Author Topic: Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...  (Read 2794 times)

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« on: March 11, 2009, 12:37:02 PM »
Die Clandestine Insurgent Rebel Clown Army (CIRCA; Heimliche Aufständische Rebellen-Clownarmee) ist eine politisch linke, antiautoritäre Gruppe von Aktivisten, die sich als Clown verkleiden und mit gewaltfreien Aktionen[1] zum Beispiel gegen Globalisierung, Militarismus, Castor-Transporte, Krieg und in ihren Augen nicht nachhaltige und wenig sozialverträgliche Aspekte der Wirtschaftsordnung protestieren. Die Gruppe hat ihren geographischen Ursprung in Großbritannien und ist ideologisch mit der Spaßguerilla der 1960er Jahre verwandt. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Clandestine_Insurgent_Rebel_Clown_Army

The Clandestine Insurgent Rebel Clown Army (or CIRCA) is a United Kingdom-based anti-authoritarian left-wing activist group that uses clowning and non-violent tactics to act against corporate globalisation, war, and on other issues. ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Clandestine_Insurgent_Rebel_Clown_Army

Clandestine Insurgent Rebel Clown Army (CIRCA).
... "We are clandestine because we refuse the spectacle of celebrity and we are everyone. Because without real names, faces or noses, we show that our words, dreams, and desires are more important than our biographies. Because we reject the society of surveillance that watches, controls, spies upon, records and checks our every move. Because by hiding our identity we recover the power of our acts. Because with greasepaint we give resistance a funny face and become visible once again. We are insurgent because we have risen up from nowhere and are everywhere. ..."
http://www.clownarmy.org/

-.-

Gericht weist Auflagen für Rebel Clowns Army zurück
Benjamin Laufer 10.03.2009 (TP)
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29885/1.html


"Case Study: Clandestine Insurgent Rebel Clown Army"
http://beautifultrouble.org/case/clandestine-insurgent-rebel-clown-army/

« Last Edit: November 27, 2015, 08:49:25 AM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts...
« Reply #1 on: February 17, 2015, 03:08:15 PM »
Peng! ... Shaping the political landscape since 2015 ... Umm... a mission? ... Most of the time Peng! is a collective of smart and silly people producing creative political stunts and enriching campaigns with subversion, humour and civil disobedience. We specialise in subversive direct action, culture jamming, civil disobedience and guerilla communications. We use these tactics to create difficult moments for politics and business and make media stories about social justice. We also use these tactics to help others of course! Through workshops and collaborations, we work with traditional campaigners and NGOs to capitalise on moments of press attention to launch and extend their campaigns. ...
http://www.pen.gg/

"Peng! Collective: im Namen von Angela Merkel Aktivisten verschicken gefälschte Weihnachtskarten der CDU" Melanie Reinsch (15.12.2014)
http://www.berliner-zeitung.de/politik/-peng--collective--im-namen-von-angela-merkel-aktivisten-verschicken-gefaelschte-weihnachtskarten-der-cdu,10808018,29328822.html

"Aktivisten nerven Astro TV jetzt auch am Telefon" (16. Februar 2015)
http://www.stern.de/panorama/astro-tv-protestgruppe-peng-collective-verweigert-loeschung-von-abgemahntem-clip-2173910.html

---

DIE POPULIST*INNEN sind die PR-Agentur für die Zivilgesellschaft.
Aufgrund der Verschärfung der sozialen, ökonomischen, ökologischen und philosophischen Krisen einerseits und des einschläfernden Zustands der Zivilgesellschaft andererseits setzen wir uns mit allen Mitteln gegen Unrecht jeder Art ein. Spektakel, Unterhaltung und effiziente Problembehebung stehen dabei für uns an erster Stelle.
DIE POPULIST*INNEN sind eine Kooperation des Peng! Collective und Schauspiel Dortmund.  ...

https://www.populisten.com/

Der Auslandseinsatz ist kein großes Abenteuer mit Kamerad/innen. Die Realität von Krieg und Tod ist für viele der reinste Horror. Du wirst Dinge sehen und erleben, die dich für immer verändern werden. Du bist vielleicht hart im Nehmen, aber das Töten von Menschen und der Tod von Kamerad/innen sind Erfahrungen, die den stärksten Charakter brechen können. Viele kehren aus Einsätzen traumatisiert, depressiv und psychisch labil zurück und haben ihr Leben lang mit den Spätfolgen zu kämpfen. Die Bundeswehr ist keine normale Arbeitgeberin. Der Preis, den du zahlst, wenn du dich auf diesen Job einlässt, ist verdammt hoch. ...
http://www.machwaszaehlt.de/
« Last Edit: November 27, 2015, 07:54:32 AM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts...
« Reply #2 on: February 17, 2015, 03:46:18 PM »
Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist ein Zusammenschluss von Aktionskünstlern und Kreativen unter der Leitung des Philosophen und Theatermachers Philipp Ruch. ... Die Mitglieder definieren ihre Verbindung als eine Denkfabrik, die Menschenrechte mit Aktionskunst verbindet. Ziel sei es, durch sogenannte künstlerische Interventionen („Bewusstmachung“) auf humanitäre Themen und den Schutz von Menschenleben aufmerksam zu machen. Genozide, Flüchtlingsbewegungen und politische Untätigkeit sind die Schlüsselthemen des ZPS. Wiedererkennungsmerkmal der Künstler sind mit Kohle geschwärzte Gesichter; die Asche soll als mahnendes Symbol an untergegangene Hochkulturen erinnern. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Zentrum_f%C3%BCr_politische_Sch%C3%B6nheit


Zentrum für Politische Schönheit
Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit. Grundüberzeugung ist, dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung von politischer Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln sollte. Das ZPS betreibt seit Jahren eine parallele, schönere deutsche Außenpolitik, die auf Menschlichkeit als Waffe setzt. Von Bosnien-Herzegowina über Aleppo bis in die Waldberge vor Melilla künden die Aktionen von der Kunst als fünfter Gewalt im Staate. ...
http://www.politicalbeauty.de/


political beauty = moral beauty | Der Kampf um Menschenrechte – neu gedacht! Eine Auswahl an Texten des Zentrums für Politische Schönheit
http://moral-beauty.tumblr.com/

---

Zentrum für Politische Schönheit | Cesy Leonard INTERVIEW
Published on Jan 23, 2015
Raum für Notizen - Cesy Leonard
Cesy Leonard ist Filmemacherin, Künstlerin und Chefin des Planungsstabs des Zentrums für Politische Schönheit.
Moderation: Patrick Liebl
https://www.youtube.com/watch?v=CwYPRVlWlGg

"Stefan Pelzer, Philipp Ruch: Mit Kunst die Gesellschaft hacken"
Mit Kunst die Gesellschaft hacken - Das Zentrum für politische Schönheit Stefan Pelzer and Philipp Ruch
Ein Mahnmal gegen die Vereinten Nationen, 25.000 Euro Kopfgeld auf eine...
https://www.youtube.com/watch?v=TS3Ih55upcU

politicalbeauty
https://www.youtube.com/user/beautypolitics/videos

"Was tun gegen das Sterben im Mittelmeer?"
Podiumsdiskussion über Zivilgesellschaftliche Kämpfe gegen die todbringende EU-Flüchtlingspolitik
Mit den Aktivist_innen Laura Maikowski (Watch The Med Alarm Phone), Philipp Ruch (Gründer des Zentrums für politische Schönheit) und Trésor
https://www.youtube.com/watch?v=LY7L95Wregw

---

Aus: "Geheimdienst: Aussteigerprogramm für Spione" Patrick Beuth (28. September 2015)
Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2015-09/intelexit-aussteigerprogramm-geheimdienst

---

"Deutscher Künstler mit Mord-Aufruf«Tötet Roger Köppel!»"
ZÜRICH/DORTMUND - «Er muss sterben», sagt der deutsch-schweizerische Philosoph Philipp Ruch (34) über Roger Köppel (50). Als Kopf der radikalen Aktionskünstler «Zentrum für Politische Schönheit» ruft er im Strassenmagazin «Surprise» dazu auf, den SVP-Mann umzubringen. ...
http://www.blick.ch/news/schweiz/deutscher-kuenstler-mit-mord-aufruf-toetet-roger-koeppel-id4158180.html

---

"Fluchthilfe-Kampagne des Peng Collective: Grenzen überschreiten"
Max Thalbach (Name geändert), Peng Collective (2015)
Die Künstler und Aktivisten des Peng Collective aus Berlin rufen mit ihrer neuen Kampagne zur Fluchthilfe auf. Am Freitag soll Fluchthelfern das "Europäische Verdienstkreuz" verliehen werden. Außerdem werden Spenden für einen Rechtshilfefonds für Fluchthelfer gesammelt. ...
http://dradiowissen.de/beitrag/fluchthilfe-kampagne-des-peng-collective-grenzen-%C3%BCberschreiten

---

"Zentrum für Politische Schönheit"-Gründer "Unseren Politikern mangelt es an Visionen" Philipp Ruch (23.11.2015)
Stacheldraht statt mutiger Politik für Verfolgte, Flüchtlinge und Entrechtete – Europa baut eine Schallmauer. Warum wir eine weniger ratlose Politik brauchen, beschreibt Philipp Ruch in seinem neuen Buch.
Was wird den Historikern am Ende des 21. Jahrhunderts an uns auffallen? Was werden sie in uns sehen? Sie werden eine Selbstbezogenheit in den reichen Nationen dieser Erde feststellen, die ihnen steinzeitlich vorkommen wird, eine Selbstbezogenheit, die so gar nicht zum kosmopolitischen Geist und den humanistischen Idealen passt, mit denen wir uns brüsten. Vermutlich werden uns die Historiker am Ende des 21. Jahrhunderts als „die Primitiven“ titulieren: „Sie hörten die Hilfeschreie nicht, trotz weltumspannender Kommunikationskanäle. Sie fanden, dass sie das alles nichts anginge.“...  Es gibt Dinge, die dürfen nichts mit Märkten, Umsätzen und Gewinnen zu tun haben. Warum sollte eines der reichsten Länder der Welt Geld mit der Vernichtung von Menschenleben verdienen? Wir sind maßgeblich an der Weiterentwicklung, der Herstellung und dem Export von Tötungstechnologie beteiligt. Wer weiß, was all die Rüstungsingenieure in der Energiewende erreicht hätten? Ahnen wir, was uns in den kommenden Jahrzehnten bevorsteht? Was wissen wir von den großen Völkermorden, die uns in Asien und Afrika erwarten? Wir leben womöglich im Anbruch des genozidalsten Jahrhunderts der Weltgeschichte.
Welche Regierungsstelle im Land der Holocausttäter befasst sich mit der Verhinderung der neuen Völkermorde? Wurden angesichts der Massentötungen in Syrien Sonderstäbe im Kanzleramt eingerichtet? Die Frage der Menschenrechte ist eine Frage des Einsatzes der eigenen Rechte zum Schutz der Entrechteten. Sonst haben wir diese Rechte nicht verdient. ...

http://www.tagesspiegel.de/kultur/zentrum-fuer-politische-schoenheit-gruender-unseren-politikern-mangelt-es-an-visionen/12624898.html

Philipp Ruch "Wenn nicht wir, wer dann?: Ein politisches Manifest"
Deutsch, 208 Seiten, Erscheinungsjahr: 2015, Verlag: Ludwig Buchverlag, ISBN: 3453280717
http://www.buchpreisvergleich.ch/Wenn-nicht-wir-wer-dann%3F-Ein-politisches-Manifest_Philipp-Ruch/?searchword=9783453280717&buch=buecher&online-kaufen=1

« Last Edit: November 27, 2015, 08:53:41 AM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #3 on: November 27, 2015, 08:40:28 AM »

"Zentrum für politische Schönheit : Das Erdbeben der Schönheit" Wolfgang Ullrich (26. November 2015)
Mit radikalen Aktionen ist Philipp Ruch zum bekanntesten deutschen Politikkünstler aufgestiegen. Jetzt legt er ein Manifest vor, das mit seinem Antimodernismus viele Sympathisanten verstören wird. ...  Wenn Ruch schreibt, es gelte, die gegenwärtige "Trockenphase der Weltgeschichte [...] mit Schönheit zu tränken", wird aber auch klar, dass seine Gedanken mehr um seinen Nachruhm als um das Schicksal von Flüchtlingen kreisen. Die "wirklich wichtigen Fragen" lauten für ihn, so ehrlich ist er immerhin: "Wofür will ich einmal stehen? Welches ist die größte Tat, mit der mein Name einst verbunden werden soll?" Dieses Verlangen nach eigener historischer Bedeutung ist aber nur die Kehrseite der Kränkung, die Ruch allseits empfindet. In seinem Antimodernismus kommt jene "Größensucht", ja ein unersättlicher Geltungsdrang zum Ausdruck.
Das wird noch deutlicher, wenn man sein Manifest mit anderen modernekritischen Texten vergleicht. Günther Anders etwa beklagt zwar ganz ähnlich die "Antiquiertheit des Menschen", reagiert darauf aber nicht als Gekränkter, sondern mit der genauen Beschreibung dessen, was er "prometheische Scham" nennt: Da die Menschen von immer leistungsfähigerer Technik umgeben seien und sich im Vergleich dazu minderwertig vorkämen, fühlten sie sich beschämt. Und so entwickelt Anders, statt sich Selbstmitleid und Dünkel hinzugeben, aus dem Schambegriff heraus eine Deutung verschiedener Phänomene des menschlichen Umgangs mit Maschinen, Medien und Massenprodukten. Das mag kontrovers sein, wirkt aber auch nach 60 Jahren ungleich lebendiger und aktueller als Ruchs Manifest.
An ihm verwundert nicht nur, dass er – der Ideenhistoriker! – die Vorgeschichte seines Antimodernismus unerwähnt lässt, um sich als solitären Denker darzustellen, sondern dass er sich nicht einmal Mühe gibt, alte Gedanken zeitgenössisch aufzubereiten. Wie dieser Text von einem 34-Jährigen stammen kann, ist erstaunlich, da nichts darin von jüngsten Themen und Diskursen geprägt ist: dass politisches Handeln sich durch Internet und Social Media verändert? Dass der Mensch auch von Klimakatastrophen bedroht sein könnte? Dass die Gleichberechtigung der Geschlechter keineswegs erreicht ist? Kein Wort davon. Wenn Ruch von Medien spricht, dann von den "Hauptnachrichten" im Fernsehen (in denen mehr Opfer gezeigt werden sollen), und sein Beispiel für etwas, das uns "täglich begegnet", aber doch nicht recht verstanden wird, ist allen Ernstes, "wie Gas eine Laterne zum Leuchten bringt".
Genauso altmodisch ist Ruchs Vokabular. Mag man es noch für ein reizvolles Experiment halten, Begriffe wie Stolz und Ehre neu auf ihre Verwendbarkeit zu prüfen, so wundert man sich doch über Wörter wie Völker oder Abendland, zumal Letzteres offenbar nicht in Abgrenzung zu Pegida reklamiert wird. Eine Vorliebe hat Ruch ferner für martialische Metaphern. Immerzu detonieren Bomben, wird ausradiert und zum Einsturz gebracht. Das ist ermüdend und erschreckend zugleich, und mochte man die schneidige Sprache, die auch die Aktionen des ZPS dominiert, bisher für künstlerische Übertreibung halten, so ist spätestens jetzt klar, wie wörtlich alles gemeint ist. Philipp Ruchs Text ist kein dadaistisches Pamphlet und keine literarische Fantasie. Er ist das Manifest von einem, der mit aller Gewalt in die Geschichte eingehen will.

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus/komplettansicht

Quote
KontextistAlles
#2  —  vor 6 Stunden
2
Redaktionsempfehlung

Ich habe den Artikel aufmerksam gelesen, aber konnte schlecht folgen.
Die Probleme die von Phillip Ruch beschrieben werden sind zum großen Teil nicht von der Hand zu weisen. Seinen Aktivismus als antiquiert oder fortschrittsfeindlich zu beschreiben finde ich zu einfach.

Das ist das billige konservative Argument was immer gerne Linken gegenüber gebracht wird die nicht unter der Brücke schlafen oder 30% ihres Einkommens spenden.

Letztendlich ist es doch so, dass viele Interessen der Gesellschaft nicht mehr von der Politik vertreten oder umgesetzt werden.

Auch die Kritik an dem Einsatz von Statistiken ist grundsätzlich nicht falsch.

Das Rogoff Reinhardt Papier war nachweislich wissenschaftlich falsch, wurde politisch instrumentalsiert und hat die Euro Krise für viele Bürger in den südlichen Euro Ländern zur Existenz, ja sogar zur Todesfalle werden lassen.

Die Wissenschaft wird immer häufiger von der Wirtschaftslobby als Werkzeug eingesetzt um kranke Verhaltensweisen und mangelnde Nachhaltigkeit zu rechtfertigen.

Der Autor macht es sich einfach mit seiner Kritik. Die Welt ist nicht schwarz weiß und die Besinnung auf frühere Zeiten, vor Reagan und Thatcher, ist nicht verkehrt.

Jeder junge Mensche der durch die Arbeit von Ruch versucht sich politisch oder gesellsschaftlich mehr einzubringen ist ein riesiger Gewinn für diese Gesellschaft.

Exzentrik wird bei Künstler immer gerne gesehen und von den Medien gefeiert. Warum nicht bei Aktivisten außerhalb des Mainstream

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5624814#cid-5624814

Quote
BillWilcox
#3  —  vor 6 Stunden
10

Von der Oragnsisation "Zentrum für poitische Schönheit" und einigen Aktionen hatte ich schon am Rande etwas mitbekommen. Mir war allerdings nicht bekannt, dass es sich um eine Gruppe von fortschrittsfeindlichen Irren handelt. Sollte der Inhalt des erwähnten Buches/Manifestes wirklich in die genannte Richtung gehen, wäre das eigentlich schon fast ein Fall für den Verfassungsschutz...

Traurig, dass so eine verquere Ideologie heute noch Zuspruch findet.

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5624858#cid-5624858

Quote
Torben-H-Temes
#3.1  —  vor 6 Stunden
5

"Mir war allerdings nicht bekannt, dass es sich um eine Gruppe von fortschrittsfeindlichen Irren handelt." --- Da sehen Sie mal, wie effizient dieser Artikel nun war. Ohne dass Sie Näheres wissen, ist diese Gruppe nun für Sie abgestempelt. Das ist journalistischen Aufklärung im Turbomodus. Und kommen Sie bloß nicht auf die Idee, jemals wieder über diesen Ruch nachzudenken oder das was er anspricht.

Für den Fall, dass jemand Sie fragt, wieso Sie ihn für einen Irren halten, empfehle ich ihnen, dass Sie sich den Artikel bookmarken, denn vermutlich werden sie sich das nicht mal zur Hälfte länger als 5 Minuten merken können. Ruchs Aktionen sind mir nun schon über Monate im Gedächtnis. ...

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5624932#cid-5624932

Quote
Kapaster
#9  —  vor 17 Stunden
4

Selbststilisierung, Größenwahn und Antimodernismus passen gut zueinander.
Ein Dandy mehr. Was solls.

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5625101#cid-5625101

Quote
MarcW
#16  —  vor 16 Stunden
1

pffft... Künstler.

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5625468#cid-5625468

Quote
Topfla
#19  —  vor 16 Stunden
1

Für mich klingen seine Kommentare wie Aussagen eines an Schizophrenie erkrankten,garniert mit Versatzstücken aus der europäischen Geistesgesichte,die zu einer Unheilserwartung zusammen verdichtet werden. Das hat kein Hand und Fuß,sondern ist bloß extremisierte Sozialromantik.

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5625496#cid-5625496

Quote
Mierscheid
#21  —  vor 15 Stunden
1

Es ist eine ähnliche Gekränktheit die auch viele Vertreter des Sturm und Drang von knapp 200 Jahren fühlten. Diese Menschen konnten und können einfach nicht verstehen, dass der Mensch nur ein einfacher Teil der Natur ist und eben nicht die herausragende Rolle spielt, wie es zur Zeiten des Absolutismus der Fall war. Die Menschheit ist zudem mit den Erfolgen aus den Erkenntnissen der Aufklärung sehr gut gefahren. Und das beschränkte sich nicht nur auf die westliche Welt.

Man sollte sich über solche Naivlinge nicht besonders aufregen, denn sie kommen und gehen auch wieder. Genauso wie das marxistisch-kommunistische Gedankenkonstrukt alle paar Jahre wieder von irgendwem aus dem Keller der Geschichte hervorgekramt wird. Man kann einfach nicht gegen das Wesen der Natur anarbeiten, der Mensch ist letztendlich nur dazu da, sich selbst zu reproduzieren. Deshalb verschwinden solche wirren, antiwissenschaftlichen Ideen schnell wieder.

Übrigens könnte man das Aufmerksamkeitsstreben des Herrn Ruch sehr wohl mit dem Versuch beschreiben, sich bei der sexuellen Auslese einen Vorteil zu verschaffen. Denn er wird mit seiner nicht ganz selbstlosen Selbstdarstellung sicherlich (und vermutlich nicht ganz unfreiwillig) reichlich Erfolg bei einigen Frauen haben. Typisches männliches Gockelverhalten. So dreht sich halt alles im Kreis.

Quote
Olchi
#21.1  —  vor 15 Stunden

Super Kommentar! Ruch's persönliche Motivation ist sie Suche nach einer Bühne, und es sind wohl auch zu einem großen Teil Frauen, die sich von seiner Sozialromantik verzaubern lassen. Viele Grüße!
http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5625624#cid-5625624

Quote
keats
#21.2  —  vor 13 Stunden

"Man sollte sich über solche Naivlinge nicht besonders aufregen, denn sie kommen und gehen auch wieder."

Die Zeit des Sturm und Drang Zeit war kurz vor der Periode der englischen Romantik, von der deren Dichter beeinflusst waren. Byron, Shelley und Keats gehören zu den grössten Dichtern der englischen Literatur und Weltliteratur. Das, was sie hervorgebracht haben, wird heute noch gelesen. Die "Naivlinge" Byron, Shelley und Keats haben Werke von grosser Schönheit produziert. John Keats schrieb "A think of beauty is a joy forever."

"Typisches männliches Gockelverhalten."

Mag sein. Und wenn man es kann (Shelley, Keats, Byron - Letzterer war ein grosser Frauenheld), bleibt am Ende noch der Neid der anderen.
http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5626399#cid-5626399

Quote
Mierscheid
#21.3  —  vor 12 Stunden

Es ist alles relativ. Ich denke, dass etwa der Wissenschaftler Alexander Fleming, Bakteriologe und Entdecker der Penicilline, wesentlich mehr für die Menschheit geleistet hat als all diese Autoren zusammen. Am Ende sind diese Worte nichts mehr als heiße Luft, oder in diesem Fall nur Papier mit ein bisschen Druckerschwärze.

Während sich die Geisteswissenschaften regelmäßig für ihre angeblich so klugen Worte selbst feiern, schaffen Naturwissenschaftler tagtäglich und nahezu unbemerkt kleine Wunder, die die Menschheit wirklich weiter voranbringen. Die einen, zu denen scheinbar auch Sie gehören, legen Wert auf das romantische Blabla, ich bevorzuge da eher die naturwissenschaftliche Weltsicht.
http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5626624#cid-5626624

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5625577#cid-5625577

Quote
keats
#23  —  vor 15 Stunden
2

"Unersaettlicher Geltungsdrang" wird Herrn Ruch vom Autor unterstellt. Das ist interessant und markiert schlechte Literatur. Die Schlussfolgerungen ueber Herrn Ruchs Tun sollte der Leser selbst gewinnen durch den Artikel. Wenn der Autor gut schreibt, wird der Leser die Schlussfolgerung selbst ziehen. Dadurch aber, dass der Autor eine Wertung vornimmt, kreiert er einen bias, unter dessen Prisma der Leser den Artikel liest / lesen soll. Die Kritik wird nicht mehr entwickelt, sondern behauptet.
http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5625611#cid-5625611

Quote
Zzeuge
#24  —  vor 15 Stunden
1

Herr Ulrich,
wenn ihnen die Thesen und Aktionen von Herrn Ruch nicht gefallen, dann besprechen Sie doch bitte einen Künstler, mit dem Sie mehr anfangen können. Mediale Rufmordkampagnen wie diese, nach selbsterklärten Maßstäben der political correctness, das genau braucht eine plurale tolerante Gesellschaft gar nicht. Etwas blöd finden kann ich selber, da brauch ich niemanden, der mir auf die Sprünge hilft. Im übrigen ist es immer einfach, einen Kritiker für seine Überspitzungen anzufeinden; Übertreibung ist nun mal ein kaum verzichtbares Mittel, um angesichts sich ausbreitender Brutalität, Gleichgültigkeit und Zynismus überhaupt noch Gehör zu finden.
http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5625764#cid-5625764

Quote
Olchi
#25.4  —  vor 13 Stunden

...Die Kasperl-Figuren von diesem "Zentrum" sind oberflächlich betrachtet vielleicht genau was sie darstellen (ein paar geltungssüchtige "Punks" im ursprünglichen Sinne des Wortes), aber ihre schiere Existenz wirft eben auch ein düsteres Licht auf unsere Zivilisation. Diese Leute können sich keinesfalls vorstellen, wie viel Mühe und wie viel Leiden der Aufbau unser westlichen Zivilisation gekostet hat, und machen sich daran sie zu zerstören, nur um eine Bühne für sich selbst zu haben, und um einigen Frauen zu imponieren.

Der innerliche, seelische Verfall dieser Truppe spiegelt wahrscheinlich einen breiteren seelischen Verfall unser Zivilisation wieder.
http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5626257#cid-5626257

Quote
WZNKM
#25.5  —  vor 26 Minuten

"Diese Leute können sich keinesfalls vorstellen, wie viel Mühe und wie viel Leiden der Aufbau unser westlichen Zivilisation gekostet hat, und machen sich daran sie zu zerstören, nur um eine Bühne für sich selbst zu haben, und um einigen Frauen zu imponieren."
--

Große Worte. Das mit den Frauen ist sicher ein erwünschter Nebeneffekt. Man macht sich so attraktiv, wie man kann. Sie nicht?

Wieso bloß habe ich den Eindruck, Sie übersehen, wieviel Leid unsere westliche Zivilisation jeden Tag in Natur und Menschen immer noch anrichtet?

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5628441#cid-5628441

Quote
Unwichtiges
#28  —  vor 15 Stunden

.... Der Unfriede über den Zustand des modernen Menschen, gesellschaftlich und politisch betrachtet, teilt Herr Ruch mit vielen Menschen und offenbar veranlasst ihn dieser Groll mit aufsehenerregenden Aktionen einen "agrressiven Humanismus" durchzusetzen." Es gibt Schlimmeres, denke ich.

Mir missfällt allerdings die Eitelkeit, die der Autor dem Künstler nachsagt.
http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5625873#cid-5625873

Quote
weitergehen
#29  —  vor 14 Stunden
3

Die aufmerksamkeitserregenden Aktionen, mit der die Gruppe in letzter Zeit
von sich reden machte, finde ich nicht "schön"...

" Schöne Taten " lassen sich nicht erzwingen, sie kommen von Herzen, und dann
machen sie denjenigen, von dem sie ausgehen und den, der sie annimmt, leuchtend schön.
Menschen, die mich in schöner Weise berühren, sind ( für mich ) diejenigen,
die wirklich für andere da sind : Die Freunde, die Mütter und Väter,
diejenigen, die aus Überzeugung in sozialen Berufen oder freiwillig sozial engagiert sind.

Ein Beispiel mit ganz aktuellem Bezug ist mein Nachbar, der Flüchtlinge in sein Haus
aufgenommen hat, denn " in der Türkei würde es ja schliesslich auch kalt, da sollen sie
doch lieber herkommen und schliesslich habe er ja noch Platz gehabt " in seinem Haus.

Seitdem läuft er gerade und strahlend durch die Gegend.
Als "seine" Flüchtlinge vor einigen Tagen die ersten Schneeflocken sahen, fingen
sie an zu jubeln und spontan zu singen ... das war berührend.

Durch seine menschliche Tat erleuchtet er hier die Umgebung.
Durch solche "kleinen" Taten ist der Mensch wieder Mensch in all seiner Grösse und Würde.

http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5626120#cid-5626120

Quote
fragfix
#37  —  vor 8 Stunden

Wenn Kunst Politik werden soll, wird es gefährlich. Hatten wir, wie der Autor richtig schreibt, schon mal, in der Romantik und da hat der Faschismus dann angeknüpft. Ich lese gerade das Buch "Hitler - Der Künstler als Politiker und Feldherr". Der romantische Geniegedanke hat Hitler den Weg zu Macht (und das Bleiben an der Macht) zweifelsohne erleichtert. Mit gutem Recht hat man die beiden Sphären in der Nachkriegszeit getrennt und ihnen jeweils ihre eigene Sphäre mit eigenen Regeln zugewiesen. Diese Grenzen wieder einreißen zu wollen, ist brandgefährlich. Ich war ja schon skeptisch, bei dem, was Volker Lösch gemacht hat, aber das war ja noch vergleichsweise harmlos.

Zwei Bemerkungen noch. Erstens: Die Klage über "die Formel der Gleichheit aller Menschen" widerspricht eigentlich den Forderungen der Aktionen. Oder verwechselt Rauch Gleichmacherei und Gleichwertigkeit? Zweitens: Die Entzauberung des Menschen wird hoffentlich weitergehen. Erst wenn der Mensch sieht, wie unbedeutet und abhängig er eigentlich ist, wird er wohl ernsthafte Schritte zu Selbst-Rettung unternehmen. Ich lebe dann auch lieber in einer etwas unperfekten Welt als dass ich in Schönheit sterbe (ist in der Kunst o.k., aber nicht in der Politik, also im realen Leben - siehe oben).
http://www.zeit.de/2015/48/philipp-ruch-kunst-politik-manifest-antimodernismus?cid=5627926#cid-5627926

---

"Politischer Aktivismus: Die Diktatur der Schönheit" Eva Thöne  (30.11.2015)
Natürlich kann man Ruch inhaltlich recht geben: Man kann blinde Wissenschaftsgläubigkeit kritisieren, objektive Ansprüche etwa als ideologiegetrieben entlarven. Oder sich fragen, ob und warum Psychoanalyse als Nabelschau stehen bleibt, statt in Handeln zu münden. Dazu braucht aber jeder halbwegs kritisch denkende Mensch keinen solchen Weckruf.
Kompromisslos ist das Buch auch, weil in Ruchs Menschenbild stets eine Idee von Selbstverantwortung mitschwingt, die eine schwierige Trennung zwischen Gutem und Schlechtem nahelegt: Größe entsteht bei Ruch eben nicht im Stillen - etwa daraus, innere Widersprüche auszuhalten, oder aus der Anstrengung, im Konflikt immer wieder abzuwägen, ob man sich gegenüber einem anderen für eine Schuldzuweisung oder für Verständnis entscheidet. Ruch schreibt vielmehr: "Macher schieben diese Welt an, während Opfer sich anschieben lassen." Bei der Zweiteilung der Menschheit, die hier anklingt, wird einem unheimlich. ...

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/philipp-ruch-wer-wenn-nicht-wir-propagiert-eine-diktatur-der-schoenheit-a-1062092.html

« Last Edit: November 30, 2015, 09:09:43 PM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #4 on: March 17, 2016, 12:17:28 PM »
"Tortenwurf auf AfD Aber bitte mit Sahne!" Maike Schultz (01.03.2016)
"Die AfD läuft Gefahr, einen tortalen Krieg auszulösen", heißt es im Bekennerschreiben von Peng Collective. Die Aktionskünstler überraschten deren Berliner Landesvorsitzende Beatrix von Storch am Sonntag mit einem Tortenwurf ins Gesicht: Irgendwie hatten sie es geschafft, einen falschen Clown in eine Kasseler AfD­Sitzung zu schmuggeln. Und einen zweiten Mann, der das Ganze filmte. Das Beweisvideo für ihre Tat machte schnell im Netz die Runde. "Sogenannte besorgte Bürger sind die steinerne Grabplatte, unter der Demokratie und Menschenrechte begraben liegen", schreiben die Peng­Macher auf einer eigens für die Guerilla­Aktion eingerichteten Webseite. "Die Torte ist das Stemm­Eisen, mit dem man diese Grabplatte lüften kann."...
http://www.berliner-zeitung.de/politik/tortenwurf-auf-afd-aber-bitte-mit-sahne--23644314

Quote
Jens Grosser:

Würdet Ihr Euch auch so humorvoll äußern wenn es eine Frau Roth von den Grünen oder Frau Kipping von den Linken so treffen würde?


Quote
EvaK Antwort auf Jens Grosser

Ja, mit Wonne. Es gilt gerade hier besonders: „Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.“


...

---

""Deutschland sagt Sorry": Fake-Ministerium entschuldigt sich für Agenda 2010" (27.04.2016)
Eine Fake-Seite im Internet entschuldigt sich im Namen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bei den "Leidtragenden der Agenda 2010" für das Reformpaket. "Ihre Opfer und ihre Entbehrungen sollen nicht vergessen sein", heißt es in einem eingebetteten YouTube-Video, das den Kern der Seite bildet.
Ein Mann in einem schwarzen Anzug mit adrett zum Seitenscheitel gekämmten Haaren bedankt sich bei den "Verliererinnen und Verlierern der Reform" - und bietet ihnen ein handsigniertes Entschuldigungsschreiben von Bundespräsident Joachim Gauck an.
Das Video zeigt außerdem Einzelschicksale: eine alleinerziehende Mutter, die arbeitet und trotzdem beim Jobcenter aufstocken muss. Ein Fremdsprachenkorrespondent, den das Jobcenter zu einer Reinigungsfirma in eine andere Stadt schickt. Dazwischen werden Statistiken eingeblendet: 2,6 Millionen Kinder lebten in Armut, 24 Prozent arbeiteten im Niedriglohnsektor.
Laut Internetregistrierung steckt hinter der Seite das Künstlerkollektiv "Peng!". Nach eigenen Angaben der Künstler entstand das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Theater Dortmund. Die Kooperation nennt sich "Die Populistinnen".
Es ist nicht der erste Streich der Berliner Aktionskünstler. Im April 2015 kaperten sie das Foyer des Energiekonzern Vattenfall in Berlin und verkündeten in dessen Namen bei einer inszenierten Pressekonferenz, dass der Konzern Verantwortung für die Lausitz übernehmen würde. Sie versprachen einen Ausstieg aus der Kohleenergie und hundertprozentigen Umstieg auf erneuerbare Energien. ...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/agenda-2010-fake-ministerium-entschuldigt-sich-bei-hartz-iv-empfaengern-a-1089560.html

Die Agenda 2010 ist eine in den Jahren 2003 bis 2005 umgesetzte Reform des Arbeitsmarktes und Sozialsystems, die eine Kürzung der staatlichen Leistungen für Erwerbslose, eine Verschärfung der Zumutbarkeitskriterien und die Einführung von Sanktionen beinhaltet. Die Reformen haben Deutschlands Wirtschaft zu neuer Kraft verholfen, sozialpolitisch sind sie allerdings umstritten. ...
http://www.deutschland-sagt-sorry.de/
« Last Edit: November 27, 2017, 02:20:20 PM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #5 on: June 18, 2016, 02:33:23 PM »
"Flüchtlinge sollen sich den Tigern zum Fraß vorwerfen" Peter Nowak (18.06.2016)
Angewandter Humanismus oder Ausdruck eines regressiven Politikverständnisses? Die aktuelle Kunstaktion des Zentrums für Politische Schönheit hinterlässt viele Fragen ...
http://www.heise.de/tp/news/Fluechtlinge-sollen-sich-den-Tigern-zum-Frass-vorwerfen-3241117.html

Flugbereitschaft der deutschen Zivilgesellschaft (06/2016)
Die Joachim 1, die erste Maschine der Flugbereitschaft der deutschen Zivilgesellschaft, bringt Flüchtlinge per Direktflug nach Deutschland – und legt Schleppern das Handwerk. Spenden Sie jetzt und entscheiden Sie, welche Kandidaten mitfliegen dürfen. ...
http://www.flugbereitschaft.de/

Flüchtlinge Fressen (2016)
https://www.youtube.com/watch?v=vFzDH8OvDqE


"Zentrum für Politische Schönheit: Menschenopfer mit Tiger, vorne rechts!" Christiane Kühl (22. Juni 2016)
... Konkret geht es dem ZPS um die Abschaffung von Paragraf 63, Absatz 3 des Aufenthaltsgesetzes. Der Paragraf besagt, dass Transportunternehmen, die Reisende ohne gültigen Aufenthaltstitel an Bord nehmen, hohe Strafen zahlen und die Personen auf eigene Kosten rückführen müssen. Entsprechend können Flüchtlinge nicht einfach eine Fähre oder ein Flugzeug nach Europa nehmen, sondern müssen ihr Leben auf Schlauchboten im Mittelmeer riskieren. Selbst dann, wenn sie wie etwa syrische Bürgerkriegsflüchtlinge mit hoher Wahrscheinlichkeit Anrecht auf Asyl in Deutschland haben und ein Visum im Heimatland gar nicht mehr beantragen können, da die deutsche Botschaft in Damaskus längst geschlossen ist. Statt 300 Euro für ein Flugticket, zahlen sie so 3.000 Euro an Schlepper und verhundertfachen die Wahrscheinlichkeit, unterwegs zu ertrinken. Yasser Allmamoun, Architekt und "Außenminister" des ZPS, sagt, er habe bereits 2015 den Vorschlag gemacht, dass migrationswillige Syrer 10.000 Euro auf ein Konto der Deutschen Bank zahlen könnten, um nach einer ordentlichen Überfahrt mit diesem Geld das erste Jahr in der Fremde zu finanzieren. Dieselbe Summe musste der Syrer einst für sein Studentenvisum vorstrecken. Er bekam keine Antwort. ... Deshalb nimmt das ZPS nun gewissermaßen die Alternative selbst in die Hand. Über Crowdfunding wollen sie eine Boeing chartern, getauft auf den schönen Namen Joachim 1. Mehr als die Hälfte der erforderlichen Summe wurde bereits gespendet. Am 28. Juni soll die Joachim 1 als "Flugbereitschaft der deutschen Zivilgesellschaft" von Izmir nach Berlin fliegen – mit 100 Syrern an Board. 100 Syrer, die kein Visum, aber Familie in Deutschland haben. Gnade vor Recht ist die Losung, aber das Ziel ein anderes: Gnade in Recht zu verwandeln, indem auf der Bundestagssitzung am 24. Juni Bundespräsident Joachim Gauck als "letzte und schönste Amtshandlung" den Paragrafen kippt und die Menschen legal abheben dürfen. Das Bundesinnenministerium (BMI) twitterte umgehend "Die Aktion ist zynisch & wird auf dem Rücken der Schutzbedürftigen ausgetragen." Der Zynismus ist nicht von der Hand zu weisen. Allein, wie so ziemlich alle auf der Homepage des BMI nachzulesenden Reaktionen auf den Tweet belegen: Die EU-Politik wird als zynischer wahrgenommen. Und da man in letzter Zeit das Gefühl hat, Regierungen, auch der deutschen, etwas Nachhilfe in puncto Kunstpraxis geben zu müssen, sei auch hier betont: Kunst ist ein Referenzsystem. Künstler sagen nicht unbedingt 1:1, was sie meinen, sondern überspitzen gelegentlich, um auf aktuelle Verhältnisse zu verweisen.  ...
http://www.zeit.de/kultur/2016-06/zentrum-fuer-politische-schoenheit-fluechtlinge-fressen/komplettansicht


"Gorki-Theater in Berlin Protestaktion: "Flüchtlinge fressen" unblutig beendet" Timo Kather und Andreas Austilat (28.06.2016)
Das inzwischen wohl einige hundert Köpfe zählende Publikum möge sich nebenan vor den Stufen des Theaters einfinden. Oben stand May Skaf, libanesisch-syrische Schauspielern und seit fünf Jahren aktiv gegen das Assad-Regime.
Zu Beginn der Aktion vor gut zwei Wochen zählte sie zu jenen, die angekündigt hatten, sich den Tigern zu opfern, wenn ihre Forderung nicht erfüllt werde: Rücknahme einer EU-Richtlinie, die die Beförderung von Menschen ohne Visa in die EU unter Strafe stellt. Nun erklärte sie, dass ihr Opfer vergeblich wäre.
Applaus aus der Menge, danach Schweigen, dass man als betreten deuten könnte. Kein schlechtes Ende. ...
Die Polizei hatte übrigens vorsorglich versichert, dass man etwaige „Selbstverfütterungen“ verhindern werde, doch am Abend waren keine Beamten zu sehen. Philipp Ruch, künstlerischer Leiter des „Zentrums für politische Schönheit“ bestätigte, das wäre auch nicht nötig gewesen. Es sei tatsächlich um Kunst gegangen. ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/gorki-theater-in-berlin-protestaktion-fluechtlinge-fressen-unblutig-beendet/13799014.html

« Last Edit: June 29, 2016, 09:17:44 AM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #6 on: October 13, 2016, 10:15:43 AM »
Das PixelHELPER Künstlerkollektiv, ist eine internationale gemeinnützige Organisation für Minderheiten und Menschenrechte inspiriert von den Idealen der Freimaurer. Unbeirrt vom Lärm der Welt gehen wir unseren Weg, ruhig und sicher, furchtlos in Gefahren, hohe Ziele vor Augen um die Erde zu schützen. Grundüberzeugung ist, dass die Prinzipien der französischen Revolution “Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit” gebraucht werden, um gegen die Wiederholung von politischer Teilnahmslosigkeit zu kämpfen. Unsere Selbstjustiz der Kunst bietet alle Möglichkeiten für eine nachhaltige Veränderung innerhalb der Gesellschaft. ...
http://pixelhelper.org/de/

"Künstlerische Selbstjustiz gegen Google" Peter Nowak (12.10.2016)
Über das Elitebewusstsein von Hipster-Protesten ... Es handelt sich also um eine durchaus begrüßenswerte Erweiterung der Protestagenda, die hier vorgeführt wird. Sie könnte auch zu einer Politisierung der Hipster beitragen, die eben mit ihren Mitteln und unter ihren Bedingungen politischen Protest versuchen. Doch, ähnlich wie neuere Kunstprotestaktionen, so z.B. das Zentrum für politische Schönheit, kommt auch Pixelhelper mit einem Gestus daher, als hätte man dort den politischen Protest erst erfunden und es hätte davor nichts gegeben.
Unsere Selbstjustiz der Kunst bietet alle Möglichkeiten für eine nachhaltige Veränderung innerhalb der Gesellschaft. Pixelhelper
Der selbstgewisse Ton, der anscheinend von keinem Zweifel angerührt wird, erinnert an Äußerungen von Zentralkomitees der unterschiedlichen kommunistischen Gruppen in der Vergangenheit, nur dass heute, wenn von Revolution die Rede ist, die bürgerliche Demokratie als Ziel gemeint ist. Dabei werden politisch äußerst fragwürdige Analogien gezogen. ...
http://www.heise.de/tp/artikel/49/49681/1.html

Quote
     xfalconx, 12.10.2016 23:42

Könnten wir das auch mal positiv betrachten?

Ich finde die schwarze Schminke von dem Typen vom "Zentrum für politische Schönheit" auch extrem albern, aber die eine oder andere Aktion fand ich gut. Bestimmt nicht alle. Muss ich aber auch gar nicht."Pixelhelfer- Foundation" kannte ich bisher auch nicht, der Name ist auch eher schlecht gewählt für meinen Geschmack. ABER: Kann sich noch jemand an das Wort "Subversion" erinnern? Es stand mal dafür, so habe ich es verstanden, das System Stück für Stück - und gewaltfrei - zu untergraben und zum Besseren zu ändern. Subversion bedeutet zum Beispiel, Stolpersteine zu legen dort, wo Betriebsblindheit vorherrscht. Die Aufmerksamkeit auf eine völlig andere Stelle zu richten, die vorher nie wahrgenommen wurde, über die man nie nachgedacht hat. Insofern finde ich die Aktionen gut. Und im Zeitalter der Aufmerksamkeitshurerei schafft man das nunmal nur mit extremen Mitteln. Ich finde Videoprojektionen allemal besser als Köpfeabschneiden oder Sprengstoffanschläge oder Killer-Trucks.

Auch wenn hier im Telepolis-Forum jeder ganz genau weiß, wie und wo weltpolitisch der Hase läuft, die anderen 99,5% der deutschen Bevölkerung informieren sich hier nicht und lesen noch weniger im Forum. Für die sind solche Aktionen gedacht, für die Shopper, für die Häuslebauer. Nicht für die Forenten hier, und auch nicht für Wähler der Linken oder der AfD - die wissen ja auch alle ganz super Bescheid. Der ARD/ZDF/RTL/SAT1/PRO7 Mainstream aber kennt nur das, was er kennen will und soll. Stolpert er über sowas, hat er zumindest mal was zum aufregen - damit wird ein Gespräch, eine Diskussion, ein Dialog überhaupt erst möglich. Ich denke das ist die Intention dahinter.

Alles andere ist doch vorerst nebensächlich, solange es gelingt, den Horizont für andere Meinungen und Sichtweisen überhaupt erst mal zu öffnen. Das ist schon extrem schwer, und gelingt meistens überhaupt gar nicht. Daher sehe ich solche Sachen erstmal positiv und finde sie begrüßenswert, so aufgesetzt und elitär sie auch daherkommen mögen. Über die Beweggründe kann man später immer noch diskutieren - aber dazu muss eine Diskussion erstmal beginnen.


https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Kuenstlerische-Selbstjustiz-gegen-Google/Koennten-wir-das-auch-mal-positiv-betrachten/posting-29342978/show/

Quote
     tilde, 13.10.2016 02:39

Find ick ooooch!
Danke

Ausserdem würde ich sagen lieber mal alles sammeln und bündeln, was irgendwie in eine nicht total falsche Richtung geht. Schließlich haben wir da draussen ja genügend Vollzeitpsychopaten, die alles dafür tun, dass auf dem Planeten bald überhaupt nichts mehr ok ist.

https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Kuenstlerische-Selbstjustiz-gegen-Google/Re-Koennten-wir-das-auch-mal-positiv-betrachten/posting-29343325/show/

Quote
     MarcoS, 13.10.2016 10:05

Die Dummen von ARD, AfD, Linke, ZDF, RTL und der Rest der 99,5%

xfalconx schrieb am 12.10.2016 23:42:

    Auch wenn hier im Telepolis-Forum jeder ganz genau weiß, wie und wo weltpolitisch der Hase läuft, die anderen 99,5% der deutschen Bevölkerung informieren sich hier nicht und lesen noch weniger im Forum. Für die sind solche Aktionen gedacht, für die Shopper, für

Komisch, wenn ich die Lügenpresse einschalte, dann hört sich das da genauso an.

"Die Leute müssen aus ihrer Echokammer raus. Man muss die Menschen besser informieren. Man muss sie mit ihren Ängsten abholen" usw.

Was ist jetzt eigentlich Deine Position außer 99,5% der Menschen dieses Landes als dumm zu bezeichnen? Und wer sind eigentlich die anderen 0,5%?


Quote
     McGyver777, 13.10.2016 00:34

Eiitäre Trend-"Protestestkultur", "Happenings", "Events" - wo es her kommt:

Ja, wo kommt es her?
Es kommt aus der - auch konsum-ideologischen - Entfremdung von Menschen in einer nach und nach eher unpolitischen gewordenen Massenkonsumgesellschaft, die durch die tatsächlichen (Geld-)Eliten fortwährend stark wirksamen Rollen-Denkweisen unterworfen wird und das perfide Spiel auch gleich noch eifrig mitmacht ("die da Unten", "die Faulen", "die Angepaßten", "die Guten", "die Besseren", "die Bösen", "die Leistungsträger", "die Erben", "die Lenker", "die neuen/alten Geschlechterrollen", usw.).

... Selbstgefällige Alt-Kinder mit linksgrün-selbstbewußter Attitüde ("die regressive Linke") wie diese gibt es außer bei den SmartPhone- und Tablet-bewaffneten Pixelfreunden auch bei dem Kampagnen-Unternehmen "Avaaz". Man schickt sich dort schon seit einer Weile an, die "schlafende Welt" endlich "aufzuwecken", und durch massenhaft dümmlich-persönlich formulierte "DU-" und "WIR"-Botschaften aus ihrer "Realitätsblase" zu befreien. Daß die Mitglieder dort gar nicht mehr merken, daß sie selbst schon längst perfekte Kundschaften fertiger Ideologien von außen geworden sind, und noch dazu zu Empörungs-industriell als "Individuen" beliebig austauschbar geworden sind - kommt noch erschwerend (und bisweilen "er-peinlichend") hinzu.

Gleichzeitig freut man sich über die vermeintliche Zugehörigkeit zum "moralisch und perspektivisch besseren Teil" der Gesellschaft (= das Wohnzimmer mit den mindestens zwei Groß-TVs, sowie ein eigenes MacBook in jedem Kinderzimmer). Und insofern man zwar schon fast mit dem elend verschulten Studium fertig ist, aber selbst leider kaum vielversprechendere Lebensperspektiven hat, als eben die nächsten, mindestens 5 bis 10 Jahre in irgendwelchen - nur scheinbar nicht prekären - 1.000-€-Netto-Jobs verbringen zu müssen.
Der aufregendere, viel riskantere und lebens-offenere Rest an Lebensperspektiven - sowie die Verwirklichung echter, ethischer Werte - muß dann eben hinzu halluziniert werden.

Nicht, daß ich was gegen jugendliche Protestkultur an sich hätte, ganz im Gegenteil.
Wir haben nur leider kaum etwas in der Art in Deutschland, sondern bloß eine Art glattgestrichener Hüllkurve, die unter diesem Label läuft, und die in jeden MP3-Player paßt.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (13.10.2016 01:03).


https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Kuenstlerische-Selbstjustiz-gegen-Google/Eiitaere-Trend-Protestestkultur-Happenings-Events-wo-es-her-kommt/posting-29343125/show/

« Last Edit: November 22, 2017, 12:35:52 PM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #7 on: November 21, 2016, 11:28:44 AM »
"Die Partei: Satiriker klagen gegen Strafzahlung" (20. November 2016)
„Die Partei“ soll erhaltene Zuschüsse an den Bundestag zurückgeben – und wehrt sich mit einer Klage dagegen. Hintergrund ist eine „Geld kaufen“-Aktion, mit der die Satirepartei 200.000 Euro Umsatz machte. ... Hintergrund ist eine „Geld kaufen“-Aktion Ende 2014: Für einen Preis von 105 Euro hatte die Partei 100 Euro in bar und zwei Postkarten angeboten. Rund 200 000 Euro Umsatz machte die Partei mit ihrer Aktion. Nach eigenen Angaben wollte sie so von höherer Förderung profitieren: Parteien erhalten für Wahlerfolge und Spenden Zuschüsse des Bundes, die allerdings gedeckelt sind. ... Als „Die Partei“ Ende 2015 ihre Abrechnung eingereicht hatte, waren für die Deckelung noch die Partei-Einnahmen ausschlaggebend – die durch den Geldverkauf in die Höhe geschossen waren. Für das Jahr erhielt die Partei rund 183 000 Euro an staatlicher Förderung. Ein Wirtschaftsprüfer habe den Rechenschaftsbericht geprüft, sagte Sonneborn. „Die Juristen sagen uns, wir sind im Recht.“ ...
http://www.fr-online.de/politik/die-partei-satiriker-klagen-gegen-strafzahlung,1472596,34952204.html

---

""Denkmal der Schande" vor der Haustür von Höcke"
In Bornhagen im Eichsfeld, Wohnort von AfD-Politiker Björn Höcke, haben Aktivisten eine Kopie des Holocaust-Mahnmals errichtet - eine Aktion gegen rechte Umtriebe in der AfD. von Matthias Meisner und Patrick Wildermann (22.11.2017)
http://www.tagesspiegel.de/politik/protest-gegen-rechten-afd-politiker-denkmal-der-schande-vor-der-haustuer-von-hoecke/20616902.html

---

"Pro und Contra Kunstaktion in Bornhagen: Ein Mahnmal neben Höckes Haus" (22. 11. 2017)
Das Zentrum für Politische Schönheit observiert seit Monaten das Haus des AfD-Politikers. Die Aktion sorgt für geteilte Meinungen.
http://www.taz.de/Pro-und-Contra-Kunstaktion-in-Bornhagen/!5465806/

---

"Björn Höcke hat jetzt sein eigenes Holocaust-Mahnmal vor dem Haus" Till Eckert (22. November 2017)
Der AfD-Politiker und derzeit beurlaubte Gymnasiallehrer Björn Höcke dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als er heute morgen aus dem Fenster sah: auf dem Nachbargrundstück stehen seit heute Nacht 24 unterschiedlich große Betonstelen, die an das Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte erinnern.
Sie wurden gut sichtbar von Höckes Domizil aus errichtet, im kleinen Dorf Bornhagen an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen. Dahinter steckt das Berliner Kunstkollektiv Zentrum für politische Schönheit (ZPS), das in der Vergangenheit etwa mit der Aktion Flüchtlinge fressen Aufmerksamkeit erregte.
Höcke, der die große Gedenkstätte in der Hauptstadt in einer grotesken Rede „Mahnmal der Schande“ nannte, solle so die Gelegenheit bekommen, einen zeitgemäßen Umgang mit der deutschen Geschichte zu finden.
Das ZPS mietete sich laut eigenen Angaben bereits vor zehn Monaten im Grundstück neben dem des AfD-Mannes ein. Er sei von dort aus „observiert“ worden, sprich es wurde aufgezeichnet, wie und wann Höcke sich aus dem Haus bewegt.
Die Betonstelen wurden offenbar im Geheimen geplant, gegossen und nach Bornhagen gebracht. Enthüllt wurde das kleine Mahnmal am heutigen Mittwoch. Jetzt sammelt das ZPS Spenden, um die entstandenen und laufenden Kosten des kleinen Mahmals decken zu können, darunter für die Stelen, so wie auch für Miete, Anwälte und drei Live-Cams. Höckes eigenes Denkmal für die ermordeten Juden Europas soll nun mindestens bis Dezember 2019 stehen bleiben, es sei denn, die Spendengelder erlauben eine längere Stehzeit. 28.900 Euro werden für diese zwei Jahre benötigt, bisher wurden etwa 18.000 Euro davon eingenommen.
Ob Höcke versucht, juristisch gegen die Kunstaktion vorzugehen, ist bislang nicht bekannt. Zumindest aber kann man beobachten, ob er irgendwann aus seinem Haus herüberkommt, um sich persönlich zu beschweren. Das ZPS schaltete dafür vorsorglich ein Livevideo auf YouTube.
https://ze.tt/bjoern-hoecke-hat-jetzt-sein-eigenes-holocaust-mahnmal-vor-dem-haus

"Spende jetzt und finanziere Erinnerung aus Beton!"
Das ZPS verwandelt Höckes „Denkmal der Schande“ in ein Mahnmal der Verantwortung und bietet ihm die Gelegenheit, einen zeitgemäßen Umgang mit der deutschen Geschichte zu finden.
https://deine-stele.de/

---

Quote
[...] AfD-Landessprecher Stefan Möller kritisierte die Aktion. Damit sei "eine Grenze überschritten", sagte er. Er warf den Künstlern vor, unbeteiligten Familienmitgliedern Angst zu machen. Das ZPS gibt vor, Möllers Nachbarn Höcke und dessen Tun in den vergangenen Monaten durch einen selbst gegründeten "Zivilgesellschaftlichen Verfassungsschutz Thüringen" beobachtet zu haben. Der AfD-Politiker André Poggenburg aus Sachsen-Anhalt beklagte, Höcke und seine Familie seien "monatelang ausgespäht" worden.

Auch der Präsident des Thüringer Landtags, Christian Carius (CDU), verurteilte die Aktion: "Die Gesamtaktion des Zentrums für Politische Schönheit hat nichts mit Kunst zu tun", sagte er. "Das Abhören und Ausspionieren von Abgeordneten und ihren Familien gleicht den Zersetzungsmethoden der Staatssicherheit."

Für die Polizei stand am Mittwoch laut einer Sprecherin zunächst der Schutz von Höckes Wohnhaus im Vordergrund. "Dann werden wir prüfen, inwiefern ein möglicher Strafbestand vorliegt." Man sei mit einem kleinen Aufgebot vor Ort, sagte die Sprecherin. ...

Quote
multigaz
#1.15 
Niveaulos! Das Andenken an den Holcaust wird zum Lausbudenstreich degradiert. Wobei der Begriff noch stark verhamlost. Ich finde es unterste Schublade. Bravo ZPS! Ihr seid mir ein paar Helden...


Quote
Unterlinner
#6

„Er warf den Künstlern vor, unbeteiligten Familienmitgliedern Angst zu machen. “

Angst vor einem kleinen Mahnmal?

Ich hätte eher Angst vor Papi.


Quote
Barum
#6.2

"In Bornhagen wurde der Rubikon überschritten!"
Sehr schön. :-)



Quote
Auch-Nichtstun-hat-Konsequenzen
#6.3

Kann mir bitte jemand erklären, wieso man als angeblicher Anti-Faschist faschistische Methoden gebraucht, um angebliche Faschisten zu terrorisieren?

Ich finde die Aktion ekelhaft. Diese Leute sind keinen Deut besser als irgendwelche Neonazis, die sind nur weniger ehrlich als die, denn dass sie es geil finden, andere Leute zu schikanieren, zu verängstigen, zu terrorisieren, ist sonnenklar.

Die brauchen dazu irgendeinen guten Grund - im Gegensatz zu den Nazis. Es gibt nur leider keine guten Gründe für ein solches Verhalten.

Ich finde es furchtbar. Solche Leute will ich genauso wenig haben, wie einen Höcke.

Quote
Paul Ericsson
#6.4

Sie haben die Aktion schlicht nicht kapiert. Höcke und der Rest der Bewohner wurden rein performant "überwacht". Es war gefakte! Gott, wie oft noch?



Quote
longtallman
#6.13

Ich erinne mich an Artikel über diese Typen aus Freital und drumherum, die unliebsame Asylbewerberheime ausgespäht haben, um da dann Polenböller reinzuschmeissen oder Autos von unliebsamen Parteifunktionären angezündet haben.

So abwegig ist das also nicht bei den "besorgten" Herrschaften.


Quote
August S
#13

Wer die Namen der ermordeten Juden (und da sind Sinti, Roma, Schwule, Behinderte, Sozialisten, Kommunisten etc nicht dabei) vorlesen möchte und sich für jeden Namen fünf Sekunden Zeit nimmt, braucht ohne Unterbrechung ein Jahr. Und es geht nicht um Mathematik, jeder Name ist ein Schicksal, ein Mensch, der sich nie vorstellen konnte einmal wegen seines Glaubens, seines Aussehens, seiner Gesinnung methodisch und industriell ermordet zu werden. Kinder, Alte, Männer, Frauen in Todesangst, gedemütigt, gefoltert, ermordet. Wegen nichts.

Doch wer nun eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" (was soll das sein, exakt die ANDERE Richtung? Jubel darüber?) einfordert, der wird in der AfD als "Herz der Partei" bezeichnet. Gezetert wird nur, wenn nun die Familie durch einen Nachbau des Mahnmals "belästigt" wird.
Wer da nicht sieht, wie sich die Relationen in der AfD bis zur tiefsten Perversion verschoben haben, dem ist einfach nicht zu helfen. Der ist übrigens auch nicht integriert in mein Land.


Quote
alex2311
#13.1

Juden wurden nicht wegen ihres Glaubens, sondern der Ethnie ermordet. Dasselbe gilt für Sinti und Roma.


Quote
Unterlinner
#13.2

„Juden wurden nicht wegen ihres Glaubens, sondern der Ethnie ermordet.“

Womit Sie der Naziideologie auf den Leim gegangen sind.
Obwohl mein Vater katholisch und meine Mutter evangelisch waren, kann ich trotzdem Atheist sein.


Quote
cave felem
#13.3

Macht es das irgendwie besser?


Quote
Kerstin Diederich
#13.6

„Juden wurden nicht wegen ihres Glaubens, sondern der Ethnie ermordet.“

Das ist richtig. Während es in mittelalterlichen Pogromen gegen Juden um deren Glauben ging und man sie im Falle einer Konversion zum Christentum „begnadigte“, war für die Antisemiten des Nationalsozialismus der Glaube unerheblich. Ausschlaggebend war die Abstammung von jüdischen Vorfahren („Arierpass“).


Quote
Unterlinner
#13.7

„Das ist richtig. Während es in mittelalterlichen Pogromen gegen Juden um deren Glauben ging und man sie im Falle einer Konversion zum Christentum „begnadigte“, war für die Antisemiten des Nationalsozialismus der Glaube unerheblich. Ausschlaggebend war die Abstammung von jüdischen Vorfahren („Arierpass“).“

Auch Sie gehen den Nazis auf den Leim, in dem Sie die Ethnie der Religion anerkennen.


Quote
cave felem
#13.9

Abgesehen davon, dass Sie Ethnie und Rasse unterscheiden sollten, handelt es sich bei beidem um ein soziales Konstrukt.


Quote
Petergriffinnn
#14 

Kindergarten


Quote
Petergriffinnn
#14.6

Weil Künstler die ihre private politische Vorstellungen in ihre Kunst pressen (wahrscheinlich sogar eher andersrum) meinen das Recht zu haben, anderen, dessen Meinung ihnen nicht passt auf der Nase rumtanzen zu können. Dabei werden Sie auch noch bejubelt von Presse und moralischen Hochfliegern.

Gesellschaftlich bringt das nichts, man könnte es als "Kreiswi**en" unter Linken bezeichnen während sich die AfD in der Opferrolle wälzt.


Quote
Almalexian
#24

Wer das größte Brett vorm Kopf hat, braucht eben auch eine angemessene Gedächtnisstütze.


Quote
remigius68
#47

Ich nenne sowas groben Unfug! Kann bitte mal einer prüfen, ob die einen Baugenehmigung hatten?


...


Aus: "Initiatorin des Holocaustmahnmals für Nachbau vor Höckes Haus" (22. November 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/zentrum-fuer-politische-schoenheit-holocaust-mahnmal-bjoern-hoecke-lea-rosh
« Last Edit: November 23, 2017, 12:26:49 PM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #8 on: November 27, 2017, 12:32:15 PM »
"Echter Waffenhändler freut sich auf falschen Friedenspreis" Sidney Gennies (06.05.2017)
Es ist nicht ganz klar, wann er es gemerkt hat. Nur, dass es viel zu spät war. Christian Stuve – blauer Anzug, dunkle Krawatte – betritt den Konferenzsaal eines der feinsten Hotels der Stadt. Alle anderen hier tragen auch Anzug oder Kostüm, es gibt Sekt. Alles wie immer. Nur dass vorne neben dem Podium das Logo einer großen weißen Taube prangt und hier der „Deutsch-französische Preis für Sicherheit und Frieden“ vergeben werden soll. Den Preis gibt es nicht, die anderen Gäste sind Schauspieler. Nur Christian Stuve ist echt. Und er arbeitet für einen deutschen Waffenhersteller. Kurz: er hat hier nichts zu suchen, so oder so.
Christian Stuve ist Senior Vice President Politics and Strategy bei Thyssenkrupp in der Abteilung „Marine Systems“, die unter anderem Kriegsschiffe an Malaysia und Neuseeland verkauft hat und derzeit wegen eines milliardenschweren U-Boot-Deals mit Israel in der Kritik steht. Dass er in die Falle getappt ist, vielleicht wirklich dachte, als Waffenhändler einen Friedenspreis verliehen zu bekommen, ist das Ergebnis monatelanger Arbeit und lediglich der satirische Höhepunkt einer 50.000 Euro teuren Kunstaktion, die nach eigener Auskunft das Kriegswaffenkontrollgesetz ändern will. Opfer der Aktionen wurden neben Thyssenkrupp auch Waffenhersteller Heckler und Koch – sowie die CDU.
Dahinter steckt das Berliner Peng!-Kollektiv, wie aus umfangreichem Videomaterial hervorgeht, das dem Tagesspiegel vorliegt. Am heutigen Samstag soll es veröffentlicht werden. Selbst in den USA gibt es jetzt Wirbel um die Satire, Waffenhändler sind stinksauer, denn sie haben zu Hunderten gefälschte Briefe von Heckler und Koch erhalten, in denen eine Rückrufaktion für Handfeuerwaffen angekündigt wird. Angeblich, weil es nicht mehr zu verantworten sei, Pistolen in ein Land zu liefern, in dem Donald Trump regiert.
Das Peng-Kollektiv hat seine Büros in der Lausitzer Straße in Berlin Kreuzberg. Hinterhof, gelb bemalter Backstein, viele vertrocknete Zimmerpalmen. Leere Mate- und Bierflaschen zeugen von durchgearbeiteten Nächten. Im Projektraum sitzen Nina Los, 32, und Anton Gernot, 25, auf einem roten Ecksofa. Die beiden heißen nicht wirklich so, aber sie gehören zum Kernteam im Kampf gegen die Waffenlobby.
Sie sind es auch, die an etliche deutsche Waffenhändler die Einladung zum angeblichen Friedenspreis verschickten, die nun im Namen von Heckler und Koch Anrufe von verunsicherten US-Waffenhändlern entgegennehmen. Und sie waren dabei, als in der vergangenen Woche im Namen des fiktiven CDU-Ortsverbands „Schwenke“ in NRW Angela Merkel dazu aufgefordert wurde, Kleinwaffenexporte zu stoppen, da sich dies mit den christlichen Werten der Partei nicht vereinbaren lasse. Neben Fox-News und Associated Press fiel auch Radio Vatikan auf den Fake rein und titelte: „CDU-Basis gegen Waffenexporte!“
Beiden ist bewusst, dass solche Aktionen in Zeiten von Fake-News problematisch sein können. Deswegen werde die Satire auch nach kurzer Zeit aufgelöst.
„Es gibt derzeit kaum eine Debatte darüber, wie Waffenexporte zu laufen haben“, sagt Gernot. Derzeit entscheidet darüber der Bundessicherheitsrat und der tagt geheim. Maßgeblich für die Genehmigungen ist außerdem das Bundeswirtschaftsministerium – und das gehört nicht zur CDU, sondern zur SPD. Deswegen erinnert sich auch Sigmar Gabriel an seinen Erstkontakt mit dem Peng-Kollektiv. Das war im vergangenen Oktober im ICE auf dem Weg nach Dortmund. Eine Zufallsbegegnung, aber der Peng-Aktivist überreichte Gabriel einen handschriftlichen Zettel: „Ich fände es Knorke, wenn Sie die Abschaffung der Kleinwaffenexporte zum Wahlkampfthema machen würden. Sonst müssten wir das machen.“ ...
Es ist also einiges in Bewegung geraten durch eine Satire, die übrigens ausgerechnet von der öffentlichen Hand bezahlt wird. 150.000 Euro hat die Kulturstiftung des Bundes dem Peng-Kollektiv und seiner Kooperation mit dem Schauspiel Dortmund über einen Zeitraum von zwei Jahren bewilligt. „Sowas gibt’s nur in Deutschland, dass man Geld vom Staat kriegt, um den Staat zu kritisieren“, sagt Nina Los – und es ist durchaus lobend gemeint. ...
http://www.tagesspiegel.de/politik/wie-das-peng-kollektiv-die-ruestungsindustrie-narrte-echter-waffenhaendler-freut-sich-auf-falschen-friedenspreis/19763002.html


3 *KRASSE* Lifehacks mit denen ihr die WAFFENINDUSTRIE HART ÄRGERN könnt um #artikel26 GG zu retten!
Robyns Lifehack Palace, Am 05.05.2017 veröffentlicht
https://youtu.be/-sCaM5sQ7uA

-

"Die Geister der Entmieteten rufen zurück" Sidney Gennies (27.11.2017)
Das Künstlerkollektiv "Peng!" organisiert Telefonterror gegen skrupellose Vermieter in Frankfurt, Berlin und Leipzig - und lässt Ex-Mieter zu Wort kommen. Einmal hat sie ihn noch gesehen. Auf der anderen Straßenseite. Als sie mal wieder in ihrer alten Nachbarschaft in Berlin-Neukölln unterwegs war. Er wird sich nicht mehr an sie erinnern, der Herr Doktor T. Ist ja alles ewig her. Fast vier Jahre. Ist da einfach langspaziert. Aber Theresa Hofmann, deren Name wie alle in dieser Geschichte dem Tagesspiegel bekannt, aber verfremdet ist, kann ihn nicht vergessen. T. war ihr Vermieter. Er hat Hofmann und die anderen Bewohner nach und nach vor die Tür gesetzt und weiß vermutlich nicht einmal, was er damit angerichtet hat. Theresa zittert, als sie in ihrer Küche in einem Neuköllner Altbau davon erzählt. Aber vielleicht kann sie bald damit abschließen. Denn Doktor T. wird die Vergangenheit nun heimsuchen. Und er wird nicht der einzige Vermieter in Deutschland sein.
Am heutigen Montag startet eine Protestaktion des Berliner Künstlerkollektivs „Peng!“. In Berlin, Frankfurt am Main und Leipzig werden bei Vermietern, Hauseigentümern und Hausverwaltungen die Telefone klingeln. Zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten, von unterschiedlichen Nummern, damit sie nicht einfach blockiert werden können. Die Aktivisten haben sich teils private, teils geschäftliche Telefonnummern von Vermietern organisiert und eine Software programmiert, die automatisch immer wieder dort anruft und Tonaufnahmen der Geschichten abspielt, die Mieter mit ihnen erlebt haben. „Die Entmieteten kehren zurück, um diejenigen zu plagen, die sie auf die Straße gesetzt haben“, heißt es in einem Schreiben von Peng!, das dazu veröffentlicht werden soll. Eine Woche lang soll die Aktion laufen.
 Theresa Hofmann war eine der ersten Mieterinnen, die sich bereit erklärt hat, mitzumachen. Für die Aktion ist sie noch einmal alle Akten durchgegangen. Sie hat jeden Brief von Doktor T. aufgehoben. Es ist ein dicker Ordner geworden, mit Anwaltsschreiben, Drohungen, einstweiligen Verfügungen. Ihr Haus war zwangsversteigert worden. Der neue Eigentümer war ein junger Akademiker aus Süddeutschland. „Wir haben uns anfangs gefreut, dass es keine anonyme Holding aus dem Ausland ist. Im Nachhinein wären wir froh gewesen“, sagt Theresa Hofmann. Denn die Auseinandersetzung wurde persönlich.
Wenn T. heute ans Telefon geht, wird er nicht Hofmanns echte Stimme hören. Ein Schauspieler hat es nachgesprochen. Aber es werden ihre Worte sein: „Sie haben alles ziemlich gut nach Plan gemacht. Und das fand ich am abgefucktesten“, wird die Stimme sagen. Und: „Ich hoffe, dass Sie vielleicht manchmal ein schlechtes Gewissen haben, dass Sie Ihre Eltern benutzt haben, um Eigenbedarf für unsere Wohnung vorzutäuschen.“ Sie wurde später auf dem Internetportal Immobilienscout24 zum Kauf angeboten. Die angeblich kranken Eltern waren überraschend genesen. Juristisch, musste Theresa Hofmann lernen, ist daran nicht zu rütteln.
 Insgesamt 38 Statements von Entmieteten in Deutschland hat Peng! in den vergangenen Wochen gesammelt. Zusammen ergeben sie ein Mosaik der absurdesten, aber offenbar gängigen Methoden, Mieter aus den Verträgen zu zwingen, um die Häuser aufwendig sanieren und teuer verkaufen zu können. Spontane Besuche des Vermieters, Drohungen. In einem Haus wurde das warme Wasser abgestellt. In einem anderen Toiletten und Duschen abmontiert. Die Glühbirnen im Treppenhaus abgeschraubt, Wasserschäden nicht beseitigt. Ein Vermieter schob die Kündigungen persönlich an Heiligabend unter den Wohnungstüren durch. Und immer wieder berichten Mieter von nächtlichen Anrufen, die sie zum Gehen bewegen sollen.
„Uns war gar nicht klar, dass dieser Telefonterror auch zu den Entmietungsstrategien zählt“, sagt Nora Moll, die das Projekt bei Peng! koordiniert hat. Aber es passe natürlich gut zu ihrer Aktion, die eigentlich bereits zu Halloween geplant war. Genügend Leute davon zu überzeugen, mitzumachen, war aber schwieriger als gedacht. Viele hatten Angst vor neuem Ärger. „Viele dieser Geschichten gehen unsichtbar über die Bühne. Die Verantwortlichen können wegschauen, während die Entmieteten mit ihrer Not alleine zurückbleiben“, sagt Moll. Jetzt müssten sie zumindest hinhören. Auf der Website hauntedlandlord.de sind die Geschichten dokumentiert. Am Ende jeder Tonaufnahme wird der Hintergrund der Aktion aufgeklärt und eine Rufnummer genannt, die zu Peng! führt. Auf die wütenden Anrufe freuen sie sich schon.
Das Geld für seine Aktion erhielt Peng! diesmal von Open Society Foundation, einer Gruppe von Stiftungen des umstrittenen amerikanischen Investors und Milliardärs George Soros. Die Geldgeber des Künstlerkollektivs wechseln. Zuletzt hatte es eine 150.000 Euro schwere Förderung der Kulturstiftung des Bundes bekommen und unter anderem dafür benutzt, die deutsche Rüstungsindustrie zu narren. So starteten die Künstler im Namen des Waffenherstellers Heckler und Koch eine gefakte Rückrufaktion für Handfeuerwaffen in den USA – angeblich, weil es nicht mehr zu verantworten sei, Pistolen in ein Land zu liefern, in dem Donald Trump regiert. Die Aktion war als Kritik an deutschen Waffenexporten gedacht. Bundesweit bekannt wurde Peng!, als eines seiner Mitglieder der AfD-Politikerin Beatrix von Storch vor Kameras eine Torte ins Gesicht warf und den „Tortalen Krieg“ ausrief.
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/berliner-peng-kollektiv-trollt-vermieter-die-geister-der-entmieteten-rufen-zurueck/20633090.html

Quote
Lesegenuss 11:48 Uhr
Ich muss zugeben, ich bekomme bei den Geschichten um die Vertreibung von Mietern auch das Kotzen. Allerdings muss man insbesondere bei der Lektüre der Kommentare hier anmerken:

Jegliche Sympathien den von George Soros alimentierten Telefonterroristen gegenüber begründen sich auf der hochgradig subjektiven Sichtweise, "dass es ja die Richtigen trifft". Nur leider kann sich dieses Narrativ auch ganz schnell gegen die "Falschen" wenden. Willkür führt in den seltensten Fällen zu Gerechtigkeit, weshalb wir uns dann doch lieber auf rechtsstaatliche Prinzipien verlassen sollten. Denn eine Bevölkerung, die mit subjektiven Auslegungen von richtig und falsch liebäugelt statt rechtsstaatliche Prinzipien zu vertreten ebnet der erstbesten Truppe, die die Macht ergreift, den Weg in die Diktatur.

Quote
lennart 11:57 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Lesegenuss 11:48 Uhr
Alles richtig, aber dann soll der Staat gegen die schwarzen Schafe vorgehen.



Quote
McSchreck 11:43 Uhr
gefälllt mir nicht, wie der Artikel Selbstjustiz verharmlost. Solche "Entmietmethoden" dürften eher ein Fall für die Staatsanwaltschaft als für ein Künstlerkollektiv sein.

Quote
MikeNixda2014 11:54 Uhr
Antwort auf den Beitrag von McSchreck 11:43 Uhr
Wenn die Staatsanwaltschaft solche "Entmietmethoden" verfolgen würde, gäbe ich ihnen recht. Aber wie Sie im Artikel lesen konnten: "Juristisch, musste Theresa Hofmann lernen, ist daran nicht zu rütteln." Aus diesem Grund ist es bedauerlich, dass diese Aktion nur eine Woche dauert!



Quote
Wasert 11:39 Uhr
Warum sollte man billiger vermieten als Eigentümer? Ich setz mein I-Phone doch auch nicht zum halben Preis bei Ebay rein. Aber ein vulgär-linksliberales Quatschkollektiv ist natürlich nicht ernsthaft geeignet, dem gar nicht allzu schwierig zu verstehenden Problem auf den Grund zu gehen. Liebe Linken, fallt nicht auf den Müll von Qacksalbern rein!

Quote
MikeNixda2014 11:55 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Wasert 11:39 Uhr
Sie haben die Aktion wirklich nicht verstanden, stimmts?



Quote
EvaK 11:08 Uhr
Tja, da ducken sich alle Untertanen und Biedermänner, die immer lautstark vom "Souverän" und "wir sind das Volk" tönen. Wenn mal wirklich jemand aufsteht und Zivilcourage zeigt, dann kuschen sie schnell und schreien Zeter und Mordo: "Alles Terroristen, hängt sie auf!"

Aktionen wie diese sind nötig, um die Verhältnisse im Land deutlich sichtbar zu machen und anzuprangern, denn es ist schändlich, daß Menschen kaum noch lebenswürdigen bezahlbaren Wohnraum in größeren Städten finden.

Einem Bernd Höcke die Steine seiner Schande vor die Tür zu setzen ist notwendig, damit er sieht, daß es noch Menschen mit Zivilcourage gibt, die ihm seine Hetzereien nicht durchgehen lassen.

Was sie anrichten, soll zu ihnen zurückkehren. So ein wenig muß ich an Macbeth denken: Es ist Birnams Wald, der auf Dunsinan anrückt.  :)


Quote
Harald07 11:30 Uhr
Antwort auf den Beitrag von EvaK 11:08 Uhr
Es war von Ihnen auch nichts Anderes zu erwarten, als dass Sie Gewalt gegen Andere gutheißen.

Bei Licht besehen schaden solche Aktionen allen Mietern. Jeder, der sich etwas Geld vom Munde abgespart hat, wird das bestimmt nicht in Wohnungen zur Vermietung investieren. Wer für sein Alter vorsorgt, will nicht in Bürgerkrieg und Klassenkampf gezogen werden, sondern schlicht seine Ruhe. Und damit scheidet der "angenehme Vermieter" aus dem Markt aus. Die Immobilienspekulanten werden Sie jedoch so nicht los. Versteckt hinter einem Dutzend Briefkastenfirmen haben Sie kein Ziel mehr für Ihre Aggression.

Diese bestimmt unerfreulichen Entwicklungen haben jedoch Grüne und Linke entscheidend mitverursacht; die Grünen durch immer aberwitzigere Bau- und Dämmvorschriften, sodass selbst bei billigem Baugrund Mieten unter 10 €/m² unwirtschaftlich sind. Die Linken haben den Wohnungsbestand einfach verscherbelt. Die Blockadehaltung der rot-rot-grünen Bauverwaltung ist ebenfalls bekannt. Lieber drei Häuser in München hochziehen und auskömmliche Mieten einstreichen, als diesen Hickhack mit diser Inkompetenz, wo man nach Jahren noch keinen Schritt weiter ist.


Quote
EvaK 12:10 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Harald07 11:30 Uhr
Ja ja, Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, und sich gegen Ausbeuter wehren ist Gewalt und Klassenkampf. Wer als Mieter für's Alter vorsorgen will, hat keine Ruhe, denn hey! ist da plötzlich kaum was an Rente und die Wohnung nicht mehr bezahlbar. Den bundesweiten Abbau von bezahlbaren  Sozailwohnungen verdanken wir dabei vor allem den Freunden des neoliberalen Raubkapilatlismus', und die finden sich vorzugsweise in der Union, der FDP. Und auch die neue "Wir-sind-das-Volk"-Partei huldigt dieser Blutsaugerei, das sollten sich die Anhänger trotz ihrer deutschnationalen Trunkenheit mal deutlich machen.



Quote
ulli_ramps 10:50 Uhr
Ich empfehle den betroffenen Vermietern dringend, strafrechtlich gegen diese Maßnahmen vorzugehen.
Ich verstehe nicht, wie man derlei Terror-Aktionen mit so einem Artikel auch noch gutheißen kann.

Quote
Jelissei 10:58 Uhr
Antwort auf den Beitrag von ulli_ramps 10:50 Uhr
Aber der umgedrehte Terror ist ok?

Wenn der Wert  des Menschen an seiner Brieftasche bemessen wird...


Quote
EvaK 11:28 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Jelissei 10:58 Uhr

    Ich verstehe nicht, wie man derlei Terror-Aktionen mit so einem Artikel auch noch gutheißen kann.

Indem man der couragierte Souverän ist, von dem die Untertanen nur schwadronieren.


Quote
Anstand 10:37 Uhr
Wo wir schon bei der guten alten Selbstjustz sind, wo machen wir dann weiter?
Bei Kindesmishandlung? Bei sexueller Belästigung? Flughafennichtfertigstellung?

Der Anfang ist gemacht. Leute wir brauchen unseren Staat nicht mehr - Wir nehmen es in die Hand und bald hängen die Verbrecher - oder die angeblichen Verbrecher - an den Laternen.

Finstere Vorstellung.




Quote
Mukilteo-WA 10:33 Uhr
Recht ist Besitz! Gerechtigkeit ist die Einsicht in die Unantastbarkeit der Besitzverhältnisse!


Quote
EvaK 11:12 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Mukilteo-WA 10:33 Uhr
Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Gerade bei Wohnraum ist dies essenziell.


...

« Last Edit: November 27, 2017, 01:02:25 PM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #9 on: November 27, 2017, 12:57:37 PM »
"Satiregruppe startet Aktion gegen Waffenindustrie" Martin Zips (5. Mai 2017)
...Mittlerweile, sagt Jean Peters, wurden alle US-Waffenhändler informiert, dass der Rückruf nur ein Fake war. Da sei man sich seiner Verantwortung schon bewusst. Die Waffenlobby sieht das nicht ganz so entspannt. Auf Nachfrage erklärt Heckler & Koch mit vielen Ausrufezeichen, man habe "zur Klärung des Sachverhalts bereits straf- und zivilrechtliche Schritte eingeleitet". Thyssen-Krupp hingegen gibt sich betont gelassen: "Einen Deutsch-Französischen Friedenspreis hätten wir gerne angenommen, da wir mit dem Marineschiffbau einen wesentlichen Beitrag zu Sicherheit und Frieden in Europa leisten." Sie lebt eben in ihrer ganz eigenen Welt, die Rüstungsindustrie.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/satire-satiregruppe-startet-aktion-gegen-waffenindustrie-1.3492553

---

"Wissen - AstroTV kassiert Schlappe vor Gericht gegen Aktionskünstler vom Peng Kollektiv" Markus Reuter (27.01.2017)
Der Esoteriksender AstroTV verklagte Aktionskünstler des Peng Collectives auf Schadensersatz wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen in einem kritischen Video. Das Gericht wies die Klage ab und bescheinigte: Das Video ist eine zulässige medienpolitische Meinungsäußerung. ... Im Februar 2015 hatte sich die Kommunikationsguerilla-Truppe Peng mit dem falschen Clown „Piotr Wasabi“ beim Esoteriksender AstroTV eingeschlichen. In der gesamten Sendung trat der Clown als wirrer Esoteriker auf und zerdrückte schließlich live ein Ei über dem Kopf des Moderators. Währenddessen sagte er in die Kamera:
 „Wir finden, AstroTV sollte die Sendelizenz entzogen werden, denn das, was hier stattfindet ist Betrug. Weitere Infos auf astrotv.rip und dem Hashtag #astrotv“
Danach veröffentlichte Peng ein Video mit dem Clown und Ausschnitten aus der Sendung. Die Aktion machte als „AstroTV Hack“ medial die Runde, das Video wurde hundertausende Male angesehen. So ging auch der Plan der Aktivisten auf: Sie wollten das umstrittene Geschäftsmodell des Senders in die Öffentlichkeit zerren. ...
Die Adviqo AG, der AstroTV gehört, mahnte die Aktionskünstler wegen Urheberrechtsverstößen ab und ließ das Video von Youtube und anderen Videoportalen entfernen. Peng machte noch einen sehenswerten Telefonscherz in der Hotline des Senders, verbreitete ein weiteres Video und unterzeichnete dann aber eine Unterlassungserklärung. Unnötigerweise, muss man heute sagen.
Denn im Anschluss verklagte die Adviqo AG das Peng Kollektiv wegen der Nutzung von Ausschnitten aus der Sendung „Leichter Leben“ in dem Youtube-Video auf Zahlung von Schadensersatz in Höhe von mindestens 3.000 Euro und die Erstattung von Rechtsanwaltskosten in Höhe von rund 1.140 Euro.
Das Landgericht Berlin hat nun die Klage der Adviqo AG mit der Begründung abgewiesen, dass der Inhalt des Youtube-Videos eine medienpolitische Meinungsäußerung in Form einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Geschäftsmodell von AstroTV ist – und das Video daher ein selbständiges Werk. Die Ausschnitte aus der Sendung „Leichter Leben“ durften daher gemäß § 24 Urheberrechtsgesetz ohne Einwilligung von Adviqo im Rahmen des Youtube-Videos genutzt werden.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig – die Adviqo AG kann noch Berufung zum Kammergericht einlegen. ...
https://netzpolitik.org/2017/astrotv-kassiert-schlappe-vor-gericht-gegen-aktionskuenstler-vom-peng-kollektiv/

---

"Peng-Kollektiv: Ich bin Geheimdienstler, holt mich hier raus" Laura Ewert (07.10.2015)
Die Aktivistengruppe Peng klingt, als wäre sie ziemlich durchgeknallt. Jedenfalls stellt sie vor allen Geheimdienst-Hauptquartieren große Schilder auf. Mitarbeitern soll beim Ausstieg geholfen werden.  ... Das Aussteigerprogramm „Intelexit“ hat sich das Peng-Kollektiv ausgedacht – eine Provokation, Guerillakunst – doch basiert es auf einem vollkommen ernst gemeinten Anliegen: Die in den Broschüren angegebene Email-Adresse stimmt, Geheimdienstmitarbeiter sollen sich hier melden, wenn sie den Job mit ihrem Gewissen nicht mehr vereinbaren können. ...
https://www.welt.de/kultur/article147340858/Ich-bin-Geheimdienstler-holt-mich-hier-raus.html

---

"Aktion des Peng-Kollektivs: Die Stimmen der Verdrängten"
Geschichten von Mietern, die aus ihrer Wohnung gedrängt wurden, spielt das Künsterkollektiv Peng an die verantwortlichen Vermieter zurück. ... „Wissen Sie, wie das ist, wenn so eine Entmietung stattfindet?“, fragt die sanfte Männerstimme am Telefon. Ohne Atempause geht es weiter: „Wenn man den ganzen Tag arbeiten geht und dann kommt man nach Hause und macht den Briefkasten auf und einem zittert schon die Hand?“ Und in den Briefen der Hausverwaltung oder des Vermieters: „Lächerliche Forderungen, unhaltbare Sachen.“ Mit unterschwelliger Wut in der Stimme geht der Monolog nach einer Minute ins Finale: „Und der ganze Scheiß, jede Woche, das ganze Jahr über. Und der ganze Druck ist nur dafür da, dass Sie Profit schöpfen können.“
Mit Anrufen dieser Art müssen ab Montagmorgen Vermieter rechnen, die durch verschiedene Druckmittel und Schikanen Menschen aus ihren Wohnungen verdrängt haben. Eine Woche lang, durch einen Bot automatisiert, werden ihre Privattelefone oder Firmenhotlines heißlaufen, 20 Mal am Tag. ... 40 Schicksale verdrängter Mieter aus sechs Häusern, davon vier in Berlin, haben die Aktivisten gesammelt, anonymisiert und einsprechen lassen. Auf der Website hauntedlandlord.de kann man sich die Ergebnisse anhören – auch ohne Vermieter zu sein. „Die Geschichten sind verblüffend ähnlich“, sagt die Peng-Aktivistin Nora Moll. Ob in Berlin, Leipzig oder Frankfurt – überall ist es lukrativ, Altmieter loszuwerden, um dann teurer weiterzuvermieten oder zu verkaufen. „Entmietungen und Zwangsräumungen sind ein wesentliches Mittel, um Häuser zu räumen und dann Profit zu machen“, so Moll. ...
https://www.taz.de/!5462641/


"Haunted Landlord: Die Rückkehr der Entmieteten"
Mit einem Bot rufen wir besonders skrupellose Immobilienfirmen und Hauseigentümer*innen an und konfrontieren sie mit den Schicksalen der von ihnen verdrängten Menschen. Die Geister der Vergangenheit kehren zurück, um ihre ehemaligen Vermieter*innen heimzusuchen. ...
https://hauntedlandlord.de/

---

"Höcke nennt Mahnmal-Aktivisten "Terroristen""  (25.11.2017)
Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke hat sich erstmals öffentlich über den Mahnmal-Nachbau neben seinem Haus geäußert und die Aktion scharf verurteilt. „Wer so etwas tut, ist in meinen Augen ein Terrorist“, sagte Höcke mehreren Youtube-Videos zufolge am Samstag bei einer Konferenz des rechtspopulistischen „Compact“-Magazins in Leipzig. Deshalb sei das „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) keine Künstlergruppe. „Sie ist eine kriminelle Vereinigung. Ja, sie ist eine terroristische Vereinigung.“
http://www.tagesspiegel.de/politik/zentrum-fuer-politische-schoenheit-hoecke-nennt-mahnmal-aktivisten-terroristen/20631946.html

Quote
KaiserVonChina 26.11.2017, 20:07 Uhr
Vorschlag zur Güte: Bernd Höckler bekommt eine Arno-Breker-Skulptur vor sein Anwesen gestellt und alle sind glücklich und zufrieden!


---

"Brecht das ab: Provokation Warum ist es auch der Linken nicht ganz wohl bei Philipp Ruchs Aktion gegen Björn Höcke?"
Ein Erklärungsversuch, Michael Angele | Ausgabe 48/2017
https://www.freitag.de/autoren/michael-angele/brecht-das-ab

« Last Edit: November 30, 2017, 07:35:23 AM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #10 on: December 11, 2017, 11:43:09 AM »
"AfD-Politiker Björn Höcke, Deutscher oder Portugiese?" Melanie Reinsch (08.12.2017)
Das Zentrum für politische Schönheit will die DNA von AfD-Politiker Björn Höcke analysiert haben. Sie fragen: Ist der oberste Brandstifter Deutschlands überhaupt Teil seines „lieben deutschen Volkes“? ... Salami-Taktik, so kann man die Vorgehensweise des Künstlerkollektivs Zentrum für politische Schönheit (ZPS) wohl bezeichnen. Seit rund zwei Wochen veröffentlichen die Berliner Künstler alle paar Tage neue Scheibchen ihrer öffentlichkeitswirksamen Protestaktion gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. Jetzt behaupten die Aktivisten, sie hätten die DNA des Rechtsaußen-Manns in einem österreichischen Labor analysieren lassen und dabei „Lustiges“ herausgefunden. Dieses soll nach Aussage der Künstler nämlich herausgefunden haben, dass der AfD-Politiker ein „ausgewanderter Portugiese“ sei und damit – O-Ton Höcke – kein „Abstammungsdeutscher“.
Die Künstler zitieren dabei aus einem angeblichen Gutachten: „Die Datenbank-Suche mit allen 16 DNA-Markern hat vier Treffer ergeben, die allesamt der europäischen Population zuzuordnen sind. Der Treffer in der gemischten Bevölkerung Brasiliens kann als ausgewanderter Portugiese interpretiert werden. Somit wären zwei der Treffer ethnisch in Portugal anzusiedeln, einer in Frankreich, und einer in Nordpolen.“ Höcke sei damit nicht länger „für den völkischen Rassismus in Deutschland“ redeberechtigt, finden die Künstler. ...
http://www.fr.de/kultur/afd-politiker-bjoern-hoecke-deutscher-oder-portugiese-a-1403540


Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #11 on: September 02, 2018, 01:23:16 PM »
Quote
[...] Sie alle fielen darauf rein: Die New York Times, Fox News und Radio Vatikan. Ein kleiner CDU-Ortsverband forderte vor etwa einem Jahr in einem Video Angela Merkel auf, Waffentransporte zu stoppen. Die Medien berichteten darüber. Doch dieser CDU-Ortsverband existierte gar nicht.

Nur das Peng-Kollektiv, ein Zusammenschluss unter anderem von Künstlern und Wissenschaftlern. Sie imitierten in dem Video die CDU. Für diese und andere Aktionen wurden sie am Samstag mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet. Der Preis ehrt Bürgerinitiativen, die sich für den Frieden einsetzen.

Für das Peng-Kollektiv seien die 2.000 Euro „eher ein symbolisches Preisgeld“, erklärte Jean, einer der Initiatoren der Aktion: „Aber uns hilft es wahnsinnig viel, erneut zu wissen, dass die breite Öffentlichkeit unsere Aktion unterstützt.“ Denn der Aachener Friedenspreis untersteht keiner Ideologie.

Er wird von etwa 50 kirchlichen, politischen, gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen, sowie cirka 350 Einzelpersonen getragen. Er zeichnet besonders Bürgerbewegungen „von unten“ aus. So gewann auch eine kolumbianische Menschenrechts- und Entwicklungsorganisation, Concern Universal Columbia, den internationalen Preis.

„Der Aachener Friedenspreis soll den Preisträgern vor allem Öffentlichkeit verschaffen“, erklärt einer der Veranstalter. Somit hat die Kampagne des Peng-Kollektiv das Ziel erreicht, in der Bevölkerung gehört zu werden. Das andere, den Stopp von Kleinwaffen, liegt noch in weiter Ferne: Die SPD will sich zwar laut Wahlprogramm für den Stopp von Kleinwaffen einsetzen, allerdings glaubt Jean, werden sie das „wohl kaum durchsetzen.“
 
Es geht vor allem darum den Artikel 26 des Grundgesetzes zu ändern. Dieser verbietet es, dass Deutschland Handlungen vornimmt, die das „friedliche Zusammenleben der Völker stören.“ Das Peng-Kollektiv will, dass die Politik dieses Gesetz verfeinert. Deswegen imitierten sie die CDU im Video und machten andere Aktionen.

Zum Beispiel ließen sie Bürger auf ihrer Webseite über einen neuen Gesetzesentwurf abstimmen. 80 Prozent forderten einen kompletten Export-Stopp von Kriegswaffen. Als das Peng-Kollektiv diese Gesetzesentwürfe den Politikern schickte, „nahm keiner das ernst“, so Jean.

Auch andere Aktionen gehörten zur Kampagne „Artikel 26“: Das Kollektiv gab sich auch als Heckler & Koch aus und verschickte Briefe an dessen Lieferanten, dass die Waffen zurückgerufen werden sollten. Sie verliehen außerdem einen Friedenspreis an einen Rüstungsmanager. Auch darauf war das Medienecho schon enorm.


Aus: "Aachener Friedenspreis für Peng-Kollektiv: Der letzte Preis für die falsche CDU" Lisbeth Schröder (2. 9. 2018)
Quelle: http://www.taz.de/Aachener-Friedenspreis-fuer-Peng-Kollektiv/!5532731/


Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #12 on: October 23, 2018, 08:16:05 AM »
"„Cop Map“ von „Peng!“ und „Polizeiklasse“ - Polizeigewalt wird sichtbar gemacht" Robert Matthies (22. 10. 2018)
Mit der „Cop Map“ lassen sich verschiedenste Aktivitäten der Polizei melden. Die Aktion soll auf die Ausweitung polizeilicher Befugnisse hinweisen. ... Mit der Aktion wollen die Aktivist*innen die aktuelle Ausweitung polizeilicher Befugnisse kritisieren, eine breite Diskussion darüber anregen – und den Spieß umdrehen. Ziel sei eine „diskursive Umkehrung“ des Begriffs der „drohenden Gefahr“.
Der Kern der Kritik: Das im neuen bayerischen Polizeiaufgabengesetz (PAG) eingeführte und auch in den Polizeigesetznovellen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen auftauchende Konzept der „drohenden Gefahr“ schaffe eine gefährlich schwammige Eingriffsschwelle für präventive polizeiliche Maßnahmen, die das Trennungsgebot von Polizei und Geheimdiensten weiter unterlaufe und Grundrechte massiv einschränke.
Wo bislang eine Gefahr konkret gegeben sein musste, genügt nun eine potenzielle Gefahr, damit die Polizei einschreiten darf. Wann die gegeben ist, liegt allein im subjektiven Ermessen der Polizist*innen. Für die Abwehr zukünftiger Gefahr steht die gesamte Bandbreite an Überwachungsmaßnahmen bereit. Willkür werde so weiter Tür und Tor geöffnet, sagt Nina Los von „Peng!“. Polizeigewalt ließe sich mit Verweis auf die „drohende Gefahr“ noch leichter rechtfertigen.
Neu ist das Problem zwar keineswegs, stellen die Aktivist*innen klar: Für bestimmte soziale Gruppen habe sich die Polizei immer schon als willkürliche und gewalttätige Organisation dargestellt. People of Color, Obdachlose, Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus, Sexarbeiter*innen und andere „übliche Verdächtige“ würden regelmäßig aufgehalten, kontrolliert, schikaniert und seien auch physischer Gewalt durch Polizist*innen ausgesetzt.
Die Ausweitung der Befugnisse betreffe aber auch Menschen, die bislang von Polizeiübergriffen verschont geblieben sind, betont Nina Los: „Jetzt ist der Moment, wo man über eine Kritik am bayerischen Polizeiaufgabengesetz hinaus eine breitere Kritik an der Institution Polizei üben muss“, sagt sie.
Das Tool solle die Problematik in zwei Richtungen sichtbar machen. Zum einen ermögliche die „Cop-Map“ jenen Gruppen, die immer schon von der Polizei im Alltag traktiert worden sind, ganz praktisch unangenehme Begegnungen mit Polizist*innen zu vermeiden – und allen anderen, ganz praktisch einzugreifen.
Andererseits gehe es darum, dem polizeilichen „Crime Mapping“ ein „Counter Mapping“ entgegenzusetzen, sagt Los. Mit den erhobenen Daten könne das enorme Ausmaß von Polizeipräsenz sichtbar gemacht und polizeilichen Taktiken im öffentlichen Raum aufgezeigt werden. So werde sie auch für jene anschaulich, für die die Bedrohung durch willkürliche Polizeigewalt bislang nur abstrakt ist.
„Letztlich“, sagt Los, „geht es um die Frage: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Wollen wir uns eine solche Institution wirklich leisten?“
http://www.taz.de/Cop-Map-von-Peng-und-Polizeiklasse/!5544630/

Quote
modulaire, 10:15

Bleibt zu hoffen, dass zu wenig Leute mitmachen, um diese Plattform wirklich "nützlich" zu machen. Immer wieder erstaunlich, dass solche Kollektive überhaupt kein Problem damit haben, Kriminellen und Straftätern zu helfen, die am ehesten von solchen Aktionen profitieren.


Quote
Life is Life, 12:05

@modulaire Nein, genau darum geht es hier nämlich nicht!

Es geht hier nämlich nicht um "Kriminelle" und "Straftäter", sondern um Menschen, die ohne hinreichenden Verdacht kriminalisiert werden, weil sie eine andere Hautfarbe haben, z.B.
Es ist genau diese Denke, dass "schon etwas dran sein wird", wenn die Polizei tätig wird, die es ermöglicht solche Gesetze zu machen. ...


-

Body-Cams, präventive Überwachung deiner Kommunikation und Datenmanipulation, DNA-Analysen für Racial Profiling und unbegrenzte präventive Haft ohne Pflichtverteidiger*innen: das neue Polizeiaufgabengesetz (PAG) in Bayern hat es in sich. Aber nicht nur Bayerns Polizei wird aufgerüstet. Deutschlandweit werden derzeit die Befugnisse der Polizei extrem ausgeweitet. Zentral für die Rechtfertigung der Polizeieingriffe in die Grundrechte von Menschen ist unter anderem das vage Konzept der „drohenden Gefahr“.
Eine „drohende Gefahr“ ist, was die Polizei als potentiell gefährlich einstuft, auch ohne konkreten Anlass. ...
Die Polizei, von manchen als „Freund und Helfer“ wahrgenommen, stellt für andere schon immer eine willkürliche und gewalttätige Institution dar, vor der es sich im Alltag immer wieder zu schützen gilt. People of Color, Obdachlose, Personen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus, alternativ aussehende Menschen, Drogennutzer*innen, Ultras, Sexarbeiter*innen werden oft als Verdächtige behandelt und regelmäßig von Polizist*innen aufgehalten, kontrolliert und schikaniert oder gar physischer Gewalt ausgesetzt.
Mit dem neuen bayerischen PAG, dem härtesten Polizeigesetz seit 1945, wurden die Kontroll- und Eingriffsbefugnisse von Polizeibeamt*innen massiv ausgeweitet. Das Gesetz gewährt den Polizeibeamt*innen die derzeit weitreichendsten Befugnisse im Vergleich zu anderen Bundesländern und soll diesen in Zukunft zugleich als Blaupause dienen. Darunter leiden weiterhin besonders diejenigen Menschen, für die Polizist*innen schon immer eher Gefahr als Sicherheit und Anlass zur Freude bedeuten.
https://www.drohende-gefahr.de/


Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #13 on: December 03, 2018, 12:33:49 PM »
Quote
[...] T. war im Frühsommer verhaftet worden, kurz nach Franco A. Er soll in Wien dabei gewesen sein, als A. dort eine Pistole auf dem Flughafen versteckte. Außerdem soll er A. gedeckt und gegenüber Vorgesetzten entschuldigt haben, wenn A. nicht bei seiner Einheit erschien, weil er sich bei anderen Behörden als Flüchtling ausgab. Und T. soll eine Liste geschrieben haben. "Politik und Medien" ist sie überschrieben, verzeichnet sind darauf Namen von Politikern und Organisationen. Unter anderem stehen Alt-Bundespräsident Joachim Gauck, der frühere Justiz- und heutige Außenminister Heiko Maas oder das Zentrum für Politische Schönheit auf dieser Liste. Sie könnte, so vermutet es die Bundesanwaltschaft, mögliche Anschlagsziele enthalten.   T. selbst antwortete nicht auf Fragen zu diesen Vorwürfen. Seine Anwälte bestreiten aber, dass er in eine Anschlagsplanung verwickelt ist. ...


Aus: "Fall Franco A. - Terrorverdächtiger arbeitet für AfD-Bundestagsabgeordneten" (19.04.2018)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/fall-franco-a-terrorverdaechtiger-arbeitet-fuer-afd-bundestagsabgeordneten/21191688-all.html

---

"Zentrum für Politische Schönheit: Neonazis beim Chef denunzieren" Alexander Fröhlich (03.12.2018)
Das "Zentrum für Politische Schönheit" hat eine neue Aktion in Berlin gestartet. Und die dürfte neue Debatten darüber auslösen, was Kunst darf und was nicht. Denn jetzt betreibt die Aktivistengruppe ganz offen Denunziation und bildet Teilnehmer von rechten Demonstrationen ab. "Ein Jahr nach dem Holocaust-Mahnmal vor dem Haus von AfD-Fraktionschef Björn Höcke ist es soweit: Wir haben etwas zur Aufklärung von Chemnitz beizutragen!", heißt es in einer Stellungnahme der Gruppe.
Am Montag stellte Gruppe eine Installation vor dem Reichstag auf. Auf der am Morgen freigeschalteten Internetseite „Soko Chemnitz“ rufen die Aktivisten dazu auf, Teilnehmer rechter Demonstrationen in Chemnitz zu identifizieren und zu melden. Zu Bildern von Demonstrationsteilnehmern heißt es: „Gesucht: Wo arbeiten diese Idioten.“ Die Gruppe ruft zudem auf: „Arbeitgeber positioniert Euch. Unternehmen zeigen Haltung. Standortfaktor Menschlichkeit.“... Nach Holocaust-Mahnmal Bornhagen, Die Toten kommen und Flüchtlinge fressen startet das Zentrum für Politische Schönheit am nächsten Montag seine neue Aktion."
https://www.tagesspiegel.de/berlin/vor-reichstag-in-berlin-zentrum-fuer-politische-schoenheit-neonazis-beim-chef-denunzieren/23686530.html

Quote
uwemohrmann 12:13 Uhr
Was passiert,
wenn der Chef selbst nen Nazi ist??? Befördert der den dann.
Abgesehen davon, finde ich Denunziantentum widerlich. Allerdings, was die machen mit dem Lehrerportal machen, ist ja auch nicht besser....


Quote
lassed 11:53 Uhr

Das geht eindeutig zu weit.


Quote
Lanarkon 11:41 Uhr
Idiot sein manifestiert sich nicht nur in der Gesinnung. Die Mehrheit der Menschen sind Idioten. Minimum 50% +1. Möglicherweise, den Arbeitsplatz durch Denunziantentum zu verlieren, provoziert Rachegelüste. Ergo - kein guter Plan.


Quote
narrow 11:39 Uhr
Vorschlag:

der Tsp informiert wieder mal - nach diesem Text hier

Geheime Gruppen auf Facebook Wo Rechtsextreme ungestört zum Mord aufrufen
 
https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/geheime-gruppen-auf-facebook-wo-rechtsextreme-ungestoert-zum-mord-aufrufen/14008436.html

über die Aufrufe der Neonazis, Linke und "Andersartige" zu jagen - etwas direkter als Gaulands vornehmes "Wir werden sie jagen"

https://www.br.de/bundestagswahl/afd-politiker-gauland-ueber-merkel-wir-werden-sie-jagen-100.html

Ein "Erfolg" dieser schon etliche Jahre andauerenden Jagd war gestern ganzseitig zu lesen - bisher ohne rechte Beteiligung:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/opfer-rechter-gewalt-dieses-jahr-war-ganz-schlecht/23706514.html

Aber wahrscheinlich brüten die Nenonazis noch über den Taten ihrer Vorfahrenvorbilder - arte vom letzten Dienstag:

https://dokunation.de/2018/11/die-grauen-der-shoah-mentiert-von-sowjetischen-kameramaennern-arte/


Quote
Zimbo 11:34 Uhr
Leider befinden wir uns mittlerweile in einer Gesellschaft, in welcher scheinbar jede politische Strömung meint, den jeweiligen politisch Andersdenkenden denunzieren zu müssen.

Was will man erwarten, wenn man in einer Stadt lebt, in welcher der Bürger schon aufgefordert wird, Ferienwohnungenbetreiber zu denunzieren und ein Meldeportal einrichtet.


Quote
Seriamente 11:33 Uhr
Wunderbare Aktion! Sie bekämpfen Nazis mit ihren eigenen Methoden und machen es Ihnen dadurch unmöglich, sie zu kritisieren, ohne sich selbst zu kritisieren. Next level Antifa-Kunst.


Quote
2010ff 11:14 Uhr
Wenn es sich um einen Anhänger der FDP oder der CDU handeln würde, käme dann auch das Wort anschwärzen zur Anwendung?

Würde ein CDU-Anhänger bei seinem Arbeitgeber "angeschwärzt"?

Bestenfalls würde man von einem Outing oder ähnlichem sprechen.

Die Neonazis, die hier geoutet werden, wurden bei einer Demonstration aufgenommen.

    Eine Demonstration (von lateinisch demonstrare, zeigen, hinweisen, nachweisen, Kurzform: Demo) im politischen Sinne ist eine in der Öffentlichkeit stattfindende Versammlung mehrerer Personen zum Zwecke der Meinungsäußerung.

Eine Demonstration ist also nichts anderes als ein Selbst-Outing. Man offenbart sich und seine Meinung. Dies geschieht nicht auf äußeren Zwang, nein, im Gegenteil. Wer demonstriert, macht dies aus intrinsischen Motiven. Man will sich zeigen und man will gesehen werden. Und dies geschieht ohne schlechtes Gewissen, ohne innere Nöte, denn schließlich wird niemand in Deutschland gezwungen, persönlich sein Gesicht bei einer Demonstration auszustellen.

Die Aktion des Zentrums für politische Schönheit kommt dem Wunsch einiger Neonazis nach, mit ihrem Bekenntnis erkannt zu werden. Der Wirkungsradius ihrer Gesinnung wird vergrößert.

Einem echten Demo-Neonazi sollte das Grund genug sein, mit großer Dankbarkeit auf diese Unterstützung zu reagieren.


Quote
Pat7 10:55 Uhr
Jetzt bin ich auf die Reaktionen derer gespannt, die Denunziation durch und über die AfD begrüßen.

Manchmal soll es helfen den Gegner mit den eigenen Waffen zu schlagen. Doch meiner Meinung nach heiligt der Zweck nicht immer die Mittel.

Jedenfalls dann nicht, wenn man sich dazu auf das Niveau der Demokratiefeinde begeben muss. Ob nun beim Sprachgebrauch oder den Methoden.

Aber wenigstens nennen die das Kind beim richtigen Namen: Denunziation.


...
« Last Edit: December 04, 2018, 09:09:17 AM by Link »

Link

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Posts: 2092
    • View Profile
Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Reply #14 on: December 06, 2018, 06:44:30 PM »
Danke, liebe Nazis
6 Monate Gedanken, 3 Monate Recherche, 1 riesiges Team und am Ende nur eine Frage: Wer von Euch, liebe Nazis, war dabei. Mit 1.552 ermittelten Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten wir einen Großteil identifizieren. – Aber nicht alle.
Dann kam uns eine Idee…
Wäre es möglich, das bereits gewonnene Wissen als Waffe einzusetzen, um mit Eurer Hilfe an den Rest zu kommen? Wir arbeiteten mit Experten der Bilderkennung, künstlichen Intelligenz und Algorithmik. Und wir bauten eine Webseite mit einem einzigen Ziel: Ihr liefert uns Euer gesamtes Netzwerk selbst aus und zwar ohne es zu merken. Das wichtigste Element dieser Seite: die Suchfunktion. Über die Suche habt Ihr uns mehr mitgeteilt, als öffentlich zugängliche Quellen je verraten hätten.
Methode
Jedem Besucher der Seite wurde ein zufälliges Sample aus nur 20 Profilen pro Kategorie ausgespielt. Viele von Euch braunen Mobbern haben dann sofort die Suchfunktion genutzt und oftmals zuerst den eigenen Namen gesucht. Die Suchdaten wurden gemäß Datenschutzbestimmung wie bei allen Web-Suchdiensten mitgeloggt und einer pseudonymisierten Benutzerkennung zugewiesen. Als nächstes haben mehr als 62 Prozent der relevanten Besuchergruppe unsere Datenbanken nach Familienangehörigen durchforstet, bevor im Schnitt nach 6,72 Freunden oder Bekannten gesucht wurde. ...
Je nach Anfrage haben wir bei erneutem Besuch oder Reload (ja, deshalb haben wir nur 20 Profile ausgespielt und um Reload gebeten) ein neues Sample angezeigt. Die Suchanfrage förderte nicht nur jede Menge vollständiger Namen zutage, sondern auch Wahrscheinlichkeitswerte: wenn Du uns einen von 1.500 Namen gibst, die wir schon kennen (insbesondere, wenn er nicht ganz so prominent oder gar nicht bekannt ist), dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du mehr von dem weißt, was wir wissen wollen. Die Datensätze boten die einmalige Möglichkeit, das „Netzwerk Chemnitz“ auszuleuchten. Mittels Netzwerkanalyse und Datenvisualisierung waren Freundeskreise, Knotenpunkte, Mitläufer und Aufenthaltsorte relativ einfach auswertbar. Die Ausgangsprofile haben wir gescored und die Scoring-Werte färbten wiederum auf die Gewichtung der Gesuchten ab.
Danke für das vorzeitige Weihnachtsgeschenk!
(Stand: 6.12.2018).
https://soko-chemnitz.de/.

-

"Zentrum für politische Schönheit: Künstlergruppe schaltet umstrittene Website ab" (6. Dezember 2018)
Mit der Aktion "Soko Chemnitz" wollten Aktivisten die Teilnehmer rechter Aufmärsche identifizieren. Eine Falle, teilten sie nun mit. Die Szene habe sich selbst enttarnt. ...
https://www.zeit.de/kultur/2018-12/zentrum-fuer-politische-schoenheit-onlinepranger-abgeschaltet-falle-rechtsextreme

Quote
links-rechts-Drehwurm #35

Also quasi das was Facebook die ganze Zeit macht....


Quote
Europäischer freier Demokrat #18

"... Denn den Aktivisten zufolge folgten die meisten Suchanfragen einem Muster: So hätten die meisten Nutzer zunächst nach ihrem eigenen Namen gesucht und damit ihre Identität verraten.
"Als Nächstes haben mehr als 62 Prozent der relevanten Besuchergruppe unsere Datenbanken nach Familienangehörigen durchforstet, bevor im Schnitt nach 6,72 Freunden oder Bekannten gesucht wurde", ..."

Wie naiv, ja dumm kann man sein?!


Quote
CornelPanic #19

"Denunzieren Sie noch heute Ihren Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannten und kassieren Sie Sofortbargeld."

Wer auf sowas reinfällt, nimmt auch Mails aus Nigeria für bare Münze.


Quote
Ich_fahre_Fahrrad #19.1

Vielleicht kommt daher der Hass auf farbige :-)


Quote
Romara #16

"Denn den Aktivisten zufolge folgten die meisten Suchanfragen einem Muster: So hätten die meisten Nutzer zunächst nach ihrem eigenen Namen gesucht und damit ihre Identität verraten."

Demnach wäre jeder, der sich auf diesen Seiten getummelt hat, ein Neonazi. Welcher Schwachsinn!


Quote
Dogu #16.1

Wieso sollte jemand, der nicht in Chemnitz war, seinen Namen dort eingeben? Also ich hatte da keine Veranlassung.


Quote
jo.jo #6

Well played! *Kisses to all of us fools*


Quote
Bostonsilver #14

Haha, sehr gute Aktion! Bezeichnend ist aber leider, dass es recht schnell eine Durchsuchung des angemieteten Büros der sächsischen Polizei gab unter Angabe von recht fadenscheinigen (es wurden rechte Aktionen angekündigt) Gründen.

Ich hoffe sehr, dass auch in Sachsen die Menschen endlich aufwachen und dabei mithelfen, den braunen Sumpf trocken zu legen.


Quote
cymex #3.2

Mich beschleicht das Gefühl, dass der wahre Hintergrund der Aktion ist die Demokratiefeinde auf Seiten der Linken zu identifizieren und nicht die der Rechten. Ein Spiegel der aufzeigt wie weit die angeblich „Guten“ bereit sind zu gehen, um den politischen Feind zu bekämpfen.
Und es ist erstaunlich wieviele selbsternannte Retter der Demokratie Nazi- und Stasimethoden plötzlich gut heißen, wenn diese sich gegen die vermeintlich Bösen richtet.

Doch nichts aus der Geschichte gelernt. Schade.
Vielleicht doch eine Klasse Aktion.


Quote
MattHighAs #3.3

"Mich beschleicht das Gefühl, dass der wahre Hintergrund der Aktion ist die Demokratiefeinde auf Seiten der Linken zu identifizieren..."

Gaaaanz bestimmt. Alles wird gut.


Quote
Karl Lauer #3.8

Ich bin versucht, für jeden wutentbrannten Post von Ihren, einen Euro zusätzlich an das ZPS zu spenden. Da kommt gut was zusammen :-)


Quote
CheekyCornflakes #3.10

Ich bin versucht, für jeden wutentbrannten Post von Ihren, einen Euro zusätzlich an das ZPS zu spenden. Da kommt gut was zusammen :-)

Ich könnte Sie dann quasi in die Privatinsolvenz kommentieren. Führen Sie mich nicht in Versuchung! ...


Quote
F00bart #3.13

Das ZPS spielt doch genau das Spiel, dass die AfD groß gemacht hat, aber das ZPS spielt besser, weil sie schlauer sind. Das tut natürlich weh.

Die haben 4 Parteien gleichzeitig an der Nase herumgeführt:

- die Nazis (sorry, ich meinte natürlich die besorgten Demonstranten) und deren Sympathisanten, die sich natürlich als Opfer betrachten und finden, dass das ganz was anderes ist als der Lehrerpranger oder die Todeslisten der Nazis (siehe z.B. Franco A. und Andre S.)

- die Presse, die dem ZPS wie gewünscht die Aufmerksamkeit besorgt hat, indem sie die Aktion von Anfang an stark kritisiert hat, ohne zu wittern, dass da noch was nachkommen muss, und die sich die Webseite nichtmal genau angesehen hat, da hätte man schon merken können, dass es nur wenige Profile gibt, und wohl nur Bilder von AfD-Abgeordneten zeigen

- diejenigen Linken, die der Ansicht waren, dass man gegen Nazis schon problemlos deren eigene Methoden anwenden kann

- die Staatsorgane, vornehmlich im Lande Sachsen, die ihren Job nicht machen und dann in dieser Angelegenheit das Recht beugen. Die Polizei hatte wohl Angst, dass auch rechte Polizisten enttarnt werden

Und das Ganze macht das ZPS ohne Angst vor der Öffentlichkeit, im Wissen dass die Nazis sehr schnell gewalttätig werden, wenn ihnen die Argumente ausgehen.

Das ZPS hat durch diese Aktion nicht an Glaubwürdigkeit verloren, sondern erneut demonstriert, dass sie sowohl den Verstand als auch die handwerklichen Fähigkeiten besitzen, große Kunst zu machen.


Quote
Karl Josef Schleidweiler #7

Wenn diese Aktion zum Erwachen - auf allen Ebenen - beitrüge,
wäre sie sinnvoll gewesen:
Enttarnung und Selbstoffenbarung könnten (Selbst-?)Erkenntnisse bringen.


Quote
MischaS #28

..also jeder, der von irgendwem auf dieser Webseite gesucht wurde, vom bösen Nachbarn, von Journalisten oder den "Künstlern" selber, gerät jetzt in Nazi Verdacht? Ein Trojaner zur Rasterfahndung also..


Quote
tRiddle #28.1

Ach MischaS, sie sind doch sonst nicht so penibel, wenn es um die Wahrheitsfindung geht. :)