[Matti (1973 – 2017) … ]

Matti

“ … Mindexpander Logbuch: 161.Eintrag (10.12.1995, 22:23) … Ich sitze auf einem Stuhl, der naturwissenschaftlich aus gigantischen Zwischenräumen besteht, gefüllt mit Zwischenräumen. Ich tippe auf einer Tastatur – die mein Nervensystem als Antwort auf den nicht leicht fassbaren Energietanz konstruiert hat. Mein Nervensystem ist ebenfalls aus Zwischenräumen aufgebaut; funktioniert aber in diesem euklidischen Universum ganz gut (naja, Ansichtssache). … Das Nervensystem verfügt über ein eigenständiges System: das Bewusstsein … Es kann sich selbst umbauen, ausbauen, erweitern, vergrößern. … Es dient gewissermaßen als natürlicher Regulator, je nach Belastbarkeit des Nervensystems. … [Mein] Nervensystem ist jetzt leicht überlastet, sodass es die Beantwortung der unweigerlich auftauchenden Frage nach dem Sinn des Ganzen getrost dem 162. Eintrag überlässt. …“

lemonhorse / 28 April 2017 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Realitaets.Tunnel, Visual.Notes / 0 Comments

[Zum Wahn der Liebe #60 … ]

DerTagBrichtAn

Der Tag bricht an (Le jour se lève) Marcel Carné (1939)

Jochen Kürten (02.10.2014): “ … Die französischen Filme der 1930er Jahre waren oft von einer fatalistischen Grundhaltung geprägt, die filmischen Charaktere in einer Mischung aus Melancholie und Widerstand gegen Bürgertum und Staat gezeichnet. …“ | http://www.dw.com/de/restauriert-der-tag-bricht-an/a-17954177

“ … Alle Illusionen von der Überwindung existenzieller Nöte und wahrer Menschlichkeit sind angesichts des drohenden Krieges … vergangen. Trotzdem schimmert auch in diesem Film noch etwas von der Sehnsucht nach dem großen Glück zwischen Fabrikschloten und Großmaschinen durch. Die Poesie wird durch ein Blumenmädchen verkörpert, das sich auf ein Fabrikgelände verirrt und dort den Arbeiter Gabin kennen lernt. …“ | https://www.koki-freiburg.de/2005/0505/frankreich.html

“ … Eines Abends folgt er ihr heimlich in ein Varieté, wo sie den Auftritt des Hundedompteurs Valentin bewundert, mit dem sie eine Affäre hat. Frustriert lässt François sich auf eine oberflächliche Beziehung mit Valentins Exgeliebter Clara ein. Trotzdem kann er Françoise nicht vergessen. … — [(… Während der Herrschaft des Vichy-Regimes war die Aufführung des Films verboten.)] …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Tag_bricht_an

lemonhorse / 23 März 2017 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[RWF #2… ]


Reinhold (Gottfried John, Berlin Alexanderplatz)

[ “ … (Berlin Alexanderplatz ist eine 14-teilige deutsche Fernsehverfilmung der Bavaria/RAI im Auftrag des WDR von 1980. Es handelt sich um eine Literaturverfilmung des Romans Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin durch Rainer Werner Fassbinder in 14 Teilen.) … Reinhold, der ständig den Verdacht hat, dass Franz sich an ihm rächen will (was dieser gar nicht beabsichtigt), ist zunehmend neidisch auf Franz‘ Glück, und beginnt Mieze nachzustellen. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin_Alexanderplatz_(Fernsehverfilmung)]

// Victor (08.01.2015): “ … The feeling of guilt in Reinhold is not connected with his particular “transgressions”, sins or vices. It is ontological in its nature – it precedes actions and impulses. This guilt is located so deeply in Reinhold’s unconscious that what is instead in his consciousness is the sadistic severity, pathos of irreconcilability. … [The] Relationships between Franz and Reinhold are paradigmatic for the human culture. It is a moral distance between Gandhi and Churchill, Allende and Pinochet, Kennedy and Nixon, Bukharin and Stalin, Dietrich Bonhoeffer and “survivalists by any means” under totalitarian regimes. And it is a spiritual distance between people like Samuel Clemens [Mark Twain], William Faulkner, Godard or Fassbinder and craftsmen exchanging entertainment for enter-payment. … It is relationships between those who are ontologically (not by dogma) prone to feel existential goodness as their frame of reference, even when they do some evil, and those who spontaneously tend to feel unity with the Evil (who know deep inside that they are on the side of the Evil) even when they do some Good. Well, the matter here is psychologically tricky. … Whatever Franz does, and sometimes he does terrifying things, he knows that he is answerable to Good, responsible in front of it, and he suffers for his inability to sustain this responsibility. He knows that he is a sinner but his frame of reference is the scale of Goodness. And whatever Reinhold does he knows that he is lost for Good, that he is abandoned by it, and he suffers by being alone – with Evil. … Franz and Reinhold … They have to lose their bombastic identities which make them rigid and blind. …“ | From: „Rainer Werner Fassbinder’s “Berlin Alexanderplatz” (1982) – Franz and Reinhold, the “Eternal Couple” of Western Civilization“ (‚Acting-Out Politics – Weblog opens discussion about the psychology of Bushmerican style of behavior.) | Source –>> http://www.actingoutpolitics.com/alexander-platz/

lemonhorse / 9 März 2017 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zur Theorie der Macht (Wikileaks #15) … ]

(faz.net, 08.03.2017): “ … Akribisch beschreiben die Dokumente, die im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen von Wikileaks teilweise zensiert wurden, wie Agenten in Smartphones, Laptops oder Bordcomputer von Autos einbrechen oder Fernseher in Abhörwanzen umwandeln können. „Sie können Musik abspielen oder komplett die Kontrolle über das Auto übernehmen und einen Unfall verursachen, wenn sie jemand umbringen“, sagte der Sicherheitsexperte Ross Schulmer dem Sender CNN. … Eine andere Gruppe von Programmierern hat demnach Programme entwickelt, um gängige Smartphones zu hacken. So könnte der CIA laut Wikileaks sowohl den Standort des Besitzers senden als auch heimlich das Mikrofon und die Kamera des Handys aktivieren und so seine Audio- und Video-Kommunikation mitschneiden. Seit Oktober 2014 hat die CIA den Dokumenten zufolge auch versucht, Kontrolle über die Bordcomputer von Autos und Lkw zu erlangen – womöglich mit dem Ziel, künftig gezielte Tötungen ausführen zu können, die kaum noch nachzuweisen wären, wie Wikileaks mutmaßt. … Laut Wikileaks war neben dem CIA-Hauptquartier in Langley Frankfurt ein Ausgangspunkt der Überwachungen. So hätten die Hacker vom dortigen amerikanischen Generalkonsulat aus ihre Angriffe in Europa, dem Nahen Osten und Afrika gesteuert. In Frankfurt befindet sich einer der größten Knotenpunkte für das europäische Internet. …“ | http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wikileaks-cia-spaeht-smartphones-und-fernseher-aus-14914713.html

Oliver Georgi „Wikileaks-Enthüllungen „Der BND macht ähnliche Sachen““ (08.03.2017): “ … [Konstantin von Notz]: Dass Geheimdienste spionieren und dabei teilweise auch drastische Mittel verwenden, ist natürlich nichts Neues – aber die Enthüllungen sind in Umfang und Konkretisierung schon erstaunlich. Wenn potentiell jeder Fernseher, jedes Smartphone und auch jedes andere Gerät in unserer digitalen Infrastruktur zu einer Wanze umfunktioniert werden kann, dann geht das weit über alle bisherigen Vorbehalte gegenüber der neuen Technik hinaus. Es zerstört grundlegend das Vertrauen der Bürger in unsere digitale Infrastruktur – das ist auch wirtschaftspolitisch ein Riesenproblem. … Wenn wir bei allem, was wir sagen und schreiben, Angst haben müssen, dass es morgen gegen uns verwendet wird, dann führt das in eine Unfreiheit, die zutiefst zersetzend ist. Und wenn ein Staat, der rechtsstaatliche Prinzipien für sich beansprucht, in der digitalen Welt rechtsstaatlich wilde Sau spielt, dann geht jeder moralische Anspruch verloren. … “ | http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/konstantin-von-notz-fordert-grenzen-fuer-geheimdienste-14914903.html

Beat Leutwyler 13 (beat126) 08.03.2017 17:13 “ … Wenn Geheimdienste tun und lassen können was sie wollen stellt sich für die Bürger weltweit die Frage, warum es eigentlich Verfassungen gibt. …“

“ … WikiLeaks gefährde mit den Enthüllungen von Hackerangriffen der CIA auf Handys und Fernseher die Bürger, klagt der Geheimdienst. … Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat eine eigene Programmiertruppe aufgebaut, um systematisch Sicherheitslücken und Schwachstellen in Smartphones, Computern aber auch Fernsehgeräten oder Telefonanlagen auszunutzen. Dass diese Dokumente nun öffentlich seien, gefährde das Leben von US-Bürgern, sagt die CIA. … “ | http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-03/usa-cia-wikileaks-cyberspionage-datenschutz

Temposcriber #16 (09.03.2017): “ … ENTHÜLLUNGEN von Hackerangriffen gefährden die Sicherheit. Nicht die Hackersngriffe selbst, sondern die Tatsache dass man erwischt worden ist … “ http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-03/usa-cia-wikileaks-cyberspionage-datenschutz?cid=11970595#cid-11970595

Dolian #16.1 (09.03.2017): “ … Wie sagte Snowden: „Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein begangenes Verbrechen behandelt wird, werden wir von Verbrechern regiert“ …“ | http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-03/usa-cia-wikileaks-cyberspionage-datenschutz?cid=11970845#cid-11970845

Thomas Seibert und Kurt Sagatz (09.03.2017): “ … Dass sich neben Computern und Smartphones auch Smart-TVs zum Ausspähen eignen, ist an sich nicht neu. Vor drei Jahren wurde erstmals darüber berichtet, dass mit den Smart-TVs Daten über die Fernsehnutzung erhoben und an TV-Sender verschickt werden konnten. Den Wikileaks-Enthüllungen zufolge ist es den CIA-Hackern gelungen, bei einigen Samsung-Fernsehern Zugriff auf das Mikrofon und die Kamera zu erhalten, wobei der Fernseher dem Anschein nach ausgeschaltet ist. …“ | Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/cia-spionage-warum-trump-die-wikileaks-enthuellungen-helfen-koennten/19490594.html

bmkt 09:01 Uhr: “ … Vor ein paar Monaten wurde hier über Verschwörungstheorien diskutiert und größtenteils über die gelacht, die ein o.g. Szenario für möglich hielten. …“

medienskeptiker (08.03.2017 13:12): “ … ok wir alle haben all das ohnehin schon lange vermutet … aber jetzt ist es BELEGT …“| https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/WikiLeaks-stellt-CIA-wegen-umfangreicher-Hackprogramme-an-den-Pranger/NIEMAND-stellt-die-wirkliche-Frage/posting-30063593/show/

Florian Rötzer „WikiLeaks stellt CIA wegen umfangreicher Hackprogramme an den Pranger“ (08. März 2017): “ … Eine Abteilung, genannt Automated Implant Branch (AIB), hat Programme für automatisierte Infektion von Computern über verschiedene Wege und der Kontrolle von Schadsoftware wie Medusa oder Assasin entwickelt. Großen Wert legt man darauf, dass die Cyberwaffen oder Schadprogramme bei einer forensischen Überprüfung nicht auf die CIA oder die Regierung zurückverfolgt werden können. Das wird bei anderen Geheimdiensten wie denen Russlands oder Chinas nicht anders sein, woraus sich ableiten lässt, dass die in letzter Zeit behaupteten Zuschreibungen von Hacks an russische Gruppen mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten im Auftrag des Kreml großes Theater sind. Aber der CIA ging es nicht nur um Belauschen und Zugriff auf Daten. Im Oktober 2014 suchte man nach Möglichkeiten, auf Steuersysteme von neuen PKWs und LKWs Zugriff erlangen zu können. Gründe werden nicht genannt, aber es wäre möglich, aus der Ferne Fahrzeuge zum Stoppen zu bringen oder, wie WikiLeaks anmerkt, Anschläge zu machen, die nicht zurückverfolgbar sind, indem man die Fahrzeuge beschleunigt und gegen ein Hindernis fahren lässt. …“ | https://www.heise.de/tp/features/WikiLeaks-stellt-CIA-wegen-umfangreicher-Hackprogramme-an-den-Pranger-3646552.html

Christoph von Marschall „Die Empörung verbraucht sich“ (08.03.2017): Die Enthüllungsplattform hat soeben die Programme veröffentlicht, mit denen der US-Auslandsgeheimdienst sich in Smartphones, Computer und die Kommunikation über soziale Medien hackt – ja, sogar einen ausgeschalteten Smart-TV als Instrument zum Abhören von Gesprächen in dem betreffenden Raum nutzen kann. Die Verschlüsselung von Apple- wie Android-Geräten habe die CIA geknackt. … [es] muss inzwischen wirklich jede interessierte Zeitgenossin und jeder interessierte Zeitgenosse wissen und sich damit abfinden: Kommunikation ist nicht mehr zu schützen. Die meisten Bürger sind ja noch gut dran. Warum sollte sich jemand die Mühe machen, die sprichwörtliche Lisa Müller in Oldenburg oder Otto Schmidt in Stuttgart abzuhören. …“ | http://www.tagesspiegel.de/politik/wikileaks-coup-vault-7-die-empoerung-verbraucht-sich/19487006.html

Ach 08.03.2017, 12:01 Uhr: “ … „Die Empörung verbraucht sich“ Gibt ja schließlich genug Freunde von CIA und NSA, die noch nie empört waren und das auch so seit Jahren zur Pflege des Meinungsbildes verkünden. …“

tizian2011 08.03.2017, 15:52 Uhr: „Oder ich formuliere es mal kürzer, wie die Schlagzeile aus meiner Sicht aussähe: Nicht: Die Empörung verbraucht sich – Sondern: Die Resignation hat gesiegt

Heinz321 08.03.2017, 11:17 Uhr: “ … [Stell Dir vor, Wikileaks landet den größten Coup seiner Geschichte, und die Öffentlichkeit findet andere Themen wichtiger.] … Der Autor sollte nicht von sich auf andere schließen. Ist hier vielleicht der Wunsch Vater des Gedankens? …“

Thomas_Mueller 08.03.2017, 15:22 Uhr: “ … „Die Empörung verbraucht sich“ – das wünscht sich vielleicht die Politik und der ihr nahestehende Journalismus …“

tagestorsten 08.03.2017, 10:57 Uhr: “ … Warum sollte sich jemand die Mühe machen, die sprichwörtliche Lisa Müller in Oldenburg oder Otto Schmidt in Stuttgart abzuhören. – Der Autor hat das aktuelle Prinzip der Überwachung nicht verstanden. Hier hört keine eine Telefonanlage wie in den 50er-Jahren ab. Man macht sich keine Mühe, um Gründe für die Sammelwut zu suchen. Erstmal sammelt man Daten und dann schaut man was man damit anstellen kann. Und das alles vollkommen automatisch. Auch Lisas Daten aus Oldenburg können interessant sein. …“

Whatever, 08.03.2017 14:35: “ … Was bleibt ist die Gewissheit, dass wir jederzeit abgehört und überwacht werden (egal ob von den USA, den Chinesen oder Russen oder unseren eigenen Leuten), unsere Regierung uns weder schützen kann noch will, es einen akzeptierten doppelten Standard bei Rechtsverstössen bzgl. Datenschutz / Briefgeheimnis gibt (Geheimdienste = „ok“ vs Unternehmen / Privatleute = „zu ahndender Rechtsbruch“). Damit sinkt das Vertrauen in den Rechtstaat und Demokratie …“ | https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Techniker-analysieren-Vault-7-von-Wikileaks-Ein-Github-fuer-Malware/Was-bleibt-ist-die-Gewissheit-dass/posting-30064223/show/

// “ … Vault 7 is a series of documents that WikiLeaks began to release on March 7, 2017 that detail activities of the United States Central Intelligence Agency to perform electronic surveillance and cyber warfare. …“ | https://en.wikipedia.org/wiki/Vault_7

lemonhorse / 9 März 2017 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Kriegsschauplätze (1947) #28… ]

“ … Einen Tag nach Borcherts Tod, am 21. November 1947, fand die Uraufführung von Draußen vor der Tür in den Hamburger Kammerspielen statt. Erst kurz vor Premierenbeginn erreichte die Todesmeldung die Mitwirkenden …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Borchert (31. Januar 2017)

“ … Kurz vor seinem Tod in Basel urteilte [Wolfgang Borchert] in einem Interview über den sich abzeichnenden Erfolg seines Stücks: „Daß eine Reihe von Bühnen mein Stück aufführt ist reine Verlegenheit – was sollen sie sonst tun?“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Drau%C3%9Fen_vor_der_T%C3%BCr (31. Januar 2017)

Lutz Herden „1947: Klabautermann“ (13.02.2017): “ … Das Heimkehrer-Drama „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert wird als Hörspiel ausgestrahlt [am 13. Februar 1947 vom Nordwestdeutschen Rundfunk]. … Wer den Krieg überlebt hat, ist nicht davongekommen, glaubt der Autor … Borchert wird Beckmann. Und Beckmann rettet Borchert. Für ein paar Tage zumindest, für acht, um genau zu sein, in denen Draußen vor der Tür entsteht als dramatisches Traktat, das wohl „kein Theater spielen und kein Publikum sehen will“, ist der Autor überzeugt. … Beckmann in seiner Stunde null trifft auf Deutschland im Jahr zwei nach der Stunde null, auf Menschen, befallen von der Seuche und Sucht des Vergessens, gegen die kein Krieg gewachsen ist. Und keine Not. Beckmann kann tun, was er will, bebend vor bleierner Schwere und zitternd vor angestauter Verzweiflung, immer zieht es ihn ins nasse Grab der Elbe, wo es kalt ist und er endlich wieder einschlafen kann, wenn das Vergangene hinabsinkt wie ein leerer Stiefel. … „Lass Dich auf Deinem einmal beschrittenen Weg nicht beirren. Schreibe für uns, Deine Kameraden“, verlangt einer, der mit „ein Kriegsversehrter aus Essen“ unterschreibt. Dass Borcherts expressive Sprachwut viel fatalistische Hingabe ans Unabänderliche umgibt, stört kaum. Der Zeitgeist verzeiht nicht nur, er braucht die suizidale Inbrunst. Und Bertolt Brechts Hinweis – „Die dunklen Mächte“, (…) die dich da schinden, sie haben Name, Anschrift und Gesicht“ – verblasst. …“ | Quelle: https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/1947-klabautermann

lemonhorse / 14 Februar 2017 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

[Zur Verortung der Seele der SPD #2… ]

(16. Januar 2017): “ … In Deutschland hätten 36 Milliardäre mit 297 Milliarden US-Dollar so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung. …“ | Quelle: „Soziale Ungleichheit laut Oxfam enorm“ , http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/oxfam-davos-ungleichheit // SchmidchenSchleicher #15 (2017): “ … „…Die acht reichsten Männer besitzen laut einer Studie ein größeres Vermögen als die Hälfte der Weltbevölkerung….“ Die Reichen wissen halt besser, wie man mit Geld umgeht. Wenn arme Leute zuviel Geld in der Tasche haben, stellen sie damit sowieso nur Unsinn an. …“ | http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/oxfam-davos-ungleichheit?cid=11169171#cid-11169171

sonstwer (2017):“ … Es ist absolut unerheblich, ob jetzt 8, 50 oder 100 Menschen soviel besitzen wie die halbe Menschheit. Man muss auch nicht irgendwelche Statistiken von Oxfam glauben, sondern nur mit offenen Augen durch die Welt gehen: Ganz ohne Häme und vermeintliche Weltungergangsparanoia kann man dann erkennen, dass das aktuelle kapitalistische System ein massives globales Verteilungsproblem hat, welches früher oder später in Gewalt umschlagen wird. Um nach Lösungen zu suchen, muss man jedoch die aktuelle Realität erst einmal anerkennen. Und wenn man sich die ewig gleichen Predigten der ökonomischen Hohepriester so anguckt, können einem zukünftige Generationen nur leid tun. …“ | http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/oxfam-davos-ungleichheit?cid=11190647#cid-11190647

Bilkay Öney „Wir wiederholen uns. Das nervt!“ (31.01.2017): “ … die SPD zieht schon wieder mit Gerechtigkeit in den Wahlkampf. So gewinnt man nicht. … Wir wiederholen uns. Das nervt die Menschen. …“ | http://www.tagesspiegel.de/politik/spd-und-soziale-gerechtigkeit-wir-wiederholen-uns-das-nervt/19326796.html

2010ff 31.01.2017, 20:37 Uhr: “ … Merkwürdig: Frau Öney ist genervt von dem Thema soziale Gerechtigkeit. Als Sozialdemokratin. … Immer dasselbe. … Wen das als Sozialdemokraten nervt, der ist von Sozialdemokratie genervt. …“

Sebra 31.01.2017, 18:00 Uhr: “ … Endlich sagt es mal jemand, dass die SPD mit den Lebensverhältnissen der kleinen Leute nichts mehr zu tun haben will. …“

Leineweber 31.01.2017, 12:31 Uhr: “ … Sehr geehrte Frau Oney! „… natürlich ist die gesamte SPD für soziale Gerechtigkeit …“ schreiben Sie. Das ist absolut lächerlich. Die SPD ist die Partei, der wir Hartz IV verdanken, … , die sich mit Gabriel für das TTIP-Abkommen der Konzerne starkgemacht hat, … “ —> // EINSCHUB & RÜCKBLENDE (2013): Hans Monath „Schröders umstrittenes Erbe“ (11.03.2013): “ … Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatten gemeinsam entschieden, den Ex-Kanzler einzuladen. Besonders über den Besuch freuen dürfte sich Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der seine Partei früher vehement vor Korrekturen der Agenda gewarnt hatte. Der Ex-Finanzminister würdigt Schröders Mut auch heute noch regelmäßig in SPD-Veranstaltungen – und erhält dann auch Applaus, der allerdings nie frenetisch ausfällt. …“ | http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-03/altkanzler-schroeder-jahrestag-agenda2010 //

Mecklenburger 31.01.2017, 15:29 Uhr: “ … Frau Öney, könnte es sein, dass Sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen? Oder anders gefragt: Wo sollte Ihrer Meinung die Kernkompetenz der SPD liegen – wenn nicht auf dem weiten Feld der sozialen Gerechtigkeit? … Was nervt mich als Wähler? Ich habe es satt, vor der Wahl großartige Versprechen zu hören, die sich hinterher als Versprecher entpuppen. Soziale Ungerechtigkeit, an dieser Schraube hat die SPD seit 1998 unablässig gedreht, ohne sich Gedanken um die Konsequenzen für ihre Stammwähler und sich selbst zu machen. Nun ist der Katzenjammer groß, da sich die Wähler in hellen Scharen von ihr abwenden. Was nervt mich noch? Sie wollen auf Nebenschauplätzen Scheingefechte führen. Es ist natürlich bequem, auf die Themen Europa/EU, Migration/Flüchtlinge und Islamismus auszuweichen. … Allerdings schlägt die Stunde der Wahrheit, wenn man sich des großen Themas soziale Gerechtigkeit annimmt – nicht aus der Sicht einer gut versorgten Politikerin, sondern aus der Position von mehr als 7 Millionen prekär Beschäftigten und 1,7 Millionen Kindern, die in Armut leben müssen. Dieses Thema treibt die Menschen um, die auf die Tafeln angewiesen sind und trotzdem nicht wissen, wie sie Monat für Monat finanziell über die Runden kommen sollen. …“

MehrBeton 31.01.2017, 20:51 Uhr: “ … Irgendwie putzig, wie hier die passende Marketingstrategie für die kommende BT-Wahl diskutiert wird. … Solange die sog. Agenda 2010 als SPD-Errungenschaft nicht nur verteidigt, sondern sogar glorifiziert wird, solange wird die SPD mit der Erwähnung des Begriffes Soziale Gerechtigkeit vor allem Lach-Erfolge, aber bestimmt keine Wahl-Erfolge erzielen. Frau Merkel sahnt weiter die wirtschaftlichen Erfolge des Lohndumnpings als politisches Kapital ab, das die Südhälfte Europas in Depression und Verarmung gestürzt hat. und die deutsche Dominanz in Europa – besser gesagt: in der Europäischen Union – immer weiter zementiert hat. Kein wunder, dass sich immer mehr davon abwenden. Euer Genosse der Bosse hat für prächtige Gewinne und immer weiter steigende Exportüberschüsse der deutschen Industrie innerhallb der EU gesorgt, er war bedingungslos solidarisch mit seinen Bossen, die wie z.B. Winterkorn mit phantastischen Millionenboni die Gewinne abschöpfen durften, die die Arbeiter mit ihren immer weiter sinkenden Reallöhnen erwirtschaftet hatten. Wenn es irgendeinen Ansatz geben würde mit dem Schulz das Thema Solidarität oder wegen mir auch Gerechtigkeit auf ganz Europa – glaubwürdig – anwenden würde, dann wäre ich sogar gewillt mir so etwas mal genauer anzuschauen. Allein, nichts deutet darauf hin – bisher. …“

// Nachtrag #1
Andreas Casdorff (02.02.2017): “ … Es ist ja nicht so einfach mit der Politik – wird sich die SPD gerade sagen. Da will sie zu neuen Gipfeln empor, gar den Bundeskanzler stellen, und dann kommt: VW. Immer wieder. Was insofern misslich ist, als einer ihrer Ministerpräsidenten im Aufsichtsrat sitzt und das Unternehmen auch eine Staatsangelegenheit ist. Ausgerechnet dieser Aufsichtsrat hat gerade einer Zahlung von stolzen zwölf Millionen Euro für ein ausscheidendes Vorstandsmitglied zugestimmt: für Christine Hohmann-Dennhardt nach nur 13 Monaten. Andere, nicht zuletzt bei VW, erreichen das im Leben nicht. … Nun gibt es Gründe, rechtliche, für diese Zahlung. Aber sie kommt eben zur Unzeit, steht völlig quer zu dem, was die SPD den Wählern anbieten will: mehr Gerechtigkeit … . Ihr hilft wenig, dass Hohmann-Dennhardt Verfassungsrichterin war und Sozialdemokratin ist, im Gegenteil, das macht die Sache noch schwieriger zu erklären. Fälle wie dieser zahlen nämlich mächtig ein auf das Gefühl der Ungerechtigkeit, von dem der Kanzlerkandidat Martin Schulz jetzt dauernd spricht. …“ | http://www.tagesspiegel.de/politik/spd-ausgerechnet-jetzt-kommt-sie-sache-mit-der-hohem-abfindung/19336918.html

onkelrie 10:40 Uhr: “ … Die 12 Million fallen ja nicht von den Bäumen. Die werden erarbeitet von Leuten bei VW. Denen wird gesagt, dass sie keine Lohnerhöhung haben können, wegen der schwierigen Situation, die hohe Zahlungen erfordert. Andere kriegen keine unbefristete Stelle deshalb oder müssen weiter (schlechtbezahlte) Leiharbeit machen. Wieviel davon muss zusammen kommen, bis es 12 Million sind? …“

spreeathen 09:27 Uhr: “ … Ja, ja, die „hart arbeitenden Menschen“ … Gerade für die VW-Mitarbeiter, die im Zuge des Abgas-Skandals um ihren Arbeitsplatz bangen oder ihn schon verloren haben, muss eine solche Zahlung wie ein Schlag ins Gesicht sein. …“

// Nachtrag #2
Julia Friedrichs „Jedes 5. Kind ist arm“ (19. Januar 2017): “ … „Kinderarmut ist eines der beschämendsten Probleme in unserem Land“, sagte die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen 2007. „Für mich ist die Bekämpfung von Kinderarmut ein sehr wichtiger Punkt“, sagte die aktuelle Familienministerin Manuela Schwesig im Jahr 2014. „Kinderarmut ist ein bedrückendes Problem“, sagte Arbeitsministerin Andrea Nahles im Mai 2016. Welch große Einigkeit! Wenn aber alle ihre Bestürzung geäußert haben, wird es still, bis zur nächsten Statistik, der nächsten Welle der Empörung. Ich fühle mich dann wie in einer Zeitschleife. Denn die Zahl der armen Kinder ist bis Mitte der 2000er Jahre angestiegen und sinkt nicht. … “ | http://www.zeit.de/2017/02/kinderarmut-deutschland-eltern-chancen-sozialpolitik/komplettansicht

Immer noch Optimist #1.4 (2017): “ … kurze Geschichte aus meinem Bekanntenkreis: Michaels Mutter arbeitete als Bardame, Schwester Hartz-4, er selbst ist zeitweise im Heim aufgewachsen – also alles andere gute Voraussetzungen. Mit Willenskraft und Fleiß hat er es zu einem gut bezahlten Job im Öffentlichen Dienst geschafft. Ich bewundere ihn dafür. Es kann also klappen. …“

C.H.William #1.5 (2017): “ … „Es kann also klappen…“ Eben. Es ist also alles in Ordnung. …“

wawerka #1.10 (2017): “ … [„Es kann also klappen]…“ Hervorragender Kommentar, Sie haben „neoliberal“ zutiefst verinnerlicht! [Bei mir sah’s zuerst auch nicht so gut aus, aber dann habe ich im Lotto gewonnen. Ich bewundere mich dafür! Es kann also klappen…] … es lässt sich schon erahnen, was in diesem Land schiefläuft. „Ich kenne Leute…“, „Arbeitsmoral“ (Auch bei 4-jährigen? Oder doch erst ab 6?), man möchte Max Liebermann zitieren, wenn man solche Beiträge liest. …“

einervonvieren #24.3 (2017): “ … „Schuldigung, ich bin es leid immer von Kinderarmut zu reden. Schuld ist in den Meisten fällen nicht die Gesellschaft, sondern ganz alleine die Eltern…“ Und was kann das Kind dafür? …“

tbc.

lemonhorse / 1 Februar 2017 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 29 Januar 2017 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Visual.Notes / 0 Comments

[Wahrheit und Ekel #1… ]

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Berthold Lammert (9. April 1953): “ … Es ist fast schon ein Schlagwort geworden, zu sagen, an dem Verlust an Wesenhaftigkeit, an „Existenz“, sei „die Technik“ schuld. …“ | http://www.zeit.de/1953/15/mensch-und-technik

Michel Chaouli, EKEL (15. Juli 1999): “ … Immanuel Kants ästhetische Theorie thematisiert den Ekel an nur einer Stelle, und zwar um ihn aus dem Bereich des ästhetisch Darstellbaren auszugrenzen. In der Empfindung des Ekels werde der Gegenstand vorgestellt „als ob er sich zum Genusse aufdränge, wider den wir doch mit Gewalt streben“; deshalb könne die Vorstellung des Gegenstands von seiner Natur nicht unterschieden werden, „und jene kann alsdann unmöglich für schön gehalten werden“. …“ | http://www.zeit.de/1999/29/199929.t_ekel_.xml/komplettansicht

Michael Schorn (13.12.2011): “ … „Scripted Reality ist versuchter Publikumsbetrug“, meint der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Man benutze die Mittel des Dokumentarischen und suggeriere eine Echtheit, die es nicht gibt, so der 42-Jährige. „Erst im Abspann, gleichsam im Kleingedruckten, wird darauf hingewiesen, dass es sich um erfundene, gestellte Geschichten handelt“, kritisiert der Professor. … RTL meint dagegen zu seinen „Scripted Reality“-Formaten: „Wir wissen von unseren Zuschauern, dass sie am Nachmittag vor allem eines wollen: Unterhaltung. Genau das bekommen sie bei uns.“ …“ | https://www.hna.de/kultur/inszenierte-wirklichkeit-medienwissenschaftler-bernhard-poerksen-kritisiert-pseudo-doku-sendungen-1528030.html

Lutz Haucke (2007): “ … Es werden Wandlungen der Alltagsdarstellung zwischen den 60er und 80er Jahren diskutiert. …“ (Der inszenierte Alltag im DDR-TV – ein Zugang zur Alltagskultur der DDR?, MAZ/Materialien, Analysen, Zusammenhänge Bd. 20. Leipziger Universitätsverlag) | Aus: Kulturation 1/2007, Rezension über Henning Wrage (Hrsg.): Alltag. Zur Dramaturgie des Normalen im DDR-Fernsehen, http://www.kulturation.de/ki_1_rezi.php?id=52

Norbert Bayer (30. Oktober 2016): “ … Über das Café Espresso heißt es, es «war ein Planschbecken, in dem man sich mit Geistreicheleien und Bonmots bespritzte, sich reinwusch von der Ödnis des Offiziellen. Der vagabundierende Intellekt musste wach gehalten werden. Schon mittags gingen die Kognaks über den Tresen.» …“ | http://parole.norbertbayer.de/ddr-ostberlin-nachtleben-boheme-jutta-voigt-stierblutjahre-aufbau-verlag/

Matthias Penzel (27. Juli 2009) “ … Fallada. Von dem habe ich einmal einen Essay gelesen, abgedruckt in einem Programmheft zu einer Theateraufführung in Ost-Berlin, das Heft ranzig, weil es bei einem Dönerladen in Kreuzberg so lange zwischen zerblätterten Illustrierten, ADAC Motorwelt und Gala, gelegen hatte. Dieser Essay … über Moral und Verantwortung, Wahrheit und Ekel, war so, dass ich ihn sofort klauen wollte … weiterhin vibriert es zwischen den Zeilen und an den Rändern ungemein: Denn das ist natürlich nicht bloße Geschichte, nicht nur die Geschichte von einem, der sich eben einen Moment lang als „kleiner Schreiber“ der Verantwortung zu entziehen sucht, der dann narzisstisch wie jeder Künstler ist, politisch auch in politischem Desinteresse … eben ein Mensch mit seinen Macken. Gelegentlich, wenn einen der Wahn mancher Szene am Weiterlesen hindert, schaut man dann auf, denkt nach über das Jammern auf dem vermeintlich hohen Niveau, wie jämmerlich sich heute eigentlich Talentierte kompromittieren, wie sie den Bückling machen für weit weniger als das Retten ihres Lebens, sondern einfach nur für etwas mehr Geld; wie mancher Künstler oder Schreiber heute Wahrheit und Ehrlichkeit über Bord wirft, um dafür etwas vermeintliche Sicherheit und Ruhe von der Rentenkasse zu erhalten …“ | http://culturmag.de/rubriken/buecher/hans-fallada-in-meinem-fremden-land/690

“ … Philipp muss mit ansehen, wie Momo im Strichermilieu brutal zusammengeschlagen wird. Im Taxi bringt Philipp den schwer verletzten Bruder nach Hause. Als Eva-Maria in die Wohnung kommt und die Wahrheit über Momo erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen. … (Deutsche Erstausstrahlung: So 13.10.1996 Das Erste) …“ | http://www.fernsehserien.de/lindenstrasse/folgen/ekel-107892

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lemonhorse / 26 Januar 2017 / Fraktal.Text, Visual.Notes / 0 Comments

[El Libro #2… ]

[11. Januar 2017] … ZO: Mr. Gibson, warum gibt es noch Bücher? – William Gibson: Weil alle Alternativen nicht befriedigend sind. Ein physisches Objekt, das 300 unterschiedliche Screenshots darstellt, aber keine Elektrizität benötigt und für die Ewigkeit ist, wenn Sie es einigermaßen warm und trocken halten, ist eine verblüffende, hochmoderne Technologie. Mit der ersten elektromagnetischen Pulswaffe, die über Ihrer Stadt ausgelöst wird, werden alle anderen Informationen zerstört sein. Aber Ihr Buch ist noch da. // Quelle: http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2017-01/william-gibson-science-fiction-neuromancer-cyberspace-futurist/seite-4

lemonhorse / 13 Januar 2017 / Found.Stuff, Fraktal.Text / 0 Comments

[Zur Ontologie des nicht Seienden #14… ]

[fiktiver Kunde Chuck Finley]: — Martin Holland (03.01.2017): “ … Mitarbeiter einer Bibliothek im US-Bundesstaat Florida haben einen fiktiven Kunden erschaffen, um die Software zu überlisten, die entscheidet, welche Bücher nicht mehr vorrätig sein müssen. Wie der Orlando Sentinel berichtet, trugen die Bibliothekare einen „Chuck Finley“ ins System ein und ließen ihn in einem Zeitraum von neun Monaten 2361 Bücher ausleihen. Damit hätten die Mitarbeiter weder sich noch ihrer Bibliothek finanzielle Vorteile verschaffen, sondern lediglich verhindern wollen, das bestimmte Bücher entfernt und erfahrungsgemäß später neu gekauft werden müssten. …“ >> https://www.heise.de/newsticker/meldung/Software-ueberlistet-US-Bibliothekare-erfinden-Kunden-um-Buecher-zu-bewahren-3587185.html

Schily (03.01.2017): “ … Das Konzept ist mir schon aus den 1980ern bekannt – Damals wurden durch das Warenwirtschaftssystem der H.Berthold AG wertvolle Ersatzteile verschrottet, weil sie zu selten benötigt wurden.
Das hat einen riesigen Schaden angerichtet. Gelöst wurde es dadurch, daß weitsichtige Service-Techniker diese Teile gelegentlich orderten und nach ein paar Tagen als „doch nicht benötigt“ wieder zurücklieferten. Damit gab es bei diesen wertvollen Teilen „Bewegung“ und das Warenwirtschaftssystem hat sie verschont. …“

Jason Ruiter (30.12.2016):“ … Records show that dozens of books were checked out and then checked back in again all in the same hour. The fictional Chuck Finley was named after „a ballplayer,“ according to the inspector’s notes. Chuck Finley is a retired major-league baseball pitcher who played mostly for the California and Los Angeles Angels during a 17-year career. …“ >> http://www.orlandosentinel.com/news/lake/os-chuck-finley-lake-library-fake-reader-20161227-story.html

Cory Doctorow (02.01.2017): “ … Science fiction has grappled with this exact problem in the past: Connie Willis’s 20-year-old classic novella Bellwether features a patron (a social scientist who specializes in fads!) who goes to the library every week to check out titles that she knows to be out of vogue, but significant, to trick the library systems into retaining them. …“ >> https://boingboing.net/2017/01/02/automated-book-culling-softwar.html

“ … „Chuck Finley“ is an alias used by Commander Samuel „Sam“ Axe, USN (ret.), one of the fictional characters from the television series Burn Notice, played by Bruce Campbell. …“ >> https://en.wikipedia.org/wiki/Sam_Axe

SteampunkBanana: “ … Chuck Finley and an FBI agent have become very good friends due to his weekly checking out of 683 copies of Catcher in the Rye, so you can’t say it’s been all bad. …“

lemonhorse / 4 Januar 2017 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

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