[Der eigene Tod als Regieleistung (Notiz, RWF)… ]

[…] „Sein Tod erscheint als hervorragende Regieleistung. Die Leiche vor dem nicht ausgeschalteten, rauschenden Fernsehgerät. […] Die menschenleere Wohnung. […] Die unerklärliche, vielleicht unerklärt bleibende Todesursache. Fassbinder wird bald hinter den legenden entschwinden. Die Schlagzeile der >Bild<-Zeitung lautete am 11. Juni 1982: "Tabletten! Fassbinder tot – wegen Romy?
Da hätte der lebende Fassbinder sich aber totgelacht.“

Aus: „Der langsame Tod des Rainer Werner Fassbinder – Ein Bericht“
(G. Zwerenz, 1982, S. 176)

lemonhorse / 18 Oktober 2008 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text

[Notiz zum Tapp und Tastkino… ]


Tapp und Tastkino, 1968


Synthetic Performance in Second Life, 2007

[…] „Eva and me, we hate performance art, we never quite got the point. So, we wanted to understand what made it so un-interesting to us, and reenacting these performances was the best way to figure it out….“

From a interviews with Eva and Franco Mattes
aka 0100101110101101.ORG (2007)
Source: …01110101101.org/home/performances/interview.html

picture source:
„Reenactment of Valie Export and Peter Weibel’s Tapp und Tastkino“
=> …110101101.org/home/performances/performance-export.html

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Exkurs:
[…] „When we say expanded cinema we actually mean expanded consciousness“. …
From: „EXPANDED CINEMA“ a Book by Gene Youngblood
Introduction by R. Buckminster Fuller
Source: PDF_ExpandedCinema/ExpandedCinema.html
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Expanded Cinema – VALIE EXPORT/PETER WEIBEL
(THOMAS DREHER, pdf)
=> dreher.netzliteratur.net/2_Export.pdf

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[…] „schliche man sich daher auch in eines ihrer Seminare an der Kölner Kunsthochschule für Medien, wo sie seit 1995 eine Professur hält, um zu lauschen, ob sie noch Sätze äußert wie: „Die Massenmedien kolonisieren unser Bewußtsein, unsere Gefühle, Wünsche, Werte und Ziele zum Zweck der Manipulation. Doch Menschen sind verantwortlich für den Einsatz und die Erfindung der Technologie, sie tragen die Verantwortung der philosophischen, sozialen und politischen Beziehungen zwischen Technologie und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Technologie dominiert uns nicht, wenn wir uns gegen die Dominanz wehren. Sie ist ein Teil von uns, die Technologie sind wir. Der Mensch stellt die Schlachtfelder her.“ “ …
Aus: „Split:Reality VALIE EXPORT“ (inbeta.de, Datum ?)
Quelle: inbeta.de/theatermaschine/netzwerk/vexport0801.htm

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[…] „Als sie sich 1968 in einem Münchner Pornokino mit rund um ihr Geschlecht ausgeschnittenen Hosen und mit einem Gewehr in der Hand unter das Publikum mischte, wurde klar, dass sie sich mit Einsatz ihres Körpers für die Durchsetzung ihrer künstlerischen und gesellschaftskritischen Anliegen einsetzen würde.“ …
Aus: „Vagina mit Männerstimme“ Marguerite Menz (14. August 2004)
Quelle: nzzamsonntag.ch/2004/08/14/fe/page-article9PQO0.html

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[…] „Wenn die Wiener Künstlerin Elke Krystufek heute öffentlich masturbiert, mag das exhibitionistisch wirken. Ein Stück Export’sche Aufklärung ist dennoch dabei.“ …
Aus: „Sex, Lügen & Videos“ Von MATTHIAS DUSINI
(Originaltext aus Falter 05/05 vom 02.02.2005)
Quelle: basis-wien.at/cgi-bin/browse.pl?t=objk.tpl&objkid=83980

lemonhorse / 5 August 2008 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Kunst.Encoder

[trains in cinema… ]


[tony richardson: the loneliness of the long distance runner, 1962]

the art of memory :: trains in cinema
LINK => theartofmemory.blogspot.com/search/label/trains

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[…] RR ist ein 2007 veröffentlichter US-amerikanischer experimenteller Reisefilm von James Benning.
In 43 Aufnahmen zeigt Benning die Durchfahrt eines Güterzuges in den amerikanischen Weiten. Die Kamera ist dabei fest gestellt. Eine Einstellung hat die Länge der Durchfahrt des jeweiligen Zuges. Neben den Geräuschen des vorbeifahrendes Zuges erfolgt die Einspielung der Übertragung eines Baseballspiels von 1992, eines Coca-Cola-Werbejingles gesungen von Karen Carpenter, Gregory Peck, der aus der Offenbarung des Johannes liest, die Interpretation des Songs „This land is your land“ von Woody Guthrie, die Abschiedsrede von Eisenhower, die „Battle Hymn of the Republic“ gesungen von einem Mormonenchor sowie den N.W.A.-Rap „Fuck the Police“….“

Aus: „RR (Film)“ (12. Juni 200)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/RR_%28Film%29

RR location list by James Benning (new filmkritik, 25.02.2008)
LINK => newfilmkritik.de/archiv/…

lemonhorse / 10 Juni 2008 / Cinema.Exposure, Visual.Notes

[Zum lebenden Leichnam… ]

[…] „In jenem winzigen Bruchteil einer Sekunde, welcher der Sekunde der Entscheidung vorausgeht, verwirklicht sich die Möglichkeit der absoluten Freiheit, die der Mensch besitzt. Nicht im Moment der Tat selbst ist der Mensch frei, denn indem er sie vollzieht, stellt er die alte Spannung wieder her, in deren Strom seine Natur kreist. Aufgehoben wird sie nur in dem einen flüchtigen Atemhauch zwischen Denken und Wollen. Frei sind wir nur in Augenblicken.
[…] Wie viele lebende Leichname gibt es, die – mag ihr Fleisch noch so blühen – gestorben sind, weil sie entweder die Angst oder den Mut, die Vernunft oder die Leidenschaft aus sich ausgerottet haben?“ […]

Aus/Zu: Andersch, Alfred: Die Kirschen der Freiheit
Diogenes Verlag (1952) 1968, 120 Seiten
Aus einer Buchbesprechung von
Dipl.-Psych. Dr. Najib Arabu (Berlin Okt. 2002)
Quelle: buchbesprechungen-psychotherapie.de/andersch68.htm

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[Bild aus ‚Dracula‘ (Tod Browning, USA 1931)]

[…] Die Aura des Grafen Dracula umfasst zugleich Geheimnis und Bedrohung, die als erotische Komponenten kaum übersehbar sind. Die Faszination des Unbekannten, die Mächtigkeit.
[…] Instrumentalisiert wird das Opfer nicht nur dadurch, dass es die Lebenskräfte des Vampirs stärkt, sondern auch dadurch, dass es als Mensch getötet wird und so in das Reich der Un-Toten überführt wird, also in die vampirische Wesenswelt integriert wird. Damit macht sich der Vampir das Opfer zu eigen und bindet es an sich, was wiederum sexuellen Charakter hat.

Aus: „Kultur- und tiefenpsychologische Überlegungen zu Bram Stokers “Dracula”“ Von Eberhard Gill (01.07.2001)
Quelle: gills-web.de/PDF/Dracula.pdf

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[…] Die Untoten sind Personifizierung von Ängsten, auch Todesängsten, die rasend schnell die gesamte Gesellschaft befallen. Obwohl in ihren Bewegungen langsam, entfalten sie ihre Wirkung dadurch, dass sie sich rasend schnell vermehren.

Aus: „Night of the Living Dead – von Menschen und Untoten“
Ulrich Behrens (2004)
Quelle: filmzentrale.com/rezis/nightofthelivingdeadub.htm

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[…] „Invasion of the Body Snatchers” […] Als 1956 Don Siegels Interpretation des Romans von Jack Finney über die Außerirdischen, die sich langsam der Menschheit bemächtigen, in die Kinos kam, interpretierten einige den Film als Kritik an der McCarthy-Ära, an der Verfolgung Andersdenkender durch deren Beschuldigung als Kommunisten, an zunehmender Konformität und am Verlust von Individualität. Aber auch eine entgegengesetzte Lesart war durchaus möglich: Die Aliens als filmische Stellvertreter von Kommunismus, die die Emotionalität und Individualität von Menschen zerstören wollten. […] Ihre Mentalität ist kurz beschrieben: Gefühllosigkeit, Kälte, Machtwillen, Skrupellosigkeit.

Aus: „Die Körperfresser kommen“
Von Ulrich Behrens (2004)
Quelle: filmzentrale.com/rezis/koerperfresserkommenub.htm

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[…] Als Zombie wird die fiktive Figur eines zum Leben erweckten Toten (Untoter) oder eines seiner Seele beraubten, willenlosen Wesens bezeichnet. Der Begriff leitet sich von dem Wort Zumbi aus einer zentralafrikanischen Sprache ab und bezeichnet dort ursprünglich einen Totengeist. […] Zombies werden oftmals als Schreckensfiguren in Horrorfilmen, in entsprechenden Comics oder Computerspielen dargestellt. Sie sind meistens als träge umherirrende Untote mit ausgestreckten Armen und blutig entstelltem, bereits halb verwestem Gesicht und leerem Blick inszeniert, die vom Hunger auf Menschenfleisch angetrieben sind, ansonsten aber über kein Bewusstsein verfügen. Oft dienen Zombies auch als Metapher für ein angepasstes Dahinvegetieren, unterwürfigen und kritiklosen Gehorsam („Kadavergehorsam“), passiven Konsum und Desinteresse, im Gegensatz etwa zu Rebellion, Autonomie oder unabhängiger Ästhetik. So griff z.B. die Punk-Bewegung das Zombiemotiv häufig auf, u.a. als Artwork auf Plattencovern oder T-Shirts.“ […]
In der Philosophie sind Zombies hypothetische Wesen ohne Bewusstsein, die sich jedoch wie Menschen verhalten. Man unterscheidet Zombies, die von einem echten Menschen äußerlich nicht unterschieden werden können, von Zombies, die zwar nach dem gleichen Bauplan wie ein echter Mensch gebaut sind, jedoch z. B. aus anderen Materialien. Beispiel: Bei einem Menschen werden nach und nach alle Nervenzellen durch Silizium basierte Mikrochips ersetzt, die exakt die gleiche Wirkungsweise wie eine Nervenzelle haben (die Frage der technischen Machbarkeit wird dabei bewusst außen vor gelassen).
Aus: „Zombie“ (19. Mai 2008)
=> http://de.wikipedia.org/wiki/Zombi

lemonhorse / 29 Mai 2008 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro

[Eine zeitgemäße Erregung… ]

[…] Nach Willi Forsts „Die Sünderin“ (1950) war Ingmar Bergmans „Das Schweigen“ (1963) einer der Höhepunkte dieser filmischen Konflikt- und Skandalgeschichte der Bundesrepublik. […] „Es waren […] weiterhin Spielfilme mit künstlerischem Anspruch, die weiterreichende Proteste hervorriefen – wie etwa Bernardo Bertoluccis „Der letzte Tango von Paris“ (1972), Pier Paolo Pasolinis „Die 120 Tage von Sodom“ (1975) oder Nagisa Oshimas „Im Reich der Sinne“ (1976). Inwieweit sich die Deutungsmuster und Konfliktlinien dabei änderten oder sich bestimmte Haltungen der 1960er-Jahre trotz des gesellschaftlichen Wandels wiederholten, wäre noch zu untersuchen.“

Aus: „Eine zeitgemäße Erregung“ Von Philipp von Hugo
Der Skandal um Ingmar Bergmans Film „Das Schweigen“ (1963) und die Aktion „Saubere Leinwand“ , in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 3 (2006) H. 2,

LINK: zeithistorische-forschungen.de/16126041-vHugo-2-2006

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[…] “ Das Programm „L´ÉROTISME“ bewegt sich in den Grenzbereichen von Erotik, Sex und Gewalt. In der Mitte der 80er Jahre sorgten noch die Filme von Lydia Lunch und Richard Kern für eine Erstürmung des Berliner Eiszeitkinos, das Mobilliar wurde zerschlagen und die Kopie gestohlen. Mit der distanzlosen Betrachtung menschlicher Abgründe wollte man sich nicht auseinandersetzen.“
Aus: „HÉRÉTIQUES: CINÉMAS ICONOCLASTES QUÉBÉCOIS“ (2008 (?))
Quelle: cinema-abattoir.com/…

lemonhorse / 28 April 2008 / Cinema.Exposure, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Psychoanalyse und Film… (Podcast)]

Die Assoziation Psychoanalyse und Film besteht seit April 2006. Die Mitglieder der Assoziation produzieren in unregelmäßigen Abständen Podcasts zum Thema Psychonalyse und Film. Derzeit wird angestrebt, einen Podcast pro Monat herzustellen.

[…] Jeder Podcast widmet sich vor dem Hintergrund psychonalytisch-inspirierter Filmtheorie einem Film. Einer der Gesprächsteilnehmer hat einen Film vorgeschlagen und bereitet eine kurze Zusammenfassung seiner Filmerfahrung vor. Mehr wird nicht vorbereitet. Das darauf folgende Gespräch enwickelt sich ohne konkrete Zielvorgaben und Vorschriften, wie etwa genau ausformulierte und verschriftlichte Redebeträge, die den vermeintlichen Sinn und die argumentative Logik derselben stützen sollen. Die Gespräche entstehen vielmehr entlang unserer je individuellen Filmerfahrungen, den Irritationen und damit verwickelten Interessen am jeweiligen Film.

Bisher sind Podcasts zu den Filmen „187“, „Fight Club“, „Eyes Wide Shut“, „Caché“ und „Lost Highway“ entstanden. …

==> fields/psychoanalyse_film/index.php

lemonhorse / 18 Dezember 2007 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text / 0 Comments

[A Statement… (Luis Buñuel)]


[Le Fantôme de la liberté – Luis buñuel (1974)]

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[…] Die Handlungsfäden sind verbunden durch die Reise einer Krankenschwester. Sie begibt sich zu ihrem kranken Vater auf’s Land, muss bei Regen in einem Gasthof einkehren, wo Mönche Poker spielen, ein junger Mann seine alte Tante umzubringen versucht und ein Hutmacher sich masochistischen Spielchen hingibt. Ein Ausbilder der Gendarmerie hat keinerlei Autorität; ein „Dichter-Mörder“ zielt von der Tour Montparnasse auf seine Opfer; ein Polizeipräfekt wird verhaftet; ein Leutnant lässt eine Statue exhumieren, zum gemeinsamen Kacken trifft sich die Gesellschaft – zum Essen zieht sie sich heimlich zurück.
=> http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gespenst_der_Freiheit (11/2007)]

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[…] „Mystery is a basic element of all works of art. It is generally lacking on the screen. Writers, directors and producers take good care in avoiding anything that may upset us. They keep the marvelous window on the liberating world of poetry shut. They prefer stories which seem to continue our ordinary lives, which repeat for the umpteenth time the same drama, which help us forget the hard hours of our daily work. And all this, of course, carefully watched over by traditional morals, government and international censorship, religion, good taste, white humour and other flat dicteria of reality.“

From :“A Statement“ by Luis Buñuel – Film Culture, No. 21, 1960
=> ubu.com/papers/bunuel_luis-statement.html

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[…] „Buñuel arbeitete mit Salvador Dalí und der Pariser Surrealisten-Gruppe um André Breton zusammen. Das bekannteste Werk aus dieser Zeit ist Un Chien Andalou (Ein andalusischer Hund) von 1929. In seinen späteren Filmen tauchen immer wieder surrealistische Elemente auf, ohne dass sich die filmische Arbeit darin erschöpfen würde. Eines der zentralen Themen seiner Filme ist der Kampf gegen ein in sinnloser Wiederholung erstarrtes Bürgertum.“

Aus: „Luis Buñuel (22. Februar 1900 – 29. Juli 1983)“ (11/2007)
=> http://de.wikipedia.org/wiki/Luis_Bu%C3%B1uel

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Selections from FILM CULTURE Magazine (1955-1996)
„Founded in 1954 by Jonas and Adolfas Mekas, the New York-based magazine FILM CULTURE began by covering Hollywood cinema and evolved into the primary voice of independent and avant-garde cinema with a total of 79 issues spanning the years 1955-1996.“
=> http://www.ubu.com/papers/film_culture.html

lemonhorse / 1 November 2007 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text / 0 Comments

[Dokument des Grauens… (Horrorfilm Chronik)]

[…] schon die ersten Filme waren Horrorfilme: „Das Cabinet des Dr. Caligari“, „Der Golem“, „Nosferatu“. Zwischen filmhistorischen Erörterungen geht Ramge in ausführlichen und hervorragend recherchierten Filmbesprechungen tiefer in die Materie, als es wohl je ein Filmkritiker getan hat. Bei manchen Filmen hangelt er sich quasi von Szene zu Szene und beleuchtet haarklein mit einer Genauigkeit, wie sie nur Enthusiasten aufbringen können, Stärken und Schwächen der Produktion. All dies in einer geschliffenen Sprache, so dass es zum Vergnügen gereicht, seinen stets kurzweiligen Ausführungen zu folgen.

„Das Dokument des Grauens“ ist noch weit von seiner Fertigstellung entfernt: Ralf Ramge hat sich bislang (Version vom 14. August 2006) gerade einmal bis zum Jahr 1932 vorgearbeitet

[Über „Das Dokument des Grauens“
(Posted by Julian von Heyl in Buchkritik at 07.09.06]
Quelle: echolog.de/buchkritik/das_dokument_des_grauens.shtml

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[…] Das Dokument des Grauens stellt den Versuch dar […] eine umfangreiche Chronik des Horrorfilms auf die Beine zu stellen. Der Auslöser für den Start dieses Projektes war, daß ich eigentlich ein Buch suchte, welches sich mit genau diesem Thema ausgiebig befasst und gleichzeitig eine Enzyklopädie darstellt, Kritiken bedeutender Filme beinhaltet und Hintergründe vermittelt.
Nun, so etwas war aber weder in Europa noch in den USA aufzutreiben – nur extrem im Umfang eingeschränktes Material oder Versuche von Enzyklopädien im Stile von Frank Trebbins Die Angst sitzt neben Dir oder die von Phil Hardy herausgegebene The Aurum Encyclopedia of Horror, welche leider noch nichtmal korrekte und für filmhistorisch Interessierte Leser wichtige Daten zu den gelisteten Filmen beinhalten, wie z.B. Originaltitel.
(Ralf Ramge)
http://retro-park.de/

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„Das Dokument des Grauens“ Von Ralf Ramge
(815 Seiten, pdf, Stand: 31. August 2006)
Der Text dieser PDF-Dokumente unterliegt der CreativeCommons Attribution-NonCommercial License.
=> retro-park.de/pdf/Das_Dokument_des_Grauens.pdf

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LASER#17: Kinoflimmern und Filmwahrnehmung

lemonhorse / 27 Oktober 2007 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text / 0 Comments

[Bewältigungsstrategien zum Internet… ]

«Ich habe Gott sei Dank Leute, die für mich das Internet bedienen.»
Michael Glos, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, im März 2007.

«Browser. Was sind’n jetzt nochmal Browser?»
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries im Juni 2007, nachdem ARD-Kinderreporter sie aufforderten, “doch mal ein paar verschiedene Browser, die es gibt”, zu nennen.

«Ins Internet bin ich, glaube ich, einmal oder zweimal bisher gegangen. »
Hans-Christian Ströbele, MdB (Grüne), zu den Kinderreportern auf die Frage: “Benutzen Sie auch Internet?”

«Die Seuche Internet garantiert, dass die Bilder auf immer abrufbar sein (…) werden.»
Stefan Kornelius im Januar 2007 in der Süddeutschen Zeitung über das aufgetauchte Handyvideo von der Hinrichtung Saddam Husseins.

«Das WWW ist auch maßgeblich für die Infantilisierung und Idiotisierung der Öffentlichkeit verantwortlich.»
Henryk M. Broder, Publizist, im Tagesspiegel, 09.01.2007.

«Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt.»
Hans-Ulrich Jörges vom Stern im Juni 2007 über die “Blog-Szene”

«Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern?»
Jean-Remy von Matt im Januar 2006 über Weblogs, die “Klowände des Internets”.

«Seit Internetnutzer ihre Bilder und Texte unkontrolliert auf extra dafür geschaffene Webseiten stellen können, scheint die Moral im Netz endgültig erodiert. Gewaltvideos und selbst gedrehte Pornos sind besonders beliebt. Auf Blogs, eine Art von Internettagebüchern und Kommentarseiten, beschimpfen sich User gegenseitig als Idioten oder drohen einander Schläge an.»
Marco Stahlhut im April 2007 anlässlich der re:publica bei Welt Online

«Blogs sind ja eine Aneinanderreihung von persönlichen Befindlichkeiten von Leuten, die eigentlich für den Journalismus oder für die Öffentlichkeit keine wirkliche Bedeutung haben.»
Manfred Bissinger, vielfacher ehemaliger Chefredakteur, im Deutschlandfunk, Mai 2007.

«Das Internet ist heute so etwas wie die universelle Plattform des heiligen Krieges gegen die westliche Welt. Es ist Kommunikationsmedium, Werbeträger, Fernuniversität, Trainingscamp und Think Tank der Islamisten zugleich.»
Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister, 14.09.2007.

«Das Internet hat kein Gewissen. Es ist eine Datenbank. Das Internet ist nicht menschlich (…). Im Internet sind wir alle leblose Puppen, synthetische Produkte.»
Franz Josef Wagner, BILD-Kolumnist, 23.11.2006.

«Wir haben das Internet als interaktives Medium überschätzt»
Dieter Gorny, Medienmanager, im November 2002.

«Blogger verdienen nach meiner Ansicht nicht den Schutz des
Artikel 5.»
Stephan Holthoff-Pförtner, Gesellschafter der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”, auf dem Medienforum NRW 2007.

Aus: „Die 50 besten Zitate übers Internet“ Von Florian Steglich
– 27. September 2007 –
Quelle: medienlese.com/2007/09/27/die-50-besten…

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Nachträge:

„Das Internet verkommt zu einem Debattierklub von Anonymen, Ahnungslosen und Denunzianten. […] Sie zerfleddern – wie es gerne auch wir Zeitungsmenschen tun – jedes Thema. Sie tun dies aber oft anonym und noch öfter von keiner Sachkenntnis getrübt. Sie zetteln Debattenquickies an, pöbeln nach Gutsherrenart und rauschen dann zeternd weiter. Sie erschaffen wenig und machen vieles runter. Diese Diskutanten des Netzes sind der Diskurstod, getrieben von der Lust an Entrüstung. Haben wir Entrüstung gesagt? Setzen Sie dafür bitte beliebig ein: Sabotage, Verschwörung, Häme, Denunziation, Verächtlichmachung, Hohn, Spott. Ja, wir müssen uns die Kräfte des freien Meinungsmarktes als äußerst destruktiv vorstellen.“ (Bernd Graff, SZ, 07.12.2007) / Quelle: http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/211/146869/

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… “Wir lernen: Das Internet ist außerhalb der Sphäre professionell Informationen verarbeitender Markenartikler vielfach nur globaler Stammtisch, oftmals sogar Spielfläche von Deppen, Fälschern und Verrückten. Also Obacht. ” (Aus “Internet-Amok” Von Ulrich Clauss, 14. März 2009, welt.de)

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[…] Mathew Ingram points out that at a recent panel discussion the CEO of Sony Pictures, Michael Lynton, said: „I’m a guy who doesn’t see anything good having come from the internet. Period.“
From: „Sony Pictures CEO: Nothing Good Has Come From The Internet“ (2009.05.15)
Source: http://www.techdirt.com/articles/20090515/1301064900.shtml

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tbc.

lemonhorse / 17 Oktober 2007 / Cinema.Exposure, Electro.Labor, Found.Stuff, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[erwarte ich dort ein Filmarchiv… ]

Ingmar Bergman (*14. Juli 1918 †30. Juli 2007)

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[Bilddetail aus „Das Siebente Siegel“ (1957)]

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„[…] Nach Drehschluss seines letzten Filmes im Jahr 2003 sagte Bergman: „Wenn ich in den Himmel komme, erwarte ich dort ein Filmarchiv.“ Es möge dem gläubigen Gottsucher sein immer schweigender Gott diese Erwartung erfüllen.“ (Aus: „Tod des Gottsuchers“ Von JÖRG SUNDERMEIER, taz 31.07.2007| Quelle)

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„[…] Die Zwänge zu Action und Entertainment hat er souverän ignoriert.“ (Aus „Sinnsucher in einer gottlosen Welt“ von Gerhard R. Koch | Quelle)

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„Ulrich Gregor: […] Es war in den früheren Filmen das Ringen um die Religion und um den Glauben, und in den späteren Filmen waren es die Abgründe der Seele, was sich im menschlichen Inneren verbirgt, wo die Unsicherheiten, Ängste und Aggressionen eigentlich herkommen. In Variationen kann man das in jedem einzelnen seiner Filme nachweisen…“ (Aus: „Welche Bedeutung hatten Ingmar Bergmans Arbeiten für den Europäischen Film? (Interview; Heiner Martin sprach mit Ulrich Gregor, 30.07.2007) | Quelle)

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„[…] „Bergman war eine komplizierte Person, die dank ihrer Kreativität überlebt hat“, sagte der Krimiautor [Henning Mankell].“ (Aus: „Abschied vom Seelenmagier des Kinos“ Von Karin Zintz und Thomas Borchert; 31.07.2007 | Quelle)

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„[…] In einem Interview sagte er 2001 der Nachrichtenagentur Reuters, zeit seines Lebens hätten ihn persönliche Dämonen getrieben – sie hätten ihn sowohl gepeinigt als auch inspiriert.“ (Aus: „Filmregisseur Ingmar Bergman gestorben“ (baz.ch, 30.07.07) | Quelle)

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„[…] «Wenn ein Film im TV von Empfehlungen für Mahlzeiten, Motorräder und Damenbinden unterbrochen wird, gerate ich in Zorn.» (Ingmar Bergman) | (Aus: „Der Meister der metaphysischen Trostlosigkeit“ von Thomas Borchert (DPA), 07/2007 | Quelle)

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„[…] Privat hat der seit 1995 verwitwete Künstler Höhen und Tiefen hinter sich gebracht, von denen sechs Ehen, acht Kinder und das Geständnis zeugen: „Ich war von der Sexualität besessen, die mich zu ständiger Treulosigkeit und Zwangshandlungen trieb““. (Aus: „Ingmar Bergman – der Psychologe des Kinos ist tot“ Von WZ Online/APA; 30. Juli 2007 | Quelle)

lemonhorse / 31 Juli 2007 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text / 0 Comments