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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Überwachung und Paranoia...
« Last post by Link on July 06, 2020, 10:46:05 AM »
Shoshana Zuboff (* 18. November 1951) ist eine US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin und emeritierte Professorin für Betriebswirtschaftslehre der Harvard Business School in Cambridge, Massachusetts. --- Buch: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus. Campus Verlag, Frankfurt / New York 2018, ISBN 978-3-593-50930-3 (englisch: The Age of Surveillance Capitalism. New York. Übersetzt von Bernhard Schmid, in der englischen Fassung im Januar 2019 erschienen) ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Shoshana_Zuboff

Shoshana Zuboff: Überwachungskapitalismus und Demokratie
Alexander von Humboldt Institut for internet and society - Erhebungen und Analysen von Daten verändern die Funktionsweise von Wirtschaft. Aber sind diese Veränderungen so grundlegend, dass sie zur Entstehung einer neuen Form des Kapitalismus geführt haben – dem Überwachungskapitalismus? Wenn das Verhalten von Menschen immer transparenter wird, welche Bedeutung kommt Vertrauen dann zu? Sind Individuen nur ein Anhängsel der digitalen Maschine, Objekte neuer Mechanismen, die nach den Bestimmungen des Privatkapitals belohnen und bestrafen? Wie wirkt sich der soziale Zusammenhalt aus, wenn Menschen als Arbeitskräfte überflüssig werden, während ihre Daten weiterhin als Wert-Quelle in lukrativen neuen Märkten fungieren, die mit Prognosen des menschlichen Verhaltens handeln? Wie können wir das kontrollieren, was wir noch nicht verstehen?
Shoshana Zuboff ist Sozialwissenschaftlerin und Autorin. Jedes ihrer Bücher wird als Signal für eine neue Epoche in der technologischen Gesellschaft gehandelt. Ihr jüngstes Buch, The Age of Surveillance Capitalism, enthüllt eine Welt, in der Technologieanwender*innen keine Kund*innen mehr sind, sondern der Rohstoff für ein völlig neues Wirtschaftssystem. Zuboff ist emeritierte Charles Edward Wilson Professorin an der Harvard Business School und war von 2014-2016 Fakultätsassoziierte am Berkman-Klein Center for Internet and Society an der Harvard Law School.
Der derzeit rapide voranschreitende technologische Wandel ruft enorme Ungewissheiten hervor. Umfassende Erklärungen werden notwendig, um die Veränderungen besser verstehen und eine gemeinsame Zukunft gestalten zu können. Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) führen daher auch in diesem Jahr die 2017 ins Leben gerufene Redenreihe Making sense of the digital society fort. Ziel ist es, eine europäische Perspektive auf den gegenwärtigen Transformationsprozess unserer Zeit und dessen gesellschaftliche Auswirkungen zu entwickeln. Die erste Rednerin in diesem Jahr war die Soziologin Eva Illouz, gefolgt von Dirk Baecker, José van Dijck und Louise Amoore. Die Veranstaltung mit Shoshana Zuboff am 6. November findet im Rahmen der Berlin Science Week 2019 statt und ist Keynote der DigiKomm 2019 Konferenz.
https://youtu.be/fJ0josfRzp4

Überwachungskapitalismus mit Philosoph Gert @Scobel - Jung & Live #33
Wolfgang M. Schmitt & Tilo sprechen mit Philosoph Gert @Scobel über Google, Facebook, Amazon & Co oder es mit Shoshanna Zuboff zu sagen: die Ära des Überwachungskapitalismus ...
•Streamed live on Jul 1, 2020
https://youtu.be/7ZtbYvwgK-w


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Prostituiertenverfolgung in Bremen 1933–1939
Ein maßnahmenstaatliches Experiment
Dr. Julia Hörath
Published Online:Feb 2020
Employing Ernst Fraenkel’s model of the dual state, this article examines the persecution of prostitutes in Bremen during the early Nazi years. As a city-state with an administration that closely cooperated with the regime, Bremen quickly developed a multi-stage system for confining sex workers. Newly enacted policies built on calls for preventive policing and strict legislation proposed long before 1933. The Reichstag Fire Decree marked a significant shift, since suspending fundamental rights enlarged the perpetrators’ scope of action. By legitimizing campaigns against prostitutes with the state of emergency, Bremen’s authorities contributed to a radicalization of the regime’s persecution policy.
https://doi.org/10.13109/gege.2019.45.4.597

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Geschlechterbeziehungen und "Volksgemeinschaft" (Klaus Latzel, Elissa Mailänder, Franka Maubach
Wallstein Verlag, 17.09.2018 - 287 Seiten) Herausgegeben von Klaus Latzel, Elissa Mailänder, Franka Maubach
Welchen Einfluss nahm der Nationalsozialismus auf die geschlechtlichen Beziehungen? Der Ort von Frauen in der NS-Gesellschaft und ihre Beteiligung an der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Mordpolitik wird seit geraumer Zeit ausgelotet. Daneben hat eine kritische Männlichkeitsforschung stereotype Bilder soldatischer Männlichkeit untersucht. Gleichwohl haben sich beide Forschungsstränge bislang hauptsächlich mit Frauen und Männern "unter sich" beschäftigt, weit seltener wurde die "Volksgemeinschaft" als "Geschlechtergemeinschaft" in den Blick genommen. Die Beiträgerinnen und Beiträger fragen, welche geschlechtsspezifischen Erwartungen an Männer, Frauen und Paare in der "Volksgemeinschaft" gerichtet wurden, welche Handlungsräume sich ihnen eröffneten oder verschlossen und welche Dynamiken die gedachten wie gemachten Ordnungen freisetzten. Das rassistische Potenzial der Geschlechterordnung rückt dabei ebenso in den Fokus wie Beziehungen am Rande oder jenseits der "Volksgemeinschaft". ...
https://books.google.de/books?id=-Ex3DwAAQBAJ&pg=PA109&lpg=PA109&dq=mirjam+schnorr+prostitution&source=bl&ots=yti1Y_KY87&sig=ACfU3U2j8zfNXMyPw_XljfNlu9r3vHG9Tw&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwie67LGvK_qAhVL06YKHXkODIMQ6AEwEHoECAgQAQ#v=onepage&q&f=false
https://www.amazon.de/s?k=9783835342668&i=stripbooks&linkCode=qs
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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Sigmund Freud ...
« Last post by Link on July 02, 2020, 11:29:01 AM »
Lecture: Jule Govrin. Die leise Arbeit des Todestriebs
https://youtu.be/jUJxUhyfDwM

Govrin - Die leise Arbeit des Todestriebs. Eine kleine Theoriegeschichte des Begehrens von 1968 bis zur Queer Theory
Psychoanalytische Kulturwissenschaft: Lecture Series 2018-19
Im 1972 erschienen Anti-Ödipus denken Gilles Deleuze und Félix Guattari Begehren als nomadisch mäandernde, transformative Kraft. Dieses Manifest der ›Philosophie des Begehrens‹ inspiriert Guy Hocqenghem, Vordenker der Queer Theory, der diese Idee aufgreift und das nomadische Verlangen in glamourösem, kriminellen Milieus beschreibt, die sich bürgerlichen Lebensläufen verwehren. ...
https://www.ici-berlin.org/events/jule-govrin/

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XLI. Sigmund Freud Vorlesung von Judith Butler: Politik des Todestriebes. Der Fall der Todesstrafe
XLI. Sigmund Freud Vorlesung. Moderation: Jeanne Wolff Bernstein (Aug 14, 2014)
https://youtu.be/OYYdM6FfcZU

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Slavoj Žižek on Death drive - Why Todestrieb is a Philosophical Concept • Aug 13, 2015
Public lecture by Slavoj Žižek within the framework of the ICI’s core project “Tension/Spannung” 6 Mär '09
Sigmund Freud introduces his notorious concept of the “Todestrieb”, the “death drive” in his famous essay “Jenseits des Lustprinzips” (“Beyond the Pleasure Principle”) of 1920. This text has intrigued and puzzled many readers as it relates the death drive to both the so-called “Nirvana principle” aiming at a state without tension and the repetition compulsion, the almost mechanical kernel of the drive itself. If Freud’s death drive stands here philosophically between negation (Schopenhauer) and affirmation (Nietzsche) of the will, Slavoj Žižek insists that  we should not confuse the death drive with the craving for self-annihilation, for the return to the inorganic absence of any life-tension. As his Parallax View states, the death drive is, on the contrary, “the very opposite of dying – a name for the 'undead' eternal life itself, for the horrible fate of being caught in the endless repetitive cycle of wandering around in guilt and pain.” In Žižek’s Lacanian reading, the (death) drive represents a 'diabolic' dimension of human beings in opposition to a desire for the lost object that would overcome all differences and tensions. Its articulation as a philosophical concept is certain to lead us also to a deeper understanding of the concept of tension.
Slavoj Žižek is Professor in the Department of Philosophy, University of Ljubljana, Slovenia, and member of the Slovenian Academy of Sciences and Arts. He has gained wide recognition with his characteristic combination of high and low, of Lacanian theory, pop cultural issues and Post-Marxism. He has published a high number of books, edited several collections, and published numerous philosophical and political articles.
https://youtu.be/uBd2r4YeQxs

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [SPD (Politik)... ]
« Last post by Link on July 02, 2020, 10:42:59 AM »
Quote
[...] Bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank gab es eine spannende Personalie: Ex-SPD-Chef Gabriel wurde in den Aufsichtsrat gewählt.  ... Sigmar Gabriel ist ein vielbeschäftigter Mann. ...


Aus: "Vom Pop-Beauftragten zum Banker" (20.05.2020)
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gabriel-deutsche-bank-105.html

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[...] Der frühere SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel will nicht neuer Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) werden. Er habe "nach reiflicher Überlegung und aufgrund anderer Aufgaben" entschieden, dass er für diesen Posten nicht zur Verfügung stehe, teilte Gabriel mehreren Medien mit. ...


Aus: "Gabriel wird nicht Auto-Lobbyist" (05.11.2019)
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gabriel-849.html

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[...] Sigmar Gabriel hat die SPD scharf kritisiert, weil sie sich nicht für die Autokaufprämie ausgesprochen hat – für den früheren Partei-Vorsitzenden sind die sozialen Interessen der Bürger so nicht vertreten.

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat die Parteiführung wegen ihres Neins zu einer Autokaufprämie im Konjunkturpaket scharf kritisiert. Zu 80 Prozent seien die Arbeitnehmer der Branche immer noch mit Verbrennungsmotoren beschäftigt. "Viele Gruppen in der Gesellschaft empfinden unsere Politik inzwischen als elitär, als abgehoben", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Gabriel warnte vor einem "Lausitz-Effekt" in der Autobranche: "Alle haben gejubelt, als dort ein Enddatum für die Braunkohle feststand – und dann gab es helles Entsetzen über regionale AfD-Werte von bis zu 40 Prozent." Bei Daimler seien schon seit geraumer Zeit die ersten rechtsradikalen Betriebsräte unterwegs.

"Es reicht nicht, sich selbst Antifaschismus auf die Transparente zu schreiben. Es muss auch politische Kräfte geben, die sich für die normalen wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Menschen in die Bresche werfen."


Aus: ""Elitär" und "abgehoben"  Ex-Parteichef Sigmar Gabriel schießt gegen SPD" dpa (09.06.2020)
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_88023160/spd-ex-parteichef-sigmar-gabriel-schiesst-gegen-elitaere-parteifuehrung-.html

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[...] HAMBURG AFP | Der ehemalige SPD-Chef Sigmar Gabriel ist einem Medienbericht zufolge vom Fleischproduzenten Tönnies als Berater bezahlt worden. Der frühere Bundeswirtschaftsminister sei seit März 2020 bis mindestens Ende Mai 2020 für den Konzern tätig gewesen, berichtete das ARD-Magazin „Panorama“ am Donnerstag. Demnach erhielt Gabriel bislang offenbar ein Pauschalhonorar von 10.000 Euro im Monat sowie ein zusätzliches vierstelliges Honorar für jeden Reisetag. Die Tätigkeit sollte laut „Panorama“ auf zwei Jahre angelegt sein.

Auf „Panorama“-Anfrage teilte Gabriel dem Bericht zufolge mit, dass seine privatwirtschaftlichen Tätigkeiten keiner Veröffentlichungspflicht unterlägen. Er habe bei Auskünften an Medien immer auch Interessen Dritter zu wahren. Trotzdem bestätigte er, dass er ab 1. März 2020 für Tönnies tätig gewesen sei. Er habe das Unternehmen im Rahmen von drohenden Exportproblemen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest beraten.

Gabriel erklärte, er habe seine Arbeit mittlerweile beendet: „Diese Tätigkeit musste ich aufgrund einer schwierigen Erkrankung und einer dadurch für mich notwendig gewordenen komplizierten Operation zum 31. Mai 2020 beenden“. Für ihn sei zum damaligen Zeitpunkt nicht klar gewesen, ob und auch wann er seine beruflichen Tätigkeiten wieder aufnehmen könne.

Weder er noch seine Geschäftspartner sähen die frühere Beratungstätigkeit für die Firma Tönnies als problematisch an, erklärte der ehemalige Minister. Er habe die „Panorama“-Anfrage „aufgrund des besonderen öffentlichen Interesses im vorliegenden Fall“ beantwortet.

Nach „Panorama“-Recherchen hatte sich Firmenchef Clemens Tönnies persönlich um die Personalie Gabriel gekümmert. Wie aus Unterlagen hervorgeht, die dem Magazin vorliegen, sollte der ehemalige Minister „seine weiten Kontakte für die Tönnies Gruppe zur Verfügung stellen und aktiv Projekte begleiten“. Dabei sei es insbesondere um den chinesischen Markt gegangen.

Tönnies steht massiv unter Druck, nachdem es am Hauptstandort des Fleischkonzerns in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen einen massiven Corona-Ausbruch gegeben hatte. Der Betrieb wurde vorübergehend geschlossen und ein erneuter Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf angeordnet.

Anfang 2015 hatte Sigmar Gabriel – damals noch als Bundeswirtschaftsminister – das System der Ausbeutung in der deutschen Fleischindustrie als „Schande für Deutschland“ bezeichnet. Nach der Kritik verpflichteten sich die sechs großen Fleischkonzerne Deutschlands unter Federführung Gabriels, die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten in Deutschland zu verbessern.

Gabriel ist seit November 2019 nicht mehr Mitglied des Bundestags. Er war von 2013 bis 2017 Bundesminister für Wirtschaft und Energie und bis März 2018 Bundesaußenminister.


Aus: "Sigmar Gabriel beriet Tönnies" (2.7.2020)
Quelle: https://taz.de/Umstrittener-Fleischkonzern/!5697885/

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[...] Dem Spiegel sagt er: "Wozu machen wir eine Cooling Down Phase, in der man als Ex-Politiker nichts machen darf, wenn man danach noch so behandelt wird, als sei man im Amt?" Für normale Menschen seien 10.000 Euro viel Geld. "Aber in der Branche ist das kein besonders hoher Betrag. Ich bin kein Politiker mehr."

... Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil bezeichnet den Vorgang in einer Mitteilung als „befremdlich und peinlich“. Tönnies sei wie kaum ein anderes Unternehmen für die unhaltbaren Verhältnisse in der Fleischindustrie bekannt. In Anbetracht der Bestrebungen des Arbeitsministers Hubertus Heil, das „System Tönnies“ zu beenden, sei es „umso unverständlicher, dass Sigmar Gabriel einen solchen Beratervertrag abgeschlossen hat“. Der politische Schaden für die SPD sei unbestreitbar.

Die Partei, die um Glaubwürdigkeit und Vertrauen kämpft, hat es gerade schwer: Erst der Auftritt von Altkanzler Gerhard Schröder am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss als Gas-Lobbyist im Dienste Wladimir Putins.

... Gabriel hat nach dem Ende seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter eine Reihe von Tätigkeiten, er ist auch Autor der Holtzbrinck-Gruppe, zu der der Tagesspiegel gehört. Zuletzt ist er in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewählt worden.

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Aus: "SPD entsetzt über Gabriels Tönnies-Job" Georg Ismar  (02.07.2020)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/lobby-schweinerei-spd-entsetzt-ueber-gabriels-toennies-job/25970152.html
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Kevin Kühnert @KuehniKev
„Ich erhoffe mir sehr, dass Menschen, die ihre gesamte Karriere nur der SPD verdanken, unserer Partei jetzt auch was zurückgeben.“ (S.G., 13.07.19, BamS)
Hat ja eher so mittel geklappt.
https://twitter.com/KuehniKev/status/1278685682739929090?s=03

Nelli Tügel @nellinelke
Es geht nicht um #Gabriel, sondern darum, dass diese Geschichte in vielerlei Hinsicht etwas über die Bundesrepublik erzählt.
1 Ex-SPD-Vorsitzender, früherer Wirtschafts- & Außenminister, der gerne auch mal von den "kleinen Leuten" faselt, berät 1 Kapitalisten in Exportfragen.
https://twitter.com/nellinelke/status/1278683572019347459

Henrik @henhman
Sorry Sigmar. Irgendwann ist mal gut.
https://twitter.com/henhman/status/1278678858573721601

Der Postillon (@Der_Postillon) twitterte um 0:19 nachm. on Do., Juli 02, 2020:
Ex-Mitarbeiter verteidigt Tönnies: "Also ich wurde nie ausgebeutet" #Gabriel
https://twitter.com/Der_Postillon/status/1278634487132426240?s=03

Jonas Schaible @beimwort
Die SPD wurde während 12 der letzten 20 Jahre von Gerhard Schröder oder Sigmar Gabriel geführt.
https://twitter.com/beimwort/status/1278627691449769986

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Politik)]
« Last post by Link on July 01, 2020, 12:39:06 PM »
"Grüner Programmentwurf mit Bekenntnis zu militärischen Interventionen"  Jürgen Wagner (01. Juli 2020)
Auch wenn der Entwurf, besonders was die Atomwaffenfrage anbelangt, nicht in allen Punkten so übel ist, wie einige der im Vorfeld zirkulierenden Papiere, ist er dennoch bellizistisch genug, um keine Zweifel aufkommen zu lassen: An friedenspolitischen Positionen wird eine grüne Regierungsbeteiligung ganz bestimmt nicht scheitern. ...
... Zusammengenommen zeigen der Programmentwurf und insbesondere auch die im Vorfeld eingespeisten Diskussionspapiere vor allem zwei Dinge: Einmal offenbaren sie das erschreckende "Meinungsspektrum" grüner Debatten, das zunehmend militaristische Forderungen integriert, während antimilitaristische und pazifistische Positionen vollständig marginalisiert werden.
Außerdem ist es auffällig, dass im Programmentwurf zwar durch die Bank deutlich weichere Formulierungen als in den zuvor veröffentlichten Programmbeiträgen gewählt wurden, sie im Kern aber häufig auf nicht unähnliche Forderungen hinauslaufen.
Dies dürfte wohl nicht zuletzt deshalb in dieser Form praktiziert werden, um große Teile der eigenen Wählerklientel nicht zu vergraulen, die sich immer noch einzubilden scheint, sie mache ihr Kreuz bei einer Friedenspartei. ...
https://www.heise.de/tp/features/Gruener-Programmentwurf-mit-Bekenntnis-zu-militaerischen-Interventionen-4799662.html?seite=all

Quote
     Goerlitzer, 01.07.2020 07:42

Die eigene Rolle bei den Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien nie verarbeitet

Das bezieht sich auf den im März 1999 begonnenen Nato-Angriffskrieg gegen Jugoslawien, der von grünen Leitfiguren wie Joschka Fischer mit unglaublicher Perfidität als Verhinderung "eines zweiten Ausschwitz" begründet wurde.

... Joschka Fischer und andere grüne "Spitzenpolitiker" der damaligen Zeit wurden - wahrscheinlich nicht ohne Empfehlung mächtiger Think Tanks - politisch schnell entsorgt. Die Rolle der Partei und ihres Opportunismus wurden nie verarbeitet.


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Last post by Link on July 01, 2020, 12:31:06 PM »
"Pharmakonzern legt Preis für Remdesivir auf 390 US-Dollar pro Ampulle fest" Florian Rötzer (30. Juni 2020)
... In einem Bericht für das Journal of Virus Eradication wurden die Herstellungskosten für Remdesivir und andere mögliche Medikamente in Indien abgeschätzt. Mindestens würde die Herstellung des antiviralen Medikaments pro Behandlungstag 0,93 US-Dollar kosten, eine zehntätige Behandlung käme also dann auf etwa 10 US-Dollar, wofür Gilead aber 7500 US-Dollar ansetzt. Darin sind natürlich nicht Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten.  ...
https://www.heise.de/tp/features/Pharmakonzern-legt-Preis-fuer-Remdesivir-auf-390-US-Dollar-pro-Ampulle-fest-4799521.html

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Re: [Tierschutz (Notiz) ... ]
« Last post by Link on July 01, 2020, 11:29:32 AM »
Quote
[...] „Das war eigentlich ziemlich abartig“, sagt Thomas Schalz heute über seine Arbeit in einem Schlachthof. 17 Jahre lang hat er dort gearbeitet. In allen Bereichen: Eintrieb, Betäubung, Tötung und Zerlegung der Tiere. Der Schlachthof, in dem er arbeitete, entwickelte sich über die Jahre zu einem Großschlachthof, spezialisiert auf Schweine. Bis zu 3.500 Schweine wurden pro Tag geschlachtet.

Vor allem die Betäubung der Schweine mit CO2, die vor ihrer eigentlichen Tötung passiert, verfolgt Schalz in Gedanken bis heute. „Die Schweine fahren in einer Gondel in über neunzigprozentiges CO2-Gas nach unten. Bis die Tiere bewusstlos sind, vergehen im Normalfall 20 bis 30 Sekunden. Und ja, die kriegen einfach keine Luft mehr. Da ist kein Sauerstoff mehr, den sie einatmen können. Die stärksten Tiere versuchen über die anderen rüberzuklettern und ihren Rüssel aus dem Gitterkorb nach oben zu strecken, um Sauerstoff einzuatmen. Aber da ist kein Sauerstoff“, beschreibt Schalz das Betäubungsverfahren.


„Das war eigentlich ziemlich abartig“, sagt Thomas Schalz heute über seine Arbeit in einem Schlachthof. 17 Jahre lang hat er dort gearbeitet. In allen Bereichen: Eintrieb, Betäubung, Tötung und Zerlegung der Tiere. Der Schlachthof, in dem er arbeitete, entwickelte sich über die Jahre zu einem Großschlachthof, spezialisiert auf Schweine. Bis zu 3.500 Schweine wurden pro Tag geschlachtet.

Vor allem die Betäubung der Schweine mit CO2, die vor ihrer eigentlichen Tötung passiert, verfolgt Schalz in Gedanken bis heute. „Die Schweine fahren in einer Gondel in über neunzigprozentiges CO2-Gas nach unten. Bis die Tiere bewusstlos sind, vergehen im Normalfall 20 bis 30 Sekunden. Und ja, die kriegen einfach keine Luft mehr. Da ist kein Sauerstoff mehr, den sie einatmen können. Die stärksten Tiere versuchen über die anderen rüberzuklettern und ihren Rüssel aus dem Gitterkorb nach oben zu strecken, um Sauerstoff einzuatmen. Aber da ist kein Sauerstoff“, beschreibt Schalz das Betäubungsverfahren.

Auch Peter Hübner hat in einem Großschlachthof gearbeitet – im Rahmen seiner Ausbildung zum Fleischer. Wie Schalz ist auch er ein Aussteiger. Er erinnert sich: „Man hat diese Angst gesehen in den Augen, man hat diese Hilflosigkeit gesehen und man hat die Tiere ganz bewusst in den Tod getrieben.“ Im Rückblick sagt er: „Das war schon unwahrscheinlich schwer.“

Wie hat es Hübner damals geschafft, so viele Tiere in ihren Tod zu treiben? Wie hat es Thomas Schalz geschafft, über Jahre hinweg Tausende Schweine per Knopfdruck in die CO2-Grube hinunter zu fahren, wohl wissend, was dort passiert? Wie gehen Schlachthofmitarbeiter*innen damit um, täglich Hunderte Tiere in Fließbandarbeit zu schlachten? Wie wird das Töten von Tieren zum business as usual?

Das ist eine Frage, die sich der Soziologe Marcel Sebastian stellt. Er hat vor Kurzem seine Doktorarbeit an der Universität Hamburg eingereicht. In ihr forscht er unter anderem zum Thema der Mensch-Tier-Beziehung in Schlachthöfen. Der Soziologe hat 13 gelernte Fleischer – seine Interviewpartner waren ausschließlich männlich –, die in sechs verschiedenen Schlachthöfen unterschiedlicher Größe im Bereich des Eintriebs, der Tötung und Betäubung arbeiten, interviewt. „Ich untersuche, welche kulturellen Anforderungen ein Schlachthof an das Fühlen der Mitarbeiter*innen stellt. Was wird als angemessenes, als notwendiges und als richtiges Fühlen und richtiger Ausdruck von Gefühlen verstanden?“, beschreibt Sebastian sein Forschungsinteresse.

Bemerkenswert findet Marcel Sebastian, dass das Töten der Tiere von seinen Interviewpartnern nicht verdrängt wird. „Das ist ja das, was wir als Bevölkerung, was wir als Konsument*innen, eigentlich machen“, findet der Soziologe. Im Schlachthof hingegen sei das Töten von Tieren ein normaler Alltagsgegenstand.

Hübner sagt: „Mir war klar: Jedes Tier, das kommt, muss getötet werden. Ich wusste ganz genau: Das Tier hat gar keine Chance. Es wird getötet. So oder so. Und wenn es nicht hier getötet wird, muss es wieder auf den Transporter, und wird woanders getötet.“ Auch Thomas Schalz sagt: „Die Tiere, die im Schlachthof landen, für die gibt es kein Entrinnen mehr, die kommen nur noch als Teilstück aus dem Betrieb raus.“

Thomas Schalz und Peter Hübner haben nie verdrängt, dass es bei ihrer Arbeit um das Töten unzähliger Tiere geht. Sie haben bewusst mit dem Tod der Tiere operiert, ihn eingeleitet. Wie geht das? Wie verpackt man das emotional? Der Schlachthof fordere von den Arbeiter*innen etwas ein, das Marcel Sebastian als emotionale Neutralität bezeichnet. Im Schlachthof gelte: „Man baut keine individuellen Beziehungen zu einzelnen Tieren auf.“

Thomas Schalz beschreibt, wie viel emotionaler Kontrolle das manchmal bedürfe. „So ein Schwein kann einen ja auch ganz toll anschauen“, sagt er. „Aber man versucht das natürlich sofort wieder auszublenden“, fügt er hinzu. „Im Schlachthof kannst du zu den Schweinen keine emotionale Bindung mehr aufbauen. Du darfst das Schwein nicht als süß und toll anschauen“, sagt er. Ein Selbstschutzmechanismus, wie Schalz meint.

Man müsse versuchen, den Schalter im Kopf umzulegen, so beschreibt es Thomas Schalz. Ein Satz, den auch Marcel Sebastian von vielen seiner Interviewpartner gehört hat. Seine Schlussfolgerung: Die emotionale Neutralität gegenüber den Tieren müssten die Schlachthofmitarbeiter*innen erwerben, erlernen und ausüben. Sie sei nichts, was die Schlachter*innen automatisch mitbringen würden. „Sie sind nicht so geboren. Ihre emotionale Neutralität ist das Resultat von Arbeit – von Emotionsarbeit“, betont Sebastian. Die Schlachthofmitarbeiter*innen würden Techniken anwenden, um unberührt zu bleiben, so der Soziologe. Was sind das für Techniken?

Eine solche Technik, um unberührt zu bleiben, sei ein hoher Alkoholkonsum, berichtet Thomas Schalz. „Unter meinen Kollegen waren viele, die ein Alkoholproblem hatten. Die haben versucht, das ganze Elend mit Alkohol zu betäuben“, erzählt er.

Eine Erfahrung, die auch Peter Hübner gemacht hat. Er berichtet: „In meiner Kolonne stand schon gleich zum Frühstück ein Bier auf dem Tisch, weil es eigentlich gar nicht ohne ging.“ Auch er selbst fing an zu trinken, um die Arbeit im Schlachthof auszuhalten: „Man betäubt diese Grausamkeiten, die man ja auch selbst praktiziert. Man versucht, es sich schöner beziehungsweise angenehmer zu trinken.“

Eine andere Strategie, die im Schlachthof erforderliche emotionale Neutralität zu erlangen, sei die Objektifizierung der Tiere, führt der Soziologe Marcel Sebastian aus. „Im Schlachthof werden die Tiere nicht mehr als leidensfähige Individuen angesehen, sondern als ein Werkstoff, mit dem man arbeitet“, so Sebastian. Thomas Schalz formuliert es so: „Du musst das lebende Tier schon als das Schnitzel betrachten, das dann irgendwann nach der Zerlegung hinten raus geht.“

Ohne diese Objektifizierung der Tiere sei die Arbeit im Schlachthof praktisch unmöglich, erklärt Peter Hübner. „Die Menschen, die länger im Schlachthof arbeiten, sehen das Tier nicht mehr als Lebewesen an – sonst könnten sie den Beruf gar nicht ausüben“, sagt Hübner. Er fragt: „Wie will man sonst ein Tier auf Tempo in die Tötung treiben, zur Betäubung treiben? Wie will man die Elektrozangen oder Bolzenschussgeräte ansetzen? Wie will man dem Tier den Hals aufschneiden zur Endblutung?“ Das ginge ja nur, wenn man das Tier als ein Produkt betrachte, findet er.

Fast alle von Marcel Sebastians Interviewpartnern hatten bereits in ihrer Kindheit mit dem Thema Schlachtung zu tun. Sei es, dass sie auf einem Bauernhof aufgewachsen seien oder der Vater Metzger gewesen sei, berichtet der Soziologe. So auch Thomas Schalz und Peter Hübner. Schalz berichtet: „Ich bin durch meinen Vater, der als Personaldienstleister für Schlachthöfe gearbeitet hat, fast automatisch in diese ganze Geschichte reingerutscht.“ Peter Hübner ist auf dem Bauernhof seiner Großeltern groß geworden und sagt: „Ich kenne das Schlachten von klein auf.“

Solch ein früher Kontakt mit dem Thema helfe bei der Arbeit im Schlachthof und dabei, diese als normal zu empfinden, sagt Marcel Sebastian. „So wurden schon früh bestimmte Konzepte und Ideen über die Tiere internalisiert, die bei der Arbeit im Schlachthof helfen“, erklärt der Soziologe. Vor allem eben die Idee, dass es Nutztiere gibt, die als „Fleischproduktionsmaschinen“ dienen, wie es Sebastian formuliert. „Meine Großeltern hatten Tiere, die sie großgezogen haben, um sie später zu essen“, erinnert sich Peter Hübner. Er sagt: „Das fand ich legitim.“

Was führte schließlich dazu, dass Thomas Schalz und Peter Hübner aus der Branche ausstiegen – einer Branche, die für sie zuvor eine große Normalität, Tradition und Legitimität besessen hatte? Heute leben die beiden vegan und setzen sich gemeinsam mit Philipp Hörmann, einem ehemaligen Metzger, als Metzger gegen Tiermord für bessere Tierrechte ein. Wie kam es zu diesem Wandel?

Er habe bei fast allen seiner Interviewpartner immer wieder Momente feststellen können, in denen die professionelle Distanz und emotionale Neutralität gegenüber den Tieren brach, sagt Marcel Sebastian. „Die emotionale Neutralität funktioniert dann nicht oder bei einigen funktioniert sie dann nicht, wenn Unvorhergesehenes passiert“, beschreibt der Soziologe. Auch Thomas Schalz und Peter Hübner kennen diese Momente des Unvorhergesehenen, in denen die professionelle Distanz brach, in denen sie nicht mehr emotional neutral sein konnten.

Immer dann, wenn sie Fehlbetäubungen mitbekamen, fiel ihnen die emotionale Neutralität schwer. Bevor ein Tier im Schlachthof getötet wird, wird es betäubt. So ist es zumindest vorgesehen. So sieht es das Gesetz vor. Allerdings funktioniert die Betäubung manchmal nicht und das Tier befindet sich während seiner Tötung nicht, wie es die Schlachtverordnung im §12 (1) vorsieht, in einem „Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit“. Vielmehr erlebt es seine Tötung mit. Es leidet.

Das sei vor allem bei Rindern der Fall, berichtet Thomas Schalz. „Wenn du Jungbullen hast, die aus dem Laufstall kommen, die noch keine 24 Monate alt sind, da kommt es häufiger zu einer Fehlbetäubung, weil die extrem mit Energie geladen sind. Wenn die in der Betäubungsfalle stehen, halten die nicht still.“ Die Folge: Das Bolzenschussgerät, das bei Rindern die Betäubung durch eine Gehirnerschütterung auslösen soll, wird falsch angesetzt und das Projektil trifft nicht richtig. Das Tier erlebt seine Tötung bei Bewusstsein. „Das nimmt man dann schon mit nach Hause“, sagt Schalz.

Auch Peter Hübner hat Fehlbetäubungen miterlebt – nicht nur bei Rindern, auch bei Schweinen. Seine Erfahrung: Fehlbetäubungen würden oftmals nicht korrigiert. Seine damaligen Kollegen – es waren ausschließlich Männer – hätten das Tier einfach unbetäubt an die nächste Station weitergegeben.

„Das Schwein kommt an – der Betäuber setzt die Elektrozange an. Nicht immer trifft er richtig. Aber wenn das Tier umgekippt ist, kommt schon das nächste Tier von hinten rein. Das heißt, er reicht es einfach weiter zum Stecher, der den Entblutungsschnitt macht. Weil der drängelt ja auch schon. Der will ja Geld verdienen. So, der Stecher sieht dann: Das Tier ist ja gar nicht richtig betäubt. Er betäubt aber nicht nach, sondern er sticht einfach“, beschreibt Peter Hübner den Umgang mit fehlbetäubten Tieren, den er während seiner Ausbildung im Schlachthof erlebt hat.

Das waren für Thomas Schalz und Peter Hübner jene Momente, in denen ihre emotionale Neutralität immer mehr brach, die später dafür sorgten, dass sie aus der Branche raus und sich an diesen Brutalitäten nicht mehr beteiligen wollten und heute, wie es Thomas Schalz beschreibt, das Gegenteil leben von dem, was sie früher gemacht haben.

Wie oft kommt ein solcher Ausstieg aus der Branche vor? „Das sind – würde ich sagen – rein quantitativ die absoluten Ausnahmen“, sagt der Soziologe Marcel Sebastian. „Das darf man nicht verwechseln mit einem typischem Vorgang oder einem Effekt, der häufig passiert“, sagt er. Sebastian zieht aus seinen Interviews den Schluss: „Im Wesentlichen arbeiten da Leute – gerade im Bereich Eintrieb, Betäubung und Tötung – , die das mit einer gewissen Überzeugung und inneren Stabilität machen und den Normalablauf eines Schlachthofs, da kommt ein Schwein, da kommt das nächste, und das nächste, problemlos als business as usual hinbekommen.“ Noch.

Für die Zukunft sieht es Marcel Sebastian als wahrscheinlich an, dass sich das Mensch-Tier-Verhältnis grundlegend transformieren wird. Wenn man in die Historie schaue, seien ja auch Hunde von vormaligen Schlachttieren zu Haustieren geworden. „Wir als Gesellschaft entscheiden, welche Tiere schlachtbar und essbar sind“, betont der Soziologe. Und er beobachtet schon jetzt: „Die Legitimität der Idee von schlachtbaren Nutztieren wird zunehmend in Frage gestellt.“

Je mehr die Legitimität dieser Idee in Frage gestellt werde, desto schwieriger werde es für Schlachter*innen in Zukunft werden, im Einvernehmen mit der Gesellschaft als deren verlängerter Arm zu arbeiten. Und dazu, dass sie immer mehr in Frage gestellt wird, wollen die Metzger gegen Tiermord ihren Beitrag leisten.



Aus: "Schlachthofarbeit: Wie schaffen es Menschen, täglich hunderte Tiere zu töten?" Konrad Wolf (01. Juli 2020)
Quelle: https://ze.tt/schlachthofarbeit-wie-schaffen-es-menschen-taeglich-hunderte-tiere-zu-toeten-schlachtung-veganismus-metzger-gegen-tiermord/

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Überwachung und Paranoia...
« Last post by Link on June 30, 2020, 01:32:47 PM »
"Philipp Amthor Ein düsterer Digitaltraum" Eine Kolumne von Sascha Lobo (17.06.2020)
... Die Affäre um Philipp Amthor wirft Licht auf gefährliche Bestrebungen zur Privatisierung von Sicherheit und Überwachung. Denn was privat ist, unterliegt kaum demokratischen Kontrollinstanzen. ... wenn man sich mit Überwachung, Sicherheitspolitik und Konservatismus beschäftigt, hat der Fall Amthor das Zeug, auf ein perspektivisches Demokratieproblem hinzuweisen. Das "Handelsblatt" zitiert frühere Manager von Augustus Intelligence, das Unternehmen habe "kein Produkt, keine Kunden und keine Umsätze". Es wäre eine große Erleichterung, wenn sich die von Amthor protegierte Firma als heiße Luft oder gar großer Schwindel entpuppen würde. Nicht aus Schadenfreude, sondern weil die Alternative gefährlich werden könnte.
Denn Augustus Intelligence ist nicht aus dem Nichts entstanden, vielmehr erkennt man an der Kommunikation und mehr noch an den Verbindungen das Vorbild und die Vision des Unternehmens. Gleich zwei ehemalige Geheimdienstchefs als Fürsprecher, flankiert von einem ehemaligen Verteidigungsminister - hier soll offensichtlich ein deutsches Palantir entstehen (auch wenn der Sitz in New York ist). Wie könnten die Parallelen, zum Beispiel als Erzählung für Investoren, aussehen? ... Palantir ist eines der wertvollsten und problematischsten Mega-Start-ups der Welt. Über Jahre konnte man überall die Phrase lesen, niemand wisse genau, was Palantir mache. Das hat noch nie so richtig gestimmt, sondern war Teil eines sorgsam gepflegten Images. Eine gewisse Mysteriösität wirkt in der Branche verkaufsförderlich. Palantir ist einer der wichtigsten und unerbittlichsten Überwachungskonzerne der Welt, mit besonderem Fokus auf Geheimdienste, Polizeibehörden und Verwaltungen. ...
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/privatisierung-von-sicherheitsbehoerden-ein-duesterer-digitaltraum-a-ad4d4aaa-4901-463f-bce4-6218808d8477

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"Lobbyaffäre um Philipp Amthor Augustus Intelligence in der Bredouille – Gründer setzt CEO-Mandat aus" (19.06.2020)
Die Affäre um CDU-Jungstar Philipp Amthor hat das mysteriöse Start-up in die Schlagzeilen gebracht. Nun zieht sich Gründer Wolfgang Haupt zurück – vorerst. ... „Der unabhängige Bericht dient dem Nachweis, dass das Unternehmen sich stets voll dafür einsetzt, seine Geschäfte nach den höchsten ethischen Standards zu führen“, hieß es in einer Erklärung am Freitag. Doch worin diese eigentlich bestehen, bleibt unklar. ... Die politische Debatte beginnt dagegen erst, die Kritik an Amthor reicht von ganz links bis in seine eigene Partei. Parteikollege Friedrich Merz wirft ihm vor, „Mist gebaut“ zu haben, die linke Innenpolitikerin Martina Renner fragt gar, ob Augustus die „Tarnfirma eines Geheimdienstes“ sei. ...
https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/lobbyaffaere-um-philipp-amthor-augustus-intelligence-in-der-bredouille-gruender-setzt-ceo-mandat-aus/25930906.html
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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Thematik von Verschwörungstheorien...
« Last post by Link on June 30, 2020, 01:23:40 PM »
"Spying on Americans: Infamous 1970s White House Plan for Protest Surveillance Released"
Nixon-era "Huston Plan" was too far-reaching even for J. Edgar Hoover. Government sought more infiltration of Black political movements than FBI was already doing. 50 years later, censors still hiding "sources and methods" for tracking Soviet-Chinese roles (and lack thereof) in antiwar movement ...
https://nsarchive.gwu.edu/briefing-book/intelligence/2020-06-25/spying-americans-new-release-infamous-huston-plan

Quote
[...] Als nach Watergate das Treiben der US-Geheimdienste durchleuchtet wurde, stießen Ermittler auf ein als Huston-Plan bezeichnetes Dokument, von dem bislang nur Teile für die Öffentlichkeit freigegeben waren.

Dieser Plan sah einen intensiven Informationsaustausch unter den US-Nachrichtendiensten vor allem über die Friedens- und die Schwarzenbewegung vor, eine Ausweitung der elektronischen und sonstigen Bespitzelung sowie von sogenannten "Black Bag Jobs". Darunter verstand man Einbrüche zum Schnüffeln und Verstecken von Wanzen, verdeckte Ermittlungen und die Beobachtung politischer Organisationen im Inland. Ein FBI-Memo von 1973 bezeichnete den Plan als Streben nach einem "Hitler-artigen" Regime [https://nsarchive.gwu.edu/documents/spying-americans-new-release-infamous-huston-plan/24a.pdf].

Der im Juni 1970 entworfene Huston-Plan spielte eine Rolle im Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Nixon und wurde nun endlich von den Historikern der George Washington University freigeklagt. Das Vorhaben steht im Kontext zu den anderen schmutzigen Tricks Nixons wie Schmierkampagnen, Verletzung des Steuergeheimnisses politischer Gegner und Abhören der Demokratischen Partei.

Namensgeber des Dokuments war der rechte Politaktivist Tom Charles Huston. Mit nur 28 Jahren hatte es der stramme Antikommunist zum Redenschreiber des Präsidenten gebracht und fungierte als dessen Verbindungsmann zum neugegründeten Interagency Committee on Intelligence, in dem die US-Geheimdienstchefs ihre Maßnahmen gegen innenpolitische Gegner koordinieren sollten.

Huston träumte offenbar von einer Art geheimen Staatspolizei. FBI-Vize Mark Felt bezeichnete Huston sogar mit dem deutschen Wort "Gauleiter".

Huston verdankte die Amthor-hafte Blitzkarriere ins Weiße Haus seinem Engagement als rechter Aktivist, der eine Brücke zwischen den eher alten Republikanern zur jungen Generation schlug.

Mit gerade einmal 24 Jahren hatte Huston als Jurastudent die größte konservative Studentenvereinigung Young Americans for Freedom (YAF) angeführt. Die YAF galt manchen als Schlägertruppe in Anzügen und warb in den politisch aufgeladenen 1960er Jahren vor allem für den ultrarechten Barry Goldwater. Huston eiferte dem paranoiden Kommunisten-Hexenjäger Joseph McCarthy nach und gründete die konservative Zeitschrift National Review.

In der intern äußerst zerstrittenen YAF lernte Huston, dass man vor allem mit schmutzigen Tricks wie manipulierten Wahlen und ähnlicher Intriganz weiterkam. Huston witterte überall Kommunisten, rief zum Boykott von US-Firmen wie IBM auf, die mit dem Ost-Block Geschäfte machten, und bekämpfte die National Students Association - die ironischerweise heimlich von der CIA finanziert wurde. Seinen Rückhalt in der YAF verlor Huston jedoch, als er sich gegen Rassismus aussprach und Afroamerikaner als vollwertige Bürger akzeptieren wollte. Doch auch die YAF konnte 1967 die Aufhebung der Rassengesetze nicht abwenden. Finanziert von Geschäftsmännern veranstaltete Huston diverse konservative Demonstrationen und blutete vor allem für den Vietnamkrieg, und zwar durch Organisation von Blutspenden für US-Soldaten.

Nach seinem Studium ging 1967 Huston für zwei Jahre zum Army-Geheimdienst und arbeitete in dieser Zeit heimlich für Nixons Wahlkampf. Während man bei YAF als Präsidentschaftskandidat den ultrakonservativen Ronald Reagan favorisierte, brachte Huston die konservative Krabbelgruppe auf Nixon-Kurs. Im Wahlkampf von 1968 kam es zu einigen der gewaltsamsten Demonstrationen in der US-Geschichte. "Tricky Dick" verdankte seinen mit einem Prozent knappen Wahlsieg nicht zuletzt seinen Straßenkämpfern und belohnte Huston dafür mit einem Job als Redenschreiber. Nixon selber hatte einst auf ähnliche Weise Karriere gemacht, indem er die republikanischen Dulles-Brüder hofierte.

Bereits seit Jahren war die US-Geheimdienst-Community unzufrieden mit den Erkenntnissen über inländische Oppositionsbewegungen, besonders fürchtete man Bürgerunruhen, urbane Aufstände und die Friedensbewegung. Nixon persönlich witterte geheimdienstliche Steuerung solcher Organisationen aus dem Ausland zum Zwecke der Zersetzung (wie es umgekehrt die CIA unverblümt praktizierte). In Verdacht hatte er Sowjetunion, China und Kuba.

Auch der Leiter der Gegenspionage beim FBI, William C. Sullivan, teilte Nixons Wahnvorstellung von einem nennenswerten ausländischen Einfluss auf US-interne Spannungen. Sullivan wandte Spionage- und Zersetzungsmethoden, die eigentlich gegen fremde Geheimdienste gedacht waren, gegen Oppositionelle an. Es handelte sich bei Sullivan um jenen berüchtigten FBI-Mann, der Martin Luther King in einem Brief zum Selbstmord aufgefordert hatte. Das Ausbleiben von Beweisen für die präsidentielle Verschwörungstheorie über ausländische Drahtzieher führte der ultrarechte Sullivan auf zu geringe Überwachungsmaßnahmen zurück. Der Sicherheitsexperte kritisierte, dass FBI-Chef Hoover seine aggressive Inlandsüberwachung inzwischen zurückgefahren hatte.

Die Effizienz der Inlandsüberwachung litt jedoch an der damals ausgeprägten Rivalität der US-Geheimdienste. Die Befindlichkeiten hatten eine gewisse Tradition. Als republikanische Lobbyisten 1947 die Gründung der CIA durchsetzen, gelang dies mit dem Schreckensszenario, dass andernfalls der mächtige Hoover zur Auslandsspionage zuständig sei und das FBI zur geheimen Staatspolizei mutiere. Der Militärgeheimdienst DIA wiederum hasste die zivile CIA, da sich das Militär etwa für paramilitärische Operationen nun einmal für kompetenter hielt. Der Abhörgeheimdienst NSA wusste sein Reich stets abzuschirmen. Nixon bezeichnete den siebzigjährigen Hoover als senil, was dem Schattenmann zu Ohren gekommen war. Aktuell herrschte zwischen FBI und CIA wegen Verstimmungen sogar gänzlich Funkstille, sehr zum Verdruss des paranoiden Leiters der CIA-Gegenspionage James Jesus Angleton, der nach FBI-Informationen gierte.

Die Reibungsverluste rächten sich bei den Ermittlungen gegen den Weather Underground, eine militante Untergrundorganisation von Bürgerrechtlern, die Bombenanschläge gegen Regierungsgebäude verübte (Sarah Palin trifft den Wettermann [https://www.heise.de/tp/features/Sarah-Palin-trifft-den-Wettermann-3420455.html]). Die Spannungen stiegen, als Nixon über Kambodscha den Vietnamkrieg ausweitete und damit Proteste provozierte. An der Kent State University und der Jackson State University erschossen und verletzten im Mai 1970 Sicherheitskräfte mehrere Studenten, was das politische Klima weiter aufheizte.

Um die eigene Bevölkerung effizient zu bespitzeln, wollte Nixon seine Geheimdienste befrieden und holte deren Häuptlinge an einen Tisch. Im neuen Interagency Committee on Intelligence saßen J. Edgar Hoover (FBI), Richard Helms (CIA), Admiral Noel Gayler (NSA) und General Donald V. Bennett (DIA). Die Treffen fanden im CIA-Gebäude in Langley statt, den Vorsitz führte FBI-Chef Hoover. CIA-Direktor Helms bestand auf einer geschlossenen Liste der "Bigotten", um die absolute Geheimhaltung der klar verfassungswidrigen Inlandsspionage zu gewährleisten.

Für Nixon nahm dessen ultrarechter Einflüsterer Huston an den Sitzungen teil. Nach der Gründungssitzung vom 5. Juni 1970 arbeiteten Huston und der drei Jahrzehnte ältere Sullivan, die sich bereits gut kannten, konkrete Pläne zur illegalen Überwachung der politischen Linken und insbesondere der Schwarzen-Bewegung aus. In ihrem ersten Dokument beklagten Sullivan und Huston eine massive Herrschaft des Pöbels und Rassenunruhen. Es sei eine Tatsache, dass tausende Staatsfeinde das Regierungssystem zerstören wollten und Unterstützung bei den Feinden im Ausland suchten. Sullivan bat sich aus, dass die Geheimdienste mit einer Stimme zu sprechen hätten [https://nsarchive.gwu.edu/documents/spying-americans-new-release-infamous-huston-plan/04a.pdf].

Die Pläne zur Ausweitung illegaler Inlandsüberwachung stießen bei CIA, NSA und DIA auf großes Interesse. Diese Dienste hatten ohnehin geheime Programme zur Post- und Telefonüberwachung laufen, von denen bisweilen nicht einmal die Präsidenten informiert waren. Besonders die NSA freute sich über eine Ausweitung ihres Repertoires nach Innen mit Black Bag Operations. Seit 1945 zeichnete die NSA alle grenzüberschreitenden Telegramme auf (Operation SHAMROCK) und überwachte auch bestimmte US-Amerikaner (Operation MINARET). Die CIA öffnete seit 1952 heimlich die Post aus China und der Sowjetunion (Operation HT/LINGUAL). Obwohl die CIA nur im Ausland operieren durfte, überwachte der Geheimdienst 300.000 US-Amerikaner, die sich etwa in der Friedensbewegung oder gegen Atomkraft engagierten (Operation CHAOS). Die DIA hielt sich etwas zurück, weil gegen sie gerade Untersuchungen wegen illegale Inlndsüberwachung liefen.

Ausgerechnet FBI-Chef Hoover, der wie kein zweiter die Inlandsüberwachung betrieben hatte, reagierte auf die Vorschläge von Huston und Sullivan ungehalten. Seit den 1920er Jahren kontrollierte Hoover die Bundespolizei FBI, die auch für die Spionageabwehr zuständig war, und hatte sie zu einem Inlandsgeheimdienst geformt. Der Intrigant hatte acht Präsidentschaften nicht zuletzt deshalb überlebt, weil er geheime Dossiers mit Kompromat über Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens führte und über Machenschaften in Washington bestens informiert war.

Zwischen 1956 und 1971 operierte das FBI heimlich unter der Code-Bezeichnung COINTELPRO systematisch gegen politische Organisationen wie vor allem die Friedens- und Schwarzen-Bewegung, die es mit V-Leuten durchsetzte. Dabei führte das ausnahmslos mit weißen Ermittlern besetzte FBI Schmutzkampagnen durch, lancierte hierzu Fälschungen und schüchterte Gegner auch mit Gewalt ein. In den letzten Jahren allerdings hatte Hoover Black Bag Jobs untersagt.

Bei einem abschließenden Treffen am 25. Juni 1970 in Hoovers Büro erwarteten die anderen Geheimdienstchefs lediglich ein kurzes Abzeichnen des Plans. Stattdessen jedoch resümierte der FBI-Direktor überraschend, er habe über Jahre hinweg das heimliche Öffnen von Post und andere illegale Bespitzelung gestattet, er sei jedoch gegen eine Ausweitung, schon weil dies die Entdeckungsgefahr erhöhe.

Hoover las in einer Art Zeremonie jeden einzelnen Passus vor, vermerkte in Fußnoten ausdrücklich seine Bedenken und forderte von den anderen Teilnehmern jeweils ausdrückliche Zustimmung zu den Maßnahmen. Der Stratege erklärte trotz seiner Vorbehalte, er sei nicht in der Position, ihm übergeordneten Amtsträgern zu widersprechen. Hoover hatte sich damit abgesichert, dass er für nichts den Kopf hinhalten würde, was nicht der Präsident ausdrücklich angeordnet hatte. Mithin oblag es Nixon, das nun mit Hoovers Fußnoten gespickte Dokument etwa der Black Bag Jobs zu unterzeichnen.

Tricky Dick Nixon erkannte, dass er sich mit Unterzeichnung des klar erkennbar verfassungswidrigen Huston-Plans angreifbar machte. Man überlegte noch, ein Treffen zwischen dem Präsidenten und dem FBI-Chef zu arrangieren, um Hoover umzustimmen. Stattdessen gab man intern jedoch einfach die Order aus, der Präsident habe den Plan akzeptiert. Als Hoover erfuhr, dass man seinen Schachzug umgangen hatte, sandte er sofort den Huston-Plan an den bislang hiervon nicht informierten Generalstaatsanwalt John N. Mitchell. Der Jurist suchte umgehend das Oval Office auf und führte Nixon vor Augen, dass Hoover den Präsidenten in der Hand hatte. Hoover müsste den Huston-Plan nur an die Presse leaken, um Nixons Administration zu beenden.

Mitchell untersagte den anderen Geheimdienstchefs, den Plan umzusetzen. CIA-Direktor Helms sandte daraufhin noch am selben Tag seine Ausfertigung des Dokuments zurück, seine Kollegen taten es ihm gleich. Das Weiße Haus zog den Plan "zur Überarbeitung" zurück und beerdigte ihn auf diese Weise. Nach fünf Tagen Lebensdauer war der Huston-Plan Geheimdienst-Geschichte und füllte einmal mehr Hoovers Dossiers mit Kompromat.

Hitzkopf Huston wurde im Weißen Haus fortan mit Unwichtigem befasst, sodass er bereits im Herbst 1970 den prominenten Arbeitsplatz räumte und sich in seiner Heimat Indiana als Anwalt niederließ. Sullivan überwarf sich mit Hoover und wechselte zum neuen gegen Drogenhandel aufgstellten Geheimdienst ONNI. Dem Schattenmann wurden keine ausländischen Verschwörer oder Drogendealer zum Verhängnis, sondern ein befreundeter Jäger, der ihn 1975 mit einem Hirsch verwechselte.

Der Mathematiker und Friedensaktivist Prof. Dr. William Davidon hatte inzwischen erkannt, dass die US-Geheimdienste (auch ohne den Huston-Plan) systematisch gegen die Bürgerrechtsbewegung vorgingen. Um seine "Verschwörungstheorie" zu beweisen, organisierte er 1971 während des "Kampf des Jahrhunderts" einen Einbruch in ein FBI-Gebäude, um dort vermutete Akten zu erbeuten. Das Ausmaß der verfassungswidrigen Aktivitäten überstieg alle Vorstellungen. Davidon leakte das Material an die Presse, der Skandal führte schließlich zur Einrichtung von Geheimdienst-Untersuchungsausschüssen (Vier Jahrzehnte vor Snowden: "The Citizens Commission to Investigate the FBI" [https://www.heise.de/tp/features/Vier-Jahrzehnte-vor-Snowden-The-Citizens-Commission-to-Investigate-the-FBI-3363273.html] ).

Auf offizieller Basis des abgesagten Huston-Plans erfolgten keine Operationen - inoffiziell allerdings durchaus. CIA und NSA ließen ihre bisherigen illegalen Programme zur Post- und Telegrammkontrolle weiterlaufen und baten 1971 Mitchell vergeblich, seine Haltung zu überdenken. Die NSA weitete ihre Liste an zu überwachenden US-Amerikanern aus, auch das FBI spähte nun jede schwarze Studentengruppe ohne Anlass aus und rekrutierte hierzu nun sogar Minderjährige als Spitzel.

Nixon erwähnte bei manchen seiner Aktionen sogar ausdrücklich den Huston-Plan, der zu implementieren sei. Da Nixon das Vertrauen in seine offiziellen Geheimdienste verloren hatte, die CIA gar als die "Clowns aus Langley" verspottete, suchte er sich nun andere Prätorianer. Insbesondere wollte Nixon herausfinden, wer Informationen aus dem Weißen Haus nach außen durchstach. Daher heuerte der Präsident informell ehemalige CIA-Leute an, die als "Klempner" die Lecks finden und abdichten sollten. An deren Loyalität hatte er keine Zweifel, hatte man doch mit dem ganzen Bay-of-Pigs-Thing gemeinsame Leichen im Keller.

Berühmte Black Bag Jobs der Klempner waren der Einbruch beim Psychiater von Whistleblower Daniel Ellsberg, der die Täuschungen über den Vietnamkrieg aufgedeckt hatte [https://www.heise.de/tp/features/Der-Schluessel-liegt-darin-als-erster-zu-luegen-3379976.html], und 1972 der Einbruch ins Watergate Hotel, um dort die Wahlkampfzentrale zu verwanzen. Hoover war kurz vor dem Watergate-Einbruch unter mysteriösen Umständen verstorben. Wie man heute weiß, lancierte FBI-Vize Mark Felt alias "Deepthroat" Informationen an die Presse, die Nixon in Bedrängnis brachten. Der Versuch des strauchelnden Präsidenten, seinem Rechtsberater John Dean die Verantwortung zuzuschustern, bewegte diesen zum Frontwechsel. Bevor der schließlich gefeuerte Dean sein Büro im Weißen Haus räumte, ließ er noch einen Stapel an Dokumenten mitgehen - darunter eine Kopie des Huston-Plans. Von dessen Existenz erfuhr die Öffentlichkeit erstmals im Mai 1973 aus der Presse [https://www.nytimes.com/1973/05/24/archives/conservative-architect-of-security-tom-charles-huston-man-in-the.html].

Der Watergate-Skandal kostete Nixon das Amt und ruinierte das Ansehen der Geheimdienste. Deren Chefs machten keinerlei Anstalten, Ermittlungen gegen Nixon zu blockieren. Ironischerweise hatte sich ausgerechnet der Präsident selbst überwachen lassen, da er wie seine Vorgänger die Gespräche in den eigenen Räumen im Weißen Haus durch versteckte Mikrophone mitschneiden ließ. Erstmals erfuhr die Öffentlichkeit von den geheimen Methoden der CIA und dem Ausmaß verdeckter Staatsstreiche.

Nunmehr untersuchte eine Kommission auch die Attentate auf die Kennedys und Martin Luther King, bremste aber immer dann, wenn es wirklich interessant wurde. Im Church-Ausschuss wurde jene berüchtigte CIA-Pistole herumgereicht, mit der Gift in gefrorenem Eis verschossen werden konnte, um Spuren eines verdeckten Mords zu vermeiden. Rechtsaußen Barry Goldwater erlaubte sich den Spaß, mit der Pistole auf anwesende Demokraten zu zielen.

Huston musste ebenfalls vor dem Church-Ausschuss aussagen. Er blieb der Politik treu und begeisterte etwa Mike Pence für die Partei. Der konservative Haudegen ist heute ein treuer Fan des republikanischen Präsidenten Trump, den er ironischerweise vor dem tiefen Staat warnt.

Neu an den nunmehr freigegebenen Dokumenten sind konkrete, allerdings kaum überraschende Ziele der illegalen Überwachung wie studentische Protestgruppen, Aktivisten der Kriegsgegner, militante "Neue Linke" (bezeichnet als "New Left Terrorist Groups"), ein sogenanntes "Black Extremist Movement", namentlich die Black Panthers, die Communist Party of the United States, die Socialist Workers Party und Nationalisten aus Puerto Rico. Beunruhigend ist, dass man in Washington noch immer Anlass sieht, 5 % des Dokuments zu schwärzen. Offenbar gibt es auch nach einem halben Jahrhundert noch Delikates zu verbergen.

Anders als Nixon benötigt der aktuelle Präsident jedoch keine geheimdienstlichen Informationen über innenpolitische Gegner, vielmehr bezieht Trump solche über Twitter oder saugt sie sich aus den Fingern. (Markus Kompa)


Aus: "Die Black Bag Jobs des Richard Nixon" Markus Kompa (29. Juni 2020)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Die-Black-Bag-Jobs-des-Richard-Nixon-4797514.html?seite=all

Quote
     Roflian Ötzer, 29.06.2020 08:56

Angesichts solcher Vorkommnisse fällt es schwer, die Existenz eines tiefen Staates (in $irgendeinland) von vorneherein als Spinnerei von sogenannten Verschwörungstheoretikern abzubügeln. Zumindest für die USA ist mit diesen Akten nämlich bewiesen, das ein Deep-State existiert(e).

MfG
Der Roflian


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     Artur_B, 29.06.2020 09:38

Damals also wurde die Grundlage für das gelegt, was wir heute sehen: ein Geheimdienstkonglomerat, das offensichtlich den gesamten Staatsapparat im Griff hat. Erinnert sich noch jemand an den NSA-Skandal? Snowden hatte umfassende Beweise für eine massive Ausspähung der US-Bürger sowie dem Rest der Welt. Völlig vergessen, das hatte überhaupt keine Konsequenzen. ...


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[...] Kritik an Instagram-Zensur

Sichtlich überrascht zeigt sich unsere FOM über die Löschung des Beitrages „Sex, Gender, and Pastafarianism“ von Instagram. „Les Femmes Farfalles“ sprechen sich im Rahmen des Pride Month für Sexpositivity und gegen die Diskriminierung von LGBTIQA*-Personen und Frauen aus. Im Beitrag wird festgehalten, dass sich die „Benachteiligung der Frauen wie ein roter Faden durch die Geschichte fast aller Religionen zieht“ und dass die Befriedigung der eigenen sexuellen Bedürfnisse unter Voraussetzung von Konsens im Pastafarianismus ausdrücklich erwünscht ist.

Der angebliche Grund für die Löschung: Das Bild zum Text zeige „Nacktheit bzw. sexuelle Aktivität“.

Auf dem Bild sind aber die Brüste wie auch der Intimbereich von den Händen und dem Glaubenstext des Pastafarianismus vollständig bedeckt. Keineswegs handelt es sich dabei um Pornografie, sondern um körperlichen Ausdruck mit künstlerischem und gesellschaftspolitischem Anspruch.

Die Zensur durch Instagram zeigt einmal mehr die Verquickung religiös motivierter und antifeministischer Unterdrückung der freien Meinungsäußerung.


Aus: "Kritik an Instagram-Zensur" Nadja Entner (25.06.2020)
Quelle: https://pastafari.at/kritik-an-instagram-zensur/

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Sunder Martin Preradovic

Leben wir wieder in den Fünfziger Jahren?


...


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[...] Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Österreich (KdFSMÖ) verlautbart die Gründung des feministischen Frauenordens „Les Femmes Farfalles“. Es ist, heutzutage, nicht unüblich, dass auf einem Piratenschiff auch Piratinnen ihren Dienst leisten. Unser Nudeliges Monster hat unserem Propheten Bobby, dem Physiker außerdem folgendes mitgeteilt:

„Am liebsten wäre mir, wenn ihr die Leute nicht danach beurteilen würdet, wie sie aussehen oder wie sie sich anziehen oder wie sie reden. Seid einfach nett zueinander, okay? Ach, und kriegt es endlich in eure Dickschädel: Frau = Mensch. Mann = Mensch. Gehüpft wie gehoppelt. Das eine ist nicht besser als das andere. Es sei denn, es geht um Mode, denn die habe ich exklusiv den Frauen sowie ein paar Männern überlassen, die den Unterschied zwischen Veilchenblau und Violett kennen.“

Und: „Am liebsten wäre mir, wenn ihr euch die verklemmten, frauenfeindlichen Vorstellungen anderer nicht auf nüchternen Magen anhören würdet. Esst etwas, dann macht euch über die Idioten her“.

Ich habe die feministischen Piratenschwestern interviewt.

Als pastafarianischer Prieser freue ich mich sehr, die Gründung des feministischen Frauenordens „Les Femmes Farfalles“ bekanntgeben zu können. Zu diesem Anlass hat die Fast Oberste Maccherona (FOM) meiner Kirche ein äußerst schönes und sehr spirituelles Foto (siehe Bild links) samt einem aussagekräftigen Text veröffentlicht:

    Monsterseidank gibt es mittlerweile den Pastafarianismus! In dieser Religionsgemeinschaft sind Frauen, Männer und alle anderen Geschlechter, sowie alle Menschen egal welcher sexuellen Orientierung, subsumiert unter LGBTIQA* laut Glaubenslehre absolut gleichberechtigt. Im Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters wird das ganz klar und präzise erläutert. Ganz besonders schön und erwähnenswert ist, dass die Pastafaris versuchen, das in der Praxis so zu leben und umzusetzen, auch wenn das nicht immer einfach ist.


Jener Blogartikel wurde dann auf den üblichen sozialen Netzwerken geteilt, um die Welt zu erleuchten und zu erretten. Jedoch gefiel dieses sexpositive Bild dem Zensurcomputer bei Instagram nicht.

    Sichtlich überrascht zeigt sich unsere FOM über die Löschung des Beitrages „Sex, Gender, and Pastafarianism“ von Instagram. „Les Femmes Farfalles“ sprechen sich im Rahmen des Pride Month für Sexpositivity und gegen die Diskriminierung von LGBTIQA*-Personen und Frauen aus. Im Beitrag wird festgehalten, dass sich die „Benachteiligung der Frauen wie ein roter Faden durch die Geschichte fast aller Religionen zieht“ und dass die Befriedigung der eigenen sexuellen Bedürfnisse unter Voraussetzung von Konsens im Pastafarianismus ausdrücklich erwünscht ist.

Nicht nur deswegen, sondern auch weil wir gerade das Pride Month feierten, habe ich meine Schwestern vom eher anhermetischen Orden der Piratinnen gebeten, mir einige Fragen zu beantworten.

MJ: Wie kam es, dass ihr den pastafarianischen Glauben angenommen habt?

Eva: Also, bei mir war das so, dass ich in den Medien von den Kämpfen um religiöse Gleichberechtigung des Pastafarianismus mitbekommen hab. Ich glaub, das war 2017, als das mit dem Führerscheinfoto und der Anerkennung öfters in den Zeitungen vorgekommen ist. Ich war vorher Atheistin, aber das Fliegende Spaghettimonster hat sofort meine wissenschaftliche Seite angesprochen. Auch das Argument mit dem Zusammenhang zwischen Klimawandel und Pirat*innen hab ich großartig gefunden. Der Pastafarianismus ist die einzige Religion, die wirklich zeitgemäß ist, das hab ich sofort gemerkt. Und seitdem fühle ich mich immer von den langen Nudeln des Monsters gehalten. Ich bin sofort online Mitglied geworden und hab auch meine Katzen pastafarisch getauft und großgezogen.

MJ: Eben. Jeder muss an etwas glauben. Als ich jund und dumm war, war ich auch Atheist. Und mit Korrelation kann man alles beweisen. Aber ich wusste nicht, dass wir auch Tiere spirituell betreuen. Bis du aktiv geworden bist, hat es noch ein bisschen gedauert, oder?

Eva: Ja, lange haben nur meine engsten Familienmitglieder und Freund*innen von meiner Religion gewusst. Ich hatte Angst davor, ausgelacht zu werden, oder mich ständig rechtfertigen zu müssen, was ich unfair finde. Wie oft werden Katholikinnen denn aufgefordert, zu erklären, wie genau ihr Gott Eva aus Adams Rippe geformt hat, oder was es da alles gibt? Ich glaube, dass viele Frauen durch diese Diskriminierungen abgeschreckt werden. Ich bin durch meine Schulpraktika im Lehramtsstudium zum aktiven Mitglied geworden. Überall Kreuze, an den Wänden, an den Kettchen von Kolleg*innen… Ich hab mich richtig provoziert gefühlt und mir noch am selben Tag die nächste Versammlung in den Kalender eingetragen und mir ein Kettchen mit dem FSM-Symbol bestellt.

Nadja: Im Jahr 2011 habe ich „Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters” gelesen https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_des_Fliegenden_Spaghettimonsters. Danach war ich von tiefem Glauben erfüllt und wollte von nun an unbedingt Pastafari sein und die frohe Botschaft des FSM verbreiten. Daraufhin habe ich versucht, weitere Pastafari in Österreich zu suchen und wurde erfreulicherweise fündig. Insgeheim glaube ich sogar, dass ich schon in meiner Kindheit ganz unbewusst eine echte Piratin war. Ich nehme an, dass das Fliegende Spaghettimonster schon damals Seine Nudeligen Tentakel im Spiel hatte, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch kein Mensch wusste, dass es den Pastafarianismus überhaupt gibt. Ich deute das als wahres Wunder und als eindeutiges Zeichen dafür, dass es das FSM tatsächlich geben könnte. ...

MJ: Wahnsinn! Gepriesen sei das Nudelige Moster! Wie kam es zur Gründung des Frauenordens Les Femmes Farfalle?

Eva: Bei der ersten Versammlung, bei der ich teilnahm, wurden die Mitgliederzahlen nach Geschlecht vorgestellt, und ich habe mich gewundert, warum der Frauenanteil so klein war, auch bei der Versammlung selber, und hab das angesprochen. Den ganzen Rest der Arbeit mit der Gründung haben unsere tolle FOM und die anderen länger Aktiven gemacht. Das musst du dann erzählen, Nadja. Ich hab ursprünglich an eine gezielte Werbekampagne für weibliche Mitglieder oder so gedacht. Dass es jetzt einen ganzen Orden gibt, übertrifft alle Erwartungen. Feminismus und LGBTIQA*-Rechte spielen in meinem Leben grundsätzlich eine große Rolle, und dass die Themen in meiner Religion so super aufgenommen werden, freut mich extrem. Ich bin sicher, in keiner anderen Religion fühlt man sich als Frau so ernstgenommen.

MJ: Ja, unsere Religion ist schon sehr OK und modern; obwohl wir auch schon eine lange Tradition haben. Nadja, wie kamst du auf die Idee mit diesem Foto?

Nadja: Juni ist weltweit PRIDE Monat! PRIDE steht für Würde, Gleichheit und erhöhte Sichtbarkeit der LGBTIQA*-Community. Wir Pastafari möchten besonders diese Personengruppe und Frauen unterstützen und sprechen uns gegen die Diskriminierung dieser Menschen aus. Aus diesem Grund habe ich den Beitrag „Sex, Gender, und Pastafarianismus“ geschrieben https://pastafari.at/sex-gender-and-pastafarianism/. Die Idee mit dem Foto kam dann durch eine höhere Eingebung durch das Fliegende Spaghettimonster.

MJ: Ramen.

Nadja: Ramen.


MJ: Eva, du schreibst ja an einer feministischen Analyse unserer Gospel, …

Eva: Genau! Teil eins ist schon in unserer Online-Kirchenzeitung zu lesen https://pastafari.at/von-nudeln-fleischbaellchen-und-male-strippers-eine-queerfeministische-analyse-der-gospel-of-the-flying-spaghetti-monster-unseres-propheten-bobby-henderson-teil-1/. Es geht darum, dass ich unsere Nudelige Schrift von vorn bis hinten untersuche: Was steht da zu Frauenrechten? Zu Schwulen und Lesben? Zu Sex und Beziehungen? Welche Geschlechterklischees gibt es vielleicht? Das Gute dabei ist, dass es ein religiöser Text ist, da hat man gleich viel mehr Interpretationsmöglichkeiten …

MJ (lacht): Jaha, in der Tat …

Eva: Wenn da zum Beispiel steht, dass Frauen einen besseren Modegeschmack haben, dann denk ich mir: Was will uns das Monster wirklich damit sagen? Vielleicht mag es mich mal wieder daran erinnern, diese Kategorien zu hinterfragen. Eine Jüdin steinigt auch nicht ihren Nachbarn, der am Samstag arbeitet, nur weil das wörtlich in der Tora steht.

MJ: Und wie kann man beim Frauenorden Les Femmes Farfalle beitreten?

Nadja: Man schreibt einfach eine E-Mail an mich: (Kontakt siehe Link oben). Es dürfen übrigens auch Männer und überhaupt alle Menschen unserem Frauenorden beitreten, wenn sie das möchten. Auch in dieser Hinsicht sind wir sehr flexibel.

MJ: Gut, meine Lieben. Gibt es noch irgendwas, das ihr der Welt mitteilen müsst?

Nadja: Ich möchte nochmals auf die Vorzüge meiner Religion eingehen: Es gibt im Pastafarianismus keine Dogmen. Nach dem Tod kommen gläubige Piraten in den Bierhimmel. Dort befindet sich ein Biervulkan und eine StripperInnenfabrik. Der Pastafarianismus fördert wissenschaftliche Weltanschauungen. Pastafari befürworten alles was gut ist und lehnen alles ab, was nicht gut ist. Toleranz, Glaubensfreiheit, Gleichberechtigung sind Werte, die uns Pastafari sehr wichtig sind. Der Pastafarianismus ist die friedlichste Religion, die es gibt.

Eva: So ist es.

MJ: Ja, so ist es. Ramen.


Aus: "Die Gründung eines pastafarianischen Frauenordens und Internetzensur sexpositiver Inhalte" Michael Jachan (29. Juni 2020)
Quelle: https://www.ruhrbarone.de/die-gruendung-eines-pastafarianischen-frauenordens-und-internetzensur-sexpositiver-inhalte/187230

https://pastafari.at/sex-gender-and-pastafarianism/

https://pastafari.at/wer-wir-sind/les-femmes-farfalles/

https://pastafari.at/von-nudeln-fleischbaellchen-und-male-strippers-eine-queerfeministische-analyse-der-gospel-of-the-flying-spaghetti-monster-unseres-propheten-bobby-henderson-teil-1/
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