[Spannungsverhältnisse (Brexit, Anzeichen)#5… ]

„Zeichen stehen stellvertretend für etwas, Anzeichen dagegen verweisen auf eine Ursache, sei es als Indiz, Erklärung oder als Symptom.“ | https://de.wiktionary.org/wiki/Anzeichen

Beim EU-Mitgliedschaftsreferendum 2016 stimmten 52 % der Wählerinnen und Wähler für einen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Rechtsgrundlage für diesen Austritt wäre Art. 50 des Vertrags über die Europäische Union. …(30. Juni 2016)
https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Austritt_des_Vereinigten_K%C3%B6nigreichs

(25.06.2016): ” … Die Geschichte der europäischen Integration ist bislang durch ein Geflecht konkurrierender Motive und Entwicklungstendenzen charakterisiert, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten jeweils richtungsgebend auf die Entwicklung der Gemeinschaft eingewirkt haben. Bezeichnend ist daher die Umsetzung des Möglichen und Machbaren in der jeweils gegebenen zeitgeschichtlichen Lage („Inkrementalismus“), nicht die geradlinige Verwirklichung einer genau umrissenen Planung. … Die verhängnisvollen Entstehungsmechanismen des Ersten Weltkriegs, das Massensterben in den Materialschlachten des Stellungskriegs und der Schwächezustand des Kontinents als Kriegsfolge haben in den 1920er Jahren erstmals breiter fundierte europäische Einigungsbewegungen hervorgebracht. … Das die Strukturen der Europäischen Union langzeitig bestimmende unübersichtliche Vertragskonglomerat ist auf diese Art und Weise von Kompromiss zu Kompromiss und von Erweiterung zu Erweiterung der Gemeinschaft komplexer geworden. Für die Union resultiert daraus [ ] ein Akzeptanzproblem bei den EU-Bürgern, denen „Brüssel“ immer undurchsichtiger erscheint …” | https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_europäischen_Integration | >> https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_europ%C3%A4ischen_Integration#Chronik_der_Europ.C3.A4ischen_Integration

Brexit
Bild via http://lowerclassmag.com/2016/06/besser-ohne-eu-zur-brexit-debatte/

Thomas Grüter (27. Juni 2016 ): ” … Die kürzeste und treffendste Analyse ist wohl der Kolumnistin und Schriftstellerin Laurie Penny im britischen New Statesman gelungen. Das Brexit-Votum, schreibt sie, sei ein Referendum gegen die moderne Welt gewesen. (This was never a referendum on the EU. It was a referendum on the modern world). Dem ist nichts hinzuzufügen. …” | http://www.scilogs.de/gedankenwerkstatt/die-haesslichen-folgen-des-brexit/

KRichard (27. Juni 2016):” … Kopfschütteln! Die Sichtweise von Laurie Penny – der Brexit sei ein Referendum gegen die moderne Welt gewesen – ist äußerst fragwürdig. Z.B. die Mittelbayerische Zeitung schreibt heute (Zitat von Seite 2): “Der heute 49 Jahre alte Cameron hat gemeinsam mit seinem Finanzminister George Osborne mit seiner strengen Sparpolitik bewusst vor allem die kleinen Leute getroffen. Über viele Jahre machte er die Armen in Großbritannien noch ärmer, nahm Leistungen aus dem Gesundheitssystem, schloß dazu noch Bibliotheken und Sozialdienste, um die von der Bankenkrise ausgelösten immensen Staatsschulden zu tilgen. Damit schuf Cameron den Boden, auf dem die Unzufriedenheit der Protestwähler wachsen konnte.” …
Dieser Kommentar beschreibt sehr gut, dass unzumutbare soziale Verhältnisse ein wichtiger Auslöser für Unzufriedenheit sind – die im UK geschickt von Populisten für ihre Zwecke missbraucht wurden. Wenn es die Politiker nicht für nötig finden, die sozialen Verhältnisse armer Menschen im Land zu verbessern, haben es politische Populisten sehr leicht, Anhänger zu mobilisieren.
Unzufriedenheit sucht sich ein Ventil – und die Unzufriedenen sind in der Mehrheit! Unzufriedenheit gibt es genug: Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern, Abschaffung des sozialen Wohnungsmarktes, schlecht bezahlte Jobs die kein vernünftiges Leben ermöglichen, zunehmende Altersarmut, … Die EU hat in den letzten Jahren den Fehler gemacht, dass man das Leben einfacher Menschen mit kleinlichen Vorschriften reguliert […]. Wenn aber Reiche z.B ein ganzen Land finanziell ausbluten lassen, weil sie ihre Steuer nicht bezahlen und Vermögen ins Ausland verschieben (Z.B: Griechenland) – dann hatte die EU keinerlei Interesse, aktiv zu werden. Mit diesem asozialem Verhalten wird die EU-Politik für immer mehr Menschen nicht mehr akzeptabel. …” | http://www.scilogs.de/gedankenwerkstatt/die-haesslichen-folgen-des-brexit/#comment-20311

DH (27. Juni 2016): ” … Was bitte ist modern daran , die EU umzufunktionieren in einen Selbstbedienungsladen für Privilegierte? Was ist modern daran , die Griechen schamlos an die Wand zu drücken und deren hausgemachte Schwäche auszunutzen? – Wenn ich demnächst einen kleinen Mob auf der Straße treffe, der gerade einen Obdachlosen zusammenschlägt, werde ich hingehen und den Leuten zu ihrer Modernität gratulieren, sie haben erkannt, wie man sich heutzutage zu verhalten hat , wenn man auf Schwäche trifft. …” | http://www.scilogs.de/gedankenwerkstatt/die-haesslichen-folgen-des-brexit/#comment-20320

Paul Stefan (27. Juni 2016): ” … Die sozialen Fehler, die in UK gemacht wurden, wurden allerdings von den britischen Regierungen gemacht, nicht von der EU. Und Griechenland darf seine Reichen auch stärker besteuern. Offenbar geht es nicht oder es fehlt der Wille, ich weiß es nicht. Es ist nur typisch für Politiker und EU-Bürger, für alles Schlechte “Brüssel” verantwortlich zu machen. Das rächt sich jetzt. …” | http://www.scilogs.de/gedankenwerkstatt/die-haesslichen-folgen-des-brexit/#comment-20317

atlánticoazul #65 (28. Juni 2016): “… Liebe Zeit, ihr habt heute alles richtig gemacht mit #WeLoveUKbecause. (twitter.com) Beispiele der letzten 10 Minuten: “#WeloveUKbecause has just made me cry! Made me feel proud to be British for the first time in a long while. Thank you to our German friends” “@CKarius_Bonn The hash tag is… #WeLoveUKBecause – it made me cry. Hate is so contagious.” “Our German friends are sending us some love via @zeitonline. Danke schon, liebe Freunde! #weloveUKbecause “ Noch nie habe ich auf Twitter von so vielen Tränen zu einem hashtag gelesen. …” | http://www.zeit.de/kultur/2016-06/brexit-jugend-protest-internet-polemik?cid=7448961#cid-7448961

Peter (28.6.2016): ” … Die Jugend “Der Unterschied ist durchaus signifikant und nicht nur eine bloße Spitzfindigkeit, denn eine höhere Wahlbeteiligung unter den Jungwählern hätte das Referendum anders ausgehen lassen können” Das ist richtig, aber wie informiert und interessiert wären diese jungen Nichtwähler, die sich nicht aufraffen konnten, an so einer bedeutenden Abstimmung teilzunehmen? Vielleicht hätte jemand aus dem Remain-Lager ihnen erklären sollen, dass es nicht die “likes” auf Facebook oder die Verlinkungen des hashtags “remain” sind, die gezählt werden. So viel zum Narrativ der “(senilen) Generation Rollator” und der aufgeschlossenen und gebildeten Jugend. …” | http://www.fachportal-hochbegabung.de/blog/die-intelligenz-hat-versagt-oder-warum-dummheit-allein-den-brexit-nicht-erklaeren-kann/#comment-95556

Robin Detje (28. Juni 2016): ” … Entpolitisierung ist wie eine Klospülung: Einmal auf die Taste drücken und in einem hypnotischen Wirbel verschwindet alles, was uns nervös macht. … Wenn wir keinen erkennbaren politischen Standpunkt mehr beziehen, wenn wir allen Konflikten ausweichen, wenn wir uns nur noch taktisch verhalten, wenn wir alle nur noch miteinander sprechen wie Kaufleute, die ja keinen Kunden vergraulen wollen, ist Democracy over. … Oben regiert der aus politischem Kalkül gesetzte unpolitische Ton, unten rast der leere unpolitische Wahn, bis er politisch wird. Beide spielen einander in die Hände. Im Brexit haben beide Seiten einander benutzt. Wir haben natürlich selbst Schuld. … Komisch, dass einem heutzutage kaum jemand empfiehlt, nachzudenken. Dass uns Jungen und uns Alten alle immer nur an die Gefühle wollen. Die immer unpolitisch sind. Immer wenn wir fühlen sollen, rauscht die Klospülung der Entpolitisierung. … Fühlen ist nicht Denken. Kapitalismus ist keine Staatsform. Infotainment ist kein Freund der offenen Gesellschaft. Und eine Jugendrevolte wird nicht in den Medien anfangen. …” | http://www.zeit.de/kultur/2016-06/brexit-jugend-protest-internet-polemik/komplettansicht

Inside-Man #62 (28.06.2016): ” … Stellen Sie sich vor, Mann kommt nach hause seine Frau sagt zu Ihn ich werde dich verlasen und Die Kinder kannst du auch behalten. Der Mann geht den nächsten Tag in seine Stammkneipe und erzähl seine Freunde ich habe meine Frau raus geschmissen und die Kinder hab ich auch behalten. So ist das Verhalten der EU im Moment, Hysterisch ist noch milde ausgedrückt. Statt in den Problemen der Menschen ein zu gehen und versuchen die zu lösen. …”

kahh #40 (28.06.2016): ” … Herr Detje kritisiert die Emotionalisierung der Politik – und reiht selbst nur Befindlichkeiten und “flash”artige Aussagen aneinander. Wo ist denn die fundierte, zusammenhängende Analyse, die man gemeinhin den Gefühlen entgegensetzen würde? Immerhin kommen als notdürftiger Ersatz ein paar Fragen, deren Beachtung als tiefgründig und konstruktiv-kritisch verstanden werden können. Ich habe den Eindruck, dass hier jemand gerade die Gefahren der öffentlichen Gefühlsduseligkeit erkannt hat, es aber selbst noch nicht geschafft hat, seinen stark gefühlsbasierten Formulierungsstil abzustellen. Dem allerletzten Absatz stimme ich jedenfalls zu. Wichtig ist (was Herr Detje indirekt ebenfalls so äußert), dass Gefühle nicht schlecht sind, sondern das Zusammenspiel mit der Vernunft benötigen. …”

Uwe Z #50 (28.06.2016): ” … Ich glaube, dass in Zeiten, in denen juvenile [‚jugendliche‘] Nasen sich permanent zur homo-ökonomischen Selbstoptimierung berufen fühlen, schlicht gar keine Zeit für eine Revolution bleibt. Wäre der junge Mensch nicht damit ausgelastet, der Feind der anderen jungen Menschen im Zirkus allumfassender Konkurrenz zu sein, dann wäre wohl alles möglich. So reicht die juvenil verbrachte Zeit echt nur zur individuell-selbstbestimmten, emotionalen Verkrüppelung der Art soziale “Shades of Grey”. Aber ein bisschen masochistische Unterwerfung fühlt sich ja wenigsten geil im durchfeuchteten Schritt an, wenn der Höhepunkt des Schmerzes einem jenes Hirn wegbläst, das eh nicht mehr weis, worüber es neben der Suche nach der geeigneten Methode zur Dauerstimulanz der neurobiologischen Belohnungszentren noch nachdenken könnte. … Albert Einstein – Why Socialism? – Monthly Review, 1949 [http://monthlyreview.org/2009/05/01/why-socialism/ (Monthly Review)] Unbegrenzte Konkurrenz führt zu einer riesigen Verschwendung von Arbeit und zur Lähmung des sozialen Bewusstseins von Individuen. […] Diese Lähmung der Einzelnen halte ich für das größte Übel des Kapitalismus. Unser ganzes Bildungssystem leidet darunter. Dem Studenten wird ein übertriebenes Konkurrenzstreben eingetrichtert, und er wird dazu ausgebildet, raffgierigen Erfolg als Vorbereitung für seine künftige Karriere anzusehen. [[ … Private capital tends to become concentrated in few hands, partly because of competition among the capitalists, and partly because technological development and the increasing division of labor encourage the formation of larger units of production at the expense of smaller ones. The result of these developments is an oligarchy of private capital the enormous power of which cannot be effectively checked even by a democratically organized political society. … ]] …”

Caproni #60 (2016) ” … Fühlen ist nicht denken. Stimmt, aber wie Oscar Wilde schon sehr richtig schrieb: “Die Empfindungen des Menschen werden rascher erregt als sein Verstand.” …”

hasepremium #57 ” … Zum Tode von H.D. Genscher ging der Film noch mal durch alle Medien: Deutsche Botschaft in Prag. “.. und Ich darf Ihnen heute mitteilen, das Ihre Ausreise…. Jubel, Jubel, Jubel. Tausende Ostdeutsche hatten sich entschlossen, einem System, das sie nicht wollten, den Rücken zu kehren. Das war historisch und es war gut. … Systeme dulden keine Querulanten, mögen keine Widerworte – Systeme wollen geliebt werden und fordern bedingungslose Gefolgschaft. So war das und so ist das. Aber vielleicht steht irgendwann ein stotternder Hr. Juncker vor dem EU-Parlament und verkündet: aber ich liebe Euch doch alle, ich liebe doch alle Europäer …!!! Wie werden die Märkte darauf reagieren? Wie der DAX? Wir werden sehen …”

Uwe Z #57.1 (2016): ” @ hasepremium … Der “Jubel der Ostdeutschen” in der Prager Botschaft ist ebenso verständlich, wie der Jubel der britischen Brexit-Befürworter bei der Bekanntgabe der Referendumsergebnisse. So jubeln überall auf der Welt halt all jene, die aus einer individuell empfundenen Hölle entfliehen können. Bei unseren ostdeutschen Mitmenschen wurde der Jubel ja dann recht schnell leiser, als die feststellten, dass der Sprung in eine neue Ideologie gar nicht lustig ist, wenn man als optimistisch Abgesprungener im vorgeblich “Guten” dann individuell in der auch dort vorhandenen Sch**sse landet. … Kaum hatten die sich selbst entwurzelt … schallte denen aus unserem gelobten Land Deutschland-West die Hiobsbotschaft entgegen: “Das Boot ist voll”. So ist das eben mit Ideologien … ”

(ZEIT ONLINE, AFP, sah, 29. Juni 2016): ” … Nach dem Brexit-Votum der Briten hat der US-Demokrat Bernie Sanders vor dem Unmut der Wähler über das globale Wirtschaftssystem gewarnt. … “Die Vorstellung, dass Donald Trump von denselben Kräften profitieren könnte, die den ‘Leave’-Befürwortern in Großbritannien eine Mehrheit verschafft haben, sollte in der Demokratischen Partei der Vereinigten Staaten die Alarmglocken schrillen lassen”, schreibt Sanders. Millionen amerikanischer Wähler seien wie die Brexit-Unterstützer verständlicherweise wütend und frustriert über die wirtschaftlichen Kräfte, die die Mittelklasse zerstörten.
Als Ursache für die Frustration identifiziert der Sozialist die wachsende Ungleichheit, die auf ein ungerechtes globales Wirtschaftssystem zurückzuführen sei. Dieses System arbeite nicht für die Mehrheit der Menschen, sondern nur für die Eliten, die es entwickelt hätten. “Die sehr Reichen leben in unfassbarem Luxus, während Milliarden Menschen Armut, Arbeitslosigkeit und eine unzureichende Versorgung ertragen müssen”, schreibt Sanders. “Das System ist gescheitert.”
Als Ausweg sieht Sanders einen “echten Wandel” in der Wirtschaft, der beispielsweise dazu führen müsse, dass Wirtschaftspolitik nicht mehr die Interessen der Börsen, sondern die der Arbeiter verfolge.
Die Antworten der Brexit-Befürworter und von Donald Trump hält Sanders dagegen für völlig falsch. “Wir brauchen keinen Wandel auf Grundlage von Demagogie, Bigotterie und Fremdenfeindlichkeit.” …” | Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-06/usa-bernie-sanders-brexit-aerger-donald-trump

MaryPoppinsky #3 (29.06.2016): ” … Thanks, Bernie!”

Horatio Caine #14 (29.06.2016): “… Eine Analyse die selbstverständlich von der Politik, großen Teilen der Wirtschaft und auch einigen Leitmedien nicht so gesehen wird und vor allem nicht so gesehen werden kann, da es das System für die Profiteure und deren Vasallen in Frage stellen würde. …”

Daniel Löw #15 (29.06.2016): ” … Und wen kümmert, was die Verlierer denken? …”

Guenni_1 #2.4S (29.06.2016) ” … Steuerparadise, massenhafte Wirtschaftssubventionen, sowie die Rettung der Banken und Versicherungen, sind auch untrügliche Anzeichen dafür, dass wir eine falsche Richtung eingeschlagen haben. Dazu kommt dann noch die Automatisierung und die Digitalisierung und schon sind noch mehr Arbeitsplätze nicht mehr vorhanden und noch mehr Leute, werden trotz modernster und produktivster Technik, vom Wohlstand abgeschnitten. Aber, wenn ich eine Portion Sarkasmus beifüge … die Leute sind alle selbst schuld, sie hätten ja auch stinkreich geborene werden können, denn zumindest bei denen geht es noch aufwärts. …”

insLot #5 (29.06.2016): ” … Sanders und Trump haben zumindest eine Gemeinsamkeit. Beide sind ein Ventil für mit der gegenwärtigen Entwicklung unzufriedene Bevölkerungsschichten. …”

Kakophonie #26.1 (29.06.2016) ” … Was lernt der Juncker daraus? Bei CETA ja nicht die Parlamente fragen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/jean-claude-juncker-will-ceta-an-nationalen-parlamenten-vorbeischleusen-a-1100444.html [Ausgerechnet auf dem Brexit-Gipfel erklärt EU-Kommissionschef Juncker, das umstrittene Handelsabkommen Ceta an den nationalen Parlamenten vorbeischleusen zu wollen. (29.06.2016)] …”

(30.06.2016): ” … Es reden zwar alle von Europa, aber was sie meinen, ist jeweils etwas ganz anderes. … Der Grüne Jürgen Trittin beschwört, Europa sei „der bessere Weg, um den globalen Herausforderungen“ zu begegnen. … [Aber] was den Menschen an Europa in Gestalt der EU, … missbehagt, darauf deutet an diesem Mittwoch ein Gerichtsurteil aus Luxemburg hin. Vor dem Kadi standen ein Journalist und zwei Informanten, welche die „Lux Leaks“-Affäre ausgelöst hatten, durch Dokumente der Wirtschaftsberatungsfirma PWC, die en detail darlegten, dank welcher Tricks und Deals mit internationalen Konzernen Luxemburg zum europäischen Steuerschlupfloch par excellence werden konnte. Jean-Claude Juncker, der Premierminister des Großherzogtums war, wusch seine Hände seinerzeit in Unschuld, so wie er es als Chef der EU-Kommission mit Blick auf die Abstimmung in Großbritannien jetzt abermals tut. Er wirkt dabei auch noch seltsam gut gelaunt, nach dem Motto: Mir kann keiner. Wenn eine solche Haltung für Europa steht, wenn sie europäische Politik kennzeichnet, darf sich niemand wundern, dass die Wähler das nur noch zum Weglaufen finden. …” | http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-maischberger-europa-ist-wenn-juncker-lacht-14316179-p2.html? | >> http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/dass-die-lux-leaks-enthueller-vor-gericht-gelandet-sind-ist-ein-skandal-14315588.html | >> https://de.wikipedia.org/wiki/Luxemburg-Leaks

Johannes Richardt “Der Demokratieschock” (29.06.2016): ” … Die Brexit-Befürworter seien zu dumm, zu alt, zu weiß, zu männlich, zu proletarisch, nicht urban, fremdenfeindlich, schlecht gebildet, sozial frustriert, ökonomisch abgehängt, lebten in der Vergangenheit. Loser eben, die den Rechtspopulisten auf den Leim gegangen sind und die man als moderner kosmopolitischer Europäer eigentlich nicht ernst nehmen muss – und mit denen man vor allem auch nichts zu tun haben will. Das Kommentariat war sich schnell einig, in welche Schublade man die angeblich so homogene Masse der Brexit-Befürworter zu stecken habe. Wie immer verraten solcherlei Vorurteile mehr über diejenigen, die sie mit sich herumtragen, als über die Realität. Diese ist facettenreicher. … Klar, nahezu alle Ukip-Wähler und eine deutlich Mehrheit der Tory-Wähler haben für den Brexit gestimmt. Aber eben auch 37 Prozent der Labour-Wähler, 30 Prozent der Liberalen, jeder Vierte Grünenwähler und sogar 36 Prozent der Wähler der Scottish National Party (Lord Ashcroft poll). Das überrascht nur auf den ersten Blick. Zwar hatte die „Leave“-Kampagne eine Übermacht der meisten Medienhäuser, von Vertretern multinationaler Konzerne und Banken, der NGO- und Stiftungsszene und nicht zuletzt der großen Mehrheit der etablierten Politik gegen sich. Dennoch wurde die Brexit-Kampagne nicht nur von Populisten wie Farage oder Opportunisten wie Johnson getragen, sondern von einem deutlich breiteren gesellschaftlichen Bündnis, das von linken Gewerkschaftsaktivisten über liberale Professoren bis hin zu Bürgerrechtlern reichte, also alle möglichen Menschen umfasste. Man sieht es auch beim Blick auf die Wahlkreisergebnisse.
Während die weiße Working-Class im nordirischen Industriezentrum Belfast oder im schottischen Glasgow für „Remain“ gestimmt haben (u.a. weil sie in der Tendenz entweder schottischen Separatisten oder irischen Nationalisten zuneigen), haben die Wähler im reichen Südosten und Südwesten mehrheitlich für den Brexit gestimmt. Selbst im Europa zugewandten London haben 40 Prozent für „Leave“ gestimmt.
Die Brexit-Befürworter sind zu gleichen Teilen Männer und Frauen. Die große Mehrheit der älteren Abstimmungsteilnehmer hat für „Leave“ gestimmt, die große Mehrheit der jüngeren für „Remain“. Viele Kommentatoren nahmen dies zum Anlass, der „Generation Rollator“ vorzuwerfen, sie hätte den Jungen aus irrationalen und egoistischen Motiven die Zukunft gestohlen. Kaum kritisch hinterfragt wurde die extrem niedrige Wahlbeteiligung bei den 18-24-jährigen – mit nur ca. einem Drittel so niedrig, wie in keiner Altersgruppe. Zum Vergleich: 80 Prozent der über 65-jährigen haben sich zur Verantwortung bekannt, über die Zukunft ihres Landes mitzubestimmen. …
Der technokratische und bürgerferne EU-Apparat hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Instrument der Spaltung zwischen den Völkern und innerhalb der Gesellschaften entwickelt. Selbst große Befürworter der EU geben zu, dass die Entscheidungsprozesse auf europäischer Ebene keinen Bezug zu den Wählern in den Mitgliedsländern haben. Entscheidungen werden in Hinterzimmern ausgeklüngelt, statt in der Öffentlichkeit zur Debatte gestellt zu werden. Gerade auf europäischer Ebene wurde dieser Politikstil im Laufe der letzten Jahre perfektioniert: Macht ohne Kontrolle, Verantwortung ohne Rechenschaftspflicht, Entscheidungen ohne Souverän. …
Es ist eine traurige Ironie der Brexit-Debatte, dass gerade viele linke und liberale Kommentatoren in den Medien und vor allem in den Sozialen Medien, denen die Missstände in der EU nicht selten sehr bewusst sind, bei ihrer Geringschätzung jener angeblich so unaufgeklärten Massen, die den Brexit ermöglich hätten, plötzlich so einig sind. Frappierend ähnlich sind die Vorurteile von Linken und Liberalen, die doch sonst kaum eine Gelegenheit auslassen, sich gegenseitig schlechte Absichten zu unterstellen und sich wahlweise als „Sozialisten“ oder „Neoliberale“ zu diskreditieren.
Der Dissens scheint hier vor allem in der Frage zu liegen, welche „aufgeklärte“ Clique möglichst unbehelligt von den Zumutungen des dummen Volkes das Sagen haben soll. Nur: Was sollen das für „Eliten“ sein, die für sich in Anspruch nehmen, es besser zu wissen, aber gleichzeitig einer argumentativen Auseinandersetzung mit denjenigen, über die sie bestimmen wollen, aus dem Weg gehen, wo sie nur können? …
Sollte der im Brexit-Votum ausgedrückte Wille des britischen Volkes nicht umgesetzt werden, würde dies einen weiteren schweren Rückschlag für die Demokratie auf dem Kontinent bedeuten. Es wäre eine erneute Botschaft an die einfachen Menschen, dass sie sich aus der Politik gefälligst herauszuhalten haben, weil sie zu blöd, fremdenfeindlich oder affektgetrieben oder was auch immer sind. Nachdem die Brexit-Abstimmung entschieden ist, beginnt nun die viel wichtigere Schlacht um die Demokratie. Jeder Demokrat – unabhängig von seiner Meinung zum Brexit – sollte hier klar Stellung beziehen. …”
Quelle: https://www.novo-argumente.com/artikel/der_demokratieschock

“Britain’s strange white-on-white bigotry” by Joey deVilla on June 29, 2016
If I told you that the largest immigrant group in the UK were the targets of the wrath of triumphant British nationalists in the days after Brexit, you wouldn’t be surprised. …
http://www.joeydevilla.com/2016/06/29/britains-strange-white-on-white-bigotry/

Andrew Molyneux June 29, 2016 at 8:02 pm: ” … On behalf of my fellow Brits, I’d like to apologise for the unseemly and undignified events of recent days. I assure you that normal service will be resumed once we’ve had a nice cup of tea and a lie down, and launched those xenophobic twatbadgers into the sun. …”

Joey deVilla June 29, 2016 at 9:49 pm: ” …It’s not all that different here in the U.S. — every place has its bigots — it’s just that white-on-white bigotry is a little unusual for us. …”

lemonhorse / 29 June 2016 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Mythen meiner Kindheit #1… ]

” … Duisburg-Ruhrort, 28. Juni 1981: Wir sehen Kriminalhauptkommissar Horst Schimanski, gespielt von Götz George … „Diese Sendung war eine infame Beleidigung für jeden anständigen und korrekten Beamten, der seinen aufopferungsvollen Dienst für die Bevölkerung verrichtet“, stimmte die Nürnberger Zeitung aus der Distanz zu, und die Passauer Neue Presse meinte: „Dieser Tatort mixt Gassenjargon, handfeste Schlägereien, Spelunkenmilieu und schreckliche verbale Entgleisungen mit Rauschgift, Eifersucht und Waffenschmuggel zu einem dicken Brei und garniert ihn mit einer Lösung, die an Schwachsinn nicht zu überbieten ist.“ Nur die tageszeitung (taz) war begeistert: „Solche Bullen braucht das Land!“ …” | http://horstschimanski.info/legende.html


Götz George 1981 bei den Dreharbeiten zum WDR-Tatort «Duisburg-Ruhrort». Foto: Martin Athenstädt // “Tatort-Kommissar “Schimanski” Der Schauspieler Götz George ist gestorben” // via http://www.ruhrnachrichten.de/leben-und-erleben/unterhaltung/kino_film/aktuelles/Tatort-Kommissar-Schimanski-Der-Schauspieler-Goetz-George-ist-gestorben;art599,3051149 (26.06.2016)

Nachtrag #1

Matthias Dell (27. Juni 2016): ” … ein muskelbepackter Männerkörper unter eng anliegendem T-Shirt, der sich, hoch oben über dem von der Stahlproduktion tatsächlich noch erröteten Horizont der Arbeiterstadt, zwischen nicht gemachtem Abwasch und leeren Bierflaschen rohe Eier zum Frühstück reinpfeift. Schimanski war eine Sensation, ein Ordnungshüter mit Schnauzer und Parka, der “Scheiße” sagt … Die Größe der Figur zeigt sich daran, … was heute zur Standard-Ausstattung jeder Tatort-Kommissarin gehört (die privaten Macken)… Groß war der “Schmuddelkommissar” auch deshalb, weil er so vielen Widersprüchen Raum bot. Rechts freute man sich über den hart durchgreifenden Macker, links über das kleinbürgerliche Gerechtigkeitsgefühl gegenüber den Eliten, grün waren gesellschaftlich relevante Themen wie Umweltverschmutzung (Kielwasser), sozialdemokratisch die Sympathie für die streikenden Stahlarbeiter (Der Pott). … Bemerkenswert an Schimanski – und charakteristisch für Georges Rollen – ist nicht zuletzt, dass der Outlaw dennoch innerhalb der Institution entworfen wird. … In seinen Widersprüchlichkeiten war er etwas ganz Besonderes im (west)deutschen Nachkriegsfilm. …” | http://www.zeit.de/kultur/film/2016-06/goetz-george-nachruf

lemonhorse / 27 June 2016 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Melancholie und Technologie #1… ]

” … Zombie-Medien sind Medien, die tot gesagt sind und aus den Rastern der Verwertungsmechanismen der Medienindustrie gefallen sind. Dazu gehören Super 8-Film, frühe Video- und Computerspiele sowie alte Videoformate wie Betamax oder Video 2000. […] Zombie-Medien sind Teil der Low Tech- und Trash-Bewegung, der Melancholie und Technologie verbindet. …” | “Zombie-Medien-Wochenende” (Von Wand 5 Zu Gast Im Depot am 04. November 2005), Quelle: http://www.betacity.de/mailingliste/383.html

Alexander Krex (22. Juni 2016): ” Wenn etwa Michel Gondry, einer seiner Lieblingsregisseure, in Be Kind Rewind einfach darüber hinweg geht, dass man die Löschlasche überkleben muss, bevor man eine VHS-Kassette aus der Videothek überspielen kann, dann ist das nicht okay. … Klar, so eine Löschlasche ist nur ein Detail, ein winziges sogar, vielleicht eineinhalb Sekunden Film. Aber Karsten Rodemann kann nicht verstehen, warum es fehlt. Es geht einfach nicht in seinen Kopf. …” | Aus: “Videotheken: Stirb langsam!”, Quelle: http://www.zeit.de/kultur/film/2016-06/video-videothek-videodrom-filme-ausleihen-netflix

Waldgrün #21 (22.06.2016): ” … wegen solcher leute und dem damit verwobenen film angebot habe ich videotheken immer geliebt, zeitweise hatte ich stets ausweise von 5 verschiedenen in der brieftasche. ich konnte ne stunde lang durch die regale streifen ohne mich zu langweilen. … irgendwie scheinen videotheken logisches opfer der digitalen evolution [zu sein]. …” http://www.zeit.de/kultur/film/2016-06/video-videothek-videodrom-filme-ausleihen-netflix?cid=7320760#cid-7320760

Suebe333 #22 (22.06.2016): ” … Videotheken sind ein Relikt aus der Vergangenheit. Sehr schade eigentlich, denn man verknüpft doch unheimlich viele Erinnerungen damit. Als 1981 in unserem Viertel die erste Videothek eröffnete war das etwas spektakuläres. Da gab es die erste Zeit fast mehr Super 8 Filme als Videokassetten. Kein Wunder, nur die wenigsten Familien konnten sich anfangs ein Video-Abspielgerät leisten. Und wenn, dann war die Frage was am besten war. Betamax, Video 2000 oder VHS ?. Leider hat sich das qualitativ Schlechteste, aber günstig zu produzierende VHS Format durchgesetzt. Die Eltern eines Klassenkameraden aus der Schule hatten die Hardware dafür. 8-10 DM pro Film und Tag war richtig teuer. Also legten wir Kumpels immer zusammen und verbrachten viele tolle Stunden in Videotheken und vor der Kiste. Für die “Ab 18″ Filme war mein Cousin zuständig. In die Videothek in unserer Innenstadt verirrt sich heute kaum jemand mehr. Ein Wunder dass die sich noch hält. … Warum berichtet ZON nicht mal über die älteste Videothek der Welt? Die steht in Kassel und wurde 1975, 2 Jahre vor einer in den USA, eröffnet! E. Baum steht noch heute tapfer hinter seiner Theke in einem Laden wie aus einer anderen Zeit! Man kann dort noch immer Filme leihen. Auch wenn der Video-Film-Shop in der Erzbergerstr. 12 inzw. vor allem ein Treff für Filmnerds ist. Ich gehe da noch immer gerne hin. Auch weil ich dort Filme finde, die auch auf DVD kaum zu bekommen sind …” | http://www.zeit.de/kultur/film/2016-06/video-videothek-videodrom-filme-ausleihen-netflix?cid=7321041#cid-7321041

daselk27 #23 (22.06.2016): ” … Lang lebe das Videodrom! Hort und Bewahrer des Filmwissens, Kleinod und Kuriositätenkabinett, Refugium und Inspiration. Mit einem Wort: unersetzbar. …” | http://www.zeit.de/kultur/film/2016-06/video-videothek-videodrom-filme-ausleihen-netflix?cid=7321503#cid-7321503

lemonhorse / 22 June 2016 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Memento mori #3… ]

The Isle of the Dead, Symphonic poem Op. 29 (Rachmaninov)
Royal Stockholm Philharmonic Orchestra
Sir Andrew Davis, conductor (1998)
Painting: “Isle of the Dead”, Arnold Böcklin

// “… Isle of the Dead, Op. 29, is a symphonic poem composed by Sergei Rachmaninoff, written in the key of A minor. He concluded the composition while staying in Dresden in 1908. It is considered a classic example of Russian late-Romanticism of the beginning of the 20th century. The piece was inspired by a black and white reproduction of Arnold Böcklin’s painting, Isle of the Dead, which Rachmaninoff saw in Paris in 1907. Rachmaninoff was disappointed by the original painting when he later saw it, saying, “If I had seen first the original, I, probably, would have not written my Isle of the Dead. I like it in black and white.” …” | https://en.wikipedia.org/wiki/Isle_of_the_Dead_%28Rachmaninoff%29 (30 April 2016) // ” … Böcklin … verlor acht seiner vierzehn Kinder … ” https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Wassiljewitsch_Rachmaninow // https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Toteninsel

lemonhorse / 18 June 2016 / Akustische.Wellen, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #57… ]


Dangerous Liaisons (1988)

// #1: ” … Der Roman Les Liaisons Dangereuses – die Vorlage zum Drehbuch des Films Gefährliche Liebschaften – erfuhr vor über 200 Jahren schon eine außergewöhnlich hohe Auflage, erregte aber auch einen gesellschaftlichen Skandal. Der Film wurde 1989 von Kritikern und Gremien hoch gelobt und war ein großer Publikumserfolg. Erlebnisbeschreibungen und Tiefeninterviews unmittelbar nach dem Kinoerlebnis zeigen jedoch, dass der Film bei aller Faszination auch heute noch Reaktionen der Entrüstung und Verwirrung beim Zuschauer auslöst. … Die grausame Trennung Valmonts von Madame deTourvel, bei der er gegen ihre Fragen und Einwände stereotyp an der Formulierung festhält “Dagegen bin ich machtlos!” (In der Originalfassung: “It’s beyond my control!”), der heftige Streit zwischen ihm und der Marquise, der in eine offene ‘Kriegserklärung’ mündet, das Duell mit Danceny, der Tod Valmonts und Tourvels, schließlich der Anfall von Wahnsinn der großen Intrigantin – alles dies geht jetzt in bedrängender Weise nahe. In einem hektischen Rhythmus schwingt das Filmerleben zwischen impulsiven Versuchen, auf das rasende Geschehen Einfluß zu nehmen einerseits und steuerlosem Mitgerissen-Werden andererseits, hin und her. Nichts ist erhalten geblieben von der anfangs so souveränen Annäherung an das erregende Feuer, die Gefahren der Liebschaften. Es ist, als habe nun endgültig ein sich selbst steuerndes Getriebe die Führung übernommen, das unausweichlich auf ein zerstörerisches Ende zutreibt. … Tiefgehende Verstrickungen haben die anfängliche scheinbar unberührbare Selbstbestimmung abgelöst. Die Zuschauer sind meist tief betroffen. Viele glauben, sich nach dem Abspann nicht erheben zu können. Sie bleiben sitzen, um das Aufgewühlt-Sein abklingen zu lassen. Andere reagieren empört, sie werten den Film im Ganzen ab oder schimpfen auf die skrupellosen Verführer. … In dem Gefühl, verführt worden zu sein, und der Empörung darüber verbergen sie sich, daß sie es selbst waren, die sich in diese Situation gebracht haben. Sie sind den Versprechungen des souveränen Abenteuers gefolgt, sie haben die Führung dabei abgegeben, sie haben gerufen ‘Mach schneller!’. Der Ärger, der so häufig nach dem Film zu beobachten ist, soll das eigene aktive Verwickelt-Sein inden Gang der Ereignisse übertönen, das von allem Anfang an gegeben ist. …” | Aus: “”Gefährliche Liebschaften” Eine filmpsychologische Untersuchung” Dirk Blothner (Zwischenschritte1, 1991), http://blothner.de/filmwirkungsanalyse/filmanalysen/gefaehrliche-liebschaften/
http://www.filmwirkungsanalyse.de/pdfs/blothner_gefaehrliche_liebschaften.pdf

// #2: ” … Liebe ist dumm. Ein Produkt überhitzter Phantasie. Die Opfer, so lehrt der Film, überreden sich gern, daß sie von Leidenschaft beherrscht seien, und aus Eitelkeit und Denkfaulheit nennen sie ihre Sinnestäuschungen Empfindungen … Valmont und die Merteuil … wissen, daß die Wirklichkeit nie auf der Höhe der Phantasie ist, die Ekstasen des Geistes erotischer sind als die der Sinne. Sie zittern vor Begierde nach dem Zusammenhang. Das Fleisch hat keinen Geist. … Vulgärer gähnt der Diener als der Vicomte, und in seine Gerissenheit mischt sich Unterwürfigkeit. Wenn Malkovich der Klosterschülerin mit der Grazie eines Menuetttänzers einen Brief überreicht, fällt sein Blick auf das Rechteck des Rasens. Wenn das Mädchen nach der Nacht ihrer Defloration dem Verführer beim Essen begegnet, wird gespickter Rehrücken serviert. Die Bilder wissen immer schon mehr. Ihre Schönheit ist ihre Kälte. … Wer möchte beweisen, daß Empfindung wahrer sei als Reflexion? Ach, nicht erst das 20. Jahrhundert verharmloste den Sex zum Sentiment. Die Marquise hat sich nie blenden lassen von der Macht des Irrationalen. …” | Aus: “Geometrie der Verführung” Annette Meyhöfer (10.04.1989), http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13494078.html

// #3: ” …[Häufig … ] benutzen die Libertins eine Art Militärjargon, in der die Liebe zum Belagerungszustand wird und unablässig von guerre (»Krieg«), empire (»Hoheit/Macht«), von perdre (»verlieren bzw. ins Unglück stürzen«) und vaincre (»besiegen«), von bataille (»Schlacht«) die Rede ist. Ebenso werden alte Motive verwandt, wie das Bild von »maître et esclave« (»Herr und Sklave«) oder die Metapher der Liebe als Kette, die eklatante Dominanzverhältnisse und Gefangenschaft evozieren (vgl. auch BUTOR 1964, STACKELBERG 1980). … Liebe und Sexualität werden immer wieder als Krankheit thematisiert: So verdreht die Marquise de Merteuil den klassischen Topos der krankmachenden Liebe, die höchstens durch sexuelle Erlebnisse geheilt werden könne, in die Auffassung, dass Wissenschaft und Liebe als Hilfsmittel zu sexueller Erfüllung zu dienen haben. In den Briefen der Mme de Rosemonde erscheint der Topos in seiner ursprünglichen Form: In den Augen der Greisin ist der Erreger der Liebeskrankheit der Présidente eine »passion malheureuse« (»bedauerliche Leidenschaft«). Ihren Zustand interpretiert sie als den einer Schwerkranken. Das autonome Liebesgefühl kann nur durch das Verblühen der Liebe (»sa belle mort«) oder durch die Aussichtlosigkeit seiner Erfüllung besiegt werden (LD, CXXVI, 296). …” | Aus: “Weibliche Subjektivität in Laclos’ ‘Liaisons dangereuses’ – Das Zusammenspiel von Anthropologie und Gesellschaftsstruktur beim Scheitern der weiblichen Figuren” Anne Brüske (2006), https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/files/996/band1_brueske.pdf

// Impuls & Bild via https://welteninwelten.blogspot.de/2016/06/love-sweet-love-47-madame-de-tourvel.html

lemonhorse / 15 June 2016 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zur Wahrnehmungsblase (Realitätstunnel) #5… ]

Renaissance der Aufklärung #4 (07.06.2016): ” … Hervorheben möchte ich seine [Jan Philipp Reemtsma (7. Juni 2016) >> http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/03/jan-philipp-reemtsma-gewalt-menschen-grenzen-waffen-krieg] nüchterne, aber erschreckend treffende Bemerkung zur Bedeutung vom “Ich” in Extremsituationen: “Die Vorstellung vom Ich kann nicht stabil bleiben, wenn die Wirklichkeit anzeigt, dass es darauf gar nicht ankommt.” Vielen Dank für das bemerkenswerte Interview. …”| http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/03/jan-philipp-reemtsma-gewalt-menschen-grenzen-waffen-krieg?cid=6956686#cid-6956686

T1 #4.1 (07.06.2016): ” … Es kommt nicht auf das Ich an oder auf die Selbstwahrnehmung? Was bedeutet diese Aussage für Sie? …”

Krombacher #4.2 (07.06.2016): ” … Es bedeutet, dass das Ich gar nicht so wichtig ist, wie wir denken, und die Realität keine Rücksicht auf einen nimmt. Das überrascht einen manchmal, weil man sich intuitiv selbst für das Wichtigste auf der Welt hält. …”

Nachtigaller #4.3: ” … Ich verstehe das mit der Vorstellung vom stabilen Ich und der Wirklichkeit auch nicht (kann es eine Vorstellung vom Ich unabhängig von der Wirklichkeit geben?) …”

abifiz #4.4 ” … @T1 @Nachtigaller … Es geht um eine Abfolge von Ereignissen, bzw. Auswirkungen. Wir setzen zunächst jemanden voraus, dem es bisher gelungen ist, ein sehr stabiles (höchst resilientes) Ich “aufzubauen”. Jetzt setzen wir diesen Jemanden einer immanent ausweglosen, durchdauernd “entwirklichende” Situation aus. In diesem Gedanken-Experiment kommt tendenziell jede menschliche Resilienz [psychische Widerstandsfähigkeit] irgendwann an ihr Limit. …”

lemonhorse / 8 June 2016 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #56… ]

Walter Schubart “Religionen und Eros” Kap. VI, Entartungsformen, (1941): ” … Der geschlechtliche und der religiöse Enthusiasmus haben von Anfang an die Richtung auf die Anomalie, was schon Platon einsah; er nannte die Verliebtheit eine Art Wahnsinn … Die mildeste Form dieses Warnsinns ist in der Erotik die Eifersucht. Ihr entspricht in der Religion der Glaubenseifer. Eifersucht und Glaubenseifer sind Zerrbilder des Enthusiastischen. Sie sind pathologische Formen der erotischen und religiösen Ausschließlichkeit. Der eifersüchtige kämpft gegen alle, die ihm die Geliebte abwendig oder streitig zu machen drohen. Der Eiferer befehdet alle, die seinen Gott mißachten. In der Welt der Geliebten soll es nur einen Liebenden geben – fordert der Eifersüchtige. In der Welt soll es nur einen Gott geben – fordert der religiöse Eiferer. … Der Drang zur Ausschließlichkeit kann so mächtig anschwellen, daß er zum Verbrechen treibt. In der Erotik zur Tötung aus Eifersucht, in der Religion zum Heiligen Krieg, zum Massenmord im Namen Gottes. Eifersucht und Glaubenseifer enthalten immer und mit Notwendigkeit den Keim zur grausamen Handlung. Hier stoßen wir auf die erste Form jener Grausamkeit, die im Wesen der Religion und Erotik selbst begründet ist. Stärker als das Weib neigt der Mann dazu, den Drang nach Ausschließlichkeit, der sich in unzugänglicher Seelentiefe mit dem Machtwillen berührt oder berühren kann, zur Grausamen Kraftentfaltung zu steigern. Deshalb sind Eifersucht und Glaubenseifer besondere Gefahren der männlichen Seele. In den klassischen Dichtungen der Eifersucht – in Shakespeares Othello, Leo Tolstois Kreutzersonate und Arzibaschews Drama Revnost – sind es immer Männer, die aus Eifersucht freveln, und die großen blutbefleckten Fanatiker der Religionsgeschichte vom Schlage der Inquisitoren sind durchweg Männer gewesen. …”

” … Michael Heymel hat sich auf eine faszinierende Spurensuche begeben. Es geht um den deutschen Rechtsanwalt und Kulturphilosophen Walter Schubart, der nach seiner Emigration im Jahre 1933 zusammen mit seiner jüdischen Frau aus dem nationalsozialistischen Deutschland in Lettland eine reiche, international beachtete literarische Tätigkeit entfaltete. 1941 wurde das Ehepaar Schubart von der sowjetischen Geheimpolizei verhaftet und nach Kasachstan deportiert [Sein Werk “Religion und Eros” hat der Münchner Psychologe Prof. Friedrich Seifert im Jahre 1941 herausgegeben] . In dortigen Lagern verlieren sich ihre Spuren. In sorgfältiger Recherche und detektivischer Kleinarbeit rückt Heymel einiges zurecht, was sich an Legenden um die Eheleute, zumal um Schubarts Ehefrau Vera, gebildet hatte, und öffnet so den Blick für das überlieferte, teils vergessene, teils auch heutige Zeitgenossen (bis hin nach Japan) inspirierende Werk des Kulturphilosophen. […] Wie Schubart in das geistige Klima der 20er Jahre und seiner verbreiteten ‚Russophilie’ seinem Nietzsche entlehnten prophetischen Gestus und Oswald Spenglers abendländischen Untergangsvisionen gehört, wird von Heymel ausführlich nachgezeichnet. Aber in solcher Nachzeichnung zeigt sich zugleich die unverwechselbare Eigenart Schubarts, der sich dem Nihilismus der Epoche, gipfelnd in der Totalität der Macht, widersetzt, ein einsamer, sprachmächtiger Kämpfer zwischen den Fronten, auf verlorenem Posten, da und dort wahrgenommen als Repräsentant eines ‚anderen Deutschlands’. …” (Kristlieb Adloff, Erschienen in: Hessisches Pfarrblatt 4/2015,107-108) | Quelle: http://www.michaelheymel.de/mediapool/87/876413/data/Schubart_Rezension_HessPfBl_2015.pdf

lemonhorse / 3 June 2016 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments

[Subjekt & Objekt #4… ]

” … Vito Acconci sagte über seine Perfor­man­ces, dass diese „von der Präsen­ta­tion eines Ich, einer Person, nicht von meinem Leben“ handeln. Acconci nähert sich diesem Ich aus der Distanz. Zwar mit einem neugie­ri­gen und enthül­len­den Blick, doch präsen­tiert er dieses Ich, als wäre es ein Ande­rer. …” | Aus: “Vito Acconci Centers Opening Portrait “, http://www.schirn.de/magazin/kontext/vito_acconci_centers_opening_portrait/ (23. Mai 2016) | https://de.wikipedia.org/wiki/Vito_Acconci

lemonhorse / 2 June 2016 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Journalismus (und das Narrativ) #20 … ]

Suchmaschinen Textfraktale zu: “Narrativ” (02.06.2016): “…wohltuend narrativ. … Das ist die Vorstellung eines bornierten Geschichtsbildes, in dem nicht sein darf, was dem nationalen Narrativ widerspricht. … Dass die Presse am Narrativ einen veritablen Affen gefressen hat, ist nicht zu übersehen. … Ein Wort ist in Mode gekommen: das Narrativ. Vielleicht hat man es bemerkt und sich gewundert oder es überlesen. … Wir müssen das Narrativ ändern. Das war für mich die Hauptmotivation für diesen Film. … Das urbayerische, exklusive CSU-Narrativ würde zerbröseln. … Was nicht ins eigene Narrativ passt, darf nicht sein. Das gilt für den Blick aus Berlin nach Wien ebenso, wie … Jede ethnische Gruppe hat ihr eigenes Narrativ des Krieges. Diese Narrative stehen sich unvereinbar gegenüber. … was dem nationalen Narrativ widerspricht. … unser eigenes Narrativ, unsere eigene politische Sprache … zu verhindern, dass ein gefährliches Narrativ von … Aber das Land brauche ein neues Narrativ … Vielleicht war das Narrativ, mit dem ich gefüttert wurde. … Wähler sind empfänglich für ein komplett neues, politisches Narrativ … Die Suche nach einem Ausweg ist für viele in der Partei und selbst in der Parteiführung mit einem selbstverständlichen Narrativ verbunden … Die Politik findet nicht das dafür notwendige Narrativ, sondern hofft auf die Zeit, die angeblich alle Wunden heilt. … gar von einer “Empörungsmaschinerie” und einem “unzutreffenden Narrativ”, wenn behauptet wird … und bedient sich dem klassischen neo-liberalen narrativ zur untermauerung seiner Thesen … Um neue Kriege zu führen, sei ein neues Narrativ erforderlich, „eine Verfälschung der Geschichte, die” … Ein gesellschaftliches Ereignis zu strukturieren und sinngemäß in ein Narrativ zu integrieren ist generell eine schwierige Aufgabe. … Man möchte auch eine Art Gegennarrativ entwickeln zum Narrativ, das … Noch bevor kaum jemand die hunderte Seiten Mitschrift gelesen haben konnte, stand das Narrativ der Enthüllung fest … Denn zum Narrativ der Krise gehört, dass sie ein Übergangsphänomen ist: Noch dieses eine Rettungspaket … Aus der eigenen jüngeren Vergangenheit sei kein „ermutigendes Narrativ“ hervorgegangen. … kann man zum Ergebnis kommen, dass es sich um eine Abfolge von Rätseln handelt, die gar kein gemeinsames Narrativ bilden. …”

Sascha Lobo (01.06.2016): ” … der ausschlaggebende Grund, weshalb der politische Diskurs kaum erträglich ist, ist nicht seine Hitze, sondern seine verstörende Berechenbarkeit. Diskussionen erscheinen mir als Schauspiel mit feststehender Rollenverteilung und gestanztem Drehbuch, das mit immer gleichen Phrasen und Posen abgearbeitet wird. … Natürlich bin ich selbst auch ein Teil dieser dysfunktionalen Diskursmaschine, mit meiner Kolumne wie mit Auftritten in Talkshows und Wortmeldungen in sozialen Medien, mein Unwohlsein mit diesen wiederkehrenden Medienmustern schließt also ein Unwohlsein über meine eigene Rolle explizit mit ein. … Es gibt keine Außenstehenden, keine Unbeteiligten mehr. Jede noch so kleine Reaktion bedeutet Zuordnung zu einem der Debattenlager, und die Lagerzuordnungen verstärken sich durch offensive Ab- und Ausgrenzung gegenseitig. Das Publikum ist selbst zum wichtigsten Akteur geworden. Aus den subjektiv als Einzelmeinung empfundenen Äußerungen wird ein unerfreulich berechenbarer Chor der Parteinahme, bei dem jeder Anlass nicht der Reflexion, sondern der Selbstvergewisserung dient: ein Schauspiel, die Aufführung einer Debatte, und alle machen mit, selbst die Verweigerer scheinen in ihrer Resignation berechenbar. … Die zentrale Schwierigkeit des heutigen blitzentfachten, politischen Diskurses – seine wiederkehrenden Reiz-Reaktions-Schemata – scheinen eine enorme Müdigkeit selbst bei wohlmeinenden Teilnehmern zu bewirken. Die Beschleunigungsspirale aus sozialen und redaktionellen Medien erzeugt kaum mehr als situative Verpuffungen. … Dabei ist das tatsächliche Problem der redaktionellen Medien, dass die Balance der angemessenen Berichterstattung zwischen “Menschenverachtung verschweigen” und “Kleinigkeiten überlebensgroß aufblasen” keineswegs so leicht zu halten ist, wie die allgegenwärtigen Alles-Experten zu wissen glauben. …” | http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/politischer-diskurs-gefaehrliches-drehbuch-lobo-kolumne-a-1095257.html

lemonhorse / 2 June 2016 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur Ontologie des nicht Seienden #13… ]

” … Ein Gespenst geht um – etwas kehrt wieder, tritt in Erscheinung, obgleich es bereits für tot erklärt wurde, sucht Körper, Orte und Objekte heim, obwohl ihm kein Platz in der Gegenwart der Lebenden eingeräumt wird. Neuzeit und Moderne widmeten sich der Bekämpfung des Geisterglaubens und erzeugten doch zugleich ganze Heerscharen von Gespenstern – so sorgte gerade das gespensterskeptische Zeitalter der Aufklärung für eine diskursive Verstärkung des Gespensterglaubens, und die Massenmedien erweisen sich als Brutstätten medialer Phantasmagorien. Auch im beginnenden 21. Jahrhundert sind die Geister noch wach: Sie bevölkern in vielfältigen Figurationen weite Teile der Populärkultur, sie treten als (Denk-)Figuren in theoretischen und künstlerischen Diskursen auf und fungieren als Chiffren des soziopolitisch Imaginären. … Was bedeutet es, mit den Gespenstern zu leben? …”

Aus: “Das Gespenstige als Denk- und Erfahrungsmodell” (Zu: „Lernen, mit den Gespenstern zu leben“ Das Gespenstische als Figur, Metapher und Wahrnehmungsdispositiv – 378 Seiten, 2015) | Quelle: https://www.neofelis-verlag.de/theater-performance/lernen-mit-den-gespenstern-zu-leben/

lemonhorse / 29 May 2016 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

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