[Kriegsschauplätze (1947) #28… ]

“ … Einen Tag nach Borcherts Tod, am 21. November 1947, fand die Uraufführung von Draußen vor der Tür in den Hamburger Kammerspielen statt. Erst kurz vor Premierenbeginn erreichte die Todesmeldung die Mitwirkenden …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Borchert (31. Januar 2017)

“ … Kurz vor seinem Tod in Basel urteilte [Wolfgang Borchert] in einem Interview über den sich abzeichnenden Erfolg seines Stücks: „Daß eine Reihe von Bühnen mein Stück aufführt ist reine Verlegenheit – was sollen sie sonst tun?“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Drau%C3%9Fen_vor_der_T%C3%BCr (31. Januar 2017)

Lutz Herden „1947: Klabautermann“ (13.02.2017): “ … Das Heimkehrer-Drama „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert wird als Hörspiel ausgestrahlt [am 13. Februar 1947 vom Nordwestdeutschen Rundfunk]. … Wer den Krieg überlebt hat, ist nicht davongekommen, glaubt der Autor … Borchert wird Beckmann. Und Beckmann rettet Borchert. Für ein paar Tage zumindest, für acht, um genau zu sein, in denen Draußen vor der Tür entsteht als dramatisches Traktat, das wohl „kein Theater spielen und kein Publikum sehen will“, ist der Autor überzeugt. … Beckmann in seiner Stunde null trifft auf Deutschland im Jahr zwei nach der Stunde null, auf Menschen, befallen von der Seuche und Sucht des Vergessens, gegen die kein Krieg gewachsen ist. Und keine Not. Beckmann kann tun, was er will, bebend vor bleierner Schwere und zitternd vor angestauter Verzweiflung, immer zieht es ihn ins nasse Grab der Elbe, wo es kalt ist und er endlich wieder einschlafen kann, wenn das Vergangene hinabsinkt wie ein leerer Stiefel. … „Lass Dich auf Deinem einmal beschrittenen Weg nicht beirren. Schreibe für uns, Deine Kameraden“, verlangt einer, der mit „ein Kriegsversehrter aus Essen“ unterschreibt. Dass Borcherts expressive Sprachwut viel fatalistische Hingabe ans Unabänderliche umgibt, stört kaum. Der Zeitgeist verzeiht nicht nur, er braucht die suizidale Inbrunst. Und Bertolt Brechts Hinweis – „Die dunklen Mächte“, (…) die dich da schinden, sie haben Name, Anschrift und Gesicht“ – verblasst. …“ | Quelle: https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/1947-klabautermann

lemonhorse / 14 Februar 2017 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Zur Verortung der Seele der SPD #2… ]

(16. Januar 2017): “ … In Deutschland hätten 36 Milliardäre mit 297 Milliarden US-Dollar so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung. …“ | Quelle: „Soziale Ungleichheit laut Oxfam enorm“ , http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/oxfam-davos-ungleichheit // SchmidchenSchleicher #15 (2017): “ … „…Die acht reichsten Männer besitzen laut einer Studie ein größeres Vermögen als die Hälfte der Weltbevölkerung….“ Die Reichen wissen halt besser, wie man mit Geld umgeht. Wenn arme Leute zuviel Geld in der Tasche haben, stellen sie damit sowieso nur Unsinn an. …“ | http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/oxfam-davos-ungleichheit?cid=11169171#cid-11169171

sonstwer (2017):“ … Es ist absolut unerheblich, ob jetzt 8, 50 oder 100 Menschen soviel besitzen wie die halbe Menschheit. Man muss auch nicht irgendwelche Statistiken von Oxfam glauben, sondern nur mit offenen Augen durch die Welt gehen: Ganz ohne Häme und vermeintliche Weltungergangsparanoia kann man dann erkennen, dass das aktuelle kapitalistische System ein massives globales Verteilungsproblem hat, welches früher oder später in Gewalt umschlagen wird. Um nach Lösungen zu suchen, muss man jedoch die aktuelle Realität erst einmal anerkennen. Und wenn man sich die ewig gleichen Predigten der ökonomischen Hohepriester so anguckt, können einem zukünftige Generationen nur leid tun. …“ | http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/oxfam-davos-ungleichheit?cid=11190647#cid-11190647

Bilkay Öney „Wir wiederholen uns. Das nervt!“ (31.01.2017): “ … die SPD zieht schon wieder mit Gerechtigkeit in den Wahlkampf. So gewinnt man nicht. … Wir wiederholen uns. Das nervt die Menschen. …“ | http://www.tagesspiegel.de/politik/spd-und-soziale-gerechtigkeit-wir-wiederholen-uns-das-nervt/19326796.html

2010ff 31.01.2017, 20:37 Uhr: “ … Merkwürdig: Frau Öney ist genervt von dem Thema soziale Gerechtigkeit. Als Sozialdemokratin. … Immer dasselbe. … Wen das als Sozialdemokraten nervt, der ist von Sozialdemokratie genervt. …“

Sebra 31.01.2017, 18:00 Uhr: “ … Endlich sagt es mal jemand, dass die SPD mit den Lebensverhältnissen der kleinen Leute nichts mehr zu tun haben will. …“

Leineweber 31.01.2017, 12:31 Uhr: “ … Sehr geehrte Frau Oney! „… natürlich ist die gesamte SPD für soziale Gerechtigkeit …“ schreiben Sie. Das ist absolut lächerlich. Die SPD ist die Partei, der wir Hartz IV verdanken, … , die sich mit Gabriel für das TTIP-Abkommen der Konzerne starkgemacht hat, … “ —> // EINSCHUB & RÜCKBLENDE (2013): Hans Monath „Schröders umstrittenes Erbe“ (11.03.2013): “ … Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatten gemeinsam entschieden, den Ex-Kanzler einzuladen. Besonders über den Besuch freuen dürfte sich Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der seine Partei früher vehement vor Korrekturen der Agenda gewarnt hatte. Der Ex-Finanzminister würdigt Schröders Mut auch heute noch regelmäßig in SPD-Veranstaltungen – und erhält dann auch Applaus, der allerdings nie frenetisch ausfällt. …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-03/altkanzler-schroeder-jahrestag-agenda2010 //

Mecklenburger 31.01.2017, 15:29 Uhr: “ … Frau Öney, könnte es sein, dass Sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen? Oder anders gefragt: Wo sollte Ihrer Meinung die Kernkompetenz der SPD liegen – wenn nicht auf dem weiten Feld der sozialen Gerechtigkeit? … Was nervt mich als Wähler? Ich habe es satt, vor der Wahl großartige Versprechen zu hören, die sich hinterher als Versprecher entpuppen. Soziale Ungerechtigkeit, an dieser Schraube hat die SPD seit 1998 unablässig gedreht, ohne sich Gedanken um die Konsequenzen für ihre Stammwähler und sich selbst zu machen. Nun ist der Katzenjammer groß, da sich die Wähler in hellen Scharen von ihr abwenden. Was nervt mich noch? Sie wollen auf Nebenschauplätzen Scheingefechte führen. Es ist natürlich bequem, auf die Themen Europa/EU, Migration/Flüchtlinge und Islamismus auszuweichen. … Allerdings schlägt die Stunde der Wahrheit, wenn man sich des großen Themas soziale Gerechtigkeit annimmt – nicht aus der Sicht einer gut versorgten Politikerin, sondern aus der Position von mehr als 7 Millionen prekär Beschäftigten und 1,7 Millionen Kindern, die in Armut leben müssen. Dieses Thema treibt die Menschen um, die auf die Tafeln angewiesen sind und trotzdem nicht wissen, wie sie Monat für Monat finanziell über die Runden kommen sollen. …“

MehrBeton 31.01.2017, 20:51 Uhr: “ … Irgendwie putzig, wie hier die passende Marketingstrategie für die kommende BT-Wahl diskutiert wird. … Solange die sog. Agenda 2010 als SPD-Errungenschaft nicht nur verteidigt, sondern sogar glorifiziert wird, solange wird die SPD mit der Erwähnung des Begriffes Soziale Gerechtigkeit vor allem Lach-Erfolge, aber bestimmt keine Wahl-Erfolge erzielen. Frau Merkel sahnt weiter die wirtschaftlichen Erfolge des Lohndumnpings als politisches Kapital ab, das die Südhälfte Europas in Depression und Verarmung gestürzt hat. und die deutsche Dominanz in Europa – besser gesagt: in der Europäischen Union – immer weiter zementiert hat. Kein wunder, dass sich immer mehr davon abwenden. Euer Genosse der Bosse hat für prächtige Gewinne und immer weiter steigende Exportüberschüsse der deutschen Industrie innerhallb der EU gesorgt, er war bedingungslos solidarisch mit seinen Bossen, die wie z.B. Winterkorn mit phantastischen Millionenboni die Gewinne abschöpfen durften, die die Arbeiter mit ihren immer weiter sinkenden Reallöhnen erwirtschaftet hatten. Wenn es irgendeinen Ansatz geben würde mit dem Schulz das Thema Solidarität oder wegen mir auch Gerechtigkeit auf ganz Europa – glaubwürdig – anwenden würde, dann wäre ich sogar gewillt mir so etwas mal genauer anzuschauen. Allein, nichts deutet darauf hin – bisher. …“

// Nachtrag #1
Andreas Casdorff (02.02.2017): “ … Es ist ja nicht so einfach mit der Politik – wird sich die SPD gerade sagen. Da will sie zu neuen Gipfeln empor, gar den Bundeskanzler stellen, und dann kommt: VW. Immer wieder. Was insofern misslich ist, als einer ihrer Ministerpräsidenten im Aufsichtsrat sitzt und das Unternehmen auch eine Staatsangelegenheit ist. Ausgerechnet dieser Aufsichtsrat hat gerade einer Zahlung von stolzen zwölf Millionen Euro für ein ausscheidendes Vorstandsmitglied zugestimmt: für Christine Hohmann-Dennhardt nach nur 13 Monaten. Andere, nicht zuletzt bei VW, erreichen das im Leben nicht. … Nun gibt es Gründe, rechtliche, für diese Zahlung. Aber sie kommt eben zur Unzeit, steht völlig quer zu dem, was die SPD den Wählern anbieten will: mehr Gerechtigkeit … . Ihr hilft wenig, dass Hohmann-Dennhardt Verfassungsrichterin war und Sozialdemokratin ist, im Gegenteil, das macht die Sache noch schwieriger zu erklären. Fälle wie dieser zahlen nämlich mächtig ein auf das Gefühl der Ungerechtigkeit, von dem der Kanzlerkandidat Martin Schulz jetzt dauernd spricht. …“ | http://www.tagesspiegel.de/politik/spd-ausgerechnet-jetzt-kommt-sie-sache-mit-der-hohem-abfindung/19336918.html

onkelrie 10:40 Uhr: “ … Die 12 Million fallen ja nicht von den Bäumen. Die werden erarbeitet von Leuten bei VW. Denen wird gesagt, dass sie keine Lohnerhöhung haben können, wegen der schwierigen Situation, die hohe Zahlungen erfordert. Andere kriegen keine unbefristete Stelle deshalb oder müssen weiter (schlechtbezahlte) Leiharbeit machen. Wieviel davon muss zusammen kommen, bis es 12 Million sind? …“

spreeathen 09:27 Uhr: “ … Ja, ja, die „hart arbeitenden Menschen“ … Gerade für die VW-Mitarbeiter, die im Zuge des Abgas-Skandals um ihren Arbeitsplatz bangen oder ihn schon verloren haben, muss eine solche Zahlung wie ein Schlag ins Gesicht sein. …“

// Nachtrag #2
Julia Friedrichs „Jedes 5. Kind ist arm“ (19. Januar 2017): “ … „Kinderarmut ist eines der beschämendsten Probleme in unserem Land“, sagte die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen 2007. „Für mich ist die Bekämpfung von Kinderarmut ein sehr wichtiger Punkt“, sagte die aktuelle Familienministerin Manuela Schwesig im Jahr 2014. „Kinderarmut ist ein bedrückendes Problem“, sagte Arbeitsministerin Andrea Nahles im Mai 2016. Welch große Einigkeit! Wenn aber alle ihre Bestürzung geäußert haben, wird es still, bis zur nächsten Statistik, der nächsten Welle der Empörung. Ich fühle mich dann wie in einer Zeitschleife. Denn die Zahl der armen Kinder ist bis Mitte der 2000er Jahre angestiegen und sinkt nicht. … “ | http://www.zeit.de/2017/02/kinderarmut-deutschland-eltern-chancen-sozialpolitik/komplettansicht

Immer noch Optimist #1.4 (2017): “ … kurze Geschichte aus meinem Bekanntenkreis: Michaels Mutter arbeitete als Bardame, Schwester Hartz-4, er selbst ist zeitweise im Heim aufgewachsen – also alles andere gute Voraussetzungen. Mit Willenskraft und Fleiß hat er es zu einem gut bezahlten Job im Öffentlichen Dienst geschafft. Ich bewundere ihn dafür. Es kann also klappen. …“

C.H.William #1.5 (2017): “ … „Es kann also klappen…“ Eben. Es ist also alles in Ordnung. …“

wawerka #1.10 (2017): “ … [„Es kann also klappen]…“ Hervorragender Kommentar, Sie haben „neoliberal“ zutiefst verinnerlicht! [Bei mir sah’s zuerst auch nicht so gut aus, aber dann habe ich im Lotto gewonnen. Ich bewundere mich dafür! Es kann also klappen…] … es lässt sich schon erahnen, was in diesem Land schiefläuft. „Ich kenne Leute…“, „Arbeitsmoral“ (Auch bei 4-jährigen? Oder doch erst ab 6?), man möchte Max Liebermann zitieren, wenn man solche Beiträge liest. …“

einervonvieren #24.3 (2017): “ … „Schuldigung, ich bin es leid immer von Kinderarmut zu reden. Schuld ist in den Meisten fällen nicht die Gesellschaft, sondern ganz alleine die Eltern…“ Und was kann das Kind dafür? …“

tbc.

lemonhorse / 1 Februar 2017 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 29 Januar 2017 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Visual.Notes / 0 Comments

[Wahrheit und Ekel #1… ]

ghost0

Berthold Lammert (9. April 1953): “ … Es ist fast schon ein Schlagwort geworden, zu sagen, an dem Verlust an Wesenhaftigkeit, an „Existenz“, sei „die Technik“ schuld. …“ | http://www.zeit.de/1953/15/mensch-und-technik

Michel Chaouli, EKEL (15. Juli 1999): “ … Immanuel Kants ästhetische Theorie thematisiert den Ekel an nur einer Stelle, und zwar um ihn aus dem Bereich des ästhetisch Darstellbaren auszugrenzen. In der Empfindung des Ekels werde der Gegenstand vorgestellt „als ob er sich zum Genusse aufdränge, wider den wir doch mit Gewalt streben“; deshalb könne die Vorstellung des Gegenstands von seiner Natur nicht unterschieden werden, „und jene kann alsdann unmöglich für schön gehalten werden“. …“ | http://www.zeit.de/1999/29/199929.t_ekel_.xml/komplettansicht

Michael Schorn (13.12.2011): “ … „Scripted Reality ist versuchter Publikumsbetrug“, meint der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Man benutze die Mittel des Dokumentarischen und suggeriere eine Echtheit, die es nicht gibt, so der 42-Jährige. „Erst im Abspann, gleichsam im Kleingedruckten, wird darauf hingewiesen, dass es sich um erfundene, gestellte Geschichten handelt“, kritisiert der Professor. … RTL meint dagegen zu seinen „Scripted Reality“-Formaten: „Wir wissen von unseren Zuschauern, dass sie am Nachmittag vor allem eines wollen: Unterhaltung. Genau das bekommen sie bei uns.“ …“ | https://www.hna.de/kultur/inszenierte-wirklichkeit-medienwissenschaftler-bernhard-poerksen-kritisiert-pseudo-doku-sendungen-1528030.html

Lutz Haucke (2007): “ … Es werden Wandlungen der Alltagsdarstellung zwischen den 60er und 80er Jahren diskutiert. …“ (Der inszenierte Alltag im DDR-TV – ein Zugang zur Alltagskultur der DDR?, MAZ/Materialien, Analysen, Zusammenhänge Bd. 20. Leipziger Universitätsverlag) | Aus: Kulturation 1/2007, Rezension über Henning Wrage (Hrsg.): Alltag. Zur Dramaturgie des Normalen im DDR-Fernsehen, http://www.kulturation.de/ki_1_rezi.php?id=52

Norbert Bayer (30. Oktober 2016): “ … Über das Café Espresso heißt es, es «war ein Planschbecken, in dem man sich mit Geistreicheleien und Bonmots bespritzte, sich reinwusch von der Ödnis des Offiziellen. Der vagabundierende Intellekt musste wach gehalten werden. Schon mittags gingen die Kognaks über den Tresen.» …“ | http://parole.norbertbayer.de/ddr-ostberlin-nachtleben-boheme-jutta-voigt-stierblutjahre-aufbau-verlag/

Matthias Penzel (27. Juli 2009) “ … Fallada. Von dem habe ich einmal einen Essay gelesen, abgedruckt in einem Programmheft zu einer Theateraufführung in Ost-Berlin, das Heft ranzig, weil es bei einem Dönerladen in Kreuzberg so lange zwischen zerblätterten Illustrierten, ADAC Motorwelt und Gala, gelegen hatte. Dieser Essay … über Moral und Verantwortung, Wahrheit und Ekel, war so, dass ich ihn sofort klauen wollte … weiterhin vibriert es zwischen den Zeilen und an den Rändern ungemein: Denn das ist natürlich nicht bloße Geschichte, nicht nur die Geschichte von einem, der sich eben einen Moment lang als „kleiner Schreiber“ der Verantwortung zu entziehen sucht, der dann narzisstisch wie jeder Künstler ist, politisch auch in politischem Desinteresse … eben ein Mensch mit seinen Macken. Gelegentlich, wenn einen der Wahn mancher Szene am Weiterlesen hindert, schaut man dann auf, denkt nach über das Jammern auf dem vermeintlich hohen Niveau, wie jämmerlich sich heute eigentlich Talentierte kompromittieren, wie sie den Bückling machen für weit weniger als das Retten ihres Lebens, sondern einfach nur für etwas mehr Geld; wie mancher Künstler oder Schreiber heute Wahrheit und Ehrlichkeit über Bord wirft, um dafür etwas vermeintliche Sicherheit und Ruhe von der Rentenkasse zu erhalten …“ | http://culturmag.de/rubriken/buecher/hans-fallada-in-meinem-fremden-land/690

“ … Philipp muss mit ansehen, wie Momo im Strichermilieu brutal zusammengeschlagen wird. Im Taxi bringt Philipp den schwer verletzten Bruder nach Hause. Als Eva-Maria in die Wohnung kommt und die Wahrheit über Momo erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen. … (Deutsche Erstausstrahlung: So 13.10.1996 Das Erste) …“ | http://www.fernsehserien.de/lindenstrasse/folgen/ekel-107892

ghost

// Bilder via

lemonhorse / 26 Januar 2017 / Fraktal.Text, Visual.Notes / 0 Comments

[El Libro #2… ]

[11. Januar 2017] … ZO: Mr. Gibson, warum gibt es noch Bücher? – William Gibson: Weil alle Alternativen nicht befriedigend sind. Ein physisches Objekt, das 300 unterschiedliche Screenshots darstellt, aber keine Elektrizität benötigt und für die Ewigkeit ist, wenn Sie es einigermaßen warm und trocken halten, ist eine verblüffende, hochmoderne Technologie. Mit der ersten elektromagnetischen Pulswaffe, die über Ihrer Stadt ausgelöst wird, werden alle anderen Informationen zerstört sein. Aber Ihr Buch ist noch da. // Quelle: http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2017-01/william-gibson-science-fiction-neuromancer-cyberspace-futurist/seite-4

lemonhorse / 13 Januar 2017 / Found.Stuff, Fraktal.Text / 0 Comments

[Zur Ontologie des nicht Seienden #14… ]

[fiktiver Kunde Chuck Finley]: — Martin Holland (03.01.2017): “ … Mitarbeiter einer Bibliothek im US-Bundesstaat Florida haben einen fiktiven Kunden erschaffen, um die Software zu überlisten, die entscheidet, welche Bücher nicht mehr vorrätig sein müssen. Wie der Orlando Sentinel berichtet, trugen die Bibliothekare einen „Chuck Finley“ ins System ein und ließen ihn in einem Zeitraum von neun Monaten 2361 Bücher ausleihen. Damit hätten die Mitarbeiter weder sich noch ihrer Bibliothek finanzielle Vorteile verschaffen, sondern lediglich verhindern wollen, das bestimmte Bücher entfernt und erfahrungsgemäß später neu gekauft werden müssten. …“ >> https://www.heise.de/newsticker/meldung/Software-ueberlistet-US-Bibliothekare-erfinden-Kunden-um-Buecher-zu-bewahren-3587185.html

Schily (03.01.2017): “ … Das Konzept ist mir schon aus den 1980ern bekannt – Damals wurden durch das Warenwirtschaftssystem der H.Berthold AG wertvolle Ersatzteile verschrottet, weil sie zu selten benötigt wurden.
Das hat einen riesigen Schaden angerichtet. Gelöst wurde es dadurch, daß weitsichtige Service-Techniker diese Teile gelegentlich orderten und nach ein paar Tagen als „doch nicht benötigt“ wieder zurücklieferten. Damit gab es bei diesen wertvollen Teilen „Bewegung“ und das Warenwirtschaftssystem hat sie verschont. …“

Jason Ruiter (30.12.2016):“ … Records show that dozens of books were checked out and then checked back in again all in the same hour. The fictional Chuck Finley was named after „a ballplayer,“ according to the inspector’s notes. Chuck Finley is a retired major-league baseball pitcher who played mostly for the California and Los Angeles Angels during a 17-year career. …“ >> http://www.orlandosentinel.com/news/lake/os-chuck-finley-lake-library-fake-reader-20161227-story.html

Cory Doctorow (02.01.2017): “ … Science fiction has grappled with this exact problem in the past: Connie Willis’s 20-year-old classic novella Bellwether features a patron (a social scientist who specializes in fads!) who goes to the library every week to check out titles that she knows to be out of vogue, but significant, to trick the library systems into retaining them. …“ >> https://boingboing.net/2017/01/02/automated-book-culling-softwar.html

“ … „Chuck Finley“ is an alias used by Commander Samuel „Sam“ Axe, USN (ret.), one of the fictional characters from the television series Burn Notice, played by Bruce Campbell. …“ >> https://en.wikipedia.org/wiki/Sam_Axe

SteampunkBanana: “ … Chuck Finley and an FBI agent have become very good friends due to his weekly checking out of 683 copies of Catcher in the Rye, so you can’t say it’s been all bad. …“

lemonhorse / 4 Januar 2017 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Ordnung, Herrschaft und Interessen #37… ]

„… Kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten – die nicht miteinander vereinbar sind, also eine Art von „Störgefühl“. …“ | http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz (21. August 2011)

// “ … Union und SPD stellten sich trotz des BGH-Beschlusses gegen eine Vernehmung Snowdens auf deutschem Boden, weil sie eine Belastung des Verhältnisses zu den USA fürchteten. …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-12/nsa-ausschuss-edward-snowden-bgh-beschwerde-koalition

Menschlichschwerokay #23 “ … Ein Verbrechen gegen die komplette Bevölkerung des Landes soll am besten gar nicht untersucht werden, weil man „angst vor Problemen mit den USA“ hat? …“

// Rückblende — Rudolf Hermann, Stockholm (7.2.2016): “ … Das Flugzeug sei in Kopenhagen gelandet, um Edward Snowden übernehmen zu können, falls er in Kopenhagen ankommen sollte, schrieb Pind in einer Notiz zuhanden des Rechtsausschusses des dänischen Parlaments. … Mit diesem Flugzeug waren laut der britischen Tech-Website The Register 2012 für das amerikanische Justizministerium islamistische Terrorverdächtige transportiert worden. … Noch Mitte der letzten Woche hatte der dänische Justizminister Pind erklärt, er habe nicht gewusst, worin der Zweck der Reise des amerikanischen Flugzeugs nach Kopenhagen bestanden habe. Am Freitag wurde dann aber klar, dass die Regierung damals im Bild war. … “ | http://www.nzz.ch/international/daenisches-eingestaendnis-zu-snowden-jagd-1.18691392

// Rückblende (2) — (03.07.2013): “ … Wien – Wegen des Gerüchts, der flüchtige US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden befinde sich an Bord seines Flugzeugs, ist Boliviens Präsident Evo Morales zu einer Zwischenlandung in Österreich gezwungen worden. Frankreich und Portugal hätten ihren Luftraum für die Präsidentenmaschine geschlossen, die daraufhin in Wien habe landen müssen, sagte der bolivianische Außenminister David Choquehuanca am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten in La Paz. Grund dafür seien vorab kursierende „Gerüchte“ gewesen, der IT-Spezialist befinde sich an Bord. … Venezuelas Regierung kritisierte Frankreich und Portugal. …“ | http://www.spiegel.de/politik/ausland/snowden-geruechte-boliviens-praesidentenmaschine-muss-in-wien-landen-a-909108.html

(Tages-Anzeiger, 30.11.2016): “ … Bislang war unbekannt, wie sehr die USA in Bern diplomatischen Druck ausübten, um zu verhindern, dass Snowden schweizerischen Schutz erhält. Botschafterin Suzi LeVine persönlich intervenierte in einem entscheidenden Moment. Am 19. September 2014 sprach die oberste amerikanische Vertreterin beim Bundesamt für Justiz vor. Danach wurden in Bern Überlegungen, den Whistleblower zu schützen, nicht weiterverfolgt. Auch Bestrebungen, Snowden als Zeugen in der Schweiz zu befragen, wurden aufgegeben. … Die US-Intervention wird bis zu diesem Artikel geheim bleiben. Kurz nach der Aussprache LeVines mit dem Bund hat aber die «NZZ am Sonntag» berichtet, dass der Sicherheitsausschuss mit Verteidigungsminister Ueli Maurer, Aussenminister Didier Burkhalter und Justizministerin Simonetta Sommaruga die Bundesanwaltschaft angewiesen habe, Ermittlungen zu unterlassen. In einem kürzlichen WOZ-Interview doppelt Snowden-Anwalt Bosonnet nach: «Zwei voneinander unabhängige Stellen» hätten ihm eine «geheime Empfehlung» des bundesrätlichen Gremiums bestätigt. Bundesratssprecher Simonazzi dementiert allerdings auf Tagesanzeiger-Anfrage, «dass der Bundesrat oder der Sicherheitsausschuss der Bundesanwaltschaft irgendeine Empfehlung gemacht hat». …“, Aus: „Schweizer Rückzieher im Fall Snowden“ von Thomas Knellwolf (Tages-Anzeiger, 30.11.2016) | Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweizer-rueckzieher-im-fall-snowden/story/28546514

Stefan Werner 30.11.2016: “ … Eines der wichtigsten Prinzipien eines Rechtsstaates ist, dass alle gleich behandelt werden. Gesetze gelten für alle, und Brüche des Gesetzes werden bei allen gleich untersucht und ggf. bestraft. Genau dieses Prinzip gilt in der Schweiz aber offenbar nicht, denn das Gesetz wird für US-Bürger und US-Institutionen ausser Kraft gesetzt. Somit ist die Schweiz kein Rechtsstaat. Ich denke, das sollte uns durchaus zu denken geben. Und die cholerischeren unter uns könnten sich darüber sogar aufregen. …“

Peter Meier-Schlittler (30.11.2016): “ … Betrachten wir die Angelegenheit „Snowden“ sachlich, so stellt man doch fest, dass er mit den Enthüllungen die unerhörten Überwachungspraktiken einer kleine Machtelite ans Tageslicht brachte und damit deren Sockel zum Wanken brachte. Andererseits öffnete er so den „Untertanen“ endlich die Augen für die Machenschaften hinter dem Vorhang der Machteliten. Nun wissen wir mit wem wir es zu tun haben. Sollte die Schweiz als neutrales und unabhängiges Land Snowden allenfalls kein Asyl gewähren, wäre das ein erneutes Zeichen für unsere armselige und heuchlerische politische Haltung. Und das Argument, Russland sei ein sicherer Drittstaat, ist nur peinlich, denn wieviel Tausend Asylanten, welche aus sicheren Drittstaaten einreisten, haben wir bis heute ohne Murren der Politik aufgenommen? …“

Peter Maier (30.11.2016): “ … Realpolitik vom Feinsten. …“

Ursula Helen (30.11.2016): “ … Danke für diese fundierte Aufklärung! …“

Werner Baltensperger (30.11.2016): “ … Wenn es so weitergeht werden wir wohl gezwungen sein, Verschwoerungstheoretiker ernster zu nehmen als die eigene Regierung …“

Dominique Becht (30.11.2016): “ … Wie war das noch mit den aufrechten, neutralen Schweizern, die dem Unrecht in jeglicher Form und Grösse Paroli bieten? Ein Mythos. …“

Arthur Tobler (30.11.2016): “ … Wie China und Russland ihre den Regimes nicht genehmen Dissidenten haben, haben sie die USA genau so. Es sind Snowden, Assange, Manning und andere, … Geht es [] um das System und das Militär, hört der Spass auf. Das ist amerikanisches Demokratieverständnis, pure Heuchelei. …“

Martin Baumgartner (30.11.2016): “ … Die Schweiz hat gegenüber den USA immer kooperativ verhalten. (Genau wie gegenüber der EU oder früher den Nazis) Wir können uns weiterhin im Krichen versuchen oder anfangen uns anderweitig zu Orientieren. …“

Urs Hess (30.11.2016): “ … Tja. Wenn wir Interessenpolitiker wählen, erhalten wir Interessenpolitik. Wir sind selber schuld an diesem Trauerspiel. …“

P. Weibel (30.11.2016): “ … meiner Meinung nach ist Snowdon ein ganz gewohnlicher Krimineller der sich nur wichtig machen will und von den Linken und Medien hochgejubelt wird. …“

Andreas Demeter (30.11.2016): “ … Hier geht es nicht um ein kleines dreckiges Geheimnis, sondern um den Millionenfachen Rechtsbruch in nahezu jedem erdenklichen Staat. … Die betroffenen (nahezu alle Erdbewohner mit Internetzugang) haben ein Anrecht das zu erfahren. …“

Peter Bänziger (30.11.2016): “ … Das Asylkonzept wird schon ziemlich pervertiert, wenn ein klassischer Asylant wie Snowden keiner sein darf. …“

tbc.

lemonhorse / 1 Dezember 2016 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zeit im Bild (1959) #13… ]

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“ … Im Sommer letzten Jahres lernte ich die Hölle kennen. Oder besser gesagt: das bundesdeutsche Fernsehen der 1950er und 1960er Jahre. … Unter diesen befinden sich … Veröffentlichungen des Pidax-Labels, der unter anderem eine große Sparte an BRD-TV-„Trash“ der 50er und 60er bedient. Der kulturhistorische Wert dieser Begegnungen konnte die cinematographischen Abgründe, die mir hier teils entgegenschlugen, bisher nicht ansatzweise aufrechnen: miserable Darsteller, lachhafte Dekors, hirnrissige Drehbücher sowie latent deutsch-tümmelnde Biederkeit in Kombination mit krampfhaft auf Exotik getrimmten Settings. Vielleicht veröffentlicht das Pidax-Label tatsächlich nur das schlechteste, was das bundesdeutsche Fernsehen an Filmen und Serien zu bieten hatte. Vielleicht ist die Auswahl auch repräsentativ. Gesetzt diesem Fall scheinen Ausnahmen die Regel zu bestätigen, und Franz Peter Wirths KONTO AUSGEGLICHEN ist eine solche Ausnahme. … KONTO AUSGEGLICHEN beruht auf James M. Cains Noir-Roman „The Embezzler“ aus dem Jahre 1944. … Der [] weniger berühmte „The Embezzler“ scheint jedoch tatsächlich nur von Franz Peter Wirth verfilmt worden zu sein (Hinweise auf Gegenteiliges sind herzlich willkommen).
In der biederen Bundesrepublik der ausgehenden Adenauer-Ära scheint ein Noir im TV auf den ersten Blick eine eher außergewöhnliche Erscheinung zu sein. … Die Aneignung des Stoffs geschieht so radikal, dass KONTO AUSGEGLICHEN stellenweise fast wie eine komplett hausgemachte Satire auf das Wirtschaftswunder wirkt: Wie blind vertrauen die Kleinsparer, die von der Hochkonjunktur so schön profitiert haben, dem höflichen Bankier, der Smalltalk so gut beherrscht und sie zugleich skrupellos abzieht. …“ | Quelle: „Wer was hat, ist was wert!“: Wirtschaftswunder goes noir“, (KONTO AUSGEGLICHEN – Bundesrepublik Deutschland 1959, Regie: Franz Peter Wirth) von David (Samstag, 8. Juni 2013) | https://whoknowspresents.blogspot.de/2013/06/wer-was-hat-ist-was-wert.html

lemonhorse / 16 Oktober 2016 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text / 0 Comments

[Wissensordnung und Sprachgebrauch (Immobilien-Sprech) #2… ]

// radikaleheiterkeit hat gesagt (8. Oktober 2016 um 16:42): “ … Wenn das Kind im Vorschulalter noch nicht weiß, was „Verpiss dich“ heißt, wird es wirklich höchste Zeit, umzuziehen. In irgendeine Gegend, die noch etwas mehr „urbanes Flair“ besitzt (Immobilien-Sprech für Nutten, Junkies und Pisse im Hausflur). Wedding, nördliches Schöneberg, Karshorst … “ | Found: https://kiezneurotiker.blogspot.de/2016/10/wenn-prenzlauer-berg-interveniert.html

// … die Einsicht, dass die Sprache die Realität nicht bloß abbildet, sondern mittels ihrer Kategorien und Unterscheidungen auch herstellt. Typischerweise ist mit dieser Perspektive auch eine Abkehr von einer objektivistischen Sicht auf die Gesellschaft verbunden… | http://de.wikipedia.org/wiki/Poststrukturalismus

lemonhorse / 10 Oktober 2016 / Fraktal.Text, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #59… ]

“ … Da [Anna] aber ganz andere Pläne verfolgt, klärt sie ihn über die Umstände auf: das Mädchen ist die Nichte des Postdirektors, sie ist lahm und leidet an Schwindsucht, sie hat nicht mehr viel Zeit. Und um ihrer Absicht Nachdruck zu verleihen, erklärt Anna: „Aber ich bin gesund!“. Die erwünschte Reaktion bleibt allerdings aus. Lahm, schwindsüchtig im Sterben liegend, ein Abbild morbider Romantik, wird das Mädchen fortan in ihrer Krankheit glorifiziert. Wie eine Heilige auf einem Altar ist „das Mädchen am Fenster“ ein Objekt der Kontemplation und Anbetung. … Ihre Eleganz, Zartheit, Sensibilität und Schönheit werden zu Elementen einer ästhetischen Hochsteigerung. Dass es dabei um Phantasie und Projektion geht, wird durch ihren späteren pathologischen Befund ebenso deutlich wie durch die Reaktion des Erzählers, der die ästhetische Inszenierung von Krankheit auf eine Inszenierung seiner Gefühle projiziert: ‚Ich schlief die ganze Nacht nicht, denn ich dachte an das sterbende Mädchen. Seitdem ich wußte, daß sie bald tot sein würde, fühlte ich mich sicher in meiner Macht über sie. Ich hielt sie fest, ich konnte ihre Hände greifen. Sie war in meinen Besitz übergegangen.‘ … es geht Roth bei seiner Darstellung der Frau nicht um „misogyn“, „männlich“ oder „weiblich“; es geht ihm nur um eine Kategorie: es geht ihm um „menschlich“. …“

Aus: „DIE DARSTELLUNG DER FRAU BEI JOSEPH ROTH“ Isabel Cristina Chaves Seia Russo dos Santos (2009) | Die vorliegende Untersuchung stellt sich die Aufgabe, die Darstellung der fiktiven Frau bei Joseph Roth herauszuarbeiten und gleichzeitig das herkömmliche Bild des Autors als misogynen Schriftsteller zu revidieren. Bisweilen werden die Frauenfiguren in Roths Werk fast ausnahmslos negativ gewertet, was dem Autor das Prädikat des Frauenverachters eingebracht hat. Diese Auffassung ist besonders suspekt wenn man bedenkt, dass zu Roths Frauendarstellung so gut wie keine Studien vorliegen. Dieses Manko nimmt sich die vorliegende Arbeit zur Aufgabe. Eine Untersuchung der Porträtisierung der Frau verspricht, neues Licht auf die Arbeit des Autors zu werfen und sein schriftstellerisches Anliegen in einer differenzierten Weise zu beleuchten. | http://uir.unisa.ac.za/bitstream/handle/10500/3307/thesis_dos_santos.pdf (Thesis, 273 Seiten)

lemonhorse / 7 Oktober 2016 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Kunst.Encoder / 0 Comments

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