[Zur Ontologie des nicht Seienden #13… ]

” … Ein Gespenst geht um – etwas kehrt wieder, tritt in Erscheinung, obgleich es bereits für tot erklärt wurde, sucht Körper, Orte und Objekte heim, obwohl ihm kein Platz in der Gegenwart der Lebenden eingeräumt wird. Neuzeit und Moderne widmeten sich der Bekämpfung des Geisterglaubens und erzeugten doch zugleich ganze Heerscharen von Gespenstern – so sorgte gerade das gespensterskeptische Zeitalter der Aufklärung für eine diskursive Verstärkung des Gespensterglaubens, und die Massenmedien erweisen sich als Brutstätten medialer Phantasmagorien. Auch im beginnenden 21. Jahrhundert sind die Geister noch wach: Sie bevölkern in vielfältigen Figurationen weite Teile der Populärkultur, sie treten als (Denk-)Figuren in theoretischen und künstlerischen Diskursen auf und fungieren als Chiffren des soziopolitisch Imaginären. … Was bedeutet es, mit den Gespenstern zu leben? …”

Aus: “Das Gespenstige als Denk- und Erfahrungsmodell” (Zu: „Lernen, mit den Gespenstern zu leben“ Das Gespenstische als Figur, Metapher und Wahrnehmungsdispositiv – 378 Seiten, 2015) | Quelle: https://www.neofelis-verlag.de/theater-performance/lernen-mit-den-gespenstern-zu-leben/

lemonhorse / 29 May 2016 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #55… ]

Jules et Jim (R: François Truffaut 1962)

// ” … Die Basis des Romans Jules et Jim (1953) bilden wahre Begebenheiten: Henri-Pierre Roché lebte mit dem Ehepaar Helen und Franz Hessel in einer Dreiecksbeziehung, deren Ereignisse er in seinen Tagebüchern, carnets, genau festgehalten hatte. Der deutsche Schriftsteller Manfred Flügge schrieb über Roché und das Ehepaar Hessel einen Tatsachenroman mit dem Titel Gesprungene Liebe. Die wahre Geschichte zu „Jules und Jim“, der 1993 erschienen ist. …” | https://de.wikipedia.org/wiki/Jules_und_Jim | https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Hessel | https://de.wikipedia.org/wiki/Henri-Pierre_Roch%C3%A9 | https://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Hessel | ” … Manfred Flügge … wühlte sich durchs teilweise immer noch unveröffentlichte Quellenmaterial … nun liegt sein Bericht vor. Man nimmt [ ] teil am Leben der drei Protagonisten, erfährt Vor- und Familiengeschichten und auch, “wie’s wirklich war” – und zwar in drei Versionen. … Hessel … (“Der Kramladen des Glücks“, “Spazieren in Berlin” u.a.) und Balzac-Übersetzer, befreundet u.a. mit Walter Benjamin, Franziska zu Reventlow [und] Karl Wolfskehl … ” ( weiser111 am 15. November 2004, Quelle) …

lemonhorse / 23 May 2016 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Journalismus (und Pressefreiheit) #19 … ]

Peter Limbourg (3. Mai 2016): ” … Weltweit aber ist die Lage dramatisch. Gefälligkeitsjournalismus und Selbstzensur sind auf dem Vormarsch. Kritischen Medienhäusern wird die wirtschaftliche Basis entzogen. Staatliche Eingriffe, Verhaftungen, Einschüchterungen und körperliche Übergriffe bis hin zum Mord sind leider keine Ausnahme. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg

ChrisHamburg #25: ” … Ich wohne in Thailand. Hier soll demnächst über eine neue Verfassung abgestimmt werden. General Prayuth, der aktuelle Machthaber, verbittet sich aber jegliche Diskussion über das Thema. Sowohl in der Presse, als auch auf Facebook oder in politischen Parteien. Zuwiderhandlungen werden bestenfalls mit Umerziehungslagern (ist wirklich so), schlimmstenfalls mit Gefängnis bestraft. Darüber liest man in der deutschen Presse kein Wort, obwohl nach Thailand jedes Jahr hunderttausende Deutsche in den Urlaub fahren. Solche Presse- und Demokratieeinschränkungen interessieren in Deutschland keinen Menschen. … Wenn sich Deutsche über die angeblich fehlende Pressefreiheit echauffieren, lächelt ein thailändischer oder türkischer Journalist nur müde. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg?cid=6601350#cid-6601350

EinärgerlicherBürger #24: ” … Wie frei ist die Presse wirklich? In Deutschland gehören die allermeisten Zeitungen riesigen Verlagskonzernen, die wiederum wenigen sehr Reichen gehören. Der Staatsfunk ist von der Politik abhängig, die sie mit den Gebühren fürstlich entlohnen. Die Privatsender im Fernsehen gehören ebenfalls Konzernen. … Für mich ist die Pressefreiheit von der Meinungsfreiheit abgeleitet, … Alles in allem hat sich die Presse in Deutschland mit dem bestehenden System so gut arrangiert, dass echte Kritik kaum mehr zu lesen ist. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg?cid=6600686#cid-6600686

Zeitzeichenselbstmitdenker #17: ” … Journalisten, die Missstände beim Waffenhandel oder bei den Geheimdiensten, Großkonzernen und Banken aufdecken, müssen mit massiven Behinderungen in ihrer Karriere rechnen. Alles das und noch viel mehr (z.B. die gezielte Desinformation durch bestimmte Massenblätter) müsste am “Welttag der Pressefreiheit” genannt und sehr viel breiter und nachhaltiger diskutiert werden. Ein “Gastbeitrag” allein ist da ein bisschen arg wenig. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg?cid=6600203#cid-6600203

weisse Blume #10: ” … Mich interessiert auch wem gehört denn eigentlich die “Presse”, wer bezahlt die Journalisten, wer ist und warum der Chef… Ist nach den Antworten die Presse wirklich frei? Wer kauft und sendet eine Recherche wenn sie kritisch ist und nicht zum Stil des Vorstands des Senders passt?? …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/welttag-pressefreiheit-limbourg?cid=6599715#cid-6599715

“Studie: Deutsche halten Nachrichtenmedien für gelenkt” (ZEIT ONLINE, 2. Mai 2016): ” … Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland hält Nachrichtenmedien laut einer Studie für gelenkt, zu einseitig berichtend und zu wenig lösungsorientiert. Sechs von zehn Befragten sind sicher, dass auf Nachrichtenmedien Einfluss genommen werde, worüber oder auf welche Art sie berichten sollen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts TNS Emnid für die Medienforschung des Bayerischen Rundfunks. Nur gut ein Drittel der Befragten (34 Prozent) hält die Berichterstattung der deutschen Nachrichtenmedien für wirklich unabhängig. Als Handelnde im Hintergrund gelten insbesondere Regierung und Parteien und Wirtschaft – über Lobbyverbände und über den Druck von Werbekunden. Eine gesellschaftliche Kontrollfunktion im Sinne einer vierten Gewalt wird der Erhebung zufolge am ehesten Wochenzeitungen und Nachrichtenmagazinen, öffentlich-rechtlichem Fernsehen und Tageszeitungen zugestanden. Die Forscher bilanzieren in der Studie, es gebe ein allgemeines “Unbehagen gegenüber Politik, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Eliten, das sich im Zuge der Krisen der vergangenen Jahre nun auch offensiv manifestiert”. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen

Kapaster #108: ” … Merkwürdigerweise kommen die “Lügenpresse”-Vorwürfe häufig von denjenigen, die sich dann tatsächlich auf Propaganda-Medien beziehen. … Letztlich stellt sich sehr häufig heraus, dass diesen Leuten gar nicht an einer objektiven Wahrheit gelegen ist, sondern einfach am Lesen ihrer Meinung. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6592488#cid-6592488

benyakov #111: ” … Ein Merkmal solcher Befragungen liegt darin, dass die Menschen aus völlig entgegengesetzten Motiven in die gleiche Befragtenkohorte gelangen können. Z.B. die Menschen, die manipulationsvorwürfe erheben, können dafür wahlweise die “reichen Besitzer der Medien”, die “links-grünen Redakteure” oder die “Gruppe der Atlantiker” verantwortlich machen, um nur einige Gruppen der Verdächtigen zu nennen. Ich selbst nehme in den Medien eher weniger Manipulation wahr, als eine Verengung der Kommentierung und Berichterstattung auf visionäre Zielsetzungen und Teilansichten der Wirklichkeit. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6592532#cid-6592532

humeric #112: ” … Die Umfrage wurde sicher von Russland bezahlt. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6592669#cid-6592669

