[Modekunde (80iger) #1… ]

via

Karin Cerny (17. April 2018): “ … Die 1980er haben uns zu dem gemacht, was wir sind, im guten wie im schlechten Sinn. …“ | https://derstandard.at/2000077681639/Miami-Vice-Schulterpolster-Hommage-an-die-1980er

donaldsneffe, (17.04.2018): „Vielleicht tauchen die weißen Socken auch wieder auf… haben echt „cool“ ausgeschaut in der Disco beim Discolicht zwischen Adidas Turnschuhen und Hochwasserhose. Naja…“

Zweiseitentier, (17.04.2018): „Ich habe heute eine Frau gesehen die angezogen war wie Rick Astley.“

§83SPG, (17.04.2018): „Dass die 80er eine ironische Zeit gewesen wären, ist absurd. Nein, das war alles genau so gemeint und wurde auch nicht belächelt. Was, um alles in der Welt, soll an Dynasty oder „Miami Vice“ ironisch (gewesen) sein? Das war alles ernst gemeint und wurde so konsumiert, auch wenn man sich heute ob der Naivität und Übertreibungen nur wundern kann. … Die 80er waren Hochglanz und Oberfläche. Fortschritt- und Erfolgsgläubigkeit. Überdrehte Kokser am Steuer. Ironie kam danach. …“

Ago1970, (17.04.2018): „Auf Fotos der 80er – Jogging high II mit neongelben Schuhbändern und weißen Tennissocken. Dazu eine Jogging – Jeans, möglichst „eierzwickend“ anliegend. Den Schlüsselbund an einer Kunsstoff – Spiralfeder im Neonlook. Die Hose, die sie dir bestenfalls vom Bein abflämmen aber niemals ausziehen konnten trotzdem mit einem Ledergürtel hochgehalten. Wichtig war nur, dass die Gürtelschnalle mindestens aus 20 Kg Metall bestand und den Schriftzug eines Anbieters von alkoholischen Getränken enthalten hat. Dazu ein Netz – T-Shirt, darüber eine Jeansjacke mit Schulterpolstern. Als Sahnehäubchen noch eine verspiegelte Pilotenbrille und Fokuhila. Dann warst du bei den Hasen aber ganz weit vorne. Auch wenns lustig war, bin froh, dass sich mein Modegeschmack geändert hat.“

Clint, (17.04.2018): „äh sorry, hat man den Look nicht „Vollprolo“ genannt ?:)“

Marcelus, (17.04.2018): „Er sprach ja auch von „Hasen“ – oder? :-)“

Ausgeflippter Lodenfreak, (17.04.2018): „Obwohl Magnum eindeutig 80er ist, ist das Styling von Tom Selleck eigentlich 70er Burt Reynolds. … In den 1980ern glaubte man aber noch an die Rocky-Aufstiegsstory, Yuppie-Erfolg und Miami Vice. Wer sich heute eine Miami Vice-Folge mit dem immer wütenden und ethisch entrüsteten und enttäuschten Sunny Crocket anschaut, merkt sofort, dass das ernst gemeint ist. … Dass die 80er von der Mode her so extrem schlimm waren, ist eigentlich auch mehr Klischee als dass sie sich darin so sehr von anderen Jahrzehnten unterschieden. Z.B. die Modeverrücktheiten der 70er wird wohl niemand leugnen und die extrem weite vom Hip Hop inspirierte Mode und die Rave-Mode der 90er waren auch kein Gipfel des Geschmackes, genauso wie Grunge-Mode und Heroin-Schick. Sogar die Haarmode war in anderen Jahrzehnten ähnlich schlimm, man braucht sich nur die Helmfrisuren der 60er anschauen. Besonders war nur der extreme Schnitt und komplette Wandel Anfang der 90er, während z.B. die 70er fließend in die 80er übergingen.“

different class (04/2018): „Es gibt ja in dieser diskussion kein richtig oder falsch, aber ich widerspreche vehement: schulterpolster, stonewashed , bundfalten, zweireiher, weiße socken, lederslipper, neonfarben, föhnwelle, fokuhila, rattenschwanz, selbst der pornoschnauzer aus den 70ern hat sich ins nächste jahrzehnt hinübergerettet. dagegen sind kressefrisur, glockenhosen und plateauschuhe kindergeburtstag … und die raver der 90er waren nicht mainstreamschick wie miami vice “

Edelpfuscher, (17.04.2018): „Schulterpolster Zweireiher kommen gleich nach Netz-T-Shirts in Pastellfarben und dazu weisse Tennissocken. Mir wird heute noch schlecht. … Stonewashed Jeans …“

Meryl, (17.04.2018): „Im Karottenschnitt“

der böse joko, (17.04.2018): „Wieso wird bei „Schulterpolstern“ ausgerechnet auf Miami Vice referenziert? Bei einem Männeranzug sind die Schultern immer vorgeformt. Sonny (und zT Rico) prägten den Look Pastell-T-Shirt mit Anzug.“

Kleiner Mann was nun?, (17.04.2018): „Leggins für die Dame mit legwarmers, Stirnband und Body. Auch in allen Regenbogenfarben. Das Handtuch lässig über den Nacken gelegt, geschminkt wie ein Hutschpferd, die Fitnessgeräte nur „angschaut“, lungernd an der Saftbar, beratend, wie die Runde heute ausschauen wird …“

lemonhorse / 19 April 2018 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Visual.Notes / 0 Comments

[Symbolische Formen (Ernst Cassirer) #1 … ]


Bild via (Symboliska former, filosofisk antropologi)

“ … Ernst Alfred Cassirer (* 28. Juli 1874 in Breslau; † 13. April 1945 in New York) … forschte und lehrte zunächst in Berlin, ab 1919 als Philosophieprofessor an der Universität Hamburg. 1933 wurde ihm als Juden dort der Lehrstuhl entzogen. … Kunst ist für Cassirer Arbeit an der Form. Ob sie der Forderung der Natur-Nachahmung folgt, oder die Innerlichkeit zum Ausdruck bringt, stets vollzieht sie sich in einem Medium. Dieses Medium, in welchem sich die Formgebung vollzieht, ist untrennbar mit der Kunst verbunden … Indem die Kunst dem Menschen die Möglichkeit bietet, seine Gefühle im Werk der Kunst herauszustellen und zu fixieren, hilft sie die Emotionen zu objektivieren. … Dabei bedeutet die ästhetische Freiheit nicht stoische Apathia und Abwesenheit von Gefühlen und Leidenschaften, sondern lediglich, dass das Zwang- und Affekthafte der Gefühle überwunden wird. …“ | Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Cassirer (8. März 2018)

Harry Pross (31. Mai 1985): “ […] Der deutsche Philosoph Ernst Cassirer war siebzig Jahre alt, als er am 13. April 1945 in Princeton NJ tot umfiel. Ein paar Jährchen jünger als das „Deutsche Reich“, hat er dessen Ende doch nur um ein paar Tage verfehlt. … Ernst Cassirer hat in den letzten Lebensjahren versucht, den von ihm entwickelten Begriff der symbolischen Form allgemein verständlich zu machen. In Göteborg erschienen 1942 fünf Studien „Zur Logik der Kulturwissenschaften“, in New Haven und London 1944 „An Essay on Man“ als Einführung zu einer Philosophie der Kultur. Cassirer versteht den Menschen als „animal symbolicum“, das Lebewesen, das Symbole hat. … Für Cassirer lautet die Essenz: „Unsere Wissenschaft, unsere Dichtung, unsere Kunst und unsere Religion sind nur die obere Decke einer viel älteren Schicht, die in große Tiefe hinabreicht. Wir müssen immer auf heftige Erschütterungen vorbereitet sein, die unsere kulturelle Welt und unsere soziale Ordnung bis in ihre Grundfesten erschüttern können.“ Dies um so eher, als der Mythos machbar ist und seiner Beschaffenheit nach für rationale Argumente undurchdringlich. Die Politik hat keinen festen Boden. Der Rückfall ins Magische droht jederzeit. Die selben Leute, die 1930 den Nationalsozialismus für ein lächerliches Phantasiegebilde hielten, konnten ein paar Jährchen später nicht mehr aus dem Haus gehen, ohne ein politisches Ritual zu zelebrieren und den Hitlergruß zu entbieten. „Und genau wie in primitiven Gesellschaften bedeutete die Vernachlässigung eines vorgeschriebenen Rituals Unglück und Tod. … Cassirers „Mythos des Staates“ vierzig Jahre nach seiner Niederschrift wiedergelesen, assoziiert vieles, was inzwischen durch Anthropologen, Psychologen, Ethnologen und gemischte Ansätze Allgemeingut geworden ist, oder wenigstens sein könnte. Andererseits sehen wir tagtäglich, daß der „moderne“ oder gar „postmodern“ genannte Mensch den Glauben an die soziale Magie nicht aufgegeben hat. In Krisenzeiten überläßt er sich dem Mythos, ob der nun gewachsen ist oder durch Propagandisten verkauft wird. … “ | http://www.zeit.de/1985/23/die-brutalitaet-symbolischer-formen/komplettansicht

lemonhorse / 5 April 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur intrinsischen Logik des Kapitalismus #3 … ]

… Olaf Scholz holt Jörg Kukies, Co-Chef von Goldman Sachs in Deutschland, in sein Ressort. Er wird als Staatssekretär für die Finanzmarkt- und Europapolitik zuständig sein. …“ | Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-03/joerg-kukies-ko-chef-goldman-sachs-staatssekretaer-bundesfinanzministerium

Der unheimliche Mönch #36 “ … Sehr gut. Dann kann er ja seinen reichen Erfahrungsschatz aus der privaten Finanzwirtschaft nun in die Pflege des Gemeinwohls einbringen. …“

Prosaiker #36.1 “ … Der war gut …“

“ … Many Americans can’t remember anything other than an economy with skyrocketing inequality, in which living standards for most Americans are stagnating and the rich are pulling away. It feels inevitable. But it’s not. A well-known team of inequality researchers — Thomas Piketty, Emmanuel Saez and Gabriel Zucman — has been getting some attention recently for a chart it produced. It shows the change in income between 1980 and 2014 for every point on the distribution, and it neatly summarizes the recent soaring of inequality. … Most Americans would look at these charts and conclude that inequality is out of control. The president, on the other hand, seems to think that inequality isn’t big enough. …“ – From: „Our Broken Economy, in One Simple Chart“ By DAVID LEONHARDT (AUG. 7, 2017) —> https://www.nytimes.com/interactive/2017/08/07/opinion/leonhardt-income-inequality.html

lemonhorse / 19 März 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 2 Comments

[Zur Begegnungen mit Phantomen #3… ]

“ … Die Akte Fritz Lang (File No. 100-157899), die den Zeitraum zwischen 1938 und 1973 umfasst, enthält, so das Urteil von Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen, „für die Biographie kaum aufschlussreiche Informationen, dafür aber Unterstellungen und Absurditäten aus persönlichen und beruflichen Lebensbereichen.“ …“ | Aus: „Fritz Lang – »Ich bin ein Augenmensch«“, Biographie von Norbert Grob (2014), S268-269 (Hollywood 1936-1956) // [https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Lang]

lemonhorse / 9 März 2018 / Überwachungssysteme, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur Begegnungen mit Phantomen #2… ]

spiegel.de (08.03.2018): “ … Echo-Nutzer machten bei Twitter, Facebook oder Reddit darauf aufmerksam, dass ihre Geräte plötzlich ungefragt Geräusche von sich geben. Eigentlich sollen sie nur auf ausdrückliche Aufforderung aktiv werden, bei Alexa funktioniert das beispielsweise über den Sprachbefehl „Alexa“ oder „Amazon“. „Alexa hat sich entschieden, einfach so loszulachen, als ich in der Küche war“, schrieb ein Twitternutzer am 22. Februar, dazu veröffentlichte er ein Video, in dem das „Ha, Ha, Ha“ zu hören ist. Er habe sich erschrocken, schrieb der Nutzer weiter. „Ich dachte, da lacht ein Kind hinter mir.“ … Andere Nutzer berichteten, Alexa habe ihnen den Schlaf ruiniert; sich nach dem „gruseligen Lachen“ geweigert, Befehle auszuführen; außerdem klinge ihr Lachen wie das einer Hexe. Amazon hat nun offenbar einen Weg gefunden, das Problem zu beheben. „In seltenen Fällen kann Alexa fälschlicherweise die Phrase hören: ‚Alexa, lache'“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, aus der „Buzzfeed“ und „The Verge“ zitieren. In Zukunft werde Alexa nicht mehr auf diesen Befehl reagieren. Wer sie zum Lachen auffordern wolle, müsse stattdessen sagen: „Alexa, kannst du lachen?“ Diese Phrase sei deutlich weniger anfällig für Missverständnisse. Als Reaktion werde Alexa auch nicht mehr einfach draufloslachen, zitieren die Medien aus der Amazon-Mitteilung. Stattdessen werde sie zunächst sagen: „Natürlich kann ich lachen“ um dann fortzufahren: „Ha Ha Ha“. …“ | http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/amazon-will-alexa-das-unkontrollierte-lachen-abgewoehnen-a-1197007.html

prostetnik 08.03.2018, 05:37 Uhr: Scheint intelligenter zu sein, als ich dachte, wenn
Alexa über die Menschen lacht.

lemonhorse / 9 März 2018 / Überwachungssysteme, Daten.PolitixMicro, Found.Stuff, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Journalismus (Drama, Story, Meinung) #22 … ]

“ … Die bürgerliche Mentalität, so die zentrale These Morettis, manifestiert sich weniger in „klaren und eindeutigen Ideen“ als vielmehr in „unbewussten grammatischen Mustern und semantischen Assoziationen“. … Adjektive als „unauffällige Vehikel viktorianischer Werte“ entpuppen sich als machtvolle Strategien der Verleugnung von Herrschaft. „Hatte sich die europäische Bourgeoisie zunächst hinter uniformierte Bataillone geflüchtet, verbarg sie sich nun hinter einem politischen Mythos, der von ihr verlangte, sich als Klasse unkenntlich zu machen; ein Akt der Selbstverschleierung, der durch das unablässige Reden von der ‚Mittelklasse‘ noch erleichtert wurde.“ So sind auch die zahlreichen Einschübe in der Literatur des 19. Jahrhunderts zu verstehen. Figuren, die miteinander spazieren gehen, Ausführungen über das Muster einer Tischdecke, detaillierte Schilderungen der Wetterlage, Plaudereien – Einschübe, die weder für den Fortgang der Erzählung sorgen, noch Hinweise auf Wendepunkte oder Figurenentwicklungen enthalten. … „Der gute Bürger wird nie die Entschlossenheit aufbringen, sich dem schöpferischen Zerstörer entgegenzustellen und ihn aufzuhalten.“ Anhand von Ibsen führt uns Moretti „die Impotenz des bürgerlichen Realismus gegen die Megalomanie des Kapitalismus“ vor Augen. Das ist der Geist der Bourgeoisie, der bis in die Gegenwart weht. … “ | „Die Diskretion der Bourgeoisie“ – Franco Morettis Mentalitätsgeschichte des 19. Jahrhunderts, Friederike Schruhl über Über: „Franco Moretti: Der Bourgeois. Eine Schlüsselfigur der Moderne.“ (Besprochene Bücher / Literaturhinweise, 21.11.2016) | http://literaturkritik.de/id/20358

“ … Uwe Krüger (* 15. Mai 1978 in Leipzig) ist ein deutscher promovierter Diplom-Journalist und Medienwissenschaftler. Schwerpunkt seiner Forschung ist die Unabhängigkeit der Medien. … Zu der Frage, welche Art der Beeinflussung der Journalisten durch die Eliten vorliege, vermutet Krüger, dass „Journalisten mit Eliten-kompatiblen Werten und Meinungen höhere Chancen (haben), Zugang zu den höchsten Kreisen zu bekommen, und die Einbindung in das Elitenmilieu verstärkt dann über die Zeit hinweg die Konformität. Das heißt auch: Journalisten mit Eliten-kompatiblen Meinungen haben bessere Chancen, Karriere zu machen, denn sie können im eigenen Haus und in der Branche mit exklusiven Informationen und hochrangigen Interviewpartnern punkten. Krüger argumentiert mit dem Konzept des sozialen Kapitals Pierre Bourdieus. … Peter Zudeick von der SZ bestätigt, dass Medien zur „Selbstgleichschaltung“ neigen, interpretiert dies aber nicht als Beeinflussung, sondern als selbständige Entscheidung der Journalisten. … Praschl sieht die Ursache für die Angepasstheit der Medien [ ] im Konsumverhalten des Lesers, bei dem die Medienkrise daher gar nicht ankomme. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Kr%C3%BCger (26. Februar 2018)

Michael Meyen (01. März 2018): “ … Über Politik und Wirtschaft wird nicht nur weniger berichtet, sondern auch ganz anders als vor 30 Jahren. Negativer, emotionaler, stärker an Prominenten und Experten aufgehängt und vor allem an Konflikten. Wenn sich zwei streiten, die mächtig sind, dann wird das ein Medienthema. Man konnte das schön sehen, als die Gespräche zwischen SPD und CDU beendet waren. Schulz gegen Gabriel gegen Nahles. Persönliche Befindlichkeiten, Küchenpsychologie. Was sich die beiden Parteien vorgenommen haben, ging dabei völlig unter. … Der Souverän braucht Aufklärung und Wissen und bekommt stattdessen Aufregung und Ablenkung. Die Frankfurter Schule würde sagen: Die Kulturindustrie sorgt dafür, dass wir uns über unsere wahre Lage täuschen, und produziert so Zustimmung. … Gut aussehen und gut rüberkommen. Das ist [ ] nicht das, worum es zum Beispiel in der Schule eigentlich gehen sollte oder in der Politik. … Medien reden von Objektivität und Neutralität, von Ausgewogenheit und Vollständigkeit, produzieren aber genau das Gegenteil: Drama, Story, Meinung. Mein Vorschlag ist: Werft die alten Qualitätskriterien über Bord und konzentriert euch auf Transparenz. Woher ist das Material, wem hilft es möglicherweise, wie steht ihr selbst dazu. … [Marcus Klöckner: Welche Schwachstellen sehen Sie?] … die Nähe zu den Mächtigen und ein Selbstverständnis, das eher auf Mitgestaltung zielt als auf Beobachtung. Uwe Krüger hat das ja in seinen Büchern gut analysiert. Wir sollten aber nicht den Fehler machen, nur auf die Journalisten zu schimpfen. Die Strukturen machen es ihnen nicht leicht. Allein das Bundespresseamt beschäftigt mehr als 400 gut bezahlte Menschen, die nichts anderes machen, als die Welt darüber zu informieren, was Angela Merkel und ihre Minister so tun. Mehr als 400 Menschen, die Nachrichten produzieren, Dossiers, zitierfähige Sätze und die sich auch sonst in jeder Hinsicht darum kümmern, dass Politik und Politiker gut dastehen da draußen. Die Presseleute der Ministerien, der Parteien und der Abgeordneten sind da noch gar nicht mitgerechnet. Auch deshalb tut der politische Journalismus gut daran, sich neu zu erfinden und darüber zu reden, wie man die öffentliche Aufgabe erfüllen kann in einer Welt, die vom Imperativ der Aufmerksamkeit beherrscht wird. …“ | Aus: „“Medien reden von Objektivität und Neutralität, produzieren aber genau das Gegenteil“ Marcus Klöckner (01. März 2018), https://www.heise.de/tp/features/Medien-reden-von-Objektivitaet-und-Neutralitaet-produzieren-aber-genau-das-Gegenteil-3978378.html

lemonhorse / 1 März 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #10… ]

Das Imaginäre ist ein Sammelbegriff für alles „Bildhafte“. … Bei Lacan bezeichnet „das Imaginäre“ eines der drei Register des Psychischen. Das Imaginäre ist bildhaft und dual organisiert und wird insbesondere im Spiegelstadium ausgebildet. Es ist der Ort der Selbstidentifikation, des Selbstbildes, aber auch des Verkennens und der Täuschung. … | https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Imagin%C3%A4re (31. Oktober 2015)

Petra Schneidhofer [Geoarchäologin und arbeitet am Ludwig-Boltzmann-Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien.] (22. Februar 2018): “ … Prähistorische Felsbilder gehören zum Spannendsten, was die Archäologie zu bieten hat. …“ | https://derstandard.at/2000074726740/Die-praehistorischen-Felsbilder-von-Tanum-unter-dem-Laserscanner

schrotti 22.02.2018: “ … Die Grafitis der Urzeit – Heute wird man dabei bestraft …“


https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Bild_(newspaper)?uselang=de#/media/File:Sticker_graffiti.jpg

“ … „Bild“ hatte von angeblichen E-Mails berichtet, die dem Blatt zugespielt worden seien, deren Echtheit sich aber nicht belegen ließe. Demnach soll ein Russe namens „Juri“ aus St. Petersburg Kühnert Unterstützung bei der Kampagne gegen die Neuauflage der Großen Koalition angeboten haben. Kühnert habe diese Hilfe gerne angenommen, so der angebliche Informant. …“ | https://www.tagesschau.de/inland/jusos-russland-101.html

Am 16. Februar 2018 um 19:02 von SvetIana: “ … Deutschland sei auf der Hut. …“

Am 16. Februar 2018 um 15:11 von AKraft: “ … Eine gefühlte Wahrheit! …“

Am 16. Februar 2018 um 16:47 von stöberkarl “ … Jusos und Russen – Gerüchte über diese Verbindung gab es doch schon bei den 68ern, wie dem Ex Juso Vorsitzenden Gerhard Sch., (heute Gazprom). …“

Am 16. Februar 2018 um 17:13 von BoMbY: “ … Langsam wird’s wirklich lächerlich. Wann immer es einem passt wird jetzt „der Russe“ aus dem Hut gezaubert …“

Am 16. Februar 2018 um 16:26 von altmatzi: “ … Da die Mehrheit der Menschen über dieses Blättchen Bescheid weiß, ist es mehr als Werbung für die JUSO’s zu betrachten. …“

“ … „Eine anonyme Mail, zwei, drei Anrufe – und Bild druckt alles, was ihnen in die Agenda passt“, feixte die „Titanic-„Redaktion. Die „Bild“ hatte in dieser Woche in der Sache sogar noch einmal nachgelegt und die vielfach kritisierte Berichterstattung verteidigt. … Nach Angaben des Branchendienstes meedia.de hatte die Zeitung unter der Überschrift „Neue Schmutzkampagne bei der SPD“ darüber berichtet, dass ein angeblicher Russen-Troll Juso-Chef Kevin Kühnert via Mail Vorschläge unterbreitet haben soll, den SPD-Mitgliederentscheid mit Hilfe von Bots zu beeinflussen. Laut den Mails soll sich Kühnert offen für die Vorschläge gezeigt haben. Allerdings war schnell erkennbar, dass es sich bei den Mails um Fälschungen handeln musste, auch deshalb weil die angebliche Absenderadresse @jusos.de bei der SPD gar nicht verwendet wird. „Bild“ brachte die Story trotzdem in großer Aufmachung, erst ganz am Ende des Artikels fand sich ein Hinweis, dass es für die Echtheit der Mails keine Belege gibt. … Über seinen Sprecher ließ Kühnert erklären: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass das eine plumpe Fälschung ist. Jetzt ist es halt ein witziger Fake.“ Weniger witzig sei, „dass die ,Bild‘ auf diese fragwürdigen Informationen eine mehrtägige Berichterstattung aufgebaut hat, die jeder Grundlage entbehrte.“ …“ | https://www.tagesspiegel.de/medien/gefaelschte-e-mails-zu-spd-titanic-legt-offenbar-bild-rein/20986520.html

db0815 21.02.2018, 13:06 Uhr: “ … Was für ein Schock. Ich dachte bisher immer, die BILD erfindet ihre Stories komplett selbst. Dabei schreiben die auch nur ab. …“

Kapitel 21.02.2018, 13:07 Uhr: “ … Das Titanic-Magazin als Notarzt für die SPD? …“

acme17 21.02.2018, 15:14 Uhr: “ … Da sind die Grenzen der Satire überschritten worden. Jetzt aber echt! …“

f.strassner 21.02.2018, 21:35 Uhr: “ … Also ich gehe wirklich immer mehr davon aus, dass auch dieses ganze AfD-Ding ein Titanic-Fake ist. …“

klauschristiankoch 21.02.2018, 14:24 Uhr: “ … Schlechte Recherche gibt es nicht nur bei BILD! Die öffentliche Erregung ist scheinheilig! …“

philoktes 21.02.2018, 13:55 Uhr: “ … Die Leser nehmen das Blatt zumeist eh nicht so ernst. Als deutscher Rekordmeister im Sammeln der Rügen des Presserates wird die Zeitung wohl einfach so weiter machen. …“

iGELig 21.02.2018, 14:20 Uhr – Antwort auf den Beitrag von philoktes 21.02.2018, 13:55 Uhr: “ … Ich bin sicher, dass „Bild zum Spaß lesen“ die Meinung beeinflusst. Das ist wie Werbung, da glaubt auch niemand, dass er sich davon beeinflussen lasse. Aber die Wirtschaft wird wohl kaum Milliarden investieren, wenn es nicht tatsächlich funktioniert. …“

ratso 21.02.2018, 13:29 Uhr: “ … Ich hoffe der Herr Lagerfeld hat kein copyright für den Spruch „Wer Bild liest hat die Kontrolle über sein Leben verloren“. …“

spreeathen 21.02.2018, 12:35 Uhr: “ … Weiter heißt es bei Titanic noch: „Ich kann Volkschefredakteur Julian Reichelt und seine Leute verstehen: Wie soll man solche Fälschungen erkennen, wenn man unbedingt eine Kampagne fahren will?“ Außerdem hätte es „dieser Bengel Kühnert auch einfach verdient“: „Da sind wir uns mit Reichelt einig: Milchgesichter mit starken Meinungen sollten in Deutschland nichts zu sagen haben. Es sei denn, sie verleumden Ausländer, Obdachlose und leichte Opfer.“ Zudem sei es schlicht sauberer Profijournalismus, „exklusiv irgendwelche Mails zu veröffentlichen und dabei so zu tun, als berichte man über eine Kampagne anderer.“ …“

Jan Sternberg/RND (21.02.2018): “ … Der Axel Springer Verlag betonte gegenüber dem RND, die Echtheit der Mails „haben wir immer deutlich in Frage gestellt und journalistisch eingeordnet“. Ganz am Ende der Titelgeschichte vom Freitag findet sich der Satz: „Für die Echtheit gibt es keinen Beweis.“ Die Frage, warum der angebliche Mailverkehr trotzdem zum Titelthema wurde, blieb gestern unbeantwortet. …“ | http://www.kn-online.de/Nachrichten/Medien/Titanic-foppt-die-Bild-Zeitung

lemonhorse / 22 Februar 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Zur Ontologie des nicht Seienden #19… ]

Marlen Hobrack (26.04.2017): “ … „Sie klingen in dem Text gar nicht wie sie selbst“, sagte mir der Redakteur, und ich verzweifelte ein bisschen über die Frage, wie ich denn klinge. … Ein Facebook-Freund teilt mir mit, ich sei nicht mehr die, die ich einmal war, womit er meint, dass ich Meinungen vertrete, die er mir nicht zugetraut hat, und über die er nun erzürnt ist. Dabei kennt er mich gar nicht. Ich selbst kenne mich jedenfalls gut genug, um zu wissen, dass das Ich, das er zu kennen glaubte, nie existierte. …“ | https://www.marlen-hobrack.de/2017/04/26/ich-selbst-sein/

lemonhorse / 20 Februar 2018 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo / 0 Comments

[Zur Dopaminmaschine #1… ]

Christian Stöcker (11.02.2018 ): “ … Der Algorithmus optimiert das Angebot für maximale Sehdauer, „nicht für das, was wahr, ausgewogen oder gut für die Demokratie ist“, so der ehemalige Entwickler. … Bei YouTube laufen Videos über Selbstmordattentäter gut, Horrorversionen von Kinder-Cartoons, Verschwörungstheorien. All das, was man Facebook seit der US-Wahl vorgeworfen hat, trifft auf YouTube mindestens ebenso zu – was daran liegt, dass beide Plattformen von Algorithmen sortiert werden, die auf „Engagement“ hin optimieren. Dabei werden verhaltenspsychologische Methoden eingesetzt, die Interaktion ohne Denken möglichst einfach machen sollen. … Natürlich gibt es schon lange Medien, denen es primär um Reichweite geht – eine der ersten Billigzeitungen der USA im 19. Jahrhundert machte Auflage mit erfundenen Geschichten über dauergeile Mondwesen. Damals aber mussten Verleger noch raten, welches Gift dem Publikum besonders gut schmecken würde. Heute macht man das empirisch, mit globalen Maschinen, die aus einem ständig wachsenden, kostenlosen Fundus an Schrott und Horror die messbar quotenträchtigsten Häppchen heraussuchen und automatisch servieren. … Auf den Hinweis, dass der Empfehlungsalgorithmus offenbar Trump gegenüber Clinton bevorzugte, antwortete eine YouTube-Sprecherin dem „Guardian“, das reflektiere eben „das Zuschauerinteresse“. …“ | http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/youtube-facebook-co-sehend-ins-verderben-kolumne-a-1192615.html

clausde (11.02.2018):“ … Machen wir nicht einen gedanklichen Fehler wenn wir Klicks mit zustimmenden Interesse gleichsetzen? Ich schaue mir durchaus Videos z.B. über Flat Earther an. Aber nicht weil ich nicht wüsste, dass unser Planet ein Geodit ist, sondern weil mich interessiert welcher Typ Mensch dahinter steckt der an solche Dinge glaubt. Welche Argumente verwendet werden, wie solche manipulativen Videos aufgebaut sind usw. usw. Und das mache ich auch bei anderen völlig abstrusen Themen. Ich bin sicher nicht der Einzige der sich ab und an die Zeit nimmt, die verrückten digitalen Auswüchse der Menschheit kritsch anzusehen. Ein großer Teil unserer digitalen Welt wird durch Werbung finanziert. Was Werbung kosten soll entscheidet die Reichweite des Mediums. Eine Messgröße im Netz sind die Anzahl der Klicks und der Verbleib auf dem Medium. Und genau diese Daten sind für den Grund des Interesses des Nutzers, nicht ausschlaggebend. Anders ausgedrückt: Fahre ich von A nach B nutze ich z.B. eine Autobahn genau wie viele andere Autofahrer. Was wir gemeinsam haben ist die Nutzung der Autobahn. Was wir nicht gemeinsam haben ist das Ziel und der Grund der Nutzung. In der digitalen Welt meinen wir zu erkennen, welche Ausfahrt jemand nimmt (Nutzung des Inhaltes), welches Ziel er ansteuert. Das ist unser Trugschluß. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-1.html#postbit_62540122

kaic (11.02.2018): “ … der Medienkonsum soll kontrolliert werden? – Der Autor drückt den Wunsch nach Inhaltskontrolle zwar nicht aus, impliziert das aber deutlich. Der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen ist, dass Erwachsene nun mal eigenverantwortlich handeln, auch wann manchen das nicht passt. Dem Wortlaut des Autors folgend, währe es ‚Demokratie‘ förderlich wenn einige Eliten die Hand auf den veröffentlichten Inhalten hätte, wie es bei Rundfunk und Print der Fall ist. Zu deren Leidwesen findet man bei YouTube und Co auch fundierte Analysen und Informationen über Lobbyismus, representative ‚Demokratie‘ und den miesen Filz zwischen Regierung/Konzernen/Medien. Schon allein Horror und „Verschwörungstheorie“ in einem Satz zu nennen belegt die Intention dieses Artikels eindeutig. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-1.html#postbit_62540374

oidahund (11.02.2018): “ … YouTube und der ganze Content (Nützliches und auch „Schmarrn“) sind Ausgruck einer freien Gesellschaft! Wer an VT glauben will, der soll es doch tun – war an Götter glaubt, der soll es tun […] wer die eine freie Gesellschaft abschaffen will, der will die Informationen kontrollieren, die der Gesellschaft zur Verfügung stehen. […] Wer sein Gehirn mit Müll füttern will, der findet überall davon genug: entsprechende Zeitschriften und Bücher, Fernsehen und auch im Internet (egal ob video-Plattform oder Websites). Dagegen hilft nur, auch wenn es mühsam ist, Auklärung. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-2.html#postbit_62542019

Anthropos (11.02.2018): “ … Ein erster Hinweis auf diese Gefahr ist das merkwürdig befremdende Gefühl, das einen zunehmend häufig überkommt, wenn man in einem öffentlichen Raum (Ubahn, Café) die in unbeirrbarer Faszination massenhaft auf ihre Bildschirme starrenden Leute sieht. Die Begründung für dieses Potenzial liefert der Autor eigentlich gleich mit: Anders als jedes andere Suchtmittel stellen sich die genannten Medien individuell auf ihre Nutzer ein. Je länger der Nutzer es gebraucht, desto passender werden die Trigger. …“ | http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/youtube-facebook-%26-co-sehend-ins-verderben-thread-712223-3.html#postbit_62543916

Smartphone wirkt auf Kinder wie eine Droge (2. Oktober 2015 ):“ … Vor allem die Rasanz der Entwicklung beeindruckt Vorderer. „Innerhalb weniger Jahre hat es einen wahnsinnigen Schub gegeben“, sagt er. Das Smartphone habe inzwischen alle Lebensbereiche erfasst. Selbst beim romantischen Dinner liege das Gerät auf dem Tisch, manche nehmen das Smartphone mit ins Bett, morgens ist es das erste, mit dem sich sein Besitzer befasst. … „Wir haben eine dynamische neue Technologie mit großen Auswirkungen auf den Alltag, aber wissen noch nicht, wie wir uns dazu verhalten sollen“, so Vorderer. …“ | http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/news/smartphone-wirkt-auf-kinder-wie-eine-droge-aid-1.5438402

Alexander Markowetz (15. September 2015): “ … Uns wird langsam bewusst, was wir da eigentlich tun. Als wir letztes Jahr unser Menthal-Projekt gestartet haben, gab es ein riesiges Interesse daran. Das hat gezeigt: Es gibt ein Unwohlsein in der Gesellschaft, das sich aufgestaut hat. Die Leute wollen über dieses Thema reden. Man muss ihnen gar nicht sagen: „Ihr habt da ein Problem“ – das ist ihnen längst klar. … Dieser „Homo Digitalis“, der den Großteil seiner Funktionalitäten durch digitale Medien abwickelt, ist bei den 17- bis 25-Jährigen der Standard. … Apps wie beispielsweise Tinder machen uns abhängig. Wir bekommen immer wieder neue Gesichter zur Bewertung angeboten. Mal hübsche, mal hässliche. Das lässt uns immer weitermachen, weil wir immer wieder einen neuen Überraschungsmoment erleben wollen. Dieser Dopaminschub treibt uns an. … Tinder ist de facto ein Glücksspielautomat. Es geht schließlich noch nicht mal darum, dass man sich hinterher trifft. Und indem Tinder Ihnen immer nur eine bestimmte Zahl an Frauen anzeigt, werden Sie immer wieder aufs Neue in die App gelockt. Das wird zu einem unterbewussten Automatismus. Bei einem News-Junkie ist es dasselbe: Er geht immer wieder in Nachrichten-Apps, um zu schauen, was es Neues gibt. Würde er die News hingegen schon morgens komplett als PDF bekommen, würde er sich nicht dafür interessieren. Es geht ihm also gar nicht um die Nachrichten als solche, sondern nur darum, seine Dopaminmaschine irgendwie am Laufen zu halten. Und darauf setzen alle diese Apps. … Ich glaube, dass es zum Beispiel in Partnerschaften oder unter besten Freunden extrem sinnvoll ist, darüber nachzudenken, wie man kommunizieren will. … Das Zentrale an dieser gesamten Digitalisierung ist doch: Die Digitalisierung ist keine einmalige Revolution, die irgendwann vorbei ist und an deren Ende man irgendwann angekommen ist, sondern sie frisst alle fünf Jahre ihre Kinder. Wir müssen lernen, mit diesem Wandel umzugehen. Und dieser Wandel wird im Zweifelsfall immer noch schneller und radikaler. … “ | https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/wenn-das-handy-den-alltag-bestimmt-die-neue-droge-heisst-smartphone-1.1180011 (‚Wenn das Handy den Alltag bestimmt: Die neue Droge heißt Smartphone‘, Tobias Goltz (15. September 2015))

Simon Hurtz (14. Februar 2018): “ … In seinem Song „Ten Crack Commandments“ stellt Rapper Notorious B.I.G. zehn Regeln für Drogendealer auf. Tipp Nummer vier: „Never get high on your own supply!“ Lass ja die Finger von dem Zeug, das du verkaufst! … Risiken und Nebenwirkungen von Smartphones und sozialen Medien sind weniger offensichtlich. Doch [ ] im Silicon Valley regt sich Widerstand, und er wird immer stärker. Anfang Februar riefen etliche prominente Tech-Entwickler das Center for Humane Technology ins Leben. „Technologie nimmt unseren Verstand und die Gesellschaft in Geiselhaft“, warnen die Gründer. … Harris spart nicht an drastischen Vergleichen: Moderne Technologien … [wie] Facebook, Youtube und Snapchat löse[n] eine „Erosion menschlichen Denkens“ aus. Die Abhängigkeit der Nutzer von ihren Geräten und Apps sei das „drängendste Problem der Gegenwart“, das zwischenmenschliche Beziehungen und sogar die Demokratie schädige. … Facebook und Instagram nutzten die Verletzlichkeit der menschlichen Psyche gezielt aus. … Justin Rosenstein … vergleicht Snapchat mit Heroin … Das sehnsüchtige Warten auf Facebook-Likes nennt er ein „Pseudo-Vergnügen“, ebenso oberflächlich wie verführerisch. Das ist bemerkenswert, denn Rosenstein hat den Like-Button 2007 miterfunden. „Es kommt oft vor, dass Menschen mit den besten Absichten Dinge erfinden, die später negative Auswirkungen haben“, sagte er dem Guardian. Seine frühere Kollegin Leah Perlman, ebenfalls an der Entwicklung des Like-Buttons beteiligt, nutzt mittlerweile eine Browser-Erweiterung, die den Facebook-Newsfeed blockiert. … Sie selbst will den Newsfeed nicht mehr anschauen. Sie sagt: „Ich checke [Facebook] und fühle mich schlecht.“ … Der ehemalige Facebook-Manager Chamath Palihapitiya fühlt „ungeheure Schuld“, weil er mitgeholfen habe, Werkzeuge zu entwickeln, die den sozialen Zusammenhalt zerstörten. Facebooks „Dopamin-getriebene Feedback-Loops zerstören die Grundlagen unserer Gesellschaft“, sagte Palihapitiya auf einer Stanford-Veranstaltung im vergangenen November. … “ | Aus: „Silicon Valley – Liebe Menschheit, es tut uns leid“, Quelle: http://www.sueddeutsche.de/digital/silicon-valley-liebe-menschheit-es-tut-uns-leid-1.3866283

lemonhorse / 15 Februar 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Aber Wissen ist hier Ohnmacht #1 … ]

“ … Grundlage der Neuen Phänomenologie ist eine Wiederentdeckung der unwillkürlichen Lebenserfahrung ausgehend von dem, was jeder Mensch vortheoretisch an seinem eigenen Leib spürt. …“ | Aus: „Phänomenologie“, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%A4nomenologie#Ph.C3.A4nomenologie_des_Fremden (06/2007)

“ … Der Kritische Rationalismus ist eine von Karl R. Popper begründete philosophische Denkrichtung. Er ist aus eigener Sicht eine Lebenseinstellung, „die zugibt, daß ich mich irren kann, daß du recht haben kannst und daß wir zusammen vielleicht der Wahrheit auf die Spur kommen werden“ … “ | Aus: „Kritischer Rationalismus“, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kritischer_Rationalismus (10/2007)

Süddeutschen Zeitung (15. Februar 2018): “ … Die Schauspielerin Heike Makatsch hält die aktuelle „Me Too“-Debatte für zu aufgeheizt. „Es kommt mir so vor, dass gerade jeder differenziertere Gedanke zum Thema, der vielleicht auch mal eine Ambivalenz benennt oder sogar eine Lanze bricht für die Gegenseite, so an den Pranger gestellt wird, dass es fast schon etwas von einer Meinungsdiktatur hat“, sagte Makatsch im Interview … Im Kern der Sache geht es aber um etwas viel Größeres: es geht um die Ausnutzung von Machtverhältnissen.“ … Die Frage sei aber, was es für die Kunst bedeute, „dass so viele Männer im Kulturbetrieb schuldig gesprochen werden“. Sie heiße es selbstverständlich nicht gut, „wenn ein Regisseur Frauen erniedrigt, ich meine aber schon, dass es Künstlerpersönlichkeiten gibt, mit denen die Arbeit nicht immer ein Vergnügen ist. Und das sind oft die Interessanteren.“ … “ | http://www.sueddeutsche.de/panorama/interview-zur-metoo-debatte-makatsch-die-metoo-debatte-ist-zu-aufgeheizt-1.3868348

Le Mepris AKA Contempt (Jean-Luc Godard, 1964)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Verachtung

Bernadette Weimer (08.02.2018): “ … Das Frankfurter Gallus-Theater inszeniert „Blaubart – Hoffnung der Frauen“. Es ist ein Drama über die leidenschaftliche Maßlosigkeit und ihre Folgen. … In Dea Lohers Drama – anders als im Märchen – tragen die Frauen allerdings irgendeine Mitschuld an ihrem Tod. Sie wollen Blaubart verführen und projizieren all ihre Wünsche, Träume und Sehnsüchte nach Mitgefühl und Liebe auf einen durchschnittlichen und einfachen Damenschuhverkäufer. „Vielleicht wollte Dea Loher damit zeigen: Der Mann ist an sich profillos, nur eine Projektionsfläche für Sehnsüchte“, überlegt Gonszar. …“ | http://www.fr.de/rhein-main/freizeit/gallus-theater-in-frankfurt-liebe-ohne-grenzen-a-1444037 | Impuls via

Sven Reichardt:(2006): “ … Die Grundidee der Subjektivität und Introspektion in den „Männerphantasien“ lautete, sich seines persönlichen Umgangs mit der Sexualität bewusstzuwerden, um möglichen psychologischen Abhängigkeiten von der Elterngeneration, aber auch von der kapitalistischen Medien- und Konsumindustrie zu entkommen und die eigenen sadomasochistischen Charakterstrukturen abzubauen. … so wollte man, wie Theweleit im Rückblick erläutert, „auch an den in einem selbst vergrabenen Gewaltkomplex herankommen“. … Der Erfolg des Buches gründete auf dem Schock, dass „welche von uns“ zu Terroristen wurden. Theweleit hat selbst Verbindungen zur gewaltbereiten Szene im Alternativmilieu und zum Umfeld der RAF hergestellt. Deren kaltherzige Bespitzelung der eigenen „Genossen“ und deren maßloser Hass erinnerten ihn an nationalsozialistische Machenschaften“ … | Aus: „Klaus Theweleits „Männerphantasien“ – ein Erfolgsbuch der 1970er-Jahre“ (Archiv Heft 3/2006 ) | http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208708/default.aspx

Manu Schon (12.2.2018):“ … Der Pornofilm, der die Verbreitung des Oralsex eingeleitet hat, war der Film „Deep Throat“. … Ein (liberal-)feministischer Blog bezeichnete die Hauptdarstellerin des Filmes, Linda Lovelace, vor einigen Jahren als „wichtige Akteurin des Blowjobs“ was zu einigem Widerspruch führte, da Linda Boreman, wie sie wirklich hieß, ein Vergewaltigungsopfer und eine zwangsprostituierte Frau war, und sich in den USA den (radikal-)feministischen Kämpfen gegen die Pornographie und die Industrie angeschlossen hatte. … Alle Versuche in der Schauspielerei Fuß zu fassen scheiterten, da immer wieder – entgegen jeglicher vorheriger Absprachen – versucht wurde sie in eine Sexszene zu drängen. In zahlreichen Fernsehauftritten wurde sie gedemütigt und immer wieder gefragt ob es ihr denn nicht wenigstens ein bisschen Spaß gemacht habe. Dabei stellte sie fest: „Während Frauen grundsätzlich dazu tendierten mir zu glauben, waren die meisten Männer überzeugt, dass ich die Unwahrheit sagte.“ (S. 173) … Bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 im Alter von 53 Jahren engagierte sie sich für die Abschaffung der Pornographie. Sie wurde vom US-Kongress angehört und glaubte fest an das Erreichen des gemeinsamen Ziels. Wenn wir über die Mitverantwortung der Gesellschaft für das Leid in der Sexindustrie nachdenken, sollten wir niemals Lindas Worte vergessen: „Linda wurde zwar gezwungen zu lächeln, aber kein Zuschauer wurde gezwungen, dieses Lächeln für bare Münze zu nehmen“ (S. 8) …“ | https://diestoerenfriedas.de/niemand-wurde-gezwungen-ein-laecheln-fuer-bare-muenze-zu-nehmen/

Paul Robinson (nytimes.com, 1987): “ … MALE FANTASIES Volume One: Women, Floods, Bodies, History. By Klaus Theweleit. … His central contention is that the Freikorps soldiers were afraid of women. Indeed, not just afraid, they were deeply hostile to them, and their ultimate goal was to murder them. Women, in their view, came in only two varieties: Red and White. The White woman was the nurse, the mother, the sister. She was distinguished above all else by her sexlessness. The Red woman, on the other hand, was a whore and a Communist. She was a kind of distillation of sexuality, threatening to engulf the male in a whirlpool of bodily and emotional ecstasy. This, of course, was the woman the Freikorps soldier wished to kill, because she endangered his identity, his sense of self as a fixed and bounded being. In this manner Mr. Theweleit links the Freikorps soldiers‘ fantasies of women to their practical life as illegal anti-Communist guerillas: the Republic had to be destroyed because it empowered the lascivious Red woman, while it failed to protect the White woman’s sexual purity. … Mr. Theweleit is one of those intellectual mavericks, who, while he does not always respect the conventions of scholarship, may have captured a glimpse of our souls. …“ | From: „THE WOMEN THEY FEARED“ (1987) by Paul Robinson, a professor of history at Stanford University, is the author of „Opera and Ideas: From Mozart to Strauss“ | http://www.nytimes.com/1987/06/21/books/the-women-they-feared.html

Stefan Höppner (21.11.2016): “ … Zu den erstaunlichen Befunden von Theweleits Arbeit gehörte die Erkenntnis, wie sehr sich die damaligen Texte der prominenten und der längst vergessenen Autoren bis ins Detail, genauer, bis ins letzte Klischee glichen. Das begann mit der „roten Flut“, die es mit dem eigenen Körper aufzuhalten gelte, bis zur Aufteilung der Frauen in die ätherische „weiße Krankenschwester“, die sie selbst keinerlei Verlangen zu spüren scheint, und die kommunistische „Hure“ – ähnlich wie die gute, menschliche und die böse Roboter-Maria in Fritz Langs Metropolis. … Zugleich waren die Männerphantasien jedoch ein Buch über die Gegenwart. Zum einen lebten viele der Protagonisten noch, wie Jünger und Niemöller, und gehörten zu den Honoratioren sowohl der alten Bundesrepublik als auch, in deutlich geringerem Maße, der DDR. Nicht alle sahen es gern, wenn ihre Vergangenheit aufgearbeitet wurde. Zum anderen ließ sich das Buch auch als Kritik an einem unreflektierten Machismo lesen, der auch in der 68er-Bewegung, aus der Theweleit kam, an der Tagesordnung war. …“ | http://literaturkritik.de/id/20888

Herbert Krogmann (4. Mai 1962): “ … Zwei Absätze aus „Gärten und Straßen“ waren für mich in der Beschäftigung mit Jünger Schlüssel zu seiner Haltung, an der in Deutschland noch immer viel herumgerätselt wird. Der eine Absatz lautet: „Am Abend Post, darunter eine bedeutende Konfession. Selbst wenn man dergleichen nicht beantwortet, erfüllt man durch den Akt des Lesens eine wichtige Aufgabe.“. Der andere Absatz lautet: „Unter der Geburtstagspost ist auch ein Brief von einer Gräfin B., der gute Sätze wie die zwei folgenden enthält: ‚Es ist ja letzten Endes so, daß wir als Frauen nicht die Ideen als solche, lieben, sondern die Männer, die danach geformt sind und die dahinter stehen. Der Krieg ist nicht schön, aber wir lieben die Männer, die ihn machen, während die Pazifisten scheußlich sind‘.“ …“ | http://www.zeit.de/1962/18/der-schriftsteller-und-philosoph-ernst-juenger/komplettansicht

Rudolf Augstein (19.12.1977): “ … Opfer, mehr als die Männer selbst, sind die Frauen, deren Wirklichkeit von Theweleit ausgespart bleibt. Sie kommen nicht als eigene Wesen vor, sondern nur als die Ausgeburten männlicher Phantasie. Was er anhand seiner Freikorpsmänner und sonstiger „faschistischer“ Militärpersonen und -schriftsteller (unter ihnen der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß und der junge Goebbels), was er aus Briefen, Selbstbiographien und Romanen zu Tage gefördert hat, muß auch jenen männlichen Leser verblüffen, der sich bislang für einen „Nicht-Faschisten“ gehalten hat. … Der „nichtfaschistische schöpferische Mann“ (Theweleit nennt uns, offenbar als den Normalfall, Bertolt Brecht) hilft sich aus der Klemme der zu bekämpfenden „falschen Gefühle“, indem er die Gefährtin alle zwei Jahre wechselt oder sie zu wechseln sich vornimmt. Auf wessen Kosten, muß wohl nicht erst gesagt werden. Brecht mit seiner unerschöpflichen Produktivkraft war seine eigene Fabrik, in der er die Frauen übel ausgebeutet, abgerichtet und zugerichtet hat. … Ein vermischendes, ein entgrenztes, ein verschwenderisch überfließendes Diagnostizieren der männerrechtlichen Eroberungskultur, eine Mehr-als-Doktorarbeit. Aber Wissen ist hier Ohnmacht. …“ | http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40680546.html

Bert Rebhand (6. Februar 2018): “ … Von dem Künstlerpaar Jean-Luc Godard und Anna Karina gibt es eine berührende Szene. Viele Jahre nach dem Ende ihrer Beziehung sitzen sie in einer Talkshow und erinnern sich an die Zeit ihrer gemeinsamen Arbeit in den Sechzigerjahren. Godard sagt dabei einen für ihn entscheidenden Satz: „Alles, was ich ihr geben konnte, waren Filme.“ Was er Anna Karina also nicht geben konnte, war ein Leben. Schon gar nicht ein gemeinsames, glückliches. Die Filme, die Godard damals mit Anna Karina in der Hauptrolle gemacht hat, sind längst Klassiker … Godard selbst berief sich auf Josef von Sternberg, der in Marlene Dietrich ein Modell und eine Muse hatte, die er ganz nach seinen Vorstellungen zu gestalten versuchte. Der männliche Künstler und das weibliche, formbare Wesen, von dem Inspiration und erotische Energie ausgehen, das ist ein Topos, der bis in die Gegenwart wirkt und der noch immer dazu beiträgt, dass kreative Männer meinen, sich Freiheiten herausnehmen zu können …“ | https://derstandard.at/2000073760805/Der-Regisseur-als-Tyrann-zwischen-Kunst-und-Leben

saxxoo (06.02.2018): “ … Wie gehen Frauen mit Frauen um? Und Männer mit Männern? – Jeder weiß, dass der machtbesessene Regisseur auch bei den männlichen Schauspielern die totale Unterwerfung verlangt und mit Verunsicherung und Erniedrigung arbeitet. Und Frauen? Sie kämpfen mit feineren Waffen. Nicht großen Messern sondern feinen vergifteten Nadeln. Deren Einstiche im Nachhinein nicht merkbar sind – deren Wirkung jedoch genauso vernichtend ist. …“

Eurokater (06.02.2018): „… Das Einzige, das für die modernen Gesellschaften einen höchst peinlichen Befund darstellt, um diesen peinlichen Text kurz zu zitieren, sind Autoren, die zwischen Werk und Mensch dahinter nicht mehr unterscheiden können oder wollen. … Mir graut vor der neuen Zeit der digitalen Pranger und verspäteten Rachefeldzügen. Bilder werden aus Museen entfernt, Gedichte von Wänden gestrichen und Schauspieler aus Filmen geschnitten …“

Freakwently asked Questions (06.02.2018): “ … Es ist nicht sexuelle Unersättlichkeit per se, sondern ein durchaus pathologischer Don Juanismus der sich öfter mal bei Künstlern findet. Allerdings gibt es auch einfach viele, mehr oder weniger begabte, Arschlöcher die, schlicht und ergreifend, ihre Machtposition ausnutzen. Niemals aber gilt sexuelle Unersättlichkeit als AUSWEIS für Genialität. …“
Kommentare zu: „Der Regisseur als Tyrann zwischen Kunst und Leben“ (6. Februar 2018)

Philipp Holstein (4. Mai 2013): “ … Die „Männerphantasien“ sind heute ein Klassiker. Theweleit mischt Popkultur, Psychoanalyse und Poststrukturalismus und entwirft eine Theorie des Faschismus, indem er die Schriften etwa Ernst Jüngers einer neuen Lektüre unterzieht. Das Verfahren ist ebenso wichtig wie die Form: Der Freistil-Wissenschaftler bedient sich bei der hohen Kunst, im Comic und an zeitgenössischem Werbematerial. Er trägt Thesen wie ein Rapper vor, rockt Argumente herunter, kommt vom Hundertsten ins Tausendste und ergänzt den atemlosen Endlos-Text um Bilder. … Die Königstochter als Opfer der Landnahme – dieses Muster entdeckt Theweleit nun in Dutzenden vorhomerischer Mythen, und die Geschichten von Leda, Europa, Danae und Alkmene scheinen ihn zu bestätigen. So ist das bei Theweleit: Alles klingt logisch, und weil er gut in Fahrt ist, macht er erst in der Gegenwart Halt. James Camerons Film „Avatar“ sei ein weiterer Beleg für seine These, dass die abendländische Kultur auf sexueller Unterdrückung gründe. Die Klassik habe die alten Griechen verherrlicht; Jason und Herakles seien in Wahrheit Räuber und Vergewaltiger gewesen. …“ | http://www.rp-online.de/panorama/wissen/der-allesdenker-klaus-theweleit-aid-1.3375218

lemonhorse / 8 Februar 2018 / Cinema.Exposure, Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

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