[Was erlauben ZEIT?… ]

” … Angesichts der sich verschärfenden Kämpfe in der Ukraine hat der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) zu einem Neuanfang in den Beziehungen zu Moskau aufgerufen. Die “alte Politik der Konfrontation” sei unzeitgemäß, sagte Genscher in einem Gespräch mit Süddeutschen Zeitung. Die westlichen Sanktionen gegen Russland hätten nicht die Wirkung gezeigt, die sich die Initiatoren erhofft hätten. “Wir leben in einer globalisierten Welt und brauchen die Kraft aller, um die Probleme um uns herum zu lösen”, sagte Genscher. Er habe den russischen Präsidenten Wladimir Putin als “durchaus pragmatisch” erlebt. …” | http://www.zeit.de/politik/2015-08/russland-wladimir-putin-ukraine-hans-dietrich-genscher (21. August 2015)

unländer, 21.08.2015: ” … Verschwörungstheoretiker Genscher – Was erlauben ZEIT?
[ ” … Was als Wille zur Völkerverständigung daherkommt, ist oft geschickt platzierte Propaganda., http://www.zeit.de/kultur/2015-08/compact-juergen-elsaesser ” … ] http://www.zeit.de/kultur/2015-08/compact-juergen-elsaesser … ” | http://www.zeit.de/politik/2015-08/russland-wladimir-putin-ukraine-hans-dietrich-genscher?commentstart=25#cid-5129658

Strike eagle, 21.08.2015: ” … Die alten Fuhrleute … Ein Mann wie Genscher hat schon Politik gemacht, als es noch üblich war sich der Mittel der Diplomatie zu bedienen. Dies heißt unter anderem, nicht alles öffentlich auf dem Markt auszutragen, sondern schwierige Verhandlungen diskret zu führen mit dem Ziel, eine ausgewogene und tragbare Lösung für alle Beteiligten herbeizuführen, die auch für jeden gesichtswahrend war. Keine öffentlichen Verurteilungen, keine öffentlichen Schuldzuweisungen. Dies war der Grundstein für die Ostpolitik von Brandt und Scheel, die unter Kanzler Kohl die Vollendung in der deutschen Einheit fand. Es ist kein Zufall, dass die heutige Russlandpolitik von dieser Politikergeneration ebenso beurteilt wird, wie Genscher dies tut, parteiübergreifend. …” | http://www.zeit.de/politik/2015-08/russland-wladimir-putin-ukraine-hans-dietrich-genscher?commentstart=9#cid-5129529

Med2, 21.08.2015: ” … Besonnenheit – Es ist diese Besonnenheit, die Rationalität und Erfahrung/Weisheit, die ich in der Politik heutzutage so vermisse. … Vermutlich muss man seine halbe Familie auf dem Schlachtfeld verloren, die noch rauchenden Häusertrümmer in den Städten gesehen und die Schreie der Witwen und Kinder gehört haben, um wissen zu können, dass Alles besser ist, als Agression, Krieg und Hysterie. …” | http://www.zeit.de/politik/2015-08/russland-wladimir-putin-ukraine-hans-dietrich-genscher?commentstart=9#cid-5129469

dan83, 21.08.2015: ” … Russophobie ablegen – Das gilt für unsere Regierung und vor allem auch für die etablierte deutsche Presse. [https://de.wikipedia.org/wiki/Russophobie “… Von Michail Gorbatschow wurde bemängelt, die Russlandberichterstattung in Deutschland sei teilweise oder überwiegend von einer ablehnenden Haltung und mangelnden Differenziertheit geprägt. Schwierigkeiten und Missverständnisse in der Korrespondententätigkeit kommen hinzu. Insbesondere der Fokus auf Wladimir Putin und die politischen Krisen Russlands in den westlichen Medien zeichne nach Ansicht einiger Kommentatoren ein schiefes Bild der tatsächlichen Verhältnisse in Russland. Der kontrovers diskutierte Historiker Wolfgang Wippermann stellt die These auf, alle westliche Medienberichterstattung sei von Gedankengut beeinflusst, das der russischen Selbstwahrnehmung „fundamental“ widerspräche. …” (Stand 21.08.2015)] Russland setzt seine Interessen durch und unterscheidet sich hier 0,0 von der USA, EU, China oder sonst einem einflussreichen “Player”. Bei der Türkei ist es uns scheißegal wenn dieser “Verbündete” den IS unterstützt, Kurden bombardiert und hier auch vor der irakischen Grenze keinen Halt macht. Ob die USA die deutsche Souveränität durch ein komplettes Durchleuchten der deutschen Bevölkerung untergraben ist scheinbar auch jedem egal.
Hauptsache wir sparen Griechenland in Grund und Boden, so dass dort ein Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu Krankenkassensystemen mehr hat und lassen tausende Flüchtlinge vor unseren Grenzen ertrinken. Aber “den bösen Russen” erziehen wollen. Ich kann diese Heuchelei nicht mehr hören. …” | http://www.zeit.de/politik/2015-08/russland-wladimir-putin-ukraine-hans-dietrich-genscher?commentstart=9#cid-5129484

Standpunkt,21.08.2015: ” … Genscher ist mental in der machtpolitischen Konstellation von vor 1989 stehen geblieben. Es gibt heute eben nicht mehr “nur” Russland auf der einen und den Westen auf der anderen Seite. Nach 1989 erlangten zahlreiche Staaten, die zuvor Jahrzehnte unter sowjetisch-russischer Knute litten (“Breschnew-Doktrin”), ihre Unabhängigkeit, die gemäß der KSZE-Schlussakte das Recht der Bündnisfreiheit genießen. In Moskau hat man das noch nicht verstanden und spielt sich – wieder einmal – als imperialer Oberherr Osteuropas auf, siehe Ukraine. Die Krim-Annexion war ein Husarenstück, das sich Putin wirklich hätte ersparen sollen, gefolgt von einem sinnlosen Destabilisierungskrieg im Donbass, der nur dazu dient, die Machtinteressen Moskaus durchzusetzen und die verbriefte Bündnisfreiheit der Ukraine zu unterminieren.
Ein Neuanfang in den Beziehungen des Westens zu Russland kann nur von Moskau ausgehen – und dies durch handfeste Taten: Zurückgabe der Krim an die Ukraine (= Herstellung des rechtlichen Zustandes) und die Beendigung aller Aktivitäten, die die territoriale Integrität der Ukraine verletzen.
Im Falle einer neuen Eskalation sind die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. Der Preis einer Aggression gegen ein europäisches Land muss hoch genug sein, um abschreckende Wirkung zu entfalten. Sonst ist es bald vorbei mit dem Friedenszustand in Europa… ” | http://www.zeit.de/politik/2015-08/russland-wladimir-putin-ukraine-hans-dietrich-genscher?commentstart=9#cid-5129460

deri punkt partei, 21.08.2015: ” … Sie werfen Genscher vor “… in der machtpolitischen Konstellation von vor 1989 stehen geblieben” zu sein. Und untermauern das mit den selben Argumentationssträngen wie die Konservativen, die vor 1969 jegliche zukunftsweisende Ostpolitik abgelehnt und torpediert haben? – Wer ist jetzt stehen geblieben? …” | http://www.zeit.de/politik/2015-08/russland-wladimir-putin-ukraine-hans-dietrich-genscher?commentstart=17#cid-5129651

SethusC., 21.08.2015: ” … Es ist ja nahezu grotesk, dass Brandt und Bahr heute selbst von konservativer Seite dafür gefeiert werden, dass sie in den 60/70ern die Konfrontationspolitik mit Russland aufgebrochen haben, während heute jeder, der auch nur Verhandlungen mit Putin anregt, gleich mit einem Shitstorm rechnen darf. Dabei war das Russland der 60er und 70er eine Diktatur ungeahnten Ausmaßes, die zudem kein Problem hatte, ganz Osteruropa zu knechten. Trotzdem war es offenkundig richtig, mit Brechnew und co zu reden. …” | http://www.zeit.de/politik/2015-08/russland-wladimir-putin-ukraine-hans-dietrich-genscher?commentstart=49#cid-5129832

lemonhorse / 21 August 2015 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Weltweit… ]


“Nissenhütten” an der Arenbergstraße, nach dem 2. Weltkrieg als Notunterkünfte gebaut, benannt nach dem Engländer Nissen aus “Gladbeck Unsere Stadt” (Foto: Metzner, Fundort)

” … Februar 1945 lebten 1,6 Millionen Menschen zwischen Elbe und dänischer Grenze, im Juni waren es 2,4 Millionen, die internierten ehemaligen Soldaten der Wehrmacht dazugerechnet sogar über 3,5 Millionen. Schleswig-Holstein war eine Art „Arche Noah“. Um die Menschen unterzubringen, notdürftig zu versorgen und den Mangel zu verwalten, griffen die britischen Besatzer schnell auf die Strukturen der Verwaltung der Provinz und die der Kommunen zurück. Dies zumal im Frühsommer 1946 die Ernte auf den Feldern verdorrte und eine Hungersnot ausbrach. … Bis 1953 wohnten Flüchtlinge mitten in Kiel auf dem Professor-Peters-Platz in den so genannten „Nissenhütten“ …” | http://www.geschichte-s-h.de/land-schleswig-holstein/

18. Juni 2015: “… Weltweit sind nach Angaben der UN so viele Menschen auf der Flucht vor Kriegen und Konflikten wie noch nie. Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in seinem Jahresbericht schreibt, gab es Ende 2014 weltweit 59,5 Millionen Flüchtlinge. Das sei die höchste Zahl, die jemals vom UNHCR verzeichnet wurde. Zum Vorjahreszeitpunkt waren es demnach 51,2 Millionen Menschen. Die Hälfte der Flüchtenden seien Kinder. Die meisten von ihnen kommen nach wie vor aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Somalia.
Fast 20 Millionen Menschen sind laut UN ins Ausland geflüchtet, 1,8 Millionen haben einen Asylantrag gestellt, die meisten Menschen – 38 Millionen – sind in ihrem Heimatland unterwegs auf Schutzsuche. Die meisten Flüchtlinge haben die Türkei, Pakistan, der Libanon, der Iran und Äthiopien aufgenommen.
UN-Flüchtlingskommissar António Guterres bezeichnete die Lage als einen Paradigmenwechsel. “Wir geraten in eine Epoche, in der das Ausmaß der globalen Flucht und Vertreibung sowie die zu deren Bewältigung notwendigen Reaktionen alles davor Gewesene in den Schatten stellen”, sagte er. … Es sei erschreckend, “dass einerseits diejenigen, die Konflikte beginnen, mehr und mehr straffrei davonkommen und dass andererseits die internationale Gemeinschaft unfähig scheint, gemeinsam Kriege zu beenden und Frieden zu schaffen”. …” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-06/fluechtlinge-unhcr-jahresbericht

(24.07.2015): ” … Bei einer NPD-Demonstration gegen Asylbewerber in Dresden ist es zu gewalttätigen Ausschreitungen mit Verletzten gekommen. Rechtsextreme griffen am Freitagabend Gegendemonstranten an. Knallkörper explodierten, es flogen Wurfgeschosse. Drei Menschen wurden verletzt, darunter eine junge Frau, die stark blutend von Sanitätern versorgt werden musste. … Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks hätten aus Angst vor Steinewerfern Helme mitgebracht. …” | http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dresden-ausschreitungen-bei-npd-demonstration-a-1045307.html

(27. Juli 2015): ” … Bei einem mutmaßlichen Sprengstoffanschlag ist das Auto eines Kommunalpolitikers der Linken in Freital in Sachsen beschädigt worden. … Auch anderswo in Deutschland hat es in den vergangenen Monaten mehrfach Brandanschläge und andere Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Wiederholt wurden außerdem örtliche Amtsträger und Politiker von Rechtsextremen angefeindet und bedroht. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-07/achsen-sprengstoff-anschlag-auto-michael-richter

Die Kuchenbäckerin schreibt (8. August 2015): ” … Ich habe lange überlegt, ob es klug ist, zu diesem Thema die Fresse aufzureißen. … Weder ich noch meine Eltern haben hautnah einen Krieg erlebt. Dafür bin ich sehr dankbar. Und doch macht es uns blind. Es macht uns arrogant. Wir wissen nicht, wie es ist, zwischen Bombenhagel und zerfetzten Menschen durch die Straßen zu laufen, um unser Leben zu rennen, alles zurücklassen zu müssen. … Ich hatte noch niemals das Blut eines geliebten Menschen an den Händen. Ich hatte noch niemals so große Angst, dass ich den möglichen Tod als Konsequenz in Kauf nahm, um mich an einen Ort zu retten, an dem NICHTS auf mich wartet. NIEMAND meine Sprache spricht. An dem ich monatelang in einer Notbehausung leben muss, nur um von widerlichen Rassisten Steine an den Kopf geworfen zu bekommen, deren Großväter und Urgroßväter „Führer befiel, wir folgen dir“ gebrüllt haben. … Ich will nicht in einer Welt leben, in der notleidende Menschen arrogant abgewiesen werden, weil sich einer Sorgen ums „Vaterland“ macht. (Wenn ich das Wort noch ein mal schreiben muss, kotze ich.) … Jaja, uns fehlt so vieles. Monatsticket ist auch wieder teurer geworden, der Sommer ist zu heiß und halbe Stunde parken in der City kostet 8 Euro. Ick wees. Aber verglichen mit den Menschen, die unsere Hilfe brauchen, haben wir ALLES. Und die NICHTS. Was das bitterböse Auge-um-Auge-Argument „Wenn WIR das bei DENEN im Land machen würden…“ angeht: Nun – könnte, hätte, Fahrradkette. Wir wissen nicht, was dann WÄRE. Vielleicht würden sie uns gar nicht reinlassen. Vielleicht würden sie uns auch mit Steinen beschmeißen. Vielleicht ist aber irrelevant. Wir sind am Zug. …” | Aus: “”Der Flüchtling klaut mir meinen Fernseher!” Oder: Verarscht fühlen ist das neue 20″ >> https://diekuchenbaeckerin.wordpress.com/2015/08/08/der-fluechtling-klaut-mir-meinen-fernseher-oder-verarscht-fuehlen-ist-das-neue-20/

Gilbert schreibt (August 12, 2015 um 7:25 vormittags): “… Der Text ist polemisch, niveaulos und oberflächlich! Bleib’ doch bitte beim Kuchenbacken! …” | https://diekuchenbaeckerin.wordpress.com/2015/08/08/der-fluechtling-klaut-mir-meinen-fernseher-oder-verarscht-fuehlen-ist-das-neue-20/comment-page-2/#comment-105

JoeKi schreibt (August 12, 2015 um 9:16 vormittags): ” … Gilbert: Wenn Sie scharfe und direkte Äußerungen mit viel emotionaler Kraft ohne blumige und seichte Wortwahl meinen, mit dem Ziel die Augen zu öffnen, zum Denken anzustoßen und zum Desmaskieren der faschistoiden Pauschalaussagen? Dann dürfte es wohl Polemik im feinsten ursprünglichen Sinne sein. …” | https://diekuchenbaeckerin.wordpress.com/2015/08/08/der-fluechtling-klaut-mir-meinen-fernseher-oder-verarscht-fuehlen-ist-das-neue-20/comment-page-2/#comment-190

lemonhorse / 12 August 2015 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #50… ]

” … Fritz Göttler von der Süddeutschen Zeitung entdeckte in den „ungesunde[n] Liebesbeziehungen“ das verbindende Element in Cronenbergs Werk. Auch sein neuester Film [A Dangerous Method (2011)] sei „eine Geschichte von Gewalt, von Dominanz, von Qual und Selbstqual, ersehnter Züchtigung“ und zugleich „ein kühner Film, der vom Widerstand gegen Zumutungen handelt, die auch heute noch nicht ausgeräumt sind“. …”
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Eine_dunkle_Begierde#Kritiken (08/2015)

lemonhorse / 12 August 2015 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text / 0 Comments

[VHS Bekenntnisse (Das Ende ist nah)… ]

” … jetzt vermeldet die unter den Marken Platinum und Xlyne agierende SK-Unternehmensgruppe (Sauerland-Kunststoff), die letzten auf der Welt verfügbaren VHS-Videocassetten aufgekauft zu haben und voraussichtlich noch bis zum Ende des Jahres 2015 in Deutschland anzubieten. …” | http://www.heise.de/newsticker/meldung/Die-Letzten-ihrer-Art-VHS-Cassetten-werden-nicht-mehr-hergestellt-2733692.html –// Video Home System war von Beginn an die offizielle Bezeichnung für VHS –> https://de.wikipedia.org/wiki/Video_Home_System

Daniel Kothenschulte (15. Juni 2015): ” … Lediglich wer Zugang zu einem Projektor hatte, sammelte vielleicht ein paar Filmkopien. Das änderte sich schlagartig mit der Erfindung des Videorekorders. Ich kann mich gut daran erinnern, in welches Chaos mich die plötzliche Möglichkeit einer Filmsammlung stürzte. Ich „tapete“ wie ein Besessener. … Die Verbreitung des Videorekorders stürzte mich wie viele Kollegen der Filmkritik in tiefe Verwirrung. Mit einem Mal war all das Flüchtige materialisiert, das, wofür man weite Reisen und schlaflose Nächte riskiert, das man aber auch nie zu besitzen gewagt hatte. Wie Luftballons regnete es Filme vom Himmel, man musste nur wie im Märchen vom Sterntaler irgendetwas darunter stellen, damit der kostbare Niederschlag nicht verloren ginge. Die schiere Menge des Sammlungsguts verursachte ernsthafte logistische Probleme. Ich notierte in den frühen 90er Jahren:
„Als ich vor ein paar Jahren meine Wohnung bezog, sollte wenigstens eine Wand der bildenden Kunst vorbehalten bleiben. Doch obwohl ich die Bilder von damals nie abgehängt habe, sind sie längst nicht mehr zu erkennen. Ein einstmals unscheinbarer Haufen von Videokassetten hat sie einfach überwuchert. Zu Hunderten aufgetürmt, haben sich die Magnetaufzeichnungen der ganzen Wandfläche bemächtigt, und darüber hinaus gibt es hier kaum ein Eckchen, in dem man vor ihrer Gegenwart sicher wäre. …” | http://www.fr-online.de/liebe/film-wenn-die-liebe-zum-kino-suechtig-macht,30735670,30957906.html

Georgia Perry (27.05.2014): ” … Er will alle Videokassetten von Speed haben, die jemals hergestellt wurden. … Eine radikale Hommage an die Nutzlosigkeit … Ich sage, dass es eine Praxis des Wiederholungszwangs ist, und das Konzept ist von Freud. Freud denkt, dass das Ziel des Unbewussten die Wiederholung ist. Du musst einfach alles immer wieder wiederholen. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, warum das so ist. Ich glaube, es hat was mit Eros zu tun—mit der Lebenskraft oder so? – Das World Speed Project wird durch den Wiederholungszwang vorangetrieben, denn wenn du ein Video hast, willst du noch eins. Und noch eins. Und noch eins. …” | https://www.vice.com/de/read/dieser-typ-versucht-weltweit-alle-videokassetten-speed-in-seinen-besitz-zu-bringen

“Das Ende ist nah – für die VHS-Kassette” (5. Juli 2015) —> http://derstandard.at/2000018605007/Das-Ende-ist-nah-fuer-VHS-Kassetten

Anton Dreher 2.0, : ” … Nach ~30 Jahren hab ich endlich erlernt, wie man den Videorekorder so programmiert, dass er den Film aufnimmt, den ich später mal sehen will – und dann solche bad News! :( …”

Cepheus, 06.07.2015: “… Ich sag nur eines: ShowView :-) …”

steel, 06.07.2015: ” … Als Kind war das Magie für mich …”

heythatsmybike 03.07.2015, ” … In der Videothek gab’s immer Mecker – Kassette nicht zurückgespult. Ach, was waren das Zeiten. …”

BongoBingo, 06.07.2015: ” … haha! – Das erinnert mich an meinen Großvater! Wir hatten damals Kabel und meine Großeltern nicht. So wurde mein Vater von meinem Großvater dazu verdonnert alle RTL Sexfilmchen auf VHS zu bannen. Herrlich, Gaudi in der Lederhose 1-10, Emanuele 1-10 und was weiß was es da noch für Qualitätsfilme gegeben hat …. Lustige Zeit :-) …”

KubeK, : ” … Wir haben immer heimlich die “Serie Rose” und Emanuelle aufgenommen, auf die Kassette dann “Don Camillo und Peppone” geschrieben! …”

tree hugger, 06.07.2015: ” … Meinen ersten P***no hab ich auf VHS gesehen…die Kassette stammt aus dem Schlafzimmer meiner Eltern. Danke! …”

Resi Tupfer, 06.07.2015: ” … Der gute alte VHS-Porno ist tot. …”

Wunderbare Welt, 06.07.2015: ” …. Wenn ich mich an meine VHS-Videokassetten-Sammlung zurück erinnere wundere ich mich mit welcher Bild und Tonqualität wir damals zufrieden waren. Wir sind schon ein dekadenter Haufen Schnösel geworden. …”

Giovanni58, 06.07.2015: ” … Naja, die “Lebensdauer” der Systeme wird immer kürzer; das wirkliche Problem ist aber die Langzeit-Archivierung … Z.B. Schellacks oder LP’s (ich habe von meinen Onkel jede Menge geerbt, hauptsächlich Jazz-Aufnahmen) funktionieren nach 80-100 Jahren noch immer; Kasetten, CD’s, Festplatten,… nach einigen Jahren/Jahrzehnten nicht mehr. Und das bedeutet wieder: Wir haben zwar heute eine Unmenge von Infos (Bilder, …) nur bleibt über längere Zeit weniger “übrig” als bei den alten Systemen. …”

lemonhorse / 6 July 2015 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text / 0 Comments

[Journalismus (Metapher & Geisteszustand)#15… ]

Georg Seeßlen (21.06.2015): ” … Zwei Bilder von Zeitungen, die uns in literarischer wie in bildnerischer Form überliefert sind. Die eine, die vom biedermeierlich-patriarchalen Bürger, der sich wohlig und sicher im Lehnstuhl hinter seiner Zeitung „vergräbt“, und der Frau, allenfalls, „das Wichtigste mitteilt“. Ein Instrument der Weltbeherrschung, gewiss, im Großen wie im Kleinen. Ohne Zeitungen würde die Welt dieses Bürgers nicht funktionieren, und auch nicht ohne das Privileg ihres Gebrauchs.
Das zweite Bild, schon grauenvoller und doch mit dem ersten eng verbunden, stammt von Peter Weiss, der es in seinem Tagebuch notierte: „Morgens treten wir, ohne uns dessen recht bewusst zu werden, fast regelmäßig, zum Ritual eines Totengedenkens an. Während wir unserem Körper die erste Tagesnahrung zuführen, nehmen wir die Zeitungsmeldungen auf, kauend, schlürfend erfahren wir von den Erschlagenen, Zerstückelten, Verbrannten, Zerquetschten und Ertrunkenen, von der an Krankheit, Schwäche, Auszehrung oder Verzweiflung Zugrundegegangenen, von denen, die es einzeln niederstreckte, paarweise, in kleinen Gruppen, bis zu den Massen, den Ungezählten“.
Mit der Zeitung hat der Bürger es sich über Jahrhunderte mit dem Grauen der Welt gemütlich gemacht. Aber damit scheint jetzt so langsam Schluss. Mit den neuesten Todesritualen und Katastrophenmeldungen aus dem Internet macht man es sich so leicht nicht gemütlich. …” | Aus: “DENKWÜRDIGER WANDEL IN ZEITUNGSPAPIEREN”, http://www.seesslen-blog.de/2015/06/21/denkwuerdiger-wandel-in-zeitungspapieren/

Nils Markwardt “Im Metaphernsalat der Krise” (28. Juni 2015): ” … “Schuldendrama“, “Rosskur“, “Hausaufgaben machen“: Die Sprache der Eurokrise verrät weniger über Griechenland als über den Geisteszustand der deutschen Politik. [ –// Die Berichterstattung über Griechenland ist voll von Häme, Zynismus und einem Mangel an Menschlichkeit … Renten kürzen, Krankenhäuser schließen, Mindestlohn kürzen, Beihilfen für Arme streichen. Alles kein Problem, muss sein, das sind die blutigen Einschnitte, Teil der angeblich einzig möglichen Therapie … Geradezu zärtlich [hingegen] wird [über] Aktienindex und Euro [berichtet]. Jede kleine Zuckung, jeder Jauchzer, jeder kleine Rülpser wird mit Sorge oder Hoffnung begleitet, die aktuellen Werte werden mit vereinter und geballter mentaler Kraft nach oben gehievt und gebetet. Sollten der arme Aktienmarkt und die liebe Währung schwächeln, so steht leckere Medizin sofort bereit. Diese wird notfalls unbegrenzt von der EZB verabreicht, damit Aktienmarkt und Währung schnell wieder rote Bäckchen bekommen. So ganz herzlos ist die leitmediale Berichterstattung dann [also] doch nicht. …” (MopperKopp “Fürsorge”, 29.06.2015 | https://www.freitag.de/autoren/mopperkopp/fuersorge) //–] … Ludwig Wittgensteins Einsicht, dass die Grenzen unserer Sprache die Grenzen unserer Welt bedeuten, wäre im Lichte der Griechenland-Krise also insofern zu aktualisieren, als dass die Grenzen unserer Sprache vor allem auch die Grenzen unseres politischen Vorstellungsvermögens markieren. Wenn über die Krise nur als Unwetter oder Krankheit, also als naturhaftes Schicksal, gesprochen wird, die vermeintliche Rettungspolitik hingegen als pädagogisch-moralisches Projekt firmiert, kann es kaum verwundern, dass die Verhältnisse in Merkelland so “alternativlos” scheinen. … Ergänzt wird das Sprechen über die Griechenland-Krise nämlich noch von vermeintlich findigen Theater-Metaphern. Ist von “Endspiel”, “Schuldendrama” oder “griechischer Tragödie” die Rede, so verweist das zwar nicht in das Reich der Natur, operiert aber ebenfalls mit Implikationen der Schicksalhaftigkeit. Denn die Tragödie, zumal die griechisch-antike, zeichnet sich ja bekanntlich durch die Unabwendbarkeit der finalen Katastrophe aus. Und auf dem Weg dorthin muss vor allem viel Jammer (eleos) und Schaudern (phobos) produziert werden, damit die Zuschauer am Ende kathartisch gereinigt nach Hause gehen können. Man darf vermuten: Wolfgang Schäuble gefällt das. …” | http://www.zeit.de/kultur/2015-06/griechenland-krise-metaphern-sprache

mehrmut, 28.06.2015 22:01 Uhr : ” … Es geht … um den Versuch, den geistigen Zustand der deutschen Öffentlichkeit anhand der in den deutschen Medien verwendeten Metaphern zu ergründen. …”

StefanSperhake, 29.06.2015: ” … Machtfrage – Griechenlands Schulden sind kein wirtschaftliches sondern ein moralisches Problem. So wird es dargestellt. Die Griechen sind die ungezogenen, die faulen, die schlechteren Menschen. Wir sind die Fleißigen, haben alles richtig gemacht. Es ist “unser” Geld das “auf dem Spiel” steht. Wie “unser Geld” überhaupt erst in die Hände “der falschen Regierung” gekommen ist interessiert nicht. Griechenland übernimmt die Rolle, die damals Florida-Rolf gespielt hat. … ”

MitInteresse: 29.06.2015:: ” … Ja, Sprache verändert unser Denken. … Die Politik hat das auch schon lange für sich erkannt. Wie lange hat man das Wort “Krieg” für den Afghanistan-Einsatz der Bundewehr umgangen!? Bei der Polizei gibt es den “finalen Rettungsschuss”, um nicht vom Töten sprechen zu müssen. Aus einer Mülldeponie einen “Entsorgungspark” zu machen, ist große Sprachkunst. …”

tomte tummetott, gestern 22:39 Uhr: ” … Der Autor wagt einen Blick aus einer anderen Perspektive und schon kommt man zu anderen Beurteilungen einer Krise, die seit Jahren eine sehr einfache und eindeutige, sehr auf den deutschen Staat zentrierte Weltanschauung aufgebaut hat. Eine Anschauung, die innere Probleme zu veröden droht und die keinen Unterschied macht zwischen der deutschen Gesellschaft und ihrer Regierung/ihren Staatsorganen – obgleich der in dieser Zeit größer kaum sein könnte [ –// Wolfgang Münchau (29.06.2015):”Deutschland muss dringend seine Wut auf die Griechen überwinden” http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-vor-dem-referendum-banken-sind-herd-der-krise-a-1041164.html // Christian Rickens (28.06.2015): “… Europa ist empört über Tsipras’ Referendums-Überfall …” http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/referendum-in-griechenland-waehrungsunion-selbst-schuld-a-1041075.html //– ]. Und mitten drin eine Medienlandschaft, die sich zum Frontberichterstatter der Bundesregierung ernennt …”

mehrmut, gestern 20:33 Uhr: ” … Wer die Sprache, die Bedeutungen von Begriffen und Metaphern prägen kann, ändert auch das Bewusstsein der Leute. Das Konzept wurde ja mit “Neusprech” in George Orwells “1984” schon mal sehr gut beschrieben. Dass das auch in der wirklichen Welt gemacht wird, sieht man exemplarisch am Bedeutungswandel des Begriffs “Reform”.
Ich bin nicht mal sicher, wer die größere Schuld an der Metaphorisierung der Sprache hat, die letztlich eine Infantilisierung ist; ob Politiker oder Journalisten, insbesondere die tonangebenden in nationalen Medien. Das liegt daran, dass man beide Gruppen kaum noch unterscheiden kann; sie erscheinen wie eine Einheit; man kennt sich, man trifft sich hier und da, man wahrt nicht die nötige Distanz. Wir sehen fast nur noch begleitende Stilkritik zur alternativlosen Politik.
Die Tendenz zur Verbildlichung bei komplexen Themen kommt vom Hang der Journalisten zum lässigen Umgang mit Sprache aus Eitelkeit einerseits und vom Trend zur Vereinfachung bei Politikern, die ihre Wähler immer weniger ernst nehmen (wofür es sogar Gründe gibt), andererseits. Politiker haben längst von ihren PR-Beratern eingetrichtert bekommen, mit den Leuten in einfachen Worten und Analogien aus dem täglichen Leben zu sprechen, und so verfestigt sich die Entwicklung. …”

Zoe Williams (“Mythos Demokratie”, 29.06.2015): ” … 2012 erklärte IWF-Chefin Christine Lagarde in einem Interview mit dem Guardian: “Wissen Sie was? Was Athen angeht, denke ich auch an all die Leute, die permanent versuchen, der Steuerbehörde zu entgehen. All diese Leute, die keine Steuern zahlen wollen. Und ich denke auch, sie sollten sich kollektiv helfen.“ Wie? „Indem sie alle ihre Steuern zahlen.“ Ein sonderbarer Vorschlag: In einem Land mit verheerenden Arbeitslosenzahlen, wo ganze Familien von dem drastisch reduzierten Einkommen eines Pensionärs leben müssen, sollte die Antwort bei den Steuern zu finden sein? – Was Lagarde hier anbot, war keine Lösung, sondern eine Erzählung: Die Griechen befinden sich in dieser Lage, weil sie schlechte Menschen sind. Sie wollen einen Wohlfahrtsstaat, sind aber nicht bereit, etwas dafür zu tun. Der IWF ist lediglich ein Disziplinierungsinstrument, das sie bitter nötig haben. An dieser Position wird bis heute festgehalten: Die Schuldner werden als moralisch schwächer dargestellt als die Kreditgeber. Ihnen auch nur die geringsten Zugeständnisse zu machen, würde bedeuten, ihre Faulheit und Selbstsucht auch noch zu belohnen. Der Umstand, dass Schulden keine Einbahnstraße sind – dass man deswegen Zinsen auf seine Kredite bekommt, weil ein Risiko besteht, dass das Geld verloren geht, und auch die Kreditgeber eine moralische Verpflichtung haben, diese Verluste zu akzeptieren, wenn sie auftreten – hat in dieser Art der Darstellung keinen Platz. …” | https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/was-erlauben-eurogruppe

” … Prosophob (29.06.2015) ” … “Der Euro gründete auf der Vorstellung, die Kontrolle einer Währung sei apolitisch. Dies hat sich als Mythos erwiesen und die Demokratie mit in den Abgrund gerissen.” – Das fasst den Kern der ganzen Misere aus meiner Sicht gut zusammen. Dazu kommen die unfassbare, Ideologie-bedingte Blindheit der sogenannten “Institutionen”, die auch nach sieben Jahren ihr Versagen nicht einmal wahrnehmen können …”

–// Letters, Monday 29 June 2015 20.01 BST “Greeks, don’t give in to the EU’s austerity ultimatum“: ” … Over the past five years, the EU and the IMF have imposed unprecedented austerity on Greece. It has failed badly. The economy has shrunk by 26%, unemployment has risen to 27%, youth unemployment to 60% and the debt-to-GDP ratio jumped from 120% to 180%. The economic catastrophe has led to a humanitarian crisis, with more than 3 million people on or below the poverty line …” | http://www.theguardian.com/world/2015/jun/29/greeks-dont-give-in-to-eu-ultimatum //–

Nachtrag #1 (08.07.2015)
Arndt am 07.07.2015 14:40: ” … Ein Artikel wider den Hetzkommentaren der Käseblätter. …”
“Nach dem Oxi: Alltag und Hoffnung im Krisengebiet” Florian Schmitz (07.07.2015)
In der Tat hätte ein drittes Hilfspaket das Unvermeidbare nur noch weiter hinausgezögert. Griechenland ist bankrott. Und das nicht erst seit Tsipras an der Macht ist. Während Milliarden von europäischen Steuergeldern dafür verschwendet wurden, die Zahlungsfähigkeit des Landes vorzutäuschen, hat sich der Realzustand schleichend verschlechtert. So schleichend, dass sich viele Menschen an die Krise schlichtweg gewöhnt hatten. Das Lavieren am Abgrund war zum Alltag geworden. …
http://berlinergazette.de/oxi-griechenland-europa/

Nachtrag #2 (08.07.2015)
Constantin Seibt (02.07.2015): ” … die Austerität war nicht nur intellektuell ein Debakel: Irland, Spanien, Portugal wurden in die Massenarbeitslosigkeit gespart, weitgehend sinnlose Opfer, bei wachsenden Schulden. Am härtesten traf es die Griechen. Als die Troika mit ihren Programmen begann, rechneten sie mit einem Einbruch von 0,3 Prozent. Was passierte, war der Zusammenbruch einer Wirtschaft, den man sonst nur im Krieg sieht: 25 Prozent.
Wie im Krieg war auch bei der Sparpolitik die Wahrheit das Opfer: Kein Wort der Regierenden, dass das teuerste Hilfsprogramm aller Zeiten nie in Athen ankam, sondern zu 90 Prozent direkt an die eigenen Banken floss. Kein Wort, dass das System Euro nur mit Transferleistungen funktioniert. Kein Wort, dass es kein Erfolg ist, wenn einer der Sparstaaten nach enormen Verlusten minimal wächst. … die neue griechische Regierung [wurde] brutal geschnitten, als sie etwas Unverzeihliches tat – die Wahrheit zu sagen: Griechenland ist pleite, die Sparpolitik ein Desaster, die Milliarden sinnlos verbrannt. … Die Antwort war erst Spott – «Kaffeehauspolitiker», «Amateure» –, dann Genervtheit, wann die Griechen endlich erwachsen würden, schliesslich der frontale Angriff auf die Regierung. … Was immer mit Griechenland noch wird, das Ergebnis ist klar: Die Austerität steht als Doktrin fester denn je. Es ist egal, dass ihre Resultate vernichtend sind, dass ihre Sprache langsam sowjetisch klingt und dass niemand auch nur das geringste Vergnügen an ihr hat. Oder an Europa. Es ist die einzige Idee, die der Politik noch geblieben ist. Und auf sie setzt ein ganzer Kontinent seine ­Zukunft. …” | http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/Die-gefaehrlichste-Idee-Europas/story/27729647

Nachtrag #3 (10.07.2015)
Gert Ewen Ungar (6. Juli 2015): ” … Wenn Journalismus im Kern zur Umschmeichelung der Eliten verkommt, weil dies die Karriere am besten befördert oder auch einfach nur den Status Quo sichert, dann ist Einseitigkeit vorprogrammiert. Marktkonformer Journalismus schließt Qualität und Vielfalt schlicht aus. Die aktuelle Berichterstattung über Griechenland liefert hierzu das beste Beispiel. … Jeder, der sich außerhalb der deutschen journalistischen Käseglocke informiert, bemerkt zügig eins: Es ist unstrittig, dass die Austeritätspolitik gescheitert ist. Das den Griechen diktierte Rezept des radikalen Sparens in der Krise wird niemals funktionieren. Darin sind sich selbst die Vertreter widerstreitender ökonomischer Schulen einig. Daraus lässt sich weiterhin ableiten, dass es unstrittig ist, dass Merkel und Schäuble in die Geschichte als diejenigen eingehen werden, die mit ihrem Beharren auf eine gescheiterte Politik Europa nachhaltig beschädigt haben werden. Allerdings finden sich diese Positionen in der deutschen Berichterstattung nicht einmal ansatzweise wieder. Dieser Mangel an Vielfalt, dieses Aufspringen auf eine Meinung und der Versuch sich wechselseitig im Gleichklang zu überbieten, sind die Folgen eines Totalitarismus der gesellschaftlichen Durchökonomisierung, die hier im Journalismus sichtbar wird. … ” | Aus: “Der totale Journalismus – Wie die Durchökonomisierung zum Rechtsruck führte” –> http://logon-echon.com/2015/07/06/der-totale-journalismus-wie-die-durchokonomisierung-zum-rechtsruck-fuhrte/

Nachtrag #4 (13.07.2015)
William R. Polk (July 12, 2015): ” … The past may be prologue, but it is first necessary to know what that past is, a growing problem in a modern age when so much is miswritten, misunderstood or forgotten. …” –>> ”
‘Secret’ History of the Greek Crisis” https://consortiumnews.com/2015/07/12/secret-history-of-the-greek-crisis/

Nachtrag #5 (15.07.2015)
Zur Erinnerung – Norbert Häring (28.01.2010) ” … Es war vor allem die Bankenrettung, die das Land [Griechenland] in Not brachte. Denn das Kreditrisiko stieg massiv, während das der Banken in gleichem Ausmaß sank. Jetzt verlangen die Verursacher von dem Land Risikoaufschläge. … Eine Reihe von Studien legen [ ] nahe, dass die Regierungen und Notenbanken mitschuldig an dem Desaster waren, das die öffentlichen Haushalte der meisten Länder zerrüttet hat. Daraus ließe sich ableiten, dass große Volkswirtschaften wie Deutschland mit großen Banken und international führenden Zentralbanken, die die Deregulierung vorangetrieben haben, in einer besonderen Verantwortung gegenüber Ländern wie Griechenland stehen, die nun zu den Hauptleidtragenden zählen. …” | http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/oekonomie/nachrichten/ezb-studie-die-wahren-ursachen-der-griechischen-tragoedie/3356102.html

Nachtrag #6 (15.07.2015)
Don Alphonso ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist — Don Alphonso (13. Juli 2015) ” … Jetzt hat eine Boulevardzeitung Merkel mit einer Pickelhaube gekrönt und das europäische Volk lernt gerade, was „die heimliche Herrscherin Europas“ in der Realität bedeutet: Ultimaten, um überhaupt in Verhandlungen einzusteigen und Gesetze, die in Brüssel geschrieben werden, und in drei Tagen durch das Parlament der Griechen gebracht werden sollen. Nur um „Vertrauen herzustellen“. Wie demütigend die Verhandlungen dann selbst ausgehen, ist unklar. Für geschichtsbewusste Deutsche ist es diesmal schwierig, eine formschöne Antwort zu finden, wenn andere Länder morgen Begriffe wie „Kanonenbootpolitik“ verwenden. Oder „Münchner Abkommen“. Oder daran erinnern, dass Anweisungen für zu erlassende Gesetze in anderen Ländern zumindest in Westeuropa aus gutem Grund nach 1945 nicht mehr üblich sind. … This is a coup. Das ist ein Putsch gegen Griechenland. Und gegen die alte BRD. …” | http://blogs.faz.net/stuetzen/2015/07/13/das-ist-ein-putsch-gegen-die-alte-brd-5404/

