[Ordnung, Herrschaft und Interessen #45… ]

// “ … Die Methoden der mentalitätsgeschichtlichen Forschung reichen von mikrohistorischen Untersuchungen einzelner Regionen, Städte, sozialer Schichten oder Familien über die Analyse der Raum- und Zeiterfahrung …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Mentalit%C3%A4tsgeschichte

„kleiner Wagen grosse Liebe“ (D 1949 Volkswagen Dokumentation)
This 55 minute ‚infomercial‘ was shot in Germany in 1949. Even for the standards of those days the qalitiy of photographic is poor. The storyline is very thin and a bit staged. But realize that this movie was made only 4 years after the traumatic war… The film was a collaboration between Esso and the Wolfsburg volkswagen plant. // “ … Die frühen Werksfilme wie „Sinfonie eines Wagens“, „Kleiner Wagen große Liebe“ und „Aus eigener Kraft“ entwerfen in einer ganzen Reihe von Sequenzen ein heroisches Bild von der Industriearbeit. Das Einlegen der Bleche in die großen Pressen war zum Entstehungszeitpunkt dieser Filme noch echte Handarbeit. …“ | https://www.volkswagenag.com/presence/konzern/documents/history/deutsch/Heft16_DE.pdf (Aus: „Auto-Kino.Historisce Notate 16 Unternehmensfilme von Volkswagen in den Wirtschaftswunderjahren“)

Volkswagen AG (17. November 2017): “ … Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Volkswagenwerk auf die Produktion von Rüstungsgütern, unter anderem auch die Vergeltungswaffe V1, umgestellt. Dies organisierte vor allem Porsches Schwiegersohn Anton Piëch, der ab 1941 Werksleiter und einer der drei Hauptgeschäftsführer war. Von 1940 bis 1945 mussten dazu etwa 20.000 Menschen im Volkswagen-Werk Zwangsarbeit leisten, darunter Kriegsgefangene und Insassen von Konzentrationslagern. 1942 wurde eigens das KZ Arbeitsdorf angelegt, das allerdings Ende des Jahres wieder geschlossen wurde. Ab 1944 waren Zwangsarbeiter unter anderem im KZ-Außenlager Laagberg interniert. Am 10. April 1945 begab sich Anton Piëch mit 10 Millionen RM unter dem Vorwand der Verlegung der Konzernleitung über Neudek nach Zell am See, wo die Familie Porsche ein Anwesen besaß. Das Geld sollte für die Auslagerung eines Betriebsteils des Volkswagenwerkes von Neudek in das Allgäu verwendet werden, was aber nicht mehr möglich war. Die Gelder dienten der Finanzierung der Porsche KG. Bis November 1945 handelte Anton Piëch als Geschäftsführer der Volkswagenwerk G.m.b.H. und beglich Rechnungen der Porsche KG. Anton Piëch war Vater des späteren Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch. Die FAZ schrieb am 12. November 2006: „Porsche-Piëch und VW, das ist eine uralte Beziehungskiste. Der Einstieg des kleinen Sportwagenbauers Porsche beim größten Autohersteller auf dem europäischen Kontinent war in gewisser Weise der materielle Vollzug einer Verbindung, die schon immer da war.“ …“ Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Volkswagen_AG&oldid=171112961

Laura Burzywoda (November 2016): “ … Das Arbeiterforum reichte am 22. September des vergangenen Jahres einen Antrag bei der Bundesstaatsanwaltschaft in São Paulo ein mit dem Ziel, dass diese zivilrechtliche Ermittlungen gegen Volkswagen do Brasil einleitet. Der eingereichte Antrag umfasst Zeugenaussagen von ehemaligen Arbeitern sowie zahlreiche Archivdokumente, die nachweisen, dass es einen Austausch zwischen der Sicherheitsabteilung des Unternehmens und den staatlichen Sicherheitsapparaten gegeben hat.
„Dass VW nun das erste Unternehmen ist, gegen das wir vorgehen wollen, ist eigentlich nur Zufall“, erklärt Gabriel Dayoub, Mitarbeiter des Arbeiterbildungszentrums IIEP (Intercâmbio, Informações, Estudos e Pesquisas). „Bei der Suche im Archiv trafen wir auf so viele Dokumente, die Volkswagen betrafen, dass es sich uns aufdrängte, dort anzufangen.“ Immer wieder verweist Dayoub aber darauf, dass die Liste der Unternehmen, die unter Verdacht stehen, mit der Diktatur kollaboriert zu haben, lang ist, darunter nationale wie Embraer, Petrobrás und die Metrô, aber auch transnationale wie Krupp, Philips, Fiat u.v.m.
Die Zusammenarbeit mit dem Militärregime soll bereits in der Vorbereitung des Putsches begonnen haben. Es gibt Nachweise, dass Unternehmen, vertreten durch den Industrieverband des Bundesstaates São Paulo (FIESP), den Militärputsch finanziell unterstützt und damit aller Wahrscheinlichkeit nach erst ermöglicht haben. „Wir sprechen von einer ,zivil-militärischen Diktatur‘, da wir den Begriff ‚Militärdiktatur‘ für irreführend halten. Nicht nur Militärs, sondern auch zivile Akteure waren maßgebend beteiligt“, so Dayoub. …
Die Bundesstaatsanwaltschaft hat derweil zivilrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Seit Dezember 2015 fanden mehrere Anhörungen von Zeugen statt, darunter die der betroffenen Ex-Arbeiter Lúcio Bellentani, Tarcísio Tadeu, José Sobrinho Brás, Expedito Soares, João Batista sowie der Witwe des ehemaligen VW-Angestellten Amauri Dagnoni. Die Zeugen bestätigten, dass in der Fabrik ein raues Arbeitsklima herrschte. Die ArbeiterInnen standen unter ständiger Beobachtung, wurden innerhalb und außerhalb der Fabrik überwacht und ausspioniert. Die Sicherheitsabteilung des Unternehmens sammelte Informationen zu den auffällig gewordenen Angestellten. Es gab Eingangskontrollen, um zu verhindern, dass ArbeiterInnen Flugblätter und Aufrufe zum Streik auf das Werksgelände brachten. Der Arbeitsrhythmus war besonders in den Jahren des brasilianischen „Wirtschaftswunders“ Anfang bis Mitte der 70er stark beschleunigt. Die ArbeiterInnen wurden zu Überstunden gedrängt und die Anzahl der Arbeitsunfälle stieg gewaltig. „Viele Arbeiter wurden unter dem Druck verrückt“, erzählt José Sobrinho Brás, der von 1974 bis 1991 bei VW angestellt war. Er berichtet, dass es auch zu einigen Selbstmorden unter den Arbeitern kam. …“ | https://www.ila-web.de/ausgaben/400/festnahmen-und-repression-bei-vw-do-brasil

Stefanie Dodt und Peter Hornung (14.11.2017): “ … Es sind 406 Seiten, die die brasilianische Volkswagen-Tochter schwer belasten. In dem bisher unveröffentlichten Gutachten der Bundesstaatsanwaltschaft São Paulo wird VW Brasilien vorgeworfen, sich aktiv an der Verfolgung von Regimegegnern beteiligt zu haben. Es geht um die Zeit der Militärdiktatur von 1964 bis 1985.
Guaracy Mingardi hat den Bericht als Hauptgutachter der Bundesstaatsanwaltschaft verfasst. Die Firma habe damals ihre eigenen Mitarbeiter und deren politische Gesinnung ausgespäht: Zu diesem Schluss kommt Guaracy Mingardi, der von der Staatsanwaltschaft den Untersuchungsauftrag bekommen hatte.
„VW hat sich an der Ausübung der Repression beteiligt. Nicht nur ideologisch. Das Unternehmen hat an der polizeilichen, politischen Repression der Arbeiter mitgewirkt“, sagt Mingardi im NDR Interview. VW Brasilien habe dabei aus eigenem Antrieb heraus gehandelt, nicht etwa auf Aufforderung des Regimes: „Die Firma hat mitgemacht, weil sie das so wollte“, so die Einschätzung Mingardis.
Es sind nicht die einzigen Vorwürfe, die in dem Gutachten erhoben werden. So habe VW aktiv und von sich aus Dokumente und Informationen an die politische Polizei geliefert. „Es gibt Dokumente, in denen steht: ‚Quelle: VW‘. VW hat der Polizei diese Informationen weitergegeben“, so Mingardi. Außerdem habe Volkswagen politische Verhaftungen auf dem Werksgelände unterstützt, für die keine Haftbefehle vorlagen. Wie viele Fälle von Verhaftungen es gegeben habe, sei nach wie vor offen. Im Sommer 1972 sollen es dem Gutachten zufolge mindestens sechs gewesen sein.
Die Entscheidungen zur Zusammenarbeit mit der politischen Polizei sind laut Bericht zumindest auf der Ebene der Abteilungsleiter getroffen worden. Mitarbeiter seien im Anschluss an die Verhaftungen monatelang gefoltert worden. Darüber hinaus habe der Konzern auch mit anderen Institutionen des Regimes, unter anderem dem Geheimdienst, zusammengearbeitet. …“ | http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/VW-Brasilien-Neue-Details-im-dunklen-Kapitel,vw3964.html

„Untersuchungsbericht belastet VW Brasilien schwer“ (Kurzmeldungen, 14.11.2017): “ … Nach Einschätzung des brasilianischen Bundesstaatsanwaltes Pedro Machado, der die Ermittlungen gegen VW Brasilien leitet, zeigt der Bericht „reichlich Belege“ für eine systematische Zusammenarbeit von VW mit der brasilianischen Militärdiktatur. Aufgrund der neuen Qualität der Belege sei in dem zivilrechtlichen Ermittlungsverfahren nun die Eröffnung eines Gerichtsverfahrens nicht mehr ausgeschlossen. Derzeit setzt man aber noch auf einen Vergleich: „Wir hoffen, dass die Firma sich bewusst wird, was passiert ist, und den Fehler anerkennt und wir nicht in ein Gerichtsverfahren einsteigen müssen“, so der Bundesstaatsanwalt.
VW will sich bislang zu den Vorwürfen inhaltlich nicht äußern, kündigt aber für Dezember 2017 eine Veranstaltung in Brasilien an. „Wir werden dort auf Betroffene zugehen, es wird ein Zusammentreffen mit einem hochrangigen Vertreter von VW geben, aber auch ein Paket von nachhaltigen Maßnahmen umgesetzt, was der gesellschaftlichen Verantwortung von Volkswagen in Brasilien gerecht wird“, so der VW-Chefhistoriker Dieter Landenberger.
Die Ermittlungen in Brasilien stehen nun nach NDR-Informationen kurz vor dem Abschluss. Nach Berichten von NDR, SWR und SZ im Juli 2017 hatten die Ermittler ein internationales Ermittlungsgesuch gestellt, mit dem der Volkswagen-Konzern in Wolfsburg zur Herausgabe von Dokumenten aufgefordert wird. Zudem wollen die brasilianischen Ermittler den von VW beauftragten Bielefelder Historiker Christopher Kopper und den ehemaligen VW-Chefhistoriker Manfred Grieger befragen. … “ | https://www.heise.de/autos/artikel/Untersuchungsbericht-belastet-VW-Brasilien-schwer-3889516.html

Christian Bommarius (17.01.2007): “ … Mit Millionen-Zahlungen und Lustreisen hatte Peter Hartz den Betriebsrat des Autobauers geschmiert. … Heute beginnt der Prozess gegen den Ex-Personalchef. Hartz und seine Empfänger … Für sein Schamgefühl zahlt der ehemalige VW-Personalchef Peter Hartz möglicherweise einen hohen Preis. Um zu verhindern, dass seine auf Konzernkosten finanzierten Vergnügungen mit Prostituierten im Prozess vor dem Landgericht Braunschweig zur Sprache kommen, hat er sich mit der Staatsanwaltschaft auf einen Deal verständigt: Die Ermittler nahmen den Prostituierten-Komplex aus der Anklage heraus, im Gegenzug legte Hartz die Karten auf den Tisch. Das genügte für eine Anklage wegen 44-facher Untreue gemäß Paragraf 266 Strafgesetzbuch und („in Tateinheit“) 23-facher Begünstigung von Betriebsräten gemäß § 119 Abs. 3 Betriebsverfassungsgesetz. …“ | https://www.berliner-zeitung.de/vw-affaere—mit-millionen-zahlungen-und-lustreisen-hatte-peter-hartz-den-betriebsrat-des-autobauers-geschmiert–der-skandal-stellte-das-system-volkswagen-in-frage–heute-beginnt-der-prozess-gegen-den-ex-personalchef–hartz-und-seine-empfaenger-15814062

“ … Als Neumann 2005 Personalvorstand des Volkswagen-Konzerns werden sollte, geriet die Sache zum Politikum. Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch setzte ihn gegen erhebliche Bedenken und Gegenstimmen des Landes Niedersachsen und anderer Kapitalvertreter durch. Neumann war zu jener Zeit mit der SPD-Politikerin und heutigen Arbeitsministerin Andrea Nahles liiert. Schnell machte das Gerücht die Runde, Aufsichtsrat und CDU-Ministerpräsident Christian Wulff habe Neumann deshalb verhindern wollen. Wulff dementierte vehement. Er und die anderen Anteilseigner im Aufsichtsrat hätten schlicht Zweifel gehabt, ob Neumann der geeignete Kandidat sei. Heute sagen frühere Aufsichtsräte, Wulffs damalige Einschätzung habe sich bestätigt. Ein Zinnsoldat sei Neumann gewesen, einer, der nur ausgeführt habe, was Piëch oder der spätere Konzernchef Martin Winterkorn von ihm verlangt hätten. …“ | http://www.zeit.de/2017/07/horst-neumann-ig-metall-volkswagen-reichtum/komplettansicht

Hausdurchsuchung in VW-Chefetage (15.11.2017): “ … Das Landgericht Braunschweig verurteilte Volkert wegen Anstiftung und Beihilfe zur Untreue. Der damalige Personalvorstand Peter Hartz kam mit einer Bewährungsstrafe davon und musste zudem eine Geldstrafe zahlen. Er hatte sich nach Überzeugung des Gerichts mit Sonderboni das Wohlwollen des mächtigen Betriebsratschefs erkauft. (rtr) …“ | http://www.fr.de/wirtschaft/bernd-osterloh-hausdurchsuchung-in-vw-chefetage-a-1387862

