[Zombie (Eine kaum verklausulierte Travestie)… ]

SZ, (5. August 2017):“ … Viele Unternehmen werden nur künstlich am Leben erhalten. Sie machen seit Langem Verluste, verschwinden aber trotzdem nicht vom Markt. … Dennoch finden sie Investoren, die sie finanzieren. Die Rede ist von Unternehmen, die es nach den Regeln der Marktwirtschaft nicht mehr geben dürfte, die weiter existieren, Produkte herstellen und Mitarbeiter beschäftigten, obwohl sie unter normalen Umständen längst pleite sein müssten. Die Rede ist von sogenannten Unternehmenszombies, von untoten Betrieben. Sie sind statistisch erfasst. Ihre Zahl lag im vergangenen Jahr bei 17 702 Firmen. … Besonders groß ist das Problem in Italien, Portugal und Spanien. Aber auch in Deutschland gibt es Zombies. … “ | Aus: „Zombie-Firmen bedrohen die Wirtschaft“, http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/firmenpleiten-zombie-firmen-bedrohen-die-wirtschaft-1.3616490

20min.ch (12. August 2017):“ … Nazis und Zombies – diese Kombination wird ab dem 3. November wieder für Freude unter Shooter-Fans sorgen. Denn nicht nur der … Blockbuster «Call of Duty: WWII» wird dann erscheinen, sondern auch der neue Zombie-Ableger. Der Horden-Modus hat sich in den letzten Jahren etabliert und erfreut sich zunehmend grosser Beliebtheit. … Im Gegensatz zum Hauptspiel muss man kein schlechtes Gewissen haben, wenn man sich durch Horden von untoten Nazi-Schergen metzelt. Krieg darf und soll da Spass machen, zumal der Fantasy-Faktor den Zombie-Mode von jenen moralischen Bedenken befreit, die bei «CoD» immer mal wieder auftauchen. … Die Kombination aus dreckigem Realismus und fiktiven Elementen mache ihren Zombie-Modus so effektiv, sagten die Entwickler in einem Interview. … «Wir haben mehrere Inhaltsebenen im Spiel. Ein Grossteil davon wurde für pure Unterhaltung designt – will heissen: Du hast Angst, aber du hast auch jede Menge Spass.» … “ | Aus: „Zombies, Nazis und kultige Stars“, http://www.20min.ch/digital/games/story/23957149

Kai Müller (17.07.2017): “ … [George A. Romero] verdankt das Kino eine psychodynamische Umprogrammierung, die der Schriftsteller Daniel Kehlmann in einem Interview mit dem SZ-Magazin einmal damit erklärte, dass der Zombie-Film jedem von uns den Blick des Psychopathen gewähre: „Der Zombie als Figur ist eigentlich uninteressant, er hat keine Aura, aber genau darum geht es: Durch ihn können wir Mitmenschen als seelenlose Wesen sehen, die man ohne Mitleid wegballern kann. Für einen Psychopathen wären alle Menschen Zombies, genau das bestimmt den Blick des Psychopathen auf seine Mitmenschen.“ – Nach dieser Logik steht der Zombie-Film für die Sehnsucht des Spießers, sich aller anderen Spießer um sich herum zu entledigen. Man darf die Täterperspektive ausleben, ohne Bestrafung fürchten zu müssen: ein radikales, anarchistisches Befreiungsprogramm, geleitet vom totalen Wahn der Rechthaberei. Wie nah diese idiotische Selbstermächtigung der Wirklichkeit zuweilen kommt, demonstrieren die Amokläufe in den USA ebenso wie die NSU-Morde und die Verwüstungsorgien linker Autonomer. Wodurch immer sie sich legitimiert wähnen, Romero war ihnen einen Schritt voraus. … “ | Aus: „Zombies und der Tod von George A. Romero Friss oder stirb“, http://www.tagesspiegel.de/kultur/zombies-und-der-tod-von-george-a-romero-das-phaenomen-reicht-bis-weit-in-die-romantik-zurueck/20072060-2.html

presetfreund (12.08.2017 08:48): “ … Die schlüssigste Interpretation der Figur des Zombie lieferte Romero bereits mit seinem zweiten (in der Wahrnehmung vieler: dem ersten) modernen Zombiefilm „Dawn of the Dead“, in dem die Zombies in der Mall herumtorkeln: eine kaum verklausulierte Travestie des Menschen in der modernen Leistungsgesellschaft, der als Glücksversprechen nichts anderes erhält als sinnlosen Konsum und Überfluss. Der Zombie denkt nicht in Zusammenhängen, konsumiert zweckfrei und verbreitet sich krebsartig. Gibt es eine bessere Metapher für unser Leben im Betäubungskonsum und einem Wirtschaftssystem des Wachstums um jeden Preis? – Das Konsumieren (Fressen) macht den Zombie nicht glücklich; er kennt vielmehr überhaupt keine Gefühlsregungen – abgesehen von genervtem Grunzen, wenn etwa eine Beute ihm entwischt. Dennoch will er stetig weiter konsumieren. … Erkennt sich hier jemand wieder? – Die Konsumtätigkeit des Zombies ist komplett sinnlos. Sehr anschaulich wird dieser Umstand in einem weiteren Zombiefilm illustriert, in dem ein abgeschlagener, gleichwohl noch durchaus aktiver Kopf, jemandem einen Finger abbeißt. Der Finger wird geschluckt, erscheint aber im nächsten Moment, wenig angekaut, am unteren, offenen Ende der durchtrennten Speiseröhre. Bon appetit! …“ | https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Zombies-in-der-Kultur/Die-schluessigste-Interpretation-der-Figur-des-Zombie/posting-30856925/show/

lemonhorse / 14 August 2017 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Schatten #5… ]

Vampyr – Der Traum des Allan Grey (D/F/1932)
R: Dreyer, K: Maté, D: Dreyer (nach Le Fanu)

“ … Durch den Einsatz spezieller Kamerafilter (teilweise aus Gaze) und einer ausgefeilten Beleuchtungstechnik (die Außenaufnahmen wurden bei Morgen- bzw. Abenddämmerung gedreht) erzeugte Dreyer eine unheimliche und traumartige Atmosphäre. …“ | Aus: „Vampyr – Der Traum des Allan Gray“, https://de.wikipedia.org/wiki/Vampyr_%E2%80%93_Der_Traum_des_Allan_Gray (28. April 2017)

Impuls via [Trotz der vielen subtilen psychologisch-psychoanalytischen Ansätze, verfällt Dreyer auch immer wieder auf einfache filmische Taschenspielertricks, die an frühe Filme der Lumières und Méliès erinnern; so wenn Schatten scheinbar eigenständig über die Wand gleiten, oder rückwärtsabgespielte Aufnahmen Verwunderung erregen sollen. …]

lemonhorse / 12 Juli 2017 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Zwischen Lust und Melancholie #3… ]

ImZeichenDesLoewen1959b

ImZeichenDesLoewen1959a

„Im Zeichen des Löwen“ (Éric Rohmer: Le signe du Lion, 1959)

// “ … Die noch nicht gänzlich vorhandene Handschrift des Dialogmeisters verzeihe ich dem Film aber in der Tat recht gern, denn auf einer Ebene zwischen Armut und Reichtum, stellt er einen durchaus interessanten Beitrag zur Thematisierung der Klassenunterschiede dar, so begleiten wir den Hauptprotagonisten derart direkt, als stünden wir tatsächlich dicht neben ihm, als wären wir es, jene „Beteiligten“ könnte man beinahe sagen, die sich sein Leid höchstpersönlich vor Augen führen müssten – wir, die wir das Leid somit gewissermaßen teilen und mittragen. …“ (C.S. Filmkunst am 13. Oktober 2016)

// “ … Im heissen August in Paris. Und nun sehen wir ihn durch die Strassen laufen, auf der Suche nach jemandem, der ihm Geld leihen kann. Aber alle Freunde sind im Urlaub. Also das ist kein Film, in dem jetzt ploetzlich einer in der Gosse landet, es ist viel glaubwuerdiger, es wird so erzaehlt, wie es jedem, der in seinem Leben mal mit sehr wenig Geld auskommen musste, ergehen kann. Wenn du ploetzlich nichts in der Tasche hast, und nicht weisst, wohin. Seine Touren durch die Strassen sind bedrueckend, alles an Originalschauplaetzen gedreht …“ (Daniel Zynda am 21. Februar 2017)

lemonhorse / 22 April 2017 / Cinema.Exposure, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Ennio Morricone #7… ]

Musik: „Amore Come Dolore“ (Ennio Morricone, 1970)

// From an obscure Italian thriller Le Foto Proibite di una Signora Per Bene / The Forbidden Photos of a Lady Above Suspicion / The Secret Picture of a Respectable Woman (1970)

// “ … Camera Obscura … Italian Genre Cinema … In den 1980er Jahren war Pront Video eines jener Labels, die unter reißerischen Titeln eine wilde Mischung aus vergessenen Perlen und lachhaftem Trash im Programm hatten. In die erste Kategorie fällt FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT, dessen deutscher Titel ähnlich haarsträubend wie SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL anmutet … Wobei hier weniger Schockierendes auf der visuellen Ebene geliefert wird, als in der kruden Psychologie, die ganz auf den ‚weiblichen Masochismus‘ abhebt, wie ihn Freud konstatierte. „Ich würde mich gerne mal vergewaltigen lassen…“ sagt hier die Freundin der Protagonistin ganz nebenbei beim Kaffeeplausch … Ercoli [arbeitet] eher psychologisch als reißerisch, was den Film jedoch nicht weniger kontrovers macht. Er … schafft eine Atmosphäre psychosexuellen Drucks, der sich deutlich über die sorgfältige Breitwandfotografie und den loungigen Morricone-Score vermittelt – ein Edel-Giallo mit sadomasochistischen Anklängen. … “ Quelle: http://www.ikonenmagazin.de (2012?)

// [ “ … Obskurität (von lateinisch obscuritas „Dunkelheit, Unverständlichkeit“) bezeichnet eine Verdunkelung im übertragenen Sinn einer Undeutlichkeit. Das zugehörige Adjektiv obskur wird im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert in der Bedeutung „dunkel, unbekannt, verdächtig, [von] zweifelhafter Herkunft“ verwendet. … Heinrich Heine schätzte Anfang des 19. Jahrhunderts das Wort und ordnete zahlreiche Zeitgenossen, insbesondere die Anhänger einer rückwärtsgewandten Romantik, dem Obskurantismus zu. … Meyers Konversationslexikon in der Ausgabe von 1888 erklärt die Obskuranten schließlich zu „Finsterlingen“: „Obskurantismus (lat.), Gegensatz zu Aufklärung …, sowohl die Hinneigung zur geistigen Dämmerung als das System, alle Aufklärung von andern abzuhalten. Die Anhänger des O. heißen Obskuranten (Finsterlinge).“ … In aktuellen Wörterbüchern und Lexika ist der Begriff Obskurantismus [ ] weiterhin präsent, als Bestreben, andere Menschen absichtlich „in Unwissenheit zu halten, ihr selbstständiges Denken zu verhindern und sie an Übernatürliches glauben zu lassen.“ …“ —> de.wikipedia.org] (2017)

// [ „… Teilweise wurde in Barcelona gedreht. Der Aussichtsturm Torre de Sant Sebastià am Hafen spielt eine nicht unerhebliche Rolle. … Auf Schnittberichte.com wird Ercolis Werk als „Psycho-Thriller der Spitzenklasse“ bezeichnet. Zu dieser zählt laut Christian Ade von Filmtipps.at der Erotikthriller gerade eben nicht, aber an Spannung – erzeugt durch „eine gewisse Unvorhersehbarkeit und Plot twists [*]“ – fehle es ihm auch nicht. „Spannung bis zuletzt“ bestätigt auch das italienische Online-Magazin Futuro Europa in seinem Filmreview anlässlich des Todes Luciano Ercolis. Zudem wird der Soundtrack dort als eindrucksvoll bezeichnet. …“ —> https://de.wikipedia.org] (2017)

// [ * … When a plot twist happens near the end of a story, especially if it changes one’s view of the preceding events, it is known as a surprise ending. —> https://en.wikipedia.org/wiki/Plot_twist ] (2017)

// [ Luciano Ercoli (1929 – 2015) —> https://de.wikipedia.org/wiki/Luciano_Ercoli] (2017)

lemonhorse / 20 April 2017 / Akustische.Wellen, Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #60 … ]

DerTagBrichtAn

Der Tag bricht an (Le jour se lève) Marcel Carné (1939)

Jochen Kürten (02.10.2014): “ … Die französischen Filme der 1930er Jahre waren oft von einer fatalistischen Grundhaltung geprägt, die filmischen Charaktere in einer Mischung aus Melancholie und Widerstand gegen Bürgertum und Staat gezeichnet. …“ | http://www.dw.com/de/restauriert-der-tag-bricht-an/a-17954177

“ … Alle Illusionen von der Überwindung existenzieller Nöte und wahrer Menschlichkeit sind angesichts des drohenden Krieges … vergangen. Trotzdem schimmert auch in diesem Film noch etwas von der Sehnsucht nach dem großen Glück zwischen Fabrikschloten und Großmaschinen durch. Die Poesie wird durch ein Blumenmädchen verkörpert, das sich auf ein Fabrikgelände verirrt und dort den Arbeiter Gabin kennen lernt. …“ | https://www.koki-freiburg.de/2005/0505/frankreich.html

“ … Eines Abends folgt er ihr heimlich in ein Varieté, wo sie den Auftritt des Hundedompteurs Valentin bewundert, mit dem sie eine Affäre hat. Frustriert lässt François sich auf eine oberflächliche Beziehung mit Valentins Exgeliebter Clara ein. Trotzdem kann er Françoise nicht vergessen. … — [(… Während der Herrschaft des Vichy-Regimes war die Aufführung des Films verboten.)] …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Tag_bricht_an

lemonhorse / 23 März 2017 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 28 Februar 2017 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

lemonhorse / 30 Januar 2017 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Fellini #18… ]

„A director´s notoebook“ by Federico Fellini shot in 16mm (54 Minutes, 1969) | Fellini discusses his views of making motion pictures and his unorthodox procedures. He seeks inspiration in various out of the way places. During this film viewers go with him to the Colisseum at night, on a subway ride past Roman ruins, to the Appian Way, to a slaughterhouse, and on a visit to Marcello Mastroianni’s house. Fellini also is seen in his own office interviewing a series of unusual characters seeking work or his help.

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lemonhorse / 7 Januar 2017 / Cinema.Exposure, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel, Traum.Log / 0 Comments

[24 Stunden Langstrasse (Zürich, 1971)… ]

Hier blühen Blumen, dort welken Gesichter

David Sarasin „Die unbekannte Langstrasse“ (tagesanzeiger.ch, 25.11.2016): “ … Im Plattenladen im Kreis 4 steht im Regal mit den Neuigkeiten eine Platte mit dem Titel «Zwischen 12 und 12 – 24 Stunden rund um die Langstrasse». Komponist: Bruno Spoerri. Jahr: 1971. Herausgeber: das englische Label Finders Keepers. Der Fund wirft Fragen auf. … Man munkelt, dass es diesen Film gar nicht gibt. Auf der Platte ist auch der Regisseur vermerkt. Anruf bei Gianni Paggi. Er lebt noch in Zürich. Ja, er habe diesen Film vor 45 Jahren für das Schweizer Fern­sehen gedreht. … Paggi […] begab sich ­zusammen mit dem Radiomoderator Max Rüeger an die Zürcher Langstrasse und «filmte einfach drauflos», wie er sagt. Seine Idee war eine Dokumentation über die verborgenen Winkel jenes Viertels, das er als zugezogener Tessiner bereits kannte. … Der 40-minütige Film, der aus diesem Streifzug resultierte, lief 1972 an einem Wochentag zur Hauptsendezeit direkt nach den Nachrichten. Stapi Sigmund Widmer soll nicht erfreut gewesen sein über das ungeschönte Porträt dieses verruchten Winkels seiner Stadt. Ansonsten blieb der Skandal aus – trotz Alkis, Nacktaufnahmen in den Stripclubs und Joints in Studenten-WGs. Bald darauf verschwand der Film im Archiv. … «Vieles war gestellt», sagt Paggi, «doch die Leute waren echt.» …“ >> http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/bellevue/die-unbekannte-langstrasse/story/11300299

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lemonhorse / 3 Januar 2017 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Im Spiegel #6… ]

theservant

„The Servant“ (1963) // … „Es ist ein Film über Besitzansprüche; nicht nur, wer was besitzt, sondern wer wen besitzt.“ (Zitiert nach: Harold Pinter. In: Thomas Koebner unter Mitarbeit von Kerstin-Luise Neumann (Hrsg.): „Filmklassiker. Beschreibungen und Kommentare.“ 4 Bde. Reclam, Stuttgart 1995) | // https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Diener_(1963)

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lemonhorse / 30 November 2016 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

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