2014
08.16

Hans Fallada “Jeder stirbt für sich allein” (Aufbau-Verlag, 1947 (2011)): “… Er weiß schon, wie man es anpacken muss bei diesen Weibern: Lieben und Lügen, das geht alles in einem hin. Es muss ein bisschen Wahres dazwischen sein, sie muss nur ein bisschen von dem Zeug glauben können, das man erzählt, und vor allem muss man die Tränen bereithalten und die Hilflosigkeit … Ihr Instinkt sagt ihr, dass sie ihn wegschicken muss, dass ein Mann, der fähig ist, eine Frau vom ersten Anfang an so bedenkenlos zu täuschen, auch stets bereit sein wird, sie später zu belügen. … Sie hört auf sein Atmen, es ist schön, wieder einen Mann bei sich atmen zu hören, ihn so nahe im Bett zu haben. Sie war so lange sehr allein. Nun hat sie wieder jemand, für den sie sorgen kann. … ”

2014
08.04

2014
07.28

Die Wohnzimmer-Schrankwand via
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// Kontext: ” … Der Begriff der Lebenswelt bezeichnet die menschliche Welt in ihrer vorwissenschaftlichen Selbstverständlichkeit und Erfahrbarkeit in Abgrenzung zur theoretisch bestimmten wissenschaftlichen Weltsicht. … Husserl verwendet den Begriff der Lebenswelt in einem doppeldeutigen Sinn: Er meint einerseits das Universum des Selbstverständlichen, als anthropologisches Fundament jeder Bestimmung des Verhältnisses des Menschen zur Welt, und er bezeichnet andererseits die praktische, anschauliche und konkrete Lebenswelt. Diese Doppeldeutigkeit spannt den Lebensweltbegriff in die Gegensatzspannung zwischen Ahistorischem und historisch Wandelbarem, Universellem und Konkretem, zwischen Singulärem und historisch Vielfältigem ein. … Der Lebenswelt als der unveränderlichen Wahrnehmungswelt des gegenständlich Seienden steht die durch den Menschen geprägte soziohistorisch-kulturelle Umwelt gegenüber. …” | https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenswelt

2014
07.28

Die Genfer Konventionen, auch Genfer Abkommen genannt, sind zwischenstaatliche Abkommen und eine essentielle Komponente des humanitären Völkerrechts. Sie enthalten für den Fall eines Krieges oder eines internationalen oder nicht-internationalen bewaffneten Konflikts Regeln für den Schutz von Personen, die nicht an den Kampfhandlungen teilnehmen. Die Bestimmungen der vier Konventionen von 1949 betreffen die Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde (Genfer Abkommen I), die Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der bewaffneten Kräfte zur See (Genfer Abkommen II), die Kriegsgefangenen (Genfer Abkommen III) und die Zivilpersonen in Kriegszeiten (Genfer Abkommen IV). … Aufgrund der Kriege in den 1960er Jahren, wie beispielsweise des Vietnamkrieges, des Biafra-Konflikts in Nigeria, der Kriege zwischen den arabischen Staaten und Israel sowie der Unabhängigkeitskriege in Afrika, verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 19. Dezember 1968 die Resolution 2444 (XXIII) „Respect for Human Rights in Armed Conflicts“. Diese Resolution bekräftigte die allgemeine Gültigkeit von drei grundlegenden Prinzipien des humanitären Völkerrechts: (1) die Existenz von Beschränkungen bei der Wahl der Mittel zur Kriegsführung; (2) das Verbot von Angriffen gegen die Zivilbevölkerung; (3) die Verpflichtung zur Unterscheidung zwischen Kombattanten und der Zivilbevölkerung sowie zur weitestmöglichen Verschonung der Zivilbevölkerung. | https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen & https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen#Genfer_Abkommen_IV
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Thomas Speckmann “Alles aus der Luft” (27.07.2014): ” … Recht schnell halten viele Europäer die israelischen Militäroperationen für „unverhältnismäßig“. … Zugleich stellt sich die Frage, ob das moralische Überlegenheitsgefühl, das sich angesichts solcher Opferzahlen [Am Freitag berichtete die Weltgesundheitsorganisation von bisher fast 800 Toten im Gazastreifen] regelmäßig in der europäischen Öffentlichkeit verbreitet, wirklich vollends gerechtfertigt ist. Denn die Europäer haben in den vergangenen Jahren zusammen mit ihren amerikanischen Verbündeten immer wieder selbst Feldzüge geführt, die mit dem Vorgehen der Israelis große Übereinstimmungen aufweisen. Die Bundesrepublik Jugoslawien bekam im Kosovo-Konflikt 1999 die Zerstörungskraft der amerikanischen und europäischen Luftwaffen zu spüren. Aus wohlbegründeter Furcht vor hohen Verlusten in einem Bodenkrieg griff die Nato auf den strategischen Luftkrieg zurück. Im Gegensatz zum taktischen Luftkrieg, der vor allem die Streitkräfte des Gegners zum Ziel hat, handelt es sich hierbei um eine Variante der nach dem Ersten Weltkrieg vom britischen Militärtheoretiker B. H. Liddell Hart entwickelten Strategie des „indirect approach“, die den Feind an seiner schwächsten Stelle treffen will: seiner Infrastruktur. Während im Seekrieg die äußeren Versorgungswege attackiert werden, nimmt der strategische Luftkrieg die wirtschaftlichen Zentren ins Visier. Die systematische Bombardierung von Industrieanlagen und Verkehrswegen soll die Rüstungsproduktion und den Nachschub der gegnerischen Streitkräfte einschränken.
Seit dem Zweiten Weltkrieg ist diese Strategie zu einem festen Bestandteil der Kriegführung westlicher Mächte geworden. Um verlustreiche Entscheidungen auf dem Schlachtfeld zu vermeiden und den Gegner dennoch durch die Zufügung erheblicher Schäden zur Aufgabe seines politischen Willens zu bewegen, wird dessen Infrastruktur angegriffen. Im Luftkrieg gegen Japan steigerte sich dies bis zum Abwurf von zwei Atombomben. Eine Vorgehensweise, die ihre Fortsetzung in den Flächenbombardements von Korea und Vietnam fand, um schließlich in den sogenannten „chirurgischen Angriffen“ auf Brücken, Hörfunk- und Fernsehsender, Telekommunikationseinrichtungen sowie Wasser- und Elektrizitätswerke auf dem Balkan, in Afghanistan, im Irak und zuletzt in Libyen weiterentwickelt zu werden. … Während im Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren auf ein ziviles Opfer noch zehn getötete Soldaten kamen, hat sich das Verhältnis heute nahezu umgekehrt. Kriege scheinen damit erneut mehr und mehr zu einer Angelegenheit von Gesellschaften als Ganzem gemacht zu werden. Diese „republikanische“ Sicht eines Jean-Jacques Rousseau, die keine Privatheit und daher auch keine Non-Kombattanten kennt, erlebt in den heutigen Kriegstypen und Kampfformen eine Renaissance. Sollte sie weiter andauern, dürfte dies elementare Folgen für die Durchsetzbarkeit der Genfer Konventionen wie allgemein des Völkerrechts haben. …” | http://www.tagesspiegel.de/meinung/krieg-in-gaza-und-krieg-in-kosovo-alles-aus-der-luft/10254882.html

stefano1, 28.07.2014 12:42 Uhr: ” … Die Zivilisten sind das eigentliche Ziel Ich würde sogar noch weiter gehen als der Autor. Die Schädigung der Zivilisten sind in den modernen Kriegen nicht mehr “Kollateraschaden”, sondern eigentliches Ziel. … Der Grund für den Angriff der NATO auf die Serben im Kosovo – das blendet der Autor hier aus – muss vor dem Hintergrund der ungeheuren Grausamkeiten im Bosnienkrieg gesehen werden, die die Kombatanten, mehrheitlich die serbischen Milizen, den Familien ihrer Gegner antaten. … ”

Kommentar von fritz, 28.07.2014 10:42 Uhr: ” … Ein Unrecht rechtfertigt nicht ein anderes – Zivilpersonen und zivile Einrichtungen sind unbedingt zu schonen, so ist es im Völkerrecht und in den Menschenrechten festgeschrieben. Wer sich nicht an diese internationalen Menschenrechte halte, laufe Gefahr, „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zu begehen, betonte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, kürzlich. In diesem Zusammenhang ist es unerheblich, wer (nämlich beide Parteien) zurzeit dagegen verstößt und ob der Westen in der Vergangenheit dagegen verstoßen hat. Die Menschenrechte sind nicht teilbar und gelten immer und für jeden. …”

