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"US-Medien: Trumps Stimme für die Provinz" Thorsten Schröder, New York (22. November 2017)
Die Mediengruppe Sinclair bestimmt mit ihrem Trump-freundlichen Programm das Lokalfernsehen der Amerikaner. Jetzt setzt sie zum nächsten Großangriff an. ...  Die FCC entschied auf Drängen des neuen Behördenchefs, den die Regierung Trump eingesetzt hatte, eine mehr als 30 Jahre alte Regelung aufzuheben. Diese hatte bis dahin eine zu große Konsolidierung regionaler Medien eingeschränkt. Die mehr als 15.000 Unterschriften und Proteste zahlreicher Organisationen gegen die Entscheidungen waren wirkungslos geblieben. Jetzt fürchten Beobachter, stehe dem unaufhaltsamen Aufstieg von Sinclair kaum noch etwas im Weg. Schon heute besitzt der Konzern mit 173 Fernsehstationen in den USA mehr Sender als jedes andere Unternehmen und hat einen Marktwert von 3,4 Milliarden Dollar. ... Sinclair plant die Übernahme von weiteren 42 Fernsehstationen des Konkurrenten Tribune Media für 3,9 Milliarden Dollar – ein Deal, der mit der Entscheidung der Behörde wahrscheinlicher geworden ist. Sollte der Plan aufgehen, würde Sinclair auf einen Schlag zwei Drittel aller amerikanischen Haushalte erreichen und in vielen Märkten ein Quasimonopol bilden. ... David Smith hat den rasanten Aufstieg des Konzerns vorangetrieben. Sein Vater, Julian Sinclair Smith, hatte die Gruppe 1971 während der Nixon-Präsidentschaft als Gegengewicht zu den liberalen Massenmedien gestartet. Nach dem Tod des Gründers kaufte Smith dessen Aktienanteile auf und baute das Unternehmen innerhalb von 28 Jahren vom Regionalangebot in Baltimore zu einem Milliardenkonzern aus. ...
http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/us-medien-donald-trump-regulierung-sinclair/komplettansicht



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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Ernst Cassirer
« on: Yesterday at 11:19:29 AM »
Ernst Alfred Cassirer (* 28. Juli 1874 in Breslau; † 13. April 1945 in New York) war ein deutscher Philosoph.
Er forschte und lehrte zunächst in Berlin, ab 1919 als Philosophieprofessor an der Universität Hamburg. 1933 wurde ihm als Juden dort der Lehrstuhl entzogen. Im selben Jahr verließ er das nationalsozialistische Deutschland und ging zunächst nach Großbritannien ins Exil, wenig später nach Schweden, wo er 1939 schwedischer Staatsbürger wurde, 1941 schließlich in die USA. In der Emigration war er Gastprofessor in Oxford, anschließend Inhaber eines philosophischen Lehrstuhls in Göteborg und später Professor an der Yale-Universität und an der Columbia-Universität in New York.
Bekannt wurde Cassirer durch sein kulturphilosophisches Hauptwerk, die Philosophie der symbolischen Formen. Daneben verfasste er eine Reihe von erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen und philosophiehistorischen Schriften.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Cassirer

Mythisches Denken bei Ernst Cassirer
Mythisches Denken bei Ernst Cassirer nach der "Philosophie der symbolischen Formen"
Magisterarbeit (im pdf-Format) von Patrick Conley (1993)
http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2005/1322/pdf/1993-12-00_magisterarbeit.pdf

Philosophie der symbolischen Formen ist der Titel des Hauptwerks des Philosophen Ernst Cassirer. Die Erstausgabe erschien in Berlin in den Jahren 1923–1929. Sie umfasst drei Bände:

    1. Band: Die Sprache, 1923
    2. Band: Das mythische Denken, 1925
    3. Band: Phänomenologie der Erkenntnis, 1929

https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_symbolischen_Formen


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Kunst (Art on the net) / kulturwissenschaft und medienrecycling...
« on: Yesterday at 10:59:58 AM »
Als der Verwaltungsrat des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) im August 1948 beschließt einen Fernseh-Versuchsbetrieb aufzunehmen, ist der Startschuss für das Nachkriegsfernsehen gefallen. Hamburg wird zum Zentrum des Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland.
http://www.fernsehmuseum-hamburg.de/

Meine HÖRZU-Sammlung habe ich mittlerweile an einen Interessenten aus Worms verkauft.
Dies bedeutet, dass es zukünftig keine weiteren Updates geben wird. Auch wird es leider nicht mehr möglich sein, Rechercheanfragen zu beantworten.
Die Website wird jedoch in der vorliegenden Form und unter dieser Domain erhalten bleiben.
Ich wünsche also weiterhin viel Spaß auf zuschauerpost.de!
http://www.zuschauerpost.de/

Fernsehserien von A bis Z
https://www.fernsehserien.de/serien-a-z/a

Informationen zu nostalgischen TV-Serien
http://www.steffi-line.de/

"Straßenfeger – Die besten Krimis der 60er und 70er Jahre"
https://www.jpc.de/s/1238938_46280?searchtype=cid

Mit bamby finden Sie Informationen zu Fernsehserien der Vergangenheit und Gegenwart.
Die notwendigen Daten wurden (und werden) aus alten Fernsehzeitschriften gesammelt und zusammengetragen. Angefangen wurde mit dem Jahr 1959, der Erstausstrahlung der Serie "So weit die Füsse tragen". Dies war die erste greifbare Fernsehserie, denn die "Familie Schölermann" wurde noch live produziert, und folglich sind die Informationen zu diesen Gestalten deutscher Fernsehwirklichkeit sehr rar. ...
http://www.bamby.de/

http://www.tvder60er.de/tvserien.html

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Quote
[...] Einer der Zweifelnden, der Schweizer „Energie- und Friedensforscher“ Daniele Ganser, soll Ende November in Berlin zu der Frage „Feuer oder Sprengung?“ sprechen. Für 20 Euro Eintritt kann man im Kino Babylon seinem Vortrag lauschen – es sei denn, der Veranstaltung ergeht es noch wie einer für Mitte Dezember angesetzten Preisverleihung an den ehemaligen RBB-Moderator Ken Jebsen. Nach öffentlicher Kritik durch Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und einem Telefonat seines Staatssekretärs Torsten Wöhlert mit Babylon-Geschäftsführer Timothy Grossman sagte das Kino den Veranstaltern ab.

Für seinen „aufklärerischen“ und „urdemokratischen Journalismus“ sollte Jebsen der „Kölner Karlspreis“ vom Blog Neue Rheinische Zeitung Online (NRhZ) verliehen werden. Der 51-jährige Moderator Jebsen stellt sich mit seinem Kanal KenFM als Alternative zu den etablierten Medien dar. Die Laudatio sollte taz-Mitarbeiter Mathias Bröckers halten, ebenfalls bekannt für seine verschwörungstheoretischen Ansichten zum 11. September 2001. Als Rednerin war Evelyn Hecht-Galinski angekündigt, eine Unterstützerin der umstrittenen israelkritischen Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS).

Lederer kritisierte Jebsen sowie weitere an der Veranstaltung Beteiligte scharf: Sie seien „in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten“. Antisemitismusvorwürfe führten 2011 zu Jebsens Entlassung beim RBB.

Auf Nachfrage der taz, ob Lederers Beschreibung der Jebsen-Veranstaltung als „Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte“ auch für jene von KenFM organisierten Ganser-Vorträge gelte, hieß es aus der Senatsverwaltung: „Es reicht ein Mindestmaß an Ratio, um diese Veranstaltung ebenfalls unter genannter Jahrmarkt-Rubrik zu fassen.“ Im Telefonat habe man Grossman den „Unmut über die Häufung inhaltlich mindestens fragwürdiger Veranstaltungen“ mitgeteilt.

Während Lederer die Jebsen-Veranstaltung mit Antisemitismus und durch den geplanten Auftritt der Band „Die Bandbreite“ auch mit dem „rechtsradikalen Milieu“ in Verbindung brachte, bezieht sich die Kritik an den 9/11-Vorträgen von Ganser auf dessen Verschwörungstheorien. 2015 hatte Ganser aber auch eine Diskussion mit dem einstigen Gründer der verbotenen neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann, Karl-Heinz Hoffmann, über das Oktoberfestattentat geführt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jürgen Elsässer – Chefredakteur des rechtspopulistischen Magazins Compact.

Das Babylon, das für sein Kinoprogramm jährlich mit etwa 400.000 Euro vom Senat bezuschusst wird, äußerte sich auf Anfrage der taz nicht. Die Senatsverwaltung für Kultur widersprach dem Vorwurf der Zensur, den auch der Linke-MdB Diether Dehm und der Ex-Abgeordnete Wolfgang Gehrcke öffentlich erhoben haben. Lederer habe sich „öffentlich positioniert“ – dies sei „keine Anweisung“ für das Babylon.

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Zehni, 21.11.2017

Sehr schwacher Kommentar: Außer das übliche Querfront, Aluhut und VT-Geblubber nix gescheites. Wer soll das noch ernst nehmen? Lieber die offizielle 9/11 VT glauben, die natürlich zu 100% schlüssig und von so ehrenwerten Leuten wie Cheney und Bush in die Welt gesetzt wurde.
Wie war das mit den Massenvernichtungswaffen im Irak und der Brutkastenlüge? Selbst wenn man weiß, dass ständig gelogen wird, bleibt man lieber bei der offiziellen Version, ist eben die Komfortzone.
Deshalb liebe TAZ: dreht euch nochmal um und schlaft weiter....


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der Karpate, 22.11.2017

Ich verstehe nicht, wiso die Taz verhindert, daß es zu eine ernsthafte Diskussion kommen kann, die zu einer neuen Untersuchung der Anschlägen vom 11.09 führen könnte. Immerhin stellt sich die Taz damit auf die Seite von Busch jr. der uns in den Irak krieg gelogen hat. Allein das macht mich skeptisch. Habe mir auch ein paar Vorträge bei Kenfm angehört, dort kommen Professoren, UN Personal und Politiker zu wort, es scheint polemisch alle als Aluhutträger zu beschimpfen.


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El-ahrairah

Jetzt mal inhaltlich und nicht identitär gefragt: Fällt die Anerkennung eines transatlantischen nichtstaatlichen Machtgeflechts in der US-Politik bei Euch eigtl auch als V-Theorie? Das ist nämlich eine historische Tatsache. Selbst der Sohn von Neocon-Gründer Irving Kristol sprach ganz ungeniert vom "deep state" als Alternative zum "Trump state"


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Aus: "Verschwörer im Berliner Kino Babylon: Große Bühne für Aluhüte" Erik Peter (20. 11. 2017)
Quelle: https://www.taz.de/!5461114/

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... Die Demokratie lebt vom offenen Dialog seiner Bürger, die sich um die Erkenntnis des Richtigen zum gemeinsamen Wohl bemühen („Direkte Demokratie“). Dabei sind Streit und Kritik Wesensmerkmale einer demokratischen Gesellschaft. Wenn nur noch wenige Bürger der Überzeugung sind, auf das Handeln der Regierenden Einfluss zu haben, dann ist ein solcher Dialog unentbehrlich. In Deutschland sind nach einer neuen OECD-Studie zum politischen Mitspracherecht („Wohlbefindens-Studie“) nur 24 Prozent der Befragten davon überzeugt, mitbestimmen zu können, was die Regierung macht (Russland auf Platz 4, Deutschland abgeschlagen auf Platz 24!). Ist es jedoch nicht mehr möglich, seine (auch unbequeme) Meinung frei zu äußern und wird der Anders-Denkende nicht mit Argumenten „bekämpft“, sondern von einer quasi-linken Journaille (Karl Kraus) öffentlich verunglimpft, lächerlich gemacht und folglich von verwirrten oder gekauften Schlägertrupps auf offener Straße (auch vor den Augen seiner Kinder) mit abgebrochenen Bierflaschen und Baseball-Schlägern körperlich bedroht und attackiert, wie es Ken Jebsen bereits vor zwei Jahren aus eigener Erfahrung berichtete, ist das eine bedenkliche Entwicklung, die an die dunkle deutsche Vergangenheit erinnert.

Lion Feuchtwanger beschreibt in seinem zur Weltliteratur zählenden Roman „Erfolg“ die deutschen Ereignisse zwischen den Kriegen 1914 bis 1939 – die Erkenntnis des „Wiedereinbruchs der Barbarei in Deutschland und ihren zeitweiligen Sieg über die Vernunft“ – mit besonderem politischen Scharfblick. Und auch Oskar Maria Graf dokumentiert die widerwärtigen Geschehnisse in der Zeit des aufkommenden Faschismus sehr ergreifend im Roman „Unruhe um einen Friedfertigen“. Sollte sich diese Geschichte wiederholen? Welche Art von Faschismus es dann sein wird, ist noch die Frage. Der Teufel kommt nicht immer durch die gleiche Türe herein.

Wenn Kultursenator Lederer, Mitglied der Partei der Linken im rot-roten Berliner Senat, über die geplante Festveranstaltung für Ken Jebsen – in wessen Auftrag auch immer – auf Facebook von einem „Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte“ spricht und meint, dass das Kino Babylon für „diesen Wahnsinn“ nicht zur Verfügung stehen sollte, dann fördert er als Vertreter pseudo-linker Politik in Kooperation mit der pseudo-linken Journaille, die seit Jahren ein Kesseltreiben gegen den unbequemen Journalisten Ken Jebsen veranstaltet, das (Wieder-)Aufleben einer Pogrom-Stimmung in Deutschland, die zu den beschriebenen gewaltsamen Ausschreitungen gegen Andersdenkende führt. Und das muss verhindert werden.

"Aktuelles: Pseudo-linke Politik und Journaille – und der unabhängige Journalist Ken Jebsen" Rudolf Hänsel (Aktueller Online-Flyer vom 22. November 2017)
Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24360

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[...] Wir haben es schon seit Jahren immer mehr mit Politikern und Journalisten zu tun, die sich windschnittig im gesteuerten Mainstream etabliert haben, die Krieg als Mittel der Politik befürworten und für jede Gemeinheit und Aggression der USA Verständnis bekunden. Zu diesem Personenkreis der sogenannten Atlantiker gehört offenbar auch der Berliner Kultursenator Klaus Lederer, der kurioserweise der Partei DIE LINKE angehört. Da wird dann das Messer gewetzt, wenn etwas nicht in die vorgegebene Ideologie passt, deren Befolgung oder sogar Verinnerlichung man seine Karriere zu verdanken hat. Jetzt hat Lederer dafür Sorge getragen, dass die Verleihung des Kölner Karlspreises für engagierte Literatur und Publizistik (benannt nach Karl Marx) an den Journalisten und Verleger der Internetplattform KenFM, Ken Jebsen, im Kinopalast Babylon in Berlin-Mitte vertragswidrig abgesagt worden ist.

Lederer hat dazu auf Facebook geschrieben: „Wie ich heute erfahren habe, soll im Dezember im Kino Babylon die Verleihung eines Preises für ‚engagierte Literatur und Publizistik‘ an Ken Jebsen stattfinden. Der Preisträger und mehrere an dieser Veranstaltung Beteiligte sind in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten… Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“ (1)

Das Babylon erhält jährlich eine Zuwendung von 400.000 Euro aus dem Berliner Kulturetat. Insofern ist es nicht völlig unverständlich, dass die Geschäftsführung auf das nachdrückliche Ansinnen des Kultursenators einging und den Nutzungsvertrag mit der Neuen Rheinischen Onlinezeitung, die den Preis vergibt, kündigte, zumal die Kultursenatsverwaltung auch direkt interveniert hat. Wer Jebsen und sein Internetportal kennt, wird sich zwar über diesen Angriff auf die Kultur- und Pressefreiheit empören, aber wundern kann man sich nicht. Denn der investigativ arbeitende Journalist, der dezidiert Gegenpositionen zum Mainstream einnimmt, ist seit Längerem Persona non grata für die etablierte Politik- und Medienszene. ...


Aus: "Aktuelles: Kultursenator Lederer boykottiert Preisverleihung - Der Berliner Babylon-Skandal" Ein Kommentar von Wolfgang Bittner" (22. November 2017)
Quelle: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24346 (Neue Rheinische Zeitung)

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Aktuelles: Auseinandersetzung um die Karlspreisverleihung in Berlin am 14.12.2017
Solidarität mit Ken Jebsen! Von Andreas Wehr
Warum? Zum einen, weil die vom Berliner Kultursenator Klaus Lederer verlangte Absage der Verleihung des Karlspreises an Ken Jebsen im Kino Babylon nur den Höhepunkt einer schon lange anhaltenden Kampagne gegen diesen Journalisten darstellt. Eine Kampagne, die durch nichts gerechtfertigt ist, und die leider – und auch das bereits seit Jahren - von der Tageszeitung junge Welt mitbetrieben wird. Deren Geschäftsführer Dietmar Koschmieder verfolgt Ken Jebsen in einer Art und Weise, die nur noch manisch genannt werden kann. Es stellt ein bespielloses Versagen dieser selbsterklärten „marxistischen Zeitung“ dar, dass ihr jetzt zu den Zensurmaßnahmen von Klaus Lederer nichts einfällt! ...
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24352

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"PR mit dem “Holocaust als PR”" Mathias Broeckers (22/11/2017)
Quelle: http://www.broeckers.com/2017/11/22/pr-mit-dem-holocaust-als-pr/

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[...] Dehm - seit Jahren Enfant terrible der Linken - hat sich binnen weniger Tage zum zweiten Mal bei seinen Genossen in die Nesseln gesetzt. Gemeinsam mit dem früheren Vize-Fraktionschef Wolfgang Gehrcke hatte er sich vergangene Woche in den Streit um die Verleihung eines Kölner "Karlspreises" eingeschaltet - die Verwechslungsgefahr mit dem renommierten Aachener Karlspreis scheint durchaus beabsichtigt. Er soll in diesem Jahr für "aufklärerischen Journalismus" an Ken Jebsen verliehen werden, der seit Jahren im Milieu der Verschwörungstheoretiker beheimatet ist. ...


Aus: "Die Linke: Unter Putin-Verstehern und Aluhüten" (21.11.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/die-linke-unter-putin-verstehern-und-aluhueten/20610784.html

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[...] Im Berliner Kino Babylon sollte Ken Jebsen als mutiger Journalist geehrt werden. Kultursenator Lederer polterte, jetzt gab es eine Absage. BERLIN taz | Die Verleihung eines Medienpreises an den ehemaligen RBB-Radiomoderator Ken Jebsen, der seit Jahren in verschwörungstheoretischen Kreisen unterwegs ist, wird nicht wie geplant im Berliner Kino Babylon stattfinden. Das bestätigte die Senatsverwaltung für Kultur am Dienstag der taz.

Damit ist der Wunsch von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) in Erfüllung gegangen. Der hatte am Montag auf Facebook geschrieben: „Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“

Genau das hat Babylon-Chef Timothy Grossman nun getan, wohl aber ohne von der Richtigkeit dieses Schrittes überzeugt zu sein. Auf Nachfrage der taz reagierte das Kino barsch – für eine Auskunft stehe man nicht zur Verfügung. Aus der Senatsverwaltung hieß es dagegen, dass es noch am Montag zu einem Telefonat zwischen Kultur-Staatssekretär Torsten Wöhlert und Grossmann gekommen sei. Dabei sei dem Kino-Betreiber die „deutliche Irritation“ über die Veranstaltung mitgeteilt worden. Am Dienstagvormittag dann sagte Grossmann den Veranstaltern per Mail ab.

Das Kino Babylon erhält als „kommunales Kino“ institutionelle zweckgebundene Zuwendungen vom Land Berlin für den Kino-Spielbetrieb, 2017 in Höhe von knapp 400.000 Euro. Laut Senatsverwaltung für Kultur erhält der Vermietungsbetrieb der Neue Babylon Berlin GmbH „keine öffentliche Förderung und liegt in der ausschließlichen Verantwortung des Geschäftsführers“. Eine Handhabe, die Veranstaltung selbst abzusetzen, habe man demnach nicht gehabt, heißt es.

Die Ankündigung der für den 14. Dezember geplanten „Festveranstaltung“ hatte seit einigen Tagen für Aufregung gesorgt. Der Querfront-Blog Neue Rheinische Zeitung Online (NRhZ), der seinen Namen von der 1848 bis 1849 durch Karl Marx redigierten Zeitung übernommen hat, wollte seinen „Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik“ verleihen.

Laut Ankündigung sollte Jebsen „für seinen aufklärerischen, unabhängigen, facettenreichen, urdemokratischen Journalismus“ ausgezeichnet werden. Dass Jebsen seit seinem Rauswurf beim RBB unter Antisemitismusverdacht steht und auf seinem Youtube-Kanal KenFM vor allem Verschwörungstheorien bedient, ist den Veranstaltern wohl egal – bzw. ist der Grund für die geplante Auszeichnung.

Mit einer Rede im Babylon angekündigt war unter anderem die Israel-Kritikerin Evelyn Hecht-Galinski, die den Preis selbst 2014 erhielt – damals begleitet von einer Laudation von Jebsen. Im Rahmenprogramm sollte zudem die Band „Die Bandbreite“ auftreten. In seinem Post schrieb Lederer, die Band wirke „mit ihren vor Rechtsesoterik triefenden Texten bis tief in rechtsradikale Milieus“ und könne sich des „Beifalls von NPD bis Jürgen Elsässer versichern“.

Die beiden Herausgeber von NRhZ-Online Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann waren im Jahr 2012 Teilnehmer eines von Compact-Chefredakteur Elsässer organisierten „Staatsbesuches“ bei dem damaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Dies passt zur dezidiert anti-israelischen und anti-amerikanischen Orientierung des Blogs. Trotz linker Rhetorik bedient man damit vor allem ein rechtes bis antisemitisches Publikum.

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Seven
16. Nov, 17:25

Lieber Herr Peter !

Wir erkennen Ihre schäbige Feindbildgenese.
Das können wir, weil wir dessen Machart durchschauen -- aber natürlich auch, weil der Text so schlecht ist.
Geben Sie sich mehr Mühe beim Schreiben, dann klappts vielleicht auch mit der Meinungsmache. ...


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Paradigma
Freitag, 22:12

Ken Jepsen wird unterstellt dienlich zu sein für Rechte und Antisemiten.
Dies ist entspricht m.E. nicht der Wirklichkeit. Der sicherlich sehr kritische Journalismus von Ken Jepsen wird nach meinem Dafürhalten in der Mehrheit von kritischen und zumeist unabhängigen Bürgern der Zivilgesellschaft, insbesondere linken, liberalen und durchaus auch wertkonservativen Menschen wertgeschätzt. Dies ist auch an den Persönlichkeiten zu erkennen, die von Ken FM Jebsen interviewt werden und die ebenfalls aus diesem Spektrum kommen, wie der wertkonservative Willy Wimmer (CDU-Mitglied), Friedenforscher Daniele Ganser-parteiunabhängig, Rita Süssmuth, Sahra Wagenknecht, Peter Gauweiler(CSU Mitglied) u.v.a. m. Keiner dieser Interviewpartner ist ein dummer Antisemit und auch kein Rechter. Gemeinsam kennzeichnet die Interviewpartner und auch Ken FM aus. die kritische Einschätzung, wie sich die politische und gesellschaftliche Situation im Hinblick auf die Demokratie, Einhaltung der Rechts-, der Sozialstaatlichkeit drastisch verschlechtert hat und deshalb der innere und äußeren Friedens zunehmend gefährdet ist.
Welche tatsächlichen Gründe liegen vor die Ehrung von Ken Jepsen zu verhindern?


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Wagenbär
Samstag, 02:25

@Paradigma Welche Veröffentlichung von "Ken Jebsen" stellt in Ihren Augen denn "kritischen Journalismus" dar?
Ich finde da eine Mischung von krudem Geblubber mit banaltsen Gemeinplätzen, grotesk verzerrte Darstellungen von Ereignissen und ebenso groteske Selbstüberschätzung.
Beispiel ist die Bezeichnung des Selbstdarstellers Ganser als "Friedensforscher"
"Ken Jebsen" hat Ganser in sschönster Hausberichterstattung mehrfach fälschlich zum "Professor" befördert.
In keiner Veröffentlichung mit / über Ganser ist je eine Spur von kritischer Betrachtung zu finden.


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Paradigma
Freitag, 23:37

@Paradigma Die Ehrung von KenFM verhindert zu haben, stellt auch einen indirekten Affront gegenüber den durchaus seriösen Interviewpartner dar, wie z.B. Willy Wimmer, Staatssekretär im Verteidigungsministerium unter Kanzler Kohl u.v.a.m. Sämtliche Gesprächspartner von KenFM werden sicherlich eigenverantwortlich und eingehend geprüft haben, mit wem und ob sie sich mit Jepsen in brisante politische Diskussionen einlassen. Ken Jepsen stellt im übrigen als Journalist hauptsächlich Fragen, enthält sich weitgehend zu persönlichen Meinungsäußerungen. Insofern werden die politischen Auffassungen seiner Interviewpartner tangiert und versucht auch diese Meinungen zu verhindern, die ohnehin in den Mainstreammedien völlig ignoriert und verschwiegen werden. Hat jemals eine große Tageszeitung, das öffentlich-rechtliche Fernsehen von dem sehr erfahrenen Willi Wimmer und Verteidigungsexperten berichtet.?
Die Preisverleihung zu sabotieren und dies für positiv zu bewerten, lässt die Schlussfolgerung zu, dass auch die freie Meinungsäußerung der Gesprächspartner zu beschneiden , in dem diese Gesprächsplattform diskreditiert wird. Dies ist nicht zu akzeptieren und widerspricht zutiefst der demokratischen Grundordnung.


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Aus: "Querfront-Preisverleihung abgesagt: Kein Raum für Jebsen" Erik Peter (14. 11. 2017)
Quelle: https://www.taz.de/!5463066/

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[...] Dass die taz ihre friedenspolitischen Wurzeln gekappt hat und ähnlich wie die Partei der (Oliv-)Grünen seit dem Jugoslawienkrieg die illegalen Kriege des US-Imperiums akzeptabel findet, können Leute wie ich, die vor 38 Jahren diese antimilitaristisch verwurzelte “linke radikale tageszeitung” mitgründeten, nur als tragischen Niedergang empfinden. Die unter dem Fähnchen “Menschenrechte”, “humanitäre Intervention”  oder “war on terror” getarnten US-Kriege werden von der  taz-Redaktion mittlerweile nicht nur achselzuckend hingenommen, sondern gern auch noch publizistisch gefördert. Wie zuletzt die Bürgerkriege in der Ukraine und Syrien, mit der einst linksradikalen taz ganz auf Seiten von NATO, USA und ihren terroristischen Söldnern.
Einen ähnlichen Niedergang in die “Regierungsfähigkeit” wie die Grünen haben auch weite Teile der Partei “Die Linke” gewählt – Abschied von aktiver Friedenspolitik und Akzeptanz des us-amerikanischen Bellizismus sind das Ticket für Regierungspöstchen in Deutschland.

... Ganz im Sinne atlantischer Frontkämpfer-Mentalität hat Klaus Lederer jetzt das Babylon-Kino – eine von seinem Senat geförderte Spielstätte – aufgefordert, den Mietvertrag für eine Preisverleihung an Ken Jebsen zu kündigen. Der Blog  “Neue Rheinische Zeitung” aus Köln, der alle zwei Jahre den Karls- Preis für engagierten Journalismus vergibt, hatte den Saal für den 14. Dezember gebucht – und bei mir angefragt, ob ich eine Laudatio auf den Preisträger halten würde. Ich sagte sofort zu, weil es höchste Zeit wird, Ken Jebsen und KenFM in höchsten Tönen zu loben, denn dieses Programm und sein Macher – der Chef des Grimme-Instituts, Lutz Hachmeister, lobte ihn unlängst erst als Medienpionier   – sind für mich seit Jahren der Leuchtturm eines friedens-politisch, anti-militaristisch und anti-kapitalistisch engagierten Journalismus. Dass solcher Journalismus Figuren wie Lederer nicht ins Konzept passt, kann man verstehen, dass sie sich aber übler Verleumdungen bedienen, um ihn zu verhindern, ist absolut inakzeptabel:  “Der Preisträger und mehrere an dieser Veranstaltung Beteiligte sind in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten(..) Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung,” richtet der Herr Senator über Facebook aus und die taz entblödet sich nicht, dieses dumpfe Mobbing unter dem Titel “Querfront-Preisverleihung abgesagt” unreflektiert nachzubeten. ...


"Kultursenator zieht Rufmord vom Leder – und schießt sich ins Knie" Mathias Broeckers (15/11/2017)
Quelle: https://www.broeckers.com/2017/11/15/kultursenator-zieht-rufmord-vom-leder-und-schiest-sich-ins-knie/


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Mon Nov 20 2017

   Unter JFK haben die USA überlegt, ob sie nicht einen Angriff der Sowjetunion faken sollen, um einen Krieg herbeizuführen.
   Achtung: Der Daily Caller ist eine rechtslastige Webseite, die eher auf der fiesen Seite des rechten Spektrums angesiedelt ist.
   Wenn ihr lieber eine anständige Quelle wollt, dann könnt ihr auch Sputnik nehmen :-) (Danke, Peter)

   http://dailycaller.com/2017/11/19/jfk-files-us-contemplated-fake-soviet-attack-to-provoke-war/

  https://sputniknews.com/military/201711201059270960-us-false-flags-using-soviet-planes-document/


Quelle: https://blog.fefe.de/?ts=a4eddbd4

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Count_Iblis

Conspiracy theorists critics balk at the mear notion of “false flag” attacks yet here we have one talked about and planned by government officials.

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Avatar
kegeshook

Northwoods was a nothing burger. The proposal wasn't nearly as bad as tinfoil hatters claim Even still, It was never going to be implemented.


http://dailycaller.com/2017/11/19/jfk-files-us-contemplated-fake-soviet-attack-to-provoke-war/

Quote
According to the partially declassified document, a March 22, 1962 meeting attended by the Special Group Augmented (SGA), a high-level Kennedy administration committee charged with overthrowing the Cuban government, included a discussion on the different possibilities for obtaining Soviet planes.

The SGA group, which formally included Attorney General Robert Kennedy, CIA Director John McCone, National Security Advisor McGeorge Bundy and Chairman of the Joint Chiefs of Staff Lyman Lemnitzer, could also be attended by Secretary of State Dean Rusk and President Kennedy himself. ...


From: "JFK Files Reveal US Planned to Buy Soviet Planes to Carry Out False Flag Attacks" (20.11.2017)
Quelle: https://sputniknews.com/military/201711201059270960-us-false-flags-using-soviet-plans-document/


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"Google will Content von russischen Medien im Ranking herabsetzen" Florian Rötzer  (22. November 2017)
Der Medienkrieg tritt in eine neue Spirale ein. Alphabet-CEO Eric Schmidt will angeblich identifizierbare russische Desinformation von RT und Sputnik nicht zensieren, aber verschwinden lassen. ... Nun schaltet sich auch Google in den von der Nato und transatlantischen Kreisen geschürten Konflikt mit Russland und dessen angeblichen medialen Beeinflussungskampagnen ein. Gerade erst hatten sich die staatliche Nachrichtenagentur Sputnik und der staatliche Auslandssender RT in den USA nach dem Foreign Agents Registration Act (FARA) als ausländische Agenten beim US-Justizministerium registrieren müssen. Damit gelten ihre Nachrichten als "Propaganda" und muss die Finanzierung offengelegt werden. Im Januar wurde RT in einem Geheimdienstbericht als "staatliche Propagandamaschine" bezeichnet.
Darüber wurde im Westen kaum berichtet. Als im September das Justizministerium ankündigte, dass sich Sputnik als "ausländischer Agent" registrieren lassen muss, kam aus Russland die Warnung, mit gleich Waffen zurückzuschlagen (Russland und USA im Medienkrieg über den Sender RT). Große Aufregung herrschte allerdings, als Russland 2012 mit einem ähnlichen Gesetz vom Ausland finanzierte NGOs zwang, sich als solche "ausländische Agenten" registrieren zu lassen.
Und auch als das russische Parlament als Gegenmaßnahme am 15. November beschloss, dass sich alle ausländischen Sender als solche "ausländischen Agenten" eintragen müssen, was allerdings erst noch durch den Föderationsrat und von Putin unterzeichnet werden muss, regte man sich im Westen auf. Aus dem Föderationsrat kamen Stimmen, etwa CNN als "ausländischen Agenten" zu kennzeichnen. Letztlich wäre es nur eine Antwort auf das amerikanische Gesetz, damit das russische Justizministerium ausländische Medien herausgreifen und sie zwingen kann, sich zu registrieren. Während Russland vorgeworfen wird, damit kritische Medien auszuschalten, hört man nämliche Kritik gegenüber der US-Regierung nicht.
Die Beschränkung der russischen Informationsströme im angeblich vom Westen geschützten "freien Informationsfluss" soll aber nun noch weitergedreht werden. Facebook und Twitter wollen Werbung aus Russland nicht mehr schalten. Alphabet-CEO Eric Schmidt sagte nun, dass die Suchmaschine Google Maßnahmen ("engineer") gegen staatliche russische Medien wie RT und Sputnik ergreifen werde. Man wolle deren Ranking herabsetzen, wenn diese falsche Informationen, also Fake News, verbreiten, sagte er auf dem Halifax International Security Forum im kanadischen Nova Scotia ... Man sei bislang naiv gewesen, aber "konfrontiert mit dem, was wir von Russland 2016 gesehen haben, müssen wir handeln", erklärte Schmidt. Er meinte, die russische Desinformationsstrategie sei leicht zu bekämpfen, da sie nur eine Botschaft aufblase. Die Information sei "repetitiv, ausbeuterisch, falsch, wahrscheinlich zur Waffe gemacht worden" (weaponised). Solche Muster ließen sich entdecken: "Sie können entfernt oder herabgestuft werden." Da müsste Google nur aufpassen, schön einseitig ausgerichtet zu sein, um nicht versehentlich ähnliche "waffenförmige" Informationen von der Nato und Washington sowie manchen westlichen Medien ebenfalls zu unterdrücken oder herabzustufen.
Nett ist auch, dass Google, das bekanntlich nicht böse sein will, selbstverständlich keine Zensur ausüben will. Man werde die russischen Medien nicht verbieten, sagte der CEO eines Konzerns, suggerierend, dies sehr wohl zu können. Die Wortwahl ist gleichwohl verräterisch: "Ich bin stark nicht für eine Zensur. Ich bin sehr stark für das Ranking. Das ist es, was wir tun." Das eben ist die neue Art der Zensur, die "nur" Informationen, die kein Geld einbringen oder die (politisch) nicht erwünscht sind, durch das Ranking versteckt. RT stellt im Gegenzug die engen Verbindungen von Schmidt zu Hillary Clinton heraus.
Der Vize-Chef des Informationsausschusses der Staatsduma Andrej Swinzow sagte gegenüber RT, damit sollen "einfache Menschen weltweit faktisch" daran gehindert werden, "unsere Medien, die Artikel auf ihren Webseiten veröffentlichen, bei einer Suchnachfrage zur einen oder anderen Thematik zu sehen. Das ist ein überaus starker Schlag."
Das könne die Besucher auf den Websites stark verringern. Und natürlich wird gleich auch gefordert, mit gleicher Münze heimzuzahlen: "Wir Abgeordneten müssen daran denken, dass es möglicherweise notwendig wird, die Suchmaschinen von Google und bestimmten sozialen Netzwerken, die zu dieser Holding gehören, auf dem Territorium Russlands einzuschränken." Er handele sich um einen "Informationskrieg in offener Form, eine Bombardierung und direkte Aggression".
Interessant ist auch, wie im medialen Wettrüsten, die Strategien oder Argumentationen einfach umgedreht werden. Man sei sehr besorgt um die russischen Bürger, sagte so der Vize-Vorsitzende der Staatsduma, Pjotr Tolstoi, die in den sozialen Netzwerken unerwünschter oder auch gefährlicher Werbeinformation ausgesetzt seien: "Wenn die globalen Unternehmen wie Google und Facebook im US-Kongress behaupten, sie könnten eine schlechte Werbung nicht von einer guten und eine gefährliche nicht von einer ungefährlichen trennen, sind wir deswegen besorgt", sagte Tolstoi auf dem 2. Gesamtrussischen Jugendmedienkongress beim Medienhaus Rossiya Segodnya. Die Bürger müssten vor dem gefährlichen Content geschützt werden, wenn dies nicht gelingt, müsste diese Werbung gesetzlich verboten werden. Es gehe dabei "um unsere nationalen Interessen und unsere Freiheit geht". ...
https://www.heise.de/tp/features/Google-will-Content-von-russischen-Medien-im-Ranking-herabsetzen-3897094.html


