[Zur Refeudalisierung der Welt]

“ … Netzeitung: Sie schreiben, die derzeitige Weltordnung sei nicht nur mörderisch, sondern auch absurd.

Ziegler: Sie ist absurd, weil sie unnütz tötet. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wäre es zu Beginn des neuen Jahrtausends möglich, die Utopie der Französischen Revolution, nämlich das gemeinsame Glück, materiell zu realisieren. Gerade in diesem Moment findet aber tragischerweise die Refeudalisierung der Welt statt.

[…] Netzeitung: Sie sagen, die transnationalen Privatgesellschaften seien die neuen Feudalherren, sprechen aber gerne von den «Kosmokraten». Warum? Manager und Großaktionäre sind austauschbar, was bleibt, ist das Streben nach Profit.

Ziegler: Sie haben recht, es geht um strukturelle Gewalt, nicht um Personen. Letztes Jahr haben die 500 größten transkontinentalen Konzerne der Welt über 52 Prozent des Bruttoweltproduktes kontrolliert, also über die Hälfte der innerhalb eines Jahres weltweit produzierten Güter und Reichtümer, Kapitalien, Waren und Dienstleistungen. Das ist eine unglaubliche Machtakkumulation.

Diese Unternehmen haben eine Macht, wie sie kein Kaiser, kein König, kein Papst in der Geschichte der Menschheit gehabt haben. Sartre hat gesagt: Wer die Menschen liebt, muss sehr stark hassen, was sie unterdrückt – nicht wer sie unterdrückt, es geht nicht um Psychologie.

Es geht um ein Prinzip der strukturellen Gewalt, nämlich der Markteroberung, der permanenten Profitmaximierung um jeden Preis, und um die Naturalisierung des wirtschaftlichen Geschehens. Denn wenn sie einen Konzernherrn befragen, dann erhalten Sie die Antwort: Hier waltet die unsichtbare Hand des Marktes, ich respektiere nur die Naturgesetze. Deswegen ist die radikal analytische und kritische Vernunft so wichtig.

[…] Netzeitung: Um auf die unsichtbare Hand zurückzukommen: Solange vor allem die westlichen Gesellschaften von der Naturwüchsigkeit des Ökonomischen überzeugt sind, nützt alle Kritik im Einzelnen wenig.

Ziegler: […] Bourdieu hat gesagt: Neoliberalismus ist wie Aids, er zerstört zuerst das Immunsystem des Opfers. Es gilt die Immunkräfte zu mobilisieren durch die analytische Vernunft und sich daran zu erinnern, was die Aufklärung gefordert hat: Der Austritt des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. …“

Aus: „Wer an Hunger stirbt, wird ermordet“ – Die Netzeitung Im Gespräch mit Jean Ziegler (01.Nov.2005) Quelle: http://www.netzeitung.de/voiceofgermany/365469.html | [via http://morgaine.twoday.net/]

lemonhorse / 2 November 2005 / Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 30 Oktober 2005 / Akustische.Wellen, Electro.Labor / 0 Comments

[Der eigentliche Prüfstein]

[….] Es bleibt die Frage nach der Natur mentaler Eigenschaften. [….] Bewusstsein scheint vielen der eigentliche Prüfstein zu sein, an dem der Eigenschafts-Physikalismus in der einen oder anderen Weise scheitern muss.

Aus: „Mentale Eigenschaften und mentale Substanzen – Antworten der Analytischen Philosophie auf das ‚Leib-Seele-Problem‘ von Ansgar Beckermann (Datum ?) Quelle: http://www.pesch-bildet.de/upload/material_vortraege/Beckermann.pdf

lemonhorse / 27 Oktober 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Psychotropics]

[…] Psychotropics can be classified in several different ways– for example, according to their chemical structure, or the mechanisms by which they act, or whether they are used recreationally or medically, or whether they are legal or illegal. But in addiction research, psychotropics are usually classified according to their pharmacological effects on people’s nervous systems, because these effects refer to a reality that is immediately perceptible.

Snatch from: „HOW DRUGS AFFECT NEUROTRANSMITTERS“
http://www.thebrain.mcgill.ca/

lemonhorse / 27 Oktober 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Konzepte, Denken, Sprache]

[…] „Natürlich beeinflußt Sprache das Denken, aber sie scheint nicht die Art der Konzepte zu Bestimmen, die Gegenstand unseres Denkens sind.“

Aus: „Die Struktur der Sprache“ von Uli [?] (13. Juni 1990) / Quelle: http://www.psyworx.de/Allgemeine/StruSpra.doc

lemonhorse / 26 Oktober 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[linguistic determinism]

[…] If Eskimos have fifty or a hundred words for snow, they reason, how many words will future man have for spaceships? If Klingons love only war, will they have even a single word for „love“? Such questions make sense to us because we have swallowed the extreme notion that our language limits, even determines, our way of thinking. This concept is called linguistic determinism.

From: „So, Your Utopia Needs a Language…“ by Tristan Davenport (24.11.2005)
http://www.strangehorizons.com/2005/20051024/utopia-lang-a.shtml

lemonhorse / 26 Oktober 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[…was davon in den Händen zurückbleibt]

[…] „Cailloux (…) geht es um Selbstbefragung, um das Verständnis dessen, was sich an der Schaltstelle zwischen dem Ausgreifen des jugendlichen Idealismus und dem späteren Leben mit dem, was davon in den Händen zurückbleibt, abspielt.“
(Bernd Wagner im DeutschlandRadio vom 10.07.2005)

http://www.single-generation.de/kohorten/68er/bernd_cailloux.htm

lemonhorse / 25 Oktober 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Dieser realitätsaufweichende Impuls]

[…] Monty Python waren die psychedelische Revolution in der Geschichte der Komik. […] Dieser realitätsaufweichende Impuls indes war nicht etwa drogeninduziert, sondern reines Kalkül.

[…] »Entscheidend war«, so Chapman, »daß wir uns von der Pointe verabschiedeten. Jahrelang hatte die zu einem Sketch gehört, auch für uns als Texter. Der Produzent war sehr irritiert, wenn es keine Pointe gab, denn wie sollte er ohne sie ein Ende setzen und die Zuschauer zum Klatschen auffordern? Nun ja, wir machten uns nicht allzu viele Gedanken über die Zuschauer, die würden schon zurechtkommen.«

[…] Wir ließen den Sketch laufen, bis wir das Gefühl hatten, daß die Luft raus war, und gingen dann zu etwas anderem über. Das verschaffte uns sehr viel Freiheit.«

Das war der eine Bruch mit der Tradition. Der andere betraf die Struktur. Ausgehend von einem Cartoon Gilliams’, einer Art Bewußtseinsstrom, überzeugt Terry Jones die anderen, nicht zuletzt Cleese, diese eher assoziative Stream-of-consciousness-Methode zum Kompositions-Prinzip der »Flying Circus«-Shows zu erheben und dafür herkömmliche Erzählweisen dranzugeben. Gilliam kam so eine besondere Funktion zu, weil seine überleitenden Trickfilme und Animationen erst den wenn auch eher vagen Zusammenhang der einzelnen Sketche stifteten. Mit dem geringen Budget und der damaligen Technik eine echte Viecherei: »Ich kam vielleicht einmal die Woche zu den Proben, und das war eine völlig andere Welt. Sie gingen ständig aus, in Pubs und Restaurants, während ich in meiner Wohnung hockte, Papier ausschnitt und farbig anmalte. Ich war immer der Außenseiter, ganz klar, der am Aufnahmetag mit ein paar Filmrollen auftauchte. Ich versuchte, mich in ihre Welt hineinzudenken und schnell aufzuholen, weil ich dazugehören wollte. Dann erlaubten sie mir sehr gönnerhaft und gnädig, eine unbequeme Rüstung anzuziehen und jemanden mit einem Gummihuhn zu verprügeln.«

Bruchstücke aus: „Knickknack, Sie wissen schon! – Die psychedelische Revolution in der Komik: »Python über Python« – eine autobiographische Collage“ von Frank Schäfer (06.10.2004) / Quelle: http://www.jungewelt.de/beilage/art/648

lemonhorse / 25 Oktober 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Der Irrtum des Zensors]

[…] „Der Irrtum des Zensors mag darin bestehen, nicht zu sehen, daß sein Verbot die Einseitigkeit aller Wahrheiten impliziert, die offziell zur Verfügung gestellt werden. Wer verbietet, begründet mithin den Verdacht, daß seine Wahrheiten Lügen sein könnten. Allein die Existenz des Verbots mahnt die Wahrheit an, produziert eben den Druck der nichtoffiziellen Meinung, die doch gerade verhindert werden soll. So mag das unterdrückte Wissen gefährlicher werden als die offene Kritik der jeweiligen Staatsdoktrin. Indexlisten werden zur Lektüreempfehlung, der verbotene Inhalt genießt a priori die Aura des Bedeutsamen. Allein im Verbot wird der Gedanke nobilitiert, wird ihm politische oder soziale Sprengkraft attestiert, die oft über den Inhalt der inkriminierten Wahrheit hinausreichen mag. Gedanken, die bekanntlich frei sind, erweisen sich als stärker als ihr Medium, transzendieren ihre Verkörperung, besetzen andere Medien, um sich erfolgreich gegen das Verbot durchzusetzen…

Bruchstück aus: „Zur Kritik der medialen Vernunft“ von Goedart Palm (2005) / quelle: http://parapluie.de/archiv/schoenheit/vernunft/

lemonhorse / 24 Oktober 2005 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Weapons, Clowns and Business]

[…] More than 70 people took part in an action organised against the Weapons Defence Industry Association conference held at Te Papa on Tuesday.

[…] The blockade was maintained for about two and a half hours. The clowns made persistent fun of both the conference attendees and the police by lining up with them, marching around behind them, as well as riding bikes and throwing water balloons. A certain „pro-capitalist“ contingent holding placards such as „Fuck the 3rd world“ and „Capitalism is wonderful“ were attacked and dealt to in appropriate clown fashion.

clowns1.jpg
clowns2.jpg

snatch from „Weapons Conference a Battleground for Protesters“ / text and pictures source => http://indymedia.org.nz/ (19 Oct 2005) / http://indymedia.org.nz/feature/display/38303/index.php

lemonhorse / 24 Oktober 2005 / Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments