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Die Bandwacht des Deutschen Amateur-Radio-Clubs e. V. ist der deutsche Zweig des „International Amateur Radio Union Monitoring Systems“ (IARU-MS). Sie ist eine
Selbsthilfegruppe von Funkamateuren, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die exklusiven Amateurbänder auf Bandeindringlinge, also Nicht-Amateurstationen, zu beobachten. Die BNetzA Konstanz nimmt Kontakt mit der entsprechenden ausländischen Fernmeldebehörde über ihre Zentrale in Mainz auf. Das Ziel ist, Band
eindringlinge so rasch wie möglich wieder loszuwerden, da sie die Kommunikation auf den Amateurbändern stören.
http://www.iarums-r1.org/

2
Der Amateurfunkdienst (kurz: Amateurfunk; englisch amateur radio service oder umgangssprachlich ham radio) ist im Sinne der Internationalen Fernmeldeunion ein von Amateuren ausgeübter globaler nichtkommerzieller 2-Wege Funkdienst (englisch service)
https://de.wikipedia.org/wiki/Amateurfunkdienst

Amateur radio (also called ham radio) describes the use of radio frequency spectrum for purposes of non-commercial exchange of messages, wireless experimentation, self-training, private recreation, radiosport, contesting, and emergency communication.
https://en.wikipedia.org/wiki/Amateur_radio

Was ist Amateurfunk (Videobeitrag)
https://www.darc.de/der-club/distrikte/m/ortsverbaende/01/was-ist-amateurfunk/

Der Deutsche Amateur-Radio-Club e. V. (DARC) ist mit rund 38.000 Mitgliedern Deutschlands größter Amateurfunkverband. Ihm gehören etwa 50 % der deutschen Funkamateure an. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Amateur-Radio-Club

https://www.darc.de/home/

Willkommen auf der Homepage des Ortsverbandes Kiel, M06.
Der Ortsverband wurde 1930 gegründet und besteht seit 1947 als OV des DARC.
http://www.darc-m06.de/

Den FUNKAMATEUR gibt es, die Vorgänger einbezogen, seit 1952. Auf dem DDR-Markt war er die einzige Zeitschrift, die sich mit den Hobbys Amateurfunk, Elektronik und Computer beschäftigte. Die Auflage erreichte Ende der 80er etwa 120 000 Exemplare. Sie wurde über Jahrzehnte von Karl-Heinz Schubert, DM2AXE, geleitet, der sein Amt wegen einer schweren Erkrankung im Januar 1990 aufgeben musste. Gegenwärtig umfasst jedes Heft zwischen 100 und 132 Seiten. ...
http://www.funkamateur.de/



3
Hans-Christof Kraus (* 3. November 1958 in Göttingen) ist ein deutscher Historiker.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Christof_Kraus

Quote
[...] [24.07.2012] ... Man kann nur staunen über das Ausmaß an fast schon sträflicher Naivität oder auch nur schlichter Ignoranz, das viele Beurteiler der Syrien-Krise an den Tag legen, vor allem, wenn es darum geht, die Hintergründe für das zähe Tauziehen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zwischen Amerika und den westlichen Mächten einerseits, Russland und China andererseits aufzuhellen. Folgt man der Darstellung des Konflikts in weiten Teilen der westlichen Welt, dann scheint es sich lediglich um die Frage zu handeln, ob es gelingt, die syrische Bevölkerung von einem blutigen Diktator zu befreien. ... Dabei geht es um vollkommen andere Probleme. Die Konfliktlinien verlaufen dort, wo sie von fast allen deutschen Beobachtern nicht einmal mehr wahrgenommen werden, und zwar vor allem deshalb, weil man in unserem Land verlernt hat, in weltpolitischen und geostrategischen Kategorien zu denken. Ob die Syrer, in weltpolitischer Sicht gesehen, derzeit oder künftig von einem Diktator aus dem Hause Assad, von einer demokratischen oder sich als demokratisch inszenierenden Regierung oder auch von einem radikal muslimischen Regime regiert werden, ist aus der Perspektive geostrategischer Erwägungen zuerst einmal gleichgültig. ...

Der aktuelle Konflikt um ein Eingreifen oder Nicht-Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg ist deshalb so brisant, weil sich in dieser Frage der Gegensatz zwischen zwei radikal unterschiedlichen geostrategischen und weltpolitischen Konzeptionen manifestiert. Den Amerikanern und der westlichen Seite geht es nicht oder nicht vorrangig darum, der bedauernswerten syrischen Bevölkerung zu helfen, sondern um Einflussnahme auf die Neugestaltung des Landes nach einem voraussichtlichen Sturz des derzeitigen Regimes, obwohl man mit diesem bisher stets gut zusammenarbeiten konnte. Mehrere, seit längerem geplante, für den Westen wichtige Öl- und Gaspipelines stehen auf dem Spiel, die Saudi-Arabien und Qatar mit dem östlichen Mittelmeerraum und der Türkei verbinden und deshalb partiell durch syrisches Gebiet führen sollen.

Russen und Chinesen nehmen die gegenteilige Perspektive ein. Die russische Militärbasis am Mittelmeer, im syrischen Hafen Tartus gelegen, steht ebenfalls auf dem Spiel - wie die allgemeine machtpolitische Stellung Moskaus und Pekings im nahöstlich-vorderasiatischen Raum. Der Blick auf einen möglichen militärischen Konflikt zwischen Israel und Iran macht es für die beiden größten Mächte Asiens unabdingbar, hier präsent zu sein.

Noch ist nicht vorauszusehen, welche von beiden Seiten sich durchsetzen wird, denn auch die Amerikaner haben schon häufiger UN-Resolutionen missachtet, wenn ihnen dies zur Förderung ihrer eigenen Interessen notwendig erschien. Den unerklärten Krieg gegen den Irak, der zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein führte, haben Moskau und Peking höchst widerwillig hinnehmen müssen - am Ende nur deshalb, weil sie es nicht wagen konnten, der zeitweilig einzigen hochgerüsteten Weltmacht entschiedener entgegenzutreten. Heute hat sich das Blatt gewendet: Aufgrund schwerer hausgemachter wirtschaftlicher Probleme, die mit einem weit überdehnten außen- und militärpolitischen Engagement zusammenhängen, befinden sich die Vereinigten Staaten in einer deutlich geschwächten Position. Ihr militärisches Eingreifen in Syrien erscheint schon aus diesem Grund als kaum wahrscheinlich.

... Insofern kann man am Ausmaß, am Verlauf und an den, wie abzusehen ist, schon bald eintretenden Folgen des Syrien-Konflikts wie in einem Brennspiegel die gegenwärtige Verteilung weltpolitischer Machtpotentiale ablesen. Die Würfel sind noch nicht gefallen. Aber die geostrategischen Global Player halten sie bereits in der Hand.


Aus: "Und ihr denkt, es geht um einen Diktator" Hans-Christof Kraus (24.07.2012)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_1

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"Beeinflussung der US-Wahl 2016: Russen wegen Verschwörung angeklagt" (16.02.2018)
In die Affäre um eine mögliche Beeinflussung der US Präsidentschaftswahl 2016 kommt Bewegung: Eine Jury hat 13 Russen wegen Verschwörung angeklagt. Präsident Trump sieht sich dadurch entlastet. ... An der Operation waren den Angaben zufolge bereits seit 2014 "Hunderte" Menschen beteiligt, mit einem Budget von mehreren Millionen Dollar. Einige der Angeklagten hätten sich als Amerikaner ausgegeben und mit Personen kommuniziert, die mit der Kampagne des späteren Wahlsiegers Donald Trump in Verbindung gebracht würden. ... Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums wies die Vorwürfe zurück: Dass 13 Menschen trotz eines Milliardenbudgets der Geheimdienste, Spionageabwehr und neuester Techologien die Wahl beeinflusst haben sollen, sei absurd, schrieb sie auf Facebook. ...  Der frühere FBI-Chef Mueller geht dem Verdacht nach, dass es während des Präsidentenwahlkampfs geheime Absprachen zwischen Russland und Trumps Team gegeben haben soll. Bisher wurden in der Affäre vier Personen beschuldigt, darunter Trumps früherer Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn sowie sein ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort.
Es steht auch der Vorwurf im Raum, dass Trump im Zusammenhang mit der Affäre die Justiz behindert haben soll. Trump hat eine Wahleinmischung seitens Russlands immer bestritten. Er bezeichnet Ermittlungen, die auch eine etwaige Zusammenarbeit seines Wahlkampfteams mit Moskau untersuchen, als Hexenjagd. Auch Moskau wies die Vorwürfe wiederholt zurück. ...
https://www.tagesschau.de/ausland/us-wahl-russland-111.html

Quote
Am 16. Februar 2018 um 21:07 von Hadbang
Mehrere Millionen USD .....

.. sind doch ein Witz, Mrs. V.Nuland hat immerhin bestätigt das die USA in der Ukraine über die Jahre an die 5000 Millionen locker gemacht hat. Die Ereignisse auf dem Maidan haben mit dem Geld dann aber sicher nichts zu tun? Wie könne wir nur so bigott sein? ach ja! :-) wir sind ja die Guten! Mit Hilfe der Nato mischen wir uns seit Jahren in die inneren Angeleigenheiten souveräner Staaten ein und hinterlassen Faild States am laufenden Band, daher kann ich den scheinbaren Aufschrei über angebliche Wahlmanipulationen die Trump zur Macht verholfen haben sollen, nur den Kopfschütteln. Es ist doch überall zusehen das die Menschen sich in der Hoffnung auf eine gerechtere Welt in die Hände rechter Rattenfänger begeben.


...

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"Conspiracy theories as maladaptive coping" tom stafford (December 23, 2017)
A review called ‘The Psychology of Conspiracy Theories‘ sets out a theory of why individuals end up believing Elvis is alive, NASA faked the moon landings or 9/11 was an inside job. Karen Douglas and colleagues suggest:
    Belief in conspiracy theories appears to be driven by motives that can be characterized as epistemic (understanding one’s environment), existential (being safe and in control of one’s environment), and social (maintaining a positive image of the self and the social group).
In their review they cover evidence showing that factors like uncertainty about the world, lack of control or social exclusion (factors affecting epistemic, existential and social motives respectively) are all associated with increased susceptibility to conspiracy theory beliefs.
But also they show, paradoxically, that exposure to conspiracy theories doesn’t salve these needs. People presented with pro-conspiracy theory information about vaccines or climate change felt a reduced sense of control and increased disillusion with politics and distrust of government. Douglas’ argument is that although individuals might find conspiracy theories attractive because they promise to make sense of the world, they actually increase uncertainty and decrease the chance people will take effective collective action. ...
https://mindhacks.com/2017/12/23/conspiracy-theories-as-maladaptive-coping/

https://kar.kent.ac.uk/61995/1/Douglas%20Sutton%20Cichocka%202017.pdf


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / InfoWar, PSYOP, Propaganda...
« on: February 19, 2018, 08:03:53 AM »
"Rechte Trollfabrik: Infokrieg mit allen Mitteln" (13.02.2018)
 Reconquista Germanica ist eine virtuelle Trollfabrik, die bereits im Wahlkampf die AfD unterstützte. Sich selbst bezeichnet RG als satirisches Projekt von Gamern. Tatsächlich koordinieren Rechtsradikale hier gezielte Online-Attacken.
Im "Nachrichtenzentrum" sammeln sie Presseberichte. In einer anderen Untergruppe produzieren sie täglich Dutzende von sogenannten Memes; manipulierte Fotos oder kurze Bildsequenzen, die über die sozialen Netzwerke ausgespielt werden, um Stimmung zu machen. Zumeist richten sich die Memes gegen Angela Merkel, Flüchtlinge oder etablierte Medien.
Über die Gruppe "Tagesbefehl" geben die Rangoberen Order, wann und wo die Mitglieder mit ihren möglichst vielen Fake-Profilen aktiv werden sollen. Dabei werden nicht nur Gegner attackiert, sondern auch gezielt Bewertungen manipuliert: So sollte in dieser Woche beispielsweise der neue Videoblog eines "Identitären" auf YouTube mit möglichst vielen positiven Rückmeldungen bewertet werden, um Relevanz und Zustimmung zu simulieren. Im "Unterstützungszentrum" wird zudem dazu aufgerufen, ein neues Video von Donald Trump zu verbreiten, um damit "Linke zu triggern".
...  Durch Fake-Accounts sollen die Gegner der Rechtsradikalen gedemütigt werden. Vor allem "junge Frauen, die direkt von der Uni kommen" seien "klassische Opfer", heißt es in dem Handbuch. Um inhaltliche Diskussion geht es den "Medienguerillas" nicht, sondern ausschließlich um die Wirkung:
    Du willst bei Diskussionen im Internet nicht Deinen Gegner überzeugen, das sind eh meist verbohrte Idioten. Es geht um das Publikum. Und es geht hier nicht darum wer Recht hat, sondern wer vom Publikum Recht erhält.
Sollte man an jemand geraten, der diskutieren könne und sich durch bestimmte Strategien nicht vorführen lasse, gebe es nur noch eins, schreiben die rechten Netzaktivisten:
    Beleidigen. Und da ziehe jedes Register. Lass nichts aus. Schwacher Punkt ist oftmals die Familie. Habe immer ein Repertoire an Beleidigungen, die Du auf den jeweiligen Gegner anpassen kannst.
Die Mitglieder von Reconquista Germanica setzen exakt das um, was in dem Handbuch als "memetische Kriegsführung" beschrieben wird: Fotos von politischen Gegner stehlen und manipulieren; möglichst viele gefälschte Profile pflegen - und Kampagnen mit Gleichgesinnten koordinieren.
 Doch die Strategie der rechten Medienaktivisten ist riskant: Sie wollen eine schlagkräftige Troll-Armee aufbauen - und müssen daher möglichst viele Mitstreiter rekrutieren, die auch untereinander oft anonym bleiben. Und so fließen Informationen aus dem Führungskreis der Recoquista Germanica regelmäßig nach außen.
Auf Twitter berichtete beispielsweise Alt-Right-Leaks über Interna und veröffentliche Mitschnitte von RG-Chats. In diesen Chats wurde beispielsweise empfohlen, in sozialen Netzwerken falsche Profile von angeblichen Flüchtlingen anzulegen, die behaupten sollten, in Syrien herrsche kein Krieg.
Zu dieser Strategie passen auch Twitter-Profile von angeblichen Deutsch-Juden, die im November 2017 zeitgleich auftauchten und zahlreiche Tweets von "Identitären" und AfD-Politikern teilten. Weitere mutmaßliche Fake-Profile, genannt Sockenpuppen, lassen sich auf Twitter im Umfeld der Aktivisten von Reconquista Germanica Dutzendfach finden.
 Zuletzt riefen die rechten Medienaktivisten dazu auf, die Diskussion über den ARD-Film "Aufbruch ins Ungewisse" in den sozialen Netzwerken massenhaft und gezielt zu beeinflussen.
In dem fiktiven Spielfilm wird das Szenario eines von rechtsextremen Diktaturen dominierten Europas entworfen, aus dem Dissidenten nach Afrika flüchten müssen. ...
http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/organisierte-trolle-101.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Reconquista_Germanica


