon komische Zeitgenossen.


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Neela75 #14.8

Und ich dachte schon, die Durchgeknallten, die eine Acht als Zeichen der Unendlichkeit auf den Barcode von Lebensmittelpackungen malen, damit das Essen nicht verstrahlt wird, seien nicht mehr zu toppen. ...


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r.a.bunzel #26

Wieso mit Flugzeugen? Einfach dem Sprit beimischen. Mit Autoabgasen kann man das Gift doch viel billiger und gezielter unter die Leute bringen.


"Nicht nur am Himmel: Regierung versprüht Chemtrails auch auf Straßen"  (Dienstag, 11. August 2015)
Berlin (dpo) - Wie die Enthüllungsplattform stopgeoengineering.tl berichtet, setzt die Bundesregierung sogenannte Chemtrails offenbar seit Jahren auch auf deutschen Straßen ein. Demnach werden vor allem ältere Kraftfahrzeuge für die Verbreitung der giftigen Ausdünstungen missbraucht. Zu erkennen seien die zur Wetter- oder Gedankenkontrolle eingesetzten Vehikel an wolkenartigen Spuren, die sie im Heckbereich ausstoßen. ... Erstmals aufmerksam wurde der investigative Blogger und Hobbychemiker Jens Preisberg auf Auto-Chemtrails, als er bei der Beobachtung herkömmlicher Chemtrails am Himmel beinahe von einem Moped überfahren wurde. "Es knatterte laut und zog eine klar sichtbare Giftwolke hinter sich her", erinnert er sich.
Ob bereits im Tank vorgemischt wird oder die Chemtrail-Emission erst durch eine Sprühvorrichtung im hinteren Bereich der Fahrzeuge erfolgt, ist laut Preisberg und seinem Team noch unklar. Die Untersuchung der Skeptiker verlief stichprobenartig auf Bundesstraßen und Autobahnen im gesamten Bundesgebiet.
Das Ergebnis: Nahezu alle alten Fahrzeuge sprühen. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Maßnahme systematisch erfolgt", erklärt Preisberg. Warum neuere Automobile nicht betroffen sind, kann der 37-Jährige nicht mit Sicherheit sagen. Er vermutet jedoch, dass die Regierung mit dem Umbau der Autos nicht schnell genug hinterherkommt. ...
http://www.der-postillon.com/2015/08/nicht-nur-am-himmel-regierung-verspruht.html

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Wissenschaft und Esoterik ( ... höhere Welten?!)
« Reply #21 on: September 29, 2016, 02:35:29 PM »
""Roland Düringer für "Goldenes Brett vorm Kopf" nominiert" (29. September 2016)
Wien – Am 11. Oktober 2016 verleiht die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften zum mittlerweile sechsten Mal "Das Goldene Brett vorm Kopf". Nominiert wurden mehr als 200 Personen und Institutionen, die mit wissenschaftlich widerlegten Behauptungen Medienpräsenz anstreben, Angst machen oder Geld verdienen wollen. Nun hat eine Jury für die Auszeichnung des spektakulärsten antiwissenschaftlichen Unsinns des Jahres drei Finalisten ausgewählt: Den Kabarettisten und Neo-Parteigründer Roland Düringer, "Wunderheiler" Ryke Geerd Hamer und das pseudomedizinische Krebszentrum Brüggen-Bracht. ... Bei der Preisvergabe spielen unter anderem der "Grad der Abwegigkeit" der vertretenen Theorien, die Kritikresistenz der Personen bzw. Organisationen und deren kommerzielles Interesse eine Rolle. Außerdem wird bewertet, inwieweit para- oder pseudowissenschaftliche Theorien ausdrücklich als Wissenschaft ausgegeben und inwieweit Gesundheit oder das politisch-gesellschaftliche Gefüge gefährdet werden. ...
http://derstandard.at/2000045121159/RolandDueringer-fuer-Goldenes-Brett-vorm-Kopf-nominiert

Quote
    DerGeckoKlebtAnDerScheibe

Bravo!


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"Eckart von Hirschhausen: "Ich ziehe eine ganz klare Linie"" Jan Schweitzer (20. Oktober 2016)
Was können Ärzte von Schamanen lernen? Der Mediziner und Moderator Eckart von Hirschhausen über den Wert der Alternativmedizin – und ihre Gefahren.
... Von Hirschhausen: Warnsignale sind utopische Versprechungen, etwa dass ein Verfahren gegen Hunderte Krankheiten hilft, und das zu hundert Prozent. Höchste Vorsicht ist geboten, wenn bei Krebs von Operationen oder Chemotherapie abgeraten wird. Ich kenne eine junge Mutter, die meinte, ihren Brustkrebs "rein energetisch" behandeln zu können, mit tragischen Folgen. ...
http://www.zeit.de/2016/42/eckart-von-hirschhausen-alternativmedizin-gefahr-heilpraktiker/komplettansicht


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"Nein zur Homöopathie als Kassenleistung" Blog - Gerald Gartlehner (18. November 2016)
Wenn Homöopathie ohne verlässlichen Wirkungsnachweis zur Kassenleistung wird, dann müsste man das auch unzähligen anderen scheinmedizinischen und esoterischen Behandlungen zugestehen. Das aber würde unser solidarisches Gesundheitssystem klar überfordern. ... Ich will niemandem das Recht absprechen, bei Gesundheitsproblemen den Homöopathen seines Vertrauens statt der Hausärztin um Rat zu fragen. Auch Scheinbehandlungen und Scheinmedikamente ohne echte Inhaltsstoffe können aufgrund der Erwartungshaltung nachgewiesenermaßen zu Besserung führen. Viele Menschen fühlen sich zudem wohl, wenn sich der Homöopath beim Erstgespräch ausführlich Zeit für sie und ihre Krankheitsgeschichte nimmt. Bei der Kassenärztin wird ihnen das nicht geboten, denn die Ärztin bekommt von den Krankenkassen im Schnitt nur etwas mehr als elf Euro pro Gespräch vergütet. Zeit für tiefgehende Patientengespräche bleibt ihr da nicht. So überrascht es nicht, dass viele Menschen gute Erfahrung mit der Homöopathie machen. Homöopathie und andere scheinmedizinische Behandlungen leben vom großartigen Selbstheilungsvermögen unseres Körpers. Mittelohrentzündungen bei Kindern zum Beispiel heilen zum Großteil spontan ab, zwei Drittel der Kinder sind nach 24 Stunden wieder schmerzfrei. Nimmt eines dieser Kinder am ersten Tag Globuli ein, zeigt sich scheinbar ein eindrucksvoller Heilungserfolg. ... Bei schweren Erkrankungen kann eine homöopathische Behandlung jedoch gefährlich sein – nämlich dann, wenn sie anstelle einer wissenschaftlich geprüften Therapie durchgeführt wird. So ist im Jahr 2011 ein Kind in Osttirol an einer schweren Krankheit gestorben, weil es ausschließlich homöopathisch behandelt wurde. (Gerald Gartlehner, 18.11.2016) ...
http://derstandard.at/2000047729458/Nein-zur-Homoeopathie-als-Kassenleistung


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    Fräulein hübsch, 19.11.2016

Ok, dann aber bitte auch meine neue Winterjacke onv der gkk zahlen lassen,, die wirkt stimmungsaufhellend.


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    RDaneel, 20.11.2016

... und ein Sportwagen wirk eindeutig verjüngend!


Quote
keywords, 20.11.2016

man soll zuckerln und schnaps auf kassa kriegen?
srsly?


Quote
    OrangutanKlaus, 20.11.2016


Einfache Antworten, unsere vielen Denkfehler, mystisch, magische Heilinformation, "alt hergebracht", sanft, nebenwirkungsfrei, natürlich, nicht von der Pharmamafia, rituell, die Erfindung klingt spannend, wenn man Logik abschaltet ...


...


"Homöopathie: Postfaktische Pillen" Ein Kommentar von Dagny Lüdemann (21. November 2016)
"Keine nachgewiesene Wirksamkeit". Ein Hinweis dieser Art muss in den USA künftig auf homöopathischen Mitteln stehen. ... Alle bisherigen Studien haben gezeigt: Die auf extremer Verdünnung basierenden Mittel – hergestellt nach den Theorien des deutschen Samuel Hahnemann aus dem 18. Jahrhundert – haben keinen Effekt auf die Gesundheit, der über den eines Scheinmedikamentes (Placebo) hinausginge. Die aktuellste Übersichtsstudie im Auftrag der australischen Gesundheitsbehörde NHMRC kam 2015 nach der Auswertung von mehr als 1.800 Homöopathie-Studien zu einem vernichtenden Ergebnis: Bei keinem denkbaren Leiden könne ein homöopathisches Mittel zur Therapie empfohlen werden (hier der NHMRC-Bericht als PDF: https://www.nhmrc.gov.au/_files_nhmrc/publications/attachments/cam02a_information_paper.pdf). Wer zugunsten der Homöopathie auf klassische Mittel verzichte, bringe sich sogar in Gefahr. ... In den USA will die Wettbewerbsbehörde, die Federal Trade Commission (FTC), Verbraucher nun stärker aufklären. Deshalb müssen Hersteller homöopathischer Mittel dort künftig entweder beweisen, dass ihr Produkt gegen irgendein Leiden wirkt – dann gilt es als Medikament und unterliegt derselben strengen Arzneimittelkontrolle. Oder aber sie müssen auf die Packungen schreiben, dass es keine erwiesene Wirkung hat oder die genannten Behauptungen nur auf den homöopathischen Theorien aus dem 18. Jahrhundert basieren, an denen heutige Wissenschaftler erhebliche Zweifel haben. Ein Vorstoß, der auch für Deutschland und die EU wünschenswert wäre. ...
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-11/homoeopathie-naturheilkunde-heilpraktiker-alternativmedizin-arzneimittel-postfaktisch

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"Interview mit Dr. med. Natalie Grams: Von der Homöopathin zur aktiven Homöopathie-Kritikerin" Frank Nicolai (5. Mai 2017)
Man sagt ja: "Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche". Gilt das auch für Sie? Sind Sie deshalb besonders engagiert gegen die Homöopathie, weil Sie genau wissen, wie auf deren Seite argumentiert wird?
    Es gab keinen "Masterplan" nach dem Motto "Von der Homöopathin zur aktiven Homöopathie-Kritikerin". Das ist einfach so gekommen, nachdem mein Buch solche Wellen ausgelöst hat. Und auch, weil mich letztlich die bösartigen und ablehnenden Reaktionen der Homöopathen motiviert haben, hier wenn schon nicht für meinen Ex-Berufsstand, dann doch für die vielen, bei genau diesen Personen Hilfe suchenden Patienten, Aufklärung anzubieten. Insofern bin ich ein schlimmer Elch, ja. ...
https://hpd.de/artikel/homoeopathin-zur-aktiven-homoeopathie-kritikerin-14384


« Last Edit: May 16, 2017, 09:39:04 AM by Link »

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Wissenschaft und Esoterik ( ... höhere Welten?!)
« Reply #22 on: May 31, 2017, 10:14:41 AM »
"Tod durch Mittelohrentzündung - Siebenjähriger stirbt, weil Eltern auf Homöopathie statt Antibiotika setzen" (29. Mai 2017)
Schon seit Jahren verzichten die Eltern des kleinen Francesco darauf, ihrem Sohn Antibiotika zu geben. Stattdessen setzen sie auf Homöopathie - mit fatalen Folgen: Der Siebenjährige starb an einer profanen Mittelohrentzündung. ... Üblicherweise verschreiben Ärzte bei einer etwas hartnäckigeren Infektion Antibiotika, doch die Eltern des siebenjährigen Francesco aus dem ostitalienischen Städtchen Cagli wollten ihrem Kind auf keinen Fall Antibiotika geben, sondern setzten stattdessen auf eine homöopathische Therapie. Nun ist Francesco tot. ... Die Zeitung "Corriere della Sera" kommentiert diesen tragischen Fall mit den Worten: "Leider gibt es so dumme Menschen, die sich nicht ohne ein Dogma leben können - sei es religiöser, materialistischer, wissenschaftliche oder anti-wissenschaftlich Art." ...
http://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/siebenjaehriger-stirbt-wegen-homoeopathischer-behandlung-7473466.html

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"Psi-Test an der Universität Würzburg Gibt es Beweise für übersinnliche Kräfte?" Sebastian Leber (16.08.2017)
Einmal im Jahr können Wünschelrutengänger und Telekineten an der Uni Würzburg ihre Kräfte testen lassen. ... Die Tests in Würzburg leitet der Wahrnehmungsforscher Rainer Wolf. Er ist 75 und Dozent an der Universität. Er sagt, im Grunde würde er sich freuen, wenn einmal jemand das Preisgeld abräume. Was dann für ein spannendes Forschungsfeld entstehe!
In den vergangenen Jahren ließen sich fast 60 Kandidaten testen. Wünschelrutengänger, Gedankenübertrager, Wahrsager. Eine Bewerberin wollte anhand von Porträtbildern erspüren, ob die gezeigte Person an einer Herzkrankheit leidet. Eine andere Frau behauptete, sie könne schweben. Ein Kandidat brachte eine Landkarte mit und wollte durch bloßes Pendeln einen Goldbarren aufspüren, den Rainer Wolf zuvor in der Umgebung versteckt hatte. ... Ein Kandidat, der geglaubt hatte, er könnte Gift in Äpfeln erpendeln, wirkte nach dem Test einsichtig und bedankte sich, dass die Wissenschaftler ihm seinen Irrtum aufgezeigt hatten. Ein paar Tage später meldete er sich erneut und sagte, er habe es sich anders überlegt. Eine höhere spirituelle Kraft habe ihm erlaubt, seine übersinnlichen Talente weiter zu nutzen. ...
http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/psi-test-an-der-universitaet-wuerzburg-gibt-es-beweise-fuer-uebersinnliche-kraefte/20175116-all.html

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"Bloggerin: 275.000 Euro Strafe wegen erfundener Krebserkrankung" (28. September 2017)
Die Australierin Belle Gibson hatte mit Blog, App und Buch über ihre vermeintliche "Heilung" etwa 300.000 Euro verdient - Wegen der frei erfundenen Geschichte über ihre Krebserkrankung ist die australische Bloggerin Belle Gibson am Donnerstag zu umgerechnet etwa 275.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Die 25-Jährige hatte behauptet, einen Hirntumor mit ayurvedischer Medizin, Sauerstofftherapie sowie dem Verzicht auf Gluten und Zucker überwunden zu haben. Ein Gericht in Melbourne befand sie nun der vorsätzlichen Täuschung schuldig. Die Geschichte über ihre vermeintliche Heilung hatte Gibson zu einiger Prominenz verholfen. Mit ihrem Blog, einer eigenen App und dem Verkauf eines Buchs kam sie auf Einnahmen von insgesamt 420.000 australischen Dollar (etwa 300.000 Euro). Davon soll sie umgerechnet nur etwa 7.000 Euro gespendet haben. Eigentlich hatte Gibson versprochen, einen "Großteil" der Einnahmen an wohltätige Organisationen weiterzureichen. Den Blog "The Whole Pantry" und die App gibt es nicht mehr. (APA, red, 28.9.2017)
http://derstandard.at/2000064937974/Bloggerin-275-000-Euro-Strafe-fuer-erfundene-Krebserkrankung

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Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW41, 2017)
Vergangene Woche erschien bei Zeit Online ein Artikel von Natalie Grams und Nikil Mukerji, in welchem die häufigsten Denkfehler beim Thema Homöopathie analysiert wurden. Ausnahmsweise lohnt sich hier ein Blick in die Kommentar-Abteilung.  Natürlich tauchten die üblichen „Mir hat es aber geholfen“-Sprüche auf (wenngleich im Artikel genau erklärt wurde, warum das kein Argument ist), diese wurden aber schnell und kompetent mit sachlichen Erwiderungen gekontert. Im besten Fall sind das erste Anzeichen, dass die intensive Aufklärungsarbeit der letzten zwei Jahre, speziell vom Informationsnetzwerk Homöopathie, erste Früchte trägt oder mehr Menschen versuchen, sorgfältig zu argumentieren. Grundlagen für korrekte und wirksame Argumentation finden sich unter anderem im Podcast der Schweizer Skeptiker und beim Skeptik-Kabinett aus Österreich. Außerdem eine echte Empfehlung: Der Zeit-Podcast gibt einen Einblick in die Denkstruktur von Chemtrail-Gläubigen und zeigt, was bei einer Konfrontation zwischen Chemmies und Wissenschaftlern passiert. ...
https://blog.psiram.com/2017/10/psirama-der-psiram-wochenrueckblick-kw41-2017/

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"Hokuspokus aus der Leitung" Christoph Behrens (9. Januar 2018)
Für umgerechnet 31 Euro bekommt man in den meisten Feinkostläden eine gute Flasche französischen Champagner. In einigen Supermärkten in Kalifornien erhält man für diese Summe einen Kanister Trinkwasser mit Verfallsdatum. "Wenn man es zu lange stehen lässt, verfärbt es sich grün", sagte der Gründer der Firma Live Water, Mukhande Singh, der New York Times. Die amerikanische Firma beliefert Anhänger einer Gesundheits-Bewegung, die es nach "Raw Water", rohem Wasser, dürstet. Live Water bewirbt sein Wasser nicht etwa als besonders sauber, sondern als ursprünglich und unbehandelt. Gezapft wird es von einer Bergquelle im Bundesstaat Oregon und ungefiltert abgefüllt. Die Firma behauptet, krankmachende Keime könnten nicht in die Behälter gelangen, das Quellwasser enthalte aber "gute Bakterien", die dem Wasser "heilsame Fähigkeiten" verleihen würden. "Lebendiges Quellwasser ist der Schlüssel, um eine perfekte Balance des Mikrobioms zu erreichen", so die Werbung.
Schon seit Jahrhunderten lässt sich mit der Anpreisung von Trinkwasser als besonders, heilsam oder heilig viel Geld verdienen. Diese Heilsversprechen verfangen heute bei gesundheitsfixierten Milieus aufs Neue, und finden durch das Internet noch besonders schnelle Verbreitung. Längst konkurrieren etliche Firmen um das unberührteste Wasser. "Zero Mass Water" aus Arizona hat ein System entwickelt, das angetrieben von Solarpaneelen Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft zieht. Das 4500 US-Dollar teure System gewinnt etwa zehn Liter am Tag. Andere Raw-Water-Anhänger machen sich gleich selbst in der Wildnis auf die Suche nach Wasserquellen, um ihr Trinkwasser in mitgebrachte Flaschen zu füllen - ohne zu wissen, welche Verunreinigungen sie mit abzapfen.
Ein Grund für das Verlangen nach dem Urwasser dürfte sein, dass Leitungswasser in den USA häufig mit Chlor oder Fluor versetzt ist, um Keime abzutöten. In den verwendeten Mengen sind die Stoffe unbedenklich, doch sie verleihen dem Leitungswasser manchmal einen faden Beigeschmack. "Daher kommt wohl der Wunsch nach einem möglichst natürlichen Geschmack", sagt der Lebensmittelchemiker Helge Bergmann. So sei vermutlich der Hype um das lebendige Wasser in den USA entstanden. ...
Das erklärt allerdings noch nicht, warum die Raw-Water-Fans nicht einfach Mineralwasser trinken, statt dubiosen Firmen zu vertrauen oder selbst in der Wildnis nach Quellen zu suchen - zumal das ziemlich ungesund sein kann. "Wasser ist nirgends steril", sagt Bergmann. "Sobald es gelagert oder transportiert wird, muss es behandelt werden." Auch in vermeintlich unberührten Gebieten können Wasserläufe verunreinigt sein, etwa durch Ausscheidungen von Wildtieren. Es drohen dann Durchfall und Infektionen.
Im deutschsprachigen Raum veranstaltet vor allem die Esoterik-Szene ein großes Bohei um "lebendiges", "levitiertes" oder "vitalisiertes" Wasser, dem "eine höhere Qualität" angedichtet wird als Wasser aus der Leitung. Nach dieser Vorstellung verfügt dieses höherwertige Wasser über ein Gedächtnis, um "Informationen" aus der Umwelt zu speichern. Diese "wirkliche Natur des Wassers" gehe aber in der modernen Zivilisation verloren, etwa weil das Wasser in Rohrleitungen unter Druck stehe oder Handystrahlen ausgesetzt sei.
Die Vorstellungen sind wissenschaftlich gesehen unhaltbar, es gibt keine Belege, dass Wasser Informationen speichert oder dass Wasserrohre die Qualität von Trinkwasser schmälern - außer die Rohre sind aus Blei gefertigt, was aber nur noch in wenigen Altbauten vorkommt. Fast nirgends ist die Qualität von Leitungswasser so hoch wie in Deutschland. Dennoch hat sich ein profitables Geschäftsfeld daraus entwickelt, dem Wasser mystische Energien anzudichten. Es gibt "Wasserverwirbler", die Getränken durch Rühren neue Energie zuführen sollen. Die Stäbe aus Edelstahl kosten bis zu 100 Euro. Auch "Energie-Flachmänner" sind für solche Mondpreise zu haben. Ein Anbieter behauptet, die Gerätschaften in einem zwölf Meter hohen Turm (wo genau er steht, wird geheimgehalten) bei Vollmond zu "energetisieren". Andere verkaufen Steine, die Getränke von störenden Einflüssen reinigen sollen.
Helge Bergmann beobachtet die Esoterik rund ums Wasser seit Jahren, im Buch "Trübes Wasser" hat er einige der verrücktesten Spleens der Szene aufgeschrieben. "Es entstehen ständig Bewegungen für ein angebliches neues, gesundes Wasser", sagt Bergmann. Jedoch kämen die wenigsten über eine Nische hinaus, "dafür braucht es schon eine große Werbekampagne."
Eine Ausnahme ist die Firma Grander-Wasser in Tirol, die "Wiederbelebungsgeräte" anbietet, die man mit Wasserleitungen verschrauben kann. Das durch die kleinen Kästen hindurchfließende Wasser soll danach eine "höhere Ordnung" aufweisen. "Daraus ist ein Millionengeschäft geworden", sagt Bergmann. Nicht nur Privatleute, auch Hotels und Schwimmbäder lassen sich mit den teilweise Tausende Euro teuren Geräten ausstatten. Mittlerweile haben Gerichte entschieden, dass die Firma nicht mehr mit etlichen Gesundheitsversprechen werben darf.
Weniger esoterisch, aber ebenfalls recht teuer sind Wasserfilter, bei denen Wasser durch aufwendige Schichten fließt oder mit Magneten "energetisiert" werden soll. Einige der Kannen kosten bis zu 400 Euro. Anschließend kosten sie weiter Geld, weil die Filter häufig ausgetauscht werden müssen, um Bakterienwachstum zu verhindern.
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/wasser-hokuspokus-aus-der-leitung-1.3816805

Burkard Schulte-Vogelheim, 9. Jan. 2018
Einen an der Waffel haben darf man schon.

Anne Roesgen, 9. Jan. 2018
Ganz so einfach ist es nicht. Die EU verklagt gerade Deutschland, weil die deutschen Grenzwerte zu hoch sind, darüber hat doch auch die SZ schon mehrfach berichtet. Das Wasser ist nicht überall toll, wird auch oft gechlort. In Norddeutschland läuft gerade die Gülle über, die eh schon das Grundwasser verseucht. Esotherisches Wasser ist sicher nicht die Alternative.

Hans Schmitt, 9. Jan. 2018
Sollen sie doch machen, die ganzen Esoteriker, Astrologen und Homöopathen, solange die Allgemeinheit nicht dafür zahlen muss. ...

Stephanie Spinner-König, 9. Jan. 2018
Ich wünschte, ich brächte es über mich, meine Mitmenschen zu verarschen. Man könnte so einfach reich werden dabei

Philipp Zeitler, 9. Jan. 2018
Leitungswasser hat je nach Herkunft unterschiedliche Qualität. Wer auf Leitungswasser aus der Kläranlage steht, in dem die nicht gefilterten hormonellen Rückstände durchaus vorhanden sind, soll es einfach genießen . Jeder kann doch selbst entscheiden, was er trinkt und dafür zahlt.

« Last Edit: January 10, 2018, 10:33:08 AM by Link »

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« Reply #23 on: January 11, 2018, 01:35:31 PM »
Quote
[....] „Krebs, chronische Krankheiten, Schicksalsschläge, frühzeitiger Tod, Armut, Scheidung, Drogen-, Alkohol-, und Spielsucht! Du versuchst damit zu kämpfen aber erfolglos? Dann bist du hier richtig, Gott wird dich befreien von jeder Art von Belastung und Problem.“ Das verspricht Vladimir Muntyan aus der Ukraine. Der selbsternannte Apostel hat für Sonntag einen Saal im Veranstaltungszentrum des Hotels Estrel an der Sonnenallee für bis zu 2500 Besucher gebucht. Teilnehmen kann jeder nach Anmeldung.

Für problematischer hält Utsch eine Messe, die im März zum dritten Mal in Berlin stattfinden soll. Bei der Spirit of Health treten Alternativ-Mediziner und Heiler mit allerlei Versprechen und Therapien auf. Das Wochenendticket kostet 159 Euro. Veranstalter ist der Jim Humble Verlag. Humble ist ein US-amerikanischer Autor und Erfinder von Medikamenten.

„Die Referenten kommen mit einer pseudomedizinischen Erklärung daher. Das ist viel gefährlicher als jemand mit einem Heilungsoptimismus wie Muntyan“, sagt Utsch. Dennoch erwägt Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) eine Anzeige gegen den Ukrainer. „Hier wird auf perfide Art und Weise mit den Hoffnungen und Ängsten der Menschen gespielt“, sagte er. „Vielleicht sollte die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs ermitteln.“ ...


Aus: "Stadtrat erwägt Anzeige - Dubioser Wunderheiler lädt zu Gottesdienst in Berlin ein" Elmar Schütze (10.01.2018)
Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/stadtrat-erwaegt-anzeige-dubioser-wunderheiler-laedt-zu-gottesdienst-in-berlin-ein-29464194

---

Quote
[...] Berlin - Der Mann hält Wunderheilungen gegen allerlei Leiden bereit: Krebs, frühzeitiger Tod, Armut, Scheidung, Drogen-, Alkohol-, und Spielsucht, Dämonen und vererbte Flüche. Seine Segnungen will der ukrainische „Apostel“ Vladimir Muntyan jetzt auch über Berlin ausgießen.

„Du versuchst damit zu kämpfen, aber erfolglos? Dann bist du hier richtig, Gott wird dich befreien von jeder Art von Belastung und Problem.“ Das verspricht Muntyan, der am Sonntag im Hotel Estrel an der Sonnenallee auftreten will. Teilnehmen kann jeder nach telefonischer Anmeldung. „Heilungsgottesdienst“ nennt Muntyan seine Masche und verspricht: „Kein einziger Gottesdienst ohne Heilungen und Wunder.“

Ist Muntyan gefährlich? Michael Utsch, Referent bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin, rät jedenfalls, von einem Besuch „Abstand zu nehmen“. Für gefährlich hält Extremismus-Experte Utsch Muntyan aber nicht: „Das ist ein Missionar, der offenbar wirklich glaubt. Außerdem geht es ihm offenbar nicht in erster Linie darum, Geld zu verdienen.“ Tatsächlich ist die Teilnahme am Sonntag kostenlos.

Ukrainische Zeitungen berichteten jedoch von Druck auf Anhänger des Predigers, Geld zu spenden. Vor Jahren schon schlossen ukrainische Kirchen Muntyans Bewegung aus ihren Reihen aus.

(ELM), (GL)



Aus: ""Apostel" Vladimir Muntyan Die kranke Welt des Wunderheilers" (10.01.2018)
Quelle: https://www.berliner-kurier.de/29464638

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« Reply #24 on: February 12, 2018, 01:30:10 PM »
Quote
[...] Ist Hitler jetzt im Himmel? Worüber in Esoterik-Foren diskutiert wird BlogChristian Kreil12. Februar 2018, 11:00 49

Karma is a bitch. Und besonders unappetitlich wird es, wenn Esoteriker mit Karma – und was sie dafür halten – versuchen, die Geschichte zu erklären Die Option Karma hüllt alle Zeitläufe in den Nebel einer "Alles macht irgendwie Sinn-Notwendigkeit". Die Akteure dürfen durchatmen, die Rollen von Opfern und Tätern verschwimmen – zumeist zu Gunsten der Täter. Das hat bereits Heinrich Himmler erkannt. Er hat vom Holocaust als "karmische Notwendigkeit" schwadroniert, mit der die "schlechten Taten der Juden in früheren Epochen" bestraft würden. Da sind Himmlers SS und die Herren von der Wannsee-Konferenz doch gleich ein wenig aus dem Schneider.

Ein dreiviertel Jahrhundert später sucht der Moderator Basti im Diskussionsforum der Plattform "Jaii" eine Antwort auf die Frage, die uns allen unter den Nägeln brennt: "Kam Hitler in den Himmel ? (Diskussion zu Strafe, Karma, Hitler, Himmel…)". Und Basti ist um eine knackige Antwort nicht verlegen: "Hitler könnte gut und gern eine schon lange in höheren Ebenen wohnende Seele sein. Warum auch nicht. Der zweite Weltkrieg war eine Kollektiventscheidung. Es geschieht hier nichts ohne die Zustimmung der Mehrheit. Und Stimmenthaltungen gibt es nicht – auch eine unbewusst abgegeben Stimme ist eine Stimme."

Willkommen in der regenbogenfarbenen Welt der "open heart & open mind"-Community. Die deutsche Webseite "Jaii" steht für "Herzlichkeit gepaart mit einem wachen Geist" und ist "neugierig und experimentierfreudig. Nachdenklich und lebendig. Wild und lustvoll. Präsent und achtsam. Tolerant und weltoffen." Und, wir fügen hinzu: "Jaii" hat ein Gespür für charmante Vergangenheitsdiskurse und lehrt uns ein nettes Buzzword: "Kollektiventscheidung". Hier halten wir kurz inne und verlassen die fröhliche Welt der Karma-Bobos von der "Jaii"-Community und rufen uns weniger runde Bilder von einer "Kollektiventscheidung" in Erinnerung, die sich einfach aufdrängen beim Thema: Bilder von Kindern, die in einem Zug nach Auschwitz zusammengepfercht sind, zum Beispiel. Bilder von den ausgemergelten Überlebenden, zum Beispiel. Menschen an der berüchtigten Rampe, zum Beispiel. Und wir ahnen: diese Menschen waren nicht im großen Karma-Plenum, als die "Kollektiventscheidung" für einen Völkermord getroffen wurde.

Und dann lesen wir nochmal bei unserem Karma-Basti nach, der nicht locker lässt in Sachen Kollektiventscheidung: "Nunja wie gesagt: Eine Kollektiventscheidung. Was bedeutet das? Irgendwer muss den Job machen. Und Holla die Waldfee, das ist kein leichter Job. Man muss schon richtig heftig drauf sein um sowas zu verzapfen. Tja und anscheinend hat sich eine Seele dafür angeboten." Irgendwie müssen wir Adolf Hitler dankbar sein. Der hat glatt "den Job gemacht" und "seine Seele angeboten" – und vermutlich hat der Gute unbedankt noch jede Menge mieser Karmapunkte gesammelt.

Nicht nur die bunte "Jaii"-Community arbeitet sich an Hitlers Opferbereitschaft ab. Der amerikanische Guru und Bestsellerautor Neal Donald Walsch versorgt uns mit versöhnlichen Zeitgeschichte-Weisheiten. In seinen Büchern führt Walsch "Gespräche mit Gott" und lässt Buddha und Co heiter und unbefangen Karma-Pudding verteilen: "Also musst Du als Erstes verstehen, dass Hitler niemand schadete. In gewissem Sinne hat er nicht Leiden zugefügt, er hat es beendet. Buddha hat gesagt: Das Leben ist Leiden. Buddha hatte recht. Aber selbst wenn ich das akzeptiere, so wusste Hitler doch nicht, dass er im Grunde Gutes tat."

Der deutsche Autor Tom Hockemeyer aka Trutz Hardo erspart sich zeitraubende Gespräche mit Gott, er sitzt als "Deutschlands bekanntester Reinkarnationstherapeut" (Selbstdefinition) an der Quelle: In seinem 1996 erschienenen – und mittlerweile verbotenen – Buch mit dem sensibel gewählten Titel "Jedem das Seine" (sic!) – der Spruch, der einst über dem Haupttor des KZ Buchenwald stand – heißt es zur Causa Holocaust salopp: "Warum mussten so viele Menschen überhaupt vergast werden? Die meisten, die vergast wurden, musste durch diesen Gewalttod noch nicht ausgeglichenes Karma abtragen. Die hatten früher andere Menschen getötet (…) Doch bedenke, nicht er [Anmerkung: Hitler] hat den Juden das Schicksal der Gaskammern zuerteilt, sondern jene haben es sich selbst ausgesucht, denn nichts geschah gegen ihren Wunsch und ihren Willen. Hitler ist nur der Vollstrecker ihres Willens!"

Diese Äußerungen haben Hockemeyer eine Verurteilung wegen Verhetzung eingebracht, gegen den Vorwurf des Antisemitismus wehrt sich der Rückführungstherapheut mit dem Hinweis, zahlreiche "in Deutschland reinkarnierte Juden" in seiner Praxis sorgsam betreut zu haben. Und Hockemeyer scheut bei seinen Rückführungen keinen Gang: "Ich begleite diese Opfer sogar in die Gaskammern und veranschauliche, was für ein Grauen sie dort erleben mussten. Aber ich zeige auch auf, wie ihre Seelen sich aus den irdischen Körpern lösten und von den Seelen ihrer verstorbenen Verwandten und Freunde empfangen und umarmt wurden ..."

Mit der Reinkarnation findet alles sein Happy End. Ende der 90er-Jahre sorgte die Schriftstellerin Barbro Karlén für Aufsehen. Die Schwedin erklärte sich so nebenbei zur Reinkarnation des von den Nazis ermordeten Mädchens Anne Frank. Mitglieder aus der Familie von Anne Frank wurden in der Folge von dem Ansinnen Karléns zu einem "Familientreffen" im Diesseits belästigt. Karlén musste sich mit Einladungen zu Esoterikveranstaltungen mit dem geschmackvollen Titel "Reinkarnation und Holocaust" begnügen. Was wir nach diesem kleinen Rundgang durch die Welt von Karma und Reinkarnation noch immer nicht wissen: Ist Hitler jetzt im Himmel, oder dreht er von fernöstlichen Weisheiten inspiriert noch ein paar Karma-Runden auf dem Weg zur Erleuchtung? (Christian Kreil, 12.2.2018)

 Christian Kreil hat kein Sternzeichen, aber laut Numerologie bei Monica Belluci einen Stein im Brett. Er süßt Tee mit Globuli und liebt Einhornleberkäse. Kreil ist Texter und Ethnologe und traut Schamanen weder im Kongo noch im Mostviertel über den Weg. - derstandard.at/2000073810225/Ist-Hitler-jetzt-im-Himmel-Worueber-in-Esoterik-Foren-diskutiert

Links:

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Eckmond, vor 11 Minuten

Im Himmel.

Aus der Hölle haben sie ihn rausgeschmissen.


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Peter Hammer 06, vor einer Stunde

Warum gibt man hier solchen Schwachmatikern Raum?


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WhenTheFirstShotHitTheDock, vor 24 Minuten

Es ist Fasching!


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causa_bibendi, vor 2 Stunden
Abgesehen von den komplett abstrusen Ideen, werde ich nie verstehen wieso sich die Leute so viele Gedanken über das Jenseits machen.
Die ganze Idee hat für mich außerdem etwas sehr Eitles. "Wir sind so wichtig, wir können nicht einfach nur sterben."


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Franz II, vor 2 Stunden

kommt bill cosby in den himmel?


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9247, vor 38 Minuten

Nein, der ist doch schwarz ;)


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pooltime, vor einer Stunde

Chuck Norris auch nicht. Der Himmel kommt zu ihm.


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HolzPaul, vor 2 Stunden

UNFASSBAR!!!

Diese Menschen sind allesamt geisteskrank.
Vermutlich unheilbar, in Anbetracht dermaßen tiefer Irrationalität.
Meiner Meinung nach sehr gefährlich.


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Aus: "Ist Hitler jetzt im Himmel? Worüber in Esoterik-Foren diskutiert wird" Christian Kreil (12. Februar 2018)
Quelle: https://derstandard.at/2000073810225/Ist-Hitler-jetzt-im-Himmel-Worueber-in-Esoterik-Foren-diskutiert


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Wissenschaft und Esoterik ( ... höhere Welten?!)
« Reply #25 on: February 19, 2018, 07:51:43 AM »
"Schnelles und langsames Denken – von Anekdoten und evidenzbasiertem Wissen"  Lars Jaeger (12. Januar 2017)
... Dass wir Menschen bei zeitlich korrelierenden Ereignissen schnell in kausalen Kategorien denken, mag unser evolutionäres Erbe sein. Wer das Rascheln von Blättern kausal mit einem Löwen in Verbindung brachte, anstatt mit dem (sehr viel wahrscheinlicheren) Wind, hatte mehr Chance, unser Vorfahr zu werden. Ein Fehlalarm kostete den Menschen nicht viel, ein Löwe jedoch meistens das Leben. Entsprechend verarbeiten wir Informationen heute. Doch oft genug liegen wir mit unseren schnellen, instinkt- und gefühlsgetriebenen Schlüssen falsch, wie uns der Nobelpreisträger Daniel Kahneman in seinem lesenswerten Werk „Schnelles Denken, langsames Denken“ eindrucksvoll darlegt. Gehen wir einer Sache auf den Grund und untersuchen sie in ihren Einzelheiten – Kahneman spricht hier von „langsamem Denken“ – so kommen wir oft zu ganz anderen Schlussfolgerungen. ...
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/schnelles-und-langsames-denken-von-anekdoten-und-evidenzbasiertem-wissen/

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    Martin Holzherr
    12. Januar 2017 @ 15:21

Schnelles Denken ist für den Alltag und das Individuum fast immer besser als langsames Denken. Wenn es ums Impfen geht bedeutet schnelles Denken: “Ich lass mich impfen, weil alles was ich darüber weiss für das Impfen spricht”. Langsames Denken in Bezug auf das Impfen könnte aber folgendes bedeuten: “Wer weiss ob Impfen nicht gefährlich ist? Ich informiere mich zuerst bevor ich mich impfen lasse”. Und dann liest der Betreffende all das was es im Internet über das Impfen gibt – unter anderem das, was Impfgegner geschrieben haben.

Die Art des langsamen Denkens, die zu empirisch gesichertem Wissen führt ist praktisch nie das Resultat des langsamen Denkens eines Individuums, sondern das Resultat des Denkens, Experimentierens, Kommunizierens einer ganzen Gemeinschaft von Forschern. Und ja, dieser Prozess ist langsam. Und dieser Prozess umfasst auch mehr als nur Denken, denn Forschen umfasst viel mehr als nur Denken.

Für mich sind der Glaube an Globuli oder die Impfgegnerschaft nicht das Resultat von voreiligen Schlüssen, sondern ich vermute dahinter die Bereitschaft von Anhängnern, sich Glaubenssystemen anzuschliessen und eine Gemeinschaft von Gläubigen zu bilden, die unbeirrt an etwas festhält, auch wenn vieles dagegen spricht. Säkulare Glaubenssysteme, die sich in Impfgegnerschaft oder den Glauben an die Homöopathie äussern, sind letztlich eng verwandt mit religiösen Glaubenssystemen. Auch bei religiösen Glaubenssystemen findet man die Abschottung gegen aussen und das Vertrauen vor allem oder allein in Brüder im Geiste, in Glaubensbrüder.


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"Spirituelle Gruppe will KZ-Gedenkstätte mit Ritual „heilen“" Martin Niewendick (3.3.2018)
„Die Tragödien der Vergangenheit zu überwinden und gemeinsam für eine bessere Zukunft zu wirken“: Das gibt die spirituelle Gruppe Bhakti Marga (Deutsch: Weg der Hingabe) als Motivation dafür an, warum sie ein sogenanntes Om Chanting in der Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar (Thüringen) durchführen will.
„Was an diesen Orten geschah, geschieht immer noch in den ätherischen und astralen Bereichen. Nur der Schöpfungsklang Om hat die Kraft, diese Orte zu heilen“, sagt der Gründer der dem Hinduismus nahestehenden Bewegung, Paramahamsa Vishwananda. Das Meditationsritual soll am 17. März stattfinden.
Die Leitung der Gedenkstätte Buchenwald bestätigte WELT, die Veranstaltung genehmigt zu haben. Auch an anderen Gedenkorten wollte die Gruppe meditieren, darunter das ehemalige KZ Flossenbürg. Dies wurde von den Betreibern allerdings untersagt. In der österreichischen Gedenkstätte Mauthausen fand ein solches Chanting hingegen statt. Ähnliche Events wurden unter anderem an Orten in Polen, Lettland, Japan und den USA durchgeführt.
Bei einem „Om Chanting“ sitzt man in der Regel im Schneidersitz und stößt einen gleichförmigen Ton aus, der nach „Ommm“ klingt. Laut der Bhakti-Marga-Bewegung transformiert dieses Ritual „negative in positive Energie, hilft, die Umwelt energetisch zu reinigen, und unterstützt das physische, emotionale und spirituelle Wohlbefinden der Teilnehmer“. Ein solches Ritual bringe Menschen zueinander, „um die positive Schwingung von Om und die Liebe für alle Menschen und Mutter Erde auf der ganzen Erde zu teilen“. Auf diese Weise soll nach Vorstellung der Bewegung negative Energie von Orten wie Buchenwald vertrieben werden.
... die Recherchestelle Antisemitismus äußerte sich empört. „Bei den ‚Chantings‘ gibt es keine inhaltliche Auseinandersetzung mit der spezifischen Geschichte der Orte“, sagte Sprecher Alexander Rasumny WELT. „Es ist eine äußerst fragwürdige Art, sich mit der Vergangenheit des singulären Verbrechens des Holocaust auseinanderzusetzen.“ ...
Waltraud Hintz, die für die Veranstaltung an der Gedenkstätte Buchenwald verantwortlich zeichnet, wollte sich auf WELT-Anfrage nicht äußern. Dem Magazin „Vice“ hatte sie aber von einem solchen Ritual erzählt, das in der NS-Vernichtungsanstalt Hadamar in Mittelhessen stattgefunden habe. Auf dem Weg dorthin habe die Gruppe anhalten müssen, weil sich zwei Mitglieder übergeben hätten. Die Energie sei zu stark gewesen.
... Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, nimmt die Bhakti-Marga-Bewegung in Schutz. Er spreche schließlich auch mit anderen Religionsgemeinschaften, etwa Christen und Muslimen, deren Gebräuche ihm als Juden teilweise ebenfalls fremd seien. „Wenn jemand freiwillig eine KZ-Gedenkstätte besucht, ist das etwas Positives“, sagte Schramm. „Wer sich glaubhaft gegen Rassismus einsetzt, ist unser Verbündeter.“ ...
Der stellvertretende Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, Rikola-Gunnar Lüttgenau, begründete die Entscheidung, die Veranstaltung zu genehmigen, so: „Auch wenn die Herangehensweise des ,Om-Chantings‘ in keiner Weise unserer eigenen Bildungsarbeit entspricht, begreifen wir sie als die Glaubensüberzeugung einer Gruppe, in die wir uns im Sinne der Religionsfreiheit so lange nicht einmischen, wie nicht andere Besucher beziehungsweise das Andenken an die Opfer gestört wird.“
... Im NS-Konzentrationslager Buchenwald waren zwischen 1937 und 1945 etwa 266.000 Menschen inhaftiert, die Zwangsarbeit leisten mussten. Rund 56.000 Menschen wurden dort von den Nationalsozialisten ermordet. Ursprünglich war das Lager für Gegner der Diktatur, sogenannte Asoziale, Juden, Kriminelle, Zeugen Jehovas und Homosexuelle bestimmt. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden dort mehr und mehr Ausländer interniert. Viele Menschen starben an den unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen oder wurden von der SS ermordet.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article174140671/KZ-Gedenkstaette-Buchenwald-Bhatki-Marga-Bewegung-plant-Om-Chanting.html

« Last Edit: March 03, 2018, 09:44:46 PM by Link »

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Wissenschaft und Esoterik ( ... höhere Welten?!)
« Reply #26 on: March 29, 2018, 12:13:59 PM »
Keith Raniere (* 26. August 1960 in Brooklyn, New York, USA) ist ein amerikanischer Unternehmer und Psycho-Coach.  ... Im Jahr 2003 wies ein Forbes-Artikel auf die manipulative Seite von Ranieres Methoden hin. Im März 2018 wurde Ketih Raniere in Mexiko verhaftet und an die USA ausgeliefert. Der Anklage lautet auf Menschenhandel (Sex Trafficking). ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Keith_Raniere

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"Wir wohnen nicht allein: Wenn es Zuhause spukt" Judith Lembke (29.05.2018)
... Wer versucht, mit Hilfe des Internets der schlechten Atmosphäre im Haus auf die Spur zu kommen, wird schnell fündig: Eine ganze Armada von Schamanen und „Heilern“ verspricht Abhilfe bei nervigen Hausgeistern, Schreikindern und unruhigen Haustieren. Abgerechnet wird der Energieputz meist je Quadratmeter plus Anfahrtspauschale. Studenten und Bedürftige bekommen oft Rabatt.
Ob das alles nur Hokuspokus ist, Ersatzreligion in einer säkularisierten Welt oder aber mehr zwischen vier Wänden steckt als nur Luft – die Branche boomt.
Nicht nur esoterisch veranlagte Privatleute vertrauen mittlerweile auf die Hilfe von Feng-Shui-Beratern, Schamanen und Raumenergetikern. Auch manches Unternehmen lässt wie Aigner Immobilien seine Büroräume gegen atmosphärische Störungen behandeln, um das Betriebsklima zu verbessern. „Die Menschen sind in den vergangenen Jahren viel offener gegenüber diesen Dingen geworden“, sagt Ivo Siebenförcher. Der Österreicher arbeitet seit dreißig Jahren als Raumenergetiker und Feng-Shui-Berater, vor allem für Unternehmen. Unter seinen Kunden finden sich neben Bauträgern auch Raiffeisenbanken, ein Dentallabor und die Zentrale des Tourismuskonzerns TUI in Innsbruck. „Im Prinzip ist das alles ganz einfach“, sagt Siebenförcher: Neben grobstofflichem Schmutz wie Staub gebe es in Häusern auch feinstoffliche Verunreinigungen wie Ängste, Sorgen und Spannungen. „Diese Informationen speichern sich im Haus. Man sagt doch nicht umsonst, dass irgendwo dicke Luft herrscht.“
Das beste Mittel, um Räume von negativen Energien zu reinigen, sei Räuchern. „Das ist wie Putzen. Man klärt den Raum von alten Energien und schafft Platz für Neues“, sagt Siebenförcher, der sich dabei auf eine jahrtausendalte Tradition beruft. Im babylonischen Reich, der römischen Antike und natürlich auch in der katholischen und den orthodoxen Kirchen war und ist Räuchern Teil des Ritus, es steht für einen Neuanfang. „Grundsätzlich kann man mit allem räuchern, mit Harzen, Kräutern und Früchten. Allerdings hat alles eine unterschiedliche Wirkung“, sagt der Berater. Räuchern könne jeder, etwas falsch machen könne man eigentlich nicht. ...
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/haus/wir-wohnen-nicht-allein-wenn-es-zuhause-spukt-15609109.html?printPagedArticle=true

Quote
  eduard felson (eddie_f), 29.05.2018 

verliert die FAZ den geist der aufklärung aus den augen?

« Last Edit: May 31, 2018, 09:55:18 AM by Link »

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« Reply #27 on: August 21, 2018, 09:54:46 AM »
Quote
[...] Viele Deutsche schwören auf ihre Heilkraft, immer mehr Krankenkassen zahlen für Globuli und homöopathische Tropfen. Doch hinter der Erfolgsgeschichte der Homöopathie stecken vor allem logische Fehlschlüsse und systematische Verzerrungen im Denken. Und vor denen ist niemand gefeit. Wir alle erliegen ihnen hin und wieder. Gerade in der Homöopathie halten sich Scheinargumente, die auf Denkfehlern fußen, hartnäckig. Vermutlich weil das Image einer sanften und natürlichen Heilung sehr anziehend wirkt und viele diesem Versprechen glauben möchten. Im Folgenden entkräften wir die gängigsten Argumente der Homöopathie-Befürworter.

1. "Aber mir hat's geholfen!"

Die Homöopathie hat zwei Hauptprobleme: So zeigen methodisch hochwertige, unabhängige Studien ebenso wie die Gesamtbetrachtung des Forschungsstands, dass ihre Mittel nicht arzneilich wirken. Zudem ist ihr Ansatz aus naturwissenschaftlicher Sicht höchst unplausibel: Die betreffenden Arzneimittel enthalten oft nicht einmal Wirkstoffe. Trotzdem glauben viele Menschen daran. Das häufigste Argument lautet: "Aber mir hilft's!" Solche anekdotischen Belege sind psychologisch äußerst überzeugend und auch nicht unbedingt unvernünftig. Allerdings ist persönliche Erfahrung nicht immer ein guter Ratgeber. Der menschliche Organismus ist extrem komplex, und so kann der Verlauf einer Erkrankung von sehr vielen Faktoren abhängen. Es ist praktisch unmöglich, diese in der eigenen Wahrnehmung voneinander zu trennen. Wer ein Mittel einnimmt und dann feststellt, dass sich sein Befinden bessert, kann nicht wissen, was passiert wäre, wenn er gar nichts getan oder eine Pille ohne Wirkstoff eingenommen hätte.

Hinzu kommt, dass unser Erleben oft durch psychologische Effekte verzerrt wird, die uns nicht bewusst sind. Ein besonders wichtiger ist der Bestä­tigungsfehler: Wer eine bestimmte Meinung hat, findet in der Regel Belege dafür, dass diese zutrifft. Der Sozialpsychologe Harold H. Kelley (1921-2003) demonstrierte in einem klassischen Versuch, wie Meinungen unsere Wahrnehmung beeinflussen. Er ließ zwei Gruppen von Studenten einen Vertretungsdozenten beurteilen. Der ersten Gruppe wurde der Dozent vorab als herzlich beschrieben, der zweiten als eher kühl. Die erste Gruppe beurteilte ihn daraufhin positiver als die zweite, obwohl beide dieselbe Vorlesung besucht hatten.

Ein solcher Effekt kann sich auch bei einer medizinischen Behandlung einstellen. Wer erwartet, dass eine Pille hilft, dem wird es häufig allein deshalb besser gehen. Außerdem kann eine positive Erwartungshaltung dazu führen, dass man leichter Belege für die Wirksamkeit findet. Vage Vorhersagen begünstigen dies. Homöopathen sagen mitunter alle möglichen Behandlungsergebnisse voraus: "Entweder das Medikament schlägt an, oder es dauert eine Weile, bis es besser wird. Vielleicht tritt aber auch eine Erstverschlimmerung ein, so dass sich Ihr Befinden zunächst verschlechtert. Wenn länger nichts passiert, schlägt das Medikament bei Ihnen nicht an. Dann müssen wir noch einmal schauen." Damit sind alle Möglichkeiten abgedeckt. Eine davon muss eintreten, und die kann der Patient als Bestätigung heranziehen.

Wenn es um medizinische Fragen geht, sollte man einzelnen Erfahrungsberichten also mit einer ordentlichen Portion Skepsis begegnen. Hinreichende Gewissheit über die Wirkung einer medizinischen Behandlung bringen nur systematische Studien.

2. "Es gibt doch Studien, die zeigen: Es wirkt."

Homöopathen wenden oft ein, dass es ja Studien gibt, die eine Wirkung ihrer Methode nahelegen. Das stimmt. Wer daraus jedoch folgert, ihre Wirksamkeit sei damit bewiesen, begeht einen Fehlschluss – aus mehreren Gründen. Jede Studie hat eine gewisse Irrtumswahrscheinlichkeit, die durch den so genannten p-Wert gemessen wird. Gemeinhin wird eine Studie als "statistisch signifikant" angesehen, wenn der p-Wert fünf Prozent oder kleiner ist. Das bedeutet, dass man das erzielte Resultat mit einer Wahrscheinlichkeit von fünf Prozent oder weniger auch dann erhalten hätte, wenn tatsächlich keine Wirkung besteht. Das ist in etwa die Wahrscheinlichkeit, mit zwei Würfeln, die gleichzeitig geworfen werden, eine Eins und eine Zwei zu werfen. Die Wahrscheinlichkeit eines irrtümlich positiven Testergebnisses ist also gering. Allerdings steigt sie mit der Anzahl der Studien an. Wenn Sie zwei Würfel 13-mal werfen, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einmal die Kombination von Eins und Zwei bekommen, bei über 50 Prozent! Wenn Sie Studien mit einem wirkungslosen Medikament durchführen, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit dafür, mindestens ein statistisch signifikantes Ergebnis zu erhalten, bei 14 Studien also mehr als 50 Prozent. Es gibt mittlerweile mehrere hundert Studien zur Homöopathie. So ist leicht zu erklären, dass es positive Ergebnisse gibt, obwohl die betreffenden Mittel nicht wirken.

Es existieren jedoch mehr Studien pro Homöopathie, als man allein auf Grund der Irrtumswahrscheinlichkeit erwarten würde. Einige davon weisen aber gravierende methodische Mängel auf. Deswegen machen Metastudien und systematische Überblicksarbeiten, die solche methodisch schwachen Studien einbeziehen, deutlich, dass sich hieraus keine verlässlichen Schlüsse ziehen lassen. Diejenigen Reviews, die den Forschungsstand zusammenfassen und nur hochwertige Untersuchungen berücksichtigen, stufen die Homöopathie dagegen als arzneilich unwirksam ein. Hinzu kommt, dass positive Studienergebnisse mit etwa doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit veröffentlicht werden wie negative. Dieses als "publication bias" bekannte Phä­nomen ist ein allgemeines Problem im Bereich der medizinischen Forschung, es betrifft nicht allein die Homöopathie. Wenn man alle diese Aspekte zusammennimmt, ergibt die gegenwärtige Forschungslage, dass homöopathische Arzneimittel sehr wahrscheinlich nur durch den Placeboeffekt wirken.

Auch in diesem Argument steckt ein Denkfehler. Denn wer sagt, dass es nur einen Mechanismus für den Placeboeffekt gibt? Der Placeboeffekt scheint nicht einmal vorauszusetzen, dass Patienten eine Besserung erwarten. Eine Studie des Mediziners Ted Kaptchuk von der Harvard University ergab, dass Placebos sogar dann helfen können, wenn die Patienten wissen, dass es sich um ein Scheinmedikament handelt. Bei Kindern und Tieren gibt es einen weiteren Wirkmechanismus: "placebo by proxy". Hier vermittelt den Effekt eine andere Person, die mit einer Wirkung rechnet. Die Eltern beziehungsweise Tierhalter benehmen sich beispielsweise optimistischer und entspannter, was sich günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Studien belegen die Placebowirkung durch Nahestehende hinlänglich.

Außerdem achten wir sehr genau auf jedes Anzeichen einer Besserung, wenn wir diese erwarten. Ein ähnliches Phänomen ist als "Rosenthal-Effekt" in der Psychologie gut bekannt. 1963 ließ der Psychologe Robert Rosenthal Probanden Ratten durch ein Labyrinth schicken und notieren, wie gut sich die Tiere dabei anstellten. Es gab zwei Gruppen von Ratten, die zuvor als besonders schlau oder dumm deklariert wurden. Wer mit angeblich klugen Nagern arbeitete, bewertete ihre Leistung im Experiment wohlwollender. Wie man seither weiß, kann die Messung von Behandlungseffekten dadurch verzerrt werden, dass die Beteiligten eine bestimmte Erwartung haben.

4. "Man kann eben nicht alles mit Studien beweisen."

Manche Befürworter haben es aufgegeben, klinische Studien für ihre Argumentation heranzuziehen. Sie behaupten stattdessen, solche Studien hätten im Fall der Homöopathie keine Aussagekraft. Homöopathen seien bemüht, immer genau das Präparat zu finden, das für einen ganz bestimmten Patienten passend ist. Zwei Menschen, die beide über Kopfschmerzen klagen, erhalten zum Beispiel nicht unbedingt das gleiche Mittel. Daher ließe sich Homöopathie grundsätzlich nicht mit klassischen klinischen Studien überprüfen.

Dieses Argument beruht ebenfalls auf einem Denkfehler. Denn natürlich lässt sich testen, ob individuell verordnete Präparate eine Wirkung haben. Dazu muss man lediglich entsprechende Test- und Vergleichsgruppen bilden. Der einen Gruppe gibt man jeweils das Medikament, das der Homöopath individuell verschrieben hat, der anderen gibt man ein Placebo. Dann wertet man die Daten aus – genau wie bei jeder anderen Studie auch. Das wurde bereits mehrmals gemacht. Überzeugende Hinweise für die arzneiliche Wirksamkeit der Homöopathie ließen sich auf diesem Weg nicht finden.

5. "Soll erst mal jemand beweisen, dass es nicht hilft."

Einige Anhänger meinen, die Beweislast liege bei den Kritikern der Homöopathie. Der Journalist Jens Jessen schrieb etwa vor einigen Jahren in der ZEIT: "Aus dem Umstand, dass sich etwas nicht erklären oder mit gegenwärtigen Methoden nicht nachweisen lässt, folgt keineswegs, dass es nicht existiert. Gell, meine Herren Schulmediziner? Einen solchen Schluss lässt auch die strenge Erkenntnistheorie nicht zu. Die gleiche Skepsis, die gegen die Homöopathie spricht, lässt sich auch zu ihren Gunsten bemühen."

Dieses Argument verschiebt die Beweislast auf die Seite derjenigen, die an einer bestimmten Behauptung zweifeln. Das wirkt auf den ersten Blick vernünftig, denn warum sollten sich immer nur die Homöopathen rechtfertigen? Wäre es nicht fair, wenn man den Spieß auch einmal umdreht?

Doch Vorsicht – die meisten möglichen Hypothesen sind falsch. Den Weihnachtsmann und die Zahnfee gibt es nicht, obwohl ihre Nichtexistenz nie bewiesen wurde. Deswegen muss sich immer derjenige rechtfertigen, der etwas behauptet, und nicht derjenige, der an der jeweiligen Behauptung zweifelt.

Diese Maxime hat der englische Schriftsteller Christopher Hitchens einmal treffend so ausgedrückt: "Was ohne Beleg behauptet werden kann, kann auch ohne Beleg verworfen werden." Das gilt umso mehr, wenn die fragliche Behauptung von vornherein unplausibel ist. Bei der Homöopathie ist das der Fall. Sie behauptet, es gebe eine Wirkung ohne Wirkstoff. Diese These lässt sich nicht mit unserem gesicherten Wissen in Einklang bringen. Außerdem widerspricht sie unserer Alltagserfahrung über die Wirkung von Verdünnung. Wenn Sie weniger Kaffeepulver verwenden, würden Sie wahrscheinlich auch nicht erwarten, dass Ihr Kaffee stärker wird – selbst wenn Sie kräftig schütteln. Natürlich könnte das im Fall der Homöopathie anders sein. Aber das wäre schon ziemlich bemerkenswert! Wer das behauptet, muss eben auch außerordentlich starke Belege liefern.

6. "Es gibt eben Dinge, die die heutige Wissenschaft nicht versteht"

Wer auf den Mangel an wissenschaftlichen Belegen, auf das Plausibilitätsdefizit und auf das Problem der Beweislast hinweist, dem wird gerne das berühmte Hamlet-Zitat entgegengehalten: "Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt!"

Es kann tatsächlich sein, dass wir bestimmten Tatsachen mit wissenschaftlichen Methoden noch nicht oder sogar nie auf den Grund gehen können. Es ist zum Beispiel denkbar, dass anderswo im Universum intelligentes Leben existiert. Trotzdem gibt es keine Garantie, dass wir das mit unseren heutigen und künftigen wissenschaftlichen Methoden jemals erfahren. Die vermeintliche Wirkung der Homöopathie wäre aber keine solche Tatsache. Wenn sie wirken würde, wüssten wir es. Schließlich stellt die Homöopathie Hypothesen auf, die sich problemlos testen lassen.

Wahrscheinlich beruht der Gedanke auf einer grundlegenden Verwirrung, die sich auflöst, wenn man zwei Fragen trennt: ob Homöopathie wirkt und wie sie wirkt. Erstere kann man ziemlich einfach durch klinische Studien beantworten. Die zweite braucht man dann eventuell gar nicht mehr zu stellen. Es wäre aberwitzig zu fragen, wie die Methode wirkt, wenn es keine vernünftigen Anhaltspunkte dafür gibt, dass sie das tut. Ähnlich seltsam wäre es, zu fragen, wie Wale eigentlich unter Wasser atmen können, wenn wir bereits wissen, dass sie dafür an die Oberfläche auftauchen müssen.

7. "Wer heilt, hat Recht!"

Wer sich regelmäßig gegen berechtigte Kritik verteidigen muss, entwickelt so einige rhetorische Taktiken: Dazu gehören unter anderem Slogans und Ablenkungsmanöver.

Der klassische Slogan lautet: "Wer heilt, hat Recht!" Er stellt lediglich den Versuch dar, unter den Tisch zu kehren, was Studien herausgefunden haben, nämlich dass die Homöopathie über den Placeboeffekt hinaus keine Wirkung hat. Wer allerdings darauf hinweist, dem tönt oft der zweite Slogan entgegen: "Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast." Das beweist lediglich eine Neigung zu Verschwörungstheorien, macht die Homöopathie aber nicht plausibler.

Befürworter verweisen auch gerne auf Sachverhalte, die nichts mit der Wirkung entsprechender Mittel zu tun haben, etwa: "Wenn die Homöopathie nicht wirkt, wie kann es dann sein, dass so viele Menschen an sie glauben?" oder: "Wie kann es dann sein, dass sie seit über zwei Jahrhunderten praktiziert wird?" Nur weil viele Menschen etwas annehmen, muss es noch lange nicht stimmen. Sonst bräuchten wir keine wissenschaftlichen Studien mehr, sondern könnten einfach über die Effektivität einer medizinischen Behandlung abstimmen.

Das Alter einer Behandlungsmethode ist ebenfalls kein Gradmesser für ihre Wirksamkeit, sonst würden wir heute noch den Aderlass praktizieren. Der hat sich schließlich auch sehr lange gehalten.

Es ist seit Langem bekannt, dass es sich bei diesen beiden Argumenten um Denkfehler handelt. Das erste nennt sich "Argumentum ad populum", das zweite "Argumentum ad antiquitatem". Eine weitere Ablenkungstaktik ist das "Argumentum ad naturam". Die Homöopathie, so heißt es, sei eine natürliche Behandlungsmethode. Allerdings sagt "Natürlichkeit" per se weder etwas über Effektivität noch über Verträglichkeit aus. In den USA starben kürzlich mehrere Kleinkinder nach der Einnahme eines unsachgemäß, nämlich unzureichend verdünnten homöopathischen Mittels. Die Ursubstanz: Tollkirsche, ein Naturprodukt – und hochgiftig.

Eine weitere beliebte Ablenkungstaktik besteht darin, mit einer Kritik an der Pharmalobby zu kontern: "Wenigstens wird die Homöopathie nicht von der Pharmaindustrie kontrolliert, denn die will uns alle vergiften!" Zunächst basiert das Argument auf einer falschen Annahme. Denn natürlich stecken hinter homöopathischen Mitteln auch Firmen, die ihre Produkte vermarkten wollen. Doch selbst, wenn man die Prämissen akzeptiert und glaubt, dass Pharmaindustrie und Homöopathie keine Gemeinsamkeiten haben, wird daraus kein Argument für eine Wirkung. Der englische Arzt Ben Goldacre hat das einmal treffend so formuliert: "Ein Flugzeugabsturz spricht nicht für die Existenz fliegender Teppiche, und die Sünden der Pharmaindustrie sprechen nicht für die Wirksamkeit der Homöopathie."



Aus: "Homöopathie: Soll erst mal jemand beweisen, dass es nicht hilft ..." Ein Gastbeitrag von Natalie Grams und Nikil Mukerji (9. Oktober 2017,)
Quelle: https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-09/alternativmedizin-homoeopathie-wirksamkeit-placeboeffekt-kritik

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Re: Wissenschaft und Esoterik ( ... höhere Welten?!)
« Reply #28 on: August 21, 2018, 09:55:18 AM »
Quote
njosnavelin #2

Ist es eigentlich nicht egal, ob Placebo oder nicht, solange sich die Person durch die positive Erwartungshaltung besser fühlt?

Geist und Materie bedingen einander, so dass Heilungsprozesse auch mit Placebo eingeleitet werden.

Als Beispiel Antidepressiva: mit einem Scheinpräparat gehen ~25% in Remission, bei einem tatsächlichen Präparat um die 30% (mit Nebenwirkungen), ohne Behandlung gar keiner.

Hier hat das Placebopräperat jeden Vierten aus der Depression befreit, beim tatsächlichen Medikament nur geringfügig mehr.

Bei psychischen Leiden ist Placebo eine starke Waffe. Bei echten physischen Leiden, Krebs, usw. wird es wohl kaum Wirkung zeigen.


Quote
Uncritical_Threshold #2.1

Ist ja alles richtig was sie sagen. Aber Homöopathie ist eben kein Placebo und versteht sich selbst auch nicht so.
Ein Placebo kostet auch nur 5 Cent.


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njosnavelin #2.5

Natürlich will die Homöopathieindustrie auch Geld verdienen. Das geht mit einem Zuckerwürfel für 5 Cent nicht.

Natürlich versteht sich die Homöopathie nicht als Placebo. Ich bin nur von dem im Artikel propagierten Standpunkt ausgegangen.


Quote
alliance1979 #2.6

"Ist es eigentlich nicht egal, ob Placebo oder nicht, solange sich die Person durch die positive Erwartungshaltung besser fühlt?"

Zum einem sagt der Homöopath, das seine Medizin eben "echte" Medizin ist, er verkauft also kein Placebo, sondern direktes Versprechen auf Heilung, zum anderen gibt es eben viele Fälle, bei denen die Menschen ein schweres leiden haben und ein Placebo alleine nicht hilft.

Das ganze kostet jedenfalls viel Geld und ein Placebo kostet dabei eigentlich fast gar nichts.

"Geist und Materie bedingen einander, so dass Heilungsprozesse auch mit Placebo eingeleitet werden."

Das klingt sehr nett und die Psyche hat natürlich einen großen Einfluss auf die Gesundheit, aber das ändert eben nichts an naturwissenschaftlichen Fakten.
Ein Mensch wird an einer Krankheit wie Aids sterben, völlig unabhängig davon wie es um seinen "Geist" bestellt ist.
Indirekt schwingt aber auch ein ungewollter Vorwurf mit. Nämlich der das Menschen selber schuld sind an Ihrem leiden.


Quote
Dräsdn #2.8

Unabhängig von der (sehr Ideologischen) Diskussion über die Wirksamkeit von Alternativmedizin sollte nicht vergessen werden, wie schädlich eine reine Fixierung auf die Schulmedizin ist.

Ganze Bevölkerungen sind abhängig von Opiaten in den USA,
Antidepressiva, die eindeutig wirken, aber nichts an der Lebensituation des Betroffenen ändern, er vielmehr sogar weiter funktioniert.
Weiterhin die völlig inflationäre Vergabe der Diagnose ADHS und die Gabe von Drogen (Ritalin) ohne Rücksicht was das mit der seelischen entwicklung eines Kindes macht. Uswusw

Es sollte wenigstens mit einbezogen werden in die Diskussion.


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Zauberelefant #2.14

Sie haben den letzten Satz im Artikel auch gelesen?

Die Fehler der Schuldmedizin (= anerkannt wirksame Medizin) machen die Fehler der Homöopathie (=Hokuspokus) nicht besser.

Die Diskussion muss geführt werden, aber gehört hier nicht hin.


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Harmlos01 #2.32

Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen körper und Geist, der in der Schulmedizin kaum angesprochen wird und von oft von Homöopathen besetzt wird. Diese haben erheblich mehr Zeit, sich auf die Patienten einzulassen als Ärzte und können somit dem Patienten einiges an Unterstützung zukommen lassen.

Es gibt genug Studien, die besagen, dass unser Körper keine biomechanische Maschine ist, sondern, dass der Geist großen Einfluss auf die Funktionalität hat. Nach meinem Gefühl wird aber immer noch viel zu wenig darauf Rücksicht genommen, dass ein paar einfache bestärkende Worte schon sehr therapieunterstützend wirken können.

Sie sprechen Krebs an und dazu möchte ich Ihnen ein Gedankenexperiment vorschlagen. Sie sind Patient und der Arzt sagt Ihnen, dass Sie zu 50% sterben werden und dass es deswegen sehr übel aussieht, oder man sagt Ihnen, dass Sie ganz ordentliche Chancen haben, weil schon jeder zweite das übersteht und Sie sicher einer von denen sind, weil Sie jung, ansonsten gesund und weitere positive Attribute haben. In welchem Fall wird die Chemo besser bei Ihnen ansprechen?

Der Kopf spielt immer eine Rolle, aber natürlich verbessert er nur vorhandene Chancen. Aber genug, um das nicht aus den Augen zu verlieren.


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gruebler1836 #2.34

Hätten Sie den Artikel mit einigem Verständnis gelesen, hätten Sie die Denkfehler in Ihrem Kommentar locker vermeiden können, denn die sind da lang und breit erklärt.
Gibt da noch so einen Denkfehler, der nicht im Artikel steht, nämlich das Gerede von Alternativmedizin.
Das ist auch ein Denkfehler, denn es gibt keine Alternativmedizin, der Begriff ist Unsinn. Entweder eine Methode heilt, dann ist sie Medizin, oder sie heilt halt eben nicht. Dann ist sie aber nicht alternativ, sondern nutzlos.
Es gibt ja auch keine alternative Autoreparatur. Entweder das Ding wird sachgerecht repariert, oder man fummelt nur dran rum (und kassiert dafür auch noch mordsmäßig Kohle).
Der Begriff Schulmedizin ist auch veraltet - er dient eigentlich auch nur zur Diskreditierung von Medizin durch Homöopathie-Anhänger. Moderne Medizin wird als evidenzbasierte Medizin bezeichnet, und damit meint man schlicht, dass die Wirksamkeit der verwendeten Behandlungsmethoden getestet wird. Es muss bewiesen sein, dass etwas wirkt, sonst wird es nicht verwendet. Deshalb werden Medikamente auch einem Zulassungsverfahren unterzogen - bis auf dieses Zuckerzeug der Homöopathen, das zu irrsinnigen Preisen auch noch in Apotheken verscherbelt wird (unter uns gesagt ein Skandal, aber wen juckt's ...).
Und nein, die Diskussion über die Wirksamkeit ist unideologisch, die Ergebnisse sind eindeutig. Nur diejenigen, die an den Unsinn Homöopathie glauben, halten jede Kritik daran für unsachlich bzw. Ideologie.


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Volkers Stimme #2.51

... Worauf ich im Kern auch hinaus wollte, war die Tatsache, dass Homöopathika häufig mit Naturmedizin gleichgesetzt warden. In der öffentlichen Wahrnehmung wird häufig nicht hinreichend zwischen Begriffen wie fernöstlicher Medizin, traditioneller Medizin, Naturheilkunde, etc. und eben Homöopathie differenziert, was zur Folge hat, dass man deren Wirksamkeit ebenfalls gleichsetzt. Nach dem Prinzip: Alles Alternativen zur Schulmedizin.


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Kaleva #2.52

Dazu kommt noch, dass Homöopathieverfechter ihre Webseiten, Visitenkarten u.s.w. mit netten Bildchen von irgendwelchen Heilkräutern ausstaffieren, so dass man letztendlich geistig in Richtung "Naturheilkunde" dirigiert wird, was die Homöopathie definitiv eben NICHT ist.


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Hamlet54 #5

Man sollte doch bitte klären, und zwar logisch, eindeutig, wer die Beweislast trägt. Und das tut nicht der, der beweisen soll, dass etwas nicht existiert, nicht funktioniert, sondern immer der, der behauptet, dass etwas existiert oder funktioniert.


...

Aus Kommentaren zu: "Homöopathie: Soll erst mal jemand beweisen, dass es nicht hilft ..." Ein Gastbeitrag von Natalie Grams und Nikil Mukerji (9. Oktober 2017,)
Quelle: https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-09/alternativmedizin-homoeopathie-wirksamkeit-placeboeffekt-kritik

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Wissenschaft und Esoterik ( ... höhere Welten?!)
« Reply #29 on: September 24, 2018, 11:26:24 AM »
"Schamanismus: Finde die Weisheit der Gebärmutter" Lilli Heinemann (2. August 2017)
Es liegt was in der Luft: Junge Frauen suchen nach Sinn und flüchten in die Natur. Chakrenbalance, Kristalltherapie und Korbflechten sind .... hip. ... Chloe gehört einer Bewegung junger Frauen an, die mitten im Leben stehen, aber nach mehr suchen. Sie treffen sich regelmäßig in den Wäldern rund um London. Die Zusammenkünfte der sogenannten Sisterhood werden durch schamanische Praktiken, vedische Meditation, Tanz und Gesang begleitet. Dabei werden Lebensmittel fermentiert, Körbe geflochten, Stoffe gefärbt, Kräutermedizin hergestellt, Gedichte geschrieben, Yoga praktiziert, gemeinsam gekocht und vieles mehr. "Wir können nicht länger in einer zusammenhanglosen Welt existieren. Unser Überleben hängt davon ab, sich zu erinnern, wer wir sind und woher wir kommen", erklärt Charlotte Hall. Charlotte ist im gleichen Alter wie Chloe, lebt ebenfalls in London und arbeitet als PR-Beraterin in der Modeindustrie. Sie kam schon als Kind mit alternativen Lebensformen in Kontakt, besuchte regelmäßig New-Age-Gemeinschaften auf dem Land, die temporär zusammen lebten, Hütten nach altertümlichen Methoden bauten und ihr Essen am offenen Feuer zubereiteten. Als Teenager wandte sie sich von diesem Lebensstil ab, um wie die anderen zu sein. Erst mit der Schwangerschaft und Geburt ihrer Tochter öffnete sie sich wieder für ein anderes Leben und nimmt seither regelmäßig an Women's Gatherings teil.  ...
https://www.zeit.de/kultur/2017-07/schamanismus-spiritualitaet-rituale-grossstadtleben-10nach8/komplettansicht

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Mag is back #1

Nur meine persönliche Meinung. Die oben genannten Rituale und Praktiken sehen für mich stark nach Wohlstandsdekadenz aus.



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commandantina #13

Endlich mal ein angenehm nüchterner, nicht von vornherein ablehnender, aber doch kritisch hinterfragender Artikel zum Esoterik-Trend unserer Zeit, danke! Ich persönlich kann dieses Gewäsch "Verbinde dich mit deinen Körperteilen und heilige sie!" nicht ausstehen - dazu kenne ich (beruflich bedingt) viel zu viele Frauen im besten Alter, die erst aufgeblüht sind, als sie ihre Gebärmutter los waren. Auch die Behauptung, "göttliche Weiblichkeit" sei gleichbedeutend mit einem unbedingt zu akzeptierenden Empfangsprinzip (Zitat: "Bei der zelebrierten göttlichen Weiblichkeit ginge es hingegen um das Empfangen, darum, es den Dingen zu erlauben, zu einem zu kommen.") halte ich psychologisch für gefährlichen Unsinn: Es sind die Fesseln der Verzweiflung, die eine Frau der anderen anzulegen versucht, damit sie die Einsamkeit echter Erkenntnis nicht alleine ertragen muss.


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JuliusU995 #16

"Chloe erklärt, dass die weibliche Kraft und Weisheit in der Gebärmutter "

Ok ZON ich versuche es sachlich. Gibt es nicht auch den Brauch das Mütter nach der Entbindung ein Teil der Plazenta zubreiten und essen ?
Es tut mir leid, ich kann mir nicht helfen. Aber ich weiß nicht wie man auf sowas reagieren soll ?
Humor ? Wut ? Gleichgültigkeit ? Schreiend zur Tür hinaus laufen? Und kommt es mir nur so vor oder geht es bei den ganzen Eso-Kram eigentlich nur um Sex ? Ich mein wenn ein paar Verpeielte gerne Geld ausgeben, bitte schön. Nur bei diesen ganzen EsoZeugs gibt es eine Menge Menschen die ernsthafte Probleme haben und verzweifelt sind. Kommt mir zu kurz in dem Artikel.


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twigalo #16.1  —  3. August 2017, 11:50 Uhr 3

Lesen Sie weiter unten den Kommentar, der auf den Zusammenhang mit vorher erlebtem sexuellen Mißbrauch hinweist, und auf die konkret erlebte und nachhaltige Verbesserung und Entkrampfung im Beckenbereich durch praktisch geübte Entspannung. Das ist plausibel. Vielleicht müssen Sie dann nicht mehr schreien. Auch wenn das Ganze in etwas zu mystische Terminologie gepackt ist - wenn es hilft, hilft' s.


