Author Topic: [DIE LINKE (Politik) ... ]  (Read 80 times)

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[DIE LINKE (Politik) ... ]
« on: June 23, 2009, 06:42:01 PM »
Die Linke (DIE LINKE.) ist eine Partei in Deutschland, die sich zum Demokratischen Sozialismus bekennt. Ideologisch positioniert sie sich links von den anderen im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien. Die Partei entstand am 16. Juni 2007 durch Zusammenschluss der Linkspartei. PDS mit der WASG, einer Vereinigung aus einem abgespaltenen SPD-Flügel und SPD-kritischen linken Gewerkschaftern. Zu ihrem größeren Teil ging sie aus der PDS hervor, die ihrerseits aus der ehemaligen DDR-Staatspartei SED 1990 entstanden war. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Linke


Fraktion DIE LINKE
http://www.linksfraktion.de/

https://twitter.com/Linksfraktion

https://www.die-linke.de/

https://twitter.com/dieLinke

https://www.youtube.com/user/dielinke

http://www.die-linke-schleswig-holstein.de/

http://www.dielinke-kiel.de/


Juliane Nagel
Am 31.8.2014 wurde ich direkt in den Sächsischen Landtag gewählt. Mein Wahlkreis, der Leipziger Süden, ist sachsenweit der einzige, der nicht an die CDU ging. In der Linksfraktion im Sächsischen Landtag bin ich für Asyl/ Migration sowie Datenschutz zuständig.
Ich engagiere mich darüber hinaus sowohl parlamentarisch als auch außerparlamentarisch für soziale und Freiheitsrechte und für eine soziale und demokratische Stadtentwicklung. Besonders am Herzen liegt mir zudem das Wirken gegen jede Form von Diskriminierung und gegen Neonazismus. Das Label „weltoffen“ darf nicht nur ein Image-Zusatz sein, sondern muss mit Leben erfüllt werden. ...

http://jule.linxxnet.de/

« Last Edit: June 22, 2016, 09:05:07 PM by Link »

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[DIE LINKE (Politik) ... ]
« Reply #1 on: April 25, 2018, 01:26:44 PM »
"Die Linke: Von Bockwurst ist noch keiner Sozialist geworden" Ein Gastbeitrag von Michael Waßmann (25. April 2018)
Dass ein Teil der linken Wählerklientel sich den Rechten zuwendet, ist kein Missverständnis. Politische Differenzen muss man ernst nehmen, statt sie zu verschleiern. ... Ausführlich skizziert Jan Korte die Auswüchse kapitalistischen Wirtschaftens: Soziale und wirtschaftliche Unsicherheit, Abstiegsängste, Armut, Entwürdigungen und viele schlimme Dinge mehr. Nur waren all diese Entwicklungen nicht Auslöser des Rechtsruckes, den er darauf zurückführen will. Die AfD ist nicht nach der Einführung von Hartz IV und Sanktionen, nicht während der Finanzkrise oder auf dem Höhepunkt der Arbeitslosigkeit groß geworden. Sondern nachdem Ausländer kamen, denen man die Schuld an den tatsächlichen oder gefühlte gesellschaftliche Missstände geben konnte.
Keine Sekunde früher standen die fast 15 Prozent, die die AfD heute hat, für irgendeine gesellschaftliche Veränderung zur Verfügung. Schon gar nicht für eine befreite Gesellschaft, in der die Menschen nicht bloß Spielbälle wirtschaftlicher Zwänge sind. Die AfD ist mit ihrer immer deutlicher werdenden rechten Rhetorik auch immer größer geworden. Man wird befürchten müssen, bei der Wahlentscheidung für rechte Parteien handelt es sich nicht um ein Missverständnis, sondern um eine Überzeugungstat. Jan Korte deutet hingegen an, Antirassismus und Feminismus würden von Rechtswählern fälschlicherweise mit dem Neoliberalismus identifiziert und aufgrund dieser Kontaktschuld abgelehnt.
Doch die US-Präsidentschaft, die Jan Korte selbst als Beispiel ins Feld führt, widerlegt das: Trump gewann, obwohl er Obamacare abschaffen wollte. Auch er wurde eben nicht trotz, sondern gerade wegen seiner rassistischen Ausfälle gewählt – und im Übrigen als Propagandist einer Leistungsideologie, die den Leuten vormacht, wenn sie nur fleißig oder clever genug seien, könnten sie alle (wie er) erfolgreich sein. Der Rechtsruck mag Ergebnis der Krisenhaftigkeit und Ungerechtigkeit des Kapitalismus' sein, aber er steht nicht in Widerspruch zu ihm. ...
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-04/die-linke-identitaet-auseinandersetzung-rechtsruck-afd/komplettansicht


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[DIE LINKE (Politik) ... ]
« Reply #2 on: August 08, 2018, 11:28:27 AM »
"Sammlungsbewegung #aufstehen - Wagenknecht dringt auf Kurskorrektur in der Asylpolitik" Matthias Meisner (07.08.2018)
"Offene Grenzen" - nicht mit Sahra Wagenknecht. Mit ihrer Sammlungsbewegung will die Linke-Politikerin auch Geflüchtete gegen das deutsche Prekariat ausspielen. ... Wagenknecht hatte schon in der Vergangenheit immer wieder versucht, Geflüchtete gegen das deutsche Prekariat auszuspielen. Heftige Reaktionen löste im Juni ein Gastbeitrag von ihr in der "Welt" aus, in dem sie schrieb: "Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz sind das Wohlfühl-Label, um rüde Umverteilung von unten nach oben zu kaschieren und ihren Nutznießern ein gutes Gewissen zu bereiten." Es hagelte Kritik aus weiten Teilen der Partei, der Reformerflügel sprach damals von "Entgleisungen" und "Querschüssen" der Fraktionschefin. ...
https://www.tagesspiegel.de/politik/sammlungsbewegung-aufstehen-wagenknecht-dringt-auf-kurskorrektur-in-der-asylpolitik/22886654.html

-

Quote
Glueckspiratin 09:47 Uhr
Einmal abgesehen davon, dass Frau Wagenknecht mit ihren Aussagen zum "offene Grenzen"-Wahnsinn natürlich RECHT hat und diese Position bei den allermeisten Menschen außerhalb linksradikaler Kreise weithin zustimmendes Kopfnicken auslösen dürfte:

    Mit ihrer Sammlungsbewegung will die Linke-Politikerin auch Geflüchtete gegen das deutsche Prekariat ausspielen.

"Will" sie das denn tatsächlich? Wo und bei welcher Gelegenheit soll sie diesen angeblichen "Willen" denn kundgetan haben?

Oder ist das etwa nur eine tendenziöse Interpretation des Autors? Dann müsste der Artikel allerdings unter der Rubrik "Meinung" erscheinen.

In einer normalen Meldung hat so eine Aussage, sofern nicht mit nachprüfbarem Originalzitat (etwa: "Ich, Sahra Wagenknecht, will mit der neuen Sammlungsbewegung vor allem eines: Geflüchtete gegen das deutsche Prekariat ausspielen!") belegt, eigentlich nichts verloren.

Die Behauptung, dass Frau Wagenknecht irgendetwas "will", sollte mit klaren, eindeutigen und dezidierten Willensbekundungen ihrerseits belegt werden - oder es ist frei erfunden a.k.a. FAKE NEWS.

Der Artikel ist wieder mal das x-te Beispiel für die zunehmende Verrohung des Journalismus und die sich in den Massenmedien leider immer weiter ausbreitende Unsitte, Nachrichten zur Meinungsmache zu missbrauchen - und dabei die Grenzen zwischen Nachricht und Meinung/Kommentar bis zur Unkenntlichkeit verschwimmen zu lassen.

    Wagenknecht hatte schon in der Vergangenheit immer wieder versucht, Geflüchtete gegen das deutsche Prekariat auszuspielen.

"Immer wieder" hat sie das "versucht"? Wo denn? Und wann denn?

Merke: Viel Meinung in einem Journalistengehirn ersetzt keine Tatsachen. Und eine unbelegte Behauptung wird durch deren beharrliches Wiederholen kein bisschen wahrer.


Quote
klauskuenstler 08:19 Uhr

    Mit ihrer Sammlungsbewegung will die Linke-Politikerin auch Geflüchtete gegen das deutsche Prekariat ausspielen.

Das deutsche Prekariat. Tja, vor 20 Jahren hats sowas in Deutschland noch nicht gegeben, da hatten wir noch eine breite Mittelschicht.
Liegt der eigentliche Skandal nicht darin, dass solche Überschriften heute möglich sind viele das als normal empfinden? Läuft da nicht doch einiges falsch bei uns?

Abgesehen davon ist die zitierte Aussage die persönliche Meinung des Autors. Inhaltlich ist sie falsch.


Quote
jonnyrotten 07:10 Uhr

    Wer nur befristete Arbeitsverträge hat, wessen Rente zu klein ist und wessen Kinder keine anständige Schuldbildung mehr bekommen können, weil die öffentlichen Schulen vergammeln und Lehrerstellen unterbesetzt sind, der hat jeden Grund, auf ,die da oben' sauer zu sein."

Genauso ist es!


Quote
Zeppi234 07.08.2018, 20:39 Uhr
Der Autor hat Unrecht. Nicht Sarah Wagenknecht spielt Flüchtlinge und hiesiges Präkariat gegeneinander aus - sondern genau das ist die Folge
der gegenwärtigen Flüchtlingspolitik der Regierung!

Wagenknechts Argument, daß eben
nicht die Ärmsten nach Deutschland kommen, sondern die jeweilige
Mittelschicht, stimmt wohl ebenfalls. Ihr deshalb das Label "AfD-nah" zu
verpassen, ist intellektuell schwach. Charakterlich auch.

Ein Umdenken ist erforderlich, leider scheint das bei Teilen der Linken und der Medien noch nicht erkannt worden zu sein. Man will so weiterwursteln wie bisher. Das wird aber nicht gehen, das ist keine Lösung!


Quote
Tobias_Johst 07.08.2018, 20:24 Uhr
Ja und Nein:
Es ist notwendig auf Nicht-Wohlfühl-Themen wie Kinderarmut, Befristungen von Arbeitsverträgen, Mittellosigkeit durch ALG-II, Vereinsamung, die massive Schere zwischen Kapital- und Erwerbseinkünften sowie noch immer zwischen West und Ost, Mann und Frau, Wohnungslosigkeit usw. hinzuweisen.

Ich sehe allerdings nicht, wo Geflüchtete mit diesen Problemen ursächlich zusammenhängen.
Sicher: Viele dieser Menschen reihen sich ein in den Verteilungskampf der untersten 10%, während die untere Mittelschicht nicht völlig zu Unrecht Angst hat, da auch Teil werden zu können.

Aber es ist schwierig zu glauben, dass die für Asylbewerber ausgegebenen Mittel genau diesen oben genannten Deutschen zur Verfügung gestellt würden.
Es wirkt auch wenig glaubwürdig, für strukturelle Probleme in Deutschland genau die Menschen verantwortlich zu machen, die gerade erst angekommen sind und die mit Abstand geringste Macht besitzen.


Quote
Undine 07.08.2018, 19:05 Uhr

... Links sein heißt für mich, sich anständig, fair und solidarisch zu verhalten, nicht auf Schwächere herabzublicken und sich nicht verächtlich über sie zu äußern, egal ob das deutsche Obdachlose, Arbeitslose, Schlechtverdiener oder fremde Migranten sind. Schon der Begriff "Abgehängte" hat mich gestört. Prekariat klingt auch danach, als hätte sich jemand diesen Platz in der Gesellschaft ausgesucht und wäre nicht von Staat und Wirtschaft dahin verwiesen worden.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als unbefristete Arbeitsverträge und gute Einkommen die Regel waren, als noch niemand die Deregulierung der Arbeitsmärkte forderte.

Gegeneinander ausspielen geht überhaupt nicht. Ich glaube aber nicht, dass Sarah Wagenknecht das tut. Sie spricht einfach das aus, was sowieso jeder Mensch weiß, der noch alle Tassen im Schrank hat: 

Deutschland kann niemals allen Flüchtlingen und Migranten dieser Welt eine Zuflucht bieten. Dazu ist Deutschland ein geografisch zu kleines und politisch zu unbedeutendes Land.

Weder bieten "No Border"- noch "Abschotten/Ausweisen"-Optionen eine gute Grundlage für eine zielführende politische Debatte. Wenn man sich einmal auf diesen Minimalkonsens verständigt hat, bleibt immer noch genügend Diskussionsstoff.

Ich wünsche mir, dass diese Debatte ehrlicher geführt wird. Bisher kommt sie mir oft künstlich und interessengeleitet vor. Jede Partei versucht aus dem Migrationsthema politisches Kapital zu schlagen, als ob es keine anderen strittigen Themen gäbe. Diese Fixierung nützt vor allem der AfD.


Quote
Westpreussen 07.08.2018, 20:52 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Undine 07.08.2018, 19:05 Uhr
@Undine

"Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als unbefristete Arbeitsverträge und gute Einkommen die Regel waren"

Ich nicht. Aber ich bin ja auch erst 50 Jahre alt und habe folglich nicht die in vielen Branchen bis in die Sechzigerjahre hinein übliche Sechs-Tage-Woche erlebt. Nicht zu vergessen der Lebensstandard einer bundesdeutschen Arbeiterfamilie der damaligen Zeit, der in etwa mit dem eines heutigen Hartz-IV-Haushaltes konkurrieren könnte. Ja, die gute alte Zeit.


Quote
fritz 07.08.2018, 21:37 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Westpreussen 07.08.2018, 20:52 Uhr
Eine DM des Jahres 1960 hatte die Kaufkraft von 4 Euro heute.
1960 gab es 960.000 Empfänger von Sozialhilfe für die umgerechnet 613 Mio. Euro ausgegeben wurden, also 638 Euro pro Person und Jahr = 53 Euro im Monat.

2017 gab es 6 Mio Empfänger von Hartz IV.

Der durchschn. Arbeitslohn lag 1960 bei 260 Euro im Monat, davon konnte man sehr anständig leben, wobei damals nur 47 Prozent der Frauen berufstätig waren, viele Männer die Familie also allein ernährten.
Heute arbeiten etwa 75 Prozent der Frauen.
https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/220197/fuersorge-sozialhilfe & Statista

Beim Verdienst liegen Leiharbeitskräfte deutlich unter dem Durchschnitt. So betrug ihr Einkommen bei einer Vollzeitstelle Ende 2016 im Mittel 1816 Euro brutto im Monat - gegenüber 3133 Euro für Vollzeitbeschäftigte über alle Branchen hinweg.
Das teilte die Linke-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf Statistiken der Bundesagentur für Arbeit mit. Das sind 42 Prozent weniger.
Zudem müssen mehr Leiharbeiter mit staatlicher Hilfe aufstocken, weil sie wenig verdienen. Demnach ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die ergänzende Hartz-IV-Leistungen beziehen, in der Leiharbeit überdurchschnittlich hoch. Während im Juni 2017 über alle Branchen hinweg 2 Prozent der Beschäftigten Arbeitslosengeld II bezogen, lag dieser Anteil in der Leiharbeit bei 5 Prozent.
In Summe betraf dies in der Leiharbeit 41.638 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der überwiegende Teil dieser Kräfte, die ergänzende Hartz-IV-Leistungen bezogen, war in Vollzeit beschäftigt: nämlich 71 Prozent.


Quote
IchGlaubeGarNichtsMehr 07.08.2018, 17:55 Uhr
Deutschland ist ohne Zweifel eines der reichsten Länder Europas. Trotzdem sehe ich nur hier Rentner in Mülltonnen nach Pfandflaschen suchen. Weder in NL, BE, FR, GB, DK, AT, CH, ES, PT, LU, SE oder IT habe ich das gesehen.

Die Frage der Altersarmut trifft inzwischen flächendeckend viele. Meine Schwiegereltern (wohnen in Schleswig -Holstein) haben da auch genug Beispiele im Dorf und dem Städtchen in der Nähe beigetragen.

Und jetzt erkläre mal bitte diesen Flaschensammlern, dass der Staat jedes Jahr 40 Mrd. ausgibt für Leute die wahrscheinlich immer auf der Empfängerseite der Gesellschaft Leben werden, und das gleichzeitig kein Geld da ist um die Rente auf einem Niveau zu halten, das ein normalen Lebensabend ermöglicht.

Aber wenn eine Politikerin dies sagt kommt die Medienschelte und interpretiert etwas anderes hinein.

Herr Meisner: Wenn Sie wissen wollen, was da draußen so abgeht, dann kommen sie mal aus Ihrer Medien-Hauptstadt-Besserverdienenden-Blase und schauen sich mal um im Land. Wahrscheinlich werden Sie dann andere Artikel schreiben.

P.S.: Ich habe einen riesengroßen politischen Abstand zu allem was LINKS ist, aber werde immer frustrierter wenn ich sehe wie vernünftige Politik mit der Nazi/Rassismus/Sonstwas-Keule nieder gemacht wird.


Quote
Westpreussen 07.08.2018, 18:15 Uhr
Antwort auf den Beitrag von IchGlaubeGarNichtsMehr 07.08.2018, 17:55 Uhr
@IchGlaube...

"Trotzdem sehe ich nur hier Rentner in Mülltonnen nach Pfandflaschen suchen"

Ich sehe auch immer wieder Menschen im Müll herumwühlen, die wenigsten davon sind Rentner.
_____

"Die Frage der Altersarmut trifft inzwischen flächendeckend viele."

Worauf stützt sich Ihre Behauptung? Auf Ihr subjektives Empfinden oder auf den ständigen Alarmismus, den einige Medien und bestimmte Parteien verbreiten?

Die Wahrheit ist kompliziert, aber auch besorgniserregend:
https://www.zeit.de/wirtschaft/2016-05/altersarmut-deutschland-politik-medien-armut-panik


Quote
kraftsportler 07.08.2018, 18:20 Uhr
Antwort auf den Beitrag von IchGlaubeGarNichtsMehr 07.08.2018, 17:55 Uhr
Evtl. gibts ja dieses Pfandsystem gar nicht in anderen Ländern?
Und..obses glauben oder nicht: ich sehe auch Leutchen, die echt nicht mit dem Cent rechnen müssen und sich trotzdem die Pfandflaschen aus den Mülleimern rausklauben..

Trotzdem bin ich bei Ihnen, was Altersarmut betrifft..nur, DIESE Leute haben keine Lobby..und ich kenne auch so manchen Alten, der würde sich eher erschießen als beim Amt vorstellig zu werden!


Quote
Westpreussen 07.08.2018, 18:49 Uhr
Antwort auf den Beitrag von kraftsportler 07.08.2018, 18:20 Uhr
@kraftsportler

"Trotzdem bin ich bei Ihnen, was Altersarmut betrifft..nur, DIESE Leute haben keine Lobby."

Na ja, die Diskussion ist doch schon seit Jahren in vollem Gange. Und es ist nicht gerade so, dass die Politik nicht versuchte, etwas gegen die bestehende bzw. drohende Altersarmut zu unternehmen. Die Frage ist immer, wie sinnvoll und nachhaltig die Mittel sind.
_____

"und ich kenne auch so manchen Alten, der würde sich eher erschießen als beim Amt vorstellig zu werden!"

Ein Problem, das nicht sein müsste. Der Tagesspiegel stellte vor einiger Zeit in einem sehr ausführlichen Artikel einen Rentner vor, der durchaus Anspruch auf Wohngeld oder Sozialhilfe hätte, aber darauf verzichtete, ohne dies näher zu erklären. Dabei wurden in der Grundsicherung schon einige vernünftige Reformen durchgeführt (z.B. was den Unterhalt durch die Kinder angeht).

Aber da geht noch mehr. Dr. Georg Cremer, Generalsekretär des Caritasverbandes, hat dies in seinem Buch "Armut in Deutschland" sehr anschaulich dargelegt. https://www.buecher.de/shop/deutschland/armut-in-deutschland/cremer-georg/products_products/detail/prod_id/44876937/


Quote
Caladan 07.08.2018, 17:42 Uhr

    Mit ihrer Sammlungsbewegung will die Linke-Politikerin auch Geflüchtete gegen das deutsche Prekariat ausspielen.

Vielleicht hat sie auch erkannt, dass die derzeitige Zuwanderung, so, wie sie verläuft, vor allem dem "deutschen Prekariat" schadet.
Wer saturiert im Rotweingürtel der Städte oder im teuren Szenekiez lebt, kann ja derzeit noch recht entspannt sein.


Quote
stell 07.08.2018, 18:50 Uhr
Antwort auf den Beitrag von Caladan 07.08.2018, 17:42 Uhr
Ich lebe weder im Rotweingürtel noch im Szenekiez und bin absolut tiefenentspannt.


Quote
Caladan 07.08.2018, 19:42 Uhr
Antwort auf den Beitrag von stell 07.08.2018, 18:50 Uhr
Das ist schön für sie.


Quote
NeuBolle 07.08.2018, 17:35 Uhr

     "Offene Grenzen" - nicht mit Sahra Wagenknecht. Mit ihrer
    Sammlungsbewegung will die Linke-Politikerin auch Geflüchtete gegen das
    deutsche Prekariat ausspielen.


Sarah Wagenknecht braucht da gar nichts auszuspielen. Der deutsche Prekariatsangehörige weiß instinktiv, dass er mit den "Geflüchteten" um den gleichen Sozialkuchen wird konkurrieren müssen. Der kann auch nicht beliebig vergrößert werden; wir haben bereits eine der höchsten Abgabenquoten in Europa. Wenn der derzeitige Aufschwung zu Ende geht, werden sich die Verteilungskämpfe nicht mehr so einfach mit Geld zuschütten lassen, dann stehen unruhige Zeiten ins Haus.


Quote
Robert_Rostock 07.08.2018, 17:32 Uhr
Dieser Artikel und noch mehr einige Diskussionsbeiträge sind geradezu ein Lehrbuchbeispiel für das, was Sascha Lobo mal treffend als "Entwederoderismus" bezeichnet hat:

    Wann immer Kritik an einer Position geäußert wird, wird sie als Parteinahme der radikalstdenkbaren Gegenposition betrachtet.

Wer also die derzeitige Praxis in der Asyl-und Flüchtlingsfrage kritisiert, der muss mindestens AfD-Propaganda machen, der will eigentlich endlich wieder an der Grenze auf Flüchtinge schießen. Also muss ich mich damit gar nicht beschäftigen, das kann nur finsterste Bösartigkeit sein.


Quote
provinzler 07.08.2018, 17:21 Uhr
Als sogenannter armer Deutscher habe ich gar keine Angst vor Flüchtlingen, sondern mehr vor Deutschen, die angeblich wissen wovor ich Angst habe.


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Westpreussen 07.08.2018, 17:13 Uhr
Links-AfD wäre der passendere Name für diese angeblich linke "Sammlungsbewegung". 


Quote
Schland 07.08.2018, 16:12 Uhr
Tabuthema Armut

Jeder hier soll froh sein, noch essen und wohnen zu dürfen, weil es woanders auch Menschen gibt, die das nicht haben. Darum sei es besser, das Thema gar nicht erst anzusprechen und so zu tun, als wäre Merkels heile Welt wirklich gegeben.

    Wer Armut in Deutschland anprangere, schüre Wut "auf ein System, das die eigenen Bürger angeblich in Armut vegetieren lässt", trage "weitere Unruhe in jene Teile der Bevölkerung, die wegen der Flüchtlingskrise ohnehin schon verunsichert sind", und treibe damit "denjenigen Wähler und Unterstützer zu, die einfache Antworten liefern", sprich: der AfD.

    Aus diesen Worten spricht die althergebrachte Angst der "besseren Kreise" vor dem ungebildeten und unberechenbaren Pöbel, vor Menschen, die nicht einsehen wollen, dass sie selbst an ihrem Elend schuld sind und stattdessen unverschämte Forderungen stellen. Der Pöbel soll sich mit den ihm zugedachten Almosen zufrieden geben und sich von Dingen fernhalten, von denen er keine Ahnung hat, Politik zum Beispiel.


Die Spaltung in Arm und Wohlhabend bis reich ist das Problem, entstanden spätestens durch die Agenda2010 der angeblich Linken SPD/Grünen. Heraus kommt wieder die hässliche Fratze des rechten Sozialdarwinismus:

Die Attribute, die "den Flüchtlingen" anfangs zugeschrieben wurden, waren durchwegs positiv. Das Attribut mit dem kürzesten Verfallsdatum war "hochgebildet". Weitgehend unbeschadet gehalten haben sich bis heute: "jung", "ehrgeizig", "hochmotiviert" und "übernormal gesund"...

Der Kontrast zu den als ungebildet, unmotiviert, kränklich und zu alt imaginierten Langzeitarbeitslosen könnte kaum größer sein: "sozial Schwache", deren relative Armut auf ihre eigenen Unzulänglichkeiten zurückzuführen ist, hier; echte Arme, die nur durch äußere Umstände an einer Bilderbuchkarriere gehindert wurden, dort. Endlich haben Göring-Eckhardt, die Sanktionen gegen Arbeitslose einst als "Bewegungsangebot" bezeichnete....



"Prekariat auf Abwegen" Hans-Dieter Rieveler (23. April 2016)
Warum wenden sich so viele Arbeitslose und Geringverdiener ausgerechnet der neoliberalen AfD zu?
https://www.heise.de/tp/features/Prekariat-auf-Abwegen-3224793.html?seite=all


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[DIE LINKE (Politik) ... ]
« Reply #3 on: August 12, 2018, 11:43:32 AM »
"Einwanderungsgesetz: Sahra Wagenknecht will keine ausländischen Fachkräfte" (11. August 2018)
Die Fraktionschefin der Linken hat sich gegen das geplante Einwanderungsgesetz ausgesprochen. In einem Interview warb sie dafür, das heimische Bildungssystem zu stärken. ... Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat sich gegen das von der Bundesregierung geplante Einwanderungsgesetz für Fachkräfte ausgesprochen. "Deutschland muss seine Fachkräfte selbst ausbilden", sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Es sei zynisch, junge Leute mit einem Numerus Clausus vom Studium abzuhalten und "dann die qualifizierten Fachkräfte aus armen Ländern zu holen". ... Die Bundesregierung will das Einwanderungsgesetz für Fachkräfte nach der Sommerpause im Kabinett verabschieden. Es ist Bestandteil der Einigung der Koalition im Asylstreit. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte das Vorhaben im Juli als "zentrales Projekt" der großen Koalition bezeichnet. ... Der FAS sagte Wagenknecht, es gehe auch darum, abgewanderte Wähler von der AfD zu den linken Parteien zurückzuholen. Viele wählten die AfD aus Protest: "Das sind keine Rassisten, sondern Menschen, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlen", sagte die Politikerin. Die Initiative "Aufstehen" stößt bei Grünen und SPD auf Vorbehalte, es gibt aber auch Unterstützung. Innerhalb der Linkspartei gibt es Befürchtungen, die neue Bewegung könne zu einer Spaltung führen.  ...
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-08/sahra-wagenknecht-einwanderungsgesetz-fachkraefte-ausland

Quote
xy1 #28

Klassenkampf 2.0?
Die sozialistischen Parteien des 19. und 20.Jh hatten auf ihrem Banner die Losung "Proletarier aller Länder vereinigt euch", mit dem Zweck den Kapitalismus zu besiegen.
Im 21. Jh. stellt die arbeitende Klasse plötzlich fest, dass es ihr in den westlichen Ländern eigentlich ganz gut geht, dass ihr aber eine erhebliche Konkurrenz von Seiten der Bewohnern der Dritten Welt erwachsen ist. Fr. Wagenknecht versucht dieses Gefühl für ihre Ambitionen zu nutzen und schreit aus ihrer Sicht folgerichtig: das Boot ist voll, es darf niemand mehr einsteigen, sonst geht das Boot unter. So wird Soziales mit Nationalem verknüpft, in der Hoffnung bei den rechten Wählern zu punkten. ...


Quote
1horn #28.1

Sie verkennen das ihre Position zutiefst Links ist, der Linke Internationalismus bedeutet eben gerade nicht das Abwerben der Mittelschicht anderer Länder, das zementiert die Verhältnisse bei uns die den Bedarf an billigen ausländischen Arbeitnehmern erst notwendig machten und schwächt die Heimatländer dieser Menschen nur immer mehr.


Quote
geranie24 #38

Es ist eigentlich seit jeher Anliegen der Linken und der Gewerkschaftsbewegung, die angestammte Arbeitnehmerschaft vor Konkurrenz und Lohndrückerei zu schützen.
Leider ist das vor lauter Internationalismus und Antirassismus zwischenzeitlich komplett in Vergessenheit geraten.


Quote
vor allen Dingen #38.1

Nö. Menschenrechte, Menschlichkeit und Solidarität sind weiterhin die Basis der gewerkschaftlichen Arbeit.


Quote
mehrmut #46

Wer will Sahra Wagenknecht da widersprechen?

Die Idee, dass man Mangel an Personal in bestimmten Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft dadurch lösen kann, dass man ausländische Kräfte ins Land holt, ist nicht nur zynisch, sie führt zur völligen Erosion des sozialen Zusammenhalts und in den Abgrund.

Wenn man das dann noch als Dauerzustand haben will (das scheint ja der Fall zu sein, wenn Wagenknechts Äußerung als kontrovers angesehen wird), ist das völlige Abwesenheit von Gestaltungswillen in der Politik. Wozu brauchen wir eine Regierung, die nicht in den eigenen Nachwuchs investieren will?


Quote
Zeitfremdling #52

Man kann Frau Wagenknechts Vorstellungen über den Arbeitsmarkt als rechstpopulistisch verurteilen, aber im Kern offenbart sie nur das Dilemma linker Ideologie. Für eine offene Gesellschaft, die ihren Wohlstand auf dem Boden marktwirtschaftlicher Prinzipien schöpft, sind Frau Wagenknechts Vorstellung eher Gift.
Ein Ablenkungsmanöver ist es sowieso in zweierlei Hinsicht. Zum einen suggeriert es, man könne dieses Problem durch nationale Schranken locker lösen; zum anderen verkennt es die substanziellen Probleme, von denen jeder Ausbilder ein Lied singen kann. Für die Heerscharen von Menschen, deren Ausbildungsniveau allerhöchstens für niedrigste Tätigkeiten in Frage kommt, ist diese ganze Diskussion eh belanglos und nichts weiter als Symbolpolitik.


Quote
  kafkaesk77 #60

Frau Wagenknecht trifft den Nagel auf den Kopf. Die Ausrede "der Wirtschaft" nach Facharbeitern, ohne welche auszubilden, ist eine alte Leier ohne Sinn und Verstand. Die Ausbeutung der Nachbarländer auch innerhalb der EU ist nichts als peinlich!


Quote
T Pol #66

ich höre immer die Mär vom Fachkräftemangel. Dabei hangeln sich unsere Jungen Leute
von Zeitvertrag zu Zeitvertrag. Jeder der Kinder hat oder Beruflich noch Aktiv ist, weiß das und erlebt es auch täglich. ...


Quote
44 Beobachter #68

Ich bin der Auffassung, dass im Durchschnitt der Verdienst der Facharbeiter in Deutschland nicht schlecht ist. Es gibt allerdings einen völlig unterbezahlten Niedriglohnbereich und Teilbereiche, wo die Arbeitsbedingungen nicht gerade attraktiv sind oder keine Zukunftsperspektive haben. Das gilt z.B. für Bäcker oder Metzger.
In anderen Bereichen - Hotel- oder Gaststättengewerbe - sind die Bedingungen ebenfalls sehr schlecht. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass viele Dienstleistungs-, Handwerks- oder Handelsbetriebe gar nicht in der Lage sind höhere Löhne zu zahlen, weil sie bei den Kunden keine höheren Preise durchsetzen können. Dies gilt für einen großen Teil der (Klein- und Mittel-)Betriebe, die immer noch die meisten Menschen beschäftigen.
Manche Foristen glauben ernsthaft, dass alle Unternehmer sich auf Kosten der Beschäftigten eine goldene Nase verdienen. Manche verdienen sogar deutlich weniger als ihre Angestellten. Auch das sollte man einmal zur Kenntnis nehmen.


Quote
Dr Matze #77

Migranten gegen Unterschicht. Der besonnene Politiker nutzt das und gießt Öl ins Feuer.
Zum ersten Mal will die Linke in Bildung investieren anstatt irgendwen zu alimentieren. ...


Quote
amanita #79

Sie hat recht, denn die abgeworbenen Fachkräfte fehlen in ihren Herkunftsländern. Das ist seit Jahren in den ärmeren EU-Staaten zu beobachten. Wer jung ist und einigermaßen gut ausgebildet, geht weg - nach Deutschland, nach Großbritannien, nach Spanien. Zurück bleiben die Alten. Da leben ganze Landstriche in Rumänien vom Verdienst der Saisonarbeiter oder von dem heimgeschickten Geld. So geht jenen Ländern langfristig die Zukunft verloren und das kann eigentlich nicht im Sinne der EU als Kultur- und Lebensraum sein. Nur wenn man die Union in erster Linie als Wirtschaftsriesen betrachtet, der sich gegen China und die USA behaupten muss, ergibt das Sinn.


Quote
dansdendan #81

Hmm ich wähle glaub links das nächste Mal, statt SPD.
Die Scheinheiligkeit der Sozialdemokraten und christsozialen schafft mich.


Quote
Opeltyp #82

Die Linken - das sind die, die letztes Jahr beantragt haben dass alle Ausländer die länger als 5 jahre hier leben, das volle Wahlrecht bekommen sollen - und nun sind sie gegen die Einwanderung. Wendehälse, verlogene - nicht wählbar. ...


Quote
green-L12 #83

"Sahra Wagenknecht will keine ausländischen Fachkräfte"

Die Überschrift bietet wirklich eine sehr differenzierte Zusammenfassung dessen, was Frau Wagenknecht zum Thema Migration meint. Da fühlt man sich richtig gut informiert.


Quote
Gelbe Tulpe #97

Wagenknecht weiß halt als echte Linke, dass Wirtschaftsmigration die Löhne senkt und so die Armut der Einheimischen verstärkt.


Quote
Brindisi #100

Was ich dieser Frau so hoch anrechne ist, dass sie diesen Gegenwind aus der eigenen Partei aushält.
Jeder andere bei den Linken hätte doch bei dem Vorwurf "der AFD in die Hände zu spielen" aus Angst um die Karriere schon längst opportunistisch den Schwanz eingezogen.


Quote
Tom Hobbes #108

Schon allein das Wort "heimisch" ist so urkonservativ, dass ich schon erstaunt bin über Frau Wagenknecht. ...


Quote
Allegorius #115

Eine völlig am Thema vorbei geführte Diskussion. Denn wie am Beispiel eines 19-jährigen Afghanen gestern auf ZON berichtet wurde, fehlen die Fachkräfte ÜBERALL. Aber insbesondere in ländlichen Gebieten. Die wenigsten (einheimischen) Menschen, gleich welcher Herkunft, wollen aufs Land. Sie verbinden Großstadt mit Luxus und Kultur.


Quote
Liberalepolitik #140

... Würde man nur sachlich und wirtschaftlich denken, dann hätte Frau Wagenknecht völlig recht. Die Frage, die sich stellt, ist aber, ob zu einer modernen Demokratie Einwanderung
einfach dazu gehört, auch wenn die Wirtschaft und die Gesellschaft das eigentlich gar nicht braucht? Ich denke eigentlich schon, dass Kliniken und Unternehmen dazu verpflichtet wären, ihre Fachkräfte selbst auszubilden. ...


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