Nachtrag #7 (15.07.2015)
Thomas Stadler, Freising, Bayern, Germany (14.07.2015) ” … Als Deutscher, der dem hetzerischen Populismus der BILD noch nie etwas abgewinnen konnte und der auch der einseitigen und informationsarmen Berichterstattung anderer Leitmedien wie der Tagesschau und den Tagesthemen zur Griechenlandkrise mittlerweile eher fassungslos gegenübersteht, fühle ich mich gerade äußerst unwohl.
Ich glaube, dass die von Merkel und Schäuble bestimmte Sparpolitik der EU gegenüber Griechenland in ihrer jetzigen Form falsch ist und auch als gescheitert gelten muss. Jedenfalls dann, wenn das Ziel die Konsolidierung des griechischen Staates und die Unterstützung der Menschen in Griechenland gewesen sein sollte. Wenn das nie das Ziel war, sondern es tatsächlich immer nur um die Stabilisierung des europäischen Banken- und Finanzsystems gegangen ist, dann wird man die Politik als erfolgreich betrachten können. … Die EU gibt dem griechischen Staat Geld, mit dem er dann seine Schulden bei der EZB und dem IWF zurückbezahlt. Und das, obwohl jeder weiß, dass eine (vollständige) Rückführung der griechischen Staatsschulden ein gänzlich unrealistisches Szenario darstellt. Wird hier also nur virtuelles Geld zwischen verschiedenen Institutionen hin- und hergeschoben?
Vielleicht deuten diese Mechanismen aber auch auf ein noch deutlich tiefer liegendes Problem hin. Bereits während der letzten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise konnte man sich als aufmerksamer Beobachter des Eindrucks nicht erwehren, dass zahlreiche Konstruktionen, die das Finanzsystem zusammenhalten, möglicherweise nur Scheingebilde sind. Vielleicht geht es in Wirklich auch weiterhin nur darum, den Einsturz eines Systems zu verhindern, das nicht viel mehr als ein Kartenhaus ist. Da kommt einem eine öffentliche Meinung, an deren Entstehung viele Journalisten eifrig mitwirken, gelegen, die den faulen und gierigen Griechen mit harter Hand zeigen will, wo es langgeht. Wer dieser Haltung tatsächlich anhängt, ist den Demagogen allerdings längst auf den Leim gegangen. …” | http://www.internet-law.de/2015/07/ist-der-esm-in-wirklichkeit-ein-perpetuum-mobile.html

lemonhorse / 29 June 2015 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Notiz zur Identitätspolitik #2… ]

” … Jede Identität ist zugleich eine Verschwörungsphantasie. … Man wird aus Zorn und Nützlichkeit „identisch“, und umgekehrt zerfällt die Identität in Zorn und Nützlichkeit. … Im Internet, das ist eine kulturelle Nachricht, gibt es nicht nur ein Spiel mit Identitäten, sondern auch mit der Identität: Die Fälschung der einen führt, paradox genug, zur Konstitution des anderen. Man verströmt Identität in Form von Informationen, und das „anderswo“ wieder zusammengesetzte Datengespenst wird zum Zerrspiegel … ”

Aus: “ÜBER IDENTITÄT (UND IHREN WANDEL)” Georg Seeßlen (25.06.2015)
http://www.seesslen-blog.de/2015/06/25/ueber-identitaet-und-ihren-wandel/

lemonhorse / 25 June 2015 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Journalismus (Der blinde Fleck)#14… ]

… In Russland sei Propaganda mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des Systems geworden … Es gebe dort praktisch keine eigenständigen Journalisten mehr, sagt Snyder, fügt aber hinzu: “Wenn wir selbst in dieses System geworfen würden, würden wir uns genauso verhalten.” … “Russland glaubt nicht an den Journalismus. Ziel ist es, das Publikum zu überzeugen, dass Geschichte und Journalismus Humbug sind. Und damit also in letzter Konsequenz auch davon, dass es keine Wahrheit geben kann”, analysiert Snyder. …” | Aus: “Timothy Snyder: “Russland glaubt nicht an den Journalismus”” von Teresa Eder (16. Juni 2015) | Quelle: http://derstandard.at/2000017491414/Historiker-Russland-glaubt-nicht-an-Journalismus
[… // Anmerkung: Nach nur einem Tag bekommt der Artikel über 300 Kommentare der Leser, daraus hier nun ein kleiner Zusammenschnitt // …]

AcaZ, 16. Juni 2015: ” … Dieser Bericht ist die Krönung der westlichen Doppelmoral. …”

CCCCCCCCFFFFFGGGG, 17.06.2015: ” … Medien im Westen keine Propaganda, Medien in Russland nur Propaganda – dann möchte ich zB. auf folgenden Fall verweisen: Otto Schulmeister, Langzeit Chefredakteur und Herausgeber der Zeitung Die Presse …” [[–> // Anmerkung: ” … Otto Schulmeister (* 1. April 1916 in Wien; † 10. August 2001 ebendort) war Publizist und über rund drei Jahrzehnte Chefredakteur sowie Herausgeber der österreichischen Tageszeitung Die Presse. Er galt als Doyen des Journalismus und als einer der wichtigsten, aber auch umstrittensten Chefredakteure der Nachkriegszeit. … Im April 2009 erscheint im Nachrichtenmagazin profil ein Artikel, der den Beleg der Tätigkeit Schulmeisters für die CIA durch den Wissenschafter und Zeithistoriker Siegfried Beer dokumentiert. Beer ist Leiter des “Austrian Center for intelligence, propaganda and security studies”. Akten zufolge, die von der CIA bereits im Jahr 2006 freigegeben wurden, hatte Schulmeister den Decknamen GRCAMERA erhalten und, laut profil, “seine Leitartikel fallweise argumentativ nach den Wünschen der CIA ausgerichtet, Geschichten unterdrückt, wenn sie dem US-Standpunkt schadeten, und Informationen aus Hintergrundgesprächen mit österreichischen Politikern und Ostblock-Botschaftern preisgegeben“, wobei die letzte Eintragung in dem CIA-Dossier aus dem Jahr 1983 stammen soll. Für seine Tätigkeit hätte Otto Schulmeister kein Geld genommen – auch wäre er mit seinem zumal für einen Journalisten problematischen Verhalten in dieser Zeit kein Einzelfall gewesen. Laut profil waren auch andere Journalisten mit Mitarbeitern der US-Botschaft sowie mit dort verdeckt arbeitenden Geheimdienstleuten gut gestellt gewesen. …” Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Schulmeister (Stand 17.06.2015) | –> http://www.profil.at/home/ex-presse-chef-dienste-cia-otto-schulmeister-geheimdienst-239634 (” … Das Schulmeister-Dossier der CIA umfasst 92 Seiten. Es beginnt am 5. Dezember 1949, die letzte Eintragung stammt aus dem Juni 1983. Die Akten wurden im Jahr 2006 nach den Bestimmungen des amerikanischen “Nazi War Crimes Disclosure Act” freigegeben. …” – Christa Zöchling, 18.04.2009)]]

// Anmerkung: [vaughanbell – “Total information war” (posted on May 6, 2011): ” … Perhaps one of the most important articles yet published on military infowar, propaganda, media influence and PSYOPs has appeared online. Called ‘Military Social Influence in the Global Information Environment: A Civilian Primer’ – the piece is written by psychologist Sarah King who outlines the theory and practice of US information warfare as it stands today. [2010] … What’s striking is the effort to dominate all aspects of the ‘information sphere’ – from public opinion, to news coverage, to acceptance on the ground, to shaping the general cultural concept of the country’s military. The many examples given of how this has been attempted during the recent and ongoing conflict are completely fascinating. …” | Source: http://mindhacks.com/2011/05/06/total-information-war/ ] //

nnAK, 16. Juni 2015: “… Unsere Brutkästen sind origineller! …”
// Anmerkung: [Als Brutkastenlüge wird die über längere Zeit als wahre Tatsache verbreitete Lügengeschichte bezeichnet, irakische Soldaten hätten… https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge] //

No Country for Old Men, 16. Juni 2015: ” … “Russland glaubt nicht an den Journalismus” … Wer, bitte schön, glaubt den[n] an den Journalismus? Journalismus ist doch keine Heilsbotschaft. …”

Creditore, 16. Juni 2015: ” … zum Glück haben wir nicht eine private zentralisierte Medienlandschaft die Information filtert und manipuliert …”

1000 und eine Nacht, 16. Juni 2015: “… Verarschen kann ich mich selber. Natürlich machen die Russen Propaganda, aber wir, der Westen, auch, und zwar um einiges effektiver. Eine einseitige Darstellung wie die obige ist irreführend. Was hier betrieben wird, ist nämlich auch nur ein Teil von Propaganda unter dem Deckmantel der Aufklärung. Intellektuell redlich wäre eine Analyse der Propaganda da wie dort. …”

Andreas Anders, 16. Juni 2015: ” … Der Standard ist ja auch ein Medium, welches sich selbst dem Journalismus verpflichtet definiert. NUR:
– Ich vermisse Meldungen, die nicht in das Bild (auch als Schlagseite bekannt) der Redaktion passen.
– Ich vermisse Analyse – stattdessen bekomme ich Schwarz-Weiß-Denken aus der Konserve
– Ein seriöses Blatt darf durchaus auch einmal Widersprüche darstellen, anstatt schlecht kaschierte Doppelstandards zur Schau zu stellen

Takis, 17. Juni 2015: ” … Wir wissen [nun] also, dass Russland noch einen weiten Weg zur Demokratie hat. Geschenkt, das wird wohl niemanden überraschen … Aber was ist mit unseren Medien und unserer Demokratie? [ ] [Unsere Demokratie und unseren Medien] sind doch sicher selbstkritisch und stellen sich diese Fragen regelmäßig[,] um sie in den öffentlichen Diskurs einzubringen? …”

Lucien de Rubempre, 17. Juni 2015: ” … Ihnen bereitet eine Diktatur weniger sorgen als eine Demokratie? – Hitler hätte seine Freude mit Ihnen… ”

Millionen Legionen, 17. Juni 2015: ” … viel schlimmer ist eine Diktatur, wo die Leute sich wähnen in einer Demokratie zu leben. … Wenn große Zeitungen nur mehr von russischen Trollen sprechen, da die Meinung der meisten Postings von ihrer Meinung abweicht, ihre Kommentarfunktionen nur noch bei sinnlosen Artikeln freischalten, nur noch einseitig berichten oder überhaupt Dinge einfach nicht erwähnen, nicht-konforme Journalisten abgesägt werden …”

Gedankenblitz, 17. Juni 2015: ” … Der Unterschied zwischen deutschen und russischen Medien liegt nicht in der Menge und der Art der Propaganda, sondern in den Lesern. Russische Leser, die 45 Jahre Kommunismus und 10 Jahre Jelzin hinter sich hatten, wissen, dass man bei den Meldungen vorsichtig sein muss, der durchschnittliche Leser bei uns glaubt, wir hätten einen objektiven Journalismus. …”

B.A., 16. Juni 2015: ” … Lao-Tse sagte einst “Wer andere kennt, ist klug. Wer sich selbst kennt, ist weise.”
Diese Weisheit vermisse ich. …”

// Kontexte Medienjournalismus und Medienkritik:
// Oder die Frage nach journalistischen Idealen wie Objektivität, Neutralität, Unabhängigkeit, kritischer Distanz, Sorgfalt oder Ergebnisoffenheit | ==> http://www.subf.net/linklist/index.php/topic,26.0.html

lemonhorse / 17 June 2015 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #32… ]

” … Unter einer Vorratsdatenspeicherung … versteht man die Speicherung personenbezogener Daten durch oder für öffentliche Stellen, ohne dass die Daten aktuell benötigt werden. Sie werden also nur für den Fall gespeichert, dass sie einmal benötigt werden sollten. In der rechtspolitischen Debatte bezieht sich der Begriff meist auf die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikations-Verbindungsdaten. Diese betrifft die Verpflichtung der Anbieter von Telekommunikationsdiensten zur Registrierung der Verbindungsdaten von elektronischen Kommunikationsvorgängen, ohne dass ein Anfangsverdacht oder eine konkrete Gefahr besteht (Speicherung bestimmter Daten auf Vorrat). Erklärter Zweck der Vorratsdatenspeicherung ist die verbesserte Möglichkeit der Verhütung und Verfolgung von schweren Straftaten. …” (06/2015)
https://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung

europarl.europa.eu, (13-02-2014): ” … Edward Snowden zufolge war der Wunsch nach einer öffentlichen Debatte über das Verhältnis von Sicherheit und Menschenrechten ein wichtiger Faktor für seine Entscheidung, die NSA-Dokumente zu veröffentlichen. …” | http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20140212STO35701/html/NSA-Skandal-im-EP-%C3%9Cberwachung-gr%C3%B6%C3%9Fte-Herausforderung-f%C3%BCr-Menschenrechte

” … Justizminister Maas war selbst skeptisch, musste sich aber dem Willen von Parteichef Sigmar Gabriel beugen. …” | Aus: “Heiko Maas verteidigt Gesetz zu Vorratsdatenspeicherung” Gregor Mayntz und Eva Quadbeck (12. Juni 2015) | http://www.rp-online.de/politik/deutschland/heiko-maas-verteidigt-gesetz-zu-vorratsdatenspeicherung-aid-1.5159785

Moritz.Grattke, 14.06.2015 18:58 Uhr: ” … Psychopathen und Paranoide können die Menschheit nicht vor religiösen Irren/MörderInnen und wirtschaftlichen Kriminellen bewahren, erst recht nicht eine Demokratie vor destruktiven Einflüssen schützen, solange die BeschützerInnen eben selbst paranoid und ohne Vernunft und demokratischem Verstand arbeiten. …” | http://www.zeit.de/2015/24/abhoer-skandal-bnd-politiker-angst/seite-2?commentstart=89#cid-4872413

” … Maas’ Strategie: Er redet das Gesetz klein. Die Speicherfristen seien kurz, zehn Wochen, bei den besonders sensiblen Standortdaten nur vier. Das neue Gesetz, sagt Maas, habe “mit Abstand die niedrigsten Speicherfristen, die es in ganz Europa gibt”. Deutlich niedriger auch als die sechs Monate Speicherfrist, die das alte, vom Bundesverfassungsgericht 2010 gekippte Gesetz vorsah. … Sein Fazit: “Ich bin davon überzeugt, dass das Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben wird.” Wenn nicht, so muss man Maas wohl verstehen, würde das Gericht sich selbst widersprechen. … Der Justizminister konzentriert sich darauf, lückenlos nachzuweisen, warum es keinen vernünftigten Grund gebe, gegen das neue Gesetz zu sein. Was Maas dagegen kaum erklärt: welchen Grund es eigentlich gibt, dafür zu sein. … [es gab] Zitate, in denen Maas erklärt[e], dass die Vorratsdatenspeicherung gegen das Recht auf Privatheit und den Datenschutz verstoße, dass es keine Beweise für ihren Nutzen gebe, dass sie in Frankreich die Pariser Anschläge vom Januar nicht verhindert habe. “Recht hat der Justizminister!”, ruft Korte nach jedem Zitat. [Maas] sitzt mittlerweile auf der Regierungsbank, vertieft in sein Smartphone. …” | Aus: “”Es ist ein Drama”” Paul Munzinger (12. Juni 2015) http://www.sueddeutsche.de/politik/bundestagsdebatte-ueber-vorratsdatenspeicherung-es-ist-ein-drama-1.2517655

“… Die Vorratsdatenspeicherung würde auch zu mehr Überwachung von Journalisten führen. Das wäre eine Einschränkung von Freiheit und Rechtsstaat”. Seine Argumente von vor wenigen Monaten holen Justizminister Maas jetzt ein. … Vizekanzler Gabriel hatte im März Druck auf Maas ausgeübt, der immer ein erklärter Gegner der Vorratsdatenspeicherung gewesen war. … Massive Kritik kommt unter anderem auch von Teilen der SPD und da vor allem vom linken Flügel und den Netzpolitikern. …” | Aus: “Vorratsdatenspeicherung im Bundestag: Ein harter Tag für Heiko Maas” (12.06.2015) | http://www.heise.de/newsticker/meldung/Vorratsdatenspeicherung-im-Bundestag-Ein-harter-Tag-fuer-Heiko-Maas-2689833.html

gweihir, 12.06.2015 21:16: ” … Fuer Ueberzeugungen muss man notfalls Opfer bringen. Der Justizminister versteht das anscheinend nicht. Er haette sich diesem Druck widersetzen muessen, notfalls bis zum Ruecktritt. So wird sein Ablehnen der VDS nur zu einer unwichtigen personelichen Meinung, nicht zu einer “Ueberzeugung” …” | http://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Vorratsdatenspeicherung-im-Bundestag-Ein-harter-Tag-fuer-Heiko-Maas/Fuer-Ueberzeugungen-muss-man-notfalls-Opfer-bringen/posting-20904937/show/

Chaironea, 12.06.2015 16:18: ” …
|| O/4 schrieb am 12.06.2015 16:06:
|| Re: Sollen wir nun Mitleid mit Maas haben?
|| Ich denke schon.

… Mit dem Menschen hätte ich Mitleid, wenn es für ihn definitiv keine andere Möglichkeit gegeben hätte. Aber die gab es. Frau Leutheusser-Schnarrenberger hat das vorgemacht [Sabine Leutheusser-Schnarrenbergers Rücktritt aus persönlichen Gründen – sie wollte die Entscheidung der Bundesregierung zum Einsatz des „großen Lauschangriffs“, der später vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurde, nicht mittragen … https://de.wikipedia.org/wiki/Sabine_Leutheusser-Schnarrenberger]. Offensichtlich reicht es bei ihm menschlich dazu nicht. … Es geht hier nicht um die Frage, was andere von ihm politisch fordern, sondern darum, aufrecht zu unserer Verfassung zu stehen. Ich denke, das ist die Mindestanforderung an einen Minister, vor dem man Achtung haben kann. … ” | http://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Vorratsdatenspeicherung-im-Bundestag-Ein-harter-Tag-fuer-Heiko-Maas/Re-Sollen-wir-nun-Mitleid-mit-Maas-haben/posting-20904244/show/

fr.osch, 12.06.2015 16:05: ” … Großartiges Beispiel für die Verselbständigung von Macht. Gegen jede Vernunft und sogar die selbst vorgebrachten Argumente handelt das kleine Rädchen im Getriebe des Machtapparats konform zu den Vorgaben der Mächtigen. Ein Mensch mit Rückgrat wäre zurückgetreten … aber es geht hier nicht um den aufrechten Gang, sondern um Machterhalt … und natürlich um die unaufhaltsame Umsetzung der Agenda. … Es war [ ] nicht eine “Laune” von SPD-Chef Sigmar Gabriel … Mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun, mit dem Gewissen der Abgeordneten, dem alleine sie unterworfen sind, auch nicht. … Der Fraktionszwang besorgt den Rest. Marionetten sind das, allesamt, ohne jede Selbstachtung erledigen sie jeden noch so absurden Frondienst. … profillos, austauschbar, charakterlos. Dementsprechend kann es auch gar nicht mehr um Inhalte gehen oder Fakten oder Argumente. Das Ergebnis steht sowieso bereits fest, es folgen ein paar Scheindiskussionen, Folklore zur Beschwichtigung des Souverän, ein wenig Drama für die Kameras, die Hofberichterstatter zitieren dankbar, eifrig und eilfertig, Schmierentheater eben. Das ist Politik in einer modernen Demokratie, man mag es kaum glauben, wie tief wir gesunken sind. …” | http://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Vorratsdatenspeicherung-im-Bundestag-Ein-harter-Tag-fuer-Heiko-Maas/Grossartiges-Beispiel-fuer-die-Verselbstaendigung-von-Macht/posting-20904192/show/

// …Laut eines Ergebnispapiers der Hinterzimmergespräche mit der Telekom, das heise online vorliegt, drängen die Ermittler und Geheimdienste auf eine Speicherdauer von 180 Tagen für IP-Adressen und Login-Daten, die Verbindungsdaten bei einem Festnetzgespräch sowie im Mobilfunkbereich überdies die Standortkennung sowie “gegebenenfalls Kartennummer (IMSI) oder Kennung der Endeinrichtung (IMEI)”. Die Telekom soll sich bereit erklärt haben, die entsprechenden persönlichen Daten für diese Zeitlänge zu archivieren. … ” (heise.de, 14.03.2005) etc. … //
// [COMMUNICATIONS LASER #17 – Vorratsdatenspeicherung… ]
// Eine Kontextsammlung zur Vorratsdatenspeicherung
==> http://www.subf.net/forum/index.php/topic,153.0.html

lemonhorse / 15 June 2015 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Wissensordnung und Sprachgebrauch #1… ]


Posted by nothing-cheesy // via

// … die Einsicht, dass die Sprache die Realität nicht bloß abbildet, sondern mittels ihrer Kategorien und Unterscheidungen auch herstellt. Typischerweise ist mit dieser Perspektive auch eine Abkehr von einer objektivistischen Sicht auf die Gesellschaft verbunden… | http://de.wikipedia.org/wiki/Poststrukturalismus

Nachtrag (04.06.2015): // Mister Micawber, Language Coach (knowledge or knowledges? Tue May 06, 2008 1:58 am knowledge or knowledges?): “Knowledge is uncountable.” // John V (Sun Apr 07, 2013 12:17 pm knowledge or knowledges?): ” … “Knowledges” comes essentially from bad translation of French: specifically Foucault. … Foucault, however, uses it to define a relative position of knowledge, i.e., knowledge is never absolute – there are different perspectives, ways of seeing which may all contain elements of truth. The idea is clearer if we think of Foucault’s idea that statements about reality are discourses, which means that even statesments which should be patently obvious such as “little Jimmy has a temperature” become questionable because they come from specific social/historical circumstances.
In English “knowledges” is pretentious. It implies that the user of such terms has more knowledge than we mortals who thought the word did not exist but were wrong. … I think maybe people are intimidated by the rubbish Foucault wrote, but it is not all his fault. Bad translation does not help …” | http://www.english-test.net/forum/ftopic24559.html

lemonhorse / 1 June 2015 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Journalismus (Sprachgebrauch)#13… ]

No-Spy: Überwachungskritiker treffen sich zum dritten Mal in Stuttgart” (29.05.2015) | Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/No-Spy-Ueberwachungskritiker-treffen-sich-zum-dritten-Mal-in-Stuttgart-2670922.html

newswombel, 30.05.2015: ” … “Überwachungskritiker” – Heise, ich weiß Ihr meint es nicht so, aber das Wort ist schon merkwürdig. Das Wort “Überwachungskritiker” dürfte es in einer Demokratie eigentlich nicht geben, es müsste Selbstverständlichkeit sein. Das ist wie “Tötungskritiker”, “Brandstiftungskritiker” oder “Vergiftungskritiker”. …” | http://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/No-Spy-Ueberwachungskritiker-treffen-sich-zum-dritten-Mal-in-Stuttgart/Ueberwachungskritiker/posting-13743544/show/

Thanks_for_all_the_fish, 29.05.2015: ” … “Überwachungskritiker” treffen sich also. … So sind wir denn schon beim “Überwachungskritiker” angekommen. Das Äquivalent eines Häretikers der “Sauerland-Vorratsdatenspeicherung-Ihrseidverdächtig” Religion. Eine neue Form von Apostasie. [Man wird also zum “andersdenkenden Dissidenten” wenn man eigentlich nur den Normalzustand wiederherstellen will?] … ” | http://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/No-Spy-Ueberwachungskritiker-treffen-sich-zum-dritten-Mal-in-Stuttgart/Zaepfchens-Republik/posting-13174977/show/

//Notiz: http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie

lemonhorse / 30 May 2015 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

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