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[...] Thomas Gesterkamp ... "Männerphantasien, das sind Vorstellungen von dem, was Männer nicht wissen durften: Körperwünsche, Energien und Sehnsüchte wurden unterdrückt und abgetötet, um wieder geboren zu werden im Kampf für Größe und Vaterland", heißt es im Buch. Was war Ihr Forschungsansatz?

Theweleit: Es gab eine Menge Arbeiten zum deutschen Faschismus, die ideologiekritisch ausgerichtet waren. Sie wollten den Nationalsozialisten und ihren Vorläufern in erster Linie so etwas wie fundamentale Dummheit beweisen. "Blut und Boden"-Zeugs lächerlich zu machen, ist allerdings sehr einfach. Es führt jedoch keineswegs zu irgendwelchen Einsichten dazu, wie diese "blöden Nazis mit ihrem Oberdummkopf Hitler" es denn geschafft hatten, so viel Macht und Attraktion zu entwickeln, dass sie beinahe ganz Europa militärisch-terroristisch in die Tasche steckten. Ich wollte dagegen ein Buch schreiben, in dem man über tatsächliche Nazis tatsächlich etwas erfährt. Das geht nur, indem man erstmal zur Kenntnis nimmt, was sie überhaupt sagten beziehungsweise sagen. Das Verfahren, das ich dabei anwandte, wurde später unter dem Terminus "Close Reading" bekannt: genau hinsehen, genau hineinhören ins "Material", genau recherchieren und nicht zu allem sofort eine Meinung haben. Mit Meinungen entdeckt man nichts.

Thomas Gesterkamp: Sie haben mit dem Thema promoviert, Spiegel-Chef Rudolf Augstein lobte Ihr Buch damals in einer seitenlangen Besprechung. Sie galten aber auch als eigenwilliger Geist, mit Strahlkraft vor allem in die Kulturwissenschaften. Eine Hochschulkarriere ergab sich aus der Doktorarbeit zunächst nicht. Die Universität Freiburg wollte Sie wegen Ihrer "ungezügelten Intelligenz" nicht mal ein Proseminar abhalten lassen. Warum gab es diese Widerstände? Wegen des "lässigen" und "unakademischen" Stils, wie Sie in dem aktuellen Nachwort schreiben?

Theweleit: "Ungezügelte Intelligenz", da steckt ja auch eine Art Bewunderung darin. "Man" (und es waren in der Tat Professoren-Männer) wollte mich am Deutschen Seminar der Uni Freiburg nicht, weil diese mich zu gut kannten und fürchteten: als Aktivisten des Freiburger SDS, der sie oft genug in ihren Lehrveranstaltungen attackiert und auch bloßgestellt hatte. Und der sollte nun unter die Kollegenschaft? Bewahre! Ich habe das sogar verstanden.

Thomas Gesterkamp:1998 wurden sie dann schließlich doch noch Professor, an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Was hatte sich geändert?

Theweleit: Erstens waren das andere Menschen, eben Künstler – was Philologen in der Regel nicht sind. Zweitens hatte ich denen nichts getan. Im Gegenteil, meine folgenden Bücher, Buch der Könige 1, 2x+2y hatten sich mit Produktionsweisen der Kunstherstellung befasst. Besonders mit dem Umstand, wie eine bestimmte Sorte Künstler, die ich unter "Orpheische Produktion" zusammenfasste, die Körperlichkeit ihrer Frauen in ihre Werke "einarbeitet". Und dies nicht nur am Beispiel literarischer,sondern auch "bildender" oder musischer Künstler: Andy Warhol, Elvis Presley. Das hatten Leute aus der Karlsruher Akademie gelesen, fanden es interessant und fragten, ob ich Interesse an einer Professur bei ihnen hätte. Aus der Vertretung, die ich zunächst zusagte, wurde dann eine feste Stelle. Ein weiterer Grund für mich war der Kontakt zu den Kunststudenten. Ich lerne immer gern von Jüngeren.

Thomas Gesterkamp: Wie andere frühe Männerautoren waren Sie stark von der Psychoanalyse geprägt. Im Kern stützen sich die "Männerphantasien" auf persönliche Dokumente der Freikorps: deutsche Soldaten, die 1918 enttäuscht aus dem Krieg zurückkamen und später eine verlässliche Stütze der Nationalsozialisten bildeten. Auf insgesamt 1150 Seiten legen Briefe, Biografien und literarische Spuren die sexuell aufgeladenen, gewalttätigen Phantasien dieser Männer offen.

Theweleit: Psychoanalyse, das muss man präzisieren. Mit den Freudschen Begriffen wie Ich, Es und Über-Ich kommt man bei diesen Männern nicht weit. Sie funktionieren anders. Einen Zugang zu ihren Gefühlen, die sie selber breit darlegen in ihren Schriften, bekam ich über Weiterentwicklungen der Forschung, die in der Psychoanalyse von Kleinkindern und Adoleszenten gemacht wurden – überwiegend von Frauen, von Melanie Klein, Margaret Mahler und anderen. Dort erscheint der Begriff des "Fragmentkörpers"; psychische Mechanismen wie "Entdifferenzierung" und "Entlebendigung" tauchen auf und der Terminus "Erhaltungsmechanismen" für eigene Gewaltaktionen. Im Innern der meisten Gewalttäter herrschen diffuse Ängste. Mit diesen Termini kam ich in Berührung über meine Frau, die seit 1970 in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uni Freiburg als klinische Psychologin angestellt war. Ich stellte erstaunt fest, dass viele dieser neuen Begriffe die "zerstörte Körperlichkeit" der Figur, die ich dann den "soldatischen Mann" nannte, sehr viel genauer verständlich und damit beschreibbar machten als alles, was aus traditioneller Psychoanalyse und aus der Politikwissenschaft gekommen war.

Thomas Gesterkamp: Für die Neuauflage wurden weitere 120 Seiten ergänzt, mit einem ausführlichen Nachwort von Ihnen. Welche Aktualität haben Ihre Erkenntnisse?

Theweleit: 2015 gab es ja schon eine Art Erweiterungsband der Männerphantasien: Das Lachen der Täter, wo ich auf Anders Breivik eingehe, auf mordende Soldaten und Kindersoldaten in Zentralafrika, auf den Massenmord an angeblichen Kommunisten in Indonesien Mitte der 1960er Jahre, auf die deutsche SS, auf Gewalttäter des sogenannten"Islamischen Staates" und auf viele weitere. Solche fortlaufende Aktualität bestimmter männlicher Gewalthandlungen weltweit stützte die Erkenntnisse von Männerphantasien. Das neue Nachwort jetzt bezieht jüngste Fälle mit ein, vom Attentäter im Münchner Einkaufszentrum über die amerikanischen Altright-Killer bis zum neuseeländischen Massenmörder Terrent. Der Mörder von Halle, der vorhatte, in der Synagoge dort ein Massaker anzurichten, ist noch nicht drin. An Aktualität ist leider kein Mangel.

Thomas Gesterkamp: Sie diagnostizieren eine Unfähigkeit zu menschlichen Beziehungen, ein aggressionsgeladenes "Inneres" und einen durch militärischen Drill ausgeformten "Körperpanzer". Ist Männlichkeit per se gefährlich, destruktiv oder gar "toxisch", wie aus feministischer Perspektive neuerdings behauptet wird?

Theweleit: Bestimmte Sorten "Männlichkeit" sind per se gefährlich. Diese Gefährlichkeit wird aber erworben; Körper werden zugerichtet, werden übel zugerichtet und werden, wenn sie keine mildernde Hilfe erfahren: lebende Bomben, aufs Töten ausgerichtet, das als lustvoll erlebt wird. "Toxisch" klingt demgegenüber so, als wäre dies eine Eigenschaft, die Männerkörper von Geburt an mitbringen. "Toxisch" ist ein Kampfbegriff, vergleichbar der Formel "kulturmarxistisch-feministisch verseucht" oder "versifft", den Anders Breivik und andere für Sozialdemokratinnen, Grüne oder Linke verwenden.

