[Zur Dopaminmaschine #1… ]

Christian Stöcker (11.02.2018 ): “ … Der Algorithmus optimiert das Angebot für maximale Sehdauer, „nicht für das, was wahr, ausgewogen oder gut für die Demokratie ist“, so der ehemalige Entwickler. … Bei YouTube laufen Videos über Selbstmordattentäter gut, Horrorversionen von Kinder-Cartoons, Verschwörungstheorien. All das, was man Facebook seit der US-Wahl vorgeworfen hat, trifft auf YouTube mindestens ebenso zu – was daran liegt, dass beide Plattformen von Algorithmen sortiert werden, die auf „Engagement“ hin optimieren. Dabei werden verhaltenspsychologische Methoden eingesetzt, die Interaktion ohne Denken möglichst einfach machen sollen. … Natürlich gibt es schon lange Medien, denen es primär um Reichweite geht – eine der ersten Billigzeitungen der USA im 19. Jahrhundert machte Auflage mit erfundenen Geschichten über dauergeile Mondwesen. Damals aber mussten Verleger noch raten, welches Gift dem Publikum besonders gut schmecken würde. Heute macht man das empirisch, mit globalen Maschinen, die aus einem ständig wachsenden, kostenlosen Fundus an Schrott und Horror die messbar quotenträchtigsten Häppchen heraussuchen und automatisch servieren. … Auf den Hinweis, dass der Empfehlungsalgorithmus offenbar Trump gegenüber Clinton bevorzugte, antwortete eine YouTube-Sprecherin dem „Guardian“, das reflektiere eben „das Zuschauerinteresse“. …“ | http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/youtube-facebook-co-sehend-ins-verderben-kolumne-a-1192615.html

clausde (11.02.2018):“ … Machen wir nicht einen gedanklichen Fehler wenn wir Klicks mit zustimmenden Interesse gleichsetzen? Ich schaue mir durchaus Videos z.B. über Flat Earther an. Aber nicht weil ich nicht wüsste, dass unser Planet ein Geodit ist, sondern weil mich interessiert welcher Typ Mensch dahinter steckt der an solche Dinge glaubt. Welche Argumente verwendet werden, wie solche manipulativen Videos aufgebaut sind usw. usw. Und das mache ich auch bei anderen völlig abstrusen Themen. Ich bin sicher nicht der Einzige der sich ab und an die Zeit nimmt, die verrückten digitalen Auswüchse der Menschheit kritsch anzusehen. Ein großer Teil unserer digitalen Welt wird durch Werbung finanziert. Was Werbung kosten soll entscheidet die Reichweite des Mediums. Eine Messgröße im Netz sind die Anzahl der Klicks und der Verbleib auf dem Medium. Und genau diese Daten sind für den Grund des Interesses des Nutzers, nicht ausschlaggebend. Anders ausgedrückt: Fahre ich von A nach B nutze ich z.B. eine Autobahn genau wie viele andere Autofahrer. Was wir gemeinsam haben ist die Nutzung der Autobahn. Was wir nicht gemeinsam haben ist das Ziel und der Grund der Nutzung. In der digitalen Welt meinen wir zu erkennen, welche Ausfahrt jemand nimmt (Nutzung des Inhaltes), welches Ziel er ansteuert. Das ist unser Trugschluß. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-1.html#postbit_62540122

kaic (11.02.2018): “ … der Medienkonsum soll kontrolliert werden? – Der Autor drückt den Wunsch nach Inhaltskontrolle zwar nicht aus, impliziert das aber deutlich. Der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen ist, dass Erwachsene nun mal eigenverantwortlich handeln, auch wann manchen das nicht passt. Dem Wortlaut des Autors folgend, währe es ‚Demokratie‘ förderlich wenn einige Eliten die Hand auf den veröffentlichten Inhalten hätte, wie es bei Rundfunk und Print der Fall ist. Zu deren Leidwesen findet man bei YouTube und Co auch fundierte Analysen und Informationen über Lobbyismus, representative ‚Demokratie‘ und den miesen Filz zwischen Regierung/Konzernen/Medien. Schon allein Horror und „Verschwörungstheorie“ in einem Satz zu nennen belegt die Intention dieses Artikels eindeutig. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-1.html#postbit_62540374

oidahund (11.02.2018): “ … YouTube und der ganze Content (Nützliches und auch „Schmarrn“) sind Ausgruck einer freien Gesellschaft! Wer an VT glauben will, der soll es doch tun – war an Götter glaubt, der soll es tun […] wer die eine freie Gesellschaft abschaffen will, der will die Informationen kontrollieren, die der Gesellschaft zur Verfügung stehen. […] Wer sein Gehirn mit Müll füttern will, der findet überall davon genug: entsprechende Zeitschriften und Bücher, Fernsehen und auch im Internet (egal ob video-Plattform oder Websites). Dagegen hilft nur, auch wenn es mühsam ist, Auklärung. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-2.html#postbit_62542019

Anthropos (11.02.2018): “ … Ein erster Hinweis auf diese Gefahr ist das merkwürdig befremdende Gefühl, das einen zunehmend häufig überkommt, wenn man in einem öffentlichen Raum (Ubahn, Café) die in unbeirrbarer Faszination massenhaft auf ihre Bildschirme starrenden Leute sieht. Die Begründung für dieses Potenzial liefert der Autor eigentlich gleich mit: Anders als jedes andere Suchtmittel stellen sich die genannten Medien individuell auf ihre Nutzer ein. Je länger der Nutzer es gebraucht, desto passender werden die Trigger. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-3.html#postbit_62543916

Smartphone wirkt auf Kinder wie eine Droge (2. Oktober 2015 ):“ … Vor allem die Rasanz der Entwicklung beeindruckt Vorderer. „Innerhalb weniger Jahre hat es einen wahnsinnigen Schub gegeben“, sagt er. Das Smartphone habe inzwischen alle Lebensbereiche erfasst. Selbst beim romantischen Dinner liege das Gerät auf dem Tisch, manche nehmen das Smartphone mit ins Bett, morgens ist es das erste, mit dem sich sein Besitzer befasst. … „Wir haben eine dynamische neue Technologie mit großen Auswirkungen auf den Alltag, aber wissen noch nicht, wie wir uns dazu verhalten sollen“, so Vorderer. …“ | http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/news/smartphone-wirkt-auf-kinder-wie-eine-droge-aid-1.5438402