2014
07.28

Oliver Das Gupta, “Münchner Neueste Nachrichten vom 4.8.1914: Berlin schiebt Russland die Kriegsschuld zu” (4. August 2014): ” … “Agenten, Schnüffler, Feinde! Wenige Tage nach Kriegsbeginn grassiert die Furcht vor den Handlangern fremder Mächte in Deutschland. Aus verschiedenen Winkeln des Reichs laufen Meldungen ein über Spione, vereitelte und vollzogene Anschläge – und erschossene Verdächtige. Erst am Vortag war von französischen Flugzeugen und versuchten Grenzübertritten vor der Kriegserklärung berichtet worden – alles Falschmeldungen. … Die Reichsführung um Wilhelm II. veröffentlicht den Notenwechsel, der Ende Juli zwischen dem Kaiser und Zar Nikolaus II. stattfand, nachdem Österreich-Ungarn Serbien den Krieg erklärt hatte. Die Dokumente sollen beweisen, dass der deutsche Kaiser bis zum Schluss versuchte, den Frieden zu retten. Abgesehen von einem kurzen Schwanken war das nicht der Fall.
Fakt ist: Am Ende der Julikrise waren auch Russland und Frankreich kriegsbereit. Aber in den Wochen zuvor hatten die Führungen in Wien und Berlin an der Eskalation der Lage gebastelt, die nach dem Mord an Österreichs Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo entstanden war. Wilhelm II. nickte den Krieg ab, den seine von ihm hochgezüchtete Kamarilla vorbereitet hatte. Die unschöne, aber gründlich dokumentierte Wahrheit durften die Deutschen erst nach dem Krieg erfahren. …” | http://www.sueddeutsche.de/politik/muenchner-neueste-nachrichten-vom-berlin-schiebt-russland-die-kriegsschuld-zu-1.2076686

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Jochen Bittner, 40, ist Politik-Redakteur der ZEIT (24. Juli 2014): “Es gibt, wie nie zuvor, ein “uns” und ein “sie” nach dem vergangenen Donnerstag. …” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11

Hotte2O, 24. Juli 2014 7:47 Uhr: “Wären wir… “Was seit 7/17 heftiger und gefährlicher zusammenprallt als jemals zuvor, sind demokratische und selbstkritische Länder auf der einen Seite und Länder, die nie demokratisch und kaum selbstkritisch gewesen sind, auf der anderen Seite.” …das, würden wir uns mittlerweile selbstkritisch fragen welche Schuld auch wir an diesem Konflikt haben. Aber gut, dass es mal wieder gesagt wurde, dass wir die “Guten” sind. …” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=1#cid-3841518

alice_42, 24. Juli 2014 8:16 Uhr: “Der Vergleich … >> Das ist Europas 11. September << ... ist so absurd und hinkt an so vielen Stellen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. ..." | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=17#cid-3841588

jonas-zonas, 24. Juli 2014 8:49 Uhr: " ... "Das ist Europas 11. September” Was für ein absurder Vergleich… Ich würde vielmehr sagen: Dieser Artikel ist das Waterloo des kritischen Journalismus. …” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=49#cid-3841704

fenris, 24. Juli 2014 8:17 Uhr: “Heuchelei – Der Vergleich mit 9/11 ist überzogen, allerdings gibt es auch gewisse Parallelen. Momentan wird der Abschuss von MH17 von allen Seiten für ihre neokaltkriegerische Propaganda derart ausgebeutet, dass einem übel werden kann. … Es kommt mir so vor, als wäre jedes Mittel recht um weltweit Konflikte zu schüren damit der militärisch Industrielle Komplex neue Produkte vertrieben kann. ” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=17#cid-3841590

vonDü, 24. Juli 2014 8:23 Uhr: ” … Wären wir selbstkritisch, würden wir uns mit unserem eigenem Beitrag zur Ukrainekrise beschäftigen. Im Wahn moralischer Überlegenheit hat vor allem der Westen agiert, der nichts unternommen hat, um auch Kiev zu mäßigen, sondern ihnen beim Plan, den Konflikt gewaltsam zu lösen, noch den Rücken gestärkt hat. Interessen der Russen in der Ostukraine und Moskau, ignorieren wir bis heute, weil wir die “Guten” sind und uns damit nicht beschäftigen müssen. Nicht als selbstkritisch, sondern als Doppelmoral, wird unsere Politik in weiten Teilen der Welt wahrgenommen. Auch zu Hause, weswegen es nicht gelingt ein “wir gegen die” herbeizuschreiben. …” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=17#cid-3841604

IM Ernst, 24. Juli 2014 8:43 Uhr: “Ach Herr Bittner, keine Ahnung wie Sie auf solche Vergleiche kommen, aber unterlassen Sie bitte so populistische Schlagwörter wie “uns” und “sie”. Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft in der es zum Glück nicht so einfach ist eine Krisen – und Kriegsbegeisterung zu erzeugen. Ich denke die Mehrheit zählt weder zu den sog. “Putin-Verstehern” noch zu den “NATO Trommlern” (wozu ich Sie hinzuzähle). Wer soll denn “uns” oder “sie” sein, sind wir wieder soweit das wir Ideologien martialisch verteidigen? … Ich bin mir sicher, dass Sie bereits eine der beiden zu Ihrem “uns” hinzurechnen konnten und wünsche Ihnen eine gute Reise und viel Spass als embedded Journalist im Kampfgebiet – oder bevorzugen Sie dann doch das Trommeln vom heimischen Schreibtisch? … ” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=41#cid-3841678