Thomas Gesterkamp: Frauen gehören im Denken der Männer, die Sie beschreiben, prinzipiell "nach unten", werden abgewertet oder gar gehasst. Die Forderung nach politischer "Gleichstellung" der Geschlechter kann in diesem Weltbild nur verstören und irritieren. Ist Antifeminismus stets klar dem rechten Spektrum zuzuordnen?

Theweleit: Der Typus, den ich beschreibe – und zwar aus seinen eigenen Äußerungen heraus beschreibe – erträgt alle Verhältnisse um ihn herum nur, wenn sie hierarchisch angeordnet sind. Darin gehören Frauen notwendig "nach unten"; zumindest weiter nach unten, als er selbst sich einordnet. Der Gedanke, dass es fundamentale Gleichheit geben könnte unter Menschen, bedroht ihn körperlich; "bringt ihn um". Und so muss er sich wehren. Nazis handeln immer aus notwendiger "Gegenwehr". Was sie bedroht, muss getötet werden; die Welt muss so angeordnet sein, dass alle wissen, wo ihr Platz in der Gesellschaft ist: unter ihnen. Das nennen sie die "natürliche Ordnung" der Dinge. Diese Haltung kann auch in anderen als dem rechten Spektrum gefunden werden. Dort aber ist sie ein Strukturmerkmal, das nie fehlt.

Thomas Gesterkamp: Weit mehr Männer als Frauen wählen die AfD, auch in der Neonazi-Szene sind sie überdurchschnittlich vertreten. Sind rechte Bewegungen ein Männerphänomen?

Theweleit: "Rechte Bewegungen" differenziert nicht genug. Es gibt viele Frauen überall auf der Welt, die eher zur politischen Rechten neigen: Sie bezeichnen sich als "konservativ", wählen rechte Parteien und organisieren sich in Tea Parties oder Ähnlichem. Es gibt Untersuchungen unter streng muslimischen Frauen, die belegen, dass Etliche von ihnen der familiären, sexuellen und rechtlichen Unterordnung, die sie in ihren manndominierten Gesellschaften erfahren, im Prinzip zustimmen. Doch sie sind damit noch keine "rechte Bewegung", sind nicht notwendig gewalttätig. Rechte Bewegungen, die man so nennen kann, gehen immer auf Auslöschung des Gegners aus. Der wirkliche Rechtsextremismus beginnt für mich da, wo der Tötungswille das Handeln oder Reden bestimmt. Das ist der Point of no return. Wie dieser Tötungswille jeweils begründet wird, ist ziemlich egal: Breivik mordet als "Christ", die IS-Leute für "Allah", die Nazis im Auftrag "höherer Rasse", die Altrights, um dem "Genozid an den Weißen" vorzubeugen und so weiter. Begründungen sind beliebig aus dem Hut zu zaubern, sind aufklebbare Ideologien. Faschismus ist aber keine Ideologie, Faschismus ist eine Art und Weise, die Realität herzustellen. Eine zerstörerische Art, die man argumentierend nicht widerlegen kann.

Thomas Gesterkamp: Ein wichtiger Impuls für Ihre Arbeit war die in den 1970er Jahren noch nicht sehr weit reichende Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Die Rolle der Wehrmacht, der "ganz normalen Soldaten", wurde kaum diskutiert. Sind die Psychogramme der deutschen Freikorps übertragbar auf das Militär allgemein? Hatten zum Beispiel auch die Angehörigen des amerikanischen Militärs oder der Roten Armee "Männerphantasien"?

Theweleit: Etliche von ihnen, ja, sicher. Im Falle der US-Marines hat Stanley Kubrick das gezeigt mit dem Film "Full Metal Jacket". Dessen erster Teil ist wie eine Verfilmung von Männerphantasien.


Aus: "Gewalt und Männlichkeit" Thomas Gesterkamp (13.11.2019)
Quelle: https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/450/gewalt-und-maennlichkeit-6312.html

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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Klaus Theweleit
« Last post by Link on Yesterday at 12:19:01 PM »
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[...] Liane von Billerbeck: Nach mehr als 40 Jahren werden jetzt Klaus Theweleits „Männerphantasien“ neu aufgelegt. Das zweibändige Buch, 1.200 Seiten dick, in den Jahren 1977/78 erschienen, war ein Versuch, einen Männertyp zu beschreiben, der den Faschismus ermöglicht hat. Klaus Theweleits Buch, das Rudolf Augstein damals im „Spiegel“ die „vielleicht aufregendste deutschsprachige Publikation dieses Jahres“ genannt hat, sollte ja eigentlich eine Dissertation werden, aber in der Hochzeit der Berufsverbote war eine Uni-Stelle für den einstigen SDS-Mann Theweleit ohnehin aussichtslos – wozu also eine Dissertation. Also wurde es ein Buch, ein dickes Buch. Und das gibt es jetzt als Neuauflage bei Matthes & Seitz, mit einem Nachwort von Klaus Theweleit, das allein schon wieder ein neues Buch ist. Herr Theweleit, als Sie das Buch für die Neuauflage in die Hand genommen haben, waren Sie überrascht, wie aktuell es noch ist?

Theweleit: Nein, überhaupt nicht überrascht, denn ich hab ja nicht nicht zugesehen die ganze Zeit, was passiert ist seitdem. Bestimmte Formen von männlicher Gewalt sind ja nicht verschwunden, die sind in unserer Gesellschaft zwar gemildert gegenüber den Situationen 1919/1920, die ich beschreibe, und auch gegenüber den 30er-, 40er-Jahren, aber weltweit hat Gewalt an vielen Stellen eher zugenommen, auch gerade eine bestimmte Sorte männlicher Gewalt. Leider ist das Buch kein bisschen weniger aktuell, als es damals war.

von Billerbeck: Es geht ja ursprünglich um die Freikorps, die Freikorps-Literatur nach dem Ersten Weltkrieg und was sie über die Entstehung des deutschen Faschismus aussagt. Welche Parallelen sehen Sie denn nun zwischen diesen 20er-Jahren von Weimar und heute, und welche Unterschiede gibt es da?

Theweleit: Im Gewaltverhalten gibt es jede Menge Unterschiede. Ich würde eher betonen wollen die Unterschiede in der Sicht auf das, was so mit einem groben Wort Faschismus heißt. Eine der Erkenntnisse des Buches ist ja nicht – das wiederhole ich und betone ich im neuen Nachwort besonders –, dass Faschismus so ein Konglomerat von Ideen ist, die bestimmte Männer haben, sondern dass das Körperzustände sind: Leute mit Körperzuständen, die angsterfüllt sind – Angst ist auch immer Angst vor dem eigenen Inneren, die Angst vor dem Fremden, Angst vor dem Fremden in einem selber. Das projiziert man nach außen und versucht das Außen zu bekämpfen, weil man selber damit nicht klarkommt.
Der Kern des sogenannten Faschistischen ist Angst vor Körperauflösung – ob man nun ökonomisch bedroht ist, durch die Umgebung bedroht, aber man ist erst mal ein eigener unfertiger Körper, Fragmentkörper nenne ich das, ein Begriff aus der Kinderpsychoanalyse. Und dieser Fragmentkörper versucht seine Probleme, mit denen er psychisch integrativ nicht umgehen kann, durch Gewalt zu lösen. Das ist ein Phänomen, das zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten, in verschiedenen Formen, also die Übergänge zwischen den einzelnen Männlichkeiten sind fließend. Man kann nicht sagen, da ist der Faschist und hier bin ich selber, dem gegenüber, sondern das Buch will ein Bewusstsein für die eigenen Gewaltformen wecken, und das ist ein Ruf an das Verhalten im Alltag.

von Billerbeck: Ein verkrampftes Verhältnis zur Sexualität und auch ein sehr eingeschränktes Frauenbild, das also Frauen immer in verschiedene Kategorien einteilt. Damals und heute, wenn wir sehen, da gibt es immer die Angst vor dem „Genderwahn“ – sind das zwei Seiten derselben Medaille oder greift das als Erklärungsmuster zu kurz?

Theweleit: Das sind zwei Seiten derselben Medaille. Dieser Körper, den ich Fragmentkörper nenne, hält zum Beispiel Gleichheit nicht aus – ob das Gleichheit mit Frauen ist, Gleichheit mit Kindern. Diese ganze Abwehr des Demokratischen, die wir in der neuen Rechten sehen, das ist dieser Punkt, dass Gleichheit nicht akzeptiert wird. Dieser Typ will die Gesellschaft hierarchisch organisiert haben, mit klar oben und klar unten und der eigenen Position da drin. Und oben in diesem Konstrukt sind für diesen Typ Männer, ist eine bestimmte Männlichkeit.

Diese Menschen nennen das ja auch natürlich, ihr Gewaltverhalten, sie stellen das natürliche Verhältnis wieder her, sagen sie, dass der Mann oben ist. Das ist eine Umsetzung dieser Angst, mit der sie nicht umgehen können, in gesellschaftlich gewalttätige Ordnung. Jeder, der das hört, weiß, das ist ein Dauerproblem im Alltag. Ob das im Betrieb so ist, wo Frauenrechte nicht anerkannt werden und Frauen schlechter bezahlt werden. Im Journalismus sind Frauen zwar einigermaßen präsent, aber in vielen anderen Berufen müssen sie Arbeiten machen, die keiner machen will, in Kindertagesstätten et cetera. Man kann nur ständig daran arbeiten, die Aufmerksamkeit dafür zu erhöhen, und darin liegt auch die Aktualität des Buches.

von Billerbeck: Nun heißt das Buch ja „Männerphantasien“, wir wissen aber auch, es gibt auch rechte und gewalttätige Frauen. Was ist mit denen?

Theweleit: Es gibt so gut wie keine gewalttätigen Frauen auf der Ebene dieser männlichen Gewalt, die im Kern ja auch von Körperzerstörung ausgeht. Fremde sollen weg – das sind Todesdrohungen. Und die Übergriffe, die wir sehen, stellen blutige Masse, blutigen Matsch, wie ich das nenne, her aus diesen Körpern, und diese Form von weiblicher Gewalt findet man auf der Welt so gut wie nirgendwo. Die Gewalt, die Frauen ausüben, läuft ganz anders.

von Billerbeck: Wenn man sich die Wirkungsgeschichte Ihres Buches anguckt, das vor rund 40 Jahren erschienen ist, war es in Ihren Augen tatsächlich so was wie der Auftakt zur Männerforschung und zur Gewaltforschung in Deutschland?

Theweleit: Ein Auftakt zur Gewaltforschung war das auf jeden Fall, weil der Faschismus wurde bis Ende der 1960er fast nur als Ideologie behandelt und als falsches und dummes Denken. Wir lernten in der Schule, uns über Leute wie Hitler lustig zu machen, weil die so viel Unsinn redeten. Wenn man sich die Reden anhörte, war das auch nicht schwer, dieses Geschrei, dieses Gebell lächerlich zu finden.

Aber ich habe versucht, genau mich davon zu lösen und zu kapieren, warum bei diesen Leuten eine Art Zwang zu Gewalt vorliegt, und dann kommt man auf Körperzustände. Und wenn man von Körpern redet, ist man immer selber mit involviert, und man kommt dann darauf, dass man auch sogenannte Faschisten – soldatischen Mann, sage ich – nicht dazu bringt, von Gewalt zu lassen, indem man bessere Argumente hat, sondern nur durch Beziehungen, gesellschaftlich freundlichere Beziehungen.

Das fängt an bei der Behandlung der Kinder – nur diese löst Gewalt in den Körpern auf. Man braucht Zutrauen zu anderen, Vertrauen, und das geht nur über Beziehungen, also Arbeit in Vereinen, in Schulen, überall, wo man sich aufhält, kann man Gewalt bearbeiten. Und es geht immer um den Körper. Der Körper ist das Schlachtfeld.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandfunk Kultur macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.


Aus: "Klaus Theweleit über „Männerphantasien“ - Die Angst vor der Körperauflösung" Klaus Theweleit im Gespräch mit Liane von Billerbeck (Interview | Beitrag vom 01.11.2019)
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/klaus-theweleit-ueber-maennerphantasien-die-angst-vor-der.1008.de.html?dram:article_id=462394
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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Ideas Of Robert Anton Wilson
« Last post by Link on Yesterday at 12:07:43 PM »
"Anniversary: The Schrödinger’s Cat Trilogy By Robert Anton Wilson At 40" Sean Kitching , June 24th, 2019 04:57
Revisiting the work of the American futurist and self-described agnostic mystic, Robert Anton Wilson, forty years since the publication of his Schrödinger’s Cat Trilogy, Sean Kitching finds the author’s questing vision more vital and necessary today than it has ever been ... William Burroughs once said: ‘Language is a virus from outer space.’ When I first heard that quote, I thought it merely clever and a little outlandish, but it is far deeper and more provocatively philosophical than it at first appears. Much of Wilson’s work consists of describing the idea of ‘reality tunnels’ - the information systems shared non-locally by humans which make up much of their inner worlds. His use of the ’23 Enigma’ is a good example of the kind of ‘spanner in the works’ to those tunnels that he offers as potential experience to his readers. Largely popularised by Wilson, but originally speculated upon by William Burroughs, the ’23 Enigma’ appears to be a kind ‘linguistic virus’ capable of taking hold of an individual’s attention and manifesting innumerable examples of itself to the consciousness of those willing to entertain it even as a possibility.  ...
https://thequietus.com/articles/26692-robert-anton-wilson-schrodingers-cat-trilogy-review

Robert Anton Wilson - Everything You Know Is Wrong Workshop - 03/05/1988
Dr. Wilson -- "the Lenny Bruce of philosophers" (Denver Post) -- argues, in this hilarious and thought-provoking workshop, that the universe is best considered as a Rorshach ink-blot in which every mind creates its own meaning. Lampooning dogmatists of all sorts -- religious, political or scientific -- Dr. Wilson shows that every time we think we have certitude, we stop thinking, and the only way to remain mentally alive is to recognize the  profound depths of our own ignorance and uncertainty.
In a mixture of modern psychology and Zen Buddhism, Wilson, author of 'The New Inquisition", shows how the open and tentative mind remains perpetually young and finds rich new meaning in every day, while the dogmatist loses all capacity to enjoy and be surprised by life's endless novelty and unpredictably. "The more you think you know, the less you see and feel." he says. "The more you know you don't know, the more alive you become."
Come share the path of joy through Agnosticism and fun through creative anarchy.
Recorded Saturday, March 5th 1988 at the Unitarian Universalist Church in Paradice Valley, Arizona.
Recorded on primitive 1980's technology.
https://youtu.be/GqX03QUcizk

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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Ideas Of Robert Anton Wilson
« Last post by Link on Yesterday at 11:51:39 AM »
"Robert Anton Wilson and Karl Hess: Subversion for Fun and Profit" (80iger)
https://youtu.be/kEdRde6jew0

"Robert Anton Wilson (RAW) ⊙ Maybe Logic (Deutsch)"
WhiTe Seraph: In den 1950er Jahren studierte Wilson am Brooklyn Polytechnic Institute Elektroingenieurwesen und schrieb seine ersten Geschichten, die jedoch nie veröffentlicht wurden. Später wechselte er sein Hauptfach und studierte Mathematik. Er verbrachte viel Zeit in Jazz-Bars, hatte eine Affäre mit einer Afroamerikanerin und begann, Cannabis zu rauchen. Um mit den Konflikten fertig zu werden, die aus seiner katholischen Erziehung herrührten, unterzog er sich mehrmals einer psychoanalytischen Behandlung; ein Therapeut aus der Schule Wilhelm Reichs heilte ihn von chronischen Kopfschmerzen.
1956 hielt Wilson seinen ersten öffentlichen Vortrag über Wissenschaft, Pseudowissenschaft und Science Fiction an der New York Academy of Sciences. Angeblich saß auch seine spätere Frau Arlen Riley im Publikum. Er traf sie jedoch erst zwei Jahre später und heiratete sie kurz darauf. Weitere Einflüsse, die auf Wilson in den 1950er Jahren wirkten, waren Richard Buckminster Fuller und der Zen-Buddhismus, mit dem ihn sein Freund Alan Watts vertraut machte.
In den frühen 1960ern begann er mit psychedelischen Drogen zu experimentieren. Zunächst probierte er Peyote aus. Zu dieser Zeit lebte er mit seiner Familie in einer alten Sklavenhütte in den Wäldern außerhalb von Yellow Springs, Ohio. Den Lebensunterhalt verdiente Wilson mit verschiedenen Anstellungen als Redakteur, bis er schließlich 1965 Leserbriefredakteur beim Playboy wurde. Diese Briefe, insbesondere die in ihnen enthaltenen höchst unterschiedlichen "Verschwörungstheorien" , lieferten ihm und seinem Arbeitskollegen Robert Shea viel Inspiration für die Illuminatus!-Trilogie, an der sie zusammen schrieben.
Für seine Schriften übernahm Robert Wilson als zweiten Vornamen den seines Großvaters mütterlicherseits, Anton, da er sich seinen eigentlichen Namen Robert Edward Wilson zunächst für zukünftige literarische Meisterwerke aufsparen wollte. Robert Anton Wilson (kurz RAW) wurde jedoch bald sein Erkennungszeichen in der Literaturszene.
1964 traf er bei seiner Arbeit Timothy Leary, mit dem er sich anfreundete und mit dem er im Jahr 1978 Neuropolitics veröffentlichte. Dieses Werk verhalf ihm zum Durchbruch. Mitte der 1960er begegnete er William S. Burroughs, der ihn auf die seltsamen Synchronizitäten mit der Zahl 23 aufmerksam machte, die auch in verschiedenen Büchern Wilsons verarbeitet sind.[5] Während seiner Zeit beim Playboy nahm er Kontakt zu Kerry Thornley auf, einem der Gründer des Diskordianismus. Er schrieb einige Artikel für dessen Magazin New Libertarian.[1] 1968 wurden Wilson und Robert Shea bei Protestkundgebungen am Rande der Democratic National Convention mit Tränengas beschossen. Zu dieser Zeit waren sie dabei, Illuminatus! zu überarbeiten. Die Erlebnisse des Parteitags wurden in das Buch eingebaut.
https://youtu.be/y0hxqkRTqfY

Maybe Logic: The Lives & Ideas Of Robert Anton Wilson (2003)
https://www.youtube.com/watch?v=A7N6TOFyrLg

Politicians, Peptides, and Stupidity: An Evening with Robert Anton Wilson (80iger)
Dr. Robert Anton Wilson was the author (along with Robert Shea) of the popular Illuminatus! trilogy, which won the Prometheus Hall of Fame award for science fiction in 1986. His other books have found great acclaim as well, many of them achieving "cult classic" status. Wilson has been described at various times throughout his life as a novelist, philosopher, psychologist, essayist, editor, playwright, poet, futurist, civil libertarian and agnostic mystic.
In this video from the Libertarian Party's Presidential Nominating Convention in 1987, Wilson treats the audience to a humorous and irreverent talk about everything from the state of world politics to a discussion on metaphysics, chemistry, and the nature of reality.
https://youtu.be/1VK6p7m2wdQ

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [Ich war nur ein Teil des Unmuts... ]
« Last post by Link on Yesterday at 11:14:44 AM »
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    Die Regisseurin und Transfrau Samira Fansa hat beim Bielefelder Sonderparteitag der Grünen 1999 einen Farbbeutel auf den grünen Außenminister Joschka Fischer geworfen.
    Die Begründung: Dessen Ja zum Kosovo-Einsatz der Nato und der deutschen Beteiligung daran.
    20 Jahre später erinnert sich Fansa - und sieht keinen Anlass zur Selbstkritik.



Frau Fansa, Sie haben beim Bielefelder Parteitag einen Farbbeutel auf Joschka Fischer geworfen. Warum?

Samira Fansa: Na ja, während des Parteitages lief ja der Kosovo-Krieg längst. Es gab Bombardierungen. Und die Grünen mussten ihre Mitglieder und Delegierten auf Linie bringen. Fischer war ein Taktierer und wusste, was er tat. Um in der Regierung zu bleiben, musste Fischer einen Weg finden, den Parteitag zu disziplinieren. Der Parteitag hat dann die innere Zerrissenheit der Grünen zelebriert nach dem Motto: „Wir wollen eigentlich nicht, aber wir müssen bombardieren.“ Fischer wollte so viele Grüne mitnehmen wie möglich. Folglich gab es von meiner Seite die Entscheidung, ihn vor der internationalen Öffentlichkeit blutrot zu markieren.

 Haben Sie das allein entschieden?

Samira Fansa: Da gab es schon noch Gespräche mit anderen. Dabei war eine Ohrfeige im Gespräch – wie bei Beate Klarsfeld gegen den damaligen Kanzler Kurt Georg Kiesinger wegen seiner NS-Aktivitäten – und ein Farbbeutel, weil Fischer selbst früher nicht zimperlich war, Leute militant anzugehen. Am Ende erschien uns der Farbbeutel vertretbar. Das war der einzige Fleck in seinem Leben, den Fischer nie wegbekommen hat. Ansonsten hat er in seiner Biographie ja einen sauberen Durchmarsch Richtung Macht hingelegt. Fischer hat anschließend versucht, mich juristisch zu kaufen. Da habe ich gesagt: Nee.

 Was meinen Sie mit „juristisch kaufen“?

Samira Fansa: Er hat mir über den „Spiegel“ angeboten, die Anzeige zurück zu ziehen, wenn ich unter anderem bereit wäre, ihm für seine Ohrverletzung Schmerzensgeld zu zahlen. Ich habe dann gesagt, für die Ohrverletzung würde ich zahlen. Denn die hätte ich ja nicht beabsichtigt. Ich würde auch drei Deserteure aufnehmen, unter anderem einen der Nato-Truppen. Dafür müsse er die Angehörigen entschädigen, die bei so genannten Kollateralschäden durch deutsche Waffen ermordet worden seien. Damit war der Versuch einer gütlichen Einigung für Fischer vom Tisch, und es kam zu einem öffentlichen Prozess.

 Sie haben den Beutel mit Wucht geworfen und Fischer gut getroffen. Haben Sie das vorher geübt?

Samira Fansa: Nö.

 Sie sagen das sehr entspannt. Stört es Sie nicht, dass Sie einen Menschen verletzt haben?

Samira Fansa: Der Mann ist ein Kriegsverbrecher. Die Aussage kann man jetzt anzweifeln, aber sie stimmt. Denn der Krieg war ein Bruch des Völkerrechts. Das wussten auch Schröder und Fischer. Ich fühle mich jedenfalls moralisch im Recht. Und juristisch auch. Ich bin im Übrigen verurteilt worden. Auf einen Gang vor den Europäischen Gerichtshof habe ich verzichtet. Und ich habe die Strafe abbezahlt.

 Sie wurden zu einer Geldstrafe von 3600 D-Mark verurteilt. Außerdem berichteten Sie bei anderer Gelegenheit von gesellschaftlicher Ausgrenzung. Was genau meinen Sie damit?

Samira Fansa: Das kann man sich ja leicht vorstellen. Man fliegt aus der Arbeit raus – und nicht Fischer aus seinem Außenministerium. So waren die Machtverhältnisse.

 Sie haben Ihren Job verloren?

Samira Fansa: Ja.

Was war das für ein Job?

Samira Fansa: Das ist jetzt nicht mehr relevant. Natürlich gab es auch eine Stigmatisierung. Die Boulevardpresse hat über mich süffisant bis sexistisch berichtet. Das sehe ich heute eher als Armutszeugnis. Auf der anderen Seite habe ich relativ viel Zustimmung bekommen. Auf der Straße war ich plötzlich ein bunter Hund. Die Leute kamen auf mich zu und beglückwünschten mich. Niemand hat mich angefeindet. Das fand ich erstaunlich. Mir war das aber viel zu viel. Ich wollte meine Ruhe.

 Was geschah direkt nach dem Wurf?

Samira Fansa: Unter den Delegierten kamen viele zu mir, die sagten: „Das hast Du gut gemacht.“ Ein Delegierter hat dann so getan, als wäre er ein Sicherheitsbeamter, und mich rausgebracht. Die Sympathie für mich war schon sehr tief.

 Und dann sind Sie abgehauen?

Samira Fansa: Ich hatte ja keinen Grund mehr, da zu bleiben. Ein paar Tage später habe ich gehört, dass die Polizei wegen Körperverletzung nach mir sucht. Daraufhin bin ich zur Polizei gegangen. Die haben gesagt: „Gut, dass Sie da sind. Sonst hätten wir eine Fahndung ausgeschrieben.“ Obwohl es nur eine Körperverletzung war. Es gibt weitaus schlimmere Sachen, als einen Außenminister blutrot zu markieren.

 Für jemanden, der anderen Gewalt vorwirft, ist die Formulierung „nur Körperverletzung“ mindestens grenzwertig. Immerhin ist Fischers Trommelfell gerissen.

Samira Fansa: Man muss sich ja wehren – so wie Beate Klarsfeld. Es geht um die Markierung eines anderen, um zu zeigen: „Du bist hier einer, der eine Ohrfeige verdient hat.“ Es geht nicht darum, ihm wirklich weh zu tun. Man kann da jetzt Gewalt hinein halluzinieren. Man kann aber auch genauso gut sagen: Das ist eine radikalpazifistische Aktion, die sich gegen den Krieg richtet. Auch die Torte auf Beatrix von Storch von der AfD zum Beispiel ist kein Weltuntergang. Es ist überdies auch nicht so, dass ich nicht vorher überlegt hätte, ob ich das mit dem Farbbeutel vor mir verantworten kann.

 Und Sie konnten?

Samira Fansa: Ja, natürlich. Man will doch anderen nicht unnötig ein Problem bereiten, sich selbst auch nicht. Man muss vor sich moralisch gerade stehen.

Es hat nie eine Phase des Zweifels geben?

Samira Fansa: Nein, warum?

Und so ein Trommelfell heilt, meinen Sie?

Samira Fansa: Wir haben uns während des Prozesses ja gesehen. Weil Fischer nicht nach Bielefeld gekommen ist, hat die Vernehmung von ihm im Auswärtigen Amt stattgefunden. Dabei hat er gesagt, dass er seit November beschwerdefrei sei. Er saß da auch sehr entspannt.

 Sind Sie Fischer bei der Gelegenheit zum letzten Mal begegnet?

Samira Fansa: Ja. Er hätte sich entschuldigen können. Aber das ist ja nicht sein Stil.

Entschuldigen? Wofür?

Samira Fansa: Na, er war ja ein bisschen dumm, weil er eine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet hat. Die Folge war, dass es einen öffentlichen Prozess gab, an dem Fischer eigentlich kein Interesse hatte. Ich sollte keine Bühne bekommen, um mich politisch nochmal erklären zu können. Nur war Fischer so egoman, Anzeige zu erstatten, obwohl er selbst sogar „Bullen“ verkloppt hat.

Wie lang haben Sie selbst unter dem Schatten Ihres Angriffs gelebt?

Samira Fansa: Sie fragen mich ja heute noch dazu, über 20 Jahre später. Deshalb ist dieser Schatten sehr lang.

 Sie sprechen mit Blick auf den Kosovo-Krieg immer von Völkerrechtsbruch und Krieg und damit von ungerechtfertigter Gewalt. Ich habe den Kosovo-Krieg als Versuch in Erinnerung, die Gewalt auf dem Balkan zu stoppen. Sie nicht?

Samira Fansa: Das hört sich gut an. Aber die Realität ist eine andere. Vielmehr hat der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher die Unabhängigkeit Kroatiens anerkannt, was er später selbst als Fehler wahrgenommen hat. Damit wurde das nationalistische Auseinanderdriften Jugoslawiens in Gang gesetzt. Außerdem hat der 1999 amtierende Verteidigungsminister Rudolf Scharping bewusst falsche Angaben gemacht und behauptet, im Kosovo würde ein Völkermord geplant. Man kann ohnehin nicht Feuer mit Feuer bekämpfen. Damit hinterlässt man nur verbrannte Erde.

Selbst wenn, war die moralische Konfliktlage ja zumindest nicht so eindeutig wie Sie behaupten, nach dem Motto: „Hier sind die Guten, da sind die Bösen.“

Samira Fansa: Für den von der Nato zerbombten Flüchtlingstreck jedenfalls wurde nie wer zur Verantwortung gezogen. Fischer hatte deshalb auf jeden Fall einen Farbbeutel verdient. Allerdings war er nichts ohne den Opportunismus der Grünen. Manche behaupten zwar, der Farbbeutel habe das Ja der Grünen zum Krieg bestärkt. Doch das ist eine Mär. Der Krieg lief ja längst unter grüner Beteiligung.

 Es gab eine Menge Leute, die ebenfalls gegen den Krieg waren und trotzdem nicht so weit gegangen sind wie Sie. Bringt Sie das nicht zum Nachdenken?

Samira Fansa: Ich bin nicht weit gegangen. Ich war nur ein Teil des Unmuts. Der Farbbeutel hat den Unmut sichtbar gemacht. Das ist nicht mehr wegradierbar. Das mediale Bild war fest eingeschrieben.


Aus: "20 Jahre nach dem Farbbeutelwurf von Bielefeld: Keine Reue" Markus Decker (14.11.2019)
Quelle: https://www.rnd.de/politik/20-jahre-nach-dem-farbbeutelwurf-von-bielefeld-von-reue-keine-spur-MIZJMXCYVRGLJJRHGB5RK7ATNQ.html

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [CDU (Politik)...]
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"Hufeisen im Hirn" Karsten Krampitz | Ausgabe 45/2019
CDU Linke und Nazis sind quasi dasselbe, und man selbst hat nichts mit denen zu tun – über eine Lebenslüge der Union
Konrad Adenauer gelang es, das antifaschistische Postulat der unmittelbaren Nachkriegszeit binnen wenigen Jahren durch ein antitotalitäres Narrativ auszutauschen. Die Westdeutschen, die wie ihre Landsleute in der Sowjetischen Besatzungszone in der breiten Mehrheit Adolf Hitler bis zum letzten Tag die Treue gehalten hatten, sie wollten nach 1945 nicht nur in Wohlstand und Frieden leben, sie wollten auch von der Last der NS-Vergangenheit befreit oder wenigstens mit ihrer jüngeren Geschichte versöhnt werden: Man habe ja nichts wissen können, und die Russen wären auch nicht besser, und überhaupt, es habe auch Deutsche unter den Opfern gegeben. Genau diese Stimmung wusste Adenauer sehr geschickt für seine Ziele zu nutzen. Politisches Handeln und staatliche Souveränität waren für ihn nur als Folge der Westintegration denkbar, wozu auch der Aufbau einer „neuen Wehrmacht“ gehörte. Wollte Adenauer einer Regierung vorstehen und keiner Verwaltung, so musste er gegenüber den westlichen Besatzungsmächten als verlässlicher Partner auftreten – wohl wissend, dass sich deren Interesse an einer Wiedervereinigung der Deutschen buchstäblich in Grenzen hielt.
Die Wiederbewaffnung der Westdeutschen bedeutete aber zwangsläufig eine Vertiefung der deutschen Teilung. Da eine solche Politik den Wählern nur schwer zu vermitteln war – ein Bekenntnis Adenauers zur Spaltung hätte die SPD stark gemacht und natürlich auch die Kommunisten in der Ostzone –, brauchte Adenauer eine gute Erzählung. Daher das redundante Beschwören der sowjetischen Gefahr und die permanente Gleichsetzung von Kommunismus und Nationalsozialismus.
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https://www.freitag.de/autoren/karsten-krampitz/hufeisen-im-hirn

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reziplikativ | Community

CDU und Bundesrepublik sind aus einem Holz gemacht worden. Man kann die Dinge ganz einfach erklären. Schaut man auf die Liste der „Gäste“, die Hitler am 20. Februar 1933 unter dem Dach des Dienstsitzes des Reichstagspräsidenten Hermann Göring empfing und bewirtete, stößt man auf die Industrie- und Geldelite Deutschlands. (Schaut man sich die Unternehmensliste heute an, schaudert es einen noch immer. Alle irgendwie noch da. Und wie!) Sie hatten die Weimarer Republik unterhöhlt, Hitlers Aufstieg befördert, um ihm nun mit einer großen Finanzspritze die letzten Schritte zur Diktatur hilfreich möglich zu machen. Dazu nutzten sie ihr Schmiermittel Geld, machten Bückling vor dem Tyrannen, beklatschten seine Hirngespinste und wurden in den kommenden 12 Jahren fett belohnt. Fremdarbeiter und Arbeitssklaven mehrten ihren Reichtum, Eroberungen ihre Besitztümer.

Als es dann zu Ende ging mit ihren Tausend Jahren, zogen sie kurz den Kopf ein, machten Deals mit den Siegern, wendeten die braunen Hemden wieder zu Nadelstreifen und machten sich die Bundesrepublik. Ihre Unternehmen benannten sie teilweise um, andere hatten so viel Scham nicht einmal nötig, und da waren sie wieder, weil niemals weg. In ihrem Schlepptau Juristen, Beamte und Militärs, die dem Dritten Reich stramm und treu dienten, es erst möglich machten, jetzt eben Demokraten spielten.

Die Geschäfte liefen umgehend glänzend, es galt das fette Wirtschaftswunder den Deutschen in die Bäuche zu stopfen und ihre Hirne träge zu halten. Ihre auserkorene Partei wurde die CDU. Das Mittel Parteispende funktionierte ebenfalls wieder, darin kannte man sich ja noch bestens aus. Erich von Manstein, Hitlers Generalfeldmarschall [be]rät beim Aufbau der Bundeswehr, der Mitverfasser der Nürnberger Rassegesetze Globke wird Chef des Bundeskanzleramtes bei einem uralten Mann, und wird damit zum eigentlichen Regenten von CDU und Staat für über 10 Jahre. Herbert Wehner brachte es auf den Punkt: „CDU Staat“.

Den Antifaschisten, Juden und Nazijäger Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt in Frankfurt/M. von 1956 bis 1968, kann man noch heute absolut verstehen: „Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich Feindesland.“


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Kapitalismus & Kapitalismuskritik (...?)
« Last post by Link on Yesterday at 10:40:26 AM »
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[...] Quinn Slobodian ist Historiker und Autor des Buches Globalists: The End of Empire and the Birth of Neoliberalism. In Ausgabe 30/2019

... Pinochet, Thatcher und Reagan mögen tot sein. Doch die Kennzahlen für wirtschaftliche Freiheit halten das neoliberale Banner weiter in die Höhe, indem sie die Ziele sozialer Gerechtigkeit in alle Ewigkeit als unrechtmäßig verschreien und die Nationalstaaten dazu drängen, sich einzig als Wächter der wirtschaftlichen Macht zu betrachten. Stephen Moore, der zu Beginn des Jahres einmal als Trumps Favorit für den Posten im Vorstand der US-Notenbank gehandelt worden war, formulierte es in einem Interview ganz einfach: „Kapitalismus ist wesentlich wichtiger als Demokratie. Ich glaube nicht einmal besonders an Demokratie.“


Aus: "Wacht auf, Verdammte dieser Erde" Quinn Slobodian (2019)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/wacht-auf-verdammte-dieser-erde

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dissident | Community

Der Neoliberalismsu heisst neuerdings nicht mehr Neoliberalismus.
Seit den Chile-Demonstrationen gibt es ein neues wording.
Der Neoliberalismus heisst jetzt ULTRAliberalismus.


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[...] Gegen den Ex-Innenminister soll wegen des Verdachts der Verhetzung (Paragraf 283 StGB) ermittelt werden.

Grund dafür soll die Rede sein, die Kickl beim FPÖ-Parteitag in Graz am 14. September gehalten hat. Er sprach von einer "Triple-AAA-Bewertung" im Asylwesen. Die drei As stünden für "aggressive afghanische Asylwerber". Diese wolle er "auf null downgraden". Von diesen Sexualstraftätern brauche er keine weiteren im Land, schließlich fänden sich "mit dem Schwammerl im Nationalrat schon genügend Grapscher in dieser Republik". ...


Aus: "Medienbericht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kickl wegen Verhetzung" (12. November 2019)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000110988167/medienbericht-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-kickl-wegen-verhetzung

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Boesmensch

Wenn man all die Äußerungen von Kickl liest, drängt sich die Frage auf, ob man ihn zuerst an die Staatsanwaltschaft oder an die Psychiatrie ausliefern soll. Ich bin überzeugt, dass der Mann Hilfe braucht.


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Birnbauer

Die Begründung der Straftat mit einem Testosteronschub hat Kickl wohl von einem Asylwerber abgeschaut, der eine Straftat vor einiger Zeit ähnlich begründet hat. Wenn er seine Ausrede ("Ich war's nicht, die Chemie ist schuld") verbraucht hat, bleibt ihm dann nur noch die unter Kriminellen beliebte Verantwortung "Ich habe eine Stimme gehört, die hat es mir befohlen". Aber vielleicht hört er ja wirklich eine uralte Stimme aus einem Bunker in Berlin, die ihm befiehlt und er folgt.


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Brandtner

Alles beinhartes Kalkül. Kickl und die FPÖ wissen aus Erfahrung, dass mindestens 15% der Bevölkerung weit rechts stehen, bildungsfern sind und sich von Grausligkeiten angezogen fühlen. Und das wird beinhart bedient.


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SoMuchFor Subtlety

Da hat ihn halt seine Männlichkeit übermannt. Deswegen hat er gehetzt.


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FrauLiguster

Man darf nie vergessen, dass so etwas einmal Innenminister war
Wie sollte eine solche Person fair für alle arbeiten? ...


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fipps

Gehört Verhetzung zur normalen politischen Tätigkeit als Abgeordneter?


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[...] Es kommt nicht oft vor, dass die Arbeit des Rechtsausschusses des deutschen Bundestags auf so viel Interesse stößt. Am Mittwoch aber herrschte vor dem Saal reges Gedränge, denn gleich der erste Tagesordnungspunkt des Gremiums hatte es in sich: "Abwahl des Ausschussvorsitzenden".

So etwas hat es in der 70-jährigen Geschichte des Bundestags noch nie gegeben. Doch bei der Premiere gab es weitgehende Einigkeit. Alle Abgeordneten von CDU/CSU, SPD, FDP, Grünen und Linken wählten den Ausschussvorsitzenden Stephan Brandner ab. Nur seine AfD-Fraktionskolleginnen und -kollegen stimmten gegen den Rauswurf des 53-jährigen Bundestagsabgeordneten aus Thüringen.

[Ein] Video kursiert im Netz: Die zwei Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel und Alexander Gauland sowie der AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner reagieren misslaunig auf die Fragen von Journalisten.

Schon als Brandner nach der Wahl 2017 und dem Einzug der AfD in den Bundestag zum Chef des Rechtsausschusses gewählt worden war, hatten viele Bauchweh. Brandner gilt als Vertrauter des Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke und hat bereits als Abgeordneter im Thüringer Landtag so viele verbale Attacken geritten, dass er dafür 32 Ordnungsrufe kassierte.

Als er dann im Jänner 2018 den Vorsitz im Rechtsausschuss übernahm, erklärte er: "Ich freue mich auf die Aufgabe und denke, dass ich relativ wenig Skandale produzieren werde." Es klappte nicht. Vor allem zwei Aktivitäten bei Twitter lösten Empörung aus. Nach dem Anschlag auf die Synagoge von Halle verbreitete er einen Tweet, in dem es hieß: "Warum lungern Politiker mit Kerzen in Moscheen und Synagogen rum?" Schließlich seien die beiden Todesopfer Deutsche gewesen. Und das Bundesverdienstkreuz an den AfD-kritischen Sänger Udo Lindenberg bezeichnete Brandner als "Judaslohn".

Einen Rücktritt lehnte er ab, also holten die Abgeordneten der anderen Bundestagsfraktionen Gutachten sein. Schließlich war im Bundestag noch nie ein Vorsitzender eines Ausschusses abgesetzt worden. Doch man kam zu dem Schluss: Wer gewählt wurde, der kann auch wieder abgewählt werden.

"Die Abberufung von Brandner ist ein klares Signal gegen Hetze und Hass. Wir geben dem Amt damit endlich seine Würde zurück", sagt der Unionsobmann Jan-Marco Luczak (CDU).

Er verwies auch darauf, dass der Rechtsausschuss des Bundestags eine besondere Funktion habe: "Er wacht über Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Werte des Grundgesetzes." Der Linken-Rechtspolitiker Niema Movassat sagte: "Es hat sich ausgehetzt für Herrn Brandner."

Der Geschasste selbst erklärte: "Die Altparteien haben sich dramatisch blamiert." Es sei "der beste" Vorsitzende gewesen. AfD-Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland nannte die Abwahl "eine Mischung aus Dummheit und Anmaßung".

Brandner wird Mitglied im Justizausschuss bleiben, die AfD überlegt noch, ob sie einen neuen Ausschussvorsitzenden nominiert. Noch ein Posten ist vakant: Die AfD bleibt weiterhin ohne eigenen Vizepräsidenten im Bundestag. Keiner ihrer vier Kandidaten konnte bisher bei den Wahlen eine Mehrheit erzielen.


Aus: "Deutschland: Rebellion gegen AfD-Abgeordneten im Bundestag" Birgit Baumann (13.11.2019)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000111028276/rebellion-gegen-afd-abgeordneten-im-deutschen-bundestag

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Bobo1130

‚...er sei der beste Vorsitzende gewesen..‘
...genauso wie der Donald,...der ja zweifellos der beste Präsident (ever!!) ist...;-)


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ertzdfgh123

"Judaslohn bezeichnet den Lohn, den .. Judas .. dafür erhielt, dass er dessen (Anm. Jesus) Festnahme .. ermöglichte." (Quelle: Wiki)
Judaslohn ist nicht per se antisemitisch. Es geht um eine konkrete Person, nicht um das Volk.
Die Verleihung so zu bezeichnen ist freie Meinungsäußerung.

Die Meinung zu äußern, es nicht richtig zu finden, dass Politiker wegen dem Vorfall mit Kerzen in Moscheen und Synagogen gehen ist auch freie Meinungsäußerung.

Meiner Meinung ist das Ganze Aufregung um wenig und eine vollkommen überzogene Reaktion.
Dass es so etwas in der 70-jährigen Geschichte des Bundestags noch nie gegeben hat, zeigt, dass die vermeintlich Edlen und Guten versuchen die freie Meinungsäußerung mit extremen Mitteln zu unterdrücken.


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Cuca Racha

"per se"

Es geht hier nicht um per se, sondern um den Kontext. Auch Zigeuner, Neger, Weiber, Eskimos, etc etc ist nicht "per se" abwertend, diskriminierend und rassistisch, im Kontext aber schon. (Falls Sie das verstehen...)


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gensfleischs_erbe

Ihr rechten Opfer verwechselt da was
Freie Meinungsäußerung bedeutet, dass man seinen Mist von sich geben kann, ohne strafrechtlich belangt zu werden, nicht dass das nicht ohne Widerspruch oder Konsequenzen bleibt.


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justagame

Es gibt keinerlei Grund, eine Bemerkung wie "Judaslohn" strafrechtlich zu belangen, Sie linkes Opfer.


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Es wurde auch niemand strafrechtlich dafür belangt, es wurden lediglich demokratisch politische Konsequenzen gezogen.


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Mog Ia

schon peinlich zu sehen, wie sich die altparteien anscheixxen wenn sie die Rechnung für ihre schlechte Politik bekommen. afd würde es nicht geben, wenn die bonzen ihren Job korrekt im sinne der bürger machen würden.


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Marquis de Sade

Erstens: die AfD Leute sind genauso Bonzen. Zusätzlich halt rechtsradikal.
Zweitens: ist Antisemitismus, Rassismus und Verhetzung "im Sinne der Bürger"?
Drittens: die scheißen sich nicht an, die grenzen sich von solchen Leuten klar ab.

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Jimmy Hey

Ernst gemeint: Wieso ist Judaslohn antisemitisch? Kommt das nicht vom Judas der angeblich Jesus verraten haben soll?


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Fritz094

Es kommt bei solchen Vorfällen schon auch auf den Kontext an, Judas ist von den Nazis nunmal als Symbol 'jüdischer' Hinterhältigkeit verwendet worden. ...


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Maxpilot

Warum glauben Linke immer dass nur sie intelligent und gebildet wären.


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EUphoriker

Warum glauben Rechtsextreme eigentlich immer, dass alle ihre Gegner Linke sind.


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ischkb

Wenig Substanz ...

Der Begriff "Judaslohn" hat tatsächlich eine Verbindung zu Antisemitismus. Es liegt aber auch nahe, dass ihn jemand einfach benutzt, um zu beschreiben, dass jemand für einen Verrat belohnt wurde. Viel zu vage um jemandem Antisemitismus vorzuwerfen. Im Zweifelsfall muss man so einen Vorwurf unterlassen.

Beim zweiten Tweet verhält es sich ähnlich: Warum sollte jemand Antisemit sein, weil er jemandem vorwirft, dass er einem Verbrechen an der falschen Stelle gedenkt? Außerdem ging es auch um Moscheen. Also müsste er zusätzlich eigentlich noch "islamophob" sein. Warum bläst man die Geschichte so auf und spitzt das ganze auf Antisemitismus zu? - weil sich dieser Vorwurf am besten eignet, um jemandem zu schaden!


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Hattie Caroll

Auch die Juden die sich in der Synagoge befanden waren "Deutsche". Nur ein Nazi würde das anders sehen.
Und zum Glück hat der Attentäter von Halle es nicht geschafft in die Synagoge vorzudringen, denn nur deshalb haben die Besucher der Synagoge überlebt.
Selbstverständlich ist es auch höchst angebracht, wenn sich Politiker nach so einer Tat mit den Angegriffenen solidarisieren und sich in den Synagogen zeigen.
Das hat auch nichts mit "herumlungern" zu tun, sondern mit Anstand.
Und für welchen "Verrat" soll Udo Lindenberg denn das Bundesverdienstkreuz als "Judaslohn" erhalten haben? ...


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ischkb

Aus dem Tweet abzuleiten, dass Juden keine Deutschen seien oder sein könnten, halte ich für Wortklauberei: Hier ein Screenshot zum Original-Tweet:
https://pbs.twimg.com/media/EGk57qUWsAI_kvB?format=jpg&name=small

(Merke: Immer wenn der Original-Wortlaut nicht verbreitet wird, gibt er für die politische Agenda der Vorwerfenden weniger her als ein indirektes Zitat.)


Die AfD wird Lindenberg wahrscheinlich zB vorwerfen, dass er auf Helene Fischer politischen Druck aufgebaut hat:
https://www.spiegel.de/panorama/leute/udo-lindenberg-fordert-helene-fischer-zu-mehr-engagement-gegen-rechts-auf-a-1119306.html


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Hattie Caroll

Hallo, jemand, der zwischen angeblichen "Bio-Deutschen", die "gerne Volksmusik hören" und Juden unterscheidet, ist ein NAZI und sonst gar nichts.
Checken Sie das nicht?
Und wenn Lindenberg die Schlagerszene dazu auffordert sich gegen rechts zu engagieren, ist er doch kein "Verräter" sondern einfach nur ein anständiger Mensch.
Wachen Sie auf!


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federersBessererückhand

Judaslohn ist antisemitisch? Der Mann hat nun mal Judas geheißen.


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ulixxxes

... das kommt daher, dass einerseits die PC-Polizisten keine Ahnung davon haben, was sie beurteilen und andererseits Antisemiten im 19. und 20. Jhdt, das Bild des "Judaslohn" in ihre antisemitische Propaganda eingebaut haben.

Für mich persönlich hat der Begriff "Judaslohn" keinen Konnex mit Juden, sondern nur mit einer Person, der für Geld zum Verräter an der eigenen Sache wird - so ist auch das Verständnis von Schiller, der diese Metapher in diesem Sinn auch in "Wallensteins Tod" verwendet hat. Aber wer liest denn heute noch Schiller, wo´s doch Twitter & Co gibt?


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Flugsau


 ... Die Nazis haben immer betont, dass Judas ja ein Jude gewesen sei. Dass auch Jesus selbst einer war, wurde komplett ignoriert.


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Peter Wichtig

Bringt der AfD wieder ein paar prozente mehr sehr schlau gemacht.


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casus belli

Wenn so ein Mann der AFD mehr Prozente beschert, dann Gute Nacht.


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keppel pepi

In Österreich wäre er 3. Nationalratspräsident oder bekäme einen Orden am Band.


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Warum muss ich einen Postingnamen festlegen

Und einen gratis Zaun*

[* ... Wirbel um FPÖ-Geld für Hofers Gartenzaun ... https://www.derstandard.de/story/2000109141526/wirbel-um-fpoe-geld-fuer-hofers-gartenzaun-und-eine-spur



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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [Kopenhagen... ]
« Last post by Link on Yesterday at 09:38:33 AM »
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[...]  Kopenhagen – Nach der Schändung dutzender Gräber auf einem jüdischen Friedhof in Dänemark sind zwei Männer festgenommen worden. Jacob Vullum Andersen (38), der Anführer der Neonazi-Gruppe "Nordische Widerstandsbewegung", und ein 27-jähriger Gesinnungsgenosse haben gestanden, 84 Grabsteine mit olivgrüner Farbe beschmiert zu haben.

Andersen hatte noch am Montag in einem Interview mit dem Sender Ostjütland TV2 die Schändung des Friedhofs verteidigt: "Wir wissen nicht, ob die Personen, die den Jahrestag der Reichskristallnacht (Nazi-Bezeichnung für die Novemberpogrome, Anm.) für eine Kampagne gegen die Juden genutzt haben, Mitglieder oder Sympathisanten unserer Bewegung sind", erklärte er, "aber es ist gut, dass die Leute endlich aufwachen und erkennen, dass die Macht der Juden und die jüdische Unterwanderung der Gesellschaft extrem schädlich und abzulehnen sind." In Dänemark leben rund 6.000 Juden.

An den Schuhen und Jacken, die die beiden Neonazis bei der Aktion trugen, fanden Ermittler Farbspuren. Außerdem wurden auf den Mobiltelefonen der beiden Männer Chatprotokolle gefunden, in denen sie sich über Farbbomben unterhielten.

Die "Nordische Widerstandsbewegung", die sich auch "Nordfront" nennt, ist in ganz Skandinavien aktiv. Im schwedischen Göteborg wurden 2016 drei Mitglieder wegen eines Sprengstoffattentats zu Haftstrafen verurteilt. In einer Dokumentation des norwegischen Fernsehens aus dem Jahr 2017 erklären Mitglieder, dass sie zwar "nationale Sozialisten" seien und sich von Adolf Hitler inspiriert fühlten, die Bezeichnung "Nazi" aber ablehnten.

Der Friedhof in der westdänischen Stadt Randers stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Vorfälle waren der Polizei am Samstag – ausgerechnet dem Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938 – gemeldet worden. In den Folgetagen waren weitere Fälle von Vandalismus in anderen Teilen Dänemarks sowie in Norwegen und Schweden bekannt geworden.


Aus: "Dänemark: Dänische Neonazis schändeten jüdischen Friedhof" (red, APA, dpa, 13.11.2019)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000111038554/daenische-neonazis-schaendeten-juedischen-friedhof

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Ruth Schlabbeeritzka-Pangl

Farbspuren - Friedhöfe schänden, egal welcher Konfession, ist allerunterste Schublade. Aber trotz aller berechtigten Empörung sollte man doch einmal kritisch hinterfragen, wer oder was denn eigentlich den Nährboden für das erneute Aufkeimen dieser unseligen Rechts-Bewegungen bereitet hat...


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MORGEN ist alles gut

Moslems, Schwule, Lesben und Neger sind schuld?


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pibyte

Der Nährboden heißt Dummheit.
In Forderungen wie deinen gut ersichtlich.


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insertnamehere

So rein prinzipiell wirds wohl IMMER einen kleinen Anteil von Menschen geben, die einfach große Befriedigung aus aktiv betriebener Bösartigkeit ziehen und für die gibt eine Nazi-Ideologie wohl ein brauchbares und vor allem schon hübsch ausformuliertes Gerüst ab, in dem sie sich selber super finden und alle anderen hassen und verachten können. Außerdem leben wir in einer großen und komplexen Welt, wo es doch einiges an schwieriger Denkarbeit erspart, wenn man sich einfach erklärt, hinter allem würden irgendwie irgendwo eh immer "dä Jooodänn" stecken (wie die dabei eigentlich den Überblick behalten sollen, lassen wir mal außen vor).


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LeChaim

Respektlose Menschen ohne Anstand.


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Umweltgefährliche Stoffe (Ökotoxikologie)
« Last post by Link on November 13, 2019, 06:50:02 PM »
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[...] Bleirecycling ist in Afrika ein weit verbreitetes Geschäft. Die Gesundheits- und Umweltbedingungen sind desaströs. Oft arbeiten die Menschen mit einfachster Technik und ohne Arbeitsschutz. Bleistaub landet auf Haut, Kleidung und im Grundwasser. Die Krankheitsraten sind dramatisch hoch. Betroffen sind nicht nur die Arbeiter, sondern auch ihre Familien. Viele sterben an den Folgen der Vergiftung. Das zum Teil aus europäischen Batterien recycelte Blei landet wieder auf dem Weltmarkt. Vor allem in den Industrieländern steigt die Nachfrage stetig. Ein Großteil des Rohstoffes wird in die EU exportiert. Auch Deutschland importiert Blei aus Afrika, oft über Umwege und Zwischenhändler. ...


Aus: "Kampf gegen Bleischmelzen" (23.09.2019 )
Quelle: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/ttt-22092019-phyllis-omido-100.html

https://www.oeko.de/forschung-beratung/themen/rohstoffe-und-recycling/toedliches-geschaeft-bleirecycling-in-afrika/

"Bleirecycling in Kenia - „Das Blei ist überall!“" Interview: Leonie Asendorpf (13.11.2019)
Die kenianische Aktivistin Phyllis Omido kämpft für strengere Umweltauflagen beim Recyceln von Blei. Auch Deutschland stehe in der Verantwortung. ...
https://taz.de/Bleirecycling-in-Kenia/!5637071/

https://de.wikipedia.org/wiki/Phyllis_Omido


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