Author Topic: Stadtgeschichte - Hamburg  (Read 808 times)

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Stadtgeschichte - Hamburg
« on: January 03, 2016, 01:05:47 PM »
Hamburg
https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg

Die Geschichte Hamburgs reicht bis zum Beginn des 9. Jahrhunderts zurück. Hamburg, als Stützpunkt zur Missionierung der Sachsen gegründet, wurde seit dem Mittelalter einer der bedeutendsten Handelsplätze Europas. Neben der günstigen Lage des Hamburger Hafens stärkte die jahrhundertelange politische Unabhängigkeit als Freie und Hansestadt die Entwicklung Hamburgs zur zweitgrößten Stadt Deutschlands nach Berlin.
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Hamburgs

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"Hafen, Flut und Feuerstürme - Hamburgs Geschichte" Teil 1: 1842-1914 Doku (2003)
Hamburgs Geschichte ist bislang in keiner großen Dokumentation dargestellt worden. Der Zweiteiler ,Hafen, Flut und Feuerstürme" erzählt von den Jahren 1842 - 1945, vom Großen Brand 1842 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Es sind die kleinen Geschichten, die sich in den großen Ereignissen verstecken und die ein neues Bild geben von dem, was in dieser Stadt geschah, was sie prägte und ihre Menschen bewegte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Hamburg eine ,Boomtown". Die Stadt hatte sich auf dem Weg dorthin schweren Herausforderungen stellen müssen, aber noch schwerere lagen vor ihr, von denen der zweite Teil der Dokumentation berichtet. Zwei Weltkriege, dazwischen eine kurze Zeit des Aufschwungs, der Demokratie, die aber sehr bald im Naziterror endete. Gauleiter und Reichsstatthalter Karl Kaufmann führte die Stadt in die Zerstörung, in den Feuersturm, in das verheerende Bombardement im Zweiten Weltkrieg. Und er führte durch Jahre der Verfolgung der Juden und Andersdenkender. ,Führerstadt" sollte Hamburg werden, nach Hitlers Willen. Monumentalarchitektur am Elbufer, erbaut mit Ziegeln, die Häftlinge im KZ Neuengamme brennen mussten. Erzählt werden neue spannende Geschichten dieser Jahre, mit teils nie gezeigtem Bildmaterial. Eine Dokumentation, die einen neuen Blick auf die bewegte Geschichte dieser zweitgrößten deutschen Stadt wirft. ...
https://www.youtube.com/watch?v=tthxqq1wJwg

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"Alltag in Trümmern: Hamburg nach dem Feuersturm" (Doku, ZDF)
Kinder fahren Rollschuh zwischen Trümmern. Familien richten sich in den Kellern zerstörter Gebäude ein. Im Sommer 1948 ist Hamburg noch vom Feuersturm gezeichnet, doch es herrscht Aufbruchstimmung. Ein seltener Farbfilm dokumentiert eine beinah gelöste Atmosphäre. Die Aufnahmen des schwedischen Filmteams zeigen einen besonderen Sommer. Es ist eine Zeit des Neuanfangs, eine Zeit, in der eine Zukunft wieder möglich wird. Zeitzeugen berichten, wie sehr sie diese Zeit geprägt hat. ...
https://youtu.be/8DDADFA0kbU

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Stunde Null in Hamburg - 3. Mai 1945
Hamburg nach der Kapitulation. Die Stadt ähnelt einer Ruine, vielerorts stehen nur Fassaden.
Luftaufnahmen von der Innenstadt und dem Hafen: u.a. Rathausmarkt, Hamburger Rathaus, Kirchen, Hauptbahnhof, Binnenalster, Mönkebergstrasse, Elbbrücken
Ausschnitte aus den Episoden 3 und 4 der Dokumentationsreihe "Spirit of Hamburg"

https://www.youtube.com/watch?v=yDsWGWPLmu4

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Filmaufnahmen über und aus Hamburg 1948
https://youtu.be/tIZagJY4S2Y

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Hamburg 1948 - Filmaufnahmen in Farbe
https://youtu.be/Qpu-zqDbnN0

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Filmaufnahmen über und aus Hamburg 1951-1952
Sicherer S-und U-Bahn-Verkehr in den Nachkriegsjahren...
https://www.youtube.com/watch?v=6YLpayb3mOM

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Filmaufnahmen über und aus Hamburg 1956 - 1957
Februar 1956 der kälteste Winter seit Menschengedenken
Hamburger Funkamateure kommunizieren
über Kurzwelle mit der Welt
Auftakt zur Bockbiersaison 1957
Der NDR startet sein Reginalprogramm

https://www.youtube.com/watch?v=EC784dcdkRY

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Filmaufnahmen über und aus Hamburg 1962
1. Flutkatastrophe am 16. Februar 1962
Ausmass der Überflutungen und Hilfsmassnahmen
2. Firmenzusammenbruch der Schlieker-Werft
3. Spiegel-Affäre: Vorwurf des Landesverrats
Rücktritt von Verteidigungsminister Franz-Josef Strauss
https://www.youtube.com/watch?v=q3F49XEhFXU

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"Flutkatastrophe Hamburg 1962"
Situation in Hamburg am 16. Februar 1962
Sturmwarnung erreicht die meisten Hamburger abends nicht mehr
Nachts tritt das Hochwasser über die Deiche und verursacht Deichbrüche
Weitläufige Überflutungen in elbnahen Stadtteilen
300 Flutopfer in Wilhelmsburg und Waltershof
Innensenator Helmut Schmidt organisiert Hilfsmassnahmen
Bundeswehr und allierte Streitkräfte retten mit Hubschraubern und Sturmbooten
Bilder vom Schauplatz der Katastrophe
Trauerfeier für die Opfer der Fluten
Errichtung von Hochwasserschutzanlagen
Katastrophenschutzmassnahmen für die Bevölkerung

https://www.youtube.com/watch?v=TliHYytyRlQ


"Dokumentation: ZDF-History: Sturmflut in Hamburg"
Hamburg im Februar 1962: Das Tief "Vincinette" verursacht in Norddeutschland die folgenreichste Sturmflut der Bundesrepublik.
In Hamburg brechen Deiche, allein dort sterben 315 Menschen, mehr als 70 000 werden obdachlos. Die Flut verursacht in der Hansestadt einen Schaden von rund 873 Millionen Mark.

https://www.youtube.com/watch?v=SefKi_PByz0


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Die 70er Jahre im Hamburger Hafen
Porträt eines Universalhafens: Wunderbarer Imagefilm des Hamburger Hafens im typischen Stil der 1970er Jahre.
https://youtu.be/ULzF5_zKdvM


« Last Edit: July 06, 2016, 08:53:49 PM by Link »

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Stadtgeschichte - Hamburg
« Reply #1 on: April 19, 2016, 02:08:50 PM »
"Mitte Altona: Altona wird richtig groß" Martin Petersen (18. April 2016)
In Hamburg entsteht gerade ein komplett neuer Stadtteil: Mitte Altona. Drumherum gibt es aber noch mehr Bauprojekte, mit denen Altona ein neues Zentrum bilden wird. ... Am Ende – dreißig Jahre in die Zukunft geschaut – wird in Altonas Norden ein großer neuer Stadtteil für 10.000 bis 12.000 Menschen entstanden sein. Der neue Bahnhof Diebsteich wird sich nicht mehr im Nirgendwo befinden, sondern inmitten mehrerer dicht bewohnter Straßenzüge. Wer auf den Stadtplan schaut, entdeckt nicht nur die beschriebenen Neubaugebiete Mitte Altona und das Holsten-Areal, sondern bemerkt auch, wie nah das neue Bahnhofsviertel am Zentrum von Eimsbüttel liegen wird, das schon heute eines der lebendigsten Gegenden der Stadt ist. Auch wenn die Kieler Straße noch wie eine Schneise dazwischen liegt: Mit dem Lückenschluss zwischen Eimsbüttel und Altona entsteht ein neues urbanes Zentrum. ...
http://www.zeit.de/hamburg/politik-wirtschaft/2016-04/altona-nord-stadtteil-hamburg-stadtentwicklungsprojekt/komplettansicht

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ambjoernsen
#1  —  vor 21 Stunden 1

Schön geschriebener Artikel! Wäre dieser nicht in der Zeit erschienen, könnte man als Auftraggeber das Hamburg-Marketing vermuten. Völlig kritiklos wird hier über den sog. Drittel-Mix für Neubauprojekte berichtet, auf den die tonangebenden Hamburger Sozialdemokraten besonders stolz sind. Was bedeutet diese Mischbebauung nach den Regeln der Mathematik? 1/3 Eigentumswohnungen, 1/3 freier Wohnungsbau und 1/3 Sozialwohnungen, die irgendwann aus der Preisbindung herausfallen. Macht nach Adam Riese: 2/3 der dort entstehenden Immobilien sind den Wohlhabenden und Betuchten vorbehalten. Und das in einer Stadt, in der sich selbst Normalverdiener kaum mehr die horrenden Mieten leisten können. Was gibt es da bitte zu jubeln?


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Carl mit Zeh
#1.1  —  vor 4 Stunden

Wohnraum für über 10.000 Menschen, die irgendwo unterkommen müssen. 100% sozialer Wohnungsbau hatte man in der Vergangenheit häufiger in der Stadt. Die Ergebnisse möchte man nicht wiederholen. Und Nimby-Attitüden sorgen primär für steigende Mieten durch Knappheit. Alternativ wird die Altbauwohnung in Eimsbüttel oder Ottensen zur Eigentumswohnung umgewidmet.


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landab
#3  —  vor 20 Stunden 4

Und häßlich wird die neue Bebauung, daß es einem die Sprache verschlägt. Dafür wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und die Gewinner präsentieren die immergleichen Scheißbauklötze, einfach widerwärtig.

http://bechtloff-steffen.de/neue-mitte-altona-block-1/


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Eternit
#4  —  vor 17 Stunden 1

Stadtentwicklung ist ja wie die Fußballnationalmannschaft nichts für Nationaltrainer oder Experten sondern etwas für jedermann. Wir alle wissen nicht nur alles, wir wissen auch alles besser! Ich auch. Ich glaube z.B. zu wissen, dass Sozialwohnungen tatsächlich nach 30 Jahren aus der Mietpreisbindung rausfallen können. Müssen sie aber nicht. Ob die Mieten, der hier umstandslos als "widerwärtig" bezeichneten Saga-Wohnungen, in 31 Jahren tatsächlich nur für "Betuchte" bezahlbar sein werden, darf bezweifelt werden. Und wieviele Sozialwohnungen sollen es denn sein statt 33 Prozent? 50 Prozent? 100 Prozent? Kurz gesagt: Diese Stadterweiterung mitten in der Stadt ist eine Riesenchance. Schön, dass nicht alle Projekte immer zerredet werden.


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Stadtgeschichte - Hamburg
« Reply #2 on: July 06, 2016, 04:17:43 PM »
"St. Pauli: Der alte Kiez"
Hamburg-St. Pauli wandelt sich rapide: Vom Spelunken-, Sex- und Alternativmilieu zum Partyviertel. Die Fotografin CP Krenkler hat etwas vom alten St. Pauli festgehalten. ...
http://www.zeit.de/hamburg/2016-07/st-pauli-hamburg-gentrifizierung-esso-haeuser

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"Frühzeit des Knipsens - Hamburg schönfotografiert" Frank Keil (9. 9. 2015)
Das Museum für Hamburgische Geschichte widmet sich dem Wandel der Stadt im Auge ihrer Fotografen. Und in den Wünschen ihrer Auftraggeber.
Am Anfang steht ein Fotoschatz: Der Schatz des Fotografen Georg Koppmann, der seit Mitte der 1870er-Jahre die baulichen Veränderungen der Stadt Hamburg dokumentierte – im Auftrag der Baudeputation der Stadt. Koppmann, symbolträchtig im Jahr des großen Hamburger Brandes von 1842 geboren, als mehr als ein Viertel des Hamburger Stadtkerns zerstört wurde und neu aufgebaut werden musste, wurde zunächst Schlachter, war doch auch sein Vater Schlachter gewesen. Doch diese Tätigkeit wollte ihn offenbar nicht ausfüllen, und er eröffnete 1865 ein Fotoatelier: am Neuen Wall in der Hamburger Innenstadt gelegen. ...
https://www.taz.de/!5226540/


"Industrialisierung: Als das alte Hamburg verschwand" (1. September 2015)
Umbruch im 19. Jahrhundert: Aus der heutigen Innenstadt verschwanden die alten Wohnhäuser – Industrie und Büros folgten. Zwei Fotografen haben das dokumentiert.  ...  Noch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges und dem Ende des Kaiserreichs hatte Hamburg bereits den größten Teil seiner alten Bausubstanz verloren. Der Brand von 1842, dann ab 1870 Industrialisierung, Eisenbahnen und Hafenerweiterung: Die Stadt wuchs und alles Alte verschwand damit. Die Fotografen Georg Koppmann und Wilhelm Weimar hielten im Auftrag der Stadt diesen Wandel im Bild fest. ...
http://www.zeit.de/hamburg/stadtleben/2015-08/hamburg-geschichtsmuseum-historisch-fs


Stadt Bild Wandel: Fotografie in Hamburg 1870-1914 / 2014
Taschenbuch von Stiftung Historische Museen Hamburg (Herausgeber)
ISBN-10: 3885060558, Verlag: Junius Hamburg; Auflage: 1 (9. Juni 2015)

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LEICHEN IM KELLER - HAMBURGS KOLONIALES ERBE
In dieser Multimediareportage sprechen Wissenschaftler, Aktivisten, Politiker und Wirtschaftsvertreter über die koloniale Vergangenheit Hamburgs.
https://fink.hamburg/snowball/hamburg-als-drehscheibe-des-kolonialismus/

« Last Edit: January 24, 2018, 08:56:29 AM by Link »

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Stadtgeschichte - Hamburg
« Reply #3 on: March 30, 2018, 12:51:29 PM »
Bildband: Licht über Altona. Fotografien 1954., Dombrowski, Herbert.
Verlag: Hamburg, Dölling und Galitz, (1997)
ISBN 10: 393080249X ISBN 13: 9783930802494
Mit 80 ganzseitigen s/w Fotografien. Der Fotograf Herbert Dombrowski erhielt 1954 von der Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat den Auftrag, das Sanierungsgebiet im östlichen, durch den Krieg stark zerstörten Altona vor dem Abriß zu fotografieren - die dabei entstandenen Aufnahmen sind kostbare Zeugnisse des alten Altona. ...

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Stadtgeschichte - Hamburg
« Reply #4 on: January 29, 2019, 10:18:11 AM »
Quote
Hamburg Literatur handelt nicht nur vom Kiez #16

... Hier zwei Buchempfehlungen:

Guenther Krass - Phönix aus dem Viertel Vol. 1 & Vol. 2
Guenther Krass - Huren pflastern seinen Weg.

Ein Hamburger Autor, der sehr authentisch, aber eben nicht über den Kiez schreibt!


Quote
Googlefix #2

Jo, wahrscheinlich muss man die Vergangenheit verramschen, wenn die Gegenwart schon nix mehr hergibt.

Wo ist auf der Reeperbahn noch Hamburg? Vor den noch eher bürgerlichen Etablissements lümmeln Omma und Oppa aus dem Rheinland in ihren Outdoorsesseln und saugen das Ambiente gierig auf - hach wie verrucht! In den Rummelbuden auf der anderen Straßenseite, die tatsächlich wie Sparkassenfilialen wirken, lässt sich das männliche Jungvolk aus dem schleswig-holsteinischen Umland gezielt vollaufen. Die Teilnehmer der diversen Junggesellenabschiede, männlich wie weiblich, kommen ebenfalls unüberhörbar aus der weiteren Hamburger Prairie. Team Uschi oder so. Laut, drall und pinkfarben.

Und dann, oho, der Höhepunkt: Diverse Kiezführungen, die lautstark mit Megaphon dem staunenden und zahlendem Fußvolk die ältesten Dönjes verklaren, wer wo gewohnt hat von ehemaligen Kiezgrößen und so. Alles wird zu Geld gemacht und verramscht, wenn es nur gruselig und historisch genug klingt.

Vom Dungeon in den Goldenen Handschuh und danach die Herbertstraße - alles wird verwurstet und vermarktet. Der Kiez ist schon längst tot - psst, nicht weitersagen! Jetzt folgt nur noch Leichenfledderei, damit der Rubel rollt. Sex and Crime verkauft sich immer noch gut, genau wie der angenehme Grusel, mal da gewesen zu sein.


Quote
St.-Pauli-Peter #2.1


Als gebürtiger St. Paulianer und immer noch Anwohner ( dank Genossenschaftswohnung, sonst wäre ich wohl auch längst verdrängt worden) kann und muss ich Ihren Kommentar wärmstens empfehlen. Auf den Punkt getroffen.


Quote
Googlefix #3

Moin Peter, ich bin zwar nur zugezogen, erlebe aber immer noch erstaunte Reaktionen, dass ich als Frau allein aufn Kiezbummel gehe. Da toben tatsächlich auch in Hamburger Köpfen noch die dollsten Hirngespinste.

Tatsächlich ist es inzwischen unglaublich öde dort, wenn man nicht gerade in irgendeiner Seitenstraße in irgendeinen Club will. So viel Polizei ist nirgends, und der Rest ist schlichtweg Ballermann. Ach ja - irgendwo dort kann man auch ganz lecker und preiswert vietnamesisch essen, und es gibt auch noch Bars, wo man kostenlos durchtanzen kann. Die großen Shows sind vorbei, verrucht ist da nix mehr.

Rotlicht, pa! Kultur ist angesagt bei Conny Littmann und seinen Etablissements. Die große Freiheit wird auch demnächst umgetauft in Olivia-Jones-Wai, wenn er/sie auch den letzten Laden aufgekauft hat. Immerhin gabs gerade 50 Jahre Grünspan, wie die MOPO berichtet hat. Dieser Dino hat zumindest überlebt.


Quote
Suebe333 #5

Sündig ist auf der ehemals geilen Meile längst nicht mehr viel. St. Paulis Herz ist längst zu seiner eigenen Karikatur verkommen. Die wenigen Läden, die noch den ursprünglichen Charm vermitteln, die kannst inzwischen an eineinhalb Händen abzählen. Und selbst da sitzen inzwischen Leute, die sich noch vor 25 Jahren nicht mal in die Nähe getraut hätten.
Die Reeperbahn ist längst der Ballermann des Nordens geworden. Wo es mich früher bei meinen Hamburg Besuchen immer auch auf die Reeperbahn trieb, da gehe ich längst nen großen Bogen drumherum.
Nein, früher war sicher nicht alles besser. Aber ich erinnere mich noch immer sehr gerne an die guten alten Zeiten, wo wir uns ganze Wochenenden in schummrigen Kneipen und Bars herumtrieben. Und wahnsinnig gute Gespräche mit Luden, Dirnen, einfachen Hafenarbeitern und Bänkern an einem Tisch hatten. Da hat man sich zwar auch oft genug gnadenlos mit Bier und Schnaps abgeschossen. Aber schön gemütlich und nicht als sportlichen Wettbewerb. Und wurden im Goldenen Handschuh, Clochard und Co mal die Bretter geklopft, dann hat man das unter sich wieder in Ordnung gebracht. Ohne dass die Polizei gleich mit einem SEK anrücken musste, weil immer einer seine Grenzen nicht kennt.
Zeiten ändern sich halt. Und da die alten Kiez Originale immer weniger werden, ist das irgendwie auch ne natürliche Entwicklung. Wer es mag, bitte. Meine Reeperbahn ist das aber nicht mehr.


Quote
mio #12

Der Kiez ist für mich als Hamburger ein Ort des Schreckens. Kriminalität, Drogen, Alkohol, Messerstechereien, Menschenhandel, Banden, Abzocke, Prostitution, Schlägereien ... kurz: Leid und Elend wohin man blickt.

Die Romantisierung und Verehrung des Kiez und insbesondere der "Kiez-Größen" ist mir schleierhaft. "Hach wie verrucht!" (Zitat von Googlefix), trifft es auf den Punkt. Das Rotlicht, Prostitution und überall Blaulicht. Da führen viele Hamburger ihre nicht-Hamburger Freunde ganz hart gesotten, als wäre man jeden Tag dort und als gehöre man dazu, durch die Reeperbahn und bestellen cool ein Bremer Bier im Club. Der andere Teil des Partyvolks ist um halb eins besoffen und glaubt, es sei völlig legitim, auf der Reeperbahn mal so richtig die Sau raus lassen zu können. Ohne mich.



Quote
Sam Sonite #6


Immerhin liefert der Kiez die Geschichten, die man sich in der Vorstadt so heimlich wünscht und so gerne konsumiert. Die Reeperbahn ist nun mal die bekannteste Straße der Republik und St. Pauli der gekannteste Stadtteil. Den Ruf hat man sich erarbeitet und den darf man auch auskosten. Wenn Bergedorf oder Nienstedten auch Geschichten und ins Feuilleton oder ins Kino will, dann muss man sich halt auch was einfallen lassen. Auf die Reeperbahn zu schimpfen ist da natürlich ein Weg, aber vielleicht nicht der nachhaltigste.

Lasst euch halt was einfallen in eurem bürgerlichen Mief!


Quote
Binsenweis #17


Strunk, Schamoni, Akin, Gwildis.
Alles bekannt.
Aber was bitte sind "Kulturschaffende"?


Quote
Pascal P #21

Ich möchte mich in die Ecke verkriechen
aber hilft nicht
Ich könnte den ganzen Tag nur noch schreien
aber nein
Da hilft nichts auf der Welt
wenn dir St. Pauli auf den Geist fällt.

- Die Sterne-


Kommentare zu: https://www.zeit.de/hamburg/2019-01/reeperbahn-strasse-hamburg-partymeile-rotlichtviertel-sinnbild

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Stadtgeschichte - Hamburg
« Reply #5 on: February 09, 2019, 12:47:25 PM »
Neue Sachlichkeit : "Die Parallelen zwischen den Zwanzigern und heute faszinieren"  Interview: Anna Heidelberg-Stein, Hamburg  (7. Februar 2019)
Deutschland feiert 100 Jahre Bauhaus. Wieso die Epoche die Kunstwelt revolutionierte und wie sie Hamburg noch heute prägt, weiß die Kuratorin des Bucerius Kunst Forums.
Interview: Anna Heidelberg-Stein, Hamburg
https://www.zeit.de/hamburg/2019-02/neue-sachlichkeit-bauhaus-moderne-bucerius-kunst-forum-hamburg