“ … Als Diesel- oder Abgasskandal (auch VW-Abgasskandal, VW-Skandal, VW-Abgasaffäre, Abgasaffäre, Dieselgate) wird die Kombination aus einer Reihe von Manipulationen verschiedener Autohersteller zur Umgehung gesetzlich vorgegebener Grenzwerte für Autoabgase und der politischen Einflussnahme zu deren Absicherung bezeichnet. Auslöser ist ein am 18. September 2015 öffentlich bekanntgemachter Vorgang, bei dem die Volkswagen AG eine illegale Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung ihrer Diesel-Fahrzeuge verwendete, um die US-amerikanischen Abgasnormen zu umgehen. Die Aufdeckung wurde durch eine Notice of Violation der US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) angestoßen. Laut der Volkswagen AG ist die betreffende Software in weltweit etwa elf Millionen Fahrzeugen mit der Motorenreihe VW EA189 im Einsatz, in den USA ist auch die Nachfolgereihe VW EA288 betroffen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurde die Software jedoch für vier verschiedene Motorentypen angepasst. … “ | https://de.wikipedia.org/wiki/Abgasskandal (7. November 2017)

“ … Volkswagen pleaded guilty on Friday to conspiracy and obstruction of justice charges in a brazen scheme to get around US pollution rules on nearly 600,000 diesel vehicles by using software to suppress emissions of nitrogen oxide during tests. …“ | https://www.theguardian.com/business/2017/mar/10/volkswagen-vw-pleads-guilty-criminal-charges-emissions-cheating (Friday 10 March 2017 17.58 GMT)

“ … Martin Winterkorn (* 24. Mai 1947 in Leonberg) ist ein ehemaliger deutscher Manager. Er war vom 1. Januar 2007 bis zum 23. September 2015 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und vom 25. November 2009 bis zum 31. Oktober 2015[1][2] Vorstandsvorsitzender bei der Porsche Automobil Holding SE. …
Auszeichnungen:
2006: Bayerischer Verdienstorden des Freistaates Bayern
2007: Ehrenprofessor der Tongji-Universität in Shanghai […]
2008: Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
2009: Ehrenring der Stadt Garbsen[18]
2011: Ehrendoktor der Technischen Universität Chemnitz[19]
2012: Manager des Jahres des Manager Magazins
2012: Ehrendoktor der Technischen Universität München[20]
2013: Dresdner Sankt Georgs Orden in der Kategorie Wirtschaft[21]
2014: Großkreuz des Ordens Isabellas der Katholischen
…“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Winterkorn (2. Oktober 2017)

Kristina Gnirke (24.05.2017): “ … Fanatisch befanden Manager Winterkorn, wenngleich sie auch ehrfürchtig zu ihm aufschauten. Seine Aura sorgte für Angst. … „Wie es scheint, hatte Winterkorn vorwiegend Menschen um sich, die seine Meinungen und Entscheidungen abnickten. Das ist gefährlich, doch Top-Manager achten selten darauf, Kritiker an ihrer Seite zu behalten“, skizziert Psychotherapeut Itten das größte Dilemma erfolgreicher Chefs. „Solche Manager haben durch ihre Erfolge das Gefühl, die Größten und Schlausten zu sein.“ Es habe bei VW an einer starken Fehlerkultur gefehlt. …“ | http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/martin-winterkorn-wird-70-die-arroganz-der-macht-a-1149070.html

usw.

lemonhorse / 18 November 2017 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 1 Comment

[Zur Ontologie des nicht Seienden #17… ]


Älteres Ehepaar mit der Manifestation eines jungen weiblichen Geistwesens (William Hope, circa 1920)

“ … Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr eine außergewöhnliche Anwendung der Fotografie rasanten Aufschwung: die Darstellung von Geistern und spirituellen Erscheinungen. … Heute lassen sich derartige Fotos mit entsprechender Bildbearbeitung recht unkompliziert herstellen. Aber bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Fotografie so weit fortgeschritten, dass für einen Fotografen, der sein Handwerk beherrschte, das Anfertigen von Doppelbelichtungen ein Kinderspiel war. Und darauf beruhen die meisten der Geisterdarstellungen, die in Vielzahl kursierten. … Einer dieser geschäftstüchtigen Fotografen war William Hope. Ursprünglich Zimmermann von Beruf, machte sich Hope schon bald einen Namen in den an paranormalen Phänomenen interessierten Kreisen der englischen Grafschaft Cheshire. Denn er war in der Lage, für das Auge unsichtbare Geistwesen mit seiner Kamera festzuhalten. Das erste derartige Foto fertigte er im Jahr 1905 an. … William Hope hatte Erfolg mit seinen Fotos und gründete mit Gleichgesinnten eine Gruppe von spirituellen Fotografen, die als Crewe Circle bekannt wurden. Die Nachfrage stieg rasant nach dem Ende des Weltkriegs, als sich viele Menschen meldeten, die um einen letzten Kontakt zu in den Wirren der Kriegsjahre getöteten oder verschollenen Angehörigen baten. … Ertappt wurde William Hope schließlich von Harry Price, einem britischen Parapsychologen. Im Jahr 1922 sammelte er Beweise, die eindeutig belegten, dass Hope die belichteten Glasplatten bewusst manipulierte. Obwohl Price seine Untersuchungen veröffentlichte und William Hope damit der bewussten Täuschung überführt war, tat dies der Geschäftsidee keinen Abbruch. Bis zu seinem Tod im Jahr 1933 widmete sich Hope weiterhin seinen Geisterfotografien – und auch die Kunden blieben nicht aus. … “ | Aus: „Geisterfotografie: Spirituelle Erscheinungen der Jahrhundertwende“, Kurt Tutschek (31. Oktober 2017), Quelle: https://derstandard.at/2000066829687/Geisterfotografie-Spirituelle-Erscheinungen-der-Jahrhundertwende | William Hope (paranormal investigator) https://en.wikipedia.org/wiki/William_Hope_(paranormal_investigator) | https://en.wikipedia.org/wiki/Harry_Price

NotDarkYet (2017): “ … Geisterfotografie, Esoterik, Religion … Das Äquivalent zur damaligen Geisterfotografie sind die „Geisterjäger“ von heute, die im normalen Rauschen von Digitalkameras bei hohen ISO-Werten die Bilder von Geistern erkennen wollen. …“

“ … „Ich denke, wir haben da eine ziemlich mächtige Technologie“, hat Realeyes-Chef Jed Hellstrom gesagt. Die Verfeinerung der Analyse von Emotionen ermöglicht eine wesentliche Verbesserung der Ansprache durch Social Bots. Auch sind Beeinflussungsversuche über Social Media immer dann besonders wirksam, wenn sie durch echte oder vermeintliche Bekannte und Freunde erfolgen. … Über Twitter und andere Social Media werden schon heute viele falsche Freunde gezeigt, die in Wahrheit künstliche Intelligenzen sind. Sie können sympathische Wesen und Freundschaft vortäuschen, Anteilnahme zeigen, Ratschläge geben und am Ende sich geradezu unentbehrlich machen. Die schlimmsten neuen Gegner jeder Wahrheit werden das Gesicht von guten Freunden haben. … Im Rahmen der Snowden-Affäre ist eine „sozialwissenschaftliche Operationseinheit“ bekannt geworden, die darauf spezialisiert ist, den Ruf Einzelner möglichst gründlich zu ruinieren. Die Grundsätze werden in fünf großen D festgehalten: Deny, Deceive, Disrupt, Degrade und Destroy: Verleugnen, Täuschen, Unterbrechen, Abwerten und Zerstören. Die mit dieser Aufgabe betrauten Agenten (zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens 150 Personen) arbeiten ständig an der Vervollkommnung dieser Strategie. Wenn herzeigbare politische Persönlichkeiten durch eine sorgfältig gewählte Strategie unterstützt werden, in der KIs jede Menge künstlicher guter Freunde mit einem schlauen Nudging-Programm einsetzen [Jeder Mann kennt die Variationen des am häufigsten zitierten Beispiels von Nudging: In Urinalen sind … Fußballtore eingebaut. Das soll die Männer sollen dazu bewegen, ihren Strahl etwas aufmerksamer zu lenken und die hygienischen Verhältnisse zu verbessern.[Q]], wer kann dann überhaupt noch unabhängig vernünftige Entscheidungen treffen? Der Komiker Groucho Marx hat es auf den Punkt gebracht: „Sincerity is the key to success. If you can fake this, you got it.“ Man kann den kommenden politischen Strategien der KIs genau das durchaus zutrauen. (Manfred Drennig, 2.11.2017) … “ | https://derstandard.at/2000067004767/Politik-Algorithmen-statt-Ueberzeugungsarbeit

MrE (01.11.2017): Wenn’s auf facebook steht MUSS es ja die Wahrheit sein ;-)
Budenzauber (01.11.2017): Ich fürchte, dieser Glaube sitzt in der Tat tiefer, als es Sarkasmus auszuloten vermag.

lemonhorse / 2 November 2017 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #43… ]

zvw.de, (14.10.2017): “ … Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält die Sprache von Politikern oft für zu unverständlich. „Im Nichtverstehen entsteht die erste Entfremdung zwischen „denen da oben“ und „uns da unten““, schreibt Kretschmann in einem Gastbeitrag für die „Neue Züricher Zeitung“ (Samstag). Politiker müssten so sprechen, „dass jeder sie versteht, also auch Menschen, die sich neben ihrem anstrengenden Alltag nur nebenbei mit Politik beschäftigen“. Es brauche Klarheit und Offenheit, betonte der Grünen-Politiker. …“ | https://www.zvw.de/inhalt.baden-wuerttemberg-kretschmann-kritisiert-sprache-in-der-politik.55348db6-2f15-4958-b273-8dc18a96d091.html

Markus Reuter, (10.10.2017): “ … Das Gesetz soll den Staatstrojaner (Quellen-TKÜ) erlauben und es der Polizei ermöglichen, präventiv Kommunikation abzuhören. … Der Richterverein Baden-Württemberg bewertet das Gesetz in seiner Stellungnahme als zu weitgehend. Bei der Videoüberwachung fehle der Nachweis der Wirksamkeit gegen den Terrorismus, bei der Telekommunikationsüberwachung bezweifelt der Verband, ob die aufgeführten Tatbestandsmerkmale eine angemessene Eingrenzung beschreiben.“ …“ | https://netzpolitik.org/2017/baden-wuerttemberg-datenschutzbeauftragter-kritisiert-gruen-schwarzes-anti-terror-paket/

Christiane Schulzki-Haddouti (12.10.2017): “ … Die baden-württembergische Landesregierung will [ ] die Quellen-Telekommunikationsüberwachung einführen. … Überdies enthält der Entwurf einige weitere brisante Passagen. Unter anderem soll Spezialeinsatzkommandos der Polizei der Einsatz von Explosivmitteln wie Handgranaten erlaubt werden. Der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte gegenüber der Schwäbischen Zeitung bereits präventiv zugegeben: „Wir gehen an die Grenze des verfassungsmäßig Machbaren.“ …“ | Aus: „Harsche Kritik an grün-schwarzen Überwachungsplänen“, Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Harsche-Kritik-an-gruen-schwarzen-Ueberwachungsplaenen-3858580.html

kob, 14.10.2017 12:36 “ … Vor langer, langer Zeit gab es einmal eine Partei die sich für die Natur einsetzte und die Farbe eines gesunden Blattes zu ihrem Namen machte. Sie war pazifistisch, menschenfreundlich, gegen Überwachung, etc. Wie sich die Zeiten ändern. …“

Charly, 17.10.2017 10:47: “ … [ “ … Die Unterzeichner sind in der sicherheitspolitischen Elite keine Unbekannten, sondern die üblichen Verdächtigen … unter anderem … Ralf Fücks, grüner Realo und lange Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung. … Lobend erwähnt Taylor, dass die Grünen „ihre pazifistische Protesthaltung der 1980er Jahren größtenteils aufgegeben haben“. …“] Entgegen der harten Realität werden die Grünen aber immer noch medial als links dargestellt. …“ Kommentar zu: Dirk Eckert (17. Oktober 2017): https://www.heise.de/tp/features/Die-Westbindung-Deutschlands-soll-erhalten-werden-3862202.html

geradeheraus, 17.10.2017 10:35: “ … [“ … Veränderungen in der deutschen Sicherheitspolitik seien leider schwierig, denn Meinungsumfragen in Deutschland zeigten, dass die Bevölkerung zwar Stabilisierungseinsätze und Ausbildungsmissionen der Bundeswehr wie in Afghanistan und Mali unterstütze. Kampfeinsätzen stünden die Deutschen aber ablehnend gegenüber, klagt Taylor. Ständig „plapperten“ sie: „Es gibt keine militärische Lösung.“ … „] Schon sehr lästig, so eine friedliebende, plappernde Bevölkerung! … Aber schön, wie die Grünen eingeordnet werden! …“ | Kommentar zu: Dirk Eckert (17. Oktober 2017): https://www.heise.de/tp/features/Die-Westbindung-Deutschlands-soll-erhalten-werden-3862202.html

lemonhorse / 17 Oktober 2017 / Überwachungssysteme, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #42… ]

ZEIT ONLINE (5. Oktober 2017): “ … Im Sommer 2013 hatte der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden lang anhaltende und weltumspannende Spähprogramme der NSA offengelegt, indem er Tausende Dokumente, Präsentationen und Projektbeschreibungen an Journalisten weitergab. … [ … Die Bundesanwaltschaft hat nach eigenen Angaben keine konkreten Hinweise auf illegale Spionage des US-Geheimdiensts NSA gegen die Bundesrepublik Deutschland gefunden. Dies gab die Karlsruher Behörde zum Abschluss ihrer Untersuchungen … in einer Mitteilung bekannt. Sie sieht demnach keinen Raum für weitere staatsanwaltschaftliche Untersuchungen. …] … “ | http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-10/nsa-affaere-spionage-deutschland-bnd-edward-snowden

Nils74 #59 (05.10.2017): “ … Was wir hier erleben, ist ein System, dem es schnurzpiepegal ist, ob seine Lügen noch geglaubt werden. …“ | http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-10/nsa-affaere-spionage-deutschland-bnd-edward-snowden?cid=15493730#cid-15493730

Schlüsselbär #92 (05.10.2017): “ … Hiermit hat die Bundesanwaltschaft ihre Glaubwürdigkeit selbst auf Ramschniveau herabgestuft. Solche offensichtlichen hilflosen Propagandalügen kennt man sonst eigentlich nur aus der DDR oder von Nordkorea. …“ | http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-10/nsa-affaere-spionage-deutschland-bnd-edward-snowden?cid=15495290#cid-15495290

Motte sagt: 5. Oktober 2017 um 16:18 Uhr: “ … Gott sei Dank konnte der GBA diese Verschwörungstheorie, dass ausländische Dienste sich nicht strengstens an unsere Gesetze halten oder gar einheimische Dienste zu widmungsfremden Handeln verleiten würden so kurz nach der Bundestagswahl widerlegen. … Wer anderes behauptet verbreitet Fake-News … Dem GBA ist man echt zu Dank verpflichtet, wie er dem Druck von Whistleblowern und dem thumben Volk (also den Teilen, die noch nicht in Argnoie verfallen sind und von denen alle alles wissen dürfen weil es wirklich niemanden interessiert) standgehalten hat und die westlich-demokratischen Werte gegen soviel Unbill verteidigt hat. … Das Gute ist gut und daher können hier gar keine Gesetze gebrochen worden sein – und falls doch, dann sollten ja alle diese „unscharfen“ Regeln soweit adaptiert worden sein, dass sie jetzt passen. …“ Aus einem Kommentar zu: https://netzpolitik.org/2017/nichts-gefunden-auch-der-generalbundesanwalt-hat-nsa-affaere-beendet/

lemonhorse / 6 Oktober 2017 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #39… ]

nzz.ch (1.10.2013): “ … Nach Prüfung seiner Daten wurde ihm nicht gestattet, das Flugzeug nach Miami zu besteigen. Ilija Trojanow konnte einen gültigen und offiziell akzeptierten Einreiseantrag (ESTA) vorweisen. Dennoch wurde ihm die Einreise von den US-Behörden verwehrt. Gründe wurden nicht genannt. … Trojanow engagiert sich seit Jahren politisch gegen die Sicherheitsgesetzgebung in den USA und in Europa und gehört zu den Initiatoren einer Petition, die eine Reaktion der deutschen Regierung auf die NSA-Affäre fordert. Im Jahr 2009 veröffentlichte er gemeinsam mit Juli Zeh das Buch «Angriff auf die Freiheit – Sicherheit, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte». «Dass einem Autor, der seine Stimme gegen die Praxis der Überwachungsstaaten erhebt, nun die Einreise ins ‚land of the brave and free‘ verweigert wird, muss man wohl mehr als ironisch nennen» …“ (Aus: „Behörden verweigern Einreise: Ilija Trojanow in den USA abgewiesen“, 1.10.2013)| https://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/ilija-trojanow-ohne-angabe-von-gruenden-abgewiesen-1.18159841

“ … Nachdem sich der Schriftstellerverband PEN und das Goethe-Institut für die Aufhebung des Einreiseverbots eingesetzt hatten, durfte Trojanow in die Vereinigten Staaten einreisen. Am 14. November 2013 beteiligte er sich im Goethe-Institut in New York an einer Diskussionsrunde mit der Journalistin Liesl Schillinger und der amerikanischen PEN-Präsidentin Suzanne Nossel über „Surveillance and the naked new world“. Am 19. Juni 2014 hielt Trojanow in Dresden bei der Eröffnung des Theaterfestivals „Parallel Lives“ zum Thema Geheimdienste eine Rede über den Zusammenhang von Überwachung und Selbstzensur. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Ilija_Trojanow (Stand: 30. Mai 2017)

Ilija Trojanow (18.6.2017): „… Menschen lassen sich, grob gesprochen, in zwei Kategorien unterteilen: jene, die den Staat kritisch und skeptisch betrachten, und jene, die seinen Institutionen vertrauen. Vor allem die Polizei genießt einen umstrittenen Ruf. Die Meinungen reichen von „Bullenschwein“ bis hin zu „mein Freund und Helfer“. … Diskussionen über dieses Thema sind meist unerquicklich, weil sich die Positionen diametral entgegenstehen. Die einen werfen der Gegenseite „Naivität“ oder gar „Spinnerei“ vor, die anderen „Untertanengeist“ und „Feigheit“. … Der Brite Rob Evans wurde von … The Guardian, zwei Jahre freigestellt, um an diesem Buch [Rob Evans, Paul Lewis, „Undercover. Die Geschichte der britischen Geheimpolizei“. Aus dem Englischen von Maria Rossi. (288 Seiten). Bahoe Books, Wien 2016] zu arbeiten. Nach Veröffentlichung seiner Artikel wurde eine Vielzahl von verdeckten Ermittlerinnen identifiziert, die Polizei musste sich für einige Aktivitäten entschuldigen. Dieses Buch belegt die enorme Bedeutung des investigativen Journalismus. Ohne diese Recherchearbeit wäre vieles nicht ans Tageslicht gekommen. Nur die Taschenlampen guter Journalisten können ein wenig Licht in die Finsternis des „deep state“ bringen. Leider aber wurde „fast nichts unternommen, um das System zu reformieren, oder zukünftige Missbrauchsfälle zu verhindern“, wie die Autoren in ihrem Resümee schreiben. … Österreichische Leser werden dieses Buch mit einem eigenen Blick rezipieren. Seit dem berüchtigten Tierschützerprozess in Wiener Neustadt weiß man hierzulande von den gegen politische Aktivisten eingesetzten Polizeimethoden: nicht nur GPS-Peilsendern an Fahrzeugen, Wanzen in Wohnungen, Kameras vor Eingangstüren und versteckten DNA-Entnahmen, sondern auch Eingriffen in das intimste Privatleben, vor allem durch die verdeckte Ermittlerin „Danielle Durand“ [Wiener Neustädter Tierschützerprozess (2010 – 2011): https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Neust%C3%A4dter_Tiersch%C3%BCtzerprozess]. Dieser Prozess endete wie auch andere dieser Art (Stichwort: „Uni brennt“-Bewegung) in Freisprüchen, nicht zuletzt wegen der Aussage dieser dubiosen Agentin. Die Anwendung eines Paragrafen zur Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität auf überzeugte Veganer wäre auch einer Bananenrepublik würdig gewesen. Aber die Polizei erzielte aus eigener Sicht trotzdem einen Erfolg, nicht nur weil das Leben der Angeklagten durch den 18-monatigen Prozess schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Wie in England, so in Österreich: Misstrauen und Zwietracht und Verunsicherung sind Folgen solcher behördlichen Maßnahmen. Die Abschreckungswirkung auf alle Bürgerinnen und Bürger, die sich widerständig organisieren, ist nicht zu unterschätzen. Letzten Endes ist die Zivilgesellschaft das Opfer, neben der kritischen Presse die letzte Bastion zur Verteidigung demokratischer Freiheiten. … “ | https://derstandard.at/2000059339117/Undercover-Unter-der-Uniform-der-Luege

shitty little country (18.06.2017): “ … Zusammenfassung: in anderen Ländern gibt es Undercover-Polizisten, die als Agent Provokateur auftreten dürfen. Sehr viel Pathos um gar nichts. …“

Michael B (18.06.2017): “ … Zusammenfassung: Wie man an Ihrem Beispiel sieht, kann man ohne weiteres einen Artikel lesen, und kein Wort davon verstehen. …“

Berg der Weisheit (18.06.2017): “ … Der tiefe Staat. Siehe Deutschland und [der] NSU …“ [Marcus Klöckner (30. Mai 2012): “ … Jemand aus dem sächsische Innenministerium hatte unmittelbar nach der Explosion der NSU-Wohnung in Zwickau Kontakt zu Beate Zschäpe. Eine Nachricht, die aufhorchen lässt. Der Berliner Kurier berichtete am Dienstag, dass Zschäpe, etwa eine Stunde nachdem sie – laut offizieller Version – ihre Wohnung in der Frühlingsstraße 26 in Zwickau am 4. November 2011 in die Luft gejagt hatte, einen Anruf auf ihrem Handy erhielt. Der Anruf war, laut Zeitung, „im Sächsischen Staatsministerium des Inneren registriert“ … “ | https://www.heise.de/tp/news/Wer-aus-dem-saechsischen-Innenministerium-hat-bei-Beate-Zschaepe-angerufen-2013394.html]

W. B. (19.06.2017): “ … Ergänzend dazu: Den kritisierten letzten Trojanow-Satz halte ich für gelungen [Letzten Endes ist die Zivilgesellschaft das Opfer, neben der kritischen Presse die letzte Bastion zur Verteidigung demokratischer Freiheiten.]. Ich gehe so weit zu sagen: Wir sind mittlerweile in einer Ausdrucksepoche der Politmarketingclaims und der einfachen Einzeiler mit den noch einfacheren Botschaften inklusive den 20 Sekunden „Info“-Videobotschaften der „Nachrichtensendungen“ angekommen. Alles nur Herrschaftsbetriebsmittel, nach dem Voltaire zugeschriebenem Satz: „Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst“ …“

lemonhorse / 19 Juni 2017 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur Theorie der Macht (Wikileaks #15) … ]

(faz.net, 08.03.2017): “ … Akribisch beschreiben die Dokumente, die im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen von Wikileaks teilweise zensiert wurden, wie Agenten in Smartphones, Laptops oder Bordcomputer von Autos einbrechen oder Fernseher in Abhörwanzen umwandeln können. „Sie können Musik abspielen oder komplett die Kontrolle über das Auto übernehmen und einen Unfall verursachen, wenn sie jemand umbringen“, sagte der Sicherheitsexperte Ross Schulmer dem Sender CNN. … Eine andere Gruppe von Programmierern hat demnach Programme entwickelt, um gängige Smartphones zu hacken. So könnte der CIA laut Wikileaks sowohl den Standort des Besitzers senden als auch heimlich das Mikrofon und die Kamera des Handys aktivieren und so seine Audio- und Video-Kommunikation mitschneiden. Seit Oktober 2014 hat die CIA den Dokumenten zufolge auch versucht, Kontrolle über die Bordcomputer von Autos und Lkw zu erlangen – womöglich mit dem Ziel, künftig gezielte Tötungen ausführen zu können, die kaum noch nachzuweisen wären, wie Wikileaks mutmaßt. … Laut Wikileaks war neben dem CIA-Hauptquartier in Langley Frankfurt ein Ausgangspunkt der Überwachungen. So hätten die Hacker vom dortigen amerikanischen Generalkonsulat aus ihre Angriffe in Europa, dem Nahen Osten und Afrika gesteuert. In Frankfurt befindet sich einer der größten Knotenpunkte für das europäische Internet. …“ | http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wikileaks-cia-spaeht-smartphones-und-fernseher-aus-14914713.html

Oliver Georgi „Wikileaks-Enthüllungen „Der BND macht ähnliche Sachen““ (08.03.2017): “ … [Konstantin von Notz]: Dass Geheimdienste spionieren und dabei teilweise auch drastische Mittel verwenden, ist natürlich nichts Neues – aber die Enthüllungen sind in Umfang und Konkretisierung schon erstaunlich. Wenn potentiell jeder Fernseher, jedes Smartphone und auch jedes andere Gerät in unserer digitalen Infrastruktur zu einer Wanze umfunktioniert werden kann, dann geht das weit über alle bisherigen Vorbehalte gegenüber der neuen Technik hinaus. Es zerstört grundlegend das Vertrauen der Bürger in unsere digitale Infrastruktur – das ist auch wirtschaftspolitisch ein Riesenproblem. … Wenn wir bei allem, was wir sagen und schreiben, Angst haben müssen, dass es morgen gegen uns verwendet wird, dann führt das in eine Unfreiheit, die zutiefst zersetzend ist. Und wenn ein Staat, der rechtsstaatliche Prinzipien für sich beansprucht, in der digitalen Welt rechtsstaatlich wilde Sau spielt, dann geht jeder moralische Anspruch verloren. … “ | http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/konstantin-von-notz-fordert-grenzen-fuer-geheimdienste-14914903.html

Beat Leutwyler 13 (beat126) 08.03.2017 17:13 “ … Wenn Geheimdienste tun und lassen können was sie wollen stellt sich für die Bürger weltweit die Frage, warum es eigentlich Verfassungen gibt. …“

“ … WikiLeaks gefährde mit den Enthüllungen von Hackerangriffen der CIA auf Handys und Fernseher die Bürger, klagt der Geheimdienst. … Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat eine eigene Programmiertruppe aufgebaut, um systematisch Sicherheitslücken und Schwachstellen in Smartphones, Computern aber auch Fernsehgeräten oder Telefonanlagen auszunutzen. Dass diese Dokumente nun öffentlich seien, gefährde das Leben von US-Bürgern, sagt die CIA. … “ | http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-03/usa-cia-wikileaks-cyberspionage-datenschutz

Temposcriber #16 (09.03.2017): “ … ENTHÜLLUNGEN von Hackerangriffen gefährden die Sicherheit. Nicht die Hackersngriffe selbst, sondern die Tatsache dass man erwischt worden ist … “ http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-03/usa-cia-wikileaks-cyberspionage-datenschutz?cid=11970595#cid-11970595

Dolian #16.1 (09.03.2017): “ … Wie sagte Snowden: „Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein begangenes Verbrechen behandelt wird, werden wir von Verbrechern regiert“ …“ | http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-03/usa-cia-wikileaks-cyberspionage-datenschutz?cid=11970845#cid-11970845

Thomas Seibert und Kurt Sagatz (09.03.2017): “ … Dass sich neben Computern und Smartphones auch Smart-TVs zum Ausspähen eignen, ist an sich nicht neu. Vor drei Jahren wurde erstmals darüber berichtet, dass mit den Smart-TVs Daten über die Fernsehnutzung erhoben und an TV-Sender verschickt werden konnten. Den Wikileaks-Enthüllungen zufolge ist es den CIA-Hackern gelungen, bei einigen Samsung-Fernsehern Zugriff auf das Mikrofon und die Kamera zu erhalten, wobei der Fernseher dem Anschein nach ausgeschaltet ist. …“ | Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/cia-spionage-warum-trump-die-wikileaks-enthuellungen-helfen-koennten/19490594.html

bmkt 09:01 Uhr: “ … Vor ein paar Monaten wurde hier über Verschwörungstheorien diskutiert und größtenteils über die gelacht, die ein o.g. Szenario für möglich hielten. …“

medienskeptiker (08.03.2017 13:12): “ … ok wir alle haben all das ohnehin schon lange vermutet … aber jetzt ist es BELEGT …“| https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/WikiLeaks-stellt-CIA-wegen-umfangreicher-Hackprogramme-an-den-Pranger/NIEMAND-stellt-die-wirkliche-Frage/posting-30063593/show/

Florian Rötzer „WikiLeaks stellt CIA wegen umfangreicher Hackprogramme an den Pranger“ (08. März 2017): “ … Eine Abteilung, genannt Automated Implant Branch (AIB), hat Programme für automatisierte Infektion von Computern über verschiedene Wege und der Kontrolle von Schadsoftware wie Medusa oder Assasin entwickelt. Großen Wert legt man darauf, dass die Cyberwaffen oder Schadprogramme bei einer forensischen Überprüfung nicht auf die CIA oder die Regierung zurückverfolgt werden können. Das wird bei anderen Geheimdiensten wie denen Russlands oder Chinas nicht anders sein, woraus sich ableiten lässt, dass die in letzter Zeit behaupteten Zuschreibungen von Hacks an russische Gruppen mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten im Auftrag des Kreml großes Theater sind. Aber der CIA ging es nicht nur um Belauschen und Zugriff auf Daten. Im Oktober 2014 suchte man nach Möglichkeiten, auf Steuersysteme von neuen PKWs und LKWs Zugriff erlangen zu können. Gründe werden nicht genannt, aber es wäre möglich, aus der Ferne Fahrzeuge zum Stoppen zu bringen oder, wie WikiLeaks anmerkt, Anschläge zu machen, die nicht zurückverfolgbar sind, indem man die Fahrzeuge beschleunigt und gegen ein Hindernis fahren lässt. …“ | https://www.heise.de/tp/features/WikiLeaks-stellt-CIA-wegen-umfangreicher-Hackprogramme-an-den-Pranger-3646552.html

Christoph von Marschall „Die Empörung verbraucht sich“ (08.03.2017): Die Enthüllungsplattform hat soeben die Programme veröffentlicht, mit denen der US-Auslandsgeheimdienst sich in Smartphones, Computer und die Kommunikation über soziale Medien hackt – ja, sogar einen ausgeschalteten Smart-TV als Instrument zum Abhören von Gesprächen in dem betreffenden Raum nutzen kann. Die Verschlüsselung von Apple- wie Android-Geräten habe die CIA geknackt. … [es] muss inzwischen wirklich jede interessierte Zeitgenossin und jeder interessierte Zeitgenosse wissen und sich damit abfinden: Kommunikation ist nicht mehr zu schützen. Die meisten Bürger sind ja noch gut dran. Warum sollte sich jemand die Mühe machen, die sprichwörtliche Lisa Müller in Oldenburg oder Otto Schmidt in Stuttgart abzuhören. …“ | http://www.tagesspiegel.de/politik/wikileaks-coup-vault-7-die-empoerung-verbraucht-sich/19487006.html

Ach 08.03.2017, 12:01 Uhr: “ … „Die Empörung verbraucht sich“ Gibt ja schließlich genug Freunde von CIA und NSA, die noch nie empört waren und das auch so seit Jahren zur Pflege des Meinungsbildes verkünden. …“

tizian2011 08.03.2017, 15:52 Uhr: „Oder ich formuliere es mal kürzer, wie die Schlagzeile aus meiner Sicht aussähe: Nicht: Die Empörung verbraucht sich – Sondern: Die Resignation hat gesiegt

Heinz321 08.03.2017, 11:17 Uhr: “ … [Stell Dir vor, Wikileaks landet den größten Coup seiner Geschichte, und die Öffentlichkeit findet andere Themen wichtiger.] … Der Autor sollte nicht von sich auf andere schließen. Ist hier vielleicht der Wunsch Vater des Gedankens? …“

Thomas_Mueller 08.03.2017, 15:22 Uhr: “ … „Die Empörung verbraucht sich“ – das wünscht sich vielleicht die Politik und der ihr nahestehende Journalismus …“

tagestorsten 08.03.2017, 10:57 Uhr: “ … Warum sollte sich jemand die Mühe machen, die sprichwörtliche Lisa Müller in Oldenburg oder Otto Schmidt in Stuttgart abzuhören. – Der Autor hat das aktuelle Prinzip der Überwachung nicht verstanden. Hier hört keine eine Telefonanlage wie in den 50er-Jahren ab. Man macht sich keine Mühe, um Gründe für die Sammelwut zu suchen. Erstmal sammelt man Daten und dann schaut man was man damit anstellen kann. Und das alles vollkommen automatisch. Auch Lisas Daten aus Oldenburg können interessant sein. …“

Whatever, 08.03.2017 14:35: “ … Was bleibt ist die Gewissheit, dass wir jederzeit abgehört und überwacht werden (egal ob von den USA, den Chinesen oder Russen oder unseren eigenen Leuten), unsere Regierung uns weder schützen kann noch will, es einen akzeptierten doppelten Standard bei Rechtsverstössen bzgl. Datenschutz / Briefgeheimnis gibt (Geheimdienste = „ok“ vs Unternehmen / Privatleute = „zu ahndender Rechtsbruch“). Damit sinkt das Vertrauen in den Rechtstaat und Demokratie …“ | https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Techniker-analysieren-Vault-7-von-Wikileaks-Ein-Github-fuer-Malware/Was-bleibt-ist-die-Gewissheit-dass/posting-30064223/show/

// “ … Vault 7 is a series of documents that WikiLeaks began to release on March 7, 2017 that detail activities of the United States Central Intelligence Agency to perform electronic surveillance and cyber warfare. …“ | https://en.wikipedia.org/wiki/Vault_7

lemonhorse / 9 März 2017 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 18 Dezember 2016 / Überwachungssysteme, Found.Stuff, Kiel.Refugium, Visual.Notes / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #37… ]

„… Kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten – die nicht miteinander vereinbar sind, also eine Art von „Störgefühl“. …“ | http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz (21. August 2011)

// “ … Union und SPD stellten sich trotz des BGH-Beschlusses gegen eine Vernehmung Snowdens auf deutschem Boden, weil sie eine Belastung des Verhältnisses zu den USA fürchteten. …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-12/nsa-ausschuss-edward-snowden-bgh-beschwerde-koalition

Menschlichschwerokay #23 “ … Ein Verbrechen gegen die komplette Bevölkerung des Landes soll am besten gar nicht untersucht werden, weil man „angst vor Problemen mit den USA“ hat? …“

// Rückblende — Rudolf Hermann, Stockholm (7.2.2016): “ … Das Flugzeug sei in Kopenhagen gelandet, um Edward Snowden übernehmen zu können, falls er in Kopenhagen ankommen sollte, schrieb Pind in einer Notiz zuhanden des Rechtsausschusses des dänischen Parlaments. … Mit diesem Flugzeug waren laut der britischen Tech-Website The Register 2012 für das amerikanische Justizministerium islamistische Terrorverdächtige transportiert worden. … Noch Mitte der letzten Woche hatte der dänische Justizminister Pind erklärt, er habe nicht gewusst, worin der Zweck der Reise des amerikanischen Flugzeugs nach Kopenhagen bestanden habe. Am Freitag wurde dann aber klar, dass die Regierung damals im Bild war. … “ | http://www.nzz.ch/international/daenisches-eingestaendnis-zu-snowden-jagd-1.18691392

// Rückblende (2) — (03.07.2013): “ … Wien – Wegen des Gerüchts, der flüchtige US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden befinde sich an Bord seines Flugzeugs, ist Boliviens Präsident Evo Morales zu einer Zwischenlandung in Österreich gezwungen worden. Frankreich und Portugal hätten ihren Luftraum für die Präsidentenmaschine geschlossen, die daraufhin in Wien habe landen müssen, sagte der bolivianische Außenminister David Choquehuanca am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten in La Paz. Grund dafür seien vorab kursierende „Gerüchte“ gewesen, der IT-Spezialist befinde sich an Bord. … Venezuelas Regierung kritisierte Frankreich und Portugal. …“ | http://www.spiegel.de/politik/ausland/snowden-geruechte-boliviens-praesidentenmaschine-muss-in-wien-landen-a-909108.html

(Tages-Anzeiger, 30.11.2016): “ … Bislang war unbekannt, wie sehr die USA in Bern diplomatischen Druck ausübten, um zu verhindern, dass Snowden schweizerischen Schutz erhält. Botschafterin Suzi LeVine persönlich intervenierte in einem entscheidenden Moment. Am 19. September 2014 sprach die oberste amerikanische Vertreterin beim Bundesamt für Justiz vor. Danach wurden in Bern Überlegungen, den Whistleblower zu schützen, nicht weiterverfolgt. Auch Bestrebungen, Snowden als Zeugen in der Schweiz zu befragen, wurden aufgegeben. … Die US-Intervention wird bis zu diesem Artikel geheim bleiben. Kurz nach der Aussprache LeVines mit dem Bund hat aber die «NZZ am Sonntag» berichtet, dass der Sicherheitsausschuss mit Verteidigungsminister Ueli Maurer, Aussenminister Didier Burkhalter und Justizministerin Simonetta Sommaruga die Bundesanwaltschaft angewiesen habe, Ermittlungen zu unterlassen. In einem kürzlichen WOZ-Interview doppelt Snowden-Anwalt Bosonnet nach: «Zwei voneinander unabhängige Stellen» hätten ihm eine «geheime Empfehlung» des bundesrätlichen Gremiums bestätigt. Bundesratssprecher Simonazzi dementiert allerdings auf Tagesanzeiger-Anfrage, «dass der Bundesrat oder der Sicherheitsausschuss der Bundesanwaltschaft irgendeine Empfehlung gemacht hat». …“, Aus: „Schweizer Rückzieher im Fall Snowden“ von Thomas Knellwolf (Tages-Anzeiger, 30.11.2016) | Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweizer-rueckzieher-im-fall-snowden/story/28546514

Stefan Werner 30.11.2016: “ … Eines der wichtigsten Prinzipien eines Rechtsstaates ist, dass alle gleich behandelt werden. Gesetze gelten für alle, und Brüche des Gesetzes werden bei allen gleich untersucht und ggf. bestraft. Genau dieses Prinzip gilt in der Schweiz aber offenbar nicht, denn das Gesetz wird für US-Bürger und US-Institutionen ausser Kraft gesetzt. Somit ist die Schweiz kein Rechtsstaat. Ich denke, das sollte uns durchaus zu denken geben. Und die cholerischeren unter uns könnten sich darüber sogar aufregen. …“

Peter Meier-Schlittler (30.11.2016): “ … Betrachten wir die Angelegenheit „Snowden“ sachlich, so stellt man doch fest, dass er mit den Enthüllungen die unerhörten Überwachungspraktiken einer kleine Machtelite ans Tageslicht brachte und damit deren Sockel zum Wanken brachte. Andererseits öffnete er so den „Untertanen“ endlich die Augen für die Machenschaften hinter dem Vorhang der Machteliten. Nun wissen wir mit wem wir es zu tun haben. Sollte die Schweiz als neutrales und unabhängiges Land Snowden allenfalls kein Asyl gewähren, wäre das ein erneutes Zeichen für unsere armselige und heuchlerische politische Haltung. Und das Argument, Russland sei ein sicherer Drittstaat, ist nur peinlich, denn wieviel Tausend Asylanten, welche aus sicheren Drittstaaten einreisten, haben wir bis heute ohne Murren der Politik aufgenommen? …“

Peter Maier (30.11.2016): “ … Realpolitik vom Feinsten. …“

Ursula Helen (30.11.2016): “ … Danke für diese fundierte Aufklärung! …“

Werner Baltensperger (30.11.2016): “ … Wenn es so weitergeht werden wir wohl gezwungen sein, Verschwoerungstheoretiker ernster zu nehmen als die eigene Regierung …“

Dominique Becht (30.11.2016): “ … Wie war das noch mit den aufrechten, neutralen Schweizern, die dem Unrecht in jeglicher Form und Grösse Paroli bieten? Ein Mythos. …“

Arthur Tobler (30.11.2016): “ … Wie China und Russland ihre den Regimes nicht genehmen Dissidenten haben, haben sie die USA genau so. Es sind Snowden, Assange, Manning und andere, … Geht es [] um das System und das Militär, hört der Spass auf. Das ist amerikanisches Demokratieverständnis, pure Heuchelei. …“

Martin Baumgartner (30.11.2016): “ … Die Schweiz hat gegenüber den USA immer kooperativ verhalten. (Genau wie gegenüber der EU oder früher den Nazis) Wir können uns weiterhin im Krichen versuchen oder anfangen uns anderweitig zu Orientieren. …“

Urs Hess (30.11.2016): “ … Tja. Wenn wir Interessenpolitiker wählen, erhalten wir Interessenpolitik. Wir sind selber schuld an diesem Trauerspiel. …“

P. Weibel (30.11.2016): “ … meiner Meinung nach ist Snowdon ein ganz gewohnlicher Krimineller der sich nur wichtig machen will und von den Linken und Medien hochgejubelt wird. …“

Andreas Demeter (30.11.2016): “ … Hier geht es nicht um ein kleines dreckiges Geheimnis, sondern um den Millionenfachen Rechtsbruch in nahezu jedem erdenklichen Staat. … Die betroffenen (nahezu alle Erdbewohner mit Internetzugang) haben ein Anrecht das zu erfahren. …“

Peter Bänziger (30.11.2016): “ … Das Asylkonzept wird schon ziemlich pervertiert, wenn ein klassischer Asylant wie Snowden keiner sein darf. …“

tbc.

lemonhorse / 1 Dezember 2016 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Solche Praktiken (Welt am Draht #3)… ]

Verschwörungstheoretiker – das sind doch die Spinner und Irren, die an Aliens glauben und Unfug verbreiten. (Jens Wernicke)

Patrick Beuth (5. Oktober 2016): “ … Die Kernaussage des Berichts ist unmissverständlich: Vier anonymen Quellen zufolge hat Yahoo im vergangenen Jahr eine spezielle Software entwickelt und eingesetzt, mit der alle eingehenden Mails nach den Wünschen des Geheimdienstes oder der US-Bundespolizei durchsucht und im Falle eines Treffers gesondert gespeichert wurden. …“ | http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2016-10/yahoo-emails-heimlich-durchsucht-nsa

Daniel AJ Sokolov (heise.de „Alle Mails gescannt: Yahoo arbeitete für Geheimdienste“, 05.10.2016,07:30): “ … Yahoos Transparenzbericht für das erste Halbjahr 2015 verschweigt die Arbeit für den US-Geheimdienst. Dort heißt es, dass 8424 Konten von US-Regierungsanfragen betroffen waren („Total Government Specified Accounts“). Wurden tatsächlich alle Yahoo-Konten überwacht, müssten hier Hunderte Millionen Konten genannt werden. … Das Begehren des Geheimdienstes war extrem weit gefasst. Und Yahoo sollte nicht bloß Daten herausgeben, es musste neue, nicht-triviale Software schreiben, um dem Begehren überhaupt entsprechen zu können. …“ | https://www.heise.de/newsticker/meldung/Alle-Mails-gescannt-Yahoo-arbeitete-fuer-Geheimdienste-3340778.html

// Werni29, 05.10.2016 09:37: “ … Seit Jahren gelte ich im Bekanntenkreis als paranoid … Und alle haben gesagt sowas wie das hier gibts nicht. Und am DeCix wird nicht gelauscht… Aber es macht immer weniger Spaß recht zu behalten. …“ | https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Alle-Mails-gescannt-Yahoo-arbeitete-fuer-Geheimdienste/Seit-Jahren-gelte-ich-im-Bekanntenkreis-als-paranoid-weil/posting-29306679/show/ | Kommentar zu: „Alle Mails gescannt: Yahoo arbeitete für Geheimdienste„, https://www.heise.de/newsticker/meldung/Alle-Mails-gescannt-Yahoo-arbeitete-fuer-Geheimdienste-3340778.html

// Axel Arnolds, 05.10.2016 11:32: “ … Und jetzt gibt es wieder die „Ich habe eh nichts zu verbergen Kommentare“ … “ | https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Alle-Mails-gescannt-Yahoo-arbeitete-fuer-Geheimdienste/Und-jetzt-gibt-es-wieder-die-Ich-habe-eh-nichts-zu-verbergen-Kommentare/posting-29307581/show/

lemonhorse / 5 Oktober 2016 / Überwachungssysteme, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 28 März 2016 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

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