[Realitätsbezug und Supercodierung]

[…] Das ‚Ich‘ differenziert sich über den Code „Realitätsbezug“ (realitätsgerecht / nicht realitätsgerecht), das ‚Über-Ich‘ über den Code „Triebzensur“ (zulässig / nicht zulässig) und das ‚Es‘ nutzt „Lustvoll“ (lustvoll / nicht lustvoll). Das ‚Ich‘ wird dabei zum „Diener dreier Herren“, denn es muss das Kabinetstück vollbringen, seinen „bodenständigen“ Realismus in Einklang zu bringen mit dem hemmungslosen Begierden des ‚Es‘ sowie dem „skrupelosen Defätismus“ des ‚Über-Ich‘ [Im Alltag ist der Defätismus ein auf negativen Erfahrungen beruhender Zukunftspessimismus (siehe auch de.wikipedia.org)]. Es muss seinen Code sensibel auf die Vorleistungen anderer Codierungen abstimmen, das heißt, es operiert supercodiert…

Aus: „Bemerkungen zu einer systemtheoretischen Theorie des Unbewussten“ von Dr. Harald Wasser (2003) / Quelle: http://www.velbrueck-wissenschaft.de/pdfs/haraldwasser.pdf

lemon / 28 Dezember 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Schattenseiten seiner eigenen Natur]

[…] Wir müssen die Illusion aufgeben, dass nur Psychopathen oder Hirngeschädigte zu einem Amoklauf oder einem Selbstmordattentat fähig sind. Irritierend ist die Distanz, die zu diesen Tätern aufgebaut wird. Sie ersetzt Verständnismöglichkeiten durch Ahnungslosigkeit und sucht Zuflucht bei einer künstlichen Naivität. „Die Psychologen haben noch keine Antwort mit einem gemeinsamen Nenner für alle diese Fälle“, sagte etwa Manfred Rowold in der „Welt“ nach dem Gemetzel der beiden Amok-Täter, des 18jährigen Eric Harris und des 17jährigen Dylan Klebold an der Columbine-Highschool in Littleton. „Ist es Einsamkeit? Geltungssucht? Todessehnsucht? Ein Machtwahn, gefördert durch die unterhaltsame Gewalt auf dem Bildschirm? – Wie sagte Bill Clinton: ‘Vielleicht werden wir es niemals wirklich verstehen.‘“ Diese Unverständlichkeits-Beteuerungen sind ein Zeichen, dass ihre Autoren sozusagen innerseelisch das Weite suchen und sich so sehr von etwas gewiss Schrecklichem distanzieren, dass sie nichts, aber schon gar nichts mit ihm zu schaffen haben. Wo bleibt die literarische Bildung?

Wo Thomas Mann, der doch das nachdenkliche Wort vom „Bruder Hitler“ geprägt hat, oder Heinrich Heine, den ich hier etwas ausführlicher zitieren will, weil er die Wut jedes Gekränkten so schön formuliert hat: „Ich habe die friedlichste Gesinnung. Meine Wünsche sind: eine bescheidene Hütte, ein Strohdach, aber ein gutes Bett, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Tür einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, läßt er mich die Freude erleben, dass an diesen Bäumen etwas sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden. Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem Tode alle Unbill verzeihen, die sie mir im Leben zugefügt – ja man muss seinen Feinden verzeihen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt werden.“(H. Heine, Gedanken und Einfälle)

Sigmund Freud hat Heine in seiner Schrift über „Das Unbehagen in der Kultur“ als einen Dichter zitiert, der es sich leisten kann, verpönte psychologische Wahrheiten auszudrücken. Dort beschreibt er auch den „Narzissmus der kleinen Differenzen“, ein Modell, um zu erklären, warum der Haß gerade auf benachbarte Menschengruppen so „beliebt“ ist – noch harmlos zwischen Bayern und Preußen, weniger zwischen Engländern und Iren, derzeit höchst virulent zwischen Serben und Kroaten oder Türken und Kurden. Hass auf Außenfeinde schafft Cliquen, erzeugt Zusammenhalt. In Schulen ist es der Hass auf die, welche andere Klamotten tragen, andere Musik hören, andere Phrasen dreschen.

[…] Die Motive dieser Täter sind uns nur allzu vertraut, jeder Mensch mit ein wenig Feinfühligkeit für die Schattenseiten seiner eigenen Natur kennt sie. Was die Täter auszeichnet, ist ein Mangel an Gegenkräften, an Hindernissen, die in einer normalen Entwicklung aufgebaut werden. Ganz kleine Kinder schlagen in einer grenzenlosen Kränkungswut ohne jede Rücksicht um sich. Schrittweise lernen fast alle Menschen, diese Impulse zu zügeln, sie wissen um ihre Gefahren, fürchten sich vor Strafen, können sich auch in die Opfer und in ihre Schmerzen einfühlen und erwerben das schlichte Prinzip, dass man niemandem etwas antun sollte, das man selbst nicht erleiden mag. Aber diese Schritte zum zivilisierten Verhalten sind immer von Rückfällen bedroht.

Bruchstücke aus: „Wut, Terror und destruktiver Narzissmus“ Wolfgang Schmidbauer (6.11.2003) / Quelle: Wut_Terror_destruktiver_Narzissmus.pdf

lemon / 28 Dezember 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[what does it mean to be human?]

[…] „Can machines think?“ It was the question posed by the mathematician and Bletchley Park code breaker Alan Turing and it is a question still being asked today. What is the difference between men and machines and what does it mean to be human? And if we can answer that question, is it possible to build a computer that can imitate the human mind?

[from „ARTIFICIAL INTELLIGENCE“ (Thursday 8 December 2005) / source: http://www.bbc.co.uk/radio4/history/inourtime/inourtime_20051208.shtml]

lemon / 27 Dezember 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Unbekannte fliegende Weihnachtsobjekte]

[…] Wissenschaftlich orientierte Kritiker unterstellen, dass der Weihnachtsmann, um am Weihnachtsabend sämtliche Geschenke an sämtliche Kinder zuzustellen, mit einer Geschwindigkeit unterwegs sein müsste, bei der er durch die Luftreibungshitze verdampfen oder durch die auftretenden Fliehkräfte in Stücke zerrissen würde. Man wünscht so etwas keinem Weihnachtsmann.

[Aus: „Schneller als jeder Schneesturm“ ein Technikmärchen von Peter Glaser (Samstag, 24. Dezember 2005) / Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/feuilleton/511802.html]

lemon / 24 Dezember 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

lemon / 23 Dezember 2005 / Visual.Notes / 0 Comments

[dezember]

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lemon / 22 Dezember 2005 / Visual.Notes / 0 Comments

[Intersubjektivität und der Charakter des Erlebens]

[…] Das Ideal Objektivität kann wegen der subjektiven Bedingungen einer Beobachtung nicht erreicht werden. Naturwissenschaftler streben deshalb stattdessen Intersubjektivität an.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Objektivit%C3%A4t (12/2005)


[…] In der Soziologie meint Intersubjektivität, dass bestimmte Erfahrungen bei mehreren Individuen gleich sind. So erst können Symbole/Zeichen, wie zum Beispiel die Wörter einer Sprache, für verschiedene Individuen die gleiche Bedeutung haben. Erst die Intersubjektivität ermöglicht damit Kommunikation. Besteht eine Trennung von sozialen Gruppen, können durch unterschiedliche Erfahrungen unterschiedliche Bedeutungen von Zeichen/Symbolen entstehen.

In den qualitativen Methoden ist das Konzept der Intersubjektivität wichtig, da erst so zu verstehen ist, warum zum Beispiel Ereignisse in einer anderen (Sub-)Kultur eine andere Bedeutung haben können, als in der eigenen Kultur. Man muss demnach die Erfahrungen und das Wissen dieser anderen Kultur teilen, um Ereignisse subjektiv aus der Sicht dieser Kultur zu verstehen. Erst wenn man die Unterschiede in den Bedeutungen von Symbolen/Zeichen beschreibt, werden die Erkenntnisse auch für andere Wissenschaftler nachvollziehbar und können dem Kriterium der Objektivität entsprechen.

In der phänomenologischen Soziologie wird damit der subjektive und meist prägende Charakter des Erlebens beschrieben.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Intersubjektivit%C3%A4t (12/2005)

lemon / 20 Dezember 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Ich liebe doch alle – alle Menschen… (Erich Mielke)]

Bild: Hollerith-Lochkarte

Stefan Krempl (14.12.2005): „… Wer in einem EU-Land Anrufe tätigt, E-Mails verschickt, im Web surft oder andere Dienste im Internet nutzt, muss in Zukunft davon ausgehen, dass seine elektronischen Spuren zwischen sechs und 24 Monate lang gespeichert werden. Die bei den 450 Millionen EU-Bürgern anfallenden gigantischen Informationshalden dürfen Polizeien und Geheimdienste mit Data-Mining-Techniken auf Verknüpfungen zwischen Kommunikationspartnern hin untersuchen. … Bei den Überwachungsplänen in Brüssel, die der EU-Rat und die EU-Kommission mit Nachdruck im Namen der Terrorismusbekämpfung vorangetrieben haben, geht es prinzipiell um die Speicherung der Verbindungs- und Standortdaten, die bei der Abwicklung von Diensten wie Telefonieren, SMS, E-Mailen, Surfen oder Filesharing anfallen. … “ | Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Parlament-beschliesst-massive-ueberwachung-der-Telekommunikation-157997.html | –> de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung
-.-
Hintergrund & Informationsrauschen: [LASER#17 — Topic: [Vorratsdatenspeicherung… ]
–> http://www.subfrequenz.net/forum/index.php/topic,153.0.html

lemon / 15 Dezember 2005 / Überwachungssysteme, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemon / 14 Dezember 2005 / Found.Stuff / 0 Comments

[Archetypus und Reaktionsmuster]

[…] Ein archetypisches Symbol zeichnet sich dadurch aus, dass es ein mehrdeutiges Gebilde ist, welches Assoziationen zu geistigen Ideen auslöst.

[…] Archetypen beruhen auf einer Instinktgrundlage und stellen eine Art von „arttypischen Programmen“ dar. Sie haben sich evolutionär entwickelt, in dem Sinne, dass instinktives Verhalten die Kultur und Bewusstseinsentwicklung des Menschen prägte und dass bestimmte psychische Strukturelemente für das Überleben der Art von Vorteil waren, die dann als archetypische Strukturen über Jahrtausende sich entwickelten und vererbt wurden.

Beispiele für ein solches instinktgeprägtes Verhalten sind verschiedene Lebensphasen wie Kindheit und Jugend oder zwischenmenschliche Beziehungen wie das Mutter-Kind-Verhältnis oder die Partnerwahl, jedoch auch das Erforschen der Umwelt, Erlernen der Sprache, Teilnahme am wirtschaftlichen Leben, Verhältnis zur Religion und die Übernahme von sozialer Verantwortlichkeit.

In vielen wissenschaftlichen Disziplinen wurde mittlerweile erforscht, inwiefern die menschliche Spezies von arttypischen unbewussten Strukturen geprägt wird. Anzuführen wären hier unter anderen die Ethologie, die Anthropologie, die Linguistik, die Gehirnforschung, die Soziobiologie, die Psychiatrie, die Kognitionspsychologie, die Evolutionspsychologie und die experimentelle Traumforschung. In diesen Bereichen entstanden für archetypische Strukturen Ausdrücke wie ‚angeborene Auslösemechanismen, Verhaltenssysteme, Tiefenstrukturen, psychobiologische Reaktionsmuster, tief homologe neurale Strukturen, epigenetische Regeln und Darwinsche Algorithmen‘.

[…] Der Begriff (lat. archetypum, gebildet zu griech. archetypon – Übersetzung: Urbild; Urform) verweist in der philosophischen Verwendung zuerst auf Platon und seinen Begriff der Idee, der damit die metaphysische Wesenheit meint, die den Dingen innewohnt.

Archetypus wurde als Terminus von René Descartes und John Locke in die Philosophie eingeführt. Die Urbilder (Archetypi) sind die Grundlage für Vorstellungen.

Bei Locke existieren die Urbilder auch außerhalb des erkennenden Subjekts (in: Versuch über den menschlichen Verstand). Der subjektive Idealist George Berkeley dagegen erkennt den Achetypus außerhalb des erkennenden Subjekts nicht an.

Immanuel Kant verwendete den Begriff Archetypus im Zusammenhang mit „natura archetypa“. Er bezeichnete damit die urbildliche Natur, die der Mensch bloß in der Vernunft erkennt und deren Gegenbild in der Sinnenwelt die nachgebildete (natura ectypa) darstelle (in: Kritik der praktischen Vernunft).

[Aus: „Archetypus“ http://de.wikipedia.org/wiki/Archetypus (Stand: 13.12.2005)]

lemon / 13 Dezember 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments