Author Topic: Zur Geschichte (Bruhstuecke) ...  (Read 13296 times)

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« Reply #20 on: January 28, 2014, 09:19:53 AM »
"Europeana: Geschichtsprojekt digitalisiert Erinnerung an 1. Weltkrieg" (28.01.2014)
Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Ein Crowdsourcing-Projekt sammelt und digitalisiert Erinnerungsstücke aus Privatbesitz und ein anderes Quellen aus Bibliotheken. Nun können in Berlin Stücke vorbeigebracht und digitalisiert werden. ...
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Europeana-Geschichtsprojekt-digitalisiert-Erinnerung-an-1-Weltkrieg-2098217.html

Europeana 1914-1918 – Unbekannte und offizielle Geschichten zum Ersten Weltkrieg
http://www.europeana1914-1918.eu/de


The Great War Archive
The Great War Archive contains over 6,500 items contributed by the general public between March and June 2008. Every item originates from, or relates to, someone's experience of the First World War, either abroad or at home. Contributions were received via a special website and also through a series of open days at libraries and museums throughout the country. ...
http://www.oucs.ox.ac.uk/ww1lit/gwa

The Great War Archive Flickr Group
"The Great War Archive" was an initiative run by Oxford University between the 3rd March and the 30th June 2008 ...
https://secure.flickr.com/groups/greatwararchive

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"DDR-Vergangenheit"Die sind alle noch da"" (DIE ZEIT Nº 05/2014)
Was ich an einer ostdeutschen Schule bei einer Lesung über die DDR-Diktatur erlebt habe. von Roman Grafe
http://www.zeit.de/2014/05/lehrer-ostdeutsche-schule-ddr-diktatur

Stimme der DDR - 10 Fragen
http://www.stimmederddr.de/

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"Neue Details eines Grazer Tabuthemas" Walter Müller (29. April 2014)
Im ehemaligen NS-Lager im Grazer Bezirk Liebenau könnten wesentlich mehr ungarische Juden begraben liegen als bisher angenommen - unter anderem auch unter einem erst 1992 errichteten Kindergarten. Luftaufnahmen geben neue Hinweise. ... Possert im STANDARD-Gespräch: "Ein Ort des Grauens, es existiert noch eine Art Verhörzelle, Verließtüren, irgendwann nach dem Krieg dürfte ein Teil als Selchkammer verwendet worden sein. Und ein paar Meter weiter oben gab es einen Kindergarten." - Warum das Lager Liebenau "nach wie vor ein Grazer Tabuthema" sei, liegt für Possert auf der Hand: Das Herzstück der damaligen Grazer Industrie, die Puchwerke, hatte von den hier inhaftierten Zwangsarbeitern - ein ebenfalls nicht aufgearbeitetes Thema - profitiert. Es habe zudem zahlreiche Mittäter gegeben, die viellicht heute noch lebten. Und schließlich: Ein verdrängtes NS-Lager mache sich für die "Stadt der Menschenrechte" nicht wirklich gut, meint Possert. ...
http://derstandard.at/1397522020065/Neue-Details-eines-Grazer-Tabuthemas


"Martin Pollack: "Wo ich gehe und stehe""
Interview | Mia Eidlhuber (22. Februar 2014)
Pollack: Natürlich wurde ich durch meine Familiengeschichte geprägt und zur Beschäftigung mit solchen Themen geführt. Als ich mich entschied, in Warschau zu studieren, kam ich 1965 in ein Studentenheim, das mitten im ehemaligen Ghetto lag. Erst Jahre später habe ich erfahren, dass es sich um eine kontaminierte Landschaft handelt: Dort wurde einfach über die Toten gebaut. Das ging gar nicht anders. Mein Vater war 1944 mit dem von ihm befehligten Sonderkommando auch in Warschau. Vor zwei Jahren habe ich das näher recherchiert, da kam heraus, dass er an schrecklichen Verbrechen beteiligt war. Für mich unbegreiflich ist, dass ich nur 21 Jahre später nach Warschau gehen konnte. In die Stadt, in der mein Vater an der Niederschlagung des Aufstandes beteiligt war. Ich habe dort polnische Literatur studiert. Das ist für mich ein Hinweis, wie sehr sich unsere Welt verändert hat, wie kraftvoll unsere europäische Kultur ist. 21 Jahre sind keine Zeit! Ich bin Schritt für Schritt in die Geschichte hineingegangen und immer wieder auf das Thema gestoßen, oft buchstäblich, wie etwa auf eine Gabel der Waffen-SS, die ich in meinem Garten in Bocksdorf gefunden habe. ...
http://derstandard.at/1392685903291/Martin-Pollack-Wo-ich-gehe-und-stehe


Das KZ Guntramsdorf / Wiener Neudorf wurde 1943 auf dem Gelände eines von fünf bereits seit 1941 bestehenden, riesigen Bau- und Zwangsarbeiterlagern der "Flugmotorenwerke Ostmark" errichtet.
http://www.gedenkverein.at/

Das Ghetto Litzmannstadt, auch Ghetto Lodsch, in Łódź, unter der deutschen Besatzung umbenannt nach dem General und NSDAP-Mitglied Karl Litzmann (1850–1936), war von 1939 bis 1944 ein Jüdischer Wohnbezirk/Judenghetto des nationalsozialistischen Deutschen Reichs. Es war das am längsten existierende nationalsozialistische Ghetto und nach dem Warschauer Ghetto das zweitgrößte. Es diente, wie die anderen NS-Ghettos auch, vor allem als Zwischenstation vor der Deportation in die Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno nad Nerem), Auschwitz II, Majdanek, Treblinka und Sobibor. ... Es gibt Bilder jüdischer Fotografen[14] aus dem sogenannten Getto, die zwischen 1940 und 1944 aufgenommen wurden. Es existieren tausende Fotografien aus nahezu allen Bereichen des Gettos. Die fast 12.000 erhaltenen Kontaktabzüge befinden sich heute im Archiwum Państwowe w Łodzi (Staatsarchiv Łódź). Da sonst nur wenige Fotografien aus den deutschen Judengettos im besetzten Polen existieren, nimmt diese Fotosammlung eine Sonderstellung für die Geschichtswissenschaft ein. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Litzmannstadt
« Last Edit: September 26, 2017, 02:23:55 PM by Link »

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« Reply #21 on: May 12, 2014, 12:13:00 PM »
"Kein Denkmal für Deserteure" Thomas Neuhold (11. Mai 2014)
Salzburg - Am 2. Juli jährt sich der Sturm einer rund eintausend Mann starken Todesschwadron der SS auf die Verstecke einer kleinen Gruppe von Wehrmachtsdeserteuren im Pongauer Goldegg zum 70. Mal. Im Zuge der SS-Aktion wurden mehrere Menschen erschossen, andere wurden in Konzentrationslager gebracht und ermordet. Insgesamt 14 Menschen haben ihr Leben verloren.
Mit Unterstützung des renommierten Salzburger Zeithistorikers Michael Mooslechner bemüht sich Brigitte Höfert seit vielen Jahren um einen Gedenkstein für die Goldegger Nazi-Opfer. Die heute 74-Jährige ist die Tochter von Karl Rupitsch - dem Anführer der Wehrmachtsdeserteure. ... Aus dem Plan, zum Jahrestag im Hof von Schloss Goldegg heuer eine vom Künstler Anton Thuswaldner entworfene Steinplatte mit den Namen der 14 Ermordeten zu verlegen, wird aber nichts. Obwohl aus privaten Mitteln finanziert, hat sich Bürgermeister Hans Fleißner (ÖVP) stets gegen das Mahnmal ausgesprochen. Er wolle dieses "am Ort des tragischen Geschehens" sehen. Ein Vorschlag, den Brigitte Höfert nicht akzeptieren kann, befanden sich doch die Verstecke der Deserteure weit weg vom Ortszentrum am abgelegenen Böndlsee. ...

http://derstandard.at/1399507173352/Kein-Denkmal-fuer-Deserteure

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"Kriegskredite 1914: Der Sündenfall der SPD" Rainer Traub (24.09.2013)
Im Juli 1914 organisierte die SPD noch Massendemos gegen den drohenden Waffengang - wenige Tage später stimmte die Partei den Krediten für den Ersten Weltkrieg zu. Wie kam es zu dem fatalen Meinungswechsel?...   
http://www.spiegel.de/einestages/spd-im-ersten-weltkrieg-wie-es-zur-kriegskredite-zustimmung-kam-a-976886.html

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German History and its Digital Memory in Moving Images
As a project partner and principal of Transit Film GmbH the German Federal Archives are responsible for the digitization of about 500 hours of film material, of which 100 hours are in HD, as well as the digitization of the entire index information of these films. Transit Film GmbH runs the website with the objective to enable worldwide access, further development and preservation of the film material.
http://www.filmothek.bundesarchiv.de/

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"Land der Unvollkommenen" Martin Klingst (23. Februar 2015)
In den Vereinigten Staaten von Amerika tobt seit einiger Zeit ein hierzulande wenig beachteter ideologischer Streit. Er dreht sich um die Wahrnehmung und Interpretation der eigenen Geschichte, genauer gesagt: um die Bedeutung und Deutung des sogenannten American exceptionalism, des amerikanischen Exzeptionalismus.
Dieser Begriff umschreibt nicht nur die Sonderstellung der Vereinigten Staaten im Konzert der westlichen Industrienationen, sondern unterstreicht überdies für viele Amerikaner den besonderen Wert und die Einzigartigkeit ihrer Nation. Vor allem Konservative sehen diesen für sie geradezu heiligen Glaubensgrundsatz derzeit wieder einmal in Gefahr.
Grund dafür ist eine im Sommer 2014 vom nationalen College Board erlassene Rahmenrichtlinie für Geschichtsleistungskurse an den öffentlichen amerikanischen Schulen. Danach sollen sich Schüler häufiger als bisher kritisch mit Amerikas Vergangenheit auseinandersetzen. Vor allem sollen sie in den Stand versetzt werden, "zu untersuchen, in welcher Weise amerikanische Außenpolitik und Militäraktionen sich auf den Rest der Welt ausgewirkt haben". ...

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-02/usa-rolle-nation-geschichte-unterricht-exzeptionalismus

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Die Schlacht von Gallipoli wurde während des Ersten Weltkriegs auf der türkischen Halbinsel Gallipoli ausgetragen. Die Entente-Mächte wollten in einer gemeinsamen Operation die Halbinsel besetzen und sie als Ausgangsbasis für die Eroberung der osmanischen Hauptstadt Konstantinopel nutzen, scheiterten jedoch an den Verteidigern. Beide Seiten verloren insgesamt schätzungsweise 350.000 Mann (100.000 Tote und 250.000 Verwundete) ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Gallipoli

http://www.spiegel.de/fotostrecke/schlacht-von-gallipoli-massaker-im-ersten-weltkrieg-fotostrecke-124607.html

http://www.spiegel.de/einestages/schlacht-von-gallipoli-massaker-im-ersten-weltkrieg-a-1022933.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Triple_Entente




« Last Edit: March 15, 2015, 01:22:02 PM by Link »

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zur geschichte ...
« Reply #22 on: February 26, 2015, 10:38:31 AM »
"Verbrechen von Frauen im Holocaust Hitlers willige Helferinnen" Wendy Lower (02/2015)
Die Geschichtsschreibung zum Holocaust hat die Verbrechen von Frauen lange ausgeblendet. Dabei gingen sie zu Hunderttausenden in die besetzten Gebiete in Osteuropa - als integraler Bestandteil der Vernichtungsmaschinerie.  ... Zu den Mythen der Nachkriegszeit gehört der von der unpolitischen Frau. Nach dem Krieg sagten viele Frauen vor Gericht aus – oder erklärten in oral histories – , dass sie nur Büroangelegenheiten erledigt oder sich um die sozialen Aspekte des Alltagslebens gekümmert hätten. Sprich: um die Pflege oder um die Pflichten anderer, im Osten stationierter Deutscher.
Fast schien es, als hätten Frauen im NS-Männerstaat keine aktive Rolle gespielt – so wie das 1936 von Adolf Hitler vorgegebene Frauenbild sie an Heim und Herd verbannte. Abgesehen von einigen Ausnahmen wie Irma Grese, der „SS-Megäre“ aus Bergen-Belsen und „Hyäne von Auschwitz“, oder von Hermine Braunsteiner, der „Stute“ von Majdanek.
Diese auch in der Forschung verbreiteten Porträts aber waren Karikaturen, oftmals pornografisch verzerrt. Die starke Fokussierung auf die schlimmsten KZ-Aufseherinnen hat lange eine nuancierte Diskussion über die Beteiligung und das schuldhafte Verhalten von Frauen an den Verbrechen der NS-Zeit verhindert. ... Die „Frauenfrage“ wurde in der NS-Zeit nicht beiseitegeschoben, sondern neu gestellt. Das Private wurde politisch. Der Zugriff der Bewegung reichte bis ins traute Heim: Frauen und Mädchen holte man zu öffentlichen Versammlungen und Paraden auf die Straße, sie wurden zu Arbeitseinsätzen aufs Land geschickt, sie wurden zu Marschierübungen, Hauswirtschaftskursen und medizinischen Untersuchungen und Fahnenappellen versammelt. In ihren Memoiren und in Gesprächen erzählten viele von ihren Ambitionen: „Ich wollte etwas werden“, „ich wollte mehr“ – Aussagen, die sich so oder so ähnlich immer wieder finden. ...

http://www.tagesspiegel.de/wissen/verbrechen-von-frauen-im-holocaust-hitlers-willige-helferinnen/11424378.html

Quote
     von KPH
    25.02.2015 19:18 Uhr

ÜBERZEUGTE NATAIONALSOZIALISTINNEN.
In meinem näheren Umfeld gab es auch solche Zeitgenossen; er war in der Waffen-SS, sie starb im Alter von fast 100 Jahren Angang dieses Jahres und war immer einen glühende Verehrerin dieser kranken NS-Ideologie und der "glanzvollen Zeit des "1000jährigen Reiches". Sprüche wie verjudetes Pack und Nigger waren an der Tagesordnung. Solche Frauen waren einer der Grundsteine auf den dieses System bauen konnte. Meine ehemalige Schulleiterin war auch einen NS-Frauenführerin, in der Schule trug sie noch in den fünfzigern ihre braune Kluft, allerdings ohne Enbleme, aber man konnte an den Verschattungen erkenen wo sie aufgenäht waren. Und unsere Lehrer waren teilweise noch alte Nazis, neben jungen oft kriegsversehrten Soldaten die aus der Gefangenschaft heimgekehrt waren.


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"Wie war das noch mit dem Korea-Krieg?" Peter Bürger (01.09.2015)
Zum Antikriegstag: Über die Wiederbewaffnung Deutschlands und das missionarische Sendungsbewusstsein der USA ... Im familiären Geschichtsgedächtnis wurden ab 1945 das Schweigen der aus dem zweiten Weltkrieg heimkehrenden deutschen Soldaten und nächtliche Alpträume der Väter in der Regel mit den Schrecken der Kriegsgefangenschaft in Verbindung gebracht. Heute wissen wir um die hundertausendfachen Täterschaften von Wehrmachtsangehörigen, die an den Verbrechen im nationalsozialistischen "Rassenkrieg" aktiv beteiligt waren.
Viele Heimkehrer verstummten, weil sie zu Mördern geworden waren. Wie konnten sie aber unter solchen Vorrausetzungen tiefere, offenherzige Beziehungen auch nur zu ihren eigenen Kindern aufbauen? Die Abgründe des beschädigten Seelenlebens mussten sich somit auch auf den Lebensweg der nächsten und übernächsten Generation auswirken. ...
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45853/1.html


"Der Korea Krieg - Vorgeschichte und Verlauf" (ZDF, Dukumenatation, Datum ?)
https://www.youtube.com/watch?v=ZXhwc4FF6QM

Bonner Republik 1949 - 1998 (1/6) Die Ära Adenauer // Phoenix
(Veröffentlicht am 14.01.2014)
2009 wurde die Bundesrepublik Deutschland 60 Jahre alt. Aus diesem Anlass hat der WDR eine zeitgeschichtliche Serie produziert, die in sechs Teilen die Geschichte der Bonner Republik von 1949 bis 1998 dokumentiert. Die Ära Adenauer steht für Westintegration, Wiederbewaffnung und NATO-Beitritt der Bundesrepublik.
Der Name Adenauer ist auch eng verbunden mit sozialer Marktwirtschaft und der Integration von acht Millionen Vertriebenen. Seine politischen Gegner kritisieren, er sei gegenüber ehemaligen Nazis zu nachsichtig gewesen und habe Stalins Wiedervereinigungsangebot aus dem Jahre 1952 nicht "ausgelotet .
Der erste Bundeskanzler forciert von Anfang an die wirtschaftliche, politische und dann auch militärische Integration der Bundesrepublik in den Westen. Das beginnt mit dem nach dem französischen Außenminister benannten Schuman-Plan, dem ersten entscheidenden Schritt auf dem Weg zur wirtschaftlichen Integration, und der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft. Die scheitert im Sommer 1954 am Veto Frankreichs. Relativ schnell wurde Ersatz gefunden: Die Bundesrepublik wird Mitglied der NATO. Die Einheit Deutschlands ist kein Thema: Stalins Wiedervereinigungsangebot aus dem Jahr 1952 wird nicht ausgelotet, das Elend der DDR-Diktatur im Volksaufstand vom 17. Juni 1953 für alle erkennbar. Weitere Wegmarken der "Ära Adenauer : Die Reise des Kanzlers nach Moskau im September 1955 und die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen, 1957 die Rentenreform. Die Römischen Verträge führten zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.
Im Mittelpunkt der letzten Regierungsjahre Adenauers stehen der Mauerbau, die "Spiegel-Affäre und der deutsch-französische Vertrag von 1963. Wichtig auch das Verhältnis zu Israel und die massiven Waffenlieferungen an das Land.
Kritisch und neu beurteilt werden Mauerbau und die daraus resultierende Krise im deutsch-amerikanischen Verhältnis und die Hinwendung Adenauers zu de Gaulle.
Von den Zeitzeugen äußern sich der Adenauer-Experte Hans-Peter Schwarz zu Adenauer generell, aber auch zu dessen Politik der Wiederbewaffnung und zur Stalin-Note; Helmut Kohl, Rainer Barzel und Egon Bahr zur Kanzlerschaft Adenauers, Ernst Benda und Egon Bahr zu Adenauer und dessen Position unmittelbar nach dem Mauerbau; Helmut Schmidt zum 17. Juni und zur Rückkehr der Kriegsgefangenen 1955/56, sowie Egon Bahr und Annemarie Renger, die langjährige Mitarbeiterin von Kurt Schumacher, zum SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher. Es fehlt auch nicht das "Wunder von Bern" 1954 und dessen politische Einordnung.

https://www.youtube.com/watch?v=ye_lF2F7VhE

 Thomas Pritzl vor 7 Monaten
Welch ungalublich plumpe Geschichtsklitterung...

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1950er
https://de.wikipedia.org/wiki/1950er

"Wohnungsnot und Aufbruchstimmung"
Die 50er Jahre in Seelze - Eine Veröffentlichung des Museumsvereins für die Stadt Seelze e. V. (2004)
http://www.heimatmuseum-seelze.de/50erjahre.web.pdf

« Last Edit: September 10, 2015, 03:03:50 PM by Link »

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Zur Geschichte (Bruhstuecke) ...
« Reply #23 on: October 27, 2015, 09:52:55 PM »
Die rumänische Revolution von 1989 war eine Kette von Demonstrationen, Unruhen und blutigen Kämpfen, die vom 16. bis zum 27. Dezember 1989 in Timișoara, Bukarest und anderen rumänischen Städten stattfand. Sie führte zum Sturz und zur Hinrichtung des rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu und seiner Frau Elena Ceaușescu und zum Ende des realsozialistischen Systems in Rumänien. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Rum%C3%A4nische_Revolution_1989

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Die Massaker in Indonesien 1965–1966 waren ein Massenmord an Mitgliedern und Sympathisanten der Kommunistischen Partei Indonesiens (PKI) und chinesischstämmigen Bürgern durch Teile der indonesischen Armee unter dem Kommando des Generals Suharto. Das Morden begann im Oktober 1965, je nach Schätzung fielen ihm 100.000 bis über eine Million Menschen zum Opfer ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_in_Indonesien_1965%E2%80%931966


"1965: Als die Fischer Leichen fingen" Robert Cribb (27. Oktober 2015, DIE ZEIT Nr. 41/2015, 8. Oktober 2015)
Der einzige Massenmord des 20. Jahrhunderts, der nie geleugnet wurde: Vor 50 Jahren machten die indonesische Armee und islamische Milizen Jagd auf die Kommunisten im Land der 17.000 Inseln ... Binnen sechs Monaten, von Oktober 1965 bis März 1966, vollzog sich in Indonesien einer der größten politischen Massenmorde des 20. Jahrhunderts: Rund eine halbe Million Menschen fiel ihm zum Opfer – Mitglieder und Sympathisanten der Kommunistischen Partei. Zwar ist unter Experten umstritten, ob politische Morde überhaupt als Genozid bezeichnet werden können. Doch die Geschehnisse in Indonesien stehen auf einer Stufe mit den sowjetischen Säuberungen, der chinesischen Kulturrevolution und den Gräueltaten der Roten Khmer in Kambodscha. ...
http://www.zeit.de/2015/41/massenmord-indonesien-kommunisten-pki


Film "The Act of Killing": "Habe ich gesündigt?" Thomas Assheuer (14. November 2013)
In Joshua Oppenheimers Dokumentarfilm "The Act of Killing" stellen Massenmörder ihre Taten nach. Sie haben es "gern getan", sie hatten "viel Spaß dabei", es war die aufregendste Zeit ihres Lebens. "Hackmesser" nannten sich die Todesschwadronen, die 1965 in Indonesien ausschwärmten und jeden jagten, den sie für einen Kommunisten hielten. Je nach Schätzung starben dabei bis zu zweieinhalb Millionen Menschen, allein auf Bali töteten die "Patrioten" in zwei Wochen 80.000 Bewohner. Heute sind die Täter hoch geachtete Mitglieder der Gesellschaft; die Nachfolgeorganisation der Todesschwadronen, die paramilitärische Pancasila-Jugend, hat drei Millionen Mitglieder, und wenn sie feiern, sitzt der Vizepräsident in der ersten Reihe. ...
http://www.zeit.de/2013/47/dokumentarfilm-the-act-of-killing-joshua-oppenheimer

« Last Edit: July 25, 2016, 07:54:55 AM by Link »

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Zur Geschichte (Bruhstuecke) ...
« Reply #24 on: October 28, 2015, 12:42:50 PM »
​„Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr erschossen“ Daniel Mützel (Oktober 20, 2015)
Das organisierte Morden begann im Oktober vor 111 Jahren. Überrascht von der heftigen Gegenwehr der Aufständischen gab der deutsche Oberbefehlshaber in Deutsch-Südwestafrika, Lothar von Trotha, am 2. Oktober 1904 den Vernichtungsbefehl. In seinem „Aufruf an das Volk der Herero" versprach er, auch Frauen und Kinder nicht zu schonen.
Der Befehl blieb zunächst nicht unwidersprochen im deutschen Generalstab. Laut Aufzeichnungen aus dem Jahr 1906, herausgegeben vom „Großen Generalstab", gab der Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, Generaloberst Theodor Leutwein, zu bedenken, die Eingeborenen seien notwendiges Arbeitsmaterial für die Deutschen. Auch Bernhard von Bülow, obgleich er als Reichskanzler den „Halbgöttern im Generalstab" nichts reinzureden hatte, kabelte nach Windhoek, die vollständige Ausrottung der Herero sei kontraproduktiv, ihr Einsatz im Ackerbau und in der Viehzucht „unentbehrlich". Lothar von Trotha widersprach: „Ich bin gänzlich anderer Ansicht. Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muss." ... Zeitsprung: 111 Jahre später, am vergangenen Mittwoch, besucht eine Herero-Delegation aus Namibia die deutsche Hauptstadt und protestiert vor dem Reichstagsgebäude, während drinnen drei verschiedene Ausschüsse über den Genozid debattieren. Die Nachfahren der Opfer beklagen sich bei den Nachfahren der Täter, bei den nicht-öffentlichen Sitzungen nicht wenigstens als Beobachter zugelassen zu werden: „Herero müssen draußen bleiben", lautet der Vorwurf des Bündnisses „Völkermord verjährt nicht!". ...

https://www.vice.com/de/read/innerhalb-der-deutschen-grenze-wird-jeder-herero-mit-oder-ohne-gewehr-erschossen-291


Der Völkermord an den Herero und Nama geschah während und nach der Niederschlagung von Aufständen der Herero und Nama gegen die deutsche Kolonialmacht in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika während der Jahre 1904 bis 1908. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Herero_und_Nama

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Kategorie:Politikgeschichte (Europa)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Politikgeschichte_%28Europa%29

Kategorie:Warschauer Pakt
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Warschauer_Pakt

Kategorie:Politische Affäre in Deutschland
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Politische_Aff%C3%A4re_in_Deutschland

Kategorie:Politische Affäre (Frankreich)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Politische_Aff%C3%A4re_%28Frankreich%29

Kategorie:Politische Affäre (Vereinigte Staaten)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Politische_Aff%C3%A4re_%28Vereinigte_Staaten%29

Kategorie:Politische Affäre (Österreich)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Politische_Aff%C3%A4re_%28%C3%96sterreich%29

Kategorie:Österreichische Politikgeschichte
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:%C3%96sterreichische_Politikgeschichte

Kategorie:Politische Affäre (Vereinigtes Königreich)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Politische_Aff%C3%A4re_%28Vereinigtes_K%C3%B6nigreich%29

Kategorie:Politische Affäre (Italien)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Politische_Aff%C3%A4re_%28Italien%29

Kategorie:Politische Affäre in Schweden
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Politische_Aff%C3%A4re_in_Schweden

« Last Edit: November 09, 2015, 04:57:45 PM by Link »

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Zur Geschichte (Bruhstuecke) ...
« Reply #25 on: December 07, 2015, 05:53:41 PM »
Wolfgang Wippermann (* 29. Januar 1945 in Wesermünde) ist ein deutscher Historiker. Er ist außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut an der Freien Universität Berlin und nimmt Lehraufträge an der Universität der Künste Berlin und der Fachhochschule Potsdam wahr. ... Wippermanns Thesen sorgten mehrfach für Kontroversen innerhalb der deutschen Historikerzunft. So sieht sich Wippermann selbst als einzigen Historiker, der sich in der Goldhagen-Kontroverse auf die Seite Goldhagens schlug.[6] Wippermann kritisierte vornehmlich die Stoßrichtung und den Tonfall von Goldhagens Kritikern, wie etwa die Bezeichnung als „Scharfrichter“ durch den Journalisten Rudolf Augstein. Zudem warf Wippermann den Kritikern vor, Rufmord gegen Goldhagen zu betreiben. Der Vorwurf des Rufmordes und der Unwissenschaftlichkeit führte zu heftigen Widerspruch seitens der Gegner Goldhagens, also der Mehrheit der deutschen Historiker.
Über das Schwarzbuch des Kommunismus urteilte Wippermann, dass es nur „eine ermüdende Reihung von Mordgeschichten“ biete, eine „Dämonisierung des Kommunismus“ betreibe und hinterfragt werden müsse, ob es sich „bei den Regimen in der Sowjetunion, China, Kambodscha etc. überhaupt um kommunistische bzw. sozialistische Systeme gehandelt habe“. Reinhard Mohr kritisierte darüber im Spiegel, dass „gar nicht mehr versucht wird, wissenschaftliche oder politische Kritik zu üben und dass es nur noch um das gekränkte intellektuelle Ich“ gehe. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Wippermann

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"Suchdienst stellt Fotos, Briefe und Schmuck aus Nazi-KZs online" (06.01.2016)
Eheringe, Ausweise, Sparbücher oder Gefangenen-Akten: Der Internationale Suchdienst (ITS) im nordhessischen Bad Arolsen hat Tausende Gegenstände und Dokumente von Nazi-Opfern aus Konzentrationslagern fotografiert und online gestellt. Die Nazis hatten ihren Opfern einst alle Habseligkeiten abgenommen - nun sollen Angehörige und Wissenschaftler danach suchen können. ... Der ITS berichtete etwa im November, dass der Abschiedsbrief eines niederländischen Widerstandskämpfers nach 72 Jahren an seine Söhne übergeben werden konnte. Eine Bekannte der Familie hatte die Brieftasche des Vaters im Archiv gefunden. In dem Bericht heißt es: "Ohne die im Oktober 2015 erfolgte Veröffentlichung im ITS Online-Archiv hätte die Brieftasche vermutlich nie zurückgegeben werden können." Jede Datei des Archivs kann kommentiert werden. Bisher gab es keine antisemitischen Kommentare – auch darüber freut sich Groh. ...
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Suchdienst-stellt-Fotos-Briefe-und-Schmuck-aus-Nazi-KZs-online-3063744.html

In seinem Leitbild bekennt sich der International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen dazu, die Erinnerung an die Namen der Millionen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung zu wahren. Die Bestände im Archiv des ITS über die Verfolgung, Zwangsarbeit sowie den Holocaust sind einzigartig in ihrem Umfang und ihrer Bedeutung.
Der ITS bewahrt diese historischen Zeugnisse, beantwortet »Anfragen von Überlebenden und Familienangehörigen und nutzt das Archiv für die » Forschung und »Bildung. In den Archivräumen des ITS werden rund 30 Millionen Dokumente verwahrt. Mit ihrer Hilfe können auch heute noch viele Schicksale aufgeklärt werden. ...

https://www.its-arolsen.org/


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"Migration : Jeder zehnte Mensch war illegal" Michael Schubert (ZEIT Geschichte Nr. 4/2015, 17. November 2015)
Mitte des 19. Jahrhunderts unternahmen die Staaten des Deutschen Bundes den Versuch, Wanderungsbewegungen zu kontrollieren. Sie führten ein Passsystem ein und legten Routen für die Abschiebung unerwünschter "Vagabunden" fest – mit fragwürdigem Erfolg. ... Sie lebten im Freien, schliefen unter Brücken, in Hütten oder Ställen. Was sie besaßen, führten sie mit sich: Im 18. Jahrhundert, so schätzt man, gehörten etwa 10 bis 15 Prozent der gesamten Bevölkerung Mitteleuropas zu den "Menschen auf der Straße". Doch ihr Leben war keineswegs so romantisch, wie viele Volkslieder es suggerieren. Sie bewegten sich, wie die allerorts vermuteten Räuber und Gauner, außerhalb der ständischen Ordnung: Wanderarbeiter, Hausierer und Händler, verarmte Handwerksgesellen und mittellose Studenten, "Zigeuner" und Bettler, entlaufene oder entlassene Soldaten, Gaukler und Akrobaten, Schauspieler und Musikanten. Außerdem waren auf den Straßen Arbeitswanderer aller Art, Revolutions- und Religionsflüchtlinge sowie zahllose innereuropäische Migranten unterwegs. Im beginnenden 19. Jahrhundert fügte die Bauernbefreiung noch Massen an Landlosen hinzu, die auf der Suche nach neuen Erwerbsmöglichkeiten durch die Gegend zogen. Auf landwirtschaftlichen Gütern, in den Manufakturen und den entstehenden industriellen Zentren hofften sie, ein Auskommen zu finden. Nicht wenige von ihnen nahmen den Weg über den Atlantik in das verheißungsvolle Amerika. Insgesamt darf Migration wohl als eine der größten Herausforderungen des 19. Jahrhunderts gelten. ...
http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2015/04/migration-fluechtlinge-migranten-deutscher-bund-vagabunden?

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NS-Zeit: "Nazis zählen reicht nicht" Interview: Christian Staas (25. Februar 2016)
Seit zehn Jahren durchleuchten Kommissionen die NS-Vergangenheit deutscher Ministerien und Behörden. Nun gibt es einen Zwischenbericht: Was hat die Forschung erbracht? Fragen an den Historiker Martin Sabrow
 ZEIT: Der Wirbel um die Studie zum Auswärtigen Amt hat 2010 gezeigt, dass manche Tabus bis heute fortwirken. Viele Ehemalige wollten den alten Mythos retten, das Amt sei ein Hort des Widerstands gewesen. Gab es auch noch andere Behörden, in denen solcher Aufruhr herrschte, etwa im Bundesarchiv, das Sie erforschen?
Sabrow: Nein, im Bundesarchiv ist von Verschlossenheit und Abwehr nichts zu spüren. Anderswo schon. Schwierigkeiten gab es im ersten Anlauf mit dem BND. Ein weiterer Fall ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. 2006 und 2007 entstanden zwar erste Studien. Veröffentlicht wurde aber bis 2011 gar nichts. Ein Teil der Ergebnisse ist nach wie vor unter Verschluss. Am 30. September 2015 hat das Ministerium nun überraschend die Einsetzung einer Historikerkommission angekündigt. Wir dürfen gespannt sein.  ...
 ZEIT: Welche Bundesinstitutionen sollten auf jeden Fall noch durchleuchtet werden?
Sabrow: Zuallererst das Kanzleramt. Dazu gibt es noch keine Kommission, und die Personalpolitik dort ist weitgehend unerforscht.
ZEIT: Weil durch den Fall Globke der Eindruck entstand: Das Thema ist erledigt?
Sabrow: Und weil das Bundeskanzleramt eine sehr sensible Einrichtung auch im diplomatischen und außenpolitischen Verkehr ist. Über das zivile Personal des Verteidigungsministeriums, das eine eigene und hervorragende Forschungseinrichtung besitzt, ist ebenfalls wenig bekannt. Die Bundesbank wurde noch nicht untersucht. Dasselbe gilt für die Legislative einschließlich der Parteien, aber auch für die Judikative, besonders den Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht. ...
http://www.zeit.de/2016/07/ns-zeit-aufarbeitung-vergangenheit-forschung

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grunemanz #7  —  (29.02.2016)

Die gefühlte Nazi-Zeit hat in Deutschland bis Willy Brandt gedauert. Das Klima gruselig, Wehrmachtsgenerale mystisch verklärt, schauerliches "Heldengedenken" zu den entsprechenden Tagen, Homosexuelle gejagt, rückkehrende Exilanten
als "Vaterlandsverräter" beschimpft und ein Auschwitz Prozess gegen Schwerstverbrecher nur sehr mühsam in Gang gebracht, während Frau Freisler ihre Gerichtspräsidenten-Witwen Pension einstreichen konnte und kein einziger Richter
des Verbrecherregimes auf die Anklagebank kam.


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Andreas jun #8  (29.02.2016)

Die Entfaltung des Nazismus in Deutschland bedarf gesonderter komplexer historischer Betrachtung...
Die Aufarbeitung nach dem Krieg findet derzeit ihren Höhepunkt im KZ-Wächter-Prozess. Sie wird künftige Historiker einmal ebenso beschäftigen, wie die Zeit vor dem Umsturz. Auch Besonderheiten in den beiden deutschen Nachkriegsstaaten werden bei der Aufarbeitung eine Rolle spielen.
Das Ergebnis wird auch wesentlich für das Urteil über uns sein.


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Ghede #10  (29.02.2016)

Vor einer Weile bin ich mehr oder weniger zufällig auf die Geschichte des Octogon-Trust gestoßen, eine Art Geldwäscheunternehmen für geplünderte Vermögen aus der Zeit des NS. In der Nachkriegszeit hat es kontinuierlich Gelder in Richtung CDU fließen lassen, mit kräftiger Hilfe ehemaliger Nazis und solchen, die sich an der Herkunft des Geldes nicht störten. Im Zusammenhang damit gab es seinerzeit in der jungen BRD einen handfesten Skandal, inklusive einiger mysteriös Verstorbener.

[Jean-Michel Meurice: Schwarze Kassen (auf YouTube), Dokumentarfilm, ARTE France, Maha und Anthracite (2008; 70’), Frankreich 2008]
Schwarze Kassen der CDU - Das System OCTOGON
https://www.youtube.com/watch?v=gzTSe9xUJoU

Spontan fielen mir dazu die "jüdischen Vermächtnisse" des Schwarzgeldskandals aus jüngerer Geschichte ein, wie sie Herr Koch beschrieb, damals Ministerpräsident in Hessen. Über den Satz hat man (? naja, ich jedenfalls ;-)) damals den Kopf geschüttelt und das Gesicht verzogen, weil es wie eine lächerliche Schutzbehauptung klang - aber mit der Vorgeschichte ergibt das auf zynische Art und Weise Sinn. Insbesondere auch wegen der Verwicklung von Waffenschiebern.

Wie dem auch sei: Man braucht nicht zwingend personelle Kontinuität, um knietief im Erbe des Dritten Reichs gestiefelt zu haben. Adenauer war ja nun kein Nazi - und doch hat er sie gedeckt, wo es ihm in den Kram passte.

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ChrisDOHC #10.1 (29.02.2016)

"Wie dem auch sei: Man braucht nicht zwingend personelle Kontinuität, um knietief im Erbe des Dritten Reichs gestiefelt zu haben. Adenauer war ja nun kein Nazi - und doch hat er sie gedeckt, wo es ihm in den Kram passte."

Adenauer war sicher ein Staatsmann von Format- trotzdem hat auch er mit Globke bewiesen, dass in der Politik "im Notfall" jedes Mittel recht ist.
Und was die Konstellation Adenauer, Globke, Eichmann angeht- dort könnten auch noch Überraschungen in Archiven schlummern.




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"Nazi-Prozesse: Großbritanniens konsequente Militärjustiz" Bernhard Sprengel (1. März 2016)
Vor 70 Jahren begannen im Hamburger Curiohaus die Prozesse gegen Nazi-Verbrecher in Norddeutschland. Die Prozesse waren das Nürnberg der britischen Besatzungszone. ...
http://www.zeit.de/hamburg/kultur/2016-03/hamburg-kriegsverbrecher-curiohaus-briten-1946
« Last Edit: March 01, 2016, 12:51:07 PM by Link »

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« Reply #26 on: April 14, 2016, 10:02:32 AM »
Handbuch Nachkriegskultur
Literatur, Sachbuch und Film in Deutschland (1945–1962)
Hrsg. v. Agazzi, Elena / Schütz, Erhard
Das Handbuch erschließt die in den letzten Jahren zunehmend komplexer werdende Forschung zur Kultur im Nachkriegsdeutschland (1945–1962). Virulente Themenkomplexe wie Krieg, Trümmer, Heimkehr, Flucht, Vertreibung, Schuld, Alltag, Religion usw. werden anhand exemplarischer Werke systematisch aufgearbeitet, wobei fiktionale Literatur, Sachbuch und Film in beiden deutschen Staaten im Mittelpunkt stehen. Das Kompendium wurde von Historikern, Literatur- und Filmwissenschaftlern erarbeitet und beantwortet maßgebliche Fragen zur ästhetischen Repräsentation und Formation von Zeitgeschichte. ....
http://www.degruyter.com/view/product/176842

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"Ausstellung über politische Sticker: „Qualitäts-Wurst“ mit Hetze" Maik Söhler (19. 4. 2016)
Die Ausstellung „Angezettelt“ präsentiert antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute. ... Man kann sich wahlweise von organisierten Antisemiten im späten 19. Jahrhundert anekeln lassen, vom Kolonialrassismus des Kaiserreichs, von NSDAP-Propaganda der Jahre 1925 bis 1945 oder davon, wie nach 1945 das Feindbild des verarmten Juden dem Motiv eines „Profiteurs des Holocaust“ weichen muss. Es folgen der dumpfe Rassismus von NPD, DVU und dem „Ring nationaler Frauen“ in den Achtzigern und die Antiflüchtlingsslogans „Nein zum Heim“ und „Refugees not welcome“ der Gegenwart. ...
https://www.taz.de/Ausstellung-ueber-politische-Sticker/!5293189/

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"Theatertreffen Berlin: Hans-Werner Kroesinger Dramen aus den Archiven" Patrick Wildermann (06.05.2016)
Hort des Hehren, Wahren, Schönen? In „Stolpersteine Staatstheater“ entdeckt Hans-Werner Kroesinger eine Bühne im Nazi-Rausch. ... Das Archiv ist weder hip noch sexy. Man macht sich schmutzig, braucht Beharrlichkeit und Geduld, muss sich durch Akten wühlen und wird dafür höchstens mit einem Gewinn an Wissen belohnt. Junge Theatermacher, die sichtbar werden wollen, trifft man dort nicht gerade in Massen. Das Archiv ist aber der Ort, an dem ein Großteil der Arbeit von Hans-Werner Kroesinger stattfindet. Hier vergräbt er sich in Materialberge über die Konflikte der Vergangenheit, die in der Gegenwart offene Wunden hinterlassen haben. Oder durchleuchtet die Krisen von heute, die uns in Zukunft noch Kopfzerbrechen bereiten werden. Im Falle der Inszenierung „Stolpersteine Staatstheater“, mit der Kroesinger jetzt nach über zwei Karriere-Jahrzehnten erstmals zum Theatertreffen eingeladen ist, recherchierte er in Personalakten des Staatstheaters Karlsruhe, „die seit 30, 40 Jahren niemand mehr in der Hand hatte“. Im Stadtarchiv ist lückenlos erfasst, mit welcher Rasanz sich die Bühne der nationalsozialistischen Ideologie an den Hals warf. Und was aus den ehemaligen Publikumslieblingen geworden ist, an die sich kaum noch jemand erinnert. „Karlsruhe hat im Juli 1933 als erstes Haus an die Reichstheaterkammer gemeldet, dass es ‚judenfrei’ sei“, erzählt Kroesinger. ...
http://www.tagesspiegel.de/kultur/theatertreffen-berlin-hans-werner-kroesinger-dramen-aus-den-archiven/13557226.html


"Theatertreffen 2016: Die grausamsten Dramen spielen hinter den Kulissen" Christine Wahl (17.05.2016)
„Stolpersteine Staatstheater“ entstand in Karlsruhe – anlässlich der dortigen Feierlichkeiten zum 300-jährigen Stadtjubiläum. Statt geschichtsvergessen mitzujubeln, vergruben sich Dura und Kroesinger ins Stadtarchiv und recherchierten Personalakten des örtlichen Staatstheaters. Entstanden ist eine minuziöse Dokumentation der Diskreditierung, Diskriminierung und Entlassung jüdischer Ensemblemitglieder seit 1933 – und vor allem ihrer vermeintlichen Legitimation. ...
http://www.tagesspiegel.de/kultur/theatertreffen-2016-die-grausamsten-dramen-spielen-hinter-den-kulissen/13605940.html

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"Atomwaffen in Einsatzbereitschaft können halt schon mal ..." Markus Kompa (17.10.2013)
Weitere Aktenfreigaben zu den militärischen Nuklearunfällen in Palomares und Thule ...
http://www.heise.de/tp/news/Atomwaffen-in-Einsatzbereitschaft-koennen-halt-schon-mal-2005266.html

"Verstrahlte Politik" Markus Kompa (17.05.2016)
Interaktive Karte simuliert geplante Nuklearziele von 1956: Letzten Dezember hatten die USA die bis dahin geheime Liste ihrer 1956 geplanten Atombombenziele der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (Atombomben auf Ost-Berlin). Der damalige Air Force-Chef General Curtis LeMay, der bereits die Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki kommandierte, hatte seit Ende der 1940er Jahre offen für einen nuklearen Präventivkrieg plädiert. ...
http://www.heise.de/tp/news/Verstrahlte-Politik-3209162.html

"Kalter Krieg: USA wollten im Ernstfall 91 Ziele in Ost-Berlin treffen" (23.12.2015)
Das US-Nationalarchiv hat eine Liste des Militärs aus den Fünfzigerjahren veröffentlicht. Sie zeigt die Ziele, die im Kriegsfall mit Atomwaffen angegriffen worden wären. Ost-Berlin sollte demnach "systematisch zerstört" werden. ...
http://www.spiegel.de/politik/ausland/berlin-usa-wollten-im-kriegsfall-91-atombomben-auf-ost-berlin-abwerfen-a-1069249.html

http://www.spiegel.de/forum/politik/kalter-krieg-us-armee-wollte-im-ernstfall-91-atombomben-auf-ost-berlin-abwerfen-thread-398623-1.html

"Hunderte Ziele von US-Atombomben in der DDR"
Das US-Nationalarchiv hat detaillierte Ziellisten für Nuklearwaffen freigegeben. Ende der 50er standen 1200 Städte des Ostblocks darauf, Ost-Berlin allein 68 Mal. Auch der Westteil wäre verglüht. ...
http://www.welt.de/geschichte/article150290008/Hunderte-Ziele-von-US-Atombomben-in-der-DDR.html

"Um Haaresbreite" Markus Kompa (10.11.2015)
USA geben Geheimbericht von 1990 zu Able Archer 83 frei ... Nachdem Präsident Ronald Reagan Anfang der 1980er Jahre das Klima zwischen den Supermächten vom Tauwetter wieder zur Eiszeit gewandelt hatte, befürchteten die Strategen in Moskau einen nuklearen Überraschungsangriff. Lange war umstritten, wie real die sowjetische Kriegsangst von 1983 und damit das Risiko eines versehentlich eingeleiteten Gegen- oder gar Präventivschlags tatsächlich gewesen war. Eine nun freigegebene Studie für die außenpolitischen Berater der Regierung Bush von 1990, der alle geheimen US-Quellen zur Verfügung standen, kommentierte: "on a hair trigger". ...
http://www.heise.de/tp/artikel/46/46483/1.html

"1100 Declassified U.S. Nuclear Targets: How many nukes do you think are needed for deterrence?"
The National Security Archives recently published a declassified list of U.S. nuclear targets from 1956, which spanned 1,100 locations across Eastern Europe, Russia, China, and North Korea. The map below shows all 1,100 nuclear targets from that list, and we’ve partnered with NukeMap to demonstrate how catastrophic a nuclear exchange between the United States and Russia could be. ...
http://futureoflife.org/background/us-nuclear-targets/

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« Last Edit: May 18, 2016, 09:58:00 AM by Link »

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« Reply #27 on: May 27, 2016, 08:04:49 AM »
"Nordkirche in Hamburg: Nicht zu vergessen" Wolfgang Thielmann (31. Januar 2016)
Die Nordkirche arbeitet ihre NS-Vergangenheit auf – und einigen geht das zu weit. ... Die Schatten des "Dritten Reiches" waren lang und fielen auf den Neuanfang nach 1945. Auch in Hamburg, auch in der Kirche. Und die Schatten trugen Namen – Namen, die in Kirchenkreisen bislang einen guten Klang hatten. ... Gerhard Ulrich, der Landesbischof der Evangelischen Nordkirche, zeigt sich von Lincks Forschungen berührt: "Jeder Blick in die Geschichte unseres Landes und unserer Kirche ist erschütternd, wenn wir sehen, wie mit der Schuld und mit den Brüchen umgegangen wird." Die Erinnerung wachzuhalten, sagt er, gehöre zu den kirchlichen Kernaufgaben. "Aber es ist schwer damit umzugehen, wenn das eigene Hoffnungsbild Kratzer bekommt." Und Ulrich hat Verständnis für die Nöte von Christen, "deren Vorbilder plötzlich anders dastehen". ... Für Ulrich ist die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte seiner Kirche ein Lebensthema. 1984 hat er als Pastor in Wellingsbüttel eine Ausstellung initiiert. Eine Tafel verschwand nach wenigen Stunden. Ulrich weiß bis heute nicht, wer sie entfernt hat. Sie zeigte ein Foto der Kircheneinweihung, mit Hakenkreuzfahne, Männern in Braunhemden und SS-Standarte. Das Wellingsbüttler Kirchengebäude war 1937 als Musterbau einer NS-Kirche eingeweiht worden. In der Fassade finden sich Runen, ein Hexenbesen und ein Hakenkreuz. Ein Lutherbild im Innern trug die Inschrift: "Für euch Deutsche bin ich gekommen".
Nach Kriegsende wurde das Bild mit einer Holzplatte zugenagelt. "Dergestalt vernagelt war auch die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit", sagt Ulrich. ...
http://www.zeit.de/2016/05/nordkirche-hamburg-ns-vergangenheit-aufarbeitung/komplettansicht

"Neue Anfänge nach 1945?"
Wie die Landeskirchen Nordelbiens mit ihrer NS-Vergangenheit umgingen
Eine Wanderausstellung der Nordkirche 2016 ...  In sechs Themenfeldern dokumentiert die Ausstellung, in welcher Weise sich die im lutherischen Norden lange Zeit vorherrschende nationalprotestantische Mentalität, die die Hinwendung zum Nationalsozialismus gefördert hatte, nach 1945 zunächst wieder durchsetzte und Wirkungsmacht entfaltete. Im Vordergrund stehen konkrete Fälle und Beispiele aus den nordelbischen Landeskirchen und Gemeinden. Gezeigt wird auch der mühevolle Weg von Auseinandersetzung und Dialog über Jahrzehnte, der schließlich zu einer Veränderung der Kirche führte.
Die Ausstellung wurde am 29. Januar 2016 in der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg eröffnet. Sie wandert seitdem durch zahlreiche Kirchen im norddeutschen Raum. ...
https://www.nordkirche.de/nordkirche-nach45


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Die wirksame juristische Aufarbeitung dieser Verbrechen kam erst vor wenigen Jahren in Gang und dauert bis heute an. ... Nach dem bisherigen Stand der offiziellen Ermittlung sowie der Auswertung von Dokumenten fielen mindestens 200 Personen der Zusammenarbeit der Staaten während der Operation Condor zum Opfer. Die weitaus größere Zahl der Opfer ist jedoch auf direkte Maßnahmen der nationalen Regierungen gegen ihre eigenen Bürger zurückzuführen, allein in Argentinien gelten etwa 30.000 Menschen als dauerhaft verschwunden, in Chile 2.950. Doch die Bilanz der lateinamerikanischen Repressionspolitik ist nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen weitaus höher: Etwa 50.000 Ermordete, 350.000 Verschwundene und 400.000 Gefangene. ... (Stand 05/2016)
https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Condor

Die School of the Americas wurde von Menschenrechtsorganisationen wegen der Ausbildung vorwiegend rechts gerichteter Militärs und Paramilitärs auch in Foltertechniken und der massiven Unterstützung rechtsgerichteter Militärdiktaturen in Lateinamerika kritisiert. Viele der Absolventen waren später maßgeblich an so genannten schmutzigen Kriegen in ihren Heimatländern beteiligt. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Western_Hemisphere_Institute_for_Security_Cooperation

Schmutzige Kriege von Militärdiktaturen gegen die eigene Bevölkerung, das heißt die gewaltsame illegale Unterdrückung jeglicher Opposition, breiteten sich auf dem gesamten Kontinent aus. Dies wurde in der Regel vom massiven Einsatz so genannter Todesschwadronen begleitet, die faktisch informelle staatliche Mordkommandos waren und politische Gegner illegal umbrachten oder „verschwinden ließen“. Diese Entwicklung gipfelte ab 1976 in der Operation Condor...
https://de.wikipedia.org/wiki/Beziehungen_zwischen_Lateinamerika_und_den_Vereinigten_Staaten#1970er_Jahre:_Die_.C3.84ra_der_Juntas


"Militärdiktaturen: Argentinische Militärs wegen Verfolgung von Oppositionellen verurteilt" (28. Mai 2016)
Den Verurteilten werden Verbrechen gegen Oppositionelle in mehreren südamerikanischen Militärdiktaturen vorgeworfen. Unter ihnen ist auch ein ehemaliger Staatschef. ... Das Urteil stellt erstmals die kriminelle grenzübergreifende Zusammenarbeit der Diktaturen in Argentinien, Uruguay, Brasilien, Chile, Paraguay und Bolivien fest. Die Koordination der Militärs und Geheimdienste dieser Länder in den 1970er und 1980er Jahren wurde von den Verantwortlichen "Plan Cóndor" genannt. ...
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-05/argentinien-militaer-verbrechen-veurteilung

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Carl Schmitt (zeitweise auch Carl Schmitt-Dorotic) (* 11. Juli 1888 in Plettenberg; † 7. April 1985 ebenda) war ein deutscher Staatsrechtler, der auch als politischer Philosoph rezipiert wird. Er ist einer der bekanntesten, wenn auch umstrittensten deutschen Staats- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts. Als „Kronjurist des Dritten Reiches“ (Waldemar Gurian) galt Schmitt nach 1945 als kompromittiert. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schmitt

"Carl Schmitt: "Die Würde meiner Gedanken"" Alexander Cammann (DIE ZEIT Nr. 22/2016, 19. Mai 2016)
In seinem "Glossarium" wütete der einflussreiche Staatsrechtler Carl Schmitt gegen Juden und Emigranten. Jetzt erst erscheint es in einer vollständigen Fassung.  ... ausgerechnet also jener Carl Schmitt liegt heute so nackt vor der Nachwelt wie kaum ein anderer Intellektueller des 20. Jahrhunderts. Dreißig Jahre nach seinem Tod ist er ein Klassiker der politischen Theorie mit enormer Ausstrahlung auf Literatur- und Kulturwissenschaften weltweit.
Man kann seine zahlreichen Briefwechsel mit Zeitgenossen nachlesen, weitere Korrespondenzen dieses großen Kommunikators werden erwartet, mit dem Historiker Reinhart Koselleck und dem Verfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde zum Beispiel. Vor allem aber werden Schmitts Tagebücher nach und nach ediert, die er ein Leben lang in manischer Offenherzigkeit führte. Wer den Band über die Jahre 1930 bis 1934 liest, der erlebt einen ehrgeizigen Staatsrechtler in der Staatskrise der Weimarer Republik, der rastlos zwischen Vorträgen, Terminen, Salons und dem Reichsgerichtshof hin und her hetzt, Aufsätze und Karriere plant und in den Slots dazwischen sich zwanghaft mit aufreibenden Affären und Prostituierten verlustiert. Hemmungslos hasst Schmitt Juden; abends notiert er alles, auch die Weine, die er in erstaunlicher Menge konsumiert. Das Leben eines Besessenen, protokolliert von ihm selbst, zwecks Seelen- und Eingeweideschau.  ... Was macht diese Neuauflage nun so bedeutend, über den Kreis der Schmitt-Experten hinaus? Wie in Martin Heideggers Schwarzen Heften lassen sich hier die intellektuellen Mechanismen studieren, mit denen die braun durchwirkten Meisterdenker die Jahre 1933 bis 1945 verarbeiteten. Schmitt, der 1945/46 in Nürnberg arretiert war, wehrt alles ab, oft in unerträglicher Suada. "Die viehischen Greuel der Besiegten" – der Deutschen – "und die viehische Rache" – durch die Alliierten – "für diese Greuel, das gleicht sich wirklich aus", notiert er im Februar 1950; im August 1949 mokiert er sich: "Genocide, Völkermorde, rührender Begriff; ich habe ein Beispiel am eigenen Leib erlebt: Ausrottung des preußisch-deutschen Beamtentums im Jahre 1945." Oft relativiert er – "Was war eigentlich unanständiger: 1933 für Hitler einzutreten oder 1945 auf ihn zu spucken?" (April 1949) – und schlägt wild um sich: "Die Emigranten sind unberechenbar und meistens partiell gestört in moralischer Hinsicht", glaubt er im Juli 1949 ...
http://www.zeit.de/2016/22/carl-schmitt-glossarium-briefwechsel-antisemitismus

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"Der Bundesrat wusste bereits 1942 über den Holocaust Bescheid" Hans-Ulrich Jost (30. Januar 2013)
Die Pressemitteilung von Bundespräsident Maurer anlässlich des internationalen Gedenktages des Holocausts hat einmal mehr unsere Schwierigkeiten beim Umgang mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs zutage gebracht. Anspielend auf diese dunkle Zeit, schliesst die kurze Meldung mit der Bemerkung, die Schweiz sei damals «für viele Bedrohte und Verfolgte zur rettenden Insel» geworden.
Doch dies galt ausgerechnet nicht für Juden. Ihnen ist der Status «politischer Flüchtling» nicht gewährt worden. Die Pässe der deutschen Juden wurden 1938 auf Betreiben der Schweiz mit ein grossen «J» gekennzeichnet, damit man sie gleich an der Grenze abfangen und zurückweisen konnte. Und 1942, als die systematische Vernichtung der Juden in Deutschland begann, sind Grenzübertritte vollständig gestoppt worden. Der Beschluss, den Juden nicht den Status des politischen Flüchtlings zu anerkennen, ist erst im Juli 1944 aufgehoben worden.
Oft kommt der Einwand, die Schweiz habe doch insgesamt 300’000 Flüchtlinge aufgenommen. Dies ist richtig. Doch der weitaus grösste Teil dieser Flüchtlinge kam erst ab 1944 ins Land. Für viele Juden war es da schon zu spät. ... Zur beschönigenden Erklärung wird immer wieder angefügt, dass die für die schweizerische Flüchtlingspolitik verantwortlichen Beamte und Magistrate erst gegen Ende des Krieges über die systematische Tötung der Juden informiert waren. Diese Behauptung ist falsch.
Zahlreiche Schreiben unserer diplomatischen Vertreter im Ausland, sowie Berichte von glaubwürdigen Persönlichkeiten, haben schon 1941 die Behörden in Bern und den Bundesrat auf das schreckliche Vorgehen gegen die Juden aufmerksam gemacht. Eindringliche Rapporte kamen beispielsweise vom Schweizer Konsul in Köln, Franz von Weiss. Sogar Fotografien der Gräueltaten wurden nach Bern geschickt. Die Dokumente können heute online eingesehen werden...
Diese und zahlreiche weitere Fakten sind seit den 1990er-Jahren bekannt und wurden auch verschiedentlich veröffentlicht. So etwa in den Berichten der Kommission Bergier. Ein Teil der Öffentlichkeit wollte jedoch diese dunklen Seiten der Geschichte nicht zu Kenntnis nehmen. Es kam sogar zu einer eigentlichen Hetzkampagne gegen die Kommission Bergier. ...
Es stellt sich heute die Frage, ob die verklärende Darstellung der Haltung der Schweiz in der Pressemitteilung des Bundespräsidenten Maurer anlässlich des Holocaust-Gedenktages nur ein peinlicher Ausrutscher war. Oder ob sich dahinter nicht vielmehr eine Strategie verbirgt, mit der einmal mehr die Geschichte zugunsten einer vermeintlich heilen Schweiz manipuliert werden soll. Sicher ist jedenfalls, dass der Bundespräsident mit solchen Elaboraten das Ansehen der Schweiz im Ausland nicht befördern wird. ...
http://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/16061/der-bundesrat-wusste-ber-den-holocaust-bescheid/

Die Diplomatischen Dokumente der Schweiz (DDS)
Die DDS sind ein Projekt zur Edition zentraler Dokumente zur Geschichte der schweizerischen Aussenbeziehungen....
http://www.dodis.ch/de/

...


« Last Edit: June 11, 2016, 11:14:47 PM by Link »

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« Reply #28 on: June 13, 2016, 04:01:31 PM »
"Ceausescu-Diktatur: Rumänien rollt Prozess um Revolution von 1989 wieder auf" (13.06.2016)
Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Sturz von Staatschef Nicolae Ceausescu 1989 wird der Prozess um den Tod von mehr als Tausend Regimegegnern in Rumänien neu aufgerollt. Das höchste Gericht des Landes gab am Montag auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft grünes Licht für ein neues Verfahren. Frühere Ermittlungen waren ergebnislos eingestellt worden.
DiktatorCeausescu war am 22. Dezember 1989 nach Straßenprotesten gestürzt worden. Drei Tage später wurden er und seine Frau Elena am 25. Dezember nach einem umstrittenen geheimen Scheinprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Die meisten Todesopfer unter Regimegegnern gab es, als Unbekannte in der Hauptstadt Bukarest und anderen Städten des Landes an den Tagen zwischen dem Sturz des Diktators und seiner Hinrichtung auf Demonstranten schossen. Wer die Schützen waren, ist bis heute jedoch unklar. ... Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wurden bei den früheren Verfahren viele wichtige Hinweise nicht berücksichtigt, darunter auch immer noch geheim gehaltene Protokolle von Anhörungen vor Parlamentsausschüssen sowie ein umfangreicher Bericht des Inlandsgeheimdienstes SRI. Nun werde wegen "Völkermordes" ermittelt. ...
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ceausescu-diktatur-rumaenien-rollt-prozess-um-revolution-von-1989-wieder-auf-a-1097366.html

Nicolae Ceaușescu (* 26. Januar 1918 in Scornicești; † 25. Dezember 1989 in Târgoviște) war ein rumänischer Politiker. Als Generalsekretär der Rumänischen Kommunistischen Partei, Staatspräsident und Vorsitzender des Staatsrates war er von 1965 bis 1989 der neostalinistische Diktator der Sozialistischen Republik Rumänien. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Nicolae_Ceau%C8%99escu

Die rumänische Revolution von 1989 war eine Kette von Demonstrationen, Unruhen und blutigen Kämpfen, die vom 16. bis zum 27. Dezember 1989 in Timișoara, Bukarest und anderen rumänischen Städten stattfand. Sie führte zum Sturz und zur Hinrichtung des rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu und seiner Frau Elena Ceaușescu und zum Ende des realsozialistischen Systems in Rumänien. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Rum%C3%A4nische_Revolution_1989

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"NS-Forschung „Es läuft auf eine Verwässerung hinaus“" Daniela Vates (14. Juli 2016)
Zahlreiche Ministerien und Bundesbehörden haben ihre NS-Vergangenheit erforschen lassen – und die Frage, ob und wie einstige Nazibeamte auch in der Bundesrepublik in den Häusern weiter wirken konnten. Beim Auswärtigen Amt kam eine Expertenkommission etwa zu dem Schluss, die Diplomaten hätten aktiv an der Judendeportation mitgewirkt und sich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht ausreichend zu ihrer Schuld bekannt. Nun lässt auch das Kanzleramt vorsichtige Bereitschaft für eine wissenschaftliche Aufarbeitung erkennen. Norbert Frei, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und Mitglied der Expertenkommission des Auswärtigen Amtes, zu seinen Erwartungen. ...
http://www.fr-online.de/politik/ns-forschung---es-laeuft-auf-eine-verwaesserung-hinaus-,1472596,34501934.html


« Last Edit: July 17, 2016, 08:56:27 PM by Link »

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« Reply #29 on: July 21, 2016, 02:41:17 PM »
Am 8. November 1939 waren im Münchener Bürgerbräukeller etwa 1500 bis 2000 Zuhörer, darunter nahezu die gesamte NS-Führungsspitze, zum Gedenken an den 9. November 1923 versammelt.[18] Weil Hitlers geplanter Rückflug nach Berlin wegen Nebels ausfiel und er stattdessen auf einen Sonderzug ausweichen musste,[19] redete er viel kürzer als sonst und beendete seinen Aufenthalt im Bürgerbräukeller früher als erwartet. Er verließ mit seinem Führungsstab das Gebäude bereits 13 Minuten vor der Explosion von Elsers Zeitbombe.
Die Bombe explodierte exakt zu der von Elser vorgesehenen Zeit um 21:20 Uhr. Die Explosion des Sprengsatzes verwüstete den Saal,[21] tötete von den zirka 120 bis 150 zuletzt im Saal verbliebenen Anwesenden acht und verletzte 63 Besucher, davon 16 schwer.[22][23] Der geplante Tyrannenmord misslang. ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Elser

Hintergrundinformationen
http://www.georg-elser-arbeitskreis.de

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Innenansichten – Deutschland 1937 (ARTE)
Bryans Aufnahmen, unentwickelt und unzensiert in die USA geschickt und später teilweise für den Film „Inside Nazi Germany“ der US-amerikanischen Wochenschau verwendet, zeigen eine ganz eigene Form von Alltag, einen Alltag, über dem eine drückende Last zu liegen scheint. Hier gibt es keine „Huhu“-Menschen, die neugierig in die – bei der damaligen Technik unübersehbare – Kamera winken. Die meisten Gesichter wenden sich ab oder gucken unbeteiligt vorbei. Nicht auffallen, das wird auch ohne den Kommentar klar, war die Devise. -- Published on Aug 23, 2012
"1937 ist Hitlers Diktatur nach innen gefestigt, alle Regimegegner sind emigriert oder mundtot gemacht. Die Wirtschaft erholt sich von der großen Krise, die Volksgemeinschaft fühlt sich zunehmend wohl. Das nimmt auch das demokratische Ausland in Europa und Übersee zur Kenntnis. Aber kritische Geister sind sicher, dass sich hinter dem schönen Schein eine Realität von mörderischem Rassenwahn und kriegslüsterner Revanchepolitik verbirgt. Im Sommer 1937 erhält der amerikanische Dokumentarfilmer Julien Bryan eine Sondergenehmigung, das Dritte Reich zu bereisen und dort Filmaufnahmen zu machen. Er will den Amerikanern die Wahrheit über Deutschland zeigen. Bryan fährt im September und Oktober 1937 mit seiner Kamera durch weite Teile des Landes. Natürlich darf er nur genehmigte Schauplätze filmen, trotzdem gelingt es ihm immer wieder, auch den Machthabern unbequeme Szenen zu drehen. Mit ungewöhnlichen Motiven und Perspektiven schafft Julien Bryan eine unvoreingenommene Darstellung im Sinne des Dokumentarfilms der 30er Jahre als Gegenstück zum Propagandafilm Riefenstahlscher Prägung. (Deutschland, 2012, 105mn), BR"
https://www.youtube.com/watch?v=j-x1-O5tS0o

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"Review: Nikolaus Wachsmann's KL: A History of the Nazi Concentration Camps" (July 24, 2016)
Nikolaus Wachsmann, Professor of History at the University of London, takes the reader on a 12-year journey into innermost circle of Hell in his monumental work KL (abbreviation for Konzentrationslager - concentration camp). This 800-page work includes over 150 pages of footnotes: Wachsmann spent years researching original sources, including 45 camp archives that were preserved.  How he could read and systematically sort through the statistics and the stories of torture, slave labor,selections,  death marches, horrific "medical" experiments on children, mass murder, etc. without going mad is beyond me. There is a danger that the reader grows numb from the sheer numbers of prisoners murdered in the camps - beginning with hundreds in the days following the Nazi seizure of power in 1933, to thousands following the 1938 November Pogrom, to tens of thousands Hitler launches his war, to, finally, hundreds of thousands as the Nazis carry out the Final Solution against Europe's Jews. ...
http://www.dialoginternational.com/dialog_international/2016/07/review-nikolaus-wachsmanns-kl-a-history-of-the-nazi-concentration-camps.html

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"Kolonialismus: Ein Rassist gibt Auskunft" Ein Gastbeitrag von Ulrich Mücke (7. August 2016)
Der Altonaer Kaufmann Heinrich Witt machte in Peru ein Vermögen. Und er schrieb Tagebuch. Es zeigt, wie eng Kolonialismus und Bürgerlichkeit im 19. Jahrhundert verbunden waren.
... Zudem zeigt das Tagebuch en miniature die dunklen Seiten der liberalen norddeutschen Bürgerlichkeit. Dass die AfD in Hamburg gegründet wurde und in den wohlhabenden Vierteln der Hansestadt Unterschriften gegen die "massenhafte Ansiedlung" von Kriegsflüchtlingen gesammelt werden, kann niemanden überraschen, der in Witts Tagebuch gelesen hat, wie der bürgerliche Kosmopolitismus den modernen Rassismus und Eurozentrismus in sich trägt. ...
http://www.zeit.de/2016/30/kolonialismus-peru-rassismus-kaufmann-heinrich-witt/komplettansicht

Quote
OtaQ #5

Bedenkt man die Selbstverständlichkeit aus der die Gedanken verfasst worden sind und dass die Geschehnisse erst 150 Jahre zurück liegen, ist es unglaublich wie weit die Menschheit schon gekommen ist. Mich stimmt der Artikel jedenfalls positiv und hoffnungsvoll.

http://www.zeit.de/2016/30/kolonialismus-peru-rassismus-kaufmann-heinrich-witt?cid=8186780#cid-8186780

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« Last Edit: August 11, 2016, 07:57:34 PM by Link »

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Zur Geschichte (Bruchstuecke) ...
« Reply #30 on: September 03, 2016, 12:02:02 PM »
Bog Child is a historical novel by Siobhan Dowd published by David Fickling in September 2008, more than a year after her death. ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Bog_Child

The 1981 Irish hunger strike was the culmination of a five-year protest during The Troubles by Irish republican prisoners in Northern Ireland. The protest began as the blanket protest in 1976, when the British government withdrew Special Category Status for convicted paramilitary prisoners. In 1978, after a number of attacks on prisoners leaving their cells to "slop out", the dispute escalated into the dirty protest, where prisoners refused to leave their cells to wash and covered the walls of their cells with excrement. In 1980, seven prisoners participated in the first hunger strike, which ended after 53 days. ...
https://en.wikipedia.org/wiki/1981_Irish_hunger_strike

https://en.wikipedia.org/wiki/Blanket_protest

https://en.wikipedia.org/wiki/Dirty_protest

Margaret Hilda Thatcher, Baroness Thatcher ... was a British stateswoman and politician who was the Prime Minister of the United Kingdom from 1979 to 1990 and the Leader of the Conservative Party from 1975 to 1990. ...
https://en.wikipedia.org/wiki/Margaret_Thatcher

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„Die sogenannte „Ergänzungskartei“ der Volkszählung im Deutschen Reich vom 17. Mai 1939 mit den Angaben zur Religionszugehörigkeit aller vier Großeltern mit dem Zweck der Feststellung von jüdischen Vorfahren wurde vom in Berlin gegründeten Verein Tracing the Past e.V. im Internet veröffentlicht.
http://archivalia.hypotheses.org/59093


Tracing the Past   
A non-profit organization dedicated to the research and memorialization of the persecuted in Europe 1933-1945
It is the goal of Tracing the Past to establish an interactive, crowd-sourced set of online tools, which can bring this far-removed past more clearly into the residents of Europe's sense of daily reality and provide a central database for Holocaust research, starting with the project Mapping the Lives. In the meantime, approximately two-thirds of the nearly 170,000 Shoah victims from Germany are now searchable for the first time by residential street address in the 1939 German Minority Census. ...
https://www.tracingthepast.org

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Babyn Jar (ukrainisch Бабин Яр; russisch Бабий Яр/Babi Jar; übersetzt Weiberschlucht) ist eine Schlucht auf dem Gebiet der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Mit einer Länge von 2,5 km und einer Tiefe von 5 bis 30 m war sie ein Nebental des einstigen Dneprzuflusses Potschajna und befand sich ursprünglich außerhalb der Stadtgrenzen.  ... Diese Schlucht war 1941 der Schauplatz des größten einzelnen Massakers an jüdischen Männern, Frauen und Kindern im Zweiten Weltkrieg, das unter der Verantwortung des Heeres der Wehrmacht durchgeführt wurde. Den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD fielen am 29. und 30. September 1941 mehr als 33.000 Juden zum Opfer. Juden wurden in dieser Phase des Eroberungs- und Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion noch von mobilen SS-Truppen mit Schusswaffen umgebracht, der fabrikmäßige Massenmord durch Gaseinsatz war noch nicht gebräuchlich. Die 6. Armee unter Generalfeldmarschall Walter von Reichenau, die bereits in den Monaten zuvor bei den Judenmorden eng mit dem SD zusammengearbeitet hatte, half bei der Planung und Durchführung der Vernichtungsaktion. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Babyn_Jar


"Massaker von Babyn Jar – Begrabene Erinnerung" REBECCA BARTH (29.09.2016)
Vor 75 Jahren ermordeten die Nazis an zwei Tagen mehr als 30.000 Juden in Kiew. Lange schwieg man in der Ukraine. Der Umgang mit dem Massaker ist bis heute widersprüchlich. ...
http://www.faz.net/aktuell/politik/massaker-von-babyn-jar-die-begrabene-erinnerung-14457465.html

"Überlebende des Massakers von Babi Jar "Ich fiel auf menschliche Leichen"" Marc von Lüpke (29.09.2016)
Tausende Juden, darunter ihre Familie, sah Dina Pronitschewa im September 1941 in der Schlucht Babi Jar sterben - erschossen von Deutschen. Dann war sie selbst an der Reihe. Und entrann dem Tod wie durch ein Wunder. ... In den Morgenstunden des 29. September 1941 ziehen Menschen zu Tausenden durch die Straßen Kiews. Jüdische Männer, Frauen, Kinder. Ihre Wertsachen tragen sie am Leib, Koffer und Taschen in den Händen. Nahe des jüdischen Friedhofs eskortieren den Menschenstrom plötzlich Männer in deutschen Uniformen, teils schwer bewaffnet, mit Hunden an der Leine. Eine Schlucht vor der Stadt ist das Ziel. Babi Jar, die "Weiberschlucht".
Auch Dina Mironowna Pronitschewa, 30, geht in der Menge, mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester. "Umgesiedelt" würden sie, hatten die deutschen Besatzer den Juden am Vortag auf Tausenden Plakaten in der Stadt verkündet. Auf dem Weg nach Babi Jar wachsen Dinas Zweifel. Warum nimmt ihr ein Deutscher den Ehering weg? Warum müssen sie und ihre Familie an einem Kontrollpunkt ihre Sachen abgeben? ...
http://www.spiegel.de/einestages/massaker-von-babi-jar-ich-fiel-auf-menschliche-leichen-a-1113959.html

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"Studie über NS-Vergangenheit: Im Bonner Justizministerium arbeiteten besonders viele Nazis" (9. Oktober 2016)
Das Bundesjustizministerium hat seine NS-Vergangenheit aufarbeiten lassen. Die Studie wird am Montag öffentlich vorgestellt. ... Zahlreiche NSDAP-Mitglieder und Holocaust-Schreibtischtäter arbeiteten nach dem Krieg wieder in mächtigen Positionen in der Bundesrepublik. Das trifft auf alle Ministerien zu, auf die Polizei ebenso wie auf Gerichte. Im Bonner Justizministerium aber war die Dichte der alten Kameraden besonders hoch. Das zeigt eine Untersuchung, die am Montag von Justizminister Heiko Maas (SPD) vorgestellt werden soll.
Das Ministerium war mit heiklen Fragen rund um die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen befasst. "Die Spitze wurde 1957 erreicht", sagte der Leiter der Historiker-Kommission, der Rechtswissenschaftler Christoph Safferling, der Süddeutschen Zeitung. "Damals waren 77 Prozent der leitenden Beamten ehemalige NSDAP-Mitglieder, vom Referatsleiter aufwärts." Dass die Zahl so hoch sein würde, habe man nicht erwartet. "Wie sich zeigt, war die NS-Belastung im Justizministerium womöglich die höchste unter allen Bonner Ministerien." Die Zahl der ehemaligen NSDAP-Mitglieder im Justizministerium stieg nach 1949 sogar noch an.
Die Studie, die unter dem Titel "Die Akte Rosenburg" von Montag an auch in den Buchhandel kommt, listet zahlreiche Beispiele auf für Juristen, die trotz schwerster Belastung weiter Karriere machen konnten. Etwa Eduard Dreher, der ehemalige Staatsanwalt an einem NS-Sondergericht in Innsbruck. Er stieg in den Fünfzigerjahren zum einflussreichsten Strafrechtler im Bonner Ministerium auf und verfasste sogar noch viele Jahre später den wichtigsten juristischen Kommentar zum Strafgesetzbuch, den "Dreher". Oder Heinrich Ebersberg, den einstigen Referenten des NS-Justizministers, der nach dem Krieg wieder im Ministerium beschäftigt wurde. Er redete sich darauf heraus, er habe von Justizmorden nichts gewusst. ...
Es sei völlig richtig, dies als "zweite Schuld zu bezeichnen", sagte Justizminister Heiko Maas der Süddeutschen Zeitung. Die Juristen der Nazizeit hätten in der jungen Bundesrepublik "altes Unrecht, das aufgearbeitet hätte werden sollen, gedeckt und neues Unrecht geschaffen". ...
http://www.sueddeutsche.de/politik/studie-ueber-ns-vergangenheit-im-bonner-justizministerium-arbeiteten-besonders-viele-nazis-1.3196810

« Last Edit: October 10, 2016, 09:47:08 AM by Link »

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« Reply #31 on: October 26, 2016, 12:51:24 PM »
Quote
[...] Wie Europa in Krieg, Hunger und Zerstörung unterging und neu erstand: Ian Kershaws großes Panorama der Jahre 1914 bis 1949 passt in die aktuelle Diskussion. ... Wer die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts betrachtet, kann dem Sog von Gewalt und Zerstörung kaum entgehen. In ihm lösten sich die klassischen Kategorien begrenzter Staatenkriege immer mehr auf, wurde die im Zeichen von Luftkrieg und Holocaust zuletzt völlig entgrenzte Gewalt gegen Zivilisten zur Norm der Kriegführung.   ... Der britische Historiker Ian Kershaw, hervorgetreten mit wegweisenden Arbeiten über den Nationalsozialismus und einer zweibändigen Biografie Adolf Hitlers, legt nun den ersten von zwei Bänden vor, die das europäische Jahrhundert der Katastrophen und der Wiederkehr Europas nach 1945 vermessen. To Hell and Back lautet der englische Originaltitel und deutet damit den Grundton der Erzählung an.
Kershaws Koordinatensystem, gleichsam das Gitternetz seiner Erzählung, umfasst drei Dimensionen: Zeitverläufe, konkrete Erfahrungsräume und strukturierende Leitmotive. Das Buch geht chronologisch vor, in zehn Kapiteln von der Phase Europas Am Abgrund vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis zum Aufstieg aus der Asche in den Jahren nach 1945.
In diese Kapitel bindet es die Vielfalt – wenn man so will: die Eigenzeitlichkeit – der europäischen Gesellschaften ein, aber auch immer wieder der unmittelbaren Zeitgenossen der Geschichte, als Akteure, Täter, Opfer. ... Es [das Buch] erinnert an den Kern der europäischen Erfahrung im Zeitalter der Gewalt und die Ursprünge eines einzigartigen Friedensprojekts. Das allein nimmt der derzeitigen Krise nicht ihre Sprengkraft. Aber wer sich Kershaws Höllensturz lesend erschließt, lernt vielleicht nicht aus der Geschichte, doch er erkennt mehr.
Ian Kershaw: Höllensturz. Europa 1914 bis 1949; a. d. Engl. v. K. Binder, B. Leineweber u. B. Schröder; 768 S.,



Aus: "Ian Kershaw: Einmal Hölle und zurück" Jörn Leonhard (20. Oktober 2016)
Quelle: http://www.zeit.de/2016/42/ian-kershaw-hoellensturz/komplettansicht

« Last Edit: October 05, 2017, 07:40:59 AM by Link »

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« Reply #32 on: November 04, 2016, 09:30:24 AM »
Pankaj Mishra hält dem Westen den Spiegel vor (Sternstunde Philosophie vom 30.10.16)
Der indische Schriftsteller Pankaj Mishra zählt zu den grossen Intellektuellen des modernen Asiens. 2014 hat er für sein Buch «Aus den Ruinen des Empires» den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhalten. Darin kritisiert er den Westen aus asiatischer Sicht. Ein verstörender Blick.
https://www.youtube.com/watch?v=G8IhDHWyMYs | https://de.wikipedia.org/wiki/Pankaj_Mishra

https://de.wikipedia.org/wiki/Kolonialismus

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MrAmbalampz8 hours ago
This made me feel great and terrible at the same time.

Michael Gückel12 hours ago
Für den Ohrwurm vergebe ich 4,5 /5 Hasselhoffs.


Grab US by the Pussy (Official) | Jan Böhmermann (Published on Nov 3, 2016)
https://www.youtube.com/watch?v=GZc8tBtIDhI

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"Virtuelle Spurensuche: Wiener NS-Opfer "dem Vergessen entreißen"" Peter Mayr (4. November 2016)
Ein Onlineprojekt des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes vermerkt die Wohnorte von 5.000 NS-Opfern aus der Wiener Innenstadt auf einer Straßenkarte. ... Für die Pilotversion, die soeben online gegangen ist, wurden Daten für den ersten Bezirk ausgearbeitet. Alleine in der Inneren Stadt sind das 5.000 Opfer – darunter auch die politisch Verfolgten. Durch das neue Onlinetool können per Smartphone die letzten Wohnorte besucht werden. Das DÖW bietet dazu außerdem biografische Informationen an – etwa im Fall von Thekla Merwin. Die Schriftstellerin wurde gemeinsam mit ihrer Tochter am 24. September 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert und zwei Jahre später im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. Ihre letzte Wohnadresse in Wien war in der Marc-Aurel-Straße. Oder im Fall von Robert Gerngroß, der zuletzt in der Lichtenfelsgasse wohnte und am 9. April 1942 mit seiner Frau Frida nach Izbica in Polen deportiert wurde. Insgesamt wurden 4.000 österreichische Juden dorthin verschleppt – niemand hat überlebt. ...
http://derstandard.at/2000046881584/Virtuelle-Spurensuche-Wiener-NS-Opfer-dem-Vergessen-entreissen


Die Schicksale einer Stadt - Die Opfer und Orte des NS-Regimes in Wien
https://www.memento.wien/

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Ab 1942 wurde eine „Dienststelle Westen“ des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete mit einer so genannten M-Aktion („M“ für Möbel) tätig und beschlagnahmte Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände aus „unbewachten jüdischen Wohnungen“ von geflohenen oder deportierten Juden in Frankreich und den Benelux-Ländern. Die Wohnungseinrichtungen wurden in Sammellager geschafft, anfangs den Verwaltungen in den besetzten Ostgebieten zur Verfügung gestellt, später jedoch bevorzugt den „Bombengeschädigten“ im Deutschen Reich zum Kauf angeboten. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/M-Aktion

Die Kühne + Nagel International AG
https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BChne_%2B_Nagel

"Die Kühne-Story: Wie ein Traditions-Unternehmen Jubiläum feiert" Henning Bleyl (25. 7. 2015)
Der taz gegenüber erklärte das Unternehmen, „der Rolle von Kühne+Nagel in dieser Zeitperiode“ mangele es „an Relevanz“. Das war im Januar, als der Konzern mit großem Aufwand sein aktuelles Jubiläumsjahr auf dem Bremer Marktplatz eröffnete.
Assistiert vom Bremer Bürgermeister beschwor Kühne den Beginn der Firmen-Entwicklung vor 125 Jahren, „aus kleinsten Anfängen heraus“. In Info-Trucks, die seither weltweit auf Tour sind, laufen historische Filme mit pittoresken Sackkarren und nostalgischen LKW-Karossen: K+N als schattenloses Traditions-Unternehmen. Eine sauber gewaschene Kühne-Story statt ernst zu nehmendem History-Marketing, wie es andere große Unternehmen betreiben.
Seither ist das Jubiläumsjahr allerdings anders gelaufen als von der Konzern-Zentrale geplant. Während der pompöse Bremer Auftakt noch auf positive Medienresonanz stieß, fanden die von der taz und dann auch dem Bayerischen Rundfunk recherchierten historischen Fakten nach und nach Widerhall. ...
http://www.taz.de/!5214922/

Wirtschaft Nazi-Vergangenheit Kühne + Nagels Rolle bei der Ausplünderung der Juden
Von Leo Müller | Veröffentlicht am 19.06.2015
https://www.welt.de/wirtschaft/article142725842/Kuehne-Nagels-Rolle-bei-der-Auspluenderung-der-Juden.html

« Last Edit: November 12, 2016, 12:30:06 PM by Link »

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« Reply #33 on: March 17, 2017, 03:01:22 PM »
"kulturzeit extra - mythos 68 - die revolte und ihre archäologen" (Published on Jul 2, 2012)
Andres Veiel, Franziska Augstein, Klaus Theweleit, Götz Aly und Axel Honneth streiten lebhaft um die Deutungsmacht über die 68er. Hauptstreitpunkt ist Alys Behauptung, die 68er seien Widergänger der Elterngeneration und dem Faschistenpack ähnlicher, als uns und ihnen lieb sein kann. Theweleit kontert, wird ruppig (0:20:30). Moderation: Cécile Schortmann. ...
https://www.youtube.com/watch?v=xAIezNWqSDA

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Griechische Militärdiktatur 1967 bis 1974 oder „Das Regime der Obristen“[1] (griechisch Χούντα των Συνταγματαρχών), im griechischen Sprachgebrauch auch „Die Junta“ („Η Χούντα“), sind Bezeichnungen für das Militär-Regime, das das moderne Griechenland von 1967 bis Juli 1974 beherrschte. ...  „Die Haltungen der Regierungen und der politischen Parteien der europäischen Länder gegenüber dem griechischen Regime waren recht unterschiedlich. Konservative Regierungen und Parteien sahen das Regime im Kontext des Kalten Krieges, und da war sein undemokratischer Charakter sekundär. [...] Sozialdemokratisch orientierte Regierungen und Parteien sahen dies anders.“ – H. Richter: Griechenland 1950–1974. S. 369.
https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Milit%C3%A4rdiktatur

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Rattenlinien (englisch rat lines) war die von US-amerikanischen Geheimdienst- und Militärkreisen geprägte Bezeichnung für Fluchtrouten führender Vertreter des NS-Regimes, Angehöriger der SS und der Ustascha nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Aufgrund einer aktiven Beteiligung hochrangiger Vertreter der katholischen Kirche an den Fluchtrouten trugen sie bis zur Beteiligung des US-amerikanischen Geheimdienstes den Namen „Klosterrouten“. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Rattenlinien

"Katholische Fluchthilfe für NS-Täter: Die Mission des braunen Bischofs" Wolfgang Benz (15.05.2017)
Eine Schlüsselfigur war der 1885 in Graz geborene Alois Hudal, Theologieprofessor und seit 1923 Rektor des Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima in Rom. Seit 1933 Bischof und päpstlicher Thronassistent, stand er Papst Pius XII. persönlich nahe und durfte sich bis Anfang 1950 des besonderen Segens des Papstes für sein Nazihilfswerk erfreuen. ...  Christliche Barmherzigkeit war nicht die einzige Triebfeder des Bischofs. Er sympathisierte von Anfang an mit dem Nationalsozialismus und unternahm 1942 einen Versuch zu Friedensgesprächen mit einem Amateurgeheimdienstler im SS-Rang. Hudal fühlte sich nach dem Untergang des Dritten Reiches berufen, den Gesinnungsgenossen zu helfen.
Ein weiteres, sehr wichtiges Motiv der katholischen Kirche, insbesondere prominent vertreten durch Papst Pius XII., war das Bestreben, den Untergang des christlichen Abendlandes zu verhindern. Das Abendland sahen kirchliche Würdenträger durch den Bolschewismus stark bedroht.  ... Die kirchliche Fluchthilfe war nicht die einzige, auch Geheimdienste, insbesondere US-amerikanische Organisationen, engagierten sich beim Transfer von Nationalsozialisten nach Übersee. Südtirol war die Drehscheibe und Argentinien ein wichtiges Auswanderungsziel. Juan Perón, 1946 bis 1955 faschistoider Staatspräsident Argentiniens, hatte eigene Interessen, kompetentes Personal aus den Trümmern des NS-Staats für die Modernisierung des Landes zu rekrutieren. ... Die Aktivitäten US-amerikanischer Geheimdienste, die Informanten und anderen Nützlingen zur Flucht aus Deutschland, zu neuer Identität und zur Immigration in Südamerika halfen, waren ebenso lange bekannt, wie sie Gegenstand diplomatischer Diskretion waren. Der politische Zynismus lag darin, dass dies geschah, noch während bei Kriegsverbrechertribunalen in der amerikanischen Besatzungszone die Fahne der Gerechtigkeit aufzogen wurde und die Entnazifizierung im Gange war. ...
http://www.tagesspiegel.de/wissen/katholische-fluchthilfe-fuer-ns-taeter-die-mission-des-braunen-bischofs/19805670.html

Quote
nanen 09:10 Uhr
Schon merkwürdig, dass immer genau die Leute vom Untergang (des Abendlandes) faselten (und faseln), die alles taten (tun) um ihn aktiv herbeizuführen. Wenn das, was in der ersten Hälfte des 20. Jhs. von den Faschisten in Europa angerichtet wurde, kein Untergang war, dann weiß ich nicht, was einer sein soll. Dennoch geht die Angst davor und das Faseln weiter.


...
« Last Edit: May 16, 2017, 09:31:19 AM by Link »

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« Reply #34 on: June 07, 2017, 02:13:19 PM »
... Im Unterschied zu dem ganz ähnlichen ausschließenden Erlass Konrad Adenauers (1950) hatte der sogenannte Radikalenerlass von Willy Brandt (1972) eine erhebliche nationale und internationale Resonanz. Er wurde dazu eingesetzt, auf der Basis nachrichtendienstlicher Observation Menschen mit Mitgliedschaft in oder gemutmaßter Nähe zu einer als „verfassungsfeindlich“ bezeichneten, wenngleich nicht als „verfassungswidrig“ kategorisierbaren legalen Organisation (dies betraf insbesondere die Deutsche Kommunistische Partei) aus dem Staatsdienst zu entfernen oder ihnen die Aufnahme zu verwehren. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Berufsverbot_(Deutschland)#Bundesrepublik (Stand: 1. Mai 2017)

"Sie waren keine "Duckmäuse"" Peter Nowak (02. Juni 2017)
Die meisten waren Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Sozialarbeiter, Eisenbahner und Briefträger gerieten in die Mühle des sogenannten Radikalenerlasses. Er war vor 45 Jahren unter Vorsitz des damaligen SPD-Bundeskanzlers Willi Brandt von der Konferenz der Ministerpräsidenten in der BRD beschlossen worden, um Linke aus dem Staatsdienst fernzuhalten. ... Den Betroffenen stehen auch weder finanzielle oder organisatorische Mittel zur Verfügung, um auf die noch immer anhaltende Verletzung ihrer Rechte aufmerksam zu machen. Sie müssen die Mappen selber anfertigen, mit denen sie die Öffentlichkeit informieren. Auch eine zentrale Kampagnenhomepage fehlt noch. Dafür gibt es eine sehr informative Wanderausstellung unter dem Titel "Vergessene Geschichte", die sich auch an die junge Generation wendet, die von Berufsverboten in der BRD noch nichts gehört haben. ...
https://www.heise.de/tp/features/Sie-waren-keine-Duckmaeuse-3733312.html

"Der „Radikalenerlass“ führte zum faktischen Berufsverbot für Tausende von Menschen, die als Lehrerinnen und Lehrer, in der Sozialarbeit, in der Briefzustellung, als Lokführer oder in der Rechtspflege tätig waren oder sich auf solche Berufe vorbereiteten und bewarben. Bis weit in die 80er Jahre vergiftete die staatlich betriebene Jagd auf vermeintliche „Radikale“ das politische Klima. Der „Radikalenerlass“ diente der Einschüchterung, nicht nur der aktiven Linken. Die existentielle Bedrohung durch die Verweigerung des erlernten oder bereits ausgeübten Berufes war eine Maßnahme der Unterdrückung außerparlamentarischer Bewegungen insgesamt. Statt Zivilcourage wurde Duckmäusertum gefördert. ...  Eine politische Auseinandersetzung über die schwerwiegende Beschädigung der demokratischen Kultur durch die Berufsverbotspolitik steht bis heute aus. Sie ist dringlicher denn je. Unter dem Vorwand der Bekämpfung des Terrorismus werden wesentliche demokratische Rechte eingeschränkt. Die in den letzten Monaten des Jahres 2011 zu Tage getretenen „Verfassungsschutz“-Skandale haben gezeigt, wie tief der Inlandsgeheimdienst ideologisch und personell in die neonazistische Szene verstrickt ist. Seit seiner Gründung im Jahr 1950 - unter Beteiligung von NS-Verbrechern - hat der „Verfassungsschutz“ an der Ausgrenzung, Einschüchterung und letztendlichen Kriminalisierung antifaschistischer Politik und linker Opposition gearbeitet. Dieser antidemokratische Geheimdienst ist nicht reformierbar, er muss abgeschafft werden.
Der „Radikalenerlass“ und die ihn stützende Rechtssprechung bleiben ein juristisches, politisches und menschliches Unrecht. Wir als damalige Betroffene des „Radikalenerlasses“ fordern von den Verantwortlichen in Verwaltung und Justiz, in Bund und Ländern unsere vollständige Rehabilitierung.  ..." (Stand 06/2017)
http://www.berufsverbote.de/index.php/erklaerung.html

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"What our Fathers did - A Nazi Legacy" Dietrich Kuhlbrodt  (14.09.2017)
Regie: David Evans; mit Niklas Frank, Horst von Wächter, Philippe Sands; Großbritannien 2015 (Peripher); 96 Minuten; ab 14. September im Kino
Ein Film zum Aufregen. Eine Spielfilmlänge lang beharken sich die Söhne der beiden Nazi-Schlächter von Lemberg. Was halten sie heute von ihren Papas? Kontrovers. Ohne dramatöse Dramaturgie. Ohne Kommentar. Ohne Schauspieler. Ohne Ende.
Und? Um es gleich zu sagen, ich wurde in die Bilder dieses Dokumentarfilms hineingesogen. Die Kinder sind heute 70plusplus, die Väter des Judenmassakers von 1941 längst tot. Aber noch gärt es in den Köpfen. Egal, ob’s ein Trauma ist oder nicht. Es ist da, und die Söhne, eigentlich befreundet, wollen einander bekehren. Frank jr. nimmt jetzt Platz dort, wo damals sein Vater Hans im Nürnberger Prozess saß, als ihn das Gericht zum Tod durch den Strang verurteilte – seinen Papi, den berüchtigten Generalgouverneur von Polen, ganz oben in der Hierarchie der Nazis. Den Galgen hat er verdient, sagt Sohn Niklas.
Sein Kontrahent, Horst von Wächter, ist dagegen von der Unschuld seines Vaters Otto, des Nazi-Gouverneurs von Galizien, überzeugt, und er bleibt dabei, auch wenn die beiden mit Drehbuchautor Philippe Sands am Ort des Verbrechens stehen, am längst zugewachsenen Massengrab. Holocaust-Forscher Sands hat die Söhne zusammengebracht. Er selbst hat viele Mitglieder seiner jüdischen Familie im Holocaust verloren.
Zwischengeschnitten sind viele, kaum oder gar nicht bekannte Fotos und Filme. Unversehens bleibt der Film stehen. Ein Ende ohne Ende. Keiner der beiden Freunde/Kontrahenten wird zum Sieger ausgerufen. »What our Fathers did« enthält sich einer expliziten Stellungnahme. Man hört förmlich die Entrüstungsschreie unserer Volkspädagogen: Der deutsche Zuschauer muss doch belehrt werden. Er ist doch zur eigenen Stellungnahme gar nicht fähig.
Okay, also unbedingt angucken und (sich) selbst etwas dazu sagen. Papa war der Beste. Papa ist ein Massenmörder. Was unsere Väter taten, betrifft auch uns, die wir im Kino sitzen. Was eigentlich holt uns ein, was genau ist das Unerledigte?
Die Söhne sind in der Ukraine bei einer Gedenkveranstaltung. Die Veteranen von 1941 feiern jetzt ihren Einsatz von damals. In den alten Uniformen. Ein Wehrmachtskübelwagen steht herum. Horst von Wächter kriegt leuchtende Augen. Zum ersten Mal in diesem Film. Er ist es jetzt, der gefeiert wird, der Sohn des Massakervaters.
http://www.konkret-magazin.de/start/spot-on/spot-on-beitrag/items/what-our-fathers-did-a-nazi-legacy.html

https://www.nytimes.com/2015/11/06/movies/review-what-our-fathers-did-a-nazi-legacy.html

"Kritik zu What Our Fathers Did: A Nazi Legacy"  Rudolf Worschech (28.08.2017)
»What Our Fathers Did« ist auch die ­Geschichte einer Reise nach Polen und in die Ukraine. Sands nimmt die beiden Nazisöhne mit zum Wawelschloss in Krakau, wo die Verwaltung der deutschen Besatzung war; sie besuchen Lemberg und Zolkiew (Schoschka), wo ein Teil von Sandsʼ Familie ermordet wurde, und die Zelle, in der Hans Frank wahrscheinlich gesessen hat. Mehr und mehr bekommt der Film eine edukative Note: Sands und Frank versuchen, Horst von Wächter von der Schuld seines Vaters zu überzeugen. Die Hilflosigkeit seiner Ausflüchte ist fast mitleiderregend, man merkt, wie er sich seinen Vater zusammenreimt, wie er sich dem Mann, den er nicht wirklich kannte, verbunden fühlt, und auch: wie er vorgeführt wird. Gegen Emotionen zu argumentieren, ist aussichtslos.
https://www.epd-film.de/filmkritiken/what-our-fathers-did-nazi-legacy

"Gedächtnislücken in Neukölln" Friedrich Kraft (8. 11. 2017)
Wenige Tage vor dem Jahrestag der antijüdischen Pogrome vom 9. November 1938 sind in Berlin-Neukölln zahlreiche Stolpersteine entwendet worden. Die vor deren ehemaligen Wohnorten in den Boden eingelassenen Steine erinnern an Opfer der Nationalsozialisten – Jüdinnen und Juden, WiderstandskämpferInnen, verfolgte Homosexuelle, Sinti und Roma, Euthanasieopfer.
Bemerkt wurden die fehlenden Gedenksteine am Montagmorgen, Dienstagabend galten 16 als gestohlen. Nach Informationen der taz waren Mittwochnachmittag mindestens 20 Steine in einem Radius von mehreren Kilometern verschwunden. Schwerpunkt der Diebstähle war die Hufeisensiedlung rund um die Parchimer Allee. ...
Die meisten der nun verschwundenen Stolpersteinen erinnern an antifaschistische Gegner der Nationalsozialisten. Jürgen Schulte von der Bürgerinitiative „Hufeisern gegen rechts“ zieht deshalb eine Parallele zu den zahlreichen Naziangriffen der vergangenen Jahre in Neukölln. „Der Angriff auf die Steine und das mit ihnen verbundene Gedenken ist in eine Linie mit dem Kampf gegen ‚Volksfeinde‘ zu setzen“, erklärt er gegenüber der taz. Hierzu hätten die Nazis von Beginn an nicht nur jüdische Menschen, sondern auch politische Widersacher gezählt, so Schulte weiter: „Damals wie heute.“ Der Begriff der „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“ illustriere dies. ...
http://www.taz.de/Gestohlene-Stolpersteine/!5461582/

Quote
[...] Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss ist eine vierteilige US-amerikanische TV-Mini-Serie aus dem Jahr 1978 von Marvin J. Chomsky. Sie erzählt die fiktive Geschichte der jüdischen Arztfamilie Weiss, die in Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus lebt. Die Serie wurde auch in Deutschland im Januar 1979 ausgestrahlt und von sehr vielen Menschen gesehen. Sie führte zu vielen Diskussionen über die nationalsozialistische Vergangenheit. ...

... Der Politologe Peter Reichel bezeichnet die Ausstrahlung der Fernsehserie als einen Meilenstein in der Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik; sie markiere „den Beginn der Bereitschaft nun auch eines Massenpublikums, sich mit der NS-Vergangenheit überhaupt auseinanderzusetzen.“

Erst mit der Ausstrahlung von „Holocaust“ etablierte sich in Deutschland die Nutzung des von vielen als unpassend erachteten Begriffs Holocaust für die von den Nazis als Endlösung bezeichnete Vernichtung der Juden. Davor sprach man vom „Völkermord an den Juden“. Der Begriff Holocaust aus der jüdisch-christlichen Tradition bedeutet „Brandopfer“.

Peter Naumann, Rechtsterrorist und heute Politiker der NPD, sprengte mit zwei Komplizen während der Ausstrahlung der einführenden Dokumentation Endlösung die beiden Sendemasten der ARD Sender Koblenz (Dieblich-Naßheck) sowie den Longinusturm am Sender Nottuln, um die Ausstrahlung zu verhindern. Betroffen waren circa hunderttausend Fernsehgeräte. Der Sprengstoffanschlag war eine der ersten rechtsterroristischen Aktionen Nachkriegsdeutschlands.


Aus: "Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss" (21. Oktober 2017)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust_%E2%80%93_Die_Geschichte_der_Familie_Weiss
« Last Edit: November 12, 2017, 05:50:27 PM by Link »

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Zur Geschichte (Bruhstuecke) ...
« Reply #35 on: December 07, 2017, 01:51:29 PM »
"UFA-Ausstellung in Berlin : Große Blüten, kleine Blüten" Andreas Kilb (07.12.2017)
Die Ufa ist ein Mythos, und sie ist eine Firma. Der Mythos ist ein Produkt der Filme, die zwischen 1920 und 1945 unter dem Ufa-Logo entstanden; die Firma ist ein Produkt der deutschen Politik- und Wirtschaftsgeschichte, ein Spielball von Interessen, Machtverhältnissen, Krisen, Manipulationen. Sie florierte und fallierte, sanierte und arisierte sich, expandierte, wurde konfisziert, zerschlagen und wiederbelebt. Der Mythos dagegen wuchs immer weiter, weil er nicht der realen Geschichte angehört, sondern der Geschichte des Bewusstseins, dem kollektiven Gedächtnis. Er wird verblassen, irgendwann, wie die Erinnerung an das Kino überhaupt. Aber bis dahin vergeht noch viel Zeit.
Es ist der Unwille, über diese Doppelgesichtigkeit industrieller Bilderproduktion nachzudenken, der die Ufa-Ausstellung in der Deutschen Kinemathek Berlin so halbherzig macht. Die Kinemathek stellt die Filme der von Ludendorff angezettelten, von Hugenberg übernommenen und von Goebbels gleichgeschalteten Universum Film AG umstandslos den Fernsehserien und TV-Movies der Bertelsmann-Ufa gegenüber, als wäre die eine die Fortsetzung der anderen. Sie lässt die Stars des klassischen deutschen Tonkinos, Hans Albers, Heinz Rühmann, Brigitte Horney, Lilian Harvey, Zarah Leander, in Ausschnitten Revue passieren, ohne ihrer Verstrickung und Instrumentalisierung im Nationalsozialismus zu gedenken, und feiert die Darsteller der neueren Fernsehformate, als wären sie an Statur und Bedeutung ihren Vorbildern ebenbürtig.
Und sie versteckt die eigentliche Unternehmensgeschichte der Ufa in einem großzügig bebilderten Katalog, so als sei dem Publikum das Erlebnis der Entzauberung, das zu jeder gelungenen Ausstellung über die Filmindustrie gehört, diesmal nicht zuzumuten.
Das Jubiläum der Gründung des Kinokonzerns im Dezember 1917 hätte die Gelegenheit geboten, die Unternehmensgeschichte der Ufa unter dem Lametta ihrer filmischen Hinterlassenschaft hervorzuholen. Stattdessen haben die Kuratoren die Dauerausstellung mit zusätzlichen Dokumenten bestückt und eine dreiteilige Sonderschau im Taschenformat eingerichtet. Diese Verzettelung wird weder dem Ernst noch dem Reichtum des Themas gerecht.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/ufa-ausstellung-in-berlin-grosse-blueten-kleine-blueten-15324322.html

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