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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Kiel...
« on: April 17, 2019, 03:21:38 PM »
Quote
[...] Aus Unmut über steigende Mieten sind am vergangenen Wochenende in deutschen Städten Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Auch in Kiel ist die Situation aufgeladen. Immer wieder in der Kritik: das Unternehmen Vonovia, das in Kiel die ehemalige KWG und insgesamt 15.000 Wohnungen besitzt.

... Allein in Gaarden will das Unternehmen in den nächsten Jahren 600 der 3000 Wohnungen aufwendig sanieren. Die Mieten werden dann laut Vonovia-Regionalleiter Nils Bartels steigen. Auf dem Westufer gibt es ebenfalls Modernisierungspläne. Einige Vonovia-Mieter hatten angekündigt, sich gegen die damit verbundenen Mietpreiserhöhungen zu wehren. ...


Aus: "Konzern: "Alles korrekt gelaufen"" Karen Schwenke (14.04.2019)
Quelle: http://www.kn-online.de/Kiel/Aerger-mit-Vonovia-in-Kiel-Konzern-kann-keine-Auffaelligkeiten-entdecken

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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Kiel...
« on: April 17, 2019, 02:59:14 PM »
"Neue Fläche, neues Glück: Abschied aus der Werftbahnstraße"
Publiziert am 12. April 2019 von Wagengruppe Schlagloch   
Wie bereits angekündigt haben wir, die Wagengruppe Schlagloch, die Fläche in der Werftbahnstraße noch vor dem 15.4. geräumt.
Verabschiedet haben wir uns von dort bereits vergangenen Sonntag, den 7.4.2019, mit einem bunten Fest. Auf diese Weise wurde unser Protest gegen das hier geplante 17-stöckige Bauvorhaben inklusive 4-Sterne Hotel zum Ausdruck gebracht. Mit dabei waren über 400 Menschen, die verschiedenster Musik lauschten, tranken und aßen, bauten und bastelten, sich austauschten und eine Menge Spaß hatten. Die große Resonanz hat deutlich gemacht, dass wir nicht alleine sind mit dem Wunsch nach mehr Freiräumen und unkommerziellen Flächen in dieser Stadt. Nobel-Hotels haben nichts mit den Bedürfnissen der Kieler*innen zu tun – ganz im Gegenteil! Die Förderung solcher Prestige-Objekte zeigt mal wieder, dass die Stadtpolitik immer wieder wirtschaftliche anstatt soziale Prioritäten setzt! Im Zuge des Fests wurde ein wunderschöner, ganz eigener Turm gebaut, der aus der Kreativität der vielen unterschiedlichen Menschen aus dem Stadtteil entstanden ist. Wir finden: Jetzt steht hier schon ein schöner Turm von dem alle was haben – da muss gar kein Hotel-Turm mehr gebaut werden… ;-)
Von Herzen danken wir allen Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen, die dieses Fest unterstützt und ermöglicht haben! Außerdem danken wir der W8 für Strom, Wasser, die nette Nachbarschaft und den Stellplatz über den Winter!
... Ein wenig wehmütig, aber auch voller neuer Besetzungs-Frühlings-Energie, haben wir heute die Werftbahnstraße 1 verlassen und bewohnen nun den ehemaligen Bauhaus-Parkplatz in der Stormarnstraße in Kiel-Südfriedhof.
http://schlagloch.blogsport.eu/2019/04/12/neue-flaeche-neues-glueck/

https://kielaktuell.com/2019/04/16/wagengruppe-schlagloch-jetzt-in-der-stormarnstrasse/

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"Auf dem Theodor-Heuss-Ring wird die Luft gefiltert"
Allgemein, Stadtteile, Themen / 3. April 2019
Ein Luftreiniger der Firma Purevento steht seit heute wieder auf dem Abschnitt des Theodor-Heuss-Rings, der am stärksten von Stickoxiden betroffen ist. In der ersten Testphase ging es um das Ansaugen von Luft. Ab heute wird die angesaugte Luft auch von Stickoxiden gereinigt. Außerdem hat die Firma Purevento ein eigenes vom Bundesumweltamt zertifiziertes Messgerät neben das offizielle Messgerät aufgestellt. Dahinter parkt der Security-Dienst auf dem Bürgersteig. Er bewacht das Gerät rund um die Uhr, damit es nicht beschädigt wird und wohl auch damit es nicht fortbewegt wird.
Ich fand drei Leute, die an diesem Abschnitt wohnen und bereit waren , mit mir zu sprechen: eine junge Frau, ein junger Mann und ein Mann mittleren Alters. Alle drei nannten den Lärm als für sie subjektiv am schwersten zu ertragen. Und tatsächlich ist es sehr laut, obwohl ich gegen 15 Uhr dort war, also noch nicht mal zur Hauptverkehrszeit. Als ich in einen offenen Hauseingang hineintrat, schien es dort sogar noch lauter zu sein. Ob die Schallwellen dort von den Wänden prallen? “Es ist unerträglich”, sagte die junge Frau, die von hier wegziehen wird. Ihre WG hat sogar dreifach-verglaste Fenster, aber es ist dennoch auch mit geschlossenen Fenstern unerträglich. Der Mann mittleren Alters klagt auch hauptsächlich über den Lärm. Aber er denkt, dass die Abgase auch so nicht gut für ihn sind, weil er Asthma hat. Er hatte diese Krankheit zwar auch schon, als er vor 19 Jahren hierher zog. Aber seitdem ist es schlechter geworden. Dieses Jahr schlimmer als letztes Jahr zu gleichen Jahreszeit. “Es ist nicht optimal”, sagt er philosophisch über seine Wohnsituation. Besonders ungünstig ist für ihn, dass er im ersten Stock wohnt. Wie ich gelernt habe, bewegen sich die Stickoxide nicht weit weg vom Entstehungsort, sodass man im ersten Stock stärker betroffen ist als im fünften. ...
https://kielaktuell.com/2019/04/03/auf-dem-theodor-heuss-ring-wird-die-luft-gefiltert/

https://www.heise.de/autos/artikel/Kiel-Luftreiniger-aufgestellt-4299343.html


"Feinstaub: Der Luftsauger von Kiel" Ulrich Stock (13. Februar 2019)
... Was, wenn die Automobilhersteller die Kieler Idee aufgreifen? VW könnte alle Golf Diesel serienmäßig mit Feinstaubsaugern ausrüsten und somit einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten. Man könnte das aufgegebene Modell "Scirocco" so als Typbezeichnung wiederbeleben. ... Die Frage ist natürlich, wie schon jetzt in Kiel: Was geschieht mit den Feinstaubsaugerbeuteln? Werden sie von städtischen Arbeitern abgeholt wie Tannenbäume und Laub, bloß rund ums Jahr? Hier könnten unter Umständen neue Kosten entstehen, neue Arbeitsplätze natürlich auch.
Überdies könnte der Feinstaub, einmal gesammelt und in großem Stil zusammengeführt, zu Grobstaub verdichtet werden, der wiederum, gepresst und in Ziegeleien gebrannt, der Backsteinkultur nachhaltigen Schub verliehe. Man glaubt nicht, was möglich ist, wenn man die Denkblockaden lockert.
Allerdings – kleiner Wermutstropfen – hat es in der Pionierstadt Kiel schon eine Demonstration gegen die neue Technik gegeben, weil der Stadtluftsauger mitten auf den Radweg gestellt wurde. Gerade die Radfahrer sollten wissen: Ganz ohne Opfer wird es nicht gehen. ...
https://www.zeit.de/2019/08/feinstaub-stickoxid-stadtluftreiniger-erdatmosphaere-kiel

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hitd #2

Wer Fahrverbote säht, wird Stadluftreiniger ernten.


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wka-Gegner #5

"Wenige Hausnummern vom Standort des Luftsaugers entfernt steht ein offizielles Messgerät, das seit Jahren viel zu hohe Schadstoffwerte ermittelt. "

Das ist eine unzulässige Beeinflussung der Stickoxid-Messung.
Demnächst werden wohl auch Thermometer gekühlt, um den Klimawandel wegzumessen!?
Was der Dieselskandal für Blüten treibt, ist unfassbar!


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sh9 #6

Wieviel Strom braucht das Teil? Und wieviel CO2 wird dafür ausgestoßen? ...


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nachdenklich30 #6.1 

Jetzt seien Sie doch nicht so kleinlich.

Dazu gibt es sehr einfache Lösungen. Z.B. könnte man kleine Windräder mit dem Gerät koppeln, die von den Luftwirbeln der vorbeifahrenden Autos angetrieben werden. Dies wären natürlich mit größeren Auto wirkungsvoller, so. dass man parallel auch auf SUV5.0 umrüsten müsste oder die Straße für Fahrradfahrer und kleinere PKW sperrt und nur noch duch besonders große Lastwagen befahren liese.


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Theorem #7
Man könnte auch gleich das Messgerät mit einem Feinstaubfilter ausrüsten. Das würde Volkswirtschaft Milliarden sparen und die Grenzwerte wären auch eingehalten. Man sollte da gedanklich einfach noch weiter gehen...


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Marla Durden #10 

Realsatire. ...


...

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Kommentar zu: https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/undichte-stelle-im-lka-berliner-polizist-soll-tatverdaechtige-neonazis-getroffen-haben/24229948.html [Die Betroffenen der Anschlagserie vermuten schon seit einiger Zeit undichte Stellen bei den Untersuchungsbehörden. In einer Petition an das Abgeordnetenhaus fordern sie aktuell die Gründung eines Untersuchungsausschusses. (Madlen Haarbach, 17.04.2019)]

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MaryP 10:47 Uhr

"Undichte" Stelle?

Das klingt eher wie ein harmloser Fall für einen Klempner. Was aber hier passiert ist, sollte alle normale Bürger in helle Aufregung setzen: das ist nicht das bekannte Problem, dass die Polizei allzuoft auf der rechten Auge blind sind, sondern hier ist eine aktive Mitarbeit mit schlimmen Neo-Nazis belegt! ...

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: April 16, 2019, 10:50:35 AM »
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[...] Trevor Timm ist Executive Director der Freedom of the Press Foundation [Übersetzung: Holger Hutt]

... Wie lassen sich die Rechte aller am effektivsten beschneiden? Indem man sich zunächst jemanden aussucht, der unbeliebt ist, vielleicht sogar verachtet wird, und für den sich nur sehr wenige Verteidiger finden werden. Assange passt da perfekt. Wenn es erst einmal ein Gesetz gibt, das besagt, „dieser journalistische Aspekt ist illegal“, wird es wesentlich einfacher für das Justizministerium, andere Fälle gegen gemäßigtere Regierungskritiker durchzubringen – und wesentlich schwieriger für Richter, diese Anklagen umgehend abzuweisen. Anstatt zu denken „Ich hasse Julian Assange, deshalb bin ich froh, dass er bestraft wird“, sollte man sich fragen, ob man Trumps Justizministerium vertraut, wenn es um den Schutz der Pressefreiheit geht.

Die Trump-Regierung versucht, ihre Motive im Fall Assange zu verschleiern, indem sie es vermieden hat, den Akt der Veröffentlichung selbst offen zu kriminalisieren. Stattdessen wird Assange vorgeworfen, er habe sich „verschworen“, gegen ein Gesetz gegen Internetkriminalität zu verstoßen, als er Chelsea Manning 2010 geholfen habe, ein Passwort zu hacken. (Die Anklage unterstellt noch nicht einmal, sie hätten das Passwort überhaupt jemals wirklich gehackt oder die Sache hätte Assange dabei geholfen, auch nur ein Dokument von Manning zu erhalten.)

Es stimmt, dass die meisten Journalisten ihren Quellen nicht helfen, ein Passwort zu hacken, und niemand behauptet, hierbei handle es sich um ein Recht, das vom ersten Verfassungszusatz geschützt ist. Doch wenn man die gesamte Anklage liest – und nicht nur die zugespitzte Überschrift mit „Verschwörung zum Hacken“, die das Justizministerium einen sehen lassen möchte –, ist es klar, dass sie die Verschwörungsanschuldigungen als Vorwand benutzen, um Assange zu treffen und gleichzeitig potenziell wichtige und durchaus übliche journalistische Praktiken der Informationsbeschaffung zu kriminalisieren.

Die Anklage bezieht sich auf die Verwendung eines verschlüsselten Chat-Programms, mit dem Assange monatelang mit Manning kommuniziert haben soll. Sie beschreibt, wie Assange Mannings Anonymität beschützen wollte und dies tat, indem er Informationen wie Usernamen von den Dokumenten, die Manning ihm schickte, bearbeitete. Es ist auch davon die Rede, Assange habe Manning aufgefordert, ihm zusätzliche Dokumente und nachrichtenwertes Material zuzusenden.

Bei all dem handelt es sich um Standardpraktiken, unzählige Journalisten im ganzen Land und auf der ganzen Welt arbeiten so. Verschlüsselungen zu verwenden und die Anonymität seiner Quellen zu schützen ist in einer Zeit, in der Ermittlungen gegen geheime Informanten an der Tagesordnung stehen, quasi unabdingbar. Reporter würden ihren Job nicht richtig machen, wenn sie Quellen nicht nach Informationen fragen und stattdessen darauf warten würden, dass diese ihnen auf wundersame Weise in den Schoß fallen.

CNN hat bereits darüber berichtet, das Justizministerium gehe davon aus, noch mehr Anklagen gegen Assange zu erheben. Zusammen mit der Tatsache, dass es in der gegenwärtigen Anklage einen ominösen Bezug zum Spionage-Gesetzgibt, deutet dies alles darauf hin, dass die Staatsanwälte immer noch darüber nachdenken, ihn wegen eines Verbrechens anzuklagen, in dem der Akt der Veröffentlichung ebenfalls enthalten ist – ein Rubikon, der für Reporter auf der ganzen Welt eine Katastrophe darstellen würde.

Für diejenigen, die WikiLeaks über die Jahre hinweg verfolgt haben, ist keine der Informationen aus der Anklageschrift gegen Assange neu. Die Obama-Administration verfügte seit 2011 über diese Informationen. Damals dachte sie zum ersten Mal darüber nach, Anklage gegen Assange zu erheben. Trotz Barack Obamas äußerst enttäuschender Bilanz in Sachen Pressefreiheit traf sein Justizministerium letzten Endes doch die richtige Entscheidung, als es beschloss, dass es zu gefährlich sei, WikiLeaks zu verfolgen, ohne Nachrichtenorganisationen wie die New York Times und den Guardian in Gefahr zu bringen.

Diejenigen, die Assange nicht mögen, sollten sich fragen, ob sie Trumps Justizministerium in dieser Sache mehr trauen als dem Obamas. Ist es angesichts der Tatsache, dass die Behörde ihre fadenscheinige Anklage wegen „Verschwörung“ zum Hacken eines Passwortes auf neun Jahre alte Beweise stützt – ein Plan, von dem selbst das Justizministerium selbst einräumt, dass er nicht funktioniert hat – wirklich so abwegig, zu vermuten, dass die Behörde in diesem Fall eigentlich ganz andere Ziele verfolgt?

Praktisch alle großen Organisationen, die sich für die Pressefreiheit und Bürgerrechte einsetzen, haben die Anklage umgehend kritisiert und große Bedenken in Bezug auf die Pressefreiheit geäußert. In einer Zeit, in der die Pressefreiheit so sehr im Mittelpunkt des öffentlichen Bewusstseins steht wie nie zuvor, wenn sie in Werbeclips bei den Super Bowls und bei Preisverleihungen thematisiert wird, sollte niemand sich zurücklehnen und sagen: „Ja, ich vertraue darauf, dass die Trump-Regierung in diesem Fall meine Rechte schützt.“ Das zu glauben, würde in die sichere Katastrophe führen.


Aus: "Der Vorwand" Trevor Timm (16.04.2019)
Quelle: https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/der-vorwand


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"Darf man Heinz-Christian Strache einen Ex-Neonazi nennen?" Sebastian Fellner, Oliver Mark (15. April 2019)
Ein Satire-Beitrag im ORF wirft die Frage auf, wie Medien mit der braunen Vergangenheit des Vizekanzlers umgehen sollen ... Das "Tatsachensubstrat" ist eine Reihe gut belegter Kontakte Straches in die rechtsradikale und neonazistische Szene Österreichs in den 1980er-Jahren. Der FPÖ-Chef streitet nichts davon ab, stellt aber alles möglichst harmlos dar: Paramilitärische Wehrsportübungen mit Neonazis im niederösterreichischen Wald, bei denen sich die Szene auf bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen vorbereitete, sind für Strache rückblickend etwa nur "Gotcha-" oder "Paintballspiele". Später sagte er dann, er habe die Kriegsspiele mit Gewehren und Schlagstöcken und die beteiligten Personen als entsetzlich empfunden, den Besuch abgebrochen. ... Er sei damals "ein Suchender" gewesen, sagte Strache der Süddeutschen Zeitung (SZ), die die rechtsextreme Vergangenheit des FPÖ-Chefs in einem Dossier umfangreich darstellte: "Ich habe mir vieles angeschaut." Viel Rechtes, wohlgemerkt. Eine zentrale Rolle bei Straches Abrutschen ins Neonazi-Milieu spielte Norbert Burger, damals eine Führerfigur unter Österreichs Rechtsextremen. Der junge Strache stand Burger sehr nahe, war mit seiner Tochter zusammen und verbrachte viel Zeit mit der Familie. Immer wieder kommt der Suchende dann in Kontakt mit dem rechten Rand – etwa beim Zelten in Kärnten: Die Lager seien vom "Familienkreis Volkstreue Jugend" organisiert worden, erzählte Strache der SZ und räumte ein, dass diese in Kontakt mit der deutschen Wiking-Jugend stand. Diese verstand sich als Nachfolgeorganisation der Hitlerjugend und wurde 1994 verboten. In der Silvesternacht 1989 wird der damals 20-Jährige dann im deutschen Fulda vorübergehend zur Identitätsfeststellung festgenommen: Strache nahm am traditionellen "Mahnfeuer" der Wiking-Jugend an der damals noch gesicherten Grenze zur kommunistischen DDR teil. Der SZ erklärte er später, erst im Nachhinein von der neonazistischen Einstellung der Organisation erfahren zu haben. Für Andreas Peham, Rechtsextremismusexperte beim Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW), wären Straches Distanzierungen vom Neonazismus "noch glaubwürdiger, wenn er ein bisschen ehrlicher wäre". Das Abwiegeln und Verharmlosen in Kombination mit Distanzierungen "von etwas, das er eh nie gewesen sein will", helfe nicht gerade dabei, Zweifel auszuräumen, sagt Peham zum STANDARD. Strache sei in den 1980ern allein aufgrund seines Naheverhältnisses zu Norbert Burger in der rechtsextremen Szene "nicht irgendwer" gewesen. ...
https://derstandard.at/2000101467139/Darf-man-Heinz-Christian-Strache-einen-Ex-Neonazi-nennen

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Perry

Wirklich wahr?
Der Strache war bei Wehrsportübungen?
Und es gibt Fotos davon?

Also, wenn man das vor der Wahl gewusst hätte, dann wäre der doch nie und nimmer gewählt worden...


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Dr. Agomir

Eigentlich ist der Artikel ein bisschen überflüssig.
Man wird ja noch die Wahrheit schreiben dürfen.


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Tante Jolesch 01

Soll noch Jemand sagen, Österreich wär kein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wenn man mit so einer politischen Vergangenheit heute sogar noch Vizekanzler werden kann...


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Akka Lightguns

Einfach nur Pech

da will man ein bisserl Krieg spielen und merkt erst hinterher: das waren ja Neonazis, die Mitspieler.
Dann gehst zu einem Lagerfeuer, schön is, später stellt sich heraus: schon wieder Rechtsextreme.
Dann sitzt im Wirtshaus, trinkst deine 3 Bier mit lustigen Leuten, später merkst: das waren Identitäre.

Geht doch jedem von uns so. Was willst machen, wenn die überall sind?


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Strollentoll

Strache gebührt tiefe Anerkennung dafür, über viele Jahre inmitten gewaltbereiter Neonazis als einzelner besorgter Bürger stets ein besorgter und verantwortungsvoller Verteidiger des demokratischen Rechtsstaates (undercover) geblieben zu sein. Ich denke, kein anderer Mensch hätte das in diesem Ausmaß geschafft.


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Tamsriwuzd

Das einzig Spannende an diesen ganzen Leuten ist die phänomenale Feigheit, mit der sie das, was sie sind, die ganze Zeit verstecken müssen. Und dann nie irgendetwas waren, sich an nichts erinnern, alles ganz anders gemeint haben. ...


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Unfreiwilliger Kanzlerfest-Mitfinanzierer

Die drei hl. Wahrheiten

1. Waldheim war Reitsportfan - 2. Haider war heterosexueller Bankexperte! - 3. Strache ist Verfassungsbogenschütze!


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Just N. Opinion

"Strache nahm am traditionellen 'Mahnfeuer' der Wiking-Jugend an der damals noch gesicherten Grenze zur kommunistischen DDR teil. Der SZ erklärte er später, erst im Nachhinein von der neonazistischen Einstellung der Organisation erfahren zu haben."

Eine blödere Ausrede gibt es wohl gar nicht.


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woistmeinnick

Er war nie Neonazi. Er kennt auch keine Identitäre.
Er hat sich laut Kurz erfolgreich distanziert.
Politiker sagen immer die Wahrheit.


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Unfreiwilliger Kanzlerfest-Mitfinanzierer

Es gilt die Unschundvermurxung...


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New video from the Alt-Right playbook explainer series: "Always a Bigger Fish"
The Innuendo Studios YouTube channel has been producing a video series on the culture of the alt-right. The latest video is called "Always a Bigger Fish" and it's about the way conservatives believe in a social hierarchy, and how liberals' efforts to achieve a more equitable society is a threat to the natural order of things.
It's also worth reading the research list used to produce the videos.
https://boingboing.net/2019/03/22/new-video-from-the-alt-right-p.html

https://www.youtube.com/playlist?list=PLJA_jUddXvY7v0VkYRbANnTnzkA_HMFtQ

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"Rechtsextreme Hetze Youtube sperrt Kanal des „Volkslehrers“" Alexander Fröhlich  (14.04.2019)
Nikolai N. verbreitete rechtsextreme Inhalte auf Youtube. Seinen Kanal gibt es nicht mehr. Doch der ehemalige Lehrer sucht neue Wege der Verbreitung. ... Bei Youtube legte er einen neuen Kanal an, zudem betreibt er eine Internetseite. Daneben hat N. auf einer Messenger-App einen Kanal eingerichtet. Damit folgt er dem Vorbild von Martin Sellner, Chef der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ in Österreich. Der schickt seine Nachrichten an die Anhänger direkt aufs Handy. ...
https://www.tagesspiegel.de/berlin/rechtsextreme-hetze-youtube-sperrt-kanal-des-volkslehrers/24219202.html

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"Migrationspakt, Europawahl Wie gefährlich ist rechte Desinformation im Netz?" Harald Schumann Elisa Simantke Nico Schmidt (14.04.2019)
Rechte streuen in sozialen Netzwerken massiv falsche Informationen. Facebook, Google & Co. schaffen kaum Transparenz, die Politik ist hilflos. ...
https://www.tagesspiegel.de/politik/migrationspakt-europawahl-wie-gefaehrlich-ist-rechte-desinformation-im-netz/24218478-all.html

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"Tiefer Einblick in Struktur der rechtsextremen Identitären"
Porträt - Fabian Schmid, Colette M. Schmidt12. April 2019
https://derstandard.at/2000101301917/Interne-Dokumente-geben-tiefen-Einblick-in-Struktur-der-rechtsextremen-Identitaeren

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... Was Freud 1930 angemerkt hat, ist nach wie vor beachtenswert: Die Jugend wird zu wenig auf die bedeutende Rolle, die Sexualität in ihrem Leben spielen wird, vorbereitet. Genau so wenig wird sie für die Aggressionen gerüstet, die ebenfalls eine dominante Rolle in ihrem Leben einnehmen. Aggression, das ist nicht nur persönliche Wut, Neid oder Gehässigkeit zwischen Personen, sondern ebenso der Druck, den eine Gruppe, eine Gemeinschaft, das "Soziale" ausübt. Umberto Eco hat das Mitte der 1990er Jahre beschrieben - im Endeffekt ist die Gruppe, der einer angehört, die Ursprungsform des Faschismus. Das betrifft alle Gruppen ...

... Gruppenkohäsion, Konformitätsdruck zum einen - dafür das stallgeruchsartige angenehme Wir-Gefühl. Faschismus und Stalinismus haben so funktioniert, ebenso kriminelle oder künstlerisch tätige Gruppen und alle anderen. Das ist Gruppenalltag; es ist menschliche Verfassung. Außer der linksorientierten Bewegung des Anarchismus und manchen Hippies der 1968er Jahre hat niemand dieses markante Dilemma angesprochen.
Lesen wir es verkehrt herum. Basis aller Gruppen, egal ob links, rechts, mitte oder grün, Bergwanderer, Mitgliedern einer Ortspartei oder einer Jugendclique, ist das, was Umberto Eco (annähernd als Muster, eine sozialpsychologische Abhandlung beten wir jetzt nicht herunter) als Grundstrukturen des Urfaschismus ausgemacht hat.
Ein weitgehend konformes, in sich "stimmiges" Denken dieser Gemeinschaft; eine halbwegs gut hergestellte Disziplin (Gemeinschaften mögen keine abweichenden Meinungen, meist traut sich der Einzelne das ohnedies nicht); es gibt ein Zentrum, eine Führungsperson hat sich herausgebildet; das Gemeinschaftsgefühl, also Emotion ist eine wesentliche Basis (Vernunft ist weniger gefragt); ein gewisser eigener Traditionalismus wird gepflegt; gern wird ideologisch Esoterisches dazugeschwurbelt; bei nachhaltiger Abweichung folgt Strafe, Ausschluss, gegebenenfalls bis zur Vernichtung; basisdemokratische Verhältnisse sind eine rare Ausnahme, Inklusion (Zugang zur Gruppe) ist mühsam und mitunter ein unterwürfiger Prozess.
Was dem einen oder anderen Leser vielleicht aufgefallen ist, die eben erwähnte Charakterisierung der Gruppenstruktur ist nahezu deckungsgleich mit der sogenannten F-Skala, einem Erhebungsinstrument, mit der die "autoritäre Persönlichkeit", also der "Nazi-Charakter", gemessen werden sollte. Aus historischen Gründen halbwegs verstehbar, man hat sich vor und nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem mit dem NS-Faschismus beschäftigt - und da die Autoren links waren, wollten sie die linke Seite nicht beschädigen. Natürlich war der Linksfaschismus eine verheerende, blutige Realität (Stalin, Mao, Pol Pot und viele andere).
... Selbst in den Zeiten, wo es einmal liberaler zuging, etwa in den späten 1960er Jahren, haben sofort neu sich bildende Gruppierungen mit Gruppendenken und Konformitätszwängen begonnen. Die alten Strukturen blieben, die Oberfläche wurde renoviert; neue SJW oder Antifa und alte Nazis funktionieren nach gleichen undurchschauten Mechanismen. ...

Aus: "Urfaschismus: Die Gruppen und ihr Druck" Karl Kollmann (14. April 2019)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Urfaschismus-Die-Gruppen-und-ihr-Druck-4367049.html

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     verknarf, 14.04.2019 16:32

Das isolierte Individuum ist eine Fiktion

Der Mensch ist ein soziales Tier. Ausnahmen gibt es nur als dysfunktionale Pathologie, sprich: Fälle des Autistischen Spektrums.


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     Bella1968, 14.04.2019 16:51

Zwischen Gruppenzwang und Massenmord ist ein Unterschied
Wer den Gruppenzwang als Urform des Faschismus begreift, hat nicht verstanden, was Faschismus ist...


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     BSEsel, 14.04.2019 16:58

Re: Danke für diesen Artikel

... der gerne und inflationär benutzte "Faschismus-Vorwurf" macht genau das. Er grenzt aus, und unterliegt ganz offensichtlich demselben urfaschistischen Muster, wie der Autor schlüssig herausgearbeitet hat.

Faschisten sind ja immer nur die anderen... ;-)


...

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: April 13, 2019, 09:52:36 PM »
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[...] Julian Assange will ein Journalist sein. Und ja, der am Donnerstag festgenommene Mitgründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks hat im Kern eine der vornehmsten Aufgaben dieser Berufung erfüllt. Er hat vertrauliches Material veröffentlicht, das Missstände aufdeckt, an denen es ein berechtigtes öffentliches Interesse gibt: Regierungshandeln, das Menschenrechte verletzt hat, Verbrechen, um es deutlich zu sagen.

Es ist also verständlich, wenn Journalisten nun alarmiert sind. In den USA ist Anklage gegen Assange erhoben worden. Und in der Begründung finden sich Punkte, die für viele nahelegen, dass es auch um Abschreckung geht. Dass es zumindest ein Ziel der Strafverfolgung gegen die schillernde Ikone des Whistleblowertums ist, die Freiheit der Presse zu schwächen. Die Frage ist legitim: Werden Journalisten damit künftig selbst Verbrecher, wenn sie Geheimes ans Licht bringen und damit Verbrechen beleuchten, von denen doch die Öffentlichkeit wissen muss?

Die Angst, dass da noch mehr kommt, wenn einmal verurteilt wird, was ein Grundrecht ist – sie ist begründet. Denn dies ist unabhängig vom Fall Assange richtig: Jene, deren Geheimnisse der Journalismus im Sinne seiner demokratischen Aufgabe enthüllt, wehren sich nach Kräften. Das Recht, solches Material zu veröffentlichen – es ist immer in Gefahr. Das Recht, Quellen zu schützen, Informanten nicht preiszugeben – es wird immer angegriffen. In dieser Hinsicht ist die Anklage gegen Assange in der Tat problematisch. Sie legt auch ein Dilemma offen: Journalisten sind besonders geschützt, Whistleblower sind es nicht.

Doch Journalisten – auch das gehört zu dieser Berufung – sollten es sich nicht zu einfach machen. Assange ist eben ausdrücklich nicht wegen Spionage oder Geheimnisverrat, nicht wegen der Veröffentlichung klassifizierter Dokumente oder gar einer Verschwörung gegen die USA angeklagt. Die Vorwürfe sind deutlich begrenzter. Und sie sind hilfreich, um den Unterschied zwischen Assange und einem verantwortungsvollen Journalisten zu verstehen. Denn sie zielen auf den Teil seines Handelns, der nicht nur aus Sicht der Justiz strafbar ist, sondern für jeden Journalisten ein Tabu wären.

Die Anklage basiert auf der mutmaßlichen Beteiligung Assanges an der Beschaffung des Materials: Er soll Chelsea Manning dabei geholfen haben, ein Passwort für US-Regierungsrechner zu knacken. Er soll sich mit der Whistleblowerin verschworen haben, also selbst daran mitgewirkt haben, geheime Dokumente zu stehlen. Als Journalist hätte er damit eine Grenze überschritten. Noch einmal: Geleakte Dokumente darf ein Journalist veröffentlichen. Dienen sie im Sinne seiner Aufgabe der Aufklärung der Öffentlichkeit, kann man eigentlich sagen: Er muss. Aber er darf nicht am Diebstahl dieser Dokumente mitwirken oder auch nur dazu anstiften.

Abgesehen davon, dass solche Veröffentlichungen auch die Pflicht beinhalten, mögliche Gefahren für Betroffene zu prüfen und nicht einfach ungefiltert Unmengen an Material in die Welt zu schicken. Es hat einen Grund, warum investigative Journalisten sehr viel Zeit in die Abwägung stecken: Was kann man zeigen, was nicht? Welches öffentliche Interesse besteht etwa daran, Kontakte chinesischer Menschenrechtsaktivisten mit US-Vertretern offenzulegen und sie so potenziellen Repressionen auszusetzen? Auch das ist Teil der WikiLeaks-Radikalität.

Die Grenze, die Assange möglicherweise überschritten hat, erscheint bislang nicht sonderlich scharf. Die Anklageschrift ist zu vage, um sagen zu können, ob er wirklich zu weit gegangen ist. Aber die Vorwürfe sind nicht geringfügig. An ihrer Klärung auf dem Wege der Justiz sollte jeder Journalist ein Interesse haben. Es bräche nicht gleich die Presse- und Meinungsfreiheit zusammen, wenn Assange auf dieser Grundlage verurteilt würde. Er muss sich für sein Handeln verantworten. Vorerst ist daran nichts Überzogenes zu erkennen.

Sich vorschnell mit Assange gemeinzumachen, seine Verhaftung und Anklage in den USA zu verteufeln, verbietet sich darüber hinaus aus weiteren Gründen. Ursprünglich entzog er sich mit seiner Flucht den Vergewaltigungsvorwürfen aus Schweden, verschanzte sich in der ecuadorianischen Botschaft in London aus Furcht, er werde in die USA ausgeliefert, wo ihm die Todesstrafe drohen könne. Diese Erzählung allzu leicht zu übernehmen zeugt von einem tiefen Misstrauen in die Funktionsfähigkeit der Justiz, das keinem Journalisten gut steht.

Die Gerichte in Schweden müssen klären, ob Assange dort für ein Verbrechen bestraft werden muss. Die Gerichte in Großbritannien müssen klären, ob er in die Vereinigten Staaten überstellt werden soll. Die Gerichte in den USA müssen klären, ob und wie weit er sich strafbar gemacht hat. Journalisten sollten das begleiten und nicht schon unausgesprochen davon ausgehen, dass Assange zum Opfer einer willkürlichen Justiz zu werden droht.

Das heißt im Übrigen nicht, Assange nun einfach fallen zu lassen. Das wäre auch heuchlerisch, nachdem Medien weltweit viele WikiLeaks-Veröffentlichungen lange so dankbar und bisweilen unkritisch aufgesogen haben. Wie gesagt: Vieles, was so bekannt wurde, erfüllte eine ureigene journalistische Aufgabe. Und Assange hat einen fairen Umgang verdient, in der Berichterstattung wie im Gerichtssaal. Wann immer ihm Unrecht widerfährt, muss es benannt werden. Dazu gehört beispielsweise auch der Hinweis: Ja, einmal in die USA ausgeliefert, sind weitere Anklagen nicht ausgeschlossen – die dann den Grund für die Ereiferung liefern können, die viele jetzt schon für angebracht halten. Aber Präzision ist notwendig.

Und deshalb bleibt es auch wichtig zu sagen, wo Assange richtigliegt und wo falsch. Wo er belangt werden soll für etwas, das zu Recht einen hohen Schutz genießt – wobei das eben jetzt noch nicht abzusehen ist. Aber auch, wo er ein Handeln an den Tag gelegt hat, für das er sich in Teilen juristisch verantworten muss und das kein Journalist verteidigen sollte. Und zur ganzen Wahrheit gehört da ganz zentral die Rolle von WikiLeaks im US-Wahlkampf 2016: Wie weit Assange selbst an den russischen Hacks und Manipulationsversuchen beteiligt war, ist längst nicht geklärt. Aber die einseitige Veröffentlichung von Mails aus dem Clinton-Lager hat mit Trump einen Kandidaten präferiert, der noch heute als Präsident die Presse als "Feind des Volkes" angreift. Er hat im Namen der Meinungsfreiheit Heldenhaftes geleistet, aber nicht alles, was er getan hat, ist heldenhaft.


Aus: "Julian Assange: Journalisten dürfen keine Komplizen sein" Ein Kommentar von Carsten Luther (12. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-04/julian-assange-journalismus-anklage-pressefreiheit-meinungsfreiheit

Kommentare zu: Julian Assange: Journalisten dürfen keine Komplizen sein" Ein Kommentar von Carsten Luther (12. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-04/julian-assange-journalismus-anklage-pressefreiheit-meinungsfreiheit

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Cranston #56

so sehr ich die vorsichtige und kluge abwägung (was dürfen journalisten und was nicht) , und den kleinen aber wahrnehmbaren zeigefinger herrn luthers schätze :
wenn er auch faktisch recht haben mag, es gibt andere dinge die nicht erlauben sollten so darüber zu urteilen.
hier wird -teils genussvoll - und in jedem fall ausführlichst seziert was assange getan haben mag und was nicht.welche strafen dafür vorgesehen sein könnten und warum dies zu recht geschieht.
tatsächlich haben wir wegen keiner EINZIGEN der von assange veröffentlichten , irrsinnigen ungeheuerlichkeiten auch nur irgendein justiziables ergebnis, ja nichtmal weitreichende untersuchungen gesehen. nichts von dem was er evtl tat kommt auch nur im ansatz dem gleich , was hier an anderer stelle zu tage gefördert wurde.
und nein, es geht nicht darum das eine vergehen mit dem anderen zu entschuldigen oder zu decken, es geht darum das jemand "bestraft" wird, das in seinem gewicht als "dienst an der gesellschaft" gesehen werden darf. Und während HIER der "arm des gesetzes" sofort und öffentlichkeitswirksam greift, verschwindet das aufgedeckte in irgendwelchen schubladen. unbeachtet. das DA was nicht stimmt , dürfte auch herrn luther klar sein. ...


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linggy101 #20

Herr Luther:

Zu Ihrem Artikel gibt es nur eine Antwort: "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff"

Oder andersrum: Haben Assanges Medienpartner, Spiegel, Zeit (?), New York Times, etc. angenommen, die "Manning-Dokumente", die U.S. Verbrechen aufzeigen, seien aus dem Himmel gefallen?


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Kapaster d.J. #24

Guter, differenzierter Kommentar.
Journalismus darf vieles, muss aber auch Verantwortung übernehmen.


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CheekyCornflakes #1

Der Journalismus der Anderen

Julian Assange gelang es in einer Zeit der Kapitalisierung von allem und jeden, das zu tun, was Journalismus ist: Zu veröffentlichen, was ist. Mit seinen Enthüllungen und dem erfahrenen Widerstand erinnerte er uns daran, dass es Journalismus nicht mehr gibt. Da jene, die vorgeben welche zu sein, die harte Hand der Machteliten fürchten und ihre Symbiose mit ihnen, der stete, weithin sichtbare Beweis der Abwesenheit von Journalismus ist. Julian Assange betrieb Journalismus als Aktivismus für Journalismus. Man konnte ihn nicht kaufen. Wer sich nun freudig in seinem vorgeblich rechtstaatlichem Ende suhlt, verkennt, dass er mit seiner bloßen Gegenwart der Spiegel auf all dessen ist, was sie nicht sind.
Die Freiheit des Westens seine Meinung zu sagen, erfährt immer dort Grenzen, wo sie aufdeckt, dass es mit dieser Freiheit nicht weit her ist. Wir werden heute nicht weniger und vor allem nicht kleinere Verbrechen der Machteliten erdulden müssen wie zu Zeiten der großen Enthüllungen von Chelsea Manning und Edward Snowden. Nur eben, das niemand mehr darüber spricht. Wir sind Ratten in einem Käfig mit bunten Spielzeug, die nicht an den Käfigstäben nagen sollen. Es wäre weithin ehrlicher gewesen, Julian Assange in Ketten zu Fuß durch die Straßen von London zu treiben, denn es ist die Lust auf Rache, die den Mob hier treibt [1]. Auch wenn es die Medienvertreter nicht sehen wollen, die Causa Julian Assange ist der fortwährende Beweis.

Die Quelle soll nicht fehlen:
[1] https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/julian-assange-jeff-sessions-klage-haftbefehl-wikileaks


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CheekyCornflakes #1.9

[...]

(1) Tatsächlich schreiben WIR hier über schwerste Straftaten, die die Verfasstheit von Staaten betreffen und nicht über die Scheidung, zum Beispiel von Jeff Bezos.

(2) WIR erleben den multiplen Bruch des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit.

Die Straftaten, die Julian Assange aufdeckte sind so schwerer Natur, dass seine strafbaren Taten zur Aufdeckung diese rechtfertigen. Wir haben bis heute nicht erlebt, das aus den Enthüllungen Konsequenzen in der Verfolgung der Strafen folgten oder überhaupt eine Verfolgung, sondern immer nur Begehrlichkeiten eine Wiederholung von Enthüllungen in diesem Ausmaß zu verhindern (siehe Link [1]). Dieser Sachstand erlaubt eben nicht die Relativierung über Frames "Was Journalismus darf", sondern steht diesen entgegen, eben wegen der Ungeheuerlichkeit der aufgedeckten Verbrechen.


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datJense #1.12

Man kann es selbstauferlegte Zensur nennen, wenn man möchte.
Aber, nur, weil Schweigen manchmal Gold ist, bedeutet es nicht, dass das verschwiegene unwahr ist.
das geht los mit primitiver Sensationsberichterstattung über Eingriffe in Privatsphären von Menschen bis hin zu Berichten infolge derer direkt Leben von Menschen gefährdet sein können.
Es muss nicht alles veröffentlicht werden, nur um der Veröffentlichung willen.


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bazell #1.15

> Die Straftaten, die Julian Assange aufdeckte sind so schwerer Natur,
> dass seine strafbaren Taten zur Aufdeckung diese rechtfertigen.

Hat das nicht ein Gericht zu entscheiden?


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CheekyCornflakes #1.17

Hat das nicht ein Gericht zu entscheiden?

Da werden Menschen getötet und wir verfolgen stattdessen die Hilfe beim Knacken eines Passwortes, das deren Tötung aufdeckt? Wie bereits geschrieben: Bruch des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit.


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Sperrling #1.50

Zitat:"...Hat das nicht ein Gericht zu entscheiden?..."

Nein, das obliegt dem Wahrheitsministerium.


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Dr. Ole De These #1.19

Julian Assange ist in diesem Sinne vielleicht kein Journalist; er ist ein Spion, aber ist ist ein Spion der demokratischen Öffentlichkeit. Und deshalb sollte er unserer Unterstützung sicher sein, so wie heute die Spione der Resistance und des deutschen Widerstandes unsere Zustimmung und Anerkennung finden.


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Stan Laurel #1.26

Zur Frage der Verhältnismäßigkeit ist es vielleicht sinnvoll, dass Verhalten der USA mit zu berücksichtigen.
Das geht etwa so: [Die US-Regierung macht seit längerer Zeit Stimmung gegen den Internationalen Strafgerichtshof - aus Sorge vor Strafverfolgung ihrer Soldaten. Jetzt geht sie direkt gegen die Juristen aus Den Haag vor. (15.03.2019)] https://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-mitarbeiter-des-strafgerichtshofs-duerfen-nicht-einreisen-a-1258121.html

Ich jedenfalls denke, wenn ein Staat sich offensichtlich zum Komplizen seiner Verbrecher macht, kann er zur Aufklärung der betreffenden Angelegenheiten wohl kaum noch etwas beitragen. Wenn der Rechtsbrecher selber zum Richter berufen wird, ist das Ergebnis vielleicht "Recht", so wie auch z.B. die Sharia eben "Recht" ist. Aber nicht rechtens nach irgendeinem zivilisatorischen Standpunkt. Und da sollte man zumindest außerhalb dieses Rechtsraums, der zum Unrechtsraum wird, wissen, wo man sich positioniert. Darf man auch.


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EmilianoZapata #1.28

Welche schwersten Straftaten hat die Veröffentlichung der Emails von Hillary Clinton aufgedeckt?


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EmilianoZapata #1.29

Oder anders gefragt: gelten Ihre Aussagen für jede einzelne Veröffentlichung von Wikileaks? Oder rechtfertigt eine berechtigte Veröffentlichung in der Vergangenheit eine unberechtigte heute? Und darf man alles, um an Material für eine berechtigte Veröffentlichung zu kommen? Fänden Sie das auch, wenn Sie der Wachmann wären, der getötet werden müsste, um an das Material zu kommen? Wo ist die Grenze? Sie suggerieren ja, eine solche Grenze gäbe es nicht, alles sei per se legitim, wenn damit nur schwerste Straftaten aufgedeckt werden.


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CheekyCornflakes #1.31

Welche schwersten Straftaten hat die Veröffentlichung der Emails von Hillary Clinton aufgedeckt?

Zur Vervollständigung Ihrer Frage: Julian Assange ist hierzu nicht angeklagt. Vielleicht ergibt sich aus diesem Hinweis bereits eine Antwort für Sie, für mich schon.


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PhoeniX86 #1.37

„Es gibt keine Gleichbehandlung im Unrecht. Die Verfolgung von Straftaten wird nicht deshalb unverhältnismäßig, weil andere Straftaten möglicherweise nicht verfolgt werden.„

Man lernt schon im Erste Hilfekurs, dass Straftaten (z.B. Scheibe einschlagen) nicht geahndet werden, wenn sie verübt werden um verhältnismäßig größeren Schaden am Menschen zu verhindern.
Werden Kriege nicht ebenfalls mit dem Argument gerechtfertigt sie würden größeren Schaden verhindern: z.B. Tote für die Demokratie, statt Diktatur.


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CheekyCornflakes #1.40

Gelten Ihre Aussagen für jede einzelne Veröffentlichung von Wikileaks?

Kann ich nicht beurteilen, ich habe nicht alle Veröffentlichung von Wikileaks gelesen.

Oder rechtfertigt eine berechtigte Veröffentlichung in der Vergangenheit eine unberechtigte heute?

Siehe Antwort vorher und nein. Frage: Erläutern Sie unberechtigte Veröffentlichungen, verwenden Sie themenbezogene Beispiele.

Und darf man alles, um an Material für eine berechtigte Veröffentlichung zu kommen?

Selbstredend nein.

Fänden Sie das auch, wenn Sie der Wachmann wären, der getötet werden müsste, um an das Material zu kommen?

Der Mord an einem Menschen ist das tiefste, dunkelste Maß, was Sie ansetzen können und darum antworte ich im Äquivalent Ihres Szenarios: Stellen Sie sich vor, wir können im Sommer 1944 Adolf Hitler töten. Wir können so, die Hälfte aller Toten im zweiten Weltkrieg verhindern. Alles was wir tun müssen, ist die Tötung eines Wachmannes und die Platzierung eines Sprengsatzes unter Hitlers Bett. Die Tat misslingt knapp, wir können ins Ausland fliehen, der Krieg ist ein 3/4 Jahr später zu Ende, die Nazis sind besiegt und nun werden wir für die Tötung des Wachmannes angeklagt, verurteilt und hingerichtet.
Nein? Richtig. Im Angesicht des Grauens ist unsere Tat ein Akt der Notwehr. Zur Erinnerung: Assange hat niemanden getötet, er musste nur Hilfe beim Passwort leisten. Ihr Maß, dass Sie versuchen anzusetzen, relativiert grausame Verbrechen.


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Netter Kerl #1.41

Respekt.

Wirklich gut auf den Punkt gebracht.

Es geht um die Deutungshoheit.
Also wer wen kontrolliert.
Und da scheint die Idee, dass das Volk seine auf Zeit gewählten VolksvertreterInnen kontrolliert und nicht umgekehrt, zunehmend aus der Mode zu kommen.
Wir dürfen zwar arbeiten gehen, horrende Mieten zahlen, uns mit lächerlich mickrigen Renten zufrieden geben und mit unseren Steuern diesen militaristischen Wahnsinn, der sich Geopolitik nennt, bezahlen, aber wehe, wehe, Max oder Moritz wollen wissen, warum, wieso und für wen diese absurd unvernünftige Weltordnung eigentlich so wichtig ist, dass er dafür über Millionen Leichen geht.
Dann werden die Zitronen sauer.
Aber richtig.
Wer das mittlerweile globale System von Ausbeutung und Desinformation ernsthaft hinterfragt, dem droht die Guillotine der massenmedialen Hinrichtung.
Wie in der französischen Revolution, nur umgekehrt.
Heutzutage kauft sich Jeff Bezos einfach die Washington Post.
Also Richter und Henker.
Und der Mensch wird zusehens zur Umwelt einer Gesellschaft, die er nie gewollt hat.
Wieviele Finger sehen Sie ...


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Prosit Sokrates #1.48

Wannseekonferenz

Was wäre passiert, wenn jemand bei der Wannseekonferenz durchs Fenster gespäht hätte und dann der Bericht über die dort gefaßten Beschlüsse von einer weiteren Person den Medien weltweit zugespielt worden wäre?
Genau! Anklage, Internierung und Folter des Fenstergucker wegen unerlaubtem betreten eines Grundstückes. OK, den geschichtlichen Kontext betrachtend, wohl eher Tod durch den Strang.
Und! Anklage gegen die Person, die die Informationen der Weltpresse zugespielt hat, da ja nicht ausgeschlossen werden kann, daß sie dem Fenstergucker möglicherweise vorgeschlagen hatte, sich auf die Zehenspitzen zu stellen, um einen besseren Blick zu erheischen. Klare Fall von Beihilfe! ...


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Ls123456789 #1.49

Das aufdecken der Clinton E-Mails hat sehr wohl Missstände aufgedeckt.
Die E-Mails haben erstmal die waren Positionen aufgedeckt „there is massive bigotry against the rich in the us” , “ there are private and public positions” .
Allein diese Aussagen rechtfertigen die Veröffentlichung schon da sie ein ganz anderes Bild von Hillary Clinton zeichnen als sie das selbst getan hat.
Desweiteren haben die E-Mails gezeigt das die DNC (Democratic National Convention) in den Primary’s gegen Bernie Sanders Debatten Fragen vor den Debatten an Clinton weitergereicht hat um ihr so einen Vorteil zu verschaffen und das als ein neutrales Organ .
Deshalb würde ich behaupten das die Veröffentlichung richtig war und die Bevölkerung ein Recht auf diese Informationen hat.
Eine andere Frage ist es hingegen warum Assagne es dabei belassen hat und es nicht ebenfalls versucht hat gegen die Republikaner zu veröffentlichen.
Deshalb kann man ihm hier eine zu kalkulatorische Voreingenommenheit vorwerfen jedoch haben die Menschen ein Anrecht darauf zu erfahren was ihn diesen E-Mails stand gerade wenn es die öffentliche Wahrnehmung einer so einflussreichen Person so verändert.


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xyz12345679
#1.53  —  vor 1 Tag 3

Ganz so unkritisch darf man es nicht sehen. Assange hat mit seinem Verhalten Wikileaks geschadet. Er hat Wertung in die Veröffentlichungen gebracht. Das hat Wikileaks angreifbar gemacht und deren Neutralität verletzt.
Seine Erfolge schmälert das alles natürlich nicht. Ich glaube er hat und hatte mehr zu leiden als diejenigen, deren Verbrechen er aufgedeckt hat.
Daher Frage ich mich auch, wie der Author darauf kommt, dass man dem Rechtsstaat vertrauen solle. Dieser funktioniert größtenteils ja ganz gut, aber in manchen Fällen eben auch nicht. Bei der Flucht von Snowden hat man gesehen mit welchen Mitteln die USA "Verräter" verfolgen.

Den letzten Absatz wegzulassen hätte dem Kommentar gut gestanden.
Die Demokratische haben President Trump favorisiert und gepusht. Das war ihre Taktik. Sie erhofften sich so die Republikaner zu spalten.
Steht so in den geleakten Mails.
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Mails war sicherlich ein Faktor für den Erfolg von Trump, aber Clinton scheiterte an ihrer falschen Taktik und dem schlechtesten Wahlkampf aller Zeiten - und nicht den Russen.
https://observer.com/2016/10/wikileaks-reveals-dnc-elevated-trump-to-help-clinton/


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Stan Laurel #1.60

Nun ja. Man könnte so argumentieren: Wiegt das Recht einer Administration/Staatsführung auf Integrität ihrer von ihnen selbst als geheim eingestuften Daten schwerer als das Recht der eigenen Bevölkerung/Souveräns, zudem auch der internationalen Gemeinschaft darüber in Kenntnis gesetzt zu werden, dass das letztlich explizit in ihrem Namen und Auftrag sowie dem ihrer Nation (USA) im Ausland agierende Militär wehrlose Zivilisten ab und an halt eben mal durch Koppschüsse liquidiert?


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Der freundliche Waran #1.62

Die USA haben übrigens in den letzten 10 Jahren unter drei grundverschiedenen Präsidenten immer und immer wieder bewiesen, wie sie damit umgehen, wenn die traditionell eklatanten Missstände in ihrer Außenpolitik wieder einmal öffentlich gemacht werden: Erst mal wegsperren und dann gucken, ob man ggf. später begnadigen, wenn es opportun erscheint. Das war bei der übrigens gerade wieder in Beugehaft genommenen Chelsea Manning so, das ist bei Reality Winner so, das wäre bei Edward Snowden so gewesen, wenn ihm nicht die Flucht gelungen wäre und es gibt wenig Grund anzunehmen, dass es bei Assange besser ablaufen wird.

Ich möchte hier weder etwas gegen eine differenzierte Betrachtung der USA noch gegen journalistische Sorgfaltspflichten etwas sagen, ich bin da in vielen Punkten mit Ihnen und lilienbluete einer Meinung. Die USA haben auch durchaus einige Transparenzgesetze, von denen wir in Deutschland nur träumen können, weil sich insbes. die Union mit Händen und Füßen gegen sowas wehrt.

Es ist aber leider so, dass der Umgang mit Whistleblowern einer der Bereiche ist, in denen der problematisierende, zweifelnde und den Finger in die Wunde legende Teil einer differenzierten Amerika-Betrachtung eher Not tut als der relativierende, einordnende und kontrastierende.

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gorin-no-sho #2

Zitat: "Regierungshandeln, das Menschenrechte verletzt hat"

Wow, nette Umschreibung. Aber das Video konnte ja jeder sehen. Es handelt sich um Mörder, eiskalte und schwerstkriminele Killer. Menschen die zwingend in lebenslange Haft gehören.


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CheekyCornflakes
#2.1  —  vor 1 Tag 12

Menschen die zwingend in lebenslange Haft gehören.

Der gemeinhin bekannte, handelnde Staat kennt andere Strafen für Mord. Es wäre daher nicht rechtstaatlich hier Sonderstrafen zu verlangen - es gilt: Weder in die eine, noch in die andere Richtung.


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Nette Haferflocken #2.3

Ich erinnere mich bei dem Video an diletantische Aufklärung/Erkennung der Situation durch die Piloten, oder meinen Sie die Piloten wussten, daß sie auf unbewaffnete Zivilisten feuerten? ...

Dabei gab es mittlerweile noch viel mehr Situationen, die verhamlosent kollateralschäden genannt werden.

Es sind Menschen wie zb Manning, Assange,Ellsberg (der wurde dabei überwacht),Snowden die uns diese Informationen liefern.
Informationen die uns nachdenklich stimmen sollten , wo das Böse auf der Welt ist und wen wir zum Freund und Verbündeten haben und auch, unsere Verteidigung anvertrauen. Menschen die im entscheidenden Augenblick eine Videokamera nicht von einer Panzerfaust unterscheiden können.
Gleichzeitig muss das Pentagon tausende Medienberater und milliarden Dollar ausgeben um das mediale Bild der USA zu retouchieren.


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Der freundliche Waran #2.4

Das offizielle Wording ist übrigens heutzutage in den meisten Fällen nicht mehr "Kollateralschaden", sondern "assoziierte Bedrohung".


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X. #4

Investigativer Journalismus braucht Komplizen. Die Welt braucht AktivistInnen. Der Kommentar ist so banal wie die meisten Berichte von System-angepassten JournalistInnen, die sich embedden lassen.


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frechernono #4.1

Vor allem argumentiert Luther dafür die Informanten fallen zu lassen. Denn die Beschaffung des Materials wird praktisch immer illegitim sein. Wenn er dazu nicht mehr als "Vertrauen auf rechtsstaatliche Verfahren" und ein paar warme Worte übrig hat, ist das schon ein journalistischer Offenbarungseid.

Wundert mich bei der Ecke, aus der der Kommentar kommt, aber nicht.


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Büro für Handstreiche #4.2

Ja, sehe ich auch so.
Ein Artikel zum fremdschämen, zumal Luther am Anfang des Artikels Assange dafür kritisiert, sich zum Aktivisten gemacht zu haben - im Kontext eines aus Profit- und Machtgier losgetretenen Krieges der hunderttausende Menschen das Leben und die Gesundheit gekostet hat und für die Verantwortlichen keinerlei nachteilige Konsequenzen hatte -, während er zum Schluss Assange dafür kritisiert, Material einfach veröffentlicht zu haben, statt Partei für Clinton zu ergreifen und Rücksicht darauf zu nehmen, und dass die Offenlegung von Clintons schmutziger Wäsche ihr nachteilig im Wahlkampf wäre.
Weil hey, dass Clinton die Wahl gegen Trump(!) verloren hat, lag ja nicht daran, dass sie eine arrogante, machtbesessene Heuchlerin ist, die weder beliebt war noch für Glaubwürdig befunden wurde. Sondern nur daran, dass Julian Assange Emails veröffentlich hat, die zeigten, mit welchen indiskutablen Methoden Clinton und das Dems-Establishment dafür sorgten, dass die Dems keine bessere Alternativen zu Trump aufstellten als eben Clinton!


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Klaus Lachshammer #4.3

"Vor allem argumentiert Luther dafür die Informanten fallen zu lassen. "

Wollen oder können Sie den Kommentar nicht verstehen? Nicht mal im Ansatz fordert Luther das, was Sie ihm hier unterstellen.


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Amali #4.4

Richtig, der Inhalt der Mails scheint keine Rolle zu spielen, sondern lediglich die Art und Weise der Beschaffung. So kann man wundervoll von wirklichen Skandalen ablenken.


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frechernono #4.5

Doch genau das tut er. Luther baut eine künstliche Trennung zwischen Beschaffung und Veröffentlichung auf. Geschützt ist nur die reine Veröffentlichung bzw. der Journalist.

Während Eingriffe in diese Sphäre höchst problematisch sind und die gerichtliche Verfolgung von Journalisten kritisch ist, sieht Luther die Verfolgung der Beschaffer bzw. Informanten gelassener. Dort vertraut er voll in den Staat und in diesem Fall „unabhängigen“ Gerichte.


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Dhoughal #4.6

"Investigativer Journalismus braucht Komplizen."

Investigativer Journalismus darf aber nicht selbst zum Straftäter werden, indem er aktiv beim Einbruch in IT-Systeme mitwirkt. Genau dafür ist Assange in den USA angeklagt.


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frechernono #4.7

Daraus ergibt sich aber ein Glaubwürdigkeitsproblem. Denn solche Daten werden gerade wegen ihrer Veröffentlichung entwendet. Warum soll dann die Veröffentlichung super sein, die eigentliche Beschaffung aber moralisch verwerflich?

Ohne Informanten läuft investigativer Journalismus leer. Und genau um deren Straffreiheit geht es.


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Stan Laurel #4.11

"...Investigativer Journalismus darf aber nicht selbst zum Straftäter werden, indem er aktiv beim Einbruch in IT-Systeme mitwirkt...."

Nach meiner Ansicht darf er das schon, wenn ein Staat, d.h. praktisch dessen Administration, sich aktiv weigert, an irgendeiner Sachaufklärung mitzuwirken, sie sogar aktiv boykotiert. In dem Fall ist er eben insoweit kein Rechtsstaat mehr. Die Frage, inwieweit es dann eine Straftat ist, Gesetze eines Unrechtsstaates punktuell zu ignorieren, um öffentliche Aufklärung zu erzwingen, scheint mir zumindest komplexer, als hier einfach nur einen Rechtsverstoß festzustellen.


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Ben_Utzername #4.13

"Investigativer Journalismus darf aber nicht selbst zum Straftäter werden, indem er aktiv beim Einbruch in IT-Systeme mitwirkt."

Die Position eines rechtschaffenen Theoretikers.

Wenn investigativer Journalismus sich hier und da nicht mal die Hände schmutzig macht, dann wird er am Ende auch nicht investigativ werden. Und Journalisten, die sich nie aus der warmen Schreibstube heraustrauen, sind zwar oft routinierte Umwälzanlagen, aber doch keine Journalisten, die man tatsächlich als vierte Gewalt respektiert.

Ich kann mich noch an die Barschel-Affäre erinnern, als sich die ZEIT nach Auffinden der Leiche im Hotel via Leitartikel, ich glaube es war Theo Sommer, darüber echauffierte, dass die Schmuddelkinder des Stern "einfach" das Zimmer betreten und dann ihre Fotos gemacht haben.

Das hat die ZEIT aber nicht davon abgehalten, danach genauso profan und schlüssellochgierig über Motive, Handlanger, Hintergründe wochenlang mitzuspekulieren, wie es die anderen Medien auch getan haben. Der Heuchelfaktor war meiner Erinnerung nach sehr hoch. Scheinbar, mit Blick auf den Luther-Artikel, hat sich seitdem nicht allzuviel geändert.

Ich will nicht zu weit ausholen, aber so pietätvolle Sprüche wie "Investigativer Journalismus darf aber nicht..." kommen doch fast immer aus der Ecke, für die die Trauben eh zu hoch hängen.
Und ja, natürlich ist nicht alles erlaubt - darüber brauchen wir sicherlich nicht diskutieren.


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Koga jebe #7

Sehr schwacher und überheblicher Kommentar.

„Julian Assange will ein Journalist sein. “

Sowas von arrogant.

„Er hat im Namen der Meinungsfreiheit Heldenhaftes geleistet, aber nicht alles, was er getan hat, ist heldenhaft.“

Jeder Mensch hat eine sogenannte helle und dunkle Seite. Dies muss man bei Assange nicht extra hervorheben. Es hätte gereicht ihm Dank auszusprechen. Doch wenn selbst Journalisten dies nicht schaffen, wer dann?


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parrot0815 #9

Aber er darf nicht am Diebstahl dieser Dokumente mitwirken oder auch nur dazu anstiften.

Und wenn man nicht anders an die Wahrheit gelangen kann? Sollte nicht die Veröffentlichung der Wahrheit über allem stehen?

Wenn deutsche Behörden "Steuer-CDs" kaufen, haben sie dann nicht auch jemanden zu etwas illegalem angestiftet? Dennoch ist es gut und richtig, weil es der Aufdeckung von Straftaten dienlich ist.


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dandyesker nichtstuer #10

"Journalisten dürfen keine Komplizen sein"

Eine Maxime, die kaum einzuhalten ist. Oft verät die Wahl der Metaphern die Simulation.


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hansschnakenhals #12

"Warum das Misstrauen in die Justiz?"

Die Amerikanische? Chelsea Manning wurde nicht nur Folter unterzogen, sondern nun auch zum zweiten mal für praktisch dieselbe Sache bestraft.

Die Amerikanische? Was passierte den Verantwortlichen für die Morde? Oh.

...  wenn Theresa May sagt, das wäre jetzt die Sache der Gerichte, ist das mit Bedacht auf die Geschichte der Justiz in solchen Fällen in UK, in etwa so glaubwürdig wie ebenklingende Betäuerungen eines Erdogans.


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Klimacredo #13

"Journalisten dürfen keine Komplizen sein"

Was ist denn dann mit den embedded journalists - sei es waehrend dem Kriegsgeschehen - oder in transatlantischen Netzwerken (Joffe laesst gruessen... siehe das Buch Meinungsmacht und eine Sendung von der Anstalt bereits vor Jahren)
?


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Idealgewicht #18

Das größte Schwein in ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant!


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Klimacredo #18.2

Falsch - es ist der unkritische Mitläufer, der Biedermeier, der Spiessbürger,
dem man auch noch dann vormachen kann, alles wäre in Ordnung, wenn wieder die grössten Schweinereien stattfinden und dann nur abwinkt, das seien jetzt aber Verschwörungsstheorien...
Denunzieren tun Sie dann, wenn Sie einen Mitmenschen an den Staat verraten, nicht wenn Sie den Staat verraten wegen Verbrechen, nur mal so nebenbei.


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PeterHZ #28

Allein dafür dass er gegen Clinton intrigiert und damit Trampel ins Amt verholfen hat, kann er von mir aus bis ans Ende seiner Tage im Gefängnis schmoren.


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Frank-Werner #28.1

Ich bin nun gewiss kein Freund von Herrn Trump. Jedoch: die Clinton-Mails waren keine Erfindung, sie hat es tatsächlich gegeben und wurden veröffentlicht - so, wie viele andere Dinge auf Wikileaks ebenfalls veröffentlicht wurden. ...


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joscher #28.2

Der Inhalt der Clinton-Mails interessiert Leute wie Sie natürlich gar nicht. ...


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Koandra #28.4

@PeterHZ
Sie meinen die Emails in bezug auf die Aktivitäten H. Clintons gegenüber ihrem Konkurrenen? Das ist für Sie unrechte Wahlbeeinflussung? Clintons Aktionen nicht?
Ich hoffe Sie denken zukünftig bei Berichten über fragwürdige Aktionen/Handlungen/Argumentationen in anderen Wahlkämpfen an das von Ihnen formulierte Prinzip. Da wird sich eine Partei in Deutschland besonders freuen.


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Herr Jemand #38

Ein ausgezeichneter umsichtiger, dabei klarer Artikel von Carsten Luther.
Danke.


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Jacques-Louis #38.1

Satire sollten Sie kennzeichnen.


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1971koepi #45

Carsten Luther

"Journalisten dürfen keine Komplizen sein"

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.


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Klimacredo #45.2

Watergate war aber noch in Ordnung?


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Sulphurperoxid #45.3

Herr Luther hätte Watergate nie mitgemacht. Da fällt mir noch ein ist Carten Luther ist Mitglied in der Atlantik Brücke, kann ein solches Mitglied überhaupt frei über den Fall schreiben?
Würde mich ehrlich mal interessieren.


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Mir_fällt_gerade_kein_Benutzername_ein #46

Die ganze Relativierung, an der sich der Autor hier versucht (was hat Assange geduft, was hätte er nicht tun dürfen...etc.), gilt meines Erachtens nur, weil sich Assange "am falschen Land vergriffen" hat.
Hätte er sich Russland vorgenommen (wozu, um es klar zu sagen, es sicher genug Anlass geben würde) und ansonsten alles genau so gelaufen sein, würde hier nichts relativiert werden.
Jetzt helfe ihm Gott. Vielleicht wird zu dem Zeitpunkt, zu dem es erforderlich sein wird, in den USA ein Präsident (oder eine Präsidentin) regieren, der oder die die Kraft hat, eine Begnadigung auszusprechen, wie es Barack Obama bei Chelsea Manning getan hat.


Quote
OnlyHuman #47

Dieser Kommentar ist eine Schande für Die Zeit. Sie sollten sich schämen. Der Fall Assange zeigt, dass die Demokratie, oder das wofür sie angeblich steht eine Illusion ist und weitere Kämpfe nötig sind, um echte Demokratie wiederherzustellen. ...


Quote
G. Riedel #62

Nach Aussage von Ethan McCord zum Video collateral murder passierte dieses Töten im Irak täglich. Es wurden Busse voller Kinder beschossen, wenn sie im Weg waren. Assange soll aber eine Grenze überschritten haben, indem er geholfen hat, ein Passwort zu knacken. Gut, dass man mal hier den moralischen Kompass des Autors erfährt. Ein bemerkenswerte Selbstauskunft. ...


Quote
sonika #65

Journalismus der alten Schule, Herr Luther.


Quote
WasSollManDazuSagen #65.1

Lese ich eine gewisse Ironie?


Quote
sonika #65.2

Nein,
ganz und gar nicht.
Mich verärgert dieser Bericht als überzeugte Zeit/ZON Leserin.
Und dies über Jahre.


Quote
OTHER #66

Jetzt will man uns hier das Gehirn waschen. Die Verhaftung ist und bleibt ein Skandal. Die Doppelmoral unserer Politiker und Medien ist der Wahnsinn.


...


8
Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: April 13, 2019, 09:01:33 PM »
Quote
[...] Auf eine mögliche Auslieferung von Julian Assange an die USA reagierte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag mit gespielter Gleichgültigkeit. WikiLeaks, sagte er auf einer Pressekonferenz, sei nicht "mein Ding". Was für eine Kehrtwende! Noch vor drei Jahren – mitten im Wahlkampf – hatte sich Trump wiederholt von Julian Assange begeistert gezeigt. "Ich liebe WikiLeaks", sagte er damals, "Wir haben so viel von denen gelernt." Trump hatte frohlockt, weil WikiLeaks Dokumente von den Servern der demokratischen Partei veröffentlicht hatte, die das Potenzial hatten, seiner Kontrahentin Hillary Clinton deutlichen Schaden zuzufügen.

Tatsächlich hatte sich Assange während des gesamten Wahlkampfs gegen die Bewerberin Clinton ausgesprochen. Sie sei eine "demokratische Kriegshetzerin", sagte Assange und warnte: "Eine Wahl für Clinton wäre eine Wahl für einen endlosen, sinnlosen Krieg." Clinton reagierte nicht direkt auf Assange oder WikiLeaks, denn als Außenministerin war sie an die Linie der Obama-Regierung gebunden. Und Barack Obama hatte nach langem Abwägen beschlossen, nicht juristisch gegen Assange vorzugehen, nachdem dieser 2010 die von Chelsea Manning bereit gestellten Geheimakten des Verteidigungsministeriums veröffentlicht hatte.

Gut drei Jahre später spaltet die Person Assange die US-Politik noch immer. Heute aber auf ganz andere Weise: Der Spalt verläuft heute zwischen dem US-Präsidenten und seinem Justizministerium, also quer durch die Regierung, während viele Demokraten sich einen Prozess gegen Assange wünschen.

Deutlich machte das Hillary Clinton, die – von allen Regierungszwängen befreit – am Donnerstag in New York Assange angriff. Er müsse sich "für das verantworten, was er getan hat", forderte sie. Eine Aussage, die auch aus Trumps Justizministerium hätte stammen können. Das nämlich arbeitet seit 2017 an einer Anklage gegen Assange wegen "Verschwörung" mit Chelsea Manning zum Eindringen in den Pentagon-Computer im Jahr 2010. Assange, so der Vorwurf, habe nicht bloß passiv die von Manning erbeuteten Dokumente publiziert, sondern sie dazu angestiftet, in die Systeme des Ministeriums einzudringen.

