Author Topic: Anarchie (Versuche zur Herrschaftlosigkeit)...  (Read 12798 times)

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Anarchie (Versuche zur Herrschaftlosigkeit)...
« on: December 27, 2008, 11:24:20 PM »
Anarchismus (abgeleitet von griechisch ἀναρχία „Herrschaftslosigkeit“; Derivation aus α privativum und ἀρχή, „Herrschaft“) ist eine politische Ideenlehre und Philosophie, die Herrschaft von Menschen über Menschen und jede Art von Hierarchie als Form der Unterdrückung von individueller und kollektiver Freiheit ablehnt. Daher wird von seinen Anhängern eine anarchistische Gesellschaft als freiwilliger Zusammenschluss von selbstbestimmten Individuen und Kollektiven propagiert. Unter der Anarchie in diesem Verständnis wird damit die Aufhebung hierarchischer Strukturen in einem umfassenden Sinn – bis hin zur Auflösung der staatlichen Organisiertheit der menschlichen Gesellschaft – verstanden. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Anarchismus


Diese Kategorie dient für Personen, die Schriften vorgelegt und Taten ausgeführt haben, die mit dem Anarchismus im Zusammenhang stehen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Person_des_Anarchismus


Bibliothek der Freien
http://www.bibliothekderfreien.de/

Jörg Bergstedt (* 2. Juli 1964 in Bleckede) ist ein Ökoaktivist, Buchautor und Anarchist aus Mittelhessen (Reiskirchen/Saasen).
http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Bergstedt

Die Anarchopedia ist das offene Wissensportal von AnarchistInnen für AnarchistInnen und am Anarchismus interessierte Personen...
http://deu.anarchopedia.org/Hauptseite

Robert Anton Wilson (eigentlich Robert Edward Wilson; * 18. Januar 1932 in Brooklyn; † 11. Januar 2007 in Capitola bei Santa Cruz, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Bestsellerautor, Philosoph und Anarchist. Berühmt wurde er unter anderem durch seine Romantrilogie Illuminatus! - Inhaltlich pflegte Wilson ein breites Spektrum von Sujets aus der Quantenmechanik, der Drogen-Subkultur und der Welt der geheimen Initiationsorden. Sein immer wiederkehrendes Thema ist dabei die Relativität der Wahrheit und der Grenzbereich zwischen Rauschzuständen und mystischen Erfahrungen. Dies brachte auch ein Interesse an solchen Phänomenen mit sich, die sich in das bestehende Wissenssystem nicht einordnen lassen. Er betonte in Referenz auf Alfred Korzybski oft, dass unsere Vorstellungen von der Welt nur eine Annäherung an diese darstellen. Er warb daher stets für eine Form von grundsätzlichem Agnostizismus, die er als Modell-Agnostizismus bezeichnete. Dieser sollte unter anderem Menschen bei ihrer "Selbst-Programmierung" hin zu größerer Bewusstheit und Freiheit unterstützen. Eines seiner Mittel war die Erschütterung vertrauter Weltbilder. Vieles in seinen Büchern dient der Verunsicherung des Lesers. Er versucht, seinen Lesern ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber allen „Autoritäten“, seine eigenen Ideen eingeschlossen, nahezubringen.
Schon in den 1980ern entwarf Wilson Ideen zu einem heute immer breiter diskutierten Bedingungslosen Grundeinkommen, wobei er als Endstufe große Investitionen auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung vorschlug [4]. Er sah auch das Internet als eines der bedeutendsten Werkzeuge zur Weiterentwicklung der menschlichen Intelligenz an. Wer einer solchen Menge sich widersprechender Signale ausgesetzt ist, muss früher oder später beginnen, selbst zu denken, so folgert er mit Augenzwinkern.
http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Anton_Wilson


"Anarchie als praktische Herausforderung"
Horst Stowassers Lesebuch "Anarchie!" informiert über Idee, Geschichte und Perspektive der Idee des Anarchismus
Von H.-Georg Lützenkirchen - Besprochene Bücher / Literaturhinweise
literaturkritik.de » Nr. 2, Februar 2008 » Politik und Geschichte
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=11579


Horst Stowasser (* 7. Januar 1951 in Wilhelmshaven) ist Autor und Anarchist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Stowasser


Michail Alexandrowitsch Bakunin
Bakunins politische und philosophische Positionen veränderten sich im Laufe seines Lebens: Als junger Mann vertrat er stark religiös geprägte und panslawistische Ansichten, kehrte später davon ab und entwickelte auf der Basis des erkenntnistheoretischen Materialismus die Idee eines anti-autoritären Sozialismus und kollektivistischen Anarchismus. Dieses Gemeinschaftswesen sollte ein Leben in größtmöglicher Autonomie und Chancengleichheit ermöglichen, und ein Tauschsystem etablieren, welches jedem Menschen den vollen Anteil am Produkt seiner eigenen Arbeit garantiert. Der Wandel zum Anarchisten zeichnet sich in den Schriften ab, die er von 1864 bis 1867 verfasste, also seiner Zeit in Italien. Dort formulierte er bereits seine Ideen, für die er in der Internationale einstand und die er in Gott und der Staat oder Staatlichkeit und Anarchie niederschrieb. Dennoch strebte Bakunin keine ausgearbeitete Theorie an, „denn jede absolute Theorie wird nie verfehlen, in praktischen Despotismus und Ausbeutung umzuschlagen.“ ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Alexandrowitsch_Bakunin