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"Schnelles und langsames Denken – von Anekdoten und evidenzbasiertem Wissen"  Lars Jaeger (12. Januar 2017)
... Dass wir Menschen bei zeitlich korrelierenden Ereignissen schnell in kausalen Kategorien denken, mag unser evolutionäres Erbe sein. Wer das Rascheln von Blättern kausal mit einem Löwen in Verbindung brachte, anstatt mit dem (sehr viel wahrscheinlicheren) Wind, hatte mehr Chance, unser Vorfahr zu werden. Ein Fehlalarm kostete den Menschen nicht viel, ein Löwe jedoch meistens das Leben. Entsprechend verarbeiten wir Informationen heute. Doch oft genug liegen wir mit unseren schnellen, instinkt- und gefühlsgetriebenen Schlüssen falsch, wie uns der Nobelpreisträger Daniel Kahneman in seinem lesenswerten Werk „Schnelles Denken, langsames Denken“ eindrucksvoll darlegt. Gehen wir einer Sache auf den Grund und untersuchen sie in ihren Einzelheiten – Kahneman spricht hier von „langsamem Denken“ – so kommen wir oft zu ganz anderen Schlussfolgerungen. ...
https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/schnelles-und-langsames-denken-von-anekdoten-und-evidenzbasiertem-wissen/

Quote
    Martin Holzherr
    12. Januar 2017 @ 15:21

Schnelles Denken ist für den Alltag und das Individuum fast immer besser als langsames Denken. Wenn es ums Impfen geht bedeutet schnelles Denken: “Ich lass mich impfen, weil alles was ich darüber weiss für das Impfen spricht”. Langsames Denken in Bezug auf das Impfen könnte aber folgendes bedeuten: “Wer weiss ob Impfen nicht gefährlich ist? Ich informiere mich zuerst bevor ich mich impfen lasse”. Und dann liest der Betreffende all das was es im Internet über das Impfen gibt – unter anderem das, was Impfgegner geschrieben haben.

Die Art des langsamen Denkens, die zu empirisch gesichertem Wissen führt ist praktisch nie das Resultat des langsamen Denkens eines Individuums, sondern das Resultat des Denkens, Experimentierens, Kommunizierens einer ganzen Gemeinschaft von Forschern. Und ja, dieser Prozess ist langsam. Und dieser Prozess umfasst auch mehr als nur Denken, denn Forschen umfasst viel mehr als nur Denken.

Für mich sind der Glaube an Globuli oder die Impfgegnerschaft nicht das Resultat von voreiligen Schlüssen, sondern ich vermute dahinter die Bereitschaft von Anhängnern, sich Glaubenssystemen anzuschliessen und eine Gemeinschaft von Gläubigen zu bilden, die unbeirrt an etwas festhält, auch wenn vieles dagegen spricht. Säkulare Glaubenssysteme, die sich in Impfgegnerschaft oder den Glauben an die Homöopathie äussern, sind letztlich eng verwandt mit religiösen Glaubenssystemen. Auch bei religiösen Glaubenssystemen findet man die Abschottung gegen aussen und das Vertrauen vor allem oder allein in Brüder im Geiste, in Glaubensbrüder.


...

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"Wolfgang Ischinger: Leiter der Sicherheitskonferenz warnt vor Kriegsgefahr" (16. Februar 2018)
Die Kriegsgefahr sei lange nicht so hoch gewesen: Wolfgang Ischinger warnt vor gefährlichen Missverständnissen zwischen Großmächten.  ... Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat kurz vor Beginn des internationalen Spitzentreffens ein düsteres Bild von der aktuellen weltpolitischen Gefährdungslage gezeichnet. "Wir haben noch nie seit dem Ende der Sowjetunion eine so hohe Gefahr auch einer militärischen Konfrontation von Großmächten gehabt", sagte er im Deutschlandfunk. Insbesondere das Misstrauen zwischen den Militärführungen in Moskau und Washington sei abgrundtief. ...
http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-02/wolfgang-ischinger-macht-konstellationen-kriegsgefahr-muenchener-sicherheitskonferenz

University Professor of Political Science at the University of Innsbruck since October 1st, 2015. Specialization on International Relations and Security in the post-Soviet region.
http://www.gerhard-mangott.at/ | https://twitter.com/gerhard_mangott

"Die Lügen-Affäre ist ein herber Rückschlag für die niederländische Regierung" (14.2.2018)
Der niederländische Aussenminister ist wegen falscher Aussagen in Bezug auf Putin zurückgetreten. ...
https://www.nzz.ch/international/misstrauensvotum-gegen-niederlaendischen-regierungschef-ld.1357103


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Erweitertes Suchen (Suchmaschienen, Archive & Woerterbuecher) / Archive...
« on: February 15, 2018, 08:53:43 AM »
Oliver Bünte (06.02.2018): Das italienische Ministerium für Kultur und Tourismus hat im Vorfeld des Sanremo-Musikfestivals die Webseite Canzone Italiana gestartet, auf der nach eigenen Angaben rund 200.000 italienische Musiktitel der Jahre 1900 bis 2000 zum freien Streaming gelistet sind. Die Titel werden vom staatlichen Instituto Centrale Per I Beni Sonori Ed Audiovisivi (ICBSA) zur Verfügung gestellt, das audiovisuelle Titel als kulturelles Erbe archiviert und verwaltet. Die Webseite ist in acht Sprachen, darunter Deutsch, verfügbar und entstand in Kooperation mit dem Streaming-Dienst Spotify. | https://www.heise.de/newsticker/meldung/Italien-streamt-200-000-italienische-Songs-gratis-3961146.html

Canzone Italiana
http://www.canzoneitaliana.it/

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Music and Sound Art (Klang) / Musikgeschichte ...
« on: February 15, 2018, 08:53:07 AM »
Oliver Bünte (06.02.2018): Das italienische Ministerium für Kultur und Tourismus hat im Vorfeld des Sanremo-Musikfestivals die Webseite Canzone Italiana gestartet, auf der nach eigenen Angaben rund 200.000 italienische Musiktitel der Jahre 1900 bis 2000 zum freien Streaming gelistet sind. Die Titel werden vom staatlichen Instituto Centrale Per I Beni Sonori Ed Audiovisivi (ICBSA) zur Verfügung gestellt, das audiovisuelle Titel als kulturelles Erbe archiviert und verwaltet. Die Webseite ist in acht Sprachen, darunter Deutsch, verfügbar und entstand in Kooperation mit dem Streaming-Dienst Spotify. | https://www.heise.de/newsticker/meldung/Italien-streamt-200-000-italienische-Songs-gratis-3961146.html

Canzone Italiana
http://www.canzoneitaliana.it/


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: February 12, 2018, 01:49:52 PM »
Quote
[...] Sweden tried to drop Assange extradition in 2013, CPS emails show - UK prosecutors tried to dissuade Swedish counterparts from doing so, exchange shows

Swedish prosecutors attempted to drop extradition proceedings against Julian Assange as early as 2013, according to a confidential exchange of emails with the Crown Prosecution Service seen by the Guardian.

The sequence of messages also appears to challenge statements by the CPS that the case was not live at the time emails were deleted by prosecutors, according to supporters of the WikiLeaks founder.

Assange was first questioned over allegations of sexual assault and rape in Sweden, which he denies, in 2010. He travelled to the UK later that year and Swedish authorities began extradition proceedings against him.

He subsequently skipped bail and was granted asylum in the Ecuadorian embassy in London in 2012 in order to avoid extradition. It was not until last year that the Stockholm publicly announced they had dropped their European arrest warrant application for him.

Assange still faces arrest for breaching his former bail conditions in the UK if he leaves the embassy in Knightsbridge. He fears there is a secret US indictment against him relating to WikiLeaks’ disclosure of leaked classified US documents.

The newly-released emails show that the Swedish authorities were eager to give up the case four years before they formally abandoned proceedings in 2017 and that the CPS dissuaded them from doing so.

Some of the material has surfaced from an information tribunal challenge brought late last year by the Italian journalist Stefania Maurizi.

The CPS lawyer handling the case, who has since retired, commented on an article which suggested that Sweden could drop the case in August 2012. He wrote: “Don’t you dare get cold feet!!!”.

As the case dragged on, the Swedish director of public prosecutions, Marianne Ny, wrote to the CPS on 18 October 2013 explaining that she had few options left. “There is a demand in Swedish law for coercive measures to be proportionate,” she informed London.

“The time passing, the costs and how severe the crime is to be taken into account together with the intrusion or detriment to the suspect. Against this background, we have found us to be obliged to lift the detention order ... and to withdraw the European arrest warrant. If so this should be done in a couple of weeks. This would affect not only us but you too in a significant way.”

Not all the emails are preserved in the exchange, but three days later Ny emailed the CPS again to say: “I am sorry this came as a [bad] surprise... I hope I didn’t ruin your weekend.”

The CPS lawyer wrote back to Ny in December 2013, insisting: “I do not consider costs are a relevant factor in this matter.” This was at a time when the Metropolitan police had revealed that its security operation to prevent Assange escaping from the embassy had already cost £3.8m. “I do wonder occasionally if the police just make public comments because they think it will somehow progress a case,” he wrote.

“All we can do is wait and see [and perhaps be eternally grateful that neither of us have to share a room in the embassy with him over Christmas!].”

At the beginning of the legal battle over Assange in 2011, the CPS advised Swedish prosecutors not to interview him in Britain, but they eventually did.

The CPS lawyer also told Ny that year: “It is simply amazing how much work this case is generating. It sometimes seems like an industry. Please do not think this case is being dealt with as just another extradition.”

Assange’s supporters allege that the CPS has been inconsistent in declaring whether or not the case was live. In dismissing a personal data request by him in April 2013, the CPS wrote that they could not release anything “because of the live matters still pending”.

But when explaining the deletion of emails about the case in 2014, after the CPS official who had been corresponding with Ny retired, it was defended on the grounds that: “The case was, therefore, not live when the email account was deleted.” Little had changed over that period, Assange’s supporters maintain.

A CPS spokesperson said: “As there are legal proceedings still under way it would be inappropriate to comment.”

Westminster magistrates court is due to deliver judgment on Tuesday in response to arguments from Assange’s lawyers that continuing to enforce the arrest warrant is disproportionate after so many years.

The UK supreme court ruled last week in relation to a case about the Chagos Islands that diplomatic cables published by WikiLeaks are admissible as evidence in the dispute over creating a marine protection zone in the British territory.



From: "Sweden tried to drop Assange extradition in 2013, CPS emails show"  Owen Bowcott and Ewen MacAskill (Sun 11 Feb 2018)
Source: https://www.theguardian.com/media/2018/feb/11/sweden-tried-to-drop-assange-extradition-in-2013-cps-emails-show

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[...] Ist Hitler jetzt im Himmel? Worüber in Esoterik-Foren diskutiert wird BlogChristian Kreil12. Februar 2018, 11:00 49

Karma is a bitch. Und besonders unappetitlich wird es, wenn Esoteriker mit Karma – und was sie dafür halten – versuchen, die Geschichte zu erklären Die Option Karma hüllt alle Zeitläufe in den Nebel einer "Alles macht irgendwie Sinn-Notwendigkeit". Die Akteure dürfen durchatmen, die Rollen von Opfern und Tätern verschwimmen – zumeist zu Gunsten der Täter. Das hat bereits Heinrich Himmler erkannt. Er hat vom Holocaust als "karmische Notwendigkeit" schwadroniert, mit der die "schlechten Taten der Juden in früheren Epochen" bestraft würden. Da sind Himmlers SS und die Herren von der Wannsee-Konferenz doch gleich ein wenig aus dem Schneider.

Ein dreiviertel Jahrhundert später sucht der Moderator Basti im Diskussionsforum der Plattform "Jaii" eine Antwort auf die Frage, die uns allen unter den Nägeln brennt: "Kam Hitler in den Himmel ? (Diskussion zu Strafe, Karma, Hitler, Himmel…)". Und Basti ist um eine knackige Antwort nicht verlegen: "Hitler könnte gut und gern eine schon lange in höheren Ebenen wohnende Seele sein. Warum auch nicht. Der zweite Weltkrieg war eine Kollektiventscheidung. Es geschieht hier nichts ohne die Zustimmung der Mehrheit. Und Stimmenthaltungen gibt es nicht – auch eine unbewusst abgegeben Stimme ist eine Stimme."

Willkommen in der regenbogenfarbenen Welt der "open heart & open mind"-Community. Die deutsche Webseite "Jaii" steht für "Herzlichkeit gepaart mit einem wachen Geist" und ist "neugierig und experimentierfreudig. Nachdenklich und lebendig. Wild und lustvoll. Präsent und achtsam. Tolerant und weltoffen." Und, wir fügen hinzu: "Jaii" hat ein Gespür für charmante Vergangenheitsdiskurse und lehrt uns ein nettes Buzzword: "Kollektiventscheidung". Hier halten wir kurz inne und verlassen die fröhliche Welt der Karma-Bobos von der "Jaii"-Community und rufen uns weniger runde Bilder von einer "Kollektiventscheidung" in Erinnerung, die sich einfach aufdrängen beim Thema: Bilder von Kindern, die in einem Zug nach Auschwitz zusammengepfercht sind, zum Beispiel. Bilder von den ausgemergelten Überlebenden, zum Beispiel. Menschen an der berüchtigten Rampe, zum Beispiel. Und wir ahnen: diese Menschen waren nicht im großen Karma-Plenum, als die "Kollektiventscheidung" für einen Völkermord getroffen wurde.

