[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #35… ]

Caravaggios „David mit dem Haupt des Goliaths“ (~1607).
Der Maler soll sich im enthaupteten Riesen selbst porträtiert haben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Michelangelo_Merisi_da_Caravaggio

“ … Entdeckung der Gefühle. Regungen wie Schmerz, Erstaunen, Entsetzen oder Leidenschaft gliedern auch die Schau. … Unbestritten pflegt Caravaggio einen nachlässigen Lebensstil, trinkt, rauft, treibt sich im Prostituiertenviertel herum, wo er Modelle akquiriert. Eine Jungfrau nach dem Vorbild so einer? Auftraggeber wollen trotzdem mehr davon – denn die Gegenreformation in der Papststadt setzt auf Gefühle, um Gläubige von der Lehre zu überzeugen, und Gefühle erregt Caravaggio mit seinen Bildern wie kein Zweiter. …“ | Aus: „Caravaggio und Bernini im KHM: Huren als Heilige und Beten mit schmutzigen Füßen“ Michael Wurmitzer (15. Oktober 2019), https://www.derstandard.at/story/2000109885888/caravaggio-und-bernini-im-khm-beten-mit-schmutzigen-fuessen

Steverino (10/2019): “ … Geiles, affektiertes Zeugs! …“

Ein österreichischer Europäer (10/2019): “ … Seltsam ist nur, dass auf Twitter noch keine Aufregung herrscht und nicht die sofortige Schließung der Ausstellung gefordert wird. Immerhin war Caravaggio ein verurteilter Mörder. In ähnlichen Fällen heißt es nicht selten in den sozialen Medien: Man könne so einem Künstler doch kein Forum bieten, was sei schon seine Kunst angesichts seiner moralischen Verfehlungen, sein Werk sei „problematisch“ und „verherrlicht Gewalt“, außerdem sei das schon wieder „ein alter weißer Mann“ usw. Es ist wirklich interessant, ab welchem zeitlichen Abstand das Werk eines Künstlers seriös gewürdigt werden kann und nicht auf biografische/persönliche Details reduziert wird sowie die üblichen Polemiker vom Dienst nichts von sich hören lassen. …“

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