[Fellini #20… ]

On the Set of Fellini Satyricon : A Behind-the-Scenes Diary (Morrow Paperback Editions) Paperback – 1971

lemonhorse / 3 März 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zeit im Bild (New York in the 70s) #21 … ]

Roswitha Hecke, Roy Finer (series), New York, 1970′s. | https://de.wikipedia.org/wiki/Roswitha_Hecke

// ANDRÉ CHAHIL (05.02.2016): “ … Bei der Betrachtung der Serie Roy Finer hat man das Gefühl, als seien es Ausschnitte aus einem Krimi. Unsere heutigen Sehgewohnheiten erlauben es aufgrund der vielen TV-Produktionen, die es seit den 1960er Jahren gibt, es nicht entkoppelt als authentisches Material zu erkennen. …“ | http://andrechahil.com/ein-liebesleben-mit-der-photographie-interview-mit-roswitha-hecke/

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lemonhorse / 26 Februar 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Aber Wissen ist hier Ohnmacht #1 … ]

“ … Grundlage der Neuen Phänomenologie ist eine Wiederentdeckung der unwillkürlichen Lebenserfahrung ausgehend von dem, was jeder Mensch vortheoretisch an seinem eigenen Leib spürt. …“ | Aus: „Phänomenologie“, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie#Ph.C3.A4nomenologie_des_Fremden (06/2007)

“ … Der Kritische Rationalismus ist eine von Karl R. Popper begründete philosophische Denkrichtung. Er ist aus eigener Sicht eine Lebenseinstellung, „die zugibt, daß ich mich irren kann, daß du recht haben kannst und daß wir zusammen vielleicht der Wahrheit auf die Spur kommen werden“ … “ | Aus: „Kritischer Rationalismus“, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kritischer_Rationalismus (10/2007)

Süddeutschen Zeitung (15. Februar 2018): “ … Die Schauspielerin Heike Makatsch hält die aktuelle „Me Too“-Debatte für zu aufgeheizt. „Es kommt mir so vor, dass gerade jeder differenziertere Gedanke zum Thema, der vielleicht auch mal eine Ambivalenz benennt oder sogar eine Lanze bricht für die Gegenseite, so an den Pranger gestellt wird, dass es fast schon etwas von einer Meinungsdiktatur hat“, sagte Makatsch im Interview … Im Kern der Sache geht es aber um etwas viel Größeres: es geht um die Ausnutzung von Machtverhältnissen.“ … Die Frage sei aber, was es für die Kunst bedeute, „dass so viele Männer im Kulturbetrieb schuldig gesprochen werden“. Sie heiße es selbstverständlich nicht gut, „wenn ein Regisseur Frauen erniedrigt, ich meine aber schon, dass es Künstlerpersönlichkeiten gibt, mit denen die Arbeit nicht immer ein Vergnügen ist. Und das sind oft die Interessanteren.“ … “ | http://www.sueddeutsche.de/panorama/interview-zur-metoo-debatte-makatsch-die-metoo-debatte-ist-zu-aufgeheizt-1.3868348

Le Mepris AKA Contempt (Jean-Luc Godard, 1964)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Verachtung

Bernadette Weimer (08.02.2018): “ … Das Frankfurter Gallus-Theater inszeniert „Blaubart – Hoffnung der Frauen“. Es ist ein Drama über die leidenschaftliche Maßlosigkeit und ihre Folgen. … In Dea Lohers Drama – anders als im Märchen – tragen die Frauen allerdings irgendeine Mitschuld an ihrem Tod. Sie wollen Blaubart verführen und projizieren all ihre Wünsche, Träume und Sehnsüchte nach Mitgefühl und Liebe auf einen durchschnittlichen und einfachen Damenschuhverkäufer. „Vielleicht wollte Dea Loher damit zeigen: Der Mann ist an sich profillos, nur eine Projektionsfläche für Sehnsüchte“, überlegt Gonszar. …“ | http://www.fr.de/rhein-main/freizeit/gallus-theater-in-frankfurt-liebe-ohne-grenzen-a-1444037 | Impuls via

Sven Reichardt:(2006): “ … Die Grundidee der Subjektivität und Introspektion in den „Männerphantasien“ lautete, sich seines persönlichen Umgangs mit der Sexualität bewusstzuwerden, um möglichen psychologischen Abhängigkeiten von der Elterngeneration, aber auch von der kapitalistischen Medien- und Konsumindustrie zu entkommen und die eigenen sadomasochistischen Charakterstrukturen abzubauen. … so wollte man, wie Theweleit im Rückblick erläutert, „auch an den in einem selbst vergrabenen Gewaltkomplex herankommen“. … Der Erfolg des Buches gründete auf dem Schock, dass „welche von uns“ zu Terroristen wurden. Theweleit hat selbst Verbindungen zur gewaltbereiten Szene im Alternativmilieu und zum Umfeld der RAF hergestellt. Deren kaltherzige Bespitzelung der eigenen „Genossen“ und deren maßloser Hass erinnerten ihn an nationalsozialistische Machenschaften“ … | Aus: „Klaus Theweleits „Männerphantasien“ – ein Erfolgsbuch der 1970er-Jahre“ (Archiv Heft 3/2006 ) | http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208708/default.aspx

Manu Schon (12.2.2018):“ … Der Pornofilm, der die Verbreitung des Oralsex eingeleitet hat, war der Film „Deep Throat“. … Ein (liberal-)feministischer Blog bezeichnete die Hauptdarstellerin des Filmes, Linda Lovelace, vor einigen Jahren als „wichtige Akteurin des Blowjobs“ was zu einigem Widerspruch führte, da Linda Boreman, wie sie wirklich hieß, ein Vergewaltigungsopfer und eine zwangsprostituierte Frau war, und sich in den USA den (radikal-)feministischen Kämpfen gegen die Pornographie und die Industrie angeschlossen hatte. … Alle Versuche in der Schauspielerei Fuß zu fassen scheiterten, da immer wieder – entgegen jeglicher vorheriger Absprachen – versucht wurde sie in eine Sexszene zu drängen. In zahlreichen Fernsehauftritten wurde sie gedemütigt und immer wieder gefragt ob es ihr denn nicht wenigstens ein bisschen Spaß gemacht habe. Dabei stellte sie fest: „Während Frauen grundsätzlich dazu tendierten mir zu glauben, waren die meisten Männer überzeugt, dass ich die Unwahrheit sagte.“ (S. 173) … Bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 im Alter von 53 Jahren engagierte sie sich für die Abschaffung der Pornographie. Sie wurde vom US-Kongress angehört und glaubte fest an das Erreichen des gemeinsamen Ziels. Wenn wir über die Mitverantwortung der Gesellschaft für das Leid in der Sexindustrie nachdenken, sollten wir niemals Lindas Worte vergessen: „Linda wurde zwar gezwungen zu lächeln, aber kein Zuschauer wurde gezwungen, dieses Lächeln für bare Münze zu nehmen“ (S. 8) …“ | https://diestoerenfriedas.de/niemand-wurde-gezwungen-ein-laecheln-fuer-bare-muenze-zu-nehmen/

