[La Lune #24… ]

Georges Méliès‘ „Le Voyage dans la Lune“ (1902)

Matthias Hennig (03.07.2019): “ … Die europäische Literatur kennt eine Fülle mit den unterschiedlichsten Transportmitteln realisierter Mondfahrten. Zu den wichtigsten dieser Fantasien zählen neben Verne Lukian von Samosatas „Wahre Geschichten“ (etwa 165/180, 2. Jahrhundert n. Chr.), Ludovico Ariostos „Rasender Roland“ (1532), der seinen Verstand auf dem Mond verloren hat, Johannes Keplers „Somnium“ (1634), John Wilkins „The discovery of a world in the moone“ (1638), Rudolf Erich Raspes und Gottfried August Bürgers „Münchhausiaden“ (1785/86), Edgar Allen Poes „Hans Pfaall“ (1835) oder H.G. Wells „The First men in the moon“ (1901). Diese einflussreichen literarischen Mondreisen bilden einen Jahrhunderte überbrückenden Verkettungszusammenhang. … Der Mond bildet einen real-imaginierten Ort: eine Struktur des Begehrens, die nah und fern zugleich ist, dem Auge wohlvertraut und in Vollmondnächten in fast greifbarer Größe vom Himmel grüßt – und doch für 99,999 Prozent der Sterblichen unerreichbar bleibt. … Während die seefahrerische und aeronautische Erkundung der Erde die Relationen von Raum und Zeit durch sich ständig verbessernde logistische Netze immer kleiner und kürzer werden ließ, vergrößert die Entdeckung des Weltraums das Bewusstsein einer unendlichen Ausdehnung von Raum und Zeit. Mond- und Raumfahrt führen nicht zu einer Einhegung, sondern konfrontieren den Menschen mit der absoluten Relationslosigkeit des Raums und der Offenheit der Zeit. …“ | https://www.tagesspiegel.de/kultur/50-jahre-mondlandung-kraterstimmung/24517560.html

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