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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Theodor W. Adorno
« on: August 06, 2019, 12:12:30 PM »
Theodor W. Adorno (geboren 11. September 1903 in Frankfurt am Main; gestorben 6. August 1969 in Visp, Schweiz; eigentlich Theodor Ludwig Wiesengrund) war ein deutscher Philosoph, Soziologe, Musikphilosoph und Komponist. Er zählt mit Max Horkheimer zu den Hauptvertretern der als Kritische Theorie bezeichneten Denkrichtung, die auch unter dem Namen Frankfurter Schule bekannt wurde. Mit Horkheimer, den er während seines Studiums kennengelernt hatte, verband ihn eine enge, lebenslange Freundschaft und Arbeitsgemeinschaft. ... Während der Zeit des Nationalsozialismus emigrierte er in die USA und wurde dort offiziell Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung, bearbeitete einige empirische Forschungsprojekte, unter anderem über den autoritären Charakter, und schrieb mit Max Horkheimer die Dialektik der Aufklärung. Nach seiner Rückkehr war er einer der Direktoren des in Frankfurt wiedereröffneten Instituts. Wie nur wenige Vertreter der akademischen Elite wirkte er als „öffentlicher Intellektueller“ mit Reden, Rundfunkvorträgen und Publikationen auf das kulturelle und intellektuelle Leben Nachkriegsdeutschlands ein und trug – mit allgemeinverständlichen Vorträgen – gewollt und mittelbar zur demokratischen Reeducation des deutschen Volkes bei. ... Adornos Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse und ihrer Ideologie richtet sich gegen die „verwaltete Welt“ (ein Synonym für den nachliberalen Spätkapitalismus) und die „Kulturindustrie“. Beiden wohne die Tendenz zur Liquidation des Individuums und alles Abweichenden inne, mit anderen Worten: die Beseitigung oder Unterwerfung des Nichtidentischen und Nichtverfügbaren. Im Rahmen des verordneten Konsums und der organisierten Ausfüllung der arbeitsfreien Zeit „durch Kulturindustrie, Technikbegeisterung und Sport“ erfolge eine „restlose Erfassung der Menschen bis in ihr Innenleben hinein“. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno

Kulturindustrie – Aufklärung als Massenbetrug ist ein Kapitel aus der Dialektik der Aufklärung, einer Sammlung von Essays von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno aus dem Jahr 1944. In diesem Kapitel analysieren die Autoren die veränderte Produktion und Funktion von Kultur im Spätkapitalismus.
„Kulturindustrie“ ist ein komplexer und kein statischer Begriff und entzieht sich einer eindeutigen Definition. Er ersetzte den von den Autoren ursprünglich verwendeten Begriff der Massenkultur. Mit dem Begriff Kulturindustrie werden meist die Kernthesen des Kapitels gemeint: Alle Kultur wird zur Ware; Kunst definiert sich über ihren ökonomischen Wert, nicht nach ästhetischen Gesichtspunkten, die für die Analyse des autonomen Kunstwerks der bürgerlichen Gesellschaft eine Rolle spielen. So wird das Ästhetische selbst zur Funktion der Ware, indem es die Bilder der Reklame vorbestimmt. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturindustrie_%E2%80%93_Aufkl%C3%A4rung_als_Massenbetrug

Dialektik der Aufklärung ist eine im Untertitel als Philosophische Fragmente bezeichnete Sammlung von Essays von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno aus dem Jahr 1944 und gilt als eines der grundlegenden Werke zur Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektik_der_Aufkl%C3%A4rung

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Quote
[...]  Frankfurts Soziologieprofessor Theodor W. Adorno war bissig wie immer, wenn es darum geht, deutschen Kulturgutsbesitzern am Zeug zu flicken.
"Die öffentliche Meinung des Publikums über Musik", so höhnte der Professor im Hörsaal A der Goethe Universität, erschöpfe sich im "Nachbeten von Clichés zum Beweis der eigenen kulturellen Loyalität" - in einem "Geblök", das viele Musikkritiker locke, "auf ihre Weise mitzublöken".
Solcher Unmut an Herdentreiben und Herdenlärm sollte nicht nur dem exklusiven Auditorium Frankfurter Adorniten vorbehalten bleiben. Einmal formuliert, konnten Adornos Anmerkungen zum Bildungsbetrieb-aus zwölf Vorlesungen ohne Mühe zu erzieherischem Allgemeingut verwertet werden: Seine kaustischen Kommentare wurden 1962 den Hörern des Dritten Programms im NDR geboten und kommen seit kurzem als gedruckte "Einleitung in die Musiksoziologie" auch deutschen Lesern zugute*.
Polemisches Temperament hat die philosophischen, ästhetischen und soziologischen Schriften Adornos - er wurde 1903 als Sohn des Frankfurter Kaufmanns Oskar Wiesengrund und der Sängerin Maria Calvelli -Adorno della Piana geboren und dirigiert heute zusammen met seinem Freund Max Horkheimer das Frankfurter Institut für Sozialforschung -von jeher gekennzeichnet. So kritisierte er beispielsweise in dem gemeinsam mit Horkheimer verfaßten Buch "Dialektik der Aufklärung" (1947) den Versuch liberaler Geister, die bürgerlich-humanistische Aufklärung des 18. und 19. Jahrhunderts nach den Erfahrungen mit dem Faschismus unbesehen fortzusetzen.
In seiner Aphorismensammlung "Minima Moralia" (1951) attackierte Adorno die westliche Gesellschaft der Gegenwart, in einem "Versuch über Wagner" verdammte er dessen großbürgerlich-pompöse Musikdramen, und in der "Philosophie der neuen Musik", die er 1949 herausgab, unterzog der streitbare Philosoph schließlich auch die Kompositionen Igor Strawinskys einer strengen Kritik. Auf seinen Lehrer Arnold Schönberg und die sogenannte Wiener Schule ließ er dagegen nichts kommen.
Im Umgang mit den Komponisten dieser Gruppe, mit Arnold Schönberg, Anton von Webern und Alban Berg, bei dem er Komposition studierte, war Adorno bereits in den zwanziger Jahren zum entschiedenen Neuton-Adepten gereift.
Der Frankfurter Neutöner Adorno war es auch, der nach seiner Flucht aus Hitlers Deutschland im amerikanischen Exil den Exil-Schriftsteller Thomas Mann in der Theorie der Reihenkomposition unterrichtete. Adornos Schüler machte von den Belehrungen eifrigen Gebrauch: Schönbergs serielle Musik, von Adorno abgewandelt und erläutert, wurde im "Doktor Faustus" von Thomas Manns Romanheld, dem Komponisten Adrian Leverkühn, noch einmal erfunden.
Zum fragwürdigen Dank für die fraglos beträchtliche Hilfeleistung seines musikalischen Beraters brachte der boshafte Romancier Adornos Geburtsnamen Wiesengrund als "versteckte Dankbarkeitsdemonstration" im Text unter.
Während seiner amerikanischen Emigration, aus der er erst 1949 nach Frankfurt zurückkehrte, verfaßte Adorno, damals Direktor eines Forschungsprojekts über soziale Diskriminierung in Los Angeles, zusammen mit anderen Gelehrten einen wissenschaftlichen Sammelband über "Die autoritäre Persönlichkeit", in dem soziologische und psychoanalytische Untersuchungen über Antisemitismus und Rassenvorurteile in den USA enthalten sind.
Diese Neigungen zur Soziologie und zur Musik hat Adorno seit seiner Studienzeit mit Erfolg zur Musiksoziologie zu kombinieren gewußt.
Als Hegelianer, der, gleich Ernst Bloch, und Georg Lukács, vom Marxismus geprägt wurde, sieht er in der Musik wie in' jeder anderen Kunst, in der Psychoanalyse wie in jeder anderen Wissenschaft geistige Produkte, die in Form und Inhalt von gesellschaftlichen Prozessen bestimmt werden.
Seine Musiksoziologie ist demnach eine philosophische Analyse gesellschaftlicher Vorgänge und, so definiert Adorno, eine "gesellschaftliche Dechiffrierung von Musik". Sie analysiert die sozialen Voraussetzungen und Bedingungen musikalischer Produktivität, sie entlarvt bestimmte Ausdrucksweisen der Musik als Ideologie, als "falsches Bewußtsein", und erklärt ihre Verwandlung zur "Ware" in der vom Konsum bestimmten modernen Gesellschaft.
Gegen Musik als "Ideologie des Unbewußten" und als "Konsumgut", gegen "Bildungskonsumenten" und "leere Innerlichkeit" polemisierte Adorno denn auch in seinen zwölf Frankfurter Vorlesungen, die bei Suhrkamp jetzt im Druck erschienen sind.
So dozierte er etwa über die "U-Musik"', der er auch die Opern Puccinis "halbwegs" zurechnet, über Operette,; Revue und Schlager: "Die um der Verkäuflichkeit willen unerbittlich kontrollierte Banalität der gegenwärtigen leichten Musik brennt ihrer Physiognomik das Entscheidlende ein: das Vulgäre. Fast könnte man argwöhnen, eben daran seien die Hörer am eifrigsten interessiert: ihre musikalische Gesinnung hat wahrhaft das Brechtische ,Ich will ja gar kein Mensch sein' zur Maxime."
Als banal und kaum diskutabel tat Adorno auch das "auf Hochglanz polierte und in Zellophan verpackte" Musical ab, dessen ungeschlagener Welt-Bestseller "My Fair Lady" musikalisch nicht einmal "den vulgärsten Ansprüchen nach Originalität und Einfallsreichtum" genüge.
Demgegenüber habe der Jazz "fraglos seine Meriten". Eine Ausdrucksmöglichkeit ernster Musik vermag Adorno, im Gegensatz zu manchen intellektuellen Jazz-Schwärmern, in ihm freilich nicht zu erkennen: "Jazz, auch in seinen raffinierteren Formen, gehört der leichten Musik an. Nur die Unsitte, aus allem und jedem eine hochtrabende Weltanschauung zu machen ... installiert ihn als heilig-unheiliges Gut."
Und über die privilegierten Bildungskonsumenten europäischer Festivals vermerkte er: "Das offizielle Musikleben überlebt vielleicht ... darum so hartnäckig, weil es einige Ostentation (Schaustellung) erlaubt, ohne daß das Publikum, das ja durch seine Gegenwart in Salzburg als kultiviert sich erklärt, dem Vorwurf der Protzerei oder der Ausschweifung sich aussetzte."
Ganz besonderer Aufmerksamkeit waren dem sarkastischen Sozialpsychologen die "typischen Verhaltensweisen des musikalischen Hörens" wert. In seinen Vorlesungen präsentiert Adorno eine Typologie, in der er die unterschiedlichen Reaktionen der Musikhörer aufzuzeichnen versucht.
An die Spitze seiner Liste stellt er den Typ des "Experten", der die Fähigkeit hat, sich in jedem Augenblick die musikalisch-technische Struktur des Gehörten zu vergegenwärtigen.
Eine zweite Kategorie beschreibt den "guten Zuhörer". Auch er hört Musik gleichsam noch architektonisch, ist jedoch "der technischen und strukturellen Implikationen (Zusammenhänge) nicht oder nicht voll sich bewußt". Dieser Typus droht allerdings, Adorno zufolge, heute auszusterben. Er überlebt nur "bei polemischen Einzelgängern" oder dort, "wo Reste einer aristokratischen Gesellschaft sich erhalten haben wie in Wien".
Maßgebend unter den zeitgenössischen Opern- und Konzertbesuchern ist nach Adornos Meinung vielmehr der eigentlich bürgerliche Typ des Hörers, der "Bildungskonsument", der Musik "um der eigenen sozialen Geltung willen kennen muß".
Dieser Typ "lauert auf bestimmte Momente, vermeintlich schöne Melodien, grandiose Augenblicke" und erfreut sich damit am Genuß, am schwelgerischen Verzehr von Musik, nicht an der Musik selbst "als einem Kunstwerk, das von ihm fordert". Am Konzert eines Geigers interessiert ihn der "Ton", wenn nicht die Geige, beim Sänger die Stimme, "beim Pianisten gelegentlich, wie der Flügel gestimmt ist".
"Ältere Damen", so formuliert Adorno mit offenkundiger Anspielung auf die vielverehrte Beethoven-Pianistin Elly Ney, "die es verstehen, am Klavier ihr Programm mit Seherinnenmiene zu absolvieren, als handele es sich um Gottesdienst, werden selbst bei höchst anfechtbaren Interpretationen (vom Musikkonsumenten) fanatisch bejubelt."
Wie der "kulturelle Werte" verzehrende Bildungskonsument hat auch Adornos vierter Typus, der "emotionale Hörer", keine spontane oder durchs Bewußtsein vermittelte Beziehung zum Gehörten. Er verfremdet die Musik vielmehr zu einem Mittel der "Auslösung sonst verdrängter oder ... gebändigter Triebregungen": "Gehört,wird nach dem Satz von den spezifischen Sinnesenergien: man empfindet Licht, wenn einem auf das Auge gehauen wird."
Besondere Sorgfalt widmet der Frankfurter Gelehrte dem "Ressentiment-Hörer", den er, als "krassen Gegentypus" zum emotionalen Hörer, vor allem in Deutschland verbreitet findet.
Ressentiment-Hörer sind nach Adorno zum Beispiel jene Enthusiasten, die sich mit fanatischer Ausschließlichkeit dem Kult Johann Sebastian Bachs verschrieben haben. Sie werden durch ihre Ablehnung des in der Konsumgesellschaft zwangsläufig existierenden "Musikbetriebs" scheinbar zu Nonkonformisten und gerade insofern zu Anhängern von "Ordnungen und Kollektiven um ihrer selbst willen, mit allen sozialpsychologischen und politischen Konsequenzen".
Adornos Begründung: "Dafür zeugen die stur sektenhaften, potentiell wütenden Gesichter, die in sogenannten Bachstunden und Abendmusiken sich konzentrieren. In ihrer Sondersphäre, auch im aktiven Musizieren sind sie geschult, es geht wie am Schnürchen; doch ist alles mit Weltanschauung verkoppelt und verbogen."
Adorno vergleicht die kollektive Selbsttäuschung der Ressentiment-Hörer mit der "faschistischen Manipulation, die das Zwangskollektiv der Atomisierten mit den Insignien naturwüchsig-vorkapitalistischer Volksgemeinschaft bekleidete".
Ihre Selbsttäuschung besteht demnach darin, daß sie sich unter der Suggestion "synthetischer Musikantenmusik" und der meisten Musik "aus dem sogenannten Barock" einreden, sie lebten noch in der Gesellschaftssituation der vorkapitalistischen, "vorindividuellen" Zeit, mit der sie ihren wirklichen gesellschaftlichen Zustand, den "post(nach-)individuellen ihrer eigenen Kollektivierung", verwechseln.
Diesem tiefen Mißtrauen Adornos gegenüber jeder gesellschaftlich überlebten Spielart von Volkstümelei, von Sektenbildung und verkapptem Nationalismus im Namen der Musik entspricht auch eine Art Ressentiment gegen Orchester-Dirigenten wie Arturo Toscanini, den Adorno einst in einem Essay als "platonische Idee des Regimentskapellmeisters" charakterisierte.
In Frankfurt dozierte Adorno über den Typ des vom Publikum vergötterten Stabführers: "Man traut dem Histrionen (Schauspieler) auf dem Pult zu, daß er wie der Diktator nach Belieben Schaum vor dem Mund produziert. Erstaunlich, daß die Nationalsozialisten nicht die Dirigenten, wie die Hellseher, als Konkurrenten ihres eigenen Charismas (Berufungsanspruches) verfolgten."
Überraschendes Wohlwollen bezeigte Adorno hingegen in seinen Frankfurter Diskursen dem "Massenmedium" Rundfunk. 1947 hatte er in seiner mit Horkheimer verfaßten "Dialektik der Aufklärung" den Rundfunk noch heftig kritisiert.
Nun aber verkündet der vielbeschäftigte Rundfunk-Autor und Fernseh-Redner Theodor W. Adorno in seiner Vorlesung "Musikleben": "In den Standard-Jeremiaden der Innerlichen über die Massenmedien vegetiert auch immer etwas fort von jenem fatalen Arbeitsethos, das nichts so sehr fürchtet wie eine Einrichtung der Welt, in der harte und entfremdete Arbeit überflüssig wäre."


Aus: "Adorno: Man empfindet Licht" (13.03.1963 | DER SPIEGEL 11/1963)
Quelle: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45142633.html

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Music and Sound Art (Klang) / Franz Schubert...
« on: June 27, 2019, 08:38:51 PM »
Franz Peter Schubert (* 31. Jänner 1797 in der Gemeinde Himmelpfortgrund, heute ein Stadtteil von Wien im Bezirk Alsergrund; † 19. November 1828 in Wieden, heute ein Stadtteil von Wien) war ein österreichischer Komponist. Obwohl er schon im Alter von 31 Jahren starb, hinterließ er ein reiches und vielfältiges Werk. Er komponierte rund 600 Lieder, weltliche und geistliche Chormusik, sieben vollständige und fünf unvollendete Sinfonien, Ouvertüren, Bühnenwerke, Klaviermusik und Kammermusik.
Zu seinen Lebzeiten war die Zahl seiner Bewunderer noch begrenzt. Mendelssohn, Schumann, Liszt, Brahms und andere Komponisten der Romantik entdeckten und rühmten das Werk ihres Vorgängers. Heute ist Schuberts Rang als herausragender Vertreter der frühen Romantik unbestritten. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Schubert

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Cinema (Movies and Art) / Filmmusik ...
« on: May 09, 2019, 07:10:44 PM »
Quote
Filmmusik, im Englischen auch Soundtrack oder Score genannt, ist die speziell für einen Film neu komponierte, oder aus bereits vorhandenen klassischen, populären und anderen musikalischen Quellen speziell für einen Film neu zusammengestellte Musik. Charakteristisch ist eine funktionale und inhaltliche Verbindung zwischen Bild und Musik. Filmmusik soll die Stimmungs- und Gefühlsebene in einem Film beeinflussen und dessen Handlungsführung unterstützen.
Filmmusik ist kein fester Genrebegriff, sondern in vielen Fällen vielmehr eine Zusammenführung unterschiedlichster Strömungen. So fußen viele harmonisch-melodische Prozesse in der Filmmusik (z. B. Modalharmonik, teils exzessiver Mediantengebrauch, spezielle Motivik) im Besonderen auf einer Symbiose der Musik der spätromantischen Ära, Expressionismus/Impressionismus, sowie späterer Avantgarde und nicht zuletzt auch unterschiedlichsten Einflüssen aus populär-kontemporärer Musik, wie Jazz, Pop, Blues oder elektronischer Musik. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Filmmusik (12. März 2019)

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Filmmusik

Mit dem Begriff der Auralität werden nach Tobias Kurwinkel und Philipp Schmerheim Wirkungsweisen des Films bezeichnet, bei denen auf den Gehörsinn gerichtete, auditive Elemente im Zusammenspiel mit visuellen Elementen eine rezeptionsleitende Rolle übernehmen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Auralit%C3%A4t

Filmmusikforschung
http://www.filmmusik.uni-kiel.de/ArchivArtikel.html

http://www.filmmusik.uni-kiel.de/ArchivTheoretiker.html




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Kunst (Art on the net) / Texte zur Kunst ...
« on: May 01, 2019, 01:01:09 PM »
"Kulturindustrie und kritische Inhalte: Die dissoziative Identitätsstörung der modernen Künstler*innen" Gaudenz Pfister (30. April 2019)
Beitrag zur Debatte zwischen der Gruppe Konverter mit dem Text „Kunst, Kultur und Warenform“ und die Replik dazu namens „Ist Kunst Arbeit oder ästhetische Selbstbefriedigung?“ ... Die Künstler*innen innerhalb des Spätkapitalismus erleben eine dissoziative Identitätsstörung, die unmittelbar an das Scheitern der künstlerischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts und ihrem Programm der Verwirklichung und Aufhebung der Kunst, als vom Alltagsleben getrennte Sphäre gekoppelt ist. ...
https://www.untergrund-blättle.ch/kultur/kulturindustrie_kommerz_kunst_kultur_warenform_5423.html


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Photography (Bild & Kunst) / Fotoarchive (Sammlungen) ...
« on: April 11, 2019, 06:22:18 PM »
Photoplay (Jan-Jun 1920)
by Chicago, Photoplay Magazine Publishing Company, Published Jan-Jun 1920
https://archive.org/details/photoplayvolume11718chic

The Edison Phonograph Monthly (Mar-Dec 1907), Published Mar-Dec 1907
by Moore, Wendell
https://archive.org/details/edisonphonograph05moor


BRITISH CULTURE ARCHIVE
The Changing face of British society captured by documentary photography and iconic images.
https://britishculturearchive.co.uk/

Fotografien und Prints aus dem Fotoarchiv des Ruhr Museums
https://ruhrmuseum-fotoarchiv.de/

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [Forschender Blick nach rechts... ]
« on: February 28, 2019, 10:02:08 AM »
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Die Terroranschläge in Oslo und Utøya mit 77 Toten sollen künftig in den Lehrplan von norwegischen Schulen einfließen. Kinder und Jugendliche sollten zu dem Terrorismus unterrichtet werden, der Norwegen vor acht Jahren heimgesucht habe, berichtete die norwegische Zeitung „Verdens Gang“ nach einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestags am späten Sonntagabend in Oslo. Es sei nicht nur wichtig, die Angriffe zu verstehen, sondern auch, sie in einen größeren Zusammenhang zu setzen, wurde Bildungsminister Jan Tore Sanner von dem Blatt zitiert. Deshalb sei es selbstverständlich, dass der Stoff in Schulen gelehrt werden solle, sagte er demnach. ... Die Anschläge des Rechtsterroristen Anders Behring Breivik jährten sich am Montag zum achten Mal. Er hatte am 22. Juli 2011 zunächst eine Autobombe im Regierungsviertel von Oslo gezündet und im Anschluss auf der Insel Utøya Dutzende Teilnehmer eines Ferienlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei erschossen. Insgesamt wurden bei den Anschlägen 77 Menschen getötet.


Aus: "Norwegische Schulen sollen Terrortat von Utøya im Unterricht behandeln" (22.07.2019)
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/schulen-in-norwegen-sollen-sich-mit-breivik-attentat-befassen-16296749.html

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[...] Im Januar 1945 standen Moltke und andere Mitglieder des Kreisauer Kreises vor dem Präsidenten des Volksgerichtshofes, Roland Freisler. Da Moltke eine Beteiligung an Staatsstreich-Vorbereitungen nicht nachgewiesen werden konnte, stützte Freisler sein Urteil auf einen anderen Schuldvorwurf: Moltke und seine Mitstreiter hätten darüber nachgedacht, wie ein sich auf sittliche und demokratische Grundsätze zurückbesinnendes Deutschland in einer Zeit nach Hitler entstehen könnte, was Freisler als ein todeswürdiges Verbrechen ansah.

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    „… ich habe mein ganzes Leben lang, schon in der Schule, gegen einen Geist der Enge und der Gewalt, der Überheblichkeit und der mangelnden Ehrfurcht vor Anderen, der Intoleranz und des Absoluten, erbarmungslos Konsequenten angekämpft, der in den Deutschen steckt und der seinen Ausdruck in dem nationalsozialistischen Staat gefunden hat.“

– Helmuth James Graf von Moltke: Abschiedsbrief an die Söhne Caspar und Konrad, 11. Oktober 1944


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_James_Graf_von_Moltke (21. Juli 2019)
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[...] Der Kern dessen, was laut Arendt und Adorno die faschistische Propaganda betreibt, ist die Auflösung des Subjekts in ein sich am totalitären Status quo orientierendes Reaktionsbündel. Beide siedeln die faschistische Ideologie in der Nähe von Religion und Ritual an. (prn)


Zu: Ahrens, Jörn: "Aufsatz: Zur Faschismusanalyse Hannah Arendts und Theodor W. Adornos (1995) - Erkundungen in ungeklärten Verwandtschaftsverhältnissen - in: Leviathan, Band Jg. 23, Heft H. 1" | https://www.pollux-fid.de/r/sw-gesis-solis-00189380

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Vortrag des Soziologen Theodor W. Adorno: "Aspekte des neuen Rechtsradikalismus" (1967)
Spieldauer: 01:12:08, Mitwirkende:Adorno, Theodor W. // Verband Sozialistischer Studenten Österreichs // Österreichische Mediathek
Datum: 1967.04.06 [Aufnahmedatum]
Ort: Wien, Universität Wien
Schlagworte: Wissenschaft und Forschung; Politik; Gesellschaft; Soziologie; Psychologie; Rechtsextremismus; Faschismus und Nationalsozialismus; Antisemitismus; Nationalismus; Arbeitslosigkeit; Sozialismus und Sozialdemokratie; Vortrag; Propaganda; Unveröffentlichte Eigenaufnahme der Österreichischen Mediathek
Archivformat: Tonband auf Kern (AEG)
https://www.mediathek.at/oesterreich-am-wort/suche/treffer/atom/014EEA8D-336-0005D-00000D5C-014E5066/pool/BWEB/

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[...] 732. 1571. 1683. Bei der »Identitären Bewegung« finden sich viele Bezüge zu historischen Ereignissen. Einige der Daten hatte auch der Christchurch-Attentäter auf seine Waffen gezeichnet. Über die Funktionalisierung von Geschichte durch die Identitären als extrem rechte Legitimationsideologie. ... Die historischen Anleihen der Identitären lassen sich als politische Mythen begreifen. Demnach dienen historische Ereignisse einem politischen Zweck wie der Herstellung kollektiver Handlungsfähigkeit und Identität. Politische Mythen sind diskursive Gebilde, die eine wirksame Aura erzeugen und damit nicht in erster Linie kognitive, sondern emotional-affektive Potenziale entfalten. (Speth 2000) Diese hohe Affektivität findet sich auch insgesamt bei der sogenannten Neuen Rechten und ihrer Vorstellung »des Eigenen«, das nie genauer gefasst wird, sondern immer im Ungefähren bleibt. Auch wenn politische Mythen in der Regel Narrative sind, werden diese nicht zwangsläufig ausbuchstabiert, sondern auch über politische Ikonographie vermittelt. Der Ideengehalt des politischen Handelns wird in ein Bildprogramm umgesetzt: »Das Entweder-oder, die plakative Gegenüberstellung, die Benennung des Gegners, die Dualisierung in Freund und Feind, die Moralisierung von Handlungsalternativen, die Emotionalisierung von Entscheidungen und überhaupt die Reduktion politisch komplexer Sachverhalte lassen sich durch ikonische Gestaltung besser und wirkungsvoller ins Werk setzen als durch umständliche Erzählungen.« (Speth 2000:124) ...


Aus: "»Zwischen der ewigen Vergangenheit und der ewigen kommenden Zukunft« - Das instrumentelle Verhältnis der Identitären zur Geschichte" Vera Henßler (Rundbrief monitor Nr. 82 vom Juli 2018)
https://www.apabiz.de/2019/zwischen-der-ewigen-vergangenheit-und-der-ewigen-kommenden-zukunft/

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[...] Theweleit beschreibt die Energien, die zu Aufbau und Zerstörung des tausendjährigen Reiches (vieler Reiche) mobilisiert werden konnten, als Energien von Körpern, denen erst einmal etwas genommen wurde, damit sie es dann wieder haben wollten, über Umwege, versteht sich – des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Der Nicht-zu-Ende-Geborene ist ein Mensch, der sein Leben lang das sucht, was ihm genommen worden ist, und er sucht es auf die Weise, auf die es ihm genommen worden ist: durch Verbote oder durch Zerstörung. Rauben oder töten.
Was braucht die Welt (Welt – um nicht zu sagen: das patriarchalische Herrschaftssystem)? Männer. Produktive (in der Regel, das zeigt die Geschichte, sind das räuberische) Männer. Was brauchen Männer (Männer – um nicht zu sagen: die Herrschenden)? Ganze Kerle. Solche, die kämpfen können (kämpfen, das zeigt die Geschichte, heißt: zerstören können).

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Aus: "Heißt Liebe: Krieg? - Klaus Theweleit: „Männerkörper – Zur Psychoanalyse des Weißen Terrors“" Gisela Stelly (1978)
Quelle: https://www.zeit.de/1978/49/heisst-liebe-krieg/komplettansicht

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[...] Theweleits Arbeit befasst sich zunächst mit der Freikorps-Literatur der 1920er-Jahre; er untersucht die faschistischen Männlichkeits- und Gewaltphantasien dieser Soldateska in über 250 Romanen oder Erinnerungen. Dabei nimmt er Sprachstil wie Inhalt dieser Literatur auseinander und stellt Frauenbild, Körperverhältnis und Kampfberichte in das Zentrum seiner Analyse. ...

Der Faschismus war nach Theweleit so attraktiv, weil er eine nicht sanktionierte Erfüllung dieser jahrhundertealten Wünsche versprach. Der Faschismus übersetzte somit, wie Theweleit schreibt, „innere Zustände in riesige äußere Monumente“. Drei „Wahrnehmungsidentitäten“ und Körperaktionen standen hierbei im Zentrum: erstens der „entleerte Platz“, also die (gewaltsame) Herstellung von Klarheit, Ordnung, Sauberkeit und Übersichtlichkeit ohne das weibliche „Gewimmel“ der „ungeordneten“ und „schmutzigen“ Masse; zweitens der „blutige Brei“, womit der befreiende Schuss, Hieb oder eine Explosion gegen eine zu nahe kommende, verschlingende weibliche Bedrohung und Sexualität gemeint war; drittens der „black out“, welcher wiederum die Selbstqual, die körperliche Abhärtung und Straffung des eigenen Körpers meint - bis die Soldatenmänner das Fließen der eigenen Lust nicht mehr verspüren (Bd. 2, S. 268-279). Die Furcht vor dem Weiblichen (die im ersten Band thematisiert wird) ist somit letztlich eine Furcht vor der Ich-Auflösung, der durch die im zweiten Band geschilderten männlichen Gewaltakte begegnet wird. Der Krieg wurde zu einer Art Geburt, insoweit mit dem Schmerzprinzip ein eigenes soldatisches Selbst erschaffen wurde.

Für eine Lektüre aus heutiger Sicht, fast dreißig Jahre nach der Erstausgabe, ist das Buch vor allem als wichtiges Zeitdokument zu lesen und zeitgeschichtlich zu kontextualisieren. ...

Der französischen Koproduktion des Philosophen Deleuze mit dem Psychiater Guattari entlieh Theweleit das Konzept der „Wunsch-Maschine“, also des maschinell gedachten Unbewussten, welches nicht-sprachlich strukturierte und positive Wünsche enthalte. Die einfache Verurteilung der bösen Kleinbürger war mit diesem Versuch, ihre Wünsche zu verstehen, schwieriger geworden (Bd. 2, S. 404-410). Von der bekannten amerikanischen Psychoanalytikerin Margaret Mahler übernahm Theweleit die Erkenntnisse über die aggressiven „Erhaltungsmechanismen“ von psychotischen Kindern. Was in der Entwicklungs- und Ich-Psychologie Mahlers die Phase der „Individuation“ bezeichnet (Differenzierung des Körperschemas, Distanzierung und Abgrenzungskompetenz, vor allem gegenüber der Mutter), nannte Theweleit das „Ende der Geburt“, welches die Faschisten eben nicht erreicht hätten (Bd. 2, S. 210-246, bes. S. 211f.).

... Zudem schloss Theweleit an Walter Benjamin und Georges Bataille an, die beide den Begriff des „Ausdrucks“ als Leitmotiv ihrer Faschismusdeutungen benutzt haben. Für Benjamin war der Faschismus Ausdruck einer bestimmten Massenästhetik und für Bataille Ausdruck der symbolischen Rituale der Macht. Theweleit knüpfte hier an, wobei er die Interpretationen um die Geschlechterdimension wie auch um die subjektive Verarbeitung des Faschismus erweiterte.

... Männliche Gefühlskälte, ein bloß dressierendes Verhältnis zum Körper, soldatische Härte gegenüber sich und anderen, heroisierendes Beschützerverhalten gegenüber Frauen und ein männlicher Allversorger-Gestus wurden in der alternativen „scene“ zunehmend hinterfragt. Theweleit untermauerte dabei die Kritik der linksalternativen Männer an den herkömmlichen Männerbildern, weil er den soldatischen Mann als einen „Gefühlskrüppel im Charakterpanzer“ (Cora Stephan) schildert, der mit der NS-Zeit zwar seine Blüte erlebt habe, aber bis in die Gegenwart nachwirke: „Die Sorte Männer, die Gegenstand dieser Untersuchung ist, soll keineswegs prinzipiell von den übrigen Männern isoliert werden.