Alexander Markowetz (15. September 2015): “ … Uns wird langsam bewusst, was wir da eigentlich tun. Als wir letztes Jahr unser Menthal-Projekt gestartet haben, gab es ein riesiges Interesse daran. Das hat gezeigt: Es gibt ein Unwohlsein in der Gesellschaft, das sich aufgestaut hat. Die Leute wollen über dieses Thema reden. Man muss ihnen gar nicht sagen: „Ihr habt da ein Problem“ – das ist ihnen längst klar. … Dieser „Homo Digitalis“, der den Großteil seiner Funktionalitäten durch digitale Medien abwickelt, ist bei den 17- bis 25-Jährigen der Standard. … Apps wie beispielsweise Tinder machen uns abhängig. Wir bekommen immer wieder neue Gesichter zur Bewertung angeboten. Mal hübsche, mal hässliche. Das lässt uns immer weitermachen, weil wir immer wieder einen neuen Überraschungsmoment erleben wollen. Dieser Dopaminschub treibt uns an. … Tinder ist de facto ein Glücksspielautomat. Es geht schließlich noch nicht mal darum, dass man sich hinterher trifft. Und indem Tinder Ihnen immer nur eine bestimmte Zahl an Frauen anzeigt, werden Sie immer wieder aufs Neue in die App gelockt. Das wird zu einem unterbewussten Automatismus. Bei einem News-Junkie ist es dasselbe: Er geht immer wieder in Nachrichten-Apps, um zu schauen, was es Neues gibt. Würde er die News hingegen schon morgens komplett als PDF bekommen, würde er sich nicht dafür interessieren. Es geht ihm also gar nicht um die Nachrichten als solche, sondern nur darum, seine Dopaminmaschine irgendwie am Laufen zu halten. Und darauf setzen alle diese Apps. … Ich glaube, dass es zum Beispiel in Partnerschaften oder unter besten Freunden extrem sinnvoll ist, darüber nachzudenken, wie man kommunizieren will. … Das Zentrale an dieser gesamten Digitalisierung ist doch: Die Digitalisierung ist keine einmalige Revolution, die irgendwann vorbei ist und an deren Ende man irgendwann angekommen ist, sondern sie frisst alle fünf Jahre ihre Kinder. Wir müssen lernen, mit diesem Wandel umzugehen. Und dieser Wandel wird im Zweifelsfall immer noch schneller und radikaler. … “ | https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/wenn-das-handy-den-alltag-bestimmt-die-neue-droge-heisst-smartphone-1.1180011 (‚Wenn das Handy den Alltag bestimmt: Die neue Droge heißt Smartphone‘, Tobias Goltz (15. September 2015))

Simon Hurtz (14. Februar 2018): “ … In seinem Song „Ten Crack Commandments“ stellt Rapper Notorious B.I.G. zehn Regeln für Drogendealer auf. Tipp Nummer vier: „Never get high on your own supply!“ Lass ja die Finger von dem Zeug, das du verkaufst! … Risiken und Nebenwirkungen von Smartphones und sozialen Medien sind weniger offensichtlich. Doch [ ] im Silicon Valley regt sich Widerstand, und er wird immer stärker. Anfang Februar riefen etliche prominente Tech-Entwickler das Center for Humane Technology ins Leben. „Technologie nimmt unseren Verstand und die Gesellschaft in Geiselhaft“, warnen die Gründer. … Harris spart nicht an drastischen Vergleichen: Moderne Technologien … [wie] Facebook, Youtube und Snapchat löse[n] eine „Erosion menschlichen Denkens“ aus. Die Abhängigkeit der Nutzer von ihren Geräten und Apps sei das „drängendste Problem der Gegenwart“, das zwischenmenschliche Beziehungen und sogar die Demokratie schädige. … Facebook und Instagram nutzten die Verletzlichkeit der menschlichen Psyche gezielt aus. … Justin Rosenstein … vergleicht Snapchat mit Heroin … Das sehnsüchtige Warten auf Facebook-Likes nennt er ein „Pseudo-Vergnügen“, ebenso oberflächlich wie verführerisch. Das ist bemerkenswert, denn Rosenstein hat den Like-Button 2007 miterfunden. „Es kommt oft vor, dass Menschen mit den besten Absichten Dinge erfinden, die später negative Auswirkungen haben“, sagte er dem Guardian. Seine frühere Kollegin Leah Perlman, ebenfalls an der Entwicklung des Like-Buttons beteiligt, nutzt mittlerweile eine Browser-Erweiterung, die den Facebook-Newsfeed blockiert. … Sie selbst will den Newsfeed nicht mehr anschauen. Sie sagt: „Ich checke [Facebook] und fühle mich schlecht.“ … Der ehemalige Facebook-Manager Chamath Palihapitiya fühlt „ungeheure Schuld“, weil er mitgeholfen habe, Werkzeuge zu entwickeln, die den sozialen Zusammenhalt zerstörten. Facebooks „Dopamin-getriebene Feedback-Loops zerstören die Grundlagen unserer Gesellschaft“, sagte Palihapitiya auf einer Stanford-Veranstaltung im vergangenen November. … “ | Aus: „Silicon Valley – Liebe Menschheit, es tut uns leid“, Quelle: http://www.sueddeutsche.de/digital/silicon-valley-liebe-menschheit-es-tut-uns-leid-1.3866283

lemonhorse / 15 Februar 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur Theorie der Macht (Wikileaks #16) … ]


“ … Der Papyrus des Cäsar ist der 2015 erschienene, 36. Band der Comicreihe Asterix. Der Papyrus des Cäsar enthält viele Anspielungen auf das Internet, die fortschreitende Digitalisierung, die Veröffentlichungen von WikiLeaks sowie Whistleblower…. Polemix („Kolporteur ohne Grenzen“ als Anspielung auf Reporter ohne Grenzen) ist ein Pastiche des australischen Whistleblowers Julian Assange, dessen „Leaken“ geheimgehaltener Dokumente auf Wikileaks anspielt. Der Name seines Helfers Bigdatha (Anspielung auf Edward Snowden und Chelsea Manning) verweist auf den einschlägigen Computerbegriff Big Data, und als lautmalerisches Wort wird anstelle von „Peng“ oder „Bumm“ u. a. der aus der drahtlosen Kommunikation bekannte Begriff „WLAN“ verwendet (S. 20). Polemix und Bigdatha überlisten u. a. zwei römische Wachmänner mit den sprechenden Namen Datenflus und Antivirus. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Papyrus_des_C%C3%A4sar

Srećko Horvat (05.02.2018): “ … Einmal – es muss im Winter 2015 gewesen sein – flog ich von Paris nach London und brachte [Julian Assange] das neueste Asterix-und-Obelix-Heft Der Papyrus des Cäsar mit. In dem Band geht es um Zensur und den Kampf um Informationen. Der Comicautor schuf somit einen Charakter, der von Assange inspiriert ist und ihm ähnelt.
Als er das kleine Geschenk entgegennahm, glänzten Julians Augen. Auf die Frage, wie er es finde, zum Comic-Charakter geworden zu sein, antwortete er: „In einem Asterix-Heft zu erscheinen, das ist besser, als den Nobelpreis zu erhalten. Es gibt mehr Nobelpreis-Gewinner als Leute, die in einem Asterix-Heft vorkommen.“
Genau diese charakteristische Antwort und Asterix können uns dabei helfen, Wikileaks besser zu verstehen. In der Comicreihe wird ganz Gallien vom Römischen Reich beherrscht, nur nicht ein kleines Dorf in der heutigen Bretagne, dessen Bewohner ein Zaubertrank unbesiegbar macht. Ganz ähnlich ist Wikileaks eine winzige Organisation, die seit Jahren die schmutzigen Geheimnisse der führenden Mächte der Welt von den USA bis Russland, von Saudi-Arabien bis Syrien, von der EU bis zu Google veröffentlicht.
Was ist der „Zaubertrank“ von Wikileaks? „Kryptografie“, sagt Julian Assange, Datenverschlüsselung. Aber in der Realität läuft es nicht immer wie im Comic. Sofort nachdem Wikileaks im November 2010 „Cablegate“ veröffentlicht hatte – zu diesem Zeitpunkt der größte Satz an vertraulichen Daten, der je an die Öffentlichkeit gelangte –, wurde im US-Bundesstaat Virginia eine geheime Grand Jury eingesetzt: eine Instanz, die in einem nicht öffentlichen Verfahren prüft, ob die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise für eine Anklage wegen eines Verbrechens reichen. Die US-Behörden leiteten eine Untersuchung ein und bereiteten die Anklage gegen Assange und Wikileaks vor, während Chelsea Manning im Knast landete.
Genau zu diesem Zeitpunkt wählten Angehörige des Tiefen Staates in den USA ein paar Telefonnummern; schnell brachten sie Visa, Mastercard, Amazon und Paypal dazu, Spenden an Wikileaks zu blockieren. Ähnliches geschah in Bezug auf die Freedom of Press Foundation, eine Stiftung, die vor allem als Reaktion auf die Bankenblockade gegen Wikileaks gegründet worden war und die vor Kurzem aufgehört hat, Spenden abzuwickeln. Wenn der CIA-Chef jemanden als „feindliche nicht staatliche Organisation“ behandelt, nachdem Hillary Clinton, Joseph Biden und andere ihn als „Terroristen“ bezeichnet haben und es sogar Stimmen gibt, die fordern, ihn durch eine Drohne zu töten, dann ist offensichtlich, warum Julian Assange nicht einmal das elementare Recht auf Gesundheitsversorgung gewährt wird.
… Die britischen Behörden weigern sich, zu beantworten, ob es einen Auslieferungsantrag der USA gibt. Als die Journalistin Stefania Maurizi jüngst beantragte, Dokumente in Zusammenhang mit Assange und dessen Auslieferung freizugeben, gab die britische Staatsanwaltschaft sogar zu, wichtige E-Mails in dieser Angelegenheit vernichtet zu haben. Am Ende stehen wir wieder ganz am Anfang. Nach all den Jahren, inklusive des schwedischen „Ermittlungsverfahrens“ – es war niemals eine Anklage – und der Dämonisierung von Wikileaks, kommen wir auf den wahren Grund dafür zurück, dass Julian so lange in der ecuadorianischen Botschaft ausharren musste. Der Grund ist ganz einfach: Das Imperium wird diese kleine Gruppe Gallier niemals tolerieren. … “ | Quelle: https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/an-einem-ort-ohne-zeit

reziplikativ (06.02.2018): “ … Jemand muss nicht ständig hilfreich, edel und gut sein, kann aber dennoch einen historischen Verdienst erlangen. Julian Assange ist sicher kein Aufklärer mit den Sympathiewerten eines Daniel Ellsberg oder Edward Snowden. Es schmälert nicht seine Leistung. In ungeahnten Dimensionen hat er für einen kleinen Moment mit seiner Enthüllungsplattform den Vorhang gelüftet und das skrupellose Agieren von Staaten, Regierungen und Geheimdiensten […] allen denkenden Menschen sichtbar gemacht. Was politisch interessierte Bürger längst wussten, viele weltweit am eigenen Leib erfuhren, wurde nun sogar greifbar und dokumentiert. Assange lebt seither mit zwei Tragödien. Ein normales Leben ist bis zum Ende seiner Tage vorbei. Die Perspektive dieses Lebens liegt wohl eher bei einem geschickten Geheimdiensttod oder einem tragischen Unfall als im friedlichen Sterben an Altersschwäche. Die zweite Tragödie ist die völlige Gleichgültigkeit einer breiten Mehrheit der Bevölkerung. Dieser große Teil will nicht aufgeklärt werden, schätzt eher die profane Teilhabe an der „Brot und Spiele Welt“, möchte sich lieber zwischen Hollywood, Dschungelcamp, billigem Bier und Coca nebst Fast Food weiter einlullen lassen. Der Spaßfaktor wird wesentlich höher geschätzt als Freiheit, Selbstachtung oder Schutz der Privatsphäre. Gemeinsam hat Assange mit Ellsberg und Snowden die finale Folgenlosigkeit seines Tuns. … “ | Ein Kommentar von reziplikativ zu: https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/an-einem-ort-ohne-zeit

Nachtrag #1
Jonathan Cook (February 12th, 2018): “ … Behind the scenes, Sweden wanted to drop the extradition case against Assange back in 2013. Why was this not made public? Because Britain persuaded Sweden to pretend that they still wished to pursue the case. In other words, for more than four years Assange has been holed up in a tiny room, policed at great cost to British taxpayers, not because of any allegations in Sweden but because the British authorities wanted him to remain there. On what possible grounds could that be, one has to wonder? … And yet the UK continues to ignore its obligation to allow Assange his freedom to leave. So far there has been zero debate in the British corporate media about this fundamental violation of his rights. …“ | https://dissidentvoice.org/2018/02/the-uks-hidden-role-in-assanges-detention/

„Sweden tried to drop Assange extradition in 2013, CPS emails show“
Owen Bowcott and Ewen MacAskill (Sun 11 Feb 2018)
https://www.theguardian.com/media/2018/feb/11/sweden-tried-to-drop-assange-extradition-in-2013-cps-emails-show

„UK prosecutors admit destroying key emails in Julian Assange case“
Ewen MacAskill and Owen Bowcott (Last modified on Mon 27 Nov 2017 13.59 GMT)
https://www.theguardian.com/media/2017/nov/10/uk-prosecutors-admit-destroying-key-emails-from-julian-assange-case

lemonhorse / 6 Februar 2018 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Robert Parry (1949-2018)… ]

Presentation of the I.F. Stone Medal for Journalistic Independence at the Nieman Foundation for Journalism at Harvard on October 22, 2015., Conversation between Robert Parry and Tom Ashbrook, NF ’96 and host of NPR’s “On Point”

Robert Parry (* 24. Juni 1949 in Hartford, Connecticut; † 27. Januar 2018) war ein US-amerikanischer Investigativjournalist, der in den Vereinigten Staaten vor allem Mitte der 1980er-Jahre durch seine Arbeiten zur Iran-Contra-Affäre für Associated Press und Newsweek bekannt wurde. Während des Contra-Kriegs in Nicaragua deckte er das CIA-Handbuch Psychological Operations in Guerrilla Warfare auf und war an der Aufdeckung des vom CIA geduldeten Drogenschmuggels beteiligt. 1984 erhielt er den George Polk Award in der Sparte „Nationale Berichterstattung“. Nachdem Parry seine letzte Anstellung bei einem Nachrichtenmagazin im Jahr 1990 verlassen hatte, wurde er 1995 selbständiger Herausgeber des Onlinemagazins Consortiumnews.com. … Parry selber erklärte, … „die Iran-Contra-Berichterstattung sei [ ] zuerst [ ] als Verschwörungstheorie abgelehnt worden“. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Parry_(Journalist)

Die Iran-Contra-Affäre, in Anlehnung an die Watergate-Affäre auch Irangate genannt, war ein politischer Skandal während der Amtszeit von US-Präsident Ronald Reagan. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Iran-Contra-Aff%C3%A4re

lemonhorse / 30 Januar 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Kriegsschauplätze #30… ]

“ … Im Bereich von Literatur und Film bezeichnet Mehrfachkodierung das Ineinanderschieben von mehreren Genres und deren Wert- und Bedeutungsebenen. Beispielsweise kann ein wissenschaftliches Thema auch in Form eines Krimis oder eines Comics dargestellt werden. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrfachkodierung (10. November 2017)

Paul Verhoeven, director (23.01.2018): “ … Robert Heinlein’s original 1959 science-fiction novel was militaristic, if not fascistic. So I decided to make a movie about fascists who aren’t aware of their fascism. … It’s an idiotic story: young people go to fight bugs. So I felt the human characters should have a comic-book look. Mark Wahlberg and Matt Damon auditioned, but I was looking for the prototype of blond, white and arrogant, and Casper Van Dien was so close to the images I remembered from Leni Riefenstahl’s films. I borrowed from Triumph of the Will in the parody propaganda reel that opens the film, too. I was using Riefenstahl to point out, or so I thought, that these heroes and heroines were straight out of Nazi propaganda. No one saw it at the time. … With a title like Starship Troopers, people were expecting a new Star Wars. They got that, but not really: it stuck in your throat. It said: “Here are your heroes and your heroines, but by the way – they’re fascists.” …“ | From: „How we made Starship Troopers“ – Interview by Phil Hoad, https://www.theguardian.com/culture/2018/jan/22/how-we-made-starship-troopers-paul-verhoeven-nazis-leni-riefenstahl // –> https://de.wikipedia.org/wiki/Starship_Troopers_(Film) “ … Starship Troopers ist ein amerikanischer Military-Science-Fiction-Actionfilm des Regisseurs Paul Verhoeven aus dem Jahr 1997, der lose auf dem gleichnamigen Roman von Robert A. Heinlein basiert. … Der Film wurde von Verhoeven nach eigener Aussage als Satire auf den Faschismus und Militarismus konzipiert. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (heute Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) indizierte den Film 1999 aufgrund der Gewaltdarstellungen und des von ihr als pro-militaristisch interpretierten Inhalts. … Calum Marsh dagegen bezeichnete Starship Troopers in einem 2013 erschienenen Artikel in The Atlantic als einen der meistmissverstandenen Filme aller Zeiten und versucht anhand neuerer Rezeptionen zu belegen, dass sein subversiver Humor erst nach und nach verstanden werden würde. Der Film kritisiere „den militärisch-industriellen Komplex, den Hurra-Patriotismus der amerikanischen Außenpolitik und eine Kultur, die reaktionäre Gewalt Sensibilität und Vernunft“ vorziehe. …“ (13. November 2017)

ULRICH BRIELER (8.5.2001): “ … Keine physische Praxis ohne kulturelle Imprägnierung, keine Handlung ohne (Be-)Deutung, so könnte man den theoretischen Extrakt dieser Geschichte einer Rationalität des Tötens zusammenfassen. In jeden Akt der Tötung geht eine ganze Gesellschaft samt ihren Weltbildern ein: nicht mehr, aber auch nicht weniger. …“ | Aus: „„Hat er aber gemordet, so muss er sterben!““ (8.5.2001), https://www.taz.de/!1173969/

TRI-OGENES (25.01.2018): “ … Ist Reflexion im Rahmen dieser absolut pervertierten Kultur, für die der unmündige Mensch verantwortlich zeichnet, vielleicht eine Möglichkeit daran etwas zu verändern? …“ | http://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/01/wert-menschen-gedankenexperiment-summe?page=17#comments