Mainte #3: ” … Man kann die Parteilichkeit der Medien leicht an einem aktuellen und nicht so brisante Themen nachweisen. Der einseitigen Berichterstattung darüber, dass Gerichte die illegale Beteiligung der Verleger an den VG Wort Einnahmen der Autoren stoppen. Kein Wort der Entschudligung über den Raubzug, statt dessen eine flächendeckende Urteilsschelte. … Konklusio: Wer schon bei solchen Bagatellen einen PR Kriegszug los tritt, der wird bei den ganz großen Fragen dann objektiv sein? …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590472#cid-6590472

Naseschwarz #7: ” … Darüberhinaus geht eine Mehrheit (60 Prozent) der Befragten davon aus, dass Medien berechtigte Meinungen ausblendeten, die sie für unerwünscht hielten. Ist schon ne Weile her, dass ich z.B. bei Themen der Außenpolitik (und hier ist die Berichterstattung besonders zweifelhaft) einen Artikel gelesen habe, bei dem zwei Meinungen gegenüber gestellt wurden. Eine solche Form der Berichterstattung (Meinung A gegen Meinung B) mit Nennung möglichst vieler Fakten, ist aber die beste Möglichkeit für den Medienkonsument, sich eine Meinung zu bilden. Was ich in 99% der Fälle lese ist Meinung A oder Meinung B, wobei Meinung B meist nur in ausländischen Medien zu finden ist. Und deshalb wundert es mich nicht, dass die Befragten so antworten. Denn flächendeckend nur eine Meinung zu lesen über längere Zeit, macht schon stutzig. Vorallem, wenn diese Meinung dann der offiziellen Meinung der Regierung entspricht. Aber immerhin ist Medienkritik wieder mehrheitsfähig. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590491#cid-6590491

chagall1985 #28: ” … Das eigentliche Problem ist, das Journalismus von Journalisten betrieben wird. Also per Definition von studierten Menschen der Oberschicht die überhaupt kein Interesse daran haben, dass sich etwas ändert oder gerechter wird genausowenig wie die Eigner der Zeitungen die zu 80% 5 Familien gehören die allesamt Milliardäre oder Multimillionäre sind. Unser System versagt und steuert von Kollaps zu Kollaps und produziert unvorstellbare Ungleichheit in der Gesellschaft. Es wird nichts aber auch gar nichts ernsthaftes in den Leitmedien diskutiert um dieses System in Frage zu stellen. Musterbeispiel für mich sind immer die Arbeitslosenzahlen! Jeder Journalist mit einem Restfunken Anstand im Körper müsste sich übergeben oder lachen wenn er solche Zahlen ernsthaft und unkommentiert berichtet. Arbeitslos ist jeder der nicht in der Lage ist mit seiner eigenen Arbeit ein menschenwürdiges Leben mit Partizipation am gesellschaftlichen Leben zu führen. Das sind in Deutschland mindestens 10 Millionen die das nicht mehr selbstständig können. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590720#cid-6590720

Garfield1 #35: ” … Die “Berichterstattung” über die Vorgänge auf der Krim waren da “nur” noch der Gipfel der Manipulation – und ja: der einseitigen Propaganda (wie z.B ständig den Menschen eine “Annexion” eingehämmert wird, und die Lüge durch hundertfache Wiederholung zur “Wahrheit” geworden ist – aber lassen wir das hier mal beiseite, da schon ausreichend diskutiert). Allerdings würde ich nicht unbedingt sagen, dass die Nachrichtenmedien GELENKT sind – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne, wo man sich eine SED vorstellt, die den Nachrichtensprechern und Redakteuren in den Block diktiert. Diese Einseitigkeit hat andere und mehrere Ursachen, ich würde sogar sagen, der Einfluss der Politik ist eher der geringere. Viel gewichtiger sind die – selten direkten Vorgaben von Medieneignern oder Chefredakteuren, welche “Schreibe” im Hause goutiert wird und welche nicht. Mit anderen Worten: wer sich bei Springer bewirbt, weiß durchaus, in welche Richtung die zu erwartenden Beiträge zielen sollen. Die angesprochenen Werbekunden haben natürlich auch enormen Einfluss. Und schließlich kommt eine Verflachung bei den Journalisten selber hinzu, die oft genug nur Agenturmeldungen abschreiben und bestenfalls “garnieren”. Der Papageien-Effekt ist enorm. Die wenigsten recherchieren selber nach, ob z.B. die “Annexion” der Definition standhält usw. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590778#cid-6590778

Sinnsuche #46: ” … Was ich heute bei den meisten Nachrichtenmedien vermisse ist echter kritischer Journalismus. Kritik wird meist sehr selektiv ausgeübt und richtet sich häufig gegen Russland und China (bereits seit Olympia 2008), selten aber gegen westeuropäische Staaten oder die USA. Dabei gibt es überall Missstände. Wenn ich sehe, wie Verdi-Streikende bei RTL immer als böse Quälgeister dargestellt werden, die kein Recht hätten, gegen niedrige Löhne anzukämpfen, wird mir ganz übel. Da kann mir keiner erzählen, dass hier nicht bewußt Meinungsmache betrieben wird…” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590953#cid-6590953

Robert_Muc #37: ” … Spätestens bei der , meines Erachtens, skandalös einseitigen “Berichterstattungen” in vielen deutschen “Leitmedien” über die Ukrainekrise haben sich bzw. wurden diese Berichte als eindeutig nicht objektiv geoutet. Wenn es um Nato-Politik oder EU-Richtlinien von einer EU-Kommission erteilt, geht, – spätestens dann halte ich unsere Medien für meist unbrauchbar. Nein, – es wird nicht dauernd linientreu berichtet (das würde ja dann auch dem Dümmsten auffallen). Und gelogen wird auch meist nicht. Es wird bei Bedarf, meines Erachtens, die Wahrheit dann halt weggelassen. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6590814#cid-6590814

GrafRotz #51: ” … Es gibt selbstverständlich kaum staatliche Zensur in Deutschland, es ist selten, dass eine Pressekammer eines Gerichts tatsächlich eine Publikation verbietet. Aber was mir schon immer fehlt ist ein Journalist, der sich als Berichterstatter und Beobachter versteht. Alle Journalisten, so scheint es, lieben es hingegen Leitartikel und Kommentare zu verfassen. Meinung, Meinung, Meinung. Das wurde in den letzten Jahren sogar noch mehr, man sprach da vornehm von Dingen wie “Filterfunktion” oder “die Dinge einordnen”. Aber wenn ich mir eine eigene Meinung bilden möchte und dazu einen Journalisten als recherchierenden, prüfenden und darstellenden Dienstleister verstehe, dann habe ich in Deutschland ein Problem. Das beginnt mit vergleichsweise harmlosen Dingen, wie dem informellen “Paket” nicht über Selbstmorde zu berichten, geht über klar sichtbare “Kampagnen” einzelner oder gleich mehrerer Redaktionen und reicht bis hin zu eindeutig sichtbarer sprachlicher Manipulation des Lesers (wenn ein Journalist etwas kann, dann präzise und subtile Subtexte gewünschter Art zu transportieren). Und da fühle ich mich in der Tat verschaukelt. Nicht nur will man mich manipulieren, man hält mich auch noch für doof genug das gar nicht zu bemerken. … und dann natürlich noch das Eigentor der kaputtgesparten Redaktionen, die großteils nur noch Agenturmeldungen durchschleifen, das mag nach “die stecken alle unter einer Decke” riechen, ist aber einfach ungeschickt. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591103#cid-6591103

messokrat #65: ” … Ich erinnere mich an die Anfänge der Ukraine-Krise als die Medien von der Welle der Kommentare überrollt wurden. Was hat man gemacht: Kommentarbereiche gesperrt und alles wegmoderiert was nicht der Redaktionsmeinung entsprach. Die Kritiker wurden als [] Putin-Trolle, Alt-Stalinisten und rechte Spinner bezeichnet. … Es sollte die Medienmacher also nicht verwundern wenn das Misstrauen so groß ist sie haben dazu ganz gut beigetragen. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591452#cid-6591452

