[Mythen meiner Kindheit #3… ]


Bild aus: „Regina Blues – Der Kampf um ein Kino“ (D 1994, 60 Min., 16 mm)

“ … Von 1956 bis 1990 spielte das „Regina“ in der Holtenauer Straße, … bis es einer Bank weichen musste. …“ | http://filmtheater.square7.ch/wiki/index.php?title=Kiel_Regina-Lichtspiele

Erinnerungen von Kinomachern und Stammbesuchern bestätigen, dass Kinogeschichte auch Lokalgeschichte und Familiengeschichte ist. … | http://www.infomedia-sh.de/aktuell/0810/regina_blues.html

“ … Das REGINA blieb in der 80ern lange Zeit nicht nur das einzige Programmkino in der Landeshauptstadt Kiel, die sich bisher nicht nur in Sachen Kino des öfteren als provinziell gebärdete. Es war auch das einzige kommerzielle Kino am Ort, dessen Filmprogramm noch in Kiel zusammengestellt wurde und nicht in Hamburg bei der norddeutschen „Zentraldisposition“ der UFA, wie die Programme aller anderen Riech-Kinos im Norden. … In den 80er Jahren erlebte das REGINA noch einmal eine Blüte. Es wurde zu einem der beliebtesten Kinos der Stadt. Ende 1990 mußte das REGINA geschlossen werden, weil eine Verlängerung des Pachtvertrages nicht möglich war. Es handelt sich wiederum um ein typisches Phänomen: Gutlaufene Kinos (meist Einzelkinos) werden aus unseren Innenstädten verdrängt, weil die vom Kino zu erbringende Pacht den Vermietern als zu wenig proftitabel erscheint. Neuer Pächter der Räumlichkeiten wurde nach Total-Um- und Neubau eine Bank. Und so träumt Christel Thomsen, die als „Star-Eisverkäuferin“ des REGINA mit ihren Entertainer-Qualitäten eine stadtbekannte Popularität erlangte, gegen Schluß des Filmes in den Bankräumen Zeiten hinterher, die für immer verloren zu sein scheinen. …“ | http://onlinefilm.org/sl/film/15251 (onlinefilm.org über „Regina Blues“)

lemonhorse / 26 September 2016 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kiel.Refugium / 0 Comments

[Silver Apples Of The Moon (1967)… ]

Silver Apples of the Moon, the first album of electronic music commissioned by a record label (Nonesuch). The album, created by Morton Subotnick in 1967, was made with Buchla’s synthesizer … | http://criticalangst.com/post/127114109865/moog-vs-buchla-i-dream-of (2015)

Steven Streightvor 7 Monaten: Classic early Buchla synth masterpiece …
vapid Rabbitvor 7 Monaten: fucking insane! i love it!

// „Morton Subotnick ‎– Silver Apples Of The Moon“ (Genre: Electronic, 1967)
// https://www.discogs.com/de/Morton-Subotnick-Silver-Apples-Of-The-Moon/release/60977
// Don Buchla (April 17, 1937 – September 14, 2016) was an American pioneer in the field of sound synthesizers, releasing his first units shortly after Robert Moog’s first synthesizers. | https://en.wikipedia.org/wiki/Don_Buchla
// Buchla Electronic Musical Instruments is a manufacturer of synthesizers and unique MIDI controllers. The company was originally founded as Buchla & Associates by synthesizer pioneer Don Buchla in 1963 in Berkeley, California. | https://en.wikipedia.org/wiki/Buchla_Electronic_Musical_Instruments

lemonhorse / 19 September 2016 / Akustische.Wellen, Electro.Labor, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Martin und sein Chef im EU-Parlament… ]

Heute, nur wenige Stunden nachdem EU-Kommissionspräsident Karl-Heinz Juncker eine wenig visionäre Rede zur Lage der Nation gehalten hat (47:28 Min), durfte auch ich ran (1:30 Min.).

Patrick Müller vor 13 Stunden: Diese Rede war so emotional, ich musste weinen.
weeeds334 vor 20 Stunden: your inglisch is not se jellow from se egg
Lumpi Lumpinski vor 4 Stunden: I sink he specks the good Öttinger Englisch.
DaDiggstar vor 16 Stunden: Macht ihn endlich zum Kanzler!
DiZCrowd vor 16 Stunden: Ich dachte Die PARTEI wolle Inhalte überwinden? Das war aber eine ganz und gar nicht inhaltslose Rede!!! Und so etwas wird von meinen Steuergeldern finanziert…
Sebastian Schovor 11 Stunden: Deswegen habe ich ihn ins EU-Parlament gewählt. Danke Martin! VORWÄRTS, DIE PARTEI!
NoXPhasma vor 10 Stunden: Ach du warst das.
Superpasi7 vor 8 Stunden: Dieser Fremdschämmoment wenn jemand mit deutschem Akzent englisch spricht
Schnell Straße vor 2 Stunden: Ausländer finden das erotisch
TheNokturnalTimes vor 13 Stunden: Martin, ich will ein Kind von Dir!!
Andreas Böhme vor 2 Stunden: Da kann der mal sehen der Chef,…..wenigstens einen Begabten hat er im Parlament sitzen!

// Kontext, (10. September 2016): “ … Durch unerlaubte Staatsbeihilfen soll Apple laut EU-Kommission im Jahr 2014 Satz von gerade einmal 0,005% führte besteuert worden sein. Die sollen laut EU-Kommission an Irland zurückgezahlt werden. Davon will die irische Regierung aber nichts wissen. … Im Kern lässt Apple einen erheblichen Teil des weltweiten Geschäfts über Tochterunternehmen in Irland laufen. … Auch andere Technik-Riesen befanden Irland als Standort für ihre Firmen als besonders attraktiv – darunter Ebay, Airbnb, Intel, Amazon, Twitter, Facebook, Dropbox, Paypal, und Google. Dass das an den günstigen Steuerbedingungen liegt, streitet die Regierung ab. … Apple weist dagegen jede Schuld von sich. Man habe stets legal gehandelt und keine Gesetze missachtet. Die Kritik aus Brüssel, Apple habe in Irland im Jahr 2014 eine Körperschaftssteuer von nur 0,005 Prozent bezahlt, bezeichnete Apple-Chef Tim Cook als „politischen Dreck“. „Ich weiß nicht, wo sie diese Zahl herhaben“, sagte Cook. Apple habe in dem Jahr 400 Millionen Dollar Steuern in dem Land bezahlt. „Wir glauben, dass wir damit der größte Steuerzahler in Irland in diesem Jahr waren.“ EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager widersprach. Ihre Behörde habe sich auf Zahlen von Apple selbst gestützt und zum Teil auf Daten aus Anhörungen in den USA. … Während Irland erneut mit Image-Problemen zu kämpfen hat, geht es Apple prächtig. In Kalifornien stellte der Technik-Konzern gerade das neue iPhone 7 vor und das Interesse war riesig. Imageprobleme? Nicht erkennbar. Auch finanzielle Verluste hat Apple nicht zu befürchten. Denn selbst wenn der Konzern tatsächlich die 13 Milliarden Euro zahlen müsste, hat das wohl Steuergutschriften in den USA in gleicher Höhe zur Folge. …“ | http://www.n-tv.de/wirtschaft/Irland-will-Apple-Milliarden-nicht-article18606411.html

// Kontext, Aaron Levi Goldstein #20 (2016): “ … Irland: 85 Mrd. „Eurorettung“ für die Briefkastenökonomie von (nicht nur) US-Steuernomaden. 70% der Direktinvestitionen in Irland stammen von US-Unternehmen wie Pfizer, Microsoft oder Apple… Irlands Geschäft besteht darin, durch Lizenzakrobatik und Scheinaktivitäten Gewinne von realen Konzern- und Leistungsorten wegzuverlagern. Hin zu Steueroasen wie den Caymans (Facebook) oder den Bermudas (Google)… Irland dient dabei nur als „Zwischenlager“ solcher Gewinne, da eine Verlagerung auf direktem Weg regulatorisch unterbunden ist… Die Konstruktion ist als „Double Irish“ bekannt. Fährt das Geld einen weiteren Umweg über die Niederlande, spricht man von einem „Dutch Sandwich“… Der jährliche Fiskal-Schaden übersteigt 60 Mrd USD. Das Modell ist so legal, wie es eine gekaufte Gesetzgebung nur sein kann… Irlands Steuerschieber lösten einen Ansiedlungsboom mit Immobienblase aus. Diese detonierte in den Bilanzen der Banken dort … In Irland wird seither mit einem 85-Milliarden-Eurorettungspaket ein parasitärer Steuerschieberbahnhof gestützt … [Rettungsprogramme: Telefonprotokolle geben Einblick in das moralische Innenleben irischer Banken Zitat aus „Irische Pleitebanker haben den Staat betrogen“ (FAZ, 25.06.2013): … „Der Leiter des Kapitalmarktgeschäfts der Bank, John Bowe, sagte einem Kollegen, Anglo Irish habe der Zentralbank einen Bedarf für einen Überbrückungskredit von 7 Milliarden Euro gemeldet, um die Pleite abzuwenden. Diese Summe sei frei erfunden: Er habe sie sich „aus dem Arsch gezogen“, sagte Bowe. Tatsächlich brauche Anglo Irish mehr Geld… Als Kapitalmarktchef Bowe in einem Telefonat (…) erwähnte, dass man der Zentralbank versprochen habe, den Überbrückungskredit sobald wie möglich zurückzuzahlen, brach er in Gelächter aus: „Ich muss mir gleich die Unterwäsche wechseln!“ … „Deutschland, Deutschland über alles“ fing Bowe zu singen an und lachte herzhaft. Am anderen Ende der Leitung saß Vorstandschef David Drumm. Er witzelte darüber, dass seine Bank die staatliche Garantieerklärung „missbrauche“.“ … (Zitat Ende) [http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-08/apple-irland-eu-kommission-steuern?cid=8588184#cid-8588184]] “ | http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2016-08/apple-irland-eu-kommission-steuern?cid=8587872#cid-8587872

lemonhorse / 15 September 2016 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Kunst.Encoder / 0 Comments

[La Lune #10… ]

Marlene Weiss (12. September 2016): “ … Als Neil Armstrong den Mond betrat, war das erste, was ihm auffiel, der feine, pulvrige Untergrund, in dem sich seine Fußspuren perfekt abzeichneten. Als er sich mit tastenden Schritten etwas vom Landemodul Eagle entfernte, fand er unter dem Staub auch Felsklumpen. „Es sieht hier aus wie in der Hochwüste der USA“, funkte Armstrong nach Houston, während er sich mühte, eine Gesteinsprobe einzusammeln. „Es ist anders, aber sehr hübsch.“ …“ | http://www.sueddeutsche.de/wissen/astrophysik-auf-die-glocke-1.3158109

Thomas Bergmayr (12.9.2016): “ … Geochemikern um Kun Wang von der Washington University in St. Louis ist es nun gelungen, dieses Szenario zu widerlegen. Die Forscher haben eine innovative Methode entwickelt, mit der sich minimale Unterschiede bei der Verteilung des Elements Kalium zwischen Erd- und Mondgestein feststellen lassen, die mit bisherigen Verfahren jenseits der Nachweisgrenze lagen. Wie sie nun in „Nature“ berichten, liefern die festgestellten isotopischen Unterschiede zwischen Erdgestein und Mondfelsen tatsächlich den ersten experimentellen Beweis dafür, dass der Mond bei einem heftigen Frontalzusammenstoß mit einem großen Protoplaneten entstanden ist. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Theia mit hoher Geschwindigkeit mit der Erde kollidiert ist. Die große Wucht des Aufpralls setzte Energien frei, die einen großen Teil des Erdgesteins aufgeschmolzen und ins All geschleudert haben. …“ | http://derstandard.at/2000044259086/Frontalkollision-gebar-unseren-Mond

13.09.2016 (dpa): “ … Der Einschlag eines etwa Mars-großen Himmelskörpers auf die entstehende Erde gilt als wahrscheinlichstes Szenario für die Herkunft unseres Mondes. Bislang gehen die meisten Astronomen jedoch davon aus, dass dieser Einschlag streifend erfolgte und außer dem Einschlagkörper nur kleine Teile der Protoerde dabei aufgeschmolzen sind. Diese Variante kann viele dynamische Eigenschaften des Erde-Mond-Systems erklären. Allerdings zeigen Modellrechnungen, dass der Mond dabei zu 60 bis 80 Prozent aus dem Material des Einschlagkörpers bestehen sollte. Tatsächlich ist die Häufigkeit verschiedener Varianten der chemischen Elemente (Isotope) auf Mond und Erde jedoch nahezu identisch. Und es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass der Einschlagkörper und die Protoerde zufällig dieselbe chemische Zusammensetzung hatten. …“ | http://www.morgenpost.de/web-wissen/article208232251/Der-Mond-entstand-aus-einer-riesigen-Truemmerwolke.html

lemonhorse / 13 September 2016 / Fraktal.Text / 0 Comments

[Mythen meiner Kindheit #2… ]

Gene Wilder
Everything You Always Wanted to Know About Sex* (*But Were Afraid to Ask) // (1972)

Gene Wilder (* 11. Juni 1933 in Milwaukee, Wisconsin als Jerome Silberman; † 29. August 2016 in Stamford, Connecticut) || “ … at his own brand of complex vulnerability Gene Wilder has never been surpassed. … As Wisse writes, the schlemiel is a figure whose “nature permits him to live joyously, without unnecessary defenses” despite the suffering he endures. … The shlemiel “continues to dream, or to fight for love, or to seek it…” …“ >> Quelle: http://forward.com/culture/349138/why-we-need-to-remember-gene-wilder-in-the-frisco-kid/? by Laura Hodes (02.09.2016)

// Impuls via https://welteninwelten.blogspot.de/2016/09/no-one-here-gets-out-alive-456-gene.html

lemonhorse / 5 September 2016 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Die Seele ist entweder schmäler oder breiter… ]


Bild aus: Welt am Draht (Rainer Werner Fassbinder, BRD 1973)

cubefox (14.10.2013) “ … Wie schon anderswo angemerkt wurde: Wahrscheinlich war es Absicht, dass sich die Figuren so gestellt und künstlich verhalten. Wenn sie sich realistischer verhalten hätten, ginge dem Film viel von seiner surrealen Atmosphäre ab. …“ | http://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Vor-40-Jahren-Wer-lebt-in-welcher-Simulation/Re-Sehr-sehenswerter-Film/posting-10711759/show/, Kommentar zu: „Vor 40 Jahren: Wer lebt in welcher Simulation?“ (13.10.2013)

“ … Im Film A Million Ways to Die in the West erscheint der Doktor aus Zurück in die Zukunft wie er grade seine Zeitmaschine repariert. ….“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Crossover_(Medien) (2. August 2016)

“ … „Ich denke mir mein Ich durch ein Vervielfältigungsglas;“, bekennt Hoffmann 1809 und runzelt die Stirn: „Alle Gestalten, die sich um mich bewegen sind Ichs, und ich ärgere mich über ihr Tun und Lassen.“ Das von der zeitgenössischen Philosophie gepriesene Individuum im Sinne einer ihrer Einzigartigkeit bewussten, in sich gefestigten Persönlichkeit gerät zur fixen Idee. Geradezu lächerlich müssen dem komponierenden und zeichnenden Dichter alle ästhetischen Ansprüche seiner Mitstreiter angewidert haben. Romantiker sahen sich als autonome Schöngeister, allerdings auf der Suche, das entfremdete Menschsein mit der Kontinuität der Natur wieder in Einklang zu bringen. Hoffmann dagegen beobachtet, wie gute Sitten zu unsinnigen Normen zerfallen, diagnostiziert den Niedergang politischer Kultur und die Agonie ästhetischer Prinzipien. Von der nachgesagten „Harmonie“ keine Spur. Selbst als Memorandum versagt für ihn das romantische Credo. „Es müsste spaßhaft sein, Anekdoten zu erfinden und ihnen den Anstrich höchster Authentizität durch Zitate u.s.w. zu geben, die durch Zusammenstellung von Personen, die Jahrhunderte auseinander lebten, oder ganz heterogener Vorfälle gleich sich als erlogen erweisen;“, schmunzelt er auf überraschend moderne Abart. „Denn mehrere würden übertölpelt werden und wenigstens einige Augenblicke an die Wahrheit glauben.“ … Überschrieben ist diese beredte und wohl auch programmatische Tagebuchnotiz 1809 mit „Merkwürdige Arten des Wahnsinns“. … Absonderliche Einfälle verkleiden Realität. Umgekehrt zeigt sich im literarischen Karneval das wahre Antlitz gleichfalls „närrischer“ Lebensweise. Fiktion und Wirklichkeit verschmelzen: weniger, weil sich wie im von den Brüdern Grimm oder Clemens Brentano kreierten Märchenstil die imaginierte Volksseele öffnet oder sich Übernatürliches und Profanes auf einer Ebene ohne Scheu treffen; vielmehr entgrenzt Hoffmann sowohl das rein Dokumentarische wie entfesselte Phantasie und erschafft einen Zwischenraum, welcher den Blick auf frei Erfundenes wie verifizierbare Quellen schärft. Dieses Verfahren sollten Autoren der Postmoderne über 250 Jahre nach dem Tod des antiromantischen Romantikers „Crossover“ nennen. …“ | Aus: „„Kreisleriana“ oder: Zur Ironie des eingebildeten Wahnsinns“ von Achim Schiff | Quelle: http://www.carmen-stahlschmidt.de/frankfurterhof/kreisleriana.pdf (Datum?)

“ … Georg Lukács war Vorbild für die Figur des Naphta in Thomas Manns Roman Der Zauberberg. Nach ihrer einzigen kurzen Begegnung, nach dem Ersten Weltkrieg in Wien, zeigte sich Thomas Mann von Lukács nachhaltig beeindruckt, nämlich durch dessen im „Sinnlichen wie im Geistigen asketische Natur“ sowie durch die „fast unheimliche Abstraktheit seiner Theorien“. Das Vorbild hat sich selbst, so Manns Einschätzung, in Naphta „offenbar nicht erkannt“. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Luk%C3%A1cs#Vorbild_in_literarischen_Werken (1. Juni 2016)

Georg Lukács (1920): “ … Die Selbsterkenntnis und damit die Selbstaufhebung der Subjektivität wurde von den ersten Theoretikern des Romans, den Ästhetikern der Frühromantik, Ironie genannt. … die Fremdheit und die Feindlichkeit der innerlichen und der äußerlichen Welten ist nicht aufgehoben, sondern nur als notwendig erkannt, und das Subjekt dieser Erkenntnis ist geradeso ein empirisches, also weltbefangenes und in der Innerlichkeit beschränktes Subjekt, wie jene, die zu seinen Objekten geworden sind. Das nimmt der Ironie jede kalte und abstrakte Ueberlegenheit … Diese Ironie ist die Selbstkorrektur der Brüchigkeit: die inadäquaten Beziehungen können sich zu einem phantastischen und wohlgeordneten Reigen von Mißverständnissen und Vorbeigehen aneinander verwandeln, wo alles von vielen Seiten gesehen wird; als Isoliertes und Verbundenes, als Träger des Wertes und als Nichtigkeit, als abstrakte Absonderung und als konkretestes Eigenleben, als Verkümmern und als Blühen, als Leidenmachen und als Leiden. … Die Ironie des Dichters ist die negative Mystik der gottlosen Zeiten: eine docta ignorantia dem Sinn gegenüber; ein Aufzeigen des gütigen und des böswilligen Wirkens der Dämonen; der Verzicht, mehr als die Tatsache dieses Wirkens begreifen zu können, und die tiefe, nur gestaltend ausdrückbare Gewißheit: in diesem Nicht-wissen-Wollen und Nicht-wissen-Können das Letzte, die wahre Substanz, den gegenwärtigen, nichtseienden Gott in Wahrheit getroffen, erblickt und ergriffen zu haben. Deshalb ist die Ironie die Objektivität des Romans. … Die Ironie als Selbstaufhebung der zu Ende gegangenen Subjektivität ist die höchste Freiheit, die in einer Welt ohne Gott möglich ist. … Die Verlassenheit der Welt von Gott zeigt sich in der Unangemessenheit von Seele und Werk, von Innerlichkeit und Abenteuer; in dem Fehlen des transzendentalen Zugeordnetseins für die menschlichen Bestrebungen. Diese Unangemessenheit hat roh ausgedrückt zwei Typen: die Seele ist entweder schmäler oder breiter als die Außenwelt, die ihr als Schauplatz und Substrat ihrer Taten aufgegeben ist. …“ | Aus: „Die Theorie des Romans – Ein geschichtsphilosophischer Versuch über die Formen der großen Epik“, Author: Georg Lukács (Verlegt bei Paul Cassirer in Berlin, 1920) | https://archive.org/stream/dietheoriedesrom26972gut/26972-0.txt

lemonhorse / 4 August 2016 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Kriegsschauplätze #27… ]

Thorsten Jungholt (12.07.16): “ … Die Bürger müssen mit Debatten zu deutschen Interessen und deren Durchsetzung behelligt werden. …“ | http://www.welt.de/debatte/kommentare/article156997830/Deutschland-neue-Ordnungsmacht-auf-Strategiesuche.html

(Kommentar, 12.07.16): “ … „Deutschland, neue Ordnungsmacht auf Strategiesuche“ Ordnungsmacht? Nein, Danke! – Wer auch nur einen Hauch Ahnung von der deutschen Geschichte hat, bei dem müssen jetzt alle Alarmsirenen losgehen. Deutschland als Ordnungsmacht ist schon immer so was von denebengegangen, das hinterher Millionen von Leichen entsorgt werden mussten. …“

“ … Als die Wehrmacht am 17. Mai 1940 Brüssel besetzte, konnte Sievers fliehen und versteckte sich fortan in einem nordfranzösischen Dorf. Am 3. Juni 1943 verhaftete ihn dort die Gestapo und brachte ihn zurück nach Berlin. Max Sievers blieb seiner Überzeugung treu. Auf die Frage des Volksgerichtshofpräsidenten Roland Freisler, ob er Schuld empfinde, entgegnete er: „Schuld? Schuld nur, wenn es eine Schuld ist, dass ich von einer anderen geistigen Substanz bin als die Nationalsozialisten.“ Den Nationalsozialisten war das Schuld genug. …“ (Aus: „Max Sievers im kulturellen Gedächtnis“, 17. Jan 2007 | http://hpd.de/node/938) // [“ … am 17. Januar 1944 [wurder Max Sievers] im Zuchthaus Brandenburg-Görden durch das Fallbeil hingerichtet. …“] | https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Sievers // [ Volker Mueller (2016): “ … Sein Andenken ist uns Verpflichtung, sich in unserer Gegenwart für ein gerechteres Miteinander in unserem Gemeinwesen, für Gewissens- und Geistesfreiheit, für einen säkularen Humanismus und für die gewaltfreie Lösung der sozialen und politischen Probleme unserer Zeit einzusetzen. …“ | http://www.freidenkerbund-brandenburg.de/index.php/in-der-tradition-von-max-sievers)

“ … Das Schlagwort Ideen von 1914 wurden schon während der ersten Kriegstage geprägt. Steffen Bruendel benennt als „Erfinder“ den Nationalökonomen und Soziologen Johann Plenge. Der Begriff wurde schnell von Historikern, Philosophen, Kulturschaffenden usw. aufgegriffen, die auf eine ideologische Sinnstiftung des Krieges abzielten. … Die Ideen von 1914 wurzelten in dem im 19. und frühen 20. Jahrhundert gepflegten, nationalistisch-romantischen Selbstverständnis, dass Deutschland eine Sonderkultur darstelle. In der ideologischen Fundierung der deutschen Kriegsanstrengungen durch eine intellektuelle, teilweise aber auch die jugendbewegte Elite, fand diese Theorie einen Höhepunkt. Die Ideen richteten sich propagandistisch gegen englische „Krämerseelen“, „gallische Oberflächlichkeit“ und „slawischen Despotismus“ und knüpften an „Phobien“ der Vorkriegszeit an: Englandhass und Antisemitismus, Germanisierungsdünkel und romantisierende Deutschtümelei. Dahinter steckte aber auch ein expliziter Angriff gegen den englischen Liberalismus und die französische Demokratie. Stattdessen wurde die „Schützengrabengemeinschaft“ zur Lösung für Probleme der deutschen Klassengesellschaft erhoben. … Der kriegsfreiwillige Schriftsteller Walter Flex schrieb im Frühjahr 1917 als Nachwort zu „Der Wanderer zwischen beiden Welten“, das eines der sechs meistverkauften deutschen Bücher des 20. Jahrhunderts wurde:
Ich bin heute innerlich so kriegsfreiwillig wie am ersten Tage. Ich bin’s und war es nicht, wie viele meinen, aus nationalem, sondern aus sittlichem Fanatismus. Nicht nationale, sondern sittliche Forderungen sind’s, die ich aufstelle und vertrete. Was ich von der ‚Ewigkeit des deutschen Volkes‘ und von der welterlösenden Sendung des Deutschtums geschrieben habe, hat nichts mit nationalem Egoismus zu tun, sondern ist ein sittlicher Glaube, der sich selbst in der Niederlage oder […] im Heldentode eines Volkes verwirklichen kann […]. Mein Glaube ist, daß der deutsche Geist im August 1914 und darüber hinaus eine Höhe erreicht hat, wie sie kein Volk vordem gesehen hat. Glücklich jeder, der auf diesem Gipfel gestanden hat und nicht wieder herabzusteigen braucht. Die Nachgeborenen des eigenen und fremder Völker werden diese Flutmarke Gottes über sich sehen an den Ufern, an denen sie vorwärtsschreiten. – Das ist mein Glaube und mein Stolz und mein Glück, das mich allen persönlichen Sorgen entreißt […].
Die Realität und das Scheitern der so sicher erwarteten Übernahme der geistigen Weltherrschaft durch die „sendungsvolle“ (Thomas Mann) deutsche „Wesensart“ musste die Anhänger einer weltgeschichtlichen „Missionsaufgabe“ des deutschen „Wesens“ zutiefst verstören. … Mit dem Kriegsende 1918 kam dann zu der Auffassung eines geistigen Verrats noch die Behauptung des Dolchstoßes, also die Schuldzuweisung für den militärischen Ausgang des Krieges an die vermeintlich von Juden und Bolschewisten beherrschte Sozialdemokratie. Damit war eine wichtige Basis gelegt für den späteren Erfolg völkisch nationaler Ideologie:
Eine neue Generation, gehärtet in den ‚Stahlgewittern‘ des Ersten Weltkrieges, galt nun als auserwählt zur Revision der Weltgeschichte.
Diese Vorstellungen lassen sich in eine Kontinuität mit der Argumentation der antidemokratischen Rechten in der Weimarer Republik (Konservative Revolution) und mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus stellen. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ideen_von_1914 (13. März 2016)

“ … August Bebel und Wilhelm Liebknecht hatten sich 1870 im Reichstag gegen Kriegskredite für den Krieg mit Frankreich ausgesprochen. Im hurra-patriotischen Deutschland Bismarcks ein starkes Stück! Die beiden wurden verhaftet und als Landesverräter beschuldigt. … Für den Kriegsausgang blieben die Stimmen der beiden Politiker aus der Arbeiterbewegung ohne Bedeutung. Deutschland gewann und wurde zum Kaiserreich.
Doch der frischgebackene Reichskanzler Otto von Bismarck hatte den vermeintlichen Verrat der „vaterlandslosen Gesellen“ Bebel und Liebknecht nicht vergessen und drängte weiterhin auf eine Verurteilung. Am 26. März 1872 verhängte eine Jury von Geschworenen in Leipzig das Urteil: zwei Jahre Festungshaft für jeden der beiden. …“ | Aus: „Heute vor 140 Jahren: Hochverratsprozess gegen „vaterlandslose Gesellen““ (seniorbook-Nutzer, 26.03.2012), http://www.seniorbook.de/themen/kategorie/legenden-und-vorbilder/artikel/90/heute-vor-140-jahren-hochverratsprozess-gegen-vaterlandslose-gesellen

“ … „Vaterlandslose Gesellen“ war im ausgehenden 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert unter Wilhelm II. ein Schimpfwort … Zur Zeit der Sozialistengesetze von Bismarck und unter Wilhelm II. bis zum Beginn der Burgfriedenspolitik wurden die deutschen Kommunisten, Sozialisten und Sozialdemokraten als „Vaterlandslose Gesellen“ bezeichnet. Schon in dieser Zeit wurden auch andere Gruppen als vaterlandslose Gesellen geschmäht. … Großen Rüstungskonzernen der Kaiserzeit wurde immer wieder vorgeworfen, dass sich hinter ihren patriotischen Bekenntnissen lediglich Gewinninteressen verbergen würden. Gleichzeitige Belieferung der deutschen und britischen Marine durch deutsche Unternehmen in der Zeit des Wettrüstens zwischen beiden Ländern bestätigten solche Anschuldigungen. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Vaterlandslose_Gesellen (24. Juni 2016)

Siegfried König (über: ‚La Grande Illusion‚ Frankreich 1937, Regie: Jean Renoir): “ … „Die große Illusion“ von Jean Renoir ist ein Kriegsfilm, in dem der Krieg kaum vorkommt. Es gibt keine Schlachten, keine Bomben, ja nicht einmal einen wirklichen Feind. Trotzdem ist „Die große Illusion“ ein Film, der die Absurdität des Krieges bloßlegt, wie selten ein anderes Werk. Der Film entstand 1937, als der 1. Weltkrieg noch „der“ Weltkrieg war, klarsichtige Zeitgenossen wie Renoir den zweiten aber schon kommen sahen. Es gab bereits Filme über den 1. Weltkrieg, die das Grauen eindringlich vor Augen führten: „Im Westen nicht Neues“ von L. Milestone etwa, oder „Westfront 1918“ von G.W. Pabst. Renoir ging es nicht darum, nochmals die Schrecken des Grabenkrieges darzustellen, ihm ging es um die Menschen, die in diesem Krieg agierten, woher sie kamen, was sie wollten und was der Krieg aus ihnen machte. … In der Gestalt Elsas und Maréchals scheint echte Völkerverständigung möglich, jenseits ritterlicher patriotischer Rituale. Und als Maréchal und Rosenthal an der Schweizer Grenze von einer deutschen Patrouille entdeckt werden, hindert einer der Soldaten den anderen am Schießen. „Mensch, hör auf. Sie sind in der Schweiz“, sagt er und der andere senkt sein Gewehr …“ | http://www.filmzentrale.com/rezis/grosseillusionsk.htm

Agnieszka Brugger (Agnieszka Brugger im Gespräch mit Dirk-Oliver Heckmann, 13.07.2016) “ … Denn auch das ist eine Lehre aus den letzten Jahren: Konflikte lassen sich nicht militärisch lösen. Und insofern versäumt das Weißbuch [https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fbuch_(Bundeswehr)] die wichtige Chance zu erklären, was eigentlich denn wirklich unser Beitrag aktiv in der Welt zu mehr Verantwortung und zu mehr Konfliktlösung ist, jenseits des Militärischen. … Ad-hoc-Koalition bedeutet übersetzt eigentlich Koalition der Willigen, außerhalb von Systemen kollektiver Sicherheit wie Vereinte Nationen, Europäische Union und NATO, und auch da haben wir ja in den letzten Jahren ein paar Auslandseinsätze gesehen, die genauso auch konstruiert sind. Und für mich steht diese Formulierung mit den Ad-hoc-Koalitionen klar im Widerspruch zu den Vorgaben aus dem Grundgesetz für die Auslandseinsätze der Bundeswehr, aber auch zur Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Besonders schlimm finde ich daran aber auch, dass das ja eine aktive Abkehr ist von den internationalen Organisationen, was so natürlich erst recht dazu führt, dass Institutionen wie die Vereinten Nationen eher geschwächt werden, handlungsunfähiger werden, und ich glaube, angesichts der Instabilitäten in dieser Welt ist eine funktionierende internationale Ordnung und starke Vereinte Nationen eigentlich eher die Antwort auf die Krisen unserer Zeit und man sollte nicht irgendwas tun, um sie zu schwächen. … [Sie sind der Ansicht, dass das Weißbuch in diesem Punkt gegen das Grundgesetz verstößt?] Ja, das ist meine Auffassung, weil wirklich gesagt wurde, auch in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, nur im Rahmen von Systemen kollektiver Sicherheit, und das ist für mich hier wirklich ein großer Tabubruch. …“ | http://www.deutschlandfunk.de/weissbuch-zur-sicherheitspolitik-das-verstoesst-gegen-das.694.de.html?dram:article_id=359933

zappp (20.07.2016): “ [Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will 300 Millionen Euro für externe Berater ausgeben. Das geht aus der Ausschreibung für den Beraterauftrag hervor, die der ZEIT vorliegt. Demnach sollen die Berater Rüstungsvorhaben überprüfen und die Beschaffung von Rüstungsgütern neu organisieren.] … 300 Million für Berater … Im Vergleich zu den Kosten eines neuen Waffensystems…, ist die Summe sogar noch moderat. …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-07/ursula-von-der-leyen-berater-ruestung-ausgaben?cid=7851482#cid-7851482 | Zu: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-07/ursula-von-der-leyen-berater-ruestung-ausgaben

joaber (20.07.2016): “ … Nun, nachdem Frau von der Leyen der Firma Airbus schon 475.000.000 Euro für Satellitendaten mit fragwürdigem Nutzen zugeschoben hat, sind die 300.000.000 Euro jetzt nur noch eine „Ergänzung“. … [Der Deal sorgt seit Monaten für Befremden – denn das Wirtschaftsministerium besitzt die Daten bereits. Der Bund hat das „Terrasar-X / Tandem-X“-Projekt zu drei Vierteln finanziert: 313 Millionen kamen aus Steuermitteln, 90 Millionen vom Projektpartner Airbus Defence & Space. Der Rüstungskonzern investierte weitere rund 70 Millionen Euro für die Vermarktung, bekam dafür aber die Exklusivrechte für die kommerzielle Nutzung der Daten. Ein blendendes Geschäft, wie sich nun herausstellt: Airbus verkauft die Daten wieder an den Bund – für beinahe das Dreifache der Summe, die das Unternehmen ursprünglich investiert hat. Dem Konzern dürfte das durchaus gelegen kommen. 2011 hatte die Bundesregierung 40 Eurofighter-Kampfjets abbestellt. Ende 2014 wurde bekannt, dass Airbus für den dafür entstandenen Verlust eine Ausgleichszahlung von rund 500 Millionen Euro fordert. Bei der Opposition sorgt der „Tandem-X“-Deal für Befremden… http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/tandem-x-bundeswehr-kauft-satelliten-hoehenmodell-a-1030171.html]“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-07/ursula-von-der-leyen-berater-ruestung-ausgaben?cid=7850192#cid-7850192

Icke123 (20.07.2016): „… Vor kurzem hat man eine McKinsey Frau zur Staatssekretärin im Verteidigungsministerium gemacht. … Nein, das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist das Geschäftsmodell. …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-07/ursula-von-der-leyen-berater-ruestung-ausgaben?cid=7850376#cid-7850376 | >> GURKENBANANENREPUBLIK (20.07.2016) “ … Verschwörungspraxis :-) “ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-07/ursula-von-der-leyen-berater-ruestung-ausgaben?cid=7852056#cid-7852056

“ … Mit dem Ende der Apartheid glaubten viele, dass das Zeitalter des Kolonialismus endgültig zu Ende gegangen sei. Andere sind der Ansicht, dass die – von ihnen als Neokolonialismus bezeichnete – fortgesetzte ökonomische und politische Abhängigkeit vieler ehemaliger Kolonien zeige, dass das Phänomen noch nicht der Vergangenheit angehöre. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Antikolonialismus#Nach_1945 (25. Mai 2016)

“ … Auch in der Weltordnung nach 1945 werden von Wissenschaftlern wie Herfried Münkler und Hans-Heinrich Nolte imperiale Strukturen wahrgenommen, die Parallelen zu vorherigen Weltreichsordnungen aufweisen. So wäre etwa der Kalte Krieg eine Auseinandersetzung zwischen einem östlich-kommunistischen Weltreich, der Sowjetunion mit ihren Vasallenstaaten im Ostblock, und einem westlich-kapitalistischen, den USA mit ihren Verbündeten in der westlichen Welt. In dieser Interpretation ist die Herrschaft dieser postkolonialen Imperien nicht an Territorien gebunden, sondern äußert sich maßgeblich in der Kontrolle der Weltwirtschaft sowie einem überstarken und zugleich globalen Einfluss auf Politik, Technologie, Migration, Sprache und ganz besonders deutlich auf die Kultur. Münkler sprach sich 2007 für ein Amerikanisches Imperium aus, in dem die EU eine Art imperiales Subzentrum bilde. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Weltreich#Postkoloniale_Imperien (11. Juli 2016)

lemonhorse / 20 Juli 2016 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[My Beautiful Laundrette (1985)… ]

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// — Post-Punk Cinema Club: My Beautiful Laundrette (1985): “ … If someone were to say, „Hey, let’s watch some postcolonial biracial queer cinema?“ I’m sure most of you would just stare blankly. … The time is early 80s. The place is Thatcherite London, as seen through the eyes of Pakistani immigrants. … Even when such Big Issues as racism, homosexuality, and consumerism demand explanation in the minds of the curious (like me!), we’re given only a brief window into these people’s lives. And what a window! If you can be stoic enough to disregard the 80s cheese soundtrack (bubbles are included), this is a really fascinating and touching film. …“ // comment: Anonymous: “ … I read this review several months ago, before I went to Bangalore for the summer. One night in Bangalore, I’m flicking between channnels on the TV and lo and behold, My Beautiful Laundrette comes on! I was surprised to see it on Indian television; it might have been a domestic cable/satellite channel. …“ | http://p-pcc.blogspot.de/2007/03/my-beautiful-laundrette-1985.html —//

// “ … The original soundtrack, which is credited to „Ludus Tonalis“ (a name associated with a work by the composer Paul Hindemith), was produced by Stanley Myers and Hans Zimmer. Non-original music included the waltz Les Patineurs, by French composer Emile Waldteufel, and excerpts from Puccini’s Madama Butterfly. …“ | https://en.wikipedia.org/wiki/My_Beautiful_Laundrette

Ludus tonalis (lat. „tonales Spiel“) ist ein Klavierzyklus von Paul Hindemith aus dem Jahre 1942, der aus zwölf Fugen, elf Interludien (Zwischenspielen), sowie einem eröffnenden Praeludium[1] (Vorspiel) und einem abschließenden Postludium (Nachspiel) besteht. … Hindemiths Ludus tonalis ein musikalisches Exempel für die von ihm selbst gefundene tonale Struktur der chromatischen Tonleiter. …
https://de.wikipedia.org/wiki/Ludus_tonalis

Paul Hindemith (16 November 1895 — 28 December 1963) – Ludus Tonalis
– Performer: Sviatoslav Richter (piano)
– Year of recording: 1985 (live at “Fêtes Musicales en Touraine”, France)
https://www.youtube.com/watch?v=Sd3hvhnd7YU

London in film
https://en.wikipedia.org/wiki/London_in_film

lemonhorse / 15 Juli 2016 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text / 0 Comments

[Subjekt & Objekt (Fotografie) #5… ]

Der Pressekodex des Deutschen Presserats fordert in Ziffer 2: „Symbolfotos müssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden.“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Symbolfoto (10. April 2016)

“ … Es brauchte noch lange Zeit, bis die Ästhetisierung der Macht nach Riefenstahl – und Hoffmann-Vorbild [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Hoffmann_(Fotograf)] verschwunden, bis der Gemütskitsch eingedämmt war. …“ Norbert Denkel, 01.02.1985 (Aus: „Überwältigt vom neuen Blick – Die Photographische Sammlung in Essen“)

“ … Als Fotograf, der der Beschäftigung des Fotografierens von anderen Menschen nachging, überkam mich in den Momenten des Fixierens der Fotokamera auf den Menschen, der Wahl des Bildausschnitts und des finalen Abdrückens des Auslösers nicht selten ein Gefühl des Unbehagens. Die Fotografie erwuchs zum Agens [(Verfahren, Handeln)] meiner tiefen Sehnsüchte und war zugleich die gewaltvollste Art mich mit meiner Umwelt auseinanderzusetzen. Mir wurde so bewusst, dass es nicht mal mehr konkretem Handeln oder spezifischer Worte bedurfte, um sich eine privilegierte (soziale) Position zu verschaffen und Machtstrukturen wirken zu lassen. Tatsächlich war es nur der Vorgang eines spezifischen Sehens durch die Fotokamera sowie ein von ihr gefärbter eigentümlicher Blick, der hierfür Verantwortung trug.
Der Blick eines Subjekts auf das Andere erfährt eine Wandlung, sobald er durch die Fotokamera hindurchgeht. Grund dafür ist die Fotokamera selbst, welche soziale Ungleichverhältnisse festigt und stärkt. Durch die Konstituierung des gewaltvollen Augenblicks … Was heißt es zu blicken und wo liegt die Grenze zum Sehen? Wofür stehen koloniale und touristische Blicke und wie sind sie zu verstehen? Wo liegt die Schnittmenge zum fotografischen Blick? Inwiefern wird das Blicken unter der Zunahme einer Fotokamera verändert? … „Es gibt keinen ,unschuldigen‘, ,naiven‘ Blick. Jeder Blick spiegelt eine bestimmte gesellschaftliche Struktur wider.“ (Baumgartner (2011): „Zigeuner“-Fotografie aus den Ländern der Habsburgermonarchie im 19. und frühen 20. Jahrhundert, S. 133.)
Diese zugespitzte Aussage formuliert Gerhard Baumgartner zu Beginn seines Aufsatzes über die geschichtliche Entwicklung der „Zigeuner“-Fotografie. Die Kritik ist gerichtet auf die Konstruktion und Etablierung von visuellen und narrativen Stereotypen, die sich im Laufe des 19. und 20 Jahrhunderts dank medialer Penetration in der Gesellschaft festigen konnten. Mit diesem Zitat führt er den Idealismus „Objektivität“ ad absurdum und konkludiert anschließend, „Zigeuner“-Fotografien seien nur „das Produkt eines konditionierten, herrschenden und kategorisierenden Blicks auf diese Bevölkerungsgruppe.“ Nach [der] Lektüre seines Aufsatzes ist Baumgartner wie folgt zu verstehen: Es gibt diejenigen, die blicken und diejenigen, die erblickt werden. Das führt zu einem asymmetrischen Verhältnis, in dem die Verteilung von Definitionsmacht und Selbstbestimmungsrecht ungleich ist. … Da, wo der Blick zum Sujet ([Gegenstand, Motiv, Thema einer [künstlerischen] Gestaltung]) erwächst, eröffnet sich ein weites […] Themenspektrum. … Es bleibt die Frage, wie es sich verhält, wenn die Kamera im Besitz strukturell schwacher Subjekte ist. Oder um es allgemeiner zu halten: Was passiert wenn der Blick nicht mehr nur noch einseitig und strukturell singulär von oben nach unten gedacht wird, sondern die vermeintlichen ErträgerInnen des Blicks zurückblicken? … “ | Aus: „DIE ÜBERLEGENHEIT DES BLICKS – Eine transdisziplinäre Verortung des fotografischen Blicks zwischen Kolonialismus und Tourismus“ Aria Sebastian Wojciechowski (2014) | http://www.whitecharity.de/wp-content/uploads/Wojciechowski.pdf

lemonhorse / 14 Juli 2016 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Subjektivität & Selbstverständnis (Fotografie) #4… ]

“ … Die helle Kammer (La chambre claire, Paris 1980) ist ein Essay des französischen Philosophen Roland Barthes. Barthes vermittelt hier die Möglichkeit, eine Phänomenologie und ein Kompendium der Photographie entwickeln zu wollen. Der zweite Teil hingegen ist sehr intim, womit er lehrhafte Aussagen zur Photographie aus dem ersten Teil wiederum demaskiert. In diesem Teil erscheint das für seinen medientheoretischen Diskurs über die Photographie wichtigste Photo, das als einziges Photo in dem Band nicht abgedruckt ist. Es ist eine Kindheits-Photographie seiner Mutter, auf die er bei der Suche nach dem für ihn Wesentlichen seiner Mutter beim Durchstöbern der Fotos nach ihrem Tod zufällig stößt. Barthes stellt somit die Subjektivität in seinem Diskurs über die Photographie heraus: „Es existiert ausschließlich für mich (…) bestenfalls würde es für Ihr Studium von Interesse sein: Epoche, Kleidung, Photogenität; doch verletzen würde es Sie nicht im mindesten.“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_helle_Kammer (7. Februar 2016)

lemonhorse / 14 Juli 2016 / Fraktal.Text, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

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