... Theweleit selbst schreibt im Jahr 2000, rückblickend auf die Rezeption seines Buches in Deutschland: „Die Historiker-Kaste [...] erwies sich als resistent besonders gegenüber der Psychoanalyse des weißen Terrors“. Auch wenn mit Lutz Niethammer ein prominenter Zeithistoriker das Buch 1979 als „the most fertile contribution to the study of fascism over the last decade“ bezeichnet hat, ist die Einschätzung des Autors sicher nicht ganz falsch. Dies hat jedoch nicht nur mit der Schreibweise, den Zitat-Collagen und dem zusammengewürfelten Bildmaterial vom Gemälde bis zum Comic zu tun - einer Form, die bei einer in solchen Dingen eher konservativ eingestellten Historikerzunft keine Gnade fand.

...


Aus: "Klaus Theweleits „Männerphantasien“ – ein Erfolgsbuch der 1970er-Jahre" Sven Reichardt (Heft 3/2006)
Quelle: https://zeithistorische-forschungen.de/3-2006/id%3D4650

Klaus Theweleit (* 7. Februar 1942 in Ebenrode, Ostpreußen)[1] ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, Kulturtheoretiker und Schriftsteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Theweleit

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R. Müller

5,0 von 5 SternenVäter und Grossväter
10. Dezember 2012

Format: Taschenbuch
Das Buch kann einem helfen, Verhaltensweisen der Väter und Großväter im Kontext gesellschaftlicher Zusammenhänge zu erforschen, zu erkennen.
Manchmal ist es nur ein kurzer hingeworfener Satz, der erst einen Spot wirft auf tiefe, nicht aufgearbeitete Ereignisse im Leben dieser Generation, die den Faschismus
selbst mitgestaltet hat.
Nicht nur die streng protestantische Erziehung, auch das Verhältnis zur Sexualität, dem Fremden und dem eigenen Körper gegenüber - all diese Zusammenhänge hat Theweleit
hier vorbereitet für eine Diskussion, für die Aufarbeitung der Geschichte der eigenen Familie.
Erkennbar ist dann - irgendwann - auch der ""Schaden"", der an den Kindern angerichtet wurde. ...


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viel Lesearbeit für relativ wenig Aussage
18. Juli 2008
Format: Taschenbuch

Der Ansatz von Theweleit ist genial: Aus den Romanen und Ergüssen der rechtsradikalen Freikorpssoldaten heraus zu destillieren, was psychoanalytisch gesehen - hinter dieser Angst vor der roten Flut, die alle Dämme überschwemmt steckt. Die Umsetzung ist teilweise auch recht amüsant - insbesondere das Zusammenspiel von Text und Illustration. Ich habe allerdings - auch beim zweiten Lesen gut 25 Jahre später - Probleme mit der verschwurbelten Theoretisierei, mit der damals sicher sehr modischen Begeisterung für Deleuze und andere. Vieles ist dann doch sehr raunend, gewollt (?) schwer verständlich oder unverständlich und - hier gebe ich einem der Vorrezensenten recht: auch redundant!


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Ebner Isabel
5,0 von 5 SternenPflichtlektüre für jedefrau/jedermann
10. Mai 2003

Format: Taschenbuch
Endlich ein Autor, der auf die psychischen Aspekte des 1. und 2. Weltkriegs eingeht. Eine Pflichtlektüre für jeden Kriegs- und Nachkriegsmuffel, die uns unterstützt, die verdrängten seelischen Herausforderungen und Handlungen der Generation unserer Großeltern nachvollziehen zu können. Wird auch Zeit, dass sich unsere Gesellschaft endlich mit diesen Dingen auseinandersetzt. Wer Verständnis lernen möchte für die oft eigenartigen Verhaltensweisen älterer Generationen (v.a. männlichen Geschlechts) sollte das Buch unbedingt lesen. Das gedrillte, soldatische Ich des Mannes von damals hat seinen Einfluss bis heute nicht verloren. Schade, dass der aktive Part bzw. Beitrag der Frau zum Nationalsozialismus und zum Krieg fast außer Acht gelassen wurde.
Ein Gustostück sowohl stilistisch, sprachlicher (bei einem Literaturwissenschaftler eh klar) als auch fachlich- psychologischer Natur. Wo Theweleit wohl sein analytisches Können gelernt hat? Freud hätte seine Freude! ...



Quelle: https://www.amazon.de/M%C3%A4nnerphantasien-Frauen-Fluten-K%C3%B6rper-Geschichte/product-reviews/3492230415/ref=cm_cr_dp_d_show_all_btm?ie=UTF8&reviewerType=all_reviews


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Zur Anti-Atomkraft-Bewegung...
« on: February 02, 2019, 04:47:15 PM »
Anti-Atomkraft-Bewegung bezeichnet weltweite soziale Bewegungen und zivilgesellschaftliche Engagements, die sich für einen Atomausstieg und gegen die Nutzung der Kernenergie wenden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Atomkraft-Bewegung

Kernenergie nach Ländern
Dieser Artikel beschreibt die aktuelle Situation der zivilen Nutzung der Kernenergie in einzelnen Ländern.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_nach_L%C3%A4ndern

Die Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland ist eine in den 1970er Jahren entstandene soziale Bewegung, die sich gegen die zivile Nutzung der Kernenergie wendet. Im europäischen Vergleich zeichnet sich die deutsche Anti-Atomkraft-Bewegung durch ihre Stärke und insbesondere durch ihre Kontinuität aus. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Atomkraft-Bewegung_in_Deutschland


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Architektur (Bauwerk & Raum) [Verortung] / Kassel...
« on: January 29, 2019, 10:02:51 AM »
Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Nach Angaben des Hessischen Statistischen Landesamtes hatte Kassel am 31. Dezember 2017 200.736 Einwohner. Die Stadt gibt für Dezember 2018 205.076 Einwohner an. ... (Stand 01/2019)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kassel


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Blogs [Weblogs | Blogroll] / [Einzelne ausgewählte Blogbeiträge ... ]
« on: January 26, 2019, 04:50:03 PM »
Quote
[...] Der Istanbul-Grill ist eine deutsche Insel.

Manchmal hat man zwischen zwei Terminen noch Zeit. Zu wenig Zeit, noch einmal in den Vorort im Berliner Südwesten zu fahren und zu viel Zeit um schon am verabredeten Ort zu sein. So ging es mir anderntags. Ich stand auf einmal unversehens auf einer fürchterlich öden Berliner Straße. Nagelstudios, eine Aral-Tankstelle, eine Anwaltskanzlei für Familienrecht mit verstaubten Teddybären im Fenster. Wohnhäuser, auf der Straße rauschender Autoverkehr. Eine Seniorenresidenz. Vor dem Eingang rauchen die Pfleger und die Bewohner. Kein Café, außer einer Bar, die ist geschlossen. An der Ecke aber ist ein türkischer Imbiss. Istanbul-Grill, geöffnet ab 9.30 Uhr. Es war elf Uhr.

„Ayran und einen Pfefferminztee, bitte“ sage ich. Der Mann hinter dem Tresen nickt. „Für hier?“. „Für hier“ sage ich und setze mich in eine Ecke, in die ein bisschen Sonne fällt. Ein Fernseher über der Theke. Die Sängerin singt von der Liebe. Bilder von Beirut. Der Mann, der Ayran und Tee bringt, seufzt. Beirut?, frage ich. „Ja“, sagt er. „Rabat?“, fragt er mich. „Fast“, sage ich. Aber die gleiche Sprache sprechen wir doch. „Istanbul-Grill?“, frage ich. „Vor zwei Jahren ist der Inhaber zurück in die Türkei. Izmir. Ruhestand. Istanbul liegt am Meer. Beirut liegt auch am Meer. Das passt schon. Ich lache. Er lacht. Ein offenes Lachen. „Schon lange in Berlin?“, fragt er mich. Ich schüttle den Kopf. „Nur noch gelegenheitshalber.“ Der Mann nickt. Wir sprechen über Beirut, Berlin, Hundescheiße auf dem Gehweg, den langen Winter, den besten Wochenmarkt und er sagt: Karim. Ich sage: Read On.

Dann muss der Mann zurück hinter die Theke. Eine Gruppe von Bauarbeitern kommt in den Istanbul-Grill. Es sind Polen. Der älteste der Bauarbeiter hat schon graue Haare und einen Stoppelbart, der Jüngste sieht aus, als wäre er gestern noch in der Schule gewesen. Vielleicht ist das so. Fünf Döner-Teller mit allem. Das müssen sie nicht sagen. Sie setzen sich hin. Der Mann hinter der Theke begrüßt die Männer mit Namen. Schön dich zu sehen: Piotr, Pavel, Matheusz,Jakub,Radek.

Sie nicken und vor dem Döner-Teller kommt eine Suppe. Der Mann hinter der Theke, fragt nach der Baustelle und dem Rücken des ältesten Mannes der Runde. „Schwer heben, nicht gut“ sagt er. Die Bauarbeiter sagen: Ja, aber immer alles schnell, schnell.“ Alle seufzen und dann essen sie.

„Sie sind wie Familie“, sagt Karim hinter der Theke zu mir und bringt noch einen Tee.

Erst dann fällt mir auf, dass der Istanbul-Grill viel mehr Besucher hat als ich erst dachte.

Am Tisch mir gegenüber hält sich ein Mann an einem Bierglas fest. Er trägt eine speckige Lederweste und zu seinen Füßen stehen vier Plastiktüten. Ungekämmtes Haar, eine alte Baseballkappe vor ihm auf dem Tisch. Seine Turnschuhe haben keine Schnürsenkel mehr, sondern sind mit Paketklebeband zusammengehalten. Er bekommt auch eine Suppe wie die Bauarbeiter. Er sitzt tiefgebeugt über der Suppe und schlürft. Statt einer Serviette behilft er sich mit dem Ärmel. Der Mann wäre in keinem Restaurant, keinem Café willkommen, für Männer wie ihn gibt es die Bahnhofsmission, wir wollen lieber nicht neben ihnen sitzen und dann gibt es denn Grill-Istanbul. Ein Bier, welches der Mann in 5 Cent Stücken bezahlt und eine Suppe, die auf keiner Rechnung auftaucht. Der Karim, der macht ne richtig gute Suppe wie bei Muttern ruft der Mann.

Hinter dem Mann mit der Suppe sitzt eine grell geschminkte Frau, sie trinkt Kaffee und liest in der Hörzu. Sie sieht immer wieder auf ein Telefon vor ihr auf dem Tisch. Aber das Telefon klingelt nicht. Schließlich wählt sie eine Nummer und dann ruft sie dreimal: Scheiße, Scheiße, Scheiße. Sie stopft die Hörzu in die Tasche und Karim sagt: „Stress zu Hause?“ Die Frau nickt. „Große Scheiße“ sagt sie. Der Bert ist mit den ganzen Möbeln einfach weg. Dann geht sie geschlagen nach draußen.

Karim räumt die Kaffeetasse ab.

Links von der Theke wo Börek mit Hack und Spinat und Käse und kleingeschnittenes Gemüse liegt, da sitzt ein Mann, vielleicht Mitte 40. In einer Tasche hat er Hemden aus der Reinigung, 10 Hemde für 12 Euro oder so. Vielleicht hat er seinen Job verloren, dann die Frau, dann vielleicht das Haus, vielleicht hat er nur noch ein bedsit, keine richtige Wohnung mehr. Die Kinder schämen sich. Er ist einen Döner, hastig und hungrig, vielleicht ist das die warme Mahlzeit am Tag.

Dann kommen zwei Männer und zwei Frauen aus dem Seniorenheim in den Istanbul-Grill. Einen der Männer habe ich rauchen sehen vor der Tür. Er hat eine Sauerstoffflasche dabei, er hustet, ein angestrengtes Husten, ein Husten der schlimmer wird, aber der Mann strahlt. „Hallo Karim“. Karim kommt und sagt: Hallo Heinz.“ Die zwei Männer und zwei Frauen setzen sich an ihren Tisch. Karim bringt Bier, Kaffee und Saft. Prosit, ruft Heinz und dann bringt Karim ein Brettspiel: Mensch Ärgere Dich nicht und schon würfeln Heinz und seine Freunde und für einen Moment ist die Seniorenresidenz gegenüber ganz weit weg, ist der Istanbul-Grill ein Restaurant mit Meerblick und Zeitvertreib. Zwei Mädchen kommen herein. Mädchen, die Jacqueline und Tiffany heißen und eine Handvoll Kleingeld haben. „Reicht das für zwei Eis?“

Ihre Mutter raucht vor der Tür.

Die Mädchen bekommen Eiscreme, aber gleichzeitig Nachhilfe in Mathematik, Wertschätzung und dieses Strahlen, das Karim hat für die Menschen, die im Feuilleton gesellschaftliche Verlierer oder Transferempfänger heißen.

Der Istanbul-Grill ist ein Gemälde von Otto Dix. Hier setzen die Trinker, die Obdachlosen, die noch nicht ganz Obdachlosen, die Gelegenheitsarbeiter, die Zugehfrauen zwischen zwei Wohnungen, die Bauarbeiter, die Menschen, die nicht weiter wissen, denen die Tage zu lang sind, die aufgegeben haben, die Alten zu denen vielleicht an Weihnachten noch einmal Besuch kommt, aber sonst nicht mehr. Hier sitzen die Anderen. Der Istanbul-Grill und es gibt viele von ihnen, ist Sozialamt, erste Hilfe, Familienersatz, ist Wärme und nicht nur die wärmende Suppe. Der Istanbul-Grill holt Leute von der Straße, fragt nicht, verachtet nicht, schenkt Tee nach. Im Istanbul-Grill kann man anschreiben und man kann seine Plastiktüten später abholen und dann liegt ganz oben ein Döner mit allem in Silberpapier. Der Istanbul-Grill ist Heimat, Wohnzimmer, der letzte Anker und die stete Vergewisserung: „Hallo, gut dich zu sehen.“ Das hören die Gäste sonst wohl schon seit Jahren nicht mehr.

Dann aber muss ich gehen. „Danke, sage ich und Karim sagt: „Ich hoffe man sieht sich wieder.“ Ich nicke. Danke, sage ich noch einmal und ich denke, es wäre doch an der Zeit öfter Danke zu sagen, dafür, dass so viele, die wir vergessen im Grill Istanbul willkommen und aufgehoben sind. Ihre Geschichten, die von Karim aus Beirut, dem Inhaber des Istanbul-Grills werden nicht erzählt, oder nur sehr selten, wenn wir darüber sprechen, was Deutschland prägt, aber ohne sie, ohne ihre Fähigkeit den Menschen die es am nötigsten haben, die Hand hinzuhalten, wäre Deutschland ein viel, viel ärmeres Land.

Karim bringt mir Baklava.

Ich will Trinkgeld geben.

Aber Karim hat das Wort auf Deutsch noch nie gehört.

Wir streiten natürlich darum, ob er es annehmen will.

Für den nächsten Gast, sage ich schließlich.

Wir lachen.

Salam aleikum, Karim.

Der Karim ist ein Mensch, sagte der Mann mit dem Bierglas und der Suppe und den vielen Plastiktüten. Ein richtiger Mensch.


Aus: "Der Istanbul-Grill ist eine deutsche Insel." Read on (Mai 25, 2018)
Quelle: https://readonmydear.com/2018/05/25/der-istanbul-grill-ist-eine-deutsche-insel/

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[...] Die Kurve hinter der das ‚christlich-jüdische‘ Abendland liegt.

Das Kloster Seeon ist 660 Kilometer von Berlin entfernt und doch mag es gut sein, dass wenn ich aufstehe, auch im Kloster Seeon, wo die CSU dieser Tage beisammen ist, schon Kaffee getrunken wird und die Schlipse gebunden werden . Aber ich fahre wie so oft an diesem Samstag früh auf den Markt, denn Herr Yilmaz bei dem Gemüse einhole, kann auch nicht schlafen. Ich kaufe also Mohrrüben, Blumenkohl und bei Herrn Yilmaz schöner Frau kaufe ich Maultaschen, denn der Mensch soll eine Brühe haben.

Herr Yilmaz fragt: Na Fräulein Read On, immer noch Karten für Deniz Yücel. „Ja, sage ich Herr Yilmaz, heute wird es Karte 295.“ Herr Yilmaz schüttelt den Kopf und stößt Flüche aus, die hier nur auf Grund des Anstandes und der Sittlichkeit nicht wiederholt sein sollen. Aber länger kann ich mit Herrn Yilmaz nicht ratschen, obwohl ich das gern tue. Denn mir sind ja noch, vielleicht gehen Sie, die Mitglieder des CSU-Parteitages gerade zum Frühstück herunter, ihre Worte im Ohr, die sich so vernimmt man auch im fernen Berlin in einem Positionspapier finden und dort heißt so schrecklich schön, denn Deutsch ist eine schrecklich schöne Sprache: „neben unserer Liebe zur deutschen Heimat gilt es die christlich-jüdische Tradition des Abendlandes zu bewahren.“ Während ich also meine Einkäufe im Fahrradkorb verstaue, da erinnere ich mich an etwas- das werte CSU-Mitglieder ist die jüdische Krankheit, wenn die deutsche Krankheit, niedriger Blutdruck ist, so ist die jüdische Krankheit immer das Gedächtnis gewesen. Herr Yilmaz aber lässt mich nicht gehen ohne mir noch eine Ananas zuzustecken und fragt: Sie sind aber eilig Fräulein Read-On?“ Ich nicke durchaus betrübt, „ich will sage ich zu ihm, noch auf einem Sprung dort vorbeisehen, wo das jüdisch-christliche Abendland begraben liegt.“ Herr Yilmaz nickt. „Ach Fräulein Read On.“

Ist man nämlich schon auf dem Markt im Berliner Südwesten, ist es nicht mehr weit bis zum Grunewald und ob Sie im Kloster Seeon auf Tannen blicken, weiß ich nicht, aber hier auf der stillen Straße, da ist der Wald so dicht, wie im schönen Bayern. Damals ich lebte fern von Europa und besuchte nur in den Ferien meine Großmutter in Deutschland, da fuhr sie mit mir in den Grunewald. Denn Sie müssen wissen, werte Damen und Herren der CSU, meine Großmutter war die Tochter des patriotischsten der deutschen Juden, den sie sich vorstellen können und meine Großmutter wurde im gleichen Jahr geboren, da war Walther Rathenau Außenminister des Deutschen Reiches. Meinem Urgroßvater erschien dies als besonders glückliche Fügung. „Wenn ein Jude, Außenminister ist, sagte er dann können auch die Töchter der deutschen Juden alles werden“ und so schwor mein Urgroßvater seine fünf Töchter auf ein Studium ein. Nur meine Großmutter kam aus Auschwitz zurück, das nämlich war das Resultat des christlich-jüdischen Abendlandes unter deutscher Ägide, dessen Enkeltochter ich nun einmal bin.

Aber als ich ein Kind war, das ist jetzt auch schon lange her, da war Walther Rathenau noch immer der Säulenheilige unserer Familie. Meine Großeltern machten niemals das Licht an ohne mit Bewunderung auszurufen: „Dank der AEG.“, denn wie Sie sicher wissen, hat der deutsche Jude Emil Rathenau und dann sein Sohn, Deutschland elektrifiziert und niemand, wirklich niemand in meiner Familie mochte sich darüber beruhigen, dass es ein deutscher Jude war, der den Deutschen ein Licht aufgehen ließ. Walther Rathenau war im Bücherregal meiner Großeltern ein eigenes Fach reserviert, und natürlich hing auch ein Rathenau Bild in der Wohnung und so habe auch ich Bitterfeld niemals allein mit der DDR-Industrie und ihren Umweltkatastrophen in Verbindung gebracht, sondern mit dem Seufzen meiner Großmutter: hier war Walther im Exil. Aber damals als wir in den Grunewald fuhren, da schwieg meine Großmutter und wir liefen ziemlich lang, die Straße hinunter, die auch ich mit dem Fahrrad heute Morgen entlangfuhr und wenn die Königsallee und die Erdener Straße sich kreuzen, eine weite Kurve ist an dieser Stelle, dann steht man dort wo das christliche-jüdische Abendland begraben liegt. Das christlich-jüdische Abendland kennt schöne Lieder und heute am Dreikönigstag, da kann man gut noch einmal singen: „Lasst uns froh und munter sein.“ Gesungen wurde auch ein anderes Lied zu dieser Melodie und die letzte Strophe, die ging so:

Auch Rathenau, der Walter,

Erreicht kein hohes Alter,

Knallt ab den Walther Rathenau

Die gottverfluchte Judensau!

Aber das erzählte mir meine Großmutter nicht, damals als ich ein Kind war, das kam erst später, aber als wir an der Ecke standen, der Straßenkreuzung, da erzählte sie mir wie der deutsche Patriot Walther Rathenau, ja, die Juden waren deutsche Patrioten auch wenn Ihre Partei die CSU nämlich, den Juden gern Frieden für ihre Heimat wünscht und damit niemals den Grunewald meint. Anders als der feige deutsche Hurra-Patriot nach verhandelte der Außenminister Rathenau nämlich den Versailler-Vertrag, wollte, dass Deutschland zurückkehrte an den Tisch der europäischen Politik. Altes Abendland Sie wissen schon, die feigen deutschen Generäle sangen lieber das Lied vom Soldatentod im grünen Gras und putzten ihre Orden, so unterschiedlich kann man Patriotismus leben. Walther Rathenau fuhr nach Rapallo und ließ sich demütigen für Deutschland. Er verhandelte mit den Briten, er fuhr nach London und Genua und in Deutschland, da sang man Weihnachtslieder und hasste den Juden Rathenau. Irgendwann fragte Walther Rathenau, wie wir alle an einem Punkt unseres Lebens uns fragen: „Warum hasst man mich eigentlich so furchtbar?“ Und man antwortete ihm: „Weil Sie Jude sind und ausschließlich deshalb. Sie sind die lebendige Widerlegung der antisemitischen Theorie von der Schädlichkeit des Judentums für Deutschland.“ Vielleicht lächelte Walther Rathenau, und am Morgen des 24 Junis 1922 wurde Walther Rathenau an der Straßenkreuzung an der ich stehe, von drei Mitgliedern der Operation Consul ermordet. Man schoss ihm in den Kopf, in den Rücken und in den Kiefer, gar nicht patriotisch, sondenr ziemlich abgeklärt mit einer Maschinenpistole und ein zweiter Attentäter, der warf eine Handgranate hinterher. Da steht man einem kühlen Januarmorgen und der Gedenkstein ist schmutzig und grau und dort in der Kurve, dort liegt das christlich-jüdische Abendland begraben, das so gern zitiert wird, aber dort hat man dem Juden in den Kopf geschossen, gut versteckt im dichten Gebüsch und das ist das christlich-jüdische Abendland gewesen und aller Sentimentalität, die die Juden meiner Familie hegten, so schluckten sie doch und wussten nicht weiter und meine Großmutter und ich brachten einmal im Jahr weiße Rosen. Dort liegt der Unterschied begraben zwischen jenen, die vom christlich-jüdischen Abendland schwärmen können und jenen, die auf der Straße verbluteten.

Die Operation Consul, eine Terrorgruppe lässt sich übrigens gut und gern jener von Armin Mohler geprägten Begrifflichkeit der „Konservativen Revolution“ zuordnen, die gerade bei ihnen Karriere macht, aber das christliche Abendland, das den Juden so gern in den Kopf schoss und schließlich ganz Europa judenrein machte, das muss nicht im Kloster Seeon verteidigt werden, denn das gibt es schon seit so vielen Jahrzehnten nicht mehr, es wird nie wieder kommen, es ist nur noch ein Stein an einer befahrenen Kreuzung davon übrig und seit 1922 hat es in Deutschland nie wieder einen jüdischen Außenminister gegeben.

Wenn Sie aber Zeit haben, dann gehen Sie doch die Königsallee noch einen Kilometer hinauf, da steht sie die Villa von Walther Rathenau, vor der ich mit meiner Großmutter stand und sie erzählte mir von jenem Mann, der einfach so beim Kaiser durch die Tür marschierte und niemals darüber hinweg kam, dass ein deutscher Jude nicht auch Offizier werden konnte. Ob Walther Rathenau vielleicht im Sommer einmal nach Kloster Seeon wanderte weiß ich nicht, aber in München kurz vor der Jahrhundertwende, da hörte er Vorlesungen in Maschinenbau, aber er träumte davon Maler zu werden. Sie werden verstehen, werte CSU-Klausurtagungsteilnehmer, jeder Patriot hat eine Schwäche und mein Urgroßvater, der preußischste unter ihnen, pfiff gern Liebeslieder, auch solche aus Frankreich.

Es lohnt sich manchmal an einer Kreuzung in Berlin-Grunewald zu verharren, in Gedanken oder auch ganz selbst, 660 Kilometer sind nicht wenig, aber man erzählt sich, es gäbe einen wirklich schnellen Zug von München nach Berlin.


Aus: "Die Kurve hinter der das christlich-jüdische‘ Abendland liegt" Read on (Januar 6, 2018)
Quelle: https://readonmydear.com/2018/01/06/die-kurve-hinter-der-das-christlich-juedische-abendland-liegt/

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Nachtrag: Jonas Leppin - Verifizierter Account @JoLepp (13:09 - 31. Mai 2019)
Mit einer erfundenen jüdischen Familiengeschichte hat die in Dublin lebende deutsche Historikerin Marie Sophie Hingst (@MlleReadOn) die Leser ihres Blogs "Read on my dear, read on" ... getäuscht.  ... Der Blog "Read on my dear, read on" wurde von der Autorin inzwischen offenbar gelöscht. ...
https://twitter.com/JoLepp/status/1134552533458927616

Nachtrag #2
Tagebuch Freitag, 31. Mai 2019 – Was man glauben möchte
Hingsts Blog war seit Jahren auf meinem Radar; ich stolperte irgendwann darüber, als sie noch auf Englisch schrieb, dann wechselte sie zu Deutsch, woraufhin mehrere Leute in meiner Timeline oder meiner Blogblase sie häufiger zu lesen und zu verlinken schienen. ... Es macht einen Unterschied, ob man sich eine evangelische oder eine jüdische Großmutter erfindet. Es macht einen Unterschied, ob man sich eine Opferperspektive und damit eine Deutungshoheit aneignet, die man schlicht nicht hat. Es macht einen Unterschied, ob man Lesern und Leserinnen vortäuscht, ein Leben zu führen, das nicht existiert oder es von vornherein als ein literarisches Experiment aufzieht und kenntlich macht. Wenn Hingst das getan hätte, hätte es vermutlich öfter Kommentare gegeben, die genau diese Opferperspektive latent geschmacklos gefunden hätten, ähnlich wie bei Würgers Roman Stella, bei dem die Perspektive ähnlich war. ...
https://ankegroener.de/blog/?p=31942

Nachtrag #3
Klaus Graf (1. Juni 2019): "Die Causa Hingst – Fragen und erste Antworten zu einem Skandal der Blogosphäre" [Dieser Beitrag versucht, eine sachliche, differenzierte Auseinandersetzung anzustoßen.] | https://archivalia.hypotheses.org/99981

Nachtrag #4:

"The life and tragic death of Trinity graduate and writer Sophie Hingst" Derek Scally (Jul 27, 2019)
https://www.irishtimes.com/news/world/europe/the-life-and-tragic-death-of-trinity-graduate-and-writer-sophie-hingst-1.3967259

https://www.tagesspiegel.de/kultur/bloggerin-marie-sophie-hingst-sie-glaubte-ihre-eigenen-luegen/24845010.html


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Zwischenspeicher (Memos) / Interviews ...
« on: November 22, 2018, 09:29:41 PM »
Dirk Bogarde Interview - "Above the Title"
Russell Harty interviews Dirk Bogarde at Dirk's house in France, 1986.
https://www.youtube.com/watch?v=QfeDhkJ-w_8 | https://en.wikipedia.org/wiki/Dirk_Bogarde


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Kategorie:Umweltgefährlicher Stoff
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Umweltgef%C3%A4hrlicher_Stoff

Kategorie:Ökotoxikologie
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:%C3%96kotoxikologie

Glyphosat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphonate. Es ist die biologisch wirksame Hauptkomponente einiger Breitband- bzw. Totalherbizide und wurde seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre von Monsanto als Wirkstoff unter dem Namen Roundup zur Unkrautbekämpfung auf den Markt gebracht. Weltweit ist es seit Jahren der mengenmäßig bedeutendste Inhaltsstoff von Herbiziden. Glyphosatprodukte werden mittlerweile von mehr als 40 Herstellern vertrieben. ... Ausgehend von Medienberichten und einigen kontrovers diskutierten Studien über mögliche Gesundheitsgefahren von Glyphosat hat sich seit Jahren eine intensive öffentliche und wissenschaftliche Debatte entwickelt. Ab 2015 verschärfte sich die Diskussion zusehends. Eine europäische Bürgerinitiative forderte mit fast 1,1 Millionen gültigen Unterschriften das Verbot von Glyphosat....
https://de.wikipedia.org/wiki/Glyphosat

"EU verlängert Glyphosat-Zulassung um fünf Jahre" (27.11.2017)
Glyphosat ist ein hoch umstrittenes Unkrautvernichtungsmittel, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Die EU-Kommission hat die Zulassung des Pestizids nun um fünf Jahre verlängert. ... 18 Mitgliedstaaten hätten für den Vorschlag der Kommission für eine Verlängerung um fünf Jahre gestimmt, neun dagegen, ein Land habe sich enthalten. Damit sei die nötige qualifizierte Mehrheit erreicht. Auch Deutschland hat für die weitere Zulassung gestimmt. ... Behörden, die sich um Risikobewertung kümmern, kommen im Zusammenhang mit Glyphosat zum Schluss, dass keine Gefahr für den Verbraucher besteht. So etwa die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa, die Chemikalienagentur Echa und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung.
Unabhängig davon gibt es Bedenken, unter anderem beim Umweltbundesamt, gegen die Vernichtung von Kräutern und Gräsern auf Ackerflächen. Damit werde Insekten und Feldvögeln großflächig die Lebensgrundlage entzogen. Bauernverbände warnen hingegen, sie müssten bei einem Verbot noch schädlichere und gleichzeitig weniger wirksame Pestizide einsetzen.
Die EU-Kommission wollte ursprünglich eine Verlängerung der Lizenz um zehn Jahre. Dafür bekam sie aber im Kreis der EU-Mitgliedsländer keine Unterstützung. Auch ein neuer Antrag auf Verlängerung um fünf Jahre fiel Anfang November zunächst durch. Daraufhin beantragte die Brüsseler Behörde das Vermittlungsverfahren, das nun erfolgreich war. Nach Angaben der EU-Kommission darf jedoch jedes Mitgliedsland noch selbst entscheiden und bei ernsten Bedenken den Verkauf von Glyphosat verbieten.
Die deutsche Bundesregierung, die seit der Bundestagswahl nur noch geschäftsführend im Amt ist, ist sich nicht einig. Das CSU-geführte Landwirtschaftsministerium war für und das SPD-geführte Umweltministerium gegen eine weitere Zulassung. Wegen dieses Widerspruchs enthielten sich deutsche Vertreter bei den vorangegangenen Abstimmungen - ein wesentlicher Grund, dass zuvor weder für noch gegen die Zulassung die nötige Mehrheit der Mitgliedstaaten zustande gekommen war.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/glyphosat-eu-verlaengert-zulassung-um-fuenf-jahre-a-1180544.html

"Argentinien: Krank durch Glyphosat?" Simon Plentinger (21.07.2018)
In Argentinien werden Glyphosat und andere Agrarchemikalien in riesigen Mengen eingesetzt, vor allem beim Anbau von genmodifiziertem Soja. Es gibt zwar wissenschaftliche Hinweise, dass dies auf Kosten der Gesundheit der Landbevölkerung geht. Aber in Politik und Medien findet keine Diskussion darüber statt. ...
https://www.deutschlandfunk.de/argentinien-krank-durch-glyphosat.724.de.html?dram:article_id=423508

"Washington: USA: Glyphosat auf der Anklagebank" Dirk Hautkapp (16.07.2018)
Tausende Krebskranke wollen Chemiekonzern Bayer wegen seines Unkrautvernichters verklagen. Die Chemikalie trage Schuld an ihrer Erkrankung ... Bevor Johnson stirbt, so sagt sein Anwalt Timothy Litzenburg, soll in einem Jahrhundert-Prozess der Verursacher der Erkrankung haftbar gemacht werden. Nach Überzeugung von Johnson ist das der just für rund 63,5 Milliarden Dollar im deutschen Bayer-Konzern aufgegangene Agrar-Chemie-Riese Monsanto. Genauer: dessen weltweit jährlich rund fünf Milliarden Dollar einbringender Verkaufsschlager im Segment der Unkrautvernichter: Glyphosat. In Amerika und andernorts unter dem Namen „Roundup“ im Handel....
Dagegen steht ein Gutachten der zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörenden Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC). Dort hatten Wissenschaftler 2015 konstatiert, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend bei Menschen“ sei. Kalifornien, regelmäßig progressiver in Umweltfragen als andere Bundesstaaten, stufte Glyphosat danach als krebserregend ein.
Die Anwälte von Dewayne Johnson wissen, dass ihnen der lückenlose wissenschaftliche Nachweis der Krebsgefahr bei Glyphosat kurzfristig nicht gelingen kann. Stattdessen, so zeichnete sich beim Prozessauftakt am 9. Juli ab, unternehmen sie den Versuch, die Neutralität und Gründlichkeit der Untersuchungen zu erschüttern, die zur behördlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung geführt hat.
Unabhängige Wissenschaftler, die Zweifel an der Monsanto-Lesart hegten, seien unter Druck gesetzt worden. Wisner will dies unter anderem anhand von internen Unterlagen belegen, die man von ehemaligen Monsanto-Angestellten bekommen habe.
Die Papiere werfen ein ungünstiges Licht auf das Unternehmen. Eine Mitarbeiterin konstatiert: „Wir haben keine Krebsstudien mit Roundup gemacht.“ In einem anderen Schriftverkehr heißt es, dass Monsanto-Angestellte als „ghostwriter“ an oberflächlich unabhängigen Studien mitgetextet haben sollen, was Monsanto bestreitet.
Im Gericht, so schilderte der Jurist Robert Kennedy Jr., der 800 Glyphosat-Opfer vertritt, wurde bereits der frühere Chef-Toxikologe Monsantos, Mark Martens, vernommen. Er soll geschildert haben, wie die Firma in den 90er-Jahren Studien wegdrückte, die Glyphosat als potenziell schädlich für die menschliche Genetik einstuften. Als der damals weithin anerkannte Experte Dr. James Parry als Gegengutachter angeheuert wurde, den prekären Befund jedoch bestätigte, soll die damalige Produktionsleiterin von Monsanto, Donna Farmer, erwogen haben, den Wissenschaftler zu bestechen, damit er seine Resultate abschwächt.
Damit fangen für Bayer die Probleme aber erst an. Parallel zum Präzedenzfall Johnson hat in der vergangenen Woche ebenfalls in San Francisco Bundesrichter Vince Chhabria die Schleuse für 400 weitere Klagen gegen Monsanto wegen Glyphosat geöffnet. Der Konzern hatte bis zuletzt erbittert um die Abweisung der Anträge gekämpft, hinter denen sich Landwirte, Gartenbaubetriebe und private Nutzer von „Roundup“ befinden. ...
https://www.morgenpost.de/web-wissen/article214853361/USA-Glyphosat-auf-der-Anklagebank.html

"BSAG rückt von Glyphosat ab" Elke Hoesmann (22.07.2018)
Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) hat erstmals seit Jahren das Unkraut auf ihren Gleisanlagen nicht mit glyphosathaltigen Mitteln bekämpft. Aus eigenem Antrieb geschah das aber nicht. ... Es war vielmehr der Pflanzenschutzdienst des Landes, der einen BSAG-Antrag auf Ausbringen von Glyphosat ablehnte. Begründet wurde dies mit einem neuen Bürgerschaftsbeschluss. SPD, Grüne und Linke im Landesparlament hatten der BSAG vergangenen Dezember einen Denkzettel verpasst.
Das kommunale Verkehrsunternehmen soll keine Produkte mit Glyphosat mehr verwenden, wurde beschlossen. Außerdem sollen für diese Mittel keine weiteren Nutzungsgenehmigungen in Bremen ausgestellt werden. Kurz vor dem Votum hatte der WESER-KURIER berichtet, dass die BSAG zweimal jährlich glyphosathaltige Unkrautvernichter aufs Gleisbett bringt – insgesamt knapp 120 Liter auf zwölf Hektar....
... Die Substanz werde direkt auf das Schotterbett verteilt, erläutert Holling, so gebe es keinen Sprühnebel. Etwa eine Woche später welken die Pflanzen und sterben ab. Der Dienstleister protokolliert den Einsatz, der Pflanzenschutzdienst erhält die Aufzeichnungen. Laut Gesundheitsbehörde nahm der Dienst sogar eine Bodenprobe, um zu überprüfen, dass kein Glyphosat im Spiel war.
Kampf gegen Wildwuchs ohne Chemie – in kleinerem Umfang wird das in Bremen schon seit Längerem praktiziert. Auf Glyphosat und andere Pflanzenschutzmittel verzichten zum Beispiel der Umweltbetrieb oder Werder Bremen. Und bereits seit etlichen Jahren wird am Flughafen  das Unkraut mit heißem Schaum oder heißem Wasser niedergemacht. Auch Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will nun den Glyphosat-Einsatz erheblich einschränken – aber wohl nicht im Gleisbereich: Ihre für nächstes Jahr geplante Verordnung soll kein Anwendungsverbot für die Deutsche Bahn enthalten....
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-bsag-rueckt-von-glyphosat-ab-_arid,1751029.html

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Rechtsphilosophie ...
« on: June 22, 2018, 04:12:24 PM »
Die Rechtsphilosophie ist ein Teilgebiet der Philosophie und Grundlagendisziplin der Rechtswissenschaft, die sich mit den grundlegenden Fragen des Rechts befasst. Rechtsphilosophische Fragestellungen sind beispielsweise:

    Was ist Recht?
    In welchem Verhältnis stehen „Gerechtigkeit“ und „Recht“ zueinander?
    In welchem Verhältnis stehen Rechtsnormen zu anderen sozialen Normen, insbesondere zur Moral?
    Welchen Inhalt sollte das Recht haben?
    Wie entstehen Rechtsnormen?
    Was ist der Grund für die Geltung des Rechts? (Verbindlichkeit)
    In welchem Verhältnis stehen „Rechtsgefühl“ und „Recht“ zueinander?

https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsphilosophie

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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Liberalismus...? (Notizen)
« on: June 07, 2018, 09:14:59 AM »
Der Liberalismus steht im Gegensatz zum Totalitarismus und gilt in der modernen westlichen Welt oftmals als Voraussetzung für eine moderne, pluralistische Demokratie. Bis in die Gegenwart betrachten sich auch Vertreter von nicht explizit liberalen Parteien als Liberale im Sinne der aufklärerischen Definition des Liberalismus. Der Liberalismus begründete eine Rechtfertigung dafür, sich von alten Lehren zu befreien, die sich für die Unfreiheit und rechtliche Ungleichheit des Menschen aussprachen. Beispiele solcher Lehren sind der Feudalismus, weil er den Menschen an einen Lehnsherren band, und der Absolutismus, der politische Macht nur dem König zugestand. Im Unterschied zum Anarchismus lehnt der Liberalismus den Staat nicht ab, sondern sieht im Nationalstaat den Garanten für Freiheit und Eigentum. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Liberalismus


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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / [Tierschutz ... ]
« on: March 22, 2018, 04:05:46 PM »
Als Tierschutz werden alle Aktivitäten des Menschen bezeichnet, die darauf abzielen, Tieren ein artgerechtes Leben ohne Zufügung von Leiden, Schmerzen, Schäden und unnötigen Beeinträchtigungen zu ermöglichen. Der Tierschutz zielt auf das einzelne Tier und seine Unversehrtheit. Im Unterschied zu den Verfechtern von Tierrechten, die teilweise jegliche Nutzhaltung von Tieren durch den Menschen ablehnen, liegt im Tierschutzrecht und seinen zugehörigen Regelungen der Schwerpunkt auf der sach- und artgerechten Haltung, Umgang mit und Nutzung von Tieren durch den Menschen. Aufgrund der unterschiedlichen Nutzungsweise begrenzt sich die Tierschutzbewegung zumeist auf regional den Menschen vertraute und ihnen sympathische Wirbel- und Säugetiere.  ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Tierschutz




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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Neoliberalismus...? (Notizen)
« on: March 09, 2018, 08:11:46 PM »
Neoliberalismus
https://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus

"Walter Ötsch: Die Anfänge des Neoliberalismus" (Am 04.01.2016 veröffentlicht)
Eine Vorlesung von Walter Ötsch aus der Reihe: Kulturgeschiche des Denkens über die Wirtschaft ...
https://www.youtube.com/watch?v=rIgPsGFzG8Y


"Reply: Fault Lines" Daniel Rodgers ▪ January 22, 2018
Words gain political traction when they resonate with immediate experience. “Neoliberalism” does not. ... This reply concludes a forum discussion on the uses and abuses of “neoliberalism,” responding to Daniel Rodgers’s essay in our Winter 2018 issue. Read the preceding responses—by Julia Ott, Mike Konczal, N. D. B. Connolly, and Timothy Shenk... https://www.dissentmagazine.org/online_articles/debating-uses-abuses-neoliberalism-forum
What’s wrong with the word “neoliberalism?” A lot, if these responses are to be believed. ...
https://www.dissentmagazine.org/blog/neoliberalism-forum-daniel-rodgers-reply


"Was bedeutet "neoliberal"?" Uwe Jean Heuser (25. November 2010)
Wie ein Begriff, der früher Gutes meinte, zum Schimpfwort wurde.  ... "Sie sind neoliberal": Damit will ein Abgeordneter sagen, der andere kümmere sich nicht um die Armen und Benachteiligten im Land, sondern mache die Reichen nur reicher und große Unternehmen noch mächtiger. An diesem Beispiel sieht man, wie sich die Bedeutung eines Wortes verändern kann. Denn der Neoliberalismus war Mitte des vergangenen Jahrhunderts eigentlich dazu gedacht, die Unternehmen stärker zu überwachen und allen Menschen zu neuen Chancen zu verhelfen.  ... Merkwürdig, wie der Ausdruck "Neoliberalismus" seine Bedeutung verändert hat. Die Neoliberalen, das waren eigentlich die Gründer der sozialen Marktwirtschaft, heute aber soll der Begriff oft solche Leute bezeichnen, die dieser sozialen Marktwirtschaft den Rücken kehren wollen. ...
http://www.zeit.de/2010/48/Wirtschaft-fuer-Kinder

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allbay #1  —  1. Dezember 2010, 11:45 Uhr

Satire?

"Wenn Ihr also irgendwann mal hört, wie jemand Euch oder einen Freund von Euch als »neoliberal« beschimpft, dann könnt Ihr fragen: Weißt Du denn gar nicht, woher der Begriff stammt?" Ich habe es schon immer geahnt - die ZEIT ist ein Satireblatt.


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redime te captum, #4  —  1. Dezember 2010, 12:09 Uhr

rette sich wer kann!

“Er meint doch gerade die Ideen, aus denen unsere soziale Marktwirtschaft geboren wurde.“ ? Der Autor muss eine aufregende Jugend gehabt haben.


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morgenrot, #6  —  1. Dezember 2010, 12:30 Uhr

Der Author...

wie soviele andere Neolberale Indoktrinerite verwechselt hier, absichtlich oder unabsichtlich, Gesellschaftliche Liberalität mit der Oekonomischen. Die Neoliberalen haben die Oekonomie, die Freiheit (Liberalität des Kapitals) über alles andere gestellt und zudem die Hilfe des Staates in Anspruch genommen um diese partikular Interessen durchsetzen zu können. So ist es gekommen das dem Profit, Effizienz und Renditedenken alle anderen Zivilgesellschafltichen Bereiche unterworfen wurden. ...


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artefaktum
#8  —  1. Dezember 2010, 12:35 Uhr

Ist der Autor so naiv oder tut er nur so?

"Weißt Du denn gar nicht, woher der Begriff stammt? Er meint doch gerade die Ideen, aus denen unsere soziale Marktwirtschaft geboren wurde."

Ein Begriff mit einer ursprünglich anderen Bedeutung kann auch missbraucht werden, indem man ihn verschleiernd erhält aber jetzt etwas anderes damit meint.

Das ist bei Menschen mit neuliberalen Ansichten übrigens recht beliebt. So werden die ehemals ehrenwerten Begriffe "Reform" und "Leistung" auch gerne mißbraucht.

Bei ersterem wird Alternativlosigkeit und Fortschrittlichkeit behauptet, obwohl in Wahrheit egoistische Gruppeninteressen bedient werden. Bei zweitem läßt man nur noch einen (oft angeblicher) Wert am Markt gelten.

Diesen Artikel lass ich mal unter Weihnachtsmärchen laufen. Die erzählt man ja auch gerne kleinen (naiven) Kindern.


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part #16  —  1. Dezember 2010, 17:45 Uhr

Die Kinder können das so nicht verstehen

"Neoliberalismus" als Schimpfwort bezieht sich auf die Ideologie Milton Friedmans, die wesentlich als Kampfmittel gegen den real existierenden Sozialismus konzipiert wurde. Diese Wirtschaftsideen mutierten bei Thatcher, Clinton, Reagan, Kanzler Schröder und vielen anderen zu einer Religion, die den Markt unabhängig von der Realität als Heilmittel für alles und jedes anbetet.


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Kara Bach #18  —  5. Januar 2011, 21:45 Uhr

Dieser Artikel hat mich provoziert

und ich habe mir über die Jahreswende erneut folgende Bücher durchgelesen:
1. Grundsätze der Wirtschaftspolitik, Walter Eucken
2. Wohlstand für alle, Ludwig Erhard
3. Deutsche Wirtschaftspolitik. Der Weg der Sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard
4. Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung, Denkschrift von Ludwig Erhard.
5. Deutschlands Rückkehr zum Weltmarkt, Ludwig Erhard
6. Die Marktwirtschaft wird fortgesetzt, Ludwig Erhard In: E.W. Mänken/Mundorf, Hans (Hrsg.). Parteien – Personen – Programme. 12 Interviews aus dem Industriekurier.
7. Das sagte der Bundeskanzler. Prof. Dr. Ludwig Erhard in Reden und Interviews, Osangverlag München
8. Sparsamkeit und Nüchternheit. Regierungserklärung vom 10. November 1965. In: Karl Hohmann, Ludwig Erhard 1988. Ludwig Erhard. Gedanken aus fünf Jahrzehnten. Reden und Schriften, Econ
9. Adjektivlose oder Soziale Marktwirtschaft?, Ludwig-Erhard-Stiftung
Daraus musste ich erneut schliessen:
Erhards gesellschaftliches Leitbild war wirklich die "formierte Gesellschaft":
- keine Klassen und Gruppen mit einander ausschließenden Zielen
- kein autoritärer Zwang
- keine stände-staatlichen Vorstellungen
- Kooperation

Alles was ich fand, war der faktische Ausschluss "neoliberalitischer Thesen und Theorien".

Ich muss daher zu dem Schluss kommen, dass der Verfasser dieses Artikels ein Beitrag zur Desinformationskampagne der INSM und "für mich" ein Musterbeispiel für die heutige Methode der Tatsachenverfälschung ist.



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Music and Sound Art (Klang) / Amateur Radio (Amateur Funk)...
« on: February 25, 2018, 12:58:54 PM »
Der Amateurfunkdienst (kurz: Amateurfunk; englisch amateur radio service oder umgangssprachlich ham radio) ist im Sinne der Internationalen Fernmeldeunion ein von Amateuren ausgeübter globaler nichtkommerzieller 2-Wege Funkdienst (englisch service)
https://de.wikipedia.org/wiki/Amateurfunkdienst

Amateur radio (also called ham radio) describes the use of radio frequency spectrum for purposes of non-commercial exchange of messages, wireless experimentation, self-training, private recreation, radiosport, contesting, and emergency communication.
https://en.wikipedia.org/wiki/Amateur_radio

Was ist Amateurfunk (Videobeitrag)
https://www.darc.de/der-club/distrikte/m/ortsverbaende/01/was-ist-amateurfunk/

Der Deutsche Amateur-Radio-Club e. V. (DARC) ist mit rund 38.000 Mitgliedern Deutschlands größter Amateurfunkverband. Ihm gehören etwa 50 % der deutschen Funkamateure an. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Amateur-Radio-Club

https://www.darc.de/home/

Willkommen auf der Homepage des Ortsverbandes Kiel, M06.
Der Ortsverband wurde 1930 gegründet und besteht seit 1947 als OV des DARC.
http://www.darc-m06.de/

Den FUNKAMATEUR gibt es, die Vorgänger einbezogen, seit 1952. Auf dem DDR-Markt war er die einzige Zeitschrift, die sich mit den Hobbys Amateurfunk, Elektronik und Computer beschäftigte. Die Auflage erreichte Ende der 80er etwa 120 000 Exemplare. Sie wurde über Jahrzehnte von Karl-Heinz Schubert, DM2AXE, geleitet, der sein Amt wegen einer schweren Erkrankung im Januar 1990 aufgeben musste. Gegenwärtig umfasst jedes Heft zwischen 100 und 132 Seiten. ...
http://www.funkamateur.de/



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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Alexander Kluge ...
« on: November 29, 2017, 05:19:03 PM »
Alexander Ernst Kluge (* 14. Februar 1932 in Halberstadt) ist ein deutscher Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller, Drehbuchautor und promovierter Jurist.
Er wurde als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt, den er in Theorie und Praxis mitbegründet und weiterentwickelt hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Kluge

Kulturmagazine von dctp
https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturmagazine_von_dctp




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Erweiterter Machtdiskurs (Politik) / Diskursanalyse ...
« on: November 26, 2017, 02:26:14 PM »
Diskursanalyse ist ein Oberbegriff für die sozial- und geisteswissenschaftliche Analyse von Diskursphänomenen. Je nachdem, was als Diskurs betrachtet wird, gibt es hierfür unterschiedliche Herangehensweisen. ... Die sozialwissenschaftliche Diskursforschung untersucht die Regeln und Regelmäßigkeiten des Diskurses, seine Möglichkeiten zur Wirklichkeitskonstruktion, seine gesellschaftliche Verankerung und seine historischen Veränderungen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Diskursanalyse

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Diskursanalyse

https://de.wikipedia.org/wiki/Gespr%C3%A4chsanalyse

Deutungsrahmen sind gesellschaftlich verbreitete und individuell angeeignete Wissensstrukturen, auf die Prozesse des Verstehens aufbauen. Deutungsrahmen sind vor allem auch für das Verständnis von sprachlicher Kommunikation bedeutsam, indem sie in der meist ungenauen Alltagskommunikation das Gesagte oder Geschriebene mit Kontextinformationen anreichern, die ihm erst seinen vollen Sinn verleihen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutungsrahmen

Konsenstheorie der Wahrheit
https://de.wikipedia.org/wiki/Konsenstheorie_der_Wahrheit

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Erweiterte Gehirn Erkundschaftungen / Ernst Cassirer
« on: November 23, 2017, 11:19:29 AM »
Ernst Alfred Cassirer (* 28. Juli 1874 in Breslau; † 13. April 1945 in New York) war ein deutscher Philosoph.
Er forschte und lehrte zunächst in Berlin, ab 1919 als Philosophieprofessor an der Universität Hamburg. 1933 wurde ihm als Juden dort der Lehrstuhl entzogen. Im selben Jahr verließ er das nationalsozialistische Deutschland und ging zunächst nach Großbritannien ins Exil, wenig später nach Schweden, wo er 1939 schwedischer Staatsbürger wurde, 1941 schließlich in die USA. In der Emigration war er Gastprofessor in Oxford, anschließend Inhaber eines philosophischen Lehrstuhls in Göteborg und später Professor an der Yale-Universität und an der Columbia-Universität in New York.
Bekannt wurde Cassirer durch sein kulturphilosophisches Hauptwerk, die Philosophie der symbolischen Formen. Daneben verfasste er eine Reihe von erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen und philosophiehistorischen Schriften.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Cassirer

Mythisches Denken bei Ernst Cassirer
Mythisches Denken bei Ernst Cassirer nach der "Philosophie der symbolischen Formen"
Magisterarbeit (im pdf-Format) von Patrick Conley (1993)
http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2005/1322/pdf/1993-12-00_magisterarbeit.pdf

Philosophie der symbolischen Formen ist der Titel des Hauptwerks des Philosophen Ernst Cassirer. Die Erstausgabe erschien in Berlin in den Jahren 1923–1929. Sie umfasst drei Bände:

    1. Band: Die Sprache, 1923
    2. Band: Das mythische Denken, 1925
    3. Band: Phänomenologie der Erkenntnis, 1929

https://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_der_symbolischen_Formen


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Music and Sound Art (Klang) / Musikgeschichte ...
« on: October 24, 2017, 02:22:38 PM »
Die Geschichte der Musik umfasst viele Bereiche: Unter anderem die Entwicklung des Gesangs und der Melodie, des Rhythmus, der Musikinstrumente, des Zusammenklangs und der Mehrstimmigkeit, der Harmonik und die Entwicklung der Schriftlichkeit und Vervielfältigung (Musik als Zeichensystem und Notation). Außerdem entwickelte die Musik eine Vielfalt von Darstellungsarten, Stilen und Ästhetik.
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Musik

Die Historische Musikwissenschaft oder Musikgeschichte beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung von Musik. So ist der Gegenstandsbereich etwa die Einteilung der Musik in Epochen. Sachverhalte der Vergangenheit sollen anhand von Quellen aufgedeckt und interpretiert werden. Aber auch die Musik der Gegenwart ist im Fokus der historischen Musikwissenschaft. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Historische_Musikwissenschaft

Als Epoche bezeichnet man in der Musik einen Zeitabschnitt, in dem stilistische Gemeinsamkeiten herrschten. ... Jeder musikalische Epochenbegriff ist allerdings als problematisch anzusehen, da er den Eindruck erweckt, verschiedene Stile hätten sich in der Geschichte unmittelbar und vollständig abgelöst. ... Vor dem Hintergrund solcher Kritik ist es vorzuziehen, nicht von Musikepochen, sondern von Musikstilen zu sprechen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Epoche_(Musik)

Kategorie:Musikgeschichte
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Musikgeschichte



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