[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #21… ]

“ … Wenngleich das Reale omnipräsent ist, bleibt es uns genau dann verborgen, wenn wir im Akt des Codierens unsere Gedanken materialisieren aus dem Imaginären heraus in das Reale befördern. … Medienapparate ermöglichen es zumeist dem Realen so zu begegnen, dass die eingeflochtene Botschaft (Struktur) im Rauschen (Chaos) herauszufiltern ist. Erst dann ist von jener Information zu sprechen wie wir sie in symbolischer Ordnung kennen … Das, was Information (codiert mittels Buchstaben, Ziffern) erst zu dieser werden lässt, sind die Menschen im Gebrauch des irrealen Symbolischen – dann wenn das Reale zu einem „Rest bzw. Abfall [-produkt]“ kehrt, wie es KITTLER formulierte. Im Umkehrschluss bedeute dies: Je unstrukturierter uns ein Sachverhalt darbietet, desto verlorener sind wir in der Erfindung einer symbolischen Ordnung …“ | Aus: „Das „Reale“ LACANs transcodiert – Der Versuch einer Übertragung an die Medienwissenschaft“ Philipp Schaefer (2016/17) | https://www.musikundmedien.hu-berlin.de/de/medienwissenschaft/medientheorien/hausarbeiten_essays/pdfs/philipp_schaefer-das_reale_lacans_transcodiert.pdf

Stichwort: ‚Fundamentalistische Uneindeutigkeit‘

“ … Vizejustizminister Lukas Piebiak bedauerte gegenüber polnischen Medien, dass vor allem westeuropäische Staaten nicht bereit gewesen seien, Diskriminierung von Christen auf eine Stufe mit der von Schwulen oder Lesben zu stellen. …“ | Aus: „Deshalb blockiert Polen“ Jan Pallokat, ARD-Studio Warschau (12.10.2018)| https://www.tagesschau.de/ausland/eu-polen-eklat-103.html

Balduin-das-Schloß #31 “ … Marxistische Hipsters gegen Alt-Right Tricksters … “
Graf Porno von Geilenkirchen #17 “ … Normies raus! …“
Kommentare zu: „Ist Sexismus der neue Punk?“ Eine Rezension von Martin Eimermacher (3. Oktober 2018)
Quelle: https://www.zeit.de/2018/41/digitale-gegenrevolution-angela-nagle-sexismus-kulturkaempfe

“ … laut einer Umfrage der Online-Jobplattform „StepStone“ [gibt es] rund 600.000 auswanderungswillige Briten. 44 Prozent von ihnen, also rund 264.000 Insulaner, benennen Deutschland als ihre erste Wahl. …“ | Aus: „Der Brexit wird zum Brexodus“ Jochen Wittmann (16.10.2018) | Quelle: http://www.fr.de/politik/grossbritannien-der-brexit-wird-zum-brexodus-a-1601979,0#artpager-1601979-1

Wolf Kreide: “ … Wie, und was ist mit unserer Identität? Bald werden die ersten um 5 Uhr Tea Time fordern, das Gedrängel an den Eingängen wird von nervig ordentlichen Schlangen abgelöst, Brot und Bier werden schlechter. Und zum Steak wird Minze serviert. … in der Kneipe … lauwarmes London Ale … :) …“

“ … Auf besonders … grenzgängerische Art und Weise versuchen „Die Blitzmädchen“ seit ein paar Monaten in sozialen Medien die Rolle der Frau in der Wehrmacht im Nazischick als schöne, heile und perfekte Welt nachzuzeichnen. Mit ihrem bewussten Spiel an der Grenze zur NS-Verherrlichung erreichen sie tausende „Fans“. … Neben dem einschlägigen Publikum mit teils rassistischen, sexistischen und hetzerischen privaten Profilen, das auch auf zahlreichen ähnlichen Plattformen fleißig kommentiert, fällt bei der Durchschau der öffentlichen Social-Media-Profile der „Blitzmädchen“ vor allem die Besinnung auf deutsche Werte und deutsche Dichter auf. Dort finden sich neben äußerst streitbaren Persönlichkeiten mit antisemitischen Tendenzen wie Ernst Moritz Arndt auch immer wieder Gedichte von Johann Wolfgang Goethe. Auch die zahlreichen angeblichen Freizeitaktivitäten (Kerzen gießen, in der „Wehrmacht“-Zeitung über das Weltgeschehen informieren, Frühlingsspaziergänge) sind laut Historikerin Killius reine Schönfärberei einer verbrecherischen Zeit. …“ | Aus: „“Die Blitzmädchen“: Auf Like-Suche im Nazischick“ Fabian Sommavilla (15. Oktober 2018) | https://derstandard.at/2000088908198/Die-Blitzmaedchen-Auf-Like-Suche-im-Nazi-Schick

peter schmidt: “ … das erinnert mich an gerhard polt „im biergarten“ „dann sitz ich da und denke an was schönes zum beispiel die schlacht von verdun! ….“

Kernel Decker: “ … Diese „tollen“ Blusen und Röcke gibts sicher bald bei „Heimatmode“ zu kaufen. …“

Autor unbekannt: „… 50 shades of brown …“

TheBirdOfHermes: “ … Es gibt native weibliche Österreicher die FREIWILLIG zum Islam konvertierten und dann mit Burka rumlaufen. Aber mit Vollschutz und Handschuhen und wenn sie dann telefonieren, hören sie sich wie Steirer & Co an (Mundart bis zum geht nicht mehr). …“

Ulrich Engel im Gespräch mit Philipp Gessler (14.09.2014): “ … Philipp Gessler: Warum ist … der Fundamentalismus so verlockend …? – Ulrich Engel: Ich persönlich glaube, dass das etwas zu tun hat mit der Unübersichtlichkeit unserer Gesellschaft heutzutage. Viele Menschen verlangen angesichts dieser Unübersichtlichkeit Eindeutigkeit und glauben … Starke Dogmatiken, starke Aussagen, Abgrenzung, Wahrheiten, die gegen andere stehen können. Also gerade die monotheistischen Religionen sind an dieser Stelle nicht nur anfällig, sie sind selbst Teil dieses Problems. Auf der anderen Seite gibt es aber immer auch dieses Obskure, das nicht Eindeutige in allen Religionen. Wenn wir uns zum Beispiel den ganzen Bereich der Mystik anschauen, das sind nicht die eindeutigen Auslegungen. … Das Problem sehe ich … darin, dass wir von falschen Identitätsbegriffen oder von sehr einfachen Identitätsbegriffen ausgehen. Identität ist niemals nur vom Ich her, also von meiner Seite aus zu gewinnen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Identitäten nur gewinnen können, sowohl auf einer persönlichen Ebene als auch auf einer überindividuellen, gesellschaftlichen Ebene, in der Auseinandersetzung mit anderen. Also, nur im Angesicht des anderen weiß ich, wer ich bin. Und dann in diesem Zusammenhang Assimilation zu definieren, würde dann bedeuten, in einen permanenten Dialog einzutreten. … Also, das, was Habermas in seiner Friedenspreisrede … ja gefordert hat, ist ja nicht nur, dass die säkulare Gesellschaft versucht, diese religiösen Argumentationen zu verstehen, nachzuvollziehen, überhaupt ernst zu nehmen, sondern umgekehrt hat er eben auch von Religionsgemeinschaften ja gefordert, sich mit ihren Überzeugungen in den Diskurs hineinzugeben. Und ich glaube, das ist ein ganz entscheidender Punkt, gerade auf diese Praktiken hin, sie zu erläutern, sie in ihrer Begründung zu erläutern, sie rational zu verantworten und damit etwas zu ermöglichen. Das heißt nicht, dass dieses damit gelingen wird, das ist ganz klar, das ist wie bei jedem Diskurs, wie bei jeder Diskussion, ich kann nicht mit jedem ersten Argument mein Gegenüber überzeugen. Das ist klar. Aber in diesen Diskurs hineingehen und darin bleiben. …“ | https://www.deutschlandfunkkultur.de/religioeser-fundamentalismus-der-charme-der-dogmen.1278.de.html?dram:article_id=297490

„… Patrick Wildermann: Herr Stegemann, über Ihr politisches Engagement in der linken Bewegung „Aufstehen“ ist viel berichtet worden. Es wirkt, als seien Sie überrascht, in welchen Trubel Sie da geraten sind. Bereuen Sie es schon?
Bernd Stegemann: Bereuen auf gar keinen Fall. Überrascht bin ich allerdings, und zwar über den Wind, der im sogenannten politischen Diskurs weht. Man hat das Gefühl, viele warten nur darauf, Äußerungen falsch zu verstehen, um sie gegen einen verwenden zu können. Das ist im Theater so nicht der Fall. Da dürfen Sätze durchaus doppeldeutig, ironisch, uneigentlich gemeint sein – sowohl auf der Bühne als auch hinter den Kulissen. Ästhetik hat ja ihrem Wesen gemäß eine fast fundamentalistische Uneindeutigkeit. Dieser Gestus wird in der politischen Kommunikation überhaupt nicht akzeptiert, sondern als Einladung genommen, dir in die Fresse zu hauen.
Patrick Wildermann: Theaterleute sind gern politisch, grenzen sich aber von der Tagespolitik ab. Gilt dieser Unterschied für Sie nicht?
Bernd Stegemann: Es sind zwei verschiedene Sphären, das Politische und die Politik. Ich kann im Prinzip jeden Raum zu einem politischen machen, indem ich Widersprüche öffentlich zur Verhandlung stelle. Das ist natürlich noch nicht Politik. Die ist tatsächlich gekoppelt an Macht. Wer hat das Amt, wer die Mehrheit, wer darf das Gesetz erlassen? Je mehr ich mich mit Politik befasse, desto mehr verstehe ich die Scheu derer, die lieber im Raum des Politischen bleiben möchten. Er ist viel freier und viel schöner – in einem ästhetischen Sinne.
Patrick Wildermann: Und obendrein verantwortungsloser.
Bernd Stegemann: Verantwortungslos im Sinne von machtlos, ja. Die Machtlosigkeit ist womöglich die Bedingung für Kunst. Wenn die Kunst anfängt, nach Macht zu schielen, wird sie tendenziös. …“ | Aus: „“Aufstehen“-Sammlungsbewegung „Die Angst war vorher da““ Patrick Wildermann (16.10.2018) | https://www.tagesspiegel.de/kultur/aufstehen-sammlungsbewegung-die-angst-war-vorher-da/23194296.html

“ … Später sei Schmidt von Personen mit „Quarzsand-Handschuhen“ verfolgt worden. Schmidt bestätigt die Verfolgung, er sei dann aber durch Mitglieder der eigentlich kritischen Gruppe geschützt worden. „Die Szene war in dieser Situation gespalten“, sagte er. Juristische Schritte will er nicht einleiten, es habe sich um eine „Schulhof-Mentalität“ gehandelt. Eigentlich hatte Schmidt mit den Anwohnern über Strategien gegen Mietsteigerung und Gentrifizierungen sprechen wollen. Ein Thema, das im Samariterkiez, wo unter anderem die CG-Gruppe mehrere Neubauprojekte trotz Bürgerproteste durchgesetzt hat, immer wieder für Ärger sorgt. In einigen Häusern wohnen seit Jahren Mitglieder der linksautonomen Szene. Trotz der Brisanz des Themas waren Schmidt zufolge am Montag nur rund 35 Personen erschienen, weil die Veranstaltung nur mit Plakaten beworben worden sei, die aber abgerissen wurden. …“ | Aus: „Baustadtrat wird bei Veranstaltung in Rigaer Straße bedroht“ Felix Hackenbruch (09.10.2018) | https://www.tagesspiegel.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg-baustadtrat-wird-bei-veranstaltung-in-rigaer-strasse-bedroht/23164850.html

Pat7 09.10.2018, 18:20 Uhr: “ … Quarzhandschuhe und derartige Drohungen haben nichts mit „Schulhofmentalität“ zu tun. … Meinungsfreiheit existiert bei denen nur für die eigene Meinung und wo Brüllen nicht reicht, wird es dann heftiger. Es ist an der Zeit die nicht mehr mit Samthandschuhen anzufassen. Den Typen wie die bringen jeden zivilen gewaltlosen Widerstand gegen Spekulationen mit Wohnraum in Verruf. …“

Spandau-Loewe 09.10.2018, 18:49 Uhr: “ … Antwort auf den Beitrag von Pat7 09.10.2018, 18:20 Uhr: Wir sind hier in Friedrichshain-Kreuzberg und dazu in einer Umgebung, die dem Baustadtrat doch gefällt. Also ist das „Schulhofmentalität“. Und fertig. …“

“ … Englisch ist voller Nuancen, Zweideutigkeiten und kann unglaublich elegant sein; nichts ist schwarz oder weiß in der englischen Diplomatensprache – alles ist stets Grau. Mal Hellgrau, mal Felsengrau, mal Grau-Beige. Verfolgt man freilich die von der Regierung May seit Monaten benutzte Diplomatensprache, so erinnert mich das eher an den berühmten Elefanten im Porzellanladen oder die berüchtigte „Axt im Walde“. … Immerhin aber gibt es selbst in diesen Zeiten auf der Insel noch immer die eine oder andere gute Nachricht. Ich freue mich, heute berichten zu können: Meine britische Staatsbürgerschaft ist bewilligt! Mitte Oktober werde ich erleichtert und mit eindeutig gemischten Gefühlen in mein örtliches Bürgeramt in Westminster gehen, um 1) einen Eid auf die Monarchie und die Queen zu schwören und 2) meinen ersten britischen Pass in Empfang zu nehmen. …“ | Aus: „Sprachverfall in Brexit-Zeiten“ Arndt Striegler (Ärzte Zeitung online, 26.09.2018), Quelle: https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/brexit/article/972421/arndt-striegler-bloggt-sprachverfall-brexit-zeiten.html

lemonhorse / 17 Oktober 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #69 … ]

Joeph Roth über den Film „Unter den Dächern von Paris“ (Frankfurter Zeitung, 28.Oktober 1930): “ … Sie fällt! Sie liebt, sie tanzt, man würfelt um sie … Heute lässt sie sich erobern und morgen lediglich gewinnen. In ihrer schönen kleinen Brust sind ihres Zufalls Sterne. …“

Unter den Dächern von Paris (1929)
https://de.wikipedia.org/wiki/Unter_den_D%C3%A4chern_von_Paris

Rene Clair – Sous les toits de Paris 1930 VOS (Pola Illéry)
-> https://www.youtube.com/watch?v=Hzq7N9_Irt4

lemonhorse / 11 Oktober 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Charles Aznavour (1924 -2018)… ]

Charles Aznavour * 22. Mai 1924 in Paris, † 1. Oktober 2018 in Mouriès … mit diesem Timbre von Sand und Rost, wie es ein Zeitgenosse beschrieb, sang er Texte, wie es sie zuvor im Genre des französischen Chansons nicht gegeben hatte: über die Symptome der Liebe (‚J’en déduis que je t’aime‘) und ihre körperlichen Freuden (‚Après l’amour‘), über Frauen, die sich gehen lassen (‚Tu t’laisses aller‘), und einsame Transvestiten (‚Comme ils disent‘), über die Kriegskinder (‚Les enfants de la guerre‘) und die Lebenskünstler (‚La Bohème‘).“ – Thomas Steiner: Badische Zeitung (22. Mai 2014) | https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Aznavour

lemonhorse / 1 Oktober 2018 / Akustische.Wellen, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

lemonhorse / 30 September 2018 / Akustische.Wellen, Found.Stuff, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #20… ]

Terry Gilliam (77) [26.9.2018]: “ … Ich sehe diesen Unterschied zwischen Realem und Imaginärem nicht, für mich sind das zwei Kräfte, die permanent umeinander herum tanzen. Die Beziehung zwischen den beiden ist doch, worum es in Don Quixote geht. Da der Träumer, der Fantastiker, der Wahnsinnige, dort der Pragmatiker in Person Sanchos. Es geht nicht um eine Person, sondern um die Beziehung der beiden. … Wenn man die Absurdität nicht akzeptiert, hat man unter Garantie ein erbärmliches Leben. …“ | https://derstandard.at/2000088072233/Ex-Monty-Python-Mitglied-Terry-Gilliam-Wir-leben-in-der

