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[...] „Man muss gegen Willkür und Terror auf die Straße gehen, sich wehren, mutig sein, nicht weggucken. Egal, gegen wen es geht, wenn Juden attackiert werden, wenn gegen Türken oder Muslime vorgegangen wird, wenn Frauen verprügelt oder Homosexuelle gebasht werden. Wenn also irgendwo Intoleranz hoffähig gemacht werden soll, wenn der Rechtsstaat einknickt, die Demokratie versagt – wenn Willkür zum Terrortool wird. Dann muss man sich für die, die es trifft, ins Zeug legen. Das ist meine humanistische Grundhaltung.“

Ein gutes Zitat. Aber wer hat es gesagt? Es war: Ken Jebsen.

Derselbe Ken Jebsen, der uns immer wieder als Neurechter, als Antisemit, als Hetzer, Querfrontler und Demagoge präsentiert wird? Ja, genau der.

Auch der Berliner Kultursenator Klaus Lederer hält diesen Ken Jebsen offenbar für extrem gefährlich. Er sieht bei ihm die Grenzen der Meinungsfreiheit klar erreicht und hat deswegen eine Preisverleihung im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz mit Drohungen gegen die Betreiber zu verhindern versucht.

... die Linkspartei ringt mit sich selbst, wie sie mit der Aktion ihres Kultursenators umgehen soll. Wir wollen den Mitgliedern dieser Partei zurufen: Bleibt der Tradition von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg treu! Lasst Euch nicht zum Sprachrohr der NATO-Strategen machen! Lasst uns gemeinsam gegen Krieg und Aufrüstung mobilisieren!

Übrigens ist auf dem Rosa-Luxemburg-Platz auch eine Gegenkundgebung angemeldet worden. Wir stellen hiermit fest: Auch das gehört zur Demokratie! Auch das gehört zur Meinungsfreiheit!

Wir hoffen, dass diese Gegenkundgebung unsere angemeldete Demonstration nicht beeinträchtigen wird. Davon abgesehen müssen eben auch wir aushalten, dass es Leute gibt, die KenFM, die Neue Rheinische Zeitung, die NachDenkSeiten, Rubikon oder die neue Friedensbewegung ablehnen und ihre Kritik artikulieren.

... Es geht hier natürlich auch um Pressefreiheit. Ken Jebsen ist Journalist und wird nicht zuletzt bekämpft, weil er als solcher an Einfluss gewinnt.

Wenn es Lederer und Co. wirklich darum geht, dass Ken Jebsen rechts und rassistisch sei – was er selbstverständlich nicht ist! –, wundert man sich, dass Klaus Lederer etwa Zeitungen des Springerkonzerns problemlos für Interviews zur Verfügung steht, KenFM aber wütend bekämpft. Man wundert sich, dass er in einer Email den taz-Mitbegründer Mathias Broeckers – der den Idealen der taz treu geblieben ist! – als antisemitisch diffamiert, die taz von heute aber, die NATO-Angriffskriegen das Wort redet, als Mediengeschütz im Kampf gegen die neue Friedensbewegung nutzt.

Übrigens ist völlig klar, dass es auch in Sachen Meinungsfreiheit gewisse Grenzen geben muss. Man sollte logischerweie nicht öffentlich dazu aufrufen dürfen, eine andere Person oder Minderheiten zu ermorden. Menschen sollten auch vor Rufmord geschützt werden, sogar dann, wenn sie Ken Jebsen heißen. Und Faschismus ist für uns keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Dazu gehört für uns auch die Leugnung des Völkermordes an den Juden im Dritten Reich.

Generell halten wir es mit Bertolt Brecht, der zum Thema Meinungsfreiheit sagte: „Völlige Freiheit des Buches, des Theaters, der bildenden Kunst, der Musik, des Films – mit einer Einschränkung. Die Einschränkung: Keine Freiheit für Schriften und Kunstwerke, welche den Krieg verherrlichen oder als unvermeidbar hinstellen, und für solche, welche den Völkerhaß fördern.“

...

Florian Ernst Kirner, alias Prinz Chaos II., arbeitet als Kabarettist, Liedermacher und Blogger. Er ist seit seiner frühen Jugend politisch aktiv, vor allem in den Bereichen Antifaschismus, Friedensbewegung und internationale Solidarität. 2013 verfasste er mit Konstantin Wecker den „Aufruf zur Revolte“. Er lebt in Südthüringen, wo er auf Schloss Weitersroda ein Kultur- und Gemeinschaftsprojekt entwickelt.


Aus: "Für Demokratie und Meinungsfreiheit!" Florian Ernst Kirner (Donnerstag, 07. Dezember 2017)
Quelle: https://www.rubikon.news/artikel/fur-demokratie-und-meinungsfreiheit
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[...] Es gibt keinen Antisemitismus in Deutschland. Es gibt brennende israelische Fahnen vor der US-amerikanischen Botschaft. Es gibt Straftaten, deren Hintergrund die Ermittlungsbehörden als antisemitisch bezeichnen – 1366 im Jahr 2015, davon 35 Gewalttaten gegen Juden.

Es gibt Demonstrationen in deutschen Städten, auf denen Palästinenser und sogenannte linke „Israelkritiker“ mit „Sieg Heil“-Rufen und der Parole „Juden ins Gas“ durch die Straßen ziehen. Aber Antisemitismus gibt es in Deutschland nicht. Denn eine Beleidigung, ein Faustschlag, ein Verbrechen, denen Juden zum Opfer fallen, weil sie Juden sind, ist deshalb noch keine antisemitische Tat. Warum?

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm erklärt es seit Jahren folgendermaßen: „Antisemitismus ist Massenmord und muss dem Massenmord vorbehalten bleiben.“ Solange also der Parole von Palästinensern und deutschen „Israelkritikern“, die Juden ins Gas zu schicken, nicht Folge geleistet wird, hat der Antisemitismus in Deutschland keine Chance.

Sollten Juden eines Tages wieder gezwungen werden, mit einem gelben Stern durch die Straßen zu laufen, könnte Dehm darin keinen Antisemitismus erkennen, selbst Konzentrationslager erregten in ihm keinen einschlägigen Verdacht. Sollten aber die Nachfahren einst in Auschwitz-Birkenau, Belzec, Sobibor und Treblinka ermordeter Juden in hochmodernen Gasöfen innovativer Vernichtungslager verschwinden, würde Dehm – so ist zumindest zu vermuten – machtvoll seine Stimme gegen den Antisemitismus erheben und dem Massenmord eine Absage erteilen. Bis dahin aber kennt Dehm – und mit ihm viele andere – nur legitime „Israelkritik“, keinen Antisemitismus in Deutschland.

Man könnte auch sagen: Solange Figuren wie Dehm glauben bestimmen zu können, was Antisemitismus ist, hat der Antisemitismus in Deutschland keinen Widerstand zu fürchten. So lange ist auch Kritik an der israelischen Regierung kaum möglich, ohne in den Verdacht zu geraten, Antisemit zu sein. „Israelkritik“ ist eine Maskerade der Antisemiten vom Schlage Dehms.

Im Sinne Dehms ist der einschlägig bekannte Journalist Ken Jebsen kein Antisemit, sondern Israelkritiker, denn er fordert keine Neuauflage des Holocaust, vielmehr hält er den Juden vor, in Palästina eine „Endlösung“ anzustreben – diesmal an den Palästinensern. Dafür soll er am heutigen Donnerstag im Berliner Kino Babylon mit einem Preis für „Engagierte Literatur und Publizistik“ ausgezeichnet werden, die der ebenfalls im Sinne Dehms israelkritische Blog Neue Rheinische Zeitung vergibt.

Dagegen hatte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) öffentlich protestiert: „Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet.“ Mit seinem Versuch, die Veranstaltung im vom Senat subventionierten Kino zu verhindern, scheiterte er vor Gericht.

Auch der Beschluss, mit dem sich der Bundesvorstand der Linken hinter ihn stellte, nützte dem Senator nichts. Zwar hieß es darin, der Vorstand distanziere sich „unmissverständlich von Aktivitäten von Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten, die rechtspopulistische Welterklärungsmuster und ‚Querfront‘-Strategen salonfähig machen wollen“.

Aber erstens sehen das etliche Vorstandsmitglieder durchaus anders: Der Beschluss erging mit 18-Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen. Zweitens richtete sich der Beschluss – soweit er die „Querfront-Strategen“ betraf – gegen etwas, von dem die Linken-Ikone Oskar Lafontaine behauptet, es handele sich um eine Phantasmagorie, um eine Fiktion, um eine „Erfindung“ von Geheimdiensten (CIA? Mossad?). Das hätte Dehm, ein Vertrauter der Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, der Ehefrau Lafontaines, nicht besser formulieren können.

Querfront? Das ist die Bereitschaft von Rechten, für einen Augenblick von ihrem Hass auf Moslems, und von Linken, für einen Augenblick von ihrem Hass auf Rechte abzusehen, wenn der gemeinsame Hass auf Juden ihr Zusammengehen verlangt. Wer die Existenz der seit Jahren agierenden „Querfront“ bestreitet, der muss auch den Antisemitismus in Deutschland zur Fiktion erklären. Wie das funktioniert, weiß niemand besser als Dehm.

Die Querfront wird heute vor der Parteizentrale der Linken am Rosa-Luxemburg-Platz gegen den Vorstandsbeschluss protestieren. Einige Linken-Politiker haben die Aktion als „widerwärtig“ kritisiert und als „Schlag ins Gesicht der Partei“. Jedenfalls ist sie der beste Beweis, dass der Antisemitismus in Deutschland kein „Import“ der vergangenen Jahre ist, keine Folge der Migration aus der arabischen Welt. Er war noch nie auf ausländische Hilfe angewiesen. Schon immer hat er auf deutschem Boden und im Bewusstsein vieler Deutscher eine sichere Heimstatt gefunden. Er ist eine deutsche Tradition.

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Manuel Schlestein

Der Artikel grenzt schon an Volksverhetzung ... mit der Argumentationsweise kann ich auch behaupten das

- Roma und Sinti eine Tradition zur Kriminalität haben
- Polen eine Tradition zum Autoklau
- Moslems eine tradition zur Frauenunterdrückung
- Juden eine Tradition zum andere Leute ihr Geld aus der Tasche ziehen

das wäre dann alles genauso fundiert. Dabei ist das eine wie das andere Blödsinn


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hans.harz

Antisemitismus ist 2000 Jahre alt und wurde meiner Ansicht nach hauptsächlich von der christlichen Kirche geschürt.
Der Antijudaismus ist der entsprechende Vorläufer, ab dem 18. Jahrhundert spricht man von Antisemitismus.
Die Kirche bezeichnete Personen jüdischen Glaubens als "Christusmörder" und ließ sie dafür verfolgen.
Was genau Personen muslimischen Glaubens antreibt, weiß ich nicht, ich vermute, es hängt mit der Schaffung des Staates Israel zusammen und der aggressiven Expansionspolitik, die dieser Staat betreibt, aber genau weiß ich es nicht.
Was aber hier klar wird ist, dass es ein weiteres Problem ist, dass von so genannten "Gläubigen" verursacht wird, egal was sie glauben!
Was aber auch klar wird ist, dass mittlerweile Antisemitismus mit Kritik am Staat Israel gleichgesetzt wird.
Das Verbrennen von israelischen Fahnen ist für mich kein Antisemitismus, weil es, ob in angemessener Weise oder nicht sei einmal dahingestellt, den Staat Israel kritisiert und NICHT eine religiöse Gemeinschaft!
Israel IST NICHT gleich Judentum!
Es gibt in Israel auch Personen, die nicht jüdischen Glaubens sind und trotzdem Einwohner dieses Staates sind.
Es ist allerdings so, dass man in Israel und auch in anderen Ländern, Antisemitismus als willkommenes Vehikel benutzt, um Kritik abzuwehren bzw. Kritiker zu verunglimpfen.
Es ist sicherlich so, dass es durch jahrhundertelange Wiederholungen durch die christlichen Kirchen, dass "die Juden" an allem Schuld sind, eine Prägung eingetreten ist, und massiv Vorurteile geschürt wurden und WERDEN!
Auch stimmt es, dass es immer wieder Idioten gibt, die ihre dumpfen Parolen und Verschwörungstheorien verbreiten dürfen.
Aber deshalb sollte man trotzdem zwischen berechtigter Kritik an einem Staat und unberechtigten, ggf. strafbaren Äußerungen gegen eine Glaubensgemeinschaft unterscheiden.


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Bernemer

Ja, Antisemitismus ist eine deutsche Tradition. Und seien wir ehrlich, er war auch nach dem 2. Weltkrieg tief in der Gesellschaft verwurzelt, gerade im Kleinbürgertum und - man muss es sagen - auch in der Arbeiterschaft. Er durfte glücklicherweise nicht ausgelebt werden, außer an den Stammtischen zu fortgeschrittener Stunde und oft mit entsprechendem Alkoholpegel. Dann wurde auch mal vom Leder gezogen über Israel und die "reichen Juden in New York" und überhaupt. Dieselben Leute forderten damals wahrscheinlich an denselben Stammtischen auch für die RAF-Terroristen die Todesstrafe. Aber was taten die ins Terroristenmilieu abgeglittenen 68er? Sie entführten Flugzeuge und erschossen Menschen, weil sie Juden waren ("Operation Entebbe") aus angeblicher Solidarität mit der PLO und begründeten damit den Anitsemitismus von dem, was sie links nennen. Und trotzdem dürfen wir den Blick nicht verschließen, dass sich heute eine neue Komponente von Antisemitismus dazu gesellt hat. Dieser Antisemitismus ist leider auch in der islamischen Community in Deutschland weit verbreitet und ist beileibe nicht auf Anhänger der IS beschränkt. Und Leute wie Erdogan heizen ihn so an wie Trump die Islamphobie anheizt. Dass in der deutschen Rechtspopulistenszene Antisemitismus und Islamphobie einhergehen, ist evident. Es darf allerdings nicht dazu führen, dass aufgrund der besonderen Situation in Deutschland der Blick auf die anderen Formen des Anitsemitismus vernebelt oder relativiert wird oder gar Abstufungen von Antisemitismus vorgenommen werden. Wer diese Realitäten nicht anerkennen will, dem empfehle ich, mal Fußballspiele von Clubs mit dem Namen Makkabi anzuschauen. Mir ist es egal, von wem Antisemismus, Islamphobie, Homophobie oder Hass auf christliche Werte ausgeht. Intoleranz ist entschieden zu bekämpfen.