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / InfoWar, PSYOP, Propaganda...
« on: November 21, 2017, 10:03:18 AM »
Als Fake News (auch Fake-News oder Fakenews[1]; englisch: fake news [ˈfɛɪ̯k(ˈ)njuːs]) werden manipulativ verbreitete, vorgetäuschte Nachrichten[2] oder Falschmeldungen bezeichnet, die sich überwiegend im Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken und anderen sozialen Medien zum Teil viral verbreiten, und mitunter auch von Journalisten aufgegriffen werden. Zunehmend wurde Fake News auch zu einem politischen Schlagwort und Kampfbegriff. Der Rechtschreibduden, der den Begriff 2017 in die 27. Ausgabe aufnahm[3], definiert ihn als „umgangssprachlich für in den Medien und im Internet, besonders in den Social Media, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen“.[4]
https://de.wikipedia.org/wiki/Fake_News


"Ex-Angestellter verrät Insiderinformationen über russische Troll-Farm" #FakeNews (20.11.2017)
Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Russland mithilfe von Social-Media-Posts versucht hat, Einfluss auf politische Vorgänge in anderen Ländern auszuüben. Erst Ende September hat Twitter 200 Nutzerkonten mit entsprechenden Verbindungen abgeschaltet. Produziert werden die Postings von Agenturen, wie der Internet Research Agency (IRA). Ein ehemaliger Mitarbeiter hat gegenüber der NBC nun Einblick in die Arbeit des Unternehmens gegeben. Der 26-jährige Vitaly Bespalov habe demnach gemeinsam mit anderen ehemaligen Journalisten und Bloggern in der Metropole St. Petersburg gearbeitet. Die Hintergründe des Unternehmens sind unklar, Bespalov sei sich jedoch sicher, die Firma ist eng mit dem Kreml verknüpft. Die russische Regierung dementierte laut NBC jegliches Wissen über die Vorgänge und suggerierte, dass entsprechende Berichte gefälscht seien. ...
https://www.futurezone.de/digital-life/article212597689/Ex-Angestellter-verraet-Insiderinformationen-ueber-russische-Troll-Farm.html

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Mon Nov 20 2017

   Unter JFK haben die USA überlegt, ob sie nicht einen Angriff der Sowjetunion faken sollen, um einen Krieg herbeizuführen.
   Achtung: Der Daily Caller ist eine rechtslastige Webseite, die eher auf der fiesen Seite des rechten Spektrums angesiedelt ist.
   Wenn ihr lieber eine anständige Quelle wollt, dann könnt ihr auch Sputnik nehmen :-) (Danke, Peter)

   http://dailycaller.com/2017/11/19/jfk-files-us-contemplated-fake-soviet-attack-to-provoke-war/

  https://sputniknews.com/military/201711201059270960-us-false-flags-using-soviet-planes-document/


Quelle: https://blog.fefe.de/?ts=a4eddbd4


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Nachrichten|+Geheimdienste, etc.
« on: November 20, 2017, 09:26:28 AM »
"Estland Die Geheimnisse der 23. Etage" Stefanie Bisping (16.11.2017)
Am 3. März 1991 votierten die Bürger Estlands in einer Volksabstimmung für die Unabhängigkeit von Moskau. Zwar war das Referendum rechtlich nicht bindend. Doch die Offiziere ahnten, dass ihre Tage im Amt gezählt waren. Sie packten ein, was sie tragen konnten, zerstörten die Telefone und machten sich davon.
Ihr Instinkt hatte sie nicht getrogen: Wenige Monate später, am 20. August 1991, erklärte Estland offiziell seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion; drei Tage später wurde der Geheimdienst KGB verboten. Das Hotel am Altstadtrand stand weiter dort, als wäre nichts geschehen.
 22 Etagen besaß das „Viru“, der Prachtbau der Hauptstadt der Sozialistischen Sowjetrepublik Estland. So wollte es die Partei. Nun konnte zwar jeder Bewohner Tallinns, wenn er vor dem prunkvollen Gebäude stand, nachzählen, dass es ganz offensichtlich über 23 Stockwerke verfügte. Doch bekanntlich war das Leben im Sowjetreich voller Wunder.
Dazu gehörte nicht nur der Glanz des Hotels. In der 23. Etage unterhielt der KGB die Schaltzentrale, von der er die Überwachung von 80 der 500 Hotelzimmer sowie aller öffentlichen Räume vom Restaurant bis zur Sauna steuerte und auch die Angestellten im Blick behielt.
Hinter einer Tür in der 22. Etage befand sich der Aufgang. All das gab es offiziell nicht, weshalb die Tür zu den Räumen der Geheimdienstler die überzeugende Aufschrift „Hier ist nichts“ trug – auf Estnisch und auf Russisch.
... Die 80 verwanzten Zimmer waren außer für Journalisten und Politiker auch für im Ausland lebende Esten reserviert, die Verwandte in der alten Heimat besuchten. 1000 Mitarbeiter hatte das Haus, das sich heute als Teil der finnischen Gruppe Sokos Hotels 250 Angestellte leistet.
... Die Mitarbeiter standen ebenfalls unter ständiger Beobachtung. Bevor ein Bewerber einen Job antreten konnte, wurde er genau durchleuchtet. Hatte ein Aspirant auch nur einen im Ausland lebenden Cousin, war er draußen. Wer das Auswahlverfahren bestand, erhielt einen Stempel auf den Personalbogen: Genehmigt. „Das bedeutete: Wir wissen mehr über dich als du selbst“, sagt Eva. ...
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/estland-die-geheimnisse-der-23-etage/20565916-all.html



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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Kiel Gaarden...
« on: November 16, 2017, 10:13:35 AM »
Ich zeig dir Gaarden - eine musikalische Stadtteilerkundung
musiculum - Lern- und Experimentierwerkstatt für Kinder und Jugendliche
Am 07.05.2015 veröffentlicht
Im Zeitraum von September 2014 bis Februar 2015 fand das das Kooperationsprojekt „Mein Stadtteil – Ein Dokumentarfilm“ statt.
Das Projekt wurde durchgeführt von der Lern- und Experimentierwerkstatt musiculum in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Vinetazentrum und dem KJHV.
In dem Projekt wurde ein Dokumentarfilm gemeinsam mit 15 Kindern und Jugendlichen aus Kiel-Gaarden eigenständig entwickelt, geplant und gedreht. Der Film widmet sich thematisch der Musikkultur im Kieler Stadtteil Gaarden und versucht, ein Gesamtbild der Musikszene in Gaarden abzubilden, in dem Künstler, Musikinitiativen, Veranstalter oder Einrichtung vorgestellt und portraitiert werden. Zudem bot der Film den Jugendlichen die Möglichkeit einer kritischen Reflexion der Lebenswelt und Perspektiven der Jugendlichen vor Ort.
https://www.youtube.com/watch?v=g3T6xt1AIrE

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Music and Sound Art (Klang) / bands, musicians...
« on: November 16, 2017, 10:06:10 AM »
Ahoi Piraten!
Hier könnt ihr Lieder von den Gaarden Allstars hören!
https://soundcloud.com/gaardenallstars

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GRANT GREEN, Lazy Afternoon (Latouche, Moross)
https://www.youtube.com/watch?v=6fJ24T7UTo4

Pete La Roca Quartet - Lazy Afternoon (1965)
https://www.youtube.com/watch?v=KqFnB6j1PpU

Joe Henderson - Lazy afternoon
https://www.youtube.com/watch?v=GrK4HEfkl7U

Joe Henderson – Multiple (Full Album, Milestone Records 1973)
https://www.youtube.com/watch?v=TtUl4lzRIzs

Joe Henderson (Usa, 1972) - Black Is The Color
https://www.youtube.com/watch?v=62xDHiuUFxs

Joe Henderson - Out of the Night
https://www.youtube.com/watch?v=tM2rf17C-lQ

Joe Henderson - Canyon Lady (1973)
https://www.youtube.com/watch?v=EmlOh4uNpLU

Joe Henderson - Black Narcissus
Black Narcissus is an album by American saxophonist Joe Henderson (1937 – 2001), released in 1976 on Milestone and recorded in 1975 and 1976.
https://www.youtube.com/watch?v=Pbx0lamFX6g

Best Classics - Joe Henderson - Power To The People
https://www.youtube.com/watch?v=td4fCPld5NE

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Quote
[...] Laut BND-Chef Bruno Kahl kann Europa nur gemeinsam mit den USA ein glaubwürdiges Gegengewicht zu Russland bilden. Die Kooperation mit US-Nachrichtendiensten sei dabei von unverzichtbarer Bedeutung.

MünchenDer BND-Chef Bruno Kahl sieht in den USA einen der wichtigsten Partner in Sachen Sicherheit für Europa und Deutschland. „Als Präsident des Bundesnachrichtendienstes darf ich sagen, dass die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Nachrichtendiensten ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Leistungsfähigkeit ist“, sagte der Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes bei einem Vortrag in der Hanns-Seidel-Stiftung am Montagabend in München.

Die USA hätten als einziger Staat an den drei großen geostrategischen Fronten des Weltgeschehens - Europa, am Persischen Golf und in Ostasien - Truppen stationiert. „Sie verfügen über zehn Flugzeugträger, die sie in kürzester Zeit zu internationalen Konfliktzonen beordern können“, sagte Kahl. Für Deutschland sei es von großem Vorteil, eine solche Macht nicht auf der anderen Seite, sondern auf der eigenen Seite zu haben.

Immerhin seien noch 34.000 amerikanische Soldaten in der Bundesrepublik stationiert. „Das zeigt, wie eng das sicherheitspolitische Band zwischen Berlin und Washington immer noch ist.“ Und auch die Entwicklung in der Ukraine erinnere an einen ganz nüchternen Zusammenhang: „Nur mit den USA wird es Europa in den nächsten Jahren schaffen, an der Ostflanke Europas einen glaubwürdiges Gegengewicht zu Russland zu bilden.“

    dpa


Aus: "BND-Chef Bruno Kahl - Zusammenarbeit mit US-Nachrichtendiensten unverzichtbar" (14.11.2017)
Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/international/bnd-chef-bruno-kahl-zusammenarbeit-mit-us-nachrichtendiensten-unverzichtbar/20578732.html

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Kapitalismus (...?)
« on: November 12, 2017, 06:29:28 PM »
Quote
[...] Was die Panama Papers und die Paradise Papers enthüllt haben, hat die Fairness-Bedingung zutiefst verletzt. Es widerspricht dem gesunden Menschenverstand, Treu und Glauben, wenn der Fiskus bei den Lohneinkommen alles und jedes mit Akribie erfasst, besteuert und kleinste Vergehen hart ahndet, beim Kapitaleinkommen jedoch teils rechtlich gewollt stillschweigend, teils hilflos resigniert Steuerschlupflöcher duldet und offenlässt. Selbst wenn sowohl Panama Papers wie auch Paradise Papers nur wenige Deutsche auflisten, sind sie von der Signalwirkung her tödlich für den Gemeinsinn. Sie nähren den Verdacht, dass nun nur die Spitze des Eisbergs sichtbar wurde und bei Kapitaleinkommen Steuerflucht die Regel und nicht die Ausnahme ist. ...

Wenn die Elite trickst und manipuliert, Steueroptimierungsstrategien zum Volkssport und Cum-Ex-Geschäfte (bei denen mit Leerverkäufen einmal Kapitalertragssteuer bezahlt, aber zweimal eine Rückerstattung vom Staat gefordert wird) zum allgemein akzeptierten Geschäftsmodell werden, bewertet die Gesellschaft derartiges Verhalten erst misstrauisch, dann mit Verachtung. Schließlich geht zuerst die allgemeine Steuermoral und am Ende die Akzeptanz von Rechtsstaat, Demokratie, Kapitalismus und Marktwirtschaft verloren.

Kapitalismus und Marktwirtschaft leben vom allgemein getragenen Vertrauen, dass es „fair“ zugeht, allgemeine Regeln für alle gelten und alle von den Schiedsrichtern gleich behandelt werden. Werden Gesetze von Führungskräften und wohlhabenden Eliten kaltblütig gebrochen oder von einer Minderheit durch zwar legale, aber Treu und Glauben widersprechende Umgehungstatbestände ausgehebelt, geraten Kapitalismus und die Effizienz offener Märkte zwangsläufig und schlagartig in Verruf.

Die Paradise Papers sind ein weiterer Mosaikstein, der in einem stetig größer werdenden Teil der Bevölkerung das Bild eines unfairen Wirtschaftssystems entstehen lässt, in dem die „oben“ Moral und Anstand predigen, selber aber Maß und Mitte komplett verloren haben. Nicht Attac oder Occupy, sondern nimmersatte, gierige, rücksichtslose Egoisten, denen Gemeinsinn, Solidarität und auch das Grundgesetz egal sind („Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“, so Art. 14 (2)) werden somit zu den Totengräbern von Kapitalismus und Marktwirtschaft.

Anstand und Fairness, Treu und Glauben sind für ein freiheitlich-liberales Wirtschaftssystem die Schattenwährung jenseits der „Legalität“. Sie sind unverzichtbare Verhaltensweisen jenseits von Recht und Gesetz. Ohne sie verlieren Kapitalismus und Marktwirtschaft nicht nur Vertrauen und Unterstützung der Bevölkerung. Sie verlieren die „Legitimität“. Dass also bei aller Ungleichheit, die zu Kapitalismus und Marktwirtschaft gehören, die Ergebnisse von Angebot und Nachfrage, freien Märkten und Wettbewerb von der Bevölkerung moralisch getragen und damit gesellschaftlich akzeptiert werden.

Quote
S. E.

"Unser Wirtschaftssystem lebt vom Vertrauen, dass es darin „fair“ zugeht und Regeln für alle gelten."
Hm, seit wann war unser Wirtschaftssystem und unsere Gesellschaft jemals fair - noch NIE!
Unternehmer arbeiten "schwarz", Unternehmen agieren mit Dumpig-Löhnen, Arbeitnehmer arbeiten somit also auch "schwarz" damit sie ihre schlechte, offizielle Bezahlung kompensieren können, Kunden geben "Schwarz.-Aufträge", Pendlerpauschalen sowie Fahrten- und Kassenbücher werden manipuliert, Finanzämter besteuern fiktive Erträge und Schätzen großzügig nach oben, Politiker haben schwarze Kassen, Sparkassenpräsidenten bezahlen ihre Steuer nur zögerlich und Bürgermeister, sowie Landräte landen nach ihrer Abwahl, plötzlich bei ehemals mit Aufträgen versorgten Unternehmen. Seltsam, wir sind trotzdem eine der führenden und wohlhabendsten Wirtschaftsnationen dieser Erde - zeigen sich diese moralisch höchst verwerflichen Zustände nicht überall?


Quote
KLAX

Diese Enthüllungen über die Paradise Papers sind nur ein weiterer Fortschritt in der Errosion des Vertrauens in die Führungskräfte in Politik und Wirtschaft.
Die Spirale des Misstrauens wird sich weiter drehen bis hin zu hässlichen Konsequenzen im (Wahl)Verhalten der Bürger.


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Karsten D.

Nach dem "Fall Zumwinckel", die Leser erinnern sich evtl., habe ich bereits vor Jahren jeglichen Gerechtigkeitssinn in unser Steuersystem und Justiz komplett verloren. Ich nehme die Dinge nur noch schulterzuckend hin und suche das Weite in die private, egoistische Mentalität des Selbstbezogenen. Macht man, ihr kriegt das schon irgendwie hin! Schade ists um die Aufrichtigen die nicht fliehen können und zum kämpfen zu schwach sind.


Quote
Kurt Pjetrew

"Wer Menschen, die sich gesetzestreu verhalten, aus moralischen Gründen medial an den Pranger stellt, bewegt sich auf ganz dünnem Eis."
Interessant, wie sich Meinungen über die Steuervermeidungsmodelle im Fall der Paradise Paper abmildern. Es scheinen wohl dieses Mal eine ganze Menge von den Falschen betroffen zu sein, die eigentlich die besseren sind und über die man nichts sagen sollte.


Quote
Armin M.

Unser Wirtschaftssystem lebt vom Vertrauen, dass es darin „fair“ zugeht und Regeln für alle gelten.
…. Ich denke unser Wirtschaftssystem war noch nie fair. Aber vor der Neoliberalisierung war das System so, dass die große Mehrheit in diesem System leben konnte. Man konnte mit normalen Berufen und Einkommen, eine Familie ernähren und wohnen.
Und wenn immer stärker auch der Mittelstand um die Existenz kämpft, dann verliert der Staat und das System irgendwann seinen Rückhalt.


Quote
Horst W.

Das fatale sind nicht die Fälle, in denen gegen die Regeln verstoßen wird. Wer gegen die Regeln verstößt, wird – in der Regel – zur Rechenschaft gezogen, wenn man ihn erwischt. Fragen Sie Herrn Hoeneß.

In meinen Augen ist das fatale an den Panama-, Wikilux- und Paradise-Papers, dass eben nicht gegen Regeln verstoßen wird. Dass die einen Staaten die „Steueroptimierung“ erlauben und die anderen Staaten – wie auch jetzt wieder – nur eine Menge Theaterdonner veranstalten.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Politiker noch nicht einmal böswillig handeln, wenn sie Gesetze erlassen, die der Steueroptimierung Tür und Tor öffnet. Die Politiker sind schlicht damit überfordert, die Zusammenhänge zu erkennen. Hier geht mein Vertrauen in den Staat verloren.


...


Aus: "Die Paradise Papers zeigen die wahren Feinde des Kapitalismus‘" Thomas Straubhaar (07.11.2017)
Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/article170391583/Die-Paradise-Papers-zeigen-die-wahren-Feinde-des-Kapitalismus.html

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Kapitalismus (...?)
« on: November 12, 2017, 06:17:04 PM »
"Enthüllung: "Paradise Papers" nehmen Peter Harry Carstensen ins Visier" (08.11.2017)
Hamburg/Kiel. "Am Ende der Macht" war Peter Harry Carstensen (70). So der Titel der jüngsten rührseligen Dokumentation von Reinhold Beckmann über den früheren Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein im NDR. Peter Harry Carstensen, der frühere Landesvater, der Jäger auf dem Hochsitz, der Mann, der in diesem Jahr nicht den Bundespräsidenten mitwählen konnte, weil sein Dackel krank war.
Über diese Klischees wirft die Verbindung von Carstensen zu den sogenannten "Paradise Papers" von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" ein neues Licht. Denn der Ex-Politiker soll fragwürdige Verbindungen zu einem "speziellen" Unternehmer haben. ...
https://www.abendblatt.de/region/schleswig-holstein/article212484531/Paradise-Papers-nehmen-Peter-Harry-Carstensen-ins-Visier.html


Die Paradise Papers sind ein Konvolut von ursprünglich vertraulichen Unterlagen der Anwaltskanzlei Appleby und des kleineren Treuhandunternehmens Asiaciti Trust, die 2016 der Süddeutschen Zeitung zugespielt worden sind. Die Unterlagen stellen in tausenden Fällen dar, wie Steuervermeidung und Steuerhinterziehung von einigen der weltweit größten multinationalen Konzernen und Milliardären mittels Verschleierung, Splittung und Geldwäsche betrieben wurden. Dazu wurden Briefkastengesellschaften gegründet und Steueroasen genutzt. In den geleakten Unterlagen finden sich Datensätze zu mehr als 120 Staats- und Regierungschefs und Politikern aus 47 Ländern, darunter auch die britische Königin Elisabeth II. sowie US-Handelsminister und Multimillionär Wilbur Ross. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Paradise_Papers (12. November 2017)


Quote
[...] Kongo-Kinshasa und Angola sind typische Opfer des Ressourcenfluchs. Der Weg zu Geld führt nicht über Arbeit, sondern über die Politik und den korrupten Ausverkauf der nationalen Rohstoffe.  Die «Paradise Papers» werfen unter anderem ein grelles Licht auf dubiose Geschäftspraktiken zwischen Schweizer Firmen und afrikanischen Staaten. Im Falle von Glencore nähren diese den Verdacht, dass der Rohstoffkonzern mithilfe des Vermittlers Dan Gertler unter zweifelhaften Umständen zu massiv verbilligten Minenlizenzen in Kongo-Kinshasa gekommen ist. In dem vom «Tages-Anzeiger» breiter beschriebenen Fall des Schweiz-Angolaners Jean-Claude Bastos geht es um dessen Verwaltung des angolanischen Staatsfonds. Die mit dem «Paradise Leak» verbreiteten Informationen erwecken dabei den Eindruck, dass Gelder, die mit diesem Fonds erwirtschaftet wurden, zu einem Teil zur lokal herrschenden Machtelite zurückgeflossen sind.

Korrupte Geschäftspraktiken sind in Afrika verbreitet, vor allem in Ländern, die von Rohstoffen leben. Deren staatliche Haupteinnahmequelle besteht im Verkauf von Abbau- und Förderlizenzen. Für den Aufbau einer moderneren Wirtschaft, etwa durch eine verarbeitende Industrie, besteht in solchen Ländern kaum ein Anreiz, da das Geld sowieso fliesst und alles sich darauf konzentriert, einen Teil davon zu ergattern. Steuereinnahmen sind meist irrelevant, weshalb die Regierung ihren Bürgern auch kaum Rechenschaft schuldig ist. Für Geschäftsleute führt kein Weg an der Regierung vorbei, und die beste Möglichkeit, reich zu werden, bietet sich in der Politik und der Verwaltung. Bei Parteien und Wahlen geht es weniger um politische Programme als darum, welche Familie oder Ethnie sich Zugang zu den Fleischtöpfen verschaffen kann.

Das schafft nur, wer bereits über genügend Geld oder Geldgeber verfügt, um ein Netzwerk zu bilden, das durch Geschenke und Versprechen Wähler mobilisieren kann. Sitzt man einmal an den Schalthebeln der Macht, erwartet die Klientel Belohnung, sei es durch Zuteilung von Posten oder durch direkte «Hilfe» für gewisse Familien, Dörfer, Ethnien und Regionen bzw. deren Repräsentanten. Weil es in solchen Staaten kaum eine Trennung zwischen Politik und Wirtschaft sowie zwischen Staatskasse und Privatvermögen der Regenten gibt, muss man, um an Aufträge zu kommen, vor allem die massgeblichen Politiker günstig stimmen.

Natürlich ist Korruption nicht auf das subsaharische Afrika beschränkt, aber in den beschriebenen Konstellationen ist sie dort geradezu systemimmanent. Denn ein Politiker kann ohne permanenten Geldfluss, mit dem er seine loyalen Unterstützer bei Laune halten muss, gar nicht überleben. Erstens wird er ohne seine Klientel nicht wiedergewählt, zweitens ist er jedoch tatsächlich oft einem enormen erpresserischen Druck ausgesetzt, seine «Schulden» zurückzuzahlen. Gelingt ihm das nicht, muss er im Extremfall um sein Leben fürchten.

Diese Korruption im Grossen ist wohl nur möglich, weil sie auch im Kleinen, im Alltag und in der Sozialkultur fest verankert ist. Im subsaharischen Afrika fusst fast alles auf persönlichen Beziehungen. Man muss sich durch Freundlichkeit und Gefälligkeiten Goodwill verschaffen und für alles, was man bekommt, erkenntlich zeigen, auch wenn es aus westlicher Sicht nur um selbstverständliche professionelle Transaktionen oder administrative Serviceleistungen geht, die nichts mit der Person zu tun haben. Aber aus afrikanischer Perspektive stehen nicht die Funktion und nicht der automatisierte, anonyme Ablauf im Zentrum, sondern die Einzelperson, die für ihr «Entgegenkommen» das Recht auf Entgelt oder eine doch reziproke Dienstleistung beansprucht.

In der Schweiz gilt Korruption als unmoralisch. In Afrika ist es oft umgekehrt. Wer sich weigert, sich gegenüber einem Beamten, der einem unbürokratisch entgegengekommen ist, dankbar zu zeigen und etwas zu bezahlen, gilt als egoistisch, geizig, asozial – als unmoralisch. «Bestechung» wird eher als Ausdruck menschlicher Wärme verstanden. «Régler à l'amiable» nennt man das in Senegal – etwas auf freundschaftliche Weise regeln, nach dem Motto «Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft».

So wie im Grossen, beispielsweise bei staatlichen Aufträgen, öffentliche Ausschreibungen und transparente Auswahlkriterien selten sind, so werden auch in kleinen Betrieben Stellen oft an Verwandte vergeben, auch wenn diese schlecht qualifiziert sind. Auch hier hat das nicht nur mit fehlender Professionalität zu tun, sondern auch mit einem enormen sozialen Druck. Einen Job «auswärts» zu vergeben, wenn man doch die Möglichkeit gehabt hätte, endlich einem arbeitslosen Cousin eine Stelle zu verschaffen, gilt als herzlos. Der «Missetäter» riskiert seinerseits, der verwandtschaftlichen Solidarität verlustig zu gehen. Die ist aber in Ländern, die kaum über Versicherungen und Altersvorsorge verfügen, überlebenswichtig.

Vom Zwang, permanent verteilen zu müssen, können insbesondere Ladenbesitzer ein Lied singen. Sie sind ganz direkt mit Kunden konfrontiert, die auf verwandtschaftliche Solidarität pochen. Das Problem besteht darin, dass die afrikanische Verwandtschaft tendenziell unendlich und der Übergang von Bekannten zu Verwandten fliessend ist. Schon die Anrede mit «brother» oder «tonton» signalisiert, dass nun ein Appell an Hilfe folgt. Meist verlangen diese Kunden, dass sie etwas auf Kredit kaufen können, was auf ein Geschenk hinausläuft, dem Besitzer ein Abschlagen jedoch schwierig macht. Gerne verweisen die Bittsteller darauf, dass es im Laden hundert Flaschen Coca-Cola hat und eine mehr oder weniger doch wohl kaum ins Gewicht fällt.

Der Druck, alles verteilen zu müssen, macht es schwierig, zu sparen, Kapital zu bilden und zu investieren. Dass ein Ladenbesitzer Geld auf die Seite legt und Vorräte anlegt, erscheint den Ärmeren oft einfach als Hamstern. Dass in Ostafrika Kleinhandel und Läden mehrheitlich in den Händen der Inder sind und in Westafrika in denjenigen der Libanesen, ist wohl kaum ein Zufall. Sie sind eben nicht in dieses tief verankerte Sozialsystem von Hilfserwartungen eingebunden, das wie ein herausgezogener Stöpsel wirkt, der aus einem Waschbecken ein Fass ohne Boden macht.

Um auf die Weltwirtschaft und die internationalen Handelsbedingungen zurückzukommen: Für westliche Firmen mit ihren verbindlichen, der westlichen Kultur entsprechenden Corporate-Governance-Vorschriften ist die weitverbreitete Korruption und Kleptokratie in Ländern wie Kongo-Kinshasa ein grosses Problem. Einzelne profitieren davon und schaffen Anreize und Versuchungen, sie sind aber nicht die Ursache dieser Verhältnisse.

Ein trauriges Fazit der Wirtschaftsstruktur dieser Länder lautet: Wegen der Bestechung und der Verschleuderung der nationalen Ressourcen entgehen Ländern wie Kongo-Kinshasa gewaltige Einnahmen. Es ist aber dennoch zu befürchten, dass selbst bei transparenten Verfahren und marktgerechter Bezahlung der Rohstoffreichtum nicht dem Volk zugutekäme.



Aus: "Wenn sich mit Geld jedes Problem lösen lässt" David Signer, Dakar (12.11.2017)
Quelle: https://www.nzz.ch/wirtschaft/wenn-sich-mit-geld-jedes-problem-loesen-laesst-ld.1327837

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[...] Irgendetwas hat sich da verschoben. Den „Tatort“, früher ein harmloses Polizeimärchen, umgibt inzwischen der Anschein der Amtlichkeit. Sogenannte Fakten-Checks prüfen regelmäßig seinen Realitätsgehalt. Und wenn Politik und Zeitgeschichte vorkommen, liest mancher die „Tatort“-Erzählung wie eine offizielle Verlautbarung. Deshalb hat Dominik Grafs „Tatort“ „Der rote Schatten“ einen Teil der Öffentlichkeit erregt – bis hin zum Bundespräsidenten. Weil in der Geschichte um einen V-Mann, den Einfluss des Verfassungsschutzes und die dritte Generation der RAF auch die Todesnacht von Stammheim vorkommt; weil eine Sequenz, im Super 8-Format gedreht, zeigt, wie die Terroristen von einem Mordkommando umgebracht werden.

„Gefährlicher Unsinn“ sei das, „RAF-Propaganda“ hat Stefan Aust, unser hauptamtlicher RAF-Chronist, gesagt. Gerhard Baum, der ehemalige Innenminister, erklärte „die unerträgliche Vermischung von Realität und Fiktion“ für „unverantwortlich“. Und Frank-Walter Steinmeier erteilte in seiner Ansprache zum 40. Todestag von Hanns Martin Schleyer eine schwere Rüge: Der „Tatort“ habe „die Märtyrerlegende vom Justizmord an den Häftlingen“ wiederaufleben lassen.

Was Baum unerträglich findet, man muss leider so trivial werden, ist das Prinzip fiktionalen Erzählens in Literatur, Film und Theater. Dass er es so unerträglich findet, mag auch damit zu tun haben, dass Graf ein unausgesprochenes Bilderverbot übertreten hat. Zu sehen, wie die Häftlinge getötet werden, hat eine größere Wucht, als würde lediglich darüber gesprochen. Man sollte trotzdem das Durchspielen von Möglichkeiten nicht mit einer These verwechseln. Zu behaupten, dass Graf eine klare These formuliere, wie das etwa Oliver Stone in „JFK“ (1991) zum Kennedy-Attentat tut, das ist „gefährlicher Unsinn“. Es gibt bei Graf Versionen, Varianten, Lesarten, weil Verschwörungstheorien nun mal ein Treibstoff des Erzählens sind. Hätte man den Film nicht gesehen, könnte man allerdings zu dem Eindruck kommen, er habe ausschließlich aus der einen dargestellten Variante der Stammheimer Nacht bestanden.

Wenn die empörten Kritiker im staatstragenden Ton warnen, nach Ansicht des Films werde man die Tötung für die amtliche Version der Wahrheit halten, dann erklären sie implizit das Publikum für unfähig zu begreifen, was sie selbst natürlich durchschaut haben; es treibt sie dabei weniger die Sorge um fatale Auswirkungen auf das politische Bewusstsein der Nation als die Angst um ihre Deutungshoheit, die sie mit Filmen wie dem „Baader-Meinhof-Komplex“ durchgesetzt glauben. Für diese Hegemonie ist Grafs Verfahren natürlich ein Affront, weil auch die immergleichen RAF-Bilder, die zirkulieren, nun konkurrieren müssen mit neuen. Und gerade weil diese neuen Bilder Teil einer Fiktion sind, schärfen sie den Blick für die Fiktionen der anderen. Sie verweisen auf die staatlichen Vertuschungsversuche, wie sie vom Tod Benno Ohnesorgs über die NSU-Morde bis hin zum Fall Amri aktenkundig geworden sind. Sie deuten auf die Merkwürdigkeiten in der Geschichte der RAF, die unbeantworteten Fragen, die Rolle des Verfassungsschutzes. Wenn Steinmeier beklagt, dass „Wahn und Lüge die RAF-Geschichte über Jahrzehnte umgaben“, hat er Recht, ohne dass es ihm bewusst wäre, weil er das nur auf die Täter beziehen will. Gibt es bei dieser trüben Sachlage eine größere Fiktion als die Erzählung Gerhard Baums, dass alles aufgeklärt und transparent sei?

Dazu befragt, sagt Dominik Graf: „Wenn wir vierzig Jahre hinters Licht geführt worden sind, dürfen wir uns einen eigenen Reim darauf machen. Geschichte gehört nicht denen, die sie damals festgeschrieben haben.“ Das ganze Thema sei „überwiegend einseitig aufgearbeitet worden“, es habe bis heute „viel zu viel Schlamperei und Vertuschung der staatlichen Behörden gegeben“. Und mit leiser Ironie setzt er hinzu, womöglich seien die Kritiker ja auch „verhext vom Super 8-Format“.

Das ist nicht abwegig. Und insofern ist die heftige Abwehrreaktion auf den „Tatort“ auch Indikator für ein tiefer sitzendes Wahrnehmungsproblem. Je klarer, schärfer, unzweideutiger uns die digitalen Bilder erscheinen, desto größer der Anschein von Authentizität, den das alte Super 8-Format erzeugt. Grafs Kritiker sind jedoch derart fixiert auf „ihren“ Stoff, dass sie zwischen Belegen, Indizien, Fakten, Vermutungen, Formaten und Fiktionen nicht mehr unterscheiden. Das Bilderverbot ist nur die Erweiterung eines Denkverbots. Als wäre a priori auszuschließen, dass suizidwillige Häftlinge in ihren Zellen abgehört wurden, ohne dass jemand dann hätte eingreifen wollen. Indem Graf sich auf ein solches Gedankenspiel einlässt, wird die Fiktion zum erneuten Nachdenken über die Realität. Für manche ist das wohl noch immer schwer zu ertragen.

Quote
Bemerkenswert das Verständnis in der FAZ für Verschwörungstheorien.

    Engelbert Vogt (BuchtesSohn), 22.10.2017 - 10:10

Da hofft man als Bürger darauf, dass ein fiktionales Durchspielen anderer merkwürdiger Vorkommnisse der jüngsten Geschichte - die gibt es zuhauf - nicht 40 Jahre hinterm Licht auf sich warten lassen. "Geschichte gehört nicht denjenigen, die sie damals festgeschrieben haben." Wahrlich ein Satz zum Nachdenken. Über die Geschichtswissenschaft sowieso, aber auch über die Justiz und die Medien, die ja alle etwas festschreiben.


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Notwendig und differenziert. Danke.

    Sabine Ullrich (Sabula), 21.10.2017 - 18:35

Der Artikel befasst sich auf präzise wie von Sachverstand zeugender Weise mit dem Tatort und seinen evozierten Kritike(r)n. Die Fürsprache für die künstlerische Freiheit, in diesem Fall als Fiktion definiert, ist notwendig wie erfreulich und die differenzierte Darstellung der "Lesarten" wie Ungereimtheiten dieses Teils der BRD-Historie (nicht des Films, der "nur" reflektiert) gut herausgearbeitet. Auch die Verweise auf ein Bildtabu und -verbot sind sinnvoll – gerade in der aktuellen Gegenwart.




Aus: "„Tatort“ von Dominik Graf : Fiktionen der anderen" Peter Körte (21.10.2017)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tatort/zur-kritik-am-raf-tatort-von-dominik-graf-15255768.html

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[...] Dominik Graf zeigte in seinem RAF-„Tatort: Der rote Schatten“, nur durch Schmalfilmformat als Spekulation kenntlich gemacht, Szenen, wie Killerkommandos die in Stammheim einsitzenden Terroristen nach der „Landshut“-Befreiung ermorden. Er bebilderte ein Tabu. Für Terroristenkenner Stefan Aust war das ein Hereinfallen auf eine Propagandalüge der Rote-Armee-Fraktion, für Politiker von Ex-Innenminister Gerhard Baum bis zum Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier die Förderung einer unbewiesenen Behauptung und mögliche Untergrabung staatlicher Glaubwürdigkeit.

Die ZDF-Romanverfilmung „Dengler: Die schützende Hand“ überschreitet alte Grenzen der Zurückhaltung. Sie kennt, obwohl Fiktion, bereits die Wahrheit über den Tod der mutmaßlichen NSU-Mörder Böhnhardt und Mundlos.

Sicher ist einzig, dass die Leichen des Nazi-Duos im November 2011 in der Nähe von Eisenach in einem abgebrannten Wohnwagen mit Schusswunden und Brandverletzungen aufgefunden wurden. Alles andere ist nicht sicher. War es Selbstmord? Sind Mundlos und Böhnhardt schon vorher getötet worden? Sind die schlampigen Ermittlungen Zufall oder Ergebnis einer „Schützenden Hand“? War es „Staatsmord“, eine Aktion deutscher Schlapphüte. Alles riecht nach Eisenach-Gate.

Wie gut, dass es den 1951 in Idar-Oberstein geborenen Krimiautor Wolfgang Schorlau gibt. Er taucht immer auf, wenn der Schwefel eines möglichen Politskandals aufsteigt und betreibt seine „literarischen Ermittlungen“. Zu deutsch: das raffinierte Vermischen von Dichtung und Wahrheit. Die Kulissen in seinen Skandalkrimis stammen aus den Fakten der Zeitgeschichte – manchmal sind sie altbekannt, manchmal neu –, die erfundenen Helden aus dem Kopf des Romanautors. Die Phantasie schickt sie ins reale Skandalgelände. Der eine heißt Georg Dengler, Ex-BKA-Ermittler, der als privater Schnüffler arbeitet, die andere Helden Olga Illiescu, eine von der Polizei gesuchte Hackerin aus dem linken Milieu.

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2010ff 05.11.2017, 20:46 Uhr
Dieser Film ist Fiktion. Er hat keinen Staatsauftrag, folglich hat er auch nicht staatsgenehme Versionen unters Volk zu bringen.
Dieser Film wirft ganz offenbar Fragen auf. Damit erweist er dem Münchner Gericht, bei dem der NSU-Prozess stattfindet, einen Dienst. Ebenso wie den vielen Untersuchungsausschüssen, die in Sachen NSU aktiv waren.
Gericht und parlamentarische Untersuchungsausschüsse haben Anlass zur Klage. Aber nicht gegen diesen erkennbar fiktiven Film (oder wird hier behauptet, eine Dokumentation gedreht zu haben?).
Sondern gegen sabotierende und obstruierende "Verfassungsschützer", gegen Mitarbeiter, die Papiere schredderten, Aussagen verweigerten, die schwiegen, logen und betrogen.
Dies ist alles längst erwiesen.
Möchte sich Herr von Festenberg zu diesem Lug und Betrug von realen "Verfassungsschützern" auch äußern?
Oder wollte er sein Mütchen nur an diesem Film kühlen, der doch für jeden mühelos als Kunstprodukt erkennbar ist?


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Aus: "Bilder sind die neuen Fakten" Nikolaus von Festenberg (05.11.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/medien/nach-raf-tatort-nun-nsu-krimi-bilder-sind-die-neuen-fakten/20543574.html

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[...] Fernsehen Im ZDF wird kalter NSU-Verschwörungsbrei aufgetischt: „Dengler – Die schützende Hand“  ... wie NSU-Watch in der Kritik zum Roman bereits anmerkte – „ein lediglich emotionalisierender Nebenstrang“. Nicht einmal da kommt das Wort „Rassismus“ vor. Gleichzeitig schreckt Lars Kraumes Film nicht davor zurück, längst vorliegende und veröffentlichte Erkenntnisse der Untersuchungsausschüsse im Bund und in Thüringen – insbesondere zu den Ereignissen um den 4. November 2011 in Eisenach – bewusst und aktiv zu ignorieren. Denn die würden den Verschwörungsbrei ungenießbar machen – gemixt aus selektiver Aktenrecherche, stumpfen „Die da oben“-Tendenzen, berechtigter Kritik am Verfassungsschutz, durchgekauten und nicht mehr offenen Fragen, ergänzt durch angeblich fehlende Gehirnmasse sowie eine ferngesteuerte Explosion, serviert im Aluhut, mit einer Prise Drogen dekoriert.

... Ersparen Sie sich den Film. Lesen Sie Heimatschutz von Dirk Laabs/Stefan Aust, schauen Sie sich im Theater die NSU-Monologe an, unterstützen Sie nsu-watch.info, besuchen Sie den Prozess, thematisieren Sie Rassismus. Agieren Sie dagegen.

Katharina König-Preuss (Die Linke) gehört im Thüringer Landtag dem NSU-UA an.

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Richard Zietz | Community
vor 34 Minuten

Vielen Dank für den Hinweis. Ich denke, nach diesem von politischen Spins geleiteten Verriss werde ich mir den Film wohl ansehen ;-).

Meine skeptische Haltung gegenüber obenstehendem Text begründe ich gerne:

1. Es ist unseriös und für eine Kulturkritik höchst unprofessionell, von einem fiktiven Werk eins zu eins-Übereinstimmung mit den als Hintergrund verwendeten Vorfällen zu verlangen.

2. Die Kritik verfolgt ganz offensichtlich den politischen Spin, die (umstrittene) Selbstmordthese bezüglich B. und M. zu verteidigen. So werden im Kritiktext ausschließlich solche Ermittlungsdetails aufgeführt, die ein ordentliches Arbeiten der Behörden vor Ort nahelegen. Die anderen (übrigens auch im Standardwerk von Aust/Laabs ausführlich thematisiert) werden verschwiegen und mit dem Totschlagsargument »Verschwörungstheorie« indiziert.

3. Der Text gibt zwar vor, eine Kulturkritik zu sein, ist in Wirklichkeit jedoch keine. Andere Kriterien, weshalb der Film geraten, weniger geraten oder auch mißraten sein könnte (wie zum Beispiel Spannungsbogen, Glaubwürdigkeit, filmische Umsetzung), sucht man in dem Text vergebens. Somit ist die Kritik eine Mogelpackung – exakt das, was sie dem besprochenen Film unterstellt.

4. Zwischen den Zeilen nimmt der Text zusätzlich Partei für eine bestimmte Richtung im »Aufklärungslager« – jenem, welches die konkrete Aufklärung mittlerweile als nachrangig ansieht und den NSU-Komplex lediglich als Aufhänger verwenden möchte für Kampagnen gegen Alltagsrassismus.

Natürlich kann die besprochene ZDF-Fiktion daneben sein – zu dick aufgetragen, auf fehlerhaften Schlüssen oder Fakten basierend, unglaubwürdig inszeniert, langweilig. Falls dies zutreffen sollte, bin ich mir allerdings sicher, dass die Gründe hierfür nichts mit denen zu tun haben, die in dem Verriss aufgeführt werden.


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apatit | Community
vor 22 Minuten
@ Richard Zietz

"Deutliche Anzeichen von einem institutionellen Rassismus in Deutschland" stellte nicht nur Amnesty fest. Und was ist aus dem versprechen von Frau Merkel geworden – gegeben bei der Trauerfeier?

Wer hat diesen Heimatschutz aufgebaut und gefördert – ist da mal je ein staatlicher “Aufbauhelfer“ bestraft wurden?! Ich denke da gleich mal an die “exakte“ Spurensicherung im Wohnmobile in Eisenach … und hat das LKA Thüringen wenigstens paar Zollstöcke mehr bekommen? Alles immer nur Zufälle? Neeeee ! “Zufall ist ein Wort ohne Sinn; nichts kann ohne Ursache existieren.“ Voltaire

Wer das Buch von Förster u. Aust gelesen hat, braucht keinen wischi – waschi Film vom ZDF!


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Aus: "Entsorgte Hirnmasse" Katharina König-Preuss (Ausgabe 44/2017 )
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/entsorgte-hirnmasse


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[...] Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren erhebt schwere Vorwürfe gegen Hillary Clinton. In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN bezeichnet sie den Vorwahlprozess ihrer Partei bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 als manipuliert. «Stimmen Sie zu, dass der Prozess manipuliert war?», wurde Warren im Interview gefragt. Die Demokratin antwortete: «Ja.»

Auch die inzwischen von Tom Perez abgelöste Interimsparteichefin der Demokraten, Donna Brazile, hat unlängst zugegeben, dass es bei der demokratischen Vorwahl nicht mit rechten Dingen zu und her ging. In Auszügen aus einem Buch, die im Magazin «Politico» vorab veröffentlicht wurden, schreibt Brazile, die Vorwahlphase sei zugunsten Clintons und gegen deren parteiinternen Widersacher Bernie Sanders manipuliert worden. ... Brazile sprach von «interner Korruption» bei den Demokraten.

... Sanders hatte offenbar gar nie eine Chance. Trotz grosser Beliebtheit bei der Basis. Brazile schreibt, das Clinton-Lager habe bereits vor dem Start des innerparteilichen Auswahlprozesses im Jahr 2015 finanzielle Vereinbarungen mit der wirtschaftlich ausgelaugten Partei geschlossen und starke Mitspracherechte bei Parteientscheidungen für sich beansprucht. Die Ex-Parteichefin spricht von «interner Korruption» bei den Demokraten. Der Vorwahlprozess bei den Demokraten sei lediglich Makulatur gewesen.

Auch Brazile selbst war während des Wahlkampfs an der Bevorzugung Clintons beteiligt: Als Expertin für den TV-Sender CNN versorgte sie Clinton im Vorfeld eines Fernsehduells mit Sanders mit den Fragen des Moderators, um ihr einen Vorteil zu verschaffen.


Aus: "Schwere Vorwürfe aus dem eigenen Lager: Hillary soll die Vorwahl manipuliert haben" (03.11.2017)
Quelle: https://www.blick.ch/news/ausland/schwere-vorwuerfe-aus-dem-eigenen-lager-hillary-soll-die-vorwahl-manipuliert-haben-id7553649.html

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[...] Ex-Parteichefin Donna Brazile beschuldigte Clinton, den Rivalen Bernie Sanders mit „unethischen“ Methoden ausgebootet zu haben – indem sie schon lange vor ihrer Nominierung den Parteiapparat unter ihre Kontrolle gebracht habe.

Brazile schildert in einem Buch, aus dem die Website „Politico“ am Donnerstag vorab Auszüge veröffentlichte, dass Clinton im Rahmen einer Absprache mit der Parteiführung dem finanziell klammen Parteiapparat hohe Summen aus ihrer Wahlkampfkasse zugeschossen habe. Im Gegenzug habe sie die Kontrolle über Strategie, Finanzen und Personalbesetzungen in der Parteizentrale erlangt. Die Vereinbarung wurde demnach im August 2015 getroffen – also ein Jahr vor Clintons offizieller Ernennung zur Präsidentschaftskandidatin.

... Die Senatorin Elizabeth Warren, eine führende Vertreterin des linken Parteiflügels, stimmte Braziles Darstellung zu, dass Clintons Zugriff auf den Parteiapparat Sanders geschadet habe. Die Vorwahlen seien „manipuliert“ gewesen, sagte Warren auf Nachfrage im Sender CNN. Clinton selber äußerte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht.


... Brazile betonte, dass Clintons Vorgehen „unethisch“, aber nicht „illegal“ gewesen sei. Gegen das Fairnessprinzip sei verstoßen worden, indem schon vor der Entscheidung in den Vorwahlen eines der Lager die Partei kontrolliert habe. Die „Integrität“ der Partei sei so beschädigt worden.

Im September 2016 informierte Brazile nach eigener Schilderung Sanders in einem Telefonat über die von ihr aufgedeckten angeblichen Machenschaften. Nach dem Gespräch habe sie geweint – „nicht aus Schuldgefühl heraus, sondern aus Wut“. Brazile hatte die Parteiführung im vorherigen Juli vorübergehend übernommen, nachdem die Parteichefin Wasserman Schultz zurückgetreten war.

Wasserman Schultz trat ab, nachdem interne E-Mails ans Licht gekommen waren, die sie als voreingenommen gegenüber Sanders erscheinen ließen. Die Mails waren nach mutmaßlich von Russland ausgehenden Hackerattacken von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht worden.


Aus: "Hat Hillary Clinton die Vorwahlen manipuliert?" (03.11.2017)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/vorwahlen-der-demokraten-zugunsten-clintons-manipuliert-15276433.html

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[...] Laut der Senatorin Elizabeth Warren war die Wahl zugunsten von Clinton manipuliert.  ... Auch Brazile selbst war an der Bevorzugung Clintons beteiligt: Als Expertin für den TV-Sender CNN im Einsatz, hatte sie Clinton vor einem Fernsehduell mit Sanders mit einer Frage versorgt, die CNN-Moderatoren bei dem Duell stellen sollten, um ihr einen Vorteil bei der Vorbereitung zu verschaffen. ...


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Stahlheini #5 (03.11.2017)

Wer das Ende 2016 behauptete, wurde (auch hier) als Verschwörungsspinner verleumdet und mitunter auch von der verehrten Redaktion gelöscht.
Schon witzig, wie viele Verschwörungstheorien sich in letzter Zeit so alles bewahrheitet haben, oder?


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Ragna Eyjadóttir #12  (03.11.2017)

Well, whats sad is that most of that was suspected already - and dismissed as "conspiracy theories" by the Clinton camp ... which is a given - but what is unforgivable ... also by the establishment media.  ...



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fallobst24 #14  (03.11.2017)

Neu oder überraschend kann das nur für diejenigen, die zuvor den Kopf im Sand hatten oder die den 3 Affen gleich nichts sehen und hören wollten. Entsprechend überrascht sind hier in Deutschland viele, insbesondere im Medien-Metier ;-)


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Staatsei Nr.1 #34  (03.11.2017)

"In der Vorwahl der US-Demokraten hat Hillary Clinton gegen Bernie Sanders gewonnen. Laut der Senatorin Elizabeth Warren war die Wahl zugunsten von Clinton manipuliert."

Informierten Menschen war das schon damals klar!
Gut, es stand nicht im Mainstream, aber darauf sollte man sich auch nicht verlassen. ...


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Maria Gomez #42   (03.11.2017)

Dass die Demokraten und Clinton die Präsidentschaftswahlen manipuliert haben, ist eine gesicherte Erkenntnis. Seltsam, wie gering die Resonanz in den Medien ist. Die Manipulation der Präsidentschaftswahl ist doch sonst so ein übermächtiges Thema.


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heinz234 #69 (03.11.2017)

Brazile hat gesagt, das Clinton-Lager hat das DNC ÜBERNOMMEN und darüber Spendengelder "gewaschen". Warum berichtet die ZEIT nur so verwaschen darüber?

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Aus: "US-Wahl 2016: US-Senatorin Warren nennt Vorwahl der Demokraten manipuliert" (3. November 2017)
Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/us-wahl-2016-demokraten-elizabeth-warren-hillary-clinton

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Inside Hillary Clinton’s Secret Takeover of the DNC
When I was asked to run the Democratic Party after the Russians hacked our emails, I stumbled onto a shocking truth about the Clinton campaign.
By DONNA BRAZILE, November 02, 2017
https://www.politico.com/magazine/story/2017/11/02/clinton-brazile-hacks-2016-215774

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[...] ...

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Frohbotschafter

Die Vorwahlphase sei zugunsten Hillary Clintons und gegen deren parteiinternen Widersacher Bernie Sanders manipuliert worden, schrieb die Ex-Parteichefin."
Das wurde von "Russland Heute" ("Russia Today"/RT) schon vor Monaten berichtet.

Aber ERST JETZT, wenn es die Demokraten selbst sagen, werden aus "fake news" "true stories".


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irma-marie

"Die Vorwahlphase sei zugunsten Hillary Clintons und gegen deren parteiinternen Widersacher Bernie Sanders manipuliert worden, schrieb die Ex-Parteichefin."

Hat man schon vorher gewusst, aber manche nennen es VT



Quelle https://derstandard.at/2000067079222/Ex-Parteichefin-richtet-schwere-Vorwuerfe-gegen-Hillary-Clinton (2. November 2017)


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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Stadtgeschichte - New York
« on: November 03, 2017, 03:17:48 PM »

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Kategorie:Aufruhr
« on: October 25, 2017, 04:18:25 PM »
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[...] Als vor sechs Jahren mitten in den Krisenprotesten zwischen Platzbesetzungen in New York und Straßenschlachten in Athen das anarchistische Manifest Der kommende Aufstand auf Deutsch erschien, wurde es hierzulande hochgejubelt als „wichtigstes Theoriebuch unserer Zeit“ (FAZ) und die SZ entdeckte darin gar die „Ästhetik des Widerstandes für das neue Jahrtausend“. Das Manifest wurde zum linksradikalen Theorie-Bestseller.

Damals im unangreifbaren neoliberalen Burgfrieden der Merkel’schen Wohlfühlrepublik konnte sich keiner vorstellen, dass daraus auch in dem Land, das in den 1980er Jahren im Zuge von Hafenstraße, Wackersdorf und Kreuzberger 1. Mai die militantesten Auseinandersetzungen sozialer Bewegungen in Europa erlebte, doch einmal wieder Ernst werden könnte. Spätestens seit dem Hamburger Aufstand ist das anders. Nach den Protesten rund um den G20-Gipfel und den Riots im Schanzenviertel überschlagen sich hiesige Politiker und Journalisten mit der hilflosen Dämonisierung „linker Gewalttäter“.

Solange der militante Aufstand weit weg, in Athen, Oakland, São Paulo oder Istanbul stattfand, konnten sogar bürgerliche Gemüter in der militanzfetischistischen Ästhetik wohlwollend einen Kern kritischen Ausagierens junger Menschen gegen eine immer unbeliebter werdende politische Klasse und ihre dröge Verwaltung einer rücksichtslosen turbokapitalistischen Ökonomie erkennen. Jetzt ist das anders. Deswegen dürfte es auch spannend werden, mit wie spitzen Fingern das hiesige Feuilleton an das neue Buch des „Unsichtbaren Komitees“ mit dem vielversprechenden Titel Jetzt herangeht.

Das aus Frankreich stammende Unsichtbare Komitee hatte den Kommenden Aufstand bereits 2007 unter dem Eindruck der damals knapp zwei Jahre alten Banlieue-Krawalle und der mitunter brachialen landesweiten Proteste von Studenten und Jugendlichen gegen das Erstanstellungsgesetz (2006) veröffentlicht. Es dauerte vier Jahre, bis das Buch in einer deutschen Übersetzung vorlag. Die zyklisch wiederkehrenden Unruhen und Aufstände der folgenden Jahre von Athen über Istanbul bis Ferguson ließen das kleine Büchlein wie das visionäre Drehbuch der sich viral weiterentwickelnden sozialen Proteste erscheinen. Es hatte gleichsam diagnostische Kraft. Deshalb wohl auch der positive Widerhall in der hiesigen Presse.

Nun hat das ominöse Unsichtbare Komitee, das sich bereits vor zwei Jahren in einer Publikation recht kritisch mit den Krisenprotesten auseinandergesetzt hatte, ein weiteres Buch mit dem programmatischen Titel Jetzt nachgelegt. Die Hamburger Riots fanden in das gut hundertseitige Pamphlet keinen Eingang mehr, es geht vor allem um eine anarchistische Lese der Proteste in Frankreich 2016 rund um die großen Demonstrationen und Blockaden gegen die von Emmanuel Macron mittlerweile durchgesetzte Arbeitsrechtsreform. Interessant dürfte das Buch auch deshalb sein, weil in Hamburg rund um den G20-Gipfel zahlreiche französischsprachige Graffitis auftauchten und wie sonst bei den Straßenschlachten in Paris, Lyon oder Rennes schwarz vermummte Gruppen ihr „Ahu! Ahu!“ skandierend Steine und Flaschen Richtung Polizei schleuderten.

„Was im Frühling 2016 in Frankreich stattfand, war keine soziale Bewegung, sondern ein politischer Konflikt, genauso wie 1968.“ Die riotaffinen Theorie-Nerds aus Frankreich sehen sich selbst stets im Kontext historisch bedeutsamer Ereignisse, darunter macht es das Unsichtbare Komitee einfach nicht. „Es könnte gut sein, dass eine Generation unregierbar geworden ist“, heißt es reißerisch in dem beileibe nicht über die ganze Länge des Textes flott geschriebenen Manifest. Wobei ihre revolutionäre Prosa über weite Strecken immer noch genau jenen Sound entwickelt, für den die namentlich nicht bekannten französischen Linksradikalen berühmt wurden. Entsprechend evoziert sie bei der Lektüre jene Bilder militanten kollektiven Ungehorsams, die im letzten Jahr immer wieder aus Frankreich zu sehen waren.

Bilder, die sowohl in den Nachrichtensendungen der Leitmedien als auch im Internet auf Seiten wie denen des Medienkollektivs „Taranis-News“zu sehen waren, die die Pariser Riots, die schon im März mit militanten Schülerdemos begannen und Mitte Juni ihren Höhepunkt erlebten, mit martialischem Material dokumentierten. Die vermummten Anarchisten und Autonomen, die im Lauf der Wochen immer wieder die Demospitze auch großer gewerkschaftlicher Aufmärsche kaperten, waren für das Unsichtbare Komitee das zentrale Ereignis in dieser Periode nicht abreißender Proteste. „So konnte man miterleben, wie sich von einer Demo zur nächsten an der Spitze des Demozugs alles versammelte, was aus dem Gesellschaftskadaver desertieren will, um nicht seinen kleinen Tod mitzusterben.“

... Auch wenn Jetzt vor allem Honig aus den Protestereignissen des langen französischen Frühlings 2016 zieht und dessen Binnenlogik verhaftet bleibt, dürfte es für einige Leser darüber hinausweisend Bedeutung haben. Das liegt nicht nur daran, dass der viel beschworene Aufstand, der in den vergangenen 20 Jahren fester Bestandteil des politischen und subkulturellen Ereignishorizonts vor allem westlicher Industrieländer wurde, nun auch hierzulande in den Hamburger Riots stattgefunden hat. Sondern auch daran, dass der Text pointiert politische Stimmungslagen benennt wie „das ganze erdrückende Gefühl der Machtlosigkeit“ oder die „gewaltige Pädagogik des Abwartens“.

Dagegen stellt das Unsichtbare Komitee ganz im Stil des Situationismus das radikale, titelgebende Jetzt als Chiffre für die „Entschlossenheit zu desertieren, aus der Reihe zu treten, sich zu organisieren“. Ansonsten bleibt das Manifest aber auch sehr vage. Denn jedweder Art der weitergehenden Organisierung des Protestes steht das Unsichtbare Komitee mit einer unversöhnlich ablehnenden Haltung gegenüber. Ihrer Kritik am Institut der Vollversammlung als Kernstück ihrer Vorbehalte gegen die typische Politikpraxis linker Bewegungen und Gruppen bleiben sie treu.

... Zum Thema Gewalt hat das Komitee natürlich auch etwas zu sagen. Aber wer in diesem philosophisch argumentierenden und mitunter gediegen intellektuellen Text explizite Aufrufe zu Gewalt sucht, wird keine finden. Vielmehr stellen die Autoren fast schon überrascht fest, dass sogar Gewerkschafter vergangenen Frühling auf Demonstrationen spontan das Bersten von Scheiben und die Zerstörung öffentlicher Einrichtungen beklatschten. Die Militanz ist für das Unsichtbare Komitee aber kein Selbstzweck. „Die Polizei ist Hindernis, nicht Gegner“, heißt es in ihrem Text, der die „Unregierbarkeit“ beharrlich einfordert und diese vor allem in der Militanz als Geste festmacht. Wobei die Militanz der heute in Schwarzen Blöcken auftretenden Vermummten ein Stück weit auch immer als popkulturelle Attitüde zu verstehen ist. Nur wenige langen gegen die martialisch hochgerüstete Polizei wirklich hin.

Dementsprechend wirkt der Aufruf zum Ungehorsam jenseits politischer Parolen wie der Versuch, die schwergängige Theorie mit dem Pop zu verschweißen. „Es ist nicht Unwissenheit, wenn die ‚Jungen‘ in ihren politischen Slogans eher die Punchlines der Rapper aufgreifen als die Maximen von Philosophen.“ Genau an dieser Bruchlinie zwischen Philosophie und Pop steht Jetzt und bietet einen Einblick ins Selbstverständnis jenes Schwarzen Blocks, der spätestens seit Hamburg auch hierzulande wieder Thema ist.


Aus: "Pflasterprosa" Florian Schmid (Ausgabe 42/2017)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/florian-schmid/pflasterprosa

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Music and Sound Art (Klang) / Musikgeschichte ...
« on: October 24, 2017, 02:32:38 PM »
"40 Jahre Punk: Anarchie a. D. oder Anarchie ade?" Michael Ludwig (4. März 2017)
Was man weiß ist, dass vor genau 40 Jahren das erste britische Punk-Album aus heiterem Himmel auf die Plattenteller krachte, und für jeden Biedermann westlicher Denkart den (vermeintlichen) Untergang des Abendlandes einläutete. ...
https://bnn.de/nachrichten/faecher/40-jahre-punk

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[...] Crass war eine von 1977 bis 1984 aktive Anarcho-Punk-Band aus England. Crass verstand sein Engagement vor allem als direkt politisch - Musik und die Subkultur waren demnach nur Mittel zum Zweck. Außerdem äußerten sie Kritik an ihrer Meinung nach kommerziellen Bands wie den Sex Pistols, The Clash und Patti Smith.

... Crass verweigerten sich trotz diverser Angebote konsequent der Musikindustrie. Wurden die ersten Platten noch bei kleinen Labels veröffentlicht, hatte die Band nach den ersten Erfolgen genug Geld, um die LPs und Singles selbst zu produzieren. ... Das Verhältnis zu den Massenmedien war schwierig. Der Anarchismus, den die Band propagierte, zog viel Kritik auf sich. Nachdem Crass als Kulturphänomen zu groß geworden war, um es ignorieren zu können, fanden sich fast nur negative Berichte in den britischen Medien. Ebenso hatte die Band verschiedentlich Probleme sowohl mit der regulären Polizei als auch mit Scotland Yard. Im Rundfunk nahmen sie zwar an einer Peel Session teil, landeten aber wenig später auf einer schwarzen Liste des Senders und erschienen nicht mehr.

...


Aus: "Crass" (1977 bis 1984)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Crass (8. Oktober 2016)


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