Autor: lemonhorse

[Richard Grune (1903-1984) … ]

“ … 1914 lebten schon mehr als 200.000 Menschen in Kiel. Bereits vor dem Krieg war die Sozialdemokratie die stärkste der Parteien und das „Arbeiter-Milieu“ prägte große Teile der Stadt. Gerade in Gaarden … bestimmte die Arbeiterschaft das gesellschaftliche Leben. Richard [ging zur Volksschule auf dem Ostufer]. die er etwa 1918 abgeschlossen haben wird. Kiel aber erlebte den Krieg in seiner ganzen Härte. Schon 1917 gab es erste große „Hungerdemonstrationen“, denn die Versorgung mit Nahrungsmitteln wurde immer schlechter. Wucherpreise und Spekulantentum griffen um sich. Die Stadtgesellschaft fiel auseinander; auf der einen Seite diejenigen, die Not und Elend erlebten; auf der anderen die, deren Tisch trotz Mangelwirtschaft weiter reich gedeckt bleiben. Gerade in den Wohnungen der Arbeiter in Gaarden spürte man die Not am heftigsten. Hier fehlte nicht nur Milch, Kartoffeln und Brot; es fehlte fast alles, was man zum Leben benötigt. Die Frauen standen an den Ausgabestellen Schlange und nicht selten kam es zu Streit. Auch blieb kaum eine Familie von den Schrecken der Schlachtfelder verschont, so dass Trauer und Leid das Leben prägten. In der Kieler Arbeiterschaft wuchs die Sehnsucht nach dem Ende des Krieges. So empfand es wohl auch die Familie Grune, denn es wird für sie überaus schwer gewesen sein, ausreichend Essen und Trinken für die Kinder zu beschaffen. Im November [1918] kam der Aufstand der Matrosen [https://de.wikipedia.org/wiki/Kieler_Matrosenaufstand], dem sich große Teile der Kieler Arbeiterschaft anschlossen. Sehr bald wurde aus dem Aufstand die Revolution, die überraschend schnell zum Ende des Krieges und zur Abdankung des Kaisers führte. … Richard Grune wurde in diesen Jahren erwachsen. …“ | Aus: „Das radikale Leben. Der Kieler Maler Richard Grune und seine Zeit (1903–1984)“ Von Rolf Fischer und Jürgen Jensen (Hrsg.), 232 Seiten [von 2019], ISBN: 978-3-86935-355-5
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Richard Grune (* 2. August 1903 in Flensburg; † 26. November 1984 in Kiel) war ein deutscher Maler und Grafiker. … Grune veröffentlichte Bücher und arbeitete eng mit der Naturfreundebewegung und der Arbeiterjugend zusammen. 1933 zog er nach Berlin. Grune arbeitete dort an einem antinationalsozialistischen Zeitungsprojekt mit. Wegen seiner Homosexualität wurde er Anfang Dezember 1934 verhaftet und befand sich fortan mit kurzen Unterbrechungen bis kurz vor Kriegsende abwechselnd in Gefängnissen und in Konzentrationslagern. Ende April 1945 konnte er auf dem Todesmarsch von Flossenbürg nach Dachau fliehen und sich zu seiner Schwester Dorothea (genannt Dolly) Cornelius durchschlagen, die später mit dem Kieler Fotografen Peter Cornelius verheiratet war. Während der Haftzeit hatte er heimlich den Lageralltag gezeichnet, die Leiden der KZ-Insassen, ihren Alltag und ihr Sterben, aber auch ihre Solidarität. Und er hatte auch die Täter porträtiert. … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Grune

[Quartalszahlen aus den Kieler Stadtteilen… ]

„Quartalsdaten aus den Stadtteilen“ Statistische Informationen 4/2023 (2. Quartal 2023) | –>
https://www.kiel.de/de/kiel_zukunft/statistik_kieler_zahlen/_quartalsdaten_stadtteile/2023/Quartalsdaten_aus_den_Stadtteilen_II_2023.pdf

// –> https://www.kiel.de/de/kiel_zukunft/statistik_kieler_zahlen/index.php

“ … In Kiel leben 74.386 Menschen mit Migrationshintergrund, davon wohnen 14.185 in Gaarden und 11.799 in Mettenhof. Die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund ist um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen sind es 29,8 Prozent. …“ | Aus: „Kiel: Kurznachrichten im August 2023“ UrsulaS (5. August 2023 UrsulaS) | https://kielaktuell.com/2023/08/05/kiel-kurznachrichten-im-august/

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