Adam Kowalski #30: “ … Man stelle sich nur vor, heute würde jemand einen Film drehen, in dem Burgen mit Kühen beschossen oder Kaninchen von heiligen Handgranaten in die Luft gejagt werden. …“ | https://www.zeit.de/kultur/film/2018-09/terry-gilliam-interview-comedian-satire-politische-korrektheit?cid=22392373#cid-22392373

Zeitabzuhauen #63: „… [‚Wir leben heute in einer Ära der Heuchelei. Die Wahrheit ist nichts mehr wert. Orwell pur, George wäre so zufrieden. Schwarz ist weiß, unten ist oben. … Ich weiß eigentlich nicht mehr, was die Leute denken. Alles, was ich je getan habe, war eine Reaktion auf die Welt. Heute würde ich nicht mehr wissen, wo ich beginnen soll.‘] Terry, ich hab dich lieb. Echt. Dieser Mann hat mir mit TIME BANDITS, BRAZIL, 12 MONKEYS und anderen noch viel schrägeren Filmen früh die Augen geöffnet, wo diese bekloppte Menschheit mal hingehen könnte. Und siehe da: Hier sind wir jetzt! …“ | https://www.zeit.de/kultur/film/2018-09/terry-gilliam-interview-comedian-satire-politische-korrektheit?cid=22393947#cid-22393947

lemonhorse / 26 September 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

lemonhorse / 25 September 2018 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Übrigens, so nebenbei #1 … ]


Bild via http://voodoo-verlag.com/?page_id=69 (‚La Paloma – Das Jahrhundert-Lied‘)

„… [Albers’ größter musikalischer Erfolg war seine für Große Freiheit Nr. 7 aufgenommene, mit einem deutschsprachigen Text von Helmut Käutner versehene Version des alten südamerikanischen Liedes La Paloma.] … Hans Albers wurde als Sohn des Schlachtermeisters Philipp Albers (genannt „Schöner Wilhelm“) und dessen Frau Johanna Dorothea, geborene Rathjen, in der Langen Reihe 71 in Hamburg-St. Georg als jüngstes von sechs Kindern geboren. … Nach der Machtübernahme durch die NSDAP drängte man ihn zur Trennung von seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Hansi Burg, die Tochter seines jüdischen Mentors Eugen Burg. Nach einiger Zeit gab Albers nach und trennte sich offiziell von ihr, lebte jedoch weiter mit ihr am Starnberger See. Dort besaß er seit 1933 in Garatshausen bei Tutzing eine Villa mit einem 27.000 m² großen Grundstück. … Zu den Nationalsozialisten hatte Hans Albers einerseits ein sehr distanziertes Verhältnis: Er zeigte sich nie an der Seite hochrangiger NSDAP-Funktionäre und verzichtete auf die Entgegennahme eines Schauspielpreises aus der Hand von Joseph Goebbels. Dennoch war er bei Goebbels als Publikumsmagnet sehr geschätzt und konnte daher sehr hohe Gagen fordern und erhalten und wurde auf dessen Gottbegnadeten-Liste geführt. … Sein letzter Film Kein Engel ist so rein kam 1960 in die Kinos. Er schließt mit dem von Hans Albers gesprochenen Satz: „Das ist das Ende“. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Albers (19. September 2018) — // ‚Hans Albers: Leinwand und Privatleben‘ – Eine Dokumentation von Dagmar Wittmers aus dem Jahre 2005, die nicht nur das künstlerische Schaffen von Hans Albers bespricht, sondern auch sein Privatleben eingehend beleuchtet. –> https://www.youtube.com/watch?v=wVZ1Xw1UXy8

“ … [Theo] Lingen spielte 1929 in Frankfurt am Main den Herrn Macheath in der zweiten Inszenierung von Brechts Die Dreigroschenoper. Er wurde daraufhin nach Berlin geholt, um die Rolle auch in der noch immer mit großem Erfolg laufenden Ur-Inszenierung zu übernehmen. Der Filmregisseur Fritz Lang war von Lingens Qualitäten ebenfalls überzeugt: In M (1931) und Das Testament des Dr. Mabuse (1933) beeindruckte Lingen in ernsten Rollen. Dem breiten Publikum wurde Theo Lingen jedoch vor allem als Filmkomiker bekannt. … Da seine Frau jüdischer Herkunft war und er daher bei den Nationalsozialisten als „jüdisch versippt“ galt, was normalerweise einem Berufsverbot gleichkam, spielte Lingen mit dem Gedanken, ins Exil zu gehen. Aber dank seiner Popularität erhielt er eine Sondergenehmigung und konnte weiter auftreten. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Theo_Lingen (22. September 2018)

“ … In der Zeit des Nationalsozialismus weigerte sich [Hans] Moser, einer Scheidung von seiner jüdischen Frau zuzustimmen. 1939 musste sie nach Ungarn emigrieren, Mosers Tochter, die bereits verheiratet war, wanderte nach Argentinien aus. Nur aufgrund seiner Popularität konnte Moser trotz seiner Ehe weiterhin als Filmschauspieler in deutschen Filmen tätig sein. … Entgegen der häufigen Vermutung leitet sich der Ausdruck „mosern“ bzw. „rummosern“ nicht von Hans Moser ab, sondern von dem jiddischen bzw. rotwelschen gleichbedeutenden „mossern“ (Im wienerischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck „mosern“ übrigens kaum gebräuchlich, hier heißt es stattdessen „raunzen“). …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Moser (8. September 2018)

lemonhorse / 25 September 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Glasnegativ (Zufallsfund)… ]

Gefundene Negative (Fotoplatte), “ … Das Fehlen von Hintergrundinformationen zu den Personen, Orten und Anläßen führt dazu, daß die Bilder für sich stehen und für sich sprechen müssen. … Es wurden … gut achtmal so lange Belichtungszeiten benötigt wie mit heutigen, „langsamen“ ASA/ISO 100 Filmen! … “ | Quelle: glasnegativ.de

Als Fotoplatte bezeichnet man eine mit einer Fotoemulsion beschichtete Platte aus Metall oder Glas. …
–> https://de.wikipedia.org/wiki/Fotoplatte

lemonhorse / 16 September 2018 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #19… ]

foto: joanna pianka

Roman Gerold (23. August 2018): “ … Falls Sie kommende Woche Menschen erblicken, die aus einer riesigen weiblichen Brust trinken, die hinten aus einem Lkw herausragt – dann steckt dahinter der Künstler Milan Mijalkovic. … Zu jenen Phänomenen, die es in einer besseren Welt wohl nicht gäbe, zählt der „Arbeiterstrich“. Tagtäglich bieten dort Männer, vor allem aus Osteuropa, Dienste als Schwarzarbeiter an. Privatpersonen holen die Pfuscher ab und verbringen sie zu Baustellen in der Umgebung. Wiewohl die Männer nicht selten ausgebildet sind – sei es als Maurer oder als Elektriker -, müssen sie mangels Arbeitserlaubnis unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. In Wien ist zum Beispiel die Triester Straße ein Hotspot solcher Schattenwirtschaft. Ebendort, unweit eines großen Baumarkts, könnte man in der kommenden Woche Zeuge einer seltsamen Begebenheit werden. Einer jener Lkws, die den Männern wohlbekannt sind, fährt vor, öffnet die Ladeluke – und zum Vorschein kommt eine riesige weibliche Brust. Keine Milch verspritzt diese allerdings, sondern Wasser, an dem sich die Arbeiter laben können. … Ja, ganz profan könnte man diese Intervention des Künstlers Milan Mijalkovic einen mobilen Brunnen nennen. Eigentlich heißt die Aktion, die außerdem an der Brünner Straße und der Herbststraße stattfindet, jedoch Die Wiener Maria. Sie fügt sich in eine ganze Reihe von sozial engagierten Kunstprojekten ein, die Mijalkovic verwirklicht hat, seit er im Jahr 2000 aus Mazedonien nach Wien kam. Gemeinsam sind diesen Interventionen der Fokus auf gesellschaftliche Schieflagen und der Hang zu einer fast überrumpelnden Direktheit. 2013 ironisierte Mijalkovic den Begriff „Verantwortung“, indem er in einem Happening die Verantwortung für diverse Naturkatastrophen der letzten Jahrtausende versteigerte. Später hielt er eine „Rede zur Demokratie“, die ausschließlich aus kalmierenden Pscht-Lauten bestand. Beruhigen und zugleich ruhig halten: Auf eine ähnliche Doppeldeutigkeit möchte Mijalkovic auch mit der Wiener Maria hinaus. Als „Brust des Kapitalismus“ sieht er das Objekt, eine Brust, die zugleich nähre und abhängig mache. … “ | https://derstandard.at/2000085852159/Weibliche-Brust-als-Wasserspender-fuer-den-Wiener-Arbeiterstrich

Mag. Bitterer, Ernst (Penthousebewohner, August 2018) “ … Das wird den Frauen der Arbeiter zuhause gefallen, wenn die im Ausland an fremden Brüsten nuckeln … Ob das nicht mehr Eigenwerbung für den „Künstler“ ist, als auf ein Problem hinzuweisen? Und wie „ausbeuterisch“ sind denn die Auftraggeber wirklich? Die zahlen doch sicher mehr als die Konzerne in Osteuropa – wer ist da der Ausbeuter? Die Arbeiter kommen meines Wissens auch aus freien Stücken nach Wien. Durch die Arbeitskraftverknappung im Osten steigt dort das Lohnniveau – alles nicht so einfach. …“
sistiana (August 2018): “ … Eklig und unnötig …“
Crom (August 2018): “ .. Genau wegen solcher verbitterten Leute sage ich: Coole Aktion :) …“
QueenBandBabyDuck (August 2018): “ … Igitt, Brüste! ;) …“
zeon (August 2018): „Bin ich der einzige, der nicht wusste, dass sowas wie ein Arbeiterstrich existiert? …“
Miesepete (August 2018): “ … Vermutlich. Sind Sie von der SPÖ Wien? …“
Markus D. Hartbauer (August 2018): „Was macht der Künstler eigentlich beruflich?“
Mafi (August 2018): „Kunst?“
yieldmush (August 2018): “ … [Du darfst] diesen Vergleich von Woody Alan ansehen: https://youtu.be/mr7ZWJJdPV8 …“
Der Waehlerwille (August 2018): “ … Wirklich mutig wär ja ein Penis gewesen .. der Milch gibt. …“
Der unbestechliche Akupunkteur (August 2018): “ … Eher Joghurt… “
Elektronik (August 2018): “ … Hatte ich heute Nacht schon. Danke, …“
Thorin (August 2018): “ … Ja, das hätte mir besser gefallen. Zumal den Kapitalismus weitgehend die Männer repräsentieren, nicht die Frauen. Aber gestandene Arbeiter, die an einem Penis nuckeln. Schwer vorstellbar. Das hält das männliche Ego nicht aus. …“

(Wien, 30. Juli 2018) „Kann alles Arbeit“ ist ein Satz, der in der illegalen Subkultur der Wiener Baubranche typischerweise die Verhandlungen eröffnet und dabei ein Dilemma ausdrückt. Wer seine Chancen auf Arbeit und damit Lohn nicht verwirken will, muss sich verkaufen können – und zwar unter Wert. Acht Euro ist der Stundenlohn, den sich die Männer aus Bulgarien, Rumänien, Polen, Ungarn, der Ukraine und dem Kosovo, viele von ihnen Meister ihres Fachs, erhoffen, wenn sie an der Triester Straße täglich zu Dutzenden darauf warten, abgeholt und zu einer Baustelle im Umland gefahren zu werden. …
https://milanmijalkovic.com/ | https://milanmijalkovic.com/Die-Wiener-Maria

lemonhorse / 23 August 2018 / Daten.PolitixMicro, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 14 August 2018 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments