[Zur Ontologie des nicht Seienden #17… ]


Älteres Ehepaar mit der Manifestation eines jungen weiblichen Geistwesens (William Hope, circa 1920)

“ … Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr eine außergewöhnliche Anwendung der Fotografie rasanten Aufschwung: die Darstellung von Geistern und spirituellen Erscheinungen. … Heute lassen sich derartige Fotos mit entsprechender Bildbearbeitung recht unkompliziert herstellen. Aber bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Fotografie so weit fortgeschritten, dass für einen Fotografen, der sein Handwerk beherrschte, das Anfertigen von Doppelbelichtungen ein Kinderspiel war. Und darauf beruhen die meisten der Geisterdarstellungen, die in Vielzahl kursierten. … Einer dieser geschäftstüchtigen Fotografen war William Hope. Ursprünglich Zimmermann von Beruf, machte sich Hope schon bald einen Namen in den an paranormalen Phänomenen interessierten Kreisen der englischen Grafschaft Cheshire. Denn er war in der Lage, für das Auge unsichtbare Geistwesen mit seiner Kamera festzuhalten. Das erste derartige Foto fertigte er im Jahr 1905 an. … William Hope hatte Erfolg mit seinen Fotos und gründete mit Gleichgesinnten eine Gruppe von spirituellen Fotografen, die als Crewe Circle bekannt wurden. Die Nachfrage stieg rasant nach dem Ende des Weltkriegs, als sich viele Menschen meldeten, die um einen letzten Kontakt zu in den Wirren der Kriegsjahre getöteten oder verschollenen Angehörigen baten. … Ertappt wurde William Hope schließlich von Harry Price, einem britischen Parapsychologen. Im Jahr 1922 sammelte er Beweise, die eindeutig belegten, dass Hope die belichteten Glasplatten bewusst manipulierte. Obwohl Price seine Untersuchungen veröffentlichte und William Hope damit der bewussten Täuschung überführt war, tat dies der Geschäftsidee keinen Abbruch. Bis zu seinem Tod im Jahr 1933 widmete sich Hope weiterhin seinen Geisterfotografien – und auch die Kunden blieben nicht aus. … “ | Aus: „Geisterfotografie: Spirituelle Erscheinungen der Jahrhundertwende“, Kurt Tutschek (31. Oktober 2017), Quelle: https://derstandard.at/2000066829687/Geisterfotografie-Spirituelle-Erscheinungen-der-Jahrhundertwende | William Hope (paranormal investigator) https://en.wikipedia.org/wiki/William_Hope_(paranormal_investigator) | https://en.wikipedia.org/wiki/Harry_Price

NotDarkYet (2017): “ … Geisterfotografie, Esoterik, Religion … Das Äquivalent zur damaligen Geisterfotografie sind die „Geisterjäger“ von heute, die im normalen Rauschen von Digitalkameras bei hohen ISO-Werten die Bilder von Geistern erkennen wollen. …“

“ … „Ich denke, wir haben da eine ziemlich mächtige Technologie“, hat Realeyes-Chef Jed Hellstrom gesagt. Die Verfeinerung der Analyse von Emotionen ermöglicht eine wesentliche Verbesserung der Ansprache durch Social Bots. Auch sind Beeinflussungsversuche über Social Media immer dann besonders wirksam, wenn sie durch echte oder vermeintliche Bekannte und Freunde erfolgen. … Über Twitter und andere Social Media werden schon heute viele falsche Freunde gezeigt, die in Wahrheit künstliche Intelligenzen sind. Sie können sympathische Wesen und Freundschaft vortäuschen, Anteilnahme zeigen, Ratschläge geben und am Ende sich geradezu unentbehrlich machen. Die schlimmsten neuen Gegner jeder Wahrheit werden das Gesicht von guten Freunden haben. … Im Rahmen der Snowden-Affäre ist eine „sozialwissenschaftliche Operationseinheit“ bekannt geworden, die darauf spezialisiert ist, den Ruf Einzelner möglichst gründlich zu ruinieren. Die Grundsätze werden in fünf großen D festgehalten: Deny, Deceive, Disrupt, Degrade und Destroy: Verleugnen, Täuschen, Unterbrechen, Abwerten und Zerstören. Die mit dieser Aufgabe betrauten Agenten (zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens 150 Personen) arbeiten ständig an der Vervollkommnung dieser Strategie. Wenn herzeigbare politische Persönlichkeiten durch eine sorgfältig gewählte Strategie unterstützt werden, in der KIs jede Menge künstlicher guter Freunde mit einem schlauen Nudging-Programm einsetzen [Jeder Mann kennt die Variationen des am häufigsten zitierten Beispiels von Nudging: In Urinalen sind … Fußballtore eingebaut. Das soll die Männer sollen dazu bewegen, ihren Strahl etwas aufmerksamer zu lenken und die hygienischen Verhältnisse zu verbessern.[Q]], wer kann dann überhaupt noch unabhängig vernünftige Entscheidungen treffen? Der Komiker Groucho Marx hat es auf den Punkt gebracht: „Sincerity is the key to success. If you can fake this, you got it.“ Man kann den kommenden politischen Strategien der KIs genau das durchaus zutrauen. (Manfred Drennig, 2.11.2017) … “ | https://derstandard.at/2000067004767/Politik-Algorithmen-statt-Ueberzeugungsarbeit

MrE (01.11.2017): Wenn’s auf facebook steht MUSS es ja die Wahrheit sein ;-)
Budenzauber (01.11.2017): Ich fürchte, dieser Glaube sitzt in der Tat tiefer, als es Sarkasmus auszuloten vermag.

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