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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [SPD (Politik)... ]
« Last post by Link on July 19, 2018, 10:51:00 AM »
Sören Link: "Wenn wir unseren Job machen, ist die AfD überflüssig"
Die SPD war beim Thema Flüchtlinge lange stumm, kritisiert Sören Link seine Partei. Im Gespräch fordert der Duisburger Oberbürgermeister schnellere Abschiebungen.
Interview: Lisa Caspari, Duisburg (19. Juli 2018)
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-07/soeren-link-oberbuergermeister-duisburg-spd-fluechtlinge/komplettansicht

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"Kaufpreise für Wohnungen in Berlin um mehr als 15 Prozent gestiegen" (17. Juli 2018)
In deutschen Großstädten sind die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. In der Hauptstadt Berlin verteuerten sich die Wohnungen besonders stark, zeigen Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken, über die die Zeitschrift Finanztest berichtete.
Die Preise für Wohnungen in Berlin stiegen demnach von Ende 2016 bis Ende 2017 im Schnitt um 15,6 Prozent. Frankfurt am Main liegt mit einem Anstieg von 12,5 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Hamburg (11,4), Stuttgart (11,3) sowie Köln (10,8 Prozent). Im bundesweiten Schnitt hätten Käufer von Eigentumswohnungen Ende 2017 sieben Prozent mehr zahlen müssen als ein Jahr zuvor. Basis der Berechnungen sind tatsächlich abgeschlossene Kaufverträge, nicht Annoncen oder Maklerumfragen.
Orte, an denen Wohnimmobilien nicht oder nur wenig teurer wurden, gibt es nach den ausgewerteten Daten nur noch in Ostdeutschland. Zum Beispiel kosteten Eigentumswohnungen in Frankfurt (Oder) binnen Jahresfrist nur 0,9 Prozent mehr, im Raum Görlitz 1,7 oder im Kreis Vorpommern-Greifswald 2,1 Prozent.
... Neben dem Trend zur Geldanlage in Sachwerte treiben vor allem die extrem niedrigen Zinsen sowie die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt die Nachfrage nach Immobilien an. Zugleich hält die Anzahl der Neubauten nicht mit der Nachfrage Schritt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte erst kürzlich vor der potenziellen Gefahr einer möglichen Immobilienblase. Der Preisanstieg bei Immobilienpreisen habe in Deutschlands "dynamischsten Städten eine genaue Beobachtung verdient", hieß es in einem IWF-Länderbericht. Die globale Finanzkrise 2008/2009 hatte ihren Ausgangspunkt auf dem US-Immobilienmarkt, wo die Preise nach jahrelangem Boom kollabierten. ...
https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-07/immobilienmarkt-berlin-wohnungen-kaufpreise-anstieg

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Hans mit Wurst #8

Interessant wäre es einmal die Käufer aufzuschlüsseln. Hat da der normale Bürger sich den teuren Traum vom Eigenheim erfüllt oder machen hier große Investoren und Holdings ihren Reibach?


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Durex #8.5

Es sind in erster Linie Kapitalgesellschaften und Rentenfonds, die die Immobilien - auch Wohneigentum - in Deutschland aufkaufen, da D. verhältnismäßig preiswert in diesem Segment war, und man bei Wohnungen davon ausgehen kann, dass immer Kapitalertrag (Miete) reinkommt.
Seitdem auf den Kapitalmärkten dank Dragis Nullzinspolitik es keine Zinsen mehr gibt, wird halt in andere, ertragreichere Gebiete investiert.
Was sollen Rentenfonds auch machen, wenn sie ihren Einzahlern (das können durchaus einige der Mieter sein) im Alter ein Plus gewähren wollen?


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MowKow #8.6

Nicht nur die - Inzwischen haben auch ausländische Privatleute den deutschen Immobilienmarkt als Investmentvehikel für sich entdeckt
In meinem Eingangsbereich (Neubau 12/2017, München) gingen 4 von 16 Wohnungen an Chinesen die Diese vermutlich noch nie in ihrem Leben gesehen haben (ausser im Hochglanzprospekt)
Wer wissen will wohin die Reise geht braucht sich nur in Sydney oder London mal umschauen


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Für mehr Substanz #9

Wohneigentumquote Deutschland: 51%
Wohneigentumquote Griechenland: 73%

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155734/umfrage/wohneigentumsquoten-in-europa/

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K. Wumm #9.5

Wohneigentumquote Schweiz: 42%
Wohneigentumquote Rumänien: 96%

Und nun?


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ahlibaba2 #10

Die Blasenbildung in Immobilienvermögen ist unübersehbar. Offenkundig reagiert unsere allseits geschätzte Regierung auf diese Verwerfungen nicht, weil sie die Blasenbildung in etwas Wünschenswertes umgedeutet hat. Sind nicht die Immobilienpreise jahrelang gar nicht gestiegen? Besitzen die Deutschen nicht im Durchschnitt im europäischen Vergleich ein nur geringes Vermögen? Sorgt nicht die Vermögenspreisinflation erst für den "Megaboom" in deutschen Großstädten, unterstützt nicht die Teuerung der Lebensverhältnisse erst den Zwang zur Arbeit und den Druck zur Lohninflation? Der Zynismus, den Ökonomen an den Tag legen, wenn sie dieses Phänomen umarmend kapitulieren, kennt keine Grenzen. Die Immobilienpreisinflation ist das, was redliche Ökonomen vor einigen Jahren noch nicht nachhaltiges Wirtschaften genannt hätten. Doch was interessiert sie ihr Geschwätz von gestern?

Auch ist offenkundig, dass gerade in Berlin die Stadt an der Immobilienblase verdient, indem sie Steuereinnahmen aus den Immobilientransaktionserlösen bezieht. Es besteht in Berlin ein krasses System von Fehlanreizen, die eine politische Begrenzung der Blasenbildung behindern. 30.000 Leute leben in Berlin auf der Straße, aber die neu gebaute Wohnfläche ist rückläufig. Das ist stadtplanerisch eine Kapitulation.

"Deutschlands erstes Slum" in Kreuzberg wird übrigens derzeit mit Luxuswohnungen bebaut. Die Regierung hat die Behausungen dieser Leute einfach platt gemacht, wie in einem Drittweltland.


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mounia #10.1

So ist es. Schöne Grüße aus Kreuzberg.


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Gemütsarmer #10.2

Vor der Wende war Berlin ein Bundesland oder Stadtstaat. Nachdem Berlin zur Hauptsstadt würde hatte das in vielerlei Hinsicht Konsequenzen. Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin. Umzug grösser Teile der Administration und Verwaltung plus Ministerien. (Natürlich wurde den Bonnern versprochen das die Ministerien und Verwaltungen in Bonn bleiben nur wer glaubt den Blödsinn dass dies auf Dauer so bleibt es ist nur eine Frage der Zeit bis alle Verwaltungen etc. in Berlin zentralisiert werden). Umzug der Botschaften, der Landesvertretungen, der Fachverbände, der Lobbygruppen etc. Das sind schon Zigtausende Gutverdiener mit Anhang die plötzlich nach Berlin kommen die über viel Geld verfügen. Allein das treibt schon kräftig die Preise nach oben. Dann weitere Zigtausende junge Personen als Zuzug die im Medien, Internetbuisness tätig sind. Dann Zuwanderung von Flüchtlingen, Zuzug von Personen die vom Land in die Stadt wollen. Hier raus resultiert zwangsläufig eine Wohnungsknappheit da Flächen und Wohnraum begrenzt sind und egal was die Politik macht solange der Zuzug anhält werden die Preise steigen. Das einzige was helfen würde wäre eine Abwanderung aus der Stadt.


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Kunst (Art on the net) / kuenstler selbst...
« Last post by Link on July 17, 2018, 05:38:30 PM »
Joseph Heinrich Beuys (* 12. Mai 1921 in Krefeld; † 23. Januar 1986 in Düsseldorf) war ein deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner, Kunsttheoretiker und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Beuys setzte sich in seinem umfangreichen Werk mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander.
https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Beuys

Joseph Beuys - Grösse des Denkens
Joseph Beuys anlässlich seines Besuchs im "Club 2" am 27.01.1983. Weitere Gäste u.a.: der österreichische Komponist György Ligeti sowie der Kunst- und Medientheoretiker Peter Weibel. Gesprächsleitung: Adolf Holl.
https://www.youtube.com/watch?v=diTJuJ9IXXw

Adolf Holl debattiert in einem legendären 'Club 2' mit Joseph Beuys, dem österreichisch-ungarischen Komponisten György Ligeti, der Kunstkritikerin Annelie Pohlen, Kunst- und Medientheoretiker Peter Weibel und der Kunsthistorikerin Hildegard Fässler über das Thema "Kunst oder Schwindel?" Weitere Themen: Kunstvermittlung, Inspirationskulturen, Individuation, "Warum tragen Sie den Hut?", Theorie & Kunst, Soziale Kunst, Verstehen von Kunst, "Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt", Grösse des Menschen, Märchen, höhere Formen des Denkens, Kunst & Leben, Intuition, ein "Bildexperiment" und das Nicht-Verstanden-Werden (ORF 27.01.1983).
https://youtu.be/J6pS7H_24CE

Joseph Beuys - Interview (1980)
Über den erweiterten Kunstbegriff, Biografisches, den Willen im Denken, seine tiefe seelische Krise, den gewandelten Kapitalbegriff & die Kandidatur bei den Grünen ("Lebensläufe", 1980)
https://youtu.be/f4aUOYBMy6Y

Joseph Beuys und Michael Ende auf der Suche nach dem sozialen Künstler
Ausschnitte aus einer Veranstaltung der Freien Volkshochschule Argental vom 10.02.1985 "Diese Menschen, die sich heute an einen Tisch setzen, wollen sozusagen aus der Sache heraus dasjenige aus dem Kosmos zurück auf die Erde bringen, was ihnen der Materialismus von ihrem eigenen Wesen abgeschnitten hat. Im Zurückbringen desjenigen Teils das diese Menschen wieder herunterreißen müssen in einer gewaltigen Kraftanstrengung gegenüber den Mächten, die das nicht wollen, besteht eben die allergrößte Verantwortung im Bezug auf die Genauigkeit von Wahrnehmen einerseits der Phänomene, die im Spiele sind, also in der Auseinandersetzung mit dem Vorgegebenen, also mit dem, was sich etabliert hat und mit demjenigen, was in die Zukunft führen soll. [...]"
https://www.youtube.com/watch?v=QwON1Zd9XwQ

Beuys vs Gehlen: Kunst - Antikunst
Diskussion zwischen Joseph Beuys und Arnold Gehlen. Vom 27.01.1970.
https://www.youtube.com/watch?v=2VLsaY4KGYs

https://www.youtube.com/user/beuystv/videos

https://www.youtube.com/user/BeuysKanal/videos
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Kunst (Art on the net) / kuenstler selbst...
« Last post by Link on July 17, 2018, 05:25:01 PM »
Alberto Giacometti - Meister des Blickes (Porträt 2015)
Wer ist Alberto Giacometti (1901-1966)? Berühmt und doch verkannt. Das Filmporträt zum 50. Todestag des grossen Malers, Zeichners und Bildhauers stellt sein Schaffen und Leben umfassend vor. Unter Verwendung von Originalaufnahmen (Charles de Lartigue, 2015).
https://www.youtube.com/watch?v=BmkE6vyEf_4

Alberto Giacometti - Ein Portrait (2001)
"Je mehr man scheitert, desto mehr erreicht man." (A.G.)
Das Porträt enthält Originalaufnahmen von Alberto Giacometti beim Arbeiten. Man kann u.a. das Entstehen eines Bildes und einer Skulptur verfolgen (Ernst Scheidegger, 2001)
https://www.youtube.com/watch?v=I69Mcd19sK8

Der Mann, der durchs Feuer ging - Alberto Giacometti - ein Leben
"Der Mann, der durchs Feuer ging - Alberto Giacometti - ein Leben" Portrait von Gero von Böhm, Produktion SWR 2001 Aufnahme: ARTE 26.09.2001 Alberto Giacometti war neben Künstlern wie Picasso und Matisse einer der ganz Großen in der Kunst des 20. Jahrhunderts. In der Bildhauerei hat er einen kopernikanischen Umsturz hervorgerufen: Er stellte den Menschen in seinem Urbeginn dar, in einem imaginären, unteilbaren Raum - als erster zeigte er Plastiken aus einer absoluten Distanz, die auf magische Weise sogar größer wird, wenn man den Figuren näher kommt. Und auf den Gemälden scheinen Gegenstände und Personen im Nichts zu schweben. Sein Freund Jean-Paul Sartre schrieb: "Seit fünfhundert Jahren sind die Bilder zum Bersten voll, das ganze Universum zwängt man in sie hinein. Giacometti beginnt damit, dass er die Welt aus seinen Gemälden verbannt. " Zu Sartre sagte Giacometti einmal, nachdem er gerade einige seiner Gipsplastiken zerstört hatte: "Alles, was ich mache, ist nur vorübergehend - für eine Morgendämmerung, wie eine Traurigkeit, wie eine Eintagsfliege. Wie Flugsand." Der seltsame Gipsstaub, der über die Jahre das gesamte Atelier zudeckt, ist der Staub jenes magischen Raumes, den Giacometti als erster Bildhauer und Maler abbilden konnte. Der Film erzählt Giacomettis Leben, ein Leben zwischen Bergtälern und Bordellen, zwischen Angst und Euphorie, unerträglichen Zweifeln und spätem Ruhm. Zweimal, in der Mitte und am Ende seiner künstlerischen Entwicklung, konzentriert er sich auf das Motiv des "Homme qui marche", des schreitenden Mannes, das nicht nur zu seinen wichtigsten Skulpturen führte, sondern auch ein Symbol für sein ganzes künstlerisches Dasein ist: Für die immerwährende Suche nach einem Stück Wahrheit. Für den Film gibt Giacomettis letzter lebender Bruder, der 94jährige Bruno zum ersten Mal Auskunft über ganz unbekannte private Seiten des Künstlers. Weggefährten der Pariser Zeit, vor allem aber Briefe und dokumentarische Filmbilder aus den fünfziger und sechziger Jahren, die Giacometti bei der Arbeit zeigen, geben dem Film eine große Intensität.
https://www.youtube.com/watch?v=gZBe7AWUhyE

Giacometti (1967)
Spend a few minutes with Giacometti in his Paris studio and watch him "squeezing and stretching and mauling the clay in his hands". Through sharply edited close-ups, dissonant soundtrack and solemn commentary, this Arts Council film captures the intensity of the artist's concentration as he rhythmically models the spindly, elongated figures that characterise his work.  ...
https://www.youtube.com/watch?v=vRsejf8xdC0


Alberto Giacometti - Der Kopf im Raum" Porträt 1965 von Jean-Marie Drot und Edwin Mullis Aufnahme: ORF2 am 26.02.1996, Reihe ARTgenossen
https://www.youtube.com/watch?v=El02PqGk7uk
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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Kiel Gaarden...
« Last post by Link on July 16, 2018, 11:50:35 AM »
Quote
[...] Am 27. Mai 1967 tritt der Weltstar Jimi Hendrix im Star-Palast im Kieler Stadtteil Gaarden-Ost auf. "Er spielte über eine halbe Stunde 'Hey Joe' und da machte er so eine Show draus, ging immer zum Lautsprecher und versuchte, eine Rückkopplung zu erzeugen", erinnert sich Inge Hansen. "Das war so beeindruckend für mich. Ich hatte Gänsehaut", sagt Henrik Maaß, der damals ebenfalls Musik macht. .... Der Club im Karlstal 42, von dem es nur wenige Fotos gibt, wird zum Publikumsmagneten. Es gibt Schwarzlicht, über der Tanzfläche schwebt eine Diskokugel. "Damals wurden drei Stücke gespielt und dann konnte man sich unterhalten", erinnert sich Inge Hansen. An kleine Nierentischen können die Tänzer sich zwischen den Stücken setzen und etwas trinken. Der Eintritt kostet meistens eine Mark - es sei denn der große Jimi Hendrix steht auf der Bühne. "Das kostete damals fünf Mark", erinnert sich Inge Hansen. ...


Aus: "Als Jimi Hendrix in Kiel spielte" von Stefanie Döscher (14.07.2018)
Quelle: https://www.ndr.de/kultur/geschichte/Als-Jimi-Hendrix-in-Kiel-spielte,jimihendrix130.html

Quote
Christian-Albrecht Groddeck schrieb am 14.07.2018 12:55 Uhr:

Soweit ich erinnere fing der Starpalast im Jahr 1963 bereits an. In diesen Jahren bis zum "Revolution" wie er später hieß, war ich stetiger Stammgast dort. Eigentlich zu jung (war aber größer und sah älter aus) durfte ich rein, stets mit dem Hinweis, nur Cola trinken und um 22:00 Uhr raus. So lautete die Bedingung. Grossartig, was dort präsemtiert wurde an Bands. Lange Zeit war Gary Glitter, der später unrühmliche Schlagzeilen mnachte, dort als Hausband verpflichtet. Er nannte sich dort "Paul Raven & The Boston Showband". Bis zu 3 Bands traten oft an den Wochenenden auf. Viele spätere Stars kamen so in den Norden und nach Kiel. Auch Spencer Davis , sowie Alan Merrill & The Arrows. Leider wurde damals nur selten etwas im Bild festgehalten und auch die Zeitung war sehr sparsam mit Berichten. Das dort erlebte bleibt auch mir unvergessen. Freunde von mir sollten für einen Bandwettbewerb vorspielen, mich nahmen sie als ihren Manager mit, den bräuchten sie, wenn man dort aufspielte. Alle späteren Versuche den Ort für Concerte zu erhalten scheiterten, ebenso wie Versuche dauerhaft dort Discotheken zu betreiben. Es war musikalisch eine der Hochburgen in Kiel und stilprägend für viele von uns in den Sechzigern.

    Anmerkung der Moderation:
    Vielen Dank, dass Sie ihre Erlebnisse aus der damaligen Zeit mit uns teilen. Allerdings eröffnete der Star-Palast unseren Quellen zufolge offiziell am 28. Februar 1964. Die Eröffnung wurde am 22. Februar in den "Kieler Nachrichten" angekündigt.

    Viele Grüße aus der Redaktion


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Geschichte (Bruhstuecke) ...
« Last post by Link on July 14, 2018, 04:13:18 PM »
Annihilation : The Destruction of European Jews - The End of Illusions (The Memory of a Holocaust, Veröffntlicht am 16.05.2017)
Seventy years after Auschwitz's liberation, this documentary film collection sets out to examine a story whose roots begin before the dawn of the 20th century - a story which is still being played out today. ...
https://www.youtube.com/watch?v=wPa1BlyUXP0

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"1925–2018: Französische Regielegende Claude Lanzmann gestorben" Bert Rebhandl (5. Juli 2018, 11:56)
Mit "Shoah" schrieb Claude Lanzmann Filmgeschichte. Nun ist der einflussreiche französische Regisseur, Intellektuelle und Journalist in Paris 92-jährig gestorben. Fünfhundertvierzig Minuten für sechs Millionen Tote: Mit dieser Gleichung erschütterte Claude Lanzmann 1985 nicht nur die Filmgeschichte, sondern auch die große Geschichte – jene der Völker und der Mächte. Der neun Stunden lange Film Shoah war mehr als nur ein Dokument. Er wurde zu einer Instanz. Lanzmann gab darin einen Bericht von den Verbrechen an den Juden in Osteuropa während des Zweiten Weltkriegs. Er setzte dabei auf ein schmerzhaftes Verfahren: Ein paar wenige Überlebende mussten davon erzählen, was denen widerfahren war, die nicht mehr Zeugnis ablegen konnten. ... Im Kern ist Shoah nicht zuletzt ein Film über ein Bilderverbot, in der die von Vegetation überwucherten Gleise zu den Selektionsrampen für die Orte stehen, an denen 40 Jahre davor Juden in den Tod gehen mussten. Zugleich aber ist Shoah eine große Recherche, wobei ein Mann im Mittelpunkt steht: Claude Lanzmann selbst, der mit seinem gebrochenen Englisch, mit seinem merkwürdigen Charme, mit seiner knarrenden Stimme die Menschen zum Sprechen zu bringen versucht. ...
https://www.derstandard.de/story/2000082877501/franzoesischer-regisseur-claude-lanzmann-gestorben

Shoah ist ein zweiteiliger Dokumentarfilm von Claude Lanzmann aus dem Jahr 1985, in dem Zeitzeugen zur (zum) Schoah (Holocaust) (von hebräisch הַשׁוֹאָה ha'Schoah) befragt werden. Kein einziger Leichnam wird gezeigt (auch nicht als Archivbild). Die Filmaufnahmen bestehen überwiegend aus Interviews und langsamen Kamerafahrten an den Orten, die Schauplätze waren für tausende Juden, die im Zweiten Weltkrieg dorthin deportiert wurden, um sie zu ermorden. Shoah ist mit neun Stunden ungewöhnlich lang und gilt als ein Meilenstein in der filmischen Auseinandersetzung mit der vom Deutschen Reich systematisch betriebenen Vernichtung der Juden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Shoah_(Film)

Shoah (1985) part 1 - with subs/sa prevodom
Claude Lanzmann's epic documentary recounts the story of the Holocaust through interviews with witnesses - perpetrators as well as survivors.
https://www.youtube.com/watch?v=Uni1kybTAn0
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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Flüchtlingspolitik...
« Last post by Link on July 14, 2018, 03:36:06 PM »
Quote
[...] Schon in der frühen Schrift «We refugees» (Wir Flüchtlinge) erklärte die deutsch-jüdische Philosophin: «Flüchtlinge repräsentieren die Avantgarde ihrer Völker.» Arendt hat aus ihren Untersuchungen (und ihrer Erfahrung) des Totalitarismus den Schluss gezogen, dass die Missachtung der Grundrechte in einer ersten Phase stets nur Flüchtlinge und schutzlose Minderheiten betrifft, bevor sie sich in einer zweiten Phase generalisieren kann. Historisch betrachtet war die Flüchtlingspolitik das Laboratorium der Barbarei. Erst zielt die Aufhebung der Menschenrechte nur auf Migranten – und irgendwann auf die gesamte Bevölkerung.

Wir sollten nicht so naiv sein, zu glauben, dass die namenlosen Tragödien, die sich Tag für Tag und Nacht für Nacht auf offener See abspielen, ohne Einfluss bleiben werden auf das Leben, die Politik und die Gesellschaft in Kontinentaleuropa. Wir sollten nicht so naiv sein, zu glauben, dass diese Toten nicht die unseren sind.


Aus: "Binswanger: Avantgarde der Völker" Daniel Binswanger (30.06.2018)
Quelle: https://www.republik.ch/2018/06/30/avantgarde-der-voelker
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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Flüchtlingspolitik...
« Last post by Link on July 14, 2018, 03:25:55 PM »
"Der Untergang" Wolfgang Luef (05. Juli 2018)
Ich stelle mir vor, ich wohne in einem Mietshaus mit vielen Wohnungen und einem gemeinsamen Garten. An der Grenze unseres Grundstücks verläuft eine Straße, und aus irgendeinem Grund verunglücken dort täglich mehrere Fahrradfahrer schwer. Keiner von uns Mietern kann etwas dafür, dass diese Menschen dort verunglücken, keiner hat sie gebeten, hier vorbeizufahren. Vielleicht sind wir sogar ausdrücklich dagegen, dass hier überhaupt jemand langfährt. Aber wäre es vorstellbar, die Nachbarn dafür zu kritisieren, dass sie in dieser Situation den Notarzt rufen? Wäre es vorstellbar, den Notarzt zu verklagen und einzusperren, weil er den verunglückten Radfahrern hilft? Wäre es vorstellbar, oben am Fenster zu stehen und zu argumentieren: Erst wenn es da unten genügend Tote gegeben hat, werden andere lernen, dass man hier nicht langfährt? Sicher nicht in einem Haus, in dem ich noch wohnen möchte.
Doch genau das passiert gerade in Europa. Plötzlich gibt es im öffentlichen Diskurs zwei unterschiedliche Meinungen darüber, ob man Menschen in Lebensgefahr helfen soll, oder ob man sie lieber sterben lassen soll. »Je mehr man rettet, desto mehr kommen doch«, das sagt man plötzlich laut und ungeniert. Der Satz hat sich von den hasserfüllten Kommentarspalten auf Facebook in die angsterfüllte Mitte der Gesellschaft geschlichen. Er wird heute in Büros ausgesprochen, auf Gartenpartys und in Parlamenten.
Derweil steht der Kapitän des Rettungsbootes »Lifeline« in Malta vor Gericht, andere Rettungsboote werden am Auslaufen gehindert. Die AfD präsentiert stolz eigene Strafanzeigen gegen weitere Helfer, etwa von »Ärzte ohne Grenzen« oder »Save the Children«. Italiens Innenminister nennt die Retter »Vizeschlepper« und schließt die Häfen für sie. Europas Populisten applaudieren dazu, und in der CSU, immerhin eine deutsche Regierungspartei, verunglimpft man diejenigen, die es lebend übers Mittelmeer und bis nach Deutschland geschafft haben, als Touristen. Seit Anfang des Jahres sind 1400 Menschen an den Grenzen der Europäischen Union gestorben, und die reichste Staatengemeinschaft der Welt und Trägerin des Friedensnobelpreises lässt kein echtes politisches Interesse daran erkennen, das Problem gemeinsam anzugehen. Der Grund dafür: Niemand hätte dabei etwas zu gewinnen, außer den ertrinkenden Menschen.
Das ist der Anfang vom Ende der europäischen Idee. Wir können uns nicht auf Menschenrechte, Aufklärung und Humanismus berufen und gleichzeitig die Rettung Ertrinkender kriminalisieren. Der kleine Stolz, den man noch vor Kurzem empfinden konnte, ein Europäer zu sein, er ist zusammen mit Tausenden Männern, Frauen und Kindern im Mittelmeer ertrunken. Während wir alle im Fernsehen, auf Twitter und Facebook nahezu live dabei zusehen können.
Es geht nicht um unterschiedliche Auffassungen, wie man mit Migranten- und Flüchtlingsbewegungen umgehen soll. Es geht nicht darum, dass man »nicht alle aufnehmen« kann. Es geht schlicht um ein Mindestmaß an Zivilisiertheit: Wer gerade dabei ist, zu ertrinken, der ist weder Flüchtling noch Migrant, der ist weder Afrikaner noch Europäer, weder Muslim noch Christ, der ist ein Mensch, der gerade dabei ist, zu ertrinken, und man muss alles unternehmen, um ihn zu retten.
... Menschen [ ] sehenden Auges ertrinken zu lassen, als abschreckendes Beispiel für andere, das ist keine Meinung. Es ist der erste Schritt in die Barbarei. ...
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/abschiedskolumne/der-untergang-85837
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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Flüchtlingspolitik...
« Last post by Link on July 08, 2018, 09:02:07 PM »
"Asylstreit in der Union: Steinmeier kritisiert Sprache in der Asylpolitik" (8. Juli 2018)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich über den Sprachstil besorgt gezeigt, der in der deutschen Asylpolitik genutzt wird. "Wir müssen zurück zur Vernunft", sagte er im ZDF. Besonders in digitalen Medien drohe die "Grenze des Unsagbaren und des Unsäglichen" zu verschwimmen. Er halte nichts von übertriebener politischer Korrektheit. Aber man müsse sich verantwortungsvoll streiten. Das verlange auch Disziplin bei der Sprache.  ...
Begriffe wie "Achse der Willigen", wie ihn Österreichs Kanzler Sebastian Kurz für eine engere Kooperation zwischen Österreich, Italien und Deutschland ins Spiel gebracht hatte, seien keine geeignete Sprache, sagte der Bundespräsident. Der Weg zu einer gemeinsamen Migrationspolitik in Europa sei mühsam genug. "Deswegen glaube ich, sollten wir auch keine Sprache pflegen, die noch spalterisch wirken kann."
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte kürzlich den Begriff "Asyltourismus" in den Asylstreit der Union eingebracht. Söder meint damit Menschen, die erst in einem anderen EU-Staat und dann auch in Deutschland einen Asylantrag stellen wollen. Auf den Begriff angesprochen sagte Steinmeier, vor allem Mitglieder der Regierungsparteien müssten auf ihre Sprache achten.   ...
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-07/frank-walter-steinmeier-asylstreit-union-sommerinterview

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zimuncumuncu #1

''Aber man müsse sich verantwortungsvoll streiten.''

Fragt sich nur, wer da ein Interesse dran haben sollte.
Ich stimme Steinmeier zwar zu. Aber die Anheizer sind Profiteure dieser Verrohung und werden ganz sicher nicht nach einer sonntäglichen Äußerung des Bundespräsidenten zu Sachlichkeit zurückkehren.


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"Seenotrettung: Italien will Häfen auch für staatliche Einsatzschiffe sperren" (8. Juli 2018)
Innenminister Matteo Salvini will internationalen Einsatzschiffen den Zugang zu Italiens Häfen verwehren. Sein Ziel: die Zahl der ankommenden Migranten auf null senken. Italien will künftig auch Schiffen internationaler Missionen im Mittelmeer den Zugang zu seinen Häfen verwehren. Innenminister Matteo Salvini schrieb auf Twitter, er werde einen entsprechenden Vorstoß beim EU-Innenministertreffen am Donnerstag besprechen. Salvini ist stellvertretender Regierungschef und Chef der rechtsextremen Lega. 
Auslöser für Salvinis Tweet ist mutmaßlich das irische Marineschiff Samuel Beckett, das in der Nacht zum Sonntag mit 106 Flüchtlingen an Bord in Sizilien anlegte. Das Schiff war im Rahmen einer EU-Mission auf dem Mittelmeer unterwegs.     
Die Regierung in Rom hat bereits privaten Seenotrettungshelfern untersagt, italienische Häfen anzusteuern. Das deutsche Rettungsschiff Lifeline der gleichnamigen Hilfsorganisation war Ende Juni tagelang durch das Mittelmeer gefahren, weil kein europäischer Hafen ihm das Anlegen erlaubte. Schließlich erklärte sich Malta bereit, das Schiff aufzunehmen. Der deutsche Kapitän muss sich nun vor Gericht verantworten, weil das Schiff mutmaßlich unter falscher Flagge fuhr.
Italien liegt vergleichsweise nahe an der nordafrikanischen Küste und ist deshalb eines der Hauptankunftsländer für Flüchtlinge. Nach Angaben der italienischen Regierung trafen seit Jahresbeginn fast 16.700 Migranten an den Küsten des Landes ein, davon 11.000 aus Libyen. Das seien 80 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Innenministerium mit. Salvini will die Zahl auf null senken. "Wir können keinen einzigen mehr aufnehmen", sagte Salvini Ende Juni dem Spiegel.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-07/salvini-migranten-schiffe-sperren-eu

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"Rhetorik: Das Wörterbuch der Verschleierung" Kai Biermann und Martin Haase (13. Juli 2018)
In der deutschen Debatte um Asyl und Flüchtlinge werden viele Begriffe verwendet, die Fakten und Zusammenhänge vernebeln. Angesichts der Rhetorik, die den politischen und gesellschaftlichen Diskurs prägt, ist immer häufiger von einer Verrohung der Sprache die Rede. Aber worin genau besteht sie? Kai Biermann, Redakteur bei ZEIT ONLINE, und Martin Haase, Professor für Linguistik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, sammeln in diesem subjektiven Glossar die gängigsten Begriffe und Formulierungen und versuchen, die politischen Interessen dahinter offenzulegen. Ein kritisches, kommentierendes Glossar
https://www.zeit.de/kultur/2018-07/rhetorik-sprache-alexander-dobrindt-worterfindungen-woerterbuch

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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Variationen zur Gretchenfrage...
« Last post by Link on July 08, 2018, 11:16:07 AM »
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Würden Sie sich als Atheisten bezeichnen?

Jan Assmann (Kulturtheoretiker): Nein. Gott ist für mich eine offene Frage; für die Atheisten ist sie gelöst. Ich würde meinen, dass alle Religionen Übersetzungen von etwas Verborgenem, aber irgendwie Spürbaren sind. Religionen finden im Sinne dieser „verborgenen Religion“ dann jeweils andere Bilder, andere Übersetzungen dieser Grunderfahrung. Das ist die Weisheit der Ringparabel, deren Varianten bis ins 8. Jahrhundert zurückgehen. Die Wahrheit ist verborgen, aber wir dürfen nicht aufhören, sie in unserem Tun und Denken anzuzielen.

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Aus: "„Es gibt keine wahre Religion“" (2013)
Quelle: https://philomag.de/es-gibt-keine-wahre-religion/
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