[Der tragische Wahrheitsbegriff… ]

“ … Der „tragische Wahrheitsbegriff“ [(Nietzsche)] sei an der Kunst orientiert: „Es ist die Wahrheit der Kunst, den Schein als Schein zu schaffen und in seinem Scheinsein zu vergegenwärtigen. ‚Schein‘ sei im ontologischen Begriff die Aussage, die den Möglichkeitscharakter des Daseins bewahrt. „Das Dasein der ‚Tierheit‘, aus der wir ‚für gewöhnlich‘ nicht herauskommen, ist ‚sinnlos‘, während die Erlösung in der ‚metaphysischen Bedeutsamkeit‘ besteht. Der Gegensatz von Tierheit und Erlösung zum höheren Selbst ist der von ‚metaphysischer Bewußtlosigkeit‘ und Selbstbewußtsein. Dieser Gegensatz verweise erneut auf den Gegensatz von Konvention und Intuition. … Das Faszinierende der ästhetischen Produktion ist [], dass sie – wie Subjektkonstruktionen übrigens auch – nicht wie die Wissenschaft auf Verallgemeinerungen angewiesen ist. … “ | Aus: »Ich kratz ihr die Augen aus« – Phantasmen einer Welt ohne den Anderen – Bildungsprozesstheoretische Lektüren nach Jacques Lacan – Wissenschaftliche Hausarbeit von Tim Schmidt (2010) | Quelle: http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2012/5809/pdf/Dissertation.pdf

lemonhorse / 14 November 2018 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Kunst.Encoder / 0 Comments

[Zur Ontologie des nicht seienden #21… ]


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die-tagespost, 07. November 2018: “ … Der missionarische Atheismus hat in Deutschland eine gerichtliche Niederlage erlitten. Die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ darf anders als etwa die christlichen Kirchen am Ortseingang keine Tafeln aufstellen, die auf „Nudelmessen“ hinweisen. …“ | https://www.die-tagespost.de/politik/pl/Portrait-der-Woche-Die-Kirche-des-Spaghettimonsters;art315,193285

Daniela Wakonigg (31. Okt 2018): “ … Als die Mitglieder der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e. V. vergangenen Donnerstag den Weltnudeltag begingen, hatte das oberste deutsche Gericht ohne ihr Wissen bereits über sie entschieden. Wie erst jetzt bekannt wurde, wies das Bundesverfassungsgericht am 11. Oktober die anhängige Verfassungsbeschwerde der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e. V. ab. Seit 2014 kämpft [Weltanschauungsgemeinschaft KdFSMD] darum, ebenso wie andere Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften an den Ortseingangsstraßen von Templin mit Schildern auf ihre wöchentliche Nudelmesse in der Templiner Mutterkirche der deutschen Pastafaris hinweisen zu dürfen. … | https://hpd.de/artikel/bundesverfassungsgericht-weist-spaghettimonsterklage-ab-16132

Karlsruhe – 02.11.2018: “ … Hintergrund des Rechtsstreits ist eine Entscheidung des Landes Brandenburg aus dem Jahr 2015. Dies hatte den Mitgliedern der „Spaghettimonster-Kirche“ untersagt, mit Schildern an den Ortseingängen von Templin für die freitäglichen „Nudelmessen“ zu werben. Das Landgericht Frankfurt/Oder bestätigte später das Verbot. Der Verein hatte das gleiche Recht wie die christlichen Kirchen für sich beansprucht, die an den Ortseingängen mit Schildern auf die Zeiten ihrer Gottesdienste hinweisen dürfen. …“ | https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/spaghettimonster-kirche-scheitert-vor-bundesverfassungsgericht

Jürgen Roth am 2. November 2018 – 14:54: “ … Satire ist so lange komisch, bis es noch jemanden gibt, der darüber lacht. Dieser Nudelverein vermag indes nur noch zu nerven. …“ | https://hpd.de/artikel/bundesverfassungsgericht-weist-spaghettimonsterklage-ab-16132

Udo Endruscheit am 1. November 2018 – 10:20: “ … Über diese nicht völlig unerwartete kognitive Sperre hinaus wird zudem deutlich, dass faktisch eine Gleichstellung religiöser und weltanschaulicher Positionen, wie sie das GG doch postuliert, nicht vorhanden ist. Es wird immer den transzendental-unbegründbaren Positionen, dem wohligen Schauer des Irrationalen, der Vorzug gegeben vor konkreten Positionen, die vom Menschen handeln. Der Mensch wird sozusagen zur Profanität herabgestuft, das Irrationale zum Anbetungswürdigen hochstilisiert. Nun, was will man von einem Spruchkörper erwarten, der regelmäßig tiefernsten Austausch mit den ebenfalls bunt gekleideten Partnern von der irrationalen Fraktion pflegt? Denen man – gegen Wortlaut und Sinn des GG – längst ein „Supergrundrecht Religionsfreiheit“ (Prof. Schachtschneider) gebastelt hat …“ | https://hpd.de/artikel/bundesverfassungsgericht-weist-spaghettimonsterklage-ab-16132

Ossi 62 · 5. November 2018 – 9:41: “ … Der europäische Gerichtshof sollte diese Nudelheinis für verrückt erklären und in die geschlossene Psychatrie einweisen! Wieviel Blödsinn wird in dieser Kapitalistischen Diktatur noch zugelassen? …“ | https://www.nordkurier.de/templin/satireverein-fordert-gleichberechtigung-0433624411.html

Henrikki · 5. November 2018 – 10:51: “ … Es gibt keine „kapitalistische Diktatur“ – Der Brotkorb der Dummheit wurde durch das Christentum schon sehr hoch gehängt. Die „Nudelheinis“ machen auf diesen Wahnsinn lediglich aufmerksam, das mag dem schlichten Gläubigen durchaus seltsam vorkommen. …“ | https://www.nordkurier.de/templin/satireverein-fordert-gleichberechtigung-0433624411.html

Alemannevor 9 Tagen: “ … Gute Entscheidung. Diese Leute sind zwar nicht schädlich, aber sie machen das Christentum lächerlich. Das muss sich unsere Gesellschaft nicht geben. …“ | https://www.idea.de/gesellschaft/detail/spaghettimonster-kirche-scheitert-vor-dem-bundesverfassungsgericht-107090.html

lemonhorse / 14 November 2018 / Daten.PolitixMicro, Fraktal.Text, Gespaltene.Deutung, Global.Politix:Micro / 0 Comments

lemonhorse / 11 November 2018 / Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

[Memento mori #5… ]

Max Klinger. Der Tod am Wasser (Der pinkelnde Tod / Peeing death), 1881. | via

… Am 19. Oktober 1919 erlitt Klinger einen Schlaganfall und verlegte seinen Hauptwohnsitz nach Großjena, wo er im Spätherbst Gertrud Bock heiratete. Am 4. Juli 1920 starb Max Klinger auf seinem Weinberg in Großjena, wo er nach eigenem Wunsch auch seine letzte Ruhestätte fand. Als Nachlassbetreuer setzte er seinen Freund und Bildhauer Johannes Hartmann ein, der ihm die Totenmaske abnahm und zwei Jahre später Klingers Witwe heiratete. | https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Klinger

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[Zeit im Bild #25 … ]


Die Neue Synagoge in Hannover befand sich in der Bergstraße in der Calenberger Neustadt. | via


[Abrissarbeiten der Synagoge 1939] – Die Synagoge Goethestraße in Kiel existierte von 1909 bis 1938 | via

Martin Siebert (09.11.2018): “ … Spätestens durch die Pogromnacht wurde klar, dass die „Eliminierung der minderwertigen jüdischen Rasse aus dem deutschen Volkskörper“ nicht nur Nazipropaganda war, sondern grausame Wirklichkeit zu werden drohte. Doch das große Schweigen im Volk und in den Kirchen – nur wenige erhoben als Privatpersonen ihre Stimmen – signalisierte Zustimmung zu der „spontanen Volkserhebung“. … “ | http://www.paz-online.de/Stadt-Peine/Grausame-Pogromnacht-Vor-80-Jahren-brannten-die-Synagogen

“ … Die Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen soll einen möglichst vollständigen Überblick über die Zerstörung von Synagogen in der Zeit des Nationalsozialismus geben. Soweit möglich, ist der Umstand der Zerstörung angegeben. Beim Zentralrat der Juden in Deutschland schreibt Salomon Korn: „Zu Beginn der Dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts gab es auf dem Gebiet des damaligen Deutschen Reiches etwa 2.800 Synagogen und Betstuben. In der Nacht vom 9. November 1938 sowie in den darauf folgenden Tagen und Nächten zerstörten nationalsozialistische Trupps über 1.400 Synagogen und Betstuben. Weitere jüdische Gotteshäuser wurden in den folgenden Jahren „arisiert“, zweckentfremdet oder abgerissen.“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_im_Deutschen_Reich_von_1933_bis_1945_zerst%C3%B6rten_Synagogen

lemonhorse / 9 November 2018 / Fraktal.Text, Visual.Notes / 0 Comments

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #22… ]

Ronald Pohl (2013): “ … Jacques Lacan (1901-1981) hielt seinen Vortrag über Das Freudsche Ding 1955 tatsächlich an der Neuropsychiatrischen Universitätsklinik in Wien. … Die Unverfügbarkeit des Unbewussten bleibt Sigmund Freuds epochale Entdeckung. Nur ist die Wahrheit eben immer nur im buchstäblichen Sinn zu verstehen oder zu begreifen. Das Unbewusste ist wie eine Sprache strukturiert. … Jacques Lacans Theorie von der Triade, die unser Weltbegreifen ausmacht: das Symbolische, das Imaginäre, das Reale, ist in seinem Wiener Vortrag bereits angelegt. „Wo Es war, soll Ich werden“, benennt er jenen Prozess der Signifizierung, der durch uranfängliche Mängel überhaupt erst in Bewegung gesetzt wird. Das Grauen der Ich-Bildung besteht in der Erkenntnis, Identifizierungen vornehmen zu müssen, denen unser „Ich“ nicht genügt. Zugleich ist das schöne, schmeichelnde Bild von der Innerlichkeit des menschlichen Subjekts nicht zu retten. Mit der Psychoanalyse als Serviceeinrichtung hat Lacans Denken nichts am Hut. Wo Freud war, sollte Lacan werden …“ | https://derstandard.at/1385170673861/Die-Kultur-des-Leids-als-Lebensschule

Axel Schmitt (2018): “ … Das, was wir als Realität erfahren und benennen, ist immer schon beschnitten, gefiltert; irgendeine Dimension, irgendein disparates Element ist von ihr ausgeschlossen und kann nur als Fiktion erscheinen, als nicht zu unserer Realität gehörig. Die Realität des Menschen ist symbolisch konstruiert, also letztlich eine kollektiv praktizierte Fiktion. … “ | https://literaturkritik.de/zizek-disparitaeten-denken-tertium-slavoj-zizek-erkundet-konzept-disparitaet-als-grundlage-philosophischen-denkens,24889.html

Wolfram Eilenberger (21.07.2018): “ … Wenn man die vier Philosophen [Benjamin, Heidegger, Wittgenstein, Cassirer] typologisch einordnet, stehen sie für vier Existenzweisen, die bis heute noch sehr aktuell sind [Benjamin ist der typische klassische weltläufige Prekariatsjournalist, der in der Großstadt leben will; der in Exzessen, sei es in der Spielsucht, sei es in den Bordellen, sei es in der Drogenerfahrung gewisse Extremformen der Erfahrungen auszumachen meint, die besonderen Erkenntniswert haben. Heidegger sucht den Rückzug in der Geborgenheit seines völkischen Umfeldes in der Hütte in Todtnauberg. Wittgenstein wird zum spirituell Suchenden, der in der Einsamkeit und Bedürfnislosigkeit nach geistiger Klarheit sucht. Und schließlich Cassirer – der klassisch bürgerliche, glückliche Denkbeamte, der aus dem großbürgerlichen Milieu heraus seine bildungsbürgerliche Tradition fortführt.] … “ | https://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wz_reflexionen/vermessungen/977982_Die-Sprache-ist-das-Fundament.html

Wolfram Eilenberger (Sein und Streit | Beitrag vom 28.01.2018): “ … Was diese Welt im Kern zusammenhält? … Gute Fragen. In Davos wurden sie schon einmal mit aller Schärfe und Dringlichkeit erörtert. Und zwar anlässlich der legendären Disputation zwischen Martin Heidegger und Ernst Cassirer im Frühjahr 1929. … So entwarf Ernst Cassirer … die Vision einer Menschheit, die sich von den allzu alltäglichen Überlebensängsten und auch politischen Fundamentalismen durch die Werke der Kultur und Bildung befreien würde. Für ihn ist der Mensch ein „Animal Symbolicum“, also ein zeichenverwendendes Naturwesen. Wobei das eigentliche Ziel dieses Zeichengebrauchs – der Sprachen, der Künste, der Mathematik, der Philosophie – für Cassirer darin besteht, den Menschen „frei werden zu lassen von der Angst als bloßer Befindlichkeit“. … Heidegger hingegen, damals frisch gebackener Autor von „Sein und Zeit“ und just als Husserls Nachfolger nach Freiburg berufen, erkannte gerade in der Kultivierung der Angst – vor dem Tod, vor dem Nichts, vor dem Untergang des eigenen Volkes – den entscheidenden Motor wahrer Selbstfindung. Worum es im Philosophieren eigentlich gehen müsse, warf er Cassirer deshalb auf offener Bühne entgegen, sei „den faulen Aspekt eines Menschen, der bloß die Werke des Geistes benutzt, zurückzuwerfen in die Härte seines Schicksals“. … Heidegger ging damals übrigens als gefühlter Sieger vom Podium. Und auch politisch sollte eine völkisch gestimmte Form der Angst bald den Sieg davon tragen. Mit bekannten Folgen. Aus der Davoser Disputation von 1929 wäre also bis heute manches zu lernen. …“ | Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/weltwirtschaftsforum-in-davos-was-heidegger-und-cassirer.2162.de.html?dram:article_id=409428

lemonhorse / 9 November 2018 / Fraktal.Text, Global.Politix:Micro / 0 Comments

[Fellini #24… ]

Impuls via

“ … In einer … ausschweifenden Szenenfolge spiegelt Fellini die Verwirrung des männlichen Eroberers angesichts der veränderten gesellschaftlichen Situation in grotesken und fantasmagorischen Bildern. …“ (Zweitausendeins Filmlexikon zu ‚La città delle donne‘ [Fellinis Stadt der Frauen, 1979]) // https://de.wikipedia.org/wiki/Fellinis_Stadt_der_Frauen

lemonhorse / 9 November 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

lemonhorse / 9 November 2018 / Cinema.Exposure, Found.Stuff, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

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