"Es ist eine große Ironie", schrieb Glenn Greenwald, der Journalist, der Edward Snowden bei der Veröffentlichung seiner Leaks geholfen hatte, auf The Intercept, "dass sich viele Demokraten auf die Seite von Trumps Justizministerium stellen. Ihr persönlicher Hass auf Assange, weil er vermutlich dazu beigetragen hat, dass Clinton die Wahl verlor, triumphiert über jegliche Sorge um die Pressefreiheit."

Doch WikiLeaks spaltet nicht bloß das demokratische Lager. Assange polarisiert auch die Republikaner. Das war in den vergangenen Tagen am deutlichsten an den Verrenkungen zu beobachten, die Vizepräsident Mike Pence vollführte. Von CNN gefragt, ob er Trumps Wahlkampfaussagen zu WikiLeaks als Unterstützung einer kriminellen Organisation werte, wiegelte er ab. Trump habe sich damals lediglich über die Information gefreut. Außerdem habe der Kandidat nicht gewusst, dass WikiLeaks geheime Informationen herausgegeben habe. Das ist freilich kaum vorstellbar, war doch seit 2010 allgemein bekannt, dass die Informationen, die Manning beschafft hatte, geheim waren.

Auch das Justizministerium strengte sich an, Donald Trump nicht zu brüskieren. Dass der damalige Justizminister Jeff Sessions und der damalige CIA Chefs Mike Pompeo eine Anklage gegen Assange vorbereiten ließen, sollte geheim bleiben. An die Öffentlichkeit geriet die Untersuchung durch ein Versehen. Der Staatsanwältin Kellen Dwyer aus East Virginia war eine Seite eines internen Dokuments zur Assange-Ermittlung in eine Anklageschrift gegen einen Sexualverbrecher gerutscht. Das Justizministerium musste in der Folge zugeben, dass es ein Ermittlungsverfahren gegen Assange eröffnet hatte.

Für Donald Trump, der es gerade geschafft hat, die Ergebnisse der Mueller-Untersuchung in seinem Justizministerium verschwinden zu lassen, könnte das Verfahren unter bestimmten Umständen noch etwas anderes bedeuten. Möglicherweise könnte es neue Details über seine mutmaßlichen Verbindungen zu Russland ans Licht befördern. Denn im Falle eines Prozesses gegen Assange in den USA könnte aufgeklärt werden, ob der Server der Demokratischen Partei tatsächlich von russischen Agenten gehackt wurde – und ob es Verbindungen zu Trump gab.

Seine unklare Haltung gegenüber WikiLeaks wiederum kollidiert mit der erklärten Politik seiner Regierung, die Errungenschaften seines Vorgängers zu revidieren. Dazu gehört auch die Entscheidung Obamas, das Verfahren gegen Assange einzustellen. Obamas Justizministerium war zu dem Schluss gekommen, dass es einer drastischen Einschränkung der Pressefreiheit gleichkomme, Anklage gegen Assange zu erheben. Es mache keinen juristischen Unterschied, ob eine Plattform wie WikiLeaks oder eine Nachrichtenorganisation wie die New York Times geheime Dokumente veröffentliche, befanden Obamas Rechtsexperten.

Assanges Weg vor ein amerikanisches Gericht ist indes noch ein weiter. Der Auslieferung durch Großbritannien stehen erhebliche juristische Hürden im Weg. Der britische Rechtsexperte Eric Lewis schätzt, dass es eher Jahre als Monate dauern wird, bis über eine Auslieferung entschieden wird. Bis dahin dürften sich die politischen Konstellationen in den USA wohl wieder verschoben haben.


Aus: "Julian Assange: Noch immer ein Spalter"  Eine Analyse von Sebastian Moll (13. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-04/julian-assange-wikileaks-donald-trump-hillary-clinton-spaltung


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Amenaza #1

Assange wurde immer nur danach beurteilt, wem die leaks gefallen haben. Während unter Obama noch Whistleblower Mannings begnadigt wurde und nicht wenige Republikaner lieber die Todesstrafe für Assange gesehen hätten, hat sich das seit den Clinton Mails wundersamerweise gedreht. ...


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Kapaster d.J. #1.1

Assange hat Wahlkampf für Trump gemacht.
Sein Ziel war nicht Transparenz, sondern der möglichst große Schaden für Clinton.


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Alt_und_weiß #1.2

"sondern der möglichst große Schaden für Clinton."

Welche Schaden? Wikileaks hat nur die Wahrheit über die "Demokratin" Clinton veröffentlicht.


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Jacques-Louis #2

Ein Whistleblower ist immer ein "Spalter", ob es jetzt geheime schweizer Bankdaten sind über die sich die Finanzbehörden freuen, wenn sie ein Whistleblower veröffentlicht, aber die Steuergestalter verärgert oder ob staatliche Behörden Kriegsverbrechen begehen und sich ärgern, wenn es durch Whistleblower publik wird, die Informationen die ein Whistleblower an die Öffentlichkeit bringt wird nie ungeteiltes Lob erlangen.


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Waltraud Gundlach #3

Als wenn "geheim," gleichzusetzen wäre mit "redlich" oder "kostbar ". Nicht zu fassen, wie hier die Leaks als schändlich gebrandmarkt und der abscheuliche Inhalt nicht einer Erwähnung wert ist.


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Kapaster d.J. #4

Es gibt nicht nur einen Riss durch die Lager, sondern auch einen durch die Zeit.
Domscheit-Berg, ein Kritiker aus dem engsten Kreis von Wikileaks, markiert diesen deutlich.
Und nicht zuletzt auch Snowden, der sich ganz bewusst anders verhalten hat als Assange.


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1971koepi #8

„Denn im Falle eines Prozesses gegen Assange in den USA könnte aufgeklärt werden, ob der Server der Demokratischen Partei tatsächlich von russischen Agenten gehackt wurde“

Ein weiteres Narrativ, an dem bis zum bitteren Ende festgehalten werden muss.


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Alt_und_weiß #10

Nur noch als Satire zu ertragen

Der Postillon schreibt dazu: "Mann verhaftet, weil er schlimme Kriegsverbrechen begang… halt nein!... enthüllt hat "

Diese Situation wird langsam so unerträglich, sie ist wahrhaft nur noch als Satire zu ertragen.


...

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: April 13, 2019, 01:30:33 PM »
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[....] Für Journalisten ist die Affäre um Assange eine Zwickmühle, in der sie nicht gewinnen können. Solidarisieren sie sich vorbehaltlos mit Assange, dann stellen sie die Arbeitsweise der Presse unter Generalverdacht. Diktatoren und Autokraten werden Journalisten reflexhaft unterstellen, dass Journalisten nur mit illegalen Methoden und aus politischen Motiven an unbequeme Informationen gelangen konnten.

Distanzieren sie sich hingegen von Assange, liefern sie den gleichen Leuten ebenfalls wieder Munition, da das Leaken selbst mit Wikileaks symbolisch auf der Anklagebank sitzt – auch dank der Inszenierungskunst Assanges. Soll man still daneben sitzen, wenn ein Präsident, der in immer schrilleren Tönen die Presse als Volksfeinde verunglimpft, die Veröffentlichung wahrer Informationen aburteilen lässt?

...


Aus: "Kommentar: Assange und die Pressefreiheit – Journalisten in der Zwickmühle" Torsten Kleinz (12.04.2019)
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Assange-und-die-Pressefreiheit-Journalisten-in-der-Zwickmuehle-4398512.html

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     Pussy Galore, 12.04.2019 16:09

Da hat Torsten Kleinz aber Glück,

dass es da ein vielleicht juristisch ahndbares Verhalten Assanges gibt, das ihm die Möglichkeit eröffnet, sich hasenfüßig schnell unter Verweis auf rote Linien wieder unter seinen Stein zu verkriechen, anstatt Rückrat zu beweisen und sich gegen diesen Komplott zu stellen, Assange in die USA zu verschleppen. ...


... 12.04.2019 16:32 ... Tja, man kann es sich eben entweder gemütlich machen in seiner gebückten Haltung wie die Masse unserer dpa-Abtipper - oder man kann den Weg wählen, den z.B. Glenn Greenwald, Laura Poitras, Gaby Weber und andere eingeschlagen haben.

Und nein, diese drei exemplarisch genannten Journalisten haben sicher keinen schlechten Ruf deswegen. Ganz im Gegenteil.


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     darthkai, 12.04.2019 14:40

"Wenn man der Anklage des US-Justizministeriums glauben kann"

unter der Prämisse hat sich der Rest doch eigentlich schon erledigt, oder?


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     XXBrain, 12.04.2019 16:08

Armutszeugnis

    Für Journalisten ist die Affäre um Assange eine Zwickmühle, in der sie nicht gewinnen können. Solidarisieren sie sich vorbehaltlos mit Assange, dann stellen sie die Arbeitsweise der Presse unter Generalverdacht. Diktatoren und Autokraten werden Journalisten reflexhaft unterstellen, dass Journalisten nur mit illegalen Methoden und aus politischen Motiven an unbequeme Informationen gelangen konnten.

Niemand muss sich vorbehaltlos solidarisieren, aber in der wesentlichen Sache darf es keinen Zweifel geben, gerade Für Journalisten. Wenn es einen Zeitpunkt gibt, sich zu solidarisieren, dann ist der gestern gekommen.

Die Pressefreiheit aus opportunistischen Gründen zum eigenen Vorteil nicht verteidigen, das konstruieren von Vorwürfen, die Rechtsbeugung um einem regimekritischen Journalisten habhaft zu werden?
Wer das in Betracht zieht, der hat jede Glaubwürdigkeit verloren. Sich da mit irgendwelchen vermeintlichen Anschuldigungen von Diktatoren zu rechtfertigen, während das autokratisch kapitalistische Regime gerade die Grundrechte zur Schlachtbank führt, das ist wahrlich ein Kunststück aber gleichzeitig eine journalistische Bankrotterklärung. Tut mir leid.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (12.04.2019 16:13).


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     Klarsichten, 12.04.2019 16:24

Tendenzbetriebe

Nicht zu vergessen, dass Snowden, Assange, Mannings, Wikileaks usw. viel Geld in die Kassen der Medienkonzerne gespült haben, den lieben Hasenfüßen sozusagen ihr Gehalt ermöglicht haben.

Es stellt sich die ernsthafte Frage, welchen Wert hat Journalismus-Light eigentlich?
Ist Meinungsfreiheit nicht wichtiger als Pressefreiheit für Medienkonzerne, in denen systemangepasste Hasenfüße die "Tendenz" des einen Prozents verbreiten?


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     itmanoman, 13.04.2019 11:51

Exempel

Die USA und Großbritannien werden diesen Triumph vermutlich nutzen, um noch ein Exempel zu statuieren, denn sie wollen um jeden Preis verhindern, daß weitere mögliche Whistleblower die Verbrechen dieser und anderer befreundeter Staaten öffentlich machen.
Manning, Snowden und nun Assange, drei zerstörte Leben - wer dann noch sein Wissen preisgibt, sollte einen guten Fluchtplan parat haben und niemanden zurücklassen, der ihm wichtig ist, denn schützen wird ihn kein Gesetz in diesen Staaten.

Assange war jetzt bereits 7 Jahre in Haft, denn als "Leben" würde ich den Botschaftsaufenthalt nicht bezeichnen, auch wenn er vielleicht ein paar Privilegien hatte, die Häftlingen sonst verwehrt sind. Ich finde, die 7 Jahre eingesperrt sein reichen.

Die eigentlichen Verbrecher sind bisher straffrei ausgegangen. Wer hier noch an Gerechtigkeit glaubt, soll sich seine Naivität behalten. Vielleicht ist sie nötig, damit er nachts gut schlafen kann.


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     jsm36, 12.04.2019 13:54

Man muss sich nicht für links oder rechts entscheiden. Man kann auch die Vorgänge kritisieren, Pressefreiheit befürworten und trotz dem das Versprechen von Assange das er beim Hacken helfen will verurteilen. Der Artikel erschafft ein künstliches Problem das überhaupt nicht existiert. Nur beschränkte und ungebildete haben dieses Schubladendenken: Assange ganz oder gar nicht!
Aber auch er ist nur ein Mensch. Einer der gute und schlechte Dinge tut und getan hat.
Der einzig vernünftige Weg ist es die Pressefreiheit weiter zu stärken, Leaks und Machenschaften von korrupten Regierungen ans Licht zu bringen und das was Assange über die Pressefreiheit hinaus getan hat (Angebot beim Hacken zu helfen) zu verurteilen.
Wir sind nicht die USA. Wir sagen nicht "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!"
Die Welt und die Menschen sind viel zu vielseitig und zu komplex um sie pauschal, als ganzes zu beurteilen.
Wenn ich ein Lied mag muss ich den Musiker nicht mögen. Wenn ich den Musiker mag muss ich den Menschen nicht mögen. Wenn ich den Menschen mag muss ich auch nicht jedes Wort, jede Tat und jede seiner Socken mögen.

Es ist überhaupt kein Problem klar und eindeutig zu differenzieren und einfach nur das zu befürworten was man will und das zu verurteilen was man nicht mag.


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: April 13, 2019, 01:08:31 PM »
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[...] Assange, so sah es eine Weile aus, unterhielt einen regelrechten Salon für Leute, die sich gern mit ihm schmückten (und mit denen er sich umgekehrt schmückte). Zugleich wurde geraunt, Assange nehme es mit der Körperhygiene und dem Aufräumen nicht so genau; überhaupt gebe es Beschwerden des Botschaftspersonals darüber, wie sich Assange so verhalte und benehme.


Aus: "Ein Mann wie aus einer anderen Zeit" Dirk Peitz (12. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2019-04/wikileaks-gruender-julian-assange-enthuellung-transparenz/komplettansicht

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Adventus #1.9

"womöglich schockieren, der wilde Vollbart, die langen Haare, die Zeichen des Alterns." [...] "Assange hatte sich über die Jahre in einen Geist verwandelt, und an einen Geist erinnerte er äußerlich, als er nun ans Licht gezerrt wurde."

Sorry, hier bin ich aus dem Text ausgestiegen. Als würden Äußerlichkeiten den Charakter eines Menschen und seine Taten beschreiben....


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H_Müller #7

Die Enthüllungen von Wikileaks, oder eigentlich von Chelsa Manning haben der sauberen Kriegsmaschinerie, die angeblich nur böse Terroristen trifft, für einen kurzen Moment die Maske von der schrecklichen Fratze gerissen, und damit offenbart wie gleichgeschaltet und einseitig die Kriegsberichterstattung tatsächlich war und ist.


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Wonneproppen5 #1.14

Nun, wie sagte Claus von Wagner in der Anstalt? Die deutschen Medien sind nur noch Nato-Pressestelle. Triffts ziemlich genau.


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  Hamburgerin2.0 #2

Es ist mir völlig schnurz, ob Assange unrasiert, ungeföhnt und ungewaschen durch die ecuadorianische Botschaft gelaufen ist und wie groß sein Ego ist. Tatsache ist, dass er auf seine Art versucht hat, Widerstand gegen die psychologische Kriegsführung und Informationspolitik der USA zu leisten. Embedded journalists - wenn ich das schon höre! ...


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Luzider Albtraum #19

Zwischen Enthüllung und Propaganda, Desinformation und Information zu unterscheiden war wohl nie zuvor derart schwierig wie heute. Und alles davon existiert und zirkuliert in Mengen, die kaum mehr überschaubar sind.

Dies voneinander zu trennen, zu filtern und zu bewerten, ist Aufgabe der Medien. Wobei es zur Pressefreiheit gehört, dass ein Journalist Quellen in Anspruch nehmen darf, die ihm Informationen zur Verfügung stellen, welche es ermöglichen, die Wahrheit aus verschatteten Bezirken sinistrer Machenschaften ins Licht der Öffentlichkeit zu ziehen und transparent zu machen.

Aber genau deswegen wird Assange jetzt angeklagt, wenn ihm vorgeworfen wird, Manning angestiftet zu haben, geheime Dokumente von US-Behörden zu verschaffen. Sollten Journalisten solche Quellen in Zukunft nicht mehr nutzen dürfen, ohne sich dabei strafbar zu machen, ist die vierte Gewalt endgültig nur noch ein stumpfes Schwert in den Händen rhetorisch versierter Zwerge, die von Politikern ansonsten für alles gemietet werden können. Deshalb muss man diese Festnahme als einen Anschlag auf die Pressefreiheit begreifen. Eine Attacke, die nicht etwa durch irgendwelche klandestinen Kräfte erfolgt, sondern unmittelbar aus der Mitte des etablierten demokratischen Systems kommt. Das ist das eigentlich Verstörende.


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Stahlherz #13

Wer sagt denn, dass eine transparente Welt eine bessere wäre?
Ich sehe das nicht so.


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bebi fett Mc Geesex #13.1

kommt ganz drauf an
Die Regierenden sehen das genau so wie Sie.
als Beispiel...früher konnte Reagan in aller Seelenruhe irgendwelche
Mörderbanden bewaffnen,,um Regime zu stürzen die Ihm nicht genehm waren
,,bis das mal aufflog...war schon längst Gras über die Sache gewachsen..und die Täter
sowieso nicht mehr im Amt.
In der heutigen Zeit ist das alles bischen schwieriger...man weiss nie wann ein Nerd,,Student,,,oder ein erwachsener Mann,der in Mamas Keller wohnt...die Daten
abfängt,,,und einfach mal hochlädt..oder an Organisationen wie Wikileaks verscherbelt.
Die Regierenden tun mir echt leid.....Ach Gottchen,,,man kann nicht mal mehr in ruhe,,,Komplotte schmieden,,,oder einfach Verbrechen begehen.


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Закон Шмальгаузена #17

Jede Generation muss neu lernen, dass die Mächtigen jedweder Couleur zu jedweder Sauerei fähig sind, wenn sie nur unbeobachtet fühlen. Es ist wesentlicher Verdienst von Assange, Manning und Snowden, diese Erkenntnis für diese Generation aufgefrischt zu haben.
Antiquiert ist das nicht, und Andere werden den Stab übernehmen.



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C. Sciascia #11

Man bekommt den Eindruck, dass weite Teile des Journalismus ganz froh sind, dass Assange bestraft und mundtot gemacht wird, erinnert er sie doch daran, was sie nicht mehr leisten mögen: Licht in das Handeln der Mächtigen zu bringen. Dafür hat er seine Freiheit und seine Gesundheit gegeben, während viele, die eigentlich seinen Job machen müssten oder wenigstens solidarisch sein sollten, diesen Einsatz aus dem warmen, bequemen Sessel heraus mit Spott und Häme bedenken.
Julian Assange ist ein Held und wird als solcher in die Geschichte eingehen. Leider gibt es nur sehr wenige mutige Menschen wie ihn. Die Welt wäre transparenter.

Übrigens: so mancher Zeitjournalist soll es mit der Körperhygiene auch nicht so genau nehmen munkelt man. Sie wissen schon wer gemeint ist...


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det5904 #23

"Julian Assange hat es nur eine Weile lang so aussehen lassen, als könnten die Mächtigen der Welt von einem einzelnen Menschen und dessen Idee von Transparenz herausgefordert werden."

Merkwürdiges Verständnis. Es ging nicht darum, "die Mächtigen der Welt von einem einzelnen Menschen" herauszufordern, sondern geheim gehaltene Regierungsverbrechen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und "die Mächtigen der Welt" durch eine informierte Öffentlichkeit herauszufordern. Dass die Öffentlichkeit sich nicht einstellte, ist aber nicht das Versagen von wikileaks bzw. Assange und schon gar nicht die Berechtigung zu der Darstellung von wikileaks als one man show, sondern ist das Versagen der Öffentlichkeit


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hasepremium #37

Assange hat die verbotene Tür für einen Moment geöffnet. Was da zusehen war, entsprach nicht dem Glauben vieler Bildungsbürger. ...


...

11
Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: April 12, 2019, 12:59:09 PM »
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[...] Die britische Polizei bestätigt, dass die Festnahme aufgrund eines Auslieferungsantrags der USA erfolgte: "Julian Assange, 47, (03.07.71) has today, Thursday 11 April, been further arrested on behalf of the United States authorities, at 10:53hrs after his arrival at a central London police station. This is an extradition warrant under Section 73 of the Extradition Act. He will appear in custody at Westminster Magistrates' Court later today (Thursday, 11 April)."

Assange, der die australische und ecuadorianische Staatsbürgerschaft besitzt, hielt sich seit dem Jahr 2012 in der Botschaft des südamerikanischen Landes in London auf. Die Vorgängerregierung unter Präsident Rafael Correa hatte ihm Asyl gewährt und damit vor einer Auslieferung nach Schweden geschützt.

... Edward Snowden bezeichnet die Auslieferung als "dunklen Augenblick für die Pressefreiheit". Die Festnahme eines preisgekrönten Journlaisten durch die "Geheimpolizei" werden "in die Geschichtsbücher eingehen". (Harald Neuber) 


Aus: "Festnahme von Julian Assange aufgrund von US-Auslieferungsantrag" Harald Neuber (11. April 2019)
Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Festnahme-von-Julian-Assange-aufgrund-von-US-Auslieferungsantrag-4397666.html

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     Karl_Dalheimer, 11.04.2019 15:20

Ein extremer Vorgang. Wann hat es das schon gegeben,

... dass ein Machthaber (Moreno) die Polizei eines anderen Staates einlädt, einen anerkannten Flüchtling aus der eigenen Botschaft zu entführen und festzunehmen? Einen Flüchtling, der außerdem die eigene Staatsangehörigkeit besitzt (die ecuadorianische) und mit Sicherheit gar nicht ausgeliefert werden durfte. Einen Flüchtling, der wegen der Aufdeckung von Kriegsverbrechen unter dem Schutz der UNO steht.

Niemand stehe über dem Gesetz, behauptet der GB-Außenminister. Und viele der öffentlichen Personen werden das in dieser Zeit nachplappern, jedenfalls solange ihnen nichts nachgewiesen werden kann. Und obwohl jeder denkende Mensch weiß, dass sich die Machthaber überall in der Welt umso weniger um das Gesetz scheren, je mehr militärische Macht und bessere Geheimdienste sie hinter sich haben.

Moreno, offenbar ein eitler Schwächling, sollte sich an jenen anderen Verräter im Neuen Testament erinnern, der "dann hinging und sich erhängte". Hoffentlich fällt sein menschenverachtendes Tun nicht auf ihn selbst zurück.


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       zwi, 11.04.2019 16:51

Assange wegen Verstößen gegen "Kautionsauflagen" festgenommen.
Muss sich die britische Polizei mit dieser Aussage nicht albern vorkommen?


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     D.o.S., 11.04.2019 18:49

"niemand steht über dem Gesetz" außer z.B. Tony B-liar

[ ... Kommen Bush und Blair je vor Gericht?  ... Den Ex-Premier Blair schützt [ ] ein Rechtsprinzip, das die Beziehungen zwischen dem Weltstrafgericht und seinen Mitgliedstaaten regelt: Der ICC darf nur eingreifen, wenn ein Staat nicht willens oder in der Lage ist, Vorwürfe selbst aufzuarbeiten. ... Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/irak-krieg-kommen-bush-und-blair-je-vor-gericht-1.3070126 (9. Juli 2016) ]

... Heuchler !


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     stdviB, 12.04.2019 07:07

Wertewesten

Der Wertewesten in seiner vollen Demokratie-Pracht ...


...

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Quote
Malkaye

Die machen alle nur ihren Job. - Wie bei der Gestapo.
Richter, Staatsanwälte, Polizisten, die neue ecuadorianische US-Lakaien Regierung, die Nachrichtenagenturen und die Standard-Journalisten.

"Nachdem die Londoner Polizei den selbstgewählten, fast sieben Jahre währenden Hausarrest des Wikileaks-Gründers am Donnerstagvormittag mit Einverständnis Ecuadors hatte beenden können".

Ekelhaft. Sieben Jahre! "Selbstgewählt"! Genau das was Assamge und Wikileaks befürchtet hatten und von den Medien immer runtergespielt wurde, tritt nun ein.

Ecuadors neuer Präsident ist übergelaufen und hat ihn ausgeliefert. Er wurde verhaftet. Und zwei standard Schreiberlinge schreiben tatsächlich " selbstgewähltes Hausarrest wurde aufgelöst"... Denkt ihr dafür werdet ihr zum nächsten Bilderberger treffen geladen?


Quote
Sezessionist

"In unserem Land steht niemand über dem Gesetz"

ausser natürlich die Regierung, die Banker, die Politiker und die Reichen!


Quote
Mafi

Süß, wie sie tun als ginge es dabei um irgendwelche Gesetze.


Quote
bregenz87

ASSANGE hatt die botschaft mit seinen fikalien beschmiert ich hoffe er wird ausgeliefert in die usa und bekommt dort lebenslänglich.


Quote
diesenpostingnamengibtesnochnicht

Na endlich. Guten Morgen! Im Grunde genommen hat Assange Menschenrechtsverletzungen der USA öffentlich gemacht.
Angeklagt wird aber nicht der Verbrecher, sondern derjenige, der das Verbrechen bekannt gemacht hat.
Der Skandal ist, dass unzählige Völker das Verbrechen decken, und unter fadenscheinigem Vorwand jenen verurteilen, der das Verbrechen offensichtlich gemacht hat.


Quote
Systemschreiberling

Für das Verbrechen an der Menschheit
.... das er begangen hat, nämlich der Wahlhilfe für Trump, kann es nur eine Strafe geben, nämlich lebenslänglich.


Quote
Das Glasperlenspiel

BREAKING NEWS! Die aktuellste Wikileaksenthüllung zeigt auf,
welchen Stellenwert Menschenrechte, Meinungs- und Pressefreiheit und das Völkerrecht im Wertewesten noch haben. Ein erschütternder Livebericht, wie es um diese Rechte steht.


Quote
F.S.K

kriegsverbrecher haben gute chancen in europa asyl zu bekommen.
aber einen aufdecker will kein europäisches land schützen

https://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/5593119/Kriegsverbrechen_Selbstbezichtigungen-unter-Asylbewerbern


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schweinebaermensch

Eben und solche Menschen wählen wir.


Kommentare zu: https://derstandard.at/2000101255950/Assange-Festnahme-Aus-der-engen-Kammer-in-die-britische-Zelle


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: April 12, 2019, 11:45:20 AM »
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[...] HO-CHI-MINH-STADT taz/ap | Führende Politiker der Linkspartei fordern Deutschland auf, den am Donnerstag in Großbritannien festenommenen Wikileaks-Gründer Julian Assange in Deutschland Asyl zu gewähren. Darunter auch der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow. „Whistleblower wie Assange haben ein großes persönliches Risiko auf sich genommen und viel in Gang gesetzt. Diese Person lebenslang wegen Geheimnisverrats zu bestrafen, hielte ich für verheerend“, sagte Ramelow gegenüber der taz.

„Deutschland muss seinem amerikanischen Partner sagen: Wir sind nicht Deine willfährigen Helfer. Sonst hätte Deutschland ein Glaubwürdigkeitsproblem gegenüber seinen Bürgern.“ Ramelow tourt zurzeit mit einer Gruppe von gut 70 Thüringer UnternehmerInnen durch Vietnam, um dort Auszubildende anzuwerben und Wirtschaftskontakte zu knüpfen.

Die britische Polizei hat Julian Assange am Donnerstag in Großbritannien beim Verlassen der ecuadorianischen Botschaft festgenommen, wo er sieben Jahre lang gelebt hatte. Die USA fordern die Auslieferung von Assange. Die US-Justiz wirft Assange zusammen mit der Whistleblowerin Chelsea Manning Verschwörung für einen Hackerangriff auf Pentagon-Rechner vor. Dem Australier drohen nach Angabe des US-Justizministeriums fünf Jahre Haft. Der damalige CIA-Chef und heutige Außenminister Mike Pompeo hatte 2017 jedoch verkündet, dass er Wikileaks für einen feindlichen Geheimdienst halte.

Nach der Verhaftung von Wikileaks-Gründer Julian Assange in London nehmen die Behörden in Ecuador nun auch dessen Umfeld ins Visier. Ein Vertrauter von Assange sei am Flughafen von Quito festgenommen worden, als er nach Japan ausreisen wollte, teilte Innenministerin María Paula Romo mit. Ein hoher Beamter identifizierte den Festgenommenen später als einen schwedischen Software-Entwickler mit Wohnsitz in Quito.
Protestdemo vor britischer Botschaft am Mittag

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, legte sich noch am Donnerstag für den Whistleblower ins Zeug. Seine Festnahme sei ein massiver Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit. „Die Bundesregierung muss alles dafür tun, zu verhindern, dass das EU-Mitglied Großbritannien Julian Assange an die USA ausliefert, wo ihm wegen der Enthüllung von US-Kriegsverbrechen eine lebenslängliche Haftstrafe oder sogar die Todesstrafe droht“, so Wagenknecht in einer Pressemitteilung. „Angela Merkel muss Julian Assange jetzt in Deutschland politisches Asyl anbieten.“ Die Bundesregierung habe es in der Vergangenheit versäumt, sich für ihn einzusetzen.

Wagenknechts Stellvertreterin in der Fraktion, Sevim Daǧdelen, will zusammen mit Heike Hänsel – die ebenfalls dem Fraktionsvorstand angehört – am heutigen Freitag an einer Protesdemo für Assange vor der britischen Botschaft teilnehmen. Diese startet um 11 Uhr 30 in Berlin. „Die Rücknahme des politischen Asyls für Julian Assange durch die Regierung Ecuadors und die Verhaftung des Wikileaks-Gründers durch die britische Polizei ist eine Schande, ein Verstoß gegen internationales Recht“, so Daǧdelen. Die Bundesregierung sei in der Pflicht zu verhindern, dass Assange in die USA ausgeliefert werde.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat zigtausende Geheimdokumente veröffentlicht. Darunter US-Militärdokumente über die Tötung von Zivilisten im Irak und den Umgang mit Häftlingen in Guantanamo. Assange war zunächst wegen eines Haftbefehls aus Schweden, wo wegen Vergewaltigung gegen ihn ermittelt wurde, in die ecuadorianische Botschaft geflohen. Die Ermittlungen wurden inzwischen eingestellt.


Aus: "Nach Festnahme von Wikileaks-Gründer: Linke stellt Asylantrag für Assange" Anna Lehmann (12. 4. 2019)
Quelle: http://www.taz.de/Nach-Festnahme-von-Wikileaks-Gruender/!5587431/


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: April 12, 2019, 11:36:32 AM »
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Veronika Kracher
@sunny_mayhem
Julian Assange, Liebling aller Alt Right-Kids, Neckbeards, MAGA-Fans, Verschwörungstheoretikern, Vergewaltigungsapologeten und sonstigen Schweinen ist inhaftiert worden. Endlich.

1:05 nachm. · 11. Apr. 2019


https://twitter.com/sunny_mayhem/status/1116296130768326663

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Erdgeruch
@Erdgeruch
·
Antwort an @sunny_mayhem
Ich frage mich, ob du noch mal realisieren wirst, dass du mit dieser Meinung im Lager des militärisch-industriellen Komplexes zu verorten bist - im Einverständnis mit jenen von profit- und machtgier Zerfressenen, denen du eigentlich misstrauen solltest.


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Timea Herrmann
@HerrmannTimea
Antwort an @sunny_mayhem
Habe heute morgen das Gleiche gedacht!
Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht!
So eine Kakerlake wie Assange der Dreck über Andere an den Meistbietenden verkauft bleibt nicht ewig unbestraft.
#PoeticJustice
5:01 nachm. · 11. Apr. 2019


https://twitter.com/HerrmannTimea/status/1116355566824251393

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Guido Heine
@GuidoGTH
·
Antwort an @HerrmannTimea
 und @sunny_mayhem
#Nazijargon


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Amba
@AmbaBirgit
·
Antwort an @HerrmannTimea
 und @sunny_mayhem
Bei "dem Dreck über Andere" den Assange verbreitete, handelte es sich vornehmlich um die Kriegsverbrechen der USA! Whistle-blower sollen Ihrer Meinung nach also auch lieber geköpft werden? (Ganz abgesehen vom Nazi-Jargon)


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CW
@CampusWiese
Antwort an @sunny_mayhem
Vielleicht eine Unterstellung, aber du weißt doch, dass Assange inhaftiert wurde weil er Chelsea Manning geholfen hat Kriegsverbrechen aufzuklären. Warum tust du dann jetzt so als ob er wegen einer Vergewaltigung weggesperrt wurde? Ist es egal wofür, Hauptsache er ist weg?


https://twitter.com/CampusWiese/status/1116420254312349699

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     duke3d.exe, 11.04.2019 14:47

Frage an die Assange Opposition
Das hier war also alles völlig unbedeutend?

"1 Veröffentlichungen
1.1 2007
1.1.1 Die Plünderung Kenias im Guardian
1.1.2 Guantánamo-Bay-Handbücher
1.2 2008
1.2.1 Bank Julius Bär gegen WikiLeaks
1.2.2 Scientology
1.2.3 BNP-Mitgliederliste
1.2.4 Veröffentlichung von Internetsperrlisten und Ermittlungsverfahren gegen WikiLeaks
1.3 2009
1.3.1 Kaupthing-Bank
1.3.2 Minton-Report über toxische Abfälle in der Elfenbeinküste
1.3.3 Weitergabe von Bankdaten aus der Europäischen Union an die USA
1.3.4 Abgefangene Pagernachrichten vom 11. September 2001
1.3.5 E-Mails der Climatic Research Unit
1.3.6 Veröffentlichung der Toll-Collect-Verträge
1.3.7 Kundus-Feldjäger-Report
1.4 2010
1.4.1 Pläne des US-Geheimdienstes, WikiLeaks zu unterminieren
1.4.2 US-Geheimdienstbericht über Meinungsmanipulation zum Afghanistaneinsatz
1.4.3 Gewaltsamer Tod irakischer Zivilisten und Journalisten durch US-Militärs
1.4.4 Luftangriff bei Garani
1.4.5 War Diary: Afghanistan War Logs (»Afghan War Diary«), 2004–2010
1.4.6 Loveparade-2010-Planungsdokumente
1.4.7 CIA-Memorandum über die USA als Exporteur von Terrorismus
1.4.8 War Diary: Iraq War Logs (»Iraq War Logs«), 2004–2009
1.4.9 Angekündigte Veröffentlichungen über China und Russland
1.4.10 US Embassy Cables (»Cablegate«), 1966–2010
1.5 2011
1.5.1 The Guantánamo Files (»Gitmo files«), 2002–2008
1.5.2 The Spyfiles
1.6 2012
1.6.1 The Global Intelligence Files
1.6.2 Syria Files
1.6.3 Detainee Policies
1.7 2014
1.7.1 Dokumente der Bilderberg-Konferenzen
1.7.2 FinSpy
1.7.3 Interne Dokumente der CIA
1.8 2015
1.8.1 TPP Investment Chapter
1.8.2 The Sony Archives
1.8.3 Protokolle des NSA-Untersuchungsausschusses
1.9 2016
1.9.1 IWF-Telefonat
1.9.2 AKP Emails
1.9.3 The Podesta Emails
1.9.4 Interna des NSA-Untersuchungsausschusses
1.10 2017
1.10.1 Vault 7: CIA Hacking Tools Revealed"

Und die Möglichkeit anonym Informationen, welche die Öffentlichkeit betreffen veröffentlichen zu können, ist auch völlig unbedeutend? Versteht ihr Assange Hasser, die sich ausschließlich an der Person oder an ihrem Privatleben festbeißen eigentlich, wozu die Plattform WL überhaupt gut war, beziehungsweise gut ist und wie viel Mut man aufbringen muss, sich quasi mit der gesamten Welt anzulegen? Seid ihr nicht in der Lage, Assange als Person mal auszublenden und auf sein Werk in Form der WL zurückzublicken?


https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Wikileaks-Gruender-Julian-Assange-in-London-festgenommen/Frage-an-die-Assange-Opposition/posting-34308666/show/


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     Grigorij Potjomkin, 11.04.2019 15:09

Re: Frage an die Assange Opposition

    wozu die Plattform WL überhaupt gut war

Ein Plattform für einen narzisstischen Selbstdarsteller?


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     duke3d.exe, 11.04.2019 15:14

Re: Frage an die Assange Opposition

Grigorij Potjomkin schrieb am 11.04.2019 15:09:


        wozu die Plattform WL überhaupt gut war

    Ein Plattform für einen narzisstischen Selbstdarsteller?


Ja. Genau darum ging es. Das war die primäre Aufgabe von WL. Hast du fein erkannt.


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     Grigorij Potjomkin, 11.04.2019 15:19

Re: Frage an die Assange Opposition

duke3d.exe schrieb am 11.04.2019 15:14:

    Grigorij Potjomkin schrieb am 11.04.2019 15:09:

...    Ja. Genau darum ging es. Das war die primäre Aufgabe von WL. Hast du fein erkannt.

Sage ich doch ;)

Wie Assange selbst WL beschädigt hat, kann kein US Geheimdienst mithalten. Und spätestens nachdem WL mit Russen dem Trump ins Amt geholfen hat, sollte dem letzten Romantiker einleuchten, worum es geht.


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     respicefinem, 11.04.2019 15:12

Letztlich erscheint seine Flucht nunmehr gerechtfertigt

Ich mag Assange zwar nicht, und was er in Schweden gemacht hat, war vielleicht grenzwertig (aber wohl nur in Schweden strafbar).
Doch man hat ihm immer unterstellt, er würde sich feige der schwedischen Justiz nicht stellen wollen. Dabei ging es um die drohende Auslieferung in die USA, wo ihm lebenslänglich im Superknast droht (inklusive "Manning-Treatment"). Und bei einer "extraordinary rendition" wäre sogar Todesstrafe möglich gewesen.
Diese Furcht hat man lächerlich gemacht, und jetzt zeigt sich, wie berechtigt sie war und ist. ...


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     die fiese Petze, 11.04.2019 16:26

Soviel zum neuen Whistleblower-Schutz der EU ...


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     Kleber34,11.04.2019 16:24

Werte

Die Leute sollten mal aufwachen. Es gibt in der Welt keine Moral. Wenn wir über China oder die Türkei schimpfen sollte man sich vor Augen halten was die eigene Gesellschaft tut und das die absolute Mehrheit dabei zusieht.

Wer in der Welt moralisch wirken will wird verfolgt. Was Snowden getan hat war moralisch gesehen, das höchste was man von einem Menschen erwarten kann.
... Man hat 2 gute Möglichkeiten. Akzeptieren das es so ist oder sich erst gar nicht dafür interessieren. Ein Hoch auf die eigene Ignoranz


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    RalphIIIHarzIV, 11.04.2019 18:17

Na? Wer ist jetzt hier der Verschwörungstheoretiker? Hatte Assange unrecht?

Jahrelang wurden Julian Assange und ander Bürgerrechtler ausgelacht, wegen der Befürchtung, er könne an die USA ausgeliefert werden, sollte er die Botschaft verlassen.

Wie hier im Forum in alten Threads getobt wurde, das könne ja alles garnicht sein ... und Assange und alle anderen seien ja totale Spinner und nur paranoid!

Immer wurde gesagt:
Er sei doof und er sperrt sich nur selbst in der Botschaft ein. Es liege doch garnichts gegen ihn vor! Er solle einfach rausgehen und alles wäre gut - nur ein Möchtegern-Märtyrer dieser Assange!

Und was ist jetzt?

Das hat ja keine 10 Minuten gedauert da war der internationale Haftbefehl und das Auslieferungsgesuchen der USA draußen.
Er sitzt ja praktisch schon so gut wie im Abschiebeflieger in die USA ...
Der Richter soll Assange in der heutigen Anhörung sogar als "lachhaft" bezeichnet haben.
Na? Wer ist jetzt hier der Verschwörungstheoretiker? Hatte Assange unrecht?

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (11.04.2019 18:30).


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     ex-usus, 11.04.2019 18:19

Re: Na? Wer ist jetzt hier der Verschwörungstheoretiker? Hatte Assange unrecht?

Wir lassen uns von Fakten nicht beirren.


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     sws, 11.04.2019 19:16

Denkt den niemand an die Katze ?

Was passiert jetzt mit der? Bleibt die in der Botschaft? Füttert die jemand und macht das Katzenklo sauber?

Wo ist sie heute ?


...

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[...] Man kann Assange wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe gegen Frauen ein Arschloch nennen. Man kann Julian Assange für einen politisch Irrlichternden halten, der im US-Präsidentschaftswahlkampf zu Gunsten von Trump agierte. Man kann ihn für einen rücksichtlosen Egomanen halten, dem andere egal waren. Man muss Assange dafür kritisieren, dass Wikileaks Informationen oftmals unredigiert veröffentlichte und damit Menschen in Gefahr brachte. All das ist richtig.

Was man allerdings nicht kann, ist ihn für seine offensichtlich relevanten Leaks sowie die Etablierung einer neuen digitalen Veröffentlichungskultur zu verurteilen. Hier hat sich Julian Assange verdient gemacht.

Laut seinem Anwaltsteam soll ein US-Auslieferungsantrag eine Rolle gespielt haben – ein Gerücht, das mittlerweile die britische Polizei bestätigt hat. Noch ist die Grundlage des Auslieferungsgesuches der USA nicht bekannt. Sollte diesem jedoch die Wikileaks-Veröffentlichungen zugrundeliegen, dann verdient Assange den gleichen Schutz, den auch die Journalisten genießen, die mit ihm zusammenarbeiteten und die Informationen von Wikileaks in angesehenen Medien veröffentlichten. Er sollte mit Hinblick auf die Pressefreiheit und den Quellenschutz nicht an die USA ausgeliefert werden.

Zwischen 2007 und 2017 ist Wikileaks immer wieder mit der Veröffentlichung spektakulärer Leaks aufgefallen, die großen Widerhall in der internationalen Berichterstattung fanden. Die möglicherweise bekannteste war „Collateral Murder“ – wahrscheinlich geht der Auslieferungsantrag der USA auf dieses Dossier zurück. Die dort enthaltenen Afghan War Diaries und die Iraq War Logs waren wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Kriegspraxis der USA gaben. Ebenso ist an die diplomatischen Cables zu erinnern: Wikileaks veröffentlichte mehr als 250.000 Depeschen US-amerikanischer Botschaften, die ein Schlaglicht auf die US-Außenpolitik gaben. Deutschland betreffend veröffentlichte Wikileaks die Verträge zu Toll Collect.

Whistleblower, Informanten und die Weitergabe von geschützten Informationen sind eine Säule des Journalismus. Eine Aufgabe des Journalismus ist die Kontrolle von Regierungen. Das beeinhaltet auch, dass geheime Informationen öffentlich gemacht werden. Geschützt wird diese Praxis durch die Pressefreiheit. Im digitalen Zeitalter war das Projekt Wikileaks, das Assange maßgeblich geprägt hat, ein Vorreiter und wichtiger Impulsgeber für die Verbreitung von geschützten Informationen. Das darf man bei all den Verfehlungen der Person Assange nicht vergessen.

...


Aus: "Pressefreiheit gilt auch für Assange" Markus Reuter (11.04.2019)
Quelle: https://netzpolitik.org/2019/pressefreiheit-gilt-auch-fuer-assange/

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: April 12, 2019, 10:56:31 AM »
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[...] Auf den Fernsehbildern sah man einen zerzausten, panisch dreinblickenden Julian Assange, der von einem Großaufgebot der britischen Polizei aus der ecuadorischen Botschaft in London gezerrt wurde. Nicht im Bild war, wer eigentlich dahinter die Fäden zog: US-Präsident Donald Trump und sein außenpolitisches Hardlinerteam. Die spektakuläre Festnahme vom Donnerstag verrät eine Menge über den gewachsenen Einfluss Washingtons auf dem südamerikanischen Kontinent. Viel hat sich verändert, seit das 17-Millionen-Einwohner-Land Ecuador knapp sieben Jahre lang den mächtigen USA trotzte und dem Gründer der Geheimnisverratplattform WikiLeaks in seinen beengten Londoner Botschaftsräumen Asyl gewährte.

Das Problem bei Berichten über Julian Assange ist immer, dass sich eine Fülle von Verschwörungstheorien um ihn ranken, die der Hacker und Politaktivist nach Kräften mit befeuert. Zu den schlichtesten Wahrheiten dieser Geschichte gehört zunächst, dass Ecuador seinen Dauergast in der Botschaft schon deshalb irgendwann auf die Straße setzen musste, weil sein Verbleib an praktische Grenzen stieß: Nach Aussagen von Assanges Verwandten, Freunden und Besuchern ergab sich zuletzt ein Bild, nach dem er durch die jahrelange Isolation schweren gesundheitlichen und psychologischen Schaden genommen hat, und dass seine Gastgeber sich zunehmend von ihm überfordert sahen. 

Doch natürlich sind das nicht die einzigen und nicht die spannendsten Fragen rings um diese Festnahme. Als Assange 2012 Asyl von dem kleinen Ecuador erhielt, war Südamerika ein anderer Kontinent. Machthaber war damals Rafael Correa, ein gelernter Wirtschaftswissenschaftler und streitbarer Linker, der in dem Land an der Pazifikküste einen "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" ausrufen wollte. Da war er sich einig mit Hugo Chávez, dem gewählten Präsidenten und selbst ernannten Revolutionsführer von Venezuela.

Correa, Chávez, der Bolivianer Evo Morales, das argentinische Präsidentenehepaar Kirchner und die Herrscher über einige Klein- und Inselstaaten der Region machten Lateinamerika damals zum linken Kontinent, zu einem Experimentierfeld einer großzügigeren Sozialpolitik. Sie wurde in diesen Ländern mit einer innenpolitisch eher harten Hand gegenüber den früheren Eliten durchgesetzt und mit freundschaftlichen, vergünstigten Öllieferungen aus dem damals noch reichen Opec-Staat Venezuela subventioniert.

Der Plan war, dass der Kontinent zu einer alternativen Macht zu den USA heranwachsen sollte, zu seiner neoliberalen Wirtschaftsordnung und militärischen und geheimdienstlichen Macht. Correa gehörte stets zu den besonders lautstarken Kritikern der USA. Als eine erste Amtshandlung schloss er 2007 eine Militärbasis der Amerikaner in seinem Land. Als ihn 2012 Julian Assanges Hilfeersuchen ereilte, freute er sich, denn indem er einem Staatsfeind der USA Asyl gewährte, konnte er es dem bösen Imperium mal richtig zeigen.

Entsprechend groß ist jetzt der Frust, gerade auch bei Correa. "Der größte Verräter in der ecuadorianischen und lateinamerikanischen Geschichte hat der britischen Polizei erlaubt, unsere Botschaft zu betreten und Assange festzunehmen", twitterte der frühere Präsident (2007–2017) am Donnerstag und nannte das "ein Verbrechen, das die Menschheit nie vergessen wird". Der größte Verräter: Das ist Correas Amtsnachfolger, ein 66-jähriger Politiker namens Lenín Moreno.

... Unklar war am Donnerstag noch, ob die britischen Behörden – die Assange derzeit gefangen halten – dem Auslieferungsersuchen der USA nachkommen. Laut Moreno haben die Briten ihm garantiert, dass Assange nicht in ein Land ausgeliefert werde, wo ihm Folter oder die Todesstrafe droht. Aber was bedeutet Folter? Ist Assange tatsächlich eines Verbrechens angeklagt, für das ihm in den USA die Todesstrafe drohen könnte? Wie gut sind eigentlich die Beweise dafür, dass Assange selbst hinter den fraglichen Leaks und Veröffentlichungen auf der Plattform WikiLeaks steckte? Werden diese Veröffentlichung von Richtern in Großbritannien als Rechtsverstöße gesehen werden, so wie von den Anklägern in den USA, oder als eine legitime Form von Journalismus? Bei den bevorstehenden rechtlichen Auseinandersetzungen werden wohl etliche juristische Definitionsfragen zu klären sein.

...



Aus: "Der lange Arm des Donald Trump" Eine Analyse von Thomas Fischermann (11. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-04/ecuadorianische-botschaft-rauswurf-julian-assange-usa-kontrolle-suedamerika/komplettansicht

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Waltraud Gundlach #3

Die USA sind wieder an der Macht in Südamerika. Mit Methoden, die bekannt sind. ...


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Shibboleth #12

Der größte Teil Lateinamerikas ist traditionell der Hinterhof der USA. Das ist jetzt keine weltbewegende Nachricht. Erstaunlich ist eher, daß ausgerechnet Ecuador den USA so lange die Stirn geboten und Rückgrat gezeigt hat. Ich hätte sowas eher von Kuba, Venezuela, Bolivien, oder Nicaragua erwartet; weniger von Ecuador.


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  Haseberger
#20  —  vor 12 Stunden 13

Pünktlich nach der Festnahme:

IWF gewährt Ecuador 4,2 Milliarden-Dollar-Kredit.
https://www.enca.com/business/imf-approves-42bn-loan-ecuador

Potzblitz! Zufälle gibts!


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Nettiquetten-Schwindler #32

Wer die Wahrheit verkündet, lebt weiterhin gefährlich. Es ist zu vermuten, dass an Assange nun ein weiteres Exempel statuiert wird. Ausgang ungewiss.
Auch wenn es nicht direkt hierher gehört: gerade wurde derjenige verurteilt (in der Schweiz...!), der den Cum-Ex-Skandal aufgedeckt hat.
Prost liebe Politik, Prost liebe Rechtsstaaten!


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[...] In Ecuador haben Sicherheitskräfte einen mutmaßlichen Mitarbeiter der Enthüllungsplattform WikiLeaks festgenommen. Der Verdächtigte sei gefasst worden, als er gerade nach Japan ausreisen wollte, sagte Innenministerin María Paula Romo. Der schwedische Softwareentwickler soll ein enger Vertrauter von WikiLeaks-Gründer Julian Assange sein. Er wird verdächtigt, mit Versuchen in Verbindung zu stehen, die Regierung von Präsident Lenín Moreno zu destabilisieren.

... Die USA sehen in Assange einen Staatsfeind und fordern die Auslieferung des Aktivisten, der in den USA wegen Verschwörung zur Attacke auf Regierungscomputer angeklagt wurde. Dafür drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Die Vorwürfe beziehen sich auf die WikiLeaks-Publikationen Hunderttausender geheimer Regierungsdokumente in den Jahren 2010 und 2011, die WikiLeaks von der früheren US-Soldatin Chelsea Manning zugespielt worden waren.

...


Aus: "Ecuador: Weitere Festnahme von WikiLeaks-Mitarbeiter" (12. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-04/ecuador-wikileaks-julian-assange-festnahme-mitarbeiter

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Tingeltangel Bob #1

Wenn die Wahrheit die Regierung eines Landes "destabilisiert", dann ist das Problem vielleicht nicht so sehr der whistleblower?


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Ghostnotes #4

Das dunkle Imperium schlägt zurück!


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merman2 #18

Snowden, Manning, Assange und sein Unterstützer haben sich schuldig gemacht, von US-Regierungen begangene, beauftragte bzw. geduldete Verbrechen bekannt zu machen und sind deshalb der Verschwörung angeklagt. ...


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Philosoph77 #28

Der Wertekanon der westlichen Hemisphäre ist wieder einmal entzaubert worden.

Bush, Rumsfeld, Wolfowitz, Cheney, Obama, Blair und wie sie alle heißen bleiben in Würden und jene die deren Verbrechen veröffentlichen werden gejagt und inhaftiert. ...


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[...] Wird Assange auf der jetzt bekannten Grundlage verurteilt, könnte sich ein Journalist oder eine Plattform künftig schon damit strafbar machen, dass sie eine Informantin nach mehr Dokumenten oder Belegen fragen. Das könnte Whistleblower abschrecken und die zentrale Arbeit von Medien deutlich erschweren. Und letztlich der Gesellschaft relevante Informationen vorenthalten. Diese Gefahr ist es, die den Fall Assange, unabhängig von der Person, so wichtig macht.


