[Mythen meiner Kindheit #4… ]

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// Michael Buselmeier (3. März 1995): “ … Tim (im Original Tintin) ist ein rätselhafter Held, wie Lohengrin unnahbar und unerklärbar. Halb Knabe, halb Übermensch, mit rotblonder Haartolle und rundlichem Stupsnasengesicht, ist er seit 1929 überall in der Welt, wo Unrecht geschieht, zur Stelle, um der guten Sache zu dienen, anfangs mit politischem Auftrag („Tim im Land der Sowjets“), bald jedoch Sklavenhändlern, Falschmünzern und Rauschgiftdealern auf der Spur. Er beginnt als Antikommunist und endet an der Seite von Guerilleros („Tim und die Picaros“, 1975). Zwar nennt er sich stets Reporter, aber er arbeitet eigentlich nie journalistisch, sondern nur als Detektiv. Er ist übergescheit und asketisch, ein Verkleidungskünstler, er beherrscht sämtliche (Kampf-)Techniken und Waffen, weiß einen Tiger zu bändigen; ein Flugzeug, ein Unterseeboot, eine Mondrakete zu steuern, immer begleitet und unterstützt von Struppi, dem Foxterrier, der alle Handlungen witzig kommentiert, und von Haddock, einem polternden, versoffenen Kapitän. …“ | http://www.zeit.de/1995/10/Tintin_auf_dem_Venusberg/komplettansicht

// “ … Einem deutschsprachigen Publikum wurden Tim und Struppi erstmals am 9. Februar 1952 im Hamburger Abendblatt mit Tim auf der Jagd nach dem geheimnisvollen Zepter vorgestellt. In dieser Zeitung erschienen bis 1971 insgesamt 16 der Abenteuer, einige als deutsche Erstveröffentlichung. Ebenfalls ab 1952 brachte der belgische Originalverlag Casterman die ersten deutschsprachigen Tim-und-Struppi-Alben auf den Markt: die Tim, der pfiffige Reporter betitelte Hardcover-Reihe erschien bis 1963; seit 1967 erscheinen die Softcover-Alben des Carlsen Verlags. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Tim_und_Struppi (19. November 2016)

lemonhorse / 21 November 2016 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

[Wissensordnung und Sprachgebrauch (Immobilien-Sprech) #2… ]

// radikaleheiterkeit hat gesagt (8. Oktober 2016 um 16:42): “ … Wenn das Kind im Vorschulalter noch nicht weiß, was „Verpiss dich“ heißt, wird es wirklich höchste Zeit, umzuziehen. In irgendeine Gegend, die noch etwas mehr „urbanes Flair“ besitzt (Immobilien-Sprech für Nutten, Junkies und Pisse im Hausflur). Wedding, nördliches Schöneberg, Karshorst … “ | Found: https://kiezneurotiker.blogspot.de/2016/10/wenn-prenzlauer-berg-interveniert.html

// … die Einsicht, dass die Sprache die Realität nicht bloß abbildet, sondern mittels ihrer Kategorien und Unterscheidungen auch herstellt. Typischerweise ist mit dieser Perspektive auch eine Abkehr von einer objektivistischen Sicht auf die Gesellschaft verbunden… | http://de.wikipedia.org/wiki/Poststrukturalismus

lemonhorse / 10 Oktober 2016 / Fraktal.Text, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Mythen meiner Kindheit #2… ]

Gene Wilder
Everything You Always Wanted to Know About Sex* (*But Were Afraid to Ask) // (1972)

Gene Wilder (* 11. Juni 1933 in Milwaukee, Wisconsin als Jerome Silberman; † 29. August 2016 in Stamford, Connecticut) || “ … at his own brand of complex vulnerability Gene Wilder has never been surpassed. … As Wisse writes, the schlemiel is a figure whose “nature permits him to live joyously, without unnecessary defenses” despite the suffering he endures. … The shlemiel “continues to dream, or to fight for love, or to seek it…” …“ >> Quelle: http://forward.com/culture/349138/why-we-need-to-remember-gene-wilder-in-the-frisco-kid/? by Laura Hodes (02.09.2016)

// Impuls via https://welteninwelten.blogspot.de/2016/09/no-one-here-gets-out-alive-456-gene.html

lemonhorse / 5 September 2016 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

lemonhorse / 24 Juli 2016 / Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

[Subjektivität & Selbstverständnis (Fotografie) #4… ]

“ … Die helle Kammer (La chambre claire, Paris 1980) ist ein Essay des französischen Philosophen Roland Barthes. Barthes vermittelt hier die Möglichkeit, eine Phänomenologie und ein Kompendium der Photographie entwickeln zu wollen. Der zweite Teil hingegen ist sehr intim, womit er lehrhafte Aussagen zur Photographie aus dem ersten Teil wiederum demaskiert. In diesem Teil erscheint das für seinen medientheoretischen Diskurs über die Photographie wichtigste Photo, das als einziges Photo in dem Band nicht abgedruckt ist. Es ist eine Kindheits-Photographie seiner Mutter, auf die er bei der Suche nach dem für ihn Wesentlichen seiner Mutter beim Durchstöbern der Fotos nach ihrem Tod zufällig stößt. Barthes stellt somit die Subjektivität in seinem Diskurs über die Photographie heraus: „Es existiert ausschließlich für mich (…) bestenfalls würde es für Ihr Studium von Interesse sein: Epoche, Kleidung, Photogenität; doch verletzen würde es Sie nicht im mindesten.“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_helle_Kammer (7. Februar 2016)

lemonhorse / 14 Juli 2016 / Fraktal.Text, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

[Ewigkeit & Widerspruch #1… ]

Aus: „Der gnadenlose Begriff“ (Klaus Baum, 12. Juli 2016): “ … Schiller spricht von der Ausbildung des Empfindungsvermögens, damit der Reflexion aufs differenzierteste Inhalte zufließen, sie gleichsam gegen ihren Abstraktionscharakter sich zur Wehr setzt, ihn nicht als unüberwindbares Hindernis hinnimmt. Mit der Idee solcher Anstrengung, die im übrigen Ähnlichkeiten mit Buster Keatons Versuchen hat, die Schwerkraft zu besiegen, verbinde ich die Vorstellung, daß Philosophie nicht nur dazu dient, ihre jeweilige Zeit in Gedanken zu erfassen, sondern daß der Philosoph an sich selber arbeitet, das eigene Ich mit Hilfe des Denkens durchbildet, eine Art Aufmerksamkeit und selbstkritischer Wachheit entwickelt für die jeweilige Situation, für das dem Augenblick angemessene Verhalten. Philosophie ist für mich nicht nur ein Training des Denkvermögens, eine Demonstration theoretischer Stärke, sondern sie ist ebenso eine Frage des Charakters, des Verhaltens, der praktizierten Humanität. …
Es gab in den sechziger Jahren eine kleine Anzahl von Schallplatten, Jazz und Lyrik. Neben Heine, Enzensberger und Rühmkorf, gab es auch eine Platte mit Gedichten von Gottfried Benn. Ich war damals Anfang Zwanzig, als wir in einem Freundeskreis diese Platten immer wieder hörten. Als ich mit meiner ersten langjährigen Freundin Ferien in einem Jugendlager in Sanary-sur-mer machte, schworen wir uns bei französisch gesungener Rock-Musik, bunten Lampen und lauer Sommernachtsluft ewige Treue. Als wir uns dann auseinanderlebten, ich mich aber am mein Versprechen gebunden fühlte, tauchten immer wieder folgende Verse von Benn in meinem Gedächtnis auf: „Hör gar nicht hin, die leisen und die lauten Beteuerungen haben ihre Frist.“ Diese machten mir allmählich bewußt, daß die Substantialität [Wesentlichkeit] einer Beziehung einen zeitlichen Index hat, daß sie vergänglich ist. Und immer, wenn ich mich dabei ertappte, aus einem Gefühlsüberschwang heraus zu ewigen Schwüren zu neigen, tauchten diese Verse überichhaft im Bewußtsein auf, um mich von Versprechungen abzuhalten, die ich auf Dauer nicht einzuhalten vermochte. In jeder neuen Sitiuation, die anders war als die vorhergehende und doch mit ihr Gemeinsamkeiten hatte, konkretisierte sich Benns Erfahrung in meiner eigenen. …“ | Quelle: https://klausbaum.wordpress.com/2016/07/12/der-gnadenlose-begriff/

lemonhorse / 14 Juli 2016 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Der psychische Apparat #1… ]

Memo: Schlaf, Subjektivität, Bewusstsein, Sprache dekodieren [Wahrnehmung der ‚Module des Bewusstseins‘] (6-7.07.2016): Ich liege im Bett und höre jemanden zu – es ist spät. Müdigkeit überkommt mich. Zum ersten mal in meinem Leben kann ich klar und bewusst erinnern, miterleben und wahrnehmen, dass meine Aufmerksamkeit dabei teilweise ausfällt (oder sollte ich von ’sich wegblendet‘ reden?). Ich höre Wörter, aber ich nehme sie nicht mehr als solche wahr. Ich dekodiere sie nicht mehr, ich werde sie später nicht erinnern können, ich gleite hinweg, die Wörter und Sätze zerfallen in dieser Zeit in Lautmalerei, der Ton wird leiser, verschwindet manchmal ganz, kommt wieder zurück, fällt dann wieder zusammen. Der Vorgang des Einschlafens: in Zeitlupe bemerke ich das Auseinanderfallen der Geisteskraft. Neu war für mich, das ich diesen Vorgang bei klarem Bewusstsein beiwohnen konnte (vielleicht nur so um die 20 Sekunden, aber immerhin). Ich merkte, dass ich die Gesprochene Sprache mehr als Information in mich aufnehmen konnte. Als würden Module des psychischen Apparates langsam abgeschaltet werden – bis dann etwas später wohl ganz die Lichter der Erinnerung und der Gedankenklarheit ausgegangen sein mögen.

lemonhorse / 7 Juli 2016 / Gedanken.Memo, Realitaets.Tunnel, Traum.Log / 0 Comments

[Eingespülte Sandkörner… ]

Während ich in der Nacht über den Boden gleite, sehe ich die meterlangen Mondschatten auf der Straße, oder sind es riesige Fledermäuse mit mächtigen Flügeln, oder sind es die schaukelnden Äste unter den Straßenlaternen? Dann kommen plötzlich Regengüsse, die Hose ist schon nass, die Haut wird kühl, das Fahrrad tropft, die Kugellager der Fußpedale knirschen durch eingespülte Sandkörner. Die Nacht ist kurz, die Musik zusammen mit dem schummrigen Rotlicht der Garage verflogen. Im Kopf hallt der Klang nach. Die Augen halb auf im Dunkel, denke zurück. Schreibe mit einem Füller und schwarzer Tinte in Gedanken einen Brief an Dich in die Vergangenheit. Möchte mich tief vor Dir verbeugen. Möchte echte Demut vor Dir bekennen. Möchte in deinem Gesicht nach einem flüchtigem Lächeln suchen. Geläutert wäre ich dann wohl ein bisschen – sollst Du denken. Sag mir, waren wir alle liebeskriminell? Wie konnte ich das vergessen. Weit weg von jener bedeutsamen Moral der in Würde gealterten Gedanken. Führe mich in die Zeit, genau dort an Ort und Stelle, wo ich in der Fahrt die Gedanken fabuliere. Schäme mich dafür. Für jedes Wort. Will es Dir dennoch alles schreiben. Jetzt durch das Treppenhaus, die Socken regentriefend. Und ein Teil vom eigenen Kopf versinkt in einem alten Kissen, das Fenster steht auf kipp. Für ein paar Stunden sinkt alles dahin, der Schlaf breitet seine Schwingen aus. Er kommt und geht wie der eigene Atem. Der Kaffee im Bett, schnell noch werden zwischen Tür und Angel zwei Küsse hingegeben. Jetzt ist wieder Tag. Rollend auf dem alten Eisenesel, die Kette surrt, kühler Wind, aber keine Stille auf dem Waldweg, blätter rauschen mächtig durch den Raum. Wieder auf der Straße, Wolkenschatten mit Lichtflecken gleiten in Windeseile über den verblichenen Teer. Im Industriegebiet ein Wohlgeruch von gerade erst geschnittenem Gras, daneben lärmen zwei Rasenmähermotoren. Hier steht ein Briefkasten am Weg, in den man Briefe einwerfen kann, die in der Vergangenheit landen. Ich werfe da nichts rein – wie heißt es so schön im Englischen: act your age.

lemonhorse / 6 Juli 2016 / Gedanken.Memo, Kiel.Refugium, Realitaets.Tunnel, Wortbrocken.Cafe / 0 Comments

[Memento mori #3… ]

The Isle of the Dead, Symphonic poem Op. 29 (Rachmaninov)
Royal Stockholm Philharmonic Orchestra
Sir Andrew Davis, conductor (1998)
Painting: „Isle of the Dead“, Arnold Böcklin

// „… Isle of the Dead, Op. 29, is a symphonic poem composed by Sergei Rachmaninoff, written in the key of A minor. He concluded the composition while staying in Dresden in 1908. It is considered a classic example of Russian late-Romanticism of the beginning of the 20th century. The piece was inspired by a black and white reproduction of Arnold Böcklin’s painting, Isle of the Dead, which Rachmaninoff saw in Paris in 1907. Rachmaninoff was disappointed by the original painting when he later saw it, saying, „If I had seen first the original, I, probably, would have not written my Isle of the Dead. I like it in black and white.“ …“ | https://en.wikipedia.org/wiki/Isle_of_the_Dead_%28Rachmaninoff%29 (30 April 2016) // “ … Böcklin … verlor acht seiner vierzehn Kinder … “ https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wassiljewitsch_Rachmaninow // https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Toteninsel

lemonhorse / 18 Juni 2016 / Akustische.Wellen, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Zur Wahrnehmungsblase (Realitätstunnel) #5… ]

Renaissance der Aufklärung #4 (07.06.2016): “ … Hervorheben möchte ich seine [Jan Philipp Reemtsma (7. Juni 2016) >> http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/03/jan-philipp-reemtsma-gewalt-menschen-grenzen-waffen-krieg] nüchterne, aber erschreckend treffende Bemerkung zur Bedeutung vom „Ich“ in Extremsituationen: „Die Vorstellung vom Ich kann nicht stabil bleiben, wenn die Wirklichkeit anzeigt, dass es darauf gar nicht ankommt.“ Vielen Dank für das bemerkenswerte Interview. …“| http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/03/jan-philipp-reemtsma-gewalt-menschen-grenzen-waffen-krieg?cid=6956686#cid-6956686

T1 #4.1 (07.06.2016): “ … Es kommt nicht auf das Ich an oder auf die Selbstwahrnehmung? Was bedeutet diese Aussage für Sie? …“

Krombacher #4.2 (07.06.2016): “ … Es bedeutet, dass das Ich gar nicht so wichtig ist, wie wir denken, und die Realität keine Rücksicht auf einen nimmt. Das überrascht einen manchmal, weil man sich intuitiv selbst für das Wichtigste auf der Welt hält. …“

Nachtigaller #4.3: “ … Ich verstehe das mit der Vorstellung vom stabilen Ich und der Wirklichkeit auch nicht (kann es eine Vorstellung vom Ich unabhängig von der Wirklichkeit geben?) …“

abifiz #4.4 “ … @T1 @Nachtigaller … Es geht um eine Abfolge von Ereignissen, bzw. Auswirkungen. Wir setzen zunächst jemanden voraus, dem es bisher gelungen ist, ein sehr stabiles (höchst resilientes) Ich „aufzubauen“. Jetzt setzen wir diesen Jemanden einer immanent ausweglosen, durchdauernd „entwirklichende“ Situation aus. In diesem Gedanken-Experiment kommt tendenziell jede menschliche Resilienz [psychische Widerstandsfähigkeit] irgendwann an ihr Limit. …“

lemonhorse / 8 Juni 2016 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

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