[Lemonic Lab Reboot]

Im Landungsanflug in das neu aufzubauende lem0nische Lab0r im Zentrum von Kiel-Gaarden

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lemonhorse / 6 Oktober 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[„The Deep“ (Orson Welles)]

[…] Welles war der Mann, der niemals aufgab. Wenn er eines seiner Projekte unterbrechen mußte, widmete er sich einem anderen, oder er verschmolz zwei Projekte zu einem dritten. Der Not gehorchend, aber auch aus Überzeugung, machte er das Fragmentarische, das Prozessuale und die offene Form zur Grundlage seiner Kunst.

[…] Welles, heißt es, war ein Verschwender. Ein schlampiges Genie, den eine psychische Blockade daran hinderte, etwas zu Ende zu bringen. Der Nachlaß, den Oja Kodar, privat wie bei der Arbeit Welles‘ Partnerin, dem Filmmuseum anvertraut hat, beweist das Gegenteil. Welles war ein Meister der Improvisation und der Sparsamkeit. Als er in Hollywood in Ungnade fiel, begann er, seine Filme fernab vom Studiosystem zu machen. Einige davon bezahlte er aus der eigenen Tasche. „The Deep“ kommt mit fünf Schauspielern, zwei Segelbooten und einem Schauplatz aus, dem Meer. Grundlage ist ein Thriller von Charles Williams, der später, als „Dead Calm“, mit Nicole Kidman erneut verfilmt wurde. Wie immer bei Welles, gibt es eine Entstehungsgeschichte, aus der man auch wieder einen Film machen könnte.

Oja Kodar spielte umsonst mit. Weil sie in der Nähe ein Haus hatte, in dem man wohnen konnte, wurde vor der dalmatinischen Küste gedreht. Jeanne Moreau akzeptierte statt der Gage eine Gewinnbeteiligung. Die Ausrüstung und die Techniker stellte eine jugoslawische Firma, in deren eigenem Film Welles dafür auftrat. Die Arbeit auf dem Meer war schwierig. Alles dauerte viel länger als geplant. Die Jugoslawen zogen die Techniker ab. Der Kameramann mußte weg, und nach und nach die Schauspieler. Das war 1967. 1968 machten Welles und Kodar allein weiter. Anfang der 70er drehten sie auf den Bahamas. 1973 starb Laurence Harvey, einer der Darsteller. Das Originalnegativ des Films landete in Paris und wurde 1980 zerstört, weil Welles die Einfuhrgebühren nicht bezahlt hatte. Erhalten ist nur das, was sich in der Sammlung des Münchner Filmmuseums fand: Eine Arbeitskopie. Eine Kopie der Arbeitskopie. Und eine Kopie dieser Kopie. Alles mehr oder weniger, und immer anders, von Welles geschnitten. Aus diesen drei Kopien hat Stefan Drössler, der Leiter des Filmmuseums, eine vorläufige Fassung montiert.

Aus: „Der dicke Mann und das Meer“ – Farbexplosionen auf offener See: Das Münchner Filmmuseum rekonstruierte Orson Welles unvollendeten Film „The Deep“ von Hans Schmid (Artikel erschienen am Di, 4. Oktober 2005)
Quelle: http://www.welt.de/data/2005/10/04/784019.html

lemonhorse / 4 Oktober 2005 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text / 0 Comments

[‚Du‘ bist…]

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Du wunderst dich, dass die Kasper und die Seppl dich schon wieder überlistet haben? Das kann passieren und das geht vielen ebenso. Aber du musst auch nicht verstehen, warum die beiden dich für den Oberhalunken hielten. Schließlich haben sie dich jetzt lieb.

Es bringt ja auch nichts, immer nur schuld zu sein an der Misere dieses Landes, weil du der Großmutter die Kaffeemühle wegnehmen wolltest, die ihr die Enkel geschenkt hatten. Sei froh, dass die Kasper und die Seppl dich jetzt doch noch brauchen. Denn wenn du so lustig bist wie sie, sieht alles wieder gut aus. Und deine Räuberhöhle ist doch auch ganz nett, was willst du im schmucken Dorf?

Du bist Räuber Hotzenplotz. Du bist Deutschland.“

Text und Bild von Haltungsturner (09/2005)
quelle: http://luebue.blogspot.com/
bild: http://www.flickr.com/photo_zoom.gne?id=47655028&size=o
mehr „du bist deutschland bilder aus der blogwelt“:
http://www.flickr.com/groups/dubistdeutschland/pool/

lemonhorse / 29 September 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Du bist gestörter Botenstoffwechsel… ]

Ein paar Textfraktale zum medial inszenieten ‚Corporate Identity Patriotismus‘ Kampangne…
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[…] „Für die medikamentöse Behandlung einer Depression eignen sich trizyklische, tetrazyklische und andere Antidepressiva, Arzneimittel, die in den gestörten Botenstoffwechsel des Gehirns eingreifen und nicht zu einer Gewöhnung führen können. […] Da dies eine symptomatische Behandlung darstellt, soll möglichst bald eine ursächliche Therapie begonnen werden.“
Aus: „Medikamentöse Behandlung der Depression“ Dr. Matthias Thalhammer (2007)
=> http://www.gesundheitpro.de/A050829ANONI013028

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[…] „Gerade habe ich zum ersten Mal den Fernsehpot zur neuen Indoktrinationskampagne „Du bist Deutschland“ gesehen. Ich bin erschüttert. Bislang habe ich ja gedacht, dass es solche Propaganda nur in totalitären Staaten gibt, doch anscheinend sind wir in Deutschland schon so tief gesunken, dass Kritik üben, Fehler aufdecken und Mängel anprangern inzwischen als Nörgeln und Schlechtreden abqualifiziert wird. Anscheinend brauchen wir eine solche Propaganda. …“
Lars Witte 26.09.2005, 21:00
=> http://forum.derwesten.de/viewtopic.php?f=241&t=881

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[…] ist eine kampagne wirklich der richtige weg? (geschrieben von: CHR15 am 27 September 2005 10:09)

Wat fragst Du das der richtige Weg ist? Analysier doch einfach mal den Ist-Zustand: Medienkampagne, Protagonisten mit min. 2 Millionen Euro Jahreseinkommen, 30 Millionen Euro Sendeplatz, steuerlich absetzbar, BILD-Zeitung-Niveau, stark polarisierend im Auftritt, Fehlgriff beim Logo
(geschrieben von: moi am 27 September 2005 10:20)

[…] Auch hier wird viel gemeckert, zum beispiel über das Logo. Und das ist doch derzeit das Problem in Deutschland: Jeder meckert, meckert, meckert. Daraus ergibt sich, dass überall schlechte Laune herrscht und niemand sich und anderen etwas zutraut. Mit der Kamapgne möchte man das „Alles ist scheisse“-Gefasel abstellen und hofft, dass dadurch mehr Bewegung entsteht. Ob das gelingt, kann ich unmöglich vorraussagen. Allerdings weiß ich, dass Genörgel, auch hier, nur wieder eines ist: Kein Fortschritt. (geschrieben von: macx am 27 September 2005 15:57)

Macx, die Kampagnen kommen immer aus einer Richung, von oben. Ich finde die „Meckerei“ wird viel von den Medien (BILD, RTL, etc.) kolpotiert. Man meint, dass die Leute mies drauf sind. Ist aber nicht so. Wir mussten uns in den letzten Jahren mit sehr viel Bullshit rumärgern, Hartz 4, Stellenabbau, Verlagerung von Arbeitsplätzen ins billige Ausland, gleichzeitig unglaubliche hohe Gewinnmargen für diese Unternehmen. Wir werden verarscht. Ich finde nicht, dass man dann noch hingehen sollte und den Leuten reindrücken muss, dass sie es sind, die gefälligst gut drauf sein sollen.
(geschrieben von: moi am 27 September 2005 16:50)

Re: Du bist Deutschland
„Ähh Hallo, bin ich hier richtig bei der Aidshilfe??
„Willkommen bei Du-bist-Deutschland?
„Ich hab aber ein Problem, weil ich nicht weiss, ob …?
„Alles geht besser, denn Du bist Deutschland?
„Ja, aber …?
“Arbeiten, Leben, Du bist Deutschland!?
„Wer soll mir denn helfen??
“Helf Dir selbst, denn Du bist Deutschland!?
„Hab ich irgendsonen Automat an der Strippe??
„Freunden in der Not helfen, denn Du bist Deutschland…?
Klick (geschrieben von: moi am 28 September 2005 13:17)
Re: Du bist Deutschland
Es ist jedenfalls sehr erstaunlich, wie hier versucht wird, durch eine vermeintlich „gute“ Deutschtümelei eine „schlechte“ zu ersetzen. (geschrieben von: JackieTreehorn am 29 September 2005 10:58)

Quelle => http://slanted.de/560

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w&v – News zu Marketing, E-Business, Web & Internet Marketing, TV & Radio Werbung :
[…] Jung von Matt und Kempertrautmann engagieren sich für Deutschland Im Auftrag der Initiative ‚Partner für Innovation‘ entwickeln die beiden Hamburger Agenturen eine Kampagne mit dem Claim ‚Du bist Deutschland‘. Das Ziel des Auftritts: die Stimmung im Land zu drehen und für ein innovationsfreudigeres Klima zu sorgen. Die Kampagne wird von der zweiten Junihälfte an breit geschaltet – in TV, Print, Internet, etc. In einer Gemeinschaftsaktion stellen über 20 Medienunternehmen Werberaum im Wert von angeblich rund 30 Millionen Euro zur Verfügung. Auch die Agenturen arbeiten pro bono. Um den Mediapart kümmert sich Mindshare, Frankfurt.

Die Initiative ‚Partner für Innovation‘ wurde im Januar 2004 auf Einladung des Bundeskanzlers gegründet. Zu den Partnern gehören 17 Spitzenmanager namhafter Unternehmen und Forschungseinrichtungen, darunter von BASF, Deutsche Telekom, Lufhansa, Roland Berger Strategy Consultants und Siemens – sowie Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG. Der Medienkonzern koordiniert auch den bisher größten Aufschlag der Initiative. Zuständig dort ist Kommunikationschef Bernd Bauer, der allerdings Mitte des Jahres das Unternehmen verlässt. [09.05.2005 – kr ]

=> http://www.wuv.de/NL/news/artikel/2005/05/42277/index.html

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HARRY NUTT: […] „Die versammelte moderierende Mittelmäßigkeit von Günther Jauch über Ulrich Wickert bis Anne Will ist so beseelt von der nationalen Ermutigung, dass Du Dich fragtest, ob nicht irgend eine Sekte hinter der ganzen Sache steckt. Sind aber nur 25 führende deutsche Medienunternehmen, versuchtest Du Dich zu beruhigen. Aber zu spät, er war da, der Zweifel, der Dich nun vermuten lässt, dass man Dich nie und nimmer aufnehmen wird im Klub der narzisstischen Zwangsoptimisten. […] jetzt bist Du Deutschland. Aber wenn Du es einmal nicht bist, was werden sie dann mit Dir machen?“

Aus: „Du“ von HARRY NUTT (29.09.2005)
=> http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/feuilleton/?cnt=732764

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[…] Einfach GROSSARTIG! – Die Kampagne ist genau das was Deutschland braucht. Sie verbindet Optimismus mit einer gesunden(!) Portion Patriotismus. Diese Kombination führt zu Selbstvertrauen und einem positiven Blick auf die Gegenwart und die Zukunft. Die Aussage ist ganz klar: Nimm dein Leben in die eigene Hand, übernimm Verantwortung für dich und dein Leben und du wirst Erfolg haben. Sage JA zu dir, beweg was in deinem Leben und du bewegst unser Land, in seiner ganzen Vielfalt, Schönheit und (Multi-)Kultur. Einfach nur GEIL. Danke an die Macher und Denker die dahinter stehen.
(Eintrag von Benjamin — 26.09.2005 @ 20:37)
http://info.websozis.de/index.php/archiv/981

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[…] Haltungsturner: […] „Das ist nicht nur die ewig gleiche beknackte Volksverdummung und undemokratische Gleichschaltungsidiotie, es ist auch noch geschmacklos, weinerlich, eklig und schleimig. Das Deutschland bin ich nicht. Was mich übrigens daran am meisten ärgert: Dieselben Pfeifen, die erst jahrelang dieses Land schlecht geredet und geschrieben haben, schwingen sich jetzt als Pseudo-Muntermacher auf mit der NLP-Botschaft, dass ich alles schaffen kann, wenn ich nur will. Das ist Sektengewäsch und vordemokratische Ruck-Romantik.“
Aus: „Das Deutschland bin ich nicht“ von ‚der Haltungsturner‘
=> http://luebue.blogspot.com/

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[…] Und natürlich wird das Thema in vielen, vielen Blogs besprochen und bebildert, eine kleine Auswahl: Spreeeblick, Nerdcore, Lostfocus, Werbeblogger. Wundern Sie sich noch, oder nörgeln Sie schon? (Wiebke Peters: Mittwoch, 28 September 2005, 10:33 Uhr)

Kommentare:
hey frau peters; gut gemacht: meta-nörgeln. einfach über das (angebliche) nörgeln rumnörgeln. sehr bewundernswert wie sie es schaffen sich davor zu drücken stellung zu beziehen indem sie ikea-sprüche recyclen. (Kommentiert von: ix | Mittwoch, 28 September 2005, 21:26 Uhr)

Und jetzt die heiße Frage: Wie nennt man das Nörgeln über Meta-Nörgeln? Und das war jetzt kein Meta-Nörgeln über das Nörgeln über meta-nörgelende Nörgelnde, nicht dass wir uns da falsch verstehen! (Kommentiert von: Malcolm | Donnerstag, 29 September 2005, 10:10 Uhr)

=> http://blog.brigitte.de/medienweblog/2005/09/du_bist_deutsch.html

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[…] Merkwürdig, wie genau dieselben Medienfuzzis, die seit Jahren berichten, dass Deutschland „angesichts der Globalisierung“ am Abgrund steht; dieselben Millionäre, die gegen den „Versorgungsstaat“ und für mehr „Eigeninitiative“ eintreten, dieselben Agenturen und Konzerne, die uns permanent einreden, dass wir uns einen „Wohlfahrtsstaat“ einfach „nicht mehr leisten können“ – dass also jetzt exakt dasselbe Personal (und Kapital), dass sich bis dato im Schlechtreden des „Standorts Deutschland“, dem „Schlußlicht in Europa“, geübt hatte, uns nun mit der millionenschweren Kuschel-Kampagne „Du bist Deutschland!“ kommt. Und einem sülzigen, schwer erträglichen TV-Spot, den ich vor zwei Tagen zufällig sah und dauert wartete, dass der Witz kommt, oder zumindest „Ich bin doch nicht doof“. Aber nein…kein Mike Krüger nagelt sich ein Brett vor den Kopf – da kam nichts außer einem endlosen, pointenfreien „Du-bist-dufte-und Du schaffst es-und gemeinsam sind wir stark- und wir brauchen ein neues Wir-Gefühl- und Du bist Deutschland“-Schmu… Ja eigentlich nicht schlecht, so ein bißchen Mut machen, positiv denken, gute Laune verbreiten und Mannschaftsgefühl, teamspirit und weichgespülten Patriotismus – aber dank der Personalunion der Promis, die ansonsten Gummibärchen anpreisen oder Reformlügen predigen, auch paradox. (Mathias Bröckers; 30. September 2005)

=> http://www.writersblog.de/broeckers/

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Erinnert mich an den Slogan …
„Ich bin zwei Öltanks“ (Der Moritz / 23.09.2005 22:49)

Re: Erinnert mich an den Slogan …
„Ich bin ich, Don Quichotte, der Herr von La Mancha.“ Claudia Cardinale (24.09.2005 05:51)

=> http://derstandard.at/?url=/?id=2184663

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„Du bist selber schuld“ (Lennart Holzborn; 30.09.2005)

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[…] „Da wo die alten Leute immer“ singt Regener, „schimpfend an der Ecke stehen/ will ich mich dazugesellen/ und Zigaretten für sie dreh’n.“

Vielleicht sind ‚Element of Crime‘ einfach nur von gestern übriggeblieben. Vielleicht treffen sie aber gerade deshalb die gegenwärtige Stimmungslage sehr viel besser als jener „Du bist Deutschland“-Euphemismus, der einer Kraft-durch-Freude-Kampagne entsprungen zu sein scheint. Element of Crime wenden sich nicht trotzig vom Geschehen ab, aber sie waren noch nie eine Band, die unbedingt dazugehören wollte. Wenn man eine politische Botschaft sucht, dann vielleicht die, dass man auch mit solchen Leuten Staat machen muss.

Aus: „Wo die Neurosen wuchern“ FR (01.10.2005) VON HARRY NUTT

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[…] Denn um die Ideologisierung des Mangels geht es heute wie ehedem. Die gedrückte Stimmung der Deutschen wird von den Kampagnemachern aber nicht auf steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Löhne zurückgeführt, wie es die Vernunft nahe legt, sondern die Arbeitslosigkeit wird umgekehrt als Folge schlechter Laune dargestellt, also als ein Privatphänomen, das jederzeit durch innere Einkehr und positives Denken korrigiert werden könnte. Nun lässt sich zwar darüber streiten, ob zuerst das Huhn oder das Ei da war, aber dass es genügt, mit den Flügeln zu schlagen und zu gackern wie eine Henne, um goldene Eier zu generieren, darf doch mit Fug und Recht bezweifelt werden. […] Den Höhepunkt an Zynismus gewinnt die Kampagne aber in dem Fernsehspot, der Schwule und Behinderte auf dem Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals versammelt. Der Bildeinfall ist in seiner Häufung diskriminierter Randgruppen so geschmacklos, dass man unweigerlich an jene alten Witze denken muss, die mit dem Satz »Jude allein reicht wohl nicht« endeten. »Du bist Deutschland.« Ei freilich! Auch Juden, Schwule und Mongoloide waren Deutsche. Jetzt sind sie aber tot. Ehrlicher wäre es gewesen, einen schneidigen SS-Offizier mit der Unterschrift »Du bist Deutschland« zu zeigen. Damit wäre man der Wahrheit schon näher gekommen; übrigens auch der Einsicht, dass allzu viel Trost aus dem Nationalstolz gerade von dem klügeren Teil der Deutschen nicht mehr gefordert werden kann.
Aus: „Du bist Werbeagentur“ von Von Jens Jessen
=> http://www.zeit.de/2005/41/Spitze_41 (DIE ZEIT 06.10.2005 Nr.41)

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t.b.c.

lemonhorse / 29 September 2005 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Wahrnehmung und Pathologieverdacht]

[…] Denn was zusätzlich zur Unterscheidung zwischen ,normaler‘ und ,abweichender‘ Wahrnehmung zur Disposition steht, ist nichts Geringeres als die grundsätzliche Möglichkeit von Erkenntnis bzw. die Frage nach der Existenz einer subjektunabhängigen äußeren Wirklichkeit. Wird dem subjektiven Bewusstsein eine wichtige Funktion innerhalb des Wahrnehmungsprozesses zugesprochen, insofern es diesen etwa in Form von Selektionsmechanismen, Erwartungshaltungen oder individuellen Ergänzungen der Sinneseindrücke beeinflusst – ohne damit gleich unter Pathologieverdacht zu geraten! -, dann zeigt sich Wahrnehmung eher als subjektiv-psychische Konstruktion denn als Spiegelung eines objektiv Gegebenen. Deklarierten also frühere Konzepte Wahrnehmung dort als ,abweichend‘, wo die ,objektive‘ Wirklichkeit nicht als solche erkannt wurde, ist nunmehr überhaupt infrage gestellt, ob eine ,ungebrochene‘ Wahrnehmung der Wirklichkeit tatsächlich möglich ist. Von hier aus wäre es dann schließlich nur noch ein Schritt zur generellen Infragestellung der Existenz einer so verstandenen ,Wirklichkeit‘.

Aus: „Die subjektivierte Wirklichkeit – Olaf Schwarz über Wahrnehmungskonzepte in Literatur und Psychologie um 1900“ von Kathrin Fehlberg (2004)

Quelle: http://www.literaturkritik.de/

lemonhorse / 27 September 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Ambivalenz]

Unter dem von Eugen Bleuler geprägten Begriff der Ambivalenz – von lat. ambo (beide) und valere (gelten) – wird in der Psychologie, Psychotherapie, Psychiatrie und Psychoanalyse das Nebeneinander von gegenteiligen Gefühlen, Gedanken und Wünschen verstanden. Für Bleuler war die Ambivalenz das Hauptsympton der Schizophrenie.

Es handelt sich hiermit also um ein „Sowohl/Als auch“ von Einstellungen, sodass Ambivalenz oft auch als „Doppelwertigkeit“ bezeichnet wird. Das in diesem Zusammenhang arg strapazierte Beispiel der Hassliebe belegt schon dadurch, dass es zusammengeschrieben wird, die Untrennbarkeit dieser doppelten Wertung.

Dass jedes Ding seine zwei Seiten haben kann, ist mit Ambivalenz nicht gemeint, solange dadurch kein innerer Konflikt hervorgerufen wird.

[Bruchstück aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Ambivalenz] (26.09.2005)

lemonhorse / 26 September 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Tiefenwirkung und Geräuschmusik… ]

„… Musik, und insbesondere die experimentelle Geräuschmusik, erscheint […] von einem besonderen ambivalenten oder polaren Charakter geprägt zu sein. Die mögliche Tiefenwirkung von Musik entsteht durch die Konstellation und das Interagieren der Parameter „Stärke und Form des unbewussten Potenzials der Musik“ und „Stärke und Art der unbewussten Abwehrorganisation des Hörers“. Hier lassen sich keine Voraussagen treffen, wie eine bestimmte Musik wirken wird, geht es doch stets um die Entstehung und Manifestation eines individuellen unbewussten Beziehungsgeschehens. Und selbst die Wirkung der gleichen Musik beim gleichen Hörer ist oft unterschiedlich, da sie davon abhängt, von welcher Art der gerade präsente unbewusste Niederschlag ist, auf den die Musik trifft: „Der Umstand, daß die individuelle Bedeutung eines Musikstückes (bzw. des Hörens oder Spielens eines Musikstückes) durch die jeweilige unbewußte Phantasie, die durch die Musik geweckt oder regressiv intensiviert wird, determiniert ist, macht es fast unmöglich auf einer tiefergehenden Ebene allgemeine Aussagen über die Wirkung eines Musikstückes zu machen. …“

Aus: „Das Unbewusste und der Klang“ von Stefan Knappe (2004)
http://www.dronerecords.de/Knappe.pdf

lemonhorse / 26 September 2005 / Akustische.Wellen, Fraktal.Text / 0 Comments

lemonhorse / 26 September 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Schwindender Hinterhof]

die letzten Tage in der weissenburgstrasse – ein ausgeräumtes zimmer mit ein paar letzten hinterhofblicken.

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lemonhorse / 26 September 2005 / Realitaets.Tunnel / 0 Comments

lemonhorse / 19 September 2005 / Realitaets.Tunnel / 0 Comments