MarkVander #68: ” … Und heute hat man wieder den Eindruck dass der Zensurhammer nicht nach den Regeln der Nettiquette geschwungen wird wie behauptet, sondern nach der aktuellen Befindlichkeit der Moderation. Wo wir wieder bei dem Punkt sind warum man den Medien, in diesem Falle der ZON nicht so recht trauen mag: Weil die Messlatte bei den Kommentatoren wesentlich höher liegt im Vergleich zu den Artikeln. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591578#cid-6591578

Boing0815 #58: ” … In wie weit die Medien nun “gesteuert” sind oder die “Unwahrheit” schreiben, kann ich nicht beurteilen. Jedoch musste ich die letzten Jahre feststellen, dass eine Krise die nächste jagt und eigentlich genug Stoff vorhanden ist, bei denen sich die Medien richtig austoben könnten. Griechenland-Rettung, Ukraine-Krise, Flüchtlingskrise, TTIP… Alles Themen, die alles andere als eindeutig und leicht zu durchschauen sind. Alles Themen, die sehr komplex und je nach Blinkwinkel verschiedene Problemfelder aufweisen. Aber trotzdem hat man immer mehr das Gefühl, dass es keine Rolle mehr spielt, ob man nun die Nachrichten bei ZON, SPON oder sonstwoher bezieht. Die Berichte sind teilweise fast identisch. Ob es nun Gleichschaltung ist, oder einfach nur die Tatsache, dass alle voneinander abschreiben, weiß ich nicht. In jedem Fall beschleicht einem der Verdacht, dass unsere sogenannte 4. Gewalt ihren Job nicht mehr richtig macht, vollkommen egal was der Grund dafür ist. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591206#cid-6591206

Pantharadhei #57: ” … Der Wahrheit kann man sich immer nur annähern, indem man sich aus vielen verschiedenen Quellen informiert, nachdenkt und für sich selbst daraus Schlüsse zieht. Wer denkt, die Tagesschau könnte ihm DIE Wahrheit sagen, muss enttäuscht werden. ” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591203#cid-6591203

Wendelin Wiedeking #59: ” … Pressefreiheit: Als Gastredner einer Medienpreisverleihung sprach Vizekanzler Steinmeier Klartext über die Einengung des Meinungskorridors in Deutschland. Wörtlich zitiert die FAZ am 14.11.2014 einen Redeauszug Steinmeiers : … “Wenn ich morgens manchmal durch den Pressespiegel meines Hauses blättere, habe ich das Gefühl: Der Meinungskorridor war schon mal breiter. Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen. Der Konformitätsdruck in den Köpfen der Journalisten scheint mir ziemlich hoch.“ (Zitat Ende)
Klar sprach Steinmeier an, was da in Deutschland derart limitierend auf die journalistischen Bewegungsspielraum wirkt: Der wirtschaftliche Existenzkampf, bei dem “Chefredakteure fast so häufig gefeuert werden wie Trainer in der Bundesliga, wenn der Abstieg droht” … Im nun vorliegenden Artikel fehlt der Hinweis auf schnöde wirtschaftliche Zwänge. Heroischer klingt da die Fiktion, von radikalen Bösewichten in der Pressefreiheit behindert zu werden. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591217#cid-6591217

Reverend Wicks Cherrycoke #76: ” … Zentral gelenkt sind die Medien sicher nicht. In manchen Punkten aber sind sie sich verdächtig einig. Das betrifft vor allem geopolitische Brennpunkte und dabei vor allem das Weglassen von für die Meinungsbildung des Lesers entscheidenden Informationen. Es stehen drängende Fragen im Raum, die die Medien qua ihres Selbstverständnisses versuchen sollten zu beantworten, die sie aber, so will es scheinen, scheuen wie der Teufel das Weihwasser. … In diesen Angelegenheiten sind sich die Medien recht einig im Wegsehen. Das wiederum leistet, wie es immer so schön mit Bezug auf den NSU heißt, Verschwörungstheorien Vorschub. Ich mag mir aber nicht vorstellen, dass den Redaktionen in geopolitischen Fragen ein Maulkorb umgebunden wurde. Deswegen als freundlicher Hinweis: … Fragen harren der Beantwortung. Und, nein, sie gehen nicht weg. Und, ja, wenn man sich damit investigativ befasst, gewinnt man an Glaubwürdigkeit. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591760#cid-6591760

fufuvogel #80: ” … Fundsache: Bernd Ulrich (DIE ZEIT): Ulrich bestätigt das „journalistische Eingebettetsein“ von Journalisten in „amerikanische Denkart der Außenpolitik“ durch die Mitwirkung in amerikanischen Thinktanks als Grund für die Einseitigkeit und Gleichförmigkeit der Leitmedien. „Durch dieses journalistische Eingebettetsein hat die außenpolitische Debatte hierzulande zuweilen einen merkwürdigen amerikanischen Akzent, oft gewinnt man beim Lesen den Eindruck, als würde einem in Leitartikeln etwas beigebogen, als gäbe es Argumente hinter den Argumenten, fast glaubt man, eine Souffleur-Stimme zu hören. Das spüren auch jene, die von der Atlantik-Brücke gar nichts wissen, und das macht sie misstrauisch. Insofern sind auch die Journalisten in der Bringschuld, wenn es um einen neuen realistischen und ehrlichen Diskurs in der Außenpolitik geht und darum, Leservertrauen zurückzugewinnen: Sie müssen sich aus diesen Institutionen verabschieden.“ – Das ist doch mal Selbstkritik! …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591817#cid-6591817

sqrt #81: ” … Es bedarf keine parteidiktatorischen Zensurgremien wie in Nord Korea, um begreifen zu können, dass Journalisten nun mal bei den großen Verlagshäusern anheuern, und nur bei entsprechender Einstellung auch weiter kommen, und befördert werden. Die hiesigen Eliten halten keine Zentralkomitee-Sitzungen, und verhaften keine Journalisten. sondern ziehen die Fäden im Hintergrund: niemand sagt einem Redakteur, was unerwünscht ist, und was er zu schreiben hat. Denn das findet er schon selber in aller Stille heraus. … Die Eigentümer und ihre Netzwerke gehören zu dieser Elite. Und steuern das Geschehen subtil. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6591819#cid-6591819

vincentvision #89: ” … Der große Verschwörungs- und Sinnsucherwahn der satten Wohlstandsbürger macht eben auch vor den Medien nicht halt. In Ermangelung echter Probleme und ausgestattet mit Meinungsfreiheit hebt so mancher sein Ego durch das zweifelhafte Hobby, hinter etwaige Kulissen schauen zu wollen – unabhängig davon, ob dort wirklich etwas zu finden ist. Und dass dort etwas zu finden ist, dafür sorgt schon das explodierende Internet, in dem jeder der etwas sucht, auch stets das passende findet. Und in selbsterfüllender Prophezeiung ist dann natürlich auch der krudeste Blog des noch so seltsamsten Vereins vielfach glaubwürdiger als etwa profane offizielle Statistiken. So sind sich die Wutbürger, Impfskeptiker, Medienkritiker oder Reichsbürger einig: die Wahrheit liegt in den Zeilen einzelner verirrter Zeitgenossen bar jeder Belege – jegliche offizielle Fakten sind in Bausch und Bogen gelogen, und die Presse ist das ausführende Organ der großen Lügenverschwörung des “Systems”. Aber sie, sie sind die einzigen, die das üble Spiel durchschaut haben… Denn wer sonst keine Probleme hat, der muss sich welche schaffen, um sich zu spüren. Und es wäre ja noch schöner, wenn sich auf der Insel der Glückseligen nicht irgendetwas fände, was das Glück trübte – so einfach kann, ja darf das ja alles nicht sein. … [ louder-than-bombs #89.1: ” … “Der große Verschwörungs- und Sinnsucherwahn der satten Wohlstandsbürger macht eben auch vor den Medien nicht halt.” Verschwörungstheorien waren, bis zu deren Aufdeckung, auch mal, daß die NSA flächendeckend überwacht. …] ” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6592036#cid-6592036

FreundHein #116: ” … Ich glaube eher, daß es die gemeinsame Sozialisation der Journalisten und die Fraternisierung für die Homogenität der veröffentlichen Meinung verantwortlich sind. Die Leitungsebene wechselt problemlos von einer Zeitung zur anderen, auch wenn deren Ausrichtung angeblich ganz unterschiedlich ist, wie z. B. Stefan Austs Wechsel vom “Spiegel” zur “Welt”, Nikolaus Blomes Sprung von “Bild” zum “Spiegel” oder Georg Löwischs von “Cicero” zur “taz”. Weltanschauliche Bedenken gibt es da anscheinend nicht, solange das Gehalt stimmt. Der Nachwuchs-Journalist lernt dann sein Handwerk von den älteren, und bekommt dabei mit, was man schreiben darf und was nicht. In der Regel wird es da keine konkreten Vorgaben geben, aber doch Lob oder Tadel , oder der Zugang zu Mächtigen wird dem einen leichter, dem anderern schwerer gemacht. Und man fühlt sich ja auch toll, wenn man mal in der Kanzlerinnenmaschine mitfliegen darf. So ist ein homogener Sumpf entstanden …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6593043#cid-6593043

kappkeik #134: ” … Wie immer eine Frage der Perspektive. Man kann angesichts die Tatsache, dass ein und der gleiche Sachverhalt in verschiedenen Ländern anders und jedes Mal eine bestimmte Meinung (subtil) vertretend, berichtet wird – unter Umständen auch gar nicht erwähnt wird, nun einmal nicht umdeuten.
Dass so ziemlich jedes Vergehen eines Staates sehr davon abhängt, welcher Staat es zu welcher Zeit begeht ist wohl kaum zu bestreiten. Und dass z.B. Staaten mit hoher Erdölproduktion oder Abnahme von Rüstungsgütern Narrenfreiheit genießen, dürfte auch nicht gerade zu den gut gehüteten Geheimnissen zählen. …” | http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-05/studie-medien-deutsche-sinkendes-vertrauen-luegen?cid=6594861#cid-6594861

to be continued …

lemonhorse / 4 May 2016 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe (Frühling) #54… ]

kiezneurotiker Die Balzbude (Dienstag, 3. Mai 2016): ” … Frühling. Das Tierreich balzt. Wie die Scheißvögel vor meinem Schlafzimmerfenster so auch mein verdammter Arbeitsplatz. Mein Büro hat nie mehr Besucher als an dem ersten Tag einer attraktiven Auszubildenden, die mir gegenüber sitzt. Ein Reigen komplett verstrahlter Hormonopfer tanzt vor meinen Augen umher. Die Männer geben sich die Klinke in die Hand, um ihren Arbeitsbereich vorzustellen. Das machen sie sonst nie … Mir gegenüber sitzen Titten. Jetzt tanzen die Verhältnisse. Jeder Lackaffe, der zu Balzzwecken die Schwelle meiner trostlosen Bürotür übertritt, mutiert zu einer Art krawattentragendem Pavian. Sie schneiden auf, die Schultern wachsen in die Breite, der Brustkorb steht hervor. Ich warte noch darauf, dass sie sich jeden Moment mit den Fäusten auf die Brust trommeln und kreischend die Lamellen der Jalousie hochklettern. … Natur. Evolution. Ein Irrenhaus. Es gibt Spielregeln, aus denen sie alle nicht ausbrechen können, Rituale, Instinkte und das alles zusammen ist natürlich nicht fair. …” | Quelle: http://kiezneurotiker.blogspot.de/2016/05/die-balzbude.html

ERICA JONG Der Penis des Präsidenten (05/2016): ” … Bill Clinton paßt gut zum Archetypus des Lieblings der Götter.Warum sollte er sich bourgeoisen Zwängen beugen? Man erwartet von diesem überlebensgroßen Führer einen überlebensgroßen Appetit.JFK hat den Weg dafür bereitet.So wie LBJ (Lyndon B.Johnson) und FDR.Auch wenn die Presse sie zu Lebzeiten schützte, haben die letzten Jahrzehnte sie ihrer Geheimnisse beraubt.Da wir das Schlimmste über Bill Clinton bereits wissen, kann das Urteil der Geschichte ihn nur noch erhöhen. … Evelyn Lincoln, JFKs Sekretärin, hat verraten, daß sie die Weiber mit Stöcken vertreiben mußte.Ist es sexuelle Belästigung, wenn Frauen den Präsidenten sexuell angehen? Reden wir nicht herum.Warum wollen Männer Präsident werden? … Jeder, der einmal mitangesehen hat, wie sich Frauen gegenseitig auf die Füße treten, um mit fetten Moguln fortgeschrittenen Alters zu turteln, sollte etwaige Zweifel an der Beliebtheit des präsidialen Penis ein für allemal aufgeben. Sollte uns die gegenwärtige politische Szene in Verwirrung stürzen, sehen wir uns doch zur Orientierung das Königreich der Tiere an. …” | http://www.tagesspiegel.de/kultur/der-penis-des-praesidenten/61846.html | https://de.wikipedia.org/wiki/Erica_Jong

lemonhorse / 3 May 2016 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung / 0 Comments

[Auf den Brettern des Abstrusen (#2)… ]

” … Ein Clowndoktor oder Klinikclown ist ein Clown, der in Spitälern und Pflegeinstitutionen auftritt, um dort kranken Menschen mittels Humor wieder Hoffnung und Lebensmut zu schenken. … Unter dem Motto „Lachen ist die beste Medizin“ wird versucht, die emotionale Situation der Patienten zu verbessern, die oft mit Langeweile und Trostlosigkeit verbunden ist. … Diese Spielart des therapeutischen Humors wird unter dem Begriff Clowntherapie mittlerweile auch wissenschaftlich erforscht. … So wurde bei einer Studie an einer israelischen Klinik beobachtet, dass sich der Prozentsatz erfolgreicher In-vitro-Fertilisationen [„Befruchtung im Glas“] mit dem Besuch von Clowndoktoren von 20 % auf 36 % steigerte. … ” (https://de.wikipedia.org/wiki/Clowndoktor#In-vitro-Fertilisation) (04/2016)

” … Wenn selbst Beatrix von Storch auf einmal mit erhobenem Mauszeiger auf Seiten der Satire kämpft, über wen soll ich dann noch Witze machen? Nicht auszudenken, wenn sich auch noch Til Schweiger zwischen zwei Flaschen Emma Cuvé aus dem mallorquinischen Frühling melden würde, um mir beizustehen …” Quelle: https://www.facebook.com/jboehmermann/ (04/2016) | via

Peter Glaser “Zukunftsreich: Moderne Heiterkeit” (16.04.2016): ” … „Das Traumziel der Künstlichen Intelligenz wäre erreicht, wenn ein Computer einen Stummfilm mit Buster Keaton sieht und an den richtigen Stellen lacht“, skizzierte Professor Wolfgang Wahlster, damals Vorstandsmitglied im Sonderforschungsbereich „Künstliche Intelligenz“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Ende der Achtzigerjahre das große Ziel. … Bisher hat man [Jan Böhmermann], erstaunlich genug, in seiner ganzen hochvergnügten Schärfe unterstützt, weil er getan hat, wofür er engagiert wurde, nämlich ein junges, medienversiertes Publikum auch weiter ans Fernsehen zu binden. Nun liegt genau deshalb eine einstweilige Vergnügung wegen Majestätsbeleidigung gegen ihn vor und es ist einfach nicht zu fassen, dass jemand bei einem Satiriker so tut, als wäre alles ernst gemeint. Zudem weiß jedes Kind, dass bei dem Versuch, einen Witz und seine scharfe Würze zu übersetzen, zumeist alles verloren geht. Humorlosigkeit ist, nebenbei gesagt, ein zuverlässiges Merkmal, an dem man Fundamentalismus jeder Schattierung erkennen kann. … Ich bin vor einiger Zeit von Facebook für ein paar Tage gesperrt worden, weil ich das Foto eines Hundes gepostet hatte, der zufällig so dalag, dass seine Umrisse einem riesigen, flauschigen Penis ähnelten. Um sicherheitshalber noch einen Hinweispfeil „Achtung, Witz!“ dranzumontieren, hatte ich als Bildunterschrift einen Link auf den Loriot-Filmausschnitt gewählt, in dem Tante Mechthild beim Scrabble-Spielen das Wort „Schwanzhund“ erfindet. Wie ich danach herausgefunden habe, gibt es eine Facebook-Antipornobrigade, die aus schlecht bezahlten Mitarbeitern, rekrutiert in Marokko oder Pakistan, bestand. Wie soll ein Pakistani die für einen Deutschkundigen unmissverständliche Ironie erkennen, die in der Bildunterschrift zum Ausdruck kommt? – Eine Humor-dekontaminierte Welt wäre ein deutlich zu hoher Preis für die Globalisierung. Humor, das Herzeigen der Zähne, ist die friedlichste Art der Aggressionsäußerung, die es gibt. Humor ist Zivilisiertheit, und Humor erfordert Toleranz, und zwar tatsächliche, nicht jeweils die, die einem gerade in den Kram passt. …” | http://futurezone.at/meinung/moderne-heiterkeit/193.060.583

Nachtrag #1
Axel Brüggemann “Realpolitisches Drehbuch” (18.04.2016): ” … Böhmermann … macht keine Satire – sondern er legt die Satire unserer Realität offen. … Er führt den Beweis für Guy Debords Diktum von der „Gesellschaft des Spektakels“. Das realpolitische Drehbuch, das Böhmermann losgetreten hat, konnte er sich an einem Stinkefinger abzählen: Während er abtaucht – und mittlerweile unter Polizeischutz steht –, löscht das ZDF seinen Beitrag, Erdoğan klagt, Merkel steckt in der Bredouille, Yanis Varoufakis und Springer-Chef Mathias Döpfner solidarisieren sich, und selbst deutsche Komiker, die in den letzten Jahren eher Honig im Kopf hatten, werden zu Bekennern. Wie in einem Tatort, in dem alle behaupten, der Mörder zu sein, verfassen nun Alt-68er wie Didi Hallervorden Solidaritäts-Schmähgedichte. Einer meiner Facebook-Freunde witzelte: „Solange Bob Geldof kein Benefiz-Konzert macht, kann es nicht so ernst sein.“ Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich: Ein großer Teil Deutschlands reagiert in der Böhmermann-Debatte wie die beflissene Putzfrau beim Beuys-Fettfleck. Freuen wir uns, dass Kunst noch diese Kraft hat! …” https://www.freitag.de/autoren/axel-brueggemann/realpolitisches-drehbuch-boehmermann-ist-schlingensiefs-kleiner-bruder-im-geiste

balsamico 18.04.2016 ” …Sind Satiriker dafür veantwortlich, dass das Publikum teilweise eine falsche Vorstellung von und ein falsches Bewusstsein über Satire hat? Wenn Satiriker bedenken (müssen), dass ihre Satire in einem zwar undefinierten aber gleichwohl grünen Bereich liegen müsse, kann man Satire als solche vergessen. Weil dann jeder Hinz und jeder Kunz seinen ganz persönlichen grünen Bereich zum Maßstab macht. Das geht schlicht nicht. Wer sich über Satire aufregt hat etwas nicht kapiert. Und eine Politikerin, die Satire gegenüber einem Despoten als “bewusst verletzend” bezeichnet, ganz besonders. Merkel hätte Erdogan sagen können: Ok, mir gefällts auch nicht. Aber es ist Satire, nichts weiter. Weißt Du nicht, Erdogan, was Satire ist? Stattdessen hat sie gemeint, ihren guten Geschmack demonstieren zu sollen …”

Joachim Petrick 18.04.2016 : ” … Was Jan Böhmermann, ungeachtet der Qualität seines Schmähgedichts, gelungen scheint, ist offenzulegen, dass von Ankara bis Berlin, Erdogan bis Merkel, alle postmonarchistischen Majestäten sein wollen und zu prachtvollem Hofe in Pressekonferenzen laden, nur Hofnarren, Harlekine, Eulenspiegel, die ihnen ihre Existenzen bei Gelagen geladen spiegeln, direkt ins Gesichts speien, wollen sie, bei Anrufung des § 103, 104 a StGB seit 1876 im II. Deutschen Kaiserreich, die vermaledeit monarchistisch missratene 1848er Brut in die Zucht zu nehmen, nicht. Da waren einst wirklichen barocken Mahjestäten im Mittelalter toleranter, die hielten sich Hofnarren, Hofschranzen, Harlekine, Eulenspiegel zum Wohlgefallen ihres dröhnend krachenden Gelächters in geheiligten Hallen an ihrer üppig gedeckten Tafeln bei Wein, Weib, Gesang und Trank, um auf eine kurze Weile einmal so richtig deftig Mensch zu sein …”

lemonhorse / 18 April 2016 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Kriegsschauplätze (Mentalitätsgeschichte) #25… ]


WENN DIE ABENDGLOCKEN LÄUTEN (R: Alfred Braun, 1951)

Immagini in attimi (R6dw6C, Sonntag, 10. Februar 2013): ” … Eines der wenigen wirklich faszinierenden Bilder in WENN DIE ABENDGLOCKEN LÄUTEN (Alfred Braun, 1951), einem muffigen – wie Silvia Szymanski passend bemerkte – “Ultraverzichtfilm” – Hans Holt (‘Michael Storm’), der sterile Halbgott des Miefs, dieses so asexuelle und leidenschaftslose Wesen, sitzt am Klavier und starrt – ja, ins Nichts, ins Blaue, an der Kamera vorbei? Ins Nichts, denke ich. …” Quelle: http://immagini-attimi.blogspot.de/2013/02/eines-der-wenigen-wirklich.html // ” … [Albrecht Finke (Willy Birgel) hat] aus dem Krieg doch einen Splitter nahe der linken Herzkammer behalten, der gewandert ist und nun nur noch einen Zentimeter vom Herzen entfernt liegt. … Für den film-dienst war es „sentimentaler Edelkitsch im Gartenlaube-Stil inszeniert. Auch die verlogene Moral und die angestaubten sozialen Ansichten zeugen von einem hoffnungslos veralteten Film.“ „Bei so viel Kitsch läuten die Alarmglocken“, schrieb auch Cinema. …” Aus: “Wenn die Abendglocken läuten (R: Alfred Braun, 1951)”, https://de.wikipedia.org/wiki/Wenn_die_Abendglocken_l%C3%A4uten_%281951%29

” … Oft ist den Filmen eine restaurative Tendenz zugeschrieben worden, ein Festhalten an Lebensformen eines bäuerlichen Deutschland, das so gar nicht mit der Realität der 1950er zusammengehen mochte. Und es wurde eine grundlegende eskapistische Tendenz erkannt, die vom Nachdenken über die noch so nahe Nazi-Vergangenheit abgelenkt habe. Es bleibt Aufgabe der Forschung, diese Urteile nachzuzeichnen und ihnen die These entgegenzuhalten, dass der Heimatfilm gerade nicht restaurativ orientiert gewesen sei, sondern die verschiedenen Modernisierungen, die die BRD in den 1950ern zu einer kapitalistischen Industriegesellschaft entwickelten, in manch mal süffisanter Art thematisiert habe. Junge gegen Alte, Städte gegen Dörfer, Blasmusik gegen Schlager, das Reisen gegen das Bodenstämmige, Handarbeit gegen Maschineneinsatz, autoritäre gegen egalitäre Familienbeziehungen – es sind eine ganze Reihe von dramatischen Konflikten gewesen, die über den reinen Heimatfilm in die soziale und ökonomische Realität der Bundesrepublik hinausweisen. …” Aus: “Medienwissenschaft Hamburg: Berichte und Papiere – Heimatfilm (Der BRD-Heimatfilm der 1950er Jahre: Eine Biblio-Filmographie, Zusammengestellt von Hans J. Wulff)” (2011), Quelle: http://berichte.derwulff.de/0119_11.pdf

Matthias Lohre “Das zähe Seelenerbe des Zweiten Weltkrieges” (13. April 2016): ” … An den Satz unserer Eltern “Ihr sollt es mal besser haben” können wir uns gut erinnern. … Die von Margarete und Alexander Mitscherlich 1967 beschriebene “Unfähigkeit zu trauern” der Kriegsgeneration und der Kriegskinder hat sich in den -enkeln fortgepflanzt: als Unfähigkeit, sich und anderen zu vertrauen. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/kriegsenkel-2-weltkrieg-folgen-erbe-schuld-trauma

online_meinung #1 (April 2016): ” … Mir gehts gut.” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/kriegsenkel-2-weltkrieg-folgen-erbe-schuld-trauma?cid=6472273#cid-6472273

Freigeistxx #29 (April 2016): ” … Das Schlimmste was einer Familie passieren konnte war, wenn die Männer aus dem Krieg in die Familie zurück kehrten. Ich kann dieses “mir geht es gut” einiger Kommentatoren nicht hören. Sorry. Das ist schön für sie, hilft Betroffenen aber nicht weiter. Es wird dadurch nur weiter geschwiegen. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/kriegsenkel-2-weltkrieg-folgen-erbe-schuld-trauma?cid=6473413#cid-6473413

zoon politicon #1.2 (April 2016): ” … Sie verkennen die Vielschichtigkeit dieses Kommentars. “Mir gehts gut” – das ist die Standardantwort, die Verwandte von Kindern zu hören bekommen. Die Antwort, die sie zu hören bekommen wollen, und die so oft nicht der Wahrheit entspricht. Und es ist die Antwort, die derjenige gibt, dem es doch eigentlich an nichts fehlt. Der glücklich und zufrieden sein könnte (sollte!) weil er doch in Frieden und Wohlstand aufwächst. … Insofern, … passt dieser Kommentar auf den Artikel wie der Arsch auf den viel besungenen Eimer. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/kriegsenkel-2-weltkrieg-folgen-erbe-schuld-trauma?cid=6473138#cid-6473138

MICHA BRUMLIK (20. September 2008): ” … das ist das zeitdiagnostische Projekt, das sich Mitscherlich gestellt hat -, “wie die paternitäre [vaterrechtliche] Gesellschaftsordnung sich selbst in eine kritische Lage manövriert hat”. … Diese Kritik des Paternismus ist immer zugleich als Reaktion auf die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, zumal unter dem Nationalsozialismus zu lesen. …” Aus: “Alexander Mitscherlich: Ein Missverständnis”, http://www.fr-online.de/kultur/alexander-mitscherlich-ein-missverstaendnis,1472786,3302418.html

Tobias Freimüller (Datum?): ” … Alexander Mitscherlich (1908–1982) hatte bereits seit 1945 „massenpsychologische” Fragestellungen verfolgt. … ” … Die Diagnose einer „apolitisch konservative [n] Nation” (S. 18f.), die sich vorerst nicht auf die demokratische Gesinnung ihrer Bürger stützen könne, fand in den Rezensionen des Buches breite Zustimmung. Es herrschte Konsens, dass es den Autoren „zum ersten Mal überzeugend” gelungen sei, den inneren Nachweis für „das verblüffende Phänomen des sozialen und politischen Immobilismus (Unbeweglichkeit) des Bonner Staats zu führen” …” | Quelle: https://docupedia.de/zg/Mitscherlich,_Unf%C3%A4higkeit_zu_trauern Aus: “Der versäumte Abschied von der Volksgemeinschaft. Psychoanalyse und „Vergangenheitsbewältigung“”

RUTSCHKY, Michael (2001): V wie vaterlose Gesellschaft (StZ-Serie: Das Alphabet der 70er Jahre), in: Stuttgarter Zeitung v. 03.03.2001: ” … Der Sound geht so: Es gibt irgendwie Zusammenhänge zwischen persönlichen Charaktereigenschaften, Erziehungspraktiken und gesellschaftlichen Entwicklungsstufen, und man kann darüber im psychoanalytischen und im soziologischen Vokabular reden. – Insgesamt ging Alexander Mitscherlich ja als Repräsentant von Sigmund Freuds Lehren in die Kulturgeschichte der BRD ein. Oder war es doch nur die Formel von der »vaterlosen Gesellschaft«, die sich einprägte? (…) Gewiss lieferte Mitscherlichs Formel von der »vaterlosen Gesellschaft« der antiautoritären Revolte der späten Sechziger eine Parole. Und in den Siebzigern kehrte in der konservativen Kulturkritik als »Mut zur Erziehung« (ein Kongress von 1978) noch einmal der Autoritarismus zurück, den Helmut Kohl 1982 in einer geistig-moralischen Wende zur Richtlinie der Politik machen wollte. Aber dann kam der ganze Zusammenhang – trotz allem – aus der Mode.” …”, Quelle: http://www.single-generation.de/kohorten/vor_68er/alexander_mitscherlich.htm#weg

zoon politicon #22 (April 2016): “… Ich habe den Eindruck, es lastet wie ein Alpdruck auf unserer Gesellschaft. Und, anders als der Autor [(Matthias Lohre “Das zähe Seelenerbe des Zweiten Weltkrieges”, 13. April 2016)], meine ich, dass es noch lange nicht ausgestanden ist. … Der Vater meines Vaters wurde im Krieg verwundet. Schwerer als die körperlichen wirkten die seelischen Verletzungen, über die er nie gesprochen hat, die aber offensichtlich waren. Er versuchte sie im Alkohol zu ertränken und war gewalttätig. Mit dem Ergebnis, dass er irgendwann unter mysteriösen Umständen in der eigenen Wohnung den Tod fand, mit gerade einmal Mitte 50. Mord, Selbstmord, Unfall, niemand weiß es so genau. Und niemand spricht darüber. 20 Jahre später wurde ich geboren, alles was ich darüber weiß, sind Fetzen von Gerüchten. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/kriegsenkel-2-weltkrieg-folgen-erbe-schuld-trauma?cid=6473144#cid-6473144

Eiertanz #9.1 (April 2016) “… Meine Eltern waren auch sehr fleißige Menschen. Es ging ihnen nichts über Fleiß, Strebsamkeit, Ordnung, Pünktlichkeit, Sauberkeit und Arbeit, Arbeit, Arbeit. “Ohne Fleiß kein Preis”, “die sollen erstmal arbeiten” (über Studenten), “die arbeiten ja nichts” (über Beamte und Akademiker), “die gehören ins Arbeitslager” (über Hippies), “du sollst es mal besser haben”, aber auch “wozu brauchst du das Abitur, du heiratest ja sowieso” (ist bis heute nicht passiert), “lerne lieber was Vernünftiges” (z.B. Bürokram, Buchhaltung oder Banklehre, womit ich heute wahrscheinlich arbeitslos wäre). Meine Eltern (Jahrgänge 1917 und 23) haben sich mit all ihrem Fleiß und der Arbeit die Erinnerungen (und das schlechte Gewissen?) zugekleistert. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/kriegsenkel-2-weltkrieg-folgen-erbe-schuld-trauma?cid=6472669#cid-6472669

Luis Tränker #9.2 (April 2016): ” … Ich möchte noch ein “dann geh doch nach drüben” anhängen. Meine Eltern waren ‘nur’ Jahrgang 1930, aber politisch doch ziemlich unterwürfig (…). Für Veränderungen einstehen und dann auch noch an offentlichen Protesten teilnehmen einfach undenkbar. Da konnte man ja nur Kommunist sein und die gehörten eben “nach drüben”, sonst wird D. wieder zerstört, so wie die Sozen (Brandt/Wehner) es anstrebten, indem sie nach Moskau gingen und “Befehle abholten”. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/kriegsenkel-2-weltkrieg-folgen-erbe-schuld-trauma?cid=6473139#cid-6473139

zerprofi #24 (April 2016): ” … Krieg erzeugt Monster und ein Teil davon wird auf die Kinder weitergegeben. Ich hasse Politiker, die verlangen, dass wir wieder “Verantwortung” übernehmen müssen, auf der ganzen Welt und in Wirklichkeit nur unsere Soldaten in den Krieg schicken wollen. Und ich hasse Pfarrer, die Bomben segnen. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/kriegsenkel-2-weltkrieg-folgen-erbe-schuld-trauma?cid=6473266#cid-6473266

Frauwinkel #6 (April 2016): ” … Erst als mein Vater vor wenigen Jahren einmal ganz beiläufig erzählte, wie er als 10-jähriger panisch aus dem überfüllten stickigen Keller rausgerannt ist und im Garten meiner Großeltern liegend die Flugzeuge am Himmel gezählt hat, in der Erwartung, diese Nacht nicht zu überleben, da habe ich zum ersten Mal sowas wie eine Ahnung davon gespürt, was dieser Krieg mit ihm angerichtet hat. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/kriegsenkel-2-weltkrieg-folgen-erbe-schuld-trauma?cid=6472389#cid-6472389

lemonhorse / 14 April 2016 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Kriegsschauplätze #24… ]

Hauke Friederichs (8. April 2016): ” … Deutsche Banken werben mit nachhaltigen Geschäften und geben sich kritisch gegenüber der Rüstungsindustrie. Eine Studie zeigt nun, dass die großen Geldhäuser und Landesbanken zahlreiche Waffenbauer finanzieren. …” >> http://www.zeit.de/2016/16/ruestung-deutsche-banken-krieg-finanzierung

Pro Vernunft #26: Was ist an diesem Bericht so besonders? Wo verdient wird, sind Banken dabei. Und es ist ja nicht nur das Exportgeschäft. Die Rüstungsindustrie wird ja auch vom Staat reichlich subventioniert. Die Entwicklung zahlt der Steuerzahler, die Gewinne kassieren die Aktionäre.
http://www.zeit.de/2016/16/ruestung-deutsche-banken-krieg-finanzierung?cid=6436151#cid-6436151

Zivilisationswächter #12: “Krieg ist gut für das Geschäft” – Ferengi-Erwerbsregel #34
http://www.zeit.de/2016/16/ruestung-deutsche-banken-krieg-finanzierung?cid=6435249#cid-6435249 // http://www.cologneweb.com/StarTrek/ferengi.htm

no-panic #20: Hans und Erika Mustermann befördern als Bankkunden den Flüchtlingsstrom und gehen dann aus Protest spazieren. Die Welt wird immer bekloppter.
http://www.zeit.de/2016/16/ruestung-deutsche-banken-krieg-finanzierung?cid=6435870#cid-6435870

lemonhorse / 9 April 2016 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Der Kauf sexueller Handlungen sei… ]

” … In Oberlehrerinnenmanier wurde der Esslustigen anschließend von ihren drahtigen Gefährtinnen auseinandergesetzt, es biete sich nun die ideale Chance, Anpassung und Unterwürfigkeit zu lernen: Hirn ausschalten, Klappe halten und so sein, wie “der Kunde” (nicht selten Klum-Werbepartner wie McDonald’s) einen haben will. Nämlich: dünn, dämlich, servil. … ” | Aus: “TOP-MOPPEL GISELE – 150 Jahre Frauenbewegung – im Handstreich erledigt” Patricia Dreyer (16. Mai 2008), http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,553737,00.html

ZEIT ONLINE (6. April 2016): ” … Der Kauf sexueller Handlungen sei eine Verletzung der Menschenwürde, sagte Frauenrechtsministerin Laurence Rossignol. “Die Prostitution ist an sich eine Gewalt.” Vorbild für die neue Regelung ist Schweden, das Freier seit 1999 bestraft. Ähnliche Vorgaben wurden in der Folge in Norwegen, Island und Großbritannien eingeführt. … ” | http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/prostitutionsgesetz-frankreich-prostitution-freier-nationalversammlung-geldstrafe

palladio (07.04.2016): “… Jede Art von sexueller Befriedigung mit einer Prostituierten ist nur eine Notbefriedigung, … weil die Liebe fehlt. Wer was anderes behauptet, hat möglicherweise noch nie zutiefst befriedigenden Sex erlebt. Männer, die gegen eine kurz zuvor ausgehandelte “Gebühr” in Körperöffnungen von Frauen eindringen (müssen), die sie gerade erst kennen gelernt haben, können einem Leid tun. Es mag Frauen geben, die diesen “Job” auf freiwilliger Basis erledigen. Die weit überwiegende Mehrzahl der Frauen wird zutiefst gedemütigt. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/prostitutionsgesetz-frankreich-prostitution-freier-nationalversammlung-geldstrafe?cid=6421909#cid-6421909

Provo-Kant (07.04.2016): ” … Sie haben Recht! … NUR was haben Gesetzt & Strafe damit zu tun? Wollen sie Moral und Liebe per Paragrafen verordnen? …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/prostitutionsgesetz-frankreich-prostitution-freier-nationalversammlung-geldstrafe?cid=6421937#cid-6421937

kannnichtsein (07.04.2016): ” … sex mit liebe ist was wunderbares, keine frage. allerdings ist sex mit einem fremden ebenfalls etwas sehr aufregendes …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/prostitutionsgesetz-frankreich-prostitution-freier-nationalversammlung-geldstrafe?cid=6422502#cid-6422502

Zornpimpel (07.04.2016): ” … Aufgabe des Staates ist es, die Schwachen zu schützen. Strafen für Menschen die andere zur Prostitution zwingen können gar nicht hoch genug sein. … Aber wenn mündige Menschen Sex gegen Geld tauschen wollen – auf völlig freiwilliger Basis – dann hat sich ein Staat da rauszuhalten. Wo soll das hinführen? Endet dann die “Versorgungsehe” demnächst auch im Knast? …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/prostitutionsgesetz-frankreich-prostitution-freier-nationalversammlung-geldstrafe?cid=6426720#cid-6426720

mintho (07.04.2016): ” … Das interessante daran: die neue Welle der Prüderie kommt nicht von Rechts und aus den Kirchen wie in der Vergangenheit, sondern von einer neuen, autoritären Linken. Nicht nur in diesem Fall, immer öfter wird gegen Bikini-Models, etc. Stimmung gemacht. Die Argumentation ist dabei kein Deut besser als damals bei den Rechten. In jedem Arbeitsverhältnis wird ein “Körper” gekauft. Vom Körper der Putzfrau die sich mit dem Kot und Dreck von Hunderten Menschen beschäftigen muss bis zum Körper des CEO der mit Millionen Euro der Anleger/Eigentümer jonglieren muss. Solange diese Beziehung auf Freiwilligkeit beruht gibt es nichts einzuwenden. Wir bewegen uns gerade rückwärts und setzen wieder individuelle Moralvorstellungen in allgemeine Gesetze um. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/prostitutionsgesetz-frankreich-prostitution-freier-nationalversammlung-geldstrafe?cid=6421261#cid-6421261

//* [Einschub & Kontext #: ” … Eine wissenschaftliche Expertin für Probleme der Prostitution (Emilija Mitroviç, Dozentin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, Mitglied des Bundesvorstands des BdWi, Projekt „Arbeitsplatz Prostitution“) hat kürzlich folgenden bedenkenswerten Satz formuliert: „In der Verachtung, die der Prostituierten entgegengebracht wird, spiegelt sich die gesellschaftliche Verachtung gegenüber der Frau im allgemeinen“ … Warum gab es durch Jahrhunderte, ja Jahrtausende hindurch jene Doppelzüngigkeit, mit der gewerbliche sexuelle Dienstleistungstätigkeiten und Dienstleisterinnen einerseits geduldet, andererseits verachtet wurden? – Sie lässt sich nur begreifen, wenn man sich klar macht, dass Prostitution und Ehe miteinander verschwisterte Institutionen und geschichtlich wohl ungefähr gleichzeitig aufgetreten sind … der Grund dafür ist schwer zu entschlüsseln. Neuere Überlegungen sprechen dafür, dass hier eben „Zucht“ und „Unzucht“ zusammengekoppelt sind: Die Ehe – damals unter uneingeschränkter Vorherrschaft des Ehemanns – war für die Ehefrau zwar ökonomisch nicht ungünstig, dies aber um den Preis völliger sozialer Abhängigkeit vom sogenannten Familienvater, seiner „Zucht“; während das „Hurendasein“ eine ökonomisch zwar nicht völlig sichere, aber doch sozial wirklich selbstständige Existenz bedeutete, eine im besten Sinne des Wortes „unzüchtige“ Lebensweise – ich betone, dass das Wort „unzüchtig“ hier eine positive Bedeutung hat. Wenn die jeweilige Gesellschaft Ehe und Familie für förderungswürdige Institutionen hielt, was aus wirtschaftlichen Gründen geboten war, musste sie die entgeltliche Sexualdienstleistung schlechtmachen; jenes Gewerbe, das eine stärkere Selbstbestimmung derjenigen Frauen über ihren Lebenswandel erlaubte, die aus verschiedenen Gründen nicht verehelicht waren und sich ihren Lebensunterhalt selbst beschaffen mussten, was ihnen in diesem Gewerbe möglich war. So entstand Prostitution als gesellschaftliche Einrichtung zur Reglementierung und Diskriminierung der beruflichen, gewerblichen sexuellen Dienstleistungstätigkeit, die eben deshalb reglementiert und diskriminiert wurde, weil sie anderenfalls viel attraktiver als die Ehe hätte sein können. Bleibt jedenfalls die Frage, ob und ggf. wieweit es diese herrschaftsbezogene Doppeleinrichtung „Ehe und Prostitution“ noch gibt …] Aus: “Prostitution – Pendant der Ehe: Überlegungen zu einer gesellschaftlichen Institution” (15.03.2006), Quelle: http://www.bdwi.de/forum/archiv/archiv/115536.html *//

Azenion (07.04.2016)” … Ich glaube, die Quelle solcher repressiver Gesetze ist eine Art fehlgeleiteter Empathie: Man stellt sich vor, man selbst müßte tun, was andere freiwillig tun, und will es ihnen in der Folge verbieten, da man die Freiwilligkeit nicht nachvollziehen kann. Doch die Menschen sind verschieden – ein Phänomen, mit dem ein Teil der Linken traditionell Probleme hat. …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/prostitutionsgesetz-frankreich-prostitution-freier-nationalversammlung-geldstrafe?cid=6421510#cid-6421510

Haschmich (07.04.2016): ” … Eine vermögensorientierte Libido findet man in der Mitte und der Spitze der Gesellschaft ebenso wie im Puff. Nichts ist besser, nichts ist schlechter. Nicht schon wieder Gesinnungsdiktatur von Hobby-Moralisten! …” http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-04/prostitutionsgesetz-frankreich-prostitution-freier-nationalversammlung-geldstrafe?cid=6422674#cid-6422674

Patrick Catuz (2014): ” … Mir fällt dazu ein guter Aufsatztitel der feministischen Soziologin Frigga Haug ein: Als ich einen Film genoss, den ich schlecht fand. Die Formulierung bezog sich zwar auf einen Liebesfilm, ist aber auch für den Porno anwendbar. …” Aus: “„Es gibt mehr als Cum Shots“” Verena Reygers (05.03.2014), Quelle: http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/es-gibt-mehr-als-cum-shots

Ein Kunde, “Über die Verfasstheit dieses Landes – zu: Im Stein (8. November 2013): “… Ein vielstimmiger, oft chaotischer und somit kakophoner Chor hebt an in Clemens Meyers Werk “Im Stein”. … eine Anzahl namenloser, jedoch in ihren Erzählungen mit viel Liebe zum Detail ausgestatteter Huren. Ihre Erzählungen gehören mit zum besten, was dieses Buch zu bieten hat, gerade weil es Meyer gelingt, sie weder eindimensional als Opfer noch – ebenso eindimensional – als “Huren mit Herz” darzustellen, sondern ganz unterschiedliche Wege in diese Art der Betätigung aufzeigt und dabei weder halt macht vor Beschreibungen der Härten des Geschäfts, noch davor, dessen manchmal unfreiwillig komischen Seiten offenzulegen. … oft erschließen sich Zusammenhänge erst nach Hunderten von Seiten. Meyer schreckt nicht davor zurück, in einem Satz sowohl zwei unterschiedliche Icherzähler, als auch noch eine auktoriale, erklärende Stimme zu Wort kommen zu lassen. Zudem schert er sich oftmals nicht darum, ob die gerade Erzählenden zu identifizieren sind (sie sind es oft nicht). Man kann dem folgen, man erkennt einzelne Stimmen auch durchaus wieder, doch nie fügt sich dies alles zu einer Kohärenz zusammen. …” | http://www.amazon.de/gp/customer-reviews/RSRY4FZGRLQUF/ref=cm_cr_getr_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=3100486021

Ronald Düker (22. August 2013): ” … Clemens Meyer liebt Jörg Fauser, Hubert Fichte und William S. Burroughs. Und spekuliert um wirklich jeden Preis auf den Effekt der schnellen, atemlosen und krassen Geschichte. Meyer liebt auch die Desperados. Über diese Sehnsucht tappt er aber in eine Falle, die vielleicht der blinde Fleck und ganz sicher das Problem dieses Romans ist. Die ledrig-gutherzigen Typen, Meyers harte Jungs, wirken wie aus dem Kostümverleih. …” Aus: “Gebumst wird immer”, http://www.zeit.de/2013/35/literatur-roman-clemens-meyer-im-stein

Nachtrag #1
Newsday’s Bilkisu Labaran spoke to Thierry Schaffauser, a sex worker and coordinator of the National Network of Sex Workers’ Organisations in France. What does he make of the bill? (7 April 2016, Audio: Duration 5 minutes) http://www.bbc.co.uk/programmes/p03q8hjp // https://en.wikipedia.org/wiki/Thierry_Schaffauser

lemonhorse / 7 April 2016 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur Ontologie des nicht Seienden (Illusionen) #11… ]

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” … So wird von Einbildung gesprochen oder Imagination, Erdichtung, Fiktion und Gaukelspiel, von Fata Morgana, Trugbild, Schimäre, Ausgeburt der Phantasie und Hirngespinst, von Wunschtraum oder Seifenblasen, von Wolkenkuckucksheim, Luftschloss, Phantasmagorie, Träumerei, schönem Schein bis hin zu trügerischer Hoffnung – wie es auch möglich ist, von verlorenen Illusionen zu sprechen, von gefährlichen, schädlichen, vergeblichen bis hin zu jugendlichen und romantischen Illusionen oder Illusionen der Jugend.

[E]ine große Zahl von Redewendungen hält [auch] die Alltagssprache bereit: danach kann man sich Illusionen nicht nur machen, man kann sie haben, wecken und nähren, in ihnen leben, sich der einen oder anderen Illusion sogar hingeben, für seine Illusionen gelegentlich aber auch teuer bezahlen müssen, an seinen Illusionen festhalten, sich gar an sie klammern, sie sich nicht nehmen lassen, aber auch aus seinen Illusionen gerissen werden oder erleben, dass sie einem genommen, wenn nicht sogar zerstört oder völlig zunichtegemacht werden. …” | Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Illusion (7. März 2016)

lemonhorse / 20 March 2016 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

[Memento mori #1… ]


Smultronstället (Wilde Erdbeeren), R: Ingmar Bergman (1957)

Arletty (17.03.2016): ” … Denn unfassbar bleibt er immer, dieser eine letzte Atemzug; dieser ‘knappe Übertritt’, wie es im ‘Zauberberg’ heißt. … Wenn ich daher heute zu Familienmitgliedern oder Freunden ‘bis bald’ sage, dann schwingt das ‘hoffentlich’ immer mit; und das ist nicht das Schlechteste. …” http://www.zeit.de/kultur/2016-03/trauer-tod-bewaeltigung-krise-arbeit-10nach8?cid=6302610#cid-6302610

Xepio (17.03.2016): ” … “….dass unsere Gesellschaft Sterben, Trauer und Tod immer noch fein säuberlich verdrängt.” Ich habe es so gesehen, das selbst nahe Verwandte so sehr mit ihren alltäglichen Geschäften beschäftigt sind, das ihnen keine Zeit mehr bleibt oder sie selbst nicht mehr bereit sind, sich Zeit für andere Dinge zu nehmen. Mit Volldampf auf das Ende zu. Manchmal komme ich mir wie ein nicht mehr funktionsfähiger Borg in einem Borg-Kollektiv vor. …” http://www.zeit.de/kultur/2016-03/trauer-tod-bewaeltigung-krise-arbeit-10nach8?cid=6302866#cid-6302866

lemonhorse / 17 March 2016 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung / 0 Comments

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