Und dann lesen wir nochmal bei unserem Karma-Basti nach, der nicht locker lässt in Sachen Kollektiventscheidung: "Nunja wie gesagt: Eine Kollektiventscheidung. Was bedeutet das? Irgendwer muss den Job machen. Und Holla die Waldfee, das ist kein leichter Job. Man muss schon richtig heftig drauf sein um sowas zu verzapfen. Tja und anscheinend hat sich eine Seele dafür angeboten." Irgendwie müssen wir Adolf Hitler dankbar sein. Der hat glatt "den Job gemacht" und "seine Seele angeboten" – und vermutlich hat der Gute unbedankt noch jede Menge mieser Karmapunkte gesammelt.

Nicht nur die bunte "Jaii"-Community arbeitet sich an Hitlers Opferbereitschaft ab. Der amerikanische Guru und Bestsellerautor Neal Donald Walsch versorgt uns mit versöhnlichen Zeitgeschichte-Weisheiten. In seinen Büchern führt Walsch "Gespräche mit Gott" und lässt Buddha und Co heiter und unbefangen Karma-Pudding verteilen: "Also musst Du als Erstes verstehen, dass Hitler niemand schadete. In gewissem Sinne hat er nicht Leiden zugefügt, er hat es beendet. Buddha hat gesagt: Das Leben ist Leiden. Buddha hatte recht. Aber selbst wenn ich das akzeptiere, so wusste Hitler doch nicht, dass er im Grunde Gutes tat."

Der deutsche Autor Tom Hockemeyer aka Trutz Hardo erspart sich zeitraubende Gespräche mit Gott, er sitzt als "Deutschlands bekanntester Reinkarnationstherapeut" (Selbstdefinition) an der Quelle: In seinem 1996 erschienenen – und mittlerweile verbotenen – Buch mit dem sensibel gewählten Titel "Jedem das Seine" (sic!) – der Spruch, der einst über dem Haupttor des KZ Buchenwald stand – heißt es zur Causa Holocaust salopp: "Warum mussten so viele Menschen überhaupt vergast werden? Die meisten, die vergast wurden, musste durch diesen Gewalttod noch nicht ausgeglichenes Karma abtragen. Die hatten früher andere Menschen getötet (…) Doch bedenke, nicht er [Anmerkung: Hitler] hat den Juden das Schicksal der Gaskammern zuerteilt, sondern jene haben es sich selbst ausgesucht, denn nichts geschah gegen ihren Wunsch und ihren Willen. Hitler ist nur der Vollstrecker ihres Willens!"

Diese Äußerungen haben Hockemeyer eine Verurteilung wegen Verhetzung eingebracht, gegen den Vorwurf des Antisemitismus wehrt sich der Rückführungstherapheut mit dem Hinweis, zahlreiche "in Deutschland reinkarnierte Juden" in seiner Praxis sorgsam betreut zu haben. Und Hockemeyer scheut bei seinen Rückführungen keinen Gang: "Ich begleite diese Opfer sogar in die Gaskammern und veranschauliche, was für ein Grauen sie dort erleben mussten. Aber ich zeige auch auf, wie ihre Seelen sich aus den irdischen Körpern lösten und von den Seelen ihrer verstorbenen Verwandten und Freunde empfangen und umarmt wurden ..."

Mit der Reinkarnation findet alles sein Happy End. Ende der 90er-Jahre sorgte die Schriftstellerin Barbro Karlén für Aufsehen. Die Schwedin erklärte sich so nebenbei zur Reinkarnation des von den Nazis ermordeten Mädchens Anne Frank. Mitglieder aus der Familie von Anne Frank wurden in der Folge von dem Ansinnen Karléns zu einem "Familientreffen" im Diesseits belästigt. Karlén musste sich mit Einladungen zu Esoterikveranstaltungen mit dem geschmackvollen Titel "Reinkarnation und Holocaust" begnügen. Was wir nach diesem kleinen Rundgang durch die Welt von Karma und Reinkarnation noch immer nicht wissen: Ist Hitler jetzt im Himmel, oder dreht er von fernöstlichen Weisheiten inspiriert noch ein paar Karma-Runden auf dem Weg zur Erleuchtung? (Christian Kreil, 12.2.2018)

 Christian Kreil hat kein Sternzeichen, aber laut Numerologie bei Monica Belluci einen Stein im Brett. Er süßt Tee mit Globuli und liebt Einhornleberkäse. Kreil ist Texter und Ethnologe und traut Schamanen weder im Kongo noch im Mostviertel über den Weg. - derstandard.at/2000073810225/Ist-Hitler-jetzt-im-Himmel-Worueber-in-Esoterik-Foren-diskutiert

Links:

...

Quote
Eckmond, vor 11 Minuten

Im Himmel.

Aus der Hölle haben sie ihn rausgeschmissen.


Quote
Peter Hammer 06, vor einer Stunde

Warum gibt man hier solchen Schwachmatikern Raum?


Quote
WhenTheFirstShotHitTheDock, vor 24 Minuten

Es ist Fasching!


Quote
causa_bibendi, vor 2 Stunden
Abgesehen von den komplett abstrusen Ideen, werde ich nie verstehen wieso sich die Leute so viele Gedanken über das Jenseits machen.
Die ganze Idee hat für mich außerdem etwas sehr Eitles. "Wir sind so wichtig, wir können nicht einfach nur sterben."


Quote
Franz II, vor 2 Stunden

kommt bill cosby in den himmel?


Quote
9247, vor 38 Minuten

Nein, der ist doch schwarz ;)


Quote
pooltime, vor einer Stunde

Chuck Norris auch nicht. Der Himmel kommt zu ihm.


Quote
HolzPaul, vor 2 Stunden

UNFASSBAR!!!

Diese Menschen sind allesamt geisteskrank.
Vermutlich unheilbar, in Anbetracht dermaßen tiefer Irrationalität.
Meiner Meinung nach sehr gefährlich.


...


Aus: "Ist Hitler jetzt im Himmel? Worüber in Esoterik-Foren diskutiert wird" Christian Kreil (12. Februar 2018)
Quelle: https://derstandard.at/2000073810225/Ist-Hitler-jetzt-im-Himmel-Worueber-in-Esoterik-Foren-diskutiert


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Daniele Ganser...
« on: February 12, 2018, 12:02:37 PM »
Quote
Kommentare zu: "Rudolf Steiner: Verschwörungsmystiker wie der Basler Daniele Ganser kapern Rudolf-Steiner-Bewegung" von Christian Mensch (8.2.2018)


Blue, 02/2018
Wer die Frage stellt, ob es bei den Kriegen der USA allenfalls um Rohstoffe gehen könnte und nicht um das Verbreiten der Demokratie ist in den Augen der AZ also ein "Verschwörungsmystiker". Oder hat es allenfalls damit zu tun, dass Ganser sagt, man müsse die Inhalte der Massenmedien interpretieren und nicht einfach glauben? Fühlt man sich da auch bei der AZ angegriffen? Ich wünschte mir einen sachlichen Umgang der AZ mit Ganser.

Marcel M. Pfister @Blue
Sie dürfen sich wünschen, was Sie wollen, Mr/Mrs "Blue". Wir leben ja schliesslich in einem freien Land. Dasselbe gilt allerdings umgekehrt ebenso. Wer 2017 allen Ernstes noch meint, dass die USA (oder andere...) "Kriege wegen Rohstoffen" führt hat irgendwie die letzten 20 Jahre verschlafen.

SandyK Marcel M. Pfister
@M.Pfister, dann waren sie aber im Tiefschlaf!

Amrein Silke
@Marcel M. Pfister
Wegen was führen sie denn Krieg? Für den Weltfrieden etwa?

no23 Marcel @M. Pfister
Also sind Ihrer Ansicht nach all die Kriege im Iran, im Irak, in Lybien, in Syrien keine Kriege um Rohstoffe (Öl, Gas, Pipelines...)? Überall da waren die USA und andere Westliche Länder drin verwickelt. Worum geht es diesen Ländern denn sonst noch? Um Verbreitung von Demokratie? um Förderung von Menschenrechte? Das wäre ja zu schön.

Martina Engstl @Marcel M. Pfister
Ein Zitat von Egon Bahr (deutscher SPD Politiker): "In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt."...

fifi Marcel @M. Pfister
Ich halte Ganser und Konsorten für durchgeknallte Spinner, aber was die USA hinterlassen haben in den Kriegsgebieten, hat mit "Demokratie" nun tatsächlich nichts zu tun. Da darf man sich durchaus die Frage stellen, was sie wirklich beabsichtigt haben.

Bernhard Spirkl
Ja, die katholische Kirche hat das wirklich vorbildlich gelöst, Herr Mensch: "Anders als die Katholische Kirche, die Abweichler in frühen Zeiten auf den Scheiterhaufen band und heute exkommuniziert, ist die Steiner-Bewegung ungeschützt gegen Unterwanderung: Eine verbindliche Lehre gibt es so wenig wie eine «Lehrgewalt» und/oder eine «Weisungsbefugnis»."
Verstehe ich das richtig, Herr Mensch, dass sich die Anthroposophen ein Beispiel an diesem klaren und unmissverständlichen Umgang mit Abweichlern nehmen sollten? Ein kleines aber feines Autodafé auf dem Goetheanum Hügel so ab und an, wäre natürlich ein guter Schutz gegen solche "Unterwanderungen". Sehr gut argumentiert! Weiter so! Ich beginne die Aargauerzeitung und ihren tiefsinnigen Humor wirklich langsam zu schätzen. Auch der Artikel: Die Ganser-Wahrheit: die Theorien des Basler Historikers im Fakten-Check zeigt, dass hier wahre Meister des Journalismus am Werk sind.

H.Chi
Ach (Christian) Mensch...Besuchen Sie doch zuerst einmal selbst einen Vortrag von Dr. Daniele Ganser, bevor sie irgend eine Meinung verbreiten, die sie gelesen haben. Dann wüssten sie es besser, nämlich, dass Ganser keine Thesen aufstellt, sondern kritische Fragen stellt und wenig beachtete Fakten in ein anderes Licht rückt. Ganser ist ein Historiker, das hat nichts mit Verschwörungsmystiker zu tun. Wenn sie persönlich etwas gegen Ganser haben, dann schreiben sie ihm doch persönlich einen Hassbrief. Aber belästigen sie bitte nicht die AZ-Leser mit ihrer persönlichen Meinung. Die interessiert niemanden.

Martin Hess @H.Chi
Doch hochi, mich interessiert die Meinung von Hrn. Mensch.

Dörflinger André
Mich auch. Mich interessieren alle kontroversen Meinungen!

up45
Ich habe noch selten einen derart unneutralen, undifferenzierten und dem Journalismus unwürdigen Artikel gelesen.

René Edward Knupfer
Dass sich die Anthroposophie im Dunstkreis der «braunen Esoterik» bewegt und eine offenkundige Affinität zu Verschwörungstheorien verschiedenster Art aufweist, wurde bereits durch ihren Begründer Rudolf Steiner so angelegt. ...

F.Flubacher
Der Artikel ist gut recherchiert und absolut unpolemisch. Eigenartig,dass dies als "Hasstiraden" bezeichnet wird. Steiner selbst schrieb ja so tolle Sachen wie, «Die weisse Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse» ( GA, Bd. 349, S. 52) oder "Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte" (GA 32). Die diesem Kontext ist zu verstehen, warum aus antroposophischer Sicht die "Achse des Bösen" USA-Israel heissen muss. Gerne wird die Antroposophie als idealistische Bewegung dargestellt. Gerade in Basel hat sie aber auch eine realpolitische Komponente, welche weit in die Verwaltung hineinreichen. Es ist ein Netzwerk, welches nicht zu unterschätzen ist und über dessen politische Agenda nur spekuliert werden kann. Die Nähe zu Kreisen, welche Terroranschläge als "Fake" abtun, lässt erahnen, in welch trüben Gewässer die Steiner-Bewegung inzwischen herumdümpelt.

Amrein Silke F.Flubacher
Es gibt bei den Anthroposophen schon viel Verschrobenes, aber Verschroben sind auch all unsere Religionen... so etwas wie die jungfräuliche Geburt, all die Engelserscheinungen mit ihren Aufträgen, der Teufel als Sündenbock für alle menschlichen Unzulänglichkeiten sollten für Menschen des 21. Jahrh. auch nichts mehr als Verschrobenheiten sein. Aber scheinbar will man angelogen sein oder auch sich gerne selbst belügen. Wenn wir so etwas dulden, dann bitte auch die Anthroposophen und den Ganser.

Donat Kamber
Lieber Herr Christian Mensch, die Schlagzeile über ihrem Artikel hätte richtigerweise lauten müssen „Journalist Christian Mensch kapert Basellandschaftliche Zeitung für seine beeindruckenden und fantasievollen Verschwörungstheorien“

Patrick Mayer
Der diffamierende Ton in Ihrem Text Herr Mensch ist selbst entlarvent. ...

Martin Hess
... Für meinen Geschmack schlägt da der Autor etwas blind um sich. Eine einseitige Veranstaltung mit sogenannten Verschwörungsmystikern ist aber wirklich eine reine Zeitverschwendung und erinnert mich an eine Sekten-Zeltmission. Verschwörungstheorien sind Thesen, die es mit kriminalistischen und wissenschaftlichen Methoden zu belegen gilt. Ebenso müssen die Gegenthesen geprüft werden. ...

Jay
Was für ein unglaublicher Hetzartikel. Seriöser Journalismus ist etwas anderes. Die Verschwörungsmystiker ist hier wohl eher die AZ Medien.
Ganser stellt unbequeme Fragen und wer sich seine Aussagen mal genau anhört entdeckt viele wichtige Fragen sich die sonst niemand stellen wagt.
Ich empfinde es als Faustschlag ins Gesicht des Journalismus, wenn "seriöse" Medien derart diffamierend gegen eine Person vorgehen. Und alles andere als seriös...

Thomas Binder
Wir müssen endlich aufhören, Gläubige der mit Abstand durchgeknalltesten aller mir bisher bekannten (Ermittlungs)hypothesen aka Verschwörungstheorien, "20 Alkohol trinkende und Cocain sniffende Moslems, einer davon an der Dialyse, überwanden mit Teppichmessern die gesamten USA und die Naturgesetze", noch für für voll zu nehmen. In einem einzigen Abschnitt wie diesem ist sie schon erledigt:
Die drei "Ereignisse", weit gehend symmetrischer Totalkollaps im weit gehend freien Fall weit gehend exakt in ihre Fundamente, inklusive sicht- und hörbarer Explosionen und partieller Pulverisierung, WTC1, 2 und 7 am 11.09.2001 in Manhattan setzen das "Versagen" jeweils mindestens hunderter, eher tausender Stahlträger an exakt definierten Stellen zu exakt definierten Zeitpunkten in perfekter zeitlicher und räumlicher Koordination voraus. Eine derartige perfekte Ordnung hunderter, eher tausender voneinander unabhängiger Ereignisse in Raum und Zeit gibt es im Universum, in dem es nur mit rechten Dingen zugeht und in welchem die Entropie ihrer Maximierung zustrebt, nicht. Sie kann nur durch Menschen induziert sein oder durch die Hand Gottes. Wir müssen uns für die eine oder für die andere Variante entscheiden. Ich entscheide mich dafür, dass diese unnatürliche Ordnung durch Menschen induziert sein musste. Die 20 Moslems können die drei kontrollierten Sprengungen aber nicht vorbereitet haben, weil sie hierfür wochen- bis monatelang völlig freien Zugang zu den drei Gebäuden hätten gehabt haben müssen, was sie nachweislich nicht hatten.
Es ist deshalb die Aufgabe von Ermittlern aka Verschwörungstheoretikern, die wirklichen Verschwörer zu entlarven.
Wer die Durchführung einer unabhängigen Untersuchung aktiv behindert, macht sich strafbar wegen Beihilfe zur Vertuschung von Massenmord.

ice401sbb
Wer schon Vorträge von Ganser auf YouTube gesehen hat weiss, das sie immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Ich habe mir zweimal angetan, den letzten Video-Vortrag zum Syrien-Konflikt auf Youtube anzuschauen, einzelne Abschnitte mehrmals. Das können sich nur Leute antun, die ebenfalls an Verschwörungstheorien glauben und hier ihre Meinung bestätigt bekommen wollen. Dieser Vortrag dient nicht zur Wahrheitsfindung, das Drehbuch ist so verfasst, dass zuerst Andersdenkende/Medien diffamiert werden, dann wird das "Böse" mit aus dem Kontext gerissenen Auszügen aus Dokumenten, Artikeln, Interviews usw., als Beweise für seine Theorien, bezeichnet. Wobei er hier Fakten mit Mutmassungen und Fantasie fröhlich vermischt, garniert mit ein paar Sprüchen, wie es Sektenanhänger gerne hören! Interessant ist, das er im Vortrag auf einer Folie sowohl Erich Gysling wie auch Ulrich Tilgner erwähnt - die, denke ich, garantiert nicht seine Theorien bestätigen würden - ich habe selber einen Vortrag von Ulrich Tilgner zum Nahost-Konflikt gehört.
Am Schluss ist jedem klar, die Sonne kreist um die Erde und diese ist eine Scheibe und die Amerikaner und NATO sind daran schuld! Der Rest über NATO und die UNO, über die Ganser bei jeder Gelegenheit herzieht ist auf demselben Niveau wie Diskussionen über "Chemtrails" oder die Umweltverschmutzung durch die E-Mobilität bzw. Herstellung der Akku/Fahrzeuge.

Martin Bartonitz
Wer so einen unterirdischen Artikel abliefert, der vor Hetze nur so trieft, der kann entweder die Werke von Dr. Ganser nicht gelesen, seine Vorträge nicht angehört haben, oder dafür bezahlt werden, Kritiker einer scheinbar gesetzten Meinung zu dissen. Intelligent ist anders.

Giovanni Consiglio
Angezeigt wäre es, Kritik objektiv und nicht derart faktenfern zu üben. Bessere Autoren engagieren. Der Artikel ist derart tendenziös gestaltet und verrät in seiner Wortwahl und Vermischung und Aneinanderreihung von Platitüden und Halbwahrheiten die dahinter steckende Absicht wie es plumper kaum zu überbieten ist. Der Lebensfrust des Verfassers quillt plakativ aus jeder Zeile.

Waco Johnny Dean
Da die Journalisten der europäischen Massen-Medien unterrichtet werden, wie und was sie zu berichten haben, machen sie bei solcherart Rufmord-Kampagnen wie hier gegen Ganser stets freudig mit. Jeder, der die Wahrheit sucht, ist mittlerweile ein Verschwörungstheoretiker oder, wenn die Person besonders missliebige Positionen vertritt, ein Wutbürger oder Rechtspopulist (das Fertigmachen mit der Moralkeule ist bestens eingeübt und funktioniert noch wunderprächtig). Die Erwähnung von Begriffen wie Atlantik-Brücke oder Bilderberger macht mich jetzt sicher auch zum Verschwörungsmystiker. Die Leute sollten sich aber wirklich langsam fragen, welche Agenda hier auf diesem Planeten eigentlich durchgezogen wird, denn dieser ganze Wahnwitz müsste eigentlich auch sich noch im Tiefschlaf befindliche Mitbürger langsam aufwachen lassen. Nein, rational lassen sich all diese Vorgänge nicht mehr erklären, auch wenn es hier einige Leute wieder versuchen.

T-Bone
Peinlicher Artikel.

L. Rykart
Wird wie immer ablaufen: Ganser wird suggerieren, die USA und die Nato seien an jedem noch so unbedeutendem Unglück der letzten hundert Jahre schuld und wird wie stets dazu aufrufen, solch hochseriöse alternative Propagandamedien wie RT, Sputnik oder NuoViso zu konsumieren. Jebsen wird gewohnt cholerisch auf alles und jeden eine Schimpftirade loslassen und für die obligate Prise Antisemitismus und noch dämlichere Verschwörungstheorien (als die ohnehin schon fix im Programm stehenden) wird Davidsson besorgt sein. Business as usual also.

Thomas Binder
Immer wenn wir über etwas nachdenken, reden oder schreiben, müssen wir uns zuallererst mit der derzeitigen Konnotation und mit dem derzeitigen Gebrauch der verwendeten Begriffe vertraut machen und diese bei Bedarf erklären. "Verschwörungstheoretiker" und "Verschwörungstheorie" sind Diffamierungs- und Kampfbegriffe gegenüber Aufgeklärten in der immer kritischer werdenden Bevölkerung.
Verschwörungstheoretiker: Von der CIA im Zuge der enormen Kritik an der "magic bullet" der Warren Commission 1967 reanimierter Diffamierungs- und Kampfbegriff, der von kriminellen Verschwörern, zwei oder mehr Menschen, die in geheimer Absprache Verbrechen begehen, und deren (un)bewussten Helfern als psychologische Operation systematisch eingesetzt wird zur Diffamierung der Untersuchungsbehörden ihrer Verbrechen und der mutigen Bürger, welche deren Untersuchung fordern, zwecks Verunmöglichung der Untersuchung ihrer Verbrechen und Vereitelung ihrer Verurteilung und Bestrafung.
Verschwörungstheorie: Von der CIA im Zuge der enormen Kritik an der "magic bullet" der Warren Commission 1967 reanimierter Diffamierungs- und Kampfbegriff, der von kriminellen Verschwörern, zwei oder mehr Menschen, die in geheimer Absprache Verbrechen begehen, und deren (un)bewussten Helfern als psychologische Operation systematisch eingesetzt wird zur Diffamierung der von den Untersuchungsbehörden ihrer Verbrechen und den mutigen Bürgern, welche deren Untersuchung fordern (Verschwörungsthoretikern), aufgestellten Ermittlungshypothesen zwecks Verunmöglichung der Untersuchung ihrer Verbrechen und Vereitelung ihrer Verurteilung und Bestrafung.
Wenn wir nicht frühzeitig Ignoranz als ignorant, Intoleranz als intolerant, Respektlosigkeit als respektlos, Unanständigkeit als unanständig, Rassismus als rassistisch, Narzissmus als narzisstisch, Psychopathie als psychopathisch und Faschistoides als faschistoid benennen, werden wir nicht mehr dazu kommen, Faschisten im Mantel dieser Ideologie oder jener Religion als Faschisten zu bezeichnen.
"Verschwörungstheoretiker" sind bestenfalls geniale Ermittler, welche Ermittlungshypothesen aufstellen und diese der Reihe ihrer Wahrscheinlichkeit nach, in erster Linie aufgrund der Frage nach dem Motiv (cui bono?), abarbeiten bis die Täter einer unethischen oder kriminellen Verschwörung überführt sind, schlimmstenfalls ungefährliche Spinner.
Verschwörungsignoranten, - leugner und -praktiker sind bestenfalls verblendete Adepten unethischer oder krimineller Menschen, schlimmstenfalls die Drahtzieher von Diffamierungen einzelner Menschen, der Entmenschlichung ganzer Gruppen von Menschen oder von (Welt)kriegen.
Sobald wir, in erster Linie natürlich unsere Medien, letztere und deren PRopaganda frühzeitig entlarven, benennen und erklären, gibt es keine schweren Konflikte, keine Völkermorde und keine Kriege mehr. Setzen wir ihnen, für alle sichtbar, frühzeitig den "goldenen Aluhut" auf. Denken wir aber immer daran, dass wir auch deren Fäden folgen müssen, um die gefährlichsten Menschen überführen zu können, deren Puppenspieler, welche sich immer im unsichtbaren Hintergrund aufhalten und bisweilen lebenslang verwahrt gehören.
"During times of universal deceit, telling the truth becomes a revolutionary act.” (George Orwell)
In 1967, the CIA Created the Label "Conspiracy Theorists" ... to Attack Anyone Who Challenges the "Official" Narrative:
https://www.zerohedge.com/news/2015-02-23/1967-he-cia-created-phrase-conspiracy-theorists-and-ways-attack-anyone-who-challenge

 Andreas Kriesmer • vor 4 Tagen

Der Author dieses Artikels agitiert, bewertet und diffamiert in einer Art und Weise, die mit objektivem Journalismus nicht mehr das geringste zu tun hat. Wer so in den Schmutz zieht, ohne sich mit den eigentlichen Kernaussagen dieser Leute bzw. wirklichen Argumenten zu befassen, ist bestenfalls als Schmierfink zu betiteln. Ein gelernter Journalist mit auch nur etwas Berufsehre im Leib bringt sowas eigentlich nicht zustande, nicht mal unabsichtlich.
Hier in Auszügen ein paar Schlagworte in der Reihenfolge ihrer Verwendung im Artikel. Da bekommt man einen Eindruck von der mentalen Kapazität und Ausrichtung des Verfassers: Verschwörungsmystiker; Propagandisten einer Weltverschwörung; Aufmarsch; neurotische Esoteriker; Geschichtsrevisionisten; Holocaust-Leugner; Agitatoren, die vom Wirken dunkler Mächte schwadronieren; esoterische Sekte; Okkultismus; mystischen Ausführungen; wirres Gedankengut; Unterwanderung; gläubigen Publikum; rechten Kreisen; «Reichsbürgern»; Pegida- und AfD-Anhängern; Hauspost für die Wütenden; alternative Fakten; antisemitischer Äusserungen; agitatorischer Redner; ideologische Fundierung durch Steiners Lehren; offen Russland-freundlich; antiamerikanisch und antizionistisch...

Marcel M. Pfister
Scharlatane wie "Dr" Daniele Ganser oder dieser unsägliche Jürgen Todenhöfer sind so etwa das Peinlichste, was aus unserem nördlichen Nachbarland angibt, sich in der Geopolitik oder gar in der Nahostpolitik auszukennen. ... Ich kann gar nicht so stark schielen, wie ich die Augen rollen möchte.

Vonne Fitz
Bitte weniger Polemik. Es ist müßig über Propaganda der „ Verschwörungsmystiker“ zu lesen, wenn der Autor auf selbiges zurückgreift. Ich kann hier nur noch müde mit dem Kopf schütteln.

Marycri
Ich nenne diesen Artikel Verschwörung gegen Ganser und Jebsen. Jeder, der den beiden zuhört und die Fakten verfolgt und sich nicht nur über solch ein schmieriges Geschreibsel informiert, begreift das sofort. Was für ein billiger, wirklich jämmerlicher, deutlich auf Meinungsmache ausgerichteter Artikel!

André
Ich hoffe schwer, dass solche jurnalistische Ergebnisse irgendwann der Vergangenheit angehören. ...

Marcel
Mal zurück zu ihrem "Faktencheck", werte Aargauer Zeitung. Ihre "Recherche" zb. zu 11/9: Es wurden 4 Flugzeuge gekapert, 2 flogen ins WTC, eins ins Pentagon, eins stürzte ab...... Ist das tatsächlich investigativer Journalismus, ist das Analyse oder kann das schlicht weg? Warum veschweigt man wieder besseres Wissens und wie so oft, das AUFGRUND des unbestritten dort tatsächlich stattgefundenen Anschlages ein trittes WTC Gebäude eingestürzt ist, und das hierzu ca. 3000 Ingeneure, Statiker und Baufachexperten die offiziellen Untersuchungsergebnisse zu WTC7 anfechten. Man könnte dies ja in einem "Faktencheck" der auch seinem Namen gerecht wird, zumindest erwähnen, oder ist das einfach zuviel (an Courage) verlangt?

...



Kommentare zu: "Rudolf Steiner: Verschwörungsmystiker wie der Basler Daniele Ganser kapern Rudolf-Steiner-Bewegung" Christian Mensch (8.2.2018)
Quelle: https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/verschwoerungsmystiker-wie-daniele-ganser-kapern-rudolf-steiner-bewegung-132179380

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Daniele Ganser...
« on: February 12, 2018, 07:46:11 AM »
Quote
[...] Am Samstag, 3. März, kommt es zum grossen Schaulaufen. Im anthroposophischen Veranstaltungsort «Scala», einem ehemaligen Basler Kino in der Freien Strasse, treten mit Daniele Ganser, Ken Jebsen und Elias Davidsson gleich drei Redner aus der ersten Fraktion der deutschsprachigen Verschwörungsmystiker auf.

An der öffentlichen Tagung referieren sie über «Terror, Lüge und Wahrheit». Wer sich die geballte Einigkeit anhören will, dass die Welt von okkulten Mächten gesteuert werde und die grossen Terroranschläge der vergangenen Jahrzehnte Inszenierungen von Geheimdiensten gewesen seien, kann ein Ticket zu sechzig Franken erwerben.

Zahlen und Fakten: Die Steiner-Bewegung

Die Anthroposophie ist eine von Rudolf Steiner (1861–1925) gegründete esoterische Weltanschauung. Sie verbindet Elemente des deutschen Idealismus, christlicher und fernöstlicher Mystik mit naturwissenschaftlichem Wissen. Sie zählt nach eigenen Angaben 47 000 Mitglieder, die der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft angeschlossen sind, aber angeblich eine Million Sympathisanten weltweit.

In der Schweiz gibt es 36 Rudolf-Steiner-Schulen und 93 Vorschulangebote, die von 7100 Kindern besucht werden. 43 heilpädagogische Einrichtungen arbeiten nach Steiner-Regeln. 200 Arzt- und Zahnarztpraxen sowie drei Kliniken arbeiten auf anthroposophischen Grundlagen.

Mit Weleda verfügt die Bewegung über einen Pharma- und Kosmetikhersteller, der einen Umsatz von über 300 Millionen Franken erwirtschaftet. Alleine in der Schweiz arbeiten 244 Landwirtschaftsbetriebe nach den sogenannten Demeter-Richtlinien. Mit der GLS-Gemeinschaftsbank eröffneten die Anthroposophen 1974 ihre erste Bank. 1984 wurde die Freie Gemeinschaftsbank gegründet. Die Bilanzsumme aller Finanzinstitute beträgt zwei Milliarden Euro.

Das Zentrum liegt im solothurnischen Dornach, wo prominent das Goetheanum steht. Vor allem die Gemeinden Dornach und Arlesheim zählen eine grosse Zahl anthroposophischer Einwohner.

In Basel-Stadt ist die Bewegung vielfach präsent. Neben dem «Scala» betreibt sie das «Unternehmen Mitte», ein beliebter Treffpunkt im Herzen der Stadt. Es war das Zentrum der abgelehnten Volksinitiative für ein Grundeinkommen. Über die Stiftungen Edith Maryon und Habitat mischen die Anthroposophen aktiv in der städtischen Immobilienpolitik mit. Sie trugen die basel-städtische Bodeninitiative mit dem Ziel, den Boden der Spekulation zu entziehen. (cm)


Der Paracelsus-Zweig, eine Gruppierung, die der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft angeschlossen ist, vermietet nicht bloss die Lokalität, sondern tritt als Veranstalterin auf. Präsident Marcus Schneider sieht im Aufmarsch kein Problem. Er sagt: «Das ist doch interessant.» Er plädiere für ein «offenes Geistesleben». Die Einseitigkeit sei gerechtfertigt zur Einseitigkeit, die einem sonst durch die Medien «um die Ohren geschlagen» werde. Die Vorträge hätten eine «hygienische Funktion» und seien ganz im Sinn von Rudolf Steiner, da man versuche, «hinter die Kulissen» zu schauen.

Dass sich in der breiten Bewegung der Anthroposophen schon immer neurotische Esoteriker, Geschichtsrevisionisten (vor allem zum Ersten Weltkrieg) und selbst Holocaust-Leugner tummelten, ist bekannt. Doch in Zeiten von «Fake News» und von Verschwörungsszenarien, die über die sozialen Medien leichte Verbreitung finden, geraten die Steiner-Schüler zunehmend in den Einfluss von Agitatoren, die vom Wirken dunkler Mächte schwadronieren. Mit der Veranstaltung im «Scala» kommen die Konspiratisten der anthroposophischen Zentrale, dem Goetheanum in Dornach SO, nun sehr nahe.

Die Art, wie Rudolf Steiner seine esoterische Sekte begründete, macht sie angreifbar. Zum einen verbreitete Steiner selbst Okkultismus und bietet mit seinen mystischen Ausführungen zu einer «geistigen Welt» vielfältige Anknüpfungspunkte für wirres Gedankengut. Zum anderen verhindert sein Dogma – die Glaubensfreiheit des Individuums – jede Form eines institutionellen Korrektivs. Anders als die Katholische Kirche, die Abweichler in frühen Zeiten auf den Scheiterhaufen band und heute exkommuniziert, ist die Steiner-Bewegung ungeschützt gegen Unterwanderung: Eine verbindliche Lehre gibt es so wenig wie eine «Lehrgewalt» und/oder eine «Weisungsbefugnis». Die einzige Wahrheit liegt in Steiners Wort beziehungsweise in dessen unzähligen Schriften. Nach Abschluss der Monsteredition im Jahre 2025 umfasst dessen Werk vierhundert Bücher. Wer sucht, findet darin für jede Lebenslage die treffende Referenz.

Wortklärung: Kampf um Begriffe und Gegenbegriffe

Ganser und Konsorten lehnen es ab, als «Verschwörungstheoretiker» bezeichnet zu werden. Dies sei zu einem abwertenden Kampfbegriff gegen sie geworden. Darauf zu verzichten, macht durchaus Sinn, wenn auch aus anderen Gründen: Der Begriff «Verschwörungstheoretiker» würde beinhalten, ihre Szenarien beruhten auf einer wissenschaftlich fundierten Theorie. Treffender ist die Bezeichnung «Verschwörungsmystiker», da sich ihre Weisheiten letztlich in überweltlichen Geisteswelten findet.


Treibende Kraft der «Scala»-Veranstaltung ist der anthroposophische Verleger, Publizist und Vortragsredner Thomas Meyer. Mit der Zeitschrift «Der Europäer» und seiner «Perseus»-Buchreihe führte Meyer bisher selbst innerhalb der Steiner-Bewegung ein Nischendasein. Aufsehen erregte er, als er die Autorin Barbro Karlen promotete, die behauptet, eine Inkarnation von Anne Frank zu sein. Finanziert wird seine Tätigkeit von einem Förderverein, der auf der Liste der gemeinnützigen, also steuerbefreiten Organisation figuriert.

Unter Zutun des Paracelsus-Zweigs öffnet Meyer nun das Tor für Verschwörungsmystiker wie Ganser und Jebsen, die bisher in der Öffentlichkeit wenig mit der Steiner-Bewegung in Verbindung gebracht worden sind.

Das Duo füllt in Deutschland Säle mit einem gläubigen Publikum, das sich vornehmlich aus rechten Kreisen, «Reichsbürgern», Pegida- und AfD-Anhängern rekrutiert. Seriöse Medien geben ihnen immer weniger Plattform für das Ausbreiten ihrer Szenarien, was sie selbstredend als Teil dieser Verschwörung «entlarven». Sie sind zunehmend auf Publikationen wie das «Compact»-Magazin angewiesen, das von der «Zeit» spöttisch als «Hauspost für die Wütenden» bezeichnet wurde. Mit der anthroposophischen Bewegung öffnen sich Rednern wie Ganser, Jebsen oder Davidsson Kreise, die empfänglich sind für alternative Fakten.

Ganser, der zwölf Jahre lang die Basler Steiner-Schule besuchte, hatte zunächst eine seriöse wissenschaftliche Karriere eingeschlagen, bis er sich nach 9/11 zu einem führenden Vertreter der deutschsprachigen «Truther-Szene» entwickelte. An der Universität Basel verlor er den Lehrauftrag, nun arbeitet er als «Friedensforscher» seines eigenen «Swiss Institute for Peace and Energy Research» (SIPER). Ganser trat in Deutschland schon in verschiedenen Waldorfschulen auf, in denen Steinersche Pädagogik gelehrt wird. 2015 gab er der Zeitschrift «Das Goetheanum», einem Zentralorgan der Bewegung, ein langes Interview. Darin kokettiert er mit dem von Steiner besungenen «freien Willen». Als «neue Medienkompetenz» bezeichnet er in diesem Zusammenhang, dass man «nicht mehr passiv konsumiert, sondern aktiv auswählt und sich abgrenzt von dem, was einen nicht interessiert.» Was nicht unvernünftig klingt, ist gleichzeitig eine Blaupause, weshalb man die «Lügenpresse» nicht mehr beachten müsse und sich stattdessen «aktiv» für alternative Medien entscheiden könne.

Ein solches Alternativmedium bietet Jebsen, der seinen richtigen Namen nicht preisgibt. Jebsen, ebenfalls ein Steiner-Schüler, war bis 2011 Berliner Radiojournalist, verlor seine Stelle aufgrund antisemitischer Äusserungen, die er dann doch nicht so gesagt haben wollte. Seither ist er als agitatorischer Redner unterwegs und verbreitet unter dem Label «KenFM» Youtube-Clips. Ganser ist sein häufiger Gast.

Eine besondere Biografie zeichnet Elias Davidsson aus, ein in Palästina geborener, in Island lebender und in Basel ausgebildeter Pianist und Komponist. Er fiel vor zwanzig Jahren auf, als er unter dem Aktenzeichen S182.96/97 die Basler Regierung anzeigte. Er behauptete, sie mache sich der Rassendiskriminierung schuldig, indem sie zum 100. Jahrestag des Zionistenkongresses beitragen wolle. Denn der Zionismus sei eine rassistische Ideologie. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen «Fehlen eines subjektiven Tatbestands» ein. Davidsson legte Beschwerde ein, mit der er vor Gericht abblitzte.

Der Musiker, der während seiner Studienzeit an der Steiner-Schule den Eurythmieunterricht am Klavier begleitete, sieht nach 9/11 die Geheimdienste am Wirken, wenn sich ein neuer Terroranschlag ereignet. Seit einem Jahr hat er eine neue Mission: Der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt sei ein Fake, es sei nie ein Lastwagen in die Menschen gefahren.

Die Anthroposophen verstehen sich als geistige Bewegung. Treten sie den politischen Kampf an, wie mit der nationalen Initiative für ein Grundeinkommen oder auch der Basler Bodeninitiative, so unterlassen sie es, auf die ideologische Fundierung durch Steiners Lehren hinzuweisen. So, als hätte das eine mit dem anderen nichts zu tun. Die «politische Unschuld» ist mit ihren neuen Rednern schwer nicht zu vereinbaren. Deren Positionen sind offen Russland-freundlich, antiamerikanisch und antizionistisch.

Der grüne Politiker Gerold Häfner war dreimal gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages und bis 2014 Europaparlamentarier. Politisch setzte er sich für mehr Bürgerrechte ein, nun ist er Leiter der Sektion Sozialwissenschaften der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Das Einzige, was ihm auf Anfrage zur «Scala»-Veranstaltung einfällt, stammt aus dem rhetorischen Standardbaukasten: «Wir nehmen nicht urteilend Stellung zu Ankündigungen anderer Veranstalter.» Und: «Anthroposophie setzt sich für die Freiheit jedes einzelnen Menschen sowie für ein freies Geistes- und Kulturleben ein.» Dazu gehörten die Denk- und Redefreiheit sowie auch das Recht, Veranstaltungen durchzuführen.



Aus: "Rudolf Steiner: Verschwörungsmystiker wie der Basler Daniele Ganser kapern Rudolf-Steiner-Bewegung" Christian Mensch (8.2.2018)
Quelle: https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/verschwoerungsmystiker-wie-daniele-ganser-kapern-rudolf-steiner-bewegung-132179380

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Julian Assange / Wikileaks ...
« on: February 07, 2018, 11:02:16 AM »
Quote
[...] Die britische Justiz hat ihren Haftbefehl gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange aufrecht erhalten. Das entschied die zuständige Richterin am Westminster Magistrates Court am Dienstag in London. Das Gericht lehnte den Antrag der Anwälte von Assange ab, den Haftbefehl aufzuheben. Assange hält sich seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London auf und fürchtet, bei einem Verlassen des Gebäudes festgenommen und an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden....


Aus: "Haftbefehl gegen Assange besteht weiter" (06.02.2018)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/haftbefehl-gegen-wikileaks-gruender-assange-besteht-weiter-15435455.html

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Quote
[...] Dass sich Assange der Festnahme entzogen habe, sei ein eigenständiges Vergehen, begründete die Richterin ihre Entscheidung. Er muss dafür mit bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen. Doch viel mehr als das fürchtet Assange eine Auslieferung in die USA. ... Der linksgerichtete ecuadorianische Präsident Rafael Correa hatte Assange das Botschaftsasyl aus humanitären Gründen gewährt. Correas Nachfolger Lenín Moreno wollte den Zustand beenden und verschaffte Assange die Staatsbürgerschaft des südamerikanischen Landes. Der Versuch, Assange als ecuadorianischen Diplomaten zu akkreditieren, scheiterte am Widerstand der Briten. ...


Aus: "Haftbefehl gegen Assange in Großbritannien bleibt bestehen" (06.02.2018)
Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/international/wikileaks-gruender-haftbefehl-gegen-assange-in-grossbritannien-bleibt-bestehen/20934016.html

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Quote
[...] Nach ihrem Urteil kündigte Richterin Arbuthnot an, am 13. Februar über einen weiteren Antrag von Assanges Anwälten entscheiden zu wollen. Darin geht es um die Frage, ob die Aufrechterhaltung des Haftbefehls im öffentlichen Interesse ist.

Ecuador hatte Assange kürzlich eingebürgert. Einen Antrag Quitos auf einen Diplomatenstatus für den Wikileaks-Gründer lehnte Großbritannien jedoch ab. Als Diplomat hätte er beim Verlassen der Botschaft einer Festnahme entgehen können.

Auch nach der Bestätigung des Haftbefehls durch die britische Justiz will Ecuador Assange Schutz gewähren, "solange Gefahr für sein Leben besteht". Das teilte das Außenministerium des südamerikanischen Staates mit. Die Regierung unterhalte "die besten Beziehungen zu Großbritannien" und arbeite weiterhin auf "eine für beide Länder befriedigende Lösung" hin, hieß es in einer Stellungnahme. ...


Aus: "Großbritannien: Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange bleibt bestehen" (06.02.2018)
Quelle: http://www.dw.com/de/haftbefehl-gegen-wikileaks-gr%C3%BCnder-julian-assange-bleibt-bestehen/a-42469952

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Quote
[...] Es liegt eine Tragik über dem Leben von Wikileaks-Gründer Julian Assange. Gleichgültig was er macht: Der Whistleblower hat keine Aussicht mehr auf eine Rückkehr in ein normales Leben. Schuld daran sind die USA, deren Geheimdienste Assange mit ihrer Rache weltweit verfolgen. Der Geheimnis-Enthüller ist seiner Freiheit beraubt, obwohl er gar nicht im Gefängnis sitzt. Dieses Schicksal teilt Assange mit Edward Snowden, der im Moskauer Exil lebt und die Überwachungspraktiken des Geheimdienstes NSA enthüllt hat. Beiden Männern droht in den USA ein Prozess wegen Hochverrats bis hin zu lebenslanger Haft, manche sprechen gar von der Todesstrafe.

Auch wenn Assange und Snowden Gesetze verletzt und sich angreifbar gemacht haben, so haben sie doch der Welt große Verdienste geleistet. Mit Wikileaks hat Assange eine unerschöpfliche Fundgrube geschaffen, die Beweise für die schmutzige Kriegsführung der USA in Afghanistan und im Irak bewies und etwa auch die Geschäfte von Steueroasen ans Licht brachte. Was folgte, waren Vergewaltigungsvorwürfe zweier schwedischer Frauen, die möglicherweise bloßer Rufmord waren, denn die Ermittlungen sind inzwischen eingestellt. Seit fünfeinhalb Jahren lebt Assange nun schon auf der Flucht und sitzt in der Londoner Botschaft von Ecuador fest. Es ist ein Skandal, dass diese modernen Helden keine Möglichkeit auf ein normales Leben haben. ...


Aus: "Warum Julian Assange ein tragischer Held ist" Kommentar von Marion Trimborn (06.02.2018)
Quelle: https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/1016678/warum-julian-assange-ein-tragischer-held-ist

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     Graf Porno von Geilsberg, 07.02.2018 02:19

Haftbefehl wegen Nichterscheinens vor Gericht

Meines Wissens ist es auch in GB keine Straftat, sich der Strafverfolgung nicht zu stellen.
Kommt noch dazu, dass das Verfahren in der Sache bereits eingestellt wurde
Also eigentlich nur gegen die Auflagen des Gerichts verstoßen (zum festgelegten Termin nicht erschienen). Was für eine Strafe droht ihm dafür?

Mich wundert schon ein wenig, mit welchem Elan sich die britische Justiz hinter diesen Fall klemmt.

https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Aufhebung-abgelehnt-Haftbefehl-gegen-Julian-Assange-bleibt-bestehen/Haftbefehl-wegen-Nichterscheinens-vor-Gericht/posting-31814134/show/


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"Nomaden im Prüner Schlag" abutimon (Juni 24, 2017)
Im Mai dieses Jahres [2017] bekam der einsame Pächter von Parzelle 556 für einige Wochen Gesellschaft, und zwar in Gestalt der Wagengruppe „Prüner Schlagloch“, welche ein Areal ganz in der Nähe von Parzelle 556 besetzt hatte (etwa den ursprünglichen Parzellen 516-519 entsprechend). Allerdings hat der Eigentümer des Geländes nach wenigen Wochen die Wagengruppe wieder vertrieben, worauf sie auf den unbefestigten Parkstreifen entlang des Hasseldieksdammer Weges umzog; und auch dort wurde sie rasch vertrieben, diesmal durch das Kieler Ordnungsamt.
Es wird wohl niemand ernstlich geglaubt haben, daß diese kurzzeitige Besetzung an dem Schicksal der ehemaligen Kleingartenanlage etwas würde ändern können. Einigermaßen erstaunt bin ich aber doch über das Ausmaß der Aggressivität, die diese eher belanglose Episode bei einigen Lesern der „Kieler Nachrichten“ ausgelöst hat. So schreibt ein Leser namens „Limonade“ im Online-Forum, bei den Mitgliedern der Gruppe handele es sich um „Kriminelle“, deren Fahrzeuge man „beschlagnahmen und zerstören“ solle; und der Leser „Hauke Haien“ zürnt über die „Wanderchaoten, die (…) in der Regel von unseren Steuergeldern leben“.
Unsere Gesellschaft betrachtet bestimmte Konzepte als fundamental, so etwa die Seßhaftigkeit oder die Möglichkeit, Privatbesitz an Grund und Boden zu erwerben. Diese Konzepte werden nicht hinterfragt, obwohl sie bei anderen Völkern und zu anderen Zeiten keine Gültigkeit hatten, bzw. haben. In ihrer ursprünglichen Lebensweise waren wohl fast alle Menschen Nomaden, und das Land gehörte niemandem, bzw. allen. Manche wurden dann seßhaft, andere nicht. Aber die Seßhaften vermochten es, allmählich Raum und Zeit zu parzellieren und in Güter zu verwandeln, an denen man exklusives Eigentum erwerben kann, wenn man es geschickt anstellt. Das Hilfsmittel, mit dem man die Zeit anderer Menschen in Besitz nimmt, heißt übrigens „Geld“, ich werde gleich darauf zurückkommen. Als Folge wurde die nomadische Lebensweise zunehmend erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht, da die Nutzung von Raum und Zeit durch unzählige Regeln, Bedingungen und „alternativlose“ Sachzwänge immer weiter eingeschränkt wurde; aber die menschliche Kreativität findet bekanntlich immer Auswege.
Schwerwiegender aber ist, daß die Gesellschaft der Seßhaften schon bald begonnen hat, abweichende Lebensweisen als falsch, verkehrt, unanständig, … eben „kriminell“ zu verurteilen. Wer nicht nach unseren Regeln, Bedingungen und Sachzwängen lebt, drückt dadurch ja implizit aus, daß man auch anders leben könnte und daß unsere Lebensweise also vielleicht gar nicht die allein richtige und seligmachende wäre. So etwas wollen wir nicht hören und dulden. Und so haben wir unsere Lebensweise in Gesetze gegossen, durch die eine abweichende Lebensweise rasch zum Verbrechen, zum crimen, erklärt wird.
Und so ist es also, um beim Thema zu bleiben, verboten worden, sich irgendwo mit einem Bauwagen hinzustellen und darin zu wohnen, selbst wenn es keinen konkret stört. Ein Grenzfall stellen höchstens noch Wohnmobile auf Campingplätzen dar. Strenggenommen darf man auch in denen nicht dauerhaft wohnen, aber wer es doch tut, kann damit unter Umständen jahrelang durchkommen. Man bewegt sich ja sozusagen in einer „Grauzone“, schließlich zahlt man Geld für die Nutzung eines offiziell zugelassenen Campingplatzes. Und wer bezahlt, akzeptiert damit gewissermaßen die herrschende Wirtschafts- und Rechtsordnung.
Der KN-Leser „Limonade“ schreibt weiterhin, die Besetzer hätten „kein Recht auf einen Stellplatz (sie können einen mieten oder kaufen – Punkt!)“. Und auch „Hauke Haien“ macht sich Sorgen um „unsere Steuergelder“. Damit wird die Ursache dieser zuvor erwähnten Aggressivität erkennbar: Wir seßhaften Normalbürger müssen für alles und jedes bezahlen, und um dazu imstande zu sein, müssen wir womöglich einen Großteil unserer Lebenszeit für einen ungeliebten Job opfern – und dann sollen es alle anderen Menschen gefälligst genauso schlecht haben wie wir selbst. Dieses Bewertungsmotiv entspricht aus psychologischer Sicht also der Mißgunst, bzw. dem Neid, oder aus christlicher Sicht der „invidia“, einer der sieben Todsünden.
Neid und Mißgunst liegen natürlich dem Eigentümer des Geländes wie auch der Stadtverwaltung ganz fern, sie setzen nur geltendes Recht um; aber das wird Herrn oder Frau „Limonade“ nicht davor schützen, weiterhin Tag für Tag einen verhaßten Job verrichten zu müssen, und folglich wird er oder sie auch weiterhin übellaunig reagieren, wenn andere Menschen andere Lebensmodelle suchen und finden. ...
https://parzelle556.wordpress.com/2017/06/24/nomaden-im-pruener-schlag/

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"Aktivisten in Wellsee So kommt die Wagengruppe über den Winter" Niklas Wieczorek (06.02.2018)
Die „Wagengruppe Schlagloch“ hat seit August auf einer Grünfläche an der Edisonstraße in Wellsee Stellung bezogen – und ist trotz winterlicher Herausforderungen auch im Januar zufrieden und optimistisch. Beim Gespräch in einem der Wagen wird deutlich, worauf die derzeit neun Mitglieder hoffen.
Kiel. "Es ist natürlich nicht der innerstädtische Freiraum, den wir uns erhofft haben", sagt eine Bewohnerin. Für viele Dinge im Alltag sei der Standort "nicht praktikabel". Die meisten Wege erledige die Gruppe mit dem Fahrrad. Und jetzt im Winter seien einige Vorzüge der Freifläche nicht mehr so leicht nutzbar: Komposttoilette, Holzschuppen zum Trocknen oder eine Feuertonne werden noch gebraucht, aber das kuschelige Sofa verwaist und vereist. „Wir treffen uns eher in den Wagen“, sagt eine zweite Bewohnerin. Aber darinnen ist es dank Holzöfen mollig warm. Fernab anderer Bebauung sei das Heizen mit Holz kein Problem.
Seitdem sie im August nach Wellsee weiterzogen, gab es die Vereinbarung mit dem Büro des Oberbürgermeisters, weiterhin Ideen für einen künftigen Wagenplatz auszutauschen. Eine Diskrepanz zeigt sich hier: Vorschläge in zweistelliger Zahl habe man eingereicht, so die zweite Bewohnerin. Von der Stadt heißt es: "Von der Wagengruppe liegen uns aus 2017 ein und ab Mitte Januar vier weitere Flächenvorschläge vor." Die zuständigen Ämter der Stadt prüften diese Flächen und letztlich entscheide die Selbstverwaltung.
In Hauptausschuss und Ratsversammlung hatte zuletzt CDU-Fraktionschef Stefan Kruber im November kritisiert, dass lediglich eine einseitige Nutzungserlaubnis von der Stadt erteilt worden sei. Sein Einwand, es sei kein Pachtvertrag zustande gekommen, hat sich inzwischen allerdings überholt: "Wir haben gerade einen Mietvertrag unterschrieben", sagt eine Bewohnerin. Bis Mitte Mai gelte dieser, und bis dahin wollen Gruppe und Stadt eine neue Station gefunden haben.
Nach KN-Informationen zahlt die Wagengruppe, die kurz vor einer formell juristischen Vereinsgründung steht, monatlich einen niedrigen dreistelligen Betrag für die Fläche. Laut Stadt ist diese als Verkehrs- und Grünfläche im Flächennutzungsplan geführt. Sie könne langfristig zum A21-Bau als Anschlussstelle, Regenrückhaltung oder Ausgleichsfläche genutzt werden. Bis dahin muss die Wagengruppe längst weitergezogen sein.
http://www.kn-online.de/Kiel/Aktivisten-in-Kiel-Wellsee-So-kommt-die-Wagengruppe-ueber-den-Winter

Forum KN:
http://forum.kn-online.de/showthread.php?t=14313002

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Wagengruppe Schlagloch - für mehr freiräume in kiel
http://schlagloch.blogsport.eu/


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[...] Medien enthalten dem Publikum zentrale Informationen vor und stellen Zusammenhänge interessengeleitet einseitig verkürzt und damit falsch dar. Es gibt keine Öffentlichkeit mehr, dafür eine Vielzahl von Teilöffentlichkeiten. Das Publikum ist schwach organisiert. Den strukturellen Schieflagen im Mediensystem muss schleunigst entgegengewirkt werden. Das waren nur einige der Erkenntnisse, die die Teilnehmer der Konferenz „Krieg und Frieden in den Medien“ am vergangenen Wochenende diskutierten. Organisiert hatte die Veranstaltung, die in der CROSS Jugendkulturkirche Kassel stattfand, die Juristenvereinigung IALANA in Kooperation u.a. mit dem Zentrum Oekumene der Ev. Kirche Hessen und Nassau sowie der Ev. Kirche von Kurhessen und Waldeck. Die Veranstaltung, an der gut 350 Personen teilnahmen, stand unter der Frage: „Kann man ein Leitbild ‚Friedensjournalismus‘ für eine der Wahrheit verpflichtete und deeskalierende Berichterstattung etablieren?“

Die Gräben zwischen Vertretern großer Medien und ihren Kritikern sind offenbar tief. Das ist eine ernüchternde Beobachtung, die man am Wochenende in Kassel hat machen können. Sie ergab sich allerdings nicht daraus, dass es bei der hochkarätig besetzten Konferenz, an der auch der „Anstalts-Kabarettist“ Max Uthoff und die ehemalige ARD-Russland-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz teilnahmen, etwa zu wilden Wortgefechten zwischen „etablierten“ Journalisten und Kritikern an ihrer Berichterstattung gekommen wäre. Dazu konnte es nämlich gar nicht kommen. Denn: Laut Aussage der Veranstalter fanden sich trotz Einladung keine Vertreter großer etablierter Medien zu der Konferenz ein. [...]

Bei Lichte betrachtet dürfte das Interesse von so manchem Vertreter der Leitmedien an einer sachlichen Diskussion mit ihren Kritikern bei etwa null liegen. Zumindest liegt dieser Eindruck sehr nahe. Weder findet die Diskussion innerhalb der großen öffentlichen Diskursplätze der Polit-Talkshows statt, noch bisher, von wenigen Ausnahmen abgesehen, an einem anderen Ort. Der Grund liegt nahe und das hat die Veranstaltung in Kassel in aller Deutlichkeit gezeigt: Es geht bei der gegenwärtigen Medienkritik nicht um Lappalien. Es geht nicht darum, dass irgendein Journalist oder irgendein Medium hin und wieder irgendeinen Fehler macht. Die Medienkritik, die spätestens seit der Ukraine-Krise immer lauter geworden ist und auch auf der Kasseler Konferenz zu Wort kam, durchdringt die Oberflächen-Wahrnehmung von Journalismus und Mediensystem. Genauso die Medienkritik in Kassel: Sie bot weder Platz für ein allgemeines Journalisten-Bashing, noch ging es ihr um eine pauschale Verurteilung oder gar um eine Verteufelung von Medien. Zugleich scheuten Referenten und Tagungsteilnehmer aber auch nicht davor zurück, Missstände klar und präzise zu benennen, Ursachen in den Blick zu nehmen und, wie der aus Genf angereiste Korrespondent der taz, Andreas Zumach, provokante Vorschläge für Strukturveränderungen in den Medien zu präsentieren (Öffentlich-rechtliche Stiftungen für Zeitungen).

Da war etwa der Leipziger Journalismusforscher Uwe Krüger. Mit seiner 2013 publizierten Dissertation, die sich mit den Netzwerken von Alpha-Journalisten auseinandersetzt, hat Krüger für einigen Wirbel in der Medienwelt gesorgt. Teile seiner Arbeit hatte gar „Die Anstalt“ übernommen, um auf die Verflechtungen von Spitzenjournalisten mit Denkfabriken und Elitezirkeln im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik aufmerksam zu machen. Das Eingebundensein von Spitzenjournalisten in Elitezirkel, die etwa als Leitartikler die große Weltpolitik dem Leser interessengeleitet nahebringen, interessiert das Publikum, das wurde aus der Resonanz auf seine Arbeit deutlich.

Der Vortrag Krügers in Kassel war dem Thema gewidmet: „Woran man Propaganda erkennt.“ Krüger wollte, wie er zum Publikum sagte, „gleich mit der Tür ins Haus fallen“ und führte eingangs „die zehn Prinzipien der Kriegspropaganda [an], wie sie Lord Arthur Ponsonby, ein britischer Politiker, Schriftsteller und Friedensaktivist, während des Ersten Weltkriegs erkannte“:

 1   Wir wollen den Krieg nicht.
 2  Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.
 3  Der Führer des Gegners ist ein Teufel.
 4  Wir kämpfen für eine gute Sache.
 5  Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
 6  Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.
 7  Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
 8  Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
 9  Unsere Mission ist heilig.
10 Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

Ponsonbys Prinzipien zirkulieren seit geraumer Zeit im Internet – insbesondere auch im Zusammenhang mit den Spannungen, die es zwischen den Nato-Staaten und Russland gibt.

Krügers Absicht wird im weiteren Verlauf des Vortrags deutlich: Ihm geht es, ganz im Sinne der Frage, die die Veranstalter für die Tagung aufgeworfen haben, darum, dass Mediennutzer ihre Sinne schärfen. Dabei unterlässt er als Kommunikationswissenschaftler aber auch nicht den Blick zu den Journalisten selbst und weist auf ihre schwierigen Arbeitsbedingungen hin.

Krüger, der sein Volontariat bei der Leipziger Volkszeitung absolvierte, widmet sich beispielhaft einem sehr interessanten Beitrag von Ulrich Wickert aus einem 1976 publizierten Buch. Wickert, der ehemalige Moderator der ARD-Tagesthemen, der später als Testimonial  2005  für den Werbespot der neoliberalen „Du-bist-Deutschland-Kampagne“ Pate stand, beschrieb darin, so Krüger, „wie er als junger Redakteur des Politmagazins Monitor immer mal wieder für seine inhaltliche Hartnäckigkeit kritisiert wurde und wie sich dies auf seine journalistische Haltung allmählich auswirkte und darin niederschlug. 1976 habe er noch einmal das Manuskript seines Hörfunkfeatures zur Hand genommen, das er 1970 geschrieben hatte. Der Titel lautete: «Die bundesdeutsche Propagandamaschine», es ging um die Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung.“

Wickert:

    „Bei der Lektüre stellte ich mit Erschrecken fest, dass ich heute das Thema wahrscheinlich milder und unkritischer beschrieben hätte. Innerhalb von sechs Jahren also hatten kleine Vorkommnisse (…) meine Unbefangenheit beseitigt.» (Wickert 1976, S. 142)


Am Rande sei angemerkt: Die Ausführungen von Wickert untermauern den Verdacht, dass im Laufe der Zeit im journalistischen Feld ein Anpassungsprozess stattfindet. Dieser kann dazu führen, dass selbst kritische Journalisten oft genug solange geschliffen werden, bis von den „subversiven Momenten“ ihrer Kritik an Politik und Staat nicht mehr viel übrigbleibt.

Uwe Krüger verwies ferner auf das Propagandamodell des US-amerikanischen Sprachwissenschaftlers Noam Chomsky und des Ökonomen Edward Herman, die sich intensiv mit den Medien in ihrem Land auseinandergesetzt haben. „Ihre wichtigste These“, so Krüger, „lautet, dass die Medien nicht alle Opfer von staatlicher Repression und Gewalt gleichbehandeln, sondern zwischen wertvollen und wertlosen Opfern unterscheiden – je nachdem, ob die Gewalt von den USA, Kanada, anderen kapitalistischen Demokratien oder einem befreundeten Regime ausgeht oder aber von offiziellen Feindstaaten der USA.“

In den von Krüger präsentierten Zitaten Chomskys heißt es auch, dass sich bei Gräueltaten jener Länder, die mit den USA verbunden seien, in den Medien von den Journalisten ganz überwiegend eine länderspezifisch freundliche und damit einseitige Berichterstattung erwartet werde: „Wir erwarten unkritische Akzeptanz von bestimmten Prämissen, wenn es um uns und unsere Freunde geht – etwa, dass wir Frieden und Demokratie wollen, Terrorismus bekämpfen und die Wahrheit sagen – Prämissen, die bei Feindstaaten nicht angenommen werden.“

Mit anderen Worten also: Die Medien mögen bitte dabei mithelfen, die Schandtaten der eigenen Regierung und des Militärs zu verdecken, während sie bei Verbrechen der Feindstaaten die gesamte Klaviatur des kritischen Journalismus spielen dürfen.

„Spielen bei Kriegen auch PR-Agenturen eine Rolle, die also einen Krieg „promoten“, sprich: Propaganda für Regierungen betreiben?“ fragte der Politikwissenschaftler Jörg Becker. Provokant formulierte er den Titel seines Vortrages: „Wie die Public-Relations-Industrie mitregiert“ und legte somit zugleich nahe, dass PR-Agenturen einen großen Einfluss bei der Politikgestaltung haben können. Einige von ihnen seien zu „großmächtigen transnationalen Konzernen mutiert“; vier dieser „gigantischen PR-Verbundsysteme“ dominierten „die gesamte Welt der Werbung, der Public Relations, der Medien und des Consultings“ (die US-amerikanische Omnicom-Gruppe, die englische WWP-Gruppe, die französische Publicis-Gruppe und die US-amerikanische Interpublic-Gruppe). Mit einem Jahresumsatz von geschätzten 7 bis 20 Milliarden US-Dollar übersteige dieser gar den Staatshaushalt einzelner Länder.

Sieben von ihm recherchierte Beispielsfälle führt Becker an, in denen Staaten gezielt Werbeagenturen bei Kriegen um Unterstützung baten. Die so genannte „Brutkastenlüge“, die 1990 von der PR-Agentur Hill & Knowlton erfunden wurde, ist einer davon. Sie war dabei behilflich, ein emotionales und politisches Klima zu schaffen, das es den USA erlauben sollte, militärisch gegen den Irak vorzugehen und dafür vorab eine Mehrheit im UN-Sicherheitsrat zu gewinnen.

Becker resümiert, dass in Kriegen heute in weitem Maße „PR-Agenturen (und auch Medienanstalten) nicht nur Produzenten und Vermittler von Bildern und Texten“ seien, sondern auch „Kriegsakteure.“ Wie etwa ein etabliertes journalistisches Medium selbst zur Kriegspartei werden kann, illustrierte Becker an dem Beispiel des TV-Senders CNN. Dieser habe rechtzeitig vor „der Landung der US-Truppen an einem Strand in Somalia 1992 einen Vertrag mit dem Pentagon geschlossen“, so dass „die TV-Übertragung dieser Truppenlandung nur bei ihm und in der Prime Time stattfinden müsse, was dann vertragsgerecht auch geschah.“ Die Entwicklung in Sachen PR-Industrie vollziehe sich in einer Zeit, in der die bürgerliche Öffentlichkeit zunehmend zerfallen sei und nur noch Teilöffentlichkeiten vorhanden seien, so Becker.

Auch Albrecht Müller, Gründer und Herausgeber der NachDenkSeiten, widmete sich in seinem Vortrag (Anmerkung der Redaktion: Der komplette Vortrag von Albrecht Müller wird zeitnah auf den NachDenkSeiten veröffentlicht) dem Thema „Propaganda“. „Wie können wir uns gegen eine Manipulation unserer Einstellungen, Überzeugungen und Meinungen schützen?“, fragte er und wies auf häufig genutzte Methoden der Desinformation hin, die man erkennen, dokumentieren und kritisieren müsse: zum Beispiel Weglassen und Verschweigen wichtiger Tatsachen, unzulässige Simplifizierung und Verkürzung historischer Zusammenhänge und Entwicklungen, einseitige Instrumentalisierung des Leidens von Opfern mit dem Ziel einer trickreichen tendenziösen Beeinflussung der Gefühle der Leser und Zuschauer. „Manipulationen“, so Müller, sind vielfach „eher auf der Tagesordnung als ehrliche Aussagen.“ Es gehe darum, Manipulationen in den Medien zu erkennen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass hinter den Versuchen der Beeinflussung vielfach ausgeklügelte Kampagnen stünden.

[...] Man müsse deshalb als kritischer Zeitgenosse in diesem Zusammenhang die „imperialen und geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen des Westens sichtbar machen“. Dabei könne man erkennen, dass, wenn von einem Regime-Change die Rede sei, es längst nicht immer um Menschenrechte und Demokratie gehe. Einen kritischen Blick auf die Medien-Berichterstattung zu Russland warf auch Gabriele Krone-Schmalz, die ehemalige Russland-Korrespondentin der ARD. Sie wurde im Zuge der Ukraine-Krise dafür bekannt, dass sie die Berichterstattung deutscher Medien kritisierte und davor warnte, Russland als Feind darzustellen.

[...] Krone-Schmalz betonte, dass man von den Mediennutzern nicht erwarten könne, auf diese Unterscheidung von alleine zu kommen, aber von Journalisten müssten diese Zusammenhänge dargestellt werden. ...

Die als Referenten eingeladenen ehemaligen Mitarbeiter des Norddeutschen Rundfunks (NDR) Volker Bräutigam und Friedrich Klinkhammer legten den Fokus ihrer Tagungsbeiträge auf ein bekanntes deutsches Medium: die ARD-Tagesschau. Unter dem Titel „Können wir uns wehren? – Was nützen Programmbeschwerden, Durchsetzung von Gegendarstellungen, gerichtliche einstweilige Anordnungen pp“ trugen beide mit trockenem Humor ihre Kritik an dem Medium vor. Seit der Ukraine-Krise haben Bräutigam und Klinkhammer nach eigenen Angaben über 400 Programmbeschwerden wegen unzureichender Berichterstattung in der Tagesschau eingereicht. Nicht einer habe der NDR-Rundfunkrat stattgegeben. Eigentlich, so Bräutigam, obläge es dem Rat, dass er einer seiner wichtigsten Aufgaben, die ihm der Rundfunkstaatsvertrag zuschreibe, nachkomme, sprich: „die Einhaltung der Programmrichtlinien zu überwachen.“ Im Programm müsse umfassend informiert werden, die Berichterstattung habe sachlich und wahrheitsgemäß zu sein, die Völkerverständigung müsse gefördert werden und sie müsse die Bürger zum selbständigen Urteilen befähigen.

Für beide Referenten steht nach ihren Erfahrungen fest: „De facto… bedient der Rat…nur die Partikular-Interessen von CDU und SPD, mit allen schändlichen Konsequenzen fürs Programm.“ Die Mitglieder des Rates tagten hinter verschlossenen Türen. „Ihre Sitzungen und deren Ergebnisse lassen sie vom Management desselben Hauses organisieren und realisieren, dessen Produktqualität und Programmpolitik sie eigentlich überwachen sollten.“

Sichtlich schockiert war das Publikum, als Bräutigam am Beispiel einer mangelhaften Recherche darlegte, was die Motivation der beiden gefördert hat, so unermüdlich Programmbeschwerden an den Sender zu schicken.

Bräutigam, der 21 Jahre beim NDR angestellt war, las die folgenden Zeilen vor:

    „Nahe bei Aleppo griffen al-Qaida-Milizionäre einen palästinensischen Jungen auf. Er war zwölf Jahre alt. Die Männer ernannten ihn zum ‚Kindersoldaten Assads‘, fesselten ihn und warfen ihn auf einen Kleinlaster. Unter dem Gegröle der Kumpanei riss einer dem Kind den Kopf zurück und säbelte ihm den Hals durch. Das ging nicht glatt, es dauerte etwas. Den Kopf, nachdem der endlich abgeschnitten war, warf der Mann achtlos beiseite. Den Kopf eines zwölfjährigen Kindes.“

Nach dieser Schilderung fügte Bräutigam zum Publikum gewandt hinzu, um die Recherche-Defizite deutlich zu machen: „Sie werden es nicht glauben: Von solchen Leuten bezog Volker Schwenck, Chef des ARD-Büros in Kairo, regelmäßig das Material für seine ‚aktuellen‘ Berichte über die Kämpfe im 1000 Kilometer entfernten Aleppo.“ Und Bräutigam weiter: „Eigenrecherche in Aleppo, so hieß es verständnisheischend seitens der ARD, sei oft unmöglich, weil zu gefährlich. Das Fremdmaterial habe Schwenck jedoch immer äußerst sorgfältig geprüft. Ja freilich.“

„Uns wurde angst und bange“, das sagte der Polit-Satiriker Max Uthoff, der ebenfalls bei der Veranstaltung auftrat, im Hinblick auf die Berichterstattung zur Ukraine-Krise.

Der Anstalts-Kabarettist, der zusammen mit Claus von Wagner Monat für Monat ein Millionenpublikum an die Bildschirme lockt, sprach unter anderem mit den Moderatoren Daniela Dahn und Peter Becker darüber, wie er und von Wagner die Berichterstattung führender Leitmedien erlebt haben. Dies sei auch der Grund gewesen, dass sie in ihrer „Nummer“ das Verhalten der Leitmedien aus einem Schützengraben dargestellt hätten. Dies sei zu dem Zeitpunkt notwendig gewesen „und zwar in der Dramatik, auch in der Hektik, die sie vermittelt“, so Uthoff.

„Es sollte aussehen wie ein Kriegsfilm…, weil damals – das haben wir uns ja nicht ausgedacht, tatsächlich auch Der Spiegel, Die Zeit und andere unfassbar militaristisch zu Werke gegangen sind. Der Spiegel vor allem – die alte Landserpostille aus Hamburg – und auch Die Zeit, war da ganz vorne dabei…“ Fast müsse er der Springer-Presse Respekt zollen „vor der Phantasie und der Mühsal“, die Welt und Bild an den Tag legten, „um möglichst irgendwann dann doch mal einen Kriegsgrund gegen Putin zusammenzuzimmern.“

Uthoff zeigte aber auch Grund zur Freude auf, denn: Schon öfter sei es vorgekommen, dass Lehrer ihm und seinem Kabarett-Kollegen Claus von Wagner eröffnet hätten, sie zeigten komplette Folgen der Anstalt auch in ihren Klassenzimmern und diskutierten darüber mit ihren Schülern – „was uns freut wie Bolle, weil ich nicht glaube, dass wir subversiver wirken könnten als auf diese Art und Weise.“

Mit dem Begriff „subversiv“ lieferte Uthoff vielleicht auch ein gutes Stichwort, um zu erklären, warum die Kassler Medientagung der IALANA in der Berichterstattung augenscheinlich nicht vorgekommen ist. Eine Medienkritik, die, wie in der Veranstaltung gezeigt, mit Fachkenntnis in die Tiefe bohrt und auch nicht davor zurückscheut, herrschaftsnahe Wirklichkeitskonstruktionen in der Berichterstattung zu hinterfragen, verabscheut so mancher Alphajournalist. „Subversion“, hier verstanden als eine, im demokratischen Sinne, wahrlich kritische (und nicht pseudokritische) Hinterfragung von Politik und Gesellschaft: das scheint für so manches Medium nicht notwendig. Das zeigt die Berichterstattung zu oft. Dort herrscht der Tenor vor: „Uns“ geht es doch „gut“.


Aus: "IALANA-Medientagung: Fundierte Medienkritik und Medienvertreter auf Tauchstation" Marcus Klöckner (31. Januar 2018)
IALANA-Medientagung: Fundierte Medienkritik und Medienvertreter auf Tauchstation
Veröffentlicht in: Friedenspolitik, Medien und Medienanalyse, Medienkritik, Strategien der Meinungsmache, Veranstaltungshinweise / Veranstaltungen
http://www.nachdenkseiten.de/?p=42173

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[...] Vor kurzem förderte das Edelman Trust Barometer 2018 zu Tage, dass traditionelle Medien wie Zeitungen und TV-Sender sowie seriöse Online-Medien deutlich an Vertrauen gewinnen. Susanne Marell, CEO der Kommunikationsagentur, sagte dazu im Tagesspiegel-Interview: „Damit einher geht auch ein klarer Anstieg des Vertrauens in Journalisten. In einer Welt der Verunsicherung sehnen sich die Menschen verstärkt nach Fakten und Einordnung. Von Experten, die ihre Profession gelernt haben.“

Dazu passen die neuesten Befunde der Langzeitstudie „Medienvertrauen“ des Instituts für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität: Die „Lügenpresse“-Hysterie ebbt ab. So haben 2017 nur noch 13 Prozent der Deutschen die Aussage bejaht, dass die Bevölkerung von den Medien systematisch belogen werde. Ein Jahr zuvor seien es noch fast 20 Prozent gewesen. Auch bei der Aussage „Die Medien und die Politik arbeiten Hand in Hand, um die Bevölkerungsmeinung zu manipulieren“ ist die Zustimmung gesunken – von 15 auf zwölf Prozent.
Zudem zeigen die repräsentativen Daten, dass 42 Prozent der Deutschen den etablierten Medien in wichtigen Fragen vertrauen. Nur 17 Prozent äußern grundsätzliches Misstrauen, weitere 41 Prozent nehmen eine Zwischenposition ein. 2016 war der bisherige Tiefpunkt erreicht: Da waren 22 Prozent voller Misstrauen, der Teils/Teils-Pegel lag bei 37 Prozent.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Tagespresse genießen bei etwa zwei Dritteln Vertrauen, sagte die Studie aus. Nur jeweils fünf Prozent sind bei diesen Medien grundsätzlich misstrauisch.

Die anhaltende Fake-News-Diskussion hat beim Internet einen regelrechten Vertrauenssturz ausgelöst. Nur noch zehn Prozent der Bürger halten Online im Allgemeinen für vertrauenswürdig – das ist ein Rückgang um 14 Prozentpunkte. „Der Mehrheit ist offenbar bewusst“, schreiben die Mainzer Forscher, „dass im Internet, das als Hybridmedium ganz unterschiedliche Angebote vereint, besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten ist, ob eine Quelle seriös ist.“ Nur etwa zwei bis drei Prozent hielten Nachrichten in den Sozialen Netzwerken für vertrauenswürdig.

Fake News und Hasskommentare: Deutliche Mehrheiten von zwei Dritteln bis drei Vierteln der Deutschen sehen in beiden Phänomenen eine echte Gefahr für die Gesellschaft. Jeweils 69 Prozent erwarten von der Politik gesetzgeberisches Handeln, um sowohl Fake News als auch Hasskommentare zu bekämpfen.

Allen Trendzahlen zum gewachsenen Medienvertrauen zum Trotz findet sich ein beachtlicher Teil der Bevölkerung in der Berichterstattung der Medien nicht wieder. So kritisieren 36 Prozent, dass sie „die gesellschaftlichen Zustände in ihrem Umfeld ganz anders wahrnehmen, als sie von den Medien dargestellt werden“. 24 Prozent sagen, dass die Themen, die ihnen wichtig sind, von den Medien nicht ernst genommen werden. Weiterführende Analysen der Langzeitstudie zeigen, dass sich vor allem diejenigen Menschen von den Medien entfremdet fühlen, die mit der Politik und Demokratie sowie ihrer eigenen wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind, die eine hohe Sympathie für die AfD haben.

Dazu gehören auch Menschen, die häufig Kommentare auf den Facebook-Seiten etablierter Medien lesen und schreiben.

Zudem führt die Studie aus, dass zwar die Mehrheit der Bevölkerung über ein in wichtigen Punkten zutreffendes Wissen über Arbeit und Aufgabe des Journalismus verfügt. Gleichwohl existieren hier große Potenziale für Medienbildung und Aufklärungskampagnen. Nach den Daten der Mainzer Forscher stehen vor allem Menschen, die über wenig Medienwissen verfügen, den etablierten Medien besonders kritisch gegenüber. Wer zum Beispiel (fälschlicherweise) glaubt, Journalisten müssten ihre Berichte vor der Publikation von Behörden prüfen lassen oder der Staat würde darüber entscheiden, wer Journalist werden dürfe, schenkt den Medien auch kein Vertrauen. Das sind jeweils erschreckende elf Prozent.

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ObjekTief 01.02.2018, 10:47 Uhr

Alles wird gut!



Aus: "Deutsche vertrauen Medien wieder stärker" Joachim Huber (31.01.2018)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/medien/luegenpresse-hysterie-ebbt-ab-deutsche-vertrauen-medien-wieder-staerker/20911992.html


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Presentation of the I.F. Stone Medal for Journalistic Independence at the Nieman Foundation for Journalism at Harvard on October 22, 2015., Conversation between Robert Parry and Tom Ashbrook, NF ’96 and host of NPR’s “On Point”
https://vimeo.com/143523823
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Robert Parry (* 24. Juni 1949 in Hartford, Connecticut; † 27. Januar 2018) war ein US-amerikanischer Investigativjournalist, der in den Vereinigten Staaten vor allem Mitte der 1980er-Jahre durch seine Arbeiten zur Iran-Contra-Affäre für Associated Press und Newsweek bekannt wurde. Während des Contra-Kriegs in Nicaragua deckte er das CIA-Handbuch Psychological Operations in Guerrilla Warfare auf und war an der Aufdeckung des vom CIA geduldeten Drogenschmuggels beteiligt. 1984 erhielt er den George Polk Award in der Sparte „Nationale Berichterstattung“. Nachdem Parry seine letzte Anstellung bei einem Nachrichtenmagazin im Jahr 1990 verlassen hatte, wurde er 1995 selbständiger Herausgeber des Onlinemagazins Consortiumnews.com. ... Parry selber erklärte, ... „die Iran-Contra-Berichterstattung sei [ ] zuerst [ ] als Verschwörungstheorie abgelehnt worden“. ..."
https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Parry_(Journalist)
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Die Iran-Contra-Affäre, in Anlehnung an die Watergate-Affäre auch Irangate genannt, war ein politischer Skandal während der Amtszeit von US-Präsident Ronald Reagan. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Iran-Contra-Aff%C3%A4re

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Wolf Wetzel (* 1956) ist ein deutscher Autor, Journalist und Publizist.j Wetzel ist Autor mehrerer Bücher und publiziert in verschiedenen Medien u. a. Der Freitag, junge Welt und NachDenkSeiten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Wetzel

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[...] Ich habe die Idee von „Rubikon“, ein streitfähige und nicht-autoritäre Plattform von Anfang an begrüßt und unterstützt. Ich habe die Kinderkrankheiten von Rubikon mitgetragen. Ich habe versucht, an einem Redaktionsstatus mitzuarbeiten, das nicht die Machtanhäufung zementiert, sondern einem Vorhaben substanzielle Rechte einräumt, die zumindest die Richtung einer „Gleichberechtigung“ einschlagen – vergebens.

Ich habe mich von Anfang an dafür eingesetzt, auch „schlechte“ Beiträge zu publizieren, um in der Widerrede zu bestehen und ggf. zu glänzen, anstatt im unüberprüfbaren Rechthaben.

Ich habe eklatante Missachtungen geschluckt, die die bescheidenen Rechte der Redaktion außer Kraft gesetzt haben.

Ich habe das Angebot einer stellvertretenden Chefredaktion ausgeschlagen, da ich fest davon überzeugt bin, dass wir uns nicht nur an „anderen“ Inhalten messen lassen müssen, sondern auch an Strukturen, die sich deutlich und erkennbar von denen unterscheiden, die den herrschenden Mainstream tragen und möglich machen.

Ich habe mit Erschrecken das Interview zwischen Rubikon und Ken Jebsen/KenFM vom 19.1.2018 (https://www.rubikon.news/artikel/schluss-mit-lustig) gesehen, das Falschaussagen, historisch haarsträubende Vergleiche Platz gegeben hat, ohne naheliegende Nachfragen zu stellen, ohne sich für diesen denunziatorischen Umgang zu entschuldigen. Innerhalb weniger Minuten wurden alle eigenen Wertsetzungen über den Haufen geworfen.

Die Nichtveröffentlichung eines neunzehnseitigen Beitrages aufgrund von fünf „Vergehen“ ( z.B. ein Zwischentitel, der angeblich „inhaltsleer“ ist oder zwei Links, die anders gesetzt werden müssen) gegen „Autorenhinweise“, die Jens Wernicke noch gefunden hat, nachdem dieser Text das Lektorat bereits durchlaufen hatte, ist der letzte Akt in diesem sehr deprimierenden Schauspiel.

Jens Wernicke setzte mir infolge seines Super-Lektorats eine Frist, diese „Autorenhinweise“ abzuarbeiten und bot mir zugleich die Freiheit an, zu gehen, was die Güte eines Herrn hat, der die Zeit verschlafen hat.

Und zur Abschluss forderte Jens Wernicke meine „Teamfähigkeit“ ein, was man auch als Schlusswort einer Anstalt-Sendung verwenden könnte.

Das Team, in das ich mich zu integrieren habe, existiert einzig und allein als Fata Morgana, in der Darbietungsform eines Placebos.

Das einzige „Team“, das existiert, besteht aus Jens Wernicke – als Gesellschafter, als Geschäftsführer, als Chefredakteur, als Chef-Administrator und zuletzt als Chef-Lektor.

Der Versuch, mich mittels „Autorenhinweise“ über das von Mini-Patron Wernicke hingehaltene Stöckchen springen zu lassen, würde man bei Amazon als klassisches Mobbing bezeichnen.

Was bei Amazon funktioniert, funktioniert auch bei Rubikon. Ich werde meine Mitarbeit beenden und die Kolumnen (Arena und Werkzeug- und Prämissenkunde) woanders fortführen.

An der Idee „Rubikon“ halte ich fest und deshalb werde ich meinen Schritt ausführlich begründen.

Dieser Rückblick auf über ein Jahr Mitarbeit wird sich an dem messen, was Jens Wernicke auf der Tagung „Krieg und Frieden in den Medien“ am 28. Januar 2018 in Kassel postuliert hat:

    „Diese Geschichte (…) offenbart, dass die Bedrohung für die Demokratie alles andere als nur „von außen“ ausgeht. Dass wir selbst in unserem Denken und Tun oftmals mehr Teil des Problems als Teil der Lösung sind.“

Selbstverständlich steht dieser Beitrag für eine Publikation bei Rubikon zur Verfügung. Auch wenn es gerade jenen leichter fallen würde, die das Projekt an sich gut finden: Es geht hier nicht um einen Streit zweier besonderer Menschen, also um etwas letztendlich Privates.

Diese beiden Menschen prallen nicht aufgrund ihrer besonderen Charaktere aufeinander, sondern aufgrund der Produktionsbedingungen und der Machtverhältnisse, die sie gezwungenmaßen exponieren und polarisieren.

Wenn man also diesen Konflikt nicht abschiebt, dann weiß man, dann spürt man, dass er alle angeht: die LeserInnen, die Autorinnen, die Redakteure, die SpenderInnen, also alle, die mehr sind als die je Einzelnen.

Wolf Wetzel

29.1.2018

P.S.: Nachricht von Facebook:

„Hallo Wolf,

Du erhältst diese E-Mail zur Bestätigung, dass du nicht mehr Administrator auf Rubikon bist. Du wurdest am Januar 29, 2018 at 11:21vormittags entfernt.„



Aus: "Es reicht. Der Rubikon ist überschritten." Wolf Wetzel (01/29/2018)
Quelle: https://wolfwetzel.wordpress.com/2018/01/29/es-reicht-der-rubikon-ist-ueberschritten/

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