[Weimar Republic’s Psychonautic Avantgarde]

[…] Of the hundreds of books, articles, essays, monographs and dissertations on Benjamin (over 3000 exist), only a handful discuss the writings on hashish and opium and the Drogenversuche [drug experiments] and none of them situate the experiments within a historical context. When Benjamin became a „test subject,“ he also became part of a long-forgotten community, the Weimar Republic’s psychonautic avant-garde, which included Benjamin’s friend, Ernst Bloch, his cousin Egon Wissing and Egon’s wife, Gert. With the synthesis of mescaline from peyote by Arthur Heffter in 1896-1897, Germany became the leader in psychopharmacological research.

[Source: „From ‚Rausch‘ to Rebellion: Walter Benjamin’s On Hashish and the Aesthetic Dimensions of Prohibitionist Realism“ – An introductory essay by Scott J. Thompson => http://www.wbenjamin.org/rausch.html]

lemonhorse / 16 November 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

lemonhorse / 14 November 2005 / Akustische.Wellen, Found.Stuff / 0 Comments

[Eyes in Bladerunner… ]

[…] It has been said that eyes are the gateway to the soul. This idea is indeed accepted by the majority of people at least in developed countries. This is demonstrated by the use of words in some everyday phrases and sayings. For example a common phrase is „Look me at the eyes and tell me the truth“. Moreover, eyes are also linked with perception. We must bear in mind that most of the eye symbolism in Bladerunner is tightly linked with the above associations.

The most interesting and important use of eye symbolism in the film is that eyes are used to determine if a person is a replicant or not…

[A Snatch from: „Eyes in Bladerunner“ by Thomas Karantinos (2003) / http://scribble.com/uwi/br/tkarantinos.html]

lemonhorse / 14 November 2005 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text / 0 Comments

[MZ-80 K]

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[Aus: „Von der passiven zur aktiven Coputerei“ von Hans-Joachim Sacht (Chip Wissen / Vogel Verlag /1. Auflage 1982 / Seite 288)]

lemonhorse / 13 November 2005 / Found.Stuff / 0 Comments

[Weiche Sektoren]

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[Aus: „Commodore 64 Anwenderhandbuch“ von John Heilborn und Ran Talbott / Osborne/McGraw-Hill (Hamburg) – Ins Deutsch übersetzt von Peter Niemann (1983)]

lemonhorse / 11 November 2005 / Found.Stuff / 0 Comments

[Die Konstruktion von Situationen]

[…] «Unser Hauptgedanke ist der einer Konstruktion von Situationen – d.h. der konkreten Konstruktion kurzfristiger Lebensumgebungen und ihrer Umgestaltung in eine höhere Qualität der Leidenschaft.» [….] Die Konstruktion von Situationen eröffnet neue Möglichkeiten des Alltags, d.h. eine Befreiung von den festgelegten Strukturen und mechanisierten Prozessen unserer Lebenswirklichkeit.

[…] Subversive Spiellaune verbindet sich hier mit strenger Planung – Debord geht soweit, für die Konstruktion dieser Situationen eigentliche Drehbücher vorzuschlagen. Die spielerische Lust an der Zerstörung alles Hergebrachten und die pathetische Vision einer besseren Welt verbinden sich zur eigentümlichen Tonlage der «ernsten Parodie», die sich durch alle Texte und Aktionen der Situationisten zieht.

Es wäre jedoch ein Irrtum, die situationistische Sehnsucht nach einer Rückgewinnung der Lebenswirklichkeit im Sinne des Rousseauschen «Zurück zur Natur» zu interpretieren. Sie teilen das Wissen der radikalen Romantiker, dass vor den Pforten des Paradieses ein Cherubim mit flammendem Schwert steht, der jede Rückkehr verwehrt. Sie wählen im Gegenteil die Flucht nach vorne, indem sie die Lebenskonstruktion als solche akzeptieren.

[…] Das Umherschweifen ist eine Bewegungsart, die sich durch ihre Ziel- und Planlosigkeit, durch ihre Absage an die Hörigkeit ausgetretener Pfade, ihren Verzicht auf alle bisherigen Bewegungs- und Handlungsmotive den funktionalisierten Zwing-Strukturen der Stadt entzieht, ja diese zweckentfremdet. Mit der Methode des Umherschweifens soll die Stadt als Erfahrungs- und Erlebnisraum ausgelotet und auf ihre Möglichkeiten zur Konstruktion von Situationen befragt werden. So lassen sich Zonen der verdichteten Erlebensintensität ausmachen, welche zumeist nichts mit den städtischen Achsen und Knotenpunkten zu tun haben müssen. Eine kleine Gasse oder irgendeine Ecke können auf einem psychogeographischen Stadtplan viel grösseres Gewicht erhalten als eine Hauptverkehrsader. Solche «heisse» Zonen bilden auch die idealen Orte für wiederholte Interventionen, welche zur Kreation neuer Situationen führen können.

[Aus: „New Babylon. Aufstieg und Fall der Stadt Paris Zwischen Second Empire und 1968“ – Abhandlung von Juri Steiner von Zürich / Quelle: http://www.dissertationen.unizh.ch/2003/steiner/dissjst.pdf

lemonhorse / 11 November 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Subjektivität und Metamorphosen… ]

[…] Tarkowskij ist […] der Auffassung, dass Subjektivität letztlich nicht übersetzbar ist, dass aber das Wesen der Kunst darin besteht, dass es – im Goethischen Sinne – zu „Metamorphosen“, zu Verwandlungen und Umwandlungen kommt, wie C. G. Jung diese beim Prozess der aktiven Imagination beschreibt. In diesem Sinne sind für Jung Symbole auch nicht abstrakte Bilder von etwas, sondern sie sind vielmehr archetypische Bilder – in diesem Sinne Urbilder – „für etwas“. Im Kino gibt es nun beides […]

[Aus: „„Wirklichkeitszerfall“ – eine filmphilosophische Skizze im Gefüge des 11. September 2001“ von H. M. Emrich, Hannover / Quelle: Articles/filmphilo.pdf]

lemonhorse / 8 November 2005 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text / 0 Comments

[Polarisierung]

[…] Insgesamt stellten die drei Armutsstudien fest, dass es in Deutschland Armut gibt und dass sie ausgehend von relativer Einkommensarmut zunimmt. Zudem wurde in den letzten Jahren die Tendenz einer sozialen Polarisierung beobachtet. Dies lässt sich insbesondere durch die zunehmend ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen untermauern. […] Nach Richard Hauser besteht die Gefahr, dass sich eine neue Unterschicht herausbildet. Als Hinweise gelten für ihn dabei die hohen Armutsquoten von Kindern und Ausländern, der hohe Anteil verdeckt armer Menschen und die steigende Zahl der Wohnungslosen. Außerdem hält er eine in vielen kommunalen Armutsberichten herauslesbare Tendenz der Konzentration armer Haushalte in bestimmten Stadtvierteln für besorgniserregend (vgl. Hauser, 1995, S. 13).

[Aus: „Armut und Armutsberichte in Deutschland“ Diplomarbeit zum Wintersemester 2001/2002 der Katholischen Universität Eichstätt Fakultät für Sozialwesen vorgelegt von Angelika Schaller / Quelle: diplstudarbeiten/armut.pdf]

lemonhorse / 8 November 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Zonen der Unsicherheit]

[…] In Paris gehen solche Aufstände der Armen weit zurück. Auch um sie besser bekämpfen und verhindern zu können, hatte man das alte Paris mit seinen engen und unübersichtlichen, nicht zu kontrollierenden Gassen und Straßen im 19. Jahrhundert durch breite Boulevards geöffnet. Und auch die Siedlungen in den Banlieues wurden angelegt, um die Armen möglichst aus der Stadt zu halten. Aber räumliche Distanz zwischen arm und reicht kann im Medienzeitalter, in dem die Bilder vom anderen Leben permanent in den letzten Winkel vordringen, die Ungerechtigkeit nicht mehr verdrängen. Seit den 80er Jahren nennt man die Gettos in den Banlieues „Zonen der Unsicherheit“.

[Aus: „11. Nacht: 1408 verbrannte Autos“ von Florian Rötzer (TP 07.11.2005) / Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21293/1.html

lemonhorse / 8 November 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Der dissoziative Werkzeugkasten]

[…] Die Fähigkeit, sich mit dem eigenen Erleben unmittelbar zu verbinden (Assoziation), wie auch ihr Gegenpol, der Rückzug daraus (Dissoziation), scheint mir ein grundlegender Mechanismus menschlichen Erlebens zu sein.

Unsere assoziativen Fähigkeiten geben unserem Dasein emotionale Intensität bzw. sie ermöglichen uns erst ein Da-Sein im wörtlichen Sinn. Die Möglichkeit, sich vom unmittelbaren Erleben zurückzuziehen, emotionales Weg-Sein, ist jedoch auch sehr wichtig. Sie ermöglicht viele typisch “erwachsene“ Funktionen, von der philosophischen Reflektion bis zur extrem fordernden Tätigkeit eines Unfallarztes (der sich kaum erlauben könnte, sehr emotional auf das menschliche Leid in seinem Arbeitsfeld zu reagieren). Fühlt sich ein Mensch von der schmerzhaften Intensität einer Situation überfordert (z.B. Folter), kann ihm Dissoziation helfen, die Situation zu überstehen. Dabei hat er verschiedene Möglichkeiten, gewissermaßen eine Art “dissoziativen Werkzeugkasten“: z.B.:

a) “Es tut gar nicht weh.“ (Anästhesie) – Fähigkeit, die Binnenwahrnehmung, die Propriozeption so weit wie möglich herunterzu“dimmen“, bis zur Empfindungslosigkeit. Manche Menschen können so z.B. ihre Schmerzempfindlichkeit erheblich beeinflussen.

b) “Diese Empfindungen bedeuten nichts.“ (Alexithymie) – Die Empfindungen werden nicht mehr im Zusammenhang gelesen, der Prozeß der Gestaltformation von Propriozeption und Kognition zu fühlbaren Bedeutungen wird unterbrochen. Dies schützt natürlich nicht vor Schmerzen, es kann aber sehr wirkungsvoll vor schmerzhaften (oder “verbotenen“) Gefühlen schützen. Die Erfahrung politischer Gefangener – an deren Schilderungen leider kein Mangel besteht – zeigt, daß körperliche Schmerzen oft leichter zu ertragen sind als bestimmte emotionale Zustände. Eine Mutter, die wochenlange Folter erduldet hat, bricht zusammen, als man sie mit ihrem Kind zusammenbringt.

c) “Das geschieht nicht wirklich.“ (Derealisation) – Dies alles (z.B. ein Konzentrationslager) ist in Wirklichkeit nur eine Bühne und ich beobachte das, was mir und den anderen Gefangenen dort passiert, vom Zuschauerraum aus.

d) “Das geschieht nicht wirklich mir.“ (Depersonalisation) – Ich halte dies für die mächtigste dissoziative Strategie. Jenseits davon scheinen mir nur noch die psychotische Option (Nichts ist wirklich/alles ist wirklich) und der Tod zu liegen.

Im Prinzip gilt alles vorstehend Gesagte auch für Kinder, jedoch mit einer existentiell bedeutsamen Besonderheit: Je weniger ausgeformt die Persönlichkeit des Kindes zum Zeitpunkt des traumatischen Erlebnisses ist (d.h. in der Regel: je jünger das Kind ist), desto wahrscheinlicher ist es, daß die eher zufällig entdeckten dissoziativen Möglichkeiten tief in die sich entwickelnde Persönlichkeitsstruktur eingebaut werden. Entdeckt das Kind (durch grausame Umstände gezwungen) die mächtige “Das geschieht nicht wirklich mir“-Strategie, hat es gute Chancen, alles, was überhaupt physisch zu überleben ist, auch tatsächlich zu überleben. Es zahlt jedoch einen hohen Preis für dieses Überleben: es entwickelt eine “Dissoziative Identitätsstörung“, es wird mehr oder weniger ‘multipel’.

Aus: Leben im „Grenzland“ (Borderline-Syndrom, multiple Persönlichkeiten und die Bedeutung traumatischer Erfahrungen – von Rolf Klein (pdf / 54 Seiten / Datum ?) http://www.rolfklein.de/grenzland.pdf

lemonhorse / 6 November 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments