lemonhorse / 9 November 2017 / Kiel.Refugium, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 8 November 2017 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Zur intrinsischen Logik des Kapitalismus #2 … ]

Intrinsische Eigenschaften gehören zum Gegenstand selbst und machen ihn zu dem, was er ist.
// https://de.wikipedia.org/wiki/Intrinsisch

austriacus39 (06.11.2017): “ … Die Soziale Marktwirtschaft ist das schönste politische Eheversprechen, das je gebrochen worden ist. …“ (Kommentar zu: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paradise-papers-zur-hoelle-mit-den-reichen-kolumne-a-1176640.html)

(8. November 2017): “ … Als Paradise Papers werden vertrauliche Unterlagen der Anwaltskanzlei Appleby und des kleineren Treuhandunternehmens Asiaciti Trust bezeichnet. Sie stellen in tausenden Fällen dar, wie Steuervermeidung und Steuerhinterziehung von einigen der weltweit größten multinationalen Konzernen und Milliardären mittels Verschleierung, Splittung und Geldwäsche betrieben werden. …“ |
https://de.wikipedia.org/wiki/Paradise_Papers

Werner G., vor 2 Tagen: “ … Es handelt sich um eine reine Neiddebatte. …“ (Kommentar zu: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article170381454/Es-ist-gut-dass-es-Steueroasen-gibt.html)

(08.11.2017): “ … Die „Panama Papers“ gingen um die Welt, jetzt erschüttert ein neues Datenleck die Finanzwelt: Die Briefkastenfirmen in den „Paradise Papers“ bringen hunderte Prominente, Politiker, Unternehmen und Superreiche in Erklärungsnöte. …“ | http://www.focus.de/finanzen/steuern/paradise-papers-im-news-ticker-star-oekonom-kritisiert-zeitbombe-des-finanzsystems_id_7816446.html

ZON (8. November 2017): “ … Ökonom Gunther Schnabl, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig, sagte dem MDR, das Geld fließe nun mal dort ab, wo besteuert, kontrolliert und reguliert werde und dorthin, wo sich Staaten mit Besteuerung, Kontrollen und Regulierungen zurückhalten würden, beispielsweise auf Malta oder in Panama. „Reiche Menschen und große Unternehmen können, nicht zuletzt mit finanziellen Zuwendungen für Parteien, Gesetzgebungsprozesse so beeinflussen, dass sich neue Schlupflöcher auftun, wenn alte geschlossen werden.“ …“ | http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/paradise-papers-dz-bank-postbank-hypovereinsbank-online-kasinos

Satiere? –>// Olaf Gersemann (Seit 2010 Ressortleiter Wirtschaft, Finanzen, Immobilien, „Die Welt“, 06.11.2017): “ … Die Paradise Papers bringen Steueroasen weiter ins Gerede. Doch eine Welt ohne diese Schlupflöcher wäre keine bessere. Bargeld ist geprägte Freiheit: Ersparnisse in Scheinen und Münzen vorzuhalten schützt vor staatlicher Willkür. … Nur der Wettbewerbsdruck, den die Existenz von Steueroasen ausübt, wird auf Dauer verhindern, dass die Kassenwarte allzu übergriffig werden. Wenn es Steueroasen nicht schon gäbe, müssten sie dringend erfunden werden. …“ | https://www.welt.de/debatte/kommentare/article170381454/Es-ist-gut-dass-es-Steueroasen-gibt.html

Tini T., (06.11.2017): “ … Tja, nur Schade dass der Kommentar von [Olaf Gersemann] dem Resortleiter Wirtschaft kommt und nicht Sport.. da könnte ich es noch verstehen. …“
Gerd M., (06.11.2017): “ … Ob Herr Gersemann trotz seiner überaus mitfühlenden Einstellung gegenüber Groß-Steuerhinterziehern staatliche Infrastruktur in Anspruch nimmt? …“
Sven P., (06.11.2017): “ … Bei solchen Kommentaren werde ich immer extrem sauer, weil diese ein zu dämlicher Versuch sind, auch noch normalen Arbeitnehmern einzureden, sie hätten bezüglich der Besteuerung die gleichen Interessen wie Milliardäre und Großunternehmen wie Amazon & Co. …“
Andreas K., (06.11.2017): “ … Was will uns der Autor damit sagen, das die Steuersparmodelle via Lizenz nur sowas wie ein ausgelagerte Matratze oder Geldspeicher ist? …“
Manfred M., (06.11.2017): “ … Da ist einer der uns glauben machen will das es die Zahnfee gibt. ….“
Daniel M., (06.11.2017): “ … Ernsthaft, das ist der Kommentar des Ressortleiters? – Der Punkt bei Steueroasen ist doch nicht der, dass es ein neutraler Geldaufbewahrungsort ist. …“
Stefan R. (06.11.2017): “ … Was für ein Quatsch! Woher kommt denn all das Geld? Dieses wird von den Millionen einfachen Arbeitern bei schlechten Lohn in den Unternehmen als Wertschöpfung verdient. Das ist der Kapitalismus, der aus wenig immer mehr erwirtschaften und vor allem daran verdienen will. …“
Tyler D., (06.11.2017): “ … „…Auch diese Menschen haben legitime Schutzbedürfnisse, was ihr Vermögen anbelangt“. Was heisst hier „auch“? Normalbürger werden gnadenlos vom Staat und Konzernen geschröpft und sind ihrer Enteignung schutzlos ausgeliefert. …“
U.Hanke (06.11.2017), “ … Nachweislich etwa 90 Billionen US$ liegen geparkt in Steueroasen. Schweizer CDs, sind eigentlich nur kleine Fische. An die Wirklichen, da geht die Politik nicht ran. Well dann sind die Politiker ganz schnell keine mehr. Warum eigentlich Oasen? Erholt sich das Geld da von der Reise? Oder auch Steuerparadies und das jeweilige Staatsoberhaupt wäre ein Gott. …“

Jakob Augstein (06.11.2017): “ … Hier wird die Welt der Reichen enthüllt, in der die Menschen zwar arm sind an Moral, Solidarität und Pflichtgefühl – dafür aber ganz viel Geld und Macht besitzen. Im Vergleich zu dieser Welt ist das Leben der anderen, die sich mit Staat und Steuern herumschlagen, tatsächlich die Hölle. … Natürlich weiß man auch in Deutschland, wovon die Rede ist. Gerade hat die Fluglinie Air Berlin Pleite gemacht. Tausende werden ihre Arbeit verlieren, viele Rechnungen werden offenbleiben, weil nicht genug Geld da ist, sie zu bezahlen. Aber der Vorstandsvorsitzende Thomas Winkelmann erhält noch 4,5 Millionen Euro mit abgesicherter Gehaltsgarantie, auf die der Insolvenzverwalter keinen Zugriff hat – das hat Winkelmann beim Großaktionär Etihad so verhandelt, als er vor neun Monaten seinen Posten antrat. 4,5 Millionen Euro für neun Monate Arbeit, die mit der Pleite des Unternehmens enden. Alles vollkommen legal. That’s capitalism, Baby! … Keine Vermögensteuer, nirgends. Und auch die Abschaffung des Soli wird übrigens wieder eine unsoziale Steuermaßnahme sein, die vor allem den gut Verdienenden nützt – aber von denen wurde diese Regierung ja auch gewählt. Das System ist zutiefst krank. Es ist unmoralisch und unanständig. Die Wut darauf wächst. Sie sucht sich nur die falschen Ziele. Der Hass der Betrogenen gilt eher dem Kriegs- als dem Steuerflüchtling. Unser Planet ist ein Paradies für Arschlöcher. …“ | http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paradise-papers-zur-hoelle-mit-den-reichen-kolumne-a-1176640.html

alfred13 (06.11.2017): “ … Ein typischer Augstein Polemisch und irreführen. Die Reichen sind diejenigen, die die Steuern zahlen, die Sie gerne umverteilen – selbst das DIW konstatiert, dass die reichsten 10 Prozent annähernd die Hälfte des Steueraufkommens schultern. Also einfach mal ruhig bleiben mit den Neidreflexen. …“

f.bat (06.11.2017): “ … Auch eine Familie Engelhorn verlässt sich auf Infrastruktur, die aus Steuergeldern finanziert ist. …“

galipoka (06.11.2017): “ … Wir unterschätzen unsere Macht der Kaufkraft. Wieso kaufen denn alle weiterhin iPhones, fliegen billig durch die Welt, schauen uns den vom Geld korrumpierten, pervertierten Fußballmist an oder bestellen bei amazon? Weil’s bequem ist. Weil’s geht. Oder wieso kaufen sich Leute Bücher mit Titeln wie „1000 legale Steuertricks“? Weil’s „irgendwie schon cool“ ist, wenn man mal wieder ein Schnäppchen geschossen hat. Und unsere vermeintlichen Volksvertreter schaffen gesetzliche Freiräume, die es den wirklich vermögenden Protagonisten sogar ermöglicht, zu behaupten, dass sie „alle nach geltenden Vorschriften gehandelt“ haben. Ja, tatsächlich. Genau das tun sie. So what…? Womit wir wieder bei uns selbst und unserem Verhalten angekommen wären … Nun denn, zum Trost, Herr Augstein: nicht der Planet ist ein Paradies für Arschlöcher (denn in Mogadishu oder Kalkutta ist es vielleicht nicht ganz so kuschelig), sondern der von Ihnen zurecht als „krankes System“ titulierte Kapitalismus. …“

tbc

lemonhorse / 8 November 2017 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Television #8… ]

Lee Friedlander: The Little Screens, Nashville, 1963.

via

// Friedlander studierte am Art Center in Los Angeles, begann 1946 oder 1948 zu fotografieren,
// und wurde durch brillante schwarz-weiße Dokumentaraufnahmen als kritischer Chronist des
// amerikanischen Alltags bekannt.
// https://de.wikipedia.org/wiki/Lee_Friedlander

lemonhorse / 7 November 2017 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 7 November 2017 / Found.Stuff, Visual.Notes / 0 Comments

[Zur Verortung der Seele der SPD #4… ]

2017: SPD – A Space Odyssey

Hans Monath (06.11.2017): “ … „Die Mitglieder klagen: Ihr nehmt uns nicht ernst. Das muss eine Parteiführung bewegen“, sagte der Vorsitzende. … Weder Medien, Demoskopen noch der politische Gegner seien schuld an dem Debakel bei der Bundestagswahl: „Der Kanzlerkandidat und die gesamte SPD haben diese Wahl verloren.“ … Die SPD müsse nun „die Ursachen dieser Niederlage schonungslos und ohne Vorbehalte aufarbeiten“, heißt es in Schulz’ Papier. …“ | http://www.tagesspiegel.de/politik/erneuerungsprozess-der-partei-spd-praesidium-billigt-reformplaene-von-schulz/20548350.html

Einschub: // — ahlibaba2 #3 (2016) “ … Man blickt neidisch auf Labour. Wann geschieht endlich Ähnliches in der deutschen SPD? …“ | http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-08/grossbritannien-labour-partei-jeremy-corbyn-owen-smith-abstimmung/komplettansicht

Ralf Sotscheck (27. 9. 2017): “ … Die Labour-Opposition ist bei ihrem Parteitag zum ersten Mal seit Jahren gut gelaunt. […] Corbyn versprach, dass Labour in den ersten Jahren nach einer Regierungsübernahme Post und Wasser, Energie und Eisenbahn in Großbritannien verstaatlichen werde. Darüber hinaus werde man den Betrieb von Schulen, Krankenhäusern und Gefängnissen wieder vollständig unter staatliche Kontrolle bringen. … “ | https://www.taz.de/Labour-Parteitag-in-Grossbritannien/!5450542/

Reinhardt Gutsche, 28.09.2017, 10:12: “ … Zu den Kernprojekten […] „Old Labour“ unter Jeremy Corbyn gehört die Rücknahme der Privatisierungen durch die Public Finance Initiative (PFI) [https://en.wikipedia.org/wiki/Private_finance_initiative], die von der konservativen Regierung unter Premier John Major eingeführt und den »New Labour«-Regierungen unter Tony Blair und Gordon Brown drastisch ausgeweitet worden waren. Unter dem der hiesigen PPP-Masche ähnelnde PFI-Programm werden etwa Bau und Betrieb öffentlicher Einrichtungen wie Krankenhäuser an private Unternehmen übertragen und ihnen dafür zusätzlich noch reichlich Geld aus öffentlichen Kassen in den Schlund geworfen. PFI-Verträge sehen vor, dass der Staat nicht nur für die Bau- und Betriebskosten aufkommt, sondern auch zweistellige Profitmargen für die »Investoren« garantiert, eine besonders dreiste Variante von Risiko-Kommunismus unter dem Kostüm der ihrem eigenen Prinzip hohnsprechenden Freien Marktwirtschaft. 200 Milliarden Pfund werden auf diese Weise in den kommenden 10 Jahren auf den Konten der Fat Cats in den Steueroasen landen. Es sei denn, die britischen Wähler treten vorher den Tories in den Hintern und Old Labour zieht in Downing Street ein. John McDonnell als Jeremy Corbyns Schattenfinanzminister will mit diesen Praktiken staatlich organisierter Kleptokratie schleunigst wieder Schluß machen. Good luck! …“ | https://www.taz.de/Labour-Parteitag-in-Grossbritannien/!5450542/

„Frau May im Herbst“ Larry Elliott (Ausgabe 42/2017): “ … Die marktliberale Denkfabrik Legatum war kürzlich geschockt über eine neue Meinungsumfrage. Danach sprachen sich die Befragten – darunter Anhänger der Konservativen – sehr klar für die Verstaatlichung der Bahn sowie der Wasser-, Strom- und Gasversorgung aus. Und das war nur der Anfang. Zugleich will eine Mehrheit die Gehälter von Konzernmanagern beschränken und ist bereit, höhere Steuern zu zahlen, damit mehr Geld in die nationale Gesundheitsversorgung fließt. Groß ist auch der Wunsch nach mehr Regulierung des Marktes. Wenn bevorzugte Adjektive zur Beschreibung des Kapitalismus „gierig“, „egoistisch“ und „korrupt“ sind, ist Legatums Schluss leicht nachzuvollziehen: Diese Marke steckt in der Krise. …“ | https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/frau-may-im-herbst
– — // Einschub Ende:

Günter Biernoth #58 “ … Die SPD hat das Problem, das die Basis ganz andere Vorstellungen hat als die Parteiführung. Während die Parteiführung die Schröderschen Arbeitsmarktreformen nicht diskutieren möchte, spielt dies an der Parteibasis doch eine Rolle. Denn die Basis hat ja die Reaktionen an den Wahlständen gehört. … Die SPD-Führung möchte ein paar Stellschrauben drehen, die Basis fordert eine Distanzierung von Hartz IV. … In Frankfurt, wo ich zu gegen war, wurden große Pappen von uns beschrieben, die wurden eingesammelt und sollen ausgewertet werden. Nun es wird interessant was in den ja schon geschriebenen Papieren dann noch eingearbeitet oder umgeschrieben werden wird.
Ja und es wurde besonders moniert, das Personalentscheidungen schon wieder getroffen wurden, ohne Beteiligung der Basis. …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-11/spd-martin-schulz-olaf-scholz?cid=16106236#cid-16106236

collie4711 #3
… Die Entwichlung der Mitgliederzahlen [der SPD].
1976 1.022.191
1990 943.402
2000 734.662
2010 502.062
2016 432.706
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-11/spd-martin-schulz-olaf-scholz?cid=16105450#cid-16105450

Reini52 #43 “ … „Künftig will er [Schulz] über die Widersprüchlichkeiten in unserem Wirtschaftssystem sprechen. Der Partei würde das gut stehen.“ Zustimmung – „Allerdings ist Schulz hierfür der falsche Mann: Schließlich hatte er auch schon im Wahlkampf Reformen an der marktliberalen Agenda 2010 angekündigt. Sie wurden bejubelt, fielen dann aber eher kosmetisch aus.“ – Was wäre denn passiert, wenn statt kosmetischer radikale Änderungen vorgeschlagen hätte? Also beispielsweise eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, eine schärfere Erbschaftssteuer oder eine Vermögenssteuer. Die versammelten Wirtschaftsredakteure der Mainstreammedien – auch der Zeit – wären über ihn hergefallen … In der Bild wäre eine Kampagne losgetreten worden im Sinne von „beim Erben müsst ihr jetzt Opas Reihenhäuschen verkaufen, damit ihr die Steuern zahlen könnt“ … Die [für] dieses Klima sorgen, sollten jetzt nicht gegen „Kosmetik“ wettern.“ …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-11/spd-martin-schulz-olaf-scholz?cid=16105626#cid-16105626

jaakobus12 #99 “ … Was immer die SPD tut, ob rechts, links, gerade aus, wer immer es tut, ob Gabriel, Schulz, Nahles, Scholz, viele Journalisten werden jede Initiative zur Schnecke machen. Die Damen und Herren haben sich nicht der Mühe des individuellen Aufstiegs unterzogen, um sich dann mit einer Partei zu identifizieren, die sich vorrangig um die Verlierer kümmern möchte. Man bejammert die Hartz IV-Empfänger, die Alleinerziehenden und die Jugendlichen ohne Schulabschluss. Man möchte aber weder mit denen in einem Haus wohnen, noch im Bus fahren. Geschweige denn, mit ihnen deren Fernsehprogramm schauen, noch deren Kinder in der gleichen Schule haben wie die eigenen. …“

Kapustka #105 “ … Die Kanzlerkandidatur von Schulz und dessen Übernahme des SPD-Vorsitzes war ein Unfall. Verursacht von Gabriels Unlust sich eine Niederlage bei der BT-Wahl einzufangen. …“

U. Walter #106 “ … Die Orientierungslosigkeit ist seit mehr als 20 Jahren aktuell. …“

gelse | Community, (11/2017): “ … Ich erinnere mich: 1970 verschickte der „S“PD-Vorstand Spendenbettelbriefe an alle Vorstände grosser Konzerne. Das war eine Richtungsentscheidung, die sich in der Folge zunächst allmählich, sozusagen „schleichend“ bemerkbar machte und ihren Höhepunkt in der „Agenda 2010“ erreichte. Der führte zum Austritt der Nichteinverstandenen und zur Gründung der WASG [https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit_%26_soziale_Gerechtigkeit_%E2%80%93_Die_Wahlalternative], die sich dann mit der PDS zur Partei „die Linke“ vereinigte. Man kann aber auch weiter zurückgehen: Zum Beispiel in die Jahre 1914 bis 1919. Auch damals gab es Abspaltungen, primär wegen der Kriegsfrage. …“ | https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/keine-nebensaechlichkeiten-des-wahlkampfes

“ …. Die historischen Auseinandersetzungen um die Sozialdemokraten (Verfolgung, Repressionen vor allem unter der Reichskanzlerschaft Otto von Bismarcks – siehe Sozialistengesetz) führten dazu, dass die Parteistruktur der SPD sich am intensivsten entwickelte und hohe Effizienz erlangte. In dieser Zeit wurden oftmals Stimmen laut, die ein gewaltsames Vorgehen der Staatsgewalt gegen die Sozialdemokraten forderten, allen voran der Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee, der sich als „politischer“ Offizier einen Namen gemacht hatte und ein reaktionärer Vertreter der Staatsmacht war. Der riesigen Bevölkerungsgruppe der Arbeiter wohnte durch ihre kritische soziale Lage ein hohes politisches Potenzial inne. So wurde die SPD bald zur damals mitgliederstärksten Partei in Deutschland. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdemokratische_Partei_Deutschlands#Geschichte (7. November 2017)

Christoph Eisenring, Berlin (8.11.2017): “ … Der frühere Parteichef der SPD Sigmar Gabriel hat kürzlich eingeräumt, dass die starke Fokussierung auf das Thema Gerechtigkeit im Wahlkampf falsch war. Die SPD müsse sich fragen, wie man die grosse Mehrheit anspreche, die sich wohl fühle und stolz auf das sei, was die Menschen jeden Tag in Deutschland schüfen. Die Sozialdemokraten neigten dazu, die Gesellschaft zu pathologisieren, nur die Defizite zu sehen. Dazu passt die oft einseitige Diskussion über Armut. Die gemessene Armut in Deutschland ist nur gestiegen, weil das Land grosszügig gewesen ist und viele Flüchtlinge aufgenommen hat, die noch für längere Zeit auf Unterstützung angewiesen sind. Wer argumentiert, das Land sei durch steigende Armut geprägt, schürt Ängste und leistet so der Spaltung der Gesellschaft Vorschub. …“ | https://www.nzz.ch/wirtschaft/die-angstmacherei-mit-der-armut-ld.1326960

Dierk Hirschel ist ausgebildeter Tischler, promovierter Volkswirt, Bereichsleiter Wirtschaftspolitik der Gewerkschaft Verdi und Mitglied der SPD-Grundwertekommission (11/2017): “ … Die deutsche Sozialdemokratie liegt wieder auf dem Krankenbett. … Beim letzten großen Urnengang wählte nur noch jeder Fünfte die älteste Partei Deutschlands. … Die SPD hat in den letzten zwei Jahrzehnten ihre Seele verkauft. … Der sozialdemokratische Stimmenanteil unter Arbeiterinnen und Arbeitern lag am 24. September bei katastrophalen 23 Prozent. Ende des letzten Jahrhunderts machte noch jeder zweite Arbeiter sein Kreuz bei den Genossen. … Dieser dramatische Vertrauensverlust begann bekanntlich mit der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der Schröder-Regierung. Sie brach mit der fortschrittlichen, emanzipatorischen, sprich reformistischen Tradition der SPD. Die politische Entwertung und Entgrenzung menschlicher Arbeit hinterließ tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis sozialdemokratischer Arbeitnehmermilieus. … Schröders Jobwunder ist […] ein populäres neoliberales Märchen. Der vermeintliche Beschäftigungsboom der letzten 15 Jahre sprengte nie den Rahmen einer gewöhnlichen Konjunkturerholung. Nach den „Reformen“ stieg die Beschäftigung – unter Beachtung der ungleichen Dauer der Aufschwünge – nicht stärker als vor den „Reformen“. Die Jobrekorde sind maßgeblich darauf zurückzuführen, dass vorhandene Arbeit zu prekären Bedingungen umverteilt wurde und das Ausland mehr deutsche Waren kaufte. Wenn Unternehmen Vollzeitstellen in Teilzeit- oder Minijobs umwandeln freuen sich die Nürnberger Statistiker. Die Erwerbstätigkeit stieg von 39 (2005) auf 43,5 Millionen (2016). Das aktuelle Arbeitsvolumen – die Zahl der bezahlten Arbeitsstunden – ist hingegen nicht rekordverdächtig. Von Rostock bis München wird heute nicht mehr gearbeitet als vor 25 Jahren. … Der Streit um die Agenda-Politik ist keine ideologische Spiegelfechterei. Die Haltung zur Agenda-Politik bringt – bewusst oder unbewusst – einen wirtschaftstheoretischen und wirtschaftspolitischen Standpunkt zum Ausdruck. Wer an das Jobwunder-Märchen glaubt, schluckt zentrale neoliberale Deutungs- und Argumentationsmuster – sehr zur Freude der Wirtschaftseliten. … Seit ihrer inhaltlichen Neuaufstellung 2013 leistet sich die SPD politische Parallelwelten. Der Gerechtigkeitsdiskurs steht im eklatanten Widerspruch zum Agenda-Diskurs. Dieser Antagonismus überfordert selbst eine Volkspartei. Die Parteiführung hat diesen Konflikt nicht austragen und entscheiden lassen, sondern stets wegmoderiert. […] Hier liegt die zentrale inhaltlich-programmatische Ursache für den schlechten Gesundheitszustand der SPD. … “ | https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/keine-nebensaechlichkeiten-des-wahlkampfes

tbc.

lemonhorse / 7 November 2017 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 3 November 2017 / Akustische.Wellen, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zur Ontologie des nicht Seienden #17… ]


Älteres Ehepaar mit der Manifestation eines jungen weiblichen Geistwesens (William Hope, circa 1920)

“ … Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr eine außergewöhnliche Anwendung der Fotografie rasanten Aufschwung: die Darstellung von Geistern und spirituellen Erscheinungen. … Heute lassen sich derartige Fotos mit entsprechender Bildbearbeitung recht unkompliziert herstellen. Aber bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Fotografie so weit fortgeschritten, dass für einen Fotografen, der sein Handwerk beherrschte, das Anfertigen von Doppelbelichtungen ein Kinderspiel war. Und darauf beruhen die meisten der Geisterdarstellungen, die in Vielzahl kursierten. … Einer dieser geschäftstüchtigen Fotografen war William Hope. Ursprünglich Zimmermann von Beruf, machte sich Hope schon bald einen Namen in den an paranormalen Phänomenen interessierten Kreisen der englischen Grafschaft Cheshire. Denn er war in der Lage, für das Auge unsichtbare Geistwesen mit seiner Kamera festzuhalten. Das erste derartige Foto fertigte er im Jahr 1905 an. … William Hope hatte Erfolg mit seinen Fotos und gründete mit Gleichgesinnten eine Gruppe von spirituellen Fotografen, die als Crewe Circle bekannt wurden. Die Nachfrage stieg rasant nach dem Ende des Weltkriegs, als sich viele Menschen meldeten, die um einen letzten Kontakt zu in den Wirren der Kriegsjahre getöteten oder verschollenen Angehörigen baten. … Ertappt wurde William Hope schließlich von Harry Price, einem britischen Parapsychologen. Im Jahr 1922 sammelte er Beweise, die eindeutig belegten, dass Hope die belichteten Glasplatten bewusst manipulierte. Obwohl Price seine Untersuchungen veröffentlichte und William Hope damit der bewussten Täuschung überführt war, tat dies der Geschäftsidee keinen Abbruch. Bis zu seinem Tod im Jahr 1933 widmete sich Hope weiterhin seinen Geisterfotografien – und auch die Kunden blieben nicht aus. … “ | Aus: „Geisterfotografie: Spirituelle Erscheinungen der Jahrhundertwende“, Kurt Tutschek (31. Oktober 2017), Quelle: https://derstandard.at/2000066829687/Geisterfotografie-Spirituelle-Erscheinungen-der-Jahrhundertwende | William Hope (paranormal investigator) https://en.wikipedia.org/wiki/William_Hope_(paranormal_investigator) | https://en.wikipedia.org/wiki/Harry_Price

NotDarkYet (2017): “ … Geisterfotografie, Esoterik, Religion … Das Äquivalent zur damaligen Geisterfotografie sind die „Geisterjäger“ von heute, die im normalen Rauschen von Digitalkameras bei hohen ISO-Werten die Bilder von Geistern erkennen wollen. …“

“ … „Ich denke, wir haben da eine ziemlich mächtige Technologie“, hat Realeyes-Chef Jed Hellstrom gesagt. Die Verfeinerung der Analyse von Emotionen ermöglicht eine wesentliche Verbesserung der Ansprache durch Social Bots. Auch sind Beeinflussungsversuche über Social Media immer dann besonders wirksam, wenn sie durch echte oder vermeintliche Bekannte und Freunde erfolgen. … Über Twitter und andere Social Media werden schon heute viele falsche Freunde gezeigt, die in Wahrheit künstliche Intelligenzen sind. Sie können sympathische Wesen und Freundschaft vortäuschen, Anteilnahme zeigen, Ratschläge geben und am Ende sich geradezu unentbehrlich machen. Die schlimmsten neuen Gegner jeder Wahrheit werden das Gesicht von guten Freunden haben. … Im Rahmen der Snowden-Affäre ist eine „sozialwissenschaftliche Operationseinheit“ bekannt geworden, die darauf spezialisiert ist, den Ruf Einzelner möglichst gründlich zu ruinieren. Die Grundsätze werden in fünf großen D festgehalten: Deny, Deceive, Disrupt, Degrade und Destroy: Verleugnen, Täuschen, Unterbrechen, Abwerten und Zerstören. Die mit dieser Aufgabe betrauten Agenten (zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens 150 Personen) arbeiten ständig an der Vervollkommnung dieser Strategie. Wenn herzeigbare politische Persönlichkeiten durch eine sorgfältig gewählte Strategie unterstützt werden, in der KIs jede Menge künstlicher guter Freunde mit einem schlauen Nudging-Programm einsetzen [Jeder Mann kennt die Variationen des am häufigsten zitierten Beispiels von Nudging: In Urinalen sind … Fußballtore eingebaut. Das soll die Männer sollen dazu bewegen, ihren Strahl etwas aufmerksamer zu lenken und die hygienischen Verhältnisse zu verbessern.[Q]], wer kann dann überhaupt noch unabhängig vernünftige Entscheidungen treffen? Der Komiker Groucho Marx hat es auf den Punkt gebracht: „Sincerity is the key to success. If you can fake this, you got it.“ Man kann den kommenden politischen Strategien der KIs genau das durchaus zutrauen. (Manfred Drennig, 2.11.2017) … “ | https://derstandard.at/2000067004767/Politik-Algorithmen-statt-Ueberzeugungsarbeit

MrE (01.11.2017): Wenn’s auf facebook steht MUSS es ja die Wahrheit sein ;-)
Budenzauber (01.11.2017): Ich fürchte, dieser Glaube sitzt in der Tat tiefer, als es Sarkasmus auszuloten vermag.

lemonhorse / 2 November 2017 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #44… ]

Der Leichenzug, Widmung an Oskar Panizza (1917-1918), George Grosz, Öl, 140cm × 110cm

“ … Grosz wurde in der Weimarer Zeit zahlreichen zermürbenden Gerichtsprozessen unterworfen. Schon 1921 war er auf Grund der 1920 auf der Dada-Kunstmesse ausgestellten Mappe Gott mit uns wegen „Beleidigung der Reichswehr“ zu einer Geldstrafe von 300 RM verurteilt worden [Gott mit uns … zierte [ ] nach dem Ende der Monarchie die Koppelschlösser der Soldaten der Reichswehr und der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.]. Eine Geldstrafe von 600 RM wurde zusätzlich seinem Verleger Wieland Herzfelde vom Malik-Verlag auferlegt. Ein Hauptmann der Reichswehr hatte die Anzeige erstattet, weil er die Dada-Ausstellung im Allgemeinen und besonders die Mappe von Georg Grosz als systematische Hetze und verabscheuungswürdige Verunglimpfung empfunden hatte. 1923 wurde ein weiteres Verfahren wegen „Angriffs auf die öffentliche Moral“ nach § 184 StGB, dem Unzuchtsparagrafen, eröffnet. Sieben Farb- und 27 Schwarz-Weiß-Abbildungen aus dem Werk Ecce Homo wurden im April beschlagnahmt und im Dezember wurde Anklage wegen der Verbreitung unzüchtiger Schriften erhoben. 1924 wurden Georg Grosz, Wieland Herzfelde und Julian Gumperz zu einer Geldstrafe im Betrag von jeweils 500 RM verurteilt. Fünf Aquarelle und 17 Zeichnungen mussten aus der Mappe entfernt werden; die entsprechenden Platten und Formen sollten zudem unbrauchbar gemacht werden. Die positiven mündlichen Stellungnahmen der geladenen Sachverständigen, darunter auch der Reichskunstwart Edwin Redslob, und das schriftliche Gutachten von Max Liebermann konnten daran nichts ändern. Ausschlaggebend für die Richter war „das Schamgefühl des normal empfindenden Menschen“. …“ | Aus: „Grosz’ Werk und die Justiz“ (13. Oktober 2017), https://de.wikipedia.org/wiki/George_Grosz#Grosz.E2.80.99_Werk_und_die_Justiz

(2017): “ … Leopold Hermann Oskar Panizza (* 12. November 1853 in Kissingen; † 28. September 1921 in Bayreuth) war ein deutscher Schriftsteller, Satiriker und Publizist. Panizzas Hauptwerk ist das 1894 erschienene satirische Drama Das Liebeskonzil – eine in der Literaturgeschichte beispiellose antikatholische Groteske. Bedeutend sind daneben Panizzas bizarre Erzählungen, in denen er Realistik und Phantastik verband. Als äußerst polemischer Publizist setzte Panizza vor allem satirische Mittel ein … Panizzas lyrisches Schaffen wird in erster Linie als bemerkenswertes Zeugnis seiner zunehmenden Geistesgestörtheit rezipiert. Waren die ersten Veröffentlichungen noch deutliche Nachahmungen romantischer Lyrik, so sind die expressiven Gedichte der 1899 erschienenen Parisjana inhaltliche wie stilistische Provokationen, die selbst von ehemals befreundeten Zeitgenossen als „Material für den Irrenarzt“ gewertet wurden. …“ (Aus: „Das Liebeskonzil und andere Schriften. Hrsg. u. mit e. Nachw. vers. von Hans Prescher.
Panizza, Oskar: Verlag: Neuwied, Luchterhand, 1964) | https://www.zvab.com

“ … Liebeskonzil ist eine Verfilmung des satirisch-grotesken Theaterstücks Das Liebeskonzil (1894) von Oskar Panizza aus dem Jahr 1982. Der Film des Regisseurs Werner Schroeter wurde von der österreichischen Regierung 1985 mit der Begründung verboten, dass er die christliche Religion beleidige. 1994 entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Fall Otto-Preminger-Institut gegen Österreich, dass das Verbieten des Filmes eine berechtigte Beschränkung der Kunstfreiheit sei, weil der Film religiöse Gefühle von Katholiken verletzen könne. … 1983 gewann der Film beim Internationalen Filmfestival in São Paulo den Kritiker-Award. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Liebeskonzil (25. Januar 2016)

“ … Kein anderer Autor des wilhelminischen Deutschland – vielleicht Frank Wedekind ausgenommen – war so sehr von der Zensur betroffen, keiner wurde für seine literarischen Werke ähnlich hart durch die Justiz bestraft. Fast alle seine Bücher wurden schon kurz nach ihrer Veröffentlichung verboten und konfisziert, an eine Aufführung seiner Theaterstücke war jahrzehntelang nicht zu denken und seine Familie weigerte sich nach seinem Tod, die Urheberrechte freizugeben. So konnte eine Rezeption seiner Werke erst in den späten 1960er-Jahren einsetzen, in größerem Umfang geschah dies erst in den 1980er-Jahren. … Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Werke Panizzas lange Zeit weder verlegt noch gespielt und waren kein Thema der Germanistik. Als Jes Petersen 1962 die Erstausgabe des Liebeskonzils als Faksimile in einer kleinen Auflage von 300 Exemplaren neu herausgab, wurde das Buch auf den Index gesetzt und Petersen inhaftiert. Seine Wohnung wurde durchsucht, Bücher und Bilder beschlagnahmt und ihm wegen Verbreitung pornographischer Schriften der Prozess gemacht. Nach heftigem Protest der Presse wurden jedoch alle Anklagepunkte gegen Petersen wieder fallengelassen. Erst 1964 gab Hans Prescher das Liebeskonzil zusammen mit anderen Schriften bei Luchterhand in größerer Auflage heraus. Damit war erstmals eine Grundlage für eine breitere Rezeption Panizzas im deutschsprachigen Raum geschaffen. Bereits 1960 war eine französische Übersetzung erschienen, 1964 folgte eine niederländische, 1969 eine italienische und 1971 eine englische Ausgabe.
… Einen veritablen Skandal hatte eine Inszenierung am Teatro Belli in Rom unter der Regie von Antonio Salines 1981 zur Folge. Die italienische Produktion Il concilio d’amore wurde in den Film Liebeskonzil des deutschen Regisseurs Werner Schroeter integriert, der im ausverkauften Zoo Palast auf der Berlinale 1982 Premiere feierte. Die Filmhandlung ist nicht völlig identisch mit Panizzas Stück, so fehlt ihm, wie schon der italienischen Inszenierung, die zügelloseste Szene am Hofe Alexanders VI. im Vatikan. Dagegen werden die Szenen vom Prozess gegen Panizza umrahmt, dessen „Beweisstücke“ sie sind. Die hohen Erwartungen konnte der Film nicht erfüllen: Statt der erwarteten Provokation rief der Film eher enttäuschte Langeweile hervor und galt bald als Flop, die Religionskritik als harmloser Anachronismus aus wilhelminischer Zeit. Auch finanziell war die Low-Budget-Produktion kein Erfolg und lockte nur wenige Zuschauer in die wenigen Kinos, in denen der Film lief. … Völlig überraschend kam im Mai 1985 ein Verbot des Filmes durch die Tiroler Landesregierung, weil er die christliche Religion beleidige: Als das Otto-Preminger-Institut für audiovisuelle Mediengestaltung (OPI) das Liebeskonzil sechs Abende in ihrem Kino in Innsbruck zeigen wollte, erstattete die katholische Diözese Anzeige gegen den Direktor des OPI, Dietmar Zingl, und fand die Unterstützung des Staatsanwalts. Trotz harscher Reaktionen der österreichischen Presse wurde der Film, wie kurze Zeit vorher Das Gespenst von Herbert Achternbusch, in Tirol verboten. 1994 bestätigte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte diese Entscheidung. In der Schweiz erstattete 1997 eine Gruppe namens „Christen für die Wahrheit“ unter Berufung auf § 261 StGB (Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit) Anzeige gegen eine Inszenierung des Liebeskonzils durch die Abschlussklasse der Schauspielschule Bern. Diese Klage wurde 1998 durch ein Berner Gericht abgewiesen. …“ | Aus: „Oskar Panizza“ (22. Oktober 2017), Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Panizza

lemonhorse / 28 Oktober 2017 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Winchester Special (1959) … ]

Lem Winchester And Benny Golson – Winchester Special

Recorded in Englewood Cliffs, NJ; September 25, 1959
Lem Winchester (vibraphone)
Benny Golson (tenor saxophone)
Tommy Flanagan (piano)
Wendell Marshall (bass)
Arthur Taylor (drums)

// https://www.discogs.com/de/Lem-Winchester-Benny-Golson-Winchester-Special/release/928396

// Lem Winchester (* 19. März 1928 in Philadelphia; † 13. Januar 1961 in Indianapolis)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Lem_Winchester

lemonhorse / 28 Oktober 2017 / Akustische.Wellen, Found.Stuff / 0 Comments