Author Topic: Julian Assange / Wikileaks ...  (Read 76066 times)

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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #160 on: November 29, 2019, 05:10:25 PM »
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Eben zu Ende gegangen: die öffentliche Anhörung zu Julian Assange im Bundestag. Wenigstens eine der dort vertretenen Parteien – die Linke – setzt sich für die Freiheit von Julian Assange ein. Trotz sehr kompetenten und wichtigen Gästen – Julians Vater John Shipton, der UN-Menschenrechtler Nils Melzer, der Wikileaks-Chefredeakteur Kristinn Hrafnsson und einige andere – war die Veranstaltung für die öffentlich-rechtlichen Medien aber kein Thema. Doch “rt”  – ein Glück dass wir diesen “Propagandasender” haben ! –  hat die ganzen 3 Stunden komplett gestreamt [ https://www.youtube.com/watch?v=0EU8-VthvGg ] . Morgen werde ich ein Interview mit John Shipton führen, der Julian noch gestern im Gefängnis in Belmarsh besucht hat. Stay tuned…


Aus: "Anhörung zu Assange im Bundestag" Mathias Broeckers (27/11/2019)
Quelle: https://www.broeckers.com/2019/11/27/anhorung-zu-assange-im-bundestag/

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[...] Nach Besuchen von Journalisten des Norddeutschen Rundfunks (NDR) bei Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London hat der Sender nun Anzeige gegen ein Sicherheitsunternehmen gestellt. "Der NDR geht davon aus, dass seine Mitarbeiter ausgespäht wurden und so ihre Persönlichkeitsrechte und auch das Redaktionsgeheimnis verletzt wurden", teilte der Sender mit. Das genaue Ausmaß sei noch nicht bekannt.

Der NDR beruft sich auf Dokumente und Videoaufnahmen, die nach eigenen Angaben dem Sender sowie dem WDR vorliegen. Betroffen von der Überwachung seien demnach neben Ärzten und Anwälten von Assange offenbar auch deutsche Journalisten, darunter drei NDR-Mitarbeiter.

Die Besuche der Journalisten bei Assange in London waren demnach zwischen 2012 und Ende 2017. Die Anzeige wegen des Verstoßes gegen datenschutz- und persönlichkeitsrechtliche Bestimmungen richte sich gegen das spanische Sicherheitsunternehmen Undercover Global und ging am Donnerstag an den nationalen Gerichtshof in Madrid.

Bereits im April hatte die Enthüllungsplattform Wikileaks Ecuador vorgeworfen, eine rechtswidrige Totalüberwachung von Assange in der Botschaft gestartet zu haben. Man sei auf die Überwachung aufmerksam geworden, nachdem jemand in Spanien versucht habe, Videos und Fotos von Assange zu verkaufen.

Im September wurde bekannt, dass der Oberste Gerichtshof in Spanien gegen die mit der Überwachung beauftragte Firma Undercover Global ermittelt und den Firmeninhaber David Morales zeitweilig festgenommen hatte. Die Firma soll Assange, seine Vertrauten und Besucher sowie teilweise deren elektronische Geräte nicht nur überwacht, sondern auch Audio- und Videomitschnitte an die CIA weitergegeben haben. Nach Berichten der spanischen Zeitung El Paìs, die die Überwachungsaffäre öffentlich gemacht hatte, soll die CIA zeitweise sogar Zugriff auf einen Livestream aus Assanges Räumlichkeiten in der Botschaft gehabt haben.

Derzeit sitzt Assange in einem Gefängnis in Großbritannien, davor war ihm das Asyl in der ecuadorianischen Botschaft nach mehreren Jahren entzogen worden. Die USA fordern eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers. US-Ankläger werfen ihm vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, an geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu gelangen. Die Ermittlungen in Schweden gegen Assange haben die schwedischen Justizbehörden dagegen eingestellt; Assange war in Schweden in zwei Fällen vorgeworfen worden, eine Frau vergewaltigt zu haben. Mittlerweile schlagen Ärzte Alarm, dass der Gesundheitszustand von Assange im Gefängnis kritisch ist. (siko)


Aus: "Journalisten bei Assange-Besuch überwacht? NDR erstattet Anzeige" Simon Koenigsdorff (29.11.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Journalisten-bei-Assange-Besuch-ueberwacht-NDR-erstattet-Anzeige-4599162.html

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     denksteMal, 29.11.2019 11:45

Ohnmacht

Man weis, dass hier absolutes Unrecht geschieht. Aber dagegen unternehmen kann man nichts. ... Was kann der einzelne tun, ausser immer wieder daran zu erinnern welches Unrecht hier geschieht? Diese Ohnmacht ist einfach nur widerlich.


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« Last Edit: December 05, 2019, 12:32:42 PM by Link »

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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #161 on: December 05, 2019, 09:34:20 AM »
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[...] Achteinhalb Jahre ist es her, da ging ein erschütterndes Video um die Welt. Es zeigte, wie US-Soldaten aus einem Kampfhubschrauber mit der Bordkanone zwölf Zivilisten auf einer Straße in Bagdad regelrecht abschlachten. Als ein Mann den Opfern zu Hilfe eilt, treffen auch ihn und seine Kinder die tödlichen Kugeln. Die Aufnahme demonstrierte die Grausamkeit des Krieges im besetzten Irak – und markierte den Beginn eines tragischen Konfliktes: Julian Assange, der australische Pionier des Datenjournalismus, stieg mit seiner Enthüllungsplattform Wikileaks und der dort veröffentlichten Videosequenz nicht nur zu Weltruhm auf. Zugleich wurde die Enthüllung des Blutbades und die Veröffentlichung Tausender US-Geheimdokumente das Verhängnis seines Lebens. Seitdem verfolgen ihn die USA als „Cyberterrorist“ – das könnte ihm nun den Tod bringen.

Schon seit April halten ihn die britischen Behörden im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in Isolationshaft. Zuvor hatte er gut sechs Jahre im Not-Exil in der Botschaft von Ecuador ausgeharrt, bis ihn die neue Regierung in Quito der britischen Justiz übergab.

Assange war in die Botschaft geflohen, nachdem die schwedische Polizei seine Überstellung nach Stockholm gefordert hatte. Zwei Schwedinnen hatten ihn angezeigt, weil er sie zum ungeschützten Geschlechtsverkehr genötigt haben soll. Assange aber fürchtete, in die USA ausgeliefert zu werden. Tatsächlich schickte die US-Regierung nur wenige Stunden nach seinem Rauswurf aus der Botschaft ihr Auslieferungsgesuch. Die Staatsanwaltschaft in Stockholm dagegen stellte ihr Verfahren ein.

Jetzt aber, so berichtete der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, leide Assange unter „den typischen Symptomen einer Person, die psychischer Folter ausgesetzt war.“ Das zeige sich „in chronischen Angstzuständen und einem posttraumatischen Stresssyndrom“. Trotzdem weigert sich die britische Innenministerin Priti Patel, ihn in ein Krankenhaus zu verlegen. „Diese Willkür könnte ihn das Leben kosten“, warnt Melzer. „Wenn nicht dringend eine Behandlung erfolgt, habe wir die ernste Sorge, dass Herr Assange im Gefängnis sterben könnte“, mahnten vergangene Woche auch 60 Ärzte die britische Regierung. Aber die stellt sich taub. Das ist allein schon Unrecht. Umso schwerer wiegt, dass es keine gültige Rechtsgrundlage für Assanges Haft gibt.

Die US-Regierung bezichtigt ihn der Spionage und der „Verschwörung zum Geheimnisverrat“. Das ist konstruiert und verstößt gegen die US-Verfassung. Assange hat weder Gewalt angewendet noch spioniert. Er hat geheime Dokumente veröffentlicht und seine Quelle geschützt. Das ist Aufgabe von Journalisten, zumal wenn es gilt, Kriegsverbrechen aufzudecken. Dass die USA nun das Spionagegesetz von 1917 anwenden, „verwischt den Unterschied zwischen Journalisten, die Rechtsbrüche der Regierung aufdecken und Spionen, die die nationale Sicherheit untergraben“, schreibt die New York Times. „Das bedroht die Rede- und Pressefreiheit und damit die amerikanische Demokratie selbst.“

Über Assanges Methoden lässt sich streiten. Dass er die Klarnamen von Zuträgern der US-Regierung nicht geschwärzt hat, gefährdete Unschuldige. Ob es journalistisch nötig war, E-Mails von Hillary Clinton zu veröffentlichen und Donald Trump zum Wahlsieg zu verhelfen, ist fraglich. Aber nichts davon rechtfertigt die Auslieferung in die USA, wo ihm eine lebenslange Gefängnisstrafe droht. Umso unverständlicher ist, dass keine Regierung in Europa gegen die inhumane Inhaftierung interveniert. In der Schuld stehen auch die Medien, die sich mit den Wikileaks-Dokumenten als Enthüller profilierten. Die Verhandlung über seine Auslieferung soll am 25. Februar beginnen, vorausgesetzt er lebt dann noch.


Aus: "Warum hilft kein EU-Land dem Wikileaks-Gründer?" Harald Schumann (05.12.2019)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/julian-assange-in-isolationshaft-warum-hilft-kein-eu-land-dem-wikileaks-gruender/25289274.html

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garno 04.12.2019, 17:36 Uhr

    Umso unverständlicher ist, dass keine Regierung in Europa gegen die inhumane Inhaftierung interveniert. In der Schuld stehen auch die Medien, die sich mit den Wikileaks-Dokumenten als Enthüller profilierten.

Verständlich wird es wenn man von eingeschränkter Souveränität europäischer Länder ausgeht, sie stehen unter der Oberhoheit der USA. Das wurde schon mit dem Fall von Edward Snowden deutlich - auch ein politisch Verfolgter. Auch da konnte sich kein liberales, westliches Land durchringen ihm Schutz zu gewähren. Heißt es nicht im GG politisch Verfolgte genießen Asyl? Für Deutschland ein moralisches Armutszeugnis. ...


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MeisterJoda 04.12.2019, 14:53 Uhr

Das Schweigen der Länder dazu ist kriminell.


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egal69 04.12.2019, 14:39 Uhr

     in Isolationshaft.

Wieso gibt es so etwas überhaupt, in einem angeblich,zivilisierten,
demokratischem  Rechtsstaat ?
Das ist Folter.

Danke Herr Schumann, dass endlich mal jemand diesen Skandal anspricht. 


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Zweibein 04.12.2019, 14:30 Uhr

    Umso unverständlicher ist, dass keine Regierung in Europa gegen die inhumane Inhaftierung interveniert. In der Schuld stehen auch die Medien, die sich mit den Wikileaks-Dokumenten als Enthüller profilierten.

Das ist in keiner Weise unverständlich. Auch die europäischen Regierungen wollen von der abschreckenden Wirkung auf Whistleblower profitieren. Und die Medien - naja, wenn das nächste mal wieder das große Winseln unter unseren Leitmedien einsetzt, weil jemand ihr Unabhängigkeit etc. bezweifelt hat, kann man sie ja mal darauf hinweisen. ...


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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #162 on: December 09, 2019, 11:50:25 AM »
"Gespräch mit John Shipton" Posted on 06/12/2019 by Mathias Broeckers
Noch immer sitzt der Gründer von Wikileaks, Julian Assange, in einen britischen Hochsicherheitsgefängnis. Es droht die Auslieferung an die USA wegen angeblicher Spionage. Doch die Unterstützung für ihn wächst. Wir hatten die Gelegenheit, seinen Vater John Shipton zu interviewen. Im Gespräch berichtet John Shipton über die grotesken Rechtsverstöße, die dafür gesorgt haben, dass sein Sohn noch immer im Gefängnis sitzt. Dabei verdient er für das, was er geleistet hat, eigentlich den Friedensnobelpreis. Bitte teilen Sie dieses Video – denn das Schicksal von Julian Assange könnte bald jeden Journalisten ereilen, der über Kriegsverbrechen der USA berichtet. Es wäre das Ende der Pressefreiheit – und das dürfen wir nicht zulassen. Das gesamte Interview ist nun auf Deutsch und Englisch auf ExoMagazin.tv verfügbar!
https://www.broeckers.com/2019/12/06/gesprach-mit-john-shipton/

https://www.exomagazin.tv/freiheit-fuer-julian-assange-mathias-broeckers-trifft-den-vater-des-wikileaks-gruenders/

https://youtu.be/QV1BRdnfC2M

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"Respected Press Freedom Organization Excludes Assange From Annual List Of Jailed Journalists" (12 Dec. 2019)
Every year, the Committee to Protect Journalists (CPJ) compiles a list of journalists jailed throughout the world. It calls attention to authoritarian leaders in countries like China, Egypt, Saudi Arabia, and Turkey, who flagrantly clamp down on reporters critical of their governments.
But the highly respected press freedom organization, which is based in New York City, excluded a journalist who is in jail as a result of President Donald Trump, an authoritarian leader in the United States. They did not include WikiLeaks founder Julian Assange.
Assange is in prison at Her Majesty’s Prison Belmarsh in the United Kingdom. He faces 18 charges and 17 of the counts accuse him of violating the Espionage Act when he engaged in journalism.
Anticipating a backlash to the exclusion, CPJ deputy executive director Robert Mahoney wrote an article reiterating the organization’s position that the case against Assange poses a threat to press freedom. But they maintained Assange is not a journalist.
“After extensive research and consideration, CPJ chose not to list Assange as a journalist, in part because his role has just as often been as a source and because WikiLeaks does not generally perform as a news outlet with an editorial process,” Mahoney declared. ...
https://shadowproof.com/2019/12/12/respected-press-freedom-organization-excludes-assange-from-annual-list-of-jailed-journalists/

« Last Edit: December 26, 2019, 01:34:44 PM by Link »

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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #163 on: December 26, 2019, 01:31:46 PM »
Quote
[...] Angela Richter ist Regisseurin und hat soeben am Nationaltheater Zagreb Slavoj Žižeks Antigona inszeniert. Sie ist Gründungsmitglied von DiEM25. Im Alexanderverlag hat sie 2015 den Band Supernerds. Gespräche mit Helden herausgegeben

... Die offizielle Berichterstattung der letzten zehn Jahre über Julian Assange ist eine ganz eigene Realitätserschaffung.

Melzer war zusammen mit Assanges Vater John Shipton, der Anwältin Renata Avila und dem Wikileaks-Chefredakteur Kristinn Hrafnsson nach Berlin gekommen, um an einer von der Partei Die Linke initiierten öffentlichen Anhörung im Bundestag teilzunehmen und um Unterstützung für Assange zu werben. Er hat dort zum wiederholten Mal gefordert, dass Assange umgehend freigelassen wird, weil er willkürlich festgehalten werde und seit Jahren psychologischer Folter ausgesetzt sei. Nachdem er Assange persönlich im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh besucht hatte, erklärte er: „Ich habe noch nie zuvor erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen.“

Im eher engen Raum 3 im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus halten die Beteiligten, darunter auch zwei Journalisten, (John Goetz, ARD, und Michael Sontheimer, Spiegel) Plädoyers für Pressefreiheit und den Schutz von Journalisten. Sollte Assange in die USA ausgeliefert und nach dem Espionage Act verurteilt werden, wird es in Zukunft möglich sein, dass Journalisten, die unbequeme Wahrheiten über die USA oder sonst eine Supermacht enthüllen, im Ausland gekidnapped, verschleppt und für immer hinter Gittern weggesperrt werden. Es geht um nichts Geringeres als die Erosion unserer westlichen Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Edward Snowden hat es auf den Punkt gebracht: „Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein Verbrechen behandelt wird, dann werden wir von Verbrechern regiert.“ Umso erstaunlicher ist es, wie ohrenbetäubend das Schweigen unserer Regierung, von Intellektuellen und Journalisten ist. An diesem Abend glänzen Politiker aller Parteien außer der Linken, die die Veranstaltung organisierte, durch Abwesenheit.

Als ich vor der Anhörung die Sicherheitsschleuse des Bundestags passiere, schleicht sich gerade Alexander Gauland (AfD) an mir vorbei in den Feierabend. Auch dessen Anhänger beklagen oft den Mangel an Pressefreiheit, wenn auch aus anderen Motiven als der Verteidigung der Demokratie.

Im Anhörungsraum angekommen, sehe ich auch weit und breit kaum Journalisten der großen Medienhäuser. Offenbar haben sie Wichtigeres zu tun. Dabei bedürfte es spätestens jetzt eines mächtigen globalen Protests, um Assanges Leben zu retten. Er wird jetzt nur noch für die Auslieferung an die USA festgehalten, wo ihm 175 Jahre Gefängnis drohen. Er befindet sich immer noch in Einzelhaft, verbringt 23 Stunden am Tag in seiner Zelle.

Während Dissidenten aus China, Russland oder der Türkei von westlichen Journalisten wie Fetische angehimmelt werden, hält man sich bei heimischen Dissidenten wie Assange und Chelsea Manning vornehm zurück. Es ist ein Skandal, dass Manning, der von Barack Obama nach sieben Jahren Haftverkürzung gewährt wurde, seit neun Monaten wieder hinter Gittern sitzt, weil sie sich weigert, vor einer Grand Jury gegen Assange auszusagen.

Es ist beschämend, dass diese Heuchelei des freien Westens inzwischen von östlichen Dissidenten thematisiert werden muss. Kürzlich verließ der chinesische Künstler Ai Weiwei Deutschland und stellte ernüchtert fest: „Es ist eine Gesellschaft, die offen sein möchte, aber vor allem sich selbst beschützt. Die deutsche Kultur ist so stark, dass sie nicht wirklich andere Ideen und Argumente akzeptiert. Es gibt kaum Raum für offene Debatten, kaum Respekt für abweichende Stimmen.“ Ai Weiwei besuchte Assange bereits im Gefängnis.

Snowden, Assange und Manning sind die ersten westlichen Dissidenten des globalen Informationszeitalters: Sie fordern Transparenz und Rechenschaft von den Regierungen und das Recht auf Privatsphäre für die Bürger. Warum also halten sich vor allem etablierte Medien so zurück bei Assanges Verteidigung, wo es doch um nichts Geringeres geht als um ihre eigene Zukunft und Freiheit? Als Deniz Yücel in der Türkei einsaß, verging keine Woche, in der ich nicht E-Mails und Anrufe von deutschen Journalisten bekam, die um Unterstützung baten. Yücel ist wieder frei.

Warum setzt sich keiner so vehement für Assange ein? Es ist auch das Ergebnis einer jahrelangen und beispiellosen Kampagne gegen Julian Assange. Er selbst sprach mir gegenüber von Anfang an von „character assassination“: Rufmord. Seit seinen Enthüllungen über amerikanische Kriegsverbrechen sind viele Jahre vergangen, ich habe inzwischen hunderte Artikel über ihn gelesen. Es gab und gibt zum Glück auch Ausnahmen, aber der Großteil zeichnet geradezu reflexhaft ein negatives Bild: Narziss, Vergewaltiger, verrückter Egomane, Sexist, Russenfreund, Paranoiker, Verräter, Sektenguru, Antisemit und ja, es gab auch schon den Vorwurf der Pädophilie.

An mir selbst konnte ich seither ein interessantes psychologisches Phänomen beobachten. Vielleicht ein Beispiel für „Doppeldenk“: In meinem Kopf existieren zwei Assanges, der eine, den ich persönlich kenne, und dann der, dessen Realität die Medien erschaffen haben. Es ist, als würden beide nebeneinander existieren. Und ich muss mich selbst immer wieder daran erinnern, dass der „egomanische Narziss und Vergewaltiger“ nur eine Fiktion ist.

Wie mag es erst in den Köpfen der Leute aussehen, die Assange nicht persönlich kennen? Eine Antwort darauf findet man in den Kommentarspalten und auf Twitter unter dem Hashtag mit Assanges Namen. Ich selbst habe ihn als mutig, idealistisch und außerordentlich intelligent erlebt. Zweifellos ist er ein komplizierter Charakter – aber all das tut eigentlich nichts zur Sache. Es ist völlig irrelevant, ob er ein netter Typ ist. Seine Veröffentlichungen auf Wikileaks stehen unter dem Schutz der Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit.

Warum also diese Besessenheit der Presse, Assange zu delegitimieren? Wir leben in einer Demokratie, die auf Gewaltenteilung basiert. Es ist Aufgabe der unabhängigen Presse, sie zu überwachen und die Wahrheit zu verteidigen. Dass unsere Medien den Mächtigen vielleicht ein wenig zu nah gekommen sind und deshalb ihrer Aufgabe als „vierte Macht“ im Staat nicht mehr vollkommen nachkommen – auch das hat Wikileaks ans Licht gebracht. Denn wenn die Medien unkorrumpierbar wären, dann müsste es Wikileaks gar nicht geben. Fühlen sich die klassischen Medien etwa entlarvt und blamiert? Der Spiegel hatte vor zwei Wochen Whistleblower auf dem Titel, unter anderen Snowden und Manning. Die Überschrift lautete: Im Dienst der Wahrheit. Der überwiegende Teil der Assange- Berichterstattung könnte den Titel tragen: Im Dienst der Lüge. Die Journalisten, die fast ein Jahrzehnt lang Assanges Status als Paria in der Öffentlichkeit etabliert haben, könnten bald selbst zum Opfer dieser Strategie werden. Ist ein Richtungswechsel überhaupt noch möglich?

Im September 2012 besuchte ich Assange zum ersten Mal in der ecuadorianischen Botschaft in London. Ich hatte ihn schon drei Mal getroffen, während er unter Hausarrest stand. Es war das erste Treffen, bei dem ich unser Gespräch aufzeichnete, um es später in einem Theaterstück zu verarbeiten. In den nächsten Jahren sollten noch Dutzende dieser Gespräche folgen, was ich damals noch nicht ahnte. Deshalb wollte ich möglichst viel Material aufnehmen. Ich war am frühen Abend in die Botschaft gekommen und hatte etwa 150 Fragen vorbereitet. Assange antwortete sehr ausführlich, um 4 Uhr morgens hatte er noch nicht einmal ein Fünftel der Fragen beantwortet. Im Morgengrauen sprachen wir dann über sein schon damals sehr schwieriges Verhältnis zu den Medien.

Ich wunderte mich darüber, wie arglos er am Anfang im Umgang mit Journalisten war, sein Äußeres etwa hatte schon früh für Häme und negative Kommentare gesorgt. Bei Fernsehinterviews zog er die Schuhe aus, es kamen löchrige Socken zum Vorschein. Oder er trug zwei Jacken und Hosen übereinander, was als Beweis fehlender Seriosität interpretiert wurde. Ich fragte ihn, warum er so unvorsichtig gewesen sei und den Journalisten vertraut hätte. Er überlegte eine Weile, als würde er sich zum ersten Mal Gedanken darüber machen, und antwortete: „I thought they were men of honor.“ Ehrenmänner.

Vor Kurzem haben 60 Ärzte aus aller Welt einen Brief an die britische Regierung veröffentlicht, in dem sie fordern, dass Assange unverzüglich freigelassen und in ein Universitätskrankenhaus überstellt wird. Andernfalls sei sein Leben in Gefahr. Es ist noch nicht zu spät dafür, dass Journalisten endlich aufstehen, nicht nur für das Leben von Julian Assange, sondern auch für Pressefreiheit, für Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, für unser aller Freiheit und Demokratie. Und dass sie endlich das werden, wofür Assange sie gehalten hat, als er mit ihnen das bis dahin größte Leak in der Geschichte teilte: Men of honor.


Aus: " Es ist unsere Freiheit" Angela Richter (Ausgabe 50/2019)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/es-ist-unsere-freiheit

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Neex8oot | Community


"Men of honor"?..

:))))))

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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #164 on: December 26, 2019, 02:09:32 PM »
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[...] Von Ratten schreibt [ ] Donna Brazile, während des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA 2015 Interims-Vorsitzende der Democratic National Convention (DNC), jener Partei also, deren Kandidatin Hillary Clinton schließlich gegen den jetzigen, 45. Präsidenten der USA unterlag. In ihrem Bestseller von 2017, Hacks. The Inside Story of the Break-ins and Breakdowns That Put Donald Trump in the White House, rekonstruiert sie die Ereignisse, die dazu geführt hätten, dass nicht Clinton, sondern Donald Trump ins Weiße Haus einzog.

Wenn man Ratten im Keller habe, gerät Brazile ins Nachdenken, werde man alles tun, sie wieder loszuwerden. Aber der Gedanke, dass da Ratten unter den Dielen hin- und hertrippeln, den werde man so schnell nicht wieder los. „Rat“, das englische Wort für Ratte, klingt aber auch wie „RAT“, Abkürzung für Remote Access Technology, jene Technologie, mit der es einem Hacker gelingt, in ein fremdes Netzwerk einzudringen und Daten zu entwenden.

So geschehen im Fall des DNC, weswegen auch aufflog, dass die Wahlkampagne Clintons diejenige von Bernie Sanders von Beginn des Wahlkampfs an übervorteilt hatte. Dass das alles von Wikileaks veröffentlicht wurde, erklärt, warum Brazile auf Assange nicht gut zu sprechen ist. Und dass Trump im Wahlkampf verlauten ließ, er liebe Wikileaks genau dafür, die Machenschaften von „crooked“ Hillary offengelegt zu haben, könnte auch erklären, dass weite Teile des linken bis linksliberalen US-Amerikas bis heute einen Groll auf Assange hegen. Für sie, wie auch für Brazile, sind Assange und „die Russen“ schuld an Donald Trump. 2018 hat der DNC ihn, Seit an Seit mit Russland und der Trump-Kampagne, verklagt.

Ganz unabhängig davon schließen sich aber in den USA die Reihen gegen Assange, wie Kevin Gosztola in einem gerade erschienen, umfassenden Band zum Wikileaks-Gründer [...] In Defense of Julian Assange [zeigt] [...]. Von Angela Richter über Slavoj Žižek bis zu Noam Chomsky, Pamela Anderson, Ai Weiwei bis zu Philosophie-Jungstar Geoffroy de Lagasnerie und Whistleblower-Urgestein Daniel Elsberg schreiben hier viele, deren Namen auch in der weiteren Öffentlichkeit einiges Gewicht haben sollten, genauso wie ein Beitrag von Women Against Rape, in dem die Autorinnen argumentieren, die schwedischen Anschuldigungen gegen Assange seien zwar ernstzunehmen, eine Auslieferung an die USA sei jedoch nicht akzeptabel.

Ein solcher Band solltedie linke bis linksliberale Öffentlichkeit auf Assanges Seite ziehen. Doch zumindest für die USA sieht es düster aus, wenn man auf den klugen Beitrag des Journalisten und Filmemachers Gosztola zurückkommt: „Die Verachtung der Demokratischen Partei für Wikileaks verfestigt einen politischen Konsens, der die Verfolgung von Wikileaks und seines Chefredakteurs Julian Assange durch Donald Trumps Justizministerium erst möglich macht“, schreibt er. Die an sich gute Story, dass Assange mit russischer Schützenhilfe nicht nur Clinton ums Weiße Haus betrogen, sondern auch eine Öffentlichkeit, die an transparenten politischen Entscheidungsfindungen interessiert sein müsste, gegen sich aufgebracht habe, ist aber nicht mehr als eine Story. Denn demokratische „Feindseligkeit entwickelte sich schon, als die Medienorganisation über eine halbe Million Dokumente aus dem Pentagon und dem Außenministerium veröffentlichte, die Chelsea Manning im Jahr 2010 offengelegt hatte“. Unter diesen Dokumenten ist auch das Collateral-Murder-Video, das zeigt, wie eine US-Eliteeinheit im Irak Unbewaffnete – unter ihnen zwei Reuters-Journalisten – wie in einem Videospiel abballert und dabei noch Witze reißt. Trotz des legitimen Interesses, Kriegsverbrechen öffentlich zu machen, hätten auch viele Demokraten daran gezweifelt, dass „Wikileaks eine legitime Medienorganisation sein könnte“, schreibt Gosztola.

Oberflächlich betrachtet liegt das auch daran, dass die meisten US-Medienunternehmen „in der Regel nicht ganze Caches durchgesickerter Dokumente, die von der ganzen Welt gelesen werden können“, veröffentlichten. Liest man den zur Ergänzung unbedingt empfohlenen Beitrag von Naomie Colvin im selben Band, die sich in der Courage Foundation für Whistleblower einsetzt, die ins Fadenkreuz von Staatbehörden geraten sind, so erfährt man auch, dass Manning, bevor sie sich an Wikileaks wandte, Medien wie die Washington Post und die New York Times kontaktierte.

Der vermeintlich nicht-journalistische Weg einer Veröffentlichung auch des Videos ist somit auch als Resultat eines Versagens „alter“, etablierter Medien. Und auch dieser Einwand Colvins ist von Relevanz: Noch heute hilft geleaktes Material den „alten“ Medien bei wichtigen Recherchen. Amnesty International macht es dann noch eine Nummer größer: „Man kann sich gut an das Jahr 2010 als ein Wendejahr erinnern“, ließ die Organisation verlauten, „in dem Aktivisten und Journalisten mit neuer Technologie die Macht mit der Wahrheit konfrontierten und sich dabei für eine stärkere Achtung der Menschenrechte einsetzten“.

Er sei der „meistverfolgte Journalist Europas“, schreibt Assanges Anwältin Renata Avila in einem Beitrag (der eine hinreißende Skizze dieses sonderbaren Mannes bietet), und auch der innovativste. Denn wenige verständen wie er, wie „Recht und Technologie zusammen das ausgeklügeltste System der Kontrolle und Unterdrückung errichten“.

....


Aus: "Hier droht Verrat" Mladen Gladić | Ausgabe 50/2019 (23.12.2019)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/mladen-gladic/hier-droht-verrat

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Magda | Community

Wenn mir jemand sagen könnte, wem diese Veröffentlichungen wirklich genützt ahben, dann bin ich schon zufrieden. Es können sich andauernd alle Zeitgenoss*innen zurücklehnen und denken, sie wüssten jetzt alles. Was hat Assange verändert, was hat er erreicht? Nix. ...


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JR's China Blog | Community

@ Magda

Was hat Assange verändert, was hat er erreicht?

Das ließe sich auch bei Snowden fragen, oder? Was beide erreicht haben: sie haben den westlichen politischen Klassen die Heuchlermasken vom Gesicht gerissen. Dass der weitaus größere Teil der nordamerikanischen, europäischen und australischen Gesellschaft diese Gesichter gar nicht sehen möchte und so tut, als habe man nichts gesehen, ist nicht die Schuld der Whistleblower.

Um eins jedenfalls haben sie sich verdient gemacht: the right to know. Ich bewundere die Würde, mit der sie ihrerseits zur Kenntnis nehmen, dass diese Öffentlichkeit sie im Stich lässt.


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Magda | Community

@ JR's China Blog

"Heuchlermasken vom Gesicht gerissen" ? Wirklich? Vielleicht liegt es bei mir ja am Alter, aber das geschieht doch in regelmäßigen Abständen. Über die inszenierten Kriegsgründe, über die vertuschten Affären? Das ist bekannt und immer wieder ist es "danach". Wer bei der Enthüllung "Oh Gott, das hätte ich nicht gedacht" schreit, der oder die sind Heuchler.

Sicher ist es wichtig, dass Journalisten gründlich recherchieren und nicht nachlassen, aber diese -leakerei kann auch zu neuen Bemühungen um Geheimhaltung um jeden Preis führen. Und - auch dazu gab es ja auch Berichte - Menschen in Gefahr bringen.

Nochwas: Manchmal braucht Politik auch vertrauliche Kontakte und geheime Besprechungen.

Bei Assange kommt noch dazu, dass er nicht nur das Recht zu wissen bedient hat, sondern auch die politische Meinung mit beeinflusst hat und dies pünktlich zur Flüchtlingskrise.

https://deutsch.rt.com/international/35254-assange-wikileaks-vorliegende-depeschen-zeigen/

Für mich ist Wikileaks etwas, das mit der gleichen Vorsicht zu genießen ist, wie andere News. Und Assange ... tut mir eher Leid.

[ ... Das Recht zu Wissen ist sicherlich von Belang, aber es ist doch - immer wieder - nur ein Recht in Fragmenten, zufällig kriegt man was zu wissen und sofort ist der News-Befriedigungs-Schnuller im Mund der Öffentlichkeit. Andere machen getrost weiter mit der Geheimhaltung, ziehen neue Sicherheitslinien ein. Außerdem: wenn die Öffentlichkeit am falschen Ende was erfährt, kann es auch gefährlich sein. Diese Leakerei ist eine neue Waffe. Man kann ne Weile was zurückhalten und dann kann man es einsetzen, wenn es gerade in den Kram passt. Und - bei Assange gehts sicherlich auch um Macht und weniger um die immer wieder geforderte Transparenz. ...]


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JR's China Blog | Community

@ Magda

Es geht mir nicht darum, Whistleblower zu idealisieren. Es geht mir darum, die Gewalt beim Namen zu nennen, auf die sie stoßen, und nicht auf den Dreck hereinzufallen, mit denen sie alle beworfen werden. ...


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Grenzpunkt 0 | Community

C.J. Hopkins, ein amerikanischer Autor von politischen Kabaretttexten hat es im Artikel "Assange & Uncle Tom's Empire" [https://www.unz.com/chopkins/uncle-toms-empire/] via Zerohedge für Kooperative Sklaven auf den Punkt gebracht. Weniger empfindsame Seelen, oder trotzige Sklaven, können sich den Artikel auch auf UnzReview.com [https://www.zerohedge.com/news/2019-04-15/cj-hopkins-assange-uncle-toms-empire]  durchlesen. (Hier die Übersetzung der letzten Absätze durch Deepl.com).

"Julian Assange wird bestraft, weil er sich dem globalen kapitalistischen Imperium widersetzt hat. Das würde immer passieren, egal wer im Weißen Haus sitzt. Jeder, der sich dem Imperium auf so eklatante Weise widersetzt, wird bestraft werden. Kooperative Sklaven verlangen das von ihren Herren. Trotzige Sklaven sind eigentlich weniger eine Bedrohung für ihre Herren als für die anderen Sklaven, die sich dafür entschieden haben, ihre Sklaverei zu akzeptieren und mit ihrer eigenen Unterdrückung zu kooperieren. Ihr Trotz beschämt diese kooperativen Sklaven und wirft ein wenig schmeichelhaftes Licht auf ihre Feigheit.

Deshalb sind wir Zeuge, wie so viele Liberale (und Liberale in linker Kleidung) sich beeilen, ihre Abscheu vor Assange im gleichen Atemzug auszudrücken, in dem sie vorgeben, ihn zu unterstützen, nicht weil sie ehrlich den Inhalt der offiziellen Julian-Assange-Erzählung glauben, die die herrschenden Klassen verbreiten, sondern weil (a) sie die Konsequenzen fürchten, wenn sie diese Erzählung nicht roboterhaft wiederholen, und (b) Assange die Kardinalsünde begangen hat, sie daran zu erinnern, dass tatsächlicher "Widerstand" gegen das globale kapitalistische Imperium möglich ist, aber nur, wenn man bereit ist, den Preis dafür zu zahlen.

Assange hat ihn in den letzten sieben Jahren bezahlt und wird ihn in absehbarer Zeit auch bezahlen. Chelsea Manning zahlt ihn wieder. Die Gilets-Jaunes-Protestler haben es in Frankreich bezahlt. Malcolm X hat es bezahlt. Sophie Scholl hat es bezahlt. Viele andere haben im Laufe der Geschichte bezahlt. Feiglinge haben sie verspottet, wie sie es auch taten, so wie sie jetzt Julian Assange verspotten. Aber das ist in Ordnung, nachdem er zehn oder zwanzig Jahre lang sicher tot war, werden sie einige Straßen und High Schools nach ihm benennen. Vielleicht werden sie ihm sogar ein Denkmal bauen."


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Stiller | Community

@ Magda

"Bei Assange kommt noch dazu, dass er nicht nur das Recht zu wissen bedient hat, sondern auch die politische Meinung mit beeinflusst hat und dies pünktlich zur Flüchtlingskrise.

https://deutsch.rt.com/international/35254-assange-wikileaks-vorliegende-depeschen-zeigen/

Und was wollen Sie damit sagen? Welche politische Meinung hat er denn (negativ für wen?) beeinflusst?

Der Überbringer der (hier eigentlich geheimen) Botschaft/"schlechten Nachricht" ist doch nicht verantwortlich zu machen für die gewollten und offentsichtlichen Auswirkungen jener Schweinereien, die vom wirklichen Verursacher geplant und durchgeführt wurden.


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G.A. | Community

@ Magda

Es gibt immer weniger Journalisten, welche dann „gründlich recherchieren“, wenn die „Macht“ und somit das Geld gegen die Wahrheit ist. ...


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Magda | Community

@ Stiller

Das ist das letzte Mal, dass ich Ihnen das erkläre. Assange überbringt nicht nur Nachrichten, er betreibt auf der Basis dieser Nachrichten auch Meinungsbildung. Nachrichten sind gar nichts. Und er lässt auch noch zu, dass RT daraus noch eine Krawallmeldung passend zum Flüchtlingsstrom macht. Die schlichte Tatsache, dass Konflikte auch Flüchtlinge "produzieren" schwatzt dieser Asange in einen geheimen Plan um.

Auch Nachrichten, reine normale Nachrichten kann man manipulativ verwenden.


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Grenzpunkt 0 | Community

@ Magda

"Auch Nachrichten, reine normale Nachrichten kann man manipulativ verwenden."

Dass Sie ausgerechnet das einem Assange zum Vorwurf machen, entstellt Sie wieder einmal bis zur Kenntlichkeit.


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JR's China Blog | Community

@ Grenzpunkt 0

Zugegeben: Magdas Verachtung für Assange wirkt auf mich irrational. Aber wenn Sie, Grenzpunkt, das Bedürfnis leitet, anhand eines wirklich wichtigen Themas vor allem Charakternachweise zu führen, bringt das auch niemanden weiter. Es hat in diesem Thread schon klügere Verständigungsversuche gegeben.

Aber nun. Wenns hilft: frohe Festtage.


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Magda | Community

@ JR's China Blog

Irrational ist der ganze Geheimnisscheiß sowieso.
Assange ist mir eigentlich ziemlich wurscht. Es sei denn, ich werde zur Heldenverehrung gezwungen.

Aber, ein frohes Fest ist immer drin.


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Grenzpunkt 0 | Community

@ JR's China Blog

Wie Sie auf einen Charakternachweis kommen, bleibt erst einmal Ihr Geheimnis.

Wenn aber @Magda im Angesicht der weltweiten Monopolstellung von 4 Nachrichtenagenturen, der marktbeherrschenden Stellung von Werbeagenturen und Lobbyistenvereinigungnen sowie der finanziellen und der Machtverhältnisse im Mediensektor davon spricht, dass Assange vorrangig "Meinungsbildung" betreibt, so sollte das eigentlich nur noch homerisches Gelächter hervorrufen. Warum schreibt sie denn bemerkenswert viel über jemanden, der ihr ziemlich "wurscht" ist und über den "ganzen Geheimnisscheiß"? Mit Widerspruch muss man dann auch rechnen, ganz rational.


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Montaine Duvall | Community

Ich würde generell fragen, wer steht hier im Scheinwerferlicht oder besser, wer sollte dort stehen.

Der Bote oder die Täter. In einer Demokratie ist stets zu fragen, ob etwas überhaupt geheim sein darf. Der Souverän wird dadurch entmachtet und seine Einschätzung der Lage torpediert. ... Geheim sind meist Dinge, die rechtlich, ethisch nicht haltbar wären und man sie vor dem Souverän verstecken möchte.

"Geheim" schafft Mißtrauen und neue Probleme die u.U. nicht sein müßten. Ein archaisches Denken das eigentlich nicht mehr in die heutige Zeit passt.


...
« Last Edit: December 26, 2019, 02:12:59 PM by Link »

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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #165 on: December 29, 2019, 01:01:00 PM »

Quote
[...] Bereits unter dem ehemaligen ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa, der dem Australier Julian Assange politisches Asyl in der Botschaft seines Landes in London gewährt hatte, wurden Assange und seine Besucher mit Hilfe von Überwachungskameras ausspioniert. Unter seinem Nachfolger Lenin Moreno wurde die Qualität der Kameras erheblich verbessert und um eine bis dahin fehlende Aufzeichnung der Gespräche ergänzt. Auch die Kontrollen wurden erheblich verschärft: Alle Seiten der Pässe der Besucher wurden fotgrafiert, die IMEI-/IMSI-Nummern ihrer Mobiltelefone notiert, andere Aufnahmegeräte wurden während des Besuches konfisziert.

Vor vollem Haus erläuterte der ehemalige CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn die technischen Aspekte der Überwachung in der ecuadorianischen Botschaft. In ihr lebte Julian Assange von Juni 2012 bis April 2019. Im Jahre 2017 wurde noch unter Rafael Correa die spanische Firma Undercover Global beauftragt, die "Security" der Botschaft zu besorgen. Der Wachdienst umfasste nicht nur die Kontrolle bzw. das Durchsuchen der Besucher, sondern auch die Kamerüberwachung der Umgebung und Überwachung in den Räumen der Botschaft, zu denen Assange Zutritt hatte.

Bis Ende 2017 wurden nur Bilder aufgezeichnet, danach wurden Kameras mit leistungsfähigen Mikrofonen installiert und die Feuerlöscher in den Räumen verwanzt. Berichte von Undercover Global (UC Global) gingen unter dem Codenamen "Operation Hotel" an den ecuadorianischen Geheimdienst SENAIN, wobei Assange als "Gast" bezeichnet wurde und der Botschafter als "Hoteldirektor". Gegen eine mögliche Überwachung setzte der "Gast" ein Gerät ein, das weißes Rauschen produzierte. Das führte dazu, dass Spezialfolien auf die Fenster geklebt werden mussten, um mit Hilfe von Laser-Mikrofonen die Überwachung fortführen zu können.

Müller-Maguhn, der Juilan Assange häufiger besuchte und damit selbst Opfer der Überwachungsmaßnahmen wurde, zeigte geleakte Kamerabilder seiner Besuche, aber auch Bilder aus dem Botschaftsalltag oder von einer fröhlichen Feier in der Botschaft. Diese wurden nur vor Ort und nicht im Videostream des Vortrags gezeigt, um die Privatsphäre der Feiernden zu schützen.

UC Global begann Ende 2017 damit, einen Streaming Server einzurichten, auf denen Ecuador und andere Zugriff hatten. "Connexiones Streaming (una para ecuador, una para nosostros y otra para X)", heißt es in einer auf dem 36C3 gezeigten E-Mail von David Morales, dem Geschäftsführer von UC Global. Aus dem Kontext weiterer Mails ergibt sich Müller-Maguhn zufolge, dass damit "unsere amerikanischen Freunde" gemeint seien: UC Global verwertete die Überwachungsarbeit mehrfach und verkaufte die Aufnahmen an die CIA. Die Zusammenarbeit mit diesen Freunden ging offenbar soweit, dass man bei UC Global darüber spekulierte, ob man nicht einfach "aus Versehen" die Tür der Botschaft offenlassen sollte, damit ein Kidnapping durchgeführt werden könnte. Im April 2018 übernahm die Firma PROM Security die Organisation der Security in der Botschaft. Auch bei dieser Firma will man Anzeichen dafür gefunden haben, dass überwacht wurde.

Aktuell ermittelt die spanische Justiz gegen UC Global. Dort geht es unter anderem um Videoschaltungen, in denen Assange zu den Überwachungsmaßnahmen befragt wurde. Die Ermittlungen wurden aufgenommen, als David Morales versuchte, das Video-Material für 3 Millionen Dollar an den derzeitigen WikiLeaks-Chef Kristinn Hrafnsson zu verkaufen. Eines dieser Verkaufsgespräche wurde von der Polizei abgehört, nachdem Hrafnsson einen spanischen Anwalt kontaktiert hatte. (jo)


Aus: "36C3: Wie Assange in der Botschaft überwacht wurde" Detlef Borchers (27.12.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/36C3-Wie-Assange-in-der-Botschaft-ueberwacht-wurde-4623932.html

Quote
     Menos, 28.12.2019 01:28

Und dann nennen die einen Paranoid wenn man so was vermutet

Verwanzte Feuerlöscher, Laser-Abhörung übers Fenster, "versehentliches" Kidnapping. Mit anderen Worten: Menschenrechte mit Füßen treten. Was bei den Russen immer kritisiert wird, ist bei den Amerikanern normaler Alltag. Und wenn man das ankreidet, dann gilt man als Verschwörungstheoretiker und Paranoider.

Eigentlich sollte das einen Aufschrei verursachen, aber die Tatsache das es gerade noch mal bei Heise berichtet wird sagt uns auf welcher Seite die großen Medien inzwischen spielen, bzw. in welcher "Realität" sie inzwischen leben.


Quote
     DrMetti, 28.12.2019 10:32

Re: Und dann nennen die einen Paranoid wenn man so was vermutet

... Wenn ich bei Google News nach Assange suche, kommen lediglich zwei Einträge zu diesem Thema: Heise und Golem
Abseits der Tech-Presse, die über den 36c3 berichtet, ist im Main Stream noch nichts angekommen - wir können gern morgen mal schauen, ob sich das signifikant geändert hat...


Quote
     sou, 28.12.2019 11:35

Was golem.de und Fefe dazu sagen:

blog.fefe.de:

Der Vortrag von Andy über die Überwachung in der Botschaft von Ecuador hat Überwachungsvideos aus deren Kameras gezeigt. Und zwar hatte Ecuador ja eine spanische Firma mit der Security der Botschaft beauftragt, und die hat sich dann nebenher von der CIA bezahlen lassen, um die Überwachungserkenntnisse zeitnah den Amerikanern zu geben. Das ging soweit, dass die die zuständige Behördenleitung in Ecuador bestochen haben, um einen Vorwand für das Nachrüsten von Wanzen zu erreichen. Das ist jedenfalls wohl der aktuelle Stand der Ermittlungen in dem Verfahren in Spanien, in dem aber bisher noch nicht mal Anklage erhoben wurde. Der Chef hat aber die CIA-Kohle nicht mit seinen unterbezahlten Schergen geteilt, woraufhin ein paar von denen spontan ein Gewissen entwickelten und zu Whistleblowern wurden. Da kommen diese Aufnahmen jetzt her.

Julian Assange hat in der Botschaft mit Abhörversuchen gerechnet und daher im Konferenzraum einen Rauschgenerator installiert. Die Lautsprecher von dem Teil waren dann u.a. direkt neben dem Fenster montiert, woraufhin das CIA-Team im Haus gegenüber, die per Laser den Schall von den Fenstern abnehmen wollten, keine brauchbaren Aufnahmen bekamen. Die haben dann die spanische Firma beauftragt, nach geeigneten Plätzen für eine Innenverwanzung zu suchen und die Wanzen zu montieren. Am Ende haben die im Fuß des Feuerlöschers eine Aushöhlung mit einer Wanze angebracht.

Für die sensibleren Gespräche ist Julian mit Anwalt dann zum Badezimmer gegangen und hat die Dusche laufen lassen. Daraufhin ließ die CIA eine Wanze hinter dem einen Schrank dort anbringen. Es war wohl einigermaßen erheiternd, die fluchenden Amis in den Anfragen an die Spanier zu lesen, weil sie nicht weiterkamen.

Das Ende war dann weniger lustig. Über die Wanze im Feuerlöscher haben die Amis ein Gespräch zwischen Julian und der Geheimdienstchefin von Ecuador belauscht, die Julian einen ecuadorischen Pass beschafft hatten, ihn zum Diplomaten ernannt hatten, und eine offizielle Abberufung in eine Botschaft in einem anderen Land eingetütet hatten. Am nächsten Morgen lag dann überraschend ein internationaler Haftbefehl der USA vor. Überwachen hat also ernsthafte Folgen.

--------------------

www.golem.de:

Die spanische Tageszeitung El País hatte im September 2019 erstmals berichtet, dass das spanische Sicherheitsunternehmen Undercover Global SL umfangreiches Material aus der Botschaft an den US-Geheimdienst CIA übermittelt habe. Inzwischen versucht ein spanisches Gericht, die Vorwürfe zu klären. Dabei war das Unternehmen mit seinem Chef David Morales eigentlich von der ecuadorianischen Regierung beauftragt worden, die Sicherheit des prominenten Asylsuchenden sicherzustellen. Dafür soll der inzwischen aufgelöste Geheimdienst Senain mindestens 5 Millionen US-Dollar ausgegeben haben.

CIA kaufte den Spionageschützer

Doch Morales ließ sich nach Darstellung Müller-Maguhns von den US-Amerikanern kaufen, und zwar für 200.000 US-Dollar - im Monat. Dabei habe er nicht nur dafür gesorgt, dass den US-Geheimdiensten das aufgenommene Material übermittelt wurde, sondern sich darüber hinaus dafür eingesetzt, dass die Videokameras mit Mikrofonen ausgestattet und zusätzliche Wanzen installiert wurden, berichtete Müller-Maguhn.

-----------------

Diese obigen Infos dienen auch gut dazu, das Märchen vom "auch schon unter Correa totalüberwachten Assange" zu entkräften, das Borchers/Faber in die Welt setzen will, um eine Steilvorlage für US-Trolle zu liefern.

Die US-Trolle schreiben dann sowas wie: "Schau schau, also schon unter Rafael Correa fing das an.... Anscheinend haben sie Assange nie wirklich getraut.", was natürlich der weiteren Entmenschlichung und ad hominem Zerstörung von Assange dienen soll.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (28.12.2019 12:10).


https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/36C3-Wie-Assange-in-der-Botschaft-ueberwacht-wurde/Was-golem-de-und-Fefe-dazu-sagen/posting-35835885/show/

-

// 36C3 Resource Exhaustion
// Full playlist: Video / Audio
// https://media.ccc.de/c/36c3

// https://www.heise.de/meldung/Spanische-Firma-soll-fuer-die-CIA-Julian-Assange-in-Botschaft-ausgespaeht-haben-4542549.html

// https://fahrplan.events.ccc.de/congress/2019/Fahrplan/events/11247.html

// https://www.golem.de/news/ueberwachung-von-assange-mit-dem-rauschgenerator-gegen-die-cia-millionen-1912-145756.html

// GENEVA (3 May 2019)  ... The WGAD reiterates its recommendation to the Government of the United Kingdom,
// as expressed in its Opinion 54/2015, and its 21 December 2018 statement,
//  that the right of Mr Assange to personal liberty should be restored.
// https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=24552&LangID=E

-

// https://www.derstandard.de/story/2000112736028/36c3-so-wurde-assange-in-der-ecuadorianischen-botschaft-ueberwacht

Quote
peace & love

vom seltsamen umgang des 'westens' mit journalisten.


Quote
Der Toubab

Was mit Assange passiert ist und immer noch passiert ist nicht nur ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. ... Es ist auch typisch für den Umgang mit der Wahrheit und kritischen Personen im Westen und speziell innerhalb der EU. Nicht vergessen ist das Gezerre rings um die Morales-Maschine, in der ein Snowden vermutet wurde. ... In der EU gelten Menschenrechte nur dann, wenn es leicht fällt. Und die Geschäfte nicht stört.


Quote
jussty

"Das Ende war dann weniger lustig. Über die Wanze im Feuerlöscher haben die Amis ein Gespräch zwischen Julian und der Geheimdienstchefin von Ecuador belauscht, die Julian einen ecuadorischen Pass beschafft hatten, ihn zum Diplomaten ernannt hatten, und eine offizielle Abberufung in eine Botschaft in einem anderen Land eingetütet hatten. Am nächsten Morgen lag dann überraschend ein internationaler Haftbefehl der USA vor. Überwachen hat also ernsthafte Folgen."

(c) blog.fefe.de


Quote
jussty

Hätte man im Übrigen im Artikel auch noch anführen können, @hsu. Aber das wäre dann ja schon wieder Politik und kein Schwank aus dem Netz-Ressort...


Quote
Karl Sonnenschein

Assange und Snowden sind die besten Beispiele dafür was für erbärmliche Heuchler, Opportunisten und Feiglinge in der westlichen Politik und den Medien den Ton angeben.
Wäre dem nicht so würden sowohl Assange als auch Snowden schon lange die Freiheit in einem EU Land genießen.
Spielt euch nur weiter zum einseitigen Moralapostel der Welt auf, es werden euch aus guten Gründen immer weniger Ernst nehmen.


Quote
Da stand der Rat

Jeder Tag, den Assange länger in einem Gefängnis sitzt, ist ein Schlag gegen den gesamten echten Journalismus und damit gegen alle Reste von Demokratie, die es noch gibt.
Die UNO hat Folter festgestellt. Der Mann ist sofort freizulassen.


Quote
Rapha31

Leider geben auch Schweden und Großbritannien nichts auf die UNO, sonst hätten sie das Ergebnis der Untersuchung der UN WGAD [ https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Arbeitsgruppe_gegen_willk%C3%BCrliche_Inhaftierungen ] nicht ignoriert.


...


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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #166 on: December 29, 2019, 08:34:54 PM »
Quote
[...] Auf dem 36. Congress des Chaos Computer Clubs in Leipzig befassten sich die Aktivistinnen Renata Avila, Naomi Colvin und Angela Richter mit dem "Fall Wikileaks" und dem Vorgehen der US-Justiz gegen Julian Assange, Chelsea Manning und Jeremy Hammond. Alle drei sitzen hinter Gittern und werden wegen der Plattform Wikileaks angeklagt, die in einem Schriftstück als "intelligence agency of the people" bezeichnet wird. Während Manning und Hammond zu einer Aussage gegen Julian Assange gezwungen werden sollen, steht dieser durch die Anklage des US-Justizministeriums unter der Regierung Trump vor einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. Gleichzeitig sei diese Anklage ein Präzendenzfall, der politische Aktivisten aller Coleur bedroht.

Nach einer kurzen Geschichte der Aktionen und Veröffentlichungen von Wikileaks und von Julian Assange, der mehrfach als Redner auf dem Congress auftrat, erläuterten Avila, Colvin und Richter in ihrem Vortrag [ https://fahrplan.events.ccc.de/congress/2019/Fahrplan/events/11090.html ] das bedrohliche Ausmaß beim "Fall Wikileaks". Eine ganze Reihe von US-Gesetzen vom First Amendment bis zum Aussageverweigerungsrecht werden verschärft oder neu interpretiert. So wurde Chelsea Manning nicht nur in Beugehaft für eine Aussage gegen Assange genommen, sondern mit einer täglich fälligen Geldstrafe belegt, die sich aktuell auf 77.000 US-Dollar beläuft. "Ich kann entweder ins Gefängnis gehen oder meine Prinzipien verraten. Dies ist ein viel schlimmeres Gefängnis, als es jede Regierung errichten kann," so Manning.

Auch im Fall von Jeremy Hammond geht die US-Justiz einen harten Weg. Hammond ist seit siebeneinhalb Jahren in Haft und wäre längst in Freiheit, wenn er gegen Assange aussagen würde. "Nach siebeneinhalb Jahren, in denen ich meine 'Schuld gegenüber der Gesellschaft bezahlt' habe, versucht die US-Regierung mich weiter mit diesem unmöglichen, politisch motivierten juristischen Manöver zu bestrafen und meine Entlassung zu verzögern. Sie weiß genau, dass ich bei dieser Hexenjagd nicht kooperieren werde," wurde Hammond zitiert.

Die Rednerinnen machten alsdann auf die Anklage gegen Assange aufmerksam, die ihm in 17 Anklagepunkten die "Veröffentlichung von US-Staatsgeheimnissen" vorwirft und in einem Fall die "Anstiftung zu einer Hacker-Verschwörung" konstruiert. Insgesamt drohen dem Australier damit 175 Jahre Haft. Juristisch brisant seien die Punkte in der Anklage, die das Schwärzen von Passagen in geleakten Dokumenten mit der Veröffentlichung dieser Passagen gleichsetzen und daraus dann den Verrat von Staatsgeheimnissen konstruierten, so die Juristin Renata Avila. "Versteht, dass da keine juristische Auseinandersetzung abläuft. Dies ist eine politische Verfolgung", so ihr Fazit.

"Niemand ist eine Insel, auch nicht nach dem Brexit": Die britische Regierung solle wissen, dass die ganze Welt zuschaut. Sie dürfe nicht länger die humanitäre Seite im Fall des inhaftierten Assange ignorieren, der dringend ärztliche Hilfe brauche, so die Rednerinnen. Ihr Vortrag endete mit einem Zitat von Assange auf dem 25C3: "Gerechtigkeit passiert nicht einfach so. Gerechtigkeit wird durch Menschen erzwungen, die zusammenkommen, und sich mit Macht, Einigkeit und Schläue wehren."


Aus: "36C3: Der Fall Wikileaks" Detlef Borchers (29.12.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/36C3-Der-Fall-Wikileaks-4624443.html


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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #167 on: December 29, 2019, 09:06:02 PM »
"OPCW-Dokument ordnete die Löschung eines Berichts zum Vorfall in Duma an"  Florian Rötzer (27. Dezember 2019)
WikiLeaks hat weitere Dokumente veröffentlicht, die die OPCW, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen, weiter unter den verstärkten Verdacht bringen, den Abschlussbericht über den angeblichen Giftgasangriff in Douma (Duma) am 7. 4. 2018 aus politischen Interessen manipuliert zu haben, um Syrien und Russland zu beschuldigen und vielleicht die Bombardierung der Amerikaner, Briten und Franzosen auf angebliche syrische Orte des Chemiewaffenprogramms zu legitimieren. ...
https://www.heise.de/tp/features/OPCW-Dokument-ordnete-die-Loeschung-eines-Berichts-zum-Vorfall-in-Duma-an-4624063.html

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     harimau, 28.12.2019 15:26

Re: Und der Gack hatte doch recht!

kid1212 schrieb am 28.12.2019 11:01:

    Damals wurde eine verbale Hetzjagd auf Gack und übrigens auch andere Jornalisten ausgeübt, die vor Ort waren, die ganz schnell von dem fingierten Angriff überzeugt waren und versuchten die Öffentlichkeit darüber zu informieren.

Solche Leute kriegen beim ÖR im Anschluss die Kündigung. Selbstverständlich aus rein "betriebsbedingten" Gründen.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (28.12.2019 15:26).


https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/OPCW-Dokument-ordnete-die-Loeschung-eines-Berichts-zum-Vorfall-in-Duma-an/Re-Und-der-Gack-hatte-doch-recht/posting-35837097/show/

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[...]     FOCUS-Online-Redakteurin Anja Willner

Dienstag, 24.04.2018, 18:57

Die Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffs auf die syrische Stadt Duma dauert weiter an. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hinter dem Angriff steckt.

Der Leiter des ZDF-Studios in Kairo, Hans-Ulrich Gack, hat am Freitagabend in der ZDF-Nachrichtensendung „heute“ eine andere Version verbreitet. Gack berichtete, in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Duma hätten ihm mehrere Menschen erzählt, der Angriff sei eigentlich eine „Provokation“ der islamistischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). In dem Lager seien auch viele Menschen, die aus Duma geflüchtet seien.

Sie hätten erzählt, die Islamisten hätten Tanks mit Chlorgas in Duma platziert – in der Hoffnung, dass die Behälter bei Bombardements getroffen würden. So sei es auch geschehen. Gack ordnete in der Live-Sendung diese Aussagen nicht weiter ein. Er sagte lediglich, er wolle „nicht für jeden Satz“ die Hand ins Feuer legen. „Aber irgendwie scheint da schon was dran zu sein.“

Gacks Auftritt lässt jedoch einige Fragen offen:
1. Wie kommt Gack auf den IS?

Der IS ist gar nicht in dem Gebiet aktiv, in dem Duma liegt. Die Gegend in der Nähe von Damaskus wird mittlerweile von Assads Truppen kontrolliert. Dort sind einige islamistische Milizen aktiv, in Duma zuletzt vor allem Dschaisch al-Islam. Anfang April stimmte die Miliz Medienberichten zufolge zu, Kämpfer und ihre Familie aus Duma evakuieren zu lassen und die Stadt den Assad-Truppen zu übergeben.
2. Wie glaubwürdig sind die Aussagen der Gesprächspartner?

Abgesehen von den Schilderungen seiner Gesprächspartner nennt Gack keine weiteren Belege für seine These, der Giftgasangriff könne eine „Provokation“ des IS gewesen sein. Umso zentraler ist die Frage, wie glaubwürdig die Aussagen seiner Gesprächspartner sind.

Das Flüchtlingslager, in dem Gack war, befindet sich mittlerweile auf einem Gebiet, das von der Armee Assads kontrolliert wird. Der ZDF-Korrespondent erwähnt nicht, wie die Auswahl der Gesprächspartner ablief – insbesondere, ob Gesprächspartner von einer staatlichen Stelle ausgewählt wurden.

Aus dem Beitrag wird außerdem nicht klar, woher Gacks Gesprächspartner ihre Informationen haben. Waren sie Augenzeugen, wie islamistische Kämpfer angeblich Chlorgas-Behälter platziert haben? Oder basieren ihre Aussagen auf Hörensagen? Warum kennen sie die Strategie islamistischer Milizen – wissen aber nicht, dass der IS in ihrer eigenen Stadt gar nicht aktiv ist?

3. Warum nennt Gack nur eine Theorie?

Der ZDF-Korrespondent stellt in der kurzen Live-Schalte nur die Theorie vor, der IS könne einen Giftgasangriff inszeniert haben. Zwar macht er deutlich, dass ihm dies seine Gesprächspartner in den Flüchtlingscamps erzählt haben - seine persönliche Einschätzung mag anders aussehen. Die unter Experten verbreitete Auffassung, dass die Assad-Regierung hinter dem Angriff steckt, erwähnt Gack jedoch gar nicht. Er erwähnt auch nicht, welche Fakten die von ihm vorgestellte Theorie erschüttern könnten, sondern lässt sie unbegründet stehen.
Russische Staatsmedien griffen Beitrag dankbar auf

Für staatliche russische Auslandsmedien wie „Sputnik“ und den deutschen Ableger von „RT“ war der Beitrag ein gefundenes Fressen. „ZDF-Reporter widerspricht westlichem Narrativ“, titelte „RT Deutsch“ und machte aus den Gesprächspartnern Gacks „Augenzeugen“, obwohl der Korrespondent selbst nie behauptet hatte, er habe mit Augenzeugen gesprochen.
So reagiert das ZDF

Auf Nachfrage von FOCUS Online teilte ein ZDF-Sprecher mit, dass die Liveschalte „auch in unserem Haus selbstkritisch diskutiert“ worden sei. Der Korrespondent habe bislang keinen Zugang in die Stadt Duma bekommen und „kann deshalb die ihm vermittelten Informationen nicht durch eigenen Augenschein überprüfen“. Gack habe auch wiederholt die „widersprüchlichen Informationen und die Propaganda aller Seiten“ thematisiert, die die Arbeit von Journalisten in Syrien besonders schwierig machen.

Der Sprecher wies auch darauf hin, dass Live-Schaltungen aus einem Krisengebiet mit „besonders viel Druck“ für die Korrespondenten verbunden seien. Dennoch kommt der Sender zu dem Ergebnis: „Unter diesen Bedingungen ging die Wertung des Korrespondenten in dieser Sendung zu weit.“ Gack habe seine Einschätzung in allen nachfolgenden Sendungen korrigiert.
In späteren Beiträgen stellt der Korrespondent die Lage differenzierter dar

Tatsächlich äußert sich der Korrespondent zum Beispiel in einem längeren Beitrag, der am Sonntagabend im „heute journal“ ausgestrahlt wurde, deutlich differenzierter. Darin stellt Gack Mitarbeiter eines Krankenhauses in Duma vor, die behaupten, es habe dort gar keinen Giftgasangriff gegeben. Die Patienten, die sie gesehen hätten, hätten die typischen Symptome nicht aufgewiesen – das Ganze sei inszeniert gewesen.

Der Korrespondent merkt aber gleichzeitig an, dass die Mitarbeiter vermutlich Ärger mit dem Assad-Regime bekämen, wenn sie sich anders äußerten. Er legt auch offen, dass das Regime die Klinikmitarbeiter geschickt habe, um mit ihm zu sprechen. Gack betont, dass diese „Zeugenaussagen“ kein Beweis dafür seien, dass der Giftgasangriff inszeniert gewesen sein könnte.



Aus: "„Wertung des Korrespondenten ging zu weit“ZDF-Mann verbreitete Verschwörungstheorie zu Syrien – jetzt reagiert der Sender" (Dienstag, 24.04.2018, 18:57)
Quelle: https://www.focus.de/politik/ausland/wertung-des-korrespondenten-ging-zu-weit-zdf-mann-verbreitete-verschwoerungstheorie-zu-syrien-jetzt-reagiert-der-sender_id_8821943.html

Quote
01.05.18, 12:15 | Karl Bachmeier

Was nicht in das eigene Propagandakonzept passt

wird wird u.a. als Verschwörungstheorie abgetan oder gebrandmarkt.Ob Giftgasaffären in GB oder Angriffe in Syrien, die meisten Medien hier übernehmen kritiklos die Angaben der Anti-Assad Koalition.


Quote
28.04.18, 10:53 | Martin Mainka

Herr Gack

hat das getan, was eigentlich lle seine Kollegen hätten tun sollen. Er war vor Ort, und hat mit Beteiligten und Augenzeugen gesprochen. Er hat deren Aussagen zusammengefasst, und damit ein Bild aus der Sicht der Befragten präsentiert. Er hat darüber hinaus auch noch darauf hingewiesen, dass die Quellen unsichere Quellen sind. Im Gegenzug Präsentiert seine Kollegia unkommentiert Berichte der Weißhelme, die sehr fragwürdig sind.


...

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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #168 on: December 31, 2019, 12:45:48 PM »
Quote
[...] Die neueste Veröffentlichung ist die vierte Serie von durchgesickerten Dokumenten, die WikiLeaks von der OPCW veröffentlicht hat. Sie zeigt, dass Beweise für die Unschuld des syrischen Präsidenten Assad auf Anweisung vernichtet werden sollten.

In einem der durchgesickerten E-Mail-Austausche vom 27. bis 28. Februar zwischen Mitgliedern der bei Duma stationierten Erkundungsmission (FFM) und hohen Beamten der OPCW ordnete der korrupte Chef der OPCW, Sebastien Braha, die Beseitigung «aller Spuren» eines Berichts von Ian Henderson an. «Bitte holen Sie dieses Dokument aus dem DRA (Dokumentenregister-Archiv). Und bitte entfernen Sie alle Spuren, falls es irgendwelche gibt, von seiner Lieferung/Lagerung/was auch immer im DRA», heisst es in der E-Mail.

Henderson hatte die Standorte in Duma und zwei Zylinder, die am Ort des angeblichen Angriffs gefunden wurden, inspiziert. In seinem Bericht war er zu dem Schluss gekommen, dass die Zylinder eher dort platziert – und nicht fallen gelassen wurden. Seine Ergebnisse deuteten stark darauf hin, dass der «Angriff» inszeniert war. Mainstreammedien und Politiker behaupteten damals weiterhin, dass die Zylinder von der syrischen Regierung aus der Luft abgeworfen wurden und dabei Zivilisten getötet hätten.

Da die Zylinder anscheinend von Hand platziert wurden und das Gebiet unter der Kontrolle regierungsfeindlicher Kräfte stand, geben Hendersons Ergebnisse den Theorien Glauben, dass der Angriff inszeniert wurde, um den syrischen Präsidenten Bashar al Assad zu dämonisieren und die Vereinigten Staaten zum Angriff zu bewegen.

Der angebliche chemische Angriff vom 7. April 2018, der weithin von den westlichen Ländern und den Fake-News auf Assads Streitkräfte zurückgeführt wurde, führte zu massiven amerikanischen Vergeltungsschlägen, die sich hauptsächlich auf verdächtige chemische Produktionsanlagen in Damaskus konzentrierten.

Westliche Politiker wussten schon sehr früh, wer angeblich der Schuldige sein sollte. So zweifelte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zu keiner Sekunde am Chemiewaffeneinsatz in Duma und nannte die Lage «Sehr klar, sehr deutlich» und gab der syrischen Regierung die Schuld. Solche Dinge passieren Merkel übrigens ständig, wie auch im Fall eines angeblichen Nervengift-Angriffs auf die Skripals im englischen Salisbury, der der russischen Regierung in die Schuhe geschoben wurde.

Die falschen Beschuldigungen Assads sind in den Mainstream-Fake-News gang und gäbe die nicht einmal davor zurückschrecken Kleinkinder für ihre vorsätzlich falschen Nachrichten zu missbrauchen, wie dieser Fall zeigt.


Aus: "OPCW-Chef erteilte Anweisung für Beweisvernichtung" Schweizer Morgenpost (30 Dez 2019)
Quelle: https://smopo.ch/opcw-chef-erteilte-anweisung-fuer-beweisvernichtung/

""Medien haben mein Kind missbraucht" - Schweizer Morgenpost" (09. Juni 2017)
Der Vater des in die Schlagzeilen geratenen Buben aus dem syrischen Aleppo, erhebt schwere Vorwürfe gegen westliche Medien, die Rebellen und die „Weissen Helme“. ...
https://smopo.ch/medien-haben-mein-kind-missbraucht/

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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #169 on: January 01, 2020, 12:42:49 PM »
Quote
[...] Der Folter-Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen (UN), Nils Melzer, hat die Haftbedingungen der US-Whistleblowerin Chelsea Manning bemängelt. Die Behandlung Mannings in Beugehaft erfülle "alle konstitutiven Elemente von Folter oder auf andere Weise grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung", schrieb Melzer in einem Brief an die US-Regierung, über den zunächst der Deutschlandfunk berichtet hatte.

In dem Brief bittet der Sonderberichterstatter um weitere Informationen zu Mannings Unterbringung und äußert generelle Bedenken gegenüber der Beugehaft. Derartige Praktiken seien mit den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen der USA unvereinbar, schrieb Melzer. Der Brief ist auf den 1. November datiert, wurde aber erst jetzt bekannt.

Die ehemalige WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning war 2010 festgenommen und im August 2013 wegen Spionage zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Durch einen Gnadenerlass des damaligen US-Präsidenten Barack Obama kam sie 2017 vorzeitig frei.

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte 2010 und 2011 Hunderttausende geheime US-Militärdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlicht. Quelle war die vor einer Geschlechtsangleichung damals noch als Soldat Bradley Manning lebende Manning, die das Material von Militärcomputern herunterlud und WikiLeaks zuspielte.

Anfang März 2019 wurde Manning in Beugehaft genommen, weil sie sich weigerte, vor der Grand Jury gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange auszusagen. Als die Sitzungsperiode des Gremiums im Mai auslief, wurde sie zunächst freigelassen. Eine Woche später wurde sie erneut festgenommen. Manning sitzt UN-Angaben zufolge in einem Gefängnis in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia ein. 


Aus: "Chelsea Manning laut UN von Folter betroffen" (31. Dezember 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-12/chelsea-manning-whistleblowerin-folter-beugehaft-usa-un-sonderberichterstatter

"UN-SonderberichterstatterWhistleblowerin Chelsea Manning soll gefoltert worden sein" (31. Dezember 2019)
https://www.deutschlandfunk.de/un-sonderberichterstatter-whistleblowerin-chelsea-manning.1939.de.html?drn:news_id=1086008

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juiceshop #27

Ein Staat, der physische und psychische Folter nicht nur duldet, sondern auch ausdrücklich genehmigt, ist doch nach allgemeinem Verständnis...ein Unrechtsstaat!
Es sei denn, er gehört zur sogenannten westlichen Welt!


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Schweizer Söldner #32

Der Tonfall ist gemässigt, wie immer wenn es gegen die eigenen Verbündeten geht - würde Manning in Russland einsitzen und dort in Beugehaft gehalten werden für eine Aussage gegen wen anders, dann würde die Berichterstattung zumindest von der Formulierung her anders aussehen. Man erinnere sich an Nawalny und Co.

Noch dazu, man stelle sich vor Assange hätte anstatt amerikanische vor allem russische Geheimdienst-Informationen veröffentlicht, er wäre ein Held des Westens und würde der in Russland einsitzen, würde man seine Freilassung verlangen...


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Platero #37

Genau betrachtet haben die drei verwegenen „Musketiere“ Manning, Assange und
Snowden, mit ihren schockierenden Enthüllungen gar nichts, zum Guten, bewirken können.
Sie haben ihre Jugend, Freiheit und Zukunft verspielt um unserer zynischen Welt den Spiegel vorzuhalten.
Man hatte sie gelehrt, dass höchste Güter, wie Aufrichtigkeit, Unversehrtheit und Wahrheit zu verteidigen sind, und nun………?


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deep_franz#42

Man sollte vielleicht hinzufügen, daß Sie für die ersten 30 Tage im Gefängnis je 500$ Strafe zahlen muß, jeder weitere Tag ist mit 1000$ veranschlagt.
https://www.nytimes.com/2019/05/16/us/chelsea-manning-jail.html
Aktuell müsste sie also bereits gut 250000$ Strafe bezahlen.
Das ist einfach eine Vernichtungsaktion.



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karlmue #41

Was sagen die deutschen Vertreter dazu, die sich sonst bei Angelegenheit solcher Art zu Wort melden?

Schweigen.


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Minilieb #44

Wenn man den - natürlich nicht in unseren Großmedien rezipierten - Berichten über Assange Glauben schenken kann, ist die Folterung wohl inzwischen ein probates Mittel.
Über Manning wird immerhin noch berichtet. Der Aufschrei der Journalisten bzgl. Assange bleibt aus. Widerlich!


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Habarnica #46

Wer die Lügen der Mächtigen aufdeckt, bekommt ihre Rache zu spüren. Die Justiz beteiligt sich als Instrument des Unterdrückungsapparats.

Die Verantwortlichen des völkerrechtlichen Verbrechens Irak-Krieg haben nie für ihre 500.000 Morde ein strafrechtliches Verfahren zu fürchten gehabt. Das ist die Gerechtigkeit auch in einer Demokratie. Sie unterscheidet sich nicht wesentlich von der "Gerechtigkeit" gegen Alfred Dreyfus 1894, dem man auch ein Spionageprozess angehängt hat.


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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #170 on: January 02, 2020, 09:28:21 PM »
"The Case Against WikiLeaks: a direct threat to our community" Renataavila, Naomi Colvin and Angela Richter (2019-12-28)
How to understand this historic challenge and what we can do to defend ourselves. The unprecedented charges against Julian Assange and WikiLeaks constitute the most significant threat to the First Amendment in the 21st century and a clear and present danger to investigative journalism worldwide. But they also pose significant dangers to the technical community. This panel will explain the legal and political issues we all need to understand in order to respond to this historic challenge.
We've been warning you about it for years, and now it's here. The talk will dissect the legal and political aspects of the US case against Wikileaks from an international perspective. It will describe the threats this prosecution poses to different groups and the key issues the case will raise. Most importantly, we will explain how we are still in time to act and change the course of history.
The unprecedented charges against Julian Assange and WikiLeaks constitute the most significant threat to the First Amendment in the 21st century and a clear and present danger to investigative journalism worldwide. But they also pose significant dangers to the technical community, the trans community, to human rights defenders and anti-corruption campaigners everywhere.
If we don't take action now, the ramifications of this case will be global, tremendously damaging and potentially irreversible in times when the need to hold the powerful to account has never been more obvious. This is a historic moment and we need to rise to its challenge.
This talk will explain the legal and political aspects of the case against WikiLeaks, the reasons why Chelsea Manning and Jeremy Hammond have been imprisoned again, the governmental interests for and against prosecution, the dynamics of UK/US extradition and what it means to prosecute Assange as Trump runs for re-election.
This is a case with destructive potential like no other, with profound implications for the future of dissent, transparency, accountability and our ability to do the work we care about.
The situation is frightening but it isn't hopeless: we will conclude with a guide to an effective strategy against the lawfare the journalist and technical communities are now facing courtesy of Donald Trump's DOJ.
https://media.ccc.de/v/36c3-11090-the_case_against_wikileaks_a_direct_threat_to_our_community | https://cdn.media.ccc.de/congress/2019/h264-hd/36c3-11090-eng-deu-fra-The_Case_Against_WikiLeaks_a_direct_threat_to_our_community_hd.mp4

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"Überwachung von Assange: Mit dem Rauschgenerator gegen die CIA-Millionen - 36C3" Friedhelm Greis (27. Dezember 2019)
Wikileaks-Gründer Julian Assange ist in der ecuadorianischen Botschaft intensiv überwacht worden. Auf dem 36C3 erläuterte Andy Müller-Maguhn die technischen Hintergründe der Spionageaktion.
https://www.golem.de/news/ueberwachung-von-assange-mit-dem-rauschgenerator-gegen-die-cia-millionen-1912-145756.html


"Technical aspects of the surveillance in and around the Ecuadorian embassy in London" Andy (2019-12-30)
Details about the man hunt for Julian Assange and Wikileaks.
The talk explains and illustrates the procedural and technical details of the surveillance in and around the Ecuadorian embassy in London during the time Julian Assange stayed in there from June 2012 until April 2019.
In the aftermath of Assange's expel from the ecuadorian embassy in London and his arrest based on a US extradition warrant evidence appeared that the "Security" measures of the embassy had at some point switched from protecting Assange and the embassy to an extremely detailled surveillance operation both against Assange and his visitors. The Spanish company "Undercover Global" that has been in charge of the embassy between 2015 and April 2018 and its owner and CEO is under investigation for spying on behalf of the CIA. Material from the second company that has taken over the embassy "Security" in April 2018 has found its way into an attempted extortion and is also subject to a legal investigation.
The talk will contain material both documenting the surveillance measures installed as well as audio and video material obtained by the surveillance gear. It will also briefly touch on surveillance measures experienced elsewhere by friends, lawyers, media partners and associates of Assange and Wikileaks in the context of the ongoing man hunt.
https://media.ccc.de/v/36c3-11247-technical_aspects_of_the_surveillance_in_and_around_the_ecuadorian_embassy_in_london | https://cdn.media.ccc.de/congress/2019/h264-hd/36c3-11247-eng-deu-spa-Technical_aspects_of_the_surveillance_in_and_around_the_Ecuadorian_embassy_in_London_hd.mp4

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"Harry Potter and the Not-So-Smart Proxy War - Taking a look at a covert CIA virtual fencing solution" Jos Wetzels (2019-12-29)
In this talk we will take a look at the 'Vault 7' Protego documents, which have received very little attention so far, and challenge the assertion that Protego was a 'suspected assassination module for [a] GPS guided missile system ... used on-board Pratt & Whitney aircraft' based on system block diagrams, build instructions and a few interesting news items. In addition, we will discuss hypothetical weaknesses in systems like it.
In March 2017, WikiLeaks published the 'Vault 7' series of documents detailing 'cyber' activities and capabilities of the United States' Central Intelligence Agency (CIA). Among a wide variety of implant & exploit frameworks the final documents released as part of the dump, related to a project code-named 'Protego', stood out as unusual due to describing a piece of missile control technology rather than CNO capabilities. As a result, these documents have received comparatively little attention from the media and security researchers.
While initially described by WikiLeaks as a 'suspected assassination module for [a] GPS guided missile system ... used on-board Pratt & Whitney aircraft', a closer look at the documents sheds significant doubt on that assertion. Instead, it seems more likely that Protego was part of an arms control solution used in covert CIA supply programs delivering various kinds of weapons to proxy forces while attempting to counteract undesired proliferation.
In this talk we will take a look at the Protego documents and show how we can piece quite a bit of information together from a handful of block diagrams, some build instructions and a few news articles.
Finally, we will discuss the potential weaknesses of such 'lockdown' systems which have been proposed for and are deployed in everything from theft prevention solutions and livestock management to firearms control and consumer UAVs.
https://media.ccc.de/v/36c3-10642-harry_potter_and_the_not-so-smart_proxy_war
« Last Edit: January 04, 2020, 09:13:13 PM by Link »

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« Reply #171 on: January 03, 2020, 03:19:16 PM »
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[...] Immer wieder werde ich gefragt, warum wir uns für Julian Assange einsetzen – oder auch, warum wir uns angeblich nicht genug für ihn einsetzen. Julian Assange hat durch Wikileaks in erheblichem Maße dazu beigetragen, dass geheime Papiere von großem allgemeinem Interesse an die Öffentlichkeit kamen. Damit hat er es JournalistInnen ermöglicht, große Datenmengen auszuwerten.

Auf der Basis des Geleakten haben diese weitergehende Rechercheergebnisse veröffentlichen können, etwa die tatsächliche Zahl der Todesopfer im Irakkrieg. Aufgrund Julian Assanges journalismusähnlicher Tätigkeit setzen wir uns schon seit Langem für ihn ein. Dank Wikileaks wurde zudem deutlich, welchen Wert Whistleblower für unabhängigen Journalismus haben und wie wichtig demzufolge ihr Schutz ist.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man alles gut oder richtig findet, was Assange getan beziehungsweise was Wikileaks veröffentlicht hat. Die zentrale Frage lautet: Würde seine Strafverfolgung aufgrund seiner journalismusähnlichen Aktivitäten die Ausübung des Journalismus gefährden? Die Antwort auf diese Frage lautet klar: Ja! Assange wurde von den USA wegen seines Engagements für Wikileaks ins Visier genommen.

Das stellt einen gefährlichen Präzedenzfall für die Pressefreiheit dar. Dieser Präzedenzfall könnte künftig herangezogen werden, um JournalistInnen und VerlegerInnen strafrechtlich zu verfolgen, weil sie sich an Aktivitäten beteiligt haben, die für die im öffentlichen Interesse liegende Berichterstattung notwendig sind. Deshalb steht Reporter ohne Grenzen solidarisch an der Seite von Julian Assange und Wikileaks.

Laut einem Bericht des UN-Sonderberichterstatters zu Folter, Nils Melzer, ist der Gesundheitszustand von Julian Assange höchst besorgniserregend. Auch eine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten warnte, dass er ohne schnelle medizinische Hilfe sterben könnte. Aus diesem Grund fordern wir Großbritannien dazu auf: Lassen Sie Julian Assange aus humanitären Gründen umgehend frei.


Aus: "Wikileaks und Pressefreiheit: Solidarisch mit Julian Assange" Gastkommentar von Christian Mihr (2.1.2020)
Quelle: https://taz.de/Wikileaks-und-Pressefreiheit/!5648940/

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Quote
... Am 24.12. dieses Jahrs erschien auf der Website von Reporter Ohne Grenzen eine Pressemitteilung [ https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/julian-assange-sofort-freilassen/ ] , in der die sofortige Freilassung von Julian Assange gefordert wurde. Eine Forderung, die man zunächst nur begrüßen kann. Sie wurde auch prompt in sozialen Netzwerken vielfach geteilt.
Doch liest man diese Pressemitteilung aufmerksam, kann man leicht auf den Gedanken kommen, dass ROG Julian Assange mit der Formulierung und Begründung der Forderung, einen Bärendienst erweist. Zitat: „Julian Assange soll wegen seiner Journalismus-ähnlichen Aktivitäten der Prozess gemacht werden, seine Auslieferung in die USA schüfe einen gefährlichen Präzedenzfall. ROG ruft die USA dringend dazu auf, die Spionagevorwürfe gegen den Whistleblower fallenzulassen.“
Man bezeichnet seitens ROG Julian Assange als Whistleblower und nicht als Journalist! Indirekt wird ihn dieser Status aberkannt. Er aber ist Journalist! Assange hat WikiLeaks geschaffen, um Whistleblowern eine Möglichkeit zu geben, ihre Informationen weiterzugeben. Das ist ein eklatanter Unterschied, denn er selbst ist nicht in Netzwerke eingedrungen und hat Geheimnisse ausspioniert. Er hat lediglich seine Arbeit als Journalist wahrgenommen und brachte diese Informationen an die Öffentlichkeit gebracht, weil sie von politischer Bedeutung waren und sind. Immerhin wurden von Angehörigen des US-amerikanischen Militärs Kriegsverbrechen verübt, die man versuchte zu vertuschen.

Von „Journalismus ähnlichen Aktivitäten“ in diesem Zusammenhang zu sprechen, grenzt an eine Verhöhnung des Werkes von Julian Assange. Allerdings haben sich „renommierte“ Zeitungen wie die New York Times, Der Spiegel oder Le Figaro nur zu gern dieser Information bedient. Im Nachhinein wirkt es so, als ob sie rein opportunistisch gehandelt hätten, nur um ihre Auflagezahlen nach oben zu puschen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch das allgemeine Schweigen dieser Medien zu der Behandlung, die Julian Assange seit Jahren erleiden muss.

Natürlich ist es richtig und wichtig, dass ROG fordert, dass Assange aus humanitären Gründen freizulassen ist, selbstverständlich! Aber eben nicht nur, sondern, weil er aus politischen Gründen weiterhin festgehalten wird und damit die Politik, die Pressefreiheit massiv angreift. Dies wird aber in dem Forderungsschreiben mit keinem Wort explizit erwähnt.

Ein Schurke derjenige, der auf die Idee kommt, ein solches Schreiben als „systemkonforme Solidarität“ zu bezeichnen. Lassen wir aber Milde walten und bezeichnen es eher als einen gut gemeinten Bärendienst. Manchmal allerdings ist das Gengenteil von „gut“ nicht etwa „schlecht“, sondern „gut gemeint“.

...

Aus: "Ein Bärendienst an Julian Assange" Jairo Gomez (31.12.2019)
https://www.pressenza.com/de/2019/12/ein-baerendienst-an-julian-assange/
« Last Edit: January 03, 2020, 03:26:27 PM by Link »

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Julian Assange / Wikileaks ...
« Reply #172 on: January 14, 2020, 02:08:47 PM »
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[...] Milosz Matuschek ist stellvertretender Chefredakteur des liberalen Magazins „Schweizer Monat“ und NZZ-Kolumnist. Der promovierte Jurist hat mehr als fünf Jahre unter anderem Strafrecht und Menschenrechte an der Pariser Sorbonne unterrichtet und mehrere Bücher veröffentlicht. Zuletzt veröffentlichte er „Kryptopia“ und „Generation Chillstand“.

Der Fall Assange wird immer mehr zu einer grotesken Mischung aus Justiz- und Medienversagen. Sagen wir es, wie es ist: Wäre Julian Assange in einem Keller über Monate eingesperrter, gequälter Hund – wir hätten vermutlich längst einen Prozess gegen die Tierquäler, eine Verschärfung des Tierschutzgesetzes und „Donnerstage für Doggen“-Demos gesehen. Doch Assange ist – zu seinem Pech – leider ein Mensch. Und zwar einer, der sich bei Mächtigen nicht beliebt gemacht hat.

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks wird gerade vor den Augen der Weltöffentlichkeit in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis psychologisch gefoltert – wie der UN-Folterbeauftragte Nils Melzer immer wieder betont hat.

„Psychologische“ beziehungsweise „weiße Folter“ ist die Bezeichnung für Verletzungen, die man nicht sehen soll, die aber höchst real und auch gefährlich sind. Assange schwebt in Lebensgefahr, ihm drohen durch die Isolationshaft irreparable körperliche und seelische Schäden.

Der Fall Assange ist ein Offenbarungseid des Rechtsstaats und der Medienöffentlichkeit. Auch in Großbritannien – immerhin das Mutterland der Menschenrechte – gilt die Europäische Menschenrechtskonvention, welche jede Form von Folter und erniedrigender, herabsetzender Behandlung verbietet. Die Menschenwürde ist nun wieder antastbar.

Dass es mit Assange eine Person trifft, die der Weltöffentlichkeit die Wahrheit über Verbrechen der Mächtigen präsentiert hat, macht das Ganze zu einer Tragödie; dass diese Hinrichtung auf Raten auch noch quasi öffentlich geschieht, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten. Es ist, als wolle man Assange zeigen, dass Verbrechen nicht mal im Geheimen passieren müssen, um die Weltöffentlichkeit kalt zu lassen.

Der Fall Assange ist ein Kristallisationspunkt für unsere Wertegemeinschaft und Demokratie. Assange steht für den Anspruch auf Wahrheit, den jeder Bürger hat, wenn er informierte Entscheidungen treffen muss. Julian Assange ist ein Dissident des globalen Informationszeitalters. Als Mitglied der libertären Cypherpunk-Bewegung hat Assange versucht, den Wert der Privatsphäre ins 21. Jahrhundert zu retten, während er zugleich die Überwachung durch Mächtige offenlegte.

Die menschenunwürdige Behandlung von Assange ist dabei so juristisch unzulässig wie politisch töricht: Assange wird gerade zur Freiheitsstatue des digitalen Zeitalters gemacht, zum ersten sichtbaren Märtyrer der schönen neuen Überwachungswelt. Assange deckte das Leiden anderer auf, nun reißt er den Mächtigen auch noch im Moment des eigenen Martyriums die Maske vom Gesicht.

Das Medienecho ist bisher in Anbetracht der Wichtigkeit dieses Falles höchst bescheiden geblieben. Doch das Thema Assange lässt sich medial nicht wegretuschieren. Immer mehr Medien berichten inzwischen. Selbst Sigmar Gabriel twitterte nach einem Telefonat mit dem UN-Folterbeauftragten Nils Melzer – und verurteilte Folter.

Die Bundesregierung, das Auswärtiges Amt, Kirchen, die meisten Journalisten- und Juristenverbände dagegen sind ein Totalausfall – ihr Schweigen ist nicht zu überhören und wird nachhallen. Von den Neujahrsansprachen oder Segnungen des Erdkreises durch staatliche oder kirchliche Repräsentanten ganz zu schweigen. Die Erinnerung an Assange soll jetzt schon ausgelöscht werden.

Assange gehört sofort auf freien Fuß und verdient Asyl in einem freien Land seiner Wahl. In der Schweiz gibt es diesbezüglich schon Initiativen. Assange ist jetzt schon ein Folteropfer, in den USA erwarten ihn weder ein freier Prozess noch eine faire Behandlung, das ist kein großes Geheimnis.

Die Europäische Menschenrechtskonvention verbietet jedoch die Auslieferung in ein Land, das Folter praktiziert. Dass dies im Fall der USA geschieht, weiß die Menschheit spätestens seit Guantanamó und zwar: dank Assange. Er selbst hat die besten Gründe gegen seine Auslieferung an die USA schon vor Jahren auf Wikileaks veröffentlicht. Der Rechtsstaat kann sich ohne die sofortige Freilassung von Julian Assange jetzt nur noch weiter demontieren.


Aus: "Julian Assanges Hinrichtung auf Raten" Ein Kommentar von Milosz Matuschek (13.01.2020)
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/inhaftierter-wikileaks-gruender-julian-assanges-hinrichtung.1005.de.html?dram:article_id=467578