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Something_is_rotten #17  —  2. August 2017, 22:29 Uhr 5

Chakrenbalance statt Klassenkampf...vorübergehend...


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Kybernetik #18  —  2. August 2017, 22:54 Uhr 7

"Im Zentrum dieser Spiritualität steht auch der Holismus, der besagt, dass ein System als Ganzes funktioniert und nicht aus Einzelteilen zusammengesetzt ist – es geht um die Verbundenheit von allem mit allem."

Eigentlich ist es sogar wissenschaftlicher Konsens, das ein System anders funktioniert, als seine Einzelteile. Das es Systemgesetzte gibt, Regelkreise etc. Schaut man sich die Biosphäre an, so ist tatsächlich alles miteinander vernetzt und bilden verschiedene Organisationsformen aus, die wiederum mit anderen in Verbindung stehen.

Manche Menschen, die eine Psychose durchlebt haben, haben öfters auch spirituelle Erfahrungen gemacht. In diesen berichten sie immer wieder von dem wunderbaren Gefühl des Einseins mit der Natur und das alles mit allem verbunden ist.

Der Mensch wird wohl erst dann verstehen, dass er nicht außerhalb der Natur steht sondern mitten drin, wenn er es endlich geschafft hat sich selbst den Ast abzusägen, auf dem er sitzt.

Ich denke auch, das Spritualität durchaus etwas ist, wozu ein Mensch fähig ist und das dies auch einen Sinn erfüllt, gerade, wenn der Sinn nicht mehr im größer, schneller, mehr, gesehen wird, sondern in der Entschleunigung, der Rückbesinnung, der Erdung und letztlich wieder in einer zugewandten Gemeinschaft.


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Googlefix #19  —  2. August 2017, 23:21 Uhr 5

Früher ging es eben etwas prosaischer zu. Bekannt wurden in den 70er Jahren die Selbstuntersuchungsgruppen, in denen sich Frauen gegenseitig mit gynäkologischem Besteck selbst untersuchten, alternative Verhütungsmittel erprobten und versuchten, sich Wissen und Kompetenz um und über den eigenen Körper anzueignen. Die sprirituellen Aspekte waren damals Thema in den Hexenseminaren.

Ziel war damals das Kennenlernen und Wertschätzen des eigenen Geschlechts, das ja heute vielfach noch als minderwertig begriffen wird. Analog dazu gibt es eben für die Männer die Schwitzhüttenrituale, denen auch Putin und Schröder frönten.


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Laubfall #21  —  2. August 2017, 23:30 Uhr 5

Die Damen leben oder lebten in der City in ihrem Kokon aus Materialismus, Äußerlichkeiten, Beliebigkeit und mehr.

Würden Sie auf dem Land leben, mit eigenem Garten, Natur, im Einklang mit den Jahreszeiten, geerdet und weit weg von jedem Jet-Set, so hätten sie alles gehabt, was sie jetzt verzweifelt suchen.


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Frau. Huber #21.1  —  3. August 2017, 7:27 Uhr

Ich glaube nicht, dass man das pauschal so sagen kann. Ich kenne z. B. eine Frau, die einen eigenen Garten hat, ein Kind hat, wenig Geld hat und alles andere als ein Jet Set Typ ist. Aber sie ist von so schamanischem Klimbim ziemlich angetan, was evtl auch damit zu tun hat, dass sie als Teenager vergewaltigt wurde und darüber nie wirklich hinweg gekommen ist und Probleme mit ihrem Körper und ihrer Weiblichkeit hat.


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twigalo #21.2  —  3. August 2017, 11:03 Uhr 2

Ich glaube nicht, dass sie etwas ' verzweifelt' suchen. Vielleicht ein paar wenige, aber die meisten scheinen schon ganz zufrieden zu sein mit ihren Aktivitäten, haben Spaß dabei, und stören tun sie damit ja niemanden. Und wer weiss, was dann in ein paar Jahren sein wird. Der Weg ist das Ziel. Bis dahin viel Zeit in der Natur verbracht zu haben, ist jedenfalls für Körper und Geist schon mal nicht verkehrt. Komisch wird es dann, wenn sie teure Seminare machen.


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Teilzeitberliner #23  —  2. August 2017, 23:45 Uhr 3

Die dürfen alle wählen gehen!

Das macht mir Angst.


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X #23.2  —  3. August 2017, 2:26 Uhr 4

Angst und so ist normal für einen Städter, der in entfremdeter Umgebung einer entfremdeten Arbeit nachgeht.
Machen Sie mal was Anderes, bevor Sie sich dann im September selbst in der Wahlkabine einfinden.



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Merowinger II #23.3  —  3. August 2017, 5:33 Uhr 6

Wer Menschen, die die Spiritualität für sich entdecken, für eine grosse Gefahr hält, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen. Als ob es nicht genug echte Probleme gäbe, vor denen man Angst haben sollte.


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twigalo #23.4  —  3. August 2017, 11:08 Uhr 1

Genauso wie die aggressiven Automachos, Deutsche Islamisten, Nazis, egoistische bullies usw. Und die sind übrigens keinen Deut rationaler.


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Yvolat #27  —  3. August 2017, 1:18 Uhr 5

Anscheinend macht die Autorin dieses Artikels sich lieber über etwas lustig, das ihr suspekt ist, als dass sie sich auch nur bemüht, es zu verstehen. Den Ton des Artikels finde ich unerträglich, die Verachtung für Frauen, die einen anderen, tieferen Sinn im Leben suchen, ist in jeder Zeile spürbar.
Zur "Weisheit der Gebärmutter" - als jemand, die als Kind sexuell missbraucht wurde, weiß ich, wie sehr diese Erfahrung sich im Becken als Störfaktor festsetzt, und das betrifft die Geschlechtsorgane (u.a. Gebärmutter), aber auch das Tan Tien, ein "Reservoir" unserer Lebensenergie. Blockaden der Lebensenergie im Beckenbereich haben sehr viele Frauen, nicht nur aufgrund persönlicher sexueller Mb-Erfahrungen (die natürlich nicht jede hat oder in der gleichen Weise hat), sondern auch aufgrund von religiös/kulturell verankerter Beschmutzung der weiblichen Sexualität, und der Tatsache, dass man als Frau immer wieder aufs Sexuelle reduziert/bezogen wird und es sehr schwer hat, einfach nur als Mensch wahrgenommen zu werden (nicht alle Frauen profitieren davon oder genießen es, sich sexuell/erotisch in Szene zu setzen) - all das hinterlässt Narben, und diese Narben haben im Sinne der Lebensenergie einen Ort, das Becken.
Ich bin übrigens ganz und gar keine Anhängerin von Esoterik, die für mich deutliche Gefahren hat, aber die spirituelle Sehnsucht der Frauen kann ich gut verstehen und teile sie. Schade, dass die Autorin den beschriebenen Trend nur benutzt, um sich einen abzulachen.


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ikonist #33  —  3. August 2017, 5:09 Uhr

es wird mit Hexenverbrennungen enden


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twigalo #33.1  —  3. August 2017, 11:21 Uhr 1

Hä?


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ikonist #33.2  —  3. August 2017, 13:58 Uhr

der >(schwarze)humorlevel< ist nicht sehr hoch!?


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Gerhard Mall #34  —  3. August 2017, 5:14 Uhr 1

Mich erinnern die beschriebenen Praktiken an Rituale der NS-Zeit, die auf die Wandervogelbewegung und die Reformbewegung zurückgingen. Die Suche nach "Sinn" ist ungebrochen. Sehr interessanter Artikel!


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Kabeljau #38  —  3. August 2017, 9:23 Uhr 3

Als ich die Überschrift las musste ich spontan lachen. Es erinnerte mich sofort an meine Zeit als Student. Damals gab es an der Uni eine Menstruationsgruppe, die sich bei Mondschein treffen und gemeinsam menstruieren wollte.

Kommt irgendwie alles wieder.


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biermännchen #42  —  3. August 2017, 11:44 Uhr 2

"Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten – und sie kommen in Scharen." G.K. Chesterton


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Farmhouse #43  —  3. August 2017, 11:44 Uhr 1

So lange die Zunft der Seelenquacksalber jeden Morgen einen Dummen und eine Dumme findet, der für ihr Auskommen sorgt, werden Lichtwesen, Auren und Energiezentren die Regale der Buchläden und die Konten der Feen und Schamanen füllen.


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Pyntanell #45  —  3. August 2017, 13:14 Uhr 3

Ich finde es immer wieder interessant, dass Schamanismus mit der üblichen Esogeldmacherei verbunden wird. Dabei ist gerade Schamanismus eine Erfahrung, für die man eigentlich keinen Tinnef braucht. Keine Ritualgegenstände, keine Kristalle,keine Altäre. Man braucht nur die Welt um sich herum und die Bereitschaft, ihr zuzuhöhren.


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derneuekarl #53  —  3. August 2017, 19:19 Uhr 2

Ein typisches Weiberding und einer der ersten Problempunkte, die ein Mann abchecken sollte. Vor allem eine potenzielle Geldvernichtungsmaschine im Haushalt, denn wer wird wohl in erster Linie von Astro-TV/Questico abgezockt? Für den Preis eines Fläschchens Schwingungswasser vom professionellen Channel-Medium kann der männliche Spinner viel Freie Energie aus einem alten Plattenspielermotor schöpfen...

Also Vorsicht, Männer, denn es fängt in jungen Jahren ganz harmlos mit Horoskopelesen, Homöopathie und Feng Shui an, und kann sich bei nicht beständigem Contra zu einem veritablen Schamanismus auswachsen. ...


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Merowinger II #53.1  —  3. August 2017, 20:00 Uhr 2

Das erste, was man "abchecken" sollte, ist solche Arroganz und Ignoranz wie in Ihrem Beitrag. Nein, Spiritualität ist kein "typisches Weiberding". Und es gibt viele Männer, die sich eine spirituelle Parterin wünschen. Hören Sie also bitte auf, von sich aus auf andere zu schließen.


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Farmhouse #54  —  4. August 2017, 22:39 Uhr

Für zahlreiche dieser Sinnsuche-Angebote gilt:

Skrupellose Scharlatane bringen Menschen in schwierigen Lebenssituationen (seien diese psychisch, physisch, materiell,....), von denen manch eine und einer profesioneller wie auch immer geartete Hilfe oder Unterstützung bedarf, um ihr Geld und manchmal um ihre ganze Existenz.


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ichweissdassichnichtsweiss2 #56  —  vor 21 Stunden

Dieser Quatsch ist doch inzwischen schon schon bei Trainings für Führungskräfte eingezogen. Solange man ein Haufen Geld damit verdienen kann ist alles recht. Willkommen im post-faktischen Zeitalter.


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califex #61

Die einen fangen dann philosophische Grundsatzdebatten an, die zweiten verteidigen die katholische und evangelische Kirche, dritte bekunden Sympathie gegenüber Spiritualität, distanzieren sich aber von Abzocke; vierte berichten dann von persönlichen Missbrauchserfahrungen (ja, das ist schon schlecht) – das führt doch alles zu nichts! ...


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