[Zbogom, Kalifornijo (1966)… ]

Miki Jevremović, Goodbye California (Zbogom, Kalifornijo)
1966 // Miodrag „Miki“ Jevremović, (1941 – 2017)

Robert Peševski (2 years ago): Ovaj dragulj od pjesme nas vuce u zlatne šezdesete, kada sam sam izašao iz tijela majke i kada mi je bio zadan život. Slava velikom Mikiju Jevremovicu! [Google Übersetzer: Dieses Juwel eines Gedichts zieht uns in die goldenen Sechziger, als ich den Körper meiner Mutter verließ und als mein Leben gegeben wurde. Ehre sei dem großen Miki Jevremovic!] // https://hr.wikipedia.org/wiki/Miki_Jevremovi%C4%87

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[Zur intrinsischen Logik des Kapitalismus #8 … ]

Friedrich Merz (11. Juni 2019): “ … Deutschland geht es gut. Wir leben in einem der schönsten und wohlhabendsten Länder der Welt. … Die Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung war der Versuch, die deutsche Volkswirtschaft in einem schärfer werdenden globalen Wettbewerb zukunftsfähig und zugleich die Sozialversicherungen demografiefest zu machen. …“ | Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-04/wirtschaftspolitik-deutschland-wohlstand-soziale-gerechtigkeit-demokratie-kapitalismuskritik/komplettansicht | Der Politiker Friedrich Merz ist Vizepräsident des Wirtschaftsrates der CDU und war früher Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag. Er ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fondsgesellschaft BlackRock in Deutschland und kandidierte Ende vergangenen Jahres um den CDU-Parteivorsitz.

Desaguliers #63: “ … „Wenn die Zustimmung zu Demokratie und Marktwirtschaft wieder steigen soll, dann müssen aber nicht nur Zusammenhänge (besser) erklärt werden.“ — Sagen Sie mal, Herr Merz, halten Sie Ihre Landsleute eigentlich für dämlich? …“

Wie der Schuldneratlas Deutschland 2019 zeigt, … | Aus: „Schuldneratlas: Überschuldung bei Senioren steigt drastisch an“ (14. November 20119), https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-11/schuldneratlas-verbraucher-ueberschuldung-ausgaben-bundeslaender

Art Den #3: “ … „Derzeit sind nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform 6,92 Millionen Verbraucher nicht in der Lage, ihre Rechnungen zu bezahlen.“ — was zum? Aber Deutschland ist doch noch immer ein Paradies, oder? …“

istdochwahr #3.1: “ … das ist ja fast jeder 10 erwachsene. …“

DrkdD #16: “ … „Einerseits machten sich hier die Rentenreformen der vergangenen Jahrzehnte bemerkbar, die fast durchweg auf eine Kürzung des Sicherungsniveaus der gesetzlichen Rente abgezielt hätten. Außerdem wirkten sich die wachsende Zahl unsteter Erwerbsbiografien und der immer größer werdende Niedriglohnsektor aus. Auch der zum Teil dramatische Anstieg der Mieten spiele eine Rolle“ — Wer hätte das schon gedacht… Aber die gute Nachricht ist. Es gibt auch viele die von dem neoliberalen Wahnsinn profitiert haben. Das sind immerhin mindestens 10% der Bevölkerung. …“

alraschid #20: “ … Es sollte niemanden überrascht haben. Dies war gewollt … Das macht uns wettbewerbsfähig. …“ | [Marcel Fratzscher ( 17. Mai 2019): “ … Der Anteil derer, die im Niedriglohnbereich arbeiten, betrug Mitte der Neunzigerjahre 16 Prozent aller abhängig Beschäftigten, heute liegt er bei 24 Prozent. Dies liegt keineswegs daran, dass der Median, also der Referenzwert bei den Stundenlöhnen, gestiegen sei und die Menschen mit niedrigen Löhnen somit abgehängt worden sind. Das Gegenteil ist sogar der Fall: Der reale Stundenlohn des Medians ist seit Mitte der 1990er-Jahre kaum gewachsen. Die starke Ausdehnung des Niedriglohnbereichs ist vielmehr die Folge sinkender Reallöhne beim Drittel der Beschäftigten mit den niedrigsten Stundenlöhnen. Reallöhne der 10 Prozent der Beschäftigten mit den niedrigsten Stundenlöhnen sind seit 1995 um 10 Prozent gefallen. Die Reallöhne der oberen 50 Prozent dagegen sind deutlich gewachsen. …“ | https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-05/geringverdiener-niedriglohnsektor-armut-entlohnung-mindestlohn]

Polyvinylpyrrolidon #6: “ … Tja, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. …“

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[Religions-Setzbaukasten #3… ]

(469219) Kamoʻoalewa [ Simulierter Orbit von (469219) 2016 HO3 ] | https://de.wikipedia.org/wiki/(469219)_Kamo%CA%BBoalewa

Otto Wöhrbach (11.11.2019): “ … Vom Asteroiden Kamo´oalewa aus hätten Aliens die Erde gut im Blick – wenn es sie denn gibt. 2022 soll ihn eine chinesische Sonde erforschen. …“ | Aus: „Ein Felsbrocken, der immer nah bei der Erde bleibt Ist Kamo’oalewa ein Beobachtungsposten der Außerirdischen?“, Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wissen/ein-felsbrocken-der-immer-nah-bei-der-erde-bleibt-ist-kamooalewa-ein-beobachtungsposten-der-ausserirdischen/25211198.html

Rindenberg 11.11.2019, 09:59 Uhr: “ … “Manchmal glaube ich, der beste Beweis dafür, dass es anderswo im Weltall intelligentes Leben gibt, ist der, dass noch niemand versucht hat, Kontakt mit uns aufzunehmen.” (aus: Calvin & Hobbes) …“

Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ [Ein] Bekannter von mir behauptet das wir Menschen von Aliens abstammen und die Aliens demnächst die Erde besuchen werden. Der Mann ist nicht in Behandlung arbeitet als Küchenchef und hat eine Familie. Dann habe ich im letzten Jahr zwei Menschen kennen gelernt die allen ernstes behaupten das die Erde vielleicht ja doch eine Scheibe wäre. Auch Sie nicht in Behandlung und führen ansonsten ein normal geregeltes Leben. Sind das jetzt eher Ausnahmen [?]. …“

Babsack 11.11.2019, 12:10 Uhr: Antwort auf den Beitrag von Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ … „Sind das jetzt eher Ausnahmen.“ – Nein, Ausserirdische. …“

Flup 11.11.2019, 12:20 Uhr: Antwort auf den Beitrag von Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ … Natürlich ist die Erde eine Scheibe. Sie wird von vier Elefanten getragen, die auf dem Rücken einer Weltraumschildkröte durch das Weltall fliegt. Das kann jeder Atrozoologe bezeugen. Auch wissenschaftlich fundiert in den Scheibenwelt-Aufzeichnungen von Terry Pratchet dargelegt. Jetzt musste er allerdings wieder zurück auf seinen Planeten, weshalb er offiziell für tot erklärt wurde und deshalb für Rückfragen nicht mehr zur Verfügung steht. …“

Rotfahrer 11.11.2019, 13:23 Uhr: Antwort auf den Beitrag von Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ … Andere glauben hingegen an die unbefleckte Empfängnis.. jeder wie er möchte. Solange man andere in Frieden lässt. …“

Paul_Oppermann 11.11.2019, 20:17 Uhr: Antwort auf den Beitrag von Krotocker 11.11.2019, 11:56 Uhr: “ … Leben und leben lassen. Ein indischer Bekannter von mir glaubt fest daran, dass es im Hymalaja Samadi-Höhlen mit jahrtausendealten Überlebenden von Atlantis gibt, die dort im Samadi-Zustand wie versteinert vor sich hinwarten, zu einem gegebenen Zeitpunkt wieder ins aktive Leben zurück zu kehren. Warum nicht, klingt ja irgendwie auch vernünftig. Er meint auch, dass dieser Glaube in Indien ganz normal und verbreitet sei. Ich hatte das eher für ein Hindu-Ding gehalten, aber er ist Sikh und glaubt halt auch dran. Und weil er kein Spinner ist und ich ihm noch einen Gefallen schuldete glaube ich das jetzt auch. ;-) Warum allerdings diese elende Flach-Erde-Theorie derzeit so grassiert verstehe ich auch nicht. Gibt es heutzutage keinen Astronomie-Unterricht mehr? …“

gesundermenschenverstand 11.11.2019, 21:33 Uhr: “ … „…Vielleicht beobachten die Aliens den Blauen Planeten aber zunächst aus sicherer Entfernung und melden nach Hause, was sich auf ihm so tut.“ – Das ist außerirdischen auch dringend anzuraten!! Sich den reichen und mächtigen (teils schwer durchgeknallten) aus wirtschaft und politik des planeten erde anzuvertrauen, ist mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit gar keine gute idee. …“

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[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #36… ]

Dieter Wenk (‚Endlosschleifen, und wie man da raus kommt‚, 5. November 2003 ): “ … Das Besondere an Ridley Scotts Film [‚Die Duellisten‚ (1977)] ist, … dass er das Ehrenrührige ins Maßlose ausdehnt und so einen Begriff von Ehre erhält, dem nie Genüge getan werden kann. … Rettung ist [ ] nur im Symbolischen und in der Fähigkeit, es auch Wirklichkeit werden zu lassen. …“ | Quelle: http://www.textem.de/index.php?id=191

“ … D’Hubert, der noch einen Schuss übrig hat, verschont [ ] Ferauds Leben unter der Bedingung, dass Feraud ihn von nun an für den Rest seines Lebens in Ruhe lässt. …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Duellisten

“ … Wenn ansonsten gesagt wird, dass die Gefühlsforschung und -politik quasi noch am Anfang steht, dann unterschlägt man alle Dichter und Schriftsteller, die sich gerade auf diesem Feld derart hervorgetan haben, dass man ihre Romane auch als eine Gefühlsschule bezeichnen könnte. So ging es z.B. vielen jungen Russen bereits im 19. Jahrhundert so, dass sie sich in bestimmten Gefühlsmomenten nicht mehr sicher waren, ob es sich dabei um ihre eigenen Emotionen oder um die  angelesenen von Puschkin handelte. Ähnliches bewirkte auch die deutsche Literatur der Romantik – bis heute. Erinnert sei nur an das „Werther-Syndrom“. Bereits 1613 schilderte Miguel de Cervantes in seinem „Don Quijote“ einen durch zu viel Romanlektüre in seiner Wahrnehmung und seinem Gefühlshaushalt Verwirrten. Auch das Theater diente lange Zeit der „Gefühlserziehung“ – weil es in der Schauspielerei auch um und vor allem „falsche Gefühle“ geht, deswegen votierte Jean-Jacques Rousseau in seinem Theater-Artikel für Diderots „Enzyklopädie“, diese Anstalt zu schließen. …
Aggressivität des Menschen hat nach Freud zwei Ursachen: einmal den angeborenen Zerstörungstrieb (den Todestrieb) und zum anderen die Versagung seiner triebhaften Wünsche, die ihm die Kultur auferlegt. Der Mensch kann zwar seine Aggression durch das Über- Ich teilweise auf sich selbst lenken, und eine Minderheit kann ihre sexuellen Begierden in brüderliche Nächstenliebe sublimieren, doch bleibt die Aggressivität an sich unausrottbar. Die Menschen werden immer miteinander in Wettbewerb treten und sich gegenseitig angreifen, und wenn es nicht um „dingliche Güter“ geht, „so bleibt noch das Vorrecht aus sexuellen Beziehungen, das die Quelle der stärksten Missgunst und der heftigsten Feindseligkeit unter den sonst gleichgestellten Menschen werden muss. Hebt man auch dieses auf durch die völlige Befreiung des Sexuallebens, beseitigt also die Familie, die Keimzelle der Kultur, so lässt sich zwar nicht vorhersehen, welche neuen Wege die Kulturentwicklung einschlagen kann, aber eines darf man erwarten, dass der unzerstörbare Zug der menschlichen Natur ihr auch dorthin folgen wird“ (a. a. O., S. 473).
Da für Freud die Liebe im wesentlichen sexuelle Begierde ist, sieht er sich gezwungen, einen Widerspruch zwischen Liebe und gesellschaftlichem Zusammenhalt anzunehmen. Liebe ist ihrem Wesen nach egoistisch und antisozial, und das Gefühl der Solidarität und der brüderlichen Liebe sind keine primären Gefühle, die in der Natur des Menschen wurzeln, sondern zielgehemmte sexuelle Begierden. Aufgrund dieser Vorstellung vom Menschen, von seinem angeborenen Verlangen nach uneingeschränkter sexueller Befriedigung und seiner Destruktivität musste Freud zur Annahme eines unausweichlichen Konflikts zwischen jeder Kultur und seelischer Gesundheit und menschlichem Glück gelangen. Der Primitive ist gesund und glücklich, weil seine Grundtriebe nicht frustriert werden, es fehlen ihm jedoch die Errungenschaften der Kultur. Der zivilisierte Mensch ist sicherer, er genießt Kunst und Wissenschaft, muss aber durch die ständige Frustrierung seiner Triebe, wozu ihn die Kultur zwingt, neurotisch werden.
Für Freud stehen Gesellschaft und Kultur in einem wesensmäßigen und unausweichlichen Konflikt mit den Bedürfnissen der menschlichen Natur, so wie er sie sieht, und der Mensch steht vor der tragischen Alternative zwischen dem Glück, das sich auf die uneingeschränkte Befriedigung seiner Triebe gründet, und der Sicherheit und den kulturellen Errungenschaften, die durch Triebverzicht zustande kommen und die daher zur Neurose und allen anderen Formen seelischer Erkrankung führen. Für Freud ist die Kultur das Ergebnis von Triebversagung und daher die Ursache seelischer Erkrankungen.
… Fromm […] spricht von der produktiven Verwirklichung der Persönlichkeit, von Fürsorge, Verantwortung und Respekt vor den Mitmenschen, von produktiver Liebe und Glück – als könnte der Mensch tatsächlich all das in einer Gesellschaft ausüben, die Fromm selbst als völlig ‚entfremdet‘ und von den Konsum-Beziehungen des ‚Markts‘ beherrscht, darstellt…“ (H. Marcuse, 1955; dt.: S. 253f.).
Damit sagt Marcuse, dass jeder, der Integrität besitzt und zu Liebe und Glück fähig ist, in der heutigen kapitalistischen Gesellschaft entweder zum Märtyrer oder verrückt werden muss. …“ | Helmut Höge („Hier spricht der Aushilfshausmeister!“, 26.11.2009): „Gefühle/Emotionen/Affekte (1)“, Quelle: http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2009/11/26/gefuehleemotionenaffekte/

lemon / 7 November 2019 / Found.Stuff, Fraktal.Text, Kunst.Encoder, Visual.Notes / 0 Comments

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[Diktaturgeschichte & Realitätskerne #1 … ]

“ … „die heutige Demokratie in der Europäischen Union [seien] keineswegs ein Kind gestandener europäischer Liberalität“ [ ], sondern vielmehr „das Ergebnis eines schändlichen europäischen Sündenfalls: des genozidalen Weltkrieges“, der gleichbedeutend mit dem Scheitern des Konzeptes der europäischen Demokratie war. … CARLOS COLLADO SEIDEL (München) leitete mit einem groß angelegten Überblick über die Franco-Diktatur in Spanien die erste Sektion ein, welche sich der Entstehung und dem Charakter der südeuropäischen Diktaturen widmete. „Der Spanische Bürgerkrieg von 1936-1939 ist bis heute ein zentraler Referenzpunkt für die spanische Gesellschaft.“ … Die von António de Oliveira Salazar in Portugal errichtete Diktatur des Estado Novo (1933-1974) war die längste rechtsgerichtete Europas. Ein zweifelhafter ‚Rekord’, den CHRISTIANE ABELE (Paris/Freiburg) nach dem Wie sowie auf die Entwicklungsstufen des Regimes hin hinterfragte. … JANIS NALBADIDACIS (Berlin) hob zunächst die markanten Bedeutungsunterschiede der griechischen Militärdiktatur (1967-1974) gegenüber den zuvor präsentierten Vergleichsfällen in Spanien und Portugal hervor: Diese war die einzige, welche sich lange nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte und daher international wesentlich stärker verflochten war, was nicht zuletzt zu ihrer Durchlässigkeit für internationalen Protest und damit auch ihrer im Gegensatz zu den Diktaturen auf der iberischen Halbinsel geringen Verweildauer geführt habe. Kritisch sei in diesem Zusammenhang, die historiografische Etikettierung des Obristen-Regimes als „aus der Zeit gefallen“ zu betrachten, da diese „ahistorische“ und simplifizierende Perspektive den weiten Bedeutungszusammenhängen der Diktatur in keiner Weise Rechnung trage. … Mit einem Zitat Jorge Sempruns führte ULRIKE CAPDEPÓN (Hamburg) in die zweite Sektion ein, welche das Ende der Diktaturen und ihren Weg zur Demokratie thematisierte: „Spanien hat sich mit erdrückender Mehrheit für eine kollektive und gewollte Amnesie entschieden […]“. …“ | Aus: (‚Europas vergessene Diktaturen? Diktatur und Diktaturüberwindung in Spanien, Portugal und Griechenland‘, Stiftung Ettersberg, Europäische Diktaturforschung – Aufarbeitung der SED-Diktatur – Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße; Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Datum 04.11.2016 – 05.11.2016) | Quelle: https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7037

Ines Geipel (geb. Schmidt) 1982 – ASV-Meeting in Koeln. Foto: Juergen Weyrich

“ … [Ines Geipel]: … Worüber wir auch nicht sprechen, ist die Tatsache, dass es mit 1990 kein Aufarbeitungsmodell für mehr als fünfzig Jahre Diktaturgeschichte gegeben hat. Woher auch? Wir sind ja überaus erfindungsreich, was Entlastungserzählungen angeht. … Aufarbeitung ist zäh, sie stößt auf Widerstände, bei Lichte besehen ist sie fast immer enttäuschend. … Mir geht es um eine Geschichte des Autoritären, der Gewalt, der Angst. Wir sagen DDR und denken dabei an einen stabilen, sicheren Käfig. Aber in ihm regierte die Angst, sehr viel Angst. Mein Modell wäre zu sagen: Okay, wir sind gedächtnispolitisch im Jahr 1975, wenn man als Nenngröße die alte Bundesrepublik setzt. Das war die Zeit, als die Nachfragen nach innen gingen, in die Familien, und als sich das politische Klima, die politische Haut der Gesellschaft veränderte. Im Westen verständigte man sich zu der Zeit auf einen Konsens: Was ist unser Maß, was das absolute No-Go? Im Osten existiert bis heute nur ein Konglomerat an Erzählungen. Du sitzt in einem Raum, willst über das Jahr 1989 sprechen, und jeder Anwesende bringt seine Version. Für den einen ist der 9. November 1989 der schlimmste Tag seines Lebens, die Nächste erzählt vom absoluten Glück. … Es ist unglaublich, mit welcher Härte die wirklichen Opfer der zweiten Diktatur wegerzählt werden. Fünfzig Jahre Diktaturerfahrung sind eben nicht nur traumatisierte Menschen, sondern auch eine traumatisierte Kultur. … Gerade das Autobiografische verlangt eine spezielle Art der Aushärtung. Es geht nicht um das Aufsammeln von Details, sondern: Halten die Sätze? Lege ich mit ihnen eine Wahrnehmung frei, die mit dem Ich, der inneren Apparatur, dem eigenen Koordinatensystem zu tun haben? Geht es dabei nicht zuerst um Realitätskerne, um eine Verdichtung von Erfahrung, die nach etwas Essenziellem in der Zeit sucht? …“ | https://www.derstandard.at/story/2000110569561/ex-ddr-athletin-und-autorin-ines-geipel-die-ddr-war | https://de.wikipedia.org/wiki/Ines_Geipel [ (2. November 2019): “ … In ihrem 2019 veröffentlichten Buch Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass greift Geipel das für die DDR-Geschichte so signifikante Thema des Verschweigens aus der Sicht mehrerer Generationen auf. Dabei bricht sie zum einen das „toxische Schweigen“ auf, mit dem nicht nur die SS-Vergangenheit ihrer beiden Großväter, sondern auch die Stasi-Tätigkeit des Vaters verhüllt wurde. … “ ]

Cornelia Geißler (30.10.19): “ … Der Autor beruft sich hier auf die Integrationsforscherin Naika Foroutan und den Soziologen Daniel Kubiak, benennt das Phänomen des „Othering“: Eine Gruppe von Personen wird als besonders herausgestellt. Nichelmann schreibt: „Wenn in Ostdeutschland ein Problem auftritt, dann ist es ein Problem von Ostdeutschland. Wenn in Westdeutschland ein Problem auftritt, dann ist es ein Problem von Gesamtdeutschland.“ Die Triebkraft für Nichelmanns Recherchen liegt allerdings ursprünglich in der eigenen Familie. Er fand als Kind eine NVA-Uniform, die seinem Vater gehört haben muss, der aber verstört das Gespräch darüber verweigerte. … Als Erwachsener erkennt er, wie sich die Erfahrungen seiner Altersgenossen mit den Eltern ähneln: „Deutlich spürbar ist ihre Angst, offen über das Leben und die eigenen Rolle in der DDR zu sprechen.“ Was ist da schief gelaufen? …“ | https://www.fr.de/politik/30-jahre-mauerfall/buch-fall-mauer-nachwendekinder-warum-sprichst-kein-ossisch-13178089.html

Johannes Nichelmann (3. 11. 2019): “ … Als Henning 39 Jahre alt war, besorgte er sich die Stasi-Akte seines Vaters. „Ich bin da erst wenige Jahre drüber hinweg. Es gab damals auch keine psychologische Begleitung.“ …“ | https://taz.de/DDR-Aufarbeitung-in-Familien/!5635412/

Katarina Witt über die Wende „Man schweigt den Schmerz weg“ (5. 11. 2019): “ … Katrin Gottschalk: Sie sind bekannt dafür, Ihr Privatleben sehr gut zu schützen. Kürzlich aber haben Sie doch eine sehr persönliche Geschichte erzählt. Für das Por­trätbuch „Ostfrauen verändern die Republik“ haben Sie geschildert, wie es Ihren Eltern nach der Wende gegangen ist.
Katarina Witt: Hören Sie auf, da fange ich gleich wieder an zu heulen.
Katrin Gottschalk: Ihr Vater ist damals arbeitslos geworden, und Sie haben Ihre Eltern noch jahrelang unterstützt. Eine sehr ostdeutsche Erfahrung. Wie geht man als Kind damit um?
Katarina Witt: Ich war damals 23 Jahre alt. Meine Eltern, die heute über achtzig sind, waren damals also genauso alt wie ich heute. Die haben immer versucht, Probleme von uns Kindern fernzuhalten. Dieser Umbruch Anfang der Neunziger, der Schmerz, der damit einherging, die Verletzungen, das bricht ja jetzt erst auf. Unsere Eltern fangen jetzt erst an, offen zu reden, und das ist für uns, ihre Kinder, neu. …
Katrin Gottschalk: Sind „Ossi“ und „Wessi“ für Sie Schimpfwörter?
Katarina Witt: „Ossi“ und „Wessi“ ist eher eine Frotzelei. Grundsätzlich ist aber „Ossi“ eher positiv bei mir ­besetzt als „Wessi“. (alle lachen) Für mich ist die Bezeichnung „Ostfrau“ mittlerweile ein Güte­siegel. …“ | https://taz.de/Katarina-Witt-ueber-die-Wende/!5636400/

“ … Steffen Mau: „Als wir in die Bundesrepublik hineinkamen, da hatten wir natürlich eine antifaschistische Erziehung genossen. Und die in der Bundesrepublik haben gesagt: Wir haben ´68 gehabt, wir haben das eigentlich durch. Wir sind da vollständig aufgeklärt. Und dann kam die Wehrmachtsausstellung 1995 des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Da haben sich viele Ostdeutsche gefragt: Was geht da eigentlich vor? Warum gibt es Demonstrationen in München oder Stuttgart gegen die Aussage, dass die Wehrmacht an Verbrechen des Nazi-Regimes beteiligt war? Das ist sozusagen im Weltbild der Ostdeutschen unvorstellbar, dass man so etwas überhaupt in Zweifel ziehen kann. Und ich sag einfach mal: dass die Ostdeutschen bei solchen Debatten fast nie zum Zuge gekommen sind.“ … Frank Blohm: „Der Westdeutsche sieht ja traditionell gern herab auf den Ostdeutschen, weil der sich ja so angepasst hätte und unterworfen hätte unter die Diktatur. Unterschlägt aber dabei, dass doch jeder von uns im Westen sich auch angepasst hat. So wird also der Ostdeutsche zur Projektionsfläche eigener Unzulänglichkeiten, wie das oft so ist, das Eigene wird verdrängt und dem anderen zugeschrieben, das Negative wird dem zugeschrieben. Und so ist es natürlich umgekehrt auch. Aber jetzt reden wir erst mal von den Westdeutschen, von denen ja immer so wenig geredet wird – weil: Der Westdeutsche redet ja gerne immer über die Ostdeutschen, ungern über sich.“ … „Das hat nicht so lange angehalten, diese Euphorie“, erinnert sich Jutta Voigt. In „Westbesuch“ nennt sie die Liebe zwischen denen, die sich 1989 in den Armen lagen, eine Amour fou: „Zwischen Ost und West. Na, eine verrückte Liebe, habe ich damals noch gedacht. Also Liebe stimmt ja nicht. Eine wilde Nacht – und dann war auch bald Schluss.“ …“ | https://www.deutschlandfunkkultur.de/westdeutscher-blick-auf-die-ddr-warum-der-westen-den-osten.976.de.html?dram:article_id=462762 ( Hans von Trotha, 06.11.2019)

lemon / 4 November 2019 / Fraktal.Text, Gedanken.Memo, Gespaltene.Deutung / 0 Comments

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