Projekt Revolutionäre Perspektive
http://prp-hamburg.org/

Als Anarchistische Gruppe Neukölln haben wir drei öffentliche Termine in der Friedel 54.
Jeden 3. Dienstag im Monat machen wir eine Küche für Alle, bei der wir meistens einen Film bzw. eine Doku im Kinoraum zeigen.
https://anarchistischegruppe.noblogs.org/

Anarchistisch-pazifistische Monatszeitung für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft.
http://www.graswurzel.net/


The scope of the Anarchist Library project is enormous. It will be a central website for all anarchist texts. Our collection eventually will consist of every digitally-available anarchist book, essay, story and article. We will be using only Free Software and Open Formats to produce typographically accurate, easy to parse, clean textual treatments of anarchist texts. ...
http://theanarchistlibrary.org/


Zusammengestellt werden diese Seiten von einem lockeren libertären Zusammenhang von Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Einige von uns waren aktiv beim Libertäres Forum Frankfurt, das sich als öffentlich ansprechbare Gruppe im Jahre 1997 auflöste, bzw. bei der FAU Frankfurt. Beide Gruppen waren im Trägerkreis des libertären Treffs DEZENTRAL, Frankfurt/Main. Das DEZENTRAL wurde Ende Mai 1999 aufgelöst. Die Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU), Ortsgruppe Frankurt trifft sich jeden Sonntag ab 19 Uhr in der Mühlgasse 13, 60486 Frankfurt-Bockenheim. ...
http://www.anarchismus.de/
« Last Edit: June 26, 2018, 09:46:31 AM by Link »

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Anarchie :: Versuche zur Herrschaftlosigkeit...
« Reply #1 on: May 11, 2010, 04:52:40 PM »
Hans Manfred Bock – Syndikalismus und Linkskommunismus von 1918-1923 (1969)
31. Juli 2010, eBooks, Anarchismus und Syndikalismus
http://raumgegenzement.blogsport.de/2010/07/31/ein-klassiker-hans-manfred-bock-linkskommunismus-und-syndikalismus-1969/

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"Wehe dem Menschen, der verstockt auf einem Standpunkt steht! Er wächst darauf fest, und seinem Geiste knicken die Schwingen ab." - Brevier für Menschen. In: Sammlung 1898-1928. Berlin: J. M. Spaeth Verlag, 1928. S. 232

Erich Kurt Mühsam (* 6. April  1878 in Berlin; † 10. Juli 1934  in Oranienburg) war ein deutscher politischer Aktivist, Anarchist, Publizist  und Schriftsteller. Nach einflussreicher politischer und publizistischer Tätigkeit wurde er von den Nationalsozialisten im KZ Oranienburg ermordet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_M%C3%BChsam


Erich Mühsam, 1878 bis 1934, Dichter und Anarchist. Erich Mühsam war führend beteiligt an der anarchistischen Münchner Räterepublik, verbrachte danach mehrere Jahre in Festungshaft. Erich Mühsam kämpfte in der Weimarer Republik in der Roten Hilfe für die Freilassung politischer Gefangener. In der Nacht des Reichstagsbrandes wurde er verhaftet. In der Nacht vom 9. zum 10. Juli 1934 wurde er von der bayerischen SS-Wachmannschaft des KZ Oranienburg ermordet.
http://www.muehsam.de/


"Zeitreisen: Rebell im Familienidyll" von Lea Albring am 24. März 2016
Wer sich fügt, der lügt: der Schriftsteller und Aktivist Erich Mühsam hat diesen Satz in radikaler Konsequenz gelebt. 1934 wurde er im KZ Oranienburg ermordet. Zuvor verbrachte er seine letzten Jahre in Neukölln. Ein Blick auf seine Britzer Zeit – und das grausame Danach. ...
http://www.neukoellner.net/zeitreisen/rebell-im-familienidyll/
« Last Edit: March 24, 2016, 01:05:54 PM by Link »

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Anarchie :: Versuche zur Herrschaftlosigkeit...
« Reply #2 on: May 11, 2010, 05:11:48 PM »
Otto Hans Adolf Gross (* 17. März 1877  in Gniebing bei Feldbach, Steiermark; † 13. Februar 1920 in Berlin) war ein österreichischer  Psychiater, Psychoanalytiker und Anarchist. Gerhard M. Dienes, Kurator der Grazer Ausstellung Die Gesetze des Vaters, kommentiert zusammenfassend das organisierte Vergessen:
    "Otto Gross gehörte dem Kreis von Freuds abgefallenen Schülern an. Er stellte nicht die Sexualität, sondern deren Konfliktsmodelle (sic!) in das Zentrum der Psychoanalyse. Er war es, der die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Psychoanalyse lange vor Wilhelm Reich in den Vordergrund gestellt hat. Er war der erste Gesellschaftskritiker unter den Psychoanalytikern."
Aber auch Anarchisten und Literaten, die zu Gross' Lebzeiten mit ihm in Kontakt standen, diskutierten seine Ideen nicht weiter. Zwar plante Franz Jung schon für das Jahr 1923 eine Ausgabe der Schriften von Otto Gross im Berliner Verlag Erich Reiss. Für die Sammlung verfasste er sogar ein Vorwort unter dem Titel Von geschlechtlicher Not zur sozialen Katastrophe. Das Buchprojekt kam nicht zustande.
Ein halbes Jahrhundert später traf es den Berliner Antiquar Hansjörg Viesel „wie ein Schlag“, als er nach vielen Jahren gründlicher Befassung mit der Geschichte des Anarchismus ausgerechnet in einem Buch von Carl Schmitt das erste Mal auf den Namen Otto Gross stieß:
    "Jede Souveränität handelt, als wäre sie unfehlbar, jede Regierung ist absolut − ein Satz, den ein Anarchist, wenn auch aus ganz anderer Absicht, wortwörtlich ebenso hätte aussprechen können... Alle anarchistischen Lehren, von Babeuf bis Bakunin, Kropotkin und Otto Groß (sic!), drehen sich um das eine Axiom: le peuple est bon et le magistrat corruptible." ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Gross


International Otto Gross Society
Who was Otto Gross? - Some praised Otto Gross (1877-1920) as a highly gifted analyst, a brilliant scholar and philosopher while others had him committed as a dangerous lunatic and had him declared legally incompetent for the rest of his life. ...
http://www.ottogross.org/

« Last Edit: June 30, 2015, 02:46:06 PM by Link »

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Versuche zur Herrschaftlosigkeit...
« Reply #3 on: September 12, 2012, 10:02:08 PM »
Voltairine de Cleyre (* 17. November 1866 in Leslie, Michigan; † 20. Juni 1912 in Chicago) war eine US-amerikanische Autorin und Anarchistin. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Voltairine_de_Cleyre


Anarchismus ohne Adjektive (von sp. anarquismo sin adjetivos) bezieht sich in den Worten des Historikers Esenwein auf eine „Form des Anarchismus' ohne Bindestrich, also eine Lehre ohne beschreibendes Etikett wie kommunistisch, kollektivistisch, mutualistisch oder individualistisch. Andere verstanden darunter, die Koexistenz der verschiedenen anarchistischen Schulen zu tolerieren.“ ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Anarchismus_ohne_Adjektive



Unter Postanarchismus werden verschiedene theoretische Auseinandersetzungen mit poststrukturalistischen und postmodernen Theorien aus anarchistischer Perspektive zusammengefasst. Der Postanarchismus stellt keine kohärente Theorie dar, sondern umfasst wie der Poststrukturalismus (Michel Foucault, Gilles Deleuze), der Postfeminismus (Judith Butler) und der Postmarxismus (Ernesto Laclau, Chantal Mouffe) eine ganze Reihe unterschiedlicher theoretischer Auseinandersetzungen.
Das Präfix Post steht für eine Infragestellung und Verwerfung von einigen Grundannahmen des klassischen Anarchismus. Anarchistische Ziele werden nicht aufgegeben, sondern es geht darum „die gesellschaftlichen Transformationen der letzten Jahrzehnte, die neuen Erkenntnisse und gesellschaftlichen Diskurse kritisch zu reflektieren.“...
http://de.wikipedia.org/wiki/Postanarchismus

Postanarchismus setzt sich mit poststrukturalistischen und postmodernen Theorien aus anarchistischer Perspektive auseinander. Es geht dabei um eine Aktualisierung anarchistischer Theorie und Praxis. ...
http://www.postanarchismus.net/

anarchistische föderation berlin
http://afb.blogsport.de/

Forum deutschsprachiger Anarchist*innen
organisiert in der Internationale der anarchistischen Föderationen
http://fda-ifa.org/

Das A-​Ra­dio ist ein Zu­sam­men­schluss ver­schie­de­ner Ber­li­ner An­ar­chis­t_in­nen, die ge­mein­sam Ra­dio­bei­trä­ge mit li­ber­tä­ren In­hal­ten er­stel­len. Wir ori­en­tie­ren uns dabei an den Grund­sät­zen der ge­gen­sei­ti­gen Hilfe und So­li­da­ri­tät sowie des Wi­der­stands gegen jede Form von Dis­kri­mi­nie­rung, Un­ter­drü­ckung und Herr­schaft. ...
http://aradio.blogsport.de/



« Last Edit: December 31, 2013, 03:47:59 PM by lemonhorse »

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David Graeber...
« Reply #4 on: November 01, 2012, 05:01:50 PM »
David Rolfe Graeber (* 12. Februar 1961) ist ein amerikanischer Ethnologe und Anarchist. Er lehrt am Goldsmiths College der University of London.
David Graeber ist Autor von Fragments of an Anarchist Anthropology (dt. Fragmente einer anarchistischen Anthropologie, erschienen als Frei von Herrschaft) und Towards an Anthropological Theory of Value: The False Coin of Our Own Dreams (dt. In Richtung einer anthropologischen Theorie des Werts: Die falsche Münze unserer Träume). Ausgiebige Feldforschungen in Madagaskar resultierten in seiner Doktorarbeit The Disastrous Ordeal of 1987: Memory and Violence in Rural Madagascar (dt. Die katastrophale Tortur von 1987: Erinnerung und Gewalt im ländlichen Magadaskar), in der Graeber sich mit der anhaltenden sozialen Spaltung zwischen den Nachfahren des Adels und den Nachfahren ehemaliger Sklaven befasst. Seit Mai 2005 arbeitete Graeber an der Herausgabe zweier Bücher: Reinventing Revolution (dt. Revolution neu erfinden, erschienen als Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus) und Direct Action: An Ethnography (dt. Direkte Aktion: Eine Ethnografie).
Graeber ist ein bekannter sozialer und politischer Aktivist, der an den Protesten des Weltwirtschaftsforums in New York City (2002) teilnahm. Darüber hinaus ist er Mitglied der Gewerkschaft Industrial Workers of the World und der Internationalen Organisation für eine Partizipatorische Gesellschaft ...
https://de.wikipedia.org/wiki/David_Graeber

https://en.wikipedia.org/wiki/David_Graeber


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David Graeber "Das ist purer wirtschaftlicher Sadismus"
In der Euro-Krise gibt es kein ökonomisches, sondern vor allem ein moralisches Problem, sagt der Anarchist David Graeber. Der Schuldenkapitalismus ist für ihn am Ende.  Von David Hugendick
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-07/david-graeber

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"Revolution noch ohne Megaphon" Von Felix Stephan (01.11.2012)
Die westliche Ideologie des Marktes basiert auf falschen Grundannahmen: David Graebers Studie "Die falsche Münze unserer Träume" weist den Weg zu Occupy. ...
http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012-10/David-Graeber-Die-falsche-Muenze-unserer-Traeume

Wert, Tausch und menschliches Handeln
David Graeber, Vordenker der Occupy-Bewegung und Autor von »Schulden. Die ersten 5000 Jahre«, gilt als »Mann der Stunde« (FAS). Seine Bücher verbinden politisches Engagement, Gesellschaftstheorie und ethnologische Perspektive auf höchst anregende Weise. Mit »Die falsche Münze unserer Träume« liefert Graeber das Gegenstück zu »Schulden«, indem er den »Wert« ins Zentrum menschlichen Handelns stellt. Ob in der Anhäufung von Reichtum oder in dessen bewusster Zerstörung, ob altruistisch gewendet, ob als Geschenk oder im Gabentausch: um das, was Wert ausmacht, bilden sich Gesellschaften und Machtbeziehungen aus.
Graeber benennt damit das Kernproblem gegenwärtiger Sozialtheorien, die im Angesicht des Neoliberalismus und der alles dominierenden Marktideologie Schiffbruch erlitten haben. ...

http://www.diaphanes.net/buch/detail/1681



« Last Edit: February 19, 2013, 09:37:28 PM by lemonhorse »

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Versuche zur Herrschaftlosigkeit...
« Reply #5 on: February 19, 2013, 09:37:05 AM »
The goal of anarchistnews.org is to provide a non-sectarian source for news about and of concern to anarchists
http://anarchistnews.org/


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Ernst Friedrich (* 25. Februar 1894 in Breslau; † 2. Mai 1967 in Le Perreux-sur-Marne, Frankreich) war ein anarchistischer Pazifist (vgl. auch Anarchopazifismus). ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Friedrich

http://www.anarchismus.at/texte-antimilitarismus/332-ein-portrait-des-anarchisten-und-widerstandskaempfers-ernst-friedrich

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Anarchie in Leipzig
http://ainleipzig.blogsport.de/

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Der Karin Kramer Verlag (KKV) ist ein anarchistischer Verlag in Berlin-Neukölln. Betrieben wurde er bis 2014 von Karin Kramer und Bernd Kramer. ...
http://www.karin-kramer-verlag.de/

http://dadaweb.de/wiki/Karin_Kramer_-_Gedenkseite

http://www.dadaweb.de/wiki/Bernd_Kramer_-_Gedenkseite

http://www.graswurzel.net/302/karinkramer.shtml

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"Horst Stowasser in Gedenken" (Sonntag, 30. August 2015)
Geschrieben von Thomas Trueten in Antirepression, Kapitalismus, Parlamentarismus, Perspektive und Befreiung
Heute vor 6 Jahren starb Horst Stowasser, wohl einer der bekanntesten Anarchisten Deutschlands der jüngeren Zeit. Wir hatten an dieser Stelle bereits mit einer Lesung aus seinem Hauptwerk: "Anarchie!: Idee - Geschichte - Perspektiven" sowie einem Gespräch über Anarchie als Utopie von morgen im Rahmen des Interpenetration Festivals von chmafu nocords an ihn erinnert. Er hielt kurz vor seinem unerwarteten Tod einen Vortrag über Kapitalismus und Anarchismus in Mainz, der ein Vorgriff auf die aktuellen Ereignisse in Griechenland ist. ...
http://www.trueten.de/permalink/Horst-Stowasser-in-Gedenken.html

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"Mein Christian Klar" Veröffentlicht am 20. Dezember 2008 von Aro Kuhrt
Damals sah ich mich als jemand, der im Widerstand steht. Hausbesetzungen waren nur eine Sache. Ich kämpfte mit gegen die Startbahn West am Frankfurter Flughafen, gegen Atomlager, sprühte Parolen an Bundeswehrkasernen, schmiss Steine gegen Polizisten, Straßenschlachten kamen immer wieder vor. Berlin, Hamburg, Freiburg, Zürich, Kopenhagen, gegen Nazis, Spekulanten, Soldaten, Atomenergie, Bullen, unsere Feindbilder waren vielfältig und sie waren überall. Aber es gab immer eine Grenze: Niemals wollte ich einen Menschen töten. Und auch in den Untergrund würde ich nicht gehen, jedenfalls nicht freiwillig. Auch mit der Kommunismus-Propaganda der RAF wollte ich nichts zu tun haben, ich sah mich eher als Anarchist, der Parteien und Führerprinzip ablehnt. Für Kadergruppen war ich sowieso viel zu chaotisch und undiszipliniert. ...
http://www.berlinstreet.de/1207
« Last Edit: September 21, 2016, 12:14:23 PM by Link »

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Anarchie (Versuche zur Herrschaftlosigkeit)...
« Reply #6 on: June 08, 2017, 09:57:20 AM »
"Pank’s not dead" Sebastian Weirauch (31.05.2017)
Tim Mohrs Geschichte des Punk in der DDR beginnt nicht in der Drohkulisse des real existierenden Sozialismus, sondern im pulsierenden Osten Berlins kurz nach der Wende. Den hat der Autor kennengelernt, als er 1992 als DJ in die Hauptstadt kam: „Die Partys dauern bis in die frühen Morgenstunden, bald wird es wieder Nacht, und die Leute tanzen einfach weiter. Wir tanzen weiter“. Für Mohr ist klar, dass Punk der Taktgeber Berlins war und auch heute noch ist. Überall wittert er das Erbe einer Do-it-yourself-Kultur, die sich die Punks der DDR erkämpft haben. Diesen Kampf dokumentiert Mohr, vom ersten Auftauchen der als „Panks“ bezeichneten Jugendlichen in den 1970er Jahren über ihre Konflikte mit dem Staat bis hin zum Fall der Mauer in seinem 560 Seiten starken Buch Stirb nicht im Warteraum der Zukunft.
Im Vordergrund stehen dabei Akteure: Die junge „Major“ zum Beispiel, die nicht in die Bundesrepublik flieht, sondern die Sex Pistols für sich entdeckt. „Micha“, der statt Marx den Anarchisten Bakunin liest und aneckt, weil er sich über die Diskriminierung einer Christin in der Freien Deutschen Jugend empört. Oder „Otze“, der für die LP DDR von unten nur knapp einer zehnjährigen Gefängnisstrafe entgeht. Wer in der DDR Punk war, wurde von Polizei und Staatssicherheit verhaftet, verhört, geschlagen und manchmal auch zwangspsychiatrisiert. ...
Stirb nicht im Warteraum der Zukunft. Die ostdeutschen Punks und der Fall der Mauer fügt der Fachliteratur zum Thema wenig Neues hinzu. Ausgiebig dokumentiert wurde die Szene bereits in dem beim Verbrecher-Verlag erschienenen Ausstellungskatalog Too much future – Punk in der DDR von 2005. Auch der Band Wir wollen immer artig sein – Punk, New Wave, HipHop und Independent-Szene in der DDR 1980-1990, den Ronald Galenza und Heinz Havemeister 1999 bei Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht haben und der vor kurzem in einer erweiterten Neuauflage erschienen ist, ist einschlägig.
Mohrs Werk demgegenüber gelingt es, verstreute Informationen, Dokumente, Fotografien und neues Interviewmaterial auf eingängige Weise zu bündeln.
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/pank2019s-not-dead

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Anarchie (Versuche zur Herrschaftlosigkeit)...
« Reply #7 on: January 26, 2019, 02:05:44 PM »
The Anarchist Library
https://theanarchistlibrary.org

Die anarchistische Onlinebibliothek
Der Kampf um Freiheit beginnt bei unterschiedlichen Menschen an unterschiedlichen Stellen. Außerdem bedeutet „Freiheit“ auch für jeden ein bisschen etwas anderes – das hängt davon ab, durch welche Dinge wir während unserer Leben unterdrückt werden und wurden. ...
https://anarchistischebibliothek.org/

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"Carl Levy: The Palgrave Handbook of Anarchism - Fäden verdichten sich zu einem Ziegelstein" (Sachliteratur), Jonathan Eibisch (2019)
Im Verlag palgrave macmillian erschien 2018 der monumentale Sammelband «The Palgrave Handbook of Anarchism» als umfassendes, vielleicht ein Epoche-machendes potenzielles Standardwerk zum Anarchismus. ... Die beiden britannischen Herausgebern Carl Levy und Matthew S. Adams haben auf über 700 Seiten Text sage und schreibe 40 Beiträge etlicher anarchistischer Akademiker*innen versammelt (34 von ihnen sind in Grossbritannien oder den USA angesiedelt; 14 haben weibliche Namen, immerhin). Vielen von ihnen weiterhin gemeinsam ist, dass sie in den letzten Jahren neue Bücher zu anarchistischen Themen veröffentlicht haben, seien es die Historiker Robert Graham (Anarchism. A Documentary History of Libertarian Ideas) und Kenyon Zimmer (Immigrants against the State), die Politikwissenschaftler Davide Turcato (The Method of Freedom), Lucien van der Walt (Schwarze Flamme: Revolutionäre Klassenpolitik im Anarchismus und Syndikalismus), Saul Newman (The Politics of Postanarchism) oder Nathan J. Jun (Anarchism: A Conceptual Approach), Deric Shannon (Queering Anarchism), Judith Suissa (Anarchism and Education) und Maia Ramnath (Decolonize Anarchism). Deswegen kann davon gesprochen werden, dass im Handbuch auf umfassende Weise verschiedene Fäden der prosperierenden Anarchist Studies mit ihren Neuanfängen in den 90ern und ihrem starken Wachstum in den letzten Jahren zusammengeführt werden, die eine umfassende Zusammenschau ermöglichen.
Im deutschsprachigen Raum lässt sich davon nur träumen; Vergleichbares gibt es nicht. Gelten hierzulande Studien zu Anarchismus nach wie vor zumeist als angestaubte, verkorkste Graswurzelarbeiten idealistischer Eigenbrötler*innen oder Nebenprodukte der Arbeit weniger sympathisierender Akademiker*innen (die damit allerdings die oft kaum gewürdigte und unbezahlte Grundlage für alles Weitere schaffen), kann im englischsprachigen Raum inzwischen tatsächlich von einem Durchbruch anarchistischer Wissenschaften, ja, von ihrer Etablierung gesprochen werden. Dies hat ganz verschiedene Gründe, beispielsweise in einer längeren Vorgeschichte von anarchistischen Forschungen im englischsprachigen Raum, einer anderen Struktur des Uni-Systems, teilweise einem anderen Selbstverständnis von Akademiker*innen, von denen zumindest einige eine Zeit lang direkt in sozialen Bewegungen aktiv waren oder einen Zugang zu ihnen haben.
https://www.untergrund-blättle.ch/buchrezensionen/sachliteratur/carl_levy_matthew_s_adams_the_palgrave_handbook_of_anarchism_5651.html

Carl Levy / Matthew S. Adams: The Palgrave Handbook of Anarchism. Palgrave Macmillan 1st ed. 2019. 774 Seiten, ca. 300.00 SFr. ISBN 978-3319756196

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« Last Edit: September 11, 2019, 01:00:59 PM by Link »

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Anarchie (Versuche zur Herrschaftlosigkeit)...
« Reply #8 on: June 10, 2020, 04:32:42 PM »
Quote
[...] ANARCHISTS!“, schimpfte Donald Trump auf Twitter, kaum waren die Proteste gegen den Mord an George Floyd ausgebrochen. Es ist verwunderlich, dass der Präsident so genau über die politischen Überzeugungen der überwiegend Mund-und-Nasen-Schutz tragenden Demonstranten Bescheid wusste (was für eine Ironie, dass quasi über Nacht das Vermummungsverbot in ein Maskierungsgebot umgewandelt wurde). Es verwundert aber nicht, dass er just diesen Begriff verwendete. Seit je wird der Anarchismus, angeblich ein weltfremder Unsinn, auf diese und ähnliche Weise diffamiert, um sich nicht ernsthaft mit einer wichtigen politischen Weltanschauung beschäftigen zu müssen. In mediengängigen Formulierungen wie etwa: „In Somalia herrscht Anarchie.“

Genauer besehen ergeben solche Zuschreibungen wenig Sinn. Anarchie bedeutet im Griechischen „ohne Herrschaft“, doch die derart bezeichneten Verhältnisse leiden meist nicht an zu wenig, sondern an zu viel Herrschaft. In Somalia etwa an der Allmacht der Warlords und der fanatischen Al-Shabaab-Sekte. Wenn also von „Anarchisten“ gesprochen wird, die auf nächtlichen Straßen „wüten“, ist vielmehr beabsichtigt, diese Menschen als gesetzlose Vandalen abzutun. Als Barbaren also. Als Feinde der Zivilisation, die bekämpft oder gar vernichtet werden müssen. Jene, die um ihre Rechte kämpfen, werden nach althergebrachten Mustern entrechtet, was ihren Protest erst recht rechtfertigt.

