[Zum Wahn der Liebe #78 … ]

“ … Das Grübeln über Natur und Wesen des Menschen sowie die engeren und weiteren Bedingungen seines Menschseins hat viele Antworten hervorgebracht. Letztlich aber laufen alle Versuche zur Bestimmung der conditio humana auf etwas hinaus, das der Bayerische Volkssänger Weiß Ferdl in einem Stoßseufzer so zusammenfasst: „I woaß net wia ma is!“
Rund 2.000 Jahre früher ist sein römischer Kollege Catull von ähnlichen Problemen geplagt: „Ich hasse und liebe zugleich“, beginnt er eines seiner berühmtesten Gedichte. … Ambivalenzerfahrungen sind ein natürlicher Teil unserer psychischen Realität. Und es gibt gute Gründe, ihnen ein dauerhaftes Bleiberecht einzuräumen. …“ | Quelle: „Das innere Hin und Her“ Simon Demmelhuber (31.01.2018), https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/psychologie/ambivalenz-konflikt-100.html

“ … Im Begehren kann der Freundschaftskeim enthalten sein, aus Kameradschaft wird Zärtlichkeit; aber im allgemeinen scheint es mir ratsam, zwischen Eros und Sympathie, zwischen geschlechtlich-emotioneller Attraktion und moralisch-intellektueller Affinität sauber zu unterscheiden. …“ | Klaus Mann (1906-1949) – Der Wendepunkt. 1. Auflage. Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag, 1974. S. 400

lemon / 17 Oktober 2019 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments