[Ordnung, Herrschaft und Interessen #47… ]

“ … Und wenn sich Dr. Seltsam mit den Worten “Mein Fuehrer, I can walk!” aus seinem Rollstuhl erhebt, finden Allmachtsphantasien und Triebstau in einer finalen Apotheose zusammen. …“ Aus: „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“, 3. Januar 2018, https://de.wikipedia.org/wiki/Dr._Seltsam_oder:_Wie_ich_lernte,_die_Bombe_zu_lieben

“ … Gott mit uns war ein dem Buch Judit (Jdt 13,11 EU) entnommener und in den Befreiungskriegen von preußischer Seite gebrauchter Schlachtruf. Preußische Mannschaften trugen ihn seit der Einführung des Virchow-Gepäcks 1847 auf ihren Koppelschlössern. 1861 wurde er zum Wahlspruch des Kronenordens. Er zierte auch nach dem Ende der Monarchie die Koppelschlösser der Soldaten der Reichswehr und der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die Bundeswehr führt seit 1962 die Worte Einigkeit, Recht, Freiheit auf ihren Koppelschlössern. Die Polizeitruppen verwendeten den Wahlspruch [Gott mit uns] bis in die 1970er Jahre. … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_mit_uns (3. April 2017)

“ … [17.02.2014:] Ich frage mich oft, wie wir wohl aussehen müssen in den Augen von anderen Wesen, die uns aus dem fernen Weltraum zusehen. …“ | „Stephen Hawking zu Syrien – „Es muss Schluss damit sein!““ (17.02.2014), Quelle: http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/stephen-hawking-zu-syrien-es-muss-schluss-damit-sein/9491466.html

“ … Bei ihrer ersten internationalen Konferenz in Stockholm 1925 unter dem biblischen Leitwort von Eph 2,14 EU (Christus ist unser Friede) erklärte diese Ökumenische Bewegung: „Der Krieg, als Mittel zur Lösung internationaler Streitigkeiten durch physische, mit Heimtücke und Lüge sich verbindende Gewalt, ist unvereinbar mit der Gesinnung und dem Verhalten Christi und darum auch mit der Gesinnung und dem Verhalten der Kirche Christi.“ – Die deutschen Delegierten widersprachen dem, da sie Krieg als Naturgesetz und das Eintreten dagegen als vermessenen Eingriff in „Gottes Walten“ ansahen. Diese Kriegstheologie vertraten unter anderen Emanuel Hirsch und Paul Althaus. 1933 verbot das nationalsozialistische Regime die pazifistischen Organisationen, inhaftierte viele ihrer führenden Vertreter und ließ einige von ihnen in KZ-Haft ermorden. Die Kirchen widersprachen dem nicht. … [Aufblende DDR:] Im Frühjahr 1981 schlugen einige Kirchengemeinden ihren Synoden vor, einen zweijährigen Sozialen Friedensdienst als gleichberechtigte Alternative zum staatlichen Wehrdienst in der NVA und zu den Bausoldaten einzuführen. Einige Landessynoden stellten sich bis zum Jahresende öffentlich hinter diese Forderung, andere lehnten ab. Ein Treffen der Kirchenleitungen mit dem Staatssekretär für Kirchenfragen Klaus Gysi im September endete mit der strikten staatlichen Ablehnung der Idee. … Als Vertreter der ostdeutschen Friedensgruppen durfte der Erfurter Propst Heino Falcke vor den Bonner Demonstranten sprechen. Die folgende Friedensdekade vom 8. bis 18. November 1981 wurde erstmals gleichzeitig auch innerhalb der westdeutschen EKD durchgeführt und stand unter dem Thema „Gerechtigkeit – Abrüstung – Frieden“. Da nicht mit einer Druckgenehmigung der DDR-Behörden für Aufkleber oder Anstecker zu rechnen war, wurde das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ mit [ ] 100.000 Stück auf Vliesstoff gedruckt und als Aufnäher weiterverwendet. In der Nikolaikirche (Leipzig) wurde wenig später eine große Schautafel mit dem Symbol aufgestellt. … Während zahlreiche Schullehrer, Volkspolizei und Betriebsfunktionäre nun die Entfernung der Aufnäher forderten, nahmen Kirchenvertreter die Träger in Schutz, wiesen auf die Herkunft des abgebildeten Symbols und die offizielle Propaganda hin. … Doch ab November 1981 erhielt der sächsische Landesbischof Johannes Hempel die amtliche Mitteilung: „Wegen Missbrauchs dürfen diese Aufnäher in Schule und Öffentlichkeit nicht mehr getragen werden.“ Dahinter stand das Bemühen der SED, Akzeptanz für das neue Wehrdienstgesetz zu organisieren. Die Aufnäherträger wurden nun mit massiven Vorwürfen konfrontiert: Der undifferenzierte Pazifismus sei friedensfeindlich, die Aufnäher seien westliche Importe und schulfremdes Material, wer sie trage, übe Wehrkraftzersetzung aus und untergrabe die staatliche und gesellschaftliche Tätigkeit zum Schutz des Friedens. Sie seien zum Zeichen einer unabhängigen Friedensbewegung geworden, die nicht geduldet werden könne. Viele Jugendliche, die die Aufnäher nicht entfernten, wurden aus Hochschulen und Erweiterten Oberschulen entlassen, erfuhren Strafversetzung, Nichtzulassung zum Abitur, Verweigerung der gewünschten Lehrstelle, Schulverbot oder Hinderung beim Betreten seines Betriebs. Pädagogen, Zoll und Polizisten schnitten die Aufnäher aus Jacken heraus, wenn Jugendliche dies nicht freiwillig taten, oder beschlagnahmten die Aufnäher oder ganze Kleidungsstücke. Manches davon fand sich später in Stasi-Akten wieder. Anfang 1982 reagierte eine wachsende Zahl von Jugendlichen, indem sie sich runde weiße Flecken auf die Jacken nähten oder mit Filzstift auf den Ärmel schrieben: „Hier war ein Schmied.“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerter_zu_Pflugscharen (30. November 2017)


Demonstration der „Grünen“ für Abrüstung und Entspannung während einer Rekrutenvereidigung in der Erfurter Steiger-Kaserne, 20. Oktober 1990


“ … Berlin – Ein Schmied, der ein Schwert zur Pflugschar macht. Das Bild kannte in der DDR jeder, war in den 80er-Jahren Symbol der Friedensbewegung der evangelischen Kirche. Der Schöpfer des Logos war Herbert Sander, der jetzt mit 79 Jahren starb. Stillleben, Landschaften, gerne malte er auch jüdische Friedhöfe. Sander wurde vor allem von der brandenburgischen Kunstszene geschätzt. Viele Ausstellungen zeigten die Bilder des Stahnsdorfers. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der Künstler bereits am 4. Januar im Kreise seiner Familie an den Folgen eines Krebsleidens. Sander studierte in Berlin Grafik und Malerei, arbeitete bis 1965 als Szenenbildassistent bei der Defa. Als freiberuflicher Grafiker und Maler gestaltete er 40 Jahre lang Plakate und Designs für Ausstellungen in den Schlössern und Gärten von Sanssouci. Doch sein bekanntestes Werk entwarf der Pazifist 1980 im Auftrag der evangelischen Kirche in der DDR: das Logo zu dem Bibelspruch „Schwerter zu Pflugscharen“. Mit dieser Grafik protestierte die Kirche gegen die Atomraketenpläne in Ost und West und gegen den Wehrkundeunterricht an DDR-Schulen. Zuerst erschien das Bild auf Lesezeichen, dann auf Stoffaufnähern, die in den Gemeinden verteilt wurden. Etwa 100.000 Exemplare gab es. Vor allem Jugendliche trugen Sanders Grafik an Jacken oder Taschen. Anfangs tolerierte die DDR-Führung das Symbol. Erstens war die Herstellung laut Gesetz legal, da das Bild auf Stoff und nicht auf Papier gedruckt wurde. Zweitens orientierte sich die Darstellung des „Schwerter zu Pflugscharen“-Schmiedes an einem Sowjet-Kunstwerk – an der Plastik des Bildhauers Jewgenij Wutschetisch, die die Sowjetunion 1959 der UNO schenkte. Das Denkmal war auch im Jugendweihe-Buch der DDR abgebildet. Als der Aufnäher bekannter (und zum Symbol der Opposition) wurde, griff die Staatsmacht durch. Bei Polizeikontrollen mussten Träger den Aufnäher sofort abtrennen oder aufs Revier mitkommen, dort ihre Jacke abgeben. Jugendliche wurden wegen des Symbols von der Schule verwiesen. …“ | Aus: „Trauer um Herbert Sander Erfinder des Symbols „Schwerter zu Pflugscharen“ ist tot“ Norbert Koch-Klaucke (10.01.2018) | Quelle: https://www.berliner-kurier.de/29464402 |

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