Präsident Trump dürfte sich mit Anarchismus genau so wenig beschäftigt haben wie mit Sozialismus oder Liberalismus. Hätte er auch nur einige Seiten von, sagen wir, Michail Bakunin oder Emma Goldman, Erich Mühsam oder Murray Bookchin gelesen, wäre er erstaunt, dass Anarchismus nicht die Plünderung eines Foot-Locker-Ladens (schicke Sneakers!) bedeutet, sondern das Streben nach größtmöglichem Gemeinwohl bei größtmöglicher individueller Freiheit. Also das Gegenteil von neoliberaler Ausbeutung und polizeilicher Willkür.

Gewiss, es gibt auch im Anarchismus viele Strömungen, aber eines haben sie doch gemein: Solidarität als gesellschaftliches Grundprinzip, nicht Konkurrenz und Rivalität. Anders formuliert: Denkt man die Losungen der Französischen Revolution sowie die Allgemeinen Menschenrechte logisch zu Ende, landet man beim Anarchismus, nicht bei Donald Trump oder einer Polizei, die BürgerInnen umbringt. Letzteres verstößt natürlich gegen das Recht, nicht nur das national kodifizierte, sondern das universell humane. Die Rechtlosen sind somit nicht die als gesetzlos beschimpften Protestierenden, sondern jene, die andere Menschen misshandeln, foltern oder gar töten.

Wäre dies ein Einzelfall, könnte man die jetzige Rebellion als übertriebene Reaktion erachten. Aber es handelt sich nicht um eine Ausnahme, sondern um eine weitere unter vielen individuellen Tragödien. Im Jahr 2016 wurden in den USA 1.093 Menschen von der Polizei getötet (vergangenes Jahr 1.042). Der Guardian machte sich vor einigen Jahren die Mühe, diese Fälle zu dokumentieren (zu finden unter „The Counted“), und die Lektüre der kurzen Nachrufe ist herzzerreißend. Die Opfer sind psychisch kranke Nackte, traumatisierte Veteranen, gläubige Rentner, deren Kruzifix als Waffe angesehen wurde, wegen einer Bagatelle Verhaftete, die getasert wurden und keine medizinische Betreuung erhielten, fälschlich Beschuldigte.

AnarchistInnen sind der festen Überzeugung, dass es bessere Formen des sozialen Miteinanders gibt als das Aufmarschieren paramilitärisch ausgerüsteter Sicherheitskräfte, die zuschlagen oder schießen, bevor sie Fragen stellen. Insofern hat Präsident Donald Trump doch recht, wenn er von „Anarchisten“ spricht: Die vielen Menschen auf den Straßen, inzwischen nicht nur in den USA, verlangen eine bessere Welt, und wie ernst es ihnen damit ist, beweist die Tatsache, dass sie sich in Zeiten der Pandemie einer doppelten Gefahr aussetzen.

Machtlegitimierung basiert oft auf absurden Rechtfertigungen, weswegen ein US-Senator wie Tom Cotton mit dem Spruch „Null Toleranz gegenüber Gewalt“ ein hartes Vorgehen von Polizei und sogar Armee fordern kann, obwohl sich die Proteste gerade gegen die systematische Tolerierung staatlicher Gewalt richten. Ob es sich nun hierbei um zweierlei Maß oder hochamtliche Heuchelei handelt, der anarchistisch geschulte Blick gehört zu den schärfsten Instrumenten, solche verlogene Rhetorik der Macht zu entlarven.

Nicht zum ersten Mal löst ein gewalttätiges Eingreifen der Polizei Gegengewalt aus, die wiederum ein gewalttätiges Eingreifen der Polizei hervorruft. Ein Teufelskreislauf. Die Opfer sind dieses Mal übrigens auch viele JournalistInnen, die teilweise absichtlich mit Pfefferspray besprüht oder mit Gummikugeln beschossen wurden. Kein Wunder, gelten sie doch neuerdings wieder als „Volksfeinde“.

Die Feministin und Aktivistin Tamika Mallory zerfetzte letzte Woche in einer wütenden, im Internet weit verbreiteten Rede einen eklatanten Widerspruch: Verfechter einer Wirtschaftsweise, die massenhaft Menschen sowie den Planeten ausplündert, empören sich geradezu hysterisch, wenn die Entrechteten in ihrem seit Jahren und Jahrhunderten aufgeladenen Zorn einige Geschäfte plündern. Im Original: „Looting is what you do. We learned it from you.“ Sie steht damit in der kritischen Tradition, immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Verbrechen des herrschenden Status quo mit verschlossenen Augen, die Übertretungen des Widerstands hingegen mit der Lupe betrachtet werden.

Wenn also jemand wie Donald Trump Protestierende als Anarchisten beschimpft, sollten all jene, die sich eine gerechtere Welt wünschen, lautstark erwidern: Ja, wir sind Anarchisten. Und das ist gut so.


Aus: "Proteste gegen Polizeigewalt: Achtung, Anarchisten!" Aus einer Kolumne von Ilija Trojanow (10. 6. 2020)
Quelle: https://taz.de/Proteste-gegen-Polizeigewalt/!5688158/

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Generator

Tja. Willkommen im Land der Namensgebung in der Nicht-Wissenschafts-Welt. Und das läuft so: Irgendetwas bekommt einen Namen und wenn der von vielen Leuten benutzt wird dann ist das eben so. Da interessiert sich niemand dafür was die so Beannten oder irgendwelche Minderheitsgruppen dazu sagen.

Wenn die Leute morgen anfangen mit "Anarchist" ein Kleidunsstück zu meinen, dann ist das eben so.

In Punkte Anarchisten heißt das konkret: Anarchisten sind entweder Leute mit Schlapphüten die kugelförmige Bomben auf Adelige werfen oder die Leute die im Schwarzen Block stehen.
Die paar Verdrehten die sich mit der politischen Theorie einer utopischen (und btw. unrealistischen) Gesellschaftsform beschäftigen werden das wohl aushalten müssen.

Trump hat das Wort richtig verwendet. Nämlich so wie 90% der Bevölkerung auch.


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Clobert


... Endlich mal ein Artikel dessen Kernaussagen ich aus vollem Herzen zustimmen kann.Durch die stattfindende Konditionierung denkt der Durchschnittsbürger sofort an plündern,vergewaltigen und brandschatzen,sobald der Begriff "Anarchie" ins Spiel kommt.Warum wohl ist Anarchismus niemals Thema im Politikunterricht an unseren Schulen?


...

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Anarchie (Versuche zur Herrschaftlosigkeit)...
« Reply #9 on: December 17, 2020, 11:19:16 AM »
Luigi Lucheni (* 22. April 1873 in Paris; † 19. Oktober 1910 in Genf), auch Louis Lucheni, war ein italienischer Hilfsarbeiter und der Mörder der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sisi). Lucheni verstand sich als „individueller Anarchist“, als Anhänger von Bakunin und als Vertreter der „Propaganda der Tat“. ... Die Armut der unteren Schichten und sein eigenes Leben am Existenzminimum ließen in Lucheni Hass auf die Obrigkeit wachsen. Er begann, sich für den Anarchismus zu öffnen und die Werke entsprechender Theoretiker zu studieren. Obwohl er nicht mit anderen Anarchisten in Kontakt stand, bezeichnete er sich selbst als solchen.[12] Bald sah er in Monarchen und Fürsten nur noch lästige Parasiten. ... Als der italienische König Umberto I. im Mai 1898 einen Arbeiteraufstand in Mailand blutig niederschlagen ließ, schwor Lucheni Rache und fasste Attentatspläne, hatte allerdings kein Geld für eine Reise nach Italien. Auch sein Plan, den Prinzen Henri Philippe Marie d’Orléans zu ermorden, scheiterte an dessen kurzfristig gestrichenem Aufenthalt in Genf. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Luigi_Lucheni


"Mord an Kaiserin Elisabeth: Ein Komplott gegen Sisi" Florian Gasser (14. Dezember 2020)
Neueste Forschungen zeigen: Der Mörder von Kaiserin Elisabeth war kein Einzeltäter. Sie wurde das Opfer eines Terrornetzwerks. ... Die Tat ist in Sekunden vollbracht. Der Anarchist Luigi Lucheni passt die österreichische Kaiserin Elisabeth, Ehefrau von Kaiser Franz Joseph, am Ufer des Genfers Sees ab. Mit einer Feile sticht er zu, verletzt Lungenflügel und Herzkammer. ...  Der Mörder hatte die Feile in einen Hauseingang geworfen, lief Richtung Bahnhof, wurde aber rasch angehalten und verhaftet. Dem Richter erzählt er, dass eigentlich der französische Thronfolger sein Ziel war. Der Prinz aber hatte seine Reise nach Genf kurzfristig abgesagt. Also suchte sich Lucheni ein neues Opfer. "Prinz, König oder Präsident einer Republik – ganz gleich!", sagt er im Verhörzimmer. Als dort das Telefon klingelt und der Richter vom Tod der Monarchin erfährt, ruft Lucheni: "Es lebe die Anarchie! Es leben die Anarchisten!" Das Attentat auf Kaiserin Elisabeth war der vorläufige Höhepunkt einer Terrorserie. Anarchisten schlugen in der ganzen westlichen Welt zu: von Russland über Italien und Deutschland bis in die Vereinigten Staaten. ...
https://www.zeit.de/2020/52/mord-kaiserin-elisabeth-von-oesterreich-luigi-lucheni-terrornetzwerk-geschichte