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Hausmeier, frank und frei

Merken Sie, Herr Bommarius, immer noch nicht, daß Sie mit solchen unsortierten Beiträgen genau den Querfrontlern und den Nazis, die aktuell ihren Haß gegen Muslime versprühen und sich vorübergehend ein Feigenblatt des "Philosemitismus" anlegen, in die Karten spielen? Natürlich hat Lederer Recht und natürlich irrlichtert Dehm nach wie vor. Aber nicht die, die gegen die vorgeblichen Israelfreunde angehen, sind hier die Antisemiten, sondern die schlichten Gemüter von ganz rechts, die es geil finden, ihren Haß auf eine neue Opfergruppe auszugiesen und sich selbst mit einem heuchlerischen Antisemitismusvorwurf gegen Nichtrassisten exkulpieren!

Und natürlich sollten Sie nicht hinterhältig mit Kritik an Israelischer erzkonservativer Politik umgehen. Wer das Siedlungsprogramm kritisiert, sagt doch nicht, "das ist ein typisch jüdisches" Vorgehen, denn das ist es nicht und so etwas gibt es nicht. Aber es ist ein typisches Verhalten aus dem Ruder gelaufener reaktionärer Nationalisten, solchen, wie wir sie auch hier noch immer im Übermaß ertragen müssen und, hier schließt sich der Kreis, mit denen gerade Sie sich, ob Sie es wollen oder nicht, gemein machen!

Sehr enttäuschend, Herr Bommarius, denn mitunter können Sie ja auch sehr differenziert argumentieren!


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EgoBurst Hausmeier, frank und frei

"Aber nicht die, die gegen die vorgeblichen Israelfreunde angehen, sind hier die Antisemiten"- Billig sind Pauschalaussagen über ganze Gruppen und Vorurteile. Dümmlich ist sowas, wenn man Individuen in Gruppen einteilt und Alle in einen Topf wirft und dann mit den Finger zeigt und postuliert "Die sind so und die sind nicht so".


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Frittenfett

Ein wirklich gelungener und informativer Artikel. Wer noch Zweifel an der Kernaussage hat, dass Antisemitismus in Deutschland kein muslimischer Reimport ist, sondern quer durch alle Schichten und politischen Lager (Querfront) nach wie vor virulent, dem empfehle ich Tuvia Tenenboms "Allein unter Deutschen". Das Buch ist weder repräsentativ, noch journalistisch akkurat, dafür sehr amüsant geschrieben und mitten aus dem Leben. Er begibt sich auf die Straße, spricht mit den Leuten und provoziert sie in der Regel zu entlarvenden Aussagen.


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Aus: "Querfront: Antisemitismus ist eine deutsche Tradition" (13.12.2017)
Quelle: http://www.fr.de/politik/meinung/leitartikel/querfront-antisemitismus-ist-eine-deutsche-tradition-a-1406646,0#artpager-1406646-0
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[...] Gilad Atzmon soll für Ken Jebsen aufspielen. Als "britischen Jazzmusiker, Autor und Palästina-Aktivist" kündigen die Veranstalter der alternativen "Karlspreis"-Verleihung an diesem Donnerstag im Berliner Babylon-Kino Atzmon in ihrem "Kulturprogramm" an. Für Kritiker ist der aus Israel stammende Musiker vor allem der "Alibi-Jude der Holocaust-Leugner".

Es ist ein neuer Tiefpunkt im Streit um die Ehrung für den Verschwörungstheoretiker und ehemaligen RBB-Moderator Ken Jebsen, der seit Tagen auch die Gemüter auch in der Linkspartei erhitzt. Die einen stehen auf der Seite des Berliner Kultursenators Klaus Lederer, der die Preisverleihung im staatlich geförderten Filmtheater ("Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte", wie Lederer sagte) gern verhindert hätte. Die anderen auf der Seite derjenigen, die deshalb "Zensur" rufen, darunter die Bundestagsabgeordneten Diether Dehm und Andrej Hunko sowie der ehemalige Vize-Fraktionschef Wolfgang Gehrcke.

Im Blog "Kentrail Verschwörung", der sich Querfront-Netzwerken widmet, heißt es, Atzmon sei "so radikal, dass ihn selbst ausgemacht Israel-Gegner ablehnen". Der Musiker bediene "uralte Stereotypen des Antisemitismus, seine irre Agitation zitiert unverblümt die ätzende Propaganda des Nationalsozialismus". Die "Welt" verwies auf einen Bericht des Magazins "The Atlantic", in dem der US-Journalist Jeffrey Goldberg verschiedene antisemitische Äußerungen Atzmons aufgelistet hat.

Das Kino hatte den Veranstaltern den Raum für die Preisverleihung zunächst nach einer Intervention Lederers gekündigt, diese aber konnten sich vergangene Woche vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte mit ihrer Position durchsetzen, dass die Kündigung des Mietvertrags rechtswidrig gewesen sei.

... In der Linkspartei ist die Sache verfahren. Das auch deshalb, weil diejenigen in der Partei keine Ruhe geben, die mit den Warnungen von Genossen vor antisemitischen Tendenzen wenig anzufangen wissen. Unter anderem Pau, Lederer oder auch der Berliner Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich haben sich klar geäußert. Zu ihren Kritikern zählt beispielsweise der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete Hunko. Er nannte den Parteivorstandsbeschluss "eine Posse" und sieht eine "wabernde Unschärfe und assoziative Vermengung der Begriffe ‚Querfront‘, ‚Nationalismus‘, ‚Verschwörungstheorie‘ und ‚Antisemitismus‘". Hunko sagt: "Diese Begriffe werden inzwischen mit einer erschreckenden Leichtigkeit und oftmals ohne jede ‚Beweisführung‘ verwendet, um politische Gegner zu diffamieren."

Oskar Lafontaine [...] nahm in einem Facebook-Eintrag positiv Bezug auf Hunko und schrieb: "Begriffe wie ,Verschwörungstheoretiker' oder auch ,Querfront' stammen aus dem Arsenal der Geheimdienste." Als gäbe es eine Gedankenpolizei, würden Meinungen, die man nicht teile, von einzelnen Mitgliedern des Parteivorstands "diffamiert, ausgegrenzt und geächtet". Lafontaine warnte: "Die Ausgrenzung missliebiger Meinungen hat in der Linken eine ungute Tradition."

Wie der aktuelle Streit ausgeht, ist offen. Bei den Wortmeldungen in der Linken wechseln sich Für und Wider ab.

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Aus: "Querfront-Debatte spaltet die Linke" Matthias Meisner (14.12.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/preis-fuer-ken-jebsen-querfront-debatte-spaltet-die-linke/20695688.html

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[...]  Oskar Lafontaine hält den Begriff „Querfront“ für eine Erfindung der Geheimdienste.

Katja Kipping: So einfach kann man es sich nicht machen. Rechte ziehen immer Konfliktlinien entlang von ethnischen Linien, Linke entlang von sozialen oder ökonomischen Konflikten. Und Querfrontler versuchen genau diese Unterscheidung zu verwischen. Und wenn es um die Suche nach der geheimen Weltregierung geht – das ist in einem Roman von Dan Brown sicherlich unterhaltsam zu lesen. Aber politisch hilft das nicht weiter, sondern lenkt ab von dem notwendigen Konflikt zwischen oben und unten.

Prominente Linke wie Diether Dehm beklagen, dass kritische Geister allzu leichtfertig als Querfrontler kritisiert würden.

Ach, Diether Dehm. Er schreibt übrigens gute Bücher. Seinen Roman „Bella Ciao“ habe ich wirklich gern gelesen. Er sollte viel mehr solche Bücher schreiben.

Das ist aber ein vergiftetes Kompliment.

Nein, nein, das sage ich jetzt als studierte Literaturwissenschaftlerin. Und als Parteivorsitzende habe ich gelernt, dass es gut ist, immer die besonderen Fähigkeiten von Menschen zu sehen. Und zu Diethers Stärken gehört sein literarischer Schreibstil.


Aus: "Katja Kipping über die Zukunft der Linken: „Ja, vereint im Dagegen“" (13. 12. 2017)
Quelle: https://www.taz.de/Katja-Kipping-ueber-die-Zukunft-der-Linken/!5467752/

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"Industriemechanikerin: Als einzige Frau in der Werkstatt" (13. Dezember 2017)
Wenn meine Kollegen mir Handypornos zeigten, Frauen als "Schlitzpisser" bezeichneten und Witze über sie machten, lachte ich mit – um dazuzugehören. Dann reichte es mir.
http://www.zeit.de/arbeit/2017-12/industriemechanikerin-werkstatt-beruf-gleichberechtigung/komplettansicht
"Mein kläglicher Versuch, in einer Männerdomäne Fuß zu fassen"
https://editionf.com/Was-Frauen-in-Maennerdomaenen-erleben


"„Linke müssen erkennen, dass sie sich selbst ins Abseits gestellt haben“" (12.12.2017)
[Arlie Hochschild zog vom „progressiven“ Berkeley ins erzkonservative Louisiana. Ihr Buch „Fremd in ihrem Land“ dokumentiert eine gespaltene Gesellschaft und plädiert für eine Erneuerung der Linken.] ... Ich entwickelte in meiner Arbeit als Soziologin den Begriff der „Deep Story“ (zu Deutsch etwa „tiefe Erzählung“). Wir alle haben eine solche Erzählung, egal ob wir uns links, rechts oder in der Mitte des politischen Spektrums verorten. Was ist eine Deep Story? Es ist schlicht und einfach eine Darstellung, wie sich das Leben für jemanden anfühlt. Fakten und moralische Urteile haben hier nichts zu suchen, es geht um das subjektive Empfinden. Ich sprach mit insgesamt 60 Menschen, 40 davon waren überzeugte Tea-Party-Anhänger. Ich entwarf für sie eine Deep Story und fragte jeden einzelnen: „Stimmt das so?“ Manche baten mich, etwas zu ändern, damit es stimmte, aber die meisten meinten bloß: „Ja.“ ... Die Ehre dieser Menschen ist angeschlagen. Ihre Arbeit erfüllt sie nicht mehr mit Stolz, weil sie nicht mehr das ist, was sie einmal war. Daher suchten sie Stolz in ihrer Heimat: „Ich bin stolz darauf, ein Südstaatler zu sein.“ Durch das Internet wurde ihnen jedoch zunehmend bewusst, wie sie von anderen gesehen werden. Ihr Herkunftsort ist also auch kein Grund mehr, stolz zu sein. „Dann sind wir eben stolz darauf, Christen zu sein.“ In einer immer säkularen Welt wird Religiosität jedoch mit falschen Ansichten über die Evolution und anderen schlechten Sachen verbunden. Manche denken sich wohl: „Naja, wenigstens bin ich weiß“, aber das ist rassistisch und daher inakzeptabel. Also der Gedanke: „Wenigstens bin ich ein Mann.“ Aber auch das wird stigmatisiert. Das sind die Regeln, die heute bestimmen, was man fühlen darf. Vielleicht könnten Werte die Grundlage der persönlichen Ehre bilden? Doch auch das geht nicht. Viele traditionelle Werte stehen im Konflikt mit nationalen Gesetzen, die Abtreibung ist heute legal, und auch die gleichgeschlechtliche Ehe. Die Menschen fühlen sich also aus verschiedenen Gründen marginalisiert, es gibt keinen einzelnen, bestimmenden Faktor. Als Ergebnis zeichnet sich jedoch eine Krise der Ehre ab. Daher ist „US-Amerikaner sein“ plötzlich ungemein wichtig geworden. Der neue Nationalismus füllt ein Vakuum des Stolzes. ...
https://www.ruhrbarone.de/linke-muessen-erkennen-dass-sie-sich-selbst-ins-abseits-gestellt-haben/149955
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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Straßenbahn Kiel...
« Last post by Link on December 13, 2017, 12:14:57 PM »
Die Kieler Straßenbahn wurde am 8. Juli 1881 als Pferdebahn mit einer Spurweite von 1100 mm eröffnet. Die Spurweite wurde bis zum Betriebsende 1985 beibehalten, sie ging auf eine Umrechnung der britischen Spur 3 Fuß 6 Zoll (1067 mm) in metrische Maße zurück und wurde in Deutschland nur noch bei den Straßenbahnen in Lübeck und Braunschweig verwendet. Die Umstellung auf elektrischen Betrieb erfolgte im Jahre 1896. Betreiber der Bahn war zu diesem Zeitpunkt die Allgemeine Lokalbahn- und Kraftwerke AG (ALOKA). Ab dem Jahr 1942 wurde die Bahn bis zu ihrer Einstellung am 4. Mai 1985 durch die Kieler Verkehrs-AG (KVAG) betrieben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fenbahn_Kiel


Strassenbahn Kiel (Bilder)
http://www.privatbahn-nord.de/Strassenbahn%20Kiel/Textablage.htm


Straßenbahn Kiel vor 25 J. eingestellt
Es ist jetzt bald 25 Jahre her: Die Kieler Straßenbahn wurde am 04.05.1985 eingestellt. Zur Erinnerung habe ich einige Dias herausgesucht, die in den letzten Tagen entstanden sind. Die Aufnahmeorte habe ich damals anhand eines Stadtplans nachträglich lokalisiert, Korrekturen werden gern entgegengenommen.
http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,4706544

Straßenbahn Kiel 1917 mit Fragen
geschrieben von: Mollipus
Datum: 06.10.09 00:37
http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,4475106
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 „Es ist ein Spiel mit Identitäten“ Inna Barinberg | Ausgabe 12/2017
Interview Salomé Balthus leitet die Escort-Agentur Hetaera und ist dort selbst als Sexarbeiterin tätig
Für das Interview schlägt Salomé Balthus ein Café am Paul-Lincke-Ufer in Berlin-Kreuzberg vor. Mittags sei dort wenig los, dann habe man seine Ruhe. Sie will über die Themen Escort und Sexarbeit sprechen. Und über ihre Agentur Hetæra, die sich durch ein solidarisches und kollektiv verwaltetes Konzept auszeichnet. ...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/es-ist-ein-spiel-mit-identitaeten

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Sophia Rosenberg | Community

Nur um euch einen kleinen Einblick zu geben: Durch die höher angesiedelten Preise hat man es mit solventeren, aber auch ebenso anspruchsvolleren Kunden zu tun (unabhängig vom Job). Dementsprechend muss man sich den optischen und intellektuellen Ansprüchen der Kundschaft anpassen und ist dadurch nicht mehr in einer untergeordneten Position gegenüber dem jeweiligen Kunden.

Besonders in der Prostitution sind die Unterschiede zwischen Straßen- & Bordellarbeit und der von Magda so schön betitelten S-Klasse enorm groß. Während die günstigen Damen sich mit ungepflegten, teils gewalttätigen und allgemein unangenehmen Menschen herumärgern müssen, filtern die hochpreisigen Damen die Spreu vom Weizen. Es mag zwar umstritten sein, doch meiner Meinung nach geht es hierbei nicht mehr nur um Sex. Man besucht gemeinsam Kulturveranstaltungen oder geht ins Restaurant - manchmal reist man auch mit einem Kunden zu den schönsten Orten der Welt.

Das Arbeitsumfeld und die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich derart drastisch, dass eure Stigmatisierung vom Beruf der Prostituierten nicht einmal im Ansatz als zutreffend bezeichnet werden kann.

Für jemanden der nie damit in Berührung kam, scheint es eine gar unmögliche Vorstellung zu sein, einen solchen Beruf mit Freude auszuüben. Doch wir werden von unseren Gästen ausgeführt. Wir werden gut behandelt, gar auf Händen getragen und beschenkt. Wir fühlen uns von unseren Kunden wertgeschätzt, respektiert und angemessen vergütet. Erlebt ihr in eurem Job etwas, dass dieser Schilderung auch nur Nahe kommt?

Der Artikel kam zum richtigen Thema zur richtigen Zeit. Der Beruf der Prostituierten wird von Meinungsmacher-Medien als nie enden wollender Alptraum beschrieben, dabei arbeiten an die 50% der Prostituierten auf selbstbestimmter Basis. Es gibt nicht nur uns “hochnäsigen S-Klasse Prostituierten“. Es gibt auch x-Tausend “normale Escorts“ für 200€ die Stunde. Es gibt Dominas, Callboys, Independent Escorts, Damen in Edel-Bordellen, Hausfrauen mit Extraverdienst, frivole Paare mit Drang zum bezahlen Swinger-Erlebnis, und, und, und… Und ALLE wählen ihre Preise und ihr Umfeld selbst aus.

Durch das damalige Gesetz der Legalisierung der Prostitution sollten Missstände wie Zuhälterei und Zwangsprostution ausgemärzt werden, was natürlich nicht geklappt hat. Daher hat uns Vater Staat nun ein “kleines“ Add-On-Gesetz verpasst und dieser Artikel soll nicht nur die freundliche Arbeitsatmosphäre der Damen bei High Class Agenturen wie Hetaera widerspiegeln, sondern die breite Masse mit der Wahrheit konfrontieren: Prostitution ist nicht gleich Prostitution. Pauschalisierungen sind total daneben (bis auf in diesem Satz)! ;-)

Liebe Salomé, weiter so! Und ein dickes Kompliment an eurer Geschäftmodell.

Grüße aus Frankfurt.


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Magda | Community

... Mir fiel bei der Lektüre folgender Spruch ein: Verziert die Peitschen nicht mit Veilchen.

Als erstes werden mal ordentlich Hierarchien aufgemacht. Man kann es auch gleich Preisklassen nennen. ...


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G.A. | Community


Keine Ahnung warum der Freitag ein wenig Licht in diese exklusive Branche brachte. Vielleicht um zu zeigen, dass auch im horizontalen Gewerbe Hierarchien existieren, wie wir sie anderswo auch schon kennen und sie wie normale Bedienstete ihre Rechte haben wollen.

Aber in den Kommentaren spüre ich eine Menge kleinbürgerlichen Mief.

Ich sehe keinen Unterschied in einem kleinen Angestellten, der sich gesundheitlich kaputtmacht und seine Familie zerstört, weil er für eine bessere Stellung im Unternehmen mehr arbeitet als für ihn und seine Nächsten gut ist und einer Escort-Dienstleistung. – Es ist sind doch bloß andere Körperteile die beansprucht werden.

Daraus gleich Klassenkampf abzuleiten ist ungefähr das Gleiche, wie den Wunsch des erwähnten Angestellten nach einem besseren Leben mit Verrat an der Arbeiterklasse gleichzusetzen.


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Richard Zietz | Community

Mal wieder ein schlagendes Beispiel dafür, dass die Emanzipation nach Freitag-Art ein Upperclass-Problem ist. Die Mondpreise, welche die Agentur für die angebotenen Dienstleistungen veranschlagt, kommen von vornherein nur für diejenigen in Betracht, die in der neoliberalen Fresskette ganz oben stehen. Sicher gibt es das und muß es das geben – ähnlich wie sündhaft teure Designermode oder andere Luxusgegenstände. So lange die Umverteilungsmaschinerie von unten nach oben läuft, ist das alles nicht mehr als folgerichtig – inklusive dem künstlich aufgebauten exklusiven Ambiente sowie den sonstigen Attributen der Markenpflege, welche um diese Form Dienstleistung herumgebaut sind.

Frage nur: Warum muß der Freitag dieses Geschäftsmodell propagieren? Eigentlich kann sich doch jedes Kind an den fünf Fingern abzählen, dass dieses Modell Emanzipation nicht einmal in zartesten Ansätzen für eine breitere Anzahl von Frauen in Betracht kommt. Schon allein wegen Angebot und Nachfrage. Wenn es nur 50.000 Frauen gibt, die an die aristokratische Pracht Hand anlegen wollen, sinken die Preise und der Graf respektive der Vorstandsvorsitzende sehen sich nach was neuem Exklusivem um. ...


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Reinhold | Community
@ Richard Zietz

Das trifft doch für relativ viele Bereiche der heutigen Linken zu. Hier ist es halt die Beschäftigung mit einem kleinen Teil Des "Marktes", der schön, freiwillig und teuer ist. ...


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"Escort: Weil sie es kann, weil sie es will" Caroline Rosales (11. Dezember 2017)
Feministin und Callgirl – wie geht das zusammen? Hanna Lakomy nennt sich Salomé Balthus und führt eine Escortvermittlung. Ich als ihre Freundin habe damit ein Problem.
http://www.zeit.de/kultur/2017-12/escort-agentur-feminismus-sexarbeit-10nach8/komplettansicht

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kemal_acaröz
#1

+++ Hanna bewegt sich für meine Moral in einem Bereich, wo für viele der Spaß aufhört. Wo ich Frauen, insbesondere meine Freundinnen, vor Männern schützen möchte. +++

Selbstbestimmung der Frau (in dem Fall Hanna) hört also für Feministinnen dann auf, wenns nicht mehr zur eigenen Ideologie passt.
Offensichtlich wurde sie ja von niemandem dazu gezwungen, Sexarbeit zu machen, die Entscheidung ist ganz freiwillig. Aber bestimmt ist sie ein Opfer des bösen Patriarchats und merkt es einfach nur nicht. Das Opfer-Täter-Schema ist essentiell für den Feminismus, sonst bricht alles zusammen wie ein Kartenhaus
Wenn sich Verklemmtheit und Ideologie zusammenfinden, dann kommt sowas heraus.


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keats
#1.4

Andersrum wird ein Schuh draus. Das Narrativ von selbstbewussten Escorts erlaubt Kunden sich was vorzumachen. Aber ein Mädchen am Strassenstrich macht es nicht für 20,-- weil es Spass macht. Sondern aus Not, die von Kunden ausgenutzt wird.


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Uncritical_Threshold
#1.6

"Selbstbestimmung der Frau (in dem Fall Hanna) hört also für Feministinnen dann auf, wenns nicht mehr zur eigenen Ideologie passt."

Lesen sie den Artikel doch mal. Die Autorin ist da nämlich durchaus selbstkritisch und ihre Aussagen passen gar nicht zu ihrem Kommentar, hier zum Beispiel:

"Und genau das ist für mich der springende Punkt: Denn ihre Kritiker haben mit Hannas Beruf dasselbe Problem, das ich mit ihr als Freundin habe – nämlich ein emotionales. Sie verstehen nicht, dass man diesen Beruf trotz höchsten Bildungsgrads und ohne soziale Not vollkommen freiwillig ausüben kann. Sie begreifen nicht, dass man noch dazu erhobenen Hauptes darüber öffentlich debattieren kann. Und ja, ich gebe zu, es ist ein Gewöhnungsprozess. Zu verstehen, dass es die freie Wahl einer Feministin sein kann, als Callgirl zu arbeiten."



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kemal_acaröz
#1.7

+++ Aber ein Mädchen am Strassenstrich macht es nicht für 20,-- weil es Spass macht. Sondern aus Not, die von Kunden ausgenutzt wird. +++

So gesehen ist jeder als Billig-Subunternehmer am Bau (gerade viele Osteuropäer) arbeitende das gleiche Opfer. Extrem harte Arbeit, beschissene Bezahlung, oft vorzeitige Berufsunfähigkeit wg. körperlichen Verschleiss.
Geht auch nur, weil er ein Mann ist. (in dem Bereich sind so gut wie keine Frauen zu finden)


Quote
Stummlfumml
#7

Der Artikel zeigt warum viele Formen des Feminismus und viele Feministen nichts mit gesellschaftlichem Liberalismus zu tun haben. Es geht ihnen nicht darum, dass erwachsene Menschen ihr Leben frei gestalten können sollen, sondern es ist der Versuch der Bevormundung nach den eigenen Vorstellungen einer "richtigen" Lebensführung.


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Meerschwimmer
#25

Sex sells.


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Political Stunts (CIRCA, Peng!, ZPS, etc.) ...
« Last post by Link on December 11, 2017, 11:43:09 AM »
"AfD-Politiker Björn Höcke, Deutscher oder Portugiese?" Melanie Reinsch (08.12.2017)
Das Zentrum für politische Schönheit will die DNA von AfD-Politiker Björn Höcke analysiert haben. Sie fragen: Ist der oberste Brandstifter Deutschlands überhaupt Teil seines „lieben deutschen Volkes“? ... Salami-Taktik, so kann man die Vorgehensweise des Künstlerkollektivs Zentrum für politische Schönheit (ZPS) wohl bezeichnen. Seit rund zwei Wochen veröffentlichen die Berliner Künstler alle paar Tage neue Scheibchen ihrer öffentlichkeitswirksamen Protestaktion gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. Jetzt behaupten die Aktivisten, sie hätten die DNA des Rechtsaußen-Manns in einem österreichischen Labor analysieren lassen und dabei „Lustiges“ herausgefunden. Dieses soll nach Aussage der Künstler nämlich herausgefunden haben, dass der AfD-Politiker ein „ausgewanderter Portugiese“ sei und damit – O-Ton Höcke – kein „Abstammungsdeutscher“.
Die Künstler zitieren dabei aus einem angeblichen Gutachten: „Die Datenbank-Suche mit allen 16 DNA-Markern hat vier Treffer ergeben, die allesamt der europäischen Population zuzuordnen sind. Der Treffer in der gemischten Bevölkerung Brasiliens kann als ausgewanderter Portugiese interpretiert werden. Somit wären zwei der Treffer ethnisch in Portugal anzusiedeln, einer in Frankreich, und einer in Nordpolen.“ Höcke sei damit nicht länger „für den völkischen Rassismus in Deutschland“ redeberechtigt, finden die Künstler. ...
http://www.fr.de/kultur/afd-politiker-bjoern-hoecke-deutscher-oder-portugiese-a-1403540

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Cinema (Movies and Art) / Filmgeschichte...
« Last post by Link on December 07, 2017, 01:52:47 PM »
"UFA-Ausstellung in Berlin : Große Blüten, kleine Blüten" Andreas Kilb (07.12.2017)
Die Ufa ist ein Mythos, und sie ist eine Firma. Der Mythos ist ein Produkt der Filme, die zwischen 1920 und 1945 unter dem Ufa-Logo entstanden; die Firma ist ein Produkt der deutschen Politik- und Wirtschaftsgeschichte, ein Spielball von Interessen, Machtverhältnissen, Krisen, Manipulationen. Sie florierte und fallierte, sanierte und arisierte sich, expandierte, wurde konfisziert, zerschlagen und wiederbelebt. Der Mythos dagegen wuchs immer weiter, weil er nicht der realen Geschichte angehört, sondern der Geschichte des Bewusstseins, dem kollektiven Gedächtnis. Er wird verblassen, irgendwann, wie die Erinnerung an das Kino überhaupt. Aber bis dahin vergeht noch viel Zeit.
Es ist der Unwille, über diese Doppelgesichtigkeit industrieller Bilderproduktion nachzudenken, der die Ufa-Ausstellung in der Deutschen Kinemathek Berlin so halbherzig macht. Die Kinemathek stellt die Filme der von Ludendorff angezettelten, von Hugenberg übernommenen und von Goebbels gleichgeschalteten Universum Film AG umstandslos den Fernsehserien und TV-Movies der Bertelsmann-Ufa gegenüber, als wäre die eine die Fortsetzung der anderen. Sie lässt die Stars des klassischen deutschen Tonkinos, Hans Albers, Heinz Rühmann, Brigitte Horney, Lilian Harvey, Zarah Leander, in Ausschnitten Revue passieren, ohne ihrer Verstrickung und Instrumentalisierung im Nationalsozialismus zu gedenken, und feiert die Darsteller der neueren Fernsehformate, als wären sie an Statur und Bedeutung ihren Vorbildern ebenbürtig.
Und sie versteckt die eigentliche Unternehmensgeschichte der Ufa in einem großzügig bebilderten Katalog, so als sei dem Publikum das Erlebnis der Entzauberung, das zu jeder gelungenen Ausstellung über die Filmindustrie gehört, diesmal nicht zuzumuten.
Das Jubiläum der Gründung des Kinokonzerns im Dezember 1917 hätte die Gelegenheit geboten, die Unternehmensgeschichte der Ufa unter dem Lametta ihrer filmischen Hinterlassenschaft hervorzuholen. Stattdessen haben die Kuratoren die Dauerausstellung mit zusätzlichen Dokumenten bestückt und eine dreiteilige Sonderschau im Taschenformat eingerichtet. Diese Verzettelung wird weder dem Ernst noch dem Reichtum des Themas gerecht.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/ufa-ausstellung-in-berlin-grosse-blueten-kleine-blueten-15324322.html

Friedemann Beyer / Peter Mänz, Rainer Rother, Klaudia Wick (Hg.):
100 Jahre Ufa - Zwei Bücher (Dezember 2017)
In diesem Monat kann man das hundertjährige Bestehen der Ufa feiern. Am 18. Dezember 1917 wurde in Berlin die „Universum Film AG“ gegründet. Sie hatte ihre besten Zeiten in der Weimarer Republik, aber sie besteht als „UFA Film- und Fernsehproduktion“ bis heute und investiert in die Zukunft. Im Museum für Film und Fernsehen gibt es eine Ausstellung über die Ufa zu sehen, im Deutschen Historischen Museum findet eine internationale Tagung statt, und es sind in den letzten Monaten verschiedene Bücher zum Thema Ufa erschienen. Zwei sind meine Bücher des Monats Dezember: Friedemann Beyers „Die Ufa – Ein Film-Universum“ und der Ausstellungskatalog „Die Ufa. Geschichte einer Marke“, den Peter Mänz, Rainer Rother und Klaudia Wick herausgegeben haben. ... Ein Standardwerk zur Geschichte der Ufa ist das Buch „Die Ufa-Story“ von Klaus Kreimeier. Es war mein Filmbuch des Jahres 1992 und hat bis heute Bestand.
http://www.hhprinzler.de/filmbuecher/100-jahre-ufa-zwei-buecher/

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Geschichte (Bruhstuecke) ...
« Last post by Link on December 07, 2017, 01:51:29 PM »
"UFA-Ausstellung in Berlin : Große Blüten, kleine Blüten" Andreas Kilb (07.12.2017)
Die Ufa ist ein Mythos, und sie ist eine Firma. Der Mythos ist ein Produkt der Filme, die zwischen 1920 und 1945 unter dem Ufa-Logo entstanden; die Firma ist ein Produkt der deutschen Politik- und Wirtschaftsgeschichte, ein Spielball von Interessen, Machtverhältnissen, Krisen, Manipulationen. Sie florierte und fallierte, sanierte und arisierte sich, expandierte, wurde konfisziert, zerschlagen und wiederbelebt. Der Mythos dagegen wuchs immer weiter, weil er nicht der realen Geschichte angehört, sondern der Geschichte des Bewusstseins, dem kollektiven Gedächtnis. Er wird verblassen, irgendwann, wie die Erinnerung an das Kino überhaupt. Aber bis dahin vergeht noch viel Zeit.
Es ist der Unwille, über diese Doppelgesichtigkeit industrieller Bilderproduktion nachzudenken, der die Ufa-Ausstellung in der Deutschen Kinemathek Berlin so halbherzig macht. Die Kinemathek stellt die Filme der von Ludendorff angezettelten, von Hugenberg übernommenen und von Goebbels gleichgeschalteten Universum Film AG umstandslos den Fernsehserien und TV-Movies der Bertelsmann-Ufa gegenüber, als wäre die eine die Fortsetzung der anderen. Sie lässt die Stars des klassischen deutschen Tonkinos, Hans Albers, Heinz Rühmann, Brigitte Horney, Lilian Harvey, Zarah Leander, in Ausschnitten Revue passieren, ohne ihrer Verstrickung und Instrumentalisierung im Nationalsozialismus zu gedenken, und feiert die Darsteller der neueren Fernsehformate, als wären sie an Statur und Bedeutung ihren Vorbildern ebenbürtig.
Und sie versteckt die eigentliche Unternehmensgeschichte der Ufa in einem großzügig bebilderten Katalog, so als sei dem Publikum das Erlebnis der Entzauberung, das zu jeder gelungenen Ausstellung über die Filmindustrie gehört, diesmal nicht zuzumuten.
Das Jubiläum der Gründung des Kinokonzerns im Dezember 1917 hätte die Gelegenheit geboten, die Unternehmensgeschichte der Ufa unter dem Lametta ihrer filmischen Hinterlassenschaft hervorzuholen. Stattdessen haben die Kuratoren die Dauerausstellung mit zusätzlichen Dokumenten bestückt und eine dreiteilige Sonderschau im Taschenformat eingerichtet. Diese Verzettelung wird weder dem Ernst noch dem Reichtum des Themas gerecht.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/ufa-ausstellung-in-berlin-grosse-blueten-kleine-blueten-15324322.html

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https://www.ddr-museum.de/de/objects

http://www.ddr.center/
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"Die Linke: Schluss mit der Querfront!" Ein Gastbeitrag von Halina Wawzyniak (6. Dezember 2017)
Linkenpolitiker ätzen gegen einen Linken, der sich gegen Verschwörungstheoretiker aussprach. Warum sich die Partei so schwertut mit Sektierern und wie sie handeln sollte.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-12/linke-querfront-demokratie-positionierung

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Nils74 #9

"Die Beschlusslage ist doch eindeutig. Im Mai 2014 hielt der Parteivorstand fest: "Die Linke distanziert sich unmissverständlich von Aktivitäten von Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten."

Das ist eben das Problem mit dem wildem Etiketten-Kleben. Sobald diese wirklich inhaltlich diskutiert werden müssen, zerfallen sie zu Staub. Klar haben wir in diesem Land "Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten", aber wer da inzwischen alles in diese Schubladen gesteckt wird, ist atemberaubend.


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Arne P. #11

Ich hab ja vor Jahren schon Ken Jebsens Zeug auf Facebook verfolgt. Zugegeben, ich habe Anfangs auch gedacht: Hey, da klärt uns mal jemand auf, was in der Politik so finsteres vor sich geht. Es klingt immer alles so plausibel. Genau das aber machte mich irgendwann misstrauisch und ich erkannte sehr bald, dass dieser Typ nur fürchterlichen Unsinn von sich gibt. Diese Erkenntnis bleibt bei vielen leider aus. Er wirft ihnen "Futter" hin und sie fressen es. Arme, verwirrte und besorgte Bürger... können ja nichts dafür...


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leudoc #16

Was soll mir der Artikel jetzt sagen? Dass Ken Jebsen rassistisch und rechtsradikal ist? Kann ich aus seinen Programmen und den dort anwesenden Gästen so nicht nachvollziehen. Und bitte keine aus dem Kontext gerissene Einzeläußerung. Dass sogenannte Verschwörungstheorien, die z.B. false flag-Aktionen zum Gegenstand haben sich in der Vergangenheit allesamt als haltlos herausgestellt haben? ...


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BCO #16.1

... Es geht um den Umgang der Linke mit Querfront, VT u.ä. Klientel.


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Stahlheini #18.1

Bin ich Querfront, wenn ich für die Gewissensentscheidung von Abgeordneten bin, anstatt für Fraktionszwang?

Bin ich als Kriegs- und NATO Gegner automatisch Querfront?

Bin ich Querfront, wenn ich allen Menschen das gleiche Recht auf ein friedliches, aelbstbestimmtes Leben einräume, also auch Palästinensern, Syrern, Irakern, Libyern Afganen, Bürgern von Mali und Jemeniten, auch wenn sie über Rohstoffe oder Transportwege verfügen, die unsere Industrie benötigt?

Bin ich Querfront, wenn ich endlich fundierte, sachliche Aufklärung über die eingestürzten Türme erwarte, mit dieser Geschichte fing schließlich das ganze Elend dieses neuen Jahrtausends an?

Bin ich Querfront, wenn ich gegen Staatsterrorismus bin?

Aber sicher bin ich Querfront, wenn ich gegen das gesetzlose Töten durch Drohnen mittels Einrichtungen wie Ramstein bin. Oder gegen Folter, wo auch immer.
Oder wenn ich gegen den menschenverachtenden Einsatz von Glyphosat, oder gegen die Einkreisung Russlands, die schamlose Aufrüstungsplanung auf 2% des BIP, die Enteignung von sämtlichen hart erkämpften Grundpfeilern des menschlichen Daseins, wie saubere Luft, ausreichendes, sauberes Wasser, eigenes Denken, eine nicht vergewaltigte Sprache und ausreichend Privatsphäre bin.

Wer sich Ken Jebsens Site ansieht (ich mache das ziemlich regelmäßig), wird primär alternative und oppositionelle Inhalte erkennen. Mir ist kein antisemitischer Artikel untergekommen. Allerdings viele Artikel, die sich kritisch mit Israel befassen.


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Schlagdraufundschlus #20

Wie üblich sehr oberflächlich und pauschalierend. Es reicht wie immer das altbewährte Muster Begriffe wie " Verschwörungstheoretiker, " Antisemititsmus, " , " Sektierer" in den Raum zu werfen- damit hat man jede ernsthafte argumentative Auseinandersetzung von vorneherein vermieden und die Gegenseite als Spinner diskreditiert. Jebsen mag man, oder man mag ihn nicht. Aber seinen Aufklärungsanspruch sollte man ihm nicht absprechen. Und wer sich die Mühe macht mal Diskussionen und Interviewas auf KenFM zu sehen, ( Mausfeld, Kleinschmidt, Ganser etc. ) der wird Erstaunliches feststellen: da sind Leute die wirklich was zu sagen haben. ...


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Der Huettenzaubermann #21

Den einzigen Preis den dieser Ken Jebsen verdient hat ist der Goldenen Aluhut


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Marktradikale Nachtigall #26

Ein weiterer Artikel aus der Serie: Ich sage Dir mal, wer Du bist und wie Du denkst, und dann verurteile ich Dich für das, was ich gesagt habe. ...


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Stahlheini #29

Zu Ken Jebsen.
Es geht ja nicht darum, ob man diese oder jene Positionen teilt. Wer aus dem pubertären Idolalter raus ist, wird niemand finden, dessen Positionen er total toll findet und total teilt. Es geht um Grundpositionen. Und da ist Ken Jebsen zweifelsfrei Demokrat und Antikriegsaktivist.

Querfrontstratege und Verschwörungstheoretiker sind bösartige Verunglimpfungen mit Hilfe von Totschlagsargumenten aus dem Mainstream-Repertoire. Wer sich als Links bezeichnet, sollte sich schämen, solche Begriffe der spätbürgerlichen Demagogen-Propaganda auf andere Personen anzuwenden! Und auch die Bezeichnung Antisemit ist zur inflationär verwendeten Ideologiekeule verkommen und bei Jebsen völlig fehl am Platze.


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Stahlheini #30

Ich verspüre bei Schubladenbeschriftungen wie Querfront, Verschwörungstheorie, Links, Rechts, Fake, AntiFa, Antideutsch, und so weiter-blablabla einen riesigen Bedarf nach Inhalt.
Frage und Vorschlag: Hatten nicht die alten Griechen in der Schule das Fach "Diskussion"? Wollen wir das wieder einführen?
Wir haben ja auch Inklusion, Kompetenzorientierung und Medienpädagogik - alles zusammen ein Gebräu, das uns bei der Zukunftsfindung wahrscheinlich weniger nützt als die Fähigkeit, sich wertschätzend über eine Sache zu streiten und letztlich einen Konsens zu erringen. ...


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BCO #33

Es ist der "Kölner Karlspreis - für engagierte Literatur und Publizistik", vergeben von "NRhZ-Online". Was man so liest - typisches Querfront-Medium.


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Stahlheini #33.1

Brillante Argumentation, Respekt!


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Mit Speck #34

Das Hauptproblem der Linken sind ihre Menschen. Nur ein ganz geringer Teil der Aktiven scheint tatsächlich Gestaltungs- und Wirkungswillen zu haben. Der Löwenanteil besteht aus weltfremden Selbstdarstellern; Jugendlichen, welche sich in Dialektik üben wollen und emotional völlig entgrenzten Sozialaussteigern.

Und in diesem Irrenhaus kommen halt mal solche Konstellationen wie im Artikel gezeigt zu Stande.


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Mehrfach-rausgeworfene-Kommentatorin #36

Viele Worte um zu sagen, dass man Ken Jebsen für einen sarkastischen, querfrontlerischen und geschichtsklitternden Verschwörungstheoretiker hält, der nicht mit einem Preis ausgezeichnet werden solle, und dass man das Eintreten von Gehrcke, Dehm und Reymann für Jebsen bei den nächsten Vorstandwahlen der Partei Die Linke abstrafen solle.

Verschwörungen gab und gibt es tatsächlich, deshalb hat der Gesetzgeber dafür Regelungen geschaffen, von der Anklage wegen übler Nachrede bis zum Hochverrat. Indes werden nicht alle Verschwörungen aufgedeckt, sondern eher wohl in Einzelfällen wie bspw. beim Watergate-Skandal oder in Deutschland beim Spiegel-Skandal um den Verteidigungsminister Strauß und bei dem CDU-Spendenskandal um Bundeskanzler Kohl.

Ansonsten gab und gibt es wohl viele Gerüchte und Erfundenes, was auch über die Medien verbreitet wurde und wird [Stern Hitler-Tagebücher] und seit dem Internet eben auch in Eigenregie privater Leute. Günter Wallraff durft einst gerichtlich erlaubt sagen, dass aus seiner Sicht die Bildzeitung ein Machwerk professioneller Lügner und Fälscher sei.

Die Meinungsfreiheit geht in Deutschland sehr weit, trotz Parteibeschlüssen der Partei Die Linke. Das ist die gute Nachricht.


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Hamlet54 #46

Da wird aber viel in Jebsens Aktivitäten hinein interpretiert. Wenn man die Israelpolitik im Gazastreifen kritisiert hat das sowas von nichts mit Antisemitismus zu tun. Das wäre wie wenn man jedem, der Erdogan kritisiert Türkenhass vorwirft. Also kommt mal bisschen runter.

Ja, und natürlich sind die Medien gesteuert. Nicht unbedingt von der CIA aber zumindest vom Gewinninteresse für Anzeigen, dem Markt, den Ausbildungen und Wertevorstellungen der einzelnen Autoren, die für genau spezielle Verlage arbeiten. Eine EMMA wird sich nie für Männerrechte einsetzen. Eine Bildzeitung wird nie Fakten nur nüchtern präsentieren. Ja und wer weiß, vielleicht haben Geheimdienste viele Steuerungssysteme in die Medien eingebaut. Information ist schließlich deren Geschäft. Das sind keine großen Verschwörungstheorien.

Ist die Tatsache, dass rund 300 mächtige Familien die hälfte des gesamten Weltvermögens besitzen und entsprechend Macht haben eine Verschwörungstheorie?

Die Linke hat ganz andere Probleme. ...

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