Andrea Dernbach (24.01.2018): “ … Auf die Überzeugungskraft der Phrasen, mit denen ihre Pressestelle den Skandal abzudimmen sucht, scheinen selbst die Wirtschaftsminister nicht mehr zu vertrauen. Die beiden letzten Jahre haben der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und nach ihm Brigitte Zypries die deutschen Rüstungsexportzahlen schon nicht mehr selbst erläutert. Oder: gebeichtet. Als „verantwortungsvoll und restriktiv“ lobte man sich, als die Zahl 2016 vom Allzeithoch 2015 etwas fiel. Auch jetzt heißt es im SPD-geführten Ministerium unter Verwendung des alten Sprechzettels, die deutsche Rüstungspolitik sei „engmaschig und restriktiv“ – weil es 2017 eine kleine Abwärtsbewegung gab. Allerdings nur für die Rüstungsexporte an Nato-Partner, aber auch die sind, Stichwort Türkei, nicht unproblematisch. Und die heiklen Exporte an Drittländer, die teils Krieg führen, an etliche Aggressoren und Diktatoren, sind gestiegen. …“ | Quelle: http://www.tagesspiegel.de/meinung/ruestungsexporte-soll-die-welt-in-deutsche-gewehrlaeufe-schauen/20883270.html

Babsack 24.01.2018, 20:39 Uhr: “ … Soll die Welt in deutsche Gewehrläufe schauen?
Quizfrage: Vor wieviel Jahrzehnten hätte man diese Frage ernsthaft stellen dürfen, ohne ausgelacht zu werden? … “

Sunnus 24.01.2018, 20:24 Uhr: “ … Da haben die Linkspopulisten ja wieder ein Thema aus der Mottenkiste geholt. Gähn. …“

LeoBerlin 24.01.2018, 22:44 Uhr – Antwort auf den Beitrag von Sunnus 24.01.2018, 20:24 Uhr: “ … Tja, wenn Ihnen egal ist, was Despoten mit Waffen aus Deutschland anstellen, dann können Sie auch bei anderen Themen, die Ethik und Moral betreffen, in der Deckung bleiben. …“

Humpenproletarier 24.01.2018, 21:44 Uhr: “ … Ist doch eine scheinheilige Debatte! Wenn Deutsche keine Waffen liefern, dann tun es die Russen/Amis/Franzosen/Briten usw. Tun die es auch nicht, dann baut man sich die Dinger halt selbst. Ist man dazu zu dumm, auch Steine und Knüppel reichen um Menschen zu ermorden. Hat Jahrzehntausende blenden funktioniert. …“

egal69 25.01.2018, 08:52 Uhr, Antwort auf den Beitrag von Humpenproletarier 24.01.2018, 21:44 Uhr: “ … Wenn Deutsche keine Waffen liefern, dann tun es die Russen/Amis/Franzosen/Briten usw. – Nach Ihrer „Logik“ könnte sich jeder Heroindealer ab sofort mit diesem „Argument“ vor Gericht verteidigen. „Wenn ich den Stoff nicht an die Süchtigen verkaufe, tut es halt ein anderer“ …“

AdeleSandrock 24.01.2018, 21:40 Uhr – Antwort auf den Beitrag von provinzler 24.01.2018, 20:34 Uhr: “ … Und wenn Deutschland den gesamten Waffenexport stoppen und die Waffenindustrie einstampfen würde, gäbe es nicht einen Krieg und nicht einen Kriegstoten weniger. Fluchtursachen kann man nicht dadurch bekämpfen, daß ein Land keine Waffen mehr liefert, es springt sofort der nächste Liferant ein und den bekriegten Menschen, wird es völlig egal sein, ob sie in deutsche oder russische Gewehrläufe schauen, an ihrer Situation und dem willen dieser zu entfliehen, wird sich dadurch nichts ändern. Um die Armut und die inneren Konflikte in den Kriegsregionen zu bekämpfen, bedarf es politischer und ökonomischer Lösungen, hierfür sollten die Staaten Geld und know-how zur Verfügung stellen, und zwar zuallererst für solche Länder, die kein Geld für Rüstungsankäufe verschwenden. …“

hammerling 24.01.2018, 22:48 Uhr – Antwort auf den Beitrag von mawi 24.01.2018, 19:48 Uhr: “ … Ja, und? Es sollen lieber unsere Waffen töten, weil dann ein paar Arbeiter davon leben und Politiker ihre Wahlkreise gewinnen können? … Apropos: Sie überlassen Ihrer Tochter oder Enkelin die Streichholzschachtel zum Spielen, damit es bloß nicht andere tun? Es stärkt ja schließlich den deutschen Streichholzumsatz und rettet so Arbeitsplätze, nicht wahr? …“

bergmann61 24.01.2018, 19:14 Uhr: “ … Soll die Welt in deutsche Gewehrläufe schauen? – Das macht die Welt bereits! …“

Rubinstein 24.01.2018, 19:24 Uhr: “ … Der Rest der Welt mag ruhig in deutsche Gewehrläufe schauen – Was für eine Perfidie. Mit deutschen Waffen werden Menschen bedroht, gemetzelt, die Überlebenden flüchten dann nach Deutschland. Die Wirtschaft blüht wie nie. …“

Waffen im Jemen-Krieg Wie die SPD den Exportstopp erzwang“ (19.01.2018 15:25 Uhr): “ … Jahrelang wurde über Rüstungsexporte an Staaten wie Saudi Arabien oder Katar gestritten. Nun haben sich Union und SPD bei den Sondierungen auf ein sofortiges Verbot geeinigt – eine folgenreiche Kehrtwende. …“ | https://www.tagesschau.de/inland/ruestungsexportstopp-101.html

Am 19. Januar 2018 um 08:33 von Didib57: “ … Hört sich gut an – Wird aber Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall nicht weh tun. Mittlerweile wurden einige Rüstungsfabriken exportiert, mit dem Tod lässt sich Geld mit verdienen, und alle haben zugeschaut. …“

Am 19. Januar 2018 um 08:16 von Jörg Sameisky: “ … dass ist eine Schande, dass eine „christliche“ Union dazu von der SPD gezwungen werden muss. Ich hoffe die Gewerkschaften vermasseln es nicht. Wenn ich mich jedoch an deren Reaktion auf den Lieferstopp von Rüstungsgütern an Russland nach der Krimbesetzung erinnere bin ich mir da keinesfalls sicher. Das Argument Arbeitsplätze kann doch nicht alles rechtfertigen. …“

Am 19. Januar 2018 um 08:24 von achtmalklug: “ … ach, das Gutmenschentum, das ist schon ziemlich unpopulär. Das nervt! immer dieser erhobene Zeigefinger! Sei es, wenn es um Atomstrom geht, um bequeme Lösungen in der Flüchtlingsproblematik, oder darum wie findige deutsche Firmen im Ausland an kostengünstige Ressourcen oder Arbeitskräfte kommen. Sofort kommen diese Gutmenschen, und jammern über Umweltverschmutzung, das Verursacherprinzip, Solidarität oder Menschenrechte. Man kann nichtmal mehr in Ruhe Waffen in Krisengebiete exportieren. …“

lemonhorse / 25 Januar 2018 / Cinema.Exposure, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur Ontologie des nicht Seienden #18… ]

// Oder ‚Das Abwesende im Anwesenden‘ (‚Welten in Welten‘)

TB-303 #1 Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/ee
M.Antonius: #11 Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/ee
Jose16 #11.1 Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde bereits entfernt.
löwe42 #16 Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich und differenziert. Danke, die Redaktion/ee
gruger #16.1 Ich bitte Sie! Machen Sie „Prostituierte“ nicht schlecht!

Quelle (23. Januar 2018):
http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-01/syrien-afrin-ruestungsexporte-tuerkei-armee

lemonhorse / 23 Januar 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Teilweise wahnhafte Züge #2… ]

Das Korbstudio, 17.01.2018: “ … „Verzeihen Sie,..“ flüsterte ich in mein Handy, das am Tisch vor mir lag. „Darf ich kurz telefonieren?“ Das Display ging an, und durch den Lautsprecher hörte ich eine Stimme mit russischem Akzent : “ Privet Sebastian, wir geben die Leitung jetzt frei und haben schon für Dich gewählt.“ Plötzlich meldete sich Alexa mit ihrer sanften Stimme über den Wohnzimmer-Lautsprecher: „Ok, ich kann das auch für dich tun.“. Dann meldete sich Siri aus der Küche. „Halt Dich von Vlad fern, Du alte Schlampe“ – Ich bin dann zu meiner Mutter telefonieren gegangen. Sie hat Festnetz. …“ | Kommentar zu: „Android-Staatstrojaner mit bisher ungekannten Möglichkeiten aufgeflogen“ Andreas Proschofsky (17. Jänner 2018), https://derstandard.at/2000072440989/Android-Staatstrojaner-mit-bisher-ungekannten-Moeglichkeiten-aufgeflogen

Nachtrag #1:

Edward Snowden: “ … Here’s the (new) report describing how NSA is laying the groundwork to track people down through the microphones around us every day (your phone calls, a friend’s laptop, the phone next to you on the train, that Amazon Echo on the shelf…) …“ https://twitter.com/Snowden/status/954442324150575104 (11:55 – 19. Jan. 2018) – Ava Kofman (January 19 2018): “ … Americans most regularly encounter this technology, known as speaker recognition, or speaker identification, when they wake up Amazon’s Alexa or call their bank. But a decade before voice commands like “Hello Siri” and “OK Google” became common household phrases, the NSA was using speaker recognition to monitor terrorists, politicians, drug lords, spies, and even agency employees. The technology works by analyzing the physical and behavioral features that make each person’s voice distinctive, such as the pitch, shape of the mouth, and length of the larynx. An algorithm then creates a dynamic computer model of the individual’s vocal characteristics. This is what’s popularly referred to as a “voiceprint.” … A former defense intelligence official, who spoke to The Intercept on the condition of anonymity because they were not authorized to discuss classified material, believes the technology’s low profile is not an accident. “The government avoids discussing this technology because it raises serious questions they would prefer not to answer,” the official said. “This is a critical piece of what has happened to us and our rights since 9/11.” For the technology to work, the official noted, “you don’t need to do anything else but open your mouth.” …“ | From: „Finding Your Voice – Forget About Siri and Alexa — When It Comes to Voice Identification“ https://theintercept.com/2018/01/19/voice-recognition-technology-nsa/

TeameZazzu, 20.1.2018: „But the EFF’s Jamie Williams pointed out that the NSA would not necessarily have to collect recordings of Americans to make American voiceprints, since private corporations constantly record us….“

Alex, 20.1.2018: „It’s like Will Smith’s 1998 movie „Enemy of the State“ on steroids.“

Nachtrag #2:

ZON (11. Januar 2018): “ … Die NSA greift damit Nutzerdaten von Google, Facebook, Microsoft, Apple und weiteren Unternehmen ab. Diese Praxis erfuhr wegen der Enthüllungen von Edward Snowden über die NSA größere Aufmerksamkeit. Abschnitt 702 wird aber auch auf das Anzapfen von Glasfaserkabeln angewandt, also auf die anlasslose Massenüberwachung von Internetnutzern. …“ | Aus: „Repräsentantenhaus verlängert umstrittenes Überwachungsprogramm“ (11. Januar 2018), http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-01/washington-ueberwachungsgesetz-us-geheimdienst-verlaengerung

Nachtrag #3:

Eike Kühl (19. Januar 2018): “ … Doch angesichts der Tatsache, dass digitale Assistenten in den vergangenen beiden Jahren eine der vielleicht erfolgreichste technologische Entwicklung im Consumerbereich waren und sich mittlerweile in zig Millionen Haushalten und Hosentaschen befinden, darf man zumindest fragen: Wie viel Persönlichkeit darf – oder soll – ein solcher Assistent eigentlich haben? – Für Alexa gebe es dafür unter den fast 5.000 Mitarbeitern ein eigenes „Persönlichkeitsteam“, sagte die Amazon-Managerin Heather Zorn im Gespräch mit Refinery29. Die Mitarbeiter sähen Alexa selbst als eine „sie“ und diese Tatsache beeinflusse auch ihre Antworten. …“ | http://www.zeit.de/digital/internet/2018-01/sprachassistenten-alexa-sexismus-feminismus-sprachsteuerung-ki
hobuk #130 “ … Nennt man Alexa „Schlampe“ kommt also „Das ist aber nicht nett von dir“ und „Darauf antworte ich nicht“. Viel zu nett, ein „Halt’s Maul du sexistisches Arschloch“ nebst Einstellung des Betriebs, hätte wenigstens erzieherische Wirkung. …“
Sir Jack #116 “ … Da freue ich mich doch auf die Ausbaustufe: „Alexa, bestell‘ bitte 10 Steaks und 20 Rostbratwürste für die Gartenparty!“ „Ich bin Veganerin, Du Tiermörder!“ …“
Staatsei Nr.1 #99 “ … „Amazons Sprachassistentin gibt jetzt Widerworte und bezeichnet sich als Feministin.“ Vor nicht all zu langer Zeit reagierte Alexa schon mal mit Schweigen. Z.B. Auf die Frage „Alexa, hört die NSA mit?“ …“
ottto #72 “ … Ich hätte gerne einen Alexander. …“
Tularch #143 “ … Wer ist eigentlich weggetretener der der eine KI sexuell belästigt oder der der sich darüber Gedanken macht und diese feministisch aufrüstet? Schwierig. …“
Gertrud. die Leiter: #69 „Ich finde es schon interessant zu verfolgen, über welche Dinge Menschen diskutieren, die sich freiwillig ihre eigene Wohnung verwanzen.“

lemonhorse / 18 Januar 2018 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Religions-Setzbaukasten #2… ]

Markus Will (25.05.2017): “ … George Lucas hatte als Regisseur 1971 mit „THX 1138“ erste Erfahrungen gemacht und schaffte mit „American Grafitti“ 1973 den Durchbruch. … Dabei ließ er sich von anderen Filmen und Geschichten inspirieren, vor allem dem japanischen Historienfilm „Die verborgene Festung“ von Akira Kurosawa. Dort lieh er sich nicht nur die Figuren aus, die als sich permanent anfrotzelndes Roboterduo in die Kinogeschichte eingehen sollten. Sogar ganze Szenen zeigen deutliche Parallelen … Es sind die großen Märchenmotive, die George Lucas in den Weltraum transportierte: Gut gegen Böse, David gegen Goliath. Er wollte eine Filmwelt erschaffen, in welche man schnell hineinfinden und sich mit den Charakteren identifizieren konnte. George Lucas äußerte sich dazu einmal so: „Vielleicht sollte man Krieg der Sterne in die Kategorie Märchenfilme einreihen? Es ist ein Märchen ohne utopisches Versprechen. Das Drehbuch könnte von den Brüdern Grimm stammen, zeitversetzt um einige Jahrtausende. Die Übertechnisierung im Weltraum mischt sich mit naivem Kinderglauben. Eine Weltraumphantasie im Stil von Edgar Rice Burroughs. Sollte wieder einmal ein Handbuch der Filmgeschichte erscheinen, würde ich ‚Krieg der Sterne‘ gerne als ‚Raumfahrtoper‘ bezeichnet wissen. Bis dahin kann man ihn auch getrost in die Kategorie Western, Abenteuer- oder Piratenfilme einreihen.“ …“ | https://www.heise.de/newsticker/meldung/40-Jahre-Star-Wars-Das-Jubilaeum-der-Macht-3725368.html?artikelseite=all

Carsten Pilger (04.12.2015): “ … [Er ist ein] Freund, Student der Philosophie und Atheist. An Letzterem zweifle ich seit einiger Zeit. Auch hier: Star Wars Episode VII. Seine Begeisterung für den bald im Kino erscheinenden Streifen steigert sich ins Unermessliche, dass er mit Funkeln in den Augen auf Abenden stets die neuesten Details aus Filmvorschauen erzählt. Sichtlich angegriffen reagiert er derzeit auf Witze über seine Krieg-der-Sterne-Manie und gab zuletzt offen selbstironisch zu: Er spüre eine Verletzung seiner religiösen Gefühle. …“ | https://hpd.de/artikel/12500

Wolfgang G. Voegele (24.08.2017): “ … Bei manchen Anthroposophen scheint Endzeitstimmung zu herrschen: „Die Anthroposophie schwindet aus dem Goetheanum und es macht sich eine zunehmende Missachtung Rudolf Steiners breit.“ Eine fundamentalistische Fraktion träumt davon, dass bis dahin in der Dornacher Zentrale der vor 100 Jahren unterbrochenen „Mysterienbetrieb“ wieder aufgenommen wird. Vielleicht unter der Leitung des reinkarnierten Meisters? Es gibt Autoren, die solche Erwartungen nähren. Zander würde hier vermutlich von einer „spannenden“ Entwicklung sprechen. …“ | http://www.themen-der-zeit.de/content/Helmut_Zander_wurde_sechzig.2136.0.html

Björn Hayer (14.11.2015): “ … In vielerlei Hinsicht haben sich Geschichte, Mythen und Philosophien der abendländischen Kultur in dem Epos vereint. Ihm inhärent ist allem voran die Dramaturgie der klassischen Heldenerzählung. … Dem Laserschwert kommt dabei eine hohe symbolische Bedeutung zu. Es erinnert an den Donnerkeil des Zeus, der selbst den eigenen Vater töten muss, um die Herrschaft zu übernehmen. … Luke und Lea verkörpern die Zwillinge Apollon und Artemis, stehen für Liebe, Sühne und die Vereinbarkeit von Gegensätzen. Gegen das sterile Grauen des Imperiums ziehen die Geschwister mithilfe einer bunten Armee aus Menschen, Affen- und Mischwesen zu Felde. Wie üblich gesellen sich zum Helden allerhand Gefährten, darunter der sich vom Söldner zum gemeinschaftsdienlichen Space-Cowboy wandelnde Han Solo oder zahlreiche Phantasie- und Mischwesen. Kurzum: Die Rebellen repräsentieren Vielfalt und Entwicklungsfähigkeit gegenüber einer uniformen Machtelite auf einem architektonisch hohlen Todesstern. … Man könnte noch viele Worte über die psychoanalytische Grundierung oder Nietzsches Machtbegriff verlieren. Was bei allem Über- und Unterbau aber nicht übersehen werden darf, ist die psychologische Tiefenbedeutung. Die galaktischen Weiten des Lucas-Universums sind vor allem eines: ein Abbild unseres Bewusstseins, worin widerstrebende Kräfte, Unmoral und Tugend, Lust und Vernunft in dauerhaftem Wettstreit stehen. …“ | https://www.nzz.ch/feuilleton/kino/erloeserkult-und-dekadenz-1.18646070

Ingo Hoppe (12. Oktober 2016): “ … Es ist kein Geheimnis, dass Lucas seine Kinder auf die Waldorfschule schickte und sich aktiv engagierte, unter anderem als grosszügiger Gönner des Waldorflehrerseminars in Sacramento (USA). Auch wird von zuverlässiger Quelle bezeugt, dass er sich intensiv mit Steiners Schriften befasste. Er wirkte im sogenannten «Raphael-Kreis» mit, wo anthroposophische Themen ausführlich diskutiert wurden. … Einige Philosophen halten Star Wars für den «Mythos unserer Zeit». In Form moderner mythologischer Bilder werde hier das Drama der Gegenwart auf die Leinwand projiziert. … Das passt insofern zur Anthroposophie, als auch sie – sehr vereinfacht – als eine Art «neuer Mythos» aufgefasst werden kann (allerdings mit wissenschaftlichem Anspruch, was freilich nicht unumstritten ist). … Die Polarität des Bösen, repräsentiert durch Jabba und Vader, stimmt bis in die Einzelheiten mit Steiners Lehre über die polaren Wesen Luzifer und Ahriman überein. Jabba ist weich, aufgedunsen, fett. Vader hingegen hart und sklerotisch. Der sinnenfrohe Riesenfrosch Jabba geniesst die Freuden des Lebens und lacht auch gerne mal schallend. Er haust in einer schmutzigen Lasterhöhle, dessen Boden nächtliche Schnapsleichen zieren. Leider gehört auch Grausamkeit zu seinen «Vergnügungen». Der Kontrollfreak Vader hingegen versteht keinen Spass. Pedantisch und freudlos beherrscht er einen blitzblanken Maschinenplaneten, an dem allenfalls ein Hygieneverein Vergnügen finden könnte. … Zentrales Bemühen des Helden angesichts der Polarität des Bösen ist das fortwährende Ringen um das Gleichgewicht zwischen Luzifer und Ahriman. In den ersten Star-Wars-Filmen ist es vor allem der angehende Jedi-Ritter Luke Skywalker, der dieses Ringen repräsentiert. Er ist weder kalt und berechnend wie Vader, noch genusssüchtig wie Jabba. Das hier zum Ausdruck kommende mittlere Prinzip nannte Steiner den «Menschheitsrepräsentanten» bzw. «Christus». An ihm zeige sich die harmonische Ausgeglichenheit zwischen den Extremen. Als Sonnenheld muss er beide Einseitigkeiten in sich selbst besiegen und miteinander versöhnen. Im Film kommt dies dadurch zum Ausdruck, dass Luke sowohl Jabba wie Vader entgegentreten muss. Zwei Kämpfe, die jedoch nicht mit denselben Waffen geführt werden können: «Es gibt nur eine Macht», erklärt Steiner, «vor der sich Luzifer zurückzieht: das ist die Moralität. Das ist etwas, was den Luzifer brennt wie das furchtbarste Feuer. Und es gibt kein anderes Mittel, welches dem Ahriman entgegenwirkt, als an der Geisteswissenschaft geschulte Urteilskraft und Unterscheidungsvermögen. Denn was wir uns auf der Erde als gesunde Urteilskraft aneignen, das ist etwas, was Ahriman furchtbar flieht.» – Star Wars bringt dieses Konzept sinnbildlich zum Ausdruck: In Jabbas Lasterhöhle erscheint Luke im Mönchsgewand, ein Symbol für Moralität. Gegen Darth Vader hingegen kämpft er mit dem Lichtschwert, ein Sinnbild für denkendes «Unterscheidungsvermögen». Wie der messerscharfe Verstand scheidet es richtige von falschen Begriffen und erleuchtet wie das «Licht der Vernunft» die Finsternis des dunklen Ahriman. …“ | http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/krieg-der-goetter.html

lemonhorse / 12 Dezember 2017 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #64 … ]

Malte Lehming (04.12.2017): “ … Im Buch „Phaidros“ von Platon wird ein fiktives Gespräch wiedergegeben zwischen Sokrates und dessen Freund Phaidros. Es geht um die Frage, ob die Liebesleidenschaft eine gute oder schlechte Voraussetzung für eine Freundschaft sei. Phaidros verliest eine Schrift des Redenschreibers Lysias, der gegen die erotische Begierde als Grundlage für eine dauerhafte Freundschaft plädiert. Denn die Leidenschaft erkaltet eines Tages, und dann bereut man womöglich die Wohltaten, die man dem Geliebten erwiesen hat. Besser sei es, einen Freund aus freiem Entschluss zu wählen, ohne von einem starken Gefühl gesteuert zu werden. Zunächst stimmt Sokrates zu. Dann aber widerspricht er gewissermaßen sich selbst. Der Wahnsinn der erotischen Leidenschaft sei nicht negativ zu bewerten. Verzückung und Begeisterung könnten ein Zeichen göttlicher Gunst sein und zur Erkenntnis führen. Enthusiasmus und Inspiration seien dem nüchternen Verstand oft überlegen. Generationen von Philosophen haben über den „Phaidros“ nachgedacht. Verteidigt der Ultrarationalist Platon plötzlich das Irrationale? Er billigt ja nicht nur die „mania“, die Raserei, sondern sieht in ihr sogar eine Voraussetzung für wichtige Einsichten. Gelöst ist der Streit nicht. Kopf und Bauch ergänzen sich, und ihr Verhältnis zueinander bleibt paradox. …“ | http://www.tagesspiegel.de/politik/woraus-entspringt-die-wahrheit-nur-narren-verachten-narren/20660464.html

lemonhorse / 5 Dezember 2017 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #46… ]

“ … Schmidt begründete das deutsche Abstimmungsverhalten in Brüssel damit, dass die EU-Kommission „sich ohnehin für die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat entschieden“ hätte. … Die Hersteller von Glyphosat hatten nach Tagesspiegel-Informationen zwischenzeitlich mit Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe gedroht, sollte der Stoff nicht wieder zugelassen werden und es dabei zu „Rechtsverstößen“ kommen. Für möglich gehalten wurden demnach Summen von bis zu 15 Milliarden Euro. … “ | http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-11/unkrautvernichter-glyphosat-wird-weitere-fuenf-jahre-zugelassen

lemonhorse / 28 November 2017 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[UFO Art #43… ]

Today, that was this piece by Rub Kandy and Andrea Nolè, which you can find in Potenza, Italy. … Aliens are welcome because why not.

Photo by Rub Kandy | via (August 29th, 2017 | By RJ Rushmore)

lemonhorse / 24 November 2017 / Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

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