[Bilder in den Köpfen]

[…] Besonders in Krisensituationen werden Journalisten wissentlich und unwissentlich zum Spielball der Konfliktparteien. Dann wird nicht irgendeine Wirklichkeit konstruiert, sondern eine „Wirklichkeit der Interessenvertreter“ (Weischenberg 1993: 68). Die absichtliche Beeinflussung von Bildern in den Köpfen der Menschen kann dann auch getrost Propaganda genannt werden.

[…] In anderen Worten: Propaganda soll „vorgegebenen Entscheidungen“ des Propagandisten zur „Akzeptanz“ verhelfen (ebd.: 151). Der letzte Satz in Mertens Definition benennt die Grundlage, die bereits Lippmann 1922 formuliert hat, dass Propaganda immer von Zensur begleitet wird: „In order to conduct a propaganda there must be some barrier between the public and the event. Access to the real environment must be limited, before anyone can create a pseudo-environment that he thinks wise or desirable.? (Lippmann 1922: 28)

[Bruchstück aus: „Journalismus im Krieg gegen den Terrorismus“ (Lietz, Haiko (2002): Journalismus im Krieg gegen den Terrorismus. Eine Inhaltsanalyse der Berichterstattung von FAZ und SZ nach dem 11. September 2001, Mittweida: Hochschule Mittweida (FH), Fachbereich Medien i.G., Diplomarbeit, S.1-158. / Quelle: http://www.haikolietz.de/docs/9-11.pdf]

lemonhorse / 14 Februar 2006 / Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 13 Februar 2006 / Found.Stuff, Visual.Notes / 0 Comments

[Der Kampfplatz dieser endlosen Streitigkeiten… ]

“ … Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse: daß sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann; denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die sie aber auch nicht beantworten kann; denn sie übersteigen alles Vermögen der menschlichen Vernunft.

In diese Verlegenheit gerät sie ohne ihre Schuld. Sie fängt von Grundsätzen an, deren Gebrauch im Laufe der Erfahrung unvermeidlich und zugleich durch diese hinreichend bewährt ist. Mit diesem steigt sie (wie es auch ihre Natur mit sich bringt) immer höher, zu entfernteren Bedingungen. Da sie aber gewahr wird, daß auf diese Art ihr Geschäft jederzeit unvollendet bleiben müsse, weil die Fragen niemals aufhören, so sieht sie sich genötigt, zu Grundsätzen ihre Zuflucht zu nehmen, die allen möglichen Erfahrungsgebrauch überschreiten und gleichwohl so unverdächtig scheinen, daß auch die gemeine Menschenvernunft damit im Einverständnisse steht. Dadurch aber stürzt sie sich in Dunkelheit und Widersprüche, aus welchen sie zwar abnehmen kann, daß irgendwo verborgene Irrtümer zum Grunde liegen müssen, die sie aber nicht entdecken kann, weil die Grundsätze, deren die sich bedient, da sie über die Grenze aller Erfahrung hinausgehen, keinen Probierstein der Erfahrung mehr anerkennen. Der Kampfplatz dieser endlosen Streitigkeiten heißt nun Metaphysik.

…“ | Aus: „Kritik der reinen Vernunft“ (1st Edition) by Immanuel Kant (German; Erste Fassung 1781) / Quelle: —> 8ikc110.txt“ rel=“noopener“ target=“_blank“>http://www.gutenberg.org/dirs/etext04/8ikc110.txt“>8ikc110.txt

lemonhorse / 13 Februar 2006 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung / 0 Comments

lemonhorse / 13 Februar 2006 / Visual.Notes / 0 Comments

[wo der rationale Verstand das Nachsehen hatte]

[…] Vor zwei Jahren erst konnten wir erfahren, dass unser Gehirn genauso nach Geld giert, wie nach Sex. Forscher der Uni Stanford konnten nachweisen, dass Studenten, die in einem Kernspintomographen lagen und dabei Aktiengeschäfte machten, die gleichen Hirnareale aktivierten, die sonst für menschliche Begierde zuständig sind. Und: das Lustzentrum konnte dabei so stark aktiviert werden, dass der Teil des Gehirns, wo der rationale Verstand angesiedelt ist, das Nachsehen hatte.

[Aus: „Schlüssel des Vertrauens – „Homo oeconomicus“ ist stark hormongesteuert“ von Kay Müllges (10.02.2006) /Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/468125/]

lemonhorse / 12 Februar 2006 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Todesangst und Allmachtsfantasien]

[…] „Eben weil die Menschen sich weigern, dem Tod ins Auge zu blicken, ihn als Notwendigkeit und Bestandteil des Lebens anzuerkennen, wollen sie ihre Feinde in die Todesangst versetzen, die selbst zu fühlen sie nicht den Mut aufbringen.“ Um die unausweichlich über uns kommenden Schatten von Alter, Krankheit, Gebrechlichkeit, Schwäche, Ohnmacht und Tod aus dem Blickfeld zu verbannen, „betont der moderne Mensch, insbesondere die Männer, die entgegengesetzten Eigenschaften: Jugendlichkeit, Gesundheit, Fitness, Stärke, Macht und Todesverachtung. Er ist ständig bereit, seine eigene Schwäche und Brüchigkeit zu überspielen, andere Menschen, die Natur und auch sich selbst zu dominieren, zu manipulieren und zu beherrschen bis hin zur militärischen Aggression.“ Das wesentlich auf dieser psychischen Abspaltung beruhende militär-technokratische Denken führe nicht nur zu einer inneren Verfassung, in der empfindsame Reaktionen weitestgehend abgeblockt werden, sondern es produziere damit zwangsläufig auch „äußere Feinde, auf die man als Sündenböcke die eigene verdrängte Gefühlswelt mit allen ihren Erscheinungsformen der Depression und der Verzweiflung, aber auch der Bösartigkeit und Aggressivität projizieren kann.“

In der Dynamik dieser von Verfolgungswahn getriebenen „Friedlosigkeit“ (Carl Friedrich von Weizsäcker) müsse die eigene verdrängte Feindseligkeit und Todesangst immer wieder an die Oberfläche zurückkehren, wobei sie „im Extremfall die Gestalt der Kriegsbegeisterung, der Kriegslust und der Todessehnsucht annimmt. Indem man den Feind unterwirft und tötet, stellt man die eigene Unversehrtheit unter Beweis.“ Aus derart zwanghafter Abhängigkeit von wahnhaften Unverletzlichkeitsbeweisen könnte es äußerstenfalls so weit kommen, „dass die Menschen sich planvoll selbst in einem Atomkrieg auslöschen, um den unausweichlichen Tod nicht passiv erleben zu müssen, sondern ihn aktiv herbeizuführen, um ihre Allmachtsfantasien mit in den Tod retten zu können.“

[Aus: „Annäherungen an das Thema der Macht“ von Josef Berghold (15.01.2004 ) / Quelle: berghold_josef/berghold-macht.html]

lemonhorse / 9 Februar 2006 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Prozesse, Konflikte und Tabuzonen… ]

Textfraktale zum internationalen Karikatur-Wettbewerb.

titanic.jpg
Bild http://www.titanic-magazin.de (2006)

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„[…] Nur ein einziger Muslim findet einige der Bilder „ganz witzig“. Er lache ja auch über „Erkan und Stefan“.“ | Aus: „Wie wenn ich deine Mutter beleidige – Muslime in NRW diskutieren über Mohammed-Karikaturen“ Ein Bericht von -.David Ohrndorf (wdr.de, 03.02.2006)

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„[…] For it is very easy to find people to support your claim of freedom of expression, on a case-by-case basis“… | From: „Why ‘freedom of expression’ defence is questionable in the Muslim dispute with a Danish publication“ by Stuart Pethick; February 2, 2006, http://www.globalresearch.ca/index.php?context=viewArticle&code=PET20060202&articleId=1870

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„[…] Das französische Satireblatt „Charlie Hebdo“ druckte als Titelbild eine eigene Karikatur, auf der sich Mohammed über die wütenden Reaktionen von Islamisten über die Karikaturen von ihm beschwert.“ | Aus: „Karikaturen-Streit: Trotz Appells weiter Proteste Französische Satirezeitung druckt neue Mohammed-Karikaturen“ (08.02.2006)
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/26/0,3672,3892570,00.html

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„[…] sieht man sich plötzlich genötigt, Karikaturen zu verteidigen, die man für unerheblich bis dämlich hält (außer der mit den ausgegangenen Jungfrauen im Himmel, die war doch hübsch!). …“ | Aus: „Dieser Ärger mit der Freiheit“ (von DIRK KNIPPHALS; 9.2.2006), http://www.taz.de/pt/2006/02/09/a0227.1/text

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„[…] Thomas Gsella, Chefredakteur Satire-Zeitschrift „Titanic“: „Das Recht auf Witz ist eines der Grundrechte, viel wichtiger als das Recht auf unversehrte religiöse Gefühle. Es gibt ja kaum Gefühle, die derart zu Schäden geführt haben und Verbrechen nach sich gezogen haben wie diese religiösen Gefühle. Das Recht auf Witz ist ein viel höher Anzusiedelndes.“ “ | Aus: „Brutale Gewalt – Kampf der Kulturen nach Satire“ (02/2006), http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID2284542_REF2488,00.html

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„[…] Mit einem Wettbewerb um „die beste Holocaust-Karikatur“ reagiert eine iranische Tageszeitung auf die dänischen Mohammed-Karikaturen. […] Auf der Web-Site der Arab European League erschien eine Zeichnung, die Anne Frank mit Adolf Hitler im Bett zeigt. […] Fraglich, ob die europäischen Zeitungen, die die dänischen Karikaturen nachgedruckt haben, nun auch die iranischen dokumentieren werden. Nähmen sie ihre eigene Rhetorik ernst, müssten sie das tun.“ | Aus: „Nächste Runde: Holocaust-Karikaturen“, Ein KOMMENTAR VON DANIEL BAX (8.2.2006), http://www.taz.de/pt/2006/02/08/a0043.1/text

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„[…] Ein Feuilletonredakteur von «Jyllands-Posten», Flemming Rose, erklärte am Mittwoch, sein Blatt erwäge die Veröffentlichung dieser Zeichnungen. Vor einer Entscheidung müssten die Karikaturen aber zunächst einmal vorliegen. In einer E-Mail an die AP schrieb er, das habe nichts mit schlechtem Gewissen zu tun. Es gehe darum, dass sich die Leser ihre eigene Meinung bilden könnten. Im Gegenzug für die umstrittenen Mohammed-Karikaturen in westlichen Medien hat die größte iranische Tageszeitung einen Karikaturen-Wettbewerb über den Holocaust ausgerufen. „Die westlichen Zeitungen haben diese gotteslästerlichen Bilder unter dem Vorwand der Pressefreiheit veröffentlicht. Lasst uns sehen, ob sie wirklich meinen, was sie sagen, und auch Bilder über den Holocaust drucken“, sagte Farid Mortasawi von der Teheraner Zeitung „Hamschahri“. Die Zeichner der zwölf besten Cartoons über den Judenmord unter den Nationasozialisten sollen von „Hamschari“ mit Goldstücken belohnt werden.“ | Aus: „Auflage gesteigert – Französisches Blatt plant Abdruck von Holocaust-Karikaturen“ (08.02.06), RP Online, AFP, ap, ddp, sid, gms, teleschau-der Mediendienst, Tel-A-Vision, http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/medien/print/175632

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„[…] Eine der Todesdrohungen, die „direkt aus Mekka“ gekommen sei, habe die Namen aller zwölf Zeichner aufgeführt und jenen des bei der „Jyllands-Posten“ verantwortlichen Kulturredakteurs, der just von einer anderen dänischen Zeitung für sein Eintreten für die Pressefreiheit ausgezeichnet wurde. Eine andere Todesdrohung kam von einer pakistanischen Jugendorganisation, weitere islamistische Gruppen erwägen offenbar, ein Kopfgeld auf die Zeichner auszusetzen. …“ | Aus: „Mohammed-Karikaturen – Die Morddrohung kommt aus Mekka“, Von Robert von Lucius, Kopenhagen (09. Februar 2006), faz.net

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„[…] Unbekannte haben am Wochenende den muslimischen Teil eines Friedhofs vor den Toren der dänischen Stadt Esbjerg geschändet. Wie der Rundfunksender DR gestern meldete, wurden etwa 25 Gräbstätten völlig zerstört. Die Täter zerschlugen die Grabsteine oder stießen sie um und verwüsteten die Bepflanzung. Die Gräber des christlichen Teils blieben unberührt. …“ | Aus: „Muslimischer Friedhof bei dänischer Stadt geschändet“ (13.02.2006), http://news.orf.at/index.html?url=http%3A//news.orf.at/ticker/208889.html

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„[…] Generalsekretär der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. „Sicherlich, wir haben Pressefreiheit. Die wollen wir bewahren und wollen auch nicht, dass uns andere dieses Gut nehmen. Das ist vereinbar. Man sollte auf beiden Seiten vielleicht Hornhaut ansetzen. Und wenn es mal zu Entgleisungen kommt, muss man nicht gleich hysterisch reagieren.“ …“| Aus: „Tage des Zorns: Wohin führt die Debatte um die Karikaturen des Propheten Mohammed?“ Von Tom Fugmann (2006), http://www.wdr.de/tv/kulturweltspiegel/20060205/6.html

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„[…] Pakistan will nach Regierungsangaben die Einfuhr von Medikamenten aus jenen europäischen Ländern verbieten, in denen die umstrittenen Mohammad-Karikaturen erschienen sind. Der Import von Medizin aus Dänemark und anderen Ländern, in denen die «blasphemischen Karikaturen» veröffentlicht wurden, werde künftig nicht mehr erlaubt. Das sagte Gesundheitsminister Nasir Khan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur APP am Freitag im Senat in Islamabad. Ab wann der Importstopp gelten soll, sagte Khan nicht. Khan betonte, die Karikaturen, die auch in Deutschland veröffentlicht wurden, hätten die Gefühle der Muslime verletzt.“ | Aus: „Pakistan will Medikamenten-Import wegen Karikaturen verbieten“ (11. Februar 2006), freenet.de

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„[…] Die Gefühlsregeln sind immer Bestandteil der Weltanschauung, der Ideologie und der Religion, und die Mitglieder der verschiedenen Ideologien tauschen nicht nur Ideen aus, sondern vor allem Gesten und Zeichen emotionaler Arbeit.“ | Aus: „Die soziale Konstruktion von Gefühlen“ Prof. Krause, 1996, http://www.uni-saarland.de/fak5/krause/emo/vorlesun/l10/sozkon.htm

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„[…] Womit beschäftigt sich ein Tabuforscher? Er erforscht auch den Umgang mit dem Verdrängten. Tabus haben ja ganz bestimmte Funktionen in unseren Kulturen. Und gerade in Kontaktsituationen mit anderen Kulturen erscheinen uns die Tabus der anderen völlig unverständlich. Sie fallen auf. Die eigenen Tabus haben sich aber so weit verselbständigt, dass wir darüber nicht mehr nachdenken. …“ | Aus: „Das darf man einfach nicht!“ Interview EDITH KRESTA mit Hartmut Schröder (17.7.2000), http://www.taz.de/pt/2000/07/17/a0172.1/text

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„[…] Von Olenhusen weist auf einen der berühmtesten Fälle in den 1920er Jahren während der Weimarer Republik hin. Es ging damals um drei Grafiken von dem deutschen Künstler George Grosz. Eine von ihnen zeigte Jesus an einem Kreuz, bekleidet mit einer Gasmaske und Armeestiefeln, darunter der Slogan „Halt dein Maul und diene weiter“. Der Strafprozess dauerte drei Jahre und Grosz durchlief drei verschiedene Gerichtsinstanzen, um einen Freispruch zu erwirken. Als die Nazis an die Macht kamen, musste er das Land verlassen. … […] Das deutsche Satiremagazin „Titanic“ wurde von Kirchengruppen acht Mal in 15 Jahren vor Gericht zitiert – vier Mal weil es den Papst denunzierte, dreimal weil es die Religion lächerlich darstellte und einmal weil sich ein Bischof persönlich angegriffen fühlte. Jedoch endete kein Urteil zugunsten der kirchlichen Gruppierungen. …“ | Aus: „Alte und neue Blasphemie-Debatten in Europa“, Deutsche Welle; 08.02.2006, http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1896283,00.html

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„[…] Stockholm – Zum Entsetzen jüdischer Gemeinden in der ganzen Welt hat die linksliberale dänische Tageszeitung „Information“ am Wochenende sechs Karikaturen zum Holocaust veröffentlicht. Sie stammen aus dem iranischen Zeichnerzentrum in Teheran, das bis zum Ende der Woche 200 diesem Thema gewidmete Karikaturen aus 61 Ländern ausstellt. …“ | Aus: „Dänen drucken Karikaturen zum Holocaust“ (12.09.2006), http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/12.09.2006/2770184.asp

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„[…] Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) protestiert gegen die geplante Ausstrahlung der Serie „Popetown“ im Musikkanal MTV und will rechtliche Schritte wegen „schwerwiegender Störung des öffentlichen Friedens“ prüfen. Das kündigte ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer an. […] Unter der Überschrift „Lachen statt rumhängen“ wirbt nun MTV in ganzseitigen Zeitschriftenanzeigen für den Start am 3. Mai. Zu sehen ist ein leeres Kreuz, davor sitzt Christus mit Dornenkrone vor einem Fernsehgerät und lacht. Laut Werbetext geht es in den Folgen um einen „durchgeknallten Papst“ und einen „kriminellen Kardinal“, die unter anderem Waisenkinder in die Sklaverei verkaufen. Es handele sich um eine „widerwärtige Verhöhnung der katholischen Kirche“, kritisierte das Katholiken-Komitee. …“ | Aus:“Deutsche Katholiken wollen TV-Serie „Popetown“ verhindern – Klage gege MTV erwogen“ (10. April 2006), http://www.welt.de/data/2006/04/10/872324.html

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„[…] Und selbstreflexive Ironie, die den augenzwinkernden Kommentar zur selbst produzierten pathetischen Phrase gleich mitliefert, ist sogar in der Werbesprache Usus geworden. Da wird es für die Titanic immer schwerer, noch unbetatschte Tabuzonen zu finden, die sie auf bewährtem Niveau verletzen kann. Es gibt eben, wie Enzensberger einmal bemerkte, Siege, die von Niederlagen nicht zu unterscheiden sind. [DIE ZEIT 1999]“ | Aus: „Germanen finden das nicht komisch – Die Titanic wird 20“, Von Richard Herzinger, http://www.zeit.de/archiv/1999/49/199949.titanic_.xml

lemonhorse / 8 Februar 2006 / Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Die elektronisch gesteuerte Seele]

[…] Frei von Risiko war der Griff ins Hirn nie. Bis in die 60ger, sagt Tatagiba, „war die Neurochirurgie ein sehr gefährliches Feld“. Damals richteten die Operateure oft mehr Schaden an, als der Hirntumor, den sie zu entfernen trachteten. Das ist inzwischen zwar Vergangenheit: Durch mikrochirurgische Techniken und moderne Durchleuchtungsverfahren ist die Hirnchirurgie zu einem Präzisionshandwerk geworden. Doch eben diese neue Präzision gebiert auchein neues Risiko: Die elektronisch gesteuerte Seele ist keine Utopie mehr.

[Aus: „Chips im Ich“ – Neurowissenschaftler können Gehirnfunktionen mittlerweile durch elektronische Bauteile ersetzen. Das Verfahren ist medizinisch wertvoll – aber ethisch mindestens ebenso heikel, kommentiert Ulrich Bahnsen (05.01.2006) / Quelle: http://www.zeit.de/online/2006/05/neuroimplantate via http://autismuskritik.twoday.net/]

lemonhorse / 6 Februar 2006 / Fraktal.Text / 0 Comments

lemonhorse / 6 Februar 2006 / Found.Stuff / 0 Comments

[langzeitgedächtnis]

[…] bei der letzten psychotherapiesitzung hab ich meinen therapeuten – er heisst übrigens loser – um eine anti-aggressionstherapie gebeten. nicht die, wo man frau meier und herrn gubser als elternteile in die runde stellt und sich gegenseitig mangelnde liebe und aufmerksamkeit schreiend an den kopf wirft um anschliessend 2 wochen vor lauter weltschmerz und kindesmisshandlungstrauma keine lust mehr zum onanieren verspürt. nein, ich denke da an die schaumstoffschläger mit denen man auf den therapeuten rumprügeln darf und sich mit dem satz: „DU HAST MICH NIE GELIEBT!!“ den letzten pubertätsrest aus dem langzeitgedächtnis kotzt. (laura)

[Mehr Literatur (kranke kolumnen – depressive lyrik) vom „Bademeister“: http://www.bademeister.ch/]

lemonhorse / 5 Februar 2006 / Fraktal.Text / 0 Comments