Anzugveraechter, 24. Juli 2014 8:11 Uhr: “Selbstkritik in unserer westlichen Welt – Ich fürchte, der Herr Bittner lebt in einer eigenen Welt. Denn Selbstkritik transportieren weder unsere westlichen Politiker, noch unsere Leitmedien. …” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=9#cid-3841571

frawx, 24. Juli 2014 8:23 Uhr: ” … “er lebt in einer anderen Welt” – Dieser auf Putin gemünzte Satz trifft wohl eher für den Autor zu. “Es gibt, wie nie zuvor, ein “uns” und ein “sie”..”. Er möchte dieses Lagerdenken aus dem kalten Krieg wieder heraufbeschwören, in dem es nur schwarz und weiß, gut und böse gab. In seinem Weltbild ist kein Platz für die Überlegung, ob Russland die beständige Osterweiterung der Nato, einschließlich des Aufbaus eines Raketenschirms, als Bedrohung auffassen könnte … Im Hinblick auf 9/11 meint der Autor: “Der größte Gesamtfehler dieser Ära war das Versagen westlicher soft power.“. Ob dem Autor jemals der Gedanke gekommen ist, dass der größte Gesamtfehler des Westens die Kriege in Afghanistan, Irak und Libyen waren?
Leider gibt es zu viele Leute mit absurden Weltbildern…“. Was man an den transatlantisch vernetzten Journalisten sieht, die die Interpretationsmuster Washingtons verbreiten. …” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=25#cid-3841606

D.Schüttler, 24. Juli 2014 8:27 Uhr: “Wow Herr Bittner hat sich selbst übertroffen. “Das ist Europas 11 September“. … Man könnte Sie Herr Bittner durchaus als “Psychopath” bezeichnen, wenn man nicht wüsste dass Sie ein Lobbyist für diverse Kreise sind, und somit solche Artikel für gutes Geld schreiben. … ” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=25#cid-3841623

sprintf, 24. Juli 2014 8:47 Uhr: “Der Reichstagsbrand könnte mit 9/11 verglichen werden, weil auch dort – bis heute – Unklarheit über die Täterschaft bzw. die Drahtzieher im Hintergrund besteht. Die enormen Vorteile, die die Machthaber aus der politischen Instrumentalisierung der Katastrophen jeweis ziehen konnten, sind in beiden Fällen eindeutig und im Sinne ihrer Machterweiterung zu bedeutend, um auch schlimmste Vermutungen entkräften zu können: Sie lieferten “gerechtfertigte” Gründe für Krieg, für die Vergeltung eines vermeintlichen Angriffs. Auch die Dämonisierungskampagnen der Medien, die konstruierten Feindbilder, die Hetze und Agitation erinnern heute wieder an dunkelste Zeiten. Wie viel naive Obrigkeitshörigkeit und blinden Gehorsam braucht es, glauben zu können, dass ein “fürsorglicher und beschützender Vater Staat” niemals seine eigenen Kinder verraten würde? …” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=41#cid-3841692

Stefan1337, 24. Juli 2014 8:47 Uhr: “Beruhigender Konsens in den Kommentaren – Beruhigend, dass … die ZEIT-Foristen bei so einem Thema einer Meinung sind. Ich wäre froh, wenn die ZEIT ihrer Verantwortung langsam aber sicher auch mal gerecht würde, und sich versucht, auf ihre journalistischen Wurzeln zu besinnen … Wenn ich verarscht werden will, kann ich die BILD lesen. …” | http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/fuenf-vor-acht-russland-putin-ukraine-9-11?commentstart=41#cid-3841691
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Am Abend des 27. Juni 1980 stürzte Itavia-Flug 870, eine Douglas DC-9 der italienischen Gesellschaft Itavia mit der Kennzeichnung I-TIGI, nördlich der italienischen Insel Ustica auf dem Wege von Bologna nach Palermo aus zunächst ungeklärter Ursache ins Tyrrhenische Meer. Alle 81 Insassen starben bei diesem Flugzeugunglück, das in Italien als „strage di Ustica“ (das Ustica-Blutbad oder -Massaker) bekannt wurde. … Ob die Itavia-Maschine irrtümlich dort hineingeriet oder durch eine Verwechslung abgeschossen wurde, ist ungeklärt und Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Durch die sich seit nunmehr drei Jahrzehnten hinziehenden Ermittlungen und deren jahrelange massive Behinderung durch italienische Militärs und Geheimdienste ist Ustica bis heute ein sehr präsentes und emotionales Thema in Italien. … Im September 2011 entschied ein Zivilgericht in Palermo, dass die italienische Regierung 100 Millionen Euro Schadensersatz an die Hinterbliebenen der 81 Todesopfer leisten müsse. Das Urteil wurde damit begründet, dass die Ministerien für Verkehr und Verteidigung durch Nachlässigkeit und Unterlassung den Absturz mitverursacht sowie die Ermittlungen jahrelang behindert hätten. …
https://de.wikipedia.org/wiki/Itavia-Flug_870 & https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_abgeschossener_Flugzeuge_in_der_Zivilluftfahrt
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Wolfgang Michal (24.07.2014): ” … Auch der Iran und eine radikale Palästinensergruppe waren zeitweise in den Verdacht geraten, das Lockerbie-Attentat verschuldet zu haben. Der Iran, hieß es, habe Vergeltung geübt für den (versehentlichen) Abschuss einer iranischen Passagiermaschine durch ein US-Kriegsschiff am 3. Juli 1988. Dabei kamen 290 Menschen ums Leben. Trotz hochmoderner Erfassungs-Systeme auf dem US-Kreuzer Vincennes wurde das Passagierflugzeug (ein Airbus A300) mit einem Kampfflugzeug des Typs F 14 Tomkat verwechselt. Der damalige US-Vizepräsident George H.W. Bush verteidigte den Fehlschuss seiner Spezialisten als angemessenes Verhalten in einer Konfliktsituation und verweigerte eine Entschuldigung. Die westlichen Medien berichteten meist neutral und forderten keine empfindlichen Sanktionen gegen die USA. Die USA wurden auch nicht zum Schurkenstaat erklärt. Acht Jahre später zahlten die USA eine Entschädigung von 61,8 Millionen US-Dollar an die Hinterbliebenen der Opfer, was in etwa 2,5 Prozent der libyschen Zahlung an die Angehörigen des Lockerbie-Anschlags entspricht. Der (irrtümliche) Abschuss der iranischen Passagiermaschine ist wohl eher mit dem Abschuss der malaysischen Boeing zu vergleichen, als dieser mit dem Attentat von Lockerbie. …” | http://www.carta.info/73771/ein-russisches-lockerbie/
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Berlin/Moskau – Sollen nach dem Abschuss des malaysischen Flugs MH17 die Strafmaßnahmen gegen Russland verschärft werden? Ja, sagen die meisten Deutschen. … | http://www.spiegel.de/politik/ausland/umfrage-zu-russland-deutsche-befuerworten-haertere-sanktionen-a-983083.html
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Alexander Dill “SPIEGEL schließt Russland-Forum nach drei Stunden” (27.07.2014): ” … “Deutsche befürworten härtere Sanktionen gegen Putin” – mit diesem Titel überraschte Spiegel-Online am Sonntag, dem 27. Juli 2014 um 11 Uhr seine Leser. Überraschte deshalb, weil bisher alle Umfragen zu Boykotts und Kriegen mit deutscher Beteiligung stets eine Mehrheit gegen eine außenpolitische Konfrontation zeigten. … Das Schließen des Spiegel-Forums zu Russland zeigt, dass offensichtlich im Propagandakrieg alle Mittel erlaubt sind – nur: Wie möchte man mit solchen Zensurmaßnahmen die Werte einer “freien westlichen Welt” gegen die angebliche Diktatur in Russland verteidigen? …” | http://www.heise.de/tp/artikel/42/42371/1.html
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Terror Vacui, 28. Juli 2014 08:29: “… [Ist mir bei spon und faz aufgefallen] Kommentare, die die Artikel als solche bzw. die Arbeit/Ausrichtung der veröffentlichenden Zeitung kritisieren, scheinen im allgemeinen nicht freigegeben zu werden. Anfangs war ich gelegentlich verwirrt, weil ich nicht klar ausmachen konnte, welche meiner überwiegend “kritischen” Kommentare durchgingen und welche nicht. Kommentare, die sich rein auf das beschriebene Geschehen konzentrieren (Ukraine, Schröder, etc.) kommen gelegentlich durch, auch wenn sie nicht der Linie des Artikels entsprechen. Wenn aber “Meta”kritik, enthalten ist, kommen die Kommentare nicht durch. Bei der faz noch konsequenter als beim Spon. Scheint eine Kommentar-Richtlinie zu sein: keine Diskussion über die redaktionelle Arbeit. …” | http://www.heise.de/tp/foren/S-Medium-nicht-kritisieren/forum-283326/msg-25562095/read/
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Nachtrag / Kontext:

Markus Ritzmann über Google+, vor 2 Monaten
Qualitätsjournalismus in Deutschland.

dakingcem327, vor 2 Monaten
Aufklärung für Dummies find ich gut

Nachtrag #2
Marcus Klöckner “Leitartikler und Machteliten” (23.05.2014): ” … Josef Joffe, Herausgeber der ZEIT, beschwerte sich beim Chefredakteur des ZDF, Peter Frey über angeblich falsche Darstellungen in der Satire-Sendung. Die “Anstalts”-Redaktion durfte sich mit Unterlassungserklärungen auseinandersetzen, die ihr der Herausgeber und ein Redakteur der liberalen Zeitung haben zukommen lassen. Und Stefan Kornelius, Leitartikler der Süddeutschen Zeitung, wies gegenüber dem NDR-Medienmagazin Zapp Kritik an seiner Nähe zur Elite zurück. … Der Beitrag aus der “Anstalt”, in dem die Hintergründe deutscher Spitzenjournalisten angesprochen wurde, hat die Zuschauer elektrisiert. Sie spüren, dass es hier einen blinden Fleck in ihrem Wissen und in der Berichterstattung der Medien gibt.
Wer zur Bilderberg-Konferenz, zum Treffen der Machtelite am Bohemian Grove samt seines bizarren Rituals oder zur Atlantik-Brücke keinen kritischen Bericht in den Leitmedien findet, dem bleibt nichts anderes übrig, als eben das Internet zu bemühen.
Dem Journalismus der Leitmedien wird immer wieder ein gewaltiger “Bias” vorgeworfen, wenn es um die Deutungsnarrative zu aktuellen gewichtigen gesellschaftspolitischen Themen (siehe Ukraine-Krise) geht.
Vielleicht hängt diese angeprangerte Eindimensionalität in der Berichterstattung gerade auch mit der offensichtlich starken Verwurzelung von so manchem Spitzenjournalist im Eliten-Milieu zusammen. Ihr Habitus, ihre Denke, ihre Selektionskriterien, ja ihre Wahrnehmungs- und Interpretationsschemata entsprechen, das darf man annehmen, in etwa denjenigen, deren Politik und Handeln sie eigentlich kritische beobachten sollten. …” | http://www.heise.de/tp/artikel/41/41841/1.html

Nachtrag #3:
“Journalisten-Kritik muss aus dem Netz” Marcus Klöckner (30.07.2014)
Zeit-Herausgeber Josef Joffe und Polit-Redakteur Jochen Bittner gehen gegen die Satiresendung “Die Anstalt” vor… | http://www.heise.de/tp/artikel/42/42401/1.html

ichwersonst, 30. Juli 2014 03:46: ” … Ich finde es ja schon faszinierend wie die Pressevertreter unserer größeren Blätter mit Meinungsfreiheit, Informationsweitergabe und Widerspruch umgehen. … man fühlt sich wirklich an Kaisers Zeiten und Biedermeier erinnert, denn sie scheinen sich so sehr an ihren Verkündungsjournalismus gewöhnt zu haben, daß sie gar nicht mehr anders können. …” |http://www.heise.de/tp/foren/S-Ich-finde-es-ja-schon-faszinierend/forum-283434/msg-25573771/read/

OmO0815 30. Juli 2014 08:30: ” … Journalismus und Prostitution – “Die Prostitution des Leibes teilt mit dem Journalisten die Fähigkeit, nicht empfinden zu müssen, hat aber vor ihm die Fähigkeit voraus, empfinden zu können.” – Karl Kraus …” | http://www.heise.de/tp/foren/S-Journalismus-und-Prostitution/forum-283434/msg-25574155/read/

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Nachtrag #4:
“Einstweilige Verfügung gegen “Die Anstalt”: Zeit-Journalisten wehren sich gegen ZDF-Satire” (29.07.2014) : ” … von Josef Joffe erreichte uns am Dienstagabend eine Stellungnahme … ” … Betonen möchte ich: Um Satire oder Meinungsfreiheit ging es in dem Antrag auf einstweilige Verfügung nicht. Satire darf vieles, solange sie weder Fakten, noch Persönlichkeitsrechte verletzt. Meinungsfreiheit darf alles, was das Grundgesetz erlaubt. Das muss so bleiben; daran dürfen Journalisten als letzte rütteln.
Das ZDF hat Widerspruch eingelegt. Die Richter haben das letzte Wort. So muss es sein in unserem Rechtsstaat. Mir wäre es hundert Mal lieber gewesen, wenn der Sender ein faires Korrekturangebot gemacht hätte, was nicht geschehen ist.
” Josef Joffe, Herausgeber der Zeit, 29. Juli 2014 …” | http://meedia.de/2014/07/29/einstweilige-verfuegung-gegen-die-anstalt-zdf-wehrt-sich-gegen-zeit-journalisten-joffe-und-bittner/

Thomas Stadler, (28.7.2014): ” … Es sieht also ganz so aus, als würden sich Bittner und Joffe in haarspalterischer Weise auf einige Details konzentrieren, mit dem Ziel die Darstellung größerer Zusammenhänge zu verhindern. …” | http://www.internet-law.de/2014/07/zeit-journalisten-gehen-gerichtlich-gegen-das-zdf-und-die-anstalt-vor.html

Nachtrag #5: “ZDF sperrt “Anstalt”-Sendung weiterhin komplett in der Mediathek” (05.08.2014)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ZDF-sperrt-Anstalt-Sendung-weiterhin-komplett-in-der-Mediathek-2283400.html

2014
07.27

[UFO Art #28... ]

via

2014
07.22

“…
Noam Chomskys: Im New York Times Book Review, einer der meist gelesenen Publikationen der Intellektuellen in diesem Land, wurde kürzlich das Buch eines der führenden, aber nicht besonders guten amerikanischen Historiker vorgestellt. In dieser Besprechung hiess es, dass bei der Besiedlung des Kontinents mehrere Hunderttausend Indianer eliminiert wurden. Nun, da liegt er falsch, und zwar um den Faktor zehn. Es waren mehrere Millionen Indianer. „Eliminiert“ ist übrigens auch ein interessantes Wort in diesem Zusammenhang. … Aber das hier ist eine Gesellschaft der Sieger, Deutschland war eine Gesellschaft der Verlierer. Sie müssen also den Tatsachen ins Gesicht sehen. In den USA braucht man das nicht, da muss man den Tatsachen nicht ins Auge blicken. Wenn der Autor etwas schreibt, was vergleichbar ist mit einer Aussage wie der, dass mehrere Hunderttausend Juden eliminiert wurden, dann bemerkt das gar keiner. Kann man sich vorstellen, dass die “Luftwaffe” ihre Waffensysteme „Jude“ und „Zigeuner“ nennt, ist das denkbar?
Klaus Theweleit: Die Bundeswehr?
Noam Chomskys: Ich meine, kann man sich das vorstellen? Hier gibt es Apache Helikopter, Black Hawk Helikopter, Tomahawk Missiles and so weiter, das sind alles Opfer eines Völkermords. …
Klaus Theweleit: Ja. Staaten sind Mörder. Menschen werden umgebracht. Und wenn man siegreich ist, kommt man damit durch.
Noam Chomskys: Verliert man, muss sich dem stellen, was geschehen ist.
…”
Aus: “Klaus Theweleit im Gespräch mit Noam Chomsky” (Gespräch fand am 30. April
2004 in Noam Chomskys Büro am Massachusetts Institute of Technology statt.) | http://www.taximagazin.ch/global_text2/20kt_noam_chomsky_interview.pdf

2014
07.20

2014
07.17

” … Weder eine andere Politik noch eine andere Wirtschaft ist möglich ohne eine andere Subjektivität, ein anderes Selbstverständnis. Der Kapitalismus dauert an, weil er ein mentaler Zustand ist. … Glaubst du, dass sich die Leute bewusst sind, dass der Kampf hauptsächlich auf dem Feld der Lebensformen stattfindet? Manchmal überkommen mich zwischen all dem täglichen und allzu einfachen Kriegsgeschrei gegen die Politiker und den verschiedenen Vorschlägen, wie man gleichsam von oben und über die Köpfe der Menschen hinweg die Macht erobern könnte, starke Zweifel, ob wir den mächtigsten Wandel zu benennen, zu würdigen und zu vermitteln fähig sind, der herausforderndste Wandel, der bereits im Gange ist: der stille, aber nicht notwendigerweise unsichtbare Umbruch in der Art und Weise, wie man sich selbst sieht, wie man sich mit den anderen verbindet, wie man die Dinge tut und in der Welt steht. …” | Aus: “Die Zurichtung des Homo Oeconomicus” le Bohémien (Walter Beutler, 30. April 2013) | http://le-bohemien.net/2013/04/30/die-zurichtung-des-menschen-durch-den-neoliberalismus/

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Rückblende: …

kitsune1987 (10. Juli 2014): ” … [Der Alpdruck ist ein Roman von Hans Fallada. Er ist eines seiner letzten Werke, wurde 1945/1946 geschrieben und 1947 (nach Falladas Tod) veröffentlicht.] Eine schwere Atmosphäre lastet über dem Leser, der miterlebt, wie die Menschen damals versuchten, wieder ins Leben zurück zu finden, die zwischen Schuld und Ahnungslosigkeit schwanken. Doll, der mit seiner Frau nach dem Einmarsch der Russen in der zerstörte Berlin flüchtet merkt schnell, dass das Wort “Deutscher” schon längst zu einem Schimpfwort degradiert wurde. Seine Ehemalige Wohnung wurde unterdes an Fremde vermietet und es scheint, dass sein Leben nicht mehr in normale Bahnen zurückkehren kann. Und so rutschen die Dolls immer weiter in die Morphium-Sucht, wie es vielen anderen seines Berufsstandes, ebenfalls erging. Zitat: “Er kann die Nazis nicht mehr hassen und seine Leidensgenossen nicht mehr lieben. Eine grauenvolle Apathie hält ihn umfangen: er glaubt nichts mehr, er hofft auf nichts mehr, nichts interessiert ihn mehr.” …” | http://buecherfuechschen.wordpress.com/2014/07/10/rezi-hans-fallada-der-alpdruck-5-sterne/

Katrin Rönicke, „Leere, Öde, Gleichgültigkeit“ [Zu: "Hans Fallada: Der Alpdruck. Aufbau Verlag, Berlin: 2014"] (11.05.2014): ” … Die Stadt Prenzlau war genommen, der Russe konnte jede Stunde kommen. … Die meisten Bewohner der Kleinstadt waren aktive oder passive Unterstützerinnen der Nazis, man war ja gern Oben dabei, man wollte seinen Teil abhaben und trug dadurch auch seinen Teil bei. Jetzt ist das aber plötzlich nicht mehr so schick im Lebenslauf, also muss man Flexibilität im Geiste zeigen …” | http://blogs.faz.net/wost/2014/05/11/leere-oede-gleichgueltigkeit-1029/

Günther Werlau (11.05.2014, 21:32 Uhr): ” … Das Muster, das Sie aus dem Buch herauslesen, läßt sich meiner Meinung nach in jedem Systemwechsel finden. … Kurz nach dem Untergang der DDR hatten auch alle Machtmenschen meines näheren Umfeldes schon immer im Widerstand gekämpft (mit Parteiabzeichen zwar, aber das hatte man bestimmt gebraucht, damit die Tarnung und das eigene Handeln wirkungsvoller ist). … Wenn Sie kritisch in die heutige Zeit und auch in Ihr politsches Umfeld, hineinschauen, so werden Sie ähnliche Macht-Anpassung[s]-Muster erkennen. …” | Kommentar zu: http://blogs.faz.net/wost/2014/05/11/leere-oede-gleichgueltigkeit-1029/

2014
07.16

Als ich mich dann noch ein mal umdrehte, sah ich die leichte kurze Drehung deines Kopfes – und es blitzte da für kurz ein kleiner Gebirgsblumenstrauß von Fragen in deinen Augen auf. Plötzlich fiel ein Moment aus meinem Leben die Steilküste herunter. Die Zusammenhänge über welche wir hätten reden können, sind seit Jahren dabei, wie Wracks am Meeresboden langsam auseinander zu fallen. Aber wer weiß, ob wir überhaupt im gleichen Meer tauchen. Und weil mein Sohn fast wütend an meinem Ärmel zog, weil auf dem Parkplatz ein Auto auf ihn und mich wartete, konnten wir die zaghaften, um die wirklichen Fragen noch weiträumig kreisenden Sätze, nicht ein mal mehr zu ende sprechen.

Ein naher Niedergang und Tod ist nicht in ein paar Tagen weg zustecken. Das braucht schon etwas länger. Dennoch ist mir, als könnte ich das ganze Gebiet der Erinnerungen und Zustände einigermaßen ruhig durchwandern. Diese Gegebenheiten. Auf das Leben zu schauen ohne zu stocken. Im Grunde haben wir es miteinander ja außerordentlich gut getroffen – in fast den allermeisten Momenten. Danke ist da ein zu kleines Wort. Gut, dass ich mal dein Kind war. Wir haben jetzt das Miteinander in der Gegenwart aufgeben müssen. Nun gibt es keine neuen Kalendertage mehr für uns. Aber manchmal sehe ich verstohlen auf das ausgewechselte Klingelschild, wenn ich gerade mal mit dem Klapperrad durch die Kopfsteinpflasterstraße fahre, in der du gestorben bist.

Perplex war ich schon. Fast 15 Jahre hatte ich vermutlich auf diese Sätze von dir gewartet. Jetzt kommen sie einfach so daher. Ich war gar nicht vorbereitet. Hatte das eigentlich alles schon vergessen. Nun fühlt es sich etwas ungelenk und angerostet an sie zu hören. Vor 15 Jahren wäre das alles irgendwie unschätzbar gewesen. Aber so ergeht es uns Menschen eben. Da fragt man sich etwas ganz still in sich hinein – und bekommt 15 Jahre später die Antwort. Um was es damals ging ist da nicht mehr wichtig – aber das Antworten auf nicht laut gestellte Fragen manchmal so lange brauchen – das sollte ich Idiot besser nicht vergessen.