Paul Robinson (nytimes.com, 1987): “ … MALE FANTASIES Volume One: Women, Floods, Bodies, History. By Klaus Theweleit. … His central contention is that the Freikorps soldiers were afraid of women. Indeed, not just afraid, they were deeply hostile to them, and their ultimate goal was to murder them. Women, in their view, came in only two varieties: Red and White. The White woman was the nurse, the mother, the sister. She was distinguished above all else by her sexlessness. The Red woman, on the other hand, was a whore and a Communist. She was a kind of distillation of sexuality, threatening to engulf the male in a whirlpool of bodily and emotional ecstasy. This, of course, was the woman the Freikorps soldier wished to kill, because she endangered his identity, his sense of self as a fixed and bounded being. In this manner Mr. Theweleit links the Freikorps soldiers‘ fantasies of women to their practical life as illegal anti-Communist guerillas: the Republic had to be destroyed because it empowered the lascivious Red woman, while it failed to protect the White woman’s sexual purity. … Mr. Theweleit is one of those intellectual mavericks, who, while he does not always respect the conventions of scholarship, may have captured a glimpse of our souls. …“ | From: „THE WOMEN THEY FEARED“ (1987) by Paul Robinson, a professor of history at Stanford University, is the author of „Opera and Ideas: From Mozart to Strauss“ | http://www.nytimes.com/1987/06/21/books/the-women-they-feared.html

Stefan Höppner (21.11.2016): “ … Zu den erstaunlichen Befunden von Theweleits Arbeit gehörte die Erkenntnis, wie sehr sich die damaligen Texte der prominenten und der längst vergessenen Autoren bis ins Detail, genauer, bis ins letzte Klischee glichen. Das begann mit der „roten Flut“, die es mit dem eigenen Körper aufzuhalten gelte, bis zur Aufteilung der Frauen in die ätherische „weiße Krankenschwester“, die sie selbst keinerlei Verlangen zu spüren scheint, und die kommunistische „Hure“ – ähnlich wie die gute, menschliche und die böse Roboter-Maria in Fritz Langs Metropolis. … Zugleich waren die Männerphantasien jedoch ein Buch über die Gegenwart. Zum einen lebten viele der Protagonisten noch, wie Jünger und Niemöller, und gehörten zu den Honoratioren sowohl der alten Bundesrepublik als auch, in deutlich geringerem Maße, der DDR. Nicht alle sahen es gern, wenn ihre Vergangenheit aufgearbeitet wurde. Zum anderen ließ sich das Buch auch als Kritik an einem unreflektierten Machismo lesen, der auch in der 68er-Bewegung, aus der Theweleit kam, an der Tagesordnung war. …“ | http://literaturkritik.de/id/20888

Herbert Krogmann (4. Mai 1962): “ … Zwei Absätze aus „Gärten und Straßen“ waren für mich in der Beschäftigung mit Jünger Schlüssel zu seiner Haltung, an der in Deutschland noch immer viel herumgerätselt wird. Der eine Absatz lautet: „Am Abend Post, darunter eine bedeutende Konfession. Selbst wenn man dergleichen nicht beantwortet, erfüllt man durch den Akt des Lesens eine wichtige Aufgabe.“. Der andere Absatz lautet: „Unter der Geburtstagspost ist auch ein Brief von einer Gräfin B., der gute Sätze wie die zwei folgenden enthält: ‚Es ist ja letzten Endes so, daß wir als Frauen nicht die Ideen als solche, lieben, sondern die Männer, die danach geformt sind und die dahinter stehen. Der Krieg ist nicht schön, aber wir lieben die Männer, die ihn machen, während die Pazifisten scheußlich sind‘.“ …“ | http://www.zeit.de/1962/18/der-schriftsteller-und-philosoph-ernst-juenger/komplettansicht

Rudolf Augstein (19.12.1977): “ … Opfer, mehr als die Männer selbst, sind die Frauen, deren Wirklichkeit von Theweleit ausgespart bleibt. Sie kommen nicht als eigene Wesen vor, sondern nur als die Ausgeburten männlicher Phantasie. Was er anhand seiner Freikorpsmänner und sonstiger „faschistischer“ Militärpersonen und -schriftsteller (unter ihnen der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß und der junge Goebbels), was er aus Briefen, Selbstbiographien und Romanen zu Tage gefördert hat, muß auch jenen männlichen Leser verblüffen, der sich bislang für einen „Nicht-Faschisten“ gehalten hat. … Der „nichtfaschistische schöpferische Mann“ (Theweleit nennt uns, offenbar als den Normalfall, Bertolt Brecht) hilft sich aus der Klemme der zu bekämpfenden „falschen Gefühle“, indem er die Gefährtin alle zwei Jahre wechselt oder sie zu wechseln sich vornimmt. Auf wessen Kosten, muß wohl nicht erst gesagt werden. Brecht mit seiner unerschöpflichen Produktivkraft war seine eigene Fabrik, in der er die Frauen übel ausgebeutet, abgerichtet und zugerichtet hat. … Ein vermischendes, ein entgrenztes, ein verschwenderisch überfließendes Diagnostizieren der männerrechtlichen Eroberungskultur, eine Mehr-als-Doktorarbeit. Aber Wissen ist hier Ohnmacht. …“ | http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40680546.html

Bert Rebhand (6. Februar 2018): “ … Von dem Künstlerpaar Jean-Luc Godard und Anna Karina gibt es eine berührende Szene. Viele Jahre nach dem Ende ihrer Beziehung sitzen sie in einer Talkshow und erinnern sich an die Zeit ihrer gemeinsamen Arbeit in den Sechzigerjahren. Godard sagt dabei einen für ihn entscheidenden Satz: „Alles, was ich ihr geben konnte, waren Filme.“ Was er Anna Karina also nicht geben konnte, war ein Leben. Schon gar nicht ein gemeinsames, glückliches. Die Filme, die Godard damals mit Anna Karina in der Hauptrolle gemacht hat, sind längst Klassiker … Godard selbst berief sich auf Josef von Sternberg, der in Marlene Dietrich ein Modell und eine Muse hatte, die er ganz nach seinen Vorstellungen zu gestalten versuchte. Der männliche Künstler und das weibliche, formbare Wesen, von dem Inspiration und erotische Energie ausgehen, das ist ein Topos, der bis in die Gegenwart wirkt und der noch immer dazu beiträgt, dass kreative Männer meinen, sich Freiheiten herausnehmen zu können …“ | https://derstandard.at/2000073760805/Der-Regisseur-als-Tyrann-zwischen-Kunst-und-Leben

saxxoo (06.02.2018): “ … Wie gehen Frauen mit Frauen um? Und Männer mit Männern? – Jeder weiß, dass der machtbesessene Regisseur auch bei den männlichen Schauspielern die totale Unterwerfung verlangt und mit Verunsicherung und Erniedrigung arbeitet. Und Frauen? Sie kämpfen mit feineren Waffen. Nicht großen Messern sondern feinen vergifteten Nadeln. Deren Einstiche im Nachhinein nicht merkbar sind – deren Wirkung jedoch genauso vernichtend ist. …“

Eurokater (06.02.2018): „… Das Einzige, das für die modernen Gesellschaften einen höchst peinlichen Befund darstellt, um diesen peinlichen Text kurz zu zitieren, sind Autoren, die zwischen Werk und Mensch dahinter nicht mehr unterscheiden können oder wollen. … Mir graut vor der neuen Zeit der digitalen Pranger und verspäteten Rachefeldzügen. Bilder werden aus Museen entfernt, Gedichte von Wänden gestrichen und Schauspieler aus Filmen geschnitten …“

Freakwently asked Questions (06.02.2018): “ … Es ist nicht sexuelle Unersättlichkeit per se, sondern ein durchaus pathologischer Don Juanismus der sich öfter mal bei Künstlern findet. Allerdings gibt es auch einfach viele, mehr oder weniger begabte, Arschlöcher die, schlicht und ergreifend, ihre Machtposition ausnutzen. Niemals aber gilt sexuelle Unersättlichkeit als AUSWEIS für Genialität. …“
Kommentare zu: „Der Regisseur als Tyrann zwischen Kunst und Leben“ (6. Februar 2018)

Philipp Holstein (4. Mai 2013): “ … Die „Männerphantasien“ sind heute ein Klassiker. Theweleit mischt Popkultur, Psychoanalyse und Poststrukturalismus und entwirft eine Theorie des Faschismus, indem er die Schriften etwa Ernst Jüngers einer neuen Lektüre unterzieht. Das Verfahren ist ebenso wichtig wie die Form: Der Freistil-Wissenschaftler bedient sich bei der hohen Kunst, im Comic und an zeitgenössischem Werbematerial. Er trägt Thesen wie ein Rapper vor, rockt Argumente herunter, kommt vom Hundertsten ins Tausendste und ergänzt den atemlosen Endlos-Text um Bilder. … Die Königstochter als Opfer der Landnahme – dieses Muster entdeckt Theweleit nun in Dutzenden vorhomerischer Mythen, und die Geschichten von Leda, Europa, Danae und Alkmene scheinen ihn zu bestätigen. So ist das bei Theweleit: Alles klingt logisch, und weil er gut in Fahrt ist, macht er erst in der Gegenwart Halt. James Camerons Film „Avatar“ sei ein weiterer Beleg für seine These, dass die abendländische Kultur auf sexueller Unterdrückung gründe. Die Klassik habe die alten Griechen verherrlicht; Jason und Herakles seien in Wahrheit Räuber und Vergewaltiger gewesen. …“ | http://www.rp-online.de/panorama/wissen/der-allesdenker-klaus-theweleit-aid-1.3375218

lemonhorse / 8 Februar 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Alessandro Alessandroni (1925 – 2017)… ]

Alessandro Alessandroni (Italia, 1974) – Prisma Sonoro

Jim Falcione (1 year ago): Sublime!
Surge Álvez (1 year ago): The abstractness!
Manny Sunny Sun (10 months ago): rest in peace Maestro Alessandroni

“ … Alessandro Alessandroni (1925 in Rom; † 2017 ebenda) war ein italienischer Musiker und Komponist. Er spielte verschiedene Musikinstrumente, unter anderem Gitarre, Mandoline, Sitar, Akkordeon, Klavier und komponierte die Filmmusik für über 40 Filme. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Alessandro_Alessandroni

Filmmusikkomponist Alessandro Alessandroni gestorben (27. März 2017): “ … Ennio Morricones Melodien in Italowestern wie „Für ein paar Dollar mehr“, „Zwei glorreiche Halunken“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ sind auch dank Alessandronis Pfeifmotive bekannt geworden. Alessandroni steuerte zu den Soundtracks verschiedener Italowestern mehrere originelle Musikinstrumente bei, unter anderem die Mandoline, das Akkordeon, die Flöte und auch Händeklatschen. …“ | https://derstandard.at/2000054901150/Filmmusikkomponist-Alessandro-Alessandroni-gestorben

Alexander Fromm (18/08/2014): “ … Über das Kino kam auch die Zusammenarbeit mit Ennio Morricone zustande. Als Sergio Leone 1964 für seinen Epoche machenden Italowestern „Für eine Handvoll Dollar“ bei Ennio Morricone die Begleitmusik in Auftrag gab, holte der seinen alten Schulkumpel Alessandro Alessandroni mit ins Boot. Der pfiff sich eins und lieferte weitere ungewöhnliche Sounds dazu. Die italienische Westernmusik war geboren. Was für ein Unterschied zum glattpolierten Orchestersound aus Hollywood! … Alessandro Alessandronis größter Hit indes wird jemand anderem zugeschrieben. Leichtfertig überließ er seinem Kollegen Piero Umiliani die Grundmelodie zu „Viva la Sauna Svedese“ („Es lebe die schwedische Sauna“). Umiliani fabrizierte gerade den Soundtrack zur Softsexdoku „Svezia, inferno e paradiso“ („Schweden – Hölle oder Paradies?“ von 1968) und suchte für eine einminütige Szene nach einer musikalischen Untermalung. Alessandroni schnarrte wie ein Kazoo über eine Orgelmelodie und fertig war der Lack! Die Pornomucke ist heute besser bekannt unter dem Titel „Mah Nà Mah Nà“ und wurde sowohl durch die Sesamstraße als auch die Muppet Show weltberühmt …“ | https://alexikon.wordpress.com/2014/08/18/alessandro-alessandroni-im-western-was-neues/

lemonhorse / 8 Februar 2018 / Akustische.Wellen, Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #66 … ]


1.27.2018 – Billy Wilder, The Apartment (1960) – Time to watch a serious classic. … | via

“ … Billy Wilder äußerte später, dass er The Apartment nie als Komödie betrachtet habe. … „Im Gewand einer ausgelassenen Komödie mit vielen komischen Einfällen versteckt sich eine zutiefst traurige Geschichte, eine düstere, bis zum offenen Zynismus reichende Reflexion über den Ausverkauf der Menschlichkeit.“ – Horst Peter Koll, 1995″ … „Eindrucksvoll übersetzt Jack Lemmon in Das Apartment verbal- und körpersprachlich Baxters Fahrigkeit und versatiles (vielseitig verwendbares) Verhalten – Ausdruck der Preisgabe seiner häuslichen Privatsphäre aus materiellem und sozialem Opportunismus.“ – Claudia Lillge, 2005 … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Appartement

movie.max, (2015): “ … ‚The Apartment‘ ist kein Schenkelklopfer, sondern eine unheimlich warme, aufregende, kleine Komödie mit einzigartigen, unsterblichen Figuren. Dabei muss man nur im Hinterkopf behalten, dass der guten Komödie stets die größte Tragik zugrunde liegt. …“

jeffcostello, (2015): “ … „Some people take, some people get took. And they know they’re getting took and there’s nothing they can do about it.“

 – Billy Wilder inszeniert eine [] kalte Arbeitswelt, Büroräume als endlose Schreibtisch-Welten, ein zermürbend monotoner Alltag, die Stockwerke des Hochhauses als Symbol für den willkürlichen sozialen Auf- und Abstieg und ein zerbrochener Spiegel als Symbol für den gebrochenen Menschen. 
Jack Lemmon und Shirley MacLaine verkörpern solche Leute, die ständig von anderen benutzt werden, wehrlose Spielbälle der mitleidlosen Starken und Mächtigen in dem unmoralischen Büro-Universum, diesem gnadenlosen sozialen Gefüge, für die „Liebe“ nicht mehr als ein kurzes Stelldichein in Lemmons Apartment bedeutet. 
… Es ist eine Geschichte von großer Tragik die erzählt wird, von körperlicher und seelischer Ausbeutung, von Entmenschlichung und von unerfüllter Liebe, deren Schmerz Wilder in einem unfassbar unterhaltsamen und witzigen Film verbirgt, wie auch der Protagonist Jack Lemmon seinen Schmerz die meiste Zeit über hinter der Fassade des lockeren Witzboldes verbirgt. Überhaupt scheinen alle Figuren in diesem Film etwas zu verbergen, … niemand mehr scheint ehrlich miteinander zu sein.
 …“

Timo K.: CEREALITY – Magazin für Filmkultur (2010)“ … „Das Appartement“ skizziert Männer, die vor nichts zurückschrecken, „Das Appartement“ handelt von Figuren, die sich regelmäßig selbst betrügen, um sich ihr Leben auf ganz spezielle Weise zu erfüllen. … Man kann über „Das Appartement“ gerührt sein, man kann über diese bezaubernde Tragikomödie lachen und weinen oder beides zugleich, aber auch seinen Hut davor ziehen, wie hervorragend Wilder den Spagat zwischen der bis zum Exzess geführten, zynischen Moralkritik in Form einer bitteren Satire, ausgeweitet zur Groteske, und herzerwärmender, melancholischer Lovestory zweier echter Helden meistert, ohne Klischees, ohne Kitsch und trotz aller inhaltlichen Schwere dieses ansonsten so kleinen Films universell in seiner Aussage. …“

Quelle: https://www.moviepilot.de/movies/das-appartement

“ … Wilders Resümee ist bitter: Entweder man arrangiert sich und hat beruflichen Erfolg oder man versucht seine Seele zu retten und riskiert damit die Stellung. Umsonst ist nichts im Leben und die Ehre schon gar nicht. Das Happy End vermag nur einen milden Trost zu spenden. Baxter und Miss Kubelik bilden weniger ein Liebespaar denn eine Notgemeinschaft zweier Menschen, die zwar ihre Selbstachtung zurückgewonnen haben, dafür aber Einsamkeit und Erfolglosigkeit in Kauf nehmen müssen. …“ | https://www.lmz-bw.de/das-appartment.html

lemonhorse / 5 Februar 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Kriegsschauplätze #30… ]

“ … Im Bereich von Literatur und Film bezeichnet Mehrfachkodierung das Ineinanderschieben von mehreren Genres und deren Wert- und Bedeutungsebenen. Beispielsweise kann ein wissenschaftliches Thema auch in Form eines Krimis oder eines Comics dargestellt werden. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrfachkodierung (10. November 2017)

Paul Verhoeven, director (23.01.2018): “ … Robert Heinlein’s original 1959 science-fiction novel was militaristic, if not fascistic. So I decided to make a movie about fascists who aren’t aware of their fascism. … It’s an idiotic story: young people go to fight bugs. So I felt the human characters should have a comic-book look. Mark Wahlberg and Matt Damon auditioned, but I was looking for the prototype of blond, white and arrogant, and Casper Van Dien was so close to the images I remembered from Leni Riefenstahl’s films. I borrowed from Triumph of the Will in the parody propaganda reel that opens the film, too. I was using Riefenstahl to point out, or so I thought, that these heroes and heroines were straight out of Nazi propaganda. No one saw it at the time. … With a title like Starship Troopers, people were expecting a new Star Wars. They got that, but not really: it stuck in your throat. It said: “Here are your heroes and your heroines, but by the way – they’re fascists.” …“ | From: „How we made Starship Troopers“ – Interview by Phil Hoad, https://www.theguardian.com/culture/2018/jan/22/how-we-made-starship-troopers-paul-verhoeven-nazis-leni-riefenstahl // –> https://de.wikipedia.org/wiki/Starship_Troopers_(Film) “ … Starship Troopers ist ein amerikanischer Military-Science-Fiction-Actionfilm des Regisseurs Paul Verhoeven aus dem Jahr 1997, der lose auf dem gleichnamigen Roman von Robert A. Heinlein basiert. … Der Film wurde von Verhoeven nach eigener Aussage als Satire auf den Faschismus und Militarismus konzipiert. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (heute Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) indizierte den Film 1999 aufgrund der Gewaltdarstellungen und des von ihr als pro-militaristisch interpretierten Inhalts. … Calum Marsh dagegen bezeichnete Starship Troopers in einem 2013 erschienenen Artikel in The Atlantic als einen der meistmissverstandenen Filme aller Zeiten und versucht anhand neuerer Rezeptionen zu belegen, dass sein subversiver Humor erst nach und nach verstanden werden würde. Der Film kritisiere „den militärisch-industriellen Komplex, den Hurra-Patriotismus der amerikanischen Außenpolitik und eine Kultur, die reaktionäre Gewalt Sensibilität und Vernunft“ vorziehe. …“ (13. November 2017)

ULRICH BRIELER (8.5.2001): “ … Keine physische Praxis ohne kulturelle Imprägnierung, keine Handlung ohne (Be-)Deutung, so könnte man den theoretischen Extrakt dieser Geschichte einer Rationalität des Tötens zusammenfassen. In jeden Akt der Tötung geht eine ganze Gesellschaft samt ihren Weltbildern ein: nicht mehr, aber auch nicht weniger. …“ | Aus: „„Hat er aber gemordet, so muss er sterben!““ (8.5.2001), https://www.taz.de/!1173969/

TRI-OGENES (25.01.2018): “ … Ist Reflexion im Rahmen dieser absolut pervertierten Kultur, für die der unmündige Mensch verantwortlich zeichnet, vielleicht eine Möglichkeit daran etwas zu verändern? …“ | http://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/01/wert-menschen-gedankenexperiment-summe?page=17#comments

Andrea Dernbach (24.01.2018): “ … Auf die Überzeugungskraft der Phrasen, mit denen ihre Pressestelle den Skandal abzudimmen sucht, scheinen selbst die Wirtschaftsminister nicht mehr zu vertrauen. Die beiden letzten Jahre haben der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und nach ihm Brigitte Zypries die deutschen Rüstungsexportzahlen schon nicht mehr selbst erläutert. Oder: gebeichtet. Als „verantwortungsvoll und restriktiv“ lobte man sich, als die Zahl 2016 vom Allzeithoch 2015 etwas fiel. Auch jetzt heißt es im SPD-geführten Ministerium unter Verwendung des alten Sprechzettels, die deutsche Rüstungspolitik sei „engmaschig und restriktiv“ – weil es 2017 eine kleine Abwärtsbewegung gab. Allerdings nur für die Rüstungsexporte an Nato-Partner, aber auch die sind, Stichwort Türkei, nicht unproblematisch. Und die heiklen Exporte an Drittländer, die teils Krieg führen, an etliche Aggressoren und Diktatoren, sind gestiegen. …“ | Quelle: http://www.tagesspiegel.de/meinung/ruestungsexporte-soll-die-welt-in-deutsche-gewehrlaeufe-schauen/20883270.html

Babsack 24.01.2018, 20:39 Uhr: “ … Soll die Welt in deutsche Gewehrläufe schauen?
Quizfrage: Vor wieviel Jahrzehnten hätte man diese Frage ernsthaft stellen dürfen, ohne ausgelacht zu werden? … “

Sunnus 24.01.2018, 20:24 Uhr: “ … Da haben die Linkspopulisten ja wieder ein Thema aus der Mottenkiste geholt. Gähn. …“

LeoBerlin 24.01.2018, 22:44 Uhr – Antwort auf den Beitrag von Sunnus 24.01.2018, 20:24 Uhr: “ … Tja, wenn Ihnen egal ist, was Despoten mit Waffen aus Deutschland anstellen, dann können Sie auch bei anderen Themen, die Ethik und Moral betreffen, in der Deckung bleiben. …“

Humpenproletarier 24.01.2018, 21:44 Uhr: “ … Ist doch eine scheinheilige Debatte! Wenn Deutsche keine Waffen liefern, dann tun es die Russen/Amis/Franzosen/Briten usw. Tun die es auch nicht, dann baut man sich die Dinger halt selbst. Ist man dazu zu dumm, auch Steine und Knüppel reichen um Menschen zu ermorden. Hat Jahrzehntausende blenden funktioniert. …“

egal69 25.01.2018, 08:52 Uhr, Antwort auf den Beitrag von Humpenproletarier 24.01.2018, 21:44 Uhr: “ … Wenn Deutsche keine Waffen liefern, dann tun es die Russen/Amis/Franzosen/Briten usw. – Nach Ihrer „Logik“ könnte sich jeder Heroindealer ab sofort mit diesem „Argument“ vor Gericht verteidigen. „Wenn ich den Stoff nicht an die Süchtigen verkaufe, tut es halt ein anderer“ …“

AdeleSandrock 24.01.2018, 21:40 Uhr – Antwort auf den Beitrag von provinzler 24.01.2018, 20:34 Uhr: “ … Und wenn Deutschland den gesamten Waffenexport stoppen und die Waffenindustrie einstampfen würde, gäbe es nicht einen Krieg und nicht einen Kriegstoten weniger. Fluchtursachen kann man nicht dadurch bekämpfen, daß ein Land keine Waffen mehr liefert, es springt sofort der nächste Liferant ein und den bekriegten Menschen, wird es völlig egal sein, ob sie in deutsche oder russische Gewehrläufe schauen, an ihrer Situation und dem willen dieser zu entfliehen, wird sich dadurch nichts ändern. Um die Armut und die inneren Konflikte in den Kriegsregionen zu bekämpfen, bedarf es politischer und ökonomischer Lösungen, hierfür sollten die Staaten Geld und know-how zur Verfügung stellen, und zwar zuallererst für solche Länder, die kein Geld für Rüstungsankäufe verschwenden. …“

hammerling 24.01.2018, 22:48 Uhr – Antwort auf den Beitrag von mawi 24.01.2018, 19:48 Uhr: “ … Ja, und? Es sollen lieber unsere Waffen töten, weil dann ein paar Arbeiter davon leben und Politiker ihre Wahlkreise gewinnen können? … Apropos: Sie überlassen Ihrer Tochter oder Enkelin die Streichholzschachtel zum Spielen, damit es bloß nicht andere tun? Es stärkt ja schließlich den deutschen Streichholzumsatz und rettet so Arbeitsplätze, nicht wahr? …“

bergmann61 24.01.2018, 19:14 Uhr: “ … Soll die Welt in deutsche Gewehrläufe schauen? – Das macht die Welt bereits! …“

Rubinstein 24.01.2018, 19:24 Uhr: “ … Der Rest der Welt mag ruhig in deutsche Gewehrläufe schauen – Was für eine Perfidie. Mit deutschen Waffen werden Menschen bedroht, gemetzelt, die Überlebenden flüchten dann nach Deutschland. Die Wirtschaft blüht wie nie. …“

Waffen im Jemen-Krieg Wie die SPD den Exportstopp erzwang“ (19.01.2018 15:25 Uhr): “ … Jahrelang wurde über Rüstungsexporte an Staaten wie Saudi Arabien oder Katar gestritten. Nun haben sich Union und SPD bei den Sondierungen auf ein sofortiges Verbot geeinigt – eine folgenreiche Kehrtwende. …“ | https://www.tagesschau.de/inland/ruestungsexportstopp-101.html

Am 19. Januar 2018 um 08:33 von Didib57: “ … Hört sich gut an – Wird aber Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall nicht weh tun. Mittlerweile wurden einige Rüstungsfabriken exportiert, mit dem Tod lässt sich Geld mit verdienen, und alle haben zugeschaut. …“

Am 19. Januar 2018 um 08:16 von Jörg Sameisky: “ … dass ist eine Schande, dass eine „christliche“ Union dazu von der SPD gezwungen werden muss. Ich hoffe die Gewerkschaften vermasseln es nicht. Wenn ich mich jedoch an deren Reaktion auf den Lieferstopp von Rüstungsgütern an Russland nach der Krimbesetzung erinnere bin ich mir da keinesfalls sicher. Das Argument Arbeitsplätze kann doch nicht alles rechtfertigen. …“

Am 19. Januar 2018 um 08:24 von achtmalklug: “ … ach, das Gutmenschentum, das ist schon ziemlich unpopulär. Das nervt! immer dieser erhobene Zeigefinger! Sei es, wenn es um Atomstrom geht, um bequeme Lösungen in der Flüchtlingsproblematik, oder darum wie findige deutsche Firmen im Ausland an kostengünstige Ressourcen oder Arbeitskräfte kommen. Sofort kommen diese Gutmenschen, und jammern über Umweltverschmutzung, das Verursacherprinzip, Solidarität oder Menschenrechte. Man kann nichtmal mehr in Ruhe Waffen in Krisengebiete exportieren. …“

lemonhorse / 25 Januar 2018 / Cinema.Exposure, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #7… ]

„Der Begriff Realismus wird streng kontextbezogen verwendet und ist daher sinnvariabel“ *

William Bouguereau (1825-1905): Dante und Virgile in der Hölle,
1850 (Öl auf Leinwand, 281×225 cm, Paris, Musée d’Orsay)

“ … Trotz einiger zaghaften Versuche um 1800 entfaltet sich die schwarze Romantik in Frankreich erst ab 1815 … Die französische Revolution, die Schreckensherrschaft und Kriege hatten große Schatten auf die jüngste Vergangenheit geworfen und Zweifel daran aufkommen lassen, ob die Vernunft die Menschheit in der Zukunft wird führen können. … junge Künstler, die das Publikum in ihren Bann ziehen wollen, finden ihre Inspiration mit Vorliebe in Dantes Göttlicher Komödie: der junge Delacroix schaffte 1822 mit Dantebarke den Durchbruch, 28 Jahre später versucht William Bouguereau sein Glück mit Dante And Virgil In Hell … Die von Dante geschilderten Episoden in der Hölle werden eine Fundgrube für grausame Inszenierungen und Antihelden. … Unter den widernatürlichen Motiven, deren Ambiguität fasziniert, sind Kindsmord (Medea) und Kannibalismus am häufigsten vertreten: verzweifelte Überlebensgeste, leidenschaftliche Inbesitznahme des Anderen oder hasserfüllter Biss? … Das Interesse der Künstler gilt auch der kollektiven Verdammung. Beim Anblick der spiralförmig ineinander verschlungenen Körper von Hexensabbat weiß man nicht, handelt es sich um eine Orgie oder ein Massaker, um ein Bacchanal oder eine schwarze Messe. Selbst Ungläubigkeit schützt nicht vor den Verlockungen der dämonischen Fantasiewelt. …“ | Aus: „Der Engel des Wunderlichen. Schwarze Romantik von Goya bis Max Ernst“, Musée d’Orsay: http://www.musee-orsay.fr/de/veranstaltungen/ausstellungen/im-musee-dorsay/ausstellungen-im-musee-dorsay-mehr-informationen/page/1/article/lange-du-bizarre-35087.html

“ … Zu seinen Sujets sagte [William Adolphe Bouguereau], er würde niemals einen Krieg malen – wohl aber unter Umständen den Krieg (als allegorische Figur). Was seine perfektionierte realistische Maltechnik betrifft, so erklärte er einmal, das Geheimnis, ein guter Maler zu sein, liege darin, „Farbe und Linie als dieselbe Sache zu sehen“. Mit dieser Aussage hob er sich von den akademischen Hardlinern ab, für die die Linie stets den Vorrang vor der Farbe besaß. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/William_Adolphe_Bouguereau (29. Dezember 2017)

“ … Stilistisch pflegte die Akademische Kunst das seit Aristoteles bestehende Ideal der perfekten und zugleich selektiven Wirklichkeitsnachahmung (Mimesis). Mit perfekter Beherrschung von Farbe, Licht und Schatten wurden Formen quasi-fotorealistisch herausgearbeitet. Bei manchen Gemälden zeigt sich ein „poliertes Finish“, bei dem man am fertigen Werk keinen Pinselstrich mehr erkennen kann. Dieses Kunstideal wurde Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Erfindung der Fotografie in den Grundfesten erschüttert. … Erst in den 1990er Jahren wurde die akademische Kunst des fin-de-siècle nach und nach „wiederentdeckt“ und erlangt seither wieder zunehmend Wertschätzung. Während die Malerei, indem sie ihre eigenen Voraussetzungen reflektierte und in Frage stellte, eigene Wege ging, setzte vor allem der historische Film, insbesondere der Sandalenfilm, die Lust des Akademismus an der Rekonstruktion des Vergangenen fort. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Akademische_Kunst (10. Juni 2017)


Charlton Heston and Stephen Boyd, still in costume, have fun with a Vespa
in-between takes of shooting BEN-HUR. I wonder how a Vespa race would
look like compared to the chariot race.

http://www.peplumtv.com/2011/04/peplum-behind-scenes-ben-hur-and-vespa.html

// “ … Mit Sandalenfilm (englisch: sword-and-sandal; italienisch: Peplum) werden hauptsächlich in Italien hergestellte Filme bezeichnet, in denen historische oder biblische Geschichten gezeigt wurden. Die Produktion der Sandalenfilme dominierte die italienische Filmindustrie von 1958 bis 1965 und wurde von den Spaghetti-Western abgelöst. Der Begriff Sandalenfilm wurde von Filmkritikern meist abwertend verwendet, da diese Hollywoods Monumentalfilme imitierten (wie später auch die „Spaghetti-Western“ die Hollywood-Western). Leichtes wüstentaugliches Schuhwerk wie Sandalen sind ein formales Kennzeichen dieses bis in die 1980er Jahre gängigen Genres von B-Movies. … Beliebtes Thema war dabei der muskulöse Held Maciste und oft absonderliche Variationen wie Kämpfe Herkules‘ gegen Vampire oder Zorro. Beliebter Star zahlreicher italienischer Sandalenfilme war der Bodybuilder Steve Reeves. Als Mitte der 1960er-Jahre die Produktion von Monumentalfilmen aufgrund zu hoher Kosten und schwindender Beliebtheit eingestellt wurde, verschwanden auch die Sandalenfilme. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Sandalenfilm (8. November 2016)

lemonhorse / 16 Januar 2018 / Cinema.Exposure, Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #47… ]

“ … Und wenn sich Dr. Seltsam mit den Worten “Mein Fuehrer, I can walk!” aus seinem Rollstuhl erhebt, finden Allmachtsphantasien und Triebstau in einer finalen Apotheose zusammen. …“ Aus: „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“, 3. Januar 2018, https://de.wikipedia.org/wiki/Dr._Seltsam_oder:_Wie_ich_lernte,_die_Bombe_zu_lieben

“ … Gott mit uns war ein dem Buch Judit (Jdt 13,11 EU) entnommener und in den Befreiungskriegen von preußischer Seite gebrauchter Schlachtruf. Preußische Mannschaften trugen ihn seit der Einführung des Virchow-Gepäcks 1847 auf ihren Koppelschlössern. 1861 wurde er zum Wahlspruch des Kronenordens. Er zierte auch nach dem Ende der Monarchie die Koppelschlösser der Soldaten der Reichswehr und der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die Bundeswehr führt seit 1962 die Worte Einigkeit, Recht, Freiheit auf ihren Koppelschlössern. Die Polizeitruppen verwendeten den Wahlspruch [Gott mit uns] bis in die 1970er Jahre. … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_mit_uns (3. April 2017)

“ … [17.02.2014:] Ich frage mich oft, wie wir wohl aussehen müssen in den Augen von anderen Wesen, die uns aus dem fernen Weltraum zusehen. …“ | „Stephen Hawking zu Syrien – „Es muss Schluss damit sein!““ (17.02.2014), Quelle: http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/stephen-hawking-zu-syrien-es-muss-schluss-damit-sein/9491466.html

“ … Bei ihrer ersten internationalen Konferenz in Stockholm 1925 unter dem biblischen Leitwort von Eph 2,14 EU (Christus ist unser Friede) erklärte diese Ökumenische Bewegung: „Der Krieg, als Mittel zur Lösung internationaler Streitigkeiten durch physische, mit Heimtücke und Lüge sich verbindende Gewalt, ist unvereinbar mit der Gesinnung und dem Verhalten Christi und darum auch mit der Gesinnung und dem Verhalten der Kirche Christi.“ – Die deutschen Delegierten widersprachen dem, da sie Krieg als Naturgesetz und das Eintreten dagegen als vermessenen Eingriff in „Gottes Walten“ ansahen. Diese Kriegstheologie vertraten unter anderen Emanuel Hirsch und Paul Althaus. 1933 verbot das nationalsozialistische Regime die pazifistischen Organisationen, inhaftierte viele ihrer führenden Vertreter und ließ einige von ihnen in KZ-Haft ermorden. Die Kirchen widersprachen dem nicht. … [Aufblende DDR:] Im Frühjahr 1981 schlugen einige Kirchengemeinden ihren Synoden vor, einen zweijährigen Sozialen Friedensdienst als gleichberechtigte Alternative zum staatlichen Wehrdienst in der NVA und zu den Bausoldaten einzuführen. Einige Landessynoden stellten sich bis zum Jahresende öffentlich hinter diese Forderung, andere lehnten ab. Ein Treffen der Kirchenleitungen mit dem Staatssekretär für Kirchenfragen Klaus Gysi im September endete mit der strikten staatlichen Ablehnung der Idee. … Als Vertreter der ostdeutschen Friedensgruppen durfte der Erfurter Propst Heino Falcke vor den Bonner Demonstranten sprechen. Die folgende Friedensdekade vom 8. bis 18. November 1981 wurde erstmals gleichzeitig auch innerhalb der westdeutschen EKD durchgeführt und stand unter dem Thema „Gerechtigkeit – Abrüstung – Frieden“. Da nicht mit einer Druckgenehmigung der DDR-Behörden für Aufkleber oder Anstecker zu rechnen war, wurde das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ mit [ ] 100.000 Stück auf Vliesstoff gedruckt und als Aufnäher weiterverwendet. In der Nikolaikirche (Leipzig) wurde wenig später eine große Schautafel mit dem Symbol aufgestellt. … Während zahlreiche Schullehrer, Volkspolizei und Betriebsfunktionäre nun die Entfernung der Aufnäher forderten, nahmen Kirchenvertreter die Träger in Schutz, wiesen auf die Herkunft des abgebildeten Symbols und die offizielle Propaganda hin. … Doch ab November 1981 erhielt der sächsische Landesbischof Johannes Hempel die amtliche Mitteilung: „Wegen Missbrauchs dürfen diese Aufnäher in Schule und Öffentlichkeit nicht mehr getragen werden.“ Dahinter stand das Bemühen der SED, Akzeptanz für das neue Wehrdienstgesetz zu organisieren. Die Aufnäherträger wurden nun mit massiven Vorwürfen konfrontiert: Der undifferenzierte Pazifismus sei friedensfeindlich, die Aufnäher seien westliche Importe und schulfremdes Material, wer sie trage, übe Wehrkraftzersetzung aus und untergrabe die staatliche und gesellschaftliche Tätigkeit zum Schutz des Friedens. Sie seien zum Zeichen einer unabhängigen Friedensbewegung geworden, die nicht geduldet werden könne. Viele Jugendliche, die die Aufnäher nicht entfernten, wurden aus Hochschulen und Erweiterten Oberschulen entlassen, erfuhren Strafversetzung, Nichtzulassung zum Abitur, Verweigerung der gewünschten Lehrstelle, Schulverbot oder Hinderung beim Betreten seines Betriebs. Pädagogen, Zoll und Polizisten schnitten die Aufnäher aus Jacken heraus, wenn Jugendliche dies nicht freiwillig taten, oder beschlagnahmten die Aufnäher oder ganze Kleidungsstücke. Manches davon fand sich später in Stasi-Akten wieder. Anfang 1982 reagierte eine wachsende Zahl von Jugendlichen, indem sie sich runde weiße Flecken auf die Jacken nähten oder mit Filzstift auf den Ärmel schrieben: „Hier war ein Schmied.“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerter_zu_Pflugscharen (30. November 2017)


Demonstration der „Grünen“ für Abrüstung und Entspannung während einer Rekrutenvereidigung in der Erfurter Steiger-Kaserne, 20. Oktober 1990


“ … Berlin – Ein Schmied, der ein Schwert zur Pflugschar macht. Das Bild kannte in der DDR jeder, war in den 80er-Jahren Symbol der Friedensbewegung der evangelischen Kirche. Der Schöpfer des Logos war Herbert Sander, der jetzt mit 79 Jahren starb. Stillleben, Landschaften, gerne malte er auch jüdische Friedhöfe. Sander wurde vor allem von der brandenburgischen Kunstszene geschätzt. Viele Ausstellungen zeigten die Bilder des Stahnsdorfers. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der Künstler bereits am 4. Januar im Kreise seiner Familie an den Folgen eines Krebsleidens. Sander studierte in Berlin Grafik und Malerei, arbeitete bis 1965 als Szenenbildassistent bei der Defa. Als freiberuflicher Grafiker und Maler gestaltete er 40 Jahre lang Plakate und Designs für Ausstellungen in den Schlössern und Gärten von Sanssouci. Doch sein bekanntestes Werk entwarf der Pazifist 1980 im Auftrag der evangelischen Kirche in der DDR: das Logo zu dem Bibelspruch „Schwerter zu Pflugscharen“. Mit dieser Grafik protestierte die Kirche gegen die Atomraketenpläne in Ost und West und gegen den Wehrkundeunterricht an DDR-Schulen. Zuerst erschien das Bild auf Lesezeichen, dann auf Stoffaufnähern, die in den Gemeinden verteilt wurden. Etwa 100.000 Exemplare gab es. Vor allem Jugendliche trugen Sanders Grafik an Jacken oder Taschen. Anfangs tolerierte die DDR-Führung das Symbol. Erstens war die Herstellung laut Gesetz legal, da das Bild auf Stoff und nicht auf Papier gedruckt wurde. Zweitens orientierte sich die Darstellung des „Schwerter zu Pflugscharen“-Schmiedes an einem Sowjet-Kunstwerk – an der Plastik des Bildhauers Jewgenij Wutschetisch, die die Sowjetunion 1959 der UNO schenkte. Das Denkmal war auch im Jugendweihe-Buch der DDR abgebildet. Als der Aufnäher bekannter (und zum Symbol der Opposition) wurde, griff die Staatsmacht durch. Bei Polizeikontrollen mussten Träger den Aufnäher sofort abtrennen oder aufs Revier mitkommen, dort ihre Jacke abgeben. Jugendliche wurden wegen des Symbols von der Schule verwiesen. …“ | Aus: „Trauer um Herbert Sander Erfinder des Symbols „Schwerter zu Pflugscharen“ ist tot“ Norbert Koch-Klaucke (10.01.2018) | Quelle: https://www.berliner-kurier.de/29464402 |

lemonhorse / 11 Januar 2018 / Cinema.Exposure, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Fellini #19… ]

// Der Film Roma stammt von Federico Fellini aus dem Jahr 1972
// https://de.wikipedia.org/wiki/Fellinis_Roma

// “ … [[… Neben vielen Straßenszenen gibt es eine Einstellung, in der die abendliche stark befahrene Hauptstraße Grande Raccordo Anulare bei stürmischer Witterung gezeigt wird. Im Bild erscheinen auch der Kamerakran und eine im Wind flatternde Regenschutzplane für die Scheinwerfer und Geräte des Aufnahmeteams, ein bekanntes Stilmittel Fellinis. …] https://de.wikipedia.org/wiki/Fellinis_Roma (2. März 2017)] … Kontrovers wurde seither vor allem verhandelt, ob die Anwendung einer romantischen Ironietechnik der Objektivierung des jeweiligen Kunstwerks dienen sollte oder im Gegenteil subjektive Willkür im Kunstwerk walten lässt. Romantische Ironie meint nicht einfach die ironische Brechung von romantischen Ästhetik-Elementen, vielmehr zählt sie sich selbst zu diesen Elementen romantischer Ästhetik. Romantische Ironie ist weder gänzlich zu trennen von Verfahren der ästhetischen Illusionsbrechung, noch mit solchen einfach gleichzusetzen – die nachträgliche Störung von zunächst aufgebauter ästhetischer Illusion gehört unter anderem zu ihrem Repertoire …“
// https://de.wikipedia.org/wiki/Romantische_Ironie (28. Januar 2016)

lemonhorse / 9 Januar 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 27 Dezember 2017 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments