2014
12.18

… what rival visions would emerge if you pitted the director of The Bicycle Thieves against the producer of Gone with the Wind on the same movie material?… | http://www.bfi.org.uk/news-opinion/sight-sound-magazine/comment/video-essay-what-neorealism

Faisal Azam (2013):” … [It] illustrates the impact that even seemingly subtle edits make on the overall narrative of a film. …”

bradbell.tv (2013): ” … “Time and place seem more critical than plot or story.” … I feel this essay explains what is different about European cinema, why some people dislike it, and why I like it better. …”

2014
12.18

Man from Utah conducts research in Stasi Museum in Berlin
Published on Oct 13, 2014

2014
12.18

And my name is Duke Ellington. We love you madly. Haha…

2014
12.15

data.matrix
Ryoji Ikeda, 2005 | Electronic, Abstract, Experimental
http://www.ryojiikeda.com/ & http://de.wikipedia.org/wiki/Ry%C5%8Dji_Ikeda

2014
12.15

John Luther Adams (* 1953) | >> http://de.wikipedia.org/wiki/John_Luther_Adams
Dark Waves, per orchestra e suoni elettronici (2007)
Chicago Symphony Orchestra diretta da Jaap van Zweden

2014
12.11

Jörg Diehl (02.07.2007):” … “Ich habe nichts zu sagen”, war die Standardformel des damals 73-jährigen Barbie vor Gericht. Wie ein grinsender Automat wiederholte der ehemalige Lyoner Gestapo-Chef diese Worte, wenn ihn der Präsident der Kammer ansprach. …” | http://www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/ns-verbrecher-klaus-barbie-ich-bin-gekommen-um-zu-toeten-a-489560.html | [” … Barbie war für die Folterung und Ermordung von Mitgliedern der Résistance – unter ihnen Jean Moulin – in Südfrankreich verantwortlich. Barbie folterte mit Schneidbrennern, glühenden Schürhaken, kochendem Wasser und einer ganzen Sammlung an Peitschen, Werkzeugen und Knüppeln die bei Verhören vor ihm auf dem Schreibtisch lagen. Die Folter seiner Opfer zog sich teilweise über einige Tage hin, die viele nicht überlebten. … “] (6. Dezember 2014) >> http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Barbie

” … Der Heidelberger Rechtswissenschaftler Winfried Brugger [*] bedauert die „eminent starken Widerstände“ gegen die Idee eines staatlichen Folterrechtes, die „vermutlich in der Erfahrung des Dritten Reiches“ wurzelten, „das nach wie vor einen langen und düsteren Schatten auf Themen wie Folter wirft und das Ergebnis differenzierungslos vorher bestimmt.“ Das klingt, wie Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung vom 10.3.2003 kommentierte, „als hätten die Nazis eine ansonsten durchaus vernünftige Verhörmethode diskreditiert. Zu den Schandtaten der Nazis zählt demnach auch, daß man ihretwegen sich in Deutschland nicht unvoreingenommen über Folter unterhalten könne“. Der Mainzer Rechts wissenschaftler Volker Erb (2005) sieht in der Absolutheit des Folterverbots gar den „Geist des Totalitarismus“ und eine sicherheitspolitische Selbstabdankung des Staates. … ” | Aus: Rainer Mausfeld “Foltern für das Vaterland – Über die Beiträge der Psychologie zur Entwicklung von Techniken der ‚weißen Folter’” (2009) >> Quelle: http://www.uni-kiel.de/psychologie/psychophysik/mausfeld/Mausfeld_Psychologie%20und%20Folter.pdf | [*] -> ([Brugger, W. (2000). Vom unbedingten Verbot der Folter zum bedingten Recht auf Folter, Juristenzeitung, 55, 4, 165-173. Brugger, W. (2006) Einschränkung des absoluten Folterverbots bei Rettungsfolter? Aus Politik und Zeitgeschichte (Bundeszentrale für politische Bildung), 36, 9-15.]) | >> http://de.wikipedia.org/wiki/Winfried_Brugger

Andreas Ross (09.12.2014, Washington): ” … Dick Cheney hatte gar nicht abgewartet, bis Feinsteins Ausschuss die an vielen Stellen geschwärzte, fünfhundertseitige Zusammenfassung des Reports ins Internet stellte. „Absolut, total gerechtfertigt“ sei das Vorgehen der CIA gewesen, bekräftigte der frühere Vizepräsident schon am Montag. Auch George Bush suchte die Kameras. Die Mitarbeiter der CIA, bekräftigte der damalige Präsident, seien Patrioten. „Was auch immer in dem Bericht steht: Wenn er ihren Beitrag für unser Land herabmindert, dann ist er voll daneben.“ Cheney legte noch nach: „Was mich betrifft, sollten diese Leute ausgezeichnet und nicht kritisiert werden.“ …” | http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/cia-bericht-ueber-verhoermethoden-veroeffentlicht-13311951.html

CHRISTIAN GRÜNY (Zur Logik der Folter): ” … Dass diese Zerstörung stattfindet, und zwar nicht in einem unzugänglichen Außen, sondern inmitten der „Zivilisation“, und dass diese Zivilisation dabei nicht zusammenbricht, sondern ungestört weiter funktioniert, nimmt dem tatsächlich gelingenden sich Einrichten in der Welt die Unschuld. …” | http://www.academia.edu/8203408/Zur_Logik_der_Folter (Publication Name: Gewalt Verstehen, hg. Burkhard Liebsch u. Dagmar Mensink, Berlin 2003)

lyam “Dünn ist die Decke der Zivilisation” (12. Mai 2008):” … In abschließender, freier Anlehnung an Benjamin: man muss, freiwillig oder trotz vehementen Abstreitens, eingestehen, dass es wohl keine Zivilisation gibt, die im Zuge ihrer beständigen Berufung auf ihren kulturellen Fortschritt und ihre ontologische Überlegenheit nicht auch ihre barbarische Rückständigkeit beweist. Das Verstörende daran ist aber: Unsere freiheitlich-demokratische „Zivilisation“ scheint mir die unverkennbar Scheinheiligste. …” | http://willyams.wordpress.com/2008/05/12/dunn-ist-die-decke-der-zivilisation/

Rudolf Walther “Im Namen der Zivilisation” (DIE ZEIT Nº 23/1996)” … Am schlechtesten schneiden Politiker und Militärs ab. Spätestens seit dem Wuillaume-Bericht vom 2. März 1955 wußten sie Bescheid, daß in Algerien gefoltert wurde. Aber so wie der Bericht den Tatbestand mit Euphemismen (“Mißhandlungen”, “Übergriffe” et cetera) verkleisterte, so redeten auch Politiker aller Couleur unter der Vierten wie unter der Fünften Republik nur selten Klartext. De Gaulle sprach von “einigen häßlichen Zwischenfällen”. … Sie [Rita Maran] interessiert sich für die ideologischen Versatzstücke, mit denen die Anwendung der Folter während des Krieges und danach gerechtfertigt, verdrängt und kritisiert wurde. Dazu untersucht sie die Texte und Reden von verschiedenen Gruppen von Akteuren: von Regierungsmitgliedern und Beamten, von Offizieren und Soldaten sowie von Intellektuellen. Ihr besonderes Augenmerk gilt der Ideologie der mission civilisatrice, das heißt der zivilisatorischen Mission, mit der sich die französische Kolonialpolitik seit dem 19. Jahrhundert kostümierte. Diese Ideologie konnte offen oder auch nur unterschwellig zur Legitimation dafür dienen, daß die Herren aus dem “Mutterland der Menschenrechte” nicht daran dachten, die kolonisierten Menschen nach den eigenen universalistischen Standards von 1789 – liberté, égalité, fraternité – anzuerkennen. … ” | http://www.zeit.de/1996/23/Im_Namen_der_Zivilisation/seite-2

Kay Bourcarde (Folter im Rechtsstaat? – Die Bundesrepublik nach dem Entführungsfall Jakob von Metzler, 2004): ” … Gerne wird darauf hingewiesen, dass die Welt vor neuen Herausforderungen stünde. Nach dem 11. September 2001 müsse man sich neu orientieren und bisherige Maßstäbe verschieben. Im Kern läuft dies auf die Aussage hinaus, dass man in früheren, besseren Zeiten zwar ohne Folter auskam, nun aber, wo es ernst wird, nicht mehr darauf verzichten kann. … Die Folter, so hat es die geschichtliche Betrachtung gezeigt, ist in Europa abgeschafft worden, weil sie sich als unmenschlich und ungeeignet herausstellte. Nach wie vor wird rund um den Globus gefoltert, sehr zum Unbehagen der europäischen Staaten. Nun aber wird über ihre Anwendung ausgerechnet in eben jenem Europa erneut diskutiert, nicht mehr um Geständnisse zu erpressen, sondern um Leben zu retten. Ausgestattet mit diesem ehrenwerten Ziel erscheint die „Rettungsfolter“ nicht mehr ganz so verwerflich, in den Augen mancher Juristen ist sie sogar „sittlich geboten“. Folter, so die Aussage, widerspricht dem Rechtsstaat nicht, sondern kann gerade dem Schutz der Rechte seiner Bürger dienen. Diese Meinung, auch wenn sie derzeit zunehmend mehr Anhänger findet, überzeugt nicht. Sie überzeugt nicht, weil ihre Argumentation, … vielfach in sich unlogisch wird, wenn ihre Vertreter zwanghaft versuchen, ein menschenunwürdiges Mittel mit der Menschenwürdegarantie vereinbar zu machen. Ebenso wenig überzeugt es, Folter auf der strafrechtlichen Seite nachträglich mit Nothilfe zu legitimieren, denn der Staat kann sich nicht auf eine Norm beruft, die gerade dessen Abwesendheit regelt …” | http://www.bourcarde.eu/texte/folter_im_rechtsstaat.pdf

” … Das unausgesprochene Ziel des Folterers lautet: Ich will, daß du bereust, zu sein, wie du bist, daß du aufhörst, so zu sein, und dich danach sehnst, nicht mehr zu existieren. Erst dieser letzte Erfolg – daß das Opfer um seinen Tod bittet – krönt das Werk des Folterers, indem er es „rechtfertigt“. … Wenn wir betonen, daß jeder von uns zur Brutalität begabt ist und daß die Peiniger sich unter uns bewegen wie andere “Normalbürger” auch, so könnte sich der Fehlschluß einschleichen, daß Folter nichts Pathologisches sei. Wer diese Meinung vertritt, hat wahrscheinlich einfach nur maßgebliche Gesellschaftsnormen verinnerlicht. Da wir Normalität nicht statisch verstehen, wird eine Epidemie auch durch weltweite Verbreitung nichts Gesundes. Die Foltergesinnung bezeugt, daß Identifizierung und Introjektion eines guten Objektes sehr mangelhaft stattgefunden haben; der Weg vom Ich zum Wir-Ich (Caruso) bleibt unbeschritten. … ” | http://www.raulparamoortega.de/Psychoanalytische_Bemerkungen_zur_Folter.pdf

2014
12.11

SIGRID BAUER (02.12.2014): ” … Für 2015 hat sich die Landes-FDP vorgenommen, durchzustarten, um 2016 wieder in den Landtag und 2017 in den Bundestag einzuziehen. Dafür hat sie sich sogar bei der Boston Consulting Group, einer der weltweit größten Unternehmensberatungen, Hilfe geholt. …” | http://www.swp.de/schwaebisch_hall/lokales/schwaebisch_hall/art1188139,2928830

focus.de (14.11.2014): ” … Seit Samstag laufen die Dreharbeiten zur zehnten Staffel ihrer Castingshow, Anfang Februar wird sie auf ProSieben ausgestrahlt – und es werden sich wieder tausende Mädchen bewerben, die den Traum haben, im internationalen Modelbusiness durchzustarten. …” | http://www.focus.de/kultur/kino_tv/laesterei-ueber-heidis-sendung-gntm-ex-juror-mit-der-show-hat-kein-model-erfolg_id_4262320.html

Roberto De Lapuente (Mittwoch, 10. Dezember 2014): ” … »durchzustarten«. Dieses Komposition (https://de.wikipedia.org/wiki/Komposition_(Grammatik)) hört man jetzt oft. … Wenn jemand nach einer Sache sagt, jetzt wolle er neu durchstarten, denke ich immer an »nicht zurückschauen« oder »Augen zu und durch«, ein bisschen auch an »nach mir die Sintflut«. Dieses Wort hat was von Verdrängung, von bewusster Vergessenmachung. Eine Beziehung ist zu Ende und man startet neu durch. … Für die Fake-Shows im Nachmittagsprogramm ist die Phrase natürlich besonders geeignet. Sie beschwört Einfachheit und gibt den lauen Geschichtchen einen Abschluss. Menschen haben das gerne. Aber im Leben schließt man nie ab, deshalb ist der Durchstart ein eher dümmliches Modewort einer Zeit, die Vergangenheit für einen Zeitraum hält, den man durchaus vergessen darf. … ” | http://ad-sinistram.blogspot.de/2014/12/zu-ohren-gekommen.html

Anonym 10. Dezember 2014 um 10:41: ” … dieses “Neu Durchstarten” bei Beziehungen – gerade auch bei Älteren – ist genauso häßlich und absurd, wie der Wunsch Jemand “ohne Altlasten” kennenzulernen. …”

epikur 10. Dezember 2014 um 09:26: ” … Unsere gesamte zwischenmenschliche Ebene ist mit marktwirtschaftlichen Begriffen verseucht, die unterstreichen, wie kapitalismuskonform wir auch in Beziehungen denken und handeln: Freundschaften werden “gekündigt”, Menschen bezeichnen sich gegenseitig als “wertvoll”, sie sind “vergeben” und “vergriffen”, wie ein Buch oder ein Film, sie gehen miteinander einen “(Ehe-)Vertrag” ein, müssen an sich und ihrer Beziehung “arbeiten” oder haben viel in eine Beziehung “investiert”…”

2014
12.11

” … Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Webseiten des CCC [Chaos Computer Club] in Großbritannien geblockt werden. Verantwortlich ist offensichtlich ein Filter, der zunächst gegen Pornografie aufgesetzt worden war, später aber auch gegen “Extremismus” erweitert wurde. …” | https://netzpolitik.org/2014/ccc-webseite-angeblich-auch-in-aegypten-unerreichbar-was-macht-das-bka-eigentlich-dort/

” … Originally envisioned as a porn filter, and recently updated with list of banned sexual acts including spanking, aggressive whipping, role-playing as non-adults, and humiliation, the British Internet filter has seen more esoteric content blocked from British shores. Objectionable material such as, “anorexia and eating disorder websites,” “web forums,” “web blocking circumvention tools”, and the oddly categorized, “esoteric material” are also included in the filter. … ” | 2014-12-05: http://ccc.de/en/updates/2014/ccc-censored-in-uk >> geremycondra says: December 6, 2014 at 1:21 pm: ” … Censorship societies – they just don’t know what they’re missing.” | http://hackaday.com/2014/12/06/chaos-computer-club-and-hackaday-blocked-by-british-porn-filters/#comment-2219415

Constanze Kurz Unser Netz soll schöner werden (28.07.2013 (!)) ” … Weder Regierungen noch Internetunternehmen sind hinreichend vertrauenswürdige Instanzen, um bestimmen zu können, was wir im Netz lesen, sehen, schreiben dürfen. Auch eine pseudodemokratische Legitimierung dieses Rückfalls in vormoderne Denk- und Handlungsmuster kann darüber nicht hinwegtäuschen…. ” | http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/aus-dem-maschinenraum/aus-dem-maschinenraum-unser-netz-soll-schoener-werden-12305418.html

2014
12.05

>> http://wattsville.bandcamp.com/album/wattsounds
WATTSOUNDS! (2013)

Impuls via Doktor Email Kalden (Kassel)

2014
12.03

… es gibt keinen Punkt, an dem eine Gedankenkette wie “A vermutet, dass B weiß, dass X; und A vermutet auch, dass B denkt, dass A glaubt, B wisse X; usw.” zum Stoppen kommt. (https://de.wikipedia.org/wiki/Common_Ground, 4. März 2014)

” … In Konflikten … geht die Meinung darüber, was … passiert, weit auseinander. Beide Seiten beschuldigen sich immer wieder der Desinformation und beide werfen Medien vor, parteiisch zu sein. Ursache dafür ist ein Phänomen, das Eli Pariser die Filter-Blase genannt hat – beide Seiten informieren sich aus unterschiedlichen Quellen und es gibt kaum Informationslieferanten, die von allen genutzt werden.
Das ist nicht überraschend und auch kein neues Phänomen. Spannend aber ist, wie eindeutig sich dieser Bias [Trend] in den Daten sozialer Netzwerke beobachten lässt.
Gilad Lotan … hat Daten von Twitter, Instagram und anderen Netzwerken analysiert und visualisiert, um diese Form der “personalisierten Propaganda”, wie er es nennt, zu zeigen. Dazu hat er bei Medium einen Text veröffentlicht.
Lotan untersuchte Twitterer, die im Juli 2014 in irgendeiner Form auf die Bombardierung der Schule des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA) in Gaza reagierten. Der Inhalt der Reaktionen waren nicht entscheidend, vielmehr erstellte Lotan eine Karte, auf der die Accounts danach angeordnet wurden, wem sie folgen. …
Das alles sagt nichts darüber aus, wie Medien über den Konflikt berichten und welche Berichte nun richtig oder falsch sind. Es zeigt aber, dass diejenigen, die die Berichte lesen und kommentieren, sich in vollkommen unterschiedlichen Sphären bewegen. Was die Gefahr erhöht, dass sie kein Verständnis füreinander aufbringen und die andere Seite als Gegner erleben, den es zu bekämpfen gilt. Und es erhöht die Gefahr dafür, dass die Beteiligten auf jeder Seite anfällig für Propaganda sind. Der Krieg am Boden hat also offensichtlich leider auch im Netz zu einer klaren Front geführt. Noch mal, das ist nicht neu. Aber es ist dank Lotans Analyse nun sichtbar. …” | Aus: “Personalisierte Propaganda” Kai Biermann (8. August 2014) >> http://blog.zeit.de/open-data/2014/08/08/gaza-propaganda-twitter/ | (Gilad Lotan – NYC https://medium.com/@gilgul ): “Israel, “Gaza, War & Data” >> https://medium.com/i-data/israel-gaza-war-data-a54969aeb23e

Outside_Observer, 8. August 2014 um 17:37 Uhr: Vor 20 Jahren, als das Internet noch in den Kinderschuhen war, hatte ich grosse Hoffnung, dass sich Menschen nun unabhängig informieren könnten, und dass das zur allgemeinen politischen Bildung beiträgt, und Konflikte entschärft.
Das Gegenteil ist der Fall. Überall bilden sich eigene Blasen und eigene Welten, und man liest nun mal am Liebsten, was die eigenen (Vor)Urteile bestätigt. Das Internet vertieft die Gräben und Konflikte. Dazu kommt, dass durch die Anonymität die Aggressivität der Kommentare enorm zunimmt. Auch das färbt ins wirkliche Leben (die “real reality”) ab.

Le Toast, 8. August 2014 um 18:01 Uhr: Das ist wirklich sehr interessant … dass das Internet maßgeblich dazu beiträgt, dass Leute sich ihre Informationen nach dem Filtern, was sie hören bzw. lesen wollen. Differenziertes Auseinandersetzen mit einer Thematik wird eben von der Notwendigkeit eines vergleichsweise hohen kognitiven Aufwandes begleitet, da keine Heuristiken, wie z.B. Vorurteile mehr sinnvoll genutzt werden können. Vorurteile, Stereotypen, etc. machen es aber sehr viel einfacher, sich ein Bild zu machen, das jedoch von der Realität (ob die jetzt objektiv oder relativ ist, sei mal dahingestellt) enorm abweichen kann.
Man muss versuchen davon wegzukommen, eine eindeutige Einteilung in Gut und Böse erreichen zu wollen, wenn man schon (wie wir) emotional weitgehend unverwickelt ist in der ganzen Sache.