[Subjekt & Objekt #6… ]

“ … Interview mit Ingmar Bergman 1976 (kurz nach seiner Emigration aus Schweden, wo er wegen des Verdachtes der Steuerhinterziehung während einer Probe im Stockholmer „Dramaten“ von der Polizei abgeführt worden war, einen Nervenzusammenbruch erlitten und einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Obwohl das Gerichtsverfahren aus Mangel an Beweisen niedergeschlagen wurde, verließ Bergman Schweden und wohnte eine Zeitlang in München, wo er den Film „Schlangenei“ drehte und am Residenztheater inszenierte.) …
BERGMAN: … Ich bin Regisseur, Sie sind Journalist. Warum sind Sie Journalist?
André Müller: Das kann ich jetzt nicht…
BERGMAN: Warum denn nicht?
André Müller: Ich habe zu diesem Beruf ein ziemlich gestörtes Verhältnis.
BERGMAN: Ja, warum denn?
André Müller: Weil das, was wir hier machen, doch sehr einseitig ist, und weil das immer so ist, weil es ein Fragen und Antworten ist und eigentlich kein Kontakt. …
BERGMAN: Also, Sie haben zu Ihrem Beruf ein ambivalentes Verhältnis?
André Müller: Ja, ich würde manchmal, anstatt zu fragen, lieber über mich et­was sagen.
BERGMAN: Ach so, ja, etwas Persönliches? Sie wollen kreativ sein? Dann sind wir ja nicht so weit weg voneinander. …“ | Quelle: http://elfriedejelinek.com/andremuller/interview%20mit%20ingmar%20bergman.html

Der Spiegel (26.10.1960): “ … Die wesentlichste Parallele [ ] zwischen Strindberg und Bergman ergibt sich aus dem Bestreben beider, eher subjektive Erfahrungen als objektive Gegebenheiten darzustellen. „Das Sich selbst-Ergründen ist vielleicht das dankbarste Studium, das es gibt“, schrieb Strindberg. Bergman formulierte: „Meine Lust ist es, Filme zu machen aus den Zuständen, Spannungen, Bildern, Rhythmen und Charakteren, die ich in mir trage und die in der einen oder anderen Weise für mich aktuell sind.“ … Wie bei Proust der Erzähler, so erinnern sich bei Bergman die verschiedenen Gestalten ihrer Vergangenheit, lassen sie wieder aufleben oder versuchen sie zu wiederholen. Viele seiner Filme, vor allem die neueren, sind ein Geflecht aus Fabel, anekdotischen Details und dialogischer Reflexion, oft unterbrechen Träume und Rückblenden den Ablauf des Geschehens. Fast alle Bergman-Filme kreisen um ein Thema, das ihrem Schöpfer eindeutig auch im Privatleben anlastet: das Leben zu zweit. … In „Die Erwartung der Frauen“ mag ein Mädchen nicht baden gehen, weil im Wasser zu viele dicke Fische sind: Als sie ihrem Freund sagt, was der Grund ihrer Scheu sei, bricht der in Gelächter aus. „Worüber lachst du?“ fragt sie. „Über Freuds Theorien“, antwortet er. …“ Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43067232.html | http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/43067232

Gabriele Meister (06.03.2015): “ … Wer von Fischen träumt, heißt es in Sigmund Freuds erstem Bestseller Die Traumdeutung aus dem Jahr 1899, der träumt in Wirklichkeit von Sex. Und wer von Schlangen, Schnecken, Stöcken, Schirmen, Bäumen, Messern, Hämmern, Wasserhähnen, Hängelampen, Bleistiften oder Flugmaschinen träumt, der träumt auch von Sex. Freuds Versuche, die verborgenen Fantasien der Menschen zu verstehen, indem er ihre Träume deutet, sind wegweisend für die Psychologie – und umstritten. …“ | https://www.zeit.de/campus/2015/02/sigmund-freud-psychoanalyse-leben

lemonhorse / 25 April 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text
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