[RWF #3… ]

Filmstill 4 Despair 1978
Despair – Eine Reise ins Licht (Rainer Werner Fassbinder, 1978)

// mathiasdeepred (2011): “ … DESPAIR wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit enormen Erwartungen uraufgeführt und erntete eher ernüchternde Kritiken. Auch die Zuschauer zeigten sich nur mäßig beeindruckt von Fassbinders intellektuellem Spiel um Doppelgänger und Spiegel, ein Thema, das ihn seit jeher faszinierte. Umso größer war die Enttäuschung des Regisseurs, der hier erstmals mit Schauspielern vom Kaliber eines Dirk Bogarde zusammen arbeiten konnte. Die ursprünglich drei Stunden lange Version von DESPAIR wurde von Fassbinder und seiner Cutterin Juliane Lorenz in einer Nachtaktion von drei, bzw. zweieinhalb, auf zwei Stunden heruntergekürzt (der im Vorspann angegebene Cutter Franz Walsch ist ein gängiges Fassbinder-Pseudonym). Nach der schwachen Kinoauswertung verschwand DESPAIR in der Versenkung … Bogarde, der DESPAIR als einen seiner wichtigsten Filme bezeichnete und ihn stets gegen jede Kritik verteidigte, spielen wie üblich viele Fassinder-Vertraute wie Volker Spengler, Ingrid Caven, Peter Kern, Adrian Hoven und Hark Bohm. Andrea Ferrèol aus dem „Großen Fressen“ (1973) ist eine hinreißende Lydia. Fassbinders Lebensgefährte Armin Meier spielt gleich drei Rollen – in einem Film-im-Film (eine der besten Sequenzen von DESPAIR, in der Fassbinder den Hollywood-Gangsterfilm der 30er imitiert) gibt er sowohl einen Polizisten als auch dessen Zwillingsbruder, einen Gangster, und dann taucht er noch als Arbeiter in der Schokoladenfabrik auf, quasi als Doppelgänger von zwei Doppelgängern. Das Thema des Doppelgängers, bzw. Stellvertreters, findet sich in unzähligen Fassbinder-Werken und wird hier künstlerisch auf die Spitze getrieben. Viele Kritiker und Zuschauer störten sich an der Tatsache, dass Klaus Löwitsch Bogardes Ebenbild darstellen soll, diesem aber nicht mal annähernd ähnelt. … DESPAIR ist ein sperriger Film …“ | https://deepreds-kino.blogspot.de/2011/11/despair-eine-reise-ins-licht-1978.html

// 000 (am 12. März 2008):“ … Genial spielt Dirk Bogarde den in den Wahnsinn hinübergleitenden Herman Herman. Diese Entwicklung spielt sich zum größten Teil in Bogardes Gesicht ab und in den Monologen über seine russische Mutter, die er in einer Szene als Person mit fettem wabbeligen Gesicht, dann wieder als wunderschöne Frau, die vor dem Zaren tanzte, beschreibt. Sie belegen seinen Realitätsverlust. Aus Angst vor der Realität- drohender Konkurs seiner Schokoladenfabrik, seine einfältige Ehefrau betrügt ihn vor seinen Augen mit ihrem Cousin, der sich wiederum bei ihm durchschlaucht und aufgeschreckt durch den aufkommenden Nationalsozialismus und die ersten Gewalttaten gegen Juden, die er von einem Straßencafé in Berlin aus beobachtet, flüchtet er sich in eine irreale Welt und in eine neue Identität. Beeindruckend ist auch Andrea Feréol als nymphomanische und einfältige Ehefrau. Der Film ist nicht einfach zu verstehen, man muss ihn daher mehrfach sehen …“ | https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/RYDR1LH2J4NOV/ref=cm_cr_dp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B00004RRPS

lemonhorse / 13 September 2017 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text
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