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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Terror als Themenfeld...
« Last post by Link on November 20, 2019, 09:03:11 AM »
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[...] Die Zahl der weltweiten Todesopfer durch Terroranschläge ist im vergangenen Jahr das vierte Mal in Folge gesunken. Das geht aus dem Globalen Terrorismusindex der Denkfabrik IEP (Institute for Economics and Peace) hervor.

Demnach starben 2018 durch Terrorismus weltweit 15.952 Menschen. Verglichen mit 2014, dem bislang schlimmsten Jahr, ist das ein Rückgang um mehr als 50 Prozent. Im Jahr 2017 kamen noch 25.673 Menschen durch Terrorismus ums Leben.

Auch in Europa, inklusive der Türkei, gab es 2018 erheblich weniger Terrortote als im Vorjahr. Starben 2017 noch mehr als 200 Menschen durch Terroristen, waren es 2018 noch 62.

Erstmals seit 2003 war der Irak im vergangenen Jahr nicht mehr das am stärksten betroffene Land. Dort sank die Zahl der Terroropfer um 75 Prozent auf 1.054. Am höchsten ist die Zahl nun in Afghanistan: Dort starben im vergangenen Jahr 7.379 Menschen durch Terrorismus, knapp 60 Prozent mehr als 2017. Damit ist nicht mehr die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) für die meisten Opfer verantwortlich, sondern die Taliban.

Auch in Nigeria, Mali und Mosambik verschlechterte sich die Situation. Nigeria verzeichnete im vergangenen Jahr 2.040 Terroropfer. In Subsahara-Afrika wurden damit erstmals mehr Terroropfer registriert als in der Region Naher Osten und Nordafrika.

Zudem stieg die Bedrohung durch rechtsextremistischen Terrorismus. In den vergangenen fünf Jahren verdreifachte sich die Zahl der terroristischen Angriffe durch rechtsextreme Täter in Europa, Nordamerika und Ozeanien, also Australien und Neuseeland. Im Jahr 2018 starben 26 Menschen weltweit durch rechtsextremen Terrorismus. Im laufenden Jahr bis Ende September waren es bereits 77 Tote. Trotzdem ist der Anteil rechtsextremer Terroropfer an der Zahl der weltweiten Terrortoten noch immer gering. Für die meisten Opfer waren islamistische Gruppen verantwortlich.

Der wirtschaftliche Schaden, der 2018 durch Terrorismus entstanden ist, wird von dem Institut auf 33 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 29,7 Milliarden Euro) geschätzt.


Aus: "Weltweite Zahl der Terroropfer sinkt weiter" (20. November 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-11/terror-index-terroropfer-weltweit-gesunken-is-taliban
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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« Last post by Link on November 19, 2019, 04:09:16 PM »
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[...] Die Voruntersuchungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange in Schweden wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung werden niedergelegt. Das teilte die stellvertretende Direktorin der schwedischen Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, am Dienstag mit. Es gebe keine ausreichenden Beweise für eine Verurteilung.

... die Vereinigten Staaten wollen Assange den Prozess machen. Sie werfen Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von amerikanischen Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen ihm 175 Jahre Haft. Über eine Auslieferung an die Vereinigte Staaten muss die britische Justiz entscheiden.


Aus: "Schweden geht Vergewaltigungsvorwurf gegen Assange nicht mehr nach" (19.11.2019)
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/justiz-laesst-vergewaltigungsvorwurf-gegen-julian-assange-fallen-16493219.html

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[...] Wie Eva-Marie Persson ausführte, seien die Beweise nach einer so langen Zeit nicht mehr ausreichend. Ermittelt wurde seit August 2010 in zwei Fällen, von denen einer verjährte. Übrig blieb die Ermittlung wegen einer "Vergewaltigung in einem minderschweren Fall" (im deutschen Recht etwa sexueller Nötigung entsprechend).

Die verbliebene Ermittlung wurde 2017 zwar eingestellt, doch ließ die stellvertrende Generalstaatsanwältin Persson im Mai 2019 die Ermittlungen wieder aufnehmen, obwohl auch der europäische Haftbefehl gegen Assange im April 2019 verjährte.

Nun erfolgte die endgültige Einstellung mangels ausreichender Beweise. "In Fällen, in denen eine sexuelle Gewalttat vorliegt, ist die mündliche Aussage der beteiligten Personen von besonderer Bedeutung. Dass eine so lange Zeit seit der Tat vergangen ist oder die Medien über die fraglichen Ereignisse berichtet haben, sind alles Faktoren, die die Aussage der Zeugen beeinflussen können," erklärter Persson. "Man kann nicht davon ausgehen, dass weitere Befragungen die Beweislage in irgendeiner signifikanten Weise verbessern werden."


Aus: "Julian Assange: Schweden stellt Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer ein" Jürgen Kuri  (19.11.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Julian-Assange-Schweden-stellt-Ermittlungen-gegen-Wikileaks-Gruender-ein-4591292.html

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[...] Die schwedischen Ermittler haben ihre Ermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer eingestellt. Wie die Staatsanwaltschaft bekannt gab, wird der Vorwurf der Vergewaltigung gegen Julian Assange nicht länger aufrecht erhalten.

Assange wird vorgeworfen, im August 2010 eine Schwedin vergewaltigt zu haben. Der 48-Jährige hat den Vorwurf stets bestritten. Derzeit sitzt er in Großbritannien seit Mai eine fast einjährige Gefängnisstrafe ab, weil er gegen seine Kautionsauflagen verstoßen hatte.

2017 legte die Stockholmer Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zu den Akten, weil der damals in London im Botschaftsexil lebende Assange für sie nicht erreichbar war. Als Ecuador im April dieses Jahres nach sieben Jahren das politische Asyl für den Australier aufhob und Assange festgenommen wurde, rollten die schwedischen Strafverfolgungsbehörden den Fall neu auf.

Die Ermittlungen in Schweden waren dabei nicht die einzigen gegen Assange. In den USA ist er wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstößen gegen das Antispionagegesetz angeklagt. Ab Ende Februar 2020 will ein britisches Gericht über Assanges mögliche Auslieferung an die USA verhandeln. Sollte er dort in allen 18 Anklagepunkten für schuldig befunden werden, müsste er mit einer lebenslangen Gefängnisstrafe rechnen.


Aus: "Schweden lässt Vergewaltigungsvorwurf gegen Wikileaks-Gründer fallen" (19. November 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-11/julian-assange-schweden-laesst-vergewaltigungsvorwurf-fallen

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franzgeorgA5 #31

"Laut der Staatsanwaltschaft gibt es keine ausreichenden Beweise."

Überraschung?!?!?!



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Hansifritz #22

Für Herrn Assange ist das jetzt zu spät. Daß die Schweden 10 Jahre gebraucht haben um zu diesem Schluss zu kommen ist in meinen Augen nicht glaubhaft.
Aber man hat ihn jetzt da wo man ihn haben wollte. Nur das zählt.


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RedDuke #1.14

10 Jahre ermitteln um dann die Klage fallen zu lassen? Ein hoch auf das schwedische Justizsystem. ...


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ludwig_sev #1.9

Dazu muss man wissen, dass in Schweden der Tatbestand Vergewaltigung strafrechtlich eine teilweise sehr unterschiedliche Definition hat als im Rest der Welt.
Beide Frauen haben von Anfang ganz deutlich ausgesagt, dass sie beide einvernehmlichen Sex mit Julian Assange hatten.
Warum war dann die Rede von Vergewaltigung?
Eine Frau hat behauptet, dass Assange gegen die Absprache das Kondom beim Sex "ausgezogen" hat.
Die andere Frau hat behauptet, dass Assange beim Sex das Kondom absichtlich beschädigt hat.
Keine der Frauen hat jemals auch nur angedeutet, dass der Geschlechtsverkehr nicht einvernehmlich statt gefunden hätte. Es geht nur um ein angebliches Beschädigen bzw Ausziehen des Kondomes während dem Verkehr. Beides würde in Schweden den Tatbestand der Vergewaltigung erfüllen.


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Benutzerfreundlich #12

Der UN-Berichterstatter spekuliert nicht. Er sieht im Fall Assange sicher geglaubtes Menschenrecht gefährdet – durch ein Komplott von Demokraten. "Also ich bin in meinen zwanzig Jahren Arbeit sicher nicht bekannt geworden als Verschwörungstheoretiker. In diesem Fall muss ich doch aber sagen, dass ich schockiert bin, wie die Zusammenarbeit dieser sogenannten demokratischen Staaten hier funktioniert. Ich bin überzeugt, dass es hier nicht mehr nur um die Person Assange geht, sondern dass es darum geht, an ihm ein Exempel zu statuieren, um Leute zu entmutigen, die vielleicht versucht sein könnten, das Gleiche zu tun wie er", so Nils Melzer.

Aus: "Folter gegen Julian Assange" (08.07.2019)
Jetzt aber hat der UN-Sonderberichterstatter über Folter, Nils Melzer, Julian Assange in der Haft besucht und einen alarmierenden Bericht über Assanges Gesundheitszustand gegeben. Der 48-Jährige sei schwer traumatisiert, weise massive Angststörungen auf und habe dramatisch an Gewicht verloren. Der UN-Diplomat schließt seinen Bericht mit schweren Anschuldigungen gegen mehrere demokratische Länder, die sich in einer Art Verschwörung gegen Assange zusammengeschlossen hätten.
[darüberhinaus am 17.11.2019 um 14:49 Uhr
Unrecht wie in Orwells 1984 - Es geschieht hier Unrecht wie in George Orwells Roman 1984. Ein Mann, der die Öffentlichkeit über die Machenschaften des US-amerikanischen Geheimdiensts aufklärt, wird in vorauseilender Gefolgschaft diverser Europäischer Staaten zuerst viele Jahre in einer Botschaft festgehalten und dann inhaftiert. Es werden gegen ihn unbelegbare anderweitige Vorwürfe vorgebracht, aber seine wirkliche Gefangenschaft steht dazu in keiner Relation. ]
https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/folter-assange-100.html



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deep_franz #12.2

"Im Mai 2019 besuchte Melzer den Whistleblower Julian Assange in London im Gefängnis.[5] Daraufhin verfasste er Ende Juni einen Bericht unter dem dramatischen Titel Demasking the Torture of Julian Assange (deutsch Entlarvung der Folter Julian Assanges), den er vergeblich verschiedensten renommierten Printmedien in den USA, Großbritannien und Australien zur Veröffentlichung anbot."
https://de.wikipedia.org/wiki/Nils_Melzer

Der letzte Satz ist dabei der interessanteste. Niemand darf das Narrativ stören - Freie Presse, ROFL

Und hier der Bericht von Nils Melzer (UN Special Rapporteur on Torture, 26 June 2019):
https://medium.com/@njmelzer/demasking-the-torture-of-julian-assange-b252ffdcb768



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Gast 90854267 #13

Wow, die Schweden sind ja mal kulant. Nach 10 Jahren wird es dann doch eingestellt. Denn so richtig? Ich mein, die hätten die Akten doch schon einmal geschlossen gehabt, nur damit eine Staatsanwältin sie dann doch wieder aus dem Hut gezaubert hatte. ...


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NochNeMeinung #17.2

[Wir] dürfen davon ausgehen, dass unsere ach so rechtstaatlichen Justizsysteme weiterhin gegen jeden vorgehen werden, der sich der Methoden von Wikileaks bedient. Wirklich unabhängige Medien kann eine marktgerechte Demokratie nicht zulassen.


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Alles_Für_Alle_Und_Zwar_Umsonst #30

Gerade in Schweden, wo die Beweishürde für Sexualverbrechen besonders gering (um nicht zu sagen: lächerlich niedrig) ist ist es schon bemerkenswert, dass hier nach Jahren Aufgrund Beweismangel eingestellt wird. ... Ganz normaler Vorgang und so.


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AndreaV #33

Das Ziel, Assange seelisch und körperlich zu brechen um ein Exempel zu statuieren, war ja schon erreicht. Und jetzt fehlt nur noch die Auslieferung an die USA, die sich dann dafür rächen können, dass ihre abartigen Kriegsverbrechen aufgedeckt wurden.


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justAmoonwalker #37

Was eine Farce. Und die Welt schaut zu. Wirklich frei ist man auch in den westlichen Demokratien nur wenn man nicht den falschen auf die Füße tritt.


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hyperion55 #41

Ja, so ist das eben auch in der sog. 'freien Welt' - der 'Bote', der den gefährlichen Blick hinter die Kulissen von Geld und Macht wagt, und der die dreckige Wahrheit ans Licht bingt - der wird als 'Nestbeschnutzer' gebrandmarkt und wie die heisse Kartofell hin und her gereicht, oder gleich ganz fallen gelassen und als Verbrecher angeklagt. Manning, Snowden, Assange. Und die WAHREN Schmutzfinken, Lügner und Verbrecher - die bringen es bis in höchste Ämter und klopfen sich gegenseitig jovial auf die Schultern. Upton Sinclair dürfte kaum Ruhe finden in seinem Grab. Und jede Generation bringt wieder neue Gesundbeter und Konzern- und 'Realpolitik'-Hörige auf die Welt, die sich vorne herum das 'wertkonservative' Mäntelchen umhängen, aber die Frage für alle Zeiten schuldig bleiben, wie weit sie persönlich ihre 'Werte' verbiegen würden, oder schon verbogen haben, um an ihrem Pragmatismus überhaupt festhalten zu können.


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WasSollManDazuSagen #44

Soviel zum Glauben an einen Rechtsstaat in Europa.
Ein offensichtlich abgekartetes Spiel im Endstadium.
Unglaublich!


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9986a0cd03_at_hellomail.fun #45

Da wird sich der Herr Assange aber freuen. Mal ernsthaft, das soll wohl ein schlechter Scherz sein. Erst wird der Mann gejagt wie der Staatsfeind Nummer 1, so dass er sich selbst inhaftieren muss, dann kommen irgendwelche offensichtlich haltlosen Anschuldigungen auf, dafür wird er permanent von der britischen Polizei bedroht und unter Druck gesetzt, bis er schließlich als gebrochener Mann sein Exil verlässt, um seinen Gnadenschuß zu empfangen.

Der Fall Assange ist ein Skandal sondergleichen. Aber wen wunderts? Wenn man eine Khashoggi ohne Konsequenzen ermorden und zerstückeln lassen kann, dann ist so ein Assange in der Klapsmühle ja fast ein Kavaliersdelikt. ...


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Betatester2 #46

... Wikileaks hat Verstöße gegen Menschenrechte durch US-Militärs öffentlich gemacht. Deshalb wurde Julian Assange mundtot gemacht. Ähnlich geht es Snowden. Wer nur laut aufschreit, wenn so etwas in Russland oder China passiert, macht sich unglaubwürdig. Wir müssen immer aufschreien.


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Sahra Wagenmagd #47

Schon merkwürdig, dass die Schweden erst jetzt drauf kommen und nicht schon 2010.
Denn wenn jetzt zu wenig Beweise vorliegen, können es damals nicht mehr gewesen sein.

Deutet auf politischen Druck hin.


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Saarlaender2013 #49

Schweden will nicht am Todesfall Assange beteiligt sein. Aber sie sind die Hauptschuldigen an seiner Festsetzung.
Die öffentlich aufgeführte Folterung des Julian Assange sollte man Großbritannien und den USA jeden Tag unter die Nase reiben.


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Zais #49.1

Sowas halten jene Nasen bekanntlich lange aus...


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Wahrhaftig #53

Schweden hat sich zum Handlanger der USA machen lassen. So kann man auch das Leben eines Menschen ruinieren. Das war Sinn und Zweck der Aktion. Man hat Assange politisch als Abschreckungsbeispiel verwendet um zu signalisieren, was mit whistleblower geschieht.


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DoktorFaust #64

... Meine Frage: Nach zehn Jahren stellt man in Schweden fest, das es nicht genügend Beweise für die Straftat gibt, wegen der sich Assange (aus Angst vor einer Auslieferung an die USA) über Jahre in einer Botschaft verstecken muss und nunmehr seit Monaten, unter unmenschlichen Bedingungen in einem biritschen Hochsicherheitstrakt einsitzt?

Ist das demokratische Rechtsstaatlichkeit?


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Paco G.

 Was mit Assange geschieht, zeigt auf, wie es um die »westlichen Demokratien« bestellt ist.


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Ullrich B.

 Assange hat von Anfang an Recht gehabt. Die Geschichte ist richtig schlimm. Falsche Anschuldigungen, Flucht in die Botschaft, 50 Wochen Inhaftierung wegen Verletzung der Kautionsauflagen dann Auslieferung an die USA und 175 Jahre Gefängnis? So sehen die Menschenrechte im Westen aus. Warum beklagt man sich noch über Russland. Schlimmer geht es da bestimmt nicht zu.


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S L Y R

 In Fall Assange stellt sich die Frage, ist Schweden ein Rechtsstaat, oder nur Erfüllungsgehilfe?


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James B.

... Danke, Schweden. Jetzt kann UK seine real existierende Rechtsstaatlichkeit unter Beweis stellen.


Kommentare zu: https://www.welt.de/politik/ausland/article203642216/Julian-Assange-Schweden-laesst-Vergewaltigungsvorwurf-fallen.html (11/2019)

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Extraterrestrial (UFO-Pop und ferne Welten) / extraterrestrial signs and ufopop...
« Last post by Link on November 19, 2019, 10:10:49 AM »
"Entdeckung: Meteorit enthielt Zucker außerirdischen Ursprungs" (19. November 2019)
Fund von Ribose könnte darauf hindeuten, dass biologisch bedeutsame Moleküle durch Meteoriten auf die Erde gelangten ... Washington – 1969 schlug im Süden Australiens ein Meteorit von gut 100 Kilogramm Masse ein – ausreichend, um jede Menge Proben zu entnehmen. Und die haben auch interessante Ergebnisse geliefert: Der nach seinem Fundort Murchison benannte Meteorit ist nämlich reich an organischen (also kohlenstoffbasierten) Verbindungen.
Nun berichtet ein Team um Yoshihiro Furukawa von der Tohoku-Universität in Japan, dass es neben den zuvor schon identifizierten Verbindungen nun auch auf Spuren von Ribose gestoßen ist. Dabei handelt es sich um einen einfachen, aber biologisch bedeutsamen Zucker: Immerhin ist Ribose der zentrale Baustein des Moleküls RNA (Ribonukleinsäure), das unter anderem bei einem Teil der Viren die Erbinformation trägt. ...
https://www.derstandard.at/story/2000111201780/meteorit-enthielt-zucker-ausserirdischen-ursprungs

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ist der Redaktion bekannt - Ananda Chime 4

Da hat doch glatt wieder ein Raumschiff seine Bordtoilette in Erdnähe entleert. ...


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Zoidberg75

Globuli eventuell?


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Migration & Flüchtlingspolitik...
« Last post by Link on November 19, 2019, 09:12:16 AM »
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[...] Ein Kleintransporter mit mehr als 50 Migranten an Bord hat von Marokko aus die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta durchbrochen. Der weiße Transporter sei "mit vollem Tempo" auf den Grenzübergang zugerast und in ein Tor "gekracht", teilte ein Sprecher der spanischen Polizei mit. Vier Migranten wurden verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

Im dem Fahrzeug befanden sich neben Männern und Frauen auch zwei Minderjährige. Der marokkanische Fahrer wurde festgenommen, wie die Zeitung El Faro de Ceuta berichtete. Dem Bericht zufolge gab es in der Vergangenheit bereits ähnliche Vorfälle an der Grenze. Jedoch habe es sich bislang um kleinere Fahrzeuge mit wenigen Insassen gehandelt.

Die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla sind die einzigen Gebiete in der EU mit Landgrenzen zum afrikanischen Kontinent. Laut dem spanischen Innenministerium sind seit Anfang des Jahres 5.216 Migranten über den Landweg nach Ceuta und Melilla gelangt. Das sind 12,4 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Beide Exklaven sind stark gesichert. Bei Versuchen von Migranten über den Grenzzaun zu gelangen, gibt es immer wieder Verletzte.


Aus: "Transporter mit 50 Migranten durchbricht Grenze nach Ceuta" (18. November 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-11/eu-aussengrenze-ceuta-migranten-marokko-spanien

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Thematik von Verschwörungstheorien...
« Last post by Link on November 18, 2019, 12:57:50 PM »
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[...] Die Mondlandung wurde in Hollywood produziert, Flugzeuge versprühen "Chemtrails" zur Bevölkerungskontrolle und unser Planet ist eigentlich eine Scheibe. Wer Verschwörungstheorien (korrekt wäre eigentlich die Bezeichnung "Thesen") sucht, wird auf Youtube schnell fündig. Manche Forscher schreiben der Plattform sogar große Mitverantwortung für den Aufstieg solch dubioser Inhalte zu.

Doch es gibt auch Gegenbeispiele. Youtuber, die dort aushelfen, wo die Videoplattform trotz aller Ankündigungen bislang versagt. Sie kämpfen mit ihren Beiträgen gegen Verschwörungstheorien an.

Da wäre etwa der Brite SciManDan. Seit 2017 beschäftigt er sich auf seinem Kanal als Allrounder mit Verschwörungstheorien aller Art. Besonders angetan haben es ihm allerdings die Gläubiger der Erdscheibe, denen er sich allwöchentlich am "Flatearth Friday" widmet. Den absurden Theorien nähert er sich einerseits mit faktischen Richtigstellungen und andererseits auch mit einer gehörigen Portion Sarkasmus.

https://youtu.be/OSj3UKxpit8

In die Flatearth-Kerbe schlägt auch Professor Dave. Auch er beschäftigt sich mit den angeblichen Beweisen für eine flache Erde. Und er gibt darauf gut verständliche Antworten. Hauptsächlich versucht er aber, auf seinem Kanal auf unterhaltsame Weise die Grundlagen der Physik zu vermitteln.

https://youtu.be/KyD8VIK032o

Wer nach deutschsprachigen Aufklärern sucht, wird bei Harald Lesch fündig. Dieser zeigt in beinahe großväterlicher Manier anschaulich, wie die Technik hinter der Mondmission Apollo 11 funktioniert hat und warum etwa die Aufnahmen der Nasa von der Mondlandung plausibel und ein guter Beleg sind. Produziert wird seine Sendung Terra X vom deutschen öffentlich-rechtlichen Sender ZDF.

https://youtu.be/pskmen9v5hQ

Hart ins Gericht mit allerlei Verschwörungsthesen geht auch der Channel Cool Hard Logic. Wer sich in 20 Minuten erklären lassen möchte, warum es die Chemtrail-Verschwörung nicht gibt und wie sich Flugzeug-Kondensstreifen physikalisch verhalten, wird dort fündig – und kann sich den Kauf eines teuren Orgon-Akkumulators sparen.

https://youtu.be/IcyplG14dec

Last but not least wird auch das Feld der Pseudowissenschaften beackert. Etwa von ElectroBoom, der sich unter anderem mit Dingen wie "Freie-Energie-Generatoren" befasst. Immer wieder wird propagiert, dass man Geräte bauen könnte, die praktisch aus dem Nichts Energie erzeugen. Mit einfachen Experimenten, Erklärungen und humoriger Inszenierung widerlegt der Tüftler mit Wissenschafts-Hintergrund die Konzepte, die in grobem Konflikt mit dem Energieerhaltungssatz stehen.

https://youtu.be/15V0gUXUPko

Das sind nur einige Beispiele der guten Seite von Youtube, die dabei hilft, sich gegen Verschwörungstheorien zu immunisieren. ... (gpi, 17.11.2019)


Aus: "Chemtrails und Mondlandung: Youtuber, die gegen Verschwörungstheorien kämpfen" (17. November 2019)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000106943201/chemtrails-und-mondlandung-youtuber-die-gegen-verschwoerungstheorien-kaempfen

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coolio123

warum gehts immer um mondlandung, chemtrails... man hat vergessen dass die totale überwachung noch vor kurzem noch eine verschwörung war, bekannte us zeitungen weigerten sich anfangs die beweise von snowden zu veröffentlichen. wenn man sieht wie man uns über die kriege im irak, libyen, ukraine oder syrien auch heute noch belügt. die ganze geschichte ist eine aneinanderreihung von verschwörungen.


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NotDarkYet

Und? Was wollen Sie damit sagen?
Weil wir tatsächlich abgehört werden (Snowden) oder beim Irak-Krieg gelogen wurde ist die Welt eine Scheibe?

Ist eine tatsächliche Verschwörung (z.B. Trump erpresst die Ukraine) ein Beweis für diesen ganzen Schwachsinn (gefälschte Mondlandung, Chemtrails)?


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Patrick Henry

Milliarden Menschen glauben an einen unsichtbaren und nicht nachweisbar existierenden Gott. Chemtrails und 911 sind da garnichts.


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WeilandbekanntalsBausheido

Man sollte Verschwörungstheorien endlich ihren Platz geben. Bereich Glaube, Mythos, Märchen des 21sten Jahrhunderts. Mich verwundert ehrlich gesagt eh dass Leute zwanghaft versuchen etwas zu widerlegen was nicht widerlegbar ist. ...


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NotDarkYet

Trump wurde gewählt auf Basis von Verschwörungstheorien
Ich sage nur Pizzagate.


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Monopoly mit Hut

...was wäre denn schlimm dran wenn man an eine Verschwörungstheorie glaubt?
Je nach Verschwörungstheorie kann das lächerlich sein oder tödlich.
Flacherdler sind harmlos.  ...


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Lemmie

Weil Weltanschauungen Konsequenzen haben - nicht nur [beim ...] Impfen. Wenn Chemtrailgläubige Piloten mit Lasern blenden - dann ist das eben nicht mehr zum Lachen.


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Kategorie:Aufruhr
« Last post by Link on November 18, 2019, 12:33:11 PM »
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[...] Diesmal war nicht die Champs-Élysées an der Reihe, sondern der Place d’Italie im Südosten von Paris. Hunderte Vermummte schlugen dort am Samstag alles kurz und klein, was ihnen vor die Brechstangen kam. Sie steckten Autos in Brand, zerstörten Bushäuschen und Monumente, schlugen an sich bruchsichere Scheiben des lokalen McDonald’s ein. Sogar die Feuerwehr wurde attackiert. Die Polizei konterte mit Tränengas und mobilen Einsatzgruppen. 155 Personen kamen in Untersuchungshaft.

Innenminister Christophe Castaner bezeichnete die Randalierer als „Schläger“, „Lumpen“ und „Barbaren“. Gemeint war das auch als Antwort auf Linkenchef Jean-Luc Mélenchon, der die Polizeikräfte früher „Barbaren“ genannt hat. Ihre Gummi- und Schreckschussmunition hat im einen Jahr, das die Proteste nun schon anhalten, insgesamt 24 Demonstranten Augen ausgeschossen und fünf weitere eine Hand gekostet.

Außerhalb von Paris ging es am Wochenende friedlicher zu. In Südfrankreich blockierten „gilets jaunes“ wie früher schon Kreisverkehre und eine Autobahnausfahrt. Allerdings waren sie zehnmal weniger zahlreich als am 17. November 2018, als landesweit 280.000 Gelbwesten auf die Straße gegangen waren. In Paris setzten sie die Aktionen am Sonntag fort, indem sie unter anderem das bekannte Kaufhaus Galéries Lafayette besetzten.

Nach einem Jahr scheinen die verbliebenen Gelbwesten stärker politisiert, wenn nicht radikalisiert. Eine Pariser Demonstrantin erklärte, sie sei „nicht mehr nur wütend, sondern rasend“. Von den Gewaltakten wollte sie sich nicht distanzieren. Ein älterer Neonwestenträger ärgerte sich hingegen: „Die Schläger hindern uns am Demonstrieren.“ Medien würden nur Gewaltbilder zeigen.

Die Gelbwesten-Pionierin Priscillia Ludosky sprach am Sonntag von „einem traurigen Geburtstag“. Sie warf Macron vor, er setzte sich über die Bewegung hinweg, obwohl deren tiefere Ursachen keineswegs beseitigt seien.

In der Bevölkerung verspielte die führungs- und orientierungslose Bewegung viel Kredit, nachdem Macron ihre Forderung nach Rücknahme einer Benzinsteuererhöhung erfüllt hatte. Die Zustimmungsquote ist von 80 Prozent vor einem Jahr auf gut 50 Prozent gesunken. Eine klare Mehrheit von 63 Prozent der Befragten spricht sich zudem gegen die gewalttätigen Samstagsdemos aus.

Pariser Medien fragen sich generell, ob der Jahrestag der „gilets jaunes“ das letzte Aufflackern einer zunehmend diskreditierten Bewegung war – oder vielleicht eher der Auftakt zu einem „heißen“ Jahresende in Frankreich. Ab 5. Dezember organisieren die Eisenbahner nämlich einen harten Streik, um gegen Macrons Pensionsreform zu protestieren. Das Spitalpersonal ist schon vergangene Woche auf die Straße gegangen, und nach der versuchten Selbstverbrennung eines Studenten gärt es auch an den Unis. Mélenchons Unbeugsames Frankreich und die Kommunisten versuchen, einen breiten Sozialkampf gegen die Staatsführung zu zünden.

Macron muss ebenso zur Kenntnis nehmen, dass die Wirkung der 17 Milliarden Euro, die er Anfang des Jahres in Form von Steuersenkungen und Mindestlohnerhöhung lockergemacht hat, weitgehend verpufft ist. Für kommenden Mittwoch verspricht er den Spitälern bereits neue Zugeständnisse, wohl erneut in Milliardenhöhe. Die schon 2017 versprochene Pensionsreform hat er bisher nicht einmal vorgestellt.

Nach einem Jahr Sozialkrise in Frankreich drängt sich deshalb das Fazit auf, dass die Gelbwesten zwar inhaltlich wenig erreicht haben – politisch aber haben sie Macron völlig destabilisiert und seinen Reformeifer gebremst. Vom hohen Ross gefallen, schwankt der junge Präsident, der die Krise nicht hat kommen sehen, zwischen starken Worten und fast devoten Auftritten. Beides wirkt reichlich künstlich. Und es zeugt von einer großen Angst vor dem heraufziehenden Sozialkonflikt. Insofern war die Gelbwesten-Krise für Macron womöglich nur ein Anfang.


Aus: "Frankreichs Gelbwesten begehen ihren Geburtstag mit der Brechstange" Stefan Brändle aus Paris (18.11.2019)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000111168829/frankreichs-gelbwesten-begehen-ihren-geburtstag-mit-der-brechstange

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Demokratie ist möglich

Ich verstehe das irgendwie nicht ...

"Innenminister Christophe Castaner bezeichnete die Randalierer als „Schläger“ "

Einen Artikel weiter unten, allerdings in Hongkong, wird der selbe Typus als Demokratieliebender, seine Rechte verteidigender "Demonstrant" verteidigt.
Liegt es daran daß die Gelbwesten noch nicht mit Pfeil und Bogen Jagd auf Polizisten machen? Oder werfen sie zu wenig Brandsätze auf Polizisten? Ich weiß es nicht.


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dampfplaudern

die Hong Konger wären froh. hätten sie die Freiheiten der Gelbwesten


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zege de zung

Im heutigen Standard steht ein Artikel, wie Europa von den USA und China technologisch abgehängt wird. In Frankreich ganz besonders. Jede noch so sinnvolle Reform wird erstickt, wenn die Proteste nur groß und gewalttätig genug sind. Partikulärinteresse vor Gemeinwohl. Der Hauptgrund der Proteste waren höhere CO2 Steuern auf Benzin! Eine zentrale Forderung der Grünen.


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Loesungen-verzweifelt-gesucht

Nein. Eben nicht! Also zum Teil haben Sie schon recht...
Die Grünen in Deutschland haben zwar soeben auf ihrem Parteitag eine deutliche Erhöhung der co2 - Steuer gefordert, aber gleichzeitig auch, dass die daraus resultierenden Einnahmen als Energiegeld an die Bürger /innen zurück gegeben wird.


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Der Cartoonist

Schon traurig wenn uns Frankreich so dargestellt werden, aber in Boliven, Hong Kong und Venecuela Hurra gebrüllt wird.
Und so sieht es in Europa aus, wenn die Demokratie Staatlich abgebaut wird und die Menschen zum europäischen Neofeudalismus gezwungen werden sollen.


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Breitwieser Schani

Präsident Emmanuel Macron hält an seiner neoliberalen Linie fest. Doch warum konnte die Bewegung so groß werden?
"Als Staatspräsident hat Macron den Sozialstaat zu seinem Hauptfeind erklärt. Das Wohngeld senkte er bereits. Alle weiteren Sozialleistungen erhöhte die Regierung nicht einmal mehr um die Inflation. Nun steht eine „Reform“ der Arbeitslosenversicherung an."

Die schrittweise Privatisierung und Deregulierung großer Industrieunternehmen samt Stärkung des Finanzsektors führte in den 1980ern und 1990ern zum Verlust mehrerer hunderttausend Industriearbeitsplätze. Gleichzeitig wuchsen auch in Frankreich Leih- und Zeitarbeit an. Die Milieus der Linken zerfielen, ihre Organisationen gerieten in die Krise. Gleichzeitig versuchte der französische Staat, einen Teil der neu entstanden Armut aufzufangen. Die Grundsicherung für Erwerbslose, die keinen Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung hatten, oder das Anrecht auf eine staatliche garantierte medizinische Versorgung kommen aus dieser Zeit.
Kurz gesagt, der Sozialstaat blieb bis in die 2000er Jahre hinein weitgehend unangetastet. Erst ab 2010 unterwarf sich der französische Präsident Sarkozy endgültig dem neoliberalen Mantra der Europäischen Union. Über allem stand in Frankreich nun Haushaltssanierung durch strikte Austerität und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Macron treibt diese nun noch weiter voran. ...

https://mosaik-blog.at/gelbwesten-geburtstag-frankreich/


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Twink28

Es gibt keine Gründe in Europa zu protestieren

Diese Leute gehören in Gewahrsam genommen und psychisch betreut in Lager ähnlichen Unterkünften auf dem Land mit Freizeit Programm.


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wederlechtsnochrinks

Wie wär's aus deinem kuscheligen Penthouse mit Blick auf den Genfersee mal rauszugehen und durch Europa zu reisen?
Einmal mit der realen Welt der Armen und sozial Abgehängten in Kontakt zu kommen?
Keine Angst, sie beißen und stinken nicht.


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Protagoras v. Abdera

In F wird gerade ausgetestet, wie weit neoliberale Politiken, die längst, spätestes seit 2008, die Zustimmung und den Konsens der Bevölkerungen verloren haben, auch gewaltsam durchgeprügelt werden können. Dabei kommt der quasi-monarchischen Rolle des frz. Präsidenten und seiner überlangen Amtszeit besondere Bedeutung zu. Die Widerstände sollen noch vor den nächsten Wahlen in der Manier Thatchers plattgemacht werden, damit der neoliberale deutsch-frz. Motor, inklusive entsprechend besetzter Kommission und EZB, auf europäischer Ebene weiter ungestört die Interessen großer Konzerne und Banken bedienen kann.


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Hans Hansen

Nur mal um das so genannte "neoliberale Problem" in den Zusammenhang zu stellen: Der Sozialstaat den viele Europäer haben, ist etwas Neues. Die Einführung der Sozialgesetzgebung ist relativ neu, bezahlter Urlaub, Arbeitslosengeld auch. Das gab es vor 150 Jahren nicht. Und der Trend geht seitdem in Richtung zunehmender Sozialstaatlichket. Trotz mancher Rückschläge die der "Neoliberalismus" verursacht.
Kritiker nehmen viele soziale Errungenschaften als Selbstverständlich an. Dabei wäre es wichtig die Probleme des Neoliberalismus im Detail zu betrachten und die positiven Seiten sozialer Marktwirtschaft und des Sozialstaat auch zu sehen.


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HerrFranz1

In einer sozialem Markwirtschaft gibt es keine Suppenküchen und da sammeln Pensionisten keine Pfandflaschen damit sie überleben können, soziale Marktwirtschaft war einmal....


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commender

Niemals zuvor gab es in Europa derartig viele Unruhen. Neoliberalismus, der nur von oben hierachisch diktiert wird ist eben keine Dauerlösung.


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nichtseitenblicker

wenn der Mob zu undemokratischen Mitteln wie Gewalt greift, darf man keine Sekunde zögern - denn sobald die merken dass der Widerstand fehlt, werden die keine Sekunde zögern sich zu holen was zu holen ist sobald man bei Gewalt auf den Straßen tatenlos zuschaut, überlässt man die Macht einem aufgebrachten Mob und man macht einen schweren Fehler, denn Gewaltdemos terrorisieren das Volk und haben nichts mit Demokratie und Freiheit zu tun, sondern gefährden diese Akut - denn Gewaltdemos wo Hab und Gut anderer Bürger zerstört wird sind Anarchie, ansonsten nichts.


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rote sonne

sie haben offenbar nicht den funken einer ahnung, was in frankreich abgeht - sie informieren sich als 'nichtseitenblicker' offenbar nur in den regimetreuen medien ... die brutalität der polizei in frankreich sucht ihresgleichen, nur dürfen wir die bilder nicht sehen ...


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henio

Sie sprechen doch über Hong Kong, nicht wahr?


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Kategorie:Aufruhr
« Last post by Link on November 18, 2019, 10:10:39 AM »
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[...] In Hongkong dauern die gewalttätigen Zusammenstöße der vergangenen fünf Monate an. Neben Angriffen auf die Polizei mit Pfeil und Bogen, warfen die Demonstranten auch Molotowcocktails und Brandbomben. Die Polizei setzte Wasserwerfer mit einem hautreizenden Wirkstoff sowie Tränengas ein. Den Ordnungskräften zufolge wurde ein Polizist von einem Pfeil ins Bein getroffen und ins Krankenhaus gebracht.

Viele Demonstranten trugen Gasmasken oder Tücher über Mund und Nase, um sich vor Tränengaswolken zu schützen. Einige zogen sich bis auf ihre Unterwäsche aus, nachdem sie zuvor von einem Wasserwerfer durchnässt worden waren, dessen Wasser Augenzeugen zufolge ein Reizmittel enthielt. Ein gepanzertes Polizeifahrzeug, das bei den Ausschreitungen am Sonntag von Benzinbomben in Brand gesteckt worden war, wurde am frühen Montag abgeschleppt.

Einer der Schwerpunkte ist weiterhin die Polytechnische Universität in der Finanzmetropole – die letzte der fünf Universitäten der Stadt, deren Campus noch besetzt ist. Augenzeugen zufolge wirkt die Universität wie eine Festung. Von den Dächern wurden die Pfeile abgefeuert.

Als sich die Polizei in den Morgenstunden dem verbarrikadierten Eingangstor der Universität näherte, zogen sich die Demonstranten in den Campus zurück und entfachten Brandsätze am Eingangstor sowie auf einer Fußgängerbrücke. In der Hektik des Aufruhrs wollten einige Demonstranten das Gebäude verlassen, andere verstärkten die Barrikaden und positionierten Kisten mit Benzinbomben rund um den Komplex. Tausende Bewohner und Demonstranten kamen über Nacht in verschiedene Bezirke rund um die Universität, um die Reihen der Bereitschaftspolizei zu durchdringen und die eingeschlossenen Studenten zu retten.

Eine unbekannte Zahl von Aktivisten wurde festgenommen. Es gab auch Verletzte. Die Polizei bestritt, das Gelände "gestürmt" zu haben. In einer Erklärung wurde aber von einem anhaltenden Einsatz gesprochen, um Demonstrationen aufzulösen und Festnahmen durchzuführen. "Aufrührer, die sich auf dem Gelände versammelt haben, legten Feuer und richteten schwere Schäden an", teilte die Polizei mit. "Explosivstoffe, brennbare Materialien und gefährliche Güter stellen dort auch eine Gefahr für alle dar." Die Polizei fordere jeden auf, das Universitätsgelände zu verlassen. In Filmaufnahmen Hongkonger Medien war zu sehen, wie am Morgen junge Leute gefesselt abgeführt wurden.

Die Hochschulen der chinesischen Sonderverwaltungsregion hatten sich vergangene Woche zu einem neuen Brennpunkt der seit fünf Monaten anhaltenden Proteste entwickelt. An anderen Stellen der Stadt versammelten sich am Montagvormittag wieder vermummte und schwarz gekleidete Aktivisten, während ein Großaufgebot von Sicherheitskräften auf den Straßen zu sehen war.

Die Demonstranten setzen sich für mehr Freiheit ein. Die Polizei gehe sehr gewaltsam vor, sagte ein 23-Jähriger zur Nachrichtenagentur Reuters. "Die Demonstranten haben nur auf die Polizei reagiert." Er sei bereit, für seine Überzeugungen ins Gefängnis zu gehen. Diejenigen, die Pfeile abfeuerten, würden sich nur selbst verteidigen. Ein anderer Student sagte: "Wir haben keine Angst." Wenn der Kampf nicht weitergehe, werde die Protestbewegung scheitern.

In der Erklärung warnte die Polizei die Demonstranten, nicht mehr mit tödlichen Waffen gegen die Polizei vorzugehen und weitere Gewalttaten einzustellen. Die Beamten würden sonst mit Gegengewalt reagieren und gegebenenfalls scharfe Munition einsetzen.

Der Bürgerrechtler Joshua Wong verteidigte den Einsatz von Gewalt durch die Demonstranten. "Mit rein friedlichem Protest werden wir unser Ziel nicht erreichen", sagte Wong der Süddeutschen Zeitung. "Allein mit Gewalt allerdings auch nicht. Wir brauchen beides."

Seit Juni demonstrieren immer wieder Zehntausende Menschen für Demokratie und gegen die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone, der sie zu große Nähe zur Führung in Peking vorwerfen. Die anfangs friedlichen Proteste arten immer mehr in Gewalt aus – auf beiden Seiten.


Aus: "Hongkong: Demonstranten werfen Brandbomben, Polizisten setzen Tränengas ein" (18. November 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-11/hongkong-demonstranten-polizei-gewalt-joshua-wong

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Geschichte (Bruhstuecke) ...
« Last post by Link on November 17, 2019, 07:31:26 PM »
"Kalter Krieg: Das neue Leben der jungen Republikflüchtlinge" (4. Februar 2017)
Die Geschichte der 12. Klasse aus Storkow erzählt viel über die Frühphase der DDR. 1956, drei Jahre nach dem blutig niedergeschlagenen antistalinistischen Aufstand des 17. Juni, wurde das Pass-Gesetz erstmals verschärft. Seit der Gründung 1949 hatten weit mehr als eine Million Menschen das Land in Richtung Westen verlassen. Zwar wurde die sogenannte Republikflucht fortan kriminalisiert, sie war aber weiterhin möglich. Als 1961 die Mauer gebaut wurde, waren etwa drei Millionen Menschen geflohen. ...
https://www.sueddeutsche.de/politik/revolte-vor-60-jahren-ungarn-gegen-den-sowjetkommunismus-ein-kurzer-traum-von-freiheit-1.3212541

"Ungarn-Aufstand 1956: Ungarns kurzer Traum von der Freiheit" Ruth Eisenreich (21. Oktober 2016)
Der Wiener Fotograf Erich Lessing setzte dem Ungarn-Aufstand mit seinen Bildern ein Denkmal. Besuch bei einem 93 Jahre alten Herrn, der damals alle Illusionen verlor. ... Der Wiener Magnum-Fotograf Erich Lessing hat den Ungarnaufstand miterlebt und für die Nachwelt festgehalten. Lessing ist heute 93 Jahre alt, er wohnt am Rande von Wien, da, wo die Stadt schon bald in Wälder und Weinberge ausfranst. Eigentlich gibt Lessing keine Interviews mehr, er hört und geht nicht mehr allzu gut; aber seine Erzählungen vom Herbst 1956 sind so lebendig wie die hellwachen blauen Augen unter den buschigen Brauen in seinem runden Gesicht. "Lauter Amateure" seien damals am Werk gewesen, sagt er - und trotzdem sei der Ungarnaufstand der Anfang vom Ende des Kommunismus gewesen, die erste Bruchstelle sozusagen in der Mauer, die 1989 einstürzen sollte. ...
https://www.sueddeutsche.de/politik/revolte-vor-60-jahren-ungarn-gegen-den-sowjetkommunismus-ein-kurzer-traum-von-freiheit-1.3212541

"Rebellische DDR-Schüler "Wir starrten gebannt auf die große Wanduhr"" Christoph Gunkel (01.03.2018)
Fünf Minuten schwieg 1956 eine DDR-Klasse. Aus Protest, für die Freiheit. Als Stasi und SED sie zu spalten versuchten, hielten die Abiturienten zusammen. Dietrich Garstka erinnert sich an dramatische Momente. ... Fünf Minuten nämlich schwiegen alle 20 Schüler der Klasse 12, als Geschichtslehrer Werner Mogel ihr Wissen abfragen wollte. Was Mogel nicht ahnte: Es waren Schweigeminuten für die Toten des Volksaufstands in Ungarn, der sich gegen die Herrschaft der Kommunisten richtete, aber vom ungarischen Geheimdienst mit Hilfe der Sowjetunion brutal niedergeschlagen wurde. Das alles erinnerte viele Schüler an den gescheiterten Aufstand in der DDR drei Jahre zuvor. Die dramatischen Ereignisse hatten sie über den Sender RIAS verfolgt, den sie nur heimlich hören durften. Besonders beeindruckte sie, wie eine aufgebrachte Menge in Budapest das acht Meter hohe Stalin-Standbild stürzte; nur die Stiefel des Diktators blieben stehen. Bald aber schickt Moskau Panzer. ...
https://www.spiegel.de/geschichte/ddr-das-schweigende-klassenzimmer-wie-abiturienten-1956-aufbegehrten-a-1195587.html

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[...] Doris Schäfer-Noske: Heute vor 60 Jahren ist in Karlsruhe, also am Sitz von Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgerichts, eine Wanderausstellung eröffnet worden, die sich mit Justizverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt hat. Die Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ zeigte Dokumente zu Strafverfahren und Todesurteilen, aber auch zu Nachkriegskarrieren der beteiligten Richter und Staatsanwälte.

Die Ausstellung wurde bis Februar 1962 in zehn bundesdeutschen Städten und einigen ausländischen Universitätsstädten gezeigt. Veranstalter waren studentische Gruppen, meist Mitglieder des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes SDS. Der Hauptautor war der Westberliner Student Reinhard Strecker. Finanziert wurde die Ausstellung nur aus Privatspenden. Sie war sehr einfach gehalten, oft konnte sie nur in Privaträumen stattfinden.

Und trotzdem hat diese Ausstellung damals eine große öffentliche Wirkung gehabt. In Karlsruhe gibt es heute Abend zum Jahrestag einen Vortrag und eine Podiumsdiskussion. Frage an den Historiker Norbert Frei: Warum hatte denn diese Ausstellung eine solche Wirkung, obwohl sie mit so bescheidenen Mitteln auskommen musste? Hat sie den Nerv der Zeit getroffen?

Norbert Frei: Genau das. Die Ausstellung kam zum richtigen Zeitpunkt in dem Sinne, dass sich in der Gesellschaft doch eine Unzufriedenheit, ein merkwürdiges klammes Gefühl über die Vergangenheitspolitik der 50er-Jahre breit zu machen begann. Und sie kam zu einem Zeitpunkt, wo schon seit einigen Jahren von Seiten der DDR massive Angriffe auf die westdeutschen Eliten und insbesondere auch auf die Justiz gekommen waren. Eine ganze Weile lang konnte man das in Zeiten des Kalten Krieges als kommunistische Propaganda abtun. Aber nun kamen diese jungen Leute mit Dokumentenmaterial daher und haben das aus eigenen Mitteln in relativ einfacher Form präsentiert. Und das verfehlte dann jedenfalls über die nächsten Monate und Jahre hinaus seine Wirkung nicht.

Wichtig war auch, dass an einem bestimmten Punkt der Generalbundesanwalt sich diese Dokumente von Reinhard Strecker und seiner Gruppe zeigen ließ und anerkennen musste: Nein, das ist nicht einfach kommunistische Propaganda, das sind keine „Fake Documents“, wie man heute sagen würde, sondern das ist tatsächlich reales Material, was zeigt, wie hochgradig die Justiz sich zum Büttel der Nationalsozialisten gemacht hatte. Das war in einem Moment und zu einem Zeitpunkt, wo sich das Nachdenken über die NS-Vergangenheit gerade zu ändern begann.

Schäfer-Noske: Wie ist denn Reinhard Strecker an die Dokumente damals gekommen, die er präsentierte?

Frei: Die Dokumente lagen in Ostberlin. Das war ja auch der Ansatzpunkt für die Apologeten im Westen zu sagen: Das ist alles DDR-Material. Aber in Wirklichkeit war es Material vor allem auch aus dem Reichsjustizministerium, und diese Materialien waren in der Hand der Ostberliner. Reinhard Strecker ist einfach dort hingefahren und hat sich das Material geben lassen. Es ist auch Material aus anderen Ländern noch eingeflossen. Mit anderen Worten: Die jungen Leute der SDS, die haben einfach wirklich nachgefragt und haben sich nicht länger abspeisen lassen mit dieser Vorstellung, das sei alles kommunistische Propaganda.

Schäfer-Noske: War denn die Aussage dieser Ausstellung im Grunde, die Verbrecher der NS-Justiz sind die Richter und Staatsanwälte von heute?

Frei: Ja! Es ist in der Tat auch einer der Punkte gewesen, an dem die DDR am klarsten darauf verweisen konnte, dass während in der DDR ein ziemlich radikaler Bruch, was das Justizsystem anging, gemacht worden war, auf der anderen Seite in der Bundesrepublik die personalpolitische Kontinuität in der Justiz besonders groß gewesen ist. Das ist natürlich von Seiten der DDR mit dem Argument verbunden worden, dass diese „Blutrichter“, wie es in der Propaganda hieß, „in Adenauers Diensten“, dass die jetzt auch in der Bundesrepublik NS-Recht sprechen würden. Davon konnte natürlich nicht die Rede sein. Die haben sich angepasst. Die haben versucht, sich wegzuducken und nun Richter in der Demokratie zu sein, so gut sie es konnten und verstanden. Aber das Skandalon, dass es diese Kontinuität gab, dass diese Justizverbrechen nicht bearbeitet und nicht geahndet worden waren, das blieb ja.

Schäfer-Noske: Welche Folgen hatte diese Ausstellung?

Frei: Die Ausstellung gehört zu einer Reihe von Faktoren, die dann dazu führen, dass Anfang der 60er-Jahre doch so etwas einsetzt wie ein kritischeres Nachdenken und die Forderung nach einer kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und was diese Vergangenheit eigentlich auch in der Gegenwart noch bedeutet. Dazu gehört dann 1961 der Eichmann-Prozess in Jerusalem, der natürlich auch die Deutschen aufwühlte. Und es gehört dann aber vor allem der von Fritz Bauer in Gang gesetzte Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963 bis 1965 dazu. Mit anderen Worten: Das alles ist in der Kontinuität dessen, was da Ende der 50er-Jahre aufbricht.

Schäfer-Noske: Im Grunde markiert die Ausstellung auch einen Wendepunkt in der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Deutschland.

Frei: Man kann sagen, dass diese Ausstellung Teil eines größeren Wendepunktes ist. In dem Moment, in dem sie begonnen hat, war sie noch nicht so bedeutend. Aber ihre Bedeutsamkeit ist gewissermaßen auch im Nachhinein immer klarer geworden, dass sie etwas markiert an einer Neuorientierung insbesondere in der jungen Generation. ...


Aus: "Aufarbeitung des NationalsozialismusHistoriker Frei: SDS hat sich nicht abspeisen lassen" (27.11.2019)
Mit der Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ begann vor 60 Jahren die Aufarbeitung der NS-Justizverbrechen. Die Veranstalter, Mitglieder des Studentenbundes SDS, hätten zum ersten Mal gezeigt, wie sich „die Justiz zum Büttel der Nationalsozialisten gemacht hatte“, so der Historiker Norbert Frei im Dlf.
Norbert Frei im Gespräch mit Doris Schäfer-Noske
https://www.deutschlandfunk.de/aufarbeitung-des-nationalsozialismus-historiker-frei-sds.691.de.html?dram:article_id=464454
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[...] Männer können ihre nackten Oberkörper auf Instagram und Facebook zeigen, bei Frauen ist das anders: Schon seit einigen Jahren löschen Facebook und Instagram oberkörperfreie Fotos von Frauen, auf denen ihre Brustwarzen zu sehen sind. Das System erkennt dabei automatisch, ob es sich um eine männliche oder eine weibliche Brust handelt und löscht dann die Fotos. Für manche Künstler*innen  etwa bedeutet das eine große Einschränkung ihrer Kreativität. Diese geschlechterspezifische Zensur hat in den letzten Jahren immer wieder Protestaktionen ausgelöst. Daraus wurde unter #freethenipple eine immer größere Bewegung. Nun hat diese Zensur von Frauenbrüsten auch eine medizinische Tätowiererin aus England getroffen.

Vicky Martin hat sich auf das Tätowieren von Brustwarzen spezialisiert. Sie will ehemaligen Brustkrebs-Patientinnen helfen, die nach einer Operation viele Narben haben. Häufig besitzen die Betroffenen keine Brustwarzen mehr. Auf ihrem Social-Media-Account hat Martin einige Fotos von ihrer Arbeit gepostet, auf denen Kundinnen zu sehen sind, denen sie ein 3D-Brustwarzen-Tattoo gestochen hat. Damit wollte sie andere Betroffene erreichen, um sie auf diese Möglichkeit der Rekonstruktion hinzuweisen. Facebook stufte ihre Seite daraufhin als pornografisch ein – und sperrte sie.



Deshalb kam es am Freitag zu einer Protestaktion direkt vor dem Hauptsitz von Facebook in London. Mit einer großen, aufblasbaren Brust, die ein solches 3D-Brustwarzen-Tattoo zeigt, demonstrierten um die 40 ehemalige Bruskrebspatientinnen und die Tätowiererin selbst stundenlang, um mit Facebook ins Gespräch zu kommen. Die Tätowiererin Vicky Martin erklärte im Interview mit der BBC, worum es ihr gehe: dass es Kunst sei, die sie mache, und nichts Pornografisches. Sie wolle Betroffenen helfen, sich wieder komplett als Frau zu fühlen. Facebook habe weder auf ihre E-Mails geantwortet, noch für ein Treffen eingewilligt.

Der Protest zeigte Wirkung: Inzwischen hat Facebook zugegeben, dass das Sperren von Vicky Martins Account ein Fehler gewesen sei. Das Unternehmen entschuldigte sich. Nackheit sei auch weiterhin nicht erlaubt, aber Facebook würde eine Ausnahme für Posts machen, die klar medizinische Absichten haben. Die Sperrung des Accounts mit den 3D-Brustwarzen-Tattoos wurde aufgehoben.

joge



Aus: "Tätowiererin protestiert mit Brustwarzen-Ballon gegen Facebook" (16.11.2019)
Quelle: https://www.jetzt.de/digital/facebook-zensiert-fotos-von-medizinischen-taetowierungen

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [FDP (Politik)...]
« Last post by Link on November 17, 2019, 11:28:36 AM »
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[...] 74 Prozent der Menschen in Deutschland sind der Meinung, dass Vorstandsmitglieder von DAX-Unternehmen zu viel verdienen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Emnid für die „Bild am Sonntag“ hervor. 18 Prozent sind der Meinung, Vorstände verdienen genau richtig viel, nur ein Prozent glaubt, Vorstände verdienen zu wenig.

62 Prozent sind für eine Obergrenze für Manager-Gehälter, 30 Prozent sind dagegen (keine Angabe: 8 Prozent). Die Bundesregierung hatte die Vorstandsvergütung bei Aktiengesellschaften mit einem Gesetz zur Deckelung der Manager-Gehälter auf die Tagesordnung gesetzt. Die Opposition übt an dem Vorstoßt harsche Kritik. „Unternehmen müssen selbst abwägen, ob sie sich einen teuren oder einen billigen Vorstand leisten wollen! Die Gesellschaft sollte sich aus dieser Entscheidung raushalten“, sagte Florian Toncar, finanzpolitischer Sprecher der FDP im Bundestag, der „Bild am Sonntag“. Toncar kritisiert außerdem die Fixierung der Debatte auf Managergehälter: „Immer werden die Wirtschaftsvertreter an den Pranger gestellt.“ Bei Fußballspielern, Star-Tenören, Schauspielern oder Influencern frage niemand, ob die zu viel verdienen. Klaus Ernst, wirtschaftspolitischer Sprecher der Linken, kritisiert das Gesetz hingegen als zu lasch: „In dieser Form wird das Gesetz an der Höhe der Vorstandsgehälter nichts ändern.“ Für „Bild am Sonntag“ befragte Emnid am 14. November 2019 insgesamt 501 Menschen.


Aus: "Umfrage: Mehrheit der Deutschen findet Vorstände verdienen zu viel" DTS Nachrichtenagentur (17. November 2019)
Quelle: https://presse-augsburg.de/umfrage-mehrheit-der-deutschen-findet-vorstaende-verdienen-zu-viel/506216/

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