Aus: "Assange festnehmen, andere einschüchtern" Ein Kommentar von Lisa Hegemann (11. April 2019)
Quelle: https://www.zeit.de/digital/internet/2019-04/pressefreiheit-julian-assange-wikileaks-aktivist-whistleblower-schutz-auslieferung

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Scutum #14

Ein kleines Land in Südamerika hat den USA 7 Jahre die Stirn geboten ,von der EU kam wie mmer nur heiße Luft!


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Albiz95 #17

Wo ist die Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, die die USA stets von anderen einfordern, im eigenen Staate geblieben?


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Закон Шмальгаузена #19.1

"Die Anklage ist natürlich ein Witz. Ein Journalist der einen Whistleblower auffordert noch mehr Unterlagen zu beschaffen. Holla die Waldfee."

Jo. Aber auch solche Witze werden natürlich von Einigen mit staatstragendem Stirnrunzeln, Eifer und Empörung höchst ernsthaft ventiliert.


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akomado #34

Die Autorin hat in der Sache recht: Beim jetzigen "Fall Assange" geht es um mehr, als um eine einzelne Person, sondern um etwas Grundsätzliches. Ein Staat, der Verbrechen begeht, ist daran interessiert, diese geheimzuhalten, muß jeden verfolgen, der sie aufdeckt und darf deshalb auch keinen Internatonalen Strafgerichtshof akzeptieren. Das ist die Essenz dieses Falles. ...



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Kunst (Art on the net) / design, vintage ads, etc.
« on: April 11, 2019, 06:28:08 PM »
Alltagskultur im Wirtschaftswunder / Bilder der 50er und 60er Jahre
http://www.wirtschaftswundermuseum.de/

16
Photography (Bild & Kunst) / Fotoarchive (Sammlungen) ...
« on: April 11, 2019, 06:22:18 PM »
Photoplay (Jan-Jun 1920)
by Chicago, Photoplay Magazine Publishing Company, Published Jan-Jun 1920
https://archive.org/details/photoplayvolume11718chic

The Edison Phonograph Monthly (Mar-Dec 1907), Published Mar-Dec 1907
by Moore, Wendell
https://archive.org/details/edisonphonograph05moor


BRITISH CULTURE ARCHIVE
The Changing face of British society captured by documentary photography and iconic images.
https://britishculturearchive.co.uk/

Fotografien und Prints aus dem Fotoarchiv des Ruhr Museums
https://ruhrmuseum-fotoarchiv.de/

17
Quote
... Viel Propaganda, wenig Taten: So lassen sich die ersten 100 Tage des rechtsextremen Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro, umreißen. Selbst bei seinen Wählern ist die Euphorie längst in tiefe Ernüchterung umgeschlagen. Der versprochene Wirtschaftsaufschwung bleibt aus. Stattdessen macht die von Militärs und ultrakonservativen Evangelikalen dominierte Regierung durch Inkompetenz, Skandale und innere Machtkämpfe von sich reden. Bolsonaro setzt seinen Weg des "Kulturwandels" fort, beschimpft politisch Andersdenkende, verherrlicht die Militärdiktatur und verunglimpft Homosexuelle. Wenig glorreich waren auch seine wenigen Auslandsbesuche. In Israel entsetzte er an der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem mit der Aussage, die faschistische NSDAP sei eine "linke Partei" gewesen. "Daran gibt es keinen Zweifel", bekräftigte er sein fehlendes historisches Grundwissen. ...


Aus: "Nach hundert Tagen Bolsonaro Ernüchterung und Angst in Brasilien" Susann Kreutzmann aus São Paulo (10. April 2019)
Quelle: https://derstandard.at/2000101041121/Nach-hundert-Tagen-Bolsonaro-Ernuechterung-und-Angst-in-Brasilien

Quote
Carla M.

Wer hätte das gedacht.


Quote
sinister.sinner

Das hätte niemand ahnen können.


Quote
yoghurtinator (falsifizierter Unklarnamenposter)

... Der Dolferl war in Wahrheit ein Kommunist, dem es darum ging, das Ansehen der ehrlichen fleißigen tüchtigen anständigen Nationalsozialisten zu diskreditieren.


Quote
kberger

... und die deppen, die gegen die linken immer mit "aber venezuela! aber kuba!" wettern, mögen sich jetzt ein "aber bolsonaro! aber trump! aber orban!" anhören ...


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abcddcba

... Rechte Politiker sollen keine Heilsbringer sein? Alles Lügen! Linkslinkslinke Propaganda ist das!


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better than that

bitte.... das heißt linkslinksgrüngrünversifftversifft. ...


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Elektroman

... Was haben sie sich erwartet?
-) Dass jemand der im Wahlkampf diktaturen angepriesen hat plötzlich ein Vorzeigedemokrat wird?
-) Dass jemand der schon im Wahlkampf die Wirtschaft über alles gestellt hat plötzlich allen Armen helfen will?
-) Dass jemand der sich damit brüstet dass er derjenige ist, der alle (aus seiner Sicht) schlechten Menschen entweder unterdrückt oder umbringt, nicht genau das tut?

...


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yoghurtinator (falsifizierter Unklarnamenposter)

Dasselbe wie beim Brexit. Nach der Wahl kommen die Leut plötzlich drauf, Jössas, was haben wir da nur gewählt? ...


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small_is_beautiful

... Meine übliche Anmerkung unter einem Bolsonaro Artikel: Danke FDP und Friedrich-Naumann-Stiftung, möge eure Hilfe für Bolsonaro nie vergessen werden.

[ Timo Dorsch: Brasilien - Liberale Hilfe für Bolsonaro (11.10.2018) --- "Der frühere Fallschirmjäger polarisiert mit seinen Äußerungen die brasilianische Gesellschaft. In der ehemaligen Militärdiktatur präsentiert sich Bolsonaro als ein Verfechter der Folter, hetzt gegen marginalisierte und ausgeschlossene Bevölkerungsgruppen und sticht durch seine frauenfeindlichen und homophoben Ansichten hervor. Das entspricht nicht liberalen Ansichten. Verwunderlich ist daher die Arbeit der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS) vor Ort. Die der FDP nahe stehende Organisation unterstützt in Brasilien „zwei neue liberale Programmparteien“. Eine davon ist die des ultrarechten Politikers Bolsonaro; „in Kooperationsmaßnahmen, insb. zu Fertigkeiten-Trainings und strategischem Planen mit Blick auf die Wahlen 2018“ soll die PSL gestärkt werden, „um zu ihrer Konsolidierung beizutragen.“ So verkündet es die Homepage der Stiftung. Genauer gesagt: so war dort zu lesen. Seit Dienstag ist die Unterseite zu Brasilien, auf der über Projekte und Partner informiert wurde, nicht mehr abrufbar. Stattdessen prangt seit Mittwochnachmittag eine kurze Erklärung auf der Hauptseite. Dass das Brasilien-Büro Ende 2017 geschlossen, Bolsonaro nie unterstützt wurde und dessen Wahlsieg in der ersten Runde „ein Schlag ins Gesicht für alle Demokraten“ sei. Auf Nachfrage in der Berliner Presseabteilung der Stiftung wurde die Zusammenarbeit zuerst noch als „Gerücht“ betitelt. Dann, unter Verweis auf die oben genannten Textstellen, etwas drucksend formuliert, dass schlichtweg vergessen wurde, die Homepage zu aktualisieren. Eine redaktionelle Unachtsamkeit wie diese kann vorkommen. Zehn Monate sind aber ein langer Zeitraum. Dass die Zentrale jedoch sagte, das Büro sei vor einem halben Jahr geschlossen worden – und damit der eigenen Erklärung widerspricht –, macht etwas stutzig. Bolsonaro wird bereits seit einem Jahr als Favorit der PSL gehandelt. Es nicht das erste Mal, dass die Naumann-Stiftung problematische Partner und Projekte unterstützt. Als es in Honduras 2009 zu einem Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya kam, verteidigte der damalige Regionalvertreter der Stiftung, Christian Lüth, das Vorgehen – entgegen der damaligen Linie der Bundesregierung und den Vereinten Nationen. Neun Jahre später beschreibt man die Aussagen von Lüth als „unglücklich“. Er wurde von der Stelle irgendwann abgezogen. Heute ist Christian Lüth Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion. ..." Quelle: https://www.fr.de/politik/liberale-hilfe-bolsonaro-10970114.html]


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Ignaz gartengschirrl

das tatsächlich schlimme an der sache ist das anscheinend tatsächlich sehr viele leute geglaubt haben der typ wäre eine art "erlöser" der nur mit dem finger zu schnippen braucht und alle probleme wären gelöst. aber ja, als österreicher darf man sich dazu ja fast nicht äußern, von wegen wer im glashaus sitzt usw.


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Nicht der Eine

Viele Menschen sind zum Folgen geboren. Sie wollen nicht selber denken oder sich selber eine Meinung bilden. Deswegen sind Populisten so erfolgreich. Sie sprechen den Wähler direkt an. Dabei lügen sie zwar, was das Zeug hält, aber die verpacken es so, dass es für den einfachen Verstand leicht verdaulich ist. Viele sind damit zufrieden. Traurig aber wahr. Sie sehen einfach nicht, auf was sie sich einlassen.
Institutionen wie die Kirche, diverse Sekten, diverse Gesundheitsgurus u.d.G. wären sonst nie so reich und erfolgreich geworden.
Die meisten Menschen sind nicht böse. Die meisten Menschen sind einfach nur dumm und naiv. Leider. Weil es bequemer ist.


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bloody-nine

... soviel zu den ewigen beschwichtigungen und relaivierungen der immer gleichen hinsichtler und rücksichtler bei uns, dass man das halt "verstehen müsse", dass die menschen "die sich von der politik nicht mehr vertreten fühlen" mittlerweile so verzweifelt seien dass sie IRGENDWAS wählen würden, nur damit es endlich anders würde. und natürlich seien das alles keine rassisten oder faschisten, und als "dumm" dürfe man sie auch keinesfalls bezeichnen...


...


18
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[...] Sie sind weiß und schlank und von jugendlicher Schönheit. Das Heer an namenlosen Frauen, mit denen Bilddatenbanken für Werbung und Magazine befüllt sind, ist riesig. Nur an der Vielfalt mangelt es, irgendwie sehen hier alle gleich aus: Die Fotos, die Bildagenturen wie Getty oder iStock im Angebot haben, entsprechen den Idealbildern einer weißen, westlichen Mittelschicht.

...  Längst hat die Lifestyle-Industrie erkannt: "Authentizität" ist Gold wert, die Konsumentinnen haben genug von Photoshop-Inszenierungen (sonst wären auf Instagram Hashtags wie #nofilter nicht so erfolgreich). Sie wollen sich selbst wiederfinden in Werbekampagnen. Es gibt kaum eine Werbung, die derzeit auf Bilder von "authentischen" (meist gleichzusetzen mit "nicht wie weiße dünne Models aussehenden) Frauen verzichten kann. Das weiß kaum ein Unternehmen besser als der einstige Seifenhersteller Dove. Dank ausgeklügelter Kampagnen ist das Unternehmen, das zu dem niederländisch-britischen Konzern Unilever gehört, heute milliardenschwer.

Das dürfte auch erklären, warum sich die Plattform #ShowUs bislang auf Frauen konzentriert. Mit Bildern von alten, dicken, nichtweißen Männern lässt sich längst nicht so gut Geld verdienen.

...


Aus: "Schönheitsideale: Wieso Frauen jetzt "authentisch" aussehen sollen" Anne Feldkamp (11.4.2019)
Quelle: https://derstandard.at/2000101030886/Schoenheitsideale-Wieso-Frauen-jetzt-authentisch-aussehen-sollen

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"Zentrum für politische Schönheit: Linke-Abgeordneter stellt Strafanzeige gegen Geraer Staatsanwalt" (10. April 2019)
Staatsanwalt Martin Zschächner hatte gegen das Zentrum für politische Schönheit ermittelt, deshalb wird ihm nun Rechtsbeugung vorgeworfen. Andere Aufgaben hat er bereits. Wegen der Ermittlungen gegen die Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit (ZPS) hat der Linke-Abgeordnete Niema Movassat eine Strafanzeige wegen Rechtsbeugung gegen den Geraer Staatsanwalt Martin Zschächner gestellt. Zugleich legte Movassat laut dem Berliner Tagesspiegel auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Thüringen gegen den Juristen ein.
Movassat ist auch Obmann im Rechtsausschuss des Bundestages für seine Partei. Die Ermittlungen gegen die Künstlergruppe waren aufgrund des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung nach Paragraf 129 aufgenommen worden und sollen eingestellt werden.
Unlängst war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Gera bereits seit November 2017 gegen die ZPS-Künstler ermittelt. Nach Angaben des Justizministeriums in Thüringen soll der in Gera bislang in dem Verfahren ermittelnde Staatsanwalt innerhalb seiner Behörde vorläufig mit anderen Aufgaben betraut werden. Zudem soll Zschächner auch nicht mehr als Pressesprecher der Behörde tätig sein.
Zuvor hatten verschiedene Medien Zschächner einseitige Ermittlungen vorgeworfen. Nach Informationen von ZEIT ONLINE steht der Jurist der AfD nahe. Wegen des Verfahrens gegen das ZPS wurde Zschächner von verschiedenen Seiten politische Befangenheit vorgeworfen. Paragraf 129 wird bei Ermittlungen normalerweise herangezogen, um gefährliche Schwerkriminelle oder Terroristen zu verfolgen.
Die Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit hatte im November 2017 eine Nachbildung des Berliner Holocaustmahnmals in der Nachbarschaft des Wohnhauses des AfD-Landeschefs Björn Höcke im thüringischen Bornhagen aufgestellt. Die Nachbildung steht bis heute dort. Höcke gehört zum Rechts-außen-Flügel der AfD und ist auch gut bekannt mit einem führenden deutschen Neonazi. Höcke hatte das Berliner Holocaustmahnmal zuvor in einer Rede ein "Denkmal der Schande" genannt. Außerdem sprach der einstige Geschichtslehrer von einer "dämlichen Bewältigungspolitik" und forderte "eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad".
In der Anzeige Movassats heißt es laut dem Berliner Tagesspiegel, es liege nahe, dass Zschächners Ermittlungen im Kontext der Anti-Höcke-Protestaktion sich "in schwerwiegender Weise" insbesondere gegen Personen wendeten, "die sich zivilgesellschaftlich gegen Rechtsextremismus und für Toleranz  einsetzen".
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-04/zentrum-fuer-politische-schoenheit-niema-movassat-martin-zschaechner

Quote
Wombat23 #10

Schwer nachvollziehbar, warum es 1 1/2 Jahre braucht, bis es jemandem auffällt, dass da ein rechtsradikaler Staatsanwalt sein Amt mißbraucht.


Quote
bromfiets #18

Ich tippe auf unvermeidbaren Verbotsirrtum oder Einstellung des Verfahrens aus interessanten Gründen.



...

Ermittlungen gegen Künstlerkollektiv Staatsanwalt soll Geld an AfD gespendet haben (05.04.2019)
https://www.tagesspiegel.de/politik/ermittlungen-gegen-kuenstlerkollektiv-staatsanwalt-soll-geld-an-afd-gespendet-haben/24188796.html

""Wir nannten ihn nur den ,Jura-Nazi'" Ein Staatsanwalt aus Gera und seine Nähe zur AfD" Matthias Meisner (11.04.2019)
https://www.tagesspiegel.de/politik/wir-nannten-ihn-nur-den-jura-nazi-ein-staatsanwalt-aus-gera-und-seine-naehe-zur-afd/24202498.html




20
Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Slavoj Žižek ...
« on: April 10, 2019, 01:33:21 PM »
"Die Dämonisierung des Feminismus: Kommentar der anderen" Lea Susemichel (9. April 2019)
Der feministische Ärger über All-Male-Runden wie jüngst Žižek-Pfaller-Pilz hat nach Ansicht von "An.schläge"-Redakteurin Lea Susemichel nichts mit Denk- und Redeverboten für "alte weiße Männer" zu tun. Vielmehr gehe es um linke Zukunftsvisionen, die man bloß nicht jener Generation überlassen dürfe, erklärt sie im Gastkommentar. ... Ich hielt die Sache für einen Scherz: Slavoj Žižek, Robert Pfaller, Peter Pilz auf einem Haufen – das hat tatsächlich satirische Symbolkraft für Macho-Mansplaining. Aber so dreist, sich ausgerechnet gemeinsam auf ein Podium zu setzen und sich über alle feministische Kritik hinwegzusetzen, um über "sexuelle Umwälzungen" zu sprechen, seien sie dann ja wohl doch nicht. Aber ja, tatsächlich, sie waren es, sogar dreist genug, sich nach Empörung über diese eitle Ego-Show in letzter Minute mit Judith Ransmayr eine "Schutzpatronin" (Selbstbeschreibung) dazuzusetzen, die Medienberichten zufolge zwischen den männlichen Monologen jedoch nur mit einem einzigen kurzen Statement zu Wort kommen durfte und überdies mit dem falschen Namen angesprochen wurde. Meine Häme über so viel unfreiwillig zur Schau gestellte Macker-Kultur ist zugegebenermaßen groß, aber meine Fassungslosigkeit, dass sich dafür 2019 noch eine Bühne findet, ist größer. ...
https://derstandard.at/2000101045452/Die-Daemonisierung-des-Feminismus

#offenegesellschaft - Slavoj Žižek - talk europe #3 DISORDER UNDER HEAVEN (talk europe - Am 06.04.2019 veröffentlicht)
Robert Pfaller, Slavoj Žižek und Peter Pilz & Judith Ransmayr diskutieren
https://youtu.be/udqlXkBV6fQ






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