Author Topic: Emanzipation, Selbstbefreiung, Geschlechterforschung (Gender Studies)...  (Read 16429 times)

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"Correctiv macht Privatleben von AfD-Frau zum „Sexskandal“" Stefan Niggemeier (3. Mai 2017)
Eine Kandidatin der AfD für den nordrhein-westfälischen Landtag hat vor ein paar Jahren offenbar etwas Geld mit Sex verdient. Vielleicht war es nur ein „Taschengeld“, vielleicht eine angenehme Verdoppelung ihres Einkommens. Vielleicht war es weniger finanziell als erotisch motiviert: durch eine Art Fetisch, sich wie eine Prostituierte zu verhalten.
Man weiß es nicht genau, aber man muss es auch nicht genau wissen: Es ist ihre Privatsache.
Das Recherchebüro Correctiv hat sie gestern öffentlich gemacht und sprach von einem „Sexskandal“. Der Ruhr-Ableger von Correctiv pries den Text auf Twitter als exklusive Enthüllung an: „Spitzenfrau der Rechtspopulisten vermietete ihren Körper übers Internet“, hieß es, und: „Rechtspopulisten gehen mit Teilzeitprostituierten in die heiße Phase des Wahlkampfes“. ...
http://uebermedien.de/15068/correctiv-macht-privatleben-von-afd-frau-zum-sexskandal/

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"Zu Correctiv" (Sonntag, 14. Mai 2017)
Aus beruflichen Gründen habe ich den ein oder anderen Einblick in Szenen, die manche vielleicht als kinky oder hübschlerisch bezeichnen würden - tatsächlich fällt mir auch manchmal auf, dass es enorme Ähnlichkeiten zwischen Journalismus, Kulturbetrieb und anderen Formen käuflicher Annäherung gibt. Journalisten, Autoren, Callgirls, Poletänzerinnen - wir alle spielen mit den Gefühlen und Erwartungshaltungen von Menschen, und wer das System einmal durchschaut hat, erkennt die Grundprinzipien auch in anderen Bereichen wieder. Die Gleichzeitigkeit von Nähe und Distanz, das Gefühl, in gewisser Weise zum Objekt gemacht zu werden und gleichzeitig Subjekt zu sein, die Entgrenzung in begrenzten Systemen, die Widersprüchlichkeit von Fremde und Intimität - damit arbeiten wir. Das füllt uns mehr oder weniger das Konto.  ...
Ich habe Schwierigkeiten, einen Unterschied zwische "Revenge Porn" und dem zu sehen, was Correctiv getan hat. Und ich bin froh um die Reaktionen, die das zurückgewiesen haben. Die Freiräume für nicht den angeblichen Normen entsprechende Verhaltensweisen sind ein Grund, dieses Netz unbedingt zu erhalten. Es wird für jeden, auch für den Liberalsten, Sexualpraktiken geben, die zwar legal sind, aber die er für sich auf gar keinen Fall haben will. So ist das eben. Nur wenn der Freiraum dieser anderen garantiert wird, kann er für alle garantiert werden. Zerstört man das, weil es um die AfD geht, wird der nächste es für gerechtfertigt halten, weil ihm eine andere Einstellung nicht passt - wir sind da ganz schnell wieder auf dem Weg zum Schmutz- und Schundgesetz, undemokratisch reaktiviert durch Skandalschmierfinken und ihre Shitstormabsichten. ...
https://rebellmarkt.blogger.de/stories/2642787/

Quote
trippmadam, Montag, 15. Mai 2017, 19:00
Wann hat das eigentlich (wieder) angefangen, dass Sexualität (und damit auch oder erst recht Sexarbeit) erpressbar macht?
Ich finde ja eher die Mitgliedschaft in der AfD unmoralisch. Aber mit dem Familienbild der Rechten einerseits und der Moralinsäure der Linken andererseits schließt sich ein Kreis, der mir nicht behagt.

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"Manchmal tut ein Shitstorm gut" Claudia (03. Mai 2017)
Nämlich dann, wenn er einen gewissen Mindestanstand in der Auseinandersetzung mit politischen Gegnern verteidigt.
Als ich auf Rivva.de heute über den neuesten Artikel des von mir unterstützten „gemeinnützigen Recherchezentrums“ Correctiv stolperte, traute ich meinen Augen kaum. In übelster Bildzeitungsmanier wird da ein „Sexskandal“ zelebriert, der das vergangene Sexleben einer in NRW kandidierenden AFD-Politikerin als Teilzeit-Prostituierte enhüllt. Mit wollüstigen Details: Sie hat doch tatsächlich Erfahrungen in „Swingerclubs, SM und Fetischszene“ gemacht! Sowas Böses aber auch! Das Ganze auch noch bebildert mit ausgegrabenen Details aus einem lange gelöschten Profil – einfach unterirdisch! ...
http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2017/05/03/manchmal-tut-ein-shitstorm-gut/
« Last Edit: June 07, 2017, 01:51:07 PM by Link »

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"Warum mein 15-Jähriges Ich auch für Erdogans Präsidialsystem gestimmt hätte" Deana Mrkaja (7. Mai 2017)
Deana verbrachte den Großteil ihrer Kindheit im Garten ihrer Großeltern in Sarajevo. Sie findet es schade, dass ihr Nachname nicht auf "ić" endet. Das Studium der Politikwissenschaft in Berlin und Paris dauerte länger als geplant - weil ihr Theorien zu theoretisch sind und sie lieber praktisch tagträumt. Als Journalistin arbeitete sie für die taz, das ZDF, Welt der Wunder, FOCUS Online und baute zudem die Berliner Regionalseite von FOCUS Online auf. Ihr Herzblut steckte sie in das Zetra Project und die Aufarbeitung der jugoslawischen Friedensbewegung.  ...
Das ist die Geschichte eines jungen Mädchens jugoslawischer Einwanderer, das in Deutschland aufwuchs. In Eislingen – einer gutbürgerlichen Kleinstadt zwischen Ulm und Stuttgart. Es ist die Geschichte einer gelungenen Integration, die an vielen Stellen hätte scheitern können. Das Mädchen bin ich.
Es waren wenige deutsche Wörter, die ich kannte, bevor ich in den Kindergarten kam. Sie beschränkten sich weitestgehend auf: “Duldung”, “Aufenthalt” und “Ausländerbehörde”. Wobei mir Letzteres beim Aussprechen Probleme bereitete. Am liebsten mochte ich “Duldung”. Das sagte meine Mutter ständig mit ihrer dunklen Stimme und dem jugoslawischen Akzent, indem sie das “u” immer sehr lang zog. Sie hatte eine “Duldung”. Ich begriff früh, dass ihre “Duldung” nicht so gut war wie der “Aufenthalt” meines Vaters. Das eine bedeutete Arbeit, das andere Schwarzarbeit. Mit meinen Deutschkenntnissen kam ich also im Kindergarten nicht sonderlich weit. Ein paar tränenreiche Wochen später sang ich meinen Eltern jedoch bereits “Sonne, liebe Sonne, komm ein bisschen runter!” vor. Der erste Schritt in Richtung Integration war somit getan. Dachte ich. ...
http://www.salonkolumnisten.com/warum-fuer-erdogan/

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"Prostituiertenschutzgesetz ist in Kraft - Jetzt sprechen die Sexarbeiterinnen" Simone Schmollack (5. 7. 2017)
Aufhören, ins Ausland gehen oder illegal weitermachen? Prostituierte entwickeln neue Strategien. Das Gesetz lässt Platz für Interpretation.  Auf Nachfrage bei der Berliner Senatsgesundheitsverwaltung, die für die Umsetzung des Gesetzes in der Hauptstadt zuständig ist, wird rasch klar, dass das an vielen Punkten schwierig werden könnte. Gangbangpartys sind so ein Punkt. Sprecher Christoph Lang gibt zu bedenken, dass eine Prostituierte behaupten könne, sie mache das freiwillig und gerne. Er sagt: „Dann ist der Verstoß gegen die sexuelle Selbstbestimmung natürlich kaum nachweisbar.“
In anderen Paragrafen ist das Gesetz eindeutiger. So müssen sich Prostituierte künftig anmelden. Dann erhalten sie eine Anmeldebestätigung, in der Szene „Hurenpass“ genannt. Fabienne Freymadl, die als Lady Velvet Steel in einem Dominastudio in Berlin ihre Dienste anbietet, fragt sich, was das soll: „Geht es um mehr Schutz von Sexarbeitenden? Oder eher um Kontrolle und den Zugriff des Staats auf eine stark stigmatisierte Branche?“
Freymadl muss sich demnächst anmelden, sonst kann sie als Sexarbeiterin nur illegal weitermachen. Aber das wäre in ihrem Fall unmöglich. Lady Velvet Steel ist ein Promi in der Szene, sie hat eine Website, Männer buchen sie online oder telefonisch. Die Behörden wissen das. Am 1. Juli will sich Fabienne Freymadl alias Lady Velvet Steel aber noch nicht anmelden. Sie kann es auch nicht. Sie sagt: „Es ist in manchen Bundesländern noch nicht klar, welche Behörde zuständig ist.“ Sie rechnet damit, dass die Ordnungsämter diese Dienste übernehmen müssen.
Sie rechnet auch damit, dass viele ihrer KollegInnen den Job aufgeben werden. „Manche Frauen sind als Sexarbeitende nicht geoutet“, sagt sie. Deren Familien, die Nachbarn, Freunde wissen nichts vom Job, mit dem „Hurenpass“ könnte der auffliegen. „Die Behörden sind untereinander vernetzt“, sagt sie, „da gibt es immer jemanden, der sich verquatscht.“ Deshalb hat Hamburgs bekannteste Domina, Undine de Rivière, ihr Studio aufgegeben. „Ich weiß nicht, ob sich meine Kolleginnen anmelden“, sagt sie, „ich will das aber auch nicht kontrollieren.“ Sie macht fortan als Soloselbstständige weiter.
In der Sexbranche wird ­geschätzt, dass sich nur ein ­Drittel der Prostituierten anmelden. Andere würden ihre Dienste verschleiern als Massage, Personal Training, so was. Wie früher, als Prostitution in Deutschland verboten war. Manche würden illegal arbeiten. Laut Schätzungen soll es zwischen 400.000 und 1.000.000 Sexarbeitende in Deutschland geben und täglich 1,2 Millionen Freier. Den Jahresumsatz der Branche beziffert das Statistische Bundesamt auf 14,6 Millionen Euro. ...
https://www.taz.de/Prostituiertenschutzgesetz-ist-in-Kraft/!5422382/



"Sexismus: Google entlässt Mitarbeiter wegen sexistischem Text" (8. August 2017)
Ein Google-Entwickler hat die Dominanz der Männer in der Tech-Branche mit biologischen Unterschieden erklärt. Das hat ihn einem Bericht zufolge seinen Job gekostet. ... James Damore hatte in einem Schreiben den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche mit angeblich biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern erklärt. ...  Googles Chef Sundar Pichai unterbrach wegen des Textes seinen Urlaub. In einer E-Mail an die Mitarbeiter schrieb er, dass Teile davon gegen interne Verhaltensregeln verstoßen und mit der Verbreitung schädlicher Stereotype über Geschlechter eine Grenze überschritten hätten. Zu behaupten, ein Teil der Belegschaft habe Merkmale, die sie biologisch weniger fähig für die Arbeit bei Google machten, sei "beleidigend und nicht okay". Gleiches gelte, wenn Mitarbeiter zweifelten, ob sie ihre Ansichten am Arbeitsplatz frei äußern könnten. 
http://www.zeit.de/digital/2017-08/sexismus-google-entwickler-antifeminismus-kuendigung


"Tödlicher Machismo" Marta Platía (Ausgabe 29/2017)
„Wenn von Seiten der Macht die Gewalt gegen Frauen befürwortet oder auch nicht geächtet wird; wenn man einen Präsidenten wie Trump oder (Mauricio) Macri hat, der öffentlich erklärt: ‚Alle Frauen mögen, dass man ihnen sagt, was sie für einen schönen Arsch haben‘, kann man nicht erwarten, dass die Angriffe weniger werden oder gar aufhören.“ Das sagte die Aktivistin Pate Palero vom Netzwerk Argentinischer Journalistinnen für eine nicht-sexistische Kommunikation. Seit Jahren schlägt Palero wegen der bei Meldungen über geschlechterspezifische Verbrechen verwendeten Terminologie Alarm. Bis vor weniger als einem Jahrzehnt sprach man in den Polizeinachrichten noch von „Verbrechen aus Leidenschaft“. Allein bereits aufgrund einer solchen Schlagzeile verstand sich die Einordnung des Geschehens von selbst: Der „typische Fall“ des eifersüchtigen Mannes, der seine Frau, die er als sein Eigentum betrachtete, „in einem Anfall von Wahnsinn“ tötete. ...
https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/toedliches-testosteron

"Kolumne „Mithulogie“: Mein Unterleib gehört mir?" Mithu Sanyal (17. 9. 2017)
Hebammen und Sexarbeiterinnen leiden unter neuen Gesetzen. Auch im Bundestagswahlkampf spielen ihre Rechte keine Rolle. ... Es ist eine dieser Fragen, die sich nach Verschwörungstheorie anhören: Warum sind die beiden Berufe, die in den letzten Jahren am meisten gefährdet wurden: Hebamme* und Sexarbeiter*in? Multiple Choice: Um wie viel Prozent hat sich die Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen seit 1981 erhöht? A) 10 Prozent B) 100 Prozent C) 1.000 Prozent D) 10.000 Prozent - Alle falsch, es sind über 20.000 Prozent.
... in Dresden, wo die Sperrgebietsverordnung vorsieht, dass Sexarbeit im Umkreis von 200 Metern Luftlinie von Einrichtungen für Kinder verboten ist, sprich: in der Nähe von Kindergärten, Schulen, Tagesmüttern, Jugendfreizeitstätten aber interessanterweise auch Altenheimen, Kirchen, freikirchlichen Hinterhofgemeinden und – mein persönlicher Favorit – Friedhöfen. Schließlich könnten die Toten sonst auf schlüpfrige Gedanken kommen.Darüber kann man schmunzeln – allerdings nur, wenn man kein*e Sexarbeiter*in ist. So postete eine Bekannte: „Gestern erlebte ich, wie die Leiterin eines anderen Studios in Tränen ausbrach, weil – sie war bisher „sauber“ außerhalb des Sperrgebiets – sich kürzlich eine Tagesmutti mit 3 Babys ein paar Straßen weiter niedergelassen hat.“ - Sex oder Babys ist die falsche Frage. Denn sexuelle und reproduktive Rechte bedeuten, die Möglichkeit zu habe, seine eigenen Entscheidungen zu treffen, aber vor allem, Entscheidungsmöglichkeiten zu haben. ...
http://www.taz.de/Kolumne-Mithulogie/!5448823/


"Gewalt gegen Frauen in Mexiko: Mord an Studentin löst Proteste aus" (18. 9. 2017)
SãO PAULO epd | In Mexiko haben Tausende Menschen gegen Gewalt an Frauen protestiert. Sie forderten am Sonntag vor dem Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt Aufklärung des Mordes an Mara Fernanda Castilla, wie die Tageszeitung „La Jornada“ berichtete. Die Ermordung der Jugendlichen aus dem Bundesstaat Puebla hat Mexiko erschüttert. Die Demonstranten skandierten „Wir wollen leben!“ und machten den Staat für unzureichende Strafverfolgung verantwortlich. ...
Täglich werden in Mexiko Frauen ermordet. Kaum eine Tat wird aufgeklärt. Am Sonntag gingen Tausende Menschen dagegen auf die Straße.
Die Gewalt an Frauen hat in Mexiko einen neuen Rekord erreicht: Pro Tag werden durchschnittlich sieben Frauen in Mexiko ermordet oder „verschwinden“. Mehr als 112.000 Frauen werden offiziellen Statistiken zufolge vergewaltigt. Die Dunkelziffer liegt aber weitaus höher. Laut dem Nationalen Fraueninstitut werden mehr als 80 Prozent der Fälle verschwiegen und nicht zur Anzeige gebracht. Ohnehin wird in den seltensten Fällen ermittelt oder der Täter zur Anklage gebracht.
http://www.taz.de/Gewalt-gegen-Frauen-in-Mexiko/!5448908/

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Quote
Laurie Penny:  Die Alt-Right-Bewegung ist besessen von der Eugenik und von der Panik davor, auszusterben. Wenn weiße Frauen Babys mit Men of Color haben, oder sich gegen Kinder entscheiden, halten die Rechten das für „White Genocide“. Es ist wirklich entsetzlich. ... Ich habe noch nie eine faschistische Bewegung entdeckt, die nicht vehement gegen Abtreibungsrecht oder die Unabhängigkeit von Frauen ist. Interessanterweise stammt das zum größten Teil aus sexueller Frustration. Der „Islamische Staat“ funktioniert genauso: Junge Männer, die das Gefühl haben, ihnen stehe mehr Sex zu, radikalisieren sich schneller. ... Ich habe noch keine Person kennengelernt, die glaubt, dass sie genauso häufig Sex hat wie sie eigentlich will, und es genauso läuft, wie sie es sich wünscht. Aber offenbar sind es nur Männer, die das für ein politisches Problem halten. Und die denken, einen Anspruch darauf zu haben, sich das zu nehmen. Ich habe mich seit ein paar Wochen nicht flachlegen lassen, habe aber kein Bedürfnis, aus diesem Grund zu einer Faschistin zu werden. Ich gehe einfach nach Hause, schaue mir „BoJack Horseman“ an und masturbiere, so wie es normale Menschen halt tun.


Aus: "„Warum sollte ich mich bremsen?“"
Das Interview führte Sibel Schick (20. 9. 2017)
Quelle: https://www.taz.de/Laurie-Penny-ueber-Kaempfe-unter-Linken/!5445597/

https://de.wikipedia.org/wiki/Laurie_Penny

« Last Edit: September 20, 2017, 12:25:56 PM by Link »

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« Reply #62 on: October 12, 2017, 10:35:39 AM »
"Haarige Beine: Model mit Vergewaltigung bedroht" (9. Oktober 2017)
Welche Ausmaße Hass im Netz gegenüber Menschen, die Normen in Frage stellen, annehmen kann, zeigen die Reaktionen auf einen Spot von Sportartikelhersteller Adidas. Darin ist die schwedische Künstlerin Arvida Byström mit unrasierten, dunkel behaarten Beinen zu sehen. Sie spricht im Video über Weiblichkeit, dass jeder Mensch feminin sein könnte. Und dass es in unserer Gesellschaft davor große Angst herrsche. Auf Instagram beschreibt sie nun, dass sie seit der Veröffentlichung des Videos auf Youtube eine Vielzahl böser Kommentare als Reaktion bekommen habe, darunter Drohungen, sie zu vergewaltigen.
Die 26-jährige Byström ist Fotografin und Model und bekannt dafür, Körpernormen und die Sexulaisierung des weiblichen Körpers in Frage zu stellen. Anfang des Jahres veröffentlichte sie gemeinsam mit Molly Soda das Buch "Pics or It Didn't Happen: Images banned from Instagram" – darin werden 270 Bilder gezeigt, die von Instagram entfernt wurden, weil sie angeblich die Community-Richtlinien verletzt hätten. Darunter jenes der Künstlerin Rupi Kaur, die 2015 ein Bild von sich auf Instagram hochgeladen hatte, das sie in einer mit Menstruationsblut befleckten Jogginghose zeigte. Das Bild wurde von Instagram entfernt und – nachdem sie es nochmals gepostet hatte – wiederum gelöscht.
https://derstandard.at/2000065605817/Haarige-Beine-Model-mit-Vergewaltigung-bedroht

Quote
Bluediver, 9. Oktober 2017, 20:09:20
Ein Wunder, dass unsere Gesellschaft immer noch funktioniert und nicht längst in Chaos und Wahnsinn versunken ist.
Erschreckend, dass schon behaarte Beine bei manchen Leuten solche Aggressionen erzeugen. Wie sieht das erst bei echten Problemen aus?


Quote
Mort52, vor 9 Stunden
Ich mag sie. Win Win Win Situation.

Werbung für sie, für Adidas und Rollenbilder und Klischees aufgebrochen.
Wobei die Nachricht, dass Frauen nicht nur Haare am Kopf wachsen, so manchem sein Weltbild zerstört zu haben scheint.
Also auch von pädagogischem Wert, das Filmchen.


Quote
Anton Jesus Poster, vor 19 Stunden
Stillos und ungepflegt zu sein war immer schon ein Ausdruck feministischer Selbstbestimmung


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Black Mary, vor 14 Stunden
(Natürliche) Behaarung muss weder stillos, noch ungepflegt sein. Sie offenbaren gravierende intellektuelle Defizite.


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Ronald Tekener, vor einem Tag
Irgendwie finde ich es seltsam, dass jemand, der behaarte Beine als abstoßend empfindet, diese Person dann auch noch vergewaltigen will.


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flatline, vor einem Tag
Schon ein wenig witzig, unsere Gesellschaft. Männer schauen aus wie Wookies und schimpfen auf Frauen die sich auch nicht rasieren. Scherz bei Seite. Die Gesellschaftlichen zwänge denen man sich freiwillig unterwirft. Ich finde Frauen mit haarigen Beinen voll Okay. Generell sind Körperhaare nicht ekelhaft wenn man sich regelmäßig wäscht. Und ja ich kenn diese Diskussionen im Freundeskreis. Die meisten mögens Rasiert und Glatt. (Frau & Mann). Ich werde dann auch immer sehr komisch angeschaut wenn ich sage das ich keine Probleme mit Frauen habe die unrasiert sind. Die blicken mich an ob ich ein Wilder bin XD.


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Frijid Pink, vor einem Tag
ich find haare an den beinen und sonstwo sehr erotisch...


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Gehirnamputierter NC-Flüchtling, vor einem Tag
sie kann ruhig machen was sie will. Es bleibt trotzdem ekelig


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Black Mary, vor 14 Stunden
Der Psychotherapeut Ihres Vertrauens hilft Ihnen!


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Gredl, vor 20 Stunden
Habe diese Sportler von einem Plakat vor einigen Jahren, alle ganz haarlos auf der Brust, eklig gefunden.


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athos, vor 15 Stunden
empfinde ich beides so.
Mir gefallen männer mit haaren am körper und frauen ohne oder mit wenig.


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cogitatum, vor einem Tag
was ist an Natürlichkeit ekelig?


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Steverino, vor einem Tag
Nur ein Bein rasieren reicht eigentlich.


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ildiko1905, vor 2 Tagen
Ich finde rasierte Beine unappetitlich. Passt für ein Baby oder Kleinkind aber doch nicht für eine erwachsene Frau.


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Mercalli Sieberg, vor 2 Tagen
Während die Moslems die Frauen unterdrücken sind Frauen des Westens freilich von jedem Zwang befreit.


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Mercalli Sieberg, vor 2 Tagen
Willkommen im Jahr 2017


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Dampf Hans, vor 2 Tagen
Wieder mal im Glauben, für die total gute Sache und Feminsmus und so einzutreten, betreibt der Standard Werbung für Adidias. Dass der Journalismus in seinem Eifer dümmer ist, als die Werbeindustrie, ist beschämend.


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No1ino, vor 2 Tagen
Achsel- und Schambehaarung ist schon längst back. Es reicht, wenn ein paar Hollywood-Stars sich nicht mehr rasieren und die Schönheitsideale drehen sich um 180 Grad.


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nutzer modernster theologie, vor 3 Tagen
Als meine Mama 1990 in NYC war hat sie immer die Frauen mit den Beinhaaren nach dem Weg gefragt. Das waren nämlich die Deutschen und die hätten immer einen Stadtplan dabei...


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« Reply #63 on: October 19, 2017, 04:12:56 PM »
ak - analyse & kritik - zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 631 / 17.10.2017
Klassenkampf ist Identitätspolitik - Diskussion Die Journalistin Laurie Penny über Feminismus, Antikapitalismus, den Aufstieg der Rechten und Liebesbeziehungen
Jetzt schreibst du im Vorwort, dass toxische Männlichkeit die Welt zerstöre. Ist die feministische Bewegung durch Menschen wie Donald Trump oder auch Organisationen wie die AfD in Deutschland um Jahrzehnte zurückgeworfen worden? Immerhin müssen wir nun wieder ganz von vorne anfangen und Männern erklären, dass es eben nicht okay ist, Frauen an ihre »pussy« zu fassen.
Laurie Penny: Das glaube ich nicht. Wir müssen zwar wieder von vorne anfangen und erklären, dass es nicht okay ist, Frauen sexuell zu belästigen. Aber ich glaube nicht, dass die ganze feministische Bewegung zurückgeworfen wurde, sondern nun Frauen im Allgemeinen wieder stärker verachtet werden. Es gibt eine heftige Gegenbewegung gegen den Feminismus, gegen die Freiheitsbewegung von People of Colour und queeren Menschen. Überall auf der Welt werden Feministinnen immer aktiver, und immer mehr Leute schließen sich der Bewegung an, weil sie sehen, dass wir auf dem Weg in eine Krise sind. Und das ist keine Krise des Feminismus, sondern eine Krise für alle Frauen. ...
Beke Schulmann: Ist die Linke mit schuld an diesem neuen Erstarken der Rechten? Gelingt es der Linken nicht, Arbeiterinnen und Arbeiter anzusprechen? Fehlen da die Ideen?
Laurie Penny: Nein! Wir haben darauf geachtet, auch Politik für die Arbeiterklasse zu machen. Das war immer Teil der linken Bewegung. Wenn Leute sagen, dass wir nicht genug auf die Arbeiterklasse geachtet haben, dann meinen sie damit, dass wir nicht genug auf die weiße Arbeiterklasse geachtet haben. Die Idee, dass die weiße Arbeiterklasse und vor allem die männlichen weißen Arbeiter von People of Colour und Frauen, die die Mehrheit der globalen Arbeiterklasse ausmachen, getrennt behandelt werden könnten oder sollten, ist gefährlich. Wo waren denn die Leute, die nach den Bedürfnissen der schwarzen Arbeiterklasse in den USA gefragt haben? Nirgends! Eine solche Identitätspolitik, die sagt, dass die Belange der weißen Arbeiterklasse vorne angestellt werden sollten, ist gefährlich, und dafür sollte man nicht der Linken die Schuld geben.
https://www.akweb.de/ak_s/ak631/22.htm

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"Laura Meritt im Interview "Rein, Raus, Spritz ist Blödsinn"" (21.10.2017)
In den achtziger Jahren startete Alice Schwarzer die PorNo-Kampagne, die in Deutschland ein Gesetz gegen Pornografie erwirken wollte. Steht PorYes im Widerspruch dazu?
Laura Méritt: Wir sehen uns eigentlich in einer Schwesternschaft. Mit der Analyse der PorNo-Kampagne stimmen wir überein. Zum Beispiel, dass 95 Prozent des Mainstream-Pornos diskriminierend sind. Sexismus und Rassismus ist alltäglich. Wir widersprechen aber bei der Lösung dieses Problems und setzen uns für andere Bilder ein, wir wollen über den Porno Sexualität verändern. Wir fragen nach: Wer bestimmt denn, wie das auszusehen hat? Für die Antwort darauf wollen wir Anregungen geben, wie das positiv gestaltet werden könnte. ... Ich wünsche mir, dass der Mainstream eine größere Vielfalt bringt und nicht mehr diese Kategorien hat wie "Mann", "Frau", "behaart", "rasiert" und so weiter. Faire Arbeitsbedingungen in der Pornoindustrie sollten zum Standard werden. Und das mehr über Sexualität geredet wird: Was wir wollen und was wir nicht wollen. In der Sexspielzeugindustrie hat sich sehr viel in so schneller Zeit geändert im Bezug auf weibliche Bedürfnisse. Ich bin da sehr positiv gestimmt. Der Bildersturm hat gerade erst begonnen! ...
http://www.tagesspiegel.de/kultur/laura-meritt-im-interview-rein-raus-spritz-ist-bloedsinn/20484652.html

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"Gießener Ärztin vor Gericht: "Der Skandal ist, dass so was strafbar ist"" Interview: Dagny Lüdemann (24. November 2017)
Eine Ärztin informiert auf ihrer Website über Abtreibungen und wird angeklagt, weil das nach § 219a Werbung ist. "Sie wird wohl verurteilt", sagt Juristin Ulrike Lembke.
Aktuell:  Die Frauenärztin Kristina Hänel wurde vom Landgericht Gießen am Freitagmorgen zu einer Geldstrafe von insgesamt 6.000 Euro verurteilt. Mittlerweile werden in der Politik Stimmen laut, die eine Abschaffung oder Änderung des Paragrafen 219a fordern.
ZEIT ONLINE: Die Aufregung ist riesig. Dieser Prozess erregt die Gemüter, bevor er angefangen hat. Vor dem Amtsgericht Gießen ist die Ärztin Kristina Hänel angeklagt, weil sie auf ihrer Website Informationen zum Schwangerschaftsabbruch anbietet. Da sie öffentlich auftritt und sich gegen die Anklage wehrt, nennen auch wir ihren Namen. Wieso könnte das, was sie tut, verboten sein?
Ulrike Lembke: Nach Paragraf 219a unseres Strafgesetzbuches macht sich strafbar, wer "Werbung" für einen Schwangerschaftsabbruch macht. Allerdings hat der Paragraf einen absurd weiten Anwendungsbereich.
ZEIT ONLINE: Was heißt das genau?
Lembke: Mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft wird, wer "öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (…) eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs (…) anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt". Das Ganze muss "seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise" geschehen, um strafbar zu sein.
...
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-11/giessener-aerztin-kristina-haenel-abtreibung-prozess-schwangerschaftsabbruch-anklage

Quote
youth_attack
#10

Tja. Das ist die Zwickmühle der westlich-aufgeklärten Welt. Wie weit soll man gehen?

Das "Werbeverbot" klingt für mich komplett absurd. Erst Recht, wenn es wie hier um eine ärztliche Information geht. Nur logisch also, dass man den Paragraphen streicht, oder anpasst. Das ist man den Frauen schuldig.

Andererseits gibt es Bevölkerungsteile, die niemals abtreiben würden, bei denen Kinderkriegen oberste Menschenpflicht ist.

Diese Diskrepanz ist es, welches unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren extrem zersetzen wird. Auf der einen Seite die immer offenere, immer queerere, immer buntere westliche Welt. Auf der anderen erzkonservative Gläubige. (Nicht nur zugewandert!)


Quote
Paul Ericsson
#13

Das wird jetzt geklärt und fallen. Das Gesetz ist antiquiert und unzeitgemäß. Die Information so offen und transparent abzubilden,sollte eher belohnt,statt bestraft werden. Gesetze haben selten Ewigkeitswert und dieses ist sonderlich absurd.


Quote
thefaceman
#14

Abtreibung ist ein Verbrechen an dem Menschen, der abgetrieben wird.


Quote
PetraK.
#31

Schön, dass dieser unsinnige Paragraph thematisiert wird, denn er gehört auf den Müllhaufen der Geschichte entsorgt.


Quote
Dagny Lüdemann
#33

Was ist Werbung im Sinne dieses Paragrafen?

Viele von Ihnen scheinen, wie die Kommentare zeigen, bei Werbung an sowas zu denken wie im Fernsehen oder auf Plakaten mit Slogans: „Du kannst dir ein Leben mit Kind nicht vorstellen? Kein Problem. Hier bekommst du Hilfe. Wir machen Schwangerschaftsabbrüche, günstig anonym und unkompliziert.“
Aber: Um sowas geht es in diesem Fall überhaupt nicht. Und sowas gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Die Ärztin hat lediglich auf Ihrer Website darauf hingewiesen, dass die Praxis Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Und in einer Broschüre die Rechtslage, die Art der Durchführung, Nebenwirkungen und die Kosten erklärt.
Wann und wie Ärzte in Deutschland für medizinische Dienstleistungen werden und auf diese hinweisen dürfen / teils auch müssen / ist sehr streng geregelt, wie die Interviewpartnerin erklärt. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn der §219a entfallen würde.
Kein Arzt in Deutschland fordert oder ruft Frauen dazu auf, ihr ungeborenes Kind nicht zu bekommen.
Juristisch reicht ein purer Hinweis auf das Angebot Schwangerschaftsabbrüchen aber, um nach §219a verurteilt zu werden. Sagen Juristen.
Warten wir ab, wie das Gericht entscheidet.


Quote
PetraK.
#33.1

Die deutsche Gerichtsbarkeit kann hoffentlich zwischen Werbung und neutraler Information unterscheiden. Ich frage mich, wie solche unsinnigen Paragraphen die Neuzeit unentdeckt überstehen konnten.


--


"Schwangerschaftsabbruch: Ärztin verurteilt wegen Website mit Abtreibungsinformationen" (24. November 2017)
Die Gießener Ärztin Kristina Hänel muss 6.000 Euro Strafe zahlen. Sie hatte Informationen über Abtreibungen bereitgestellt, das ist gesetzlich verboten.
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-11/schwangerschaftsabbruch-aerztin-giessen-werbung-amtsgericht-urteil

Quote
Gnixel
#5

Sicherlich im Sinne des Gesetzes entschieden.
Allerdings eines Gesetzes, das m.E. für die Tonne ist, da es in seinem Geiste immernoch tief in den 30ern und 40ern verwurzelt ist.
Daher wünsche ich der Dame in der nächsten Instanz und ggf. vor dem Verfassungsgericht viel Glück.


Quote
konne
#5.2

Schade dass männer nicht auch Kinder kriegen können und sich mit der Frage der Abtreibung richtig auseinandersetzen könnten. Der Standpunkt in der Gesellschaft in diesem Thema würde sich sicherlich sehr ändern.


Quote
AnsgarRagentor
#8

Aufbin die nächste Instanz. Ich wünsche Frau Dr. Hänel viel Erfolg im Kampf gegen dieses unsinnige und frauenfeindliche Gesetz.


...
« Last Edit: November 25, 2017, 11:46:50 AM by Link »

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« Reply #64 on: December 05, 2017, 11:30:41 AM »
Quote
[...] Der höchste Führer der Mullahs im Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat in einer Fatwa den Frauen des Landes verboten, "in der Öffentlichkeit und vor Fremden" mit dem Fahrrad zu fahren. Denn das liefe der Keuschheit der Frauen zuwider und zöge Männer an.

Man möchte sich fragen, welch kranke sexuelle Fantasien der alte Mann mit Bart hat. Was geht es ihn an, ob und wo Frauen mit dem Fahrrad herumfahren. Wenn ihn das erregt, hat er ein Problem – und nicht die Iranerinnen.

Das sehen diese genauso. Ein Video, das zwei Iranerinnen zeigt, die aus Protest gegen diese unsinnige Fatwa beim Fahrradfahrer zeigt, wurde bei Facebook fast 200.000 mal gelikt. In dem Video erklärt eine der Frauen: "Meine Mutter und ich sind aus Teheran. Radfahren ist Teil unseres Lebens. Wir haben gehört, dass Khameinis Fatwa Frauen das Fahrradfahren verbietet. Wir haben sofort zwei Räder gemietet um zu zeigen, dass wir nicht aufgeben. Es ist unser Grundrecht und wir werden es nicht aufgeben."

Die Kampagne der Frauen wurde den sozialen Netzwerken fortgeführt. Unter dem Hashtag #IranWomenLoveCycling werden zum Beispiel bei Instagram Fotos gepostet, die Frauen beim Radfahren zeigen.

Auslöser für das Radfahrverbot war, dass sich auch Frauen einer Radfahrerkampagne anschließen wollten, die von iranischen UmweltschutzaktivistInnen organisiert wurde. Die Kampagne unter dem Motto "Dienstags ohne Fahrzeug" ruft IranerInnen in mehreren Städten auf, ihre Autos für einen Tag stehen zu lassen.

Übrigens: Die aktuelle Fatwa widerspricht anderen: Viele islamische Gelehrte erlauben Radfahren mit der Begründung, dass Frauen in den Anfängen des Islam vor rund 1400 Jahren schließlich auch auf Kamelen reiten durften.

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Tobias Stel. am 1. Dezember 2017 - 4:33

Irre! Einfach irre! Immer wieder einfach irre!


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Roland Weber am 30. November 2017 - 15:02

Wird's beim Moped oder Motorrad anders? Wie steht es mit Reiten - im Damensattel?
Da sind subtile Kenntnisse gefordert!
Ich fand es schon immer überzeugend, wenn Männer spreizbeinig auf ihren Gäulen dahergaloppierten und mitleidig auf beine-einseitig reitende Damen herabblickten. Damit wurde schließlich überzeugend bewiesen, dass Männer Frauen eben immer überlegen sind!


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David Z am 1. Dezember 2017 - 8:08

"Übrigens: Die aktuelle Fatwa widerspricht anderen: Viele islamische Gelehrte erlauben Radfahren mit der Begründung, dass Frauen in den Anfängen des Islam vor rund 1400 Jahren schließlich auch auf Kamelen reiten
durften."

Diese Begrūndung ist genau so bescheuert, bleibt sie doch gefangen in der Unvernunft, frūhmittelalterliche Sachverhalten aus Koran/Sunna zum Masstab machen zu wollen.



Aus: "Iran: Ayatollah verbietet Frauen das Radfahren" Jan Weber (30. Nov 2017)
Quelle: https://hpd.de/artikel/ayatollah-verbietet-frau-radfahren-15039

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"Häusliche Gewalt: Alarmierende Fakten" Birgit Gärtner (09. Dezember 2017)
Gewalt im häuslichen Rahmen nahm in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu. In der Mehrheit sind die Opfer weiblich und die Tatverdächtigen männlich, jeweils etwa 30% davon ohne deutschen Pass
Jährlich zum 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, veröffentlicht das Bundeskriminalamt (BKA) in Absprache mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unter dem Titel "Partnerschaftsgewalt" einen Auszug aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). So auch in diesem Jahr. ...
https://www.heise.de/tp/features/Haeusliche-Gewalt-Alarmierende-Fakten-3914701.html


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"Femizide sind auch bei uns Fakt" Vera Deleja-Hotko (Ausgabe 49/2017)
In Deutschland wurden im Jahr 2016 laut der Statistik des Bundeskriminalamtes 357 Frauen von aktuellen oder ehemaligen Partnern getötet. Die Taten werden unter dem Begriff „Partnergewalt“ zusammengefasst. Jedes Opfer vertraute dem Täter. Ehemänner, Lebensgefährten und Verflossene nutzten dies aus. 11.882 Frauen wurden in Deutschland 2016 gefährliche Körperverletzungen zugefügt. Und darunter fallen nur diejenigen, die die Tat zur Anzeige brachten. Wie viele dieser Frauen nur knapp dem Tode entkommen sind, zeigt die Statistik nicht.
Es sind ähnlich viele Vorfälle wie in Italien. Doch in Deutschland verharmlosen Medien, Politik und Gesellschaft das Phänomen, als ob Mackertum und toxische Männlichkeit nur bei Nicht-Deutschen existieren würden. Aber Frauenfeindlichkeit hat nichts mit der Staatsbürgerschaft zu tun.
Das versucht die Bewegung #KeineMehr zu thematisieren. Ihr Titel orientiert sich an der 2015 in Argentinien gegründeten „Ni una menos“-Bewegung. Sie organisierte eine Demo am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.
Die Floskeln, mit denen Täter die Gewalt an Frauen kleinreden, gleichen sich: „Ich habe überreagiert.“ „Normalerweise mache ich so was nicht.“ „So aggressiv war ich vorher noch nie.“
Auch der Mann, dem statt der Hand der Hammer ausgerutscht ist, wird meist als Einzelfall verbucht. Doch genau das ist er nicht. #KeineMehr fordert eine detaillierte Dokumentation der Gewalt, um diese endlich als strukturelles Problem sichtbar zu machen, präventive Aufklärungsarbeit leisten zu können und Gesetze dahingehend zu schärfen – etwa durch die Adaption von Frauenfeindlichkeit in § 46 des Strafgesetzbuchs, um das Strafmaß zu erhöhen. ...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/femizide-sind-auch-bei-uns-fakt

« Last Edit: December 11, 2017, 11:55:07 AM by Link »

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 „Es ist ein Spiel mit Identitäten“ Inna Barinberg | Ausgabe 12/2017
Interview Salomé Balthus leitet die Escort-Agentur Hetaera und ist dort selbst als Sexarbeiterin tätig
Für das Interview schlägt Salomé Balthus ein Café am Paul-Lincke-Ufer in Berlin-Kreuzberg vor. Mittags sei dort wenig los, dann habe man seine Ruhe. Sie will über die Themen Escort und Sexarbeit sprechen. Und über ihre Agentur Hetæra, die sich durch ein solidarisches und kollektiv verwaltetes Konzept auszeichnet. ...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/es-ist-ein-spiel-mit-identitaeten

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Sophia Rosenberg | Community

Nur um euch einen kleinen Einblick zu geben: Durch die höher angesiedelten Preise hat man es mit solventeren, aber auch ebenso anspruchsvolleren Kunden zu tun (unabhängig vom Job). Dementsprechend muss man sich den optischen und intellektuellen Ansprüchen der Kundschaft anpassen und ist dadurch nicht mehr in einer untergeordneten Position gegenüber dem jeweiligen Kunden.

Besonders in der Prostitution sind die Unterschiede zwischen Straßen- & Bordellarbeit und der von Magda so schön betitelten S-Klasse enorm groß. Während die günstigen Damen sich mit ungepflegten, teils gewalttätigen und allgemein unangenehmen Menschen herumärgern müssen, filtern die hochpreisigen Damen die Spreu vom Weizen. Es mag zwar umstritten sein, doch meiner Meinung nach geht es hierbei nicht mehr nur um Sex. Man besucht gemeinsam Kulturveranstaltungen oder geht ins Restaurant - manchmal reist man auch mit einem Kunden zu den schönsten Orten der Welt.

Das Arbeitsumfeld und die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich derart drastisch, dass eure Stigmatisierung vom Beruf der Prostituierten nicht einmal im Ansatz als zutreffend bezeichnet werden kann.

Für jemanden der nie damit in Berührung kam, scheint es eine gar unmögliche Vorstellung zu sein, einen solchen Beruf mit Freude auszuüben. Doch wir werden von unseren Gästen ausgeführt. Wir werden gut behandelt, gar auf Händen getragen und beschenkt. Wir fühlen uns von unseren Kunden wertgeschätzt, respektiert und angemessen vergütet. Erlebt ihr in eurem Job etwas, dass dieser Schilderung auch nur Nahe kommt?

Der Artikel kam zum richtigen Thema zur richtigen Zeit. Der Beruf der Prostituierten wird von Meinungsmacher-Medien als nie enden wollender Alptraum beschrieben, dabei arbeiten an die 50% der Prostituierten auf selbstbestimmter Basis. Es gibt nicht nur uns “hochnäsigen S-Klasse Prostituierten“. Es gibt auch x-Tausend “normale Escorts“ für 200€ die Stunde. Es gibt Dominas, Callboys, Independent Escorts, Damen in Edel-Bordellen, Hausfrauen mit Extraverdienst, frivole Paare mit Drang zum bezahlen Swinger-Erlebnis, und, und, und… Und ALLE wählen ihre Preise und ihr Umfeld selbst aus.

Durch das damalige Gesetz der Legalisierung der Prostitution sollten Missstände wie Zuhälterei und Zwangsprostution ausgemärzt werden, was natürlich nicht geklappt hat. Daher hat uns Vater Staat nun ein “kleines“ Add-On-Gesetz verpasst und dieser Artikel soll nicht nur die freundliche Arbeitsatmosphäre der Damen bei High Class Agenturen wie Hetaera widerspiegeln, sondern die breite Masse mit der Wahrheit konfrontieren: Prostitution ist nicht gleich Prostitution. Pauschalisierungen sind total daneben (bis auf in diesem Satz)! ;-)

Liebe Salomé, weiter so! Und ein dickes Kompliment an eurer Geschäftmodell.

Grüße aus Frankfurt.


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Magda | Community

... Mir fiel bei der Lektüre folgender Spruch ein: Verziert die Peitschen nicht mit Veilchen.

Als erstes werden mal ordentlich Hierarchien aufgemacht. Man kann es auch gleich Preisklassen nennen. ...


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G.A. | Community


Keine Ahnung warum der Freitag ein wenig Licht in diese exklusive Branche brachte. Vielleicht um zu zeigen, dass auch im horizontalen Gewerbe Hierarchien existieren, wie wir sie anderswo auch schon kennen und sie wie normale Bedienstete ihre Rechte haben wollen.

Aber in den Kommentaren spüre ich eine Menge kleinbürgerlichen Mief.

Ich sehe keinen Unterschied in einem kleinen Angestellten, der sich gesundheitlich kaputtmacht und seine Familie zerstört, weil er für eine bessere Stellung im Unternehmen mehr arbeitet als für ihn und seine Nächsten gut ist und einer Escort-Dienstleistung. – Es ist sind doch bloß andere Körperteile die beansprucht werden.

Daraus gleich Klassenkampf abzuleiten ist ungefähr das Gleiche, wie den Wunsch des erwähnten Angestellten nach einem besseren Leben mit Verrat an der Arbeiterklasse gleichzusetzen.


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Richard Zietz | Community

Mal wieder ein schlagendes Beispiel dafür, dass die Emanzipation nach Freitag-Art ein Upperclass-Problem ist. Die Mondpreise, welche die Agentur für die angebotenen Dienstleistungen veranschlagt, kommen von vornherein nur für diejenigen in Betracht, die in der neoliberalen Fresskette ganz oben stehen. Sicher gibt es das und muß es das geben – ähnlich wie sündhaft teure Designermode oder andere Luxusgegenstände. So lange die Umverteilungsmaschinerie von unten nach oben läuft, ist das alles nicht mehr als folgerichtig – inklusive dem künstlich aufgebauten exklusiven Ambiente sowie den sonstigen Attributen der Markenpflege, welche um diese Form Dienstleistung herumgebaut sind.

Frage nur: Warum muß der Freitag dieses Geschäftsmodell propagieren? Eigentlich kann sich doch jedes Kind an den fünf Fingern abzählen, dass dieses Modell Emanzipation nicht einmal in zartesten Ansätzen für eine breitere Anzahl von Frauen in Betracht kommt. Schon allein wegen Angebot und Nachfrage. Wenn es nur 50.000 Frauen gibt, die an die aristokratische Pracht Hand anlegen wollen, sinken die Preise und der Graf respektive der Vorstandsvorsitzende sehen sich nach was neuem Exklusivem um. ...


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Reinhold | Community
@ Richard Zietz

Das trifft doch für relativ viele Bereiche der heutigen Linken zu. Hier ist es halt die Beschäftigung mit einem kleinen Teil Des "Marktes", der schön, freiwillig und teuer ist. ...


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"Escort: Weil sie es kann, weil sie es will" Caroline Rosales (11. Dezember 2017)
Feministin und Callgirl – wie geht das zusammen? Hanna Lakomy nennt sich Salomé Balthus und führt eine Escortvermittlung. Ich als ihre Freundin habe damit ein Problem.
http://www.zeit.de/kultur/2017-12/escort-agentur-feminismus-sexarbeit-10nach8/komplettansicht

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kemal_acaröz
#1

+++ Hanna bewegt sich für meine Moral in einem Bereich, wo für viele der Spaß aufhört. Wo ich Frauen, insbesondere meine Freundinnen, vor Männern schützen möchte. +++

Selbstbestimmung der Frau (in dem Fall Hanna) hört also für Feministinnen dann auf, wenns nicht mehr zur eigenen Ideologie passt.
Offensichtlich wurde sie ja von niemandem dazu gezwungen, Sexarbeit zu machen, die Entscheidung ist ganz freiwillig. Aber bestimmt ist sie ein Opfer des bösen Patriarchats und merkt es einfach nur nicht. Das Opfer-Täter-Schema ist essentiell für den Feminismus, sonst bricht alles zusammen wie ein Kartenhaus
Wenn sich Verklemmtheit und Ideologie zusammenfinden, dann kommt sowas heraus.


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keats
#1.4

Andersrum wird ein Schuh draus. Das Narrativ von selbstbewussten Escorts erlaubt Kunden sich was vorzumachen. Aber ein Mädchen am Strassenstrich macht es nicht für 20,-- weil es Spass macht. Sondern aus Not, die von Kunden ausgenutzt wird.


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Uncritical_Threshold
#1.6

"Selbstbestimmung der Frau (in dem Fall Hanna) hört also für Feministinnen dann auf, wenns nicht mehr zur eigenen Ideologie passt."

Lesen sie den Artikel doch mal. Die Autorin ist da nämlich durchaus selbstkritisch und ihre Aussagen passen gar nicht zu ihrem Kommentar, hier zum Beispiel:

"Und genau das ist für mich der springende Punkt: Denn ihre Kritiker haben mit Hannas Beruf dasselbe Problem, das ich mit ihr als Freundin habe – nämlich ein emotionales. Sie verstehen nicht, dass man diesen Beruf trotz höchsten Bildungsgrads und ohne soziale Not vollkommen freiwillig ausüben kann. Sie begreifen nicht, dass man noch dazu erhobenen Hauptes darüber öffentlich debattieren kann. Und ja, ich gebe zu, es ist ein Gewöhnungsprozess. Zu verstehen, dass es die freie Wahl einer Feministin sein kann, als Callgirl zu arbeiten."



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kemal_acaröz
#1.7

+++ Aber ein Mädchen am Strassenstrich macht es nicht für 20,-- weil es Spass macht. Sondern aus Not, die von Kunden ausgenutzt wird. +++

So gesehen ist jeder als Billig-Subunternehmer am Bau (gerade viele Osteuropäer) arbeitende das gleiche Opfer. Extrem harte Arbeit, beschissene Bezahlung, oft vorzeitige Berufsunfähigkeit wg. körperlichen Verschleiss.
Geht auch nur, weil er ein Mann ist. (in dem Bereich sind so gut wie keine Frauen zu finden)


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Stummlfumml
#7

Der Artikel zeigt warum viele Formen des Feminismus und viele Feministen nichts mit gesellschaftlichem Liberalismus zu tun haben. Es geht ihnen nicht darum, dass erwachsene Menschen ihr Leben frei gestalten können sollen, sondern es ist der Versuch der Bevormundung nach den eigenen Vorstellungen einer "richtigen" Lebensführung.


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Meerschwimmer
#25

Sex sells.


...