Author Topic: Großmächte & Ost-West-Konflikt (Bipolare Welt?)...  (Read 439 times)

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Großmächte & Ost-West-Konflikt (Bipolare Welt?)...
« on: March 16, 2017, 10:31:08 AM »
Kalter Krieg wird der Konflikt zwischen den Westmächten unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und dem sogenannten Ostblock unter Führung der Sowjetunion genannt, den diese von 1947 bis 1989 mit nahezu allen Mitteln austrugen. Zu einer direkten militärischen Auseinandersetzung zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion und ihren jeweiligen Militärblöcken kam es jedoch nie. Der Kalte Krieg trat als Systemkonfrontation zwischen Kapitalismus und Kommunismus in Erscheinung und bestimmte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weltweit Außen- und Sicherheitspolitik. Dabei wurden jahrzehntelang auf beiden Seiten politische, wirtschaftliche, technische und militärische Anstrengungen unternommen, um den Einfluss des anderen Lagers weltweit einzudämmen oder zurückzudrängen. Als Synonym für diese Ära des 20. Jahrhunderts wird auch die Bezeichnung Ost-West-Konflikt verwendet ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalter_Krieg

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kalter_Krieg


"70 SPIEGEL-Jahre Kalter Krieg - das lange Ringen zwischen Ost und West" Konstantin von Hammerstein (30.12.2016)
... Der Antagonismus des Kalten Krieges schärft die Konturen, die innenpolitische Debatte wird von den Parteien, aber auch von Blättern wie dem SPIEGEL, mit einer Härte geführt, die heute kaum noch vorstellbar ist. Von den Vierzigerjahren an stehen sich die ehemaligen Weltkriegsalliierten USA und Sowjetunion in einem tödlichen Patt gegenüber. Ein "Eiserner Vorhang" sei vor der sowjetischen Front niedergegangen, schreibt der britische Premier Winston Churchill am 12. Mai 1945 in einem Telegramm an den neuen US-Präsidenten Harry S. Truman, "was dahinter vorgeht, wissen wir nicht". ...
http://www.spiegel.de/einestages/70-jahre-spiegel-kalter-krieg-das-ringen-zwischen-ost-und-west-a-1130398.html


Als Eiserner Vorhang wird in Politik und Zeitgeschichte nach dem Namensgeber aus dem Theaterbau sowohl der ideologische Konflikt als auch die physisch abgeriegelte Grenze bezeichnet, durch welche Europa in der Zeit des Kalten Krieges geteilt war. Er bildete bis zum Jahr 1989 die Trennlinie zwischen den kapitalistisch orientierten Staaten im Westen (unter Dominanz der USA) und den planwirtschaftlich geleiteten, sozialistischen Staaten im Osten (unter Dominanz der UdSSR). Die innerdeutsche Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR und somit die Berliner Mauer war Teil des Eisernen Vorhangs. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Eiserner_Vorhang

https://de.wikipedia.org/wiki/Ostblock


Der Warschauer Pakt – eine im Westen gebräuchliche Bezeichnung, im offiziellen Sprachgebrauch der Teilnehmerstaaten Warschauer Vertrag genannt – war ein von 1955 bis 1991 bestehender militärischer Beistandspakt des sogenannten Ostblocks unter der Führung der Sowjetunion. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Warschauer_Pakt


Bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs traten die Gegensätze zwischen den ehemaligen Teilnehmermächten der Anti-Hitler-Koalition – der UdSSR auf der einen und den westlichen Siegermächten Vereinigtes Königreich, Frankreich und USA auf der anderen Seite – klar zutage. Bereits mit dem Brüsseler Vertrag vom 17. März 1948 schlossen sich die westeuropäischen Länder Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Belgien und Luxemburg zu einem Bündnis für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenarbeit sowie zur kollektiven Selbstverteidigung zusammen. Dieses Bündnis war nominell noch als Beistandspakt gegen eine erneute deutsche Aggression vorgesehen. Im März 1947 hatten die USA die britische Schutzmachtrolle über Griechenland und die Türkei übernommen, um einer sowjetischen Machtausweitung entgegenzuwirken. Mit dem Februarumsturz in der Tschechoslowakei und der Berlin-Blockade 1948 rückte in Westeuropa eine mögliche militärische Bedrohung durch den von der Sowjetunion angeführten kommunistischen Ostblock ins Blickfeld. Die westeuropäischen Staaten wandten sich nun an die USA mit der Bitte um militärischen Beistand gegen eine mögliche sowjetische Aggression. ... Durch die Unterzeichnung der Pariser Verträge am 23. Oktober 1954 im Zuge der Westintegration der Bundesrepublik Deutschland wurde diese zum Beitritt eingeladen, der kurz nach Inkrafttreten der Verträge in einer Beitrittszeremonie im Pariser Palais de Chaillot am 9. Mai 1955 feierlich vollzogen wurde. Am 14. Mai 1955 wurde wegen dieses NATO-Beitritts der Warschauer Pakt gegründet. Am 15. Mai 1955 wurde der Österreichische Staatsvertrag in Wien unterzeichnet, der die Souveränität des Staates wiederherstellte und bis Oktober 1955 zum Abzug der Besatzungstruppen führte. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/NATO (15. März 2017)


« Last Edit: February 16, 2018, 11:44:23 AM by Link »

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Ost-West-Konflikt (Bipolare Welt?)...
« Reply #1 on: March 16, 2017, 11:05:53 AM »
Bücherlisten zu Themen - Stichwort Kalter Krieg:
https://www.perlentaucher.de/buchKSL/stichwort-kalter-krieg.html

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"Chronologie der Spionage im Kalten Krieg " (September 2004, aktualisiert Oktober 2012 / SRR)
Die Geschichte der Spionage ist entscheidend länger als die Geschichte des "Kalten Kriegs" und hat ihren Ausgangspunkt in China 320 v. Ch., als ein gewisser "Sun Tzu" die "Dreizehn Gebote" der geheimen Kriegsführung aufschrieb. Wann die Spionage zwischen Ost und West genau begann, ist dagegen nicht genau festzustellen. Noch während des Zweiten Weltkrieges wuchs das gegenseitige Misstrauen der UdSSR und der USA. Am 5.9.1945 wechselte der Nachrichtenoffizier der UdSSR, Igor Gusenko, die Seiten. Er war der Erste - viele weitere sollten folgen. Gusenko war Leiter einer Chiffrier-Abteilung. Aufgrund der Akten, die er mitbrachte, wurden zehn Spione in Kanada und den USA verurteilt, darunter Dr. Allen Nunn May, der Deutsche Dr. Klaus Fuchs, Harry Gold und David Greenglas. Die USA zeigten sich empört. Im selben Jahr 1945 beauftragen die USA Hitlers Ost-Spionagechef Reinhard Gehlen, seinen Dienst als "Organisation Gehlen" weiterzuführen. ...
http://www.3sat.de/page/?source=/ard/165561/index.html

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Als akademische Reaktion auf die Renaissance der früheren Geopolitik und deren Zielsetzung, weltweite amerikanische Ansprüche und Machtvorstellungen zu legitimieren, entstand in den USA der 1980er-Jahre die Konzeption der Critical Geopolitics, die eine paradigmatischen Wende vom Positivismus zum Konstruktivismus darstellt. In dieser Sichtweise ist Geographie keine endgültige Wahrheit, sondern eine Form sozial produzierten Wissens.Traditionelle Raumkonzepte, die auf die Neutralität und Objektivität des Raumes Bezug nehmen, wurden anfechtbar. Raum und Territorium sind nach diesem Verständnis nicht mehr passive Bühne menschlichen Handelns sondern werden für politische Zwecke instrumentalisiert. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Geopolitik

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Geopolitik

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"Sicherheitspolitik: Der Westen in Therapie" Mathias Müller von Blumencron, München (18.02.2017)
Ein seltenes Schauspiel der Unsicherheit: Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sucht die Elite der Außen- und Sicherheitspolitiker nach der Antwort auf eine Frage: Was macht den Westen aus – und hält er noch genug zusammen? ... Die alten Eliten müssten Raum machen für eine neue Ordnung, fordert Lawrow, in der jeder seinen „nationalen Interessen“ nachgehen kann. Der Diplomat beklagt abermals die Ausweitung der Nato nach Osten, bezeichnet sie als eine „Institution des Kalten Krieges“ und hofft auf einen Neustart der amerikanisch-russischen Beziehungen unter dem neuen Präsidenten Donald Trump. Dessen Persönlichkeit hängt wie ein gigantischer unsichtbarer Elefant in jedem Meeting, doch nur selten wird sein Name ausgesprochen. Es wird lieber vorsichtig abgetastet, weder will man die angereisten Polen düpieren, und noch weniger die Briten. Und dennoch ist es Trumps Sieg, der diese Konferenz zu einer anderen macht, als in den Jahren zuvor. Kein anderer führender Staatschef der westlichen Welt steht so sehr für Nabelschau, Abgrenzung und Protektionismus. Es ist dieser erstarkende Egoismus der Nationen, der viele der in München anwesenden Politiker zutiefst beunruhigt. ...
http://www.faz.net/aktuell/politik/sicherheitskonferenz/auf-der-sicherheitskonferenz-ist-der-westen-in-therapie-14884618.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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Das Berliner Kolleg Kalter Krieg
Im März 2015 hat das Berliner Kolleg Kalter Krieg | Berlin Center for Cold War Studies seine Arbeit aufgenommen. Das Kolleg ist ein gemeinsames Projekt des Hamburger Instituts für Sozialforschung, des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Das Kolleg ist ein Ort internationalen Wissenschaftsaustauschs und der Weiterentwicklung einschlägiger Forschungen zum Kalten Krieg. Dabei stehen geschichtswissenschaftliche Beiträge zu den internationalen und deutsch-deutschen Beziehungen ebenso im Blickpunkt wie die Wahrnehmung und Verarbeitung von Konflikten, die Emotionsgeschichte, die Implikationen der globalen Systemkonkurrenz für Gesellschaft und Wissenschaften in Ost und West und die sich seit 1990 herausbildenden Erinnerungskulturen.

https://www.berlinerkolleg.com/


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"Kalter Krieg im Untergrund"
1967 entdeckt man auf West-Berliner Gebiet drei vergessene Tunnelanlagen der Germaniaplanungen unter dem sowjetischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni. Gerüchte über mögliche unterirdische Verbindungen in den Ostteil der Stadt schrecken das Ministerium für Staatssicherheit auf. Da es anscheinend keine alten Aufzeichnungen über die Enttrümmerungsarbeiten gibt, wird in der Folge eine geheime und umfangreiche Untersuchung in Auftrag gegeben. Ziel ist es, „Untertägige Anlagen“ – kurz „UTA“ genannt – zu ermitteln, die „für Provokationen und Angriffe auf die Staatsgrenze der Hauptstadt der DDR ausgenutzt werden können“.
In den folgenden Jahren werden insgesamt 16 verschüttete Bunkeranlagen wieder freigelegt und dokumentiert, darunter die Bunkeranlagen der Neuen Reichskanzlei.  ...

http://berliner-unterwelten.de/kalter-krieg-im-untergrund.104.0.html

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Deutschland im Kalten Krieg - Deutsch-Deutsche Feindbilder in der politischen Propaganda 1945 bis 1963
online-Version einer Ausstellung des Deutschen Historischen Museums von 1992. Diese spürt den deutsch-deutschen Feindbildern in der politischen Propaganda der ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nach. "Agenten", "Saboteure", "Militaristen" und "Amikäfer" waren dabei das Personal der gegenseitigen Verteufelungskampagnen im Kampf der Systeme. ...
http://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/kalter_krieg/start.htm

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"USA und Russland Der Kalte Krieg kehrt zurück" (04.10.2016)
Abbruch der Gespräche über Syrien, Aufkündigung der Plutonium-Vereinbarung: Zwischen den USA und Russland werden Brücken abgebrochen, die eine Kooperation der beiden Großmächte nach dem Ende des Kalten Krieges sicherstellen sollten. Russland und die syrische Führung hätten die Diplomatie als Instrument der Konfliktlösung zurückgewiesen, sagte US-Außenminister John Kerry am Dienstag bei einem Besuch in Brüssel.
„Natürlich hoffe ich, dass es keinen neuen Kalten Krieg gibt“, sagt hingegen der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin. Die Spannungen zwischen beiden Ländern würden derzeit „über-dramatisiert“, fügte er hinzu.
Zumindest in Syrien ist die Lage aber auch ohne „Über-Dramatisierung“ gefährlich genug. In der ersten Auslandsstationierung dieser Art überhaupt verlegt Russland derzeit das moderne Raketenabwehrsystem SA-23 in das Bürgerkriegsland. Wie der US-Sender Fox unter Berufung auf amerikanische Regierungskreise meldet, kamen Elemente des Systems jetzt in Syrien an. Da die Gegner der russischen Luftwaffe in Syrien – die diversen Rebellengruppen, die gegen den Moskauer Partner Baschar al Assad kämpfen – keine Raketen besitzen, liegt der Schluss nahe, dass mit dem Abwehrsystem mögliche amerikanische Lenkflugkörper abgefangen werden sollen. ...

http://www.tagesspiegel.de/politik/usa-und-russland-der-kalte-krieg-kehrt-zurueck/14640400.html

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"Der stille Sieg der Autonomie" Katrin McClean (15. März 2017)
Mark Bartalmai lebt seit Juli 2014 mit kurzen Unterbrechungen als Journalist in Donezk. Manche werfen ihm vor, dass er keine klassische Journalistenausbildung habe, dennoch ist er der einzige deutsche Journalist, der dauerhaft vor Ort ist. Eine Qualität, die ihm kein anderer Journalist streitig machen kann. Ganz sicher nicht die ARD-Korrespondentin Golineh Atai, die mit ganz wenigen Ausnahmen aus dem Pressezentrum von Kiew berichtet, also Informationen über den Konfliktgegner ausschließlich aus "Feindeshand" bezieht, was mit journalistischer Qualität nicht viel zu tun haben kann.
Alle Angebote, die Bartalmai den öffentlich rechtlichen Medien und führenden Nachrichtenmagazinen gemacht hat, wurden ausnahmslos abgelehnt. Und als wäre das nicht genug, hat die ARD-Sendung "Fakt" ein Porträt über den Journalisten gesendet, das sich als durchschaubares Diffamierungsstückchen auf dem untersten Niveau journalistischer Leistung bewegte. (siehe dazu "Fakt ohne Fakten…" vom Juli 2016 https://www.heise.de/tp/features/Fakt-ohne-Fakten-gegen-Mark-Bartalmai-3255884.html).
Die Sendung war vermutlich eine Reaktion auf den ersten Dokumentarfilm des Journalisten "Ukrainian Agony - der verschwiegene Krieg". Doch trotz aller Warnungen vor dem "Putin-Propagandisten" hat dieser erste Film eine große Zahl von Zuschauern gefunden, wird noch immer weiter verbreitet und ist Grundlage für das Crowdfunding, mit dem Bartalmai sich über Wasser hält. Von unterschiedlicher Seite wurde diesem ersten Film eine propagandistische Machart vorgeworfen. Tatsächlich hatte sich Bartalmai mit vielen Erklärungen um eine historische Aufarbeitung des Konfliktes bemüht, und es gehört schon zur Standard-Kultur in dieser Debatte, dass NATO-Verteidiger Propaganda nennen, was NATO-Kritiker als Aufklärung bezeichnen würden. ...
Der lange Dokumentarfilm von Mark Bartalmai versammelt im Grunde Material, das längst im "Auslandsjournal" hätte laufen können. Es sind spannende Porträts über eine Gesellschaft, die sich zwischen Krieg und Aufbruch befindet. Geschichten, die es allemal wert sind, erzählt zu werden. Doch unsere Nachrichten haben die Region offenbar zum Niemandsland erklärt. Und deshalb brauchen wir diesen Film.
https://www.heise.de/tp/features/Der-stille-Sieg-der-Autonomie-3646268.html


Quote
     XXIII, 15.03.2017 22:15

Telepolis, das inoffizielle Sprachrohr der russischen Propaganda

Ulrich Heyden ist jetzt ja ganz offiziell RT Deutsch Reporter.
Welche(r) Telepolis Schreiber(in) folgt als nächste(r)? Ich habe da so eine Vermutung...


Quote
     Teichhuhn, 15.03.2017 21:10

... Und selbst wenn in dem Film zu 100% der Standpunkt der Volksrepubliken vertreten werden würde, ist er doch ein unverzichtbarer Beitrag zum Verständnis des Ukrainekonflikts. Wie will man einen Konflikt verstehen, wenn nicht die Positionen aller Seiten bekannt sind?


...

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Ost-West-Konflikt (Bipolare Welt?)...
« Reply #2 on: November 15, 2017, 09:36:25 AM »
Quote
[...] Laut BND-Chef Bruno Kahl kann Europa nur gemeinsam mit den USA ein glaubwürdiges Gegengewicht zu Russland bilden. Die Kooperation mit US-Nachrichtendiensten sei dabei von unverzichtbarer Bedeutung.

MünchenDer BND-Chef Bruno Kahl sieht in den USA einen der wichtigsten Partner in Sachen Sicherheit für Europa und Deutschland. „Als Präsident des Bundesnachrichtendienstes darf ich sagen, dass die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Nachrichtendiensten ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Leistungsfähigkeit ist“, sagte der Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes bei einem Vortrag in der Hanns-Seidel-Stiftung am Montagabend in München.

Die USA hätten als einziger Staat an den drei großen geostrategischen Fronten des Weltgeschehens - Europa, am Persischen Golf und in Ostasien - Truppen stationiert. „Sie verfügen über zehn Flugzeugträger, die sie in kürzester Zeit zu internationalen Konfliktzonen beordern können“, sagte Kahl. Für Deutschland sei es von großem Vorteil, eine solche Macht nicht auf der anderen Seite, sondern auf der eigenen Seite zu haben.

Immerhin seien noch 34.000 amerikanische Soldaten in der Bundesrepublik stationiert. „Das zeigt, wie eng das sicherheitspolitische Band zwischen Berlin und Washington immer noch ist.“ Und auch die Entwicklung in der Ukraine erinnere an einen ganz nüchternen Zusammenhang: „Nur mit den USA wird es Europa in den nächsten Jahren schaffen, an der Ostflanke Europas einen glaubwürdiges Gegengewicht zu Russland zu bilden.“

    dpa


Aus: "BND-Chef Bruno Kahl - Zusammenarbeit mit US-Nachrichtendiensten unverzichtbar" (14.11.2017)
Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/international/bnd-chef-bruno-kahl-zusammenarbeit-mit-us-nachrichtendiensten-unverzichtbar/20578732.html

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« Reply #3 on: December 05, 2017, 10:58:53 AM »
Quote
[...] Bundesaußenminister Sigmar Gabriel will die deutsche US-Politik neu justieren. Die USA kämen unter ihrem Präsidenten Donald Trump ihrer Rolle als weltpolitische Gestaltungskraft nur noch „geschwächt“ nach, kritisierte der SPD-Politiker laut einem der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegendem Manuskript für eine Grundsatzrede, die er an diesem Dienstag beim Berliner Forum Außenpolitik der Körberstiftung halten will. Deutschland müsse künftig selbstbewusster seine Interessen vertreten. „Wir müssen selbst unsere Positionen beschreiben und notfalls rote Linien ziehen - unter Partnern, aber an unseren eigenen Interessen orientiert.“

Als Beispiele nennt Gabriel etwa die Russland-Sanktionen, die der US-Kongress im Sommer beschloss und die auch Auswirkungen auf die Energieversorgung in Deutschland haben könnten, weil sie russische Pipelines betreffen.

Die „Selbstverständlichkeit, mit der wir die US-amerikanische Rolle als - trotz gelegentlichen Zwistes - behütend sehen“, beginne „zu bröckeln“, zitiert die Zeitung den geschäftsführenden Außenminister aus dem Manuskript. Die Vereinigten Staaten würden Deutschland ebenfalls womöglich anders als vorher betrachten, „als ein Partner unter vielen“. „Das heißt aber auch, dass wir ganz zwangsläufig auch als Wettbewerber wahrgenommen werden.“

Der Außenminister warnt überdies vor einer Aufkündigung des Atomdeals mit dem Iran, wie es von Trump erwogen wird. Dies würde die Kriegsgefahr erhöhen und die nationale Sicherheit berühren, heißt es in dem Redetext.

"In beiden Fällen kann Deutschland es sich nicht leisten, auf Entscheidungen in Washington zu warten oder bloß darauf zu reagieren." Berlin müsse kühler analysieren, wo Deutschland mit den USA "über Kreuz" liege, und eine selbständigere USA-Politik entwickeln.

Für Europa gelte: "Heute ist diese Welt weit unbequemer geworden. Und längst merken wir, dass es selbst bei großer wirtschaftlicher Prosperität keinen bequemen Platz an der Seitenlinie internationaler Politik mehr für uns gibt. Weder für uns Deutsche noch für uns Europäer."

Berlin müsse kühler analysieren, wo Deutschland mit den USA „über Kreuz“ liege. Eine selbstständigere USA-Politik müsse entwickelt werden. „In diese Partnerschaft werden wir auch zukünftig investieren. Es geht dabei nun auch um eine politische Investition, die den Umgang mit der neuen Lage mit einem strategischen Anker versieht.“ (dpa/AFP)


Aus: "Gabriel fordert mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit den USA" (05.12.2017)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland-und-die-usa-gabriel-fordert-mehr-selbstbewusstsein-im-umgang-mit-den-usa/20670444.html


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« Reply #4 on: January 18, 2018, 12:11:32 PM »
17. Januar 2018 um 15:42 Uhr | Verantwortlich: Albrecht Müller
ZDF, ARTE, dpa, die Deutsche Telekom … alle im Dienste des Imperiums beim Feindbildaufbau gegen Russland und Putin.
Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik, Wahlen
Wer wissen will, wie einseitige Manipulation aussieht, sollte sich dieses Machwerk anschauen. Ich habe mir dies angetan und konnte kaum so viel fressen, wie ich …
http://www.nachdenkseiten.de/?p=41955


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Großmächte & Ost-West-Konflikt (Bipolare Welt?)...
« Reply #5 on: February 16, 2018, 11:47:46 AM »
"Wolfgang Ischinger: Leiter der Sicherheitskonferenz warnt vor Kriegsgefahr" (16. Februar 2018)
Die Kriegsgefahr sei lange nicht so hoch gewesen: Wolfgang Ischinger warnt vor gefährlichen Missverständnissen zwischen Großmächten.  ... Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat kurz vor Beginn des internationalen Spitzentreffens ein düsteres Bild von der aktuellen weltpolitischen Gefährdungslage gezeichnet. "Wir haben noch nie seit dem Ende der Sowjetunion eine so hohe Gefahr auch einer militärischen Konfrontation von Großmächten gehabt", sagte er im Deutschlandfunk. Insbesondere das Misstrauen zwischen den Militärführungen in Moskau und Washington sei abgrundtief. ...
http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-02/wolfgang-ischinger-macht-konstellationen-kriegsgefahr-muenchener-sicherheitskonferenz

University Professor of Political Science at the University of Innsbruck since October 1st, 2015. Specialization on International Relations and Security in the post-Soviet region.
http://www.gerhard-mangott.at/ | https://twitter.com/gerhard_mangott

"Die Lügen-Affäre ist ein herber Rückschlag für die niederländische Regierung" (14.2.2018)
Der niederländische Aussenminister ist wegen falscher Aussagen in Bezug auf Putin zurückgetreten. ...
https://www.nzz.ch/international/misstrauensvotum-gegen-niederlaendischen-regierungschef-ld.1357103


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« Reply #6 on: February 22, 2018, 09:05:25 AM »
Hans-Christof Kraus (* 3. November 1958 in Göttingen) ist ein deutscher Historiker.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Christof_Kraus

Quote
[...] [24.07.2012] ... Man kann nur staunen über das Ausmaß an fast schon sträflicher Naivität oder auch nur schlichter Ignoranz, das viele Beurteiler der Syrien-Krise an den Tag legen, vor allem, wenn es darum geht, die Hintergründe für das zähe Tauziehen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zwischen Amerika und den westlichen Mächten einerseits, Russland und China andererseits aufzuhellen. Folgt man der Darstellung des Konflikts in weiten Teilen der westlichen Welt, dann scheint es sich lediglich um die Frage zu handeln, ob es gelingt, die syrische Bevölkerung von einem blutigen Diktator zu befreien. ... Dabei geht es um vollkommen andere Probleme. Die Konfliktlinien verlaufen dort, wo sie von fast allen deutschen Beobachtern nicht einmal mehr wahrgenommen werden, und zwar vor allem deshalb, weil man in unserem Land verlernt hat, in weltpolitischen und geostrategischen Kategorien zu denken. Ob die Syrer, in weltpolitischer Sicht gesehen, derzeit oder künftig von einem Diktator aus dem Hause Assad, von einer demokratischen oder sich als demokratisch inszenierenden Regierung oder auch von einem radikal muslimischen Regime regiert werden, ist aus der Perspektive geostrategischer Erwägungen zuerst einmal gleichgültig. ...

Der aktuelle Konflikt um ein Eingreifen oder Nicht-Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg ist deshalb so brisant, weil sich in dieser Frage der Gegensatz zwischen zwei radikal unterschiedlichen geostrategischen und weltpolitischen Konzeptionen manifestiert. Den Amerikanern und der westlichen Seite geht es nicht oder nicht vorrangig darum, der bedauernswerten syrischen Bevölkerung zu helfen, sondern um Einflussnahme auf die Neugestaltung des Landes nach einem voraussichtlichen Sturz des derzeitigen Regimes, obwohl man mit diesem bisher stets gut zusammenarbeiten konnte. Mehrere, seit längerem geplante, für den Westen wichtige Öl- und Gaspipelines stehen auf dem Spiel, die Saudi-Arabien und Qatar mit dem östlichen Mittelmeerraum und der Türkei verbinden und deshalb partiell durch syrisches Gebiet führen sollen.

Russen und Chinesen nehmen die gegenteilige Perspektive ein. Die russische Militärbasis am Mittelmeer, im syrischen Hafen Tartus gelegen, steht ebenfalls auf dem Spiel - wie die allgemeine machtpolitische Stellung Moskaus und Pekings im nahöstlich-vorderasiatischen Raum. Der Blick auf einen möglichen militärischen Konflikt zwischen Israel und Iran macht es für die beiden größten Mächte Asiens unabdingbar, hier präsent zu sein.

Noch ist nicht vorauszusehen, welche von beiden Seiten sich durchsetzen wird, denn auch die Amerikaner haben schon häufiger UN-Resolutionen missachtet, wenn ihnen dies zur Förderung ihrer eigenen Interessen notwendig erschien. Den unerklärten Krieg gegen den Irak, der zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein führte, haben Moskau und Peking höchst widerwillig hinnehmen müssen - am Ende nur deshalb, weil sie es nicht wagen konnten, der zeitweilig einzigen hochgerüsteten Weltmacht entschiedener entgegenzutreten. Heute hat sich das Blatt gewendet: Aufgrund schwerer hausgemachter wirtschaftlicher Probleme, die mit einem weit überdehnten außen- und militärpolitischen Engagement zusammenhängen, befinden sich die Vereinigten Staaten in einer deutlich geschwächten Position. Ihr militärisches Eingreifen in Syrien erscheint schon aus diesem Grund als kaum wahrscheinlich.

... Insofern kann man am Ausmaß, am Verlauf und an den, wie abzusehen ist, schon bald eintretenden Folgen des Syrien-Konflikts wie in einem Brennspiegel die gegenwärtige Verteilung weltpolitischer Machtpotentiale ablesen. Die Würfel sind noch nicht gefallen. Aber die geostrategischen Global Player halten sie bereits in der Hand.


Aus: "Und ihr denkt, es geht um einen Diktator" Hans-Christof Kraus (24.07.2012)
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_1

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« Reply #7 on: June 06, 2018, 07:42:03 AM »
"Richard Grenell: "Botschafter haben ein Recht, ihre Meinung zu äußern"" (6. Juni 2018)
Das amerikanische Außenministerium verteidigt die umstrittenen Äußerungen des US-Botschafters in Deutschland. Auch für ihn gelte die Meinungsfreiheit. ... Statt sich neutral zu verhalten, hat sich der neue US-Botschafter in Deutschland für Verbündete seines Präsidenten in Europa stark gemacht. Das US-Außenministerium ist bemüht, die umstrittenen Äußerungen von Richard Grenell zu relativieren. "Botschafter haben ein Recht, ihre Meinung zu äußern", sagte die Sprecherin des Ministeriums, Heather Nauert, auf die Frage, ob Grenell die Meinung von US-Präsident Donald Trump wiedergegeben habe. "Manchmal sind es Ansichten, die die Leute vielleicht mögen oder nicht mögen."
Grenell hatte es in einem Interview mit dem ultrarechten Internetportal Breitbart als seine Aufgabe umschrieben, konservative Bewegungen in ganz Europa zu stärken. Er wurde von Breitbart mit den Worten zitiert: "Ich möchte andere Konservative in Europa, andere Anführer, unbedingt stärken." ...
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-06/richard-grenell-us-botschafter-aussenministerium

Quote
hekaya #14

Ist die koloniale Attitüde der USA jetzt wirklich so neu? ...


Quote
venice12 #14.1

Obama hat das nur anders - aber völlig unmißverständlich - ausgedrückt

https://www.youtube.com/watch?v=l2e_otoo2Vg

"Occasionally we'll have to twist the arms of countries that wouldn't do what we need them to do".


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"Russland: Der Westen und wir" Ein Gastbeitrag von Dmitry Glukhovsky (5. Juni 2018)
Wir wussten, dass ihr besser lebt. Wir haben euch nachgeeifert und die Namen eurer Marken auswendig gelernt. Aber für euch Westler waren wir Menschen zweiter Klasse.
Die Welt spielt Fußball und blickt auf Russland. Bevor der Sport losgeht, widmen wir diesem großen, vielfältigen, komplizierten und oft missverstandenen Land einen Schwerpunkt. Zu Beginn beschreibt hier der russische Schriftsteller und Journalist Dmitry Glukhovsky, was in der Beziehung Russlands zum Westen seit dem Mauerfall schiefgelaufen ist.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-06/russland-beziehung-westen-dmitry-glukhovsky

« Last Edit: June 06, 2018, 09:54:58 AM by Link »

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« Reply #8 on: June 06, 2018, 09:33:44 AM »
"Arte stoppt Dokumentation zum Fall Sergej Magnitzki" Marcus Klöckner (04.05.2016)
Wie starb Sergej Magnitzki? Der russische Steueranwalt und Wirtschaftsprüfer, der angeblich dunklen Geschäften der Moskauer Polizei auf die Spur gekommen sein soll, kam im November 2009 in einem Gefängnis der russischen Hauptstadt ums Leben. Ursache: Herzinfarkt. Das sagen die russischen Behörden. Im Gefängnis festgehalten wurde er wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Die Familie aber, genauso wie sein ehemaliger Mandant, der Investmentbanker William Browder, widersprechen, gehen von einem Komplott gegen Magnitzki aus, weil dieser unlautere Machenschaften im "russischen Apparat" aufgedeckt habe. Gestorben sei Magnitzki vielmehr aufgrund der schlimmen Haftbedingungen. Es ist ein verzwickter Fall, der seit Jahren die Öffentlichkeit beschäftigt und bei dem das Bild vom russischen Unrechtsstaat überall mitschwingt. William Browder versuchte, nach dem Tod des 37-Jährigen durch eine internationale Kampagne deutlich zu machen, dass der Fall Magnitzki als ein Symbol für den Umgang der russischen Justiz mit kritischen Zeitgenossen stehe. Auch der US-amerikanische Präsident wurde auf den Fall aufmerksam und unterschrieb 2012 ein Gesetz, das Sanktionen gegen Russland ermöglichte und das den Namen Magnitzki trägt.
Der Journalist Andrei Nekrasov hat den Fall für eine Dokumentation aufgearbeitet. Es sollte ein Film mit einer Länge von zwei Stunden werden. Bei seinen Recherchen kamen ihm allerdings Zweifel daran, ob die Version des Polizeiskandals, bei der ein Mensch im Gefängnis zu Tode gefoltert wurde, der Wahrheit entspricht. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, hat ARTE die Dokumentation für unbestimmte Zeit aus dem Programm genommen - und das ausgerechnet am Tag der Pressefreiheit (stattdessen lief die Dokumentaion Boris Nemzow - Tod an der Kremelmauer).  ...
https://www.heise.de/tp/features/Arte-stoppt-Dokumentation-zum-Fall-Sergej-Magnitzki-3197047.html


"Hinter den Kulissen des politisch instrumentalisierten Falls Magnitsky" Thomas Pany (03. Juni 2018)
Das Magnitsky-Narrativ und das Bild vom Putin-Russland. Was ist so brisant an dem Dokumentarfilm des putinkritischen Filmemachers Andrei Nekrasov? ... Finanziert wurde der Film "The Magnitsky Act - Behind the Scenes" von namhaften Kulturfonds und öffentlich-rechtlichen Sendern, aber dann entwickelte er sich zum politischen Skandal und Förderer kneifen. Im Europaparlament wurde die Vorführung nicht gestattet, wie Piraya Film mitteilt.
"Die erste Filmvorführung sollte am 27. April 2016 im Europäischen Parlament in Brüssel stattfinden. ARTE/ZDF hat die Veranstaltung mitorganisiert, aber kurz vor dem Beginn wurde die Filmvorführung auf Grund der rechtlichen Intervention von Bill Browder und der Grünen-Abgeordnete Marieluise Beck abgesagt. Alle saßen im Plenarsaal und diskutierten über den Film, den sie nicht sehen durften."...
https://www.heise.de/tp/features/Hinter-den-Kulissen-des-politisch-instrumentalisierten-Falls-Magnitsky-4063854.html

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"Die Logik imperialer Kriege"  Swiss Propaganda Research - Pressenza Berlin (31.05.2018)
Wie lassen sich die amerikanischen Kriege der letzten Jahrzehnte rational erklären? Die folgende Analyse zeigt anhand des Modells der Professoren David Sylvan und Stephen Majeski, dass diese Kriege auf einer eigenen, genuin imperialen Handlungslogik basieren. Eine besondere Rolle kommt dabei dem traditionellen Mediensystem zu. ...
https://www.pressenza.com/de/2018/05/die-logik-imperialer-kriege/
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Großmächte & Ost-West-Konflikt (Bipolare Welt?)...
« Reply #9 on: October 10, 2018, 01:16:55 PM »
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[...] Es gibt keine zweite Nation auf der Erde, die so wenig mit Demokratie und Menschenrechten wie die USA zu tun hat und es gleichzeitig dennoch jahrzehntelang so gut verstanden hat, der ganzen Welt – oder zumindest dem Großteil der westlichen Journalisten, aber die halten sich ja für "die Welt" – weißzumachen, dass sie der Inbegriff von Demokratie und Menschenrechten sei. Dass nun plötzlich ein autoritärer, nach einer weit verbreiteten Lesart sogar geistig umnachteter Geldaristokrat die USA regiert, dem die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit schnurzegal sind, das erscheint folglich vielen als ein vollkommener Bruch. Tatsächlich aber können hier nur diejenigen erschüttert sein, die auf jenes von vornherein idealisierte Amerikabild hereingefallen sind, das in unserem Teil der Erde jahrzehntelang konstruiert und gepflegt wurde.

Demgegenüber muss festgehalten werden: Donald Trump ist nicht aus dem Nichts gekommen, Trump ist nicht vom Himmel gefallen. Und dass gerade ein Trump nun die USA regiert, ist alles andere als ein Zufall. Es gibt kaum etwas Amerikanischeres als Trump. Eine Figur wie Trump ist in genau demjenigen durch und durch amerikanischen Milieu groß geworden und von ihm geprägt worden, das von westlichen Journalisten zumeist glorifiziert, selten ernsthaft in Frage gestellt wurde: in der Schicht des freien, erfolgreichen, tüchtigen Unternehmertums. Sein – angeblich auch von Psychiatern bestätigter – Narzissmus und sein Größenwahnsinn sind alles andere als sein persönlicher Defekt, sondern die durchaus durchschnittliche und quasi überlebensnotwendige Grundeinstellung in dieser für Amerika maßgeblichen gesellschaftlichen Klasse. Ein Grund dafür aber, dass auch unter den sogenannten einfachen Leuten Trump so viel Widerhall findet, liegt darin, dass sein Lebensweg und der seines Vaters so sehr dem klassischen American Dream entsprechen, dass er gleichfalls für den unterprivilegierten Amerikaner, der auf Erfolg hofft, als Vorbild fungieren kann. Dass Trump sich oft als erfolgreicher dargestellt hat, als er wirklich war, steht auf einem anderen Blatt. Trump ist auf eine durch und durch amerikanische Weise groß geworden und ihm wurden durch und durch amerikanische Werte vermittelt. Das heißt, er ist in einer Welt groß geworden, in der vor allem eins zählt: Geld, Geld und noch mal Geld. Und in der insbesondere das eigene Ego und der eigene Erfolg über allem steht. Das ist das Amerika, das Trump hervorgebracht hat, das ist das Amerika, dem er entstammt, und das ist das Amerika, wie es immer schon war – und darum stellt seine Präsidentschaft auch alles andere als einen Bruch mit der bisherigen Tradition dar. Stattdessen verkörpert er die amerikanische Nation ganz im Gegenteil reiner und unverstellter als alle Präsidenten zuvor, die zwar denselben Interessen dienten, aber zwecks Heuchelei und Propaganda immer auch ihre Reden von Demokratie und Menschenrechten führten – um ihre militärischen Operationen zu rechtfertigen, in denen es in Wahrheit darum ging, sich widerständige Märkte gefügig zu machen.

Es ist geradezu erstaunlich, dass nirgendwo von den politischen Kommentatoren dieser ganz offensichtliche Zusammenhang zwischen uramerikanischen gesellschaftlichen Prinzipien und der gar nicht sonderbaren, sondern höchst durchschnittlichen Persönlichkeit Trumps thematisiert wird. Vielleicht liegt es daran, dass man dann zu viel vom eigenen Weltbild in Frage stellen müsste, wenn man das täte. Stattdessen machen Journalisten und Leitartikelschreiber das, was sie immer gerne tun: Sie personifizieren das Übel. Anstatt die Figur Trumps gesellschaftlich zu erklären, anstatt zu sehen, dass er auch nur das Produkt seiner Gesellschaft ist, in der er lebt, werden seine Charakterzüge und sein Benehmen als sein individueller Defekt ausgelegt. Die Berufung auf psychiatrische Diagnosen ist dafür das Beispiel par excellence. Wo man zur politischen Analyse und zur Gesellschaftskritik unfähig und sehr wahrscheinlich auch unwillig ist, da ruft man den Irrenarzt her.

Dabei ist an Trump nichts individuell oder persönlich. Wenn er etwa fortwährend in seinen Wortmeldungen die Floskel "to make a good deal" strapaziert, dann mag das zwar oft eigentümlich wirken, tatsächlich kommen dabei aber nicht nur uramerikanische, sondern vor allem auch urkapitalistische Tugenden zum Ausdruck. Wirklich auch ist Trumps Lebensphilosophie nichts anderes als ein Spiegelbild der kapitalistischen Welt, in der er groß geworden ist, er ist die Fratze der freien Marktwirtschaft. Darin erschöpft sich demzufolge auch sein Verständnis von Politik. Dasselbe gilt für die ganze Sprache und Selbstinszenierung des amerikanischen Präsidenten. Man mag sein Auftreten albern und simpel finden, aber wer erkennt hier nicht den Widerhall der einfältigen und oft inkohärenten Sprücheklopferei, die in den Chefetagen unserer Welt nicht nur üblich, sondern geradezu erforderlich ist, wenn man sich durchsetzen und nach oben kommen will? In der Tat, so wie Trump verhalten sich viele Führungspersönlichkeiten unserer Gesellschaft, und häufig werden sie sogar von Kommunikationsberatern geradezu darauf getrimmt, sich so zu benehmen. Was zählt, ist schließlich nur, damit Erfolg zu haben und der Stärkere zu sein. Wie denn auch Trumps vollkommene Selbstüberschätzung nur das logische Resultat einer sozialdarwinistisch funktionierenden Ellbogenschaft darstellt, in der alles als richtig, gescheit und intelligent gilt, solange es Erfolg hat. Soll er sich nicht für den Fähigsten, Intelligentesten und Tüchtigsten halten, wo ihm sein Reichtum doch recht gibt?

Trump ist also nicht etwas, was so ganz anders wäre, als es die USA bisher waren. Ganz im Gegenteil. Trump als Präsident ist nur nicht kein Gegensatz zu den bisherigen USA, er ist vielmehr aus diesen hervorgegangen und von diesen groß gemacht worden. Man könnte sogar so weit gehen und sagen: Trump ist das Wesen Amerikas, immer schon gewesen, das jetzt nur ungeniert zum Vorschein kommt, die Maske fallen lässt. In Trump hat Amerika erst zu sich gefunden.

Womit wir wieder beim Anfang sind: In der Tat muss es für all jene, die ihr Leben lang ein idealisiertes Bild der USA in sich herumgetragen haben, ein tiefer Schock sein, dass da etwas zum Vorschein kommt, von dem sie nicht glauben können, dass das Amerika sein kann.Auch schon vor Trump haben diese Träumer über vieles hinweggesehen müssen, um sich die Vereinigten Staaten als Hort der Demokratie und Menschenrechte zurechtzuzimmern. Beispielsweise darüber, dass es Pluralität in der hohen amerikanischen Politik stets nur in Dosen gegeben hat und einem die beiden einander am Schalthebel der Macht abwechselnden beiden großen Parteien immer nur so wie Tweedledum und Tweedledee vorgekommen sind – um hier ein Bonmot von Frank Zappa weiterzuführen. Oder darüber, dass in den Vereinigten Staaten immer dieselben Familien, Dynastien und Machtklüngel das Sagen haben. Sieht man so etwas in Russland, so spricht man in einem kritischen Ton von "russischen Oligarchen". Und wir nehmen das dann als Beweis dafür, dass dort etwas nicht funktioniert, dafür, dass Russland eben noch keine richtige Demokratie ist. Warum aber sprechen wir es nicht genauso ehrlich aus, dass auch die USA nur der reinen Form nach eine Demokratie, in Wahrheit aber eine Oligarchie haben? Dass sie durch Wahlen nicht viel ausrichten können, scheinen auch die Amerikaner sehr gut zu wissen. Denn das Land, das sich für den Inbegriff der Demokratie hält, zeichnet sich traditionell durch eine im internationalen Vergleich bemerkenswert niedrige Wahlbeteiligung aus – die freilich außerdem von einem rückständigen Wahlsystem begünstigt wird. Denn um überhaupt wählen zu können, muss man einiges an bürokratischen Hürden überwinden.

Auch sonst spricht nicht viel dafür, ausgerechnet die USA als Hort von Demokratie und Menschenrechten zu betrachten – ein Land, das einen gegen alle rechtsstaatlichen Prinzipien verstoßenden Drohnenkrieg führt, ein Land, das in Komplizenschaft mit den Briten 1953 den iranischen Premierminister Mossadegh stürzte, ein Land, das damit, genauso wie durch die massenmörderischen Kriege im Irak und in Afghanistan, den Grundstein für die Destabilisierung ganzer Regionen auf der Welt und den islamistischen Terrorismus legte, ein Land, das für die Gräuel von Vietnam genauso steht wie für den blutigen Zerfall Libyens, ein Land, das mehr oder weniger nach Gutdünken völkerrechtswidrig in fremde Länder einmarschiert und dort Menschen massakriert oder Leute finanziert, die das tun, ein Land, das als erstes westliches Land wieder die Folter salonfähig gemacht hat. Und so weiter und so fort.

Das alles sind Fakten, die im Grunde jedermann bekannt sind oder sein können. Erstaunlich ist eher die Hartnäckigkeit, mit der jahrzehntelang darüber hinweggesehen wurde – und zumeist immer noch hinweggesehen wird. Den USA hat man immer alles verziehen – den Russen nichts. Denn eines kann man den politischen Kommentatoren des Westens sicherlich nicht vorwerfen: Unparteilichkeit.


Als sich etwa – um nur ein Beispiel zu nennen – herausstellte, dass die Russen indirekt etwas mit dem versehentlichen Abschuss eines Passagierflugzeuges über der Ostukraine zu tun hatten, galt das natürlich als ein weiterer Beweis der Niederträchtigkeit Putins. Als allerdings die amerikanischen Streitkräfte gezielt ein Krankenhaus im afghanischen Kundus in Schutt und Asche legten, blieben selbstverständlich vergleichbare Reaktionen aus und wurden nicht annähernd ähnliche Schlussfolgerungen über den damals amtierenden amerikanischen Präsidenten, Barack Obama, gezogen. "Doppelstandards" nennt das die Medienkritik. Warum nun ausgerechnet ein Präsident Trump, der zwar ein unberechenbarer Rüpel ist, aber bis jetzt immer noch wesentlich weniger Schlimmes als seine Vorgänger auf der Welt angerichtet hat, die bislang amerikatreuen politischen Kommentatoren plötzlich derart empört, ist angesichts dieser Faktenlage gar nicht so einfach zu begreifen. Der Schock, den sie verspüren, mag wohl auch daher rühren, dass sie nun, angesichts eines solch allzu offensichtlich verhaltensauffälligen Amtsinhabers, nicht mehr so leicht, wie sie das bisher getan haben, jeden Amerikakritiker als "Anti-Amerikanisten" diffamieren können und in ihrer Aufteilung der Welt in Gut/Böse und Freund/Feind verunsichert sein müssen.

Ein Ausweg, der nun, allen Fakten entgegen, anscheinend benutzt wird: Anstatt zu begreifen, auf welche Weise Trumps ganzes Wesen tief in der amerikanischen Gesellschaft und ihrer Geschichte verwurzelt ist, wird von vielen nun erst recht ein altes, ein besseres und natürlich ganz tolles und heroisches Vor-Trump-Amerika erfunden, das es so nie gegeben hat. Offensichtlich wurde das im Rahmen des Begräbnisses des Republikaners John McCain vor wenigen Wochen, als dessen Tochter Meghan, mit einer für die Kultur der USA allerdings charakteristischen Pathetik, verkündete: "Wir sind zusammengekommen, um den Verlust amerikanischer Größe zu betrauern." Schützenhilfe bekam sie dabei von anderen ehemaligen "Größen" Amerikas, von George W. Bush und Obama, die in das bizarre Lamento mit einstimmten. Und wieder wird auf die typisch amerikanische Weise personifiziert, glorifiziert und dämonisiert, anstatt dass gesellschaftliche Zusammenhänge verstanden werden: "POW McCain Hero – Trump Coward", hat ein Mann auf ein Poster gemalt. McCain ein Held, Trump ein Feigling. Und – schwuppdiwupp! – posthum hat auf einmal ein Scharfmacher wie McCain – einer der "Falken", der ein Reagan-Anhänger war und den Irakkrieg befürwortet hat – sogar das Zeug, zum Helden und Liebkind linksliberaler Kommentatoren zu werden. Wenn man sich allerdings auch von der Rührung kurzfristig blenden lässt, sollte man sich nachher doch wieder in Erinnerung rufen, dass es eine Kontinuität zwischen diesem alten Amerika und dem Trumps gibt - und dass es genau dieses alte Amerika ist, dass Trump hervorgebracht und groß gemacht hat, auch wenn nun die pensionierten Politiker sich verhalten wie ein Vater, der sein eigenes Kind nicht wiedererkennen will.


Aus: "Trump und die USA: Ein Abgesang auf die größte Pseudodemokratie der Welt" Ortwin Rosner (9.10.2018)
Quelle: https://derstandard.at/2000087890658/Trump-und-die-USA-Ein-Abgesang-auf-die-groesste-Pseudodemokratie


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« Reply #10 on: October 10, 2018, 02:09:54 PM »
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Donny Delago

Trump ist genau so "Made in USA" wie Mark Zuckerberg, Larry Page, Jeff Bezos, Bill Gates, David Hasslehoff oder Kim Kardashian und auch Arnold Schwarzenegger
Die Mentalität und das politische System der USA mit ihren 330 Millionen Einwohnern allein auf Donald Trump festzunageln, ist doch eine ziemlich primitive Vereinfachung. Den "typischen Amerikaner" gibt es genau so wenig wie den typischen Österreicher, den typischen Deutschen oder den typischen Russen.

Kritiklose Amerika-Verklärung ist mmn ebenso dumm wie undifferenzierter Anti-Amerikanismus. Fakt ist, dass es ohne USA wahrscheinlich nach 1945 kein demokratisches (West)Deutschland oder Österreich gegeben hätte. Ohne das Eingreifen der Amis hätte "der Westen" weder den Zeiten Weltkrieg (mit)gewonnen, noch den Kalten Krieg gewonnen. Die Nachkriegsordnung unter der West-Europa wieder groß wurde, war eine durch und durch eine amerikanische.


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Dimple, 9. Oktober 2018, 09:26:09

Ich finde es immer wieder amüsant, wenn Menschen in Europa, speziell in Deutschland oder Österreich, erklären, wie undemokratisch die USA sind.

1. Demokratie ist nicht dadurch gekennzeichnet, dass der Beste, der Klügste, der Geeignetste ein Amt erhalten, sondern dadurch, dass diese eine nach vorher bekannten Regeln ablaufende allgemeine Wahl gewinnen.
2. Demokratie heißt auch und vor allem, dass es (fast) egal ist, wer das Amt innehat, solange er es - gemäß der vorher bekannten Regeln - wieder verliert, entweder durch Abwahl oder durch Zeitablauf/Amtszeitbegrenzungen
3. Demokratie heißt auch nicht, dass der Staat sich besonders klug, hilfreich, weitsichtig verhält, sondern dass es möglich ist, die Richtung zu ändern und zwar durch die Bevölkerung mit Wahlen.

lg
Dimple


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imax, 9. Oktober 2018, 08:36:47

Ein interessanter Artikel, ein paar schnelle Gedanken. In den meisten Punkten kann ich zustimnen. Was Rede- u. Pressefreiheit betrifft kann aber weder Rußland noch China mithalten. Den neuen Höchstrichter in TV-Shows dermaßen zu veräppeln, ist in Rußland nicht möglich.
Rußland bestreitet seine Involvierung in den Flugzeugabschuß bis heute, und gibt sogar anderen die Schuld. Die Amerikaner bestreiten die Bombardierung des Krankenhauses nicht. Amerika hat nach wie vor ein Zweiparteiensystem, was man von Rußland nicht behaupten kann. Trump kann sich nie so sicher fühlen wie Putin. Aber es stimmt schon, der eigentliche Regent Amerikas ist das Geld.


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tomprofan

Vater von JFK...lesenswert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_P._Kennedy

Das ist Amerika...


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Didaktiker

Ein abstruser Kommentar, der vor Ahnungslosigkeit nur so strotzt...
Ich frage mich, ob der Autor dieses Beitrags jemals länger als nur ein paar Wochen in den USA gelebt hat.

Die USA sind definitiv der Inbegriff der Demokratie, es werden unzählige Posten auf Bundesebene, Bundesstaatsebene und Gemeindeebene vom Volk direkt gewählt und zwar nicht nur in der Legislative, sondern auch in der Exekutive und manchmal sogar in der Judikative, wobei man in Bezug auf Letztere durchaus fragen darf, ob periodisch vom Volk gewählte Richter nicht schon "zu viel" Demokratie sind, weil diese Direktwahl negative Auswirkungen auf die Rechtsprechung haben kann.

Außerdem existiert in den USA eine extrem weit ausgelegte Meinungsäußerungsfreiheit. Kombiniert man diese mit freien und fairen Wahlen, dann bekommt man: Demokratie.


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Fürchtegott Dreist

Was haben die Römer je für uns getan?

https://www.youtube.com/watch?v=CNg0UNTsOYY


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redwood forest

Unabhaengig davon, wie man zu den USA politisch steht: die Beitraege des Landes im Bereich Musik, Literatur, darstellende Kunst, Wissenschaft, Technologie, Film etc. sind nicht ganz unbedeutend.
Und -in Europa vielleicht weniger bekannt und ueberraschend- die USA haben z.T.auch im Bereich Umweltschutz wichtige Trends gesetzt: z.B. die Nationalparkidee, dann der Clear Air Act, der Wilderness Act, der Endangered Species Act. Aktivisten, Wissenschaftler und Theoretiker wie John Muir, Henry David Thoreau, Aldo Leopold, Edward Abbey, Rachel Carson, E.O. Wilson...


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Der LBTStudent

Der Artikel ist eine Frechheit
Die USA sind eine der wenigen richtigen Demokratien (Stichwort Midterm Elections) Trennung von Legislative und Exekutive. Kein Clubzwang etc. Österreich ist eine Verhöhnung einer Demokratie nach Montesquieu. Bevor man einen Artikel verfasst sollte man zumindest die Grundlagen über das Thema über das man schreibt recherchiert haben sonst kommt soetwas wie dieser Artikel heraus. Die USA sind alles andere als perfekt aber definitivein Land der freien Ideen und einer funktionierenden Demokratie.


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Fürchtegott Dreist

Keine frechheit, aber extrem einseitig, wie hier schon von vielen anderen gut dargelegt wurde.


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Ludovico Settembrini

Dieser Kommentar ist erstaunlich angesichts der Tatsache, dass in den USA gerade 3 Wochen intensiv ueber die Bestellung eines Hoechstrichters gestritten wurde...inklusive Life-Uebertragung der Anhoerungen. Die Unabhaengigkeit der Richter, und damit die Wahrung einer Säule der US- Demokratie, ist ein Thema fuer das Tausende demonstrieren und sich verhaften lassen. Die Namen der Richter des Supreme Courts sind in den USA bekannt...Personen mit Bildung koennen alle Mitglieder nennen. Ruth-Bader Ginsburg gilt als Superhero.

Ich behaupte, dass nicht einmal BK Kurz die Mitglieder des oesterr. VfGH auswendig aufsagen kann. In Oesterreich wuerde niemand seinen Abgeordneten anrufen um die Ernennung eines VfGH Richters zu verhindern.

Wann hat der Autor im oesterreichischen Parlament zuletzt beobachtet, dass ein Abgeordneter bei einer wichtigen Entscheidung gegen die Parteilinie aussschert und mit der Gegenseite stimmt?

Es gibt viel zu kritisieren an der US Demokratie, und sie macht unter Trump eine schwere Pruefung mit, aber man sollte auch immer die Relation sehen.


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Beruf: Leistungsträger

Der Artikel enttäuscht. Der Autor erwähnt ja nicht mal Todesstrafe und das furchtbare Gesundheitssystem.


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Of Red Earth

Wie schafft es ein solcher Artikel in den Standard? - Das wird doch nicht daran liegen, dass Trump das transatlantische Bündnis in Frage stellt und damit unter Journalisten so etwas wie Selbstreflexion auftritt? ...


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Vanille Bourbon

Die erste Demokratie der Welt , die über Frankreich Europa die Demokratie gebracht hat, ist eine pseudodemokratie? Wo ist dann die „echte“ Demokratie?
Ich rate dem Autor, regierungskritischer Journalist in Russland zu werden. ( und nicht ein ein westlicher „pseudojournalist“ zu bleiben.)


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Franz Josef Hartlauer

Es ist die US Popkultur die uns emotional bindet. Emotionen sind stärker als die Vernunft und jeder Hollywood Film der uns berührt zementiert diese Beziehung und sichert der USA hegemoniale Loyalität. Deshalb hat die CIA schon in den 50er Jahren den abstrakten Expressionismus gefördert u.a.
Paradoxerweise sind selbst Figuren wie Frank Zappa oder Michael Moore ein Geschenk für die US Hegemonie.


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Donny Delago

Wenn selbst Frank Zappa oder Michael Moore für die kulturelle us-hegemonie stehen - dann muss diese aber auf möglichst großer Vielfalt und demokratischen Grundsätzen basieren. Auch die 1968er Bewegung mit ihrer massiven Kritik am Vietnamkrieg war anfangs durch und durch amerikanisch. Und das zeichnete eben das us-system gegenüber Systemen wie das von China oder der Sowjetunion aus. Die "kulturelle Hegemonie" basierte hauptsächlich auf Freiwilligkeit und Attraktivität - man hätte in west-Deutschland auch DDR-fernsehen schauen und ost- Mode tragen können.

So unilateralistisch sich die USA bereits vor Trump gaben, verspielen sie mmn zumindest teilweise auch ihre kulturelle Attraktivität - und damit auch ihre globale kulturelle Hegemonie.


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hurchzua

Marhallplan: ob er altruistisch oder nicht - es war eine riesen Leistung. ...


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Paul Frühauf

Hamma eh schön alle Klischees untergebracht? Ja? Dann ists ja gut.


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« Last Edit: October 10, 2018, 02:36:51 PM by Link »