[Fellini #27… ]

Arno Widmann (19.01.2020): “ … In einem Interview mit Wolfram Schütte erklärte Rainer Werner Fassbinder über Federico Fellini: „Das sind die perfektesten Filme für mich, die es gibt. Da gibt es keine schwache Sekunde, nichts, und das ist das persönlichste Kino, das ich kenne.“ (FR vom 31. Januar 1976) Ich beginne mit diesem Zitat, weil ich mich inzwischen so einsam fühle mit meiner grenzenlosen Begeisterung für die Filme Fellinis. …“ | Aus: „Fellini zum 100. Geburtstag: Er liebte die, die er karikierte“ | https://www.fr.de/kultur/tv-kino/fellini-100-geburtstag-liebte-karikierte-13450960.html

Stingadsguck (20.01.2020): “ … Hab erst am Wochende „Die Stadt der Frauen“ wieder gesehen. Fellini und vor allem auch Bergmann verstanden es, den Bildern eine Poesie zu verleihen, die bis heute unerreicht ist. Das Geheimnisvolle, der Mythos, die Psychologie der menschlichen Existenz ist allgegenwärtig und man hat nach einem Fellinifilm immer das Gefühl geträumt zu haben. Danach wacht man auf, irritiert, erstaunt, verführt und stimuliert, ohne genau zu wissen, was man jetzt da eigentlich gesehen hat. Der Beweis das Kino Kunst sein kann. …“ | Kommentar zu: https://www.derstandard.at/story/2000113483828/in-italien-wo-die-zitronen-und-die-neurosen-bluehen

lemon / 20 Januar 2020 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #42… ]

John Michael Krois (‚ZUR DARSTELLUNG VON SYMBOLISCHEN UND SOZIALEN STRUKTUREN‘, 1999): “ … Cassirer schreibt in der Tat einen „klassischen“ Stil, aber er spricht nicht die Sprache des Rationalismus: „Vernunft“ gehört nicht zu seinen Begriffen; diese sei für ihn „vage und unbestimmt“ und nur dann sinnvoll, wenn man ihr die „differentia specifica“ hinzufügt [[https://de.wikipedia.org/wiki/Genus_proximum_et_differentia_specifica]]. Aus animal rationale [[“ Mit diesem Ausdruck hob Aristoteles die Fähigkeit des Menschen zu denken als die wesentliche, ihn vom Tier unterscheidende Eigenschaft des Menschen hervor.“] https://de.wikipedia.org/wiki/Animal_rationale] wird animal symbolicum [[ „Der Begriff animal symbolicum wurde von Ernst Cassirer geprägt. Der Begriff hebt die typisch menschliche Fähigkeit hervor, Symbole hervorzubringen und in einer Welt der Symbole zu denken und zu leben. “ ] https://de.wikipedia.org/wiki/Animal_symbolicum], statt Vernunft ist die Teilnahme an symbolischen Formen das Entscheidende am Menschen. Animal symbolicum ist und bleibt „a mythical animal“ und Mythos ist keine historische Wirklichkeit, sondern „a permanent element in human culture“. Jedoch ist das Symbolische – und nicht die Macht das Zentrum von Cassirers Kulturbetrachtungsweise. Deshalb kann er Kultur den Prozeß der menschlichen Selbstbefreiung nennen. Diese Behauptung basiert auf keiner inhaltlichen Anthropologie, weder auf einem Rousseauschen Vertrauen in eine allgemeine bonte naturelle der Menschen [[ Die natürliche Güte des Menschen (Rousseau) ]] noch auf einer Verehrung für die „höchsten Exemplare“ wie bei Nietzsche. In seinen letzten Schriften spricht er am deutlichsten seine Ansicht aus: das Symbol gewährt die Mittel für eine mögliche Befreiung von Angst, Unterdrückung und Unwissenheit, gleichwohl analysiert er ebenfalls im Spätwerk auch noch ganz andere Möglichkeiten. Albert Speer meinte in den Spandauer Tagebüchern, Cassirer habe in „The Myth of the State“ wo er die Theorie der technischen Instrumentalisierung des mythischen Denkens ausarbeitet, das Einmalige und Neue im dritten Reich richtig erkannt: die neu gefundene Möglichkeit der Auslöschung selbstverantwortlicher Persönlichkeiten, die Ausschaltung des rationalen Widerstands. Die Öffentlichkeit einer schriftlichen Gesellschaft, auch Radio und Film, können bedient werden, um mythische Formeln zu verbreiten und so zur wirkungsvollsten aller Herrschaftsmittel werden, denn so werden Menschen von innen durch ihre eigenen Phantasien und Emotionen gelenkt und nicht bloß von außen gesteuert.

… Der Unterschied zwischen Bourdieu und Cassirer liegt in ihren Auffassungen von dem, was Cassirer die „kritische Kräfte“ der Kultur nannte – ästhetische, ethische und intellektuelle. Wir finden ihn in Cassirers Behauptung, Kultur ist der Prozeß der menschlichen „Selbstbefreiung“. Cassirer begründet diese Behauptung mit seiner Symboltheorie, aber eine pauschale Formel dafür gibt er nicht, denn dieser Befreiungsprozeß sieht in jeder symbolischen Form anders aus. ln Bourdieus Soziologie der symbolischen Formen muß eine solche Behauptung unrealistisch sein, denn eine Befreiung aus Machtverhältnissen ist nur sehr bedingt, wenn überhaupt möglich. Cassirers Behauptung läuft Gefahr, das politische Feld ganz zu verlassen und in den Idealismus zurückzufallen. Man könnte Cassirers Symbolphilosophie als apolitisch bezeichnen, und so wäre die Grenze zu Bourdieus Auffassungen gezogen.

… im Gegensatz zu Cassirer sieht Bourdieu nicht einmal in der Kunst einen Bereich, in dem der Allgegenwärtigkeit von Machtverhältnissen zu entkommen wäre. Bourdieu lehnt die rein ästhetische Auffassung der Kunst zugunsten einer sozialkritischen ab.

… Für Cassirer ist Kunst symbolische Form, ein Ausdrucksphänomen und nur sekundär Gegenstand von Geschmacksurteilen. in der Kunst geht es zunächst weder um Genuß noch um Gefallen. Kunst ist eine Darstellung von Ausdruck in einer symbolischen Form. Kunst ist eine „Intensivierung und Illumination“ des Lebens [[„Beleuchtung hat einen rein praktischen Zweck: Man kann etwas sehen. Illumination erhebt sich über den reinen Zweck und wird zur Kunst“ ] Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Illumination_(Beleuchtung)]. In der Kunsterfahrung nehmen wir sinnliche Inhalte wahr, aber im Gegensatz zum praktischen Leben geht es nur um ihre Formen. Dadurch werden unsere Gefühle und Emotionen in der Kunsterfahrung fundamental verändert. In der Kunst haben wir zwar mit tragischen, komischen und lyrischen Inhalten zu tun, aber wir erleiden diese Inhalte als emotionale Zustände nicht, wir erleben eine befreiende Erleichterung von ihnen. Wir erleben „die ganze Skala des menschlichen Lebens“: „die kontinuierliche Oszillation zwischen all seinen Extremen – zwischen Freude und Trauer, Hoffnung und Angst, Jubel und Verzweiflung“. Diese Erweiterung der Gefühle würde im alltäglichen Leben unerträglich sein. Doch in dem Kunsterleben sind wir befreit von der Last: „Die Last der Emotionen wird uns von den Schultern genommen; was wir fühlen, sind ihre inneren Bewegungen, ihre Vibrationen und Oscillationen – ohne ihre Gravität, ihre unterdrückende Macht, ihr Gewicht und ihren Druck“. Kunst ist Katharsis, aber nicht einfach im Sinne einer psychologischen oder moralischen Reinigung der Gefühle. Kunst transformiert die Gefühle: wir fühlen, ohne zu leiden, wir erleben das Passivste an uns (unsere Gefühle) als etwas Aktives, indem wir ein Werk nachvollziehen. Wir erleben eine Befreiung von den Inhalten durch ihre symbolische Darstellung, die einen Gefühlsablauf anregt und gleichzeitig Distanz ermöglicht. …“

Aus: MITTEILUNGEN DES INSTITUTS FÜR WISSENSCHAFT UND KUNST 54. JAHRGANG 1999, NR. 2-3: „SYMBOL-STRUKTUR-KULTUR – Zur erkenntnistheoretischen Grundlegung der Sozial-und Kulturwissenschaften nach Ernst Cassirer, Claude Levi-Strauss und Pierre Bourdieu“ | Quelle: http://www.iwk.ac.at/wp-content/uploads/2014/06/Mitteilungen_1999_2-3_symbol_struktur_kultur.pdf

lemon / 15 Januar 2020 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #41… ]

“ … Der Zauber des Medialen betreibt und forciert ihr Spiel. … Momente der Störung, der Inversion, der Setzung von Hindernissen und Widersprüchen. Sie beinhalten eine Hemmung, ein Stocken. Kunst bedeutet deren Fortschreibung, deren Vervielfältigung und Multiplikation, denn sie erfindet ständig neue und andere Würfe und Gegenwürfe des ›Un-Sinns‹ …“ Aus: DIETER MERSCH „Absentia in Praesentia – Negative Medialität“ – „Christian Kiening (Hg.) – Mediale Gegenwärtigkeit (Band 1, Zürich, im Frühsommer 2007)“ | https://www.mediarep.org/bitstream/handle/doc/12651/Kiening_2007_Mediale_Gegenwaertigkeit_.pdf

“ … Der Österreichische Rundfunk verwendete für die Vereidigung der neuen Bundesregierung die Untertitel einer anderen Sendung … aus der dritten Folge der Telenovela Alisa – Folge deinem Herzen … [ Mit 27 Jahren muss Alisa Lenz wieder von vorne anfangen. Ihr letzter Freund hat sie nicht nur mit einer anderen Frau betrogen, sondern auf Alisas Namen auch noch einen Berg Schulden gemacht, den sie nun abzahlen muss. Doch davon will sich Alisa nicht unterkriegen lassen. Ihr Weg führt sie nach Schönroda zu ihrer Adoptivfamilie und der Möglichkeit, bei „Castellhoff Optische Werke“ in ihrem Beruf als Feinoptikerin zu arbeiten. Alisa war gerade einmal vier Jahre alt, als ihre Mutter über Nacht verschwand. Drei Jahre später wurde ihr Vater Opfer eines Verkehrsunfalls und starb. Auf dem Weg in ihr neues Leben begegnet Alisa durch Zufall Christian Castellhoff. Ein Blick in seine blauen Augen führt sie in Versuchung, der Liebe noch einmal eine Chance zu geben. … Quelle: https://www.fernsehserien.de/alisa-folge-deinem-herzen] „| via https://ze.tt/orf-untertitelt-die-vereidigung-der-oesterreichischen-regierung-irrtuemlich-mit-telenovela-text/ | https://threadreaderapp.com/thread/1214566156008181768.html

Stefan Brettl: “ … Gehaltserhöhung für den Untertitel Mitarbeiter! …“

Coursera: “ … Das ist Geschichte und gehört ins Museum der Republik …“

Nordwicht: “ … Das ist noch eine Klasse besser als die Neujahrsansprache von Kohl. [https://www.spiegel.de/geschichte/tv-panne-an-silvester-a-947439.html] …“

Sofa King Wee Todd Ed : “ … der ORF gewinnt neues Ansehen in meinen Augen. ..“

Kommentare zu: https://www.derstandard.de/story/2000113023872/orf-entschuldigt-sich-fuer-abwicklungsfehler-tvthek-untertitel-sorgten-bei-angelobung

PTT (08.01.2020, 15:14 Uhr): “ … Die Geburt einer neuen Kunstform! …“ | https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/regierungsvereidigung-mit-falschen-untertiteln-hoffentlich-haelt-die-strumpfhose/25400044.html

lemon / 9 Januar 2020 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #40… ]

… Im Zirkus der Neo-Autokraten ... in einer Kultur der Bilder, Images und Ikonen Entertainer, Filmstars, Darsteller, Reality-TVMünchhausen-Biografie als ErfolgsgeschichteRealitätsverlust das Illusionsspiel, der Irrwisch

“ … Angesichts der aggressiv vorgebrachten Willkür und exzessiven Gewalt, lässt sich König Ubu nur mit Abstrichen als optimistische Feier der „fröhlichen Relativität einer jeden Ordnung“ (Bachtin) lesen. Vielmehr haben wir es in diesem Stück mit einer permanenten wechselseitigen Durchdringung von Komik, Tragik und Groteske zu tun, die durchaus nicht einer sozialkritischen Komponente entbehrt und dem Leser/Zuschauer das Lachen häufig im Halse stecken bleiben lässt. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig_Ubu (2. Oktober 2019)

Torsten Körner (06.01.2020): “ … Im Zirkus der Neo-Autokraten, die uns deshalb an Clowns erinnern, weil ihre Masken der Einfalt so lächerlich wirken im Angesicht der vielfältigen Herausforderungen, spielt Donald Trump eine besondere Rolle. // [ Einschub: [ … Donald Trump … [der] nach Zählung der Washington Post schon mehr als 15 000 Lügen und irreführende Behauptungen in die Welt gesetzt hat, seit er im Amt ist. … >> https://www.washingtonpost.com/politics/2019/12/16/president-trump-has-made-false-or-misleading-claims-over-days/ ] ] // Natürlich ist man versucht, den Phänotyp Trump als Clown zu klassifizieren. Sein Joker-Grinsen, sein Karotten-Teint, seine stets zu langen, aggressiv flammenden Krawatten, die bizarren Fragmente einer Frisur, die Buffo-Silhouette, er ist ein Comic, eine Karikatur. Aber ist nicht das bereits Teil seines Erfolges? In einer Kultur der Bilder, Images und Ikonen hat es Trump geschafft, als Bildbotschaft wahrgenommen zu werden. Seine Sprache ist kurz, laut, sie erbricht Ausrufezeichen, er ist das Emoji für Wut und Zorn im Oval Office, er ist der Panzerknacker im Weißen Haus. Der US-Autor Kurt Andersen bezeichnet Donald Trump in seiner Studie „Fantasyland“ als „Ausgeburt des illusorisch-industriellen Komplexes“. In einer Nation, die aus Lügen und Fiktionen hervorgegangen ist, deren Mentalität von radikalem Individualismus und extremer Religiosität geprägt wurde, und in einem Land, das Hollywood und Disneyland geschaffen hat, ist Donald Trump als Showman die perfekte Verkörperung einer Kultur, die primär nicht mehr auf Fakten, sondern auf Fantasy setzt. Da, so Andersen, Amerikas Geschichte einen „500-jährigen Realitätsverlust“ darstelle, könne Trump seine Münchhausen-Biografie als Erfolgsgeschichte verkaufen, weil es einen kollektiven Willen zur eigenen Wahrheit gebe, zum eigenen Wahn, zur Verwechslung von Realität und Einbildung.
Dass es nicht 500 Jahre Realitätsverlust braucht, um einen Komödianten zum Präsidenten zu machen, zeigten die Ukrainer, als sie im Frühjahr 2019 den Fernsehstar Wolodymyr Selenskyj zu ihrem Hoffnungsträger wählten. In einem Telefongespräch mit Donald Trump schmeichelte Selenskyj dem Amerikaner, er sei ein „großer Lehrer“ für ihn gewesen. Man könnte meinen, Selenskyj, dessen Programm bislang vage bleibt, habe Trumps politischen Karriereweg radikalisiert. Während Trump eine lange Biografie als Entertainer, Filmstar und Darsteller im Reality-TV vorweisen konnte, reichte Selenskyj eine Fernsehserie, um Realität und Fiktion auszutauschen. … Der Clownspolitiker suggeriert dem staunenden Publikum, er selbst sei der Moment, auf den es ankomme. … “ | https://www.tagesspiegel.de/politik/trump-johnson-selenskyj-bolsonaro-und-co-wir-leben-imzeitalter-der-clown-politiker/25388252.html / https://www.deutschlandfunk.de/politik-als-manege-das-zeitalter-der-clowns.1184.de.html?dram:article_id=463935

Offenbach-am-Meer 06.01.2020, 21:48 Uhr: “ … Ich finde diesen Beitrag inhaltlich falsch. Ein echter Clown steht immer in Interaktion mit seiner Umwelt. Bewusst spiegelt er deren Schwächen und kollektive Stereotypen, er führt dem Publikum eigene Unzulänglichkeiten auf eine Weise vor Augen, dass es ihm nicht übel genommen werden kann. Echte Clowns beherrschen die Kunst, dass die Zuschauer letztendlich über sich selbst lachen, ohne es zunächst zu merken. Dabei schwingt in der Clownerie immer etwas Melancholie mit, die verhindert, dass aus dem Lachen ein Auslachen wird, dieses Spiel beherrschten ein Charles Chaplin, ein Jacques Tati perfekt: Sie brachten ihr Publikum zwar zum Lachen, lösten aber auch Empathie aus und brachten ihr Publikum dazu, eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Anders ein Trump, ein Grillo, ein Johnson und wie sie alle heißen: Hier geht es meiner bescheidenen Meinung nach um nichts von alledem, sondern um die reine aggressiv-verbissene Selbstdarstellung von Narzisten. Die Interaktion mit dem Publikum ist bei ihnen reduziert auf das reine Beifallspenden. Es geht ihnen ganz alleine nur um sich selbst, das unterscheidet sie von echten Clowns. Und das unterscheidet sie auch von einem Brutal-Clown wie Coluche: Der wusste, wann es genug war mit brachialer Provokation, genau wie der literarische Eulenspiegel, verbeugte sich vor dem Publikum, dem das Lachen im Hals stecken blieb, und nahm seinen Hut. …“

haphazard 06.01.2020, 20:33 Uhr: “ … Der Vergleich der im Artikel genannten Machthaber mit Killer-Clowns ist alles andere als abwegig, aber dennoch insgesamt noch zu harmlos. … Sicherlich aber handelt es sich bei allen um machtgeile, skrupellose Männer mit einer narzisstischen Störung. Großartige Aussichten für das weitere Zusammenleben auf diesem Planeten. …“

fluechter 05.01.2020, 20:09 Uhr – Antwort auf den Beitrag von ach 05.01.2020, 16:17 Uhr: “ … Sicherlich war auch Adolf Hitler als Österreicher ein „Ausländer“, gewählt wurde er ja nun einmal zum Reichskanzler der Deutschen. Hitler ist eine historische Vorlage für einen „Clown-Politiker“, wie ein Zirkuspferd wurde er anfangs belächelt, man lud ihn ein in die höchsten Kreise, wo man nach immer neuen Formen der Unterhaltung suchte und Adolf Hitler, dieser kleine Mann mit den seltsamen Haaren, der krähenden Stimme und den wirren Ideen bot diesen Unterhaltungswert. Hitler brauchte aber Unterstützer, bevor er Macht gewinnen konnte beim breiten Publikum, er brauchte Förderer, die ihm halfen, sich propagandawirksam als eine bizarre Herrscherfigur zu inszenieren, als eine Art cineastische Erlöserfigur für ein vom ersten Weltkrieg und den Weimarer Jahren gebeuteltes und enttäuschtes „Volk“. Adolf Hitler und der Propagandaapparat des Joseph Goebbels sind vielleicht die Vorlage für die heutigen „Clown-Politiker“, die Ziele mögen andere sein, die politischen Programme ebenso, aber das Illusionsspiel, der Irrwisch, die Verführungsmasche, die ist doch ähnlich, meine ich. Und jeder Clown-Politiker braucht auch heute eine sehr, sehr große Werbetrommel, sonst läuft das alles ja auch nicht. …“

kommentr 05.01.2020, 19:45 Uhr: “ … In unserer Bundesregierung sehe ich auch so einige Clowns und Clowninnnen. …“

Kaypakkaya 06.01.2020, 20:39 Uhr: Antwort auf den Beitrag von kommentr 05.01.2020, 19:45 Uhr: “ … Gewiß! Nur sind die nicht lustig. …“

Nachtrag #1:

via https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/09/how-america-lost-its-mind/534231/

Nachtrag #2:
“ … Reality tunnel is a theory that, with a subconscious set of mental filters formed from beliefs and experiences, every individual interprets the same world differently, hence „Truth is in the eye of the beholder“. … The idea does not necessarily imply that there is no objective truth; rather that our access to it is mediated through our senses, experience, conditioning, prior beliefs, and other non-objective factors. The implied individual world each person occupies is said to be their reality tunnel. The term can also apply to groups of people united by beliefs: we can speak of the fundamentalist Christian reality tunnel or the ontological naturalist reality tunnel. A parallel can be seen in the psychological concept of confirmation bias—the human tendency to notice and assign significance to observations that confirm existing beliefs, while filtering out or rationalizing away observations that do not fit with prior beliefs and expectations. This helps to explain why reality tunnels are usually transparent to their inhabitants. … For Robert Anton Wilson, a fully functioning human ought to be aware of their reality tunnel, and be able to keep it flexible enough to accommodate, and to some degree empathize with, different reality tunnels, different „game rules“, different cultures …. Constructivist thinking is the exercise of metacognition to become aware of our reality tunnels or labyrinths and the elements that „program“ them. Constructivist thinking should, ideally, decrease the chance that we will confuse our map of the world with the actual world…. [This philosophy] is currently expressed in many Eastern consciousness-exploration techniques. …“ | https://en.wikipedia.org/wiki/Reality_tunnel (27.07.2019)

lemon / 7 Januar 2020 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #39… ]

J. Dienstag, 24. Dezember 2019 17:50 : “ … „Ich kann auf die Schnelle nicht sagen, wieviel ich ihm verdanke. Sehr viel.“ – Dem kann ich, der ich HLG als Punk entdeckte und feststellte, dass seine Kolumnen fast immer mehr Punk im Sinne der Negation der falschen Verhältnisse waren, als alles was sich sonst gerne als Punk bezeichnete, nur zustimmen. Und dabei war der Lieblingsmusiker Gremlizas der Nichtpunk schlechthin, Mr. Frank Sinatra. KS “ | http://www.kaysokolowsky.de/sail-away-hlg/#comment-4489

[…] Konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza ist tot … [er], ist mit 79 Jahren gestorben. — Hier eine Stilprobe: „Für Sarrazin wie seine Parteigänger aus allen Parteien sind Leistungsträger nicht Krankenpfleger und Kindergärtnerinnen, sondern Leute mit einem Jahresgehalt von hundert- bis fünfhunderttausend Euro netto, in sozial wertvollen Berufen wie dem des Investmentbankers und seines Insolvenzverwalters. Der bürgerliche Zwangscharakter nämlich verachtet noch als Greis, wundgelegen in seiner Scheiße, den Pfleger, der es zu nichts Besserem gebracht hat als zu seinem Wohltäter.“ (aus Gremlizas Kolumne in KONKRET 11/2009)

via https://klausbaum.wordpress.com/2019/12/23/troptard-hermann-l-gremliza-ist-tot/ | https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_L._Gremliza // Impuls via http://welteninwelten.blogspot.com/2019/12/hermann-l-gremliza-1940-2019.html

lemon / 25 Dezember 2019 / Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Momente & Realitätskerne #2 … ]

Gelöster Loser (12/2019): “ … Unvergessen ein Gespräch mit meiner sechsjährigen Tochter, die währenddessen zweifelnd zur neunjährigen Schwester rüberschielte welche den „ich erklär dir nachher wie es wirklich ist“-Blick aufsetzte. Ab da war mir klar, dass Eltern als Welterklärer bei den jüngeren Kindern absolut keine Chance haben. …“ | Kommentar zu: https://www.derstandard.at/story/2000111949198/geschwister-sie-lieben-und-sie-hassen-sich (9. Dezember 2019)

lemon / 10 Dezember 2019 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

lemon / 8 Dezember 2019 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Momente & Realitätskerne #1 … ]

muetzenfalterin (02.12.2019): “ … Die Unsicherheit bei uns allen, wenn jemand in der Bahn sitzt, der offensichtlich den Verstand verloren hat. Meine Hemmungen, darüber zu schreiben. … , damit wir weiter funktionieren können, packen unser Leben handlich ein, in Träume und Angst. Eine stille, schüchterne Flucht. Vor dem Leben. Aber mehr noch vor sich selbst. …“ | Quelle: https://muetzenfalterin.wordpress.com/2019/12/02/21-5/


Kontext / Memo / Nachtrag #1

“ … Metakognitionen umfassen zum einen das Wissen und zum anderen auch die Kontrolle (Überwachung und Selbstregulierung) über die eigenen Kognitionen. … [Daneben gibt es] Eine einfache, grundlegende Form, das sogenannte Kernbewusstsein, … das Wesen des Kernbewusstseins ist das Gefühl von sich selbst, als individuellem Wesen. …“ | Textfraktal zu: https://de.wikipedia.org/wiki/Metakognition (6. September 2019)

lemon / 5 Dezember 2019 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments

lemon / 4 Dezember 2019 / Fraktal.Text, Visual.Notes / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #38… ]

“ … Visuelle Lust und narratives Kino (englischer Originaltitel: Visual Pleasure and Narrative Cinema) ist ein 1975 verfasster Essay von Laura Mulvey. … Laut Mulvey geht die Faszination bestimmter Hollywoodfilme der 1930er bis 1950er Jahre auf bereits bestehende Muster und geschlechtsspezifische Formen der patriarchal geprägten Gesellschaftsstrukturen, die bereits tief im Unbewussten verankert sind, zurück. In dieser Gesellschaft sei die Frau in einer symbolischen Ordnung gefangen, während der Mann seine Phantasien durch die Herrschaft der Sprache ausdrücken könne. … Mulvey nähert sich der „Lust am Schauen“ („pleasure in looking“) und des „Angesehen-Werdens“ („to-be-looked-at“) … an. … Mulvey demonstriert ihre Thesen anhand des Films Vertigo – Aus dem Reich der Toten (1958) von Alfred Hitchcock, da in seinen Filmen der männliche Blick durch die subjektive Kameraführung besonders forciert werde und der Zuschauer in die Rolle des männlichen Protagonisten versetzt werde. Sie kritisiert, dass dieser Film keine weibliche Betrachtungsweise zulasse. … Ihr Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass der Blick des Kinos nicht neutral ist, …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Visuelle_Lust_und_narratives_Kino ( 30. September 2019)

Parviflorum #14: “ … „Man könnte Hustlers als Angebot begreifen, als Aufforderung an die Zuschauerin, sich auch die Filmgeschichte retroaktiv anzueignen und all die Diven und Pin-ups, bombshells und Babes aus dem Knast der Männerfantasie zu befreien.“ … Der „Knast der Männerfantasie“ hat viel von Projektion. Wer kennt ihn denn schon? …“ | Zu: Sabine Horst (21. November 2019) -> https://www.zeit.de/kultur/2019-11/hustlers-kinofilm-jennifer-lopez-feminismus-rezension/komplettansicht

redshrink #20: “ … Wenn Frauen auf andere Frauen mit einer erotischen Faszination schauen können – und nicht vor allem als zu bekämpfende Konkurrentin – wäre schon viel gewonnen. Dass sich Erotik wieder einmal auf perfekte Körper, Laiszivität, Styling – viel Styling – und den einstudierten Performances von inszenierten Showgrößen und Schauspielerinnen fest konzentriert, finde ich etwas ernüchternd. Genauso funktionieren konsumistische Leitbilder. Ob Frauen nun aus dem “Knast” männlicher Fantasien befreit werden, bezweifle ich. Dass Männer Frauen (oder andere Menschen) sexy finden, macht ihr Begehren nicht unbedingt zum Knast, zumal wenn sich dann der weibliche Blick an unerreichbarer und hochgradig stilisierter weiblicher Schönheit weidet. … Wirklich progressiv finde ich den hier beschworenen weiblichen Blick eher nicht. …“ | Zu: Sabine Horst (21. November 2019) -> https://www.zeit.de/kultur/2019-11/hustlers-kinofilm-jennifer-lopez-feminismus-rezension/komplettansicht

“ … Den männlichen Blick kontrollieren hier die Frauen – und wissen ihn zu nutzen. … Hustlers basiert auf einer Recherche der Journalistin Jessica Pressler für das New York Magazine und handelt von einer Gruppe New Yorker Stripperinnen, die auf die Finanzkrise 2008 damit reagierten, dass sie die Jordan Belforts der Wall Street unter Drogen setzten und abzockten. Man könnte sagen: Es ist eine Geschichte über ein Rudel Wölfinnen, die genauso sündig sind wie die Wölfe der Wall Street. “ | Aus: „Macht dich Geld nicht auch geil?“ (26. November 2019) | Quelle: https://www.zeit.de/kultur/film/2019-11/hustlers-kinofilm-jennifer-lopez-kritik/komplettansicht

Desaguliers #11: “ … Ach ja: Dann müsste nach der Logik dieser Kritik der Hochstapler, der Susanne Klatten abgezogen hat, ein Held sein, der sich nicht nur als antikapitalistischer Kämpfer erweist, sondern auch die Machtverhältnisse umkehrt. Ist das so, ZON? …“

Frau. Huber #11.3: “ … Da Männer allgemein in unserer Gesellschaft als Sexobjekt benutzt werden, sei es um fast nackt auf Kühlerhauben für Autos zu werben oder als Stripper für Frauen tanzen, die einen guten Geschäftsabschluss feiern, haben Sie völlig Recht. Frau Klatten als typische Vertreterin der weiblich dominierten Welt des Finanzadels steht hier sinnbildlich für die vielen Frauen in Vorstandsetagen und im Finanzsektor, der Held der Geschichte für die vielen Männer, die zur Prostitution gezwungen werden. Wie wir wissen sind männliche Prostituierte eine gute Einnahmequelle für die Mafia und sie werden häufig unter Drogen gesetzt, geschlagen und vergewaltigt, um sie gefügig zu machen. …“

Oneironautin #14: “ … J.Lo – Sexsymbol, Businessfrau, Popikone … oder Wichsvorlage. Ich habe meinen Bruder mal aus Versehen beim Onanieren erwischt, als eines ihrer Musikvideos auf MTV oder Viva lief. Das war zu Love Don’t Cost A Thing. Da sieht man JLo zunächst in einem mondänen Luxusappartement, wo sie mit ihrem Verehrer telefoniert und sich etwas gelangweilt für ein teures Geschenk bedankt, was den vielen Goldkettchen zufolge, die ihren Hals beschweren, wohl nicht das erste gewesen ist. Dann düst sie genervt mit dem Cabrio los und fängt an, sich all der verschwenderischen Accesoires zu entledigen. So flattert eine edle Handtasche in hohem Bogen aus dem Wagen. Später lässt sie die protzige Karre stehen und promeniert in gesäßbetonter Jeans eine palmenbesäumte, sonnendurchflutete Straße entlang. Jetzt fliegt das Designermäntelchen und der Schmuck weg. Schließlich kommt sie am Strand an, um sich dort, inzwischen halbnackt, mit akrobatischen Verrenkungen schmachtend zur subjektiven Kamera im Sand rumzurekeln. Für mich war JLo immer eine Businessfrau, die sich über ihr Äußeres vermarktete und feuchte Träume für frühpubertierende Teenager produzierte. Als Sängerin ließ sie sich einen durchkalkulierten Sound für die Charts verpassen. Als Schauspielerin hat sie, abgesehen von Out Of Sight, einen Haufen schrottiger Filme gedreht und war schon x-Mal für die Goldene Himbeere nominiert. Hustlers kenne ich nicht. Ich werde mal meinen Bruder anrufen, ob er Bock hat, mit reinzugehen. …“

Frau. Huber #14.1: “ … Ihre Geschichte hat mich daran erinnert, wie ich an der Uni in ein Gespräch mit Kommilitoninnen in einer Arbeitsgruppe gerutscht bin, in der eine erzählte, beim onanieren denke sie immer an Brad Pitt. Zwei andere meinten dann, sie auch und die anderen dachten bevorzugt an Johnny Depp, Leonardo DiCaprio und eine an ein italienisches Model, das in einer damals omnipräsenten Fernsehwerbung nackt aus den Wellen auftauchte.
Mein erster Freund wollte übrigens nicht,dass ich in die gemischte Sauna gehe, damit sich nicht irgendjemand beim Gedanken an meinen nackten Körper daheim einen runter holt… Ich konnte damals schon nicht nachvollziehen, worin er das Problem sah. Jeder darf doch phantasieren, was er mag, das hat ja nichts mit der realen Person zu tun, die er sich vorstellt. …“

“ … Das männliche Starren in der Werbung ist ein vergleichsweise gut untersuchtes Thema, und Werbung fällt einem eher als Film ein, wenn der Begriff genannt wird. Die Frau in der Werbung wird mehr als nur das angestarrte Objekt, sie wird zu dem, was gekauft und verkauft wird: „Die Botschaft jedoch war immer die gleiche: kaufe das Produkt, bekomme das Mädchen; oder kaufe das Produkt, um so zu werden wie das Mädchen um einen Mann zu kriegen“ mit anderen Worten: „‚Kauf das Image, ‚bekomme‘ die Frau“ (Wykes, p. 41). …“ | Aus: „Male Gaze“ ( 15. November 2012 ) | http://feminismus101.de/male-gaze/

Nachtrag / Notiz:

Aus: „Montage/av“ (04.02.1995): pdf/Quelle: https://mediarep.org/bitstream/handle/doc/1070/montage_AV_4_2_1995_Fernsehen.pdf?sequence=1&isAllowed=y

lemon / 27 November 2019 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung, Realitaets.Tunnel / 0 Comments

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