lemonhorse / 6 Mai 2018 / Akustische.Wellen, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Subjekt & Objekt #7… ]

“ … Jaspers beschreibt den von ihm gemeinten Sachverhalt wie folgt: „ … Allen […] Anschauungen ist eines gemeinsam: sie erfassen das Sein als etwas, das mir als Gegenstand gegenübersteht, auf das ich als auf ein mir gegenüberstehendes Objekt, es meinend, gerichtet bin. Dieses Urphänomen unseres bewußten Daseins ist uns so selbstverständlich, daß wir sein Rätsel kaum spüren, weil wir es gar nicht befragen. …“ [Einführung in die Philosophie. München 1953, S. 24f.] …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Subjekt-Objekt-Spaltung (28. Februar 2018)

Gustav Ichheiser (1925): “ … Zwar werden ästhetische Gebilde im ästhetischen Erleben erst wirklich, aber sie erhalten ihren Sinn und Wert nicht von diesem Erleben her, sondern vielmehr umgekehrt dieses von jenem. Nur durch Anerkennung solcher gegenständlichen, seelenunabhängigen »Geltungsquellen« kann der »überpsychologische« Wert des Ästhetischen gerechtfertigt werden. … Die Auseinandersetzung zwischen Seele und Welt, zwischen dem also, was »von innen« kommend, mit eigenen Tendenzen, Spannungen, Forderungen, Wollungen, Sehnsüchten geladen, sich auswirken will, am Vorgefundenen zur Durchbildung zu gelangen sucht, und dem, welches als ein Fremdes hineinragt und als ein schlechthin unabhängiges Gegenüber, als eigengesetzlicher Gegenstand in strenger Passivität widerspruchslos hingenommen werden muß — diese Auseinandersetzung kann, beide mal sinnvoll, in zwei polar entgegengesetzten Richtungen erfolgen, die in voller begrifflicher Klarheit auseinander gehalten werden müssen, mag auch die Wirklichkeit mannigfache Durchkreuzungen beider ergeben: Entweder sucht die Seele sich gleichsam auszulöschen und in strenger Sachlichkeit die eigengesetzliche Ordnung des Gegenständlichen unverfälscht zur Kenntnis zu nehmen, zu bestimmen, logisch darzustellen, zuletzt vielleicht »durch Gehorsam« zu beherrschen — dies der Weg der Wissenschaft; von dieser Intention aus müssen die eigenen Gefühle, Einstellungen, schöpferische Ungleichmäßigkeiten der erkennenden Seele als etwas bewertet werden, das überwunden, ausgeschaltet werden muß, das nicht sein sollte, weil es der Norm der Sachlichkeit zuwider ist und die Reinheit des dem Gegenstande verpflichteten Verfahrens trübt, indem eben jene subjektiven Faktoren in verhängnisvoller Weise sich zwischen das erkennende Subjekt und den zu erkennenden Gegenstand einschieben; oder aber wird gerade die ungefüge seelenunabhängige Eigengesetzlichkeit des Gegenstandes als etwas erlebt, das der sinnvollen Erfüllung der die Seele bewegenden Angelegtheiten, Sehnsüchte im Wege steht, dessen Sachlichkeit der seelisch geforderten Umformung sich widersetzt, so daß die Seele aus dieser spröden, fremdgesetzlichen Sphäre verwiesen, mit wunderbar ursprünglicher Gewalt aus formbarem Material eine Phantasiewelt erzeugt, die ihrer eigenen fordernden Gesetzlichkeit entspricht — dies der Weg der Kunst.
Der Sinn also der seelischen Haltung je nachdem, ob es sich um wissenschaftliche oder ästhetische Intentionen handelt, ist nicht nur beide mal verschieden, sondern geradezu entgegengesetzt. …“ | Aus: „Bemerkungen – Die ästhetische Geltung“ Gustav Ichheiser (1925), ZEITSCHRIFT FÜR ÄSTHETIK UND ALLGEMEINE KUNSTWISSENSCHAFT – HERAUSGEGEBEN VON MAX DESSOIR ACHTZEHNTER BAND, STUTTGART – VERLAG VON FERDINAND ENKE, 1925 Nr. 18 | http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/zaak18_1925/0001/image // https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Ichheiser

lemonhorse / 2 Mai 2018 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Irrationalismus und das Romantische Erbe #1 … ]

Eckhard Fuhr (27.11.2007): “ … Was fangen wir mit diesem romantischen Erbe an, das den einen als harmloses Hausmittel gegen allfällige Modernisierungsschmerzen gilt, den anderen aber als ein gefährlicher Suchtstoff, dessen Gebrauch zur „Zerstörung der Vernunft“ führt … Ist es nicht so, dass im günstigsten Fall das Romantische und seine Trivialisierung im Schlager, im Massentourismus oder in der Werbung den Menschen hilft, die technischen und ökonomischen Zwänge der Moderne zu ertragen, im schlimmsten Falle aber zum mörderischen Aufstand gegen Aufklärung und Zivilität anstachelt? … Das romantische Wunderkind Novalis fand die Formel für eine Geisteshaltung, die dem, was angeblich ist, nicht auf den Leim geht: „Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.“ …“ | https://www.welt.de/debatte/kommentare/article6070695/Romantiker-sind-Realisten.html

“ … [Superti-Furga]: … Die Menschen schaffen sich im digitalen Zeitalter selbst ab, sagt Harari [Yuval Harari: Homo deus, 576 Seiten, C. H. Beck (2017)]. Ich stimme mit dieser deterministischen Weltsicht nicht überein. – [Karin Pollack]: Mit welchem Argument? – [Superti-Furga]: Menschen sind mehr als die Summe ihrer Gene. In diesem Punkt bin ich ein Romantiker. Es gibt eine Dimension des Menschseins, die wir rational nicht begreifen können. Schließlich lässt sich auch Bewusstsein wissenschaftlich nicht darstellen. Auch Intuition ist schwer erfassbar. Oder die Tatsache, dass große Fortschritte in der Geschichte der Naturwissenschaft oft aus unerwarteten Gedankensprüngen eines einzelnen Forschers entstanden sind. Computer können einstweilen immer nur Bekanntes imitieren, niemals etwas vollständig Neues, nie Dagewesenes selbst erschaffen. Sie sind Hilfsmittel. …“ | “ Aus: „Genomforscher Superti-Furga: „Wir sind mehr als die Summe der Gene““, Karin Pollack, CURE, 29.4.2018 | https://derstandard.at/2000077083308/Genomforscher-Superti-Furga-Wir-sind-mehr-als-die-Summe-der

lemonhorse / 2 Mai 2018 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments

[Subjekt & Objekt #6… ]

“ … Interview mit Ingmar Bergman 1976 (kurz nach seiner Emigration aus Schweden, wo er wegen des Verdachtes der Steuerhinterziehung während einer Probe im Stockholmer „Dramaten“ von der Polizei abgeführt worden war, einen Nervenzusammenbruch erlitten und einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Obwohl das Gerichtsverfahren aus Mangel an Beweisen niedergeschlagen wurde, verließ Bergman Schweden und wohnte eine Zeitlang in München, wo er den Film „Schlangenei“ drehte und am Residenztheater inszenierte.) …
BERGMAN: … Ich bin Regisseur, Sie sind Journalist. Warum sind Sie Journalist?
André Müller: Das kann ich jetzt nicht…
BERGMAN: Warum denn nicht?
André Müller: Ich habe zu diesem Beruf ein ziemlich gestörtes Verhältnis.
BERGMAN: Ja, warum denn?
André Müller: Weil das, was wir hier machen, doch sehr einseitig ist, und weil das immer so ist, weil es ein Fragen und Antworten ist und eigentlich kein Kontakt. …
BERGMAN: Also, Sie haben zu Ihrem Beruf ein ambivalentes Verhältnis?
André Müller: Ja, ich würde manchmal, anstatt zu fragen, lieber über mich et­was sagen.
BERGMAN: Ach so, ja, etwas Persönliches? Sie wollen kreativ sein? Dann sind wir ja nicht so weit weg voneinander. …“ | Quelle: http://elfriedejelinek.com/andremuller/interview%20mit%20ingmar%20bergman.html

Der Spiegel (26.10.1960): “ … Die wesentlichste Parallele [ ] zwischen Strindberg und Bergman ergibt sich aus dem Bestreben beider, eher subjektive Erfahrungen als objektive Gegebenheiten darzustellen. „Das Sich selbst-Ergründen ist vielleicht das dankbarste Studium, das es gibt“, schrieb Strindberg. Bergman formulierte: „Meine Lust ist es, Filme zu machen aus den Zuständen, Spannungen, Bildern, Rhythmen und Charakteren, die ich in mir trage und die in der einen oder anderen Weise für mich aktuell sind.“ … Wie bei Proust der Erzähler, so erinnern sich bei Bergman die verschiedenen Gestalten ihrer Vergangenheit, lassen sie wieder aufleben oder versuchen sie zu wiederholen. Viele seiner Filme, vor allem die neueren, sind ein Geflecht aus Fabel, anekdotischen Details und dialogischer Reflexion, oft unterbrechen Träume und Rückblenden den Ablauf des Geschehens. Fast alle Bergman-Filme kreisen um ein Thema, das ihrem Schöpfer eindeutig auch im Privatleben anlastet: das Leben zu zweit. … In „Die Erwartung der Frauen“ mag ein Mädchen nicht baden gehen, weil im Wasser zu viele dicke Fische sind: Als sie ihrem Freund sagt, was der Grund ihrer Scheu sei, bricht der in Gelächter aus. „Worüber lachst du?“ fragt sie. „Über Freuds Theorien“, antwortet er. …“ Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43067232.html | http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/43067232

Gabriele Meister (06.03.2015): “ … Wer von Fischen träumt, heißt es in Sigmund Freuds erstem Bestseller Die Traumdeutung aus dem Jahr 1899, der träumt in Wirklichkeit von Sex. Und wer von Schlangen, Schnecken, Stöcken, Schirmen, Bäumen, Messern, Hämmern, Wasserhähnen, Hängelampen, Bleistiften oder Flugmaschinen träumt, der träumt auch von Sex. Freuds Versuche, die verborgenen Fantasien der Menschen zu verstehen, indem er ihre Träume deutet, sind wegweisend für die Psychologie – und umstritten. …“ | https://www.zeit.de/campus/2015/02/sigmund-freud-psychoanalyse-leben

lemonhorse / 25 April 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text / 0 Comments

lemonhorse / 22 April 2018 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 22 April 2018 / Akustische.Wellen, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

lemonhorse / 21 April 2018 / Found.Stuff, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 20 April 2018 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 19 April 2018 / Found.Stuff, Visual.Notes / 0 Comments