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Franz Josef Huber (* 22. Januar 1902 in München; † 30. Januar 1975 ebenda) war ein deutscher SS-Führer und Polizist, zuletzt im Rang eines SS-Brigadeführers und Generalmajors der Polizei. Er war während der Zeit des Nationalsozialismus Leiter der Geheimen Staatspolizei sowie Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in den Reichsgauen Wien, Niederdonau und Oberdonau. Von 1955 bis 1967 (Rente) arbeitete er für den deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) bzw. dessen Vorläuferorganisation Organisation Gehlen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Huber_(SS-Mitglied)

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:T%C3%A4ter_des_Holocaust

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[...] Nach Krieg und Holocaust gab es tausende sogenannte "Entnazifizierungsverfahren", in denen der Grad der Verstrickung in die NS-Herrschaft und ihre Verbrechen festgestellt wurde. Wer da gut ausstieg, hatte einen im Volksmund so genannten "Persilschein" (Persil – "wäscht weißer als weiß", so die Werbung damals). Der Persilschein für einen gewissen Franz Josef Huber, geboren 1902 in München, von Beruf Polizist, durch die "Spruchkammer Nürnberg, Sitzgruppe Garmisch" fiel besonders günstig aus:

"Der Betroffene ist in die Gruppe III der Minderbelasteten eingereiht […]. Der Betroffene [ist] nicht zu jenem Personenkreis zu zählen [...], der verbrecherisch gegen die Menschlichkeit handelte. Die [...] Beweismittel lassen eindeutig erkennen, dass er sich nicht als Stütze der NS-Gewaltherrschaft betätigte, dass er im Gegenteil [...] viele Menschen, die er eigentlich zu verfolgen hatte, in Schutz nahm [...] er hat zweifellos viel Unheil abgewendet."

Der "Minderbelastete": Franz Josef Huber war von März 1938 bis Dezember 1944 Chef der "Gestapo-Leitstelle Wien", der größten Gestapo-Leitstelle im ganzen Deutschen Reich plus den besetzten Gebieten. Ein bayrischer Polizist aus streng katholischem Haus wurde zum nationalsozialistischen Multifunktionär mit einer beispiellosen Ämter- und Machtfülle und über 900 Mitarbeitern.

In seiner Zeit an der Spitze der Wiener Gestapo wurden tausende "Feinde des Regimes" verfolgt, verhaftet, gefoltert, ermordet. Unmittelbar nach dem "Anschluss" im März 1939 schickte Huber "unliebsame" Juden ins KZ (siehe Faksimile). Die Gestapo war für die Deportation von Juden nach dem Osten zuerst mit-, dann alleinverantwortlich. Die von Adolf Eichmann aufgebaute "Zentralstelle für jüdische Auswanderung" war ihm – formal – unterstellt.

Aber wie konnte ein derart hoher Funktionär einer der gefürchtetsten Terrororganisationen des Dritten Reiches derart ungeschoren davonkommen? Huber saß keine Minute in Strafhaft und ist 1975 in München friedlich gestorben.

Mit dieser Frage haben sich zuletzt ein Artikel in der New York Times (He Led Hitler’s Secret Police in Austria. Then He Spied for the West, 5. April 2021) und ein ARD-Report (Eichmanns geheimer Komplize, 6. April) beschäftigt. Hubers unglaubliche Geschichte ist aber schon in älteren historischen Studien (Thomas Mang: "Gestapo-Leitstelle Wien – Mein Name ist Huber", Lit-Verlag 2003; Elisabeth Boeckl-Klamper, Thomas Mang, Wolfgang Neugebauer: "Gestapo-Leitstelle Wien 1938–45" , Edition Steinbauer 2018) aufgearbeitet worden.

Die deprimierende Antwort ist: Huber hat es nach Kriegsende verstanden, sich sowohl den US-Geheimdiensten wie auch dem deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) als "Experte" anzudienen (kürzlich hat auch der Historiker Michael Holzmann darüber gearbeitet). Dazu ein Desinteresse des offiziellen Nachkriegsösterreich, Belastungsmaterial an die deutschen Gerichte zu liefern – und ein relativ geschicktes "Heraushalten" von Huber in der Endphase des Regimes.

Huber wurde von den Amerikanern im Mai 1945 verhaftet und zwei Jahre interniert. Ein vernehmender Offizier des US Military Intelligence sagte, er hätte "gute Auskünfte über Hubers Tätigkeit in Österreich bekommen. Er erfüllte seine polizeilichen Aufgaben, so gerecht und so billig er konnte."

Im Februar 1948 wurde Huber sogar von Robert M. W. Kempner, dem stellvertretenden Ankläger beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess, verhört. Huber faselte etwas von Juden, "die nach dem Osten gekommen" seien und von dort Postkarten geschrieben hätten. Kempner: "Haben Sie geglaubt, dass das wahr ist?" Huber: "Ja." Kempner: "Haben Sie nie gehört, dass sie vernichtet wurden?" Huber: "Ja." Kempner: "Wann haben Sie das erfahren?" Huber: "Es ist möglich, dass es Ende 1944 war."

Dann stellte Österreich doch ein Auslieferungsbegehren, der Persilschein-Spruch wurde aufgehoben und Huber als "Hauptschuldiger" eingestuft. Doch da war er schon untergetaucht – um im beginnenden Kalten Krieg für die Amerikaner und (als fixer Pauschalist) den BND zu arbeiten (wobei eine Notiz von 1953 zeigt, dass der CIA doch seine Bedenken hatte). 1954 wurde wiederum dieser Spruch aufgehoben.

Es gehörte einiges dazu, Hubers Rolle im Terrorapparat des Dritten Reiches zu übersehen. Er hatte zweifachen Generalsrang (SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei), war überdies Inspekteur der Sicherheitspolizei (Sipo) und des SD (Sicherheitsdienst der SS), Inspekteur der Grenzpolizei. Er war ein politischer Protegé von Reinhard Heydrich, Beauftragter der "Endlösung der Judenfrage". Sein oberster Vorgesetzter Heinrich Müller ("Gestapo-Müller") war ein persönlicher Freund.

Allerdings war die Struktur von Hubers Dienststelle eher auf "Koordination" der untergeordneten Gestapo-Stellen ausgerichtet; und er verstand es, eine gewisse Distanz zur sozusagen "praktischen Arbeit" des Terrors einzuhalten – oder diesen Eindruck zu erwecken.

Er überließ fast alles seinem Stellvertreter Karl Ebner, einem zum Nazi konvertierten CVer (1948 in Wien zu 20 Jahren schweren Kerkers verurteilt, 1953 begnadigt). Huber selbst betonte in einem Privatbrief an Ebner im Jahre 1964, dass er sich von alledem ferngehalten habe: Er habe "keine Aufträge zur Deportation erteilt, niemals die Zentralstelle betreten oder mit Eichmann persönlich verhandelt".

In der Holocaust-Bürokratie hatte der SD (SS-Sicherheitsdienst) "die ‚grundsätzliche Behandlung der Judenfrage‘ und somit auch die Planung der Judenpolitik übertragen bekommen, während der Gestapo sämtliche exekutive Maßnahmen überantwortet worden waren" (Gestapo-Leitstelle Wien 1938–45).

In dem Buch heißt es dazu weiter: "Es kann jedoch kein Zweifel bestehen, dass bei der Initiierung der ersten Deportation der jüdischen Bevölkerung Wiens im Februar 1941 neben Reichsstatthalter und Gauleiter Baldur von Schirach der zweite lokale Protagonist Franz Josef Huber war.

Durch seinen direkten, persönlichen Zugang zu Heydrich und Müller gingen die Deportationsbefehle des RSHA nachweislich nicht an die ihm untergeordnete ‚Zentralstelle für jüdische Auswanderung‘, sondern direkt an ihn. Während die Abwicklung der Deportationen (bis März 1943) von der Zentralstelle durchgeführt wurde, war das ‚Judenreferat‘ der Gestapo-Leitstelle Wien die maßgebliche Instanz bei der Verfolgung der in Wien noch verbliebenen Juden."

Thomas Mang, Autor einschlägiger Studien, sagt heute: "Durch seine Machtfülle und die enge Kooperation mit Schirach war er ein Protagonist der Massendeportationen. Aber er hat sozusagen die Tagesarbeit in großem Stil an Ebner delegiert."

Und er war "während seiner Amtszeit offensichtlich bestrebt, durch ostentativ passives Verhalten den Eindruck zu erwecken, mit der Deportation der jüdischen Bevölkerung Wiens und auch anderen Verbrechen der Gestapo nichts zu tun zu haben". (Gestapo-Leitstelle Wien 1938–45).

Zuletzt täuschte er auch Krankheiten vor. Gleichzeitig betrieb er (wie übrigens Ebner auch) eine vorausschauende "Rückversicherungspolitik", indem er jüdische Angehörige bekannter Künstler, aber auch gefangene alliierte Agenten schützte (Mang: "Das waren seine persönlichen Geiseln").

So ist es einem "NS-Hauptverbrecher" (ein Zitat des Historikers Wolfgang Neugebauer) gelungen, letztlich davonzukommen. (Hans Rauscher, 10.4.2021)


Aus: "NS-Verbrecher - Der "Minderbelastete": Gestapo-Chef Franz Josef Huber" Hans Rauscher (10. April 2021)
Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000125711404/der-minderbelastete-gestapo-chef-franz-josef-huber
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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Zum Rauschmittel...
« Last post by Link on April 05, 2021, 01:33:01 PM »
"Die Erweiterung des Bewusstseins" Ralph Metzner (Autor)
Verlag   Nachtschatten Verlag
ISBN   978-3-03788-162-0
Publikation   2008
Einband   Softcover
Seitenzahl   80
Ausgabe   1. Auflage 2008
Ralph Metzner, Psychotherapeut und Vermittler schamanistischer Divination, gilt wohl als einer der profundesten Kenner der psychedelischen Szene und als einer derer Wegbereiter seit den 60er Jahren.
Essay I: LSD und die Suche nach dem Stein der Weisen
Dieser Essay wurde als eine Festrede zum hundertsten Geburtstag von Albert Hofmann gehalten. Der Entdecker des LSD, so zeigt der Autor in einer faszinierenden historischen Rückschau von den ersten Hochkulturen bis zur Neuzeit, gehört in die grosse Tradition der alchemistischen Naturforscher, die auf der Suche nach dem Stein der Weisen eine ganzheitliche Vereinigung spiritueller und materieller Wahrheit anstrebten.
Essay II: Erweiterungen des kollektiven Bewusstseins
Die Einführung psychedelischer Substanzen in der weltlichen Kultur Mitte des vergangenen Jahrhunderts stellt einen tiefgreifenden Umbruch in der kollektiven Psyche der Menschheit dar. Die sozio-kulturellen Wandlungen, die daraus hervorgingen, können als Antwort der kollektiven Psyche auf die beispiellosen Bedrohungen der modernen Zivilisation gesehen werden: Nuklearkrieg, Umweltzerstörung und rasendes Bevölkerungswachstum.
Aktualisierte und erweiterte Aufzeichnung der tiefgehenden Wandlungen des kollektiven Bewusstseins anhand der einzelnen Dekaden seit dem Ende des 2. Weltkrieges bis zur heutigen Zeit.

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"The Immortality Key: The Secret History of the Religion with No Name" (Englisch) Gebundene Ausgabe – 29. September 2020
von Brian C. Muraresku (Autor)
 Herausgeber : Macmillan USA (29. September 2020)
Sprache : Englisch
Gebundene Ausgabe : 480 Seiten
ISBN-10 : 1250207142
ISBN-13 : 978-1250207142
A groundbreaking dive into the role psychedelics have played in the origins of Western civilization, and the real-life quest for the Holy Grail that could shake the Church to its foundations.
The most influential religious historian of the 20th century, Huston Smith, once referred to it as the "best-kept secret" in history. Did the Ancient Greeks use drugs to find God? And did the earliest Christians inherit the same, secret tradition? A profound knowledge of visionary plants, herbs and fungi passed from one generation to the next, ever since the Stone Age?
There is zero archaeological evidence for the original Eucharist the sacred wine said to guarantee life after death for those who drink the blood of Jesus. The Holy Grail and its miraculous contents have never been found. In the absence of any hard data, whatever happened at the Last Supper remains an article of faith for todays 2.5 billion Christians. In an unprecedented search for real answers, The Immortality Key examines the archaic roots of the ritual that is performed every Sunday for nearly one third of the planet. Religion and science converge to paint a radical picture of Christianitys founding event. And after centuries of debate, to solve historys greatest puzzle once and for all.
Before the birth of Jesus, the Ancient Greeks found salvation in their own sacraments. Sacred beverages were routinely consumed as part of the so-called Ancient Mysteries elaborate rites that led initiates to the brink of death. The best and brightest from Athens and Rome flocked to the spiritual capital of Eleusis, where a holy beer unleashed heavenly visions for two thousand years. Others drank the holy wine of Dionysus to become one with the god. In the 1970s, renegade scholars claimed this beer and wine the original sacraments of Western civilization were spiked with mind-altering drugs. In recent years, vindication for the disgraced theory has been quietly mounting in the laboratory. The constantly advancing fields of archaeobotany and archaeochemistry have hinted at the enduring use of hallucinogenic drinks in antiquity. And with a single dose of psilocybin, the psychopharmacologists at Johns Hopkins and NYU are now turning self-proclaimed atheists into instant believers. But the smoking gun remains elusive.
If these sacraments survived for thousands of years in our remote prehistory, from the Stone Age to the Ancient Greeks, did they also survive into the age of Jesus? Was the Eucharist of the earliest Christians, in fact, a psychedelic Eucharist?
With an unquenchable thirst for evidence, Muraresku takes the reader on his twelve-year global hunt for proof. He tours the ruins of Greece with its government archaeologists. He gains access to the hidden collections of the Louvre Museum to show the continuity from pagan to Christian wine. He unravels the Ancient Greek of the New Testament with the worlds most controversial priest. He spelunks into the catacombs under the streets of Rome to decipher the lost symbols of Christianitys oldest monuments. He breaches the secret archives of the Vatican to unearth manuscripts never before translated into English. And with leads from the archaeological chemists at the University of Pennsylvania and the Massachusetts Institute of Technology, he unveils the first scientific data for the ritual use of psychedelic drugs in classical antiquity.
The Immortality Key reconstructs the suppressed history of women consecrating a forbidden, drugged Eucharist that was later banned by the Church Fathers. Women who were then targeted as witches during the Inquisition, when Europes sacred pharmacology largely disappeared. If the scientists of today have resurrected this technology, then Christianity is in crisis. Unless it returns to its roots.
Featuring a Foreword by Graham Hancock, the New York Times bestselling author of America Before: The Key to Earth's Lost Civilization.
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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Coronavirus Notizen (COVID-19-Pandemie)
« Last post by Link on April 05, 2021, 10:20:43 AM »
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[...] Im Rahmen der Proteste rund um die Corona-Pandemie kommt es immer wieder zu antisemitischen Zwischenfällen. Nun sind auch für Bochum zwei solcher Fälle bekannt.
Am Samstag, den 27. März 2021 bezeichnete ein Teilnehmer der örtlichen Querdenken-Proteste einen der eingesetzten Polizeibeamten als „KZ Wächter“. Durch diese direkte Bezugnahme auf die Shoah handelt es sich um eine direkte Täter-Opfer-Umkehr: Ein Teilnehmer einer verschwörungsideologischen und somit strukturell antisemitischen Kundgebung vergleicht sich mit den Opfern der Shoah, indem die Polizei als Teil der demokratischen Exekutive mit den Wachmannschaften nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager dargestellt wird.
Der entsprechende Vorfall wurde in der öffentlichen Telegram-Gruppe der Initiative „Querdenken 234“ publik gemacht und von einem Nutzer auf Twitter weiter verbreitet ... Der zweite Vorfall ereignete sich ebenfalls am Wochenende vom 26.
auf den 28. März 2021: Im Bereich der Erzbahntrasse vom Westpark bis Bochum Hordel sowie an der Graffiti-Wand im Westpark wurden zahlreiche verschwörungsideologische Graffiti angebracht. Unter anderem war dort zu lesen: „No Media No Virus“ und "BRD AG = KZ“.

Bei beiden Inhalten handelt es sich um Verschwörungsmythen, hinter denen antisemitische Topoi zu erkennen sind. Die Corona-Pandemie wird als eine Erfindung der Medien dargestellt, vornehmlich, um die Gesellschaft zu unterdrücken und die Bundesrepublik Deutschland wird als eine von Mächten im Hintergrund fremdbestimmte Firma bezeichnet, die darüber hinaus noch mit einem Konzentrationslager verglichen wird.

Während erstere Aussage erst auf den zweiten Blick dem strukturellen Antisemitismus zuzuordnen ist, handelt es sich bei der zweiten Behauptung um einen Inhalt der so
genannten Reichsbürgerbewegung, die die Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennt und wahlweise glaubt, noch immer im so genannten „Dritten Reich“ oder in einer von den
Siegermächten fremdbestimmten GmbH zu leben.

„All diese Verschwörungserzählungen gehen von mehr oder minder geheimen Mächten im Hintergrund aus, die Deutschland fremdbestimmen würden“, erläutert Justin Mantoan,
Mitarbeiter der Integrationsagentur ZIVA – Zusammen für Vielfalt und Integration, gegen Antisemitismus der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen und fährt fort:

„Verschwörungsmythen sind stets strukturell antisemitisch, wenn sie eine solche geheime Macht herbeiphantasieren, die im Dunkeln arbeite und von dort aus die Macht übernehmen
wolle oder schon übernommen habe. Zahlreiche dieser Mythen haben ihren Ursprung in antisemitischen Erzählungen des Mittelalters oder, seit Beginn des 20. Jahrhunderts, in den
so genannten Protokollen der Weisen von Zion.“

Wenn diese strukturell antisemitischen Erzählungen darüber hinaus noch mit direkten Bezügen zur Zeit des Nationalsozialismus und zur Shoah versehen seien, so Mantoan, habe
man es zu allem Überfluss noch mit Formen des strukturellen Antisemitismus zu tun. „Dies ist keine Kritik an den Corona-Maßnahmen, sondern ein direkter Angriff gegen das Judentum
mitten in Bochum.“


Aus: "Bochum: Antisemitische Vorfälle im Rahmen der Corona-Pandemie" (In Bochum, Politik | Am 2. April 2021 | Meldung )
Quelle: https://www.ruhrbarone.de/bochum-antisemitische-vorfaelle-im-rahmen-der-corona-pandemie/197855#more-197855

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ccarlton
2. April 2021 um 14:45

Die Behauptung, der entsprechende Vorfall wäre in der öffentlichen Telegram-Gruppe der Initiative
„Querdenken 234“ publik gemacht und von einem Nutzer auf Twitter weiter verbreitet worden ist irreführend.

Die Macher der Gruppe haben sich distanziert, was aus dem sehr unvollständigen Screenshot nicht klar ersichtlich ist. Zum Glück ist die Gruppe öffentlich, sodass jeder den Rest der Stellungnahme finden kann.

"…solche Aussage ist komplett unangemessen, und wir möchten euch wirklich bitten, jegliche Vergleiche mit der NS-Zeit zu unterlassen."

Werden hier bewusst Informationen unterschlagen, um den politischen Gegner in ein schlechtes Licht zu rücken?


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[...] Rund 15.000 Menschen, größtenteils ohne Masken und Mindestabstand, versammelten sich bei einer Kundgebung der „Querdenken“-Bewegung gegen die Corona-Politik am Samstag in Stuttgart. ... Erneut lösten – wie bei vorangegangenen Demonstrationen der „Querdenker“ in anderen Städten – reale oder vermeintliche Solidaritätsbekundungen der Polizei mit den „Querdenkern“ für Kritik, vor allem in den sozialen Netzwerken. ... Die Gesprächsatmosphäre zwischen Fiechtner und den Polizisten ist augenscheinlich gut. Die Beamten lachen mehrere Male. Auch kurz nachdem Fiechtner Frieß eine „antidemokratische Ratte“ nennt. Zum Abschied wünschen sich alle frohe Ostern.

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Aus: "Ex-AfD-Mann scherzt mit Stuttgarter Beamten: Polizisten lachen nach „Ratten“-Beleidigung gegen Landtagsdirektor" (04.04.2021)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/ex-afd-mann-scherzt-mit-stuttgarter-beamten-polizisten-lachen-nach-ratten-beleidigung-gegen-landtagsdirektor/27066990.html

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macmacmac 04.04.2021, 17:07 Uhr

Wenn ich mir überlege, wie man damals auf uns Brockdorf Anti-AKW-Demonstranten eingeprügelt hat. Da war anscheinend die "Verhältnismäßigkeit" eines massiven Polizeieinsatzes gegeben. Oh Mann! Es zeigt nur, welche Sympathien offensichtlich von Polizeiseite und Stadtverwaltung für die ganzen Anti-Covid-Spinner haben.

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[...] Der Virus tobt in der mittlerweile dritten Welle durchs Land, und die Anti-Corona- oder sogenannten Grundrechte-Demos nehmen ebenfalls zu. Rein medizinisch betrachtet ist es eine geradezu pathologische Realitätsverweigerung, mit Tausenden von Anderen ohne Abstand und Maske durch Innenstädte zu pilgern und dabei, bei Anwesenheit von Nachwuchsnazis und Antisemiten, das Ende einer subjektiv empfundenen Diktatur zu fordern. Dabei erkennen wir die Teilnehmer dieser Umzüge keineswegs als Unzufriedene, Benachteiligte, Marginalisierte, sondern als typische Vertreter der „Mitte der Gesellschaft“, einem Bevölkerungsteil ohne materielle Sorgen, ohne Not, ohne Angst.

Entsprechend fordern die Protestierenden in keiner Verfassung verzeichnete Rechte wie „Herumlaufen ohne Maske“, „Einkaufen, wann man möchte“, „Sofort in den Urlaub fliegen“ oder „Nicht mehr über den Virus reden“. Und das, obwohl die aktuelle Covid19-Pandemie in unserem Land bislang bereits 77.000 Menschenleben gefordert hat? Wenn man die erschreckende Zahl allerdings umrechnet, bedeutet das weniger als ein Todesopfer auf 1000 Bewohner Deutschlands. Und wer kennt schon 1000 Menschen persönlich, wer hat eine subjektive Erfahrung mit der ansteckenden Krankheit? Oder wer macht sich Gedanken über die doppelte Zahl an Todesfällen durch Rauchen, und fordert gesetzliche Regelungen? Niemand, zumindest nicht unter den plötzlich als Grundrechtsfans auftretenden Ottonormalbürgern. Weil: Sterben müssen immer nur die anderen. Man selbst möchte davon nicht betroffen sein, und deswegen auch nichts davon hören. Deswegen treibt es Tausende auf die Strasse, wo sie ein Ende der Pandemieberichterstattung, des Konsumverzichts, und das Einlösen aller Wohlstandsversprechen einfordern.

Man muss sich nicht wundern, dass die Polizeikräfte fast aller Bundesländer untätig bis wohlwollend am Rand dieser Proteste gegen die Unbequemlichkeit stehen – ist die Polizei doch der sinnbildliche Garant für die konsumfreudige, problembefreite Normalität eines deutschen Staates, dessen Bewohner gemeinsam von einer ewigen Fortsetzung des Wirtschaftswunders träumen. Eines Wunders, das für alle gelten soll, die so sind wie man selbst. Nicht für Minderheiten, für Arme, für chronisch Kranke, für alle, die das schöne Bild trüben könnten. Ja, die Haltung der Coronaprotestierer wirkt extrem egoistisch. Aber es ist ein kollektiver Egoismus, der sich aus der nachkriegsdeutschen Identität des Bürgers als unpolitisches Rädchen eines grossen, mächtigen, Nahrung und Schutz spendenden Wirtschaftssystems speist. Was da auf die Strasse geht und sich an keine Regeln hält, ist das deutsche Bürgertum, einschliesslich der Polizeibehörden, der bürgerlichen Parteien, der bürgerlichen Medien, aller Vertreter einer mühsam aufrecht gehaltenen Normalität. Deswegen werden tätliche Angriffe und Steinwürfe gegen Pressevertreter ebenso geduldet wie Nazisymbole und antisemitische Parolen – weil das alles zur Mitte der Gesellschaft zählt. Die nun mal aggressiv reagiert, wenn ihr die Hostien der Konsumreligion vorenthalten werden. Gibt es einen Weg aus dieser unschönen Situation?

Ja, natürlich, indem wir uns klarmachen, dass alle Fortschritte und Freiheiten, die wir heute geniessen, gegen die Trägheit der gesellschaftlichen Mitte erkämpft werden mussten. Deswegen muss dieser Kampf für Fortschritt weitergeführt werden, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, damit unser Land (das gilt aber für alle Länder) nicht unter der trägen Masse des Konsumbürgertums erstickt. ...


Aus: "Corona und der Aufstand des Mainstreams" Autor: Fritz (4. April 2021)
Kategorien: planet . Schlagwörter:Corona, Grundrechte-Demos, Mitte der Gesellschaft
Quelle: https://11k2.wordpress.com/2021/04/04/corona-und-der-aufstand-des-mainstreams/#more-47302

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Cihan Sinanoğlu @devrimX1925

nächste film idee:eine pandemie tötet hunderttausende menschen. eine allianz aus nazis,hippies u. esoteriker*innen leugnet das. patente von impfstoffen werden nicht herausgegeben,weil aktionäre geld verdienen wollen.währenddessen bereichern sich korrupte politiker an maskendeals.

3:07 nachm. · 4. Apr. 2021


https://twitter.com/devrimX1925/status/1378695837698691080

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Hans Castorp @HansCastorp14
Antwort an  @devrimX1925

Vollkommen absurd und unglaubwürdig!!11!!11!!


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Marian Wirth, "Atmende Öffnungsmatrix"-Skeptiker @mtwirth
Antwort an  @devrimX1925

Ist mir als Plot einfach zu überladen und kapitalismusfeindlich...


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Hilde @Hilde54151430 @devrimX1925  und @FERROCORTILER

Mittendrin in der Handlung fliegen alle nach Malle.


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zynikus,mit verlaub.... @zynikus1
Antwort an @devrimX1925

"ein schwank aus dem leben"


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Gianoia @Gianoia Antwort an
@devrimX1925
 und @LEN_1977

Dokumentationen sind recht populär. Könnte man locker ins Kino bringen, aber es ist für die meisten Zuschauer wohl zu wenig Neues dabei. Wäre vll was für den Geschichtsunterricht in 10 Jahren oder so. "The fall of Europe"


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SolarRandaline @LilaLapras Antwort an
@devrimX1925

Hahaha, viel zu absurd.


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Tina @wunder2welt
Antwort an @devrimX1925

Und die Polizei bekämpft die, die gegen Leugnungsallianz demonstrieren.


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MJ @MissesJones12
@devrimX1925  und @journelle

Das musst du aber auf mindestens drei Serien-Staffeln verteilen, sonst sagt jeder, das sei viel zu konstruiert. Ernsthaft, wer soll denn das glauben


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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Philosophie (Gedanken über Gedanken ...)
« Last post by Link on April 04, 2021, 11:39:53 AM »
"Über das (eigene) Ende hinausdenken – Philosophie und deep adaptation" Von Daniel Neumann (Klagenfurt) (2021)
Für die Frage des Umgangs mit der Katastrophenerwartung zieht Bendell auch die Gewissheit des eigenen Todes als zentralen Faktor in Betracht und führt dabei Ergebnisse aus der Sozialpsychologie und den environmental studies an, wo der Tod z.B. die Rolle einer „vital lie“ spielt. Den Tod zu verdrängen bedeute allerdings nicht nur, die Klimaveränderungen zu verdrängen, sondern auch den damit begriffenen gesellschaftlichen Zusammenbruch. Auffällig ist, dass in diesem Kontext keine Überlegungen darüber angestellt werden, wie ein positiver Umgang mit dem Tod zu Bendells Projekt einer „erweiterten Anpassung“ beitragen könnte.
Genau hier möchte ich die Philosophie ins Spiel bringen. ...
https://www.praefaktisch.de/klimakrise/ueber-das-eigene-ende-hinausdenken-philosophie-und-deep-adaptation/

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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Urbanistik & Stadtforschung & Widerstand...
« Last post by Link on April 04, 2021, 11:31:01 AM »
"Das Faustrecht der Freiheit. Anarchokapitalistische Fantasien in der zeitgenössischen Architektur" Stephan Trüby (28. März 2021)
Stephan Trüby ist Professor für Architekturtheorie und Direktor des Instituts für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen (IGmA) der Universität Stuttgart. Er publizierte unter anderem "Rechte Räume. Politische Essays und Gespräche" (2020).
Was passiert, wenn Architekt*innen nicht mehr für öffentliche Bauträger, sondern nur noch für den „freien Markt“ arbeiten? Für Patrik Schumacher, Chef von Zaha Hadid Architects, bedeutet es die Nähe zu libertär-rechtsradikalem Gedankengut und die Planung von „Freien Privatstädten“.
https://geschichtedergegenwart.ch/das-faustrecht-der-freiheit-anarchokapitalistische-fantasien-in-der-zeitgenoessischen-architektur/

"Stephan Trüby : "Es gibt keine per se rechte oder linke Architektur"
Doch es gebe "rechte Räume", sagt der Architekturtheoretiker Stephan Trüby. Die These hat nun eine Debatte entfacht: Wird die Baukultur politisch instrumentalisiert?
Interview: Martin Tschechne (12. Juni 2019)
https://www.zeit.de/kultur/2019-06/stephan-trueby-architektur-professor-rechte-raeume-kritik

Stephan Trüby (* 19. März 1970 in Stuttgart) ist Architekturtheoretiker und Professor für Grundlagen Moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart und Publizist politischer Debattenbeiträge. ... Gebäude stehen gemäß Trüby „im Kontext kultureller (nationaler, regionaler etc.) Differenzen wie im Kontext von Transmissionsprozessen. ... Sie sind Resultate kultureller Evolution, ... und verdanken sich einer komplexen Gemengelage aus ökonomischen, politischen, materiellen und stilistischen Faktoren, aus Traditionen, Handwerkerregeln, Software- Rahmenbedingungen etc.“ ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Tr%C3%BCby

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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Subjektivität & Das Selbst...
« Last post by Link on April 01, 2021, 12:37:21 PM »
The Malaise of Modernity (Cbc Massey Lectures Series) (Englisch) Taschenbuch – 1. November 1998
 Herausgeber : House of Anansi Pr (1. November 1998)
Sprache : Englisch
Taschenbuch : 128 Seiten
ISBN-10 : 0887845207

The Malaise of Modernity (1/5) - Charles Taylor
The Ethics of Authenticity, Harvard University Press (1992).
Charles Taylor focuses on the key modern concept of self-fulfillment, often attacked as the central support of what Christopher Lasch has called "the culture of narcissism." To Taylor, self-fulfillment, although often expressed in self-centered ways, isn't necessarily a rejection of traditional values and social commitment; it also reflects something authentic and valuable in modern culture. Only by distinguishing what is good in this modern striving from what is socially and politically dangerous, Taylor says, can our age be made to deliver its promise.
https://youtu.be/j_losVdiARc


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"Querdenker - Erleuchtung aus dem Allgäu" Michael Eggert (März 22, 2021)
Meditieren mit dem Corona- Virus Oder: Das große, dunkle, übermächtige Irgendetwas
Anthroposophische Meditations- Lehrer verkünden nicht nur Übungen, damit ihre Klientel mit sich und dem Alltag ins Reine kommt und vielleicht Anschluss zu kosmischen Quellen der geistigen und leiblichen Erneuerung findet, sondern liefert frei Haus auch stets eine Lebenseinstellung und ein Weltbild mit. ...
https://egoistenblog.blogspot.com/2021/03/meditieren-mit-dem-corona-virus-oder.html

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"Von Atlantis und Auftragskillern: Eine Waldorf-Ausbilderin klärt auf"
8. September 2020 AnthroBlogger
In einer Telegram-Gruppe verbreitet eine Ausbilderin für Waldorfpädagogik Corona-Verschwörungsmythen. Sie spricht von Engelswesen und Hellseherei, zitiert KenFM und Eva Herman.
https://anthroposophie.blog/2020/09/08/von-atlantis-und-auftragskillern-eine-waldorf-ausbilderin-klart-auf/comment-page-1/#comments
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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Kapitalismus & Kapitalismuskritik (...?)
« Last post by Link on March 29, 2021, 09:56:43 PM »
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[...] Bis zuletzt blieb er unter dem Radar. Bill Hwang (56) stand bei vielen Investmentbanken auf der schwarzen Liste, schließlich hatte er schon 2012 einen Hedgefonds schließen und eine Strafe wegen Insiderhandels akzeptieren müssen. In Hongkong hat ihn die Börsenaufsicht sogar lebenslang vom Handel ausgeschlossen. Und doch konnte er auf eigene Rechnung mit gewaltigem Kredithebel ein Multi-Milliardenportfolio aufbauen - und ein Großrisiko für den Finanzmarkt schaffen, das jetzt mehreren Großbanken um die Ohren fliegt. ... Hwang, in seiner Jugend als Sohn eines koreanischen Priesters in die USA gekommen und bis heute Beirat des evangelikalen Fuller Theological Seminary im kalifornischen Pasadena, gehört zu den sogenannten Tiger Cubs (Tigerjungen), den Schülern des Hedgefonds-Pioniers Julian Robertson (88). In dessen Tiger Management stieg Hwang als Aktienanalyst auf und verdiente sich zumindest in einem Jahr einen Sonderbonus als Bestperformer der Firma. ... s gehe ihm nicht nur um das schnelle Geld, sagte er in einem 2018 veröffentlichten christlichen Youtube-Interview. "Es geht um die lange Frist, und Gott hat sicher eine langfristige Sicht." ...

"Faith and Work | Bill Hwang on investing in people" (07.03.2018)
Bill Hwang, CEO and Founder of Archegos Capital Management and Fuller Trustee, shares how his faith influences his business practices and the importance of asking “where can I invest to please our God?” He is interviewed by Tod Bolsinger, Vice President and Chief of Leadership Formation.
https://youtu.be/vnbeQ-WFOUU

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Aus: "Die Rückkehr des Tigerjungen" (29.03.2021)
Quelle: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/hedgefonds-bringt-credit-suisse-in-bedraengnis-wie-bill-hwang-zum-zweiten-mal-investoren-an-der-nase-herum-fuehrte-a-dc359aa2-ab26-4714-9896-35a774534248

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[...] Bill Hwang ist wohl nicht das, was man sich unter einem typischen Hedgefonds-Manager vorstellt: Denn für ihn scheint nicht das Geld der grösste Antrieb zu sein, sondern er will mit seinen Investments das Werk Gottes voranbringen. Deshalb engagiert er sich auch für das evangelikale Fuller Seminar in Kalifornien.

Geld hat der 56-jährige Hwang sowieso schon genug verdient. Er kam als Jugendlicher aus Südkorea in die USA und machte dort in der Finanzbranche Karriere. So verdiente er in den Neunzigerjahren mit Deals in Asien ein Milliardenvermögen. Dieses verwaltet er nun mit seiner eigenen Firma Archegos. ...

... Hwangs Spezialität sind riskante Wetten. Er gehört zu den sogenannten Tiger Cubs. Damit sind die Schüler des legendären Hedgefonds-Managers Julian Robertson gemeint. Für dessen Tiger Management arbeitete Hwang, bis sich Robertson vor zwanzig Jahren zurückzog und das Feld seinen Nachfolgern überliess. Hwang fokussierte sich auf Asien und war dort sehr erfolgreich. Doch erhielt seine Karriere 2012 einen Knick. Damals gestand er gegenüber der US-Börsenaufsicht ein, dass der Erfolg auch auf Insiderhandel beruhte. Hwang bekannte sich schuldig und zahlte insgesamt 44 Millionen Dollar – als Busse und als Entschädigung für private Kläger. Hwang schloss danach Tiger Asia und zog sich etwas zurück.

Mit Archegos begann er wieder von vorne. Der Neustart wurde in den Banken zuerst kritisch gesehen. So wurde er von der US-Grossbank Goldman Sachs lange als zu grosses Risiko angesehen, wie die «South China Morning Post» berichtet. Die Bank weigerte sich noch Ende 2018, mit ihm Geschäfte zu machen. Doch habe sich die Meinung von Goldman Sachs wieder geändert, als die Bank gesehen habe, wie lukrativ Hwang als Kunde gewesen sei. Er brachte den Banken mit seiner Firma hohe Einnahmen. Offenbar war er da schon wieder mit mehreren anderen Banken gut im Geschäft.

Denn Hwang soll einen extrem riskanten Kurs gefahren haben, indem er für seine Deals sehr wenig eigenes Geld und sehr viel Fremdkapital eingesetzt habe. So lukrativ das in guten Zeiten ist, so teuer ist es, wenn der Investor sich verspekuliert. Das ist ihm nun mit Wetten auf die Wertpapiere der US-Medienkonzerne Viacom CBS und Discovery, des kanadischen Onlineshop-Anbieters Shopify und der chinesischen Internetriesen Baidu und Tencent Music passiert.

Als Hwang die von den Banken geforderten Sicherheiten nicht mehr liefern konnte, begannen einige Institute letzten Freitag mit dem Notverkauf der Aktien aus dem Archegos-Portfolio, um sich möglichst schadlos zu halten. Die Folge waren heftige Ausschläge an den Börsen und lange Gesichter bei den Banken, die nun herausfinden müssen, wie gross das Loch ist, das Hwang bei ihnen hinterlassen hat.


Aus: "Wer ist Bill Hwang? - Dieser Finanzmanager sorgt für Panik bei den Grossbanken" Jorgos Brouzos (29.03.2021)
Quelle: https://www.zuonline.ch/dieser-finanzmanager-sorgt-fuer-panik-bei-den-grossbanken-231822374496

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[...] Am Freitag hatte ein Ausverkauf von Aktien in den USA zu markanten Kursverlusten bei einer Reihe von Unternehmen geführt, die einem Insider zufolge mit Archegos in Verbindung stehen. Die Papiere der Medienkonzerne ViacomCBS und Discovery hatten jeweils 27 Prozent an Wert verloren. Die in den USA notierten Anteile der chinesischen Konzerne Baidu und Tencent Music waren im Laufe der Woche um ein Drittel beziehungsweise knapp 50 Prozent abgesackt.

 Nach Angaben informierter Kreise hatten die Deutsche Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley im Auftrag von Archegos Aktien im Wert von rund 30 Milliarden Dollar auf den Markt geworfen. Investoren halten systemische Risiken zum jetzigen Zeitpunkt zwar für unwahrscheinlich, zeigten sich allerdings nervös über das Ausmaß der Auflösung von Archegos-Positionen und mögliche weitere Verkäufe.

Das Unternehmen, geführt von Bill Hwang, ging aus dem Hedgefonds Tiger Asia hervor. Der Manager einigte sich 2012 mit der US-Börsenaufsicht SEC gegen Zahlung von 44 Millionen Dollar auf die Einstellung von Ermittlungen zu Insiderhandel. Archegos, auf der Firmen-Internetseite als Family Office bezeichnet, soll Medienberichten zufolge rund zehn Milliarden Dollar verwalten. Hwang war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Aus: "Archegos Capital sorgt für Beben US-Hedgefonds-Ausfall trifft Bankenbilanzen" (Montag, 29. März 2021)
Quelle: https://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Hedgefonds-Ausfall-trifft-Bankenbilanzen-article22459530.html

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[...] Welche Auswirkungen es haben kann, wenn ein Hedgefonds sich verzockt, hat Anfang des Jahres das Beispiel von Gamestop einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt [https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/gamestop-anhoerung-in-den-usa-wer-hat-verhindert-dass-die-rechnung-der-kleinanleger-aufgeht/26932936.html]. Die Leerverkäufer von Melvin Capital hatten darauf gesetzt, dass die Papiere des Computerspieleverkäufers an Wert verlieren würden. Als diese dann aber massiv stiegen, stand der Hedgefonds dem Vernehmen nach kurz vor dem Aus – und musste mit Milliardenbeträgen gerettet werden. Nicht wenige hatten damals bereits mit einem großen Crash gerechnet.

Nun steckt ein anderer Fonds in Problemen. Und wieder betreffen die Auswirkungen die gesamte Börse. Der US-Hedgefonds Archegos Capital reißt diesmal vor allem Banken mit in Schwierigkeiten. Die Schweizer Großbank Credit Suisse und die japanische Investmentbank Nomura warnten am Montag vor erheblichen Verlusten durch den Ausstieg aus Positionen bei einem US-Hedgefonds. Sie nannten den Namen des Hedgefonds zwar nicht, doch Finanzkreisen zufolge handelt es sich um Archegos.

Auch die Deutsche Bank ist einem Insider zufolge betroffen, allerdings weniger stark als die Wettbewerber. Das Exposure des Frankfurter Geldhauses sei nur ein Bruchteil dessen, das andere hätten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur "Reuters" am Montag. Bis Freitagnacht habe die Bank keine Verluste aus den Geschäften mit Archegos erlitten und manage die Positionen.

Die japanische Investmentbank Nomura bezifferte den Verlust auf zwei Milliarden Dollar, die Credit Suisse zufolge könnte der Verlust „sehr bedeutend und wesentlich“ für das Ergebnis des ersten Quartals sein. Die Schweizer erklärten, ein bedeutender Hedgefonds sei Nachschusspflichten – den sogenannten Margin-Calls – nicht nachgekommen. Das bedeutet, er hätte eigentlich Geld nachzahlen müssen, weil sein eingesetztes Kapital unter den für seine Positionen benötigten Wert gesunken ist. Da der Investor kein Geld nachschoss, seien die Schweizer Großbank und andere Geldhäuser nun dabei, diese Positionen aufzulösen. Haben diese nun an Wert verloren, bleibt die Bank auf dem Minus sitzen.

Am Freitag hatte ein Ausverkauf von Aktien in den USA zu markanten Kursverlusten bei einer Reihe von Unternehmen geführt, die einer mit der Sache vertrauten Person zufolge mit Archegos Capital in Verbindung stehen. Die Papiere der Medienkonzerne ViacomCBS und Discovery hatten jeweils 27 Prozent an Wert verloren. Die in den USA notierten Anteile der chinesischen Unternehmen Baidu und Tencent Music waren im Laufe der Woche um ein Drittel beziehungsweise knapp 50 Prozent abgesackt.

Investoren halten systemische Risiken zu jetzigen Zeitpunkt zwar für unwahrscheinlich, zeigten sich allerdings nervös über das Ausmaß der Verkäufe von Archegos und möglich weitere Veräußerungen. Die Aktien der Credit Suisse stürzten am Montag an der Börse in Zürich um 14 Prozent ab – das ist der größte Tagesverlust seit dem Börsencrash vom Frühjahr 2020 ein.

In Tokio waren die Nomura-Anteile 16 Prozent eingebrochen. Auch an der deutschen Börse konnte man die Auswirkungen spüren: Die Titel der Deutschen Bank fielen in Frankfurt um gut fünf Prozent, konnte sich im Laufe des Nachmittags aber wieder auf ein Minus von nur noch gut drei Prozent erholen. Damit waren sie noch immer der schwächste Wert im Leitindex.

Die Credit Suisse lehnte eine weitergehende Stellungnahme ab und stellte mehr Informationen zu gegebener Zeit in Aussicht. Die Warnung ist erneut ein Rückschlag für die Bank, die erwägt, Investoren zu entschädigen, die vom Zusammenbruch von Fonds betroffen sind, die mit der insolventen Finanzfirma Greensill verbunden sind. Bereits im vierten Quartal 2020 war eine Investition in einen Hedgefonds-Anbieter die Credit Suisse teuer zu stehen gekommen: Das Institut musste den Wert der Beteiligung an York Capital um 450 Millionen Dollar berichtigen. (mit rtr)


Aus: "Ein strauchelnder Hedgefonds stellt die Wall Street vor Probleme" Thorsten Mumme (29.03.2021)
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/hohe-verluste-befuerchtet-ein-strauchelnder-hedgefonds-stellt-die-wall-street-vor-probleme/27051650.html
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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Sigmund Freud (1856-1939) ...
« Last post by Link on March 29, 2021, 07:03:52 PM »
DIE NACKTE KANONE und das Unbehagen in der Kultur | Geschichte[n] des Films #5
Unter dem Titel "Porno- und Fäkalwitze: Warum sind Komödien so vulgär" hat Wolfgang M Schmitt in einem Video vor wenigen Wochen ein Plädoyer für die Scham gehalten. Denn: "Erst die Scham ermöglicht wahrhaft komödiantische Situationen." Doch ist der Fäkal- bzw. der Triebhumor damit gänzlich abzulehnen oder entgeht uns dann wenigstens eine Dimension?
In der fünften Episode der Geschichte(n) des Films soll es genau darum gehen. Im Blickpunkt: Sigmund Freuds Witz- und Kultur-Theorie, DIE NACKTE KANONE aus dem Jahr 1988 und eine ganz besondere Szene mit Leslie Nielsen...
Literatur:
Sigmund Freud (1931/2010): Das Unbehagen in der Kultur. Reclam Verlag
Sigmund Freud (1905/1940): Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten. Fischer Taschenbuch Verlag
Filme: Die nackte Kanone (R: David Zucker, USA 1988)
https://youtu.be/5VSB5mi77vk

   Kontext: Porno- & Fäkalwitze: Warum sind Komödien so vulgär? - DIE FILMANALYSE
   https://youtu.be/St7FB9pR4z4
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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Sprache (Notizen)...
« Last post by Link on March 29, 2021, 06:28:12 PM »
"Sprachphilosophie II: Wie bestimmt man Begriffe?"
Prof. Dr. Paul Hoyningen-Huene, Teil der Vorlesung „Einführung in die Theoretische Philosophie", WS 2013/14, Leibniz Universität Hannover
https://youtu.be/wghXoj4UH9w

"5 - Sprachphilosophie 2020 - Sigmund Freud - Sprache im Unbewussten"
Sprachphilosophie-Vorlesung 2020, Hochschule für Philosophie - Fakultät SJ, München. 1. Teil: Prof. Dr. Sans SJ, 2. Teil: Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ
https://youtu.be/UlVWXTZAjvI

"7 - Sprachphilosophie - Jacques Derrida - Die Schriftlichkeit der Sprache"
Sprachphilosophie-Vorlesung 2020, Hochschule für Philosophie - Fakultät SJ, München. 1. Teil: Prof. Dr. Sans SJ, 2. Teil: Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ
Struktur - Sprachphilosophie SS 2020 – 2. Teil
https://youtu